Nummer 276 Dienslag, den 24. November 1614. 7. Jahrgang Ueue Tageszeitung D» ,,r>r»» ««r»»>rit«ng" tiidicint itficr SOdltag. Regelmäßige Beilagen „tz>»» Kauer MI» $«ITra“, „Pi» Hpinnitsd«". s»,ug«prei« . Bei de» 'poganstoiten vietiellaqlli.y Hit. J,w5 b«t den Agenten monoili* 50 Vtp. ^>n,» tritt 'l ohfi«bnl)i »der Irägetiolm. An,eigen i Grundteile 20 Mg- lokale 15 Pig, Air,eigen von auswäns wetden vut.h Palnahnahme erhoben _ErlüNvnosort Fri«db»rg. ZcheiNieitnng und Peel«, Fttedbetq (Hesien), Hanauetiraß« 12. Fern ptecher 18. Slostimeck-Tont» Re. 4R.i9, Amt ^rontfurt o. AI. Zchrilt für Slhrilt llHMärlli in dkl, AWiliini. Neue russische Armeen in Polen. — Wieder 2160 Rnfien von den Oefterreichern gefangen. — England in Not. Der deutsche Generalstab I L-.. . - meldet: WTB. Groszcs Hauptquartier, 23. Nov. vormittaqs. Amtlich. Die «ämpfc bei Nieuport und ?)pern dauern fort. (*»» kleines englisches Geschwader, das sich zweimal der »rüste näher- te, wurde durch unsere Artillerie vertrieben. Das Keuer der englischen Marinegc schütze blieb erfolglos. Am Argonneuwald gewinne» wir Tchritt für Schritt Boden. Gin Llljützen- grabcn nach dem andern, ein Stützpunkt nach dem andern wird den Aranzosen entrissen. Täglich werden eine Anzahl Gefangene gemacht. — Eine gewaltsame Erkundung gegen unsere Stellung östlich der Mosel wurde durch unseren Gegenangriff verhindert. In Ostpreußen ist die Lage unverändert. In Polen schiebt das Auftreten neuer russischer Kräfte aus der Richtung von Warschau die Entscheidung noch hinaus. Ln der Gegend öklich CienKochau und nordöillich Krakau wurden die Angriffe der verbündeten Eruppcn fortgesetzt. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstab — meldet: ■-= » 2100 fficfottftcttt in Russisch Polen. Wien, 22. Nov. lW. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. Nov. Mittags. In RussisckpPolen ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Verbündeten setzten ihre Angriffe östlich gegen Ezenstochau und nordöstlich Krakau fort. Bei der Eroberung des Ortes Pilica machten unsere Truppen gestern 2100 Gefangene. Das Feuer unserer schweren Artillerie ist von mächtiger Wirkung. Die über den unteren Tunajec vorgedrungcnen russischen Kräfte konnten nicht dnrchdringen. Tic Kriegslage brachte es mit sich, bah wir einzelne Karpothenpässe dem Feinde vorübergehend überließen. Am 20. November drängte ein Ausfall ans Przc- mysl die Einschließungslruppen vor der West- und Tüd- westfront der Festung weit zurück. Der Gegner hält sich nunmehr anher Gcschützertrag. Der Stellvertteier de« Eliess de« tSeneralistabes: von Höser, Generalmajor. Tic Kämpfe in dcn Karpathen. Budapest. 23. N-w. Wie bereits gemeldet worden ist. sind gleichzeitig mit den £ perationen in Russisch-Polen auch in den Karpathen größere Kämpfe im Gange. Diese Kämpfe sind durch einen Vorstoß ziemlich bedeutender ruslischer Truppen gegen die Karpathen veranlaßt warben. Unsere zum Schube der Karpathen beorderten Armectcile haben östlich von Wojnie, gestützt auf die Karpathen, den Kamps ans der ganzen Lime mit den Russen ausgenommen. Es sind alle Vorbedingungen kür unseren Erfolg gegeben, umsomehr, als- die Nus- sen moineutan zwischen drei Fronten eingeprcßt sind. Die Kämpfe iu Serbien. (SB. B Nichtamtlich). Infolge der starken Verluste der Serben in den letzten Kämpfen im Abschnitt von V a l I e v o stnd wieder über 800 Verwundete nach Monastir gebracht worden, wo die Serben bereit; Prioat- wohnungcn reguiricrt haben. Belgrad vor dem Fall. U j v i d c k, 23. Nov. Die Ein- nähme von Belgrad kann stündlich erwartet ir erden. Au« Semlin wird die Festung ununterbrochen bombardiert. Aus der Höhe de« Kalimegdan sind sämtliche Mili- tärgkbäude, io auch da; Hau; de« Eenctalstabes. eingestürzt. Der Konak und viele Gebäude im Innern der Stadt sind arg beschädigt. In Belgrad sind noch immer mehrere Tausend Soldaten, die sich, wenn sie sich mit der serbischen Armee nicht vereinigen können, was wahricheinlich ist, ohne Kampf werden ergeben müsien. In der Stadt ist der Lebensmittelmangel sehr gtoß. Besonders fehlt das Brot, da kein Mehl vorhanden ist, lDeutschc Tageszeitung). Drr UJfltbrirg im fiditr rinro llrntralni. Die „Züricher Neueste Nachrichten" schrcibcn vom 2l. Nov.: Die Berichte von den Kriegsschauplätzen sind heute teilweise zu Wetterberichten geworden. Der Vorwinter war noch immer eine schwere Zeit für dcn Krieg und doppelt dreifach hart und anstrengend sür die Truppen. Im modernen Krieg mit seinen vielen schweren Vehikeln ist er doppelt ichwiciig, und die Tcrrainvcrholtnisse müsien noch ängstlicher inBciiickjich tigung gezogen werden. Jeder Fehler in solcher Berechnung kann sich zum Unheil gestalten. Dies gilt für jede der krieg- jührenden Parteien und sür alle Kriegsschauplatz« im Zeichen Maße, am meisten wohl süi jenen draußen am Kanal mit seiner Unzahl von Wafferläufe» und Ueberschwemniungsgedieien. Ucber die Lage läßt sich zur Stunde nichts Neues lagen. In Frankreich ist die deutsche Stellung fester denn je. jo fest, daß man deutscherseits ruhig dcn richtig erscheinenden Moment zum entscheidenden Vorstoß, ohne daß dieser zu große Opser an eigenen Kräften «rsordcrt, abwartcn kan». Die Berichte neutraler Sachoerständiger laute» auch übcrcinstinimend dahin, daß eine Osscnsivc der Verbündeten aussichtsloser als je geworden lei. Dieser letztere Umstand lcnnzelchnct die Situation zur Genüge: keine Aussicht aus ersolgreiche Lstensioe sür die Vcrblln- detcn heißt — „verlorene Parici" sür sic. Freilich meint die Lendone: „Daily Mail", der Vormarsch der Verbündeten nach den Rhein beginne erst nächsten Sommer und darausyin müsie England 800000 Mann bereit halten. Ein großes englisches Blatt, — und solch« Klndskopjerei. In Russisch-Polen und damit auch in Galizien leuchten Deutschen und Oesterreicher Heller denn je gute S eine. Jeder Tag kann von dort ein« wichtig« Sicgcsbotschnst dringen. — In Serbien geht der Krieg in das Stadium des letzten verzweifelten Widerstandes über und dann konimt ein ungeheurer Krach. — Die Türtei tritt über Erwarten kräftig IN Aliioii und scheint bis je«! sowohl gegenüber Rußland als England im Vorteil zu sein, wobei sreiiich noch lcinerlei Ereignisie von irgendwelcher cntichcidcn- den Bedeutung zu melden sind. England iii Not. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel mag die Nachricht in London gewirkt haben, baß die Türken bereits den Suezkanal erreicht haben. Zwar war es beim Ausbruch des Krieges der Türken gegen den Dreiverband bekannt, daß die Tiirlen die Engländer in Aegypten zn fassen versuchen würden, doch man hätte nicht geglaubt, daß ihnen so schnell der Turchniarjch durch das Wüstengebiet der Sinaihalbinsel gelingen würde. Daß dies gcsthehen. daß sie nicht nur den Widerstand, dcn die Natur in der dortigen Gegend leistet, sondern auch den bewaffneten Widerstand der Engländer überwunden haben, beweist, daß ein neuer Geist in die Türken gefahren ist und daß sie den jahrhunderte währenden Schlendrian, der ihr Reich an dem Rande des Abgrunds gebracht hat, noch zn rechter Zeit überwunden haben, ehe cs zu ipät ward. Wenn die Türken bereits am Suezkanal angelangt sind, so muß cs ihnen ein leichtes sein, die Schiffahrt ducts dcn Kanal zn sperre» und das wäre ein schwerer Schlag sür England, denn seine Verbindung init Indien wäre dadurch auf's cmpiindlichstc gestört. Alle Schiffe würden gezwungen werden, dcn weiten Um» cg uui das Kap der guten Hossnung zu machen und der Weg würde dadurch um Wochen verlängert werden. Mit dem Snczfanal ist aber auch der Besitz von ganz Aegypten a»f das schwerste gefährdet und die jahrzehntelangen Beniübungen der Engländer, das alte Wunderland der Pyramiden ganz und gar unter ihren Einslnß zn bekommen, binnen weniger Tage gescheitert. Schon der erste Napoleon bat die große Bedeiikimg des ein- stigen Pharaonenreickics erkannt tmd vergeblich versucht eS unter Frankreichs Einfluß zu bckcnimen. Sein schwacher Nachfolger. Napoleon III., setzte dv-ch die Erbauung des Snczkanals. der mit sranzösischcm Geld erbaut worden ist, diesen Versuch glücklicher fort, bis durch den Zusammen- biuch von Sedan im Jahre 1870 Len Franzosen mit vielen andern auch die in Aegypten geernteten Früchte verlustig gingen. Seitdem ist England nnbestritten an Frankreichs Stelle getreten und. der Kriegsausbruchs hat gezeigt, daß England mit dem Kanal am Suez schaltet und waltet nach Belieben. Daß dies nun alles ein Ende haben soll, das ist bitter für England. Aber auch sonst mebreu sich EnalewdS Nöte. Trab aller amtlichen Ableugnuiigen, laßt sich nicht verhehlen, daß der Burenaufstand m a r! ch i e r t. Wenn wir auch die Nachricht, daß sich bereits 100.000 Buren um dcn hochgemuten De >vct geschart hätten, sür iibettrieben halte», so steht doch lest, daß die Schare» derer, die die Burenlande vcu, englischen Joch befreien möchten, täglich wachsen und daß ihre Aussichten die besten sind. Es ist bekannt, wie vor 11 Jahren Großbritannien alles aufbieten nnißte, um der Buren Herr zu werden. Auch damals marschierten Indier, Kanadier und australische Lanzenreiter aus und Irotzdeni ist es kaum gelungen. Heute hat England in Europa alle Hände voll zu tun: es ist in Aegypten übergenug beschäftigt und blickt voll Sorge auf seine mohnn- meininischen Untertanen in Indien, im Sudan u. and r?» wo. Heute kann England nicht den jrfmten Teil der Mas- sen nach Südafrika senden, die ihm im Burenkrieg zur Verfügung gestanden haben. Deshalb sind die Aussichten dec Freiheitskämpfer im Transvaal und im Freistaate nicht zn unterschätzen. Hossentlich nahet die Stunde der Abrechnung. Ber'its ist Old-Englmid verschwunden: die ewigen Kolonial-Kriege haben die Besten des Volkes ausgcrieben, das angelsächsische normannische Edelvolk ist verschwunden und hat dem Packvolke der Grey's »nd Lloyd George's, dcn Wälschm, Platz gemacht. Das Iteutige England bringt keinen Shakespeare, keinen Dickens, keinen Earlyle mehr hervor, sondern nur uock> Kouiödianien vom Schlage eines Churchill und Haldane. Old-England ist nicht mehr und dem Kränier- u lf von heute beginnt die Stunde zu schlagen. Der Tag aber an den, dieses verrucht« SMf zei-lchpi.-ttert am Boden lwech ist der Tag der Befreiung für die Menschheit. Von der Front im Westen. Englische Bcrftärkungen. Rooscndal, 23. Nov. Au» Eale.is wird berichtet: Der Präsekt von Bethune hat di« Bevölkerung ausgesordert, die Stadt zu verlassen UN» sich nach südlichen Departements zu begeben. Entsprechend« Maßnahmen zur Besörderung der Flüchtlinge sind von der Regierung angeotdnct worden. In Bethune liegen zurzeit 20 000 schwerverwundete Franzosen und Engländer, darunter meh-:r« bekannte Generäle. In Boulogne trafen zwei Transportschisf» mit englischer Artillerie und Ableitungen d«r Raval-Royal» Garde ein. Die bedeutenden Verstärkungen sind teils !ur einen Ofscnstvstoß im Gebiete von Lille—Armcnlicres, teils für einen Gcgcnangriss aus die den Derbündelen abgerungcncn Punkt« zwischen Ppern und Neupott bestimmt. Alle Spitäler «berjüllt. Berlin, 23. Nov. Da» „Bert. Tageblatt" meldet aus Rom: Dem „Mesiagero" zusolg« lei» det das französische Heer sutchtbar unter der Kälte. All« Spitäler seien mit Sterbenden und Kranke» überfüllt. Man sülchtet, daß der Winter ebenso rauh werden wird, wi» der von >870. Die Fahrstraßen sind sehr unwegsam, so daß tc» Verkehr der Munitionskolonnen säst unmöglich gemacht wird. Nach Ansicht militärischer Kreise wird der Krieg sür die Alliierten immer schwieriger und fordert immer noch größer« Opser als bisher. Verluste der indischen Truppen. Rotterdam, 23. Now Die „Times"melden aus Calais: In der Gegend von La Bas» sec standen mehrere indische Divisionen an mehreren Tage» im Feuer und mußten schreckliche Angriffe der Deutschen aus» halten. Fast täglich wurden ihre Reihen infolge der snrchtba» een Kanonade und des Maschinengewehrseuer» der Deulschcn dünner. Unter Liesen Umständen hatten sie keine Gel»gcnheit, ihre Geschicklichkeit im Bajonettangtijs und im nächtlichen Schlcichangrisf (!) zu zeigen. Bisweilen sind die im Lazarett cinlrefsenden Fcldambulanzen ausschließlich gefüllt mit indischen Truppen. fo tfljlt lifin dkulschkg Ilntrrlffboot. Berlin. 23. Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) Vor ctw, acht Tagen brachten englische und französische Blätter die auch in einen Teil der neutralen Presse übcrgegangene Nachricht, daß im englischen Kanal zwei, nach einer anderen Lesart drei deutsche Unterseeboote vernichtet Word.'» seien, davon eines durch einen französischen Torpedoboots- zcrstörrer, der mit nur einer leichten Beschädigung am Bug in Dünkirchen cingelausen sei. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, fehlt kein deutsches Unterseeboot. Sollten doher im englischen Kanal Unterseeboote gesunken sein, k» könnte cs sich bloß tun englische oder französische handeln. 9tt. 27 « tttoe Tageizeitung. Di«n»tag. den 24. ist-oemder 1914 Seit» t Em JlrotfÄ -er öchwm gttztil Irankrfidj nni> England. (SB. B '.'(iditamtlidi.) An, Samstag überflogen einig« englische, vielleicht auch französische Flugfahrzeuge van Frankreich her koinmend schweizerisches Gebiet. Sie griffen hierauf in Friedrick-shasen die Zeppelin-Werften an. Angesichts dieser offenkundigen Verletzung der schweizer- jtchen Neutralität Kat der Bundesrat die schweizerischen Gesandten in London und Bordeaux beauftragt, bei der britischen und französischen Regierung energisch zu prote- stieren und für die Verletzung der schweizerischen Reutrali- tat Satissikation zu verlangen. Die Haltung Bulgariens. S o f i a , 23. Nov. (W. D. Nichtamtlich.) In der So- branje kritisierte der Vizepräsident Momtschilofs das Programm der Opposition und betonte, das unerschiitterliche Vertrauen der Majorität zur Politik der Negierung. Er erklärte, die Neutralität müsse aufrecht erhalten werden: aber man müsse auch sür alle Möglich eiten gerüstet sein. Ans Antrag Momtichilntts wurde dann die Debatte geschb's- sen. Morgen wird Ministerpräsident Radoslawew eine Erklärung namens der Regierung abgelcn. Konstontinopel. 23. Nov. (28. B. Nichtamtlich.) Der türkische Gesandte in Sosia war lediglich zu einem kurzen Aufenthalt hier eingetrofscn. behufs mündlich' r Berichterstattung auf der Pforte. Tie Gerüchte, die Reise deute auf eine Verschlechterung der türkisch-bulgarisch"» Beziehungen hin, sind eine böswillige Erfindung: im Gegenteil. sie wurden enger und vertrauensvoller. Ein bulaarisches lllt-meti-m an Srrbirn. Petersburg. 22. Nov. Die in Moskau erscheinende ..Nnh'ija Wsedomolti" meldet aus Solia, Bulgarien habe ein lang- fiistiges Illtimatnm an Serbien gerichtet, worin die Ueber- lassung R"loarisch-^azrd"nions geford"rt wird. Der Heilige Krieg. Nicht gegen die christliche» Völler! Konstantinopel, 12. Noo. (SG. B. Nichtamtlich). Die Blatter legen Alert darauf. neuerdings zu betonen, daß der Heilige Krieg nicht gegen alle christlichen Mächte gerichtet sei, sondern ausschließlich gegen die bekannten Staaten, die den Islam vernichten wollen. — Lin Leitartikel des ..Tasvir-i-Eikiar" befaßt stch nnt dem Marsch der Senusst gegen Aegypten und hebt hervor, daß Italien. der Bundesgenoüe der verbündeten Mächte, auch der Freund der Türkei lei. Die Türke» am Euezkanal. K o n st a n t l n o p e I. 23. Nov. vte Nachricht, daß die türkischen Truppen am Suezkanal angelangt stnd. ist ganz unerwartet gekommen Man hatte ihrem Erscheinen erst im Lause der nächsten Woche entgcgens:h«n und st nun überglücklich über die Ueberwindung der Schwieriokeitcn :es üllegcs und ist doppelt froh über den siegreichen Verlaus :es ersten Tressen» am Kanal. Man erwartet die weitere Entwicklung um so zuversichtlicher, als die muselmanischen Verrosten der Engländer zu den Türken Lbergegangen sind und ich dadurch die Verwendung der Mohammedaner auf euglis her Seite als unmöglich erweist. Glänzender Empfang i» Kairo. Mahmud Fahmq Bei. de, Präsident des sungägvptischen Komitees i» Genf. gab bei ei- icr Unterredung im Palast des Khediven ln, Beisein Ferid Beis und anderer Notabeln die Erklärung ab. daß alle glück- ich in dem lsicdanken seien, das Vaterland vom englischen Joche befreit zu sehen. Er sei überzeugt, daß die türt'sche Ar- aee eine» glänzenden Einzug in Kairo halten und dort einen iubelndcn Empsang finden werde. Die ägyptische Nation .oerde ihre Pflicht tun und sich im rechten Augenblick erheben. IM gemeinsam mit der türkischen Armee die Engländer z» vernichten. England verdiene eine Züchtigung. Cs habe sich meuchlerisch als ein Schützer des Rechts ausgcgcbcu und habe elbst das feierliche Versprechen der Räumung Aegyptens gc- ,rocken. Alle Aegyptcr ohne Unterschied seien einig. Der Bnrenaufstand. Die Bure» und die Regierung von Deutsch-Südwest-Asrika. ilmstcrdam, Ll. Nov. (Sli. B. Sticht,mtlicht. „Tclegraas" »eldct, Das in Pretoria erscheinende Blatt „Volksstem" ver- sisentlicht einen zwischen Oberst Moritz und der Regierung von Deulsch-Südweft-Afrika geschlossenen Vertrag. Er enthalt sic- cn Punkte. I) Leneral Maritz hat die Unabhängigkeit Süd- ifrilas erklärt und de» Krieg mit England begonnen. 2) Der siouaerncur von Dcutsch-Südweftasrika erkennt alle «srikani- cheu Slrcitkräfte, die gegen England operieren, als Kriegsah- ende an. Sie werden nach weiteren Besprechungen den Krieg egen England unterstützen. 3) Falls Britijch-Südasrika tür mabbängig erklärt wird, soll der kaiserliche Gouverneur alle unlichen Maßregeln trcsfen, daß der Staat oder die Staaten aldmoglichst Lurch das Deutsche Reich als solche anerkannt nrd in die allgemeine» Fricdcnsvrrhandlungen eingcschlosien verden. 4) In Anbetracht dieser Unterstützung werden der ueu gebildete Staat oder die Staaten keine Einwendungen erleben daß die deutsche Regierung von der Walsiichbai und den Heutsch-Südwest gegenüber liegende» Inseln Besitz ergreift. !,) 3« Talweg des Oranjcstusies wird die Grenze zwischen Seutsch-Südwest und der Kapprovinz bilden, k) Das Deutsche Reich wird keinen Einwand erheben, daß die obengenannien Staaten von der Delagoabai Besitz ergreife». 