Hinunter 271 Mittwoch, d>.» 18. November 1914. 7. Jahrgang Ueue Tageszeitung r>- Mut . °c.- » djemt ^Sen ^UtQg. »i« e «lmab. 8 c SeUtgen „9*r ««tut au, i,„ W. „s.e Splnnknt.--. ü....aop«i.: Be. de. Poi.anj.a.t.n -i-r.-k,-ätt.ck, Mt. I.vi de, den AgeiUen mono l,ch 50 P,g f»n,u In,tZ ollgebühr oder Troger,okn. Kn,eigen: Giundzeile 20 Psg„ lokale 15 P,g, An,eigen von auswärts werden durch Pnlnnchnahme erhoben Irtullungsort Friedberg, schriftleiluny und Verlag iriedberg (Hessen). Hanauer,Nahe 12. ^emprecher 48. Postscheck-Conto Sie. 48»S. Amt Frankfurt a. M. Dkl G«>i»krnk«r uou lUatlEljnu grfnngrn. Ter Stand der Kämpfe. — Der Sieg Hindenburg's macht sich bereits auf dem Schlachtfelde in Galizien bemerkbar. — Die reifende Entscheidung in Serbien. Der deutsche Generalstab . - meldet: WTB. Wroftcä Oanptqnarticr, 17. Nov. vormittags. Amtlich. Auch der gestrige Tag verlief auf dem westlichen Kriegsschauplatz im allgemeinen rutzig. Lüdlich Verdun und nordöstlich (5irctz griffen die Franzosen erfolglos an. Tie Operationen ans dem östlichen Kriegsschauplatz nehmen weiter einen günstigen Fortgang. Nähere Nachrichten liegen noch nicht vor. Oberste Heeresleitung. töriawnnaliiiif dm (Couüfrnnirö v. ÖJaiidjau. |U. T. S. Scrlin, 17. Uov. Nichtamtlich, jlntcr de» in der Schlacht liei Kntno (tze- fangrnen betindet sich der Gouverneur von Warschau von Korlf mit seinem Stabe. Uibcr die Gcsanflcnnahnie des Gouverneurs von Warschau werden dem „Berliner Lokalanz." folgende Einzelheike» uns Enrjcn 1-eruhtet: Der Gouverneur war mit feinem Adjutan- len Hauptmann Fckhner am Morgen in einem Privat-Auiemo- bil von Warschau abgefahren, in der Richtung aus Kntno, ohne Kenn, INS davon zu haben, datz diese Stadt nach erbittertem Stratzenkamps von den Deutschen genommen worden war. Er stieß plötzlich bei Turnow auf die Kavallericspitzc der D-ulichcn, Cr versuchte umzukehren, wurde jedoch von einer Abteilung der !> Metzer Dragoner eingeholt und festgenommcn. Der Gouverneur setzte sich nicht zur Wehr. Er lieh sich ruhig i» Begleitung eines Leutnants und eines Dragoner-Gefreite» nach Deutschland ablransportieren. Er kam abends in Gnesen an, wo er aus Anordnung des Platzkonimandos im besten Hotel »niergebracht wurde. Er wollte niemanden sehen, da er nicht in der Stimmung sc, und seine Nerven durch das plötzliche Er- eionis abgespannt seien. Der Chausseur, ein Pole, erzählte, das, in Warschau grotze Angst vor den Deutschen, zumal vor den Lnftbombcn, herrsche. Letztere hätten große» Schaden a»o,»richtet, Die Stadt sei bereits von russischem Militär geräumt ac wesen, Ter Ehaufscur, der Zivilist ist, blieb vorläufig ,.»> freiem Flitz, während der Gouverneur und sein Adjutant durch Doppelposten mit Bajonetten vor der Zimmertür bewacht werden. Heute früh sollte der Weitertransport erfolgen, Erbitterte Kämpfe in Flandern. Kanonendonner am Kanal, (Nichtamtlich). Der „Niemoe Noilerdamfche Courant" meldet aus Oostburg: Am Sonntag nuttag wurden alle Bewohner durch entsetzlich schwere Erschukie rungen ausgcschreckt, die sämtliche Gebäude bis ans die Grund festen erschütterten Der Kanonendonner kan, aus der Ruh tung Knorle Blankcnberghe und war »och nie so deutlich hörbar wie dicsesmal. Krin Pardon! Der Kricgskorespondent der „Dailg Mail berichtet aus Calais, nachdem er den Kamps um ein Gehölz bei lkipcrn beschrieben hat: Es ist weder zu beschreiben noch zu glauben, datz Menschen oushalten können, was die Deutschen >n diesem Gehölz geleistet haben, Zn den Bajonettkämpscn wurde Pardon weder gegeben noch verlangt. Weit und breit sieht man leine Verwundeten, sondern nur Tote, Der Kamps um Ypern war „der" Kamps des Krieges, Das Ergebnis >'iir die Verbündeten war »in paar Kilometer Fortschritte und grotze Verluste, für den Feind aber enorme Verluste. Schneesturm UN» Regen, Amsterdam, tii. Non, Nach Berichten von der Küste herrscht- dort gestern ein schreckliches Unwetter. Der wütende Schneesturm war zwar heule etwa-- gcinilücrt, aber cs regnet und ein eiliger Wind webt, a,e: Kor rcipondcnl des „Telegraas" in Flandern meldet, datz die deutsche Heeresleitung un'.fassende Vorsorge in anbetracht des Ich. Ken Wetters traf. Sie hatte in allen Webereien und Läge.» die Bestände an Wollwaren aufnchmcn lassen und rcguirieete in Dendcrmonde, de», Mittelpunkte der W-bereiindustrie, grotze Skicngen von Wolldecken, Fe mehr man Einblick gewinne, um so größer sei die Bewunderung für die deutsche Heercsorgani fation. Aber gegen ungeheure Terrainschwierigkeiten, die infolge des Wetters austretcn, gebe es kein Miitel, Es sei iehr wahrscheinlich, daß bas Unwetter auf die Strategie ein u Nur ken Einfluß ausüben müsse. Der völlig durchweichte Lchnbo- den Flanderns und wassergefülite Hohlwege seien unpasnerbur. Das ganze Yser- und Lys-Gebiet mit feine» unzähligen Nebcn- wasscrläufen bilde regelmäßig zu dieser Jahreszeit große Ueber- lchwcmmuiigsstreckcn, die nun für beide Gegner unzugänglich seien, Nnpassicrbare Straße». London, 17. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Tic „Times" berichte» von der Schlachtsront in Nordsrnnkrcich unter dem l5>. November: Heute morgen ist Schnee gefallen: das Wetter war während der letzten Tage bitter kalt, mit starkem Wind und viel Negen. Heute weht ein Schncesturm. Tie Straßen sind in ein Kotnicer verwandelt »nd sür Autos nnpasfiervar. Verstärkungen in die Front. Amsterdam, 17. Nov. (W. T. V, Nichtamtlich) Der belgische Berichterstatter von „De Tijd" meldet: Zur Verstärkung der geschwächte westlichen Front und zur Ablösung belgischer Truppey wurden frische französische Truppen heraiigesiihrt. Ein Teil der Belgier geht nach Paris, um die unverbrauchten Truppen der Pariser Fortbefatzungc» für den Frontdienst freiznmachcn. Neue Kämpfe i» Galizien. Wien, 1(>. Nov, (W. B. Nichtamtlich:) Amtlich wird verlantbart: 1en Kriegsschanplatz begannen sich gestern an einzelnen Stellen unserer Front Kämpfe zu entwickeln. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabcs: o o » Hofer, Generalmajor. Ter deutsche Sieg macht sich bemerkbar. Wien, 17. Nov, (W, T. B, Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 17, Nov,, mittags: Aus dein Bereich von Krakau vorbrechend, iiahmeii unsere Truppen gestern die vorderen Befestig- »ingslinien des Feindes nördlich der Rcichsgrcnze. Im Räume Wolbrom-Pilica gelangten die Russen zumeist nur in das Bereich iniscres Artillei iafcucrs. Wo fciudliche Infanterie angrisf. wurde sie abgewieleu. Eines unserer stiegimenter machte •">lov. Tic t'iazcr „Tagespost" berichtet ans Cattaro: Die Ersolae sinsercr Artillerie gegen die sranzösisch-moiitcncgkinisch« Artillerie ans dein Lowtschen waren in de» letzte» Tagen verheerend. Flüchtlinge ans Montenegro, die sich dieser Tage bei unseren Vorposten einsandcn, gaben an, dast die sogenannte Knk-Stcllung zerstört sei. Ein einziger lvohl- gezicltcr Schust eines unserer Marinekolossc hat zwei scind lichc Geschütze zerstört, 3 Mann getötet und 23 schwer ver- liundet. Von unseren Stellungen hatte nian deiitlich ge- sel cn. wie ein scindlicheS Geschütz mit Lasctte in die Lust sleg. Tie Kiik-Stcllnng ist durch das Boinbardement bis zur Unkenntlichkeit verändert. Am letzten Mittwoch erschienen mehrere österreichische Flieger über Antivar» und warfen Bomben ab, Tie Villa des Prinzen Tanilo wurde getrosten und zerstört. Kaiser Franz Joses au Potiorck. Wien, 17. Nov, Ter Kaiser richtete an Frldzeiigmeister Potiorck folgendes Handschreiben: „Jl> zielbewnßter, beharrlicher Durchführung Wähler» wogenor Entschlüsse ist cs Ihnen in, Vereine mit der opser- Nendsgen und zähen Ausdauer und der hcldcnhaste» Tav- fcrkeit Ihrer Truppen gelungen, entscheidende Erfolge an der Trina zu erreichen und weithin in Feindesland zu dringe». Mit hoher Befriedigung blicke ich auf meine, Ihrer vielcrprobten Führung anvcrtraulen Balkanstreit- ktäste. Dankbarst gebe ich meiner vollsten Anerkennung Ausdruck, indem ich Ihnen das Riililürverdienstkeeuz erster Klasse mit Kriegsdekoratio» verleihe. Möge Gottes Tcktzcn Sie weiter geleiten ans ruhmvollen Bahnen." frriitir in (Offtmeirij iilirr Dm nrurfiru Zieg flinknöiirp. (W, T. B, Nichtanitlich.) Tie Blätter begrüßen mit Freude den neuerlichen Sieg der dcntschen gegen die rns- svchen Truppen. Las „Nene Wiener Tagblatt" sagt: Was die oberste deutsche Heeresleitung heute meldet, ist eck ! Hindenburgstche Taltik, Er schlägt sich nicht doit, wo cs der Gegner will, sondern er schlägt, wo er cs für inge- kracht erachtet. - Auch die „Nene Freie Presse" hebt die strategisch« Bedeutung des Erfolges der Deutschen hervor i iiö schreibt: Dieser große Erfolg kann die Saat sein stir die Hauptentscheidung. Deutschland ist sich bewußt, daß u:i dauernder Friede nicht bloß in Frankreich und an ber Küste der Nordsee, sondern >D-> in Rußland errungen werde,, muß, daß es nicht ruhe» »nd nicht rasten könne, Uk di ses Werk vollbracht ist, Tie Monarch-.« hat di« gleick-, liebe,„e., „ng, deshalb sind alle Siege gemeinstun, wie f-a auch da-, Blut der Soldiiten ans ie» Kampfplätzen v.n aiähl. T , „Freindenblalt" stellt s.'si, drß die neuer» steh rnnii-.be Osscnsivc gegen Ost- und W'slprcußen sehr ,a'ck> i ae: Fw-I.' erlitt-» habe. Tie 2>«>,« Balje- wo n!'d> die d» nschen Siege werden nick,! a-rschstn « Eindruck z„ n ach,::, da dadurch sinnfällig di« «Dbiinr^ch^ Rußland«-, seinen '-»runden lauerst:!MiNg zu gewahren, zu- tage ti'tt. Der Heilige Krieg. Budapest, 17. Nach einer Meldung aus Galai; helkscht in den Häsen von Ismail und Neni große Besorgnis vor einer Beschietzung durch die Türken. In beiden Orten sind die Spitäler mit russischen Verwundeten überfüllt. Die Schisse, die sich l-i die Häfen gcslüchtct hatten, wurden in den Pruth gebracht. Zeit Ausbruch des Krieges mit der Tür- fei hat kein rüsii'ches Schiff versucht, Kriegsmaterial nach Scr« k'ien ,ru bringen. In beiden Städten ist viel russisches Militär- (v'eriichtweise, verlautet, dasi unter den Soldaten die Cholera rrnire Der Ausiic.ad in Acgopten. K o n st a n 1 i n o p e l, 17. Nov. (Nichtamtiick) Dus Blatt „Turan" erklärt: Da die ägyptischen Lileralcn rroy der Maßnahmen der Engländer schon seit langer Zeit olle Vorbereitungen kür einen allgemeinen Aufstand getroffen Huben, wird dieser sofort beginnen, sobald die Nachrichten von der Verkündigung des Heiligen Krieges nach Aegypten gelangen werden. Die -nglischen Truppen in Argyp- Ir. 271 Se'te 2 Reue Tageszeitung. Mittwoch, den 18. November 1S14 n reichen nicht hin, um einen solchen Ausstand zu unterdrücke», ie Bevölkcruug des Sudans hat sich bereits erhoben und ringt gegen Norden vor. Die eingeborenen ägyptischen Ofsi- ere und Truppen, die nach dein Sudan verschickt worden sind, erden stch der Bewegung anschließcn. Andererseits nähern h die Senusti der Grenze Aegyptens Kr» sta n ti n o pe l, 17. Nov. (SB. 93. Nichtamtlich!. Die