3>io ,J>tuc v a((D)rit:mo" " «>«>« l»b*n lb»titag. SieMlmohui« 7." 4V ,-- l,i **" As«-N «.n..I.ch sa P,.. mit UW. .de, l«g«n, hn . " ?ni>II»ng,orl Frtedberg. &e Op iNiitobe'. HeiuFvpvri»: Bei den PvstanNazien >g-> loCnlo 15 l'ig., Anieigen oon auswans tr.-toc.i »urh ^anj'HT Itnäe 12. item preri).-r 4S. Vsijiieäo.'-ito '.'Ir. 48.;», »I-.l! 3ra;i‘iurl n, CärunD tilf 20 )lttm,ner Ä74 Znmstag. den 21. Uovcmder 11)14, i. ZrrikVgattg Dicr.et a iui. 1) uiit. 1,95 *’» tiu.r,n er ,oben wl. riegreichc Kämpfe der Tejterreiclrer in Russisch Polen. — Lcrlnen am ( eine ungiinftige SSittfruitp» t*fii Hr.hkn Ih'i}- < Schnee. Tie Niedrenngen '''d > berschtvemmt. ©. Z. D. (NichtamMck > Meldung der 2l- nce But- gare. Das Vordringen der öslerreichisch-»nga>iü. > >> in Serbien mackst auf alle politischen und parlamentarisch-» Kreise Bulgariens einen nachhaltigen Eindruck, Allzc-n»: trist die Ucberzengung zutage, datz der Zufammenbrru-l Serbiens «ine tmlaeheud« Acndeiung der Batkanlage n:... sich bringe und Ereignisse von grotzcr Tragweite herbe', sichren könne. Dieses ist der ciirjujc Gesprächsstoff in de» Wandelgängcn der Sobranie, deren Sitzungen initer de.ii Eindrücke der Niederlage von Daljewo stehen. Serbien vor dem Ende. Don bulgarischer authentischer Seite erführt die Wiener „Reich pcst", das, die serbisch: Ncgierung in Paris erllärs habe, hast Seltnen infolge vös Ilgen wirischaftlichcn ZiisammenbrnchS unmöglich weite':, kämpfen könne, doch wolle die geschlagene serbische Ar:n:e versnckikn, sich noch einmal bei Kieaiijcvac zu stellen. Tie serbilckc Regierung iinternahm in Athen nochmals dringende Schritte um Hilfe. <:? Hafsptftuartier Dom russisch türkische» Krieg. K o „ stant i n ovel, 20, Nov, sW. T. B, Nichtamtlich.) Anitlicher Bericht des HaiiptquaitierS. Eine russische Flotte von zwei Linicn- schisfcn »nd 15 Kreuzern hat sich, verfolgt von unserer Flotte, nach Sebastopol geflüchtet. Eine Flottille von Tor- pidobooten ist in einen russischen Hasen geflüchtet. OSfüfrälij'mrümHrilfr u. f. Protzes Hauptquartier, 19. Noo sAmtich). GcnerL'.uürtiir- nreistc-r von Voigt-Nhetz ist in der Rocht vom 18. zum 19. November unerwartet einem HcrzschlaqE erleben. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. !iic Mkrßan-zklliil örr i'mnfofrit lind (fnalän^rr. Mailand, 20. Nov. sW V. Nichtamtlich). Fm „Ear- riere Hella Sera" schreibt der Militärkritikcr Angela Eatti: Frankreich besitzt heute »ur nach eine Dessensivkrast sforza di resistenza). Hier cingetrosscne vertrauenswiiidige Raidrichten brsage», dass das sranzösische Heer sehr erschüttert ist, wenn cs sich auch nicht in kritischer Luge befindet, Tr französische Kawpsesweisc, cüs technischen Gründen ausgesprochen defensiv, hat k«n Vorteil, daß die französischen Ofsiziers- verluste nicht so grast sind wie die deutschen, also die sranzösi- schen Truppen heute, was die Führung anbetrisst, sich in bes- serlr Lage besind-n. Die Reihen der Franzosen sind Nicht so sehr durch Verlust« an Toten und Verwnndetcn gcliblct „Is durch Krankheiten. Diese Verluste sind sehr beträchtlich. Von der Kavallerie scheint schon ein großer Teil infolge starker Sterblichkeit der Pferde zu Fust zu kämpscn. Zn ähnlicher Lage scheint sich die Artillerie infolge der Verlnsie an Bespannung zu befinden wenn ai'ch bei ihl der Mangel nicht in demselben Matze zu Tage tritt wir bei der Kavallerie. Um die Lücken bei de» Truppen auszusüllen, wurden die Manne' über 4 7 Jahre zu« Eintritt aufgcsoidcrt, wobei ihnen die Er- l-i-bteiunq gewährt wurde, datz sie sich den Dienstort wählen dürfe». Für diesenigen, die der Ausfarderung nicht Falae leisten. ist ein Mallenaufgebot cngekündigt, das keinerlei Vergünstigung gewähren soll. — Auch England, so schlietzt der Verfasse: seine Ausführungen, brsitze unter dem beuti.-cn Gesichtspunkt nur sine Defensinkraft gegenüber »er lebendigen Kraft der Deutschen. Engtand wir» seine Desensivkraft nicht IN lebendige Krast umwandeln können, ux- niesten- nicht vor Ablauf »i»iger Monate. Küklflffittz Wl> Ui Lrrtt dßt?! dkl Okster- rfi^frr ix SrriifH. esfi«. 20. Nov. Da» BordlIngen der österreichisch- ungarischen A'r«e« in Serbien «acht aus alle politi'chen und »arlamuitarilchin Kreise eine» nachhaltigen «indrun. AN- gemeni tritt die Urberzeugung zutage, »atz der Zusammenbruch S er b , e n s'»ine tiesgehende Aenderua, der Balt.iN- lag: mit sich bringe, uiid Ereignisse »an großer Tragu-ci!- her- 6c V,; :!. li: ir. Dieses ist der «>«,'« kiespröch-- eit >!> da» tV.indelgängeu der Sobranje, deren Sitzung» unter S«n Ein. drucke tcc Niederlage vo» Valjewo stehen. Der Heiliqe Krieg. Nvm. Roo Ein Brief aus Kairo schitecrt in „Messagger»" die Vorbereitungen der Engländer zum Kriege. Die Schuten werden in Hospitäler umgewandelt. ^n Bort Said fr.» die «arschristcn des B-laxerungszustandes «utzerst i!ro,-g. Zn Z-gazig l>r>N«n einig« Araber Euroräcr an. i Die 3 l !d',icn u-urlcit blutiggepeiischt. Die Zciiiings-enlur 'nwcht dem nalionalijtischen Lrgnn „Schia" gnnze Spalten. Verhajtiiugcn inid Ausweisunge» der Raiabeln dauern an nnd via.'» in 'Verfolgungswahn aus. Das Ganze mache den Ein- druck cinoo Reiches, das den, Verfall geweiht sei. Auch in Aegypten herrscht die Ueberzeugung, datz der Grogseuusi« die Grenze überschritten habe oder überschreiten werde. Nach dem Verlrng mit der Türici sei eine Hauxtausgabr, die Vrdiiinen- stäinme Mariut und Fayum gegen England auszuwiegei». Ei- iicrcr ist dein alte» Khedio ergebe», letzterer eng verwand! mit eeui Stamm t-i der Cyrenarka. Die Khediosrage sucht bekannt, lich England dadurch zu lose», dag Prinz Hussein Kianiil Pascha, der Sah» Zsmail Paschas und Onkel des letzigc» Khe. div, als Werkzeug Englands de» Thron besteigen fall. Fall» er ablehnt, (er hat das bereits getaii. D. Red.) satte d.e Wahl auf seinen stingcren Drud.r Achtiicd Fund Pascha, de» s üheren albanischen Prätendenten, London, 20 . Nov, (W. B. Nichtamtlich), Die „Times" meiden aus Kairo »am 17. November: Den britischen, sia»- zösiichc» und rnssischcn Untertanen in Syrien ist eerbate» worden, das Land zu verlassen. Bisher sind nur wenige gefangen gesetzt worden. Die Beduinen in A-gypic». K o n st a n t l n o p e l, 19 Rav. (Nichtamtlich). Aus zuverlässiger Quelle «sehr! »»> Privatkorrcspoadent des Woifstche» Bureaus, dah inkalg« ^rr Vordringens der Beduinen in tilegypten die Ziviivehörden von Suez, Part Said und Jsmailich eiligst nach Zagazig veriegr worden sind. Die Verwaltung dcs Suez-Kanals hat bas Militär übernommen. Die Rcgicrungszchulcn in Zagazig sind geschlossen, die Schüler entlassen »nd die Gebäude IN Mit'täi- hospitäler umgewandelt worden. Ein englischer Versuch, eine Spaltung »Iller den ägyptischen Notabel» und der FaiNiUe des Vizekünigs hcibcizusühicn, ist mißlungen. Hussein Kiamil ist vo» dem Polizeilommandanten Mamura nach .Kairo gebeten wardc», wo ihm der Zioilgauvrincur Chrctham den höchst.'» Posten »nbot. Der Prinz lehnte entlchicden ab. Diese Al'lchnnug rust in ganz Aegypten grohc Genugtuung hervor. Es bestätigt sich, Latz sie müni.lichcn Mitglieder der deutschen und der österreichischen Batschast in der zweiten Norcmbcr- wv'bc, rücksichtslos in Eiscnbahi-wagcn gepfercht, »ach Alervn- dr len geschasst und Sann nach Aialtu verschisst wurden. Die Zi'.den in Palästina. Berlin, 20, Nov. Di: „Neue Jüdische Korrespondenz" erhält aus Konstantiiiopcl die teie- grupbizche Mitteilung, datz t>000 ausländische Juden in Pa!ä- siina die Aufnahme in den türkischen Siaatsvcrband nachge- sucht haben. T>er Ausstand in Marolko. Wie dem „Berliner Tagcbl." ans Kopenhagen belichtet wird, meldet das Blatt „Politiken" aus Madrid, die Vorstädte vo» Tanger seien in de» Länden der aulstanoischen Moslems. Von Marseille sind Truppt» »ach Maroltu zurückbcordcrt worden. Ans Frankreich. Starke Verlust der algerischen Truppen. Die Gcsamt- lnge in Frankreich wird dem „Bors. Lok.-Anz." aus Genf selgenderiiiatzen geschildert: Die zwischen Life und Li-öne zmn Ersatz französischer Etaninilruppen eingestellten algerische» Abteilungen erlitten gestern bei Tracy le Val ungewöhnlich starke Verluste. Bei Servon im Westen des Arge nncr-Waldes erzwangen die taktisch überlegenen Deut- schen einen zur Teronte nnsartendcn Rückzug der Fran< zescn. Tie heule auSgegebcne Nummer des amtlichen Ar- mccbullctins enthält eine Kritik der deutsckst'n Leistungen in Flandern. Sic lätzt der Bravour der Garde »nd einez bayerischen Korps, sowie der Todesverachtung aller deutschen Truppen volle Gerechtigkeit widerfahren, meint aber, ein Vergleich zlvischcn den kriegerischen Eigensckstrften der jüngeren deutschen und französischen Offiziere müsse zu Gunsten der letzteren ansfallen. Der „Mntin" warnt vor Siegekgewitzheit. Ter „Matin" hält cs endlich für nötig, seine Leser vor der eiegergewitz- hiit zu lvarnen, in die er sie durch seine Hetzereien und Lügen selbst lu-rsetzt hat. Er schreibt in seiner Nuinmer vom 18. November: „Wozu soll eS dienen, datz man feit einigen Tagen wiederholt, die dentsck^ Armee bestehe nur noch aus Greisen und Kindern? Wozu die Dorivieges- »ngen, das; die Arsenale jenseits des Rheines, die Bekloid- nngs- nnd Lcbensniittelmagazinc leer und die Munitions- Vorräte erschöpft sind? Wr^n soll ei- gut sein, dem französischen Publikum den Glauben beizubringen, datz mitere Soldaten nur noch »stier wehrlosen und führerlosen Masse o-genübersirben. wckbeend es nur zu derelltck; ist, daß ü-se II'. 274________ Masse noch hält und daß sic noch den Tod verbreiten kann? ■)tetn. Deutschland ist leider nicht tot, es bleibt furchtbar und wir werden es noch hart treffen müsse», daniit cs fällt. ES hat Soldaten, Waffen und Lebensmittel, es hat Munition. Behandeln wir es also wie Männer, die sich keiner Illusion hingeben, die klar sehen, um richtig zu treffen." Ans England. Widerstand gegen die allgemeine Wehrpflicht in C»g- and. München, 20. Nov. Aus London wird der „Mün- hcner Post" über Holland gemeldet: Angesichts der Kampagne der Militaristen, die allgenicinc Wehrpflicht einzu- ühren, ist unter den englischen Sozialisten eine Bewegung .ntstandcn, um den passiven und aktiven Widerstand zu or» :anisieren. Ter „Labou- Leader", das Organ der Arb.'i» erpartei. richtet in der letzten illtnntner eilten Ausruf an .lle Männer zwischen 18 und 38 Jahren, die unter allen Umständen und ohne Rücksicht auf irgendwelche augcdcohte Ztrafe entschlossen leien, die Teilnahme am Kriege als Nitkämpfer zu verweigern, ihm Namen und Adresse zuz»- chicken. Aus diese Weise werde die Widerstandsbewegung mstande sein, ihre eigene Kraft richtig cinzuschätzen und di- wtigen Vorbereitungen zu treffen. Fußball, Musik und Krieg. Rotterdam. 20. Nov. D. B. Nichtamtlich.) Ter „Nieuwe Rotterdams Cou- ant" meldet: Tie englische Fußball-Vereinigung beschloß, nter den Svortsleuten Propaganda für die Rekrutcaan- erbung zu mack>en. Ursprünglich wurde erwöge», die geUkämpfe einzustellen. Man wandte sich an die Militir- «Hürden mit der Anfrage, ob dies gewünscht werde. Die lntwort lautete, daß man es der Vereinigung überliege, liefe beschloß darauf, die Wettspiele fortzusetzeu, aber m n Zwischenpausen kurze Ansprache» halten zu lassen, ui» m Eintritt in das Heer anzuspornen, und die sich Meld.