7) SUenn der .'lusstand nicht glückt, werden di- Aufständischen, die aus deut- che» Gebiet übergehen, als deutsche Untertanen anerkannt nnd ■l* solche behandelt werden. Oberst Maritz schickte am 18. Oktober das Abkomme» mit ltnen, Begleitschreiben a» Oberst Britz, de» er als alten Alri- aner aufsordrrl, mit «ege» England za kämpfen. (Anmerkun, >e» SB. I. 39.: Die Verantwortung für die Richtigkeit vor- sehender Vcrösfcntlichuna muß dem ..Volksstem" in Pretoria berlasien bleiben). Amsterdam, 23. Nov. Nach Meldungen aus Turban (Natal) besorgt die englische Regierung einen Angriff der Buren aus Bloemfontein, in desien Umgebung 3000 Burc» versammelt find, während zur Verteidigung nur 500 Mann Regierungstruppen vorhanden sind. Stach Privalbricfen holländischer Handelshäuser stehen fast IW) MW Buren (? Die Schrisllcitung) unter dem Oberbrschl De SB c 13. (inirmifl in Japan. In Japan macht sich nach in Berlin eingelrostencn ost- asiatischen Blättern eine starke und steigende Bewegung gegen den Krieg benicrlbar. In Tokio zu Tausenden bcschlagnihm- ten Ausrusc verlangen, mau hätte statt des Vorgehens gegen Deürlchlands lieber die Frage der Mandschurei und Mongolei ausrollen sollen. Die japanische Regierung stehe osienbar im Solde Englands, für das Japan nur die KeMrnien aus dein Feuer holen tolle. Viele derartige Proklamationen haben Eingang in die Kasernen gesunden, und auch in der Pricsterschast hcrriche Mißstimmung gegen Len Krieg. In Osaka entfalten Agitatoren eine besonders lebhafte Tätigkeit, namentlich unter -den Arscnalarbeitern. die ausocsordert weiden, sich der neuen Monoolenbewcgung anzuschließen und die Regierung zu stürzen. die Japan unter die Abhängigkeit von Europa bringe. Wir bringen diese Nachricht nur der BolRöndigkeit halber, obne ibr besondere Bedcuiung beizumesien. Bisher habe» sich alle derartige Voraussagungen nicht bewahrheitet. Ans Mitzlmtd. Nikolai Nikolaiewitsch kommt langsam zur Einsicht. Budapest. 23. Noo. Die hiesige Zeitung ..Iljsag" vcrcstcntlicht eine Erklärung des Großfürsten Nikolai Nikolajewitlch. die in ,jnem russischen Blatt erschienen war und aus Umwegen hierher kam. Der Oberbefehlshaber der rusiischcn SIrmee machte darin >algen- des bemerkenswerte Geständnis: Ich pflege mich der Prelle gegenüber sonst nicht zu äußern, diesmal jedoch freue ich mich über die Gelegenheit, die auf den Angesichtern russischer Untertanen sitzenden Fragezeichen zu beantworten. Ganz Rus-Iind bat in dem Glauben gelebt, die russische Armee werde binnen einigen Wochen sowohl in Berlin als auch in Wien ,ein. Ich leugne nicht, daß auch ich und mein ganzer Ecneralstab solche Gedanken gehegt haben, nur lag der Zeitpunkt des Ein- zugstagcs in die beiden feindlichen Hauptstädte nach unserer Schätzung weiter. Wir haben die österreichisch-ungarische Armee unterschätzt und zu sehr aus die verschiedenen Narionali- täten der Monarchie und die Gegensätze zwischen Ocstclieich und Ungarn vertraut. Diese Hossnungen sind verslattrrr. Die ungarischen Soldaten bereiteten uns die nämliche Uederrosch- ung wie seinerzeit die Japaner. Wir glauben fest daran, daß die Monarchie unter Franz Josef keinen Krieg siihren werde, da ihre Politik immer eine friedliche war. Niema,d ahnte ihre friedliche Stärke. Mit Deutschland haben wir gerechnet, jedoch uns in den Kräften der Verbündeten getäuscht. Der russische Konsul in Täbris Littet um deutschen Schutz. (W B. Nichamtlichj. Prioatkorresopndenten melde"' Den Höhepunkt der Panik, welche das Vardringe» des türkischen Heeres in Afurbeidschan verursachte, bildete das Gesuch des russischen Generalkonsuls in Täbris an das deutsche Konsulat um Schuh und Ucberlassung einer deutschen Fahne. — Man weiß nicht, ob dies Ernst ist oder Spaß, der russische Koniul als Vertreter der gegnerischen Partei, bittet um deutschen Schutz. Gewehrmanqel in Rußland. Berlin, 23. Rov. Dem Vertreter des ..Berliner Lokalanzeizers" teilte eine höhere autoritative Persönlichkeit mit. daß in der russischen Armee der Mangel an Jnsanterir- und Handseuerwassen immer mehr um sich greift. Die Truppen einiger Regimenter, die zur Zeit hinter der Front in der Provinz geübt werden, verfügen durchschnittlich nur über IM) Gewehre. Höchstpreise für Kartoffeln. Berlin, 23. Nov. (SB. B. Nichtamtlich). Der Bundesrat legte in seiner heutigen Sitzung die Höchstpreise sür Kartosselproduzcnten fest. Das Reich ist mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Produktionskosten in 4 Preis- bezirke geteilt worden. Der erste Bezirk umsaßt etwa die Gebiete östlich der Elbe, der zweite Bezirk die Provinz Sachsen, das Königreich Sachsen und Thüringen, der dritte Bezirk cr- streckl sich aus die nordwestdcutschen Gebiete mit ihrer großen Schweinezucht, und der Westen und Süden der Reiches fällt in den vierten Bezirk. Die Preise für die besten Epeiseknrtos- feln, wie Daher, Imperator, Magnui» Bonum und llptodatc sind um 28 Pfennig sür den Zentner höher gesetzt worden al» sür die übrigen Spcisekariosseln. Die Landeszentralbehörde kann noch andere Sorten bester Epeiiekartofseln in diese erste Gruppe hiniensctzen. Die Höchstpreise sind für Speisekartesieln bet beste» Sorten im Oste» 2.75 Mark, in Mitteldeutschland 2.85 Mark, in Rordwcstdeutschland 2.85 Mark, in West- und Süddcuischland 3.85 SNark für den Zentner. Für die nicht her- ausgehobenen Sorten sind die Preise entsprechend: 2.58. 2.80. 2.78 und 2.80 Mark, sur den Zentner. Die Festsetzung von Höchstpreisen für Futter- und Fabrillartofseln befindet sich in Vorbereitung. Berlin, 23. Rov. (W. B. Amtlich). Die Verordnung über die Höchstpreise sür Speisekartosseln tritt am 28. November 1914 in Kraft. Deutsche Feldbriefe. Herr Pfarrer Kleeberger von hier stellt u»S in liebenswürdiger Weise einen Brief zur Versügung, den er von seinem auf dem Schlachtfeld« in Frankreich stehende» Coh» erhalten Hot und der recht stinimnugsvolle Bilder aus dem Leben im Felde enthält, tzr lautet: Fr. . . » den 13. 11. 1914. Meine temen Eltern, Geschwister. StertwmMe. Bekannte in der Heimat! Wir sind in B. in Reserve. 