ligiose Zeitschrift „Sabil Urreschad" verosscntlicht eine Uebcr- .tzung von IN Aegypten verbreiteten arabischen Proklamatio- n, in denen die Acgyptcr ausgcsordert werden, den Moment , benutzen, sich von der englischen Knechtschaft zu befreien. Die goktamction führt die dem Islam durch die Triple-Entente ad in Aegypten durch die Engländer zugcsügtcn Schädigungen r, die das sruchtdare Land durch die ausschließliche Erzeugung nr Baumwolle sür ihre Industrie hcruntcrgcbracht Härten chlichlich legt die Prollamation de» Acgyptern dar, daß der egcnwörtige Krieg die Schwäche Englands enthüllt Hobe, des- n Flotte, angeblich die stärkste der 9Bclt, nichts leiste. cnlmol das an den Krieg von 1877 erinnert, war den Mn- lmancn stets, ein Dorn im 9!uge. Es enthält Heku'ombcn n 10 MV im Kriege gefallenen Russen und eine sehr reich ge- muckte Kirche daneben. Vor der Zerstörung entsernte die ienge zur möglichsten Vermeidung einer Verletzung der reli- ,ölea Gefühle aus dem Sanktuarium olle Heiligenbilder, pungclien und Kultusobjckte. Die Erichtung des Monu- ents bildete eine der von Rußland gestellten vornehmsten edingunge» beim Abschluß des Friedens von 1878. Eo.'tilha- w bestand sogar daraus, daß über dem Hauptcingang zur Kardiale eine Inschrist angebracht werde zur Erinnerung des eges der rassischen Truppen über die Türkei. Sultan Abdul amid lehnte dieses unerhörte Anstnnen ab und gestattete nur ne Inschrift, welche den wohltätigen Charakter des Denkmals zeichnete. Zwei hohe russische Offiziere, darunter der Mili- rattochee General Peschkow, wurden im Verlause des Baues s Denkmals ihrer Stellungen plötzlich enthoben, weil beide .eile Unterschlcife von je 300 000 Rubel aufgcdeckt wurden. Die Türkei UN» Pcrste». Die Korrespondenz „Rundschau" bält über Konstantinopcl folgende Information: Zwischen der tomanischen Regierung und dem ehemaligen persischen Gc- ndtcn in Konstantlnopel. Prinzen Riza, der in einer oehei- cn Mission der perstschen Regierung in der Türkei weilt, weben Verhandlungen über den Abschluß einer türkisch-irrsten Union, die bereits als in günstigem Sinne beendet zelten irften. Der Burenaufstand. Die gestern ciugetrossenen südasrikanischen Blätter datieren gar alle »och vor dem Eingreisen der Generale Beyers und e 9Bet in den Ausstand und außerdem stehen sie unter dem -nsluß einer starken Zensur. Aber immerhin geben sie einige ichtige Ausschlüße. So schrieb man, daß Botha, als er zum ricg gegen Dcutjch-Südwestasrika aufrief, nur sehr wenige reiwilligc erhielt, und es nicht wagen konnte, das Verteidig- Igeheer zu den Massen zu rufen. Der 9lusstand des Moritz ar also eigentlich ein Elücksfall säe Votha, da er hiermit in e Lage versetzt war, die regulären Truppen einzuberufen. ber das war trotzdem wieder eine höchst zweischneidige Sache, a» Lppositionsblatt ..Volk" trat äußerst scharf aus. weil Voiha ir die Frage des Rassenhastes in den Vordergrund schiebe >d noch dazu Bur gegen Bur in das Feld stellen wolle. Die usdchnung des Ausstaudes ist dann augenscheinlich auch die olge der Einberusung der Burghers zum Heer gewesen. Wich- t ist es ferner, daß man nun sieht, wie sich General Hertzog ehr als lau gegenüber der Aussordcrung verhielt, den Aus- >»d unterdrücken zu Helsen, daß er lediglich bereit war, bei ner friedlichen Aktion mitzutun, daß aber Botha anderer cinuufl mar als Hertzog und den Aufstand mit bcwas'vcter nid Niederdrücken wollte. Auch Sen Geistliche» der Kapkirche, 1 denen Hertzog i» hohem Ansehen steht, hat Hertzog telegra- icrt, daß seine Mahnungen von Botha in den Wind geschla- n worden seien, und daß er sür Botha nichts weiter tun unc. 9Bichiig und interessant ist auch die Haltung des frühc- n Präsidenten des Oranjcsrcistaatcs Steyn. Er telegraphierte n Geistlichen lediglich: Ich bin nur des Ernstes der Lage mußt und tue für mein teures Vaterland, was ich kann. Die irebc darf nicht vergehen, daß Gott es ist, der regiert. Das egicrunasblatt „Volkstem" warnt davor, Steyn zu einer Er- ärung nötigen zu wolle». Dies sagt genug, denn aus dieser erficht geh« deutlich hervor, daß die Regierung keineswegs, NN mai>>e7eyn zu einer Erklärung zwingt, erwarten kann, 7 ^ t>!jk7,?lärung sür die Regierung günstig aussallen werde. I (.item geht also hervor, daß der Ausstand viel weitere -eise in Sudasrila ersaßt hat, als die Engländer zugebe» und s man bisher mußte. Deutsche Flieger über englische Stellungen. Wichtiger ist lgendc Nachricht: Aus verschiedenen englischen Lagern kommt e Nachricht, daß ein deutscher Flieger über den Stellungen der I.itijchcn Streitkräste manövriert, die den Einsall in Dcutsch- üdwistasrika unternommen habe». Eine Anzahl Schüsse wur- aus diesen Flieger abgegeben, jedoch ohne Ersolg. Ans Frankreich. Roch trinc Rückkehr nach Paris. Genfs 17. Nov. er „Figur»" denienticrt alle Gerüchte von einer Rückkehr er sranzös,schon Regierung nach Paris im Lause dieses stonals. Wenn die Frage auch wiederholt im Ministerrat /-wogen worden sei, so sei doch noch kein Datum festgesetzt »orden: nmso weniger, als Jofsrc, aus dessen Wunsch die Regierung Paris verlassen habe, noch keine formelle Er- lärung darüber abgegeben habe. An hoher Stelle habe wn vollständiges Pertrauen aus de» endgültigen Sieg, m aber den .Heerführern volle Aktionsfreiheit zu lassen, cnnc die Regierung ihre Rückkelir jetzt nicht überstürzen. Man habe es in der Oeffentlichkeit mit der Festsetzung eines bestiinmten