-n- n durch Musikkorps zur nächstgelegencn Werbestation be- reiten zu lassen. Ein englischer General über die Deutschen. Ein eng- -scher Brigadegeneral schreibt der „Times" aus der öchlachtfront: Wir haben es sehr schwer xn den Laufgräben enn wir werden Tag und Nacht beschossen. Das Jitfan- riefeuer ist verheerend, da die Gegner Seharsschützen sind, ie jeden sich bewegenden Kops erfolgreich ausS Korn neh- :,en. Tie deutsche Artillerie ist besser, als ich mir hätte öumen lassen. Man ist nie sicher vor ihr und man weiß, ie, wo man Transportpterde und anderes verbergen soll. >e>» mir selbst gar niebt zu reden. Zweimal bin ich angerissen worden und jedesmal bat es mich eine Menge guter Mannschaften und Offiziere gekostet. Ich bin empört über ie Zeitungen, die von der Inferiorität der deutschen Sal- okrn sprechen. Glauben Sie keilt Wort davon. Ter .-irische Soldat ist in jeder Beziehung großartig. Sein >k,rt, srilic 2 iiehtigkeit, die Organisation, sowie die Ans- istnng und Alfffübrung der Truppen suchen ihresgleichen l der Welt. Tie deiltichen Soldaten siild i,inner in der .fsensive. Ich hegc die größte Bewunderimg für sie und ' geht es jedem Menschen, der sie kennt. Ans Untzlaud. Verluste der Russen, lieber die Verluste unserer Feinde ibt eine von dem „Be l, Lokal-Auz." wiedergegebene Älel- ung der Londoner „Times" Ausschluß, wonech die R»l!.'n ei de» letzten Siegen Hindenbnrgs 40,000 bis 50,000 'kann eingebüßt baden, Baron Korff in Küstri». Tein „Teil. Lok Anz." wird ns Küstrin gemeldet, daß der gefangene <">,»:verneur von -Warschau, Baron Kerfs, dort cingetroffeu l.nd aus dein ort Aorndors einciiesert worden ist. Russische Lruppentrauspertc nach Finlnud. Russische eiiungen belichten, daß der gejauste Verkehr aus den iin- ischen Bahnen Plötzlich durch TrupPeutransporte nut-r- rorhen wurde: dies stelle sich als ine Folge der Lib.iuer lottruaktion heraus: Russische Beutezüge. Wien, 20. Nov. IW, B, Nicht- rmttich.) Bus dem 5kriegsprcssrr!>tartser wird gemeldet: sltveelliüigc Berichte aus den vcn den Russe:', besetzten Tei- n Galiziens besage», daß die Russen ganze Cisenbahnziigr , !l M. .tgegcnständen nach Rußtaud abschieü.u. Kriegs-A",Lr'cr. Kerche und der Kamps um Dixw.uidrn. Tic Alustw- rnrcr „Tijd" brachte einen anschmilieben Le,-scht, der das ewaltige Ringen bei Rirnpsrt und Dir,:n-ikschildert, öie auk de» Teiche» und um die Teiche gerechte» wurde, >>c man buchstävtich iin Wasser läinpfte, c-ft Mann gegen 'kann. »ie die Soldaten durch die Kälte 'und die dnrchaäh- n Kleider, die am Leibe klebten und die Bewegungen inderlen, fast erschöpft waren, uiw. Eine noch weit an- -Mtlicheir Darstellung ist jedoch, wie ein Mitarbeiter der Franff. Ztg." schreibt, von einem anderen Kriegsbericht- rstatter vorhanden und ztvar von keinem Geringeren „ls soethe. Dieter läßt nämlich in den Aolksjzencii seines Egneout" de» alten Soldeckcn Dnqck die Schleicht bei Gra- elingen erzählen:---„und wir stritten lange hin- ber. herüber, Mann für Mann. Pferd- gegen Pferd, Hause »it Hanse, aus dem breiten flachen Sand' an der See hin. luf einmal kam's, wie vom Hinimel herunter, non der Nüudiliig des Flusses, bavl banl immer mit Kanonen in ie Franzosen drein. Es waren Engländer, die unter reut ldmiral Mali» von olmgefähc von Dünkirrhen her vo.ä i uhren. Zwar viel lkcksen sic uns nicht- sie konnten ..ur »it den kleinsten Schissen herbei, und das nicht nah' Reue Tageszeitung. Samstag, den 21. November 1811 nng: schaffen auch Wohl »nter »ns — Es tat doch gut! Es brach die Welschen und hob unser» Mut. Da ging's rieft rack! herüber, hinüber! Alles totgcschlagen. alles ins Wasser gesprengt, Und die Kerle ersöffe», wie sie das Wasser schmeckte»; »ud was wir Holländer waren, grad hinten drein. Uns, die wir beidlebig sind, ward erst wohl im Wasser, wie den Fröschen; nnd immer die Feind« im Fluß zusanuuengehaue», weggcschoffen wie die Enten." — Ganz so wie damals den Holländern wird nun nnsern >vake-n Deutschen ini Wasser nicht gerade zu Mute geworden sein, allein die Gleichartigkeit jener .Kampfesweise aus dem tedy zehnte» und jetzt im zwanchrsten Jahrhundert ist doch recht bemerkenswert. Und noch einst Man sieht an jenem klei- ncn Beispiel, wie unsere Großen sich keineswegs mit deni Glanz ihrer Diktion begnügten, sondern auch vorher das zu Grunde liegende Material gewissenhaft und sorgfältig studiert hatten. Ter Fliegervseil. Mit dramatischer Lebendigkeit schildert Geheimrat Payr die erste Bekanntschaft unserer Truppen mit dieser Masse, lieber einer maschicrcnden Infanteriekolonne erscheint ein fctnblidxcr Flieger. Trotzdem man beobachstet, daß er keine Bombe abwirst. bricht plötzlich ein Manu mit d-m Auffchrei: ck^ch bi» getrosten!" zusam- men. Obwohl die ärztliche^ Untersuchung zunächst nur eine unsrbeinbare Verletzung an der liuk-"i Schn'ter a»t- wies, verblutete der Getroffene unter den Händen der Chirurgen. Tie Sektion ergab, daß der Fliegerpseil in die obere Schlüsselbeingrube eingedrungen war, daß er die linke Lunge, das Zwerchfell, die Milz, das Becke» nnd den Oberschenkel durcbbobrt heckte, um am Knie wieder an? dem Körper hinauszutreten. Der Pfeil wurde in den Beinkleidern de's Getöteten gefunden. Tie Gestalt dieses jüng- sten Projektils der Franzosen ist inzwitchen auch in der Heimat genügend bekannt geworden: Es ist ein fedmh.-ilk.-r- starkes Stück zu->e».»tzter Stahfftanoe. dessen hintere stälite vierkantig ausgeschliffen ist, so daß sich beim Falle die schwerere Spitze stets nach unten senkt. Eine Anzahl solcher Pfeile hängen in einem durchlochten Brett unter dc-n Flugzeug, von wo sie durch einen Druck de? Fußes des Fliegers gleichzeitig ausgeläst werden können- so d^ß eine gewisse Streuung und Salvemvirkung erzielt wird. Boi einer Höhe von 1500 Metern, aus der sic meist abgeworfen Vierden, erreichen sie die Erde mit einer Endgeschwindigkeit von 200 Sekimdenmetern. was der Schnelligkeit einer älteren Büch'enkugel entspricht. In Fällen, wie dem beschriebenen, ist die Wirkung tätlich gewesen, doch gehören die Die Tragödie esiier Familie. Dieser Tage erschien bei der Geschäftsstelle einer Mandauer Bank ein nab-zn 60 Jabre alter Bauersmann, der mit dem Direktor über die Derwertnng seiner Spareinlagen verhandeln wollte. Der Mann erklärte- Einen Teil meines Vermögens ioBen die Kinder meiner vier im Kriege gefallenen Söhne erhalten. Der andere Teil soll munen beiden Tückster», der»n Männer ebenfalls auf deni Felde der Ehre gefallen ffnd, zukommen. Meine Frau endlich selbst braucht kein Geld. Denn meine Frau ist infolge der Schicksalsschläge geistesgestört worden, ich aber bin als Freiwilliaer in das Heer eingetreten mit der Bedingung, an die Front gestellt zu N>erdeu. um das- inir zugefügte Unheil zu rächen. Unser armes Ostpreußen. In einer süddeutschen Zeitung wurde dieser Tage ein Brief einer Effäsierin veröffentlicht, der auf Grund eingehender Berichte vom belgischen und französische» Kriegsschauplatz unser» Truppen herzlich dafür dan'te, daß ihre Tapferkeit die im Kriege unvermeidlichen Schäden bald voin heimatlichen Baden ferugehalten habe. Dieses bef-eite Aufatmen nachemplinden ist das gleiche wie die Not der ormen Ostpreußen iinifühlen. Schon von Natur arm und seit Jahrzehnten nach daran gewöhnt, einen guten Teil ihrer Jnngmannschaff an die Großstädte und Jndustrie- bezirke abzngcben. ist diele Provinz nun auch noch von herbem Kriegsleid beimgelncht Warden. Inzwischen wn--de ihr ja volle Enischädianng zugclngt. Aber auch so bleibt noch die üOcntlrTx' Mi>dtätig'eit anzurulen, um in der Zwilchenwit, d. h. bis zu der nicht im Gondnmdrehen zu erledigenden Abmessung aller Einzelschäden und der Ans- zablnna der Entschädigungen, über die augenblickliche Notlage hinwegenbelfen. H>ck doch leider in einer ganzen Ri'be von Kreiten der arößere und ärmere Teil der Be- t-"s»'r„ug nichts a's dos nackte Leben gerettet. Obendrein ist die Antwort aus die Frage, ob die Bevölkerung zu blei- len oder zu flüchten bade, ob sie noch in der Fremde ans- barren u-iisie cd > zurück'chren dürke, anscheinend nübt Vcn allen -.»ständige» Stellen immer mit sicherer Vorius- sio t citeilt Word: so daß hier lind da }>->?, an sich ich»! grcße Tt'rcheiun-.zLer noch erweitert worden ist. Denkbar sei anerkannt, daß sich eine ganze Reibe von Ju-ionzr» uni die Linderung der angc-ublicklicheu Not äe- inübcu. Hier nur ein Wort zugunsten der vom Bund der L»ud!v:rle einge-rich;e!e»t Hilii-auelle. Im Einverständnis mit dem Oberprä,identen will sie nicht Geld sammeln, so». ' -c» Kl-iduug, Lebensmittel »nd Saalant zur Bersüau-tg stellen. Für d»; bittere Heute lall sie dem kleinen Bauer »nt Ferkeln »nd Hühnern, mit Haus und Küchengeräten teispringc». Tal-.i kann lie sich aut die Erveäguug stützen, da!; „ch -.» Stadt und Land in manche»» Schrank alte, aüer vee gut eihaitcue warnte Kleidungsstücke vorsindcn, läe lu. e in „n .llmiißigster Liebcstätigkeit abgegcbe:, werb- a könnten. Daneben ist natürlich auch für die nächste Zu- k>-uir t e.zuiorgeu. Reben Heu und Siiob sollen deshalb 'fff die Frühjahr-Bestellung namentlich Saatgetreide (mög- I-s-! r»'-- -aal) i» großen Muffen brschafst werden. Er- ________ Se'te 2 sreulicherweisc ist die Hilfsstelle des Bundes schon seit Wochen ein Mittelpunkt der Liebestätigkeit geworden, der pon Geber» und Hilfsbedürftigen lebhaft in Anspruch k-enoniinen wird. Tie gejchädigten Ostpreußen erbitten hier nicht nur Naturallieserungen für Menlckien, Vieh, zur Bodenkultur usw., soudek» verlangen auch Raterteiluna auf dem weiten landwirtschaftliche» Gebiete, wünschen Sachver- ständige, Deanite, Hilfsarbeiter usw. Tainit wirkt das von c-er Bundesorganisation in langer, zäher Arbeit geweckte und gestärkte Zujammengehörigkeitsgetühl zwischen Groß- >,nd Kleingrundbesitz, zwilchen Ost- und Westelbien, zwi- sckzcn Getreidcbauer und Viehzüchter, zwisck»en städtischem und ländlichem Mittelstand wohltätig nach. Aus allen Provinzen und Landesteilen, auch aus dem cntierntesten Süden und Westen haben BuudeSmitglieder und sonstige hilssbereite Mittelstandssreunde in riihmlicher Opferwillig- kcit ihr Scherflein für die anten Ostpreußen aiegeineldet. So haben auf der Generalverianimlung einer weftpreußi- scheu Zuckerfabrik 12 Herren 52 Waggonladnngen Stroh gespendet, der Bezirk Minden in Westfalen snitcie 1400 Ferkel, eine andere Hanptgruppe dort eine Ladiiiig Hühner, die „Fahnengruppe" aus der Julei Febniari-. schenkte 28 Waggons Futter und Streustroh nnd die kleinen Baiiern des Wesierwaldcs und der Eiiel, die aus den Gebirgswegen ihrer Heimat Sainmelladungen Heu nur mit Ochsengespannen transportieren können, haben an Opferwilligkeit geradezu gewettcisert; liier sammeln die BundeSsrauci, de- ren Männer im Felde stehen, Kleidungsstücke, Betten und Lebensmittel, dort meldet der Pfarrer oder Lehrer eines armen Törschens freudig den Eriolg seiner charitativ-n Tätigkeit an. Aber noch immer ist das Heer der Hilssbe- dürftigen unendlich größer als die Zahl der Geber. Die ersten Sendungen sind bereits im weiten Notstandsgebiet angekommen und werden dort von besonderen Hilfsousschüssen verteilt, in denen neben den Vertrauensmännern des Bundes Vertreter der Ortsbehörden und der Landwirisehastskammcr Mitwirken. Diese Organisation bietet die Gewähr, daß die Gaben, an wirklich Hilisbedürs- tigc gelange». Aber das Größere bleibt erst noch zu tun, um das bange Los der armen Ostpreußen z» mildern und eine Menge Vich vor Untergang oder Verichleuderung zu bewahren. Vtan inuß die Geschädigten selbst sprechen hören, um das Rieienelend absckiätzen zu können. Da schreibt ein Amtsvorsteber aus dem Kreise Ncidcnburg: „Zwei Drittel meines Amtsbezirks sind abgebrannt. Die stehengebliebenen Wirtickzaffen sind ihrer Habe völlig beraubt. Es kehlt alles, die Not ist unbeschreiblich." Ein Freigutsbesitzer im Kreise Insterburg meldet: „Ich verlor die ganze Ernte. 