rirrnimer 272 Donnerstag, den 1«. Uovemder ?. Jahrgang Die „iitur ing" ei chcint ,eden Weritag. Regelmäßige Beilagen t-i een 'üflftrt«» inonailidi 50 Pig. 5,in,» tritt Postgebühr oder Iiagtilohn. tiifuUiiBflioit ftriebbtrg. SchriNlcituny und ^ricdbetq'(&e5«nl, H-naueritraße li eszeilung «Sri t«»tr ua Kelsen", „Sic f.j>in»8abe". K«,«o»p»»i,: Bei Den Postanstalten oienel|at)tlirt) ol(t. 1,05 Anieigen: Grundzeite 20 Pjg., totale 15 P,g„ An,eigen von auswärts wetd-n »Uly Po inachnahme erhoben Ferniptecher «8. Postscheck-Conto Nr, 185g. Amt Stanliurt o. M. Fortschreitende Kämpfe. Erfolge in den Argonnen und in der Woewre. — Vordringen der Oefterreicher. — Einigkeit Deutschlands und Oesterreichs. Der deutsche Generalftab l — .... = meldet: ==« W. T. v. Croffcs .Hauptquartier, den 18. November, vormittags. Amtlich. Die Käinpfc in Westflandern dauern fort. Tie Lage ist im wesentlichen unverändert. Im Argonnenwatde wurden unsere 'Angriffe erfolgreich fortgesetzt. ^ran;ösische Angriffe süvlich von Verdun wurden abgewiesen. Ein Angriff gegen unsere bei Tt. M i ff i e l ans das westliche Maasnfcr geschobene» Kräfte brach nach anfänglichem Erfolg gänzlich zusammen. Unsere Angriffe südöstlich von Ci reff veranlaszte die Franzosen einen Teil ihrer Stellungen anfzngevcn. Das Schiob Ehatillon wurde von nuferen Truppen im Sturm genommen. In Pole» habe» sich in der Kegend nördlich von Fodr neue Kämpfe rutsponnen, deren tknticheidnng noch aussteht. Sndweftlich von Soldau wurde der Feind zum Kncking auf Mlawa genvnngen. Ans den« änffersteu nördlichen Flügel ist starke russische Kavallerie am 1<». u. 17. November geschlagen und über Pillkallcn znrückgeworfen wurden. Oberste Heeresleitung. Unser Lieg bei Kutno. Wien, 18, Nov. (W, T. B. Nichtamtlich.) In ®c- sprcchiing der Kriegslage bemerkt das „Freiiidenblatt": Ter glänzende deiitick)« Sieg bei ikntno erweise sich als eine überaus schwere, ja entsck>eidcnde Niederlage der dort angesetzten Hauptgruptzc des russischen rechten Flügels, Aber nicht bloß die groben personellen und materiellen Verluste sallen in die Wagsck^ile, es zeige sich auch, das; durch die Niederlage der russischen Warschau-Armee nicht nur die Lage bei den russischen nördlichen Fliigelarmeen, sondern vielmehr die Grsamtsituation aus dein aanzen Kriegsschauplatz beeinsluht wird. ~------ - —L j Der österreichische Generalftab !]===== meldet: ===-, Vom russisch-polnischen Kriegsschauplatz. Wien, 18. Nov.: lüch- kendcn Train nahmen unsere Truppen teilweise bei Bionik«, Ein Schisssgesecht in der Donau. Aus Wien meldet der „Verl, Lokal-Anz.": Aus Rustschut wird berichtet: Wie der Hascnkapitän bekannt gibt, wurde am 15. November um 12 Uhr nachts ein rnsiisches Schiss mit zwei Schleppern bemerkt, das die Richtung nach Serbien einschlug. Etwa eine Viertcl- stunbc davon entfernt erschien ein österreichisch-ungarischer Monitor. der das Schiss vcrsolgte. Nach kurzer Zeit vernahm man Kanonendonner und mit Hilfe von Scheinwerfern konnte wahr- genammen werden, daß der Monitor das russische Schiss tnge- grijfen hatte. Es stellte sich heraus, bah bas russische Schiss mit Kanonen ausgerüstet und stark gepanzert war. Es entspann sich ein harter Kamps, der eine Stunde gedauert haben kann. Schon durch den ersten Schuh des Monitors erlitt das russische Schiss starke Beschädigungen. Schließlich gelang es den Oestcrrcichern. cs zum Sinken zu bringen. Die Besatzung konnte durch aus dem Hasen hcrbeieilende Dampscr vollzählig gerettet werden. Das Schiss trug den Namen „Großfürst Alexcjewitsch," Kämpfe in Ostafrika. London, 17. Noo. Aus den letzten englischen Verlustlisten, die in der „Times" von gestern anderthalb Seiten in kleinem Druck umfasicn, geht hervor, bah auch in Englisch Ost- asrika schwer gctämpst wird und daß auch dort ebenso wie in Frankreich. Belgien. Aegypten und Arabien indische Truppen sieben. Drei englische und vier indische Ossiztcre wurden getötet, fünf englische und fünf indische Ossizicre verwundet und drei englische Ossizicre werden vermißt. London, 18. Noo. (W. B. Nichtamtlich). Die „Times" veröffentlichen einen aus Nairobi vom 11. November datierten Brief eines Teilnehmers an den Kämpfen in Deutsch-Ostatrika, Der Schreiber hatte sich der Somalitruppe angeschlosien, die an der deutschen Grenze ein Gefecht mit deutschen Truppen hatte. Es wäre diesen beinahe gelungen, die britischen Truppen ,u umzingeln. Der Kommandant einer Abteilung der Kings As- rican Riffes sei während der ersten zehn Minuten gefallen. Die Deutschen hätten sechs Engländer gcjangen genommen und vier verwundet, sowie mehrere Maultiere erbeutet. Die Engländer hätten 15 Deutsche gesangen genommen und acht verwundet. Der Kaiser an Hindenbnrq. Thor», 18. Nov. Hier ist gestern folgender Armcebcsehk der Generalobersten v, Hindenburg bekannt gegeben worden: Seine Majestät haben aus meine gestrige telegraphische Meldung salzendes Allerhöchst geantwortet«' Generaloberst v, Hindenburg! Für den schon gestern und heute erreichten viel versprechenden Erfolg der von Ihnen geleltctcn Operationen spende ich Ihnen in höchster Freude meinen taiscelichen Dauk. Auch Ihres Ecneralftabschefs und Ihrer anderen Heiser im Stube gedenke ich mit höchster Anerkennung. Ihren braven nie versagenden Truppen entbieten Sie ebenfalls meine Grüße und Dank für die unübertreffliche» Leistungen in Matsch und Gefecht. Meine besten Wünsche begleiten Sie für die kommenden Wilhelm I. R. Diese Allerhöchste Anerkennung soll uns ein Sporn sein, auch fernerhin unser- Pslicht zu tun. Der Oberbesehlshubce im Olten, v, Hindenburg, Kailer Wilhelm und /reihere n. Sfeofiir. Wien. Ist. Nov. (Nichtamtlich), Frhr. v. Skoda. welcher kürzlich zur Besichtigung de, Wirkung der 42-Zentimeicr. Mörser nach Belgien gereist war. is» vom Kaiser Wilhelm in Audienz empfangen worden. Er berichtet in der „Neuen Fr. Presse": Im Hauptquartier verweilte ich zwei Tage und wurde vom Kaiser in huldvollster Weise ausgenommen. Den Kaiser fand ich bei bestem Wohlsein und blühendem Aussehen. Alle Gerüchte, daß der Kaiser durch den Krieg sehr mitgenommen und ganz grau geworden sei. sind eitle Märchen. Der Kaiser hat jeden Tag große Strapazen durchzumachen. Er unternimmt täglich stundenlang die weitesten Fahrten, erfreut sich jedoch vollkommener Gesundheit, sowie bewundernswerter elastischer Spannkraft. Die Stimmung in Deutschland fand ich durchweg ausgezeichnet. In allen Schichten herrschte ausnahmslos Siegeszuversicht. Als Oeftcrreicher wurde ich in liebenswürdigster und entgegenkommendster Weise empfangen. Ueber- all fand ich das Gefühl der Brüderlichkeit, welches mir ungemein wohltat. Das Aussehen der deutschen Truppen war tadellos. Die Soldaten machten durchweg einen gesunden Eindruck, waren sehr gut gekleidet und ausgerüstet, sowie frohen Mutes. In allen Städten fand ich überall eine große Menge neuen Militärs und freiwillige Rekruten, die eingereiht werden. um die auf dem Schlachtfelde entstandenen Lücken zu ergänzen. Treue Waffenbrüderschaft. Wien, 18. Nov, (W, B, Nichtamtlich), Meldung des K, K, Kotr.