8 Lage Ruhe d S. von allzugroßcr Ruhe kann nicht die Rede sein. Nachdem mir gestern Abend im Schatze der Tnnkrlhejt aus den Schütze i- grüben in vorderste Linie nach hier gerückt waren (zuqs- weisc und in große» Abständen, da wir leicht feindlich4 Artilleriesencr erhalten können) empfing uns bereit" - -'»r tüchtiger, etatsmäßigcr Feldwcbe! an, Ortsausgange. ..nle uns die Ouartiere mit und gab den Dienst in der an üblichen Rcservestellung bekannt. Die Leute liege» natürlich in engen Alarmouartieren, 3 Gruppen mit 27 Main in einer kleinen Scheune mit ausgestellten Doppelposten »nd in einen, kleinen Komplex vereinigt. Das Dorf zählt twn in Friedenszeit 500—600 Einwohner Jetzt sieht man hier nur »och vcrhnzelte alte Weiber, nicht mehr wehrpflichtige alte Männer, noch nicht mililärpslichtige Burschen. Mädchen und Kinder. Aber auch nur in geringer Zahl und im hintersten Winkel der ihnen gelassenen Räumlichkeit:». Die erwachsenen Einwohner müssen unter militärischer Aufsicht arbeiten, besonders ,eden Morgen die Ortsstraß-n säubern und den inächligen Schmutz auf den typischen Kar- m> mit 2 großen Rädern, wie man sie in Belgien ». Nordfrankreich überall antrifst, wegschaffen Tic Leute Habens sonst nicht schleckst, werde» von der Militärverwaltung beköstigt und sogar belohnt, wenn sie besondere Dienste ver- richien, wie z. B. die Weiber, die heute die ganze nutz- ipe Kompagniewäsckie übernommen haben. Ich selbst wohne, oder besser gesagt, haulc zusammen mit den 3 Zugführern in einer sür Kriegsverhältnisse einigermaßen pasjabeln Wohnung mit Kachelofen (letzterer fehlt leider). Auicllst- »ng: ein alter Küchcnschrank, dessen Ge'ächer die Ablade- stellc für unsere kleineren Sachen, (deren wir die Hülle and Fülle besitzen und in sämtlichen Taschen des Mantels, Rockes und Hose verstaut haben, wenns losgeht) bilden. Ferner ein von meinen Landsern sclbstgcfcrtigter, beweglicher Tisch mit polierter Platte von einem Eckichrank. eine kurze Bank, ein paar leere Flasck^n nnd — weiter nichts. Einen kleinen primitiven Ofen haben wir „besorgt", früher sogt« man reguinert, — so daß wir notdürftig unser Heim erwärmen können. Aber da fehlt es wieder am nötigsten am Holz. Nebenan befindet sich unser Schlaskabinett, 2V!> Meter lang und 3 Meter breit, wo wir 4 unser Haupt nie- dcrlegcn auf Stroh, vielmehr Frucht, denn die ganze Ernte war ja noch draußen, als der Krieg ausbrach. Die Scheune und Keller, Speicher und Wohnräume, wo die Leute unler- pebracht sind, liegen voll dieser kostbaren Frucht, meist Hafer und Korn. Sehr oft findet man sogar noch Frucht aus de» Halme», die meisten Körner natürlich abgesallcn. Rüben und Kartoffeln fehlen. Wo welche zu finden waren, sind sie bereits von unseren Truppen gründlich abgcecntet. Aber doch ist die Unterkunft unter einem festen Dach, auch wenn es etwas zieht, tausend mal besser sür uns nnd unsere Leute, als unter freiem Himmel oder unter den Höhlen- decken. Unterkommen in Ortschaften bietet Schutz grzen Unwetter, Mittel zum Ergänzen und Zuberciten der Verpflegung, sowie Gelegenheit, Massen, Ausrüstung und Bekleidung in Stand zu setzen. Selbst dürftiges Quartier gewährt daher der Truppe größere Schonung, als die Ruh: -der Schützengräben. Das Hauptaugenmerk ist natürlich bei der Belegung der Ortschaften auf die Mögllch'eit einer sofortigen Gescchtsbereitschast zu legen, besonders zur Nachtzeit. In unserm Nest sind noch untergebracht: 2 Bat. Infanterie, 1 Abteilung Artillerie, eine Kompagnie Pioniere »nd der Brigadestab. Eine Revierstnbe fehlt auch nicht. Der Schulsaal ist von unserer Musik belegt, die ihre Instrumente mit grauem Tuch umwickelt haben und im übrigen Krankenwärtkrtnenstc versehen. Das wäre di: Belegschaft des Ortes. Ihr könnt Euch denken, daß man unter diesen Umständen fast auf das Notwendigste ve-z'ch- trn muß. Tiere gibt es überhaupt nicht mehr mit Ausnahme einiger räudiger Hunde und auf deni Felde frei bcr- nmlaufender Gäule, die lahm und nlterschwach und daher sür uns nicht verwendbar, ihre Nahrung selber suchen. Schweine haben die Einwohner geschlachtet oder mitgenommen. znm Teil auch vergraben. Erst beute Ma'aen biachten meine Leute 2 mächtige Schinken »nd Rückenstücke, die sie aus dem Schilf herausgegraben. Aber die strahlenden Gesichter hättet Ihr sehen müssen! Also ick> sprach vorhin vom Dienst in der Reserve. Eigentlich soll der Ankent- holt der Ruhe gewidmet sein. Doch der Dienst kür beute lautete: 6 Uhr Wecken, anchsließend waschen, 9 llhr Löba- ung, anschließend Impfung gegen Tvvhus, 11 — 12 Uhr Ge- wrhrreiniqen, 2 Uhr Antreten in Sturmgepäck hinter la B. Eh., 5—6 Uhr Sachen reinigen und Gewehrdnrchkicht. Allo von Ruhe kerne Rede. Dafür haben wir die Nacht durch gepennt von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Das Impfen war freigestellt. Wir Zugführer haben uns jedoch ft.mf und sonders dieser Prozedur unterzogen, besonders um den Leuten mit gutem Beispiel voranzugehen. Ich wurde unterbrochen durch den Nachmittagsdienst: Nehmen von Hindernissen, Durchschneiden von Drahthin- dirnisscn und Sturm aus feindliche Schützengräben. Wie rückten zu dem Zweck mit Sturmgepäck etwa 20 Min. hin- a»k nach la B. Eh. und übten dort an von unseren Pio- »ieren ausgcbautcn Drahtverhauen und Drahthindernissen das Durchschneiden derselben »»d Durchstürmen. Ein Zug. bestehend aus Freiwilligen, kriecht vor. durchschneidet. auf dem Rücke» liegend, mit Drahtscheere» den feindlichen Verhau und schasst Gassen und Einschnitte für die eigentlichen 'Sturmtruppen, die im .Marsch! Marsch!" und unter Hurra hindurchstürzen und sich ans den Feind weise». Für de» freiwilligen Zug eine höchst gefährliche Aufgabe, aber, wen» die Sache in der Dunkelheit durchgesührt und die Leute durch lautloses Herankriechen den Verhau erreicht und durchschnitten, eine Tat die von Erfolg begleitet sein muß. ßkatürlich wird und soll durch unsere schwere Artillerie, die zunäebst die feindlichen Schützengräben stundenlang de-, «*. m CfH*«, ^reichen wtb vernichten loll. dem Jnsanlerieangriss vorge- »rbettet und durch Vernichtung der feindlichen Artillerie die feindliche Stellung sturmreif gemacht werden. 