91 Stück Vieh, darunter 84 Milch'llbe. sämtliche Kleider und viel totes Inventar." „Erbarmen Sie sich meinerI" — ruft ein kleiner Besitzer aus dem Kreise Osterode — „meine Familie nnd ich haben nichts anzu- ziehen, mein Haus und mein ganzer Besitz sind verbrannt." Elend und imnier wieder Elend und vabei doch oft die rührende Bescheidenheit, mit der ein Landwirt, der in biiitrr- ster Erfüllung des alte» Philosowhenwortes „all das Seine mit sich trägt", nichts als ein Ferkel und einen Stamni Hübner erbittet. Erschütternd die Klagen kleiner Handwerker, denen alle Vorräte davongcichleppt worden lind, tränenweckend die Berichte von Bauern, die sich ini Fleiße von Jahrzehnte» und in darbender Sparianikeit vom Landarbeiter zu eigenem Besitz emporarbeiteten und jetzt von Vorn anzufangen haben. Wer möchte solckter Not sein -Herz verschließen? Tie HilsSstelle des Bundes der Landwirte lBcrlin SW., Teffaurr Str. 26) erbittet herzlich die Anmel- ung weiterer Opfer der Barmherzigkeit. Tie Liebesgaben müßten in den einzelnen Dörfern und Städten je nach Vereinbarung vom Vertrauensmann des Bundes. r>e>»! Orlsvorsleher, Psarrer oder Lehrer gesainmelt und von ibm bei der BundeShilfsstelle angemeldet werden. Diese übersendet dem angegebenen Vertrauensmann ben Frachtbrief und die Liefenmgen gehen sür Waggonladnngen wie siir Stückgut brachlfrei an die erwähnten Hilfsausschüsse in Ostpreußen ab. (övtt wecke niildtätige Herzen »nd segne jeden Gebet! Notes Lrrenr. Im Anschluß an die verschledene« Hinwelle der obersten Hecrcsleitemg „Die Versendung von Wcihnachtsgoben o» unsere Truppen" betreffend, möchten wir, um Irrtum z-, vermeide», solgende» zu unserem Artikel der »origen Woche bemerken: Die Beichlüffe der Vereine »om „Roten Kreuz" erf-idren durch die kriegsministeriellen Bestimmungen, welche In den lehren Tagen in allen Zeitungen »ekunnt »egebr» »nrden, wesentliche Veränderungen. Die oberste Heeresleitung geht dabei von de» sehr richtt» aen Kedanken au», allen, die Angehörige draußen im Felde haben, Eelegenheit zu bieten, ihren Lieben ein Weihnacht»- pakct zukommen zu laffen. Es werden daher für die Zen vom 2:?. November b Kilo-Pukete durch »!e Post gugelnsten und kann also Jedermann seine« Liebe« in der ongegebe- nen Zeit ei» Wrihnachtsgalct durch die Post sende». Wir ma- >bra nochmal» daraus aufnierklam. bah ei» sichere» Anlommen nur »röglich ist, wenn die Adresse nicht «ur g»»«u IRegi- ment, Kompagnie, Division und Armeekor»») angegeben, son. der» auch deutlich und gut leserlich geschrieben ist. Die I (Geschäftsstelle vom Roten Kreuz. Haagstroße 18, (Geschäfts» stunden von lv -12 und 3— 5 Uhr) ist gerne bereit, allen, di« nicht selbst in der Lage sind, die» richtig und ordnungsmäßig aurzufiihren, Heini Schreiben der Abreffen behilflich zu lein. Die oberste Heeresleitung will aber auch, daß allen unseren Tapfere», denen eine treusorgende Hand kein Weihnochtogaker senden kann, eine Weihnachtssreude bereitet werben soll; anch sie so!!«» wissen, daß es in der Heimat b»^b»re Herze« gibt, die ihrer am schönsten aller Koste in Liebe gebenken. Sie bat Beilage zur „Neuen Tageszeitnu 44 *!*. 27 Samstag, den 21. Itovember 1911. 7. ^aisrgang ^atcnlontttag. Der Himmel trauert tief verhangen, Das Feld sa öde, grau und leer, Die Einsamkeit lammt selbst gegangen Still über unsere Fluren her. Und Friede, Friede, hcil'ger Friede Schwebt hossnunge-voll ob der Natur, Er iegnct alles, was verblühte Auf einst so hossnungsgrüner Flur, lila» grauen Mauern jn» »mschlone« Liegt dort ein sorgenloses Feld, Die Blume», die dort einsam sprossen, Sie blühen einer andern Welt Was einst mit Trane» saust geborgen Ties in der Erde kühle» Schatz, Es kennt kein Heut, es kennt kein Morgen, Ihm blüh« das ew'ge Lebenslos, Nur schlichte, graue Eräbersteine verkünden, das, hier einsam ruht, Der Leib so vieles in dem Schreine, Der Leib von unserni Fleisch und Blut Wa» einst geglanzt aus unsrer Erde Bersank zur wahren Nichtigkeit, Bus Glanz und Ruhm solgt dar Gesährte Di« grotze, tote Einsamkeit, 3« dieser Stätte [afft uns trete» Mit Demut, allen Stolzes bar, Zu Gott, zu dein die Ahnen slehten, Ringt auch die Hände dieses Jahr, Berges,«, was irdisch ist und wankend, Söhnt euch jetzt mit dem Himmel aus, Preist Gott den Herrn — ihm ewig dankend Zieht einst ihr ein ins Vaterhaus, Die seine in der sremde» Erde Als Heiden ewig lebend ruh», Sie ritz der Tod ans flüchtiger Fährte Hinweg vom heldenhaften Tun, Wenn wir auch nicht die Augen schlossen De» Lirben bei dem Sterbengeh'n, Steht doch in »nser Herz gegossen: Datz alle, alle auscrstch'n. — Albert Wols. Ans meiner Dorflrirche. Totensonntag. Ev Ioh, Kap, 5, B, 25, Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Er lammt die Stunde und ist schon letzt, datz die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes höre» — und die sie hören, die werden leben, Liebe Gemeinde! Wenn inir jetzt geschehen sollte, was einst dem jungen Könige Salomo geschehen ist, datz Gott mir eine» Wunsch sieistelltc, de» er crsüllen wollte, ich wützte gleich, was ich wünschte' Liebe Gemeinde, ich wünschte nicht, datz der Krieg anshörle — nicht, Latz das Massensterben ein Ende nähme: Denn so sehr Nlir dieser Wunsch am Herzen liegt, so ist cs uns doch allen viel zu sehe zur Gewitzhcit geworden, datz sich in diesen Dingen eben Gottes Willen vollzieht, scheetklich ge- Miß. aber doch auch heilsam: aber wenn ich wünschen dürste, dann wollle ich wünschen, was jetzt einen Menschen zum Glück- lickpte» ans Erden machen mutzte Datz Gott mir verleihen möge, all die Tränen zu trocknen, die eben slietzcn, in all' die traurigen Herzen einen Schein hellen Himmclslichtes hinein- sallen lasjei, zu können. Wer das eben könnte, datz er durch die Gagen unb Häuser ginge, und wo er einem Traurigen in die Augen blickte, da würden die Augen hell und die Trauer schwände im Sonnenschein — wahrlich, das mutzte ein Mensch sein, wie der Sonnenschein selber, wer di« Kraft in sich trüge, der hätte ein Glück so grotz, datz man Essen und Trinken, krank und müde sein, ja datz man alles, alles darüber vergessen könnte! Es gibt eine schreckliche Geschichte von einem Bruder und einer Schwester — der Bruder wird weggeruse» und die Schwester, von Unruhe getrieben, läuft ihm nach, von Zimmer zu Zimmer — bis sie auf einmal vor einer schweren eisernen Tür steht, die sich nicht öffnen lägt, — dahinter ist ihr Bruder verschwunden, weinend und klagend steht sie vor der Türe, mit allen Kräften stemmt sie sich dagegen, rüttelt und schüttelt ~ aber es Hilst nichts, di- Türe bleibt zu — und dies« schreckliche Geschichte erleben eben tausende in unserem Volk! Ihre lieb sie» Angehörigen, die von ihnen gegangen sind in strahlender Zugendkrast, verschwinden hinter dem Tor des Todes, dos sich nie mehr öffnet — alles Klagen und Auflehnen gegen das Furchtbar- ist umsonst! Es gibt ja so mancherlei Trostgründe für die Zurückgebliebenen, und sie werden gewitz oft al s wohlmeinendstem Herzen gespendet: datz es eben sür's Vaterland ist —und ist gewitz schön und voll Ehren so zu sterben — daß noch so viele, viele andere es auch tragen müsien, wir haben vielleicht alle schon versucht, in solcher Weise — andere zu trösten — aber gerade da liegt es ja: so schon und wertvoll uns solcher Trost Vorkommen mag, solange es sich um anderhandelt: Wenn's erst einmal um die eigenen Lieben geht, dann spüren wir. wie diese Worte wirklich sich als das zeige», was sie sind: Worte — schöne Worte — oft sehr schöne Worte — aber auch weiter nichts: Nein, wer uns wirklich trösten wollte, wer cs wirklich schaffen wollte, datz wieder Licht hin- einsalle in die Finsternis dieses Herzeleides, der mutzte imstande sein, das eherne Todcstor zu brechen, damit wir wieder eins werden könnten mit unseren Lieben! Zwar nach einer Seite ist dies Tor ja von jeher offen gewesen: Sterben müsse» wir alle! Das kann uns schon über eines kosten, nämlich, datz wir nicht sagen müssen: Die von uns schieden sind unglücklich, weil sie sterben mutzten: so brauchten wir nur zu sagen, wenn wir sortsahren könnten: wir aber müsse» nicht sterben! Und wir alle mästen doch sterben! Und auch die nun gefallen sind, sie hätten ja doch sterben mästen — vielleicht etwas später! — aber doch sterben! Und wie manchen unglücklichen Lebendigen haben wir doch schon gekoffen, der beim Gedanken an eine grotzc Gefahr, d-r er früher einmal entgangen war, sprach: ach, wäre ich doch damals gestorben, dann hätte mich jetzt das Unglück nicht! — Darum wollen wir uns damit das Herz nicht schwer machen. Für die Gesallenen hat Gott gesorgt. Aber das ist das Schreckliche: datz wir von ihnen scheiden mutzten, datz w i r jetzt ihre liebe Nähe entbehren müsten, datz sie uns genommen find! Und auch das offene Todestor, von dem wir bisher redeten, hilft uns da nichts, denn wenn wir ihnen auch Nachfolgen wollten in den Tod wir würden sie doch nicht finden, sondern einsam liegen wie sie! — Nein, wer uns wirklich unser Leid in Freude wandeln wollte, der mützte ein anderes Tor öffnen: ein Tor, durch das wir unsere Lieben wiederjinden! Und liebe Gemeinde, da ist die Freudenbotschaft des Totensonntags, die Botschaft, die ocn Totensonntag macht zum Totenfest! Es ist einer da, der diese» sehnlichsten Wunsch un sercr Herzen erfüllen kann: Der Mann am Kreuz, — der Mann der Auferstehung! Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, datz die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören, die werden leben! Wir mästen uns auch hier vor den Worte» hüten! Es gibt wunderbare Worte und Gründe von der Unsterblichkeit des Menschen, davon datz all' die gute» Eigenschaften eines Gestorbenen nicht plötzlich verschwunden sein könnten — u. s. f. Aber wo es einmal ernst wird, wo hart auf hart kommt, da wird sich doch immer wieder zeigen, datz auch das nichts weiter sind als Worte! Und das Sterben eines Menschen, der uns lieb ist, ist eine so sürchlcrliche Wirksamkeit und Tatsache, daß dagegen Gegen Frost und Nässe unserer Krieger empfehlen wir unsere bestens bewährte yjflt mit vielstittidistei Brenndauer. Bequem in der Waücilrocktasche zu tragen. Ausführung I M>. 