-Bureau, Wie im birhetigen Verlaus des Krieges es stets der Fall war, bot sich dem Königlich ungarischen Ministerpräsidenten in Wien auch neuerlich Gelegenheit zu einer eingehenden Besprechung der Lage zwischen dem Ministe- des Aeußern und den beiden Regicrungschess, Hierbei i t der schon wiederholt erörterte und von der deutschen Regie: sympathisch ausgcnammcne Gedanke neuerlich in den Do grund, das bestehende volle Einvernehmen zwischen den bündelcn durch eine mündliche Aussprache zu bekräftigen, Anregung und Wunsch der Konferenz hat sich Ministerp: denk Eros lisza zu diesem Zwecke heute Abend über Berlin u das deutsche Hauptquartier begeben. Wie im mir, so ich dir. Berlin, 18, Nov. (W. B.) Gegen die von Englontz betätigte Eiulperrung von deutschen Personen weiblichen Geschlechts sind, wie die „Rundschau" erfährt, durch Vermittelung einer neutralen Macht nochmals die schärssten Schritte in London unternommen worden, von deren Aus» gang es nbhängt, ob nicht Deutschland zu gleiche» Vergelt» nngsmasinahmen auch gegen die zahlreichen sich in Deutschland aushallcndcn Engländerinnen schreiten wird. IJmingliidtlrr baijrilrfjrr laMkthng. München, 18. Nov. (W. T, B.) Die Münchener Neuesten Nachrichten" melden: Ter bayerische Lazarctlziiz der Freiwilligen Krankenpslcge, gestiftet von Oberstleutnant Grafen von Moy, ist bei einein Eisenbahnzusammen- stoß in Lille schwer beschädigt worden. Der Lazarettzug war ani letzten Dienstag für 2 Uhr im Vorbahnhos non Lille ongefomnien. Nachdem er etwa 20 Minuten gestanden hatte, erfolgte ein fürchterlicher Stoß, begleitet von einen, gewaltigen Krachen. Der Lazarettzug wurde aus- cinandergeriffen und die Lokomotive mit mehrere» Magen eine Strecke weit fortgcschoben. Tie Insassen wurden ans den Betten geschleudert. Ein Materialzug mit 60 Wag >st war von rückwärts auf den Lazarettzug ausgefahren. An dem aus 31 Wagen bestehenden Lazarettzug waren drei (Güterwagen angchangt. Zwei von ihnen waren mit Liebesgaben beladen. Im drillen befanden sich Pferde unter Aussicht von zwei Ossiziersdicnern, Tie Lokomotive des 1 Malerialzugcs bohrte sich derart in den letzten Gütern' > )ir. 272 Mm Tageszeitung. Donnerstag, den IS. November 1914 Seite 2 ba& vieler auf die Lokomotive gehoben wurde, über diesem iag der vorletzte mit auswärtsragendcn Nädern. Eni Magen stellte sich senkrecht aus. Seine Insassen »nd neun Pslcger muhten ihn durch die zertrümmerte» Fenster verlassen. Ein Pfleger erlitt eine Gehirnerschütterung. Die letzten sechs Wagen des Lazarcttzuges, die glücklicherweise keine Verwundeten mit sich sührtcii. waren auseinander und ineinander geschoben und vollständig zertrümmert worden. Auch der Matcrinlzug ist schwer beschädigt. Die beiden Ossi-iersdiener sind tot. desgleickzen ein Mann vom Mnteri-ckzng. 14 Mann vom Material,»g sind schwer verletzt. Die Derw'indeten wurden ins Lazarett gebracht. kine rn'liljf>r Jnrrkmnnna irr junmi Dfiitjdjtn frriwiU gen. 9t m ft et 6 am, 18. Nov. Der Kriegsberichterstatter oer „Times" aus dem wcsllicktzm Kriegsschauplatz berichtet über den Heldenmut der deutschen Truppen: „Welche Zer- 'törnngen auch immer in den Reihen unserer Feinde angerichtet werden, es muh doch zugegeben werden, daß die vreuhilcbe Kriegsmaschine, die nach der striktesten Disz'p- in arbeitet, ganz bemerkenswerte Resultat erzielt hat. Tie Deutlchen lind bis zum heutigen^ Tage imstande gewesen, stets ihre Verliistc wieder gut zu machen und darin fort,,,, 'obren, d-e Lücken mit neuen Leuten auszusüllen und die .roßten Streitkrästc in den verschiedensten Richtungen hi» a:lan,menzuziehen. Es ist richtig, daß ein beträchtlicher Teil der neu gegen die Engländer ins Feld geführten Trnv- >en kurz ausgebildet und noch ganz junge Leute sind. Aber mmer bleibt die Tatsack^ bestehen, dah diese schlecht Aus- 'cbildeten nickst gezögert haben, gegen ausgezeichnet ausge- ldete englische Truppen vorzngehen. Trotz des Man reis „ OKi-'-ren und trol? der geringen Erfahrung sieben Kimen im Alter von 18 bis 17 Jahren unter den Kanonen, and sie martostertcn nintig gegen unsere Flinten, die den Tod über sic streuten. Das ist die Wirkung einer hundert sichre alten nationaler. Zucht. Daß die Leute, die dieser sucht unterworfen sind, die Opfer einer autokratitch-M'li- ärisck-n Kaste sind, ändert die Tatsache nicht, das; sic diese ich selbst als notwendig angeeignet haben, um die natio- ealen Ideale zu verwirklichen. Wie verschiedenartig auch sie Elemente sind, au? denen das Deutsche Reich zusamme»- rcsetzt ist, so haben sie sich dennoch zusommengeschmiedet, am für die nationale Existenz z» kämpfen, und ihre Hand- ungen beweisen, dah das „Deutschland über alles" kein lec- es Wort ist." Tvcn Hedin nnd Frankreich. Stockholm, 18. Nov. othie für Frankreich ausgesprochen und nur die PolitT »dauert. die Frankreich in den Wirbel nnd das Unglück »trieben habe, da? jetzt seine nordwcstlickren Provinzen e'msnckst. Er mache jedoch kein Hehl daraus, dah er, trotz- em sein Vaterland vollkenuuen neutral sei, mit Leib nnd "wie aul Deutschlands Seite stehe. Der Heilige Krieg. Die türkische Armee. Wie», 18. Nov. (W. B. Nicht mtlicht. Die „Südslawische Korrespondenz" erhält von Mo»- erer Seite lotgende Mitteilungen aus Konstantinopel: Der I nilltärilchc Aulmarsch der Türkei vollzog sich mit einer ?!oll- ammenheit wie vielleicht »ic zuvor, da die türkische He,rcs- -ftung dlcsma! über die nötige Zeit ocrsügte. um ihre Tr»p- >en in den voraelchriebenen Ausmarschräumcn zu versammeln, sremde militärische Beobachter stellen fest, dah die Ausrüstung '.er türkischen Truppen in jeder Beziehung gut ist. Das vall- 'ommen ersetzte Artilleriematerigl ist vorzüalich. das Pierde- »aterial