2y, Stunden haben wir da oben in strömendem Regen ahne ousgerollten Mantel exerziert und instruiert, dann rückten Wir wieder in die Quartiere. Tie Impfung ist nicht ganz ohne Folge» geblieben. Ich habe etwas Fieber und suhle Lohmungsbeschwcrdcn im linken Arm ». der linken Seite. In 8 Stunden solle» diese Erscheinungen verschwunden sein. Wir sihcn eben — es ist h>»8 Uhr — am genicinsamen Tisch und schreiben sämtlich an unsere Lieben daheim. Trauben stüriiits und wellcrts. drüben brüllen die Kanonen und knallen dir Franzosen. Tausendfach schallt das Echo durch das Tal. Meine Gcsährten sind Feldwcbellcutnant W. leben traf ich zniällig Kamerad Diehnhold, der mir anliegendes Bildchen übergab, eine Ausnahine seines Bruders bei unsrer Absahtl in Bautzen), den Miitting von der Fahrt Marburg. Gießen kennt. Fähnrich und Lssiziers-Stellvertr. N. ans Görlitz und Dizefeldwebcl Schmidt, der uns am 5. ll. zu- geteilt wurde und mit dem ich schon in L- 8 Wochen geübt habe. Nette Menschen! Wir teilen Alles brüderlich zu- faminrn und liegen auch oben in den Erdhöhlen zusammen. Wir sind »un nicht mehr in unserer alten Stellung an dem Denkmal — ein Siegerdeulmal der Franzosen von 1813, etwa 30 M. war es doch, jetzt ist es von unseren Pionieren gesprengt worden. Blücher hat damals diese Höhe, die wir Helten, simol gestürmt und nichts erreicht! — sondern sind weiter rechts gerückt. An den letzten Tag in unserer alten Stellung denke ich mit Schrecken. Am vorigen Tonnerstug Morgens 6 llhr war es, als auf einmal die scindlichc scu-ocre Artillerie zu feuern begann und gerade unsre» Abschnitt — das Denkmal bildete für den Gegner ein ausgp- zcichnrtrs Ziel! — mit schweren Granaten bestrich. Ich war gerade ganz vorne mit mein«,, Zug. W. links oo.i mir und 3t. in Berciljchastsstcllung. Es »var eine Stunde der Todcc-gcsahr. Bor mir, hinter mir. links, rechts, überall schlugen sic Granaten ein. einen schwarzen Rauch oer- breilcnd »nd die Erdschollen 20 Meler hoch auswersend. die dann niit Platschten u. Mrai^n vermischt mit heißen Eisensplittern, zur Erde wieder »icderprasseln. Ein Zurück gibt es nickt, man ist wehrlos gegen diese Ungetüme. Einen von W.'S Leute trat rin Volltreffer und tötete ihn, während er 6 andere schwer verletzte. Ich mußte nachher c.n W.'s Stand vorbei. Ter ar getötete Kaiiierad lag in zwei Hülsten aus der Erde, das linke Bein lag in einer Ecke. In einer Zeltbahre trugen wir die Teile zurück und be- swtteten sie. Ein trauriger, erschütternder Anblick: aber man wird hart im Kriege. Ich danke meinem Schöpfer, daß er mich in dieser Todesangststunde gnädig beschützt Hot. Tie Kanonade datierte von 8—7 llhr. Brüllend, zi'chend. fauchend, surrend kommen die Geschosse an. bis sie mit einem furchtbaren Krach erplodierrn. besonders wenn ne auf einen barten Gegenstand, einen großen Stein und dergleichen treffen. Tic Nerven haben viel auSzustchcn in solchen Momenten, das Gehör leidet. Am Freitag morgen rückten wir das l. Mal hierher nach B. — 5 llhr war s. Um 7 llhr rückten wir hinunter nach A.. nachdem wir 3 Wochen oben gehaust. Bni Ausgang von A.: ..Haltl". — Doch horch l Was ist das? Aus der Ferne Musiktöne: „Jesus wrinc Zuversicht!" Ans meine Frage an einen vorüber- reitenden Nnterrriler erbaltr ich die Antwort: „Drüben ans dem Friedbol bringen sic einen toten Kameraden zur letzten Ruhe" ES war mein verletzter Unterossizier, von dein ich schrieb, der den erhaltenen Wunden erlegen war. Ei» prächtiger Mensch. 28 Jahre alt, verlobt, selbstständiger Baiimcister in Tresden. dekoriert mit dei» „Eilerncn", der .Friedrich Augiist-Medaillc". einem badischen Orden. „Helm ab!" lautete das Komniando deS Kompagnieführcrs. Still und bewegt beteten wir eine Weile. Dockt horch! Was ist das das? „Tie Wacht am Rhein" und .Ter Tor- gauer-Marschl" Tie Mustkkapallc iibt weiter. Das ist der Krieg!! Wir rückten ins Quartier. An, Sonntag waren wir hier unten, abends wieder in Bereitschastsstell- vng. dort 2 Tage. Am Dienstag gegen 5 Uhr Ablösung in dir neue Stellung. Leider hatte ich dort sofort einen toten Kameraden zu beklagen, mit dem ich erst kurz vorher Scherzworte gewechselt. Hatte der Gegner gemerkt, daß wir ablöstcn. oder hatte er gerade die Ablösungszeit zum Artillrricscurr bestimmt, kurz, wir hatten ndch nicht die Tornister abgelegt, als ein fürchterliches Schrapnellsener lrsging. Ter Rclervist stand ansrrcht im Graben, der Brennzünder cincs Schranells trat ihn am Kops, ging die linke Schlüte berrin und trat zur rechten beraus, so daß er jasort dir Besinnung verlor und noch 8 Min. in den Hä», den des Sanitälsuntcrossizicrs starb. Am nächsten Morgen hatten wir leider noch einen Toten, den ein feindlich?? Gcwrbrgrschotz mitten in die Stirn getroslcn. Die übrigen 28 Stunden hatten wir keine Derluftc. Tas sind traurige Bilder. Und Ihr seht welch' stündlicher, ja minütlicher Gekoste wir trotz Fehlens einen osfenea Feldlcklacht ausge- frtzt sind. Tie letzte Nacht droben war auch böle. Ansäug- lick ftickdunkel. daun Zslündigrr Rege», daraus ausNäread. Mond, bitterkalt. Wir waren schön froh, als wir gestern Abend von, 1. Bat. abgclöst wurden. Ihr macht Euch keinen Begriff. wie langsam solche Nachtstunden schwinden. Man kann sagen: ein ununterbrochenes Wacken während voller 48 Stunden. Nur hie und da ein Hineinkriechen in : den Unterstand, etwas schriftliches zu erledigen oder \\ ! Stunde zu ruhen. Ich lag mit einem sehr netten Käme- . vaden zulammen, einem aktiven Feldwebel von der 9. Kompagnie, der früher Diener bei dem Schriftsteller und Pocken 8. v. Ompteta war und nur inanchcs Interessante aus dessen Leben erzählte. Be, aller Echlvere der Zeit und Ge- «ahr gibt es auch heite-e Bilder und interessante Erlebnisse fd« .Schützengraben. Wir liegen jetzt so nahe dem Feind. Neue U]«i|tUii|. SitMtag, den 24. ünmhr 1*14 daß wir dessen Kommandos hören. Rechts von »nS bcsin- dct sich der sogenannte Leichengraben, wo noch Dutzende toter Franzosen und Zuaven liegen, die in der Schilach! in, September dort gefallen sind. Trüben haben sie scheinbar einige Scharsschützen aus Horchposten ausgestellt, die immer i,ur ans einen Punkt schießen. Jcdensalls schießen sie ans fest eingebauten Gewehren. A,u 1. Tag warfen die Kerle ein Paket Tabak herüber mit einen, Zettel (zu brii'.'di): „Tabak haben wir, aber nichts z» essen". Bei einem tot? > französische» llntcrosjizier solid man eine Fab >.rte nach Berlin sür jeden französischen Bürger, der die W slen ?on- tre IcS Allemands ergreift. "Für genügende Verpflegung i» Hotels kan» nicht verbürgt werden bei dem Massenan- drang. Nückfabrt nicht frei!" Toll! — M-"'--" ist Gottesdienst mit Abendmabl in der Torttiecke, in der keine Fensterscheibe mehr bcil ist. Ich werde meinem Schöpfer dan'en, danken, daß er bis jetzt nuck b gnädig behütet und