Zeitpunktes allzu eilig. Aus England. England soll Truppen hexen. Aus dem Haag wird der „Post. Ztg." gemeldet: Der Korrespondent der „Daily Mail" in Petersburg berichtet: Hier in England müssen wir V/; Millionen Monn schleunigst aus die Beine bringen. Die Rußen tu», was sie können. Aber es können noch Monate vergeben, che sie bis Berlin vcrdrinaen. Daß er ihnen gelingen wird, ist bestimmt. Aber cbc cs soweit ist. können die Dcurjch-I, vielleicht wieder Truppen cn'behren, die sie nach Frankreich und Belgien senden. Deshalb muß England militärisch mit- hclicu. Schon fängt Rnßlgnd gn zu denken, dgß sich England I zuviel auf das verbündete Rußland »crlößk. anstatt stch ielbst ' anznstrengen. Wenn England hexen könnte, wären die Trup- pcn zi. heschasicn. flandrischen Kanälen betragen 138 eingeborene Ossizicre und 6 englische Obersten Der Prinz von W-les in der Front. London, 17. Rov. (SB. B. Nichtamtlich. Reuters. Der Prinz von Wales Hot fick, nach der Front der Expeditionsarmee begehen. Es verlautet, daß der Prinz dem Stabe Fr-uckm zugcteilt worden sc« Der Schlag gegen England. Haag. 11. Rov. In einem nervöse» Leitartikel schreiben die „Times": Die Stunde kommt bestimmt, wo die deutsche Flotte, wahrscheinlich in Verbindung m!l der Armee zu einem verzweifelten Schlag gegen uns o»s- »hrlt. Wir müden bereit fein. Unsere Radfabrertruppeu dürfen Enalgiid nicht verlaßen. Keine andere Truppe kennt so genau jeden Zentimeter der englische» Küste, keine kennt ja jeden Weg, jede Tclegrophenstation. Die ganze Kriegslage ble-bt unklar, bis die deutsche Marine den Schlag geliefert hat, aus den ste schon so lange vorbereitet ist. Die Leute, die ßch cinreden Deutschland habe nicht Truppen genug, um in England zu landen, sind fürwahr Optimisten. Viele Millionen Dentschcr stehen unter den Waffen und ihre vetterliche Lieh« sür uns ist übernatürlich.' lleber die verschiedenen Oualitälen der englischen und der dentschen Marine zu sprechen, ist unsinnig. Die Gegenwart hat gezeigt, was beide können. Die Zu. kunft wird es weiter zeigen. Die Besatzung de» Lazarettschisjes in England beschimpft nnd mißhandelt. Bor einigen Tagen ist die Besatzung des deutschen Lazarettschisses „Ophelia", welche wider alles Völkerrecht von einem englischen Kreuzer an der Ausübung seines Rcttungswcrkes in der Nordsee gehindert und beschlagnahmt wurde, in Gravesend an Land gebracht worden: als Kriegsgefangene! Die Acrzte und Krankenpfleger der „Ophelia", jeder mit dem Abzeichen des Roten Kreuzes versehen, wuroen durch eine Abteilung Soldaten mit ausgcpflanztem Bajonett bewacht, durch Eraoesend hindurchgesührt. Dort hatte man die Bevölkerung bereits vorbereitet: das „harmlos auslehende Rote Kreuz-Schiss sei vor Yarmouth (in Wirklichkeit wurde die „Ophelia" nahe der holländischen Küste bcschlagnahmr! uufge- griffen worden und man hätte dann bald herausgckriegt, daß hier ein niederträchtiger Betrug zugrunde läge. Daß man keine Mine» gefunden habe, mache ja wenig aus, denn wie ber „Daily Telegraph" sagt: „Die See ist weit und tief" Genug, das Lazarcttjchisf, so hatte man wider beßeres Wißen die Einwohner von Gravensend glauben gemacht, war nur ein verkapptes Werkzeug deutscher Niedertracht gewesen. Die Folge war, daß bei ihrem Durchmarsch durch Gravensend die Besatzung der „Ophelia" in empörender Weis- insultiert wurde. Dichte Menschen,»aßen umgaben sie, und, wie der „Daily Telegraph" mit Befriedigung scststellt, kam ein W.'ibcrhausen angestürzt, welcher schreiend verlangte, man solle ihnen die Deutschen nur überlassen, sic würden sie schon zurichten. Ein englischer Scc- soldat riß einem der Deutschen sein Abzeichen des Roten Kreuzes ab. welches dieser, wie das genannte Blatt sagt, augenscheinlich entehrt hatte. Unter Gebrüll und Schmähungen ging der Zug dann weiter und wiederholt wurde von der Menge begonnen. die Deutschen tätlich zu mißhandeln. Der „Daily Telegraph" schließt: „Gefangen, erniedrigt, entehrt und ge- demütigt und ein Gegenstand der Verachtung, gelangte ber Zug aus dem Bahnhose an, um nach Chatham instradiert zu werden." Ans Diißland. Der russische Gcneralstabsbcricht. Petersburg, 17. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Der Große Eeneralstab veröffentlicht folgenden Bericht: Nach den Kämpfen im Oktober auf den Straßen nach Warschau und Jwangorod, die durch unsere Siege gekrönt wurden, begann der Feind den Rückzug zu seiner Grenze, wobei er schonungslos die Eisenbahnen und die Chausseen zerstörte. Längs der Eisen- kahnen sprengten die Deutschen die Bahnhöfe nnd die dazu gehörenden Gebäude in die Lust oder steckten sie in Brand und vernichteten alle Wassertürme und Weichen. An gewissen Kreuzungen sprengte der Feind die Schienen so voll- ständig, daß für die Wiederherstellung der zerstörten Strecke und das Legen neuer Schienen längere Zeit erforderlich sein wird. Ebenso sprengten die Deutschen alle Brücken und Wasserleitungen, selbst die kleinsten, von Grund aus, um dadurch ihre Wiederherstellung unmöglich nnd einen Notbau notwendig zu machen. Aus den Chausseen wurden sämtlich« Brucken zerstört, die Straße selbst schachbrettartig auf der rechten und linken Seite ausgegraben oder gesprengt, Der Feind schlug die Telegraphenstangen um, zertrümmerte die Isolatoren nnd zerschnitt die Drähte. Alles dies hielt unsere Verfolgung ernstlich auf. tvodurch es dem Feind« gelang, aufd er linken Deichsel usw. allmählich ans unsereni Aktionsgebiete herauszukommen und sich seinem Gebiete zu nähern . Nachdem die Deutsclu-n diese Auf- gäbe erfüllt hatten, benutzten sie ihr ansgedchittcs Eisen- l-ahnnctz, ihre Truppen aus dem schnellsten Wege nach Norden zu schaffen, um gegen unseren linken Flügel starke Streitkräfte zusannnenznziehen. Rusßiche Kompseswrise. Ein besonderes schroffer Beispiel barbarischer Kriegssührung haben uns kürzlich die Rußen bei Tomaszow in Polen geliefert. Anftliche Ermittelungen über die Wahrnehmung, daß die Rußen feindliche Einwohner als Kugclfänger vor sich hertricben. um unseren Truppen das Feuern unmöglich zu machen, sührten zu solgcndem Erlebnis: Das Landwehr-Kavallciie-Reqiment Rr. ... meldete am 31. 10 dem Armee-Oberkommando dienstlich folgendes: „Das dem Kavallerie-Regiment unterstellte Landwehr- Bataillon . . . hatte bei einem Rückzugsgcsccht am 29. .0. bet Tomaszow am Sützufer der Pilica eine Ausnahmestellung zu nehmen. Hierbei bcobachicie es. daß die aus nördlich» Richtung nachdröngenden Rußen Bcmohncr von Tomaszow. dorun» ter Frauen und Kinder, aus der Hauptstraße vor stch herichob-n, wie ß cs Bereits in Kipancn und Scndrowen bei Willenberg in Ostpreußen gelan hatten, um sich dadurch vor dem Feuer unserer Truppen zu schützen. — Da stärkere russtlche Abteilungen stch aus diese Weise bis auf 300- 100 Meter unseren Ctelkringen genähert batte», wurde das Feuer von uns eröffnet. Es war nicht zu vermeiden, daß dabei viele von den vorgeschabenen Zivilpersonen unschuldig ihren Tob fanden." Die Feststellung in der amtlichen Meldung spricht eine so beredte Sprache, daß jeder Zusatz übcrslüsstg erscheint. Vom KaUmn. Bulgarien gegen Rußland. S o si a, 17. Rov. (Nichtamtlich!. Das Sofioter Blatt „Utro" zitiert eine in der „Biriche- wiia Wicdomisti" vcrösscntlichte Aeußcrung des russischen Professors Iastredow, daß das Ziel des jetzigen Krieges die Eroberung Armeniens, Klcinasiens, des Bosporus und der Dardanellen mit dem bulgarischen Hinterland und die Umwandlung des Schwarzen Meeres in einen russischen Binnensee sein müsie. Er zitiert weiter die Erklärung des Präsidenten des Londoner Balkankcmitees, Burton, daß Rußland den Besitz der Dardanellen mit Bulgarien und Rumänien als Hinterland anstrebe Das Blatt iogt:„ Man ruft uns also zu Hilfe, damit wir Sklaven des Staates werden, testen Einrichtungen so ganz anders als die unseres kleinen, aber sreien Vaterlandes sind Da» sollen also die Ideale sein, sür die ganze Generationen erzogen wurden und zehntansende von Opfern fielen. Iastredow össnet auch dem verblenoetsten Rußophilen unter uns die Augen darüber, daß Bulgarien mit allen Kräften sich dagegen wehren muß, daß das Schwarze Meer ein russischer Binnensee werde. Da die Wunsche Iastrebows, sowie die Knechtschaft Mazedoniens gerade von den Mächten des Dreiverbandes unterstützt werden, müssen alle bulgarischen Kräfte gegen diese Tendenzen organisiert werden. Deutsche Feldvriefe. Lob der Freiwilligen. .....Ich hatte draußen in meinem Zuge «inen Berliner Jungen, der von zu Hause sehr verwöhnt wurde, welcher sehr unter wunden Füßen zu leide» hatte. Trotz der Blasen und Entzündungen und da nun der Tornister um so mehr drückte, hielt er iupser aus. Zuletzt mußten wir ihn in ein Etappen- lazarett schicken. Es war kurz vor unserer Feuertause, und de: Junge weinte wie ein Kind, daß er nicht weiter mit UNS konnte. Wenn man in Bettacht zieht, daß unsere Kriegsfreiwilligen vor wenig mehr als zwölf Wochen noch ihrem Beruie uochgiu- gen, in de» Hörsälen und zum großen Teile noch an- der Schulbank saßen, und dann ansieht, was sie inzwischen geleistet haben: Nach schneller Ausbildung große Anstrengungen und Mär>che, Entbehrungen in Feindesland, die mindestens denjenigen alttver Regimenter gleichkame», daß sie vor allen Dingen ihre Feuerprobe glänzend bestanden haben, so sragt man unwillkürlich: Mit welchem Rechte werden unwahre Gerüchte über sie in Umlauf gesetzt? Meine persönliche Erfahrung ist die, daß gerade Leute, denen man hier während der Ausbildung wenig zutrautc, draußen sehr brauchbare Soldaten wurden. Und wer erdreistet sich sogar von Furcht zu reden? Ich stelle nicht in Abrede, daß wir beim Pseiscn der ersten blauen Bohnen zusammcuzuckten und uns duckten, aber das hat leder getan, bis man stch eben an diese Musik gewöhnt hat. Desto ausrechic: gingen aber unsere Jungen beim Sturme aus D . . . vor. Mitten tut stärksten feindlichen Feuer erfolgte der An- griss mit ausgepjlanztem Bajonette, und keiner blieb zurück. Am besten sür sich jelbst spricht wohl der englische Schlach'be- richt übel den Sturmangriff auf D . . . „ den unsere Berliner Rejeine-Regimentcr als ihre Feuertaufe ousfühvten Der „Daily Telegraph" schreibt am 27. Oktober u. „Gemacht wurden acht getrennte Bajoncttangrijse, alle mit großem Mute und ausgesührt durch Truppen, die. mi, wir seitdem überraschenderweise jcststellten, erst vor acht Tagen anxekommcn waren. Unter ihnen bcsanden sich bartlos« Jünglinge von 17—18 Jahren." Ich gebe zu. bei unseren Kriegsfreiwilligen mangelt es noch an der nötige» Ruhe, aber diese kommt mit der Zeit, darüber können die Nörgler und Miesmacher hinter Vcm Oien oder am Biertische beruhigt sein. Es steckt -in sehr guter Korn in de» Jungen», und von Furcht kann keine Rede Irin: ich könnte dies noch mit viele» drastischen Beispielen bezeugen. Die „silbernen Kugeln". Der englische Schatzkanzler Lloyd Georg« hielt eine Red«, in der er sagte: „Diesen Krieg werde» die letzten hundert Millionen gewinnen. Die Deutschen können sic nicht mehr aufbringen. Unser Geld wird eine große Rolle spielen. Wir haben schon oft mit silbernen Kugeln gesiegt. Wenn die andereu vollkommen erschöpft sind, holt das englische Gold erst zum zwei Zerstörung eine» ensstschen Denkmals. Konstantin opcl, Rov Das Rußendenkmal von Galataria bei San Stefano von Bauern per umliegenden Dorier zerstört worden. Das l Die Verluste der Inder. London. 