gut und genügend groh. Die Ausrüstung der Marn- chaften ist durchaus modern und entspricht allen Ansord-rnn- :en. Man kann feststellen, dah die türkische Heeresleitung olle m Balkankriege gemachten Erfahrungen sich zunutze machte, da« Hauptaugenmerk ist aus die Berpslcgung gewendet. Die mter der Leitung deutscher Instruktoren stcheude Intendantur >at aus den in Betracht kommenden Etappcnlinle» grohe Pro- oiantmcngen ausgrstapelt. E» wird versichert, dah vieler tweig der türkischen Heeresverwaltung, der im Balkankriege nicht genügend funktionierte, nunmehr ollen Bedürkniüen des Feldzuges vollaut Rechnung tragen kann. Seit Wochen ist bereits die Ausbildung der Rescroemanuschasten im Zuge, so dnh auch hier notwendige Nachschübe gemacht werden können. Ihr '>esvi/>eres Augenmerk hat die Heeresverwaltung den lanitärcn Borkebrunge» zugewendet. T>e Stimmung in der Armer kann als vorzüglich bezeichnet werde». Die türkische Bevülserung steht den kommenden Ereignissen ernst »nd entschlossen entgegen. Eine arabische P«»k!-«»!io». Die religiöse Zeitschrist .Sebil Urrejchad" vcrössentlicht die ürderjetzung der in Aegypten verbreitete» arabischen Proklamaiio». in der die Aegypter rusoefordert iverden, den Moment zu denutzcu, um stch von der ingtijchcu Kncchtschnst zu befreie». Die Prellamatio» führ, die dem Islam durch die Tripleentente und Aegypten durch die Engländer zugesügten Schädigungen an. die dieses fruchtbare Land durch ausschliehliche Erzeugung von Baumwolle für ihre Industtie heruntergebracht haben. Schliehlich legt die Proklamation den Aegqptern dar, dah der gegenwärtige Krieg die Schwäche Enalands enthüllt habe, dessen Flotte, die angeblich stärkste der Welt, nichts geleistet habe. Gärung in Indien. Infolge der überaus strengen Zensur, womit die englische Regierung das Bckanntwerden ihr unan- genehmer Vorgänge in Indien möglichst lange zu vertuschen sucht enthalten die holländischen Blätter ketnerlei direkte Rach, rllhten aus Indien, doch verlautet aus Umwegen über Ma- lafta, dah es afghanischen Emistären geglückt sei. trotz der scharfen grenzpolizcilichcn Mahnahn,en der anglo-indtschen Reate- rung in de» Pandschab einzudringcn und dort die Kunde von der Erklärung des Heiligen Krieges zu verbreiten. Zu irgendwelchen Unruhen scheint es bisher nicht gekommen zu sein, dach haben die anglo-indtschen Behörden i» Pischawar. Lokki, Bau- Ny und anderen Plätzen zwilchen dem Indus und der Sulet- mankette mohamedanische Geistliche vcrbaftrn listen, weil diese angeblich da» Fetwa des Scheich-ül-Isloms verkündeten. Der Bureriansstand. Rotterdam, lk. Nov. Den Meldungen des Reuterbureaus von den fortwährende» Ersalgcn der Reaierun->s'xnv- pen gegen die aufständischen Buren wird hier kein Glauben geschenkt. well man Rachrichtc» darüber bat, dah der Aukruhr nunmehr nicht nur den ganzen Oranicstaat. ländern auch bereit» den Süden von Transvaal erfaßt hat und stch am Samstag starke Abteilungen berittener Buren zwüiben Pbilivpstswn und Eolcsberg gezeigt haben. Zu gröberen Kämpfen ist es b°s. her nicht gekommen, da General Dewet, der den Oberbelebl führt. Luherst vorsichtig operiert und offenbar bemüht ist. durch stetes Ausweichen und Wiederaustauchen die geaen die Bure» ansaebotenen Strcilkommandos z» ermüden und zu verwirren. Dis Eesechte, die von Erfolgen der Engländer melden, stellen stch durchweg als Uebertrcibungcn dar. es bandelt stch Lobet in der Regel um Borpostengesechte, wobei sa zumeist einige Gefangene gemacht werden. Wie ernst die Lage in Kapstadt beurteilt wird, geht daraus hervor, vaß in der dortigen Prelle bereits die Möglichkeit erörtert wird, die gesamten Trümern im Süden der Kapkolonle zusammen-uzichcn. um bis zum E'n. treffen der nötigen Derstärtungen die Taselbai für das Mutterland zu halten. General Hertzeg bet Dewet. Rach dem Bericht eines -ng- ltschcn Blattes soll General Dewet den General Hertzog gelangen genommen haben, weil dieser ihn zur Unterweisung unter die Regierung zu überreden versucht habe. — Das wird wohl hcihcn sollen, dah General Hcrtzag, der ein scharfer Gegner über Batha's Politik ist. stch dem Anlltand anaelchlollen hat. Burcnkämpsc. Amsterdam. 18. Rav. Rach einer Reutermeldung ist General Beyers wieder einmal entscheidend geschlagen morden und zwar diesmal von Oberst Celliers. Beyers soll tällll Mann bet stch gehabt habe». Das Gefecht sei in Bultfontei» im Oranjesretstaat gewesen. Die Ausstönbischen seien vcrsolgt worden, bis die Pferde des Obersten Celliers erschöpft waren, fl) Man wird abwarten Müllen, wann General Beyers wiederum und zwar mit einer noch größeren Trup- pmmasie entscheidend nach den Rcutcrtelegrammcn geschlagen wird. Aus Bulgarien. Wien, 18. Nov. lW. B. Nichtamtlich). In der ..Reichs- post" schildert ein Mitglied der bu'.garilchen Sobranjc. Dar- lalow. die Eindrücke, welche er während seines dreiwöchigen Aufenthalts in Deutschland und Belgien empfangen habe. Er hebt den unbeschreiblichen Patriotismus und die grenzenlose Opserwilligkcit des dcutjchen Volkes heroor. Alle Schichten der Bevölkerung seien von der Ueberzcugung durchdrungen, dah Deutschland unbesiegbar sei. Zu dieser natürlichen Erkenntnis lamme ncch die ungeheure Kraft, die strasse Ordnung und die glänzende Organisation, welche die Deutschen so besonders uns- zeichnet. Ich konnte seststcsten, dag infolge der durch die Staatsverwaltung getrofsencn gründlichen Vorsorgen der gewaltige Apparat des deutschen Wirtschastsbetriebes noch immer tätig ist und aufrecht steht, dah das deutsche Volk, mag der Krieg noch so lange dauern, einmütig entschlosten ist. durchzii- haltcn bis zum Ende und aus seiner glänzende» große» Men- lchensiille Soldaten zu geben, welche die Waisen mit Begeisterung sührcii werden. Wie berechtigt der unerschütterliche Glaube des deutschen Volkes an die eigene Kraft sei, zeige auch die von der dcnischen Miliiärverwaltuu „ n Belgien vollbrachte Arbeit, wo in allen ncubejctzten Stäe f das normale Leben wieder cinkehrcn konnte. Ans Frankreich. Beginnende Kriegomüdigfeit. Wir wollen keineswegs die Nachrichten, die ans Frankreich konnnen und die eine gewisse Kriegsii'iidigkeit verraten, überstlzätzen. Jmmerhm ist es aber doch boinerenSwert, daß derartige Stimnicn bei unserem aufgeregte» Nächste.rvolke überhaupt laut werden und in den Zeitungen Aiifnahine finde» können. So schreibt der „Petit Parisien" »nd viele französische Zeitungen drucken cs nach: Wie lange werden wir noch für England und Rußland die Kastanien ans dein Feuer holen-' Wie lange kämpfen wir nocki für die Interessen anderer und verbluten »ns, wo wir einen ehrenvollen Frieden habe» könnten? Ferner ist aus Fesdbriesen, die in Panier Blättern rr- schiencn sind, leicht hcrauszulesen, daß die Truppen des Lebens in de» Laufgräben müde sind. Ein Professor der Rechtssaknltät schreibt: Wir leiden vor allem unter der Kälte. Ei» Soldat schreibt: Das Lebe» in den Lansgräben ist furchtbar: es sind feuchte Erdlöcher, wo mail ißt, schlätt und häufiger tvacht, nnd aus denen heraiiszngehen unklug ist. da inan sonst sofort aufs Korn genonnnen wird von feindlichen Laufgräben ans, deren genaue Lage wir nick>t kennen. Der Krieg ist furchtbar. Der Mut, den nian zeigen kanii, ist nicht glänzend, sondern passiv. Ich habe den verschiedensten Operationen beigewohnt und habe trotzdem die Deutschen nur einmal gesehen bei einem Pakrouill-n- gang: Es waren graue Schatten in 100 Meter Enjfernung hinter einer Hecke, von wo sie uns überraschen wollten. Der Tod koinint unsichtbar. Seit einem Monat sehen wir keine Zeitung mehr. Das Land ist verwüstet, das Vieh irrt a»f den Feldern umher, nnd überall herrscht ein Höllen- regen von Geschossen. Leider fehlen öffentlich, Mittesl- ringen darüber, wie die farbigen und Kolonialtrnppen das nordische Winterklima vertragen. Die Einbrrusung drr französischen Kammer vertagt. Bordeaux, 17. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich) Die Regierung hat über den Zeitpunkt der Einberufn-rg der Kammer noch keinen Beschluß gefaßt. Es gilt aber ,ür sicher, daß die Kammer zwischen dein 15. und 20. Dezember zlilammentreten wird. Aiich ist noch nicht bestimpit ruid hängt von der militärisch-» Lage ab. wann die Reg-ernig nach Paris zririickkehrl. Der „Temps" meint, die R ick ehr werde einige Tagcr vor dem Zusammentritt der Kammer ei folgen. Tie Franzosen wollen sich bessern. Daß Deutschland ongerru-ls der unwürdigen Bchaiidiung der internierten Deutsch.:, niit gleichen Maßregeln zu antworten droht, scheint den Pariser Blättern Eindruck zu machen. Der .Temps" publiziert Zuschriften, die erklären, die Franzosen seien in Deutschland tadellos bchandolt worden »nd versengt deshalb mehr Menschlichkeit. Andere Blätter entfalten ebenfalls eine rege Tätigkeit. Der „Matin" gibt zu, daß die Pariser Präfektur am Mobilmachungstage absickst- lich die Bahnhöfe sperrte, um alle Fremden zu fangen. Das wäre notwendig gewesen, da die Spionage unmöglich eingc- dämmt werden konnte (?) Neue Vorschriften wegen besserer Kost und Pflege der Internierten ständen bevor. Ecillaux und Frau in besonderem Anstrage nach Bra- silicn ahgcrrist. Rotterdam. 16. Nov. Pariser Blätter teilen mit, daß Caillaux mit seiner Gattin gestern nach Südamerika abgercist sei, um Untersuchungen darüber on;u- stcllcn, ob nicht die Möglichkeit gegeben sei, in Brasilien einen Ersatz für Frankreichs Handel z» finden. Eine recht faule Ausrede für den bestraften französischen Zahlmeister. Aus England. Ein „frommer" Wunsch! Die Blätter melden, Lord Durham bedauerte in einer in Sunderland gehaltenen Rede, daß die Zeit ans den Fußball verschwendet würde. Es wäre ihm lieber, wenn die Fußballspieler in Sunderland Khaki trugen statt des Fnßballdrcß. Er wünschte last, daß die Deutschen auf die Fußballspieler eine Bombe Iier- abfollen ließen, und glaubte, daß dies die beste Methode wäre, die jungen Männer zur Besinnung zu bringen. Es sei keine eitle Drohung, zu behaupten, daß England in Gefahr sei. Englands Verrat an der weiße» Rasse. Zur rechten Zelt erinnert die „Kölnische Zeitung" an ein Urteil, das ein englischer Teilnehmer in dem Feldzuge geaen den aroßcn tnbit-ten Ausstand von 18!>7 über die Weißen fällte die damals gemeinsam mit den Farbiaen gegen die Engländer sachten. Dieser Engländer, der die Berteidigung von Lucknow mitgcmachl hat. schrieb in einem 1888 erschienenen Buche: „Sie packten uns von allen Richtungen an. Rottenfeiler und Liniensalven wurden uns von überall ber zuae'chickt. Bombe aus Bombe barst innerhalb unserer Werke, und die Geschütze brüllten dazu obnc Unterlaß. Die seinblichr Artillerie wurde ossenbar noch immer von einem gewandren Ossizicr bcsehligt, wahrscheinlich von einem Europäer, denn wir konnten deutlich einige in ihren Reihen entdecken. Wie es weißen Männern möglich ist. mit schwarzen Mordbrennern gemeinschastliche Sach« zu machen, mit Barbaren die Krieg führen wie wilde Bestien und nicht wie Menschen, kann ich nicht begreifen. Keine Züchtigung scheint mir groß genug für so niederträchtige Verräter ihres eigenen Landes." Jetzt sind es die E n g I ä n d e c, die Schulter an Schuuer mit denselben „schwarzen Mordbrennern" und „wilden Bestien" gegen ein noch dazu stammverwandtes weißes Volk kämpfen. Uns scheint, daß in diesem Falle nach mehr als damals ..»«ine Züchtigung groß genug wäre für so niederträchtige Verräter ihres eigenen Landes!" , Ans z'.ntziand. Vielleicht nicht nach Berlin. Der „Progres" (Lyor) »:eldel, daß in Paris Unzufriedenheit bezüglich der bisherigen ruj[iid)en Erfolge bestehe. Nicht Berlin dürfe daS Ziel bilden, ebenso wenig wie Krakau oder Prag, sondern Breslau und die ganze Provinz Schlesien. England dagegen inusie Hamburg und Bremen bombardieren und dann Westfalen nehnien. Das seien die beiden Lungenslüzel Preußens, nach deren Zerstörung es alsbald ersticken werde. Die übrigen deutschen Staaten verdienten Mitleid, besvi- ders Bayern und Württcnibcrg. weil ihnen der Krieg auf- gezwungen worden sei. Wir Deuljchen können uns niit diesem Programin von ganzem Herzen einverstanden erklären, glauben aber, dah die Rusien der französische Tadel zt, Unrecht trifft: sie :va- rcn durchaus entfchlosfen, Breslau und Schlesien zu nehmen. Unglücklicherweise sckzcincn sich der Ausführung dieses Entschlusses unerwartete Hindenburgs — wollen sagen: Hindernisse, — in den Weg gestellt z» haben, und wir ftirch- ten, daß das Lyoner Blatt jetzt nach der Kunde von dem dcutsckrcn Siege in Russilch-Polen noch unzusriedener mit dem russischen Bundesgenossen sein werde, als gestern. 272 Seit» 3. KklNk Kr'jWÜiiMling in PoNnaal. Die „B Z. am Mittag" erfahrt aus einem PrivLlbri-f aus Portugal vom 23. Oktober folgendes: Mi» der angeblichen Mobilisierung poktugiefifcher Truppen zwecks Hilfeleistung für England haben die auswärtigen Zeitungen Unfug getrieben. Asterdings sollte gestern der Kongreß zusammenlreten, um die Mobilisterung zu beschließen: die Regierung hat aber die Einberufung aus unbestimmte Zeit verschoben. Im Balte herrscht nur geringe Begeisterung über dir beabstchtigien Truppenfendungen nach Franlrcich. In der Provinz sind dienstpflichtige junge Leute über die Grenze geflohen Die Oilizier« haben sich offen gegen ein« Mobilmachung erklärt. Eie sagen, solange die jungen Engländer im Lande Fußball und Tennis spielen, hätten die Portugiesen keine Ber- onlaffung, ihre Sohne als Kanonenfutter ins Ausland zu lende», Di« gemäßigte Porlci ist der Ansicht, daß der Berirop mit England, wenn wirklich ein solcher besieht, nie so zu verstehen ist. daß die Portugiesen Truppen nach Frankreich zu lenden häite». An diese Möglichkeit wurde nie gedacht. Die Allianz bezieh« sich hauplsächlrch auf eine etwaige Hilfeleistung in den Kolonien. Wenn auch die Kriegshetzer, die die Regierung als Feiglinge und Verräter bezeichnen, die Mob!li>a:,on durchsetzen sollten, so würden die Truppen doch erst in drei Mo. naten marschbereit sein, da die feldgrauen Un'formen »och nicht hcrgestcllt sind und auch ein Mrrnitionspark Ichl». Die Regierung hat augenblicklich andere Schmerzen. Sie besürchlcl einen Arbeitcrausstand wegen Mangels an Beschäiligung. Cs herrscht glotze Teuerung. Alles ist um 20— 25 Prozent im Preise gestiegen. Die große Mehrzahl der deutschen Militär- dicnstpslichtigen ist hier geblieben. Die Rcgireung bat aus Anfragen großer deutscher Exportfirmen Mitteilen loen. daß leibst im Falle der Mobilisation die Deutschen nicht ousaen-rcien werden, da der Konflikt nicht auf wirtschaftliches Gebiet übertragen werden soll. Bis jetzt sind die Deutschen wenig belästigt worden. Eine Enzyklika zum Kr'req. Rom. ist. Nov. lW. B. Nichtamtlich). Der Papst richtete an die Bischöfe der katholischen Welt eine Enzgklika. in der es heißt: Der Papst war, als cr auf den Stuhl von St. Peter stieg, schmerzlich betroffen über die bedauernswerte Lage, in der sich gegenwärtig die bürgerliche Gesellschaft befindet, aber freudig berührt von dem erfreulichen Zustand, in dem ihm sein Vorgänger die Kirche übergab. Die Enznklika begründet ausführlich diese beiden Eindrücke und spielt hinsichtlich des ersten auf de» schrecklichen Krieg der Geister an, wofür sie vier Hauptgründe findet: 1) Mangel an gegenseitiger aufrichtiger Liebe unter den Menschen: 2) Verachtung der Autorität: S) Ungerechtigkeit in den Beziehungen zwischen den verschiedenen bürgerlichen Klassen und 4) die materiellen Güter, welch« das einzige Ziel der menschlichen Tätigkeit geworden feien - Rach einer Prüfung der günstigen Lage der Kirche und de» weiten Gebietes, welches ihrer Tätigkeit noch offen steht, schließt der Papst mit dem heißen Fricdcnswunsch: Frieden jür die Rationen welche in ihm unschätzbare Güter finden würden, Frieden für die Kirche, welch« in ihm die ihr notwendige Freiheit finden werde, sowie die Beendigung des anormalen Zustandes, in dem sich heute der Stellvertreter Ehriftt befindet und gegen den der Papst in Ersüllung seiner heiligen Pilichten die Proteste seiner Vorgänger wiederholt. Zu diesem Zwecke empfehle er. zu Gott um Frieden zu beten unter Vermittlung der heiligsten Jungfrau. Deutsche Ncservetrnppen. Mir lesen in de» „Züricher „Neuesten Nachrichten": Berlin, 13. Nov. I» den letzten Tagen sind amtliche Erhebungen in Berlin über die Zahl der deutschen Reierve- iruppen zum Abschluß gelangt. Die Präsenzstärke des deut- chen Heeres beträgt 800.000 Mann einschließlich Offizieren und Unteroffizieren. Jahre und Jahrzehnte lang sind jährlich über IM 000 Militärtaugliche zum Dienst mit der Waise nicht aus- gehoben worden. Daraus erklärt sich, daß Deutschland heute über ungefähr 2 Millionen Kriegsfreiwillige verfügt, das sind lauter militärtaugliche Leute, dir deshalb nicht ausgchoben worden sind, weil die im Gesetz festgesetzte Präsenzzifser erreicht war. Heute hat Deutschland zirka 4K Millionen Männer unter Waffen stehen. Die non England verbreitete Behauptung, daß sich darunter zahlreiche Leute zwischen 50 und 00 Jahren befinden, ist vollkommen unzutreffend. Es handelt sich nur um eine verschwindende Zahl Kriegsfreiwilliger in diesem Alter. Die deutsche Prelle hat nahezu jeden einzelnen Fall in dem solche Leute übetz <5 Jahren sich meldeten, verzeichnet. Eine ziemlich genaue Schätzung ergibt, daß die Zahl dieser Kriegsfreiwilligen nicht 5000 erreicht. In den letzten Wochen haben nun genaue Ermittelungen darüber stattgefun den. wieviel wehrfähige Männer, d. h. Leut« zwischen 18 und 45 Jahren noch in Deutschland als Reservetruopen zur Verfügung stehen. Diese haben das Resultat ergeben, daß Deutschland in der Lage ist. noch 6 Millionen Soldaten ins Feld z» schicken, ohne daß Jünglinge unter 18 Jahren und Männer über 45 Jahren cingczogen werden. Angehörige neutralen Staaten, die nach Deutschland komme», sind daher auch ganz überrascht, in allen Städtrn dies« gewaltige Zahl von Soldaten zu sehe», die man überall erblickt. Ein Wollzng. Berlin, 14. Nov. (Nichtamtlich). Der Kriegsausschuß für warme Unterkleidung hat auch in der abgelausenen Woche seinem Programm enisprcchcnd je einen Wollzng sowohl nach dem Westen als auch nach dem Osten zur Beförderung gebracht. Ein erheblicher Teil der diesmaligen Senduugcn stammt aus dem Königreich Sachse» und konnte seiner BZtim- mun, rasch zugeführi werden. Jn.zwischen haben sich die Au spräche nach Versorgung der In den Schützengräben liegenden Truppen mit Wollsachen außerorbentlich erweitert. Der Kriegs- ausschuß hat bereits mehr als 1000 000 Marl zur Befchaiiung solcher Decken aufgewandl und di« Truppen werden mit änßer jte, Dankbarkeit und dem Gefühl großer Erleichterung dtefe N«»e Tageszeit»»,. L»un«r,ta^ »«n 19. November 1914 Spenden empfangen, di, eine neu« Bürgschaft für die Aufrecht erhaltung der übrigen, vorzüglichen Gesundheitszustandes un- serer wackere» Krieger im Felde gewähren. Es ist nuninetzr Ausgabe de- Kriegs-u-fchusies für di- Beschaffung weircrcr Mittel zu sorgen, wodurch «ine Uvlerbrcchung der bisherige» Lirbcsiatiakeit verhindert und nach Möglichkeit sicher gesellt wird in der plonmüßigen Versorgung der einzelnen Trupoei- teile mit dem über die vorschristsn-äßigen Ausrüstungegeoen stände hinansrcichenden Költcschutz sortzusohren. Di« Einsicht der Nolwcndsgkei« solcher vvrsorgenden Tätigkeit ergreif, i , met weitere Kreise. So hoben sich z, R. sämtliche Fachoerbände der Großherzoglich Hessischen Eifenb-ibngcineinlchaft und der Reichscisenbah» mit fast 000 000 Mitglieder» augeschiossen. Dieses Beispiel bedarf dringend der Nachahmung durch anoei» Verbände und Prioatper'oncn. Es ergeh« deshalb hierdurch die Bitte an die große Ocflcntlichkeit, vor ollem Ecldbeiträoc an das Bankhaus Mcndelsohn ». Go. in Berlin. Jägcrstraße für den Kriegsausschuß für warme Unierlleidung daldmög- lichst einsenden zu wollen. Kriegs-^gerei. Das Kriegsgefangenenlager bei Limburg bas noch Dietkirchen hin am rechten Lahnufcr errichtet ist und 10 000 kriexs. gesungene Franzosen, Rusicn und Engländer sollen soll, ueht seiner Vollendung entgegen. Am ?! R-"-e-ber werden die umfangreichen Arbeiten, die etwa sieben Wachen beanspruchten, unter Berwendung von bereits vom Trupvcnübungsplatz Darmstadt eingctroffcnen Gclanaenen fcrtigoestellt werden Das eigentliche Gefangenenlager besteh, aus 8g Baraeke», Io daß jede Baracke zur Ausnahme von 145 Gelangen» berechne» >si Dicies ausgedehnte B-rackenla-cr wird noch vergrößert durch eine große Anzahl Wirtfchaftsdaracken, Geräteschuppen. Borratsbaracken usw., zu denen weiter noch Baracken für die Wachmannschaften sowie für die Verwaltung des Lagers kam. men. Dieses ganze Lager ist non einem zwei Meter hohen Bretterzaun umgeben, der von doppeltem Ctoebeldroht gekrönt ist. Aut einem anschließenden ober abgesonderten Terrain sind 8 Baracken für etwa 800 verwundete und kranke Kriegsocfa»- gene errichtet. Auch hier kommen noch verschsedene Wirt- schaftsabracken, Wachbaracken. Woschknchbaracken. vor allem ober Absonderungsbaracken hinzu, welch' letzlere kür den eoeniuelicn Ausbruch von Epidemien norgelchen find Auch dieses Lazarett- lager. das weiter eine größere Lrichcnballe ausweif». ist mit einem zwei Meier hohen Breiterznun und Stacheldroht umgeben. Für die Stadt Limburg wurde sodann noch, um sür all- Fälle vorgesehen zu sein, eine weitere Leichenhalle errichtet. Der Ausbruch von Epidemien dürfte Io gut wie ausgcschlollrn sein, denn die ganzen Anlagen sind bis ins kleinste an ein gefchtffe- nes Kanalnetz angeschlosien. Die Belcuchiung geschieht in allen Gebäuden durch elektrisches Licht. Für die Wallerversorgung ist ein besonderer Wasicrturm errichtet worden. Die Einrich- tunq der Barocken, besonders ist k neu des Lozarettbarocken- lagcrs, entspricht den modernsten Anforderungen der Hnaiene. Wovon man in einem Lazarett geheilt «erde, k»»n, M ü »- 4(n, 16. Nov. Aus einem deutschen Etappenlazarett an der französisch belgischen Grenze erhält die „Münchener Post" einen Brief eines leitenden Arztes, aus dem sie folgende Stellen wie- dcrgibt: „Es sing außer unserem noch drei französische Hospitäler hier mit Deullchcn belegt- Dort wirken franzöä'he Acrzlc mit freiwilligen Pflegerinnen- (Damen aus der Bür- gkifchofti und je ein deutscher Unterarzt- Dies« französischen Acrzte benehmen sich ausgezeichnet- Unsere Verwundeten sind des Lobes voll über die gut« und freundliche Behandlung Ein Ncdokleur des „Petit Parificn" ist als Verwundeter in . . - - Er besuchte seine Kameraden und war äußerst befriedigt über ihre Behandlung. Er erklärte, er sei von seiner Schwärmerei für England gründlich geheilt und werde daraus auch kein Hehl machen, sobald cr wieder Gelegenheit dazu habe. lieber hanpt ist die Bevölkerung seit den letzten Tonen sehr schlecht aui England zu Iprechen. Wir batten die Sache nie angcsqu ge», wenn uns die Engländer nicht alles versprochen hält.'», — das sagen die Leute hier allgemein" Uom ^rlde der ikhre. Aufzeichnung. Dem Kanonier vom Artillerie Regt. Nr. 6! Pb. JHI n»s Ober-Wöllstadt ist die hessische Tapfer- leilsmedaille verliehe» worden. Ans der Heimat. * Frretberg. 19. Nov. Die Einberufung des gezogenen ungedienten Landsturnis soll noch im Lause bieses Monats erfolgen »»d die cingczegcnen Mannschastcn aus hiesiger Gegend werde» zum Teil dem hiesigen Landsturm- Bataillon zugeteilt. " Friedberg, 18. Nov. Tie Angehörigen von Soldat»» des Reserve-Jiifonlerie Rrgimente Nr. 221 werden zu einer Ziisommcnknnst am Freitag, de» 20. ds Mts., abends 8 Ubr in die PH Steinhänßer'sche Wirtichrst > c- laden, um den Versand von Liebesgaben, Weihnachts- Paketen nfw. für dieses neue Regiment, in dem sich sehr viele Soldaten aus Friedberg und drr Umgegend besinden, zu organisieren. ■ Fricdbcrg, 18. Nov. Nachdem gestern Nacht der erste Frost gekommen ist setzte er auch beute Nacht ein. Die litzlen Blumen, die noch in den Gärten blUbten, sind nunmehr dahingegangeu und der Winter tritt in seine Röchle. Für uns muß der Tcmpcraturwechjel eine Mahnung sein, doppelt und dreifach unserer Truppen draußen in, Feld zp gedenken, die jetzt die warmen Wollsackü'» notwendiger denn zuvor gebrauchen. - . , . , . . » Friedberg, 10. Ro» «roßherzogs Geburtstagsfeier. Dem Ernst der Zeit entsprechend soll in diesem Jahre davon abgesehen weiden, da, Allerböchste Geburtsfeft Seiner Köuigliche» Hoheit des Großherzogs »"ich Festeste». Kommers u. 0 ,» f-lera. Festliche Veranftaltnngen ernster Art find nicht »» de- anstonden. In Friedberg wird demgemäß der Tag lediglich durch einen Festgottesdienft der verschiedenen Konfessionen gefeiert werden. * r. Wärme-Oeschen. Damit unsere Soldaten in der fetzt eingesetzten kalien und nahen Winterszeit nicht frieren, hat man spezielle Ocschen lonitrviert. die mit Kohlen geheizt werden, die man bequem in der Wassenrocktasch« »ragen kann und di« auch lehr gute Dienste als Hand und Leibwärmer lu». Jede M:>! er kann ihrem Sohn kein willtommeneres Geschenk als ein Wärw.Ocfchc» mochen. Diese Oeschcn sind bei der ,z.rma David Groedel Söhne , hier. Kailerstraße 13, zu b-brn und werden aus Wunsch solche nach direkt von dieser ins Feld geschickt. Auch ist der Preis ein sehr niederer und kann krsotzkobke stets »achgelicscrt werde». * Abgabe r-n -osrangierten Militäiplerde». Samstag, den 21. d M„ vormittags 10 Ubr werden in der neuen Dra gonerkascrne in Mainz etwa 15 20 ausrnngierte Militär pserdc durch die Londwirischaslskammer an bclsiiche Landwirte rerstciger». Zur Bersteigerung werde» nur Landwirte zu.elai- ien, die sich verpsiichlen die Pserdc in ihrem Betriebe zu verwenden sind sie wahrend des Krieges nicht zu verlausen. Die Bersteigerung ersoigl gegen Barzahlung. Gleichzeitig wird da- rau: ausmerksam gemacht, daß das Pserdedepot Saargeu-ind Montag, den 30. November, vormittags l0 Ilbt In Saargcinünd ebenialls zirka 90 ausraiigieitc Militärpierdc versteigert. Bescheinigung wegen Zulassung zu der Bersteigerung in Soarge- »nünd erteilt die Landwirtsachitslamnicr Darmstadt sür die Landwirt- des Eroßherzagtumg aus Anfoldern. Die Gesuche um Erteilung dieser Bescheinigung müsieu von der Bürgermeisterei des Antragsstcllers Mit den, Vermerk versehen sein, daß Ges-ichstcller Landwirt ist und die Pserdc für seinen eigenen Bedors benötigt - * Gießen, 18. Nan. An Offiziere, klnteroffsziere und Mannfchasteil de» Landwehr Jnfanteiie-Regimcnts Nr. 116. das sich aus Landwehrmännern der sämtlichen Provinzen des Eroßherzogtum Hesien zusi.nimensetzt, wurde» für ihr mutiges und lapseres Verhallen während der letzten Kämpse in No,d frankreich 101 Eiierne Kreuze und 14 Eroßhcrzoglich Hessische Tapferkcitsmedaitlen verliehen., .Hesien.Nassau. » Wiesbaden, 19, Nov. Der -nr Fahne elnberufene N'ch. Bcsicr verstarb aus dem Transport nach dem städtische» Kran kenhaus. Bester war oon einem Schlagansall betroffen worden, siel nieder, zog sich dabei Kopfverletzungen z», die seinen Tod zur Folge hatten. * Wiesbaden. 19. Nov. Die für Haiger vorgesehene Ge ncraloersommlung des Vereins »asiauischer Land- »ild Forstwirte, die wegen Kriegsausbruch ausgehoben wurde, soll nunmehr doch slattsinde». Zeit ist noch nicht bestimmt, als Ort der Tagung wird Wiesbaden gewählt werden. Eine Tierschau soll nicht stattfinden. * Oberlahnstei». 18. Nov- Die Milch hat hier eine» Aufschlag von vier Psennig sür das Liter erfahren. Sie lostet von mm an 24 Psennig stakt wie bisher 20 Psennig. * Limburg e. d- L., 18 Nov Im nahen Isi-stlirchen verstarb ein in ganz Nassau dckannicr laiholiicher Geig,scher der Dekan Ohler, im 74. Lebensjahre. Der Verstorbene, der ou» Hallgarten im Rheingau gebürtig ist. hätte am 27. Dezember d. I. fein goldenes Pricsterjubiläum begehe» können. Starkeiiburg. * Darinjiadt, 18. Nov. I» eine schwere Lage ist durch den Krieg auch die Elisabeth-Duncanjchiile, resp. deren Leiter Direktor Merz und die eigentliche Inhaberin Elisabeth Dnncan gekommen. Gegen Merz, der sich angeblich in Nenyork oufhalt und gegen Eiisabeth Duncan, hat die Firma August Pviich in Leipzig eine Wechjeiklage über Dreitausend Mark durch einen hiesigen Rechtsanwalt einreiche:, lasten. * Darmstadt, 18» Nov. Nohe Patrone haben a» den auf dem Paradeplatz anfgcstcUIen französischen Geschützen die Linsen fNadstistenj und Röhrscheidcn entwendet. Es ist sehr bedauerlich daß das Berlrauen, das die Militärbehörde durch die nn- bcwachtc Ausstellung der Geschütze der Bevölkerung, der Doik»- stimmung Rechnung tragend, cntgegeiibringt, so schlecht belohnt wird. And Rbeinbelle». * Mainz, 17 Nov. Von Beamten »nd Arbeitern der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahnver- walinng sind bis zum 1. November d. I, 128 aus dein Felbe der Ehre gesallen. Für tapsere Taten sind ausgezeichnet morden mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasie 170 B«omien und Arbeiter Kirchliche An--!oen. Gottesdienst in de« Stadtkirche. Freitag, den 20. Raven,der, abend» 814 Uhr: Kriegsbitt, andacht. Herr Pfarrer Ritter. Fronkturier Wetterbericht Voraussage: Bedeckt, zeitweise Schnee, späte» Negenxsue, mild, südwestliche Winde. Veronlworllich sür den politischen und lokalen Teil: Otto -Hitschel, Friedberg: kür den Anzeigenteil: K. Schmidt, Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A, Ol.. Friedberg t. H. Als Feldp«»4 - Brief z» versenden : K^vnhaut'Mantel feldgrau J40 (iramin Mk. 27. — .Aus Seide 344) Gramm Alk. 42. — ■flAVKK. J. HIIISCH, Kriedhcrg i. ff., Telephon Nr. I. Rr. 272 •?o»f t Rene Tageszeitung. Donnerstag, den iS. Ronembrr 1M14, Er irar jo lieb und gut. Er starb zu iriif», Wer ihn f.etnmii hat. Der vergißt ihn ! ie. Am '2'-. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser guter Neffe mm Äiinri mii; Heister Einj. Irclw. Unteroffizier im Znf.-Regt. Sir. 116, 12. Komo. vcn Hain türiindau. Hain-löriirrÄau. den 18. Rov. 1914. 3iü Nülilkll k?c IriilkNldkil Siiitt^ücbeiikii: Faniilic Heinrich Heister II. Familie Christian Wolf. Familie Zoh. Heifrich. U Gnierverpachntttg. Bkontag, den 2Z. d. Mts. sollen nachoerzeichnete Grundstücke s anderweit aus !> Jahre verpachtet werden und zwar: ttrvrmittags um >t> Uhr die Grundstücke der Eemarkung! Friedberg im Saale übe: den städtischen PferLesiällen sE.n i gang vo» der Haagstrahe). Flur II.» 9>r. 1b— 3252 qm. am Ringgraben die sog. Koppe! werde in 5 Abteilungen. st IV. V. IV. IV. Vlu. II. II. II. VI. VI. II. Rr. 1 3 241 „ lo3 .. 1> a*1480qm) ber und Schlazweg. = 3.0 qm. Weg hinter der Blindenanstalt. — 1825 qm, 'Wiese INI Usaseldchen. 104 — -4 t qm, Acker am Psafscndrunaen. , 205 20 80 qm. Wie e die Sauerwerdein8Ab!eiIungen „ 1 — li:i qm, Erabland hinter dem Friedhof. , 150 --- 1820 qm, turabearten im Ro enthal. , 103 — 2181 qm, Wiese der Königestahl. ’ ^165) strii, Grabtand vor dem Mainzertor. Uaneliesler- Illil-Hif! Einladung Sks MS&iltiiingfrfifins ui dem t rritag, den £0. Sion., abentr 8 r Uhr im 6ae T> dcs Hotel Trapp stattfind den Vortrag des Herrn Dr. Pohlmever aus Berlin: „Der Krieg 1914, wie er entirandei und was wir oo» ihm erwarien." Eintritt frei sur jedermann M(tfUit!i!ad)Hii!t. Cs wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dag dis städtische Briickenwage bis auf weiteres von 12 bis 2 Uhr mitiags geschlossen ist. Friedber.z, 14. Rov. 1914. Der Bürgermeister Stahl. _ Fräulein Nichtig in Haushalt ». Krankenpflege mchr Stellung. Off. »nt. I. £827 au d. Erp. .\ A. Tages t'. 35. — 1217 qm, (örn'jjarlon im Rascnthal. Nachmittags 4 Uhr die Grundstüae in der tsemarlung des Stadtteils Faueioach im Stadthau,s da elvjt. i.lur XXt.I. Rr. 131 — 169 qm, Aacc am Friedhof in 4 Abteil | „ XVI. Rr. 391 — 9730 qm, Erabla nd über der Wehrbach iRon- döl) in 8 Abteilungen. „ XVI. Rr. 391, Ber chieoene Pffanzstückc aus der Bleiche. Fricdberg, den 14. November 1914. Der Bürgermeister S i ah l. Gegen Frost und Nässe unserer Krieger empfehlen wir unsere bestens bewährte mit vielstiindiger Brenndauer. Bequem in der Waffcnrocktasche zu tragen. Ausführung I Mk. \M, II Mk. 2.50 (inkl. Kohle). Wird direkier Versand ins Feld gewünscht, genaue Adresse angeben. h\nh Groedtl Ahne Friedberg, Kaijerftr. 43—45. Fernsprecher Rr. :!<»v. Uesti; Qualitäten. l^>! Alle Preislagen. Schublager Heinrich Hess Telefon 420. FricdllClg Kaiserstr. 40. Brillllielllm t Bohrullgen, ^Hinpciüiiiißfieii billigst. Stcfjui Kuhn, I,,i,eidc„-g,„rgp,». jetzt IN allen Grössen vorrätig* iillimi Friedberg i. H. dem Rathause ßetrenüber. Telefon Ho fl. ToilettearMeL Tür-Ärlligeii,8kliiier kder, Lchivlimiiik, L iiolfiim unD Paket fflriilOtr, Mbcicn liiiD Arlirma tfjinrn empfiehlt Mit simnei uw. Inh.: Jos. Buob Friedberg, Kaiserstr. 7b. Kisniarlkr-tierinze Berl. Rollmöpse Rufi. Sardinen in Dosen 4 Ltr, 2 Ltr. holl. Vollheriiiae neue WaUnüffe Jtal. 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Ohne ausdrücklichen Wunsch des Absenders ist dies nicht möglich. Wenn der Absender aber durch einen ans der Sendung — sei es handschriftlich oder durch gedruckten Riftcl anznbringcnden Vermerk — etwa folgenden Inhalts: „Wenn iiiibrstcllbar. zur Vkrsügiing dcs Truppcntcils" zum Ausdruck bringt, daß er die Preisgabe wünscht, io werden die Postvcrwaltnng und die Truppenteile diesem Wunsche entsprechen. Unbestellbare Sendungen, die einen selchen Vclnierk nicht tragen, werden nach wie vor an den Absender zuriickgelcitet werden. K r a c t k c. Kekannlrrrachrmg. Feldpostbriefe nach dem Feldheer ini Gewicht über 250 Kr. bis 500 Ki. find für die Zeit voni 15. bis einschließlich 21. November von neuem zugelassen. Die Kcbühr beträgt 20 Pfg. Tic Vorichristen über die Verpackung sind während der ersten Zulnssiingszeit leider vielfach nicht gehörig beachtet worden. Infolgedessen sind zahlreiche Päckchen mit Warcninhalt schon bei den Postsnmmclstellcu beschädigt und mit teilweise verdorbenem Inhalt angekomnien. Um der Wiederkehr solcher Erscheinungen vorziibcugen, wird nochmals dringend empfohlen, zur Verpackung mir sehr starke Pappkartons, festes Packvavier nder dauerhafte Lein- ivand zu verwenden. Für die Wahl des Verpackungsstoffe» ist die Natur des Inhalts maßgebend', zerbrechliche Gegenstände sind ausschließlich in starken Kartons nach vorheriger Umhüllung mit Papier oder Leinwand ;,;t verpacken. Die Päckchen, akkch die mit Klanimerverlching verfehcncn, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden fest nm- iihnürt werden, bei Sendniigru von größerer Ausdehnung in meltt'fachkr Kreuzung. Tie Rusichristeu sind ans die Sendungen »iederzu- schreiben oder unbedingt haltbar aus ihnen zu befestigen und müssen deutlich und richtig sein. Aus die Versendung kleiner Bekleidungsstücke und Ge- braiichsgegenstände braucht sich der Päckchenverkehr nicht zu beschränken. Es sind auch Lebens- und Geiuißmittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind leicht verderbliche Waren, wie frisches Obst, Butter, Fett, frische Wurst; ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschenfener,zeuge mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugelasseil, wenn die Flüssigkeit in einem starken, sicher verschlossenen Behälter enthalten und dieser in einem durchlochten Holzblock oder in einer Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, sowie sämtliche Iwi- scheiiräume mit Baumwolle, Sägclpänen oder einem schwammigen Stoffe so angefüllt sind, daß beiin Schrdhast- wcrdcii des Behälters die Flüssigkeit ausgesaugt wird. Sendungen, die de» vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, werden von de» Postanstalten unweigerlich znrückgewiese». K ra «tke. Weihnachtsüttte! Das Rescrve-Ncgimeiit Nr. 222 hat, da es als Kriegs- bildung einen dauernden heimatlichen Standort nicht bc- sitzt, bisher keinerlei Liebesgaben erhalten. Uni nun den Tapferen ini Felde, die mit Begeisterung zum Kamps für uns hinauszogen, eine Wcihnachtssrelide zu bereiten, bitte ich, als Frau des Regimenlskoiiimniideurs, recht herzlich um Gaben. Willkommen sind: Warmes Unterzeug, Strümpfe, Handschuhe, Taschen- tücher, Cigarren, Cigaretten, kurz? Pseiscbe» und Ta- bak, Bücher, Zeitungen, Seise, Kerzen, Fette zu Haut- behaiidluttg i» Tuben, Lössel, Taschenmesser, elektr. Taschenlampe» mit Rcservebatterie, Tee, Dauerwurst, Hpeck, Schokolade, Keks, Zucker und Salz. Es wird gebeten die Gaben, gut verpackt, bis spätestens zum 20. November ds. Is. im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nr. 4 gefälligst abgeben zu wollen, wo für die Weiterbeförderung Sorge getragen wird. _ Fi'nu U o t e Itott. Amtliche Notierung der Frankfurter s>iel>- marktpreile vom 16 . Novemder. Zum Berlau, «snven. 1765 Rinder, oarnmer 397 Och «n, 44 Butten. 1324 Färsen und Kühe, 269 Kaloer,114 Schale. 2211 -chweine. Preis, für 1 Zentner I. Niader; A. Ochsen: ,> 1. nottftench. ausaemästete höchsten Echlachtwerts, 4—7 Jahre alt 2. Die noch nicht gezogen haben sungeiochle) ....... dl tunae, ftenchtde nicht ousgemastele und allere ausqemattete . , , . r) mnnro oenöhiie lange, gut »enahrte altere L Bullen: ,) oollilenanae. ausgemöftete höchsten Sttlachlwerts........ hl v OcrnrMe 'Itnaere..... c) mnsio »enöbne. lunge und gut aenährt« alter« O. Forten und Kühe: i) volltleiichtge. ausaemattet« Fället! höchsten Lchlachtivens . , , , . d> vollttenchfge, ausaemästete Kühe hochüen Scktackimeris dis zu 7 % c) 1. wenig gut entwickelte Färse» 2. altere ausgemägete Kühe . . 61 mötzio aenodrie Kuv« «nd Färsen es aerina aenüdrt« Kühe und Färsen t). tüering genadrre« Jvnavieh lZresser) II. «aldn: ,) Dovpcllenbei teinue Mast d) retnste Maittälber..... cl mutiere Mail- and beste rvavatölher 6s geringere Mast- und gute Sauglätber al qerffigrre Laualälder , « , , . III Schal«! ,s Wcwcmastschaje: ...... b) inn..ianiinti und Masthammel . c) geringere Masthammei und Schafe 6l moina acnahrl« Hammel a. Schuir lMerzschaiel IV. Fetthh»«!«: ,s Fettschweln« Uder 3 Zrr. Lebnrdr«- ldicht dl vouttetschrge Schweine öder 2hi Ztr. Eedendnewrcht ..... . cl votUterlchiae Schweine Uber 2 Ztr. Nedendgeimchl ...... . d) oollileitchfge Schweine bis zu 2 Ztr Lebendgewicht cl flertchrne Schwein« ...... f) Sauen ...... , , , , ecoeno, gewicht .* Schlacht, qenti ht .« 52-56 95—98 45-50 80-90 45-47 50-82 42—44 75—78 — — 47-50 84-9* 43-46 80-83 3i—«4 '«5—h5 36-42 67-78 30—L5 60—70 23-28 52-64 — — 46-50 78-85 42—45 71-76 40 88 57-69 72-74 56-57 70-72 ,57—50 72-71 57-59 72-74 — — Martteertaui: On allen Biebgettuagen schleppender Ee- schüstsciang: lleocrstnnd namcn.lich der Weidennderu u. Schweinen,