1.5(1, II M. 2.50 inkl. Kohle). Wird direkter Versand ins Feld gewünscht, genaue Adresse angeben. itril (skockl Aue ! ^Ui Friedberg, Kaiserftr. 43—45. Fernsprecher Nr. 3(ü). r Gnterverpachtung. Montag, den 23. d. Mts. sollen nachverzeichnetc Grundstücke anderweit aus 9 Jahre verpachtet werden und zwar: Vormittags uni lll Uhr di- Grundstücke der Gemarkung Friedberg im Saale über den städtischen Pserdeställen sEin- gang vou »er Haagstratzej. — 3252 qm, am Ringgraben die sog. Koppel- 5 Abteilungen. a l48öqm) htr Ohrlochs- und Schlagweg. 339 qm. Weg hinter der Blindenanstalt. 1825 qm, Wiese im Usaseldchen. .--4« qm, Acker am Psaftenbrunaen. 9480 qm, WieiedieSauerweideinbAbteitungen ll:l qm, Erabland hinter dem Friedhof. 1929 qm, Grabgarten im Nojenchal. 2I8t qm, Wiese der Königsstuhl. , im vu,...... = 2109 qm. Acker am Friedhot in 4 Adtcil 9750 qm, Grabla nb >cher der Wehrbach t Nvn- Flur H. Mr. 135 weide in . III. Nr. 193 IV. ., 241 l ., V. „ 103 = „ IV. „ 13 .. IV. , 10* , VIII. , 205 - L II. , 2 = ", 11. 150 = II. , 193 - VI. ,242,.) .. VI. , 165) - .. 11. , 157 = Nachmittags Stadtteils z»»erd» Flur XXiil. Nr. 13t .. XVI Nr. 391 dol) in 8 XVI Nr. 391, Fried»-««, den 1«. Noocmdec 1914. Der Bürgermeister Stahl. Kornstroh (Flegeldrusch) sucht zu lausen die (gro'gh. Blindenanstalt FrieSberr, 2 -Kiiiiier-Woljniillli mit abgeschl. Vorplatz und Zubehör an ruhige Leute p. I. De,, zu vermieten. 'Näheres Friedberg- Fauerbach. Klau enor. 12. Worte und Gründe völlig wcrilos werden: Gegen diese sllrch- terlichc Wirklichkeit kann nur etwas helfen, das selber Wirklichkeit ist: und wir haben es selber in schwerem schmerzhaftem Suchen erfahret«' es gibt nur ein Ding, das so wirklich und so stark ist, datz es mit dem Tod fertig werden kann: das ist: Jesus Christus der Auserstand-nc! Wer ihn einmal neben sich Hai gehen spüre» im Lebe», der weitz, datz des Todes Gewalt gebrochen ist! Aber wir müssen wohl bedenken: Mi: werden Jesus nie finden, wenn wir »ns fclbstfüchtig in uns selber zu- rnckziehen, um nur unscren Schmerz und unseren grübelnden Gedanken zu leben: Er hat ausdrücklich gesagt: wo zwei oder drei zu-famme» sind i» meinem Namen, da bi» ich mitten unter ihnen! Drum gehe hi» zu denen, die Gott dir noch gelassen hat, oder die er dir gerade jetzt in den Weg schick« und lasse sie deine ganze Liebe spüren: dann wirst d» aus einmal erfahren, wie Jesus neben dir steht und in ihm wirst du alle die wieder finde», die der Tod dir cntrisscn Hot! Und dann wirst du mit Freude erfahren: Die Toten hören die Stimme des Sohnes Gottes und leben. Amen Ishrouilra der Kriegs,, eichichlc. 13. November. Am Äser Abschnitt, bei Nieuport, brachten unsere Marine- truppen dem Feinde schwerste Verluste bei und nahmen 70« Franzosen gefangen. Bei Ypern wurden weitere 1100 Mann gefangen genommen. An der oftpreutzischen Grenze bei Eydtkuhnen und löblich davon, östlich des Scenabfchnittes haben sich erneute Kämpfe entwickelt. Die östcrrcichichen Truppen sind in Verfolgung »er Serben vor Valjewo angckommen. Die Türken sind bereits 3 Stunden über die russisch- Grenze am Kaukasus vorgerückt. 14. November Erfolgreiche Gefechte um Ypern westlich von Lille und I* den Argonnen, 850 Gefangene. Bei Stallupönen wurden 590 Nutze» gefänge». Bei Wlok- lawc« wurde ein russisches Armeekorps geworfen und dabei 1500 Gefangene gemacht und 12 Maschinengewehre erbeutet. Die Oesterreicher machte» bei Przemnsl erfolgreiche Ausfälle, sie drangen bei Valzewo (Serbien) trotz heftigem Widerstand vor und nähern sich Belgrad. Die Zahl der in Oesterreich gefangene» Feinde beläuft sich auf 92,727 Mann und 887 Offiziere. Das türlifche Hauptquartier meldet einen Sieg über die Russen bei Küeprikoei am Futze des Kaukasus. Die Rotzen ,vur den unter schweren Verlusten (zkka 8 509 Mannj aus befestigten Stellungen zurückgeworfe». 15. November. Wegen »»günstigen Wetters wurde» bei Ypern nur geringe Fortschritte erzielt und dabei einige hundert Franzosen und Engländer gefangen. Fm Argoi.nenwaldc wilrdc ei» wichtiger Slützpunkt der Franzosen genommen. Die englische Regierung fordert eine» neuen Krieg-Kredit von 4X Milliarden Mark. Deutschland protestiert gegen amerikanische Kriegslieferungen an England und Frankreich. 18. November. 2»I Argonnenwalde errangen wir grotzerc Erfolge Erotzer Sieg bei Kutno im Osten! 28 000 Russe» gc- sange», zirka 80 Geschütze und Maschinengewehre erbeutet. Die Armee Hindenbur.z hat hiermit an der Warte einen enischei denden Schlag gegen die russische Osscnsioe an der Grenze von Posen geführt Auch bei Soldau, Lipno und Stallupönen san- dcn für uns siegreiche Gefechte statt. Die österreichische Armee in Serbien hat die Linie 20ieno- wotsch-Valjcvo mit diesen beiden Städte» besetzt. Die Türken machen am Kaukasus Fortschritte und rückten „Has$ifl‘'-Sciir8tniülilen, Häckselmaschinen, Rüben* u.Dickwurzinühlen empfiehlt A. J. Tröster, Butzbach. JJftjljl-, Kraut- und Kiitten-Fäsler stets vorrätig bei /’ ölfer»tze>». Nr. 271 «C’fc 2 in Persien ein. (Eine englische Stcttung am persischen Meerhusen wurde von den Türken erjolgreich angegriffen. 17. November. Südlich Verdun und nördlich Cirrey blieben englische Ausfälle erfolglos. Der Gouverneur von Warschau, Baron o. Korsf, befindet sich unter den bei Kutno ffiejangenen. In Galizien beginnen neue Kämpfe. Die Oesterreicher haben auf dem serbische» Kriegsschauplatz in Len Kämpfen der letzten neu» Tage 8000 Gefangene gemacht. 42 Geschütze und LI Maschinenze- wehre erbeutet. 18. November. Ein französischer Anguss gegen unsere Stellungen bei St. Mihiel brach gänzlich zusammen. Schloss Chatillon wurde von deutschen Truppen im Sturm genommen. In Nusstsch-Polen entspannen sich nördlich von Lodz neue Kämpfe. Russische Kavallerie wurde bei Pillkallen geworfen. Die Oesterreicher stehen in Russisch-Polen mit dem Feinde wieder in der Schlacht. 3000 Russen wurden gefangen. Bei neuerlichen Kämpfen in Serbien wurden 1400 Gefangene gemacht und viel Kriegsmaterial erbeutet. 18. November. Ein heftiger französischer Angriff tei Servon wurde unter schweren Verlusten für die Franzosen zurückgeschlagen. Der Hafen von Libau wurde von unserer Ostseeflotte blockiert. In den Kämpfen in Russisch-Polen nahmen die Oesterreicher 7000 Man» gefangen und erbeuteten 18 Maschinengewehre und mehrere Geschütze. Die Türken sind gegen Aegypten im Vordringen und schlugen die Rüsten erneut im Karkasus. pir pieiljttachtspaketn'ochr. Zur Entgegennahme der Werhnachtspakete werden die in der beigesügten Liste ausgesührten Paketdepots in der Zeit vom 23. bis SO. November geöffnet. Es wird darauf hingewiesen, daß es sich nur um die Sendung von Paketen an die im Felde stehenden Truppen handelt. Die Aufgabe von Paketen für die imInlaude stehenden Truppen fBefatzungs- und Ersatztruppen) ist bei den Patetdapots nicht gestattet. Für diese Truppen nehmen alle Postanstatteu Pakete nach den üblichen Postvorschristen an. Weihnachtspakete können als laiche dadurch besonders kenntlich gemacht werden, dass sie mit einem grellroten Zettel beklebt, oder mit einem roten Farbftrich versehe» werden. Die Feldpostpakete können aufgeliefert werden 1. unmittelbar bei de» Paletdepots; in diesem Falle wird keinerlei Gebühr erhoben. 2. hei den Postanstalte»: in diesem Falle wird eia Porto von 25 Psg. für jedes Paket erhoben. Die Verjendungsdedrugunge» sind folgende: 1. Die Pakete dürfen höchstens i Kilo wiege«: HLert- und Einschreibe-Pakete sind unzulässig. 2. Leicht verderbliche Waren fz. B. Weintrauben, frische» Fleisch) dürfen den Paketen nicht beigepackt werden: ebensowenig seuergefährliche Gegenstände l>Stieichhölzer, Feuerzeuge mit Bevzinfüllnng). 3. Die Perpackung muh fest und dauerhaft, auch gegen Nässe widerstandsfähig sein. Papptartons müsten mit Leinwand umnäht werden. Waren, die leicht zerdrückt werden können fz. D. Obst, Pfefferkuchen, Flüfsigleiten) sind nur in Kisten zu verpacken. Es wird ausdrücklich darauf hrngewie- sen, dah die Pakete nicht nur einen wochenlangen Transport auszuhalten haben, sondern auch zeitweise einem bettüchtlichen Druck ausgesetzt sind, da ungefähr lMVS Pakete in einem Eisenbahnwagen verpackt werden müssen. Ungenügend verpackte Pakete werden von der Weiterbeförderung ausgeschlvsien, falls sie versehentlich angenommen worden find 4. Der Anbringung der Adresse ist besondere Arnmerlsam- feit znzuweuden! Bei Kisten wird die Adresse am besten mit Tinie oder Farbe auf den Deckel geschrieben. Bei in Leinwand eingenähten Paleten muh die Adreste aufgenäht werden: zweckmässig sind dazu die im Handel erhältlichen Paketodresien aus Leinwandpapier, mit dem üblichen Vordruck für Feldpost- sendungen Sieben diesen aufqeichriebenen «der aufgenähten Adresten ist auch die Befestigung der Adresien durch Anhänger aus Leder oder Leinwand empfehlenswert. Das Aufkleben der Adresse mit Gummi, Leim oder Kleister ist z» vermeiden, weil derartige Adressen durch Rege« adgrweicht und von Mäusen während der Lagerung in den Paketdepots und auch auf dem Transport abgesresien werben können. 5 Die Beschreibung der Adreste. Die Truppen im Felde sind mehrsach und voäidrücklich darauf hingen» esen worden, ihren Angehörigen die richtige Abreste rnitziiteiten. Es wird dringend davor gervaru: A-nvrravgeri an dielen mitgeteilten Adreste» vorzunehrinrn. Bi brr Abfassung der Adresien sind tilgende Punkte zu beachte»: «) ob der Truppenteil des Emp- Mnger» einem ArmeechW» «der einem Mchervekorps oder eine-» Lendi-.-^i loii-s «pgr! >ri In öirlem Falle muh der Adreste stets dos be und dos dazu gehörige Po- (e ^ "" . ■’ ' werben. ' *» Paketdepot zugehörig ist, ergibt sich ans der am 6-r. ft beigefügten Lifte. Die Adreste lautet also z. B.: chaen- - Ernst Müllrr. b. Ke -prgnie. Infanierie-ReW»uern 7 V - onterie Dirilion. 5. Ari'-ekorvs Paleidepot Groove. I i-r i En-pionger einem Truppenteil ang- hört, der webe einen, sirmeeknrps. noch einem Nes-rve- koii s noch er:-m t-ft: - -s angehört. In diesem Falle muh die SIMciic anher dem rrnppenteil »och die belrefirnde Ar-ee de-" die Elap-en Inipekriu» enthalte». Ein Paket- dep-' dars nidit angegeben werden. Jeder Adreste ist hinznzu- fügen: aeitt icmcm Arn.ee tReseroe. Landwehr-) Korps an. Die unter bi aiifgefllhrten Sendungen werden durch die Post- anftalien an b- : - -b-udt. deren Orte zwischen der heeresveewoltven und dem ftft'chspollamt oereinbort ^ - rbote», da sie nicht nur iit Auloh geben. Bei der letzten Paletauilie-erua, wurde unter anderem lotgende lldrene vorgelegt: E. K. K. 4. Ft. 3, das sollte heihen: Etap- Neue Tageszeitung. Samstag, den 21. Afoveinst 1914 pen-Kraftfahr Kolonne 4, Fleisch!olonlie 3. Pakete mit solche» : Aufschriften werden zurückgewiesen oder nicht weiter befördert. - Auf jeder Adreste ist der Absender zu vermerken. t>. Die Pakete sind mit Begleitadreste auszuliese.il. Auf dem Abschnitt dieser Begleitadreste dürfen keine Mitteilungen gemacht werden, da diese Degleitadreffen als Belege bei den Poftanfto.lt«» und Paketdepots perbleiben! 7. Die Versendung erfolgt auf Gefahr des Absenders. Ersatzansprüche künuen weder bei der Post, noch bei der Herreo- verwaltung erhoben werden. Sollten die Empfänger beim Einireffeii der Pakete — weil verwundet, gefallen oder vor- miht — sich nicht mehr beim Truppenteil befinden, so werden solche Pakete zum Besten des betreffenden Truppenteils verwendet. Ebenso werden Pakete, welche infolge falscher oder ungenügeuder Adreste nicht bestellt werden können, den Truppenteilen zur Verwendung überlasten. Eine Rücksendung findet in beiden Fällen nicht statt, 8. Pakete, die beim Paketdepot eingeliefert rvorven sind, können nicht wieder zurückverlangt werden: ebensowenig kann den Anträgen auf nachträgliche Berichtigung oder Äarderung der Adressen nachgegeben werden. !) Verzeichnis der Paketdepots: In zweifekhaften Fallen wollen die Absender sich Rat bei unterrichteten Perionev oder bei den Poftanstalten, vor Abfassung der Adreste, holen. Verzeichn,» der Paketdepots. Es sind zu lenden nach dem Paketdepot Für Angehönge derjenigen Truppenleile. die dein Verband der nachstehe»d-n Korps angehören Berlin Garde korps Garderef. -Korps Königsberg i. Pr. k. Armeekorps 1. Reseroekorps Stettin 2. Brandenbg. l Havel) 3. 3. Magdeburg 4. 4. Etogau 5. Brcslau 6. 6. Düsirldvrf 7. .. Eoblenz 8. a Hamburg Ü. a Kannooer 10. 40. Cassel II. ÖL Dresden 12. 12 . „ l-öchfs Stuttgart 13. 13 . „ (Ä^lTlt.j Karlsruhe 14. li. Strassdurg i. E. 15. 17). Metz 16. 16 . Danzig Frankfutt a. M. 17. 17. " (Darm stobt)') Leipzig 16. 1& 18. Elbing 20. 20* Mannheim 21. ■21. Bettln 22. Stettin 23. 23. Magdeburg 24. 114. Etogau 2Ä Easiei 26. 26. Dresden ) 27. Stuttgatt ) " " Königsoerg i. Pr. 28. 2 a Brandendmg a. H. 20. DLsietüorf 30. 20 . Breslau 31. *31. Eoblenz 32, 32. Hannover 33. 3L Karlsruhe i. B. 34. 34. Enatzburg t. E. 85. 2b. Metz 36. 36 . Danzig 37. 37. Frankfutt a. M. 38. 38. Leipzig 39. 39 . „ (Sächf.) Elbing 40. 40. Alannheim 41. 41. Glo au 42. 42. Stuttgart 43. 4L .. (Wiirtt.) München 1, bayr. Armeekorps 1. bayr Nef.-Ziorps Würzdurg 2. 2. 2. „ „ 8turnberg L „ ■n Atüuchea 4. „ „ 4. „ 'ttücvderg 5 . 5. n 1t Lobten; Breslau BePtznugstruppen Eftendayn-Forinarionen u .d-Kolonnen für den we.uichen Kriegsschauplatz Eiienbahn-fiormatronen und-Kolonnen sür den ö,iltchen Kriegs.chanplatz ’j Rur für die Grogherzoglich Hesttzchen Truppentelle. Deutschland und Chile. Während in d«n meisten südafrikanischen Repnblirken eine vom Golde Englands genährte deutfchfcindliche Stimmung herrscht, sind die Sympathien der Republik Chile auf deutscher Seite. Dos ist umso bemerkenswerter, weil in Chile allein unter all' den jüdameriknuifchen Staaten, die sich in ewigen Bürgerkriegen zerfleischen und niemals zur Ruhe kommen, Ordnung und Frieden herrscht. Während i» den südamerikanischen Raubstaaten nur die verlogenen eiiglilcheii Siegcsnachriäften verbreitet werden, arbeitet man in Chile den Liigennachrichten dadurch entgegen, dah die Ladeninhaber in ihren Schaufenstern die deutschen Berichte ausbängen. die grohe Menschcnmasscn anziehen. Die Mehrheit der Zeitungen nimmt stark zugunsten Dentichlands Stellung. In der in Sanfiago, der Hauptstadt von Chile, erscheinenden Zeitung „La Gaeeta nfiltar", die von Offizieren des chilenisch--» Heeres hcrausgegeben wird, war jüngst folgendes zn lesen: „An den Herrn Gesandten Deutschlands in Chile, Santiago. Exzellenz. In diesen Zeiten, die für Ihr Vaterland Zeiten (dimer- st- r Prüfung sind, müsten bei uns die Gefühle herzlicher Sympathin und Dankbarkeit, die uns mit Deutschland verbinde», znni Ansd'iick gelangen: einmal wegen der zahl- reidien und namhaften Vorteile, die wir Deutschland als unserem Lehrmeister in allen Zweigen öffentlicher und privater Tätigkeit zu verdanken haben, dann wegen des beton- i...,n Lei (wollens, das §. M. der Kaiser und leine -lieft -lang »ns stets cntgegengebracht haben. Unsere Ossi- >,re, die den Vorzug halten, in dem grossen deutschen Heere dienen zn dürfen, sind in Tcutschsond wie Deutsche einige, nommen und behandelt worden, ein Vorzug, wie ihn keine andere Nation genossen hat: cs hat sich darum im Herzen des chilenische» Beltes die Zuversicht eingewurzelt, dass uns ii» Falle einer Bedrohung unseres Vaterlandes durch ir- Onibcine c tnerrknnrfche c der curc »pasche Station d?.s lihicfv lige Teil!- che Reich selb) llos un d 1I1ID0' räimHco i;i '3clv.ii llC-fllllCll wl i;rfcc. Unb nu n hat d tcici entschle. d. fest ist einstehend, dem gcsmnte» Cnropa brn fix icn er! ? Wie könnt c» wir dabei gleichen" ■ 1 tig bl- Wir liiüß' ten, ganz > abgesehen non unserer Dankt irkeit. i du) stigrta- nifchcm Hc ldentinne iir j cdcm F: ille uns. :r voll.' täulrigniir zollen! T ie zahlreichste. ' NNd ■[: ir ) i(V'( der ins ländischen Kolonien in C !hile ist die den erinz Hern- rich von si : ensien hatte die Gill !e, hier imd n -dersti-a zp ecklärcn, dass unsere Armee der seines erhabenen Bruders nicht nachständc. Aus all diesen Gründen wundern irit uns, dass man hier bis jetzt gestl wiege» stet. . Vielleicht uv! man die Neutralität wahr„ wollte? . . . Aber 'eien ?ie überzeugt, Exzellenz, dass fast das getr::te chftenifch- Volk mit Ihnen ist, mit den Taxf-rsten unter den Tensoren. -ui; den Heldenmütigsten unter den Helden. V » dem chsistess- lichen Siege der grossen drutichen Ralivn sind wir Herr- zeugt. Nur den Trpseron n in't der Sieg, l -ft re 9t - g* nalhymue drückt dies ans: „Ter Tieg benai sich vor ib»e„." Geruhen Cw. ErzcLcnz. die Heissesten Wüni .- der dink- baren Soldaten Chiles enlgegenziinebmen und ftber---» -t zu fein, dass unser gesmntes Volk Ihr Vaterland log!--itet mit feinen besten Wünschen, mit seiner B-Knmdernng und teiner Dankbarkeit." Als infolge diese? offenen Brieies der .Gaeeta militar" von anderen chilenischen Blättern Nentralitätsbrnch oe-ze- werfen wurde, vcrvfsvlllichle die Mflfiärzeiinng eine Cr- widerung, in der es w a. beisst: „Dar sich in der Ne>t nicht als Freund erweist, der ist nie einer gewesen!" Dir sMüiMUWihknt in Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" druckt einen aof- „Eclaireur de Rice" ab, der fick; mit der Frage ter Landnngs- möglichkeit in England befasst. Er beginnt mit der. Wer-, ten- „Das Ergebnis, das sich in dielen Augenblickei: vorbe- reitei, ist die Lai,düng einer deuficknn Ainnee in England " Der Vorwurf, dass dies eine unmögliche Sache fei, und dost die Herrschaft der Meere England gehöre, wird von dem Verfasser mit den Worten zurllckgewresen: Die Ausführung dieser Idee ist vielleicht schwierig und srivst gewagt. Was -hre finmögtichlefi angeht: »iemals. Im Kriege gibt es nichts so Unmögliches, dass nmn es nicht oersucht und ein audxres Mal sehr crilsihafi besprochen wurde. Den Versuch bat Napoleon gemacht und die Besprechung der Laudmigsmöglichkeit stammt vou einem sranzöstschen General de Regriel und wmde vor etlv» zwanzig Jahren in der „Revue de deux mvndes" vires fentkrcht. Der Artikel erregte damals grosses Aufsehen. Wenn Enoland seinerseits die Invasion gefürchtet habe, Io sollte man meine», dass diese zu dem genannten Zeitpunkt möglich war. Und es iesürchtet sie immer nock;, dessen Mn ich sicher! Sonst würbe es rn diesem Augenblick nicht so ungeheure Anstrengnn gen machen, um den Schlag zu parieren. Dies beweist, dass die Landung fetzt möglich ist, genau so wie ebemals. Der Verfasser hat am 14. Oktober darauf hingewiesen, dass der Rückzug ia Frankreich sich beschleunigte, um den von Osten drohenden Stürmen begegnen zu können. Dies habe sich bestätigt. Die llmstönde haben es den Deutschen gestattet, den Rückzug nicht zu überstürzen und die Einnahme von Antwerpen hat ihre Ausgabe sehr erleichtert. Dieser Sieg gab ihnen die Idee rin, einen Vorstotz von Bouloqne aus zu versuchen. Ich zweifle nicht daran, sagt der Verfasser, dass Meier Plan seit langer Zeit reichlich erwogen und ausgearbettat morden ist. Der Generalftad in Berlin wird immer lieber zwei als einen und drei als zwei Kriegspläne vorbereiten, umer Be- riicklichtigung aller Möglichkeiten und der Plan einer »löglichen Landung in England ist sicher nicht unberücksichtigt q,-lassen worden. Die Deutschen sind durchaus fähig, sich mit den gewagtesten Experimenten abzugeben. Man beachte beispielsweise den Bericht der „Pall Mal! Gazette" über eine zuerst unglaublich erscheinende Tat, nämlich über die Legung von Minen seitens der Deutschen an der Nordseeküste Irlands. Lesen Sie endlich den Artikel der „Times", der kürzlich auf höheren Besehl in den Eymnasien von Paris verlesen wurde. Eie werden daraus entnehmen, dass er von einer lehr notür. lichen Angst erfüllt ist am Vorabende einer der grössten Röte, die England bedrohen können. Ist es etwa nur »n» Bergnü- gen am Kampf, daß die Deutschen bei Nieuport unb Dixmui- den, sowie von jedem wichtigen sttategischen Puntt, derirtig hefiige Angrisfe machen und versuchen, auf da» linke Iffcr ter Pser zu gelangen? Und diese Anhäusung von Armeekorps an einer Stelle, wo gegen der sehr engen und durch den Fluss wohl geschützten Front ein einziges genügen würde? Alle diele Anstrengungen, schließt der Artikel, wie auch diese enorme Zusom- menziehung von Truppen werden verständlich, wenn man die Entsernung ins Auge fasst, welche den unteren Laus der Psek von Dünkirchen, von Calais trennt. Bis zu dieser letzteren Stadt sind es kaum dreißig Kilometer, wahrend der Seeweg Calais-Dover weniger als vierzig Kilometer misst. Deutsche Krieysbriefe. von Paul Cchweder S. u. H. Erotzes Hauptquartier. 11. November. Zn den Schützengräben vor Reims. II. Es ist nicht ganz leicht, ein Bild von dem wundervollen Organismus der kleinen Stadt zu geben, die stch vor meinen Augen ausbreitete, als ich von den Offizieren des Eren.rd'^r- \ Nr. 271 ?!cf,imcnts zu ihrem Oberst gesuhlt wurde, der zunächst nochmals meine Legitimation prüfte, mich dann als eine» Gast erklärte und mich daraus zu seinem „Palast" führte, O selige Kindcrzeit, wie wirst du hier inmitten de: Kriegs grcuel mit einem Male wieder lebendig. Dos ist ja die Troglodqtcnstadt, die wir uns hoch oben in den heimatliche» Hnrzwäldcrn zur Sommerszeit erbauten und deren Spuren, wie säst alle Erinnerungen aus jenen wunderherrlichen Tagen, längst rerwifcht find. Ich sehe die Höhle» wieder, die wir ausanibr» und mit Zweigen und Laub so lange überdeckten, bis ihre Türme phantastisch gleich riesigen Termitenhügeln über den Waldbodcn hinaussahen und den alten Ob.-rsör-tcr zum fluchen brachten. Nur daß hier noch ganz andere Kräfte wirksam waren, als sie damals in schwachen Kinderhände» steckten Hier ist die Höhle zur Wohnung, das Dach zum bom- benstchcrcn Unterstand ausgebaut worden. Und was noch eben ein- geheimnisvolle Märchenstadc aus der Kinderzeit erschien, wild in dem Augenblick lebendig, wo erst einzeln, daun aber dutzendweise die braven sächsischen Grenadiere herauslrabbcln und mit verträumten Maulwurssaugen dem seltsamen East nack.sehen, der wohl als erster Zivilist seit zwei Monaten diese Wnndcrstadt betritt. Mein Heim!" so steht es über einer Art Kellertür, die der Oberst össnet. Ich steige einig« Stufen hinab und stehe in einem schneeweihen, enge» aber behaglich hergelichtete» Raum, der nur einige wenige Quadratmeter im Geviert mißt, ober ein Bett, einen Kamin, rin- Waschtoilette und einen Schreibtisch t.herbcrgt, Alles natürlich euphemistisch gespro- den. Denn las Bett entpuppt sich als ein wagcrecht in die Wand eingelassener Drahtnetz, aus dem ein Strohsack liegt und über de» die in einem verlassenen Bauernhaus« requiricr- Bettücher gebreitet sind. Aber der Kamin ist echt, denn er besteht aus einem richtig sunktionicrenden Feuerloch, das sogar mit einer künstlerisch ausgesührten Gipsleiste umgeben ist, llnd diese Bcrzicrung setzt sich in schönen Verzweigungen an der ganzen Kalkwand des dämmerigen Raumes fort, und ste ist eigenste Arbeit des Obersten, der sich damit einen hübschen Zeitvertreib in der Ocdc dieses zweimonatigen Stilllie- geus geschossen hat. Originell ist das Fenster, dessen schräge Stellung zum iinsallenden Licht die Anbringung des kleinen Arbeilstisches ermöglichte. Kurzum, der Erfindungsgeist und die künstlerische Gestaltungskrast des Mensche» kann sich kaum anregender betätigen als in dieser Abgeschiedenheit und in der tiefen Nacht der Unterweltsbautcn dieser armseligen Kr.ideiand- schnst Der Oberst hebt einen Vorhang neben dem Bett, und sie da' ein unterirdischer Lausgang tut sich auf, der zu dem „Ge- schäjlszimmer" des Regiments hinübersührt. Gerade fünf Nenschen baden darin Platz: der Oberst, der Ofsiziers-Stell- vertreter. ein Telephonist und der Bursche, der zugleich den Küchenchef markiert und ich. Als alter Journalist interessiere ich mich zunächst für die Telephonstclle.. Inzwischen ist ein Glas Kognak da: der Koch tritt an seinen Miniatnrherd, um >m Handumdrehen eine Bouillon zu bereiten, und der liebenswürdige Ofjizicrs-Etellvcrtreter schleppt Brot, Wurst und Zigaretten heran. Es ist alles da, und es wird von Herzen gern gegeben, Ucbcr unseren Kopsen leuchtet d'e Zimmerkrone, ein alte» Wagenrad, mit srischem Tan- nenreisig geschmückt und Lichter» darauf gesteckt. Doch schon nahen »er Herr Major, die Hauptleute und die Leutnants, um uns zu einem Rundgang durch die Schützengräben abzuholen. Es fei ganz ungefährlich, versichern sie mir. Bei dem Nebel sei nichts zu sehen, und man schieße deshalb schon feit dem frühen Morgen nur hin und wieder. Ich kann daraus nur erklären, daß ich als blutiger Laie überhaupt keine Bedenken habe, den Irrgarten zu betreten, der sich vor meinen Augen austut und verstehe es daher auch nicht, daß bei jeder Stelle die einen Ausblick ins Freie und hinüber zu dem großen, schwarzen Wald auf der anderen Seite gestattet, die Herren sich unwillkürlich ducke» und mir zurufen, ein Gleiches zu tun. Wir wandern zunächst erst »och rin Ctücklein durch den Wald dis aus einem Platze, von dem aus viele Seitenstraße» sich nach den Schützengräben hinziehen. Sie find durchweg mannshoch und nur gerade so breit, daß ein Mann ihn begehen kann An verschiedenen Stellen sind Ausweichen vorgesehen, und in kurzen Entfernungen voneinander befinden sich die Schützenständr, die eine besondere Schutzwehr aus Stahkfcheiben mit einem Guckloch darin haben. Hinter einem jeden steht unbeweglich der Grenadier mit dem Gewehr in der Hand, von Zeit zu Zeit einen Blick durch das Loch werfend. Alle find sie höflich, aber ernst, denn hier in der vordersten Linie lauert der Tod, Ich sah manches, was auf die Gesinnung der Leute in dieser Stunde ein bezeichnendes Licht warf und was ihnen all: Ehre machte. Aber darüber laß« sich nichts jagen. Es sind eben unsere braven Feldgrauen, ganz so, wie sie am Anfang des Krieges es gewesen sind und wie sic cs heiientl'ch bleiben werde» bis zum Ende, Man hat das Gefühl, baß sie alle ihre besondere Gedanlc» in diesen Geist und Körper ungemein anstrengenden Augenblicken nachhangen und daß he dabei bei» Himincl näher sind als der Erde Der »l»e hat -bea einen Briet von daheim erhalten und liest ibn oerklärtcn Angesichts, der andere kritzelt ein paar Zeilen au „sie", und der dritte hal ein kleines Neues Testament ln der Hand, dos er rasch beiseite legt, als iib unrermulet neben ihm aiistouchre. Es mir peinlich, sie zu stören, und so bin ich srol, als mir in einen stillen Seitenweg ei,.biegen, der uns schließlich wieder Mi Raum« wandern reizende der Wand Neue -vageszeilung. Samstag, len 21 . November 131* 3“ Platze von vorhin zurückjühri, Dab i sthe^h, daß die Astrnd mit i-iiigeschlifsenen Kr-id-ftücken kunstvoll au-gelogt daß der Platz sogar einen Name» ha«: „Friescnvlatz", beinahe hundert Leuten des Regiments ist der jugendliche Leutnant Friesen bei einem Sturm aus die sein» lichcn Schützengräben vor einiger Zeit gefallen, und Ire mcrodschast ha» dafür »eforgt. daß in diesem llciiien sein Gedächtnis stets in Ehren gehalten wird. Wir nun zurück zur Stadt, wo mir noch tausend kleine, Einzelheiten dieses lilipulanischcn Gemeinwesens gezeigt wer den, was für eine sruchtbare Phantasie, was für künstlerisches Können und vor allem, was für Humor auch in trüber Zcit in seinen Bewohnern steckt. Daß die Straßen sämtlich Ruf- schrisken tragen, die sich mit Dresdener Straßennamen decken, ist wohl selbstverständlich. Da ist sogar die berühmte Prager- straßc zu sehen, ferner die Schloßstraße, die Wilsdrufferstraßc und sogar eine Nebenstraße, die nur dem Dresdener durch ihren Namen etwas zu sagen hat. An einer der Straßenecken aber lese ich zu meinem großen Dergnügen: „Fri- und Rasiersalon von F, Schulze", und tatsächlich wird IN der tllebellust des Ro- vcmbcr-Rachmittags, die ein gefahrloses Arbeiten im Freien gestattet, ein Stoppclbart beseitigt. Recht gemütlich gcht's auch im „Maschinenhaus" her, wo ein selbstgemachter Krön leuchter einem Altenburger Skat leuchte» muß, während nicht weit davon die Iägerhütte auftaucht, die ich schon einmal sah und die sozusagen das Offizicrskastno darstellt. Ich muß hier eine» Kassee genehmigen, der allen Ernstes weit besser schmeckt, als man es dein sächsischen Kassee nachsagt. An aber stand in Kreideschrift folgendes hübsche Poem gen Leutnants zu lesen: Wir hielten hier im Jägerhaus, Manch bange, schlimme Woche aus, Es schützten uns die braven Bretter. Bor Fcindesschuß und R-gcnwetter Ob auch der Feind Granate» spie. Fest saß die zweite Kompagnie, Manch welsches Rindstück ward verzehrt. Manch Glas vom Franzenwein geleert. Der Wirt hatt' keinen dagelassen, Wir mußten ihn wo anders fassen. Ward'» Obdach auch gewährt nicht gern. Wir danken dieses Hauses Herrn! Und als es dann an's Erzählen ging, da hörte ich so vieles, daß damit wohl ein kleines Büchlein zu stillen wäre,. Deshalb greife ich nur einige Schnurrpfeiscreien heraus. So kamen da eines Tages auf die Schützengräben der Dresdener :l Kühe und ein Kalb in Schützenlinie zu. Aber auch die da- nebcnlicgenden Mannschaften eines Breslauer Regiments hatten Witterung von dem Anmarsch der braven Bieriüßler erhalten, und da sie durch Zungenschnalzen und ähnliche unerlaubte Mittel den Weitermarsch der Tiere zu den Dresdenern zu verhindern suchten, krochen trotz des dichten Kugelregens 2 Grenadiere mit Heu in den Händen hinaus, dem erstaunt glotzenden Rindvieh entgegen und lockten es mit zärtlichen Worten zu ihrem Grabe» hin, wo sie mit einem gewaltigen Jubelschrei empfangen wurden. Wenn die Dresdener eine schöne Siegesmeldung vom Großen Hauptquartier erhalten, so hängen sic die Deroieliäk- ttgungcn in französischer Sprache durch ihre Patrouillen nachts in die Bäume des von dem Gegner besetzten Waldes, der dann immer am nächsten Morgen mit einem wütenden, aber völlig wirkungslosen Gewehr und Eeschützseucr quittiert. Auch eine» Renommiersolbaten des Regiments stellte man mir vor. Und zwar in der Gestalt des Grenadiers Karl Schober aus Lihallhauseu, nebeii dem noch zehn Brüder in, Felde stehen. Davon sind bereits drei gefallen, und zwar ein Leipziger Ula» und zwei Matrose». Die anderen sind mit Ausnahme eines weiteren Matrosen sämtlich Angehörige fächstscher Regimenter. Der Pater ist Bahnarbeiter in Niederstricgiß bei Roßwein in Sachsen, Alle elf Jungen entstammen einer Ehe. Auch diese Tatsache ist de» Franzosen drüben durch ein Eitrablatt bekannt gegeben worden, und eine nicht mißzuverstehenoe Austordcrung daran geknüpft worden. Und so hörte ich noch manches andere. Das Schönste aber kam zuletzt. Man lud mich nämlich zur Teilnahme an einer Geburtstagsseier im Schützengraben ein. Das Geburtstagskind war der Hauptmann und Kompagniefiihrer v, B , zu drs- sen unterirdischer Behausung man sich in feierlichem Zuge begab Auf dem in die Wand gemeißelten Tische brannten sechs kleine Kerzen, und daneben lagen allerhand kleine Geschenke, die so recht den inneren Zusammenhang des ganzen Regiments erkennen ließen. Vom Bataillonskommandeur war eine Kiste Keks gekommen, die Kameraden hatten eine Ctrohhülse geschickt mit der Bitte, sich die dazugehörige Flasche Sekt gesälligst zu denken, und die jungen Leutnants überreichte» als wertvollstes Geschenk ein Stück eroberten sc, .Glichen Landes in Form eines großen Kreideblockes, Al» 1 des lah ich Splitter einer am Ü'iü krepierten Granate aufget at, - , eine Portion Vogtländrr ' trße o daß sie in der Blau-.ncr > «ge ' den, wenn der Mann gar aUt’O j Sie führen den fchönen I' verschiedene, den 7 N bei ik zusammeniief und die ve rend des seierlichcn Aktes r: einer allen Munt' armonila, etaa-aftchenk des Feinoer den Schützengräben ' if :nbte II wurde, echt wer- ''rn piao. ' es gab , M" ade W-h- aivients, > fterrn" /eite 3 . 1 i'-idt, und alles fang lapjer mit, zumal der Fcldprediger die Gelegenheit ergrift, um auch seinerseits das kleine Fest duich ein paar warncherzige Worte zu verschönen. Die größt« Freude aber machte dem Ecburtstagskinde ersichtlich der Aufmarsch der neucrnannten Ritter des Eiserne» Kreuzes seines Regiment», von denen e.n einziges Bataillon deren 50 besitzt. Mit seit'amen Gefühlen nahm ich endlich Abschied von dem sröhli- ck"'v Heim, über dessen Pforte ich den Satz las: „Hie Habit,,I Felicftas, nil mali intret!" Schluß folgt. Paul Schwede:, Kriegsberichters,alter. Kriegs-Allerlei. Tr» Studrntcn ist der Humor auch im Felde nicht ab- l-andcu gekommc». Das zeigen die folgende,, tfortcnjriiiV rwcier Burschenschaften: „Biwak bei Drabcmd le rot,: M,'„- lurcn von solch langer Toner sind derzcit an Tonischla„!,s liehen Schulen noch undelannt. Ein Trost ist cs miS, Latz her Franzoscnwei» noch nicht ausgcgang n r Me 'e es jo weiter bleiben!" — „Noch gcht's uns gut lind hau'» wir wohlgemut Te» Nüsse» auf die Wntkhichnul! Leis wir einst gelernt i» (3iessen: Anguart, Zieher, Terz und Schiesse», Muss der MoAowieer bi.sson!" Wie Deutsche in Frankreich, Achpeltnein lcltcrn, Aus einen, kleinen Orte in Frankreich, — de» die wackere» Feid- gtauen ein „Treck,icst" nennen — schreibt der „Kl. Presse" die drifte schwere Mörier-Munitionsk»Ivn»tn-?lbtril»ng, 2. Kolonne vom 7. Westfälische!, Fuße tillerie-Negimcnt folgendes: Bei einen, Rift fai, n wir gestern schöne Aepfol »nd bei näherem Nachjuchen zu unserer grossen Freude eine fast neuzeitliche Kelter. Gott verlässt seiiltz Frankfurter nicht. Wir spannten unfern dicken Fuchs an den zweirädrigen Kgrrcn, holten uns Aeppcl, mochten die Kelter sauber itnd requirierten bei de», Herr» Pchreee. der selber ein Firunb von einem gnlen Tropfen ist, ein paar Fässer. Nachdem dann alles beieinander war, fabrizierten wir ein ganz famoses Stösschen, Wir wollten die Sache streng gehet,n halte», aber es duftete derart lieblich, daß wir bald bobeu »nd höchsten B-s,^, bekamen. Wir tranken und gedachten der fernen Heimat, Unterzeichnet ist die Feldpostkarte von August Kitz, Frankfurt ?,'iederiirlel, Jean Fischer, Frankfurt, Wcrgien, Frankfurt, Ernst Becker, Schaafheim. ?>prrn. Sinn erlebt auch das alle Bpern wieder stiir- niische Kriegstaoe. Seine Geschichte ».eist genug von solchen zu erzählen. Es war an, 9, Juni 1889, als dieselben Engländer, die sich jetz. zu Beileid' , in Belgiens aufwerfcn, vor der Stadt erschienen » a «..erring begannen. Damals war Npern eine blühende Großstadt, deren Bewohnerzahl auf 100,000 geschätzt wurde und deren Tuch- und Wollindustrie europäische Bedeutung hatte. Ein schwerer Kamps war es, den die tapferen Apcrnci in jenen Tagen auszukämpfcn haften: sie sichten schliesslich, aber die Stadt war übet mitgenonimcn, die Vorstädte waren zerstört, und gerade dort hatte die Arbeiterbevölkerung gewohnt. Die toar nun heiniatlos geworden, wunderte aus u, verpflanzte Aperns Hauptindusttic an neue Stätten. So sind es die Engländer gctvesen, die der Blute dieser alten Hauptstadt Westflanderns den Todesstoß versetzt haben, und den Rest gab ihr dann die achtmonatige Belagerung durch die lpa- nifchc» Truppen, die sie im Jahre 1581 durchzumachen hatte. Der Farnese bezwang Apern schliesslich und preßte die Bevölkerung grausam aus, Ta war Apern nur »och ein Schatten der einstigen reichen und blähenden Jndust- tieftadt — man zählte damals in der Stadt nur noch 5000 Einwohner I . Heute hat sie ihrer über k>, 000! Platz genug haben sie, denn die Stadt hat den alten Kimfang des Mittelalters bewahrt, und überdies ist die Uperlee, die früher in einer Anzahl von Kanälcn die Stadt durchfloss, längst überwölbt worden. So find riesige Plätze, ungewöhnlich breite Steißen entstanden — das Gewand der Stadt ist recht weit und etwas schlotterig geworden für die Anzahl der Menfchm, die sie bewohnen. Aber darum darf man Aper,, doch nicht etwa zu jenen toten oder halbtoten Städten zählen, deren Typus am reinsten durch Brügge und auch durch Mecheln vertreten wird, O nein, die Aperner leben und lassen lebe»! es ist eine lebensfrohe, wohlhabende Bevölkerung, die hier ansässig ist, und darum stiinnit Upern, obgleich es in seiner ganzen Erscheinung wie ein Stück steingewordene Vergangenheit anmutet, doch nicht melancholisch, wie etwa das erstorbene Brügge. Ergedui» der Saxmelbiicksse» für da» Rete Kreuz. Ellermeier 25.83 Ji; Kasino 66.97 M; kchillerlinde 15 46 Kemps 6 92 M; Hotel Trapp 14.68 jK; Guckelsbcrger 14 89 Ratskeller 7.67 M: Weil 8.88 -4t; Schütz 15.71 Kaiserhof 5 50 Jt; Philipp Eteinhäußer 15.53 Bahnhof, Warlesaal 19 44 Wind 12.04 Gripp 9.35 Ji] Kochendör» scr 4.14 M ; Schybsda 8.05 M.\ Schiffbengel, Bahnhof 9 74 Jl\ Bahnhof 9 08 .<(. — Leider wurde eine Büchse mit Inhalt entwendet, — Allen Gebern herzlichen Danll Wir kitte» gleichzeitig höfischst um weitere Zusendungen, I-«,m W!i*U c sowie alle zarten Stoffe, die keine rauhe Behandlung beim . ornmen rein, blcndead weiss und wie neu durch c'~2s selbsttätige Waschmittel und Bürsten, daher grösste Schonung des Gewebes. selbst, ohne Reiben :z für Rasenbleiche. raU erbäkJ«ch, i»,*.-nal» lose, nur io Origiosl-Pskets^ Co„ DÜSSELDORF. Audi fab«k«U.n d«, sUWIitM, .. Henkel’s Bleich-Soda. SUS ■«»« —-SW ■■■■« OIIM (Jr. 274 Neue Tageszeitung. Samstag, den 21. November 1914. Täuschender Lchcm. Original-Roman von Ludwig B l ii m ck e . (Fortsetzung). Dieses Tier gebärdete sich in seiner Angst wie ein gereizter Stier, stieß mit den Hörnern um sich und wurde den rindringenden Mann nicht an sich haben vorllberkom- men lagen, wenn der ihr nicht geistesgegenwärtig seinen Umhang über den Kops geworden hätte, sodaß sie nichts mehr sehen konnte. Während er selber sich nun nach dem Ohnmächtigen bückte, um ihn auszuheben und zunächst hinauszutragen, hielt der Leutnant, der ihm auf dem Fuße folgte, die Kuh mit nervigen Fäusten zurück und trieb sie durch die andere Tür nach draußen. Da brachen die Balken des Bodens auch schon, Feuergarben prasselten hernieder, alles, was sich noch drinnen befand, war verloren. — Ein Bild des Grausens und Entsetzens.-- Der Einsiedler oder wie er mit seinem richtigen Namen hieß, Johann Erundmüller, den Roland auf seinen starken Armen ins Wohnhaus getragen hatte, erholte sich schnell wieder, schaute sich mit seinen großen, runden Eulenaugen verwirrt um und wußte lange nicht, wie ihm geschehen war. Und dann fiel ihm sein Bieh wieder ein, das er vergebens zu retten gesucht. Wie ein Narr rannte er hinaus, sah den brennenden Trümmerhaufen, raufte sich die Haare aus und schien nicht übel Lust zu verspüren, sich auch in die Flammen zu stürzen. „Ich bin nicht versichert. Alles ist verloren! Mein Bieh, meine Schweine!" jammerte er, in gellenden Klagetönen, und sein Gesicht glich dem verzerrten der stummen Alten, die seine Schwester war, aus »in Haar. „Laßt gut sein, stkachbar", sprach der Herr von Waldwiese mit weicher Stimme zu dem Verzweifelten, ihn sehr engerisch am Arm zurückhaltend. „Die beste Kuh ist gerettet. Wir helfen alle mit, das wird noch mal! Jetzt nur alle Mann an die Wafferkübel, daß die Scheune erhalten bleibt und das Wohnhvus. — Da kommt die Spritze schon." — Und jeder tat seine Schuldigkeit, am meisten und wirksamsten aber d«r immer noch in Strömen gießende Regen. — Außer dem Kuhstall fiel dem verheerenden Element kein Gebäude zum Opfer. — — — Als Roland nach zwei Stunden mit seinem Gast endlich die Brandstätte wieder verließ, da klärte sich der Himmel allmählich auf und die Sonne lächelte auf einmal lieblich und heiter durch das sich verteilende Gewölk. — Ueberall rieselten Büchlein über den Wiesengrund, überall standen große Wafferpflltzen und das Laub der Bäume hing naß und schwer herunter. Der Eutshos mit seiner Umgebung von Tannen, Eschen und Eichen aber kam Erwin, als er ihn jetzt zum zweiten Male sah, wie ein liebliches Mürchenwunder vor. — Stand aus der Veranda nicht wieder Prinzessin Goldhaar, die wunderschöne Maid mit den bezaubernden Blauaugen? — Wahrhaftig, da leuchtet« durch das glitzernde, feuchte Blattwerk ihr wundervolles Haar, da bewegte sich ihre elsenhajte Gestalt, und ihm wurde es auf einmal so gar eigen sonntäglich uins Herz, so als dürfte er heute alles Alltägliche vergessen und mit lieben Verwandten eine frohe Stunde verleben. Wie Verwandte, die er ganz fern der Heimat, gesunden, kamen Vater und Tochter ihm schon jetzt nach der kurzen Bekanntschaft vor. Er würde oft und gern bei ihnen weilen, das wußte er. Und dieser Blondkopf, der sich nun drüben scheu zurllckzog, würde ihm noch viel zu schaffen inachen in seinem Herzen, das spürte er. das fühlte er an dem ungewöhnlichen Klopfen da tief drinnen in seiner Brust. — Wie gern wäre er gleich jetzt noch aus ein Weilchen bei Rolands geblieben, die ihn recht herzlich einluden, wenigstens eine Taste Kaffee mit ihnen zu trinken! Aber das ging nicht, denn der Heinrichswalder Wagen, der chn vor drei Stunden hatte von der Station abholen sollen, hielt nun schon eine geraume Zeit auf dem Hof und erwartete ihn. Ein mürrischer, angetrunkener Kutscher schaute recht offenstchtlich auf seine Uhr und schüttelte den roten Kopf. Aber sobald es ihm nur irgend möglich sein würde, wollte er wieder kommen, das versprach er feierlich beim Abschied. „Ein prächtiger Mensch", sagte Roland, als er nun allein mit seiner Tochter am Kaffeetisch saß. „Er hat so etwas in seinen! Wesen, das mir ganz ausnehmend gefällt. Scheint auch sehr bescheiden zu sein. Schade, schade, daß er den bunten Rock hat ausziehen müssen! Ich glaube, Vermögen besitzt er nicht mehr." Agnes hörte mit roten Wangen hin. Auch ihr gefiel Erwin, wie ihr kaum zuvor ein junger Herr gefallen. Uno sie wußte, was niemand sonst ahntet Wie hochherzig er an Heinz gehandelt. — Daß er doch Wort hielte und öfter zu ihnen käme! Aber nun trat Johann Erundmüller, der Einsiedler vom Katzenberg, mit seiner 'Rot und Bedrängnis in den Vordergrund. Wie man ihm helfen könnte, die Frage beschäftigte Vater und Tochter vor allem. Stand der Alte auch nicht im besten Ruf, weil in seiner bewegten Vergangenheit manches recht dunkel war, so befand sich der „Einsiedler" der seinem mageren Boden nur im harten Kamps mühsam das tägliche Brot abzuringen vermochte, doch in größter Verlegenheit, wo er drei Kühe und alle Schweine außer dem Stall eingebüßt hatte, und darum mußte man ihm als Nachbar helfen, mochte er es verdienen oder nicht. So dachte der jederzeit hilfsbereite, hochherzige Besser von Waldwiese wenigstens. Und Agnes mit ihrem weichen Kindergemüt stimmte ihm vollkommen bei, wie sie denn stets ein Herz und eine Seele mit dem Vater zu fein pflegte. Derweil fuhr Erwin auf dem herrschaftlichen Wagen — es war keineswegs einer der besten — durch ein Stück herrlichen Laubwaldes, in dem viel hundett gefiederte Sänger nach dem glücklich überstandenem Unwetter mit Hellen Kehlen den Schöpfer priesen, der ihr Nest und ihre Brut vor Schaden bewahrt hatte. Das nasse Laub glänzte im Hellen Sonnenschein, die langsam hinabrollenden Tropfen schilletten wie bunte Perlen, und ein köstlicher, würziger Duft wehte erquickend über Seiko 4. das üppige Farnkraut, das uch zu beiden 'Seiten der Straße ausbrcitclc. Da tauchte in einiger Entfernung ein Mann mit einem Gewehr über der Schulter au-, den der junge Volontär auf den ersten Blick für den biedern Roland hielt in dessen gastlichen! Hause er soeben geweilt. Der ihnen Entgegenschreitende mußte ebenso groß sein, trug ebenfalls einen Federhut und einen grünlichen Umhano und besaß sogar denselben mächtigen Schnauzbart. _ (Fortsetz un? folgt). Evaugrllschr OirniritiSf 24. Sonntag »ach Trin., 22. Non. Totcnsest. Gottesdienst in brr Siadtkirche. Barm. 9 % Uhr: Herr Pfarrer Klcbergrr. Mitwirkung der Chorfchule. Nachm. 4 Uhr: Geistliche Mustkoufsiihrung Abends '/, Ufji: Herr Pfarrer Diehl. Gottesdienst >» der Burgkirche. Dorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst: Herr Pfr. D i e h l. Nachm. 5. November, abends 8 Uhr: Bolksvorftel- lung in Marburg: „Die Raveuftsinerin". Volkspr. Freitag, 27. November, abends 8 Uhr: „Der Strom". 3 Freitag-Abonn.-Borst. Gewöhnliche Preise (ermäßigt). Samstag, 28. November, nachmittags halb 4 Uhr: Schüler- Vorstellung: „Minna von Barnhelm". Volkspr. Zahnarzt Winkler, Friedberg. Telefon 384. Während des Krieges bin ich täglich nachmittags von A—B l'hr und Sonntags von S—12 Uhr persönlich zu sprechen. 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Wenn auch das Rote Kreuz aus seinen Barmitteln de» größte» Teil dieser Gegenstände lausen wird so wäre e» doch für Uebcrweisung von Weihnachtsgaben wie oben angegeben sehr dankbar; nur bitten wir, die uns zugedachten Gabe» uns recht bald übermitteln zu wollen, da unsere Sendung tpätcstens am 2. Dezember von hier abgehen muh. Vom ^k!dr der Ehre. * Friedbrrg, 21. Rov, Der Tod hält draußen aus den Ech-ochlietdcrn auch unter de» Friedbergein eine reichliche Ernte. Heute wird die Nachricht bestätigt, daß der Kriegs- ' eiwillige Ga, Hoimann, der Lohn des hiesig-» Wnßbin» deimeisters Hosmann, zu Morstede bei Ppern den Heldentod i'-r » Vaterland gestorben ist. Der Heimgegangene hat sich durch sein liebensuüroiges Wesen allseitig Freunde erworben: sein Tod ist umso schmerzlicher, da ihm eine seltene lünstlerisch« Begabung v-«> ehu war di.- z» großen Sosknungen b -re-btii te, Ni-n ii! er de» seintiichen Geschoücn erlegen. Sein Anbeni-n bleibt allezeit in Etren: er starb den schönen Tod für di, ge- rechte und große Sc-be des Vaterlandes, ' Doebeim 21 Rov, Auf dem Feld« der Ehre arfolle». Der Lehrer Otto L a rl zu Ettingshausen hat aus den Schlacht- ielbein im tibcste» den ^rd fiii's Baterland erlitten. Der lüeini'ene ist von hie, grbürtig und war der Stolz »einer Eltern die au, ihn de-, a, iongs der 30«r Stehenden, ihre gan.i« H-'Nn,->ß letzten. Sein früher Tod wird hier allgemri» betrauert * Franksurt a, ®i., 21. Nov, Stadtverordneter Fritz ». Lasaul ; , der als Leutnant der Landwehr tm Fctd stand, ist bei den Kämpfen in Nordsrankreich am t7, November ge- sallen. Bor sechs Zähren war er vom 6, Bezirk in bie Stadtverordneten Versammlung gewühlt worden, nächst« Woche sollte sein Mandat erneuert werden. Politisch gehört« Herr A. Baltin-Oppenheimer Fnedverg i. .6. Fkrn'xkchkk U offerieren Mauser- und Dreyse- Pistolen Kal. 6,33 und 7,65. Ferner ist ein großer Posten WMeVolVer eingetroffen. Verkauf von Mk, 7.— an. Luftgewehre jiir Die Zvgcilli. Strlets. 0>ü1 erv erpachtun^. Das nach-e zeichnete in d-r Kemartmg Meldoch belegen- rnnbstäck des Veieinialen dirmenonds der Siadt Fnedbe.g wird rritag. Ä7. Aov. d. Zs., nachmittags 2 Astr , gestdaus .Zur Po-t" in Melbach aus w.ätere 12 Jahre >» Ad ilunge» »»chm» » a» di- M-iitdi-iende» veipachtrt! Flur lll. Nr. 27 = tzö t-vt qm. Alker *»f dem Eiche» Tie Güter»««,»htnng »«, l». N»»emder I. 2». bezüglich >r übr-gz» iür wdstücke it .,ki»ob««a. den 2«>. November 1014. 6 " Xi« jiädtische Urmcntommisioil. Stadl. ____ itrfui du« I|tf itt iBit jÄWft. Die Stadt Jriedbcrg beabsichtig« »»«»«>»« 2ch»ch»>> -eigneten ffas.I.chsen ,'vr. r" , n Angebote wolle man bis ;nm -S. d, M,s. mvrmiiiags ^ 6 *»5 ' CT S'nd! «il ™ «r»I,-k» Haas und die l eiben .Ke,e»doüe Knuden sich n» h>o. a elitall tm B«r orgunoshaus. 17» dieselben einge ehen wer»« Friedberg, den 2>', November imt. Der Bürgermeister Stadl. _?* "* Tages zeitung. Samstag, »«„ 2t. November 1914 * der natwnallibcralen Partei an. Bei der rorleV teu R-.chstagswahl, im Z-Hre 1907, kandidierte er hier jiir seine Partei, Er hat ein «Iter von 10 Zähren erreicht. Ans der Heimat. - Friedberg, 21. Nov, Die Zusammenkunft der Angehöri- gen von Kriegsteilnehmern des 221 . Reserve-Regiments, die pcitctn Abend bei Philip, Steinhä-ißer Itattfanb, war iakt von allen in Betracht Kommenden besucht. Es wurden die Fragen Weihnachtspaket-Besorgung, die Unterstützung bedürr'.i.cr Sol baten des Regiment, und verschiedene andere besprochen und zur vollen Zusriedenheit gelöst, * Friedberg, 21. Rov, Zllgenbwchr. Die Uehung morgen sollt wegen de- Totensrsie» aus. Nächste Hebung: Sonntag, den 22, November, «ntr.-t-n 2 Uhr im Hc,e der Augustinerschule, * Kricgsjiirsorge der Landesverstcheruugoanstalt Geoßh-r- zoglnm Heilen. Um den Kommunaibchörden die Forliührung össentlicher Arbeiten ,u ermöglichen und zur Auszablung d-r Unterstützungen an die Familien der iin Felde Stehenden Hot bie Landesvcrsicherungsanstalt Großh Hcste» den hesstschen Kreisvcrwaltungen und einzelne» Eirmcinüen bish-e etwa ü Millionen Darlehn zur Bersügung gestellt. Zur Milderung d-r durch den Krieg in Ostpreußen verursachten Notlage hat ste iür Liebesgaben 2000 Mark bewilligt und d-r Londcsoer- stch-rungsanitalt Elsaß Lothringen zur Verstärkung ihrer Barmittel ein Darlehn von 500 000 Mark überwiesen, * Gießen, 21. Nov, Bon der Landes »niverlität. Das vctciinärmedizinijche Kollegium ist in eins veietiuäimebi- zinisch« Fakultät umgewandelt worden, Heiseii Nassau. « x, Ob-rnrsel, 20. Nov, Auf dem Felde der Ehre stnd bis jetzt gl Oberurseler gefallen, darunter 7, Oisiziere — Ge- stöhlen wurden auf dem hiesigen Friedhos von dem Krade einer kürzlich be-rbigten Kindes zwei Prrlenkränze, Bon der Polizei wurden hier bei sämtlichen Landwirten die vor- hand:nen Kartofselvorräte scstgestrllt, - z. Arnolüshnin, 20, Nov, Hier starb, 67 Jahre alt, unser Gcmeinderechner Zoh, Aböls Ealga, Mit großer Pillcht- treue führte er die Kastengeschäsre unlerer Gemeind« über 8S Jahre lang. Sein Heimgang wirb bier allgemein b-bauert, - x. Merzhanse», 20, Nov, Förster Frankenbach hier, der z. Zt, im Felde steht, wurde zum Ossizier-Stellvertreter brsör- dert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, * Fulda, 21. Nov, Hier werd-n i» den ersten Togen 17,0 Familien, ggg Köpfe zählend, au, Lothringen eintrrsien, die aus militärische» Gründen für eine bestimmte Zeit ihre Heimat verlasten müssen. Sie werd-n in Räumen de» Stadtschlos- ses untcrgebracht. * Hiinseld, 21. Rov, Zn hiestger Stadt sowie in den größeren Orte» de» Kreises find eine Anzahl Familien aus den Grenzbczirken Ostpreußens au» militärischen Gründen überwiesen worden. In der setzigen ,-eft fau't man blonder» er» Hz ». |»t, Dnn! meinrr »roßen B»r- r»te bin i °> in der L»-e, trotz großer Vreissteiaerung -n Molle Leinen u. Baumwolle l»n»e Zeit noch zu alten be- k«n--ten billigllen Preise» zu »er «iifen. Ich empfehle: Anrnklstosse für He r:» und <-„ad«n, HleiderstoHe in Wolle und Baumwolle ideidentzosre- Lamuitc» D » e >( »''«, Fntleestosfc, f 2ei»c». ,bn»dtüche", ri'chtüchee, Ler>ie en, Bcrtücher, Koller- SeniSeii^o'-c, Nockstoffe- Tchüv-enstosfe- Ve'«'«»ge- Damalle, Piquee, tgardiuen- Läu'-trgoste- ?isg>d«^e»,scri. Tchür-o». Nn erregt, Tatchentücki-r, ui jiöütfr StüSiDüfl und rur hb, t aren Srrtcn. Neste aller Lrten ßliin brißnDcrs bil g. !, s. M ! friftbrrg i. j , luilrrlr. 123 j (bi»:»i, Ecke Jjilpllli!«’:). cJo?'p?!ia5!Zii.s;c Friedberg i. H. dem Rat’iause gegenüber. Telelott Xo U. Rkgkllll!j!ll!!k empfiehlt in groster Auswahl SOirifilrik Biervert Friedbeeg. #i«ilrr*t. 1«9 um Kriegerdenkmal, Reparaturen u. lieber,iehe» schnell und billig. Tiiätrges, »einiiches Mädchen »as an Ordnung oewöhnt ist und bürgerlich loche» kann, in «n e» Ne wen Hausiaii aus den I.Dez, nach Frmd! eg gesucht. Zu eriragen bei d r Exp, b, N, T, WtIlililiMW wird geschroten- Hafer geauetscht «nd Holz geschnitten. Weyer, Ochsladt. ____ Seite 3. u olenlontttay. Trüb und traurig ist d-r Tag. Nebel sinken nieder, Und verklungen stnd im Haag, All-r Sänger Lieder, Preisgegeden die Natur, Irdischem Berdciden, Findet sich aus zedcr Spur Unerbittlich Sterben. Feierlicher tüiockenklang Tönt durch diese Oedc; „Totensonntag" ballt c» bang: Kommet zum Gebete! Betend iür die Seligkeit Uns rer teuren Liebe», Die in stiller Einsomleit Schlummern saust dort driibeni H, S t a » h a ch. WeihttachtsdMe für die Verwundeten. Taö diesjährige Weisinnchtssest soll auch unseren rer» wilndeicu Kameraden i» den hiesigen Lazarette» einen Strahl danllnircr Liebe riir ihre großen Cl'fct drauß-n im Dienste des Daterlandeö bringen »»d ihnen in der Heimat euie kleine Freude beicheeren. Darum buten mir alle Freunde derselbe»- in Stadt und Land uni ttzeschcuke »Iler Art, besonder-! um praktische i>iegenstonde (Wollene; Unter- zeug, Hosenträger, Oieldtischcheu. Brieipapier, Taschenläinp- ck)en, Zigarre», Tabak, Aepsel, kllussc und dergl.) und Bücher oder um Geldspenden, die cs criueglichen, de» Weihnachtl- tisch für unsere Verwundeten - zu decken und daö Herz der kielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern non ibren Lieben feiern müsse», ein wenig zu erfreuen. Gaben für bestimmte Verwundete, die etwa dein Geber nahestehe:,, werde» am besten verpackt und mit NamcnSangabe d-ö zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor K o ch in der Eewerbcsckinle spätestens bis zum 15. Dezember einzusenden oder abzugeben. Prof, Werncr. Stabsarzt Dr. Achrrt. Lbrrinsp, Koch. Fronflnrier Wei'-rber-cht. Voravssnge: Bedeckt, Schneesülle, etwas wärm.--, we>h- selude Wind«. Verantwortlich für den polililchen und lokalen Teil: Otto H i rlchel, Friedberg: iür dcn Anzeigenteil: K. Schmidt, Fricdberg. Truck und Verlag der „Nene» Togesjeitn.az- A, G,, Friedberg i, H. Für unsere 6 M?tt! Extra warme Unterhosen Unterjacken, Leibbinden, LTniewärnier« Lungenschützer, Normalhemdcn, Farbige Flanell-Hemden, Handschuh?, Pnlsmäriner Hosenträger, Fufzwäriner, Ohrenichütjer, Kopfschützer, Strickwolle, Feldgraue Wolle, Feldgraue Taschentücher, Kolter, HemdenflaneKe & ISsiiEcrk: Frirdberg, Engelsgnlsc 10 . Sofort fit verkaufen. tFa-elirinrichtg., 2Ladentische, 1 Schanleuftereiir- richtnug (PickiclgrffeUes, t Gasofen, 2 Hettia.elt, t Klalratze, t Kelter. Friedlrerg, Kaiferftr. 13* lillliilr, öligen, tiruip usiD Mmiiiüfn zu den billigsten Preisen rmpstehll A. 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Peter. + BruWW + neijnu'n oft ihr Leiden zu leicht. Mein Bruchband ohne Feoer .l .to » ,eq»e»> , eigenes Fabrikat. Tag und flacht tragbar, hat sich auch bei veralteten Fällen gtän end bewährt. Zahlreich« ,-,cug»isse. Leib- und Borfallbinden, Keradchalter. tüummütrumpse. Allein Bertrcter ist mit to.ugcm anwesend >n Fricdbcrg, Mittwoch, 22. Bo»., vo» 10—S Uhr im Ho.et C2rci Schwerter» Bril.-Siet. L. Bogiscfi, Erbest, Stuttgart, 8 ;;*^- Mehrere tüchtige Verkäuferinnen zur Aushilfe bis Svcihnachten evtl, in dauernde Stellung gesucht. Warchlllls Geschwister Mayer Friedbcrg i. H. ijjs ©cfanpcrctn oSiekrfrnnj'^ifjicE, J Nachruf. Den Heldentod fürs Va erland starben auf Frankreichs Loben aus unserer Mute an b. e en tapferen Heiden, deren Andenken uns unser- xehlich bleiben wird. bchzkll, den 21. November 1911. Ter Vorstand. ,-if, v ? ,. -w , . - te&JLäL'-ÜZ*. ■: .- :■ ■■"- W* L miZäL&l Danksagung. Für die vielen Beweise herzli. er Teilnahme anläßlich des e Hinscheidens meines lieben Gatten und Vaters, unseres einzigen unoergesjlichen Sohnes und Schwiegersohnes Hm» Hermann Bauer sagel, wir für di« zahlreiche Beteiligung und die vielen Kran^ spenden unseren innig «n Dank. Btugeuheim, den 20. November 1914. In tirfenr Schmerz: Hilda Bauer, geb. Vogt uud K-nd. Wilhelm Bauer uud Frau. Karl Bogt und Frau. .. ’&ZZ ■ ME'' i ZZ ' . &>*r - .. .'-1 4 Für die uns erwiesene Teilnahme an dem schweren Verluste, der uns betroffen hat, sagen wir Allen herzlichen Dank Friedberg, im Nov. 1914. ßsgaste SteinhäuSe? u. Kinder. ; y- -y- . % iitei: JlscheCreditbank Kaiserstr. <0 Depositenkasse und Wechselstube Tclelon No. 8S. % if rledherg I. Ei. Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapier=Depots gegen massige Gebühren. Eröffnung von provisionsfreien Checkkonten bei täglicher Verfügbarkeit und angemessener Zinsenvergütung Annahme von Spar=EinIagen zu den höchsten Zinssätzen