ibn bitten, mir auch weiter seinen S st-!"» an- gedeihen zu lassen. Morgen Abend rüch»n wir wieder bin- auf. Was werden uns die nächsten Tage brinae»? Eben kommt wieder der Beseht ;vm Fertiemach", d'r Stellung zum St'irm. Ter Gegner soll von der H"'e beruntwae- worsen werden Ich bitte Euch, nickt mit Trauer, seiid.nn voll Stolz meiner zu gedenken, wenn ich Euch »i-M wi der. sehen soll, Soll es so sein, dann denkt immer d' "». d ß ich mit Leib und Seele Soldat gewcten bin, mit meiner ganzen Begeisterung für die Wastenebre Denis,"auds ei»- getrcten bin. Ich erbaltc eben täglich 3. sa 7 Bo'et-^on h"h- ich schon eihaltcn. Es ist mir unmöglich, sie ei - 'n nennen oder mich sür sie zu bedanken. Besonders l. F-,'k- snrtcr u. Sprendlinger habe» mich so nett t?' A ‘. Selche Liebe tut doppelt wobt, dan"' bitte allen lieben Spende:» für ihre Gaben, auch H's u. A. Der Brief möge kursieren oder vielleicht vervielfältigt Ihr ihn, dann folgen unten noch einige Adressen. Und nun lebt wohl! Tie Kameraden schlaten sckon. Traust-n flattert ttzewehrfeuer, vielleicht feindlicher Angrisf. Ich grüße Euch und AllcS, was mich lieb.hat, besonders aber Euch trcugelicbtc Eltern »nd Geschwister. In Treuen Euer H. So geleckt wie auf dem Bildchen sehe ich nun nicht mehr aus. habe mächtigen Dollbart, oesgl. alle Kamerad.'i. Denn wir aus den Schützengräben kommen, sehen wir nicht aus wie Russen, sondern wie richtige Russenbrenncr. Gott sei Tank! geht es ja überall vorwärts! besonders ans dem rechten Flügel. Tante Anna auch besten Gruß imb Tank für Karte. Sardellenbutter har sein gemuudet. ebenso Speck und Zwieback, käse. Eben koinmcn Eakes, Dank! Soeben konimen wir vom Gottesdienst mit Abend- mahlsseicr. Feierlich und crgreisend. Das ganze Bataillon. die Offiziere an der Spitze gingen z»ni Tisch des Heren. Wir haben »ns neuen Mut, Kraft und Zliverücht geholt. Pastor B. sprach prachtvoll. Tie genieinsame Gefahr und der gemeinsame Kampf bringt uns auch innerlich näher. Blut kittet doch stärker, als alles andere. Eine kirckitiche Feier unter ganz »ngewöbnlichen Verbältnissen. Drinnen im Gotteshaus der Verkünder des Wortes Gottes mit Weitlingen der Stimme, draußen als Begleitakkord der Donner unterer schwere» Geschütze! I» der Kirche ein derartiges Husten der Leute, daß Pastor B. kauiii durchdringen kann, (besungen haben wir als Hanptlicd „Liebster Jesu" unter Begleitung der Musikkapelle 103 und während der Abend- mahlssewr „Ach bleib' mit Deiner Gnade", „Harre meine Seele, harre de? Herrn", „Wir treten znm Beten". Manches Auge, beionders der ältere» Reservisten und Landwehr- Männer, die meist Frau und Kinder in der Heimat zurück- gelassen, war friicht. Ich werde diele Segensstunde nie vergessen. Das Gewehrtener grslcrii Abend bedeutete einen Feiierüverfall meines Regiments. Erreicht wurde nichts, die Franzosen erwiderten dos Feuer. Aber weiter reckst? östlich von S. fnücn unsere Truppen -ünen ersolgreickien Angriff geniocht. Sogar einen feindlichen Augriss mit starken Verlusten für den Gegner abgewiesen. 1800 (tze- iaiigcnc imirden gemacht. Wen» werden wir diesen Erfolg melden können? Vorhin liid mich Lt. A. L. z» einem Frühst,icksbemme-i ein: rin B,,ttrrbrot mit Oelsardinen. Aber dcis hat ge- mundrt! Tie Jnipsung zeigt heute doch noch Folgen. Ich rmvsindc ein hckiiprs Reißen und Stechen in der rechten Schiilter, unter dein Schulterblatt, so daß ich meinen Tornister wohl kaum trage» kann Wo steckt Kurt? D. Darnist, lchickte mir voihin liebes Pakete! I — Ich muß die Leute zur Fcldkückic jühren. Lebt herzlich wohl! Euer gctr. H. vo»n Felde der Ehre. * Landsturm-Jnsanterie-Boiailloi, Friedberg. Der komin-m- dierende General der Infanterie, Ezz. o. Eberhardt, hat für ihr vorzügliches Verhalte« in de» Vo,^sentämpse« bei Mar- ttrch den nachstehende« Ostizieieu. llnlerossizierc» und M->«n schaslcn dar Eiserne Kreuz verliehen: L Oberleutnant Echüz von Langen, 2. Leutnant Fuhr von Bad Nauheim, 3. Leutnant Weber von Konradsdors, -I. Leutnant Schüz von Nidda. 5. Feidivebelleutnant Metzger von Friedberg ll. Feldwebelleutnant Koch von Büdingen. 7. Feidivebelleutnant hinket von Vilbel, 8. Otsizierdt««stt»er Gombet von Friedberg, 8, Vizeseldwebel Stier von Vilbel, iS. Unteroffizier Ullrich »»« liiilerSchwitte» N. Ecsrritcr Laubach von Klein-Karden, Gesielter Meud von Büdingen. " Södel, 2t. Nov. Der Cohn de» Wachtmeister» » D. und Kaiisaianns Diehl dahier, Uuterosfsticr Philipp D > e b l vom Dragoner Regiment 3ir. 23. hat sür sein mnttge» Berhrl» le» im l2?ögigcn Getecht vom 18.—30. Oktober bei Mcnln- ''H ern die he n che Tcpierlcttsmcdaille verliehen bekommen. S. ii Glückiri nicke! — Unlerossizier Wilhelm Raab »am Infanterie Regiment Rr 1 IR. Sohn des hiesigen Händlers Vhil. Rand, tcr sür sein lapicres Borgrh?» beim Sturmangrisi aus ein sronü ä,-i'es Dorj mit dem Eisernen Kreuz a»s,ezcich»ct und dabei n ocrr. Uiidet morden mar, ist im Angujla Vikta- r:3 Rtaiiltr ?u Berlin Üii.ißcnsee seiner Verwundanu er» legen und daselbst am vergangenen Mittwoch mit re'der mili- -.aäl" f nbez.uguiig bestattet uwitcn. Er ruhe in Frie» idcns_ : ?’-■ rr ffciiitnt. * ft Frledbrrg, 24 Stoo. Die Frier des Totensestes beging der Klrchengesangvercin m-I einer geistlichen Musil „,i< lüstrung in dcr Stad.lirche. Die Auswahl der Lortragsstüste und deren ueidige iüiiedergode waren einheitlich auf ocn liefen Ernst des Tages gestimmt. Den Grundlon gab Foh. Sebastian Pech ad mit zwei kernigen Chorälen und zwei Lieder», »»ge- wessen umrankt von gleichartigem Anderem. Mi« dem ^riegs- lied" von Adrianus Balerinr (1C26| insbesondere wurde sich mit dem Leid und d.» schweren seelischen Erschutternngen ab- gesunden, die dcr Krieg im Ecsolge hat. U'bcrast drang der Einigkcilsgcdtmlc dlirch: sieghast und eiudtinglich kam »r zum lusdruck durch den Vortrag von händcls: Fch weiß, daß mein Eilöscr lcbl. Zum Schluß verci»:« sich dcr Eemcindegisoiig lm Gebet: „Herr, meine» Slawen schreib in s Buch des Leben» ein" — Miiwirkcnde anßer dem Kirchcngcsangvcrein waren Fräulein Lina Diener vou hier > tritt gesucht. Lohn pro j Monat ra. t f> Mk. Auskun t | erteilt die Geschä isitslle d. R. T. ü-Zinnner-MhiiW mit abgeichl. Vorplatz unö Zubehör an ruhige Leute p. I. Del. tu vermieten. 'Näher w Friedberg- aurrbach, Klau en >r. 12. Zum Ver and fertige i'rlö^yo^^öhfldirn mit Cigarren, kaufen Sie am besten bei Curl Worret, Rodheim v. d. Höht. Laternen lturmsicher, selsstoerertigt, grotze Answaht. Reparaturen billigst. Hch. Schmivt, äpkllzikkMkstlkk, Friedberg. Borst» )tz.Garten 13. Kornstroh lFIsgeldrusch) lucht zu kauien die Erohh. Blindenanstalt Einquartierung. Dtesenigen hiesigen Einwohner, welche willens sind, fretwilliq Militär gegen die von der Staat bezahlt werdende Vergütung in Pflege zu nehmen, wollen dies bei dem Unterzeichneten alsbald aniuelden. Friedberg. den 23. November 1914. Der Bürgermeister Stahl. Kelranntmachunft. Am Miliwoch. den 25. ds. Mts. sind die Geschäftsräume des Unterzeichneten geschlossen. Das Standesamt ist vormittags von 10 — 11 Uhr geöffnet. Friedberg. den 21. November 1914. Der Bürgermeister Stahl. BckanntmachnttK. Es ist vielfach angeregt worden, Feldpostbriefe mit Wareninhalt, die von den Truppenteilen nicht auszeh'in- . diot werden können, weil die Empfänger abkomm.indicrt ' verwundet, vermißt oder tot sind, nicht an den Aufgabeort I zur Rückgabe an den Absender zurückznfenden. sondern den ! Truppenteilen zur beliebigen Verwendung zu überlassen. 1 Ohne ausdrücklichen Wunsch des Absenders ist dies nicht ! möglich. Wen» der Abiender aber durch einen auf der ! Sendung — sei es handschriftlich oder durch gedruckten Zettel anzubringcnden Vermerk — etlva folgenden Inhalts: „Wenn uitbeslkllbar, zur Verfügung des Truppenteils" zilm Ausdruck bringt, daß er die Preisgabe wünscht, io werden die Postverwaltung und die Truppenteile diesem Wunsche entsprechen. Unbestellbare Sendungen, die einen folckien Vcnnerk nicht tragen, werden nach wie vor an den Absender zurückgelcitet werden. K r a r t k e. Ulrihnachtsliittr für die Verwundeten. Das diesjährige Weihnachlssest soll auch unseren ver- wundcteii Kameraden in den hiesigen Lazaretten einen Strahl dankbarer Liebe für ihre großen Opfer draußen im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Heimat eine kleine Freude bescheeren. Darum buten wir alle Freunde derselben in Stadt und Land um Geschenke aller Art, besonders um praktische Gegenstände (Wollenes Unterzeng, Hosenträger, Geldtischchcn, Briefpapier, Taschenlämp- chen, Zigarren, Tabak, Acpsel, Nüsse und dergl.) und Bücher oder um Geldspenden, die es ermöglichen, den Weihnachtstisch für unsere Verwundeten zu decken und das Herz der vielen, die das schönste Fest der Liebe itnd Freude fern von ihren Lieben feiern müssen, ein wenig zu erfreuen. Gaben für bestimmte Verwundete, die etwa dem Geber nahcstehcn, werden am besten verpackt und mit Namensongabe des zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewerbeschule spätestens bis zum 15. Dezember einzusenden oder abzugeben. Air unsere MMtw ! Extra warme Unterhosen Unterjacken, Leibbinden, Kniewärmer, Lungenschützer, Normalhemdcn, Farbige Flanell-Hemden, Handschuhe, Pulswärmer Hosenträger, Fuhwärmer, Ohrenschützer, Kopsschützer, Strickwolle, Feldgraue Wolle, Feldgraue Taschentücher, Kolter, Hemdenslanelle iS ; Ketscher «L Ilauek Lricdbcrq, Engelsgajle 10. Verknus eines zaseiochsen ».MinZiezeMe. Die Stadt Friedberg beabsichtigt cinru zuin Ich ach e:> gerigneien Faselochse» und zwei Ztcgcitbocke z» verranse».! Angebote wolle man bis zum dli. d. Mts, vormittags tt ^ Uhr bet mir einreiche». ^ Der gajelockve steht im Stadtteil Fauerbach bei Faselhatter Ternharo Haas und die beiden Ztegenböcke befinden sich tm hiesigen Fa.ettloll tm Ver orgungshaus, wo dtesetben ringe eben werden können. Friedberg, den 20. November 1914. Der Bürgermeister __ Stützt. Blilllnenbiin 11. Ladungen, Pniiipeiiauiagcu btlltgU. bilefan ILiiIin, Jnheiden-Anngen. Friedber'. FeLdpost-Liebesgabe ! | Empfehle als Feldpostbrief zu 250 Gramm brutto verpackt: | in festen Papp chachtclu I Nr. 1 20 Stück Zigarren 3 ) 11 . 1.20 Nr. 2 ........1.40. I n itotlcn Zeoerntzolzttstchen. Nr. 3 „ „ „ „Kronprint" Alk. 1.80 ! der. 4 „ „ „ „Kai>er Wilhelm II." Mk. 2 .—. Nanchcr-Plikct „Ayca" Wethe Packung. > M. Gelee Packung. > M. ! t Pie.se, best.Erzeugnis | 1 Katier-Pseiie m.Jrtbrl ( .. . 1 Palet Taltal | 1 . 1 Palet Tabat 1.U 1 Pseisen-Reiniger J l. l Pseisen Reiniger > * ■ mjr~ Porto 10 Pfennig. '^SJ Portofreie Feldpostbriefe mit der Ausschrist: „Grüße aus der Heimat." 4 —5 Zigarren cnth. oder 20—25 Stück Zigaretten, Versandt erfolgt Liiett ab meinem Geschäft nach Ausgabe voi>christsmähiger Adresse. Cigarrenhans Adolf Utolff gegenüber dem neuen Kahnhof. Friedbcrg i. Q. ImtlprtJjft str. 221. Bakterien lötende Wirkung, dauerha'leste, Belag kauft man am besten u. billigsten im .) Tapeten- u. Linoletimlintis Jean S 4 «sIer,Friedl) 8 rK,Kaisersir. 2 l. Prof. Werner. Stabsarzt Dr. Achert. Oberinsp. Koch. Liebesgnben. Wdbl an 400 Angehörige der Stadt und des Kresi-S Fried» beig stehen seit August beim 2. und 3. Eisenbahn-Negiment im Felde, c» dürste angebracht erscheinen, auch dieser in größerem Mahstnbe mit Liebesgaben zu gedenken, umso mehr, da. wie aus verschiedenen Schreiben, welche aus dem Felde hier ange- kommen sind, dicseibcn anscheinend etwas in Vergesienheit geraten sind. Man wolle der überaus schwierigen Tätigkeit und der ungeheuren Arbeitsleistungen dieser Truppen gedenken und ihnen durch eine Liebesgaben-Sendung eine, wenn auch kleine, Freude bereiten. Sawmcistellen sind bei Herren Schmiedemeister Heinrich Häuser und bei Herrn Musikdirektor Emtl Schäfer, Mi» litäntrusikschule Friedberg, eingerichtet und werden dort zwick» entsprechende Gaben: wie Zigarren, Zigaretten. Tabak. Pfeifen. wollenes Unterzeug jeder Art, Hemden. Strümpfe, loschen» tücher, Taschenlampen mit Eisatzbatterien, Tee, Zwiebai^ Dauerwurst, Schinken ufw. dankend entgegengenommen. Emtl Schäfer, Untcroffz. d. Landw. 2 . - I haber: -- L, Kachendörfer, FRIEDBERG i.H' direkt arn neuen Bahnhof — Ha tauerstr. 22 — Steinhausser Bier, gute Weine, rorzugl. Mfttagst.scb ton 70 Ptg. an. Spezialität: Warme Rippchen u. Haspel zu jeüet ■ ageszeit. Hausmaclter Wurst Freundliches Kolleg mit Klavier geeignet für Zusammenkünfte und kleinere Festlichkeiten.