17. Rov. Die Oifi- i ziersveiluste der indischen Truppen in den Kämpfen an den Beilage zur „Neuen Tageszeitung". Kr. £71 |__Mittwoch, den IS, Ilovemker 1914. 1 7» Jahrgang Wk ironfef. Uachrichirn u. dir kandwirtlliiati. . Tic flrofiftäbtiicfic Presse venrcibl sich i» der Gege»- wnrt neben der vkriegsberichtcrslnttmig die Zeit damit, ibre Leser in eine künstliche Erregung »der die »kartonel- breise hinein zu treiben. Das Vorstandsmitglied der Land- «oirlschaftskniitmer siir das Gr. Hesse«. Herr Ad. Hensel zn Dortelweil »ab«, daraus Gelegenheit, de» „Franks. Nachrichten", die erst a,n 4. Nov. von dein „krassen Banernbe- slreben. sich die Taschen ans (kosten des armen Itadtvolkes p> ftiNen", gesprochen batte», eine Darstellung der Berhält- nisse zu geben, die di« llebertreibnngen ans das richtige Pias; znrürksühren sollten. Die Ausführungen laiftclen: Foilgesetzt werden Angrisse au« allen Kreisen der städtische» Pevöllcrung. wegen der Höhe der Kartosselpreise, gegen on» Lauern gerichtet, ohne das, man sich bemüht, auch nur halbwegs zu untersuchen, ob die Angrisse gerechtfertigt sind »der nicht. Auch in der Stadtoerordnetcnsitzung hat man sich s-'ye eingehend mit dieser Frage beschäftigt und kam mit ganz wenigen Ausnahmen zu dem Endresultat, das, die Bauer» an den hohe» Preiseii die Alleinschuldigen seien. Besonders von einer Partei, wurden wir Bauern als Men- ,'cheii b,»gestellt, welche die Kriegslage zur Ausbeutung der städtischen .Konsumenten benutzten Ja man vcrstieg sich so irr!, UNS Franktirenrpolitik vorzuwerse«. Das, man sich nicht sa-eut. softer die jetzige Lage zu benutzen, die Teuerung agitatorisch gegen »ns zu verwerten, bewaist. mit weichem Hasi diese Parte: den Banernstand verfolgt. Diese Angrisse veranlassen mich, folgende Richtigstellunge» zu »lache». Ec- bed.uert Niemand inchr die hohe der Kartasielpreise als w-r Landwirte, denn wir sehen voraus, das, uno van gewisser Teile in Ankunft voigcworsen werden wird, die dcut,che Landwirtschaft tönne »nfer Volk mit Lebensmittel nicht genii- gc»d rersorgen. Trotz der gegenwärtigen Kriegszeit, in der durch die Militaioerwaltung große Vorräte an Getreide nfw. ausgespeichert werden, wird die Landwirtjchnst Gelegenheit Habei,. zu beweise», bas, das Gegenteil der Fall ist. Wie sehr uns di« Versorgung des Volkes mit billiger Rah- rnng »in Herze» liegt, geht aus einer Bekanntmachung der Vereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgegend in de» Zeitungen am 2 Mobilmachungstage hervor, darin wird gelugt ... . ei». Beftirchteng. die Bevölkerung könne mit Lcbclisinittei nicht genügend versorgt werden, sei unbegründet. Unsere Bereinigung >sl bestrebt, ohne Ausschlag die Lebensmit, tel. hatiptsächlich die Kartasscln. abzugeben. v o r a u s g e s e >, t, das, uns die F u t t e r a r t i k e l und l a n d w. Hilss >losse nicht reite uert würde »." Wir ist cs aebr getomme»? Eine Preistreiberei in Futter- »rtiteln Hai siattzesunden, die unerhört ist. Aus folgende» Preisen lzusanimengcstellt von der Landw. Kammer in Darm- stadt, möge der städtische Konsument ersehen, wieviel mehr der L'.ndwirt heute zahlen muss. Bar drin Krieg Heute niehr durchjchnittl. Mk. Mk Mk in *• Wei;e»kleie >0.75—U,25 1U.50 5,10 46,30 Rogacntici» 11,50-12,00 16,00- 10,50 4,50 3b, 3i Diert:ebcr 11.60—11,75 16.00— 17,10 4.34 35,25 Palnikuthei 13.60-14.10 17,50 - 18.1X1 3,90 28,16 Eldnuhii chen 16,50—17,00 19,75- 20,50 3,35 2-,00 Leinmeht 15,85—16,25 10.0(1- 20,50 3.70 23.0.5 Rrismeht 10,25—10,75 17,75- 1 u ,50 7,60 72,38 Wenn die Landwirte auch höhere Preise für ihre Frucht be- kenrwcn, so k«-,-> damit nur zu einem Neinen Teil die Minder, einte «.»--geglichen werde«: die Weizenernte ist in Hess-n min- d-stens 50 Prozent unter dem Durchschnitt geblieben. Wer ist mm schuld au den gestiegenen Kortosselpreisrn DOelt Niemand: aber folgende Umstände habe» mitgewirkt. ti Die städtischen Konsumenten, indem sie schon seit aosang Oktober bemüht waren, ihre» Winterbebars einzudecken. Die Konsumenten lstitle» wissen können, dah der Landwirt im Oktober osl nick« IN der Lage ist. Kartosseln zu verkaufen, weil er durch dringcude Herbstarbeite» Diüwurz-Zuck-rrüde» eriite. Au-saat des Mntergetreides ufw. - so in Anspench genommen ist. das, er hier,zu sede Minute verwenden muss Ganz besonders in diesem Fahre, wo durch die Pjirdcanshebnng. die Gespanne schien und Arbeitskräfte mangeln: ja vielsach !ind di: Vancrn selbst unter den Fahnen lind unzählige Frauen steben allein und müssen sehen, wie sie die Herdstarb-!,len be- -wältigen, durch diese Umstände kommen die .Kartosseln nach später, tls in srühere» Jahren um Verlauf Statt un» 'sicht- fertig in drr Ltadloerordnetensihung zu beschuldigen, aast wir mit dem Verlaus zurückhiettrn, um t ic Preise in die Höh- zu treiben, hätte man sich über die Ursachen des ichwoch.-n Angebotes erkundigen sollen, don» häiken. wenn man gerecht denkend gewesen, derartige ungeheuren Beschuldigungen nicht erhob- n werde» können. 2, Veranlaht durch die stürmische Nachfrage der Koniun-eii. te» waren die Händler gezwungen, höhere Preise zu bietrn Große Mengen Kartosseln l-.ctzcn auch die Proviantämter durch Händler auskausen Ein Händler bot mehr als der andere, kein Wunder, wen» der Preis stieg. r, Fsl die Höhe der Futtcrinittcl wesentlich mit ,chuld. der Bauer ocilaust weniger Kartosseln als janst. da er sie als Ersatz sür teuere Futtermittel verwenden muh. 4 ! Trägt die Mahnahme der Neichsrcgierung. um die Fleischverjorgung sicher zu stelle», auch mit Schuld Diese ' ' '....... stellen schwerwiegende Forderungen an die Land- ' ' »nter 75 Kilo, weibliches Rindvieh nntsr 7 dstrsen nicht geschlachtet uireden. Dieses Verbot erhöht die Biehdestände. die Folge davon ist -.in größerer Futterbedarj (Kartosseln). «) Sind die Erträge erheblich geringer als in 4SI.,. Fm zogtum Hesten das Gegenteil von oem bewirlt. was ge erreichen solltet,: die hessischen Städte sind säst ohne Kartosseln Richlhessische Händler kaufen die Kartoffeln zu 7 Marl frei Waggon aus und verladen sie nach Elsaß Lothringen, Westfale» ujw, He-ssen ist zu klein, um Höchstprerse sestsetzen zu können, ll> Snd die Erträge erheblich geringer al» in 1913. Fm Grohherzoglnm Hessen ist die Ernte in einige« wichtigen Kar tosselonbangebceten erheblich unter dem Mittel ausgefallen. Fn Deutschland berechnet ma» den Müiderertrag aus 5-1 Millionen Doppelzentner, gegenüber dem Vorjahr 7) Sind die Betriebskosten höher als sonst, das Fehren der Gespanne bewirkt eine Verminderuirg der Maschinenb.'nutzi.nq, es müssen daher mehr Kräfte zur Handarbeit herangezogen werben, die rar und teuerer find als sonst: die Arbeitslosen der Städte haben meistens keine Luft zur Bauernarbcit, sie lassen sich lieber unterstützen. 8) Da« am 16 Oktober erlassene Ausfuhrverbot der Niederlande, Noch se> kurz erwähnt, die Landwirtschast hat joiori beim Kriegsausbruch Höchstpreis« gesordert, aber nicht nur sür ihre Erzcugnisie sondern auch für die Produkte, die aus landwirt- schafttichen Erzeugnisie» hergcstellt werden, wie Brot. Fleisch und kür di« unbedingt nötigen Hilssstosse — Krastsntter. Düngemittel nud andere mehr. Die einseitig« Festsetzung von Höckstprrijrn sür landwirtschatsliche Erzeugnisie schädigt die Landwirtschast und wirkt mit Recht verstimmend in >>nseren Kreisen, Fetzt, nachdem der Karren in Dreck gefahren ist, und die Bauern alles, was sic brauchen, teurer geworden ist, kann man ihnen auch nicht zumuten, die Kartosseln billig zu oeckan- fcn. Die Preise die jetzt geboten snicht verlangtt werden, sind bcrcchiigt, dies zeigt auch die Preislage verschiedene: Märkte Norddeutschlands vom 26. Oktober, Es wurden bezahlt für 50 Kilo (1 Ztr.) bei Ataggon- ladunge» für gute Speisekarlossel». Berlin :i,50—4,00 Breslau 2,80 5,00 M, Leipzig 3,85 Posen 2,70—3,00 K, Magdeburg 3,35 ,K, Hagen 4,00 Altona 4,0». Wen» nun in der Sitzung der Stadtverordneten geäußert wurde, die landwirtschaftlichen Organisationen verjagten, so ist dies cbenklills unrichtig. Vom Vorstand der Vereinigten Landwirte war in einer Reihe von Orten der Wetterau und de- Kreises Hanau uugichahnt worden, die Kartosseln in direktem Verkehr, vom Produzenten dem Konsumenten zuznsülncn. Ueberall sanden die Bemühungen des Vorstandes grohen An- klang, als dann aber, durch die ungeheure Rachsrage eine starke Steigung der Preije eintrat, verzichtete unser Vorstand aas weiteres E.ngre.ses. da »r seinen Mitgliedern unmöglich zu,»n- ten konnte, billiger zu liesern, als die Händler boten Recht auffällig ist uns. Sah man sich übe; die hohen Kartosfeipreise so furchtbar ausregt, wahrend man im Vorsommer gar keine Ver- aiilaifting sand, die minderbemittelte Bevölkerung vor den hohen Fleisihprcisen zu schützen, welche in gar keinem Verhältnis zu den tsefstcbcnden Viehpreisen standen. Sollte'', durch meine Ausführungen vorurteilslose Konsumenten zu dem Standpunkt kommen, uns Bauern Gerechtigkeit wiedersahre» zu luisen, da die Landwirtichas! unschuldig on den Preissteigerungen der Lebensmittel ist. dann wäre der Zweck inein.r Ausjührunftc» erreicht. Die Zeit ist zu ernst, »m sich gegenseitig ungelcchlsertigt« Boiwiirse zu machen. Es tut bitter not. dah das deutsche Volk einig ist »nd bleibt. Hensel, Landwirt in Dortelweil. Vorsta,»dsmilglied der hessische» Landwirtsschastskamnrer. Ans dieser Darstellung, die getvitz sachlich »nd :>er- svhnend gestallo» ist,, haben die „Fi'i-mks. Nachrichten" ledig- lirh de» kleinen Abschnitt, den mir oben zwischen zwei Ticrpchc» angeüenlcl haben, zu,» Abdruck gebracht. Ter Rest wird mit einigen »ichtssagcndcn Worten abgetan. Tie „Franks. Nach,schien" benierteii, dah mit solchen AuS- sj hrnnge» dem Borbrancher nicl't gedient sei. denn er habe ein Recht mit Nahrung und ar-'cuiess.ac Preise, die er bizablen könne niiv. Die Landwirte erlebe:, hier deii'Uben Fall, den wir schon einmal Heini „F>.Gene,.:! Ang'iaer" sestitell?., konnten. (5s war im -adre NN«. a!» dos Fleistsmolgeschrei seinen Hölpepon-'l erreicl't liatie. a,->. dainaso sch'ckte Herr Hensel dem gcnann'-e» Btalle e - Tchudcrnng der wirklichen Verhältnisse, die .'her -5 -t vom ,». nernl-Anzeiger abgelehnt wurde. Lei den F -o.u-i-r Vläitrrn scheint der Tal» zu gelten: Ein Fra.,-- rter >ei> ag.sniettüh kann keinen Vanern leiden, dark, s.ü::e ■ ' nir-Qlli er e.ern. Gerade die „Franks, stkach. l" eats, -iea cof ganz niifi.'t» ordentliche Ncklnmetätig'eii euj Lai-de, »m Abonnenten zu gewinnen. Wen:- e- piit. die Rechte dieser Abouiirnten z» vertrete,! >>-d r >e,>k» noe, rechte Anschnl dse.imgen in Schutz z» nehn-e ', '. -»n oer-eoe» dir „Franks. Nachrichten" genau so wie t v A .eigrr". Mögen sich die Land'.: ir:e : --- r !-:i merken! Kann «SN Hferr dkii 'fiti! ? S iete Deutsche Hessen und »i-:le En-tliinder sürcht.-n. dah di: englische Kaste »on Calais a-.-, b schossen werden wird, sobald Caloin den Händen der Deuiscken ist. Fst das über. Haupt möglich" Kan» ma» über den Kanal schiehen? Ein Holländer sucht diese Frage im „Nieuwe Rotterdamsche Lour." zu l-eantwoeten. Er weist daraus hin. dah setzt, wo die Welt seit ore! Monaten die Kruppschen 42-Zentim«tcr«eschütze kennt, die Fama von noch gröhere», nämlich von 52-Zentimeter-< den Draht von 2,5 Millimeter Durchmcsier sollte während einer zehntel Sctunde ein Strom von 2300 Ampere geschickt werden, der den Draht nicht schädigt »nd eine gewnltige Kraft ans da» eiserne Geschah übertrüge, die diesem eine Anfangsgeschwindigkeit von 700 Meter verleihe» sollte. Auch Porriihtungcn, die die Drabtwindunge» a» den Stellen, an denen das Geschah schon vorbeigestrichen ist, stromlos machen sollten, hat Birtclond ersonnen, und selbstverständlich bat er auch au d>e nötigen Maschinen gedacht, die die gewaltige clel irische Krcft liesern könnten. Er hatte dabei Dynamos im Auge, die während des Augenbli.ts des Slromschlnsses einen Strom von 2000 Polt und 50 000 Ampere liefern und damit eine gan,ze Batterie schwere» Geschützes bediene» könnten. Auch an eine weitere Steigerung der elektrische» Kraft hat er ge dacht. Theoretisch ist gegen «in solches bzeschütz wenig rorzn- bringe», ja diese eleltrischen Geschütze würde» den Feuerge- schlltzcn gegenüber auch dadurch im Vorteil sein, dah man *n ihren Geschosse» die gefährlichsten Sprengstosse unterbringen könnte, wie man sie Geschützen, die Sprengmittel als Krafi- quelle brauchen, nicht anvertrane» darf. Wenn eine laiche elelirikche Kanone, wie Birkeland sie aus dem Papier konstruiert hat, wirklich einmal gebaut werden sollte, kann man die Abmesinnge» und die Große der angewandten Kraft natürlich beliebig steigern, so dah man damit nicht nur über den Kanal, sonder» eben so gut von Florida nach Havanna schiehen könnte. Spätere Gejchlea/ter werden solche jurchlbaren Zerstörung»,verk- zeuge, gegen die der gswaltige 42 Zuittmeter-Rlörser der Gegenwart e>» Kinderspiel ist. vielleicht erleben. Hrrböt non itb und l)iintn)frflfi(imin«ii. * Alle Versteigerungen von Hnntcii und Fellen sind bis ans weiteres verboten. Der ttommandierende Gene- rcl: gez. Frhr. von Gall. Drntsll'c Hrieflsbriefr. von Paul Lchweder Gelegentlich eines Ausfluge» »« die Jchiltzen gräten vor Reims ist unser Kriegsderichterstatt^ Paul Schweder im Rebel «bgei »ud .chikder uns nun, was er erlebte, i« »^rtikeHerttz mit deren Abdruck wir nachstehend fc**-^*. (Die Red ). (ifufccr. Rnchdr. verb.) S u. 5» Grohes Hauptquartier. IN. Rov. I» -eu Lchüheugrubea vor Rei»». Der Novembernebel ist ein heimtückischer Gesell. Tr kommt wie der Dieb in der Nacht, und ehe man ftch's versieht, bau» er um die h.'Ue Mittagsstunde seine Schleierwände rings um dich auf. Bald ist Weg und Steg. Feld und Wald verschwun« den, und du tappst im Ungewissen. Aber schon schärsen sich alle Sinne. Aus srohen Wanderoogeltagen her weih man die Spuren des Msgec. die Zeichen un Feld und die Stimmen des Waldes £ii deuten, und es wird dir zur Lust, dein unbekannte» Ziel zu suchen, sei cs auch in Feindesland, und ohne die Möglichkeit, niit der Waffe in der Hand den Gegner abwehren zu können, d^r hinter den Nebelwänden und bei jedem Daum und Strauch o^er gar im unsichtbaren Schützengraben aus dich lauert. So rrandre ich denn und wandre, zum erstenmal seit 5irieg?beginn angeführt, ganz aus die eigenen Führ gestellt, aus c gee.es Empfinden und Fühlen angewiesen. Ein Hurra Nr. _. Seite 2 Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 18. November 1911 der Freiheit und dem Leben in, grünen Waldrevier, das mich se:i einige» Augenblicke» empfängt. Wir waren im Morgengrauen vom Großen Hauptquartier abgcsahren, hatten nach Stunden die Aisne und die Suippes überschritten und im Armee-Oberkommando die Erlaubnis zum Besuch der Schützengräben bei Reims erhalten, die uns ein früherer preußischer Kriegsminister persönlich in der licbens- nürdigstcu Weise erteilt bcUte, Dann war cs mit Volldampf zuu, Ltabsouüqier gegangen, wo uns ein General empsing, der in einigen Kollegen alte Bekannte aus der letzten Neichs- togswahlkampagnc her begrüßen konnte. Unsere Kraftwagen mußten in dem von den Franzosen bis aus ein einziges Haus das des Stabsquartiers, zusammcngcschossenen Dorfe bleiben, während uns die Herren Stabsoffiziere zu den etwa eineinhalb Stunden entfernten Schützengräben führen wollten. Das Dörfchen liegt in einem tiefen, fast kreisrunden Talkessel, und wir mußten eine etwa 230 Meter hohe Anhöhe ersteige», die von den hier liegenden sächsischen Truppen :n Er- rnncruug ar da» heimatliche Erzgebirge und die dortigen Ro- dclcohncrlcbnisse „Lberbärcnburg' getauft ist. Zn einer Bo- dcnjciUung. dre das schönst« Gelände für Schlittenfahrten im nahen Winter bildet, liegt die Feldküche und das Pionierdepot -ersteckl. Die Anhöhe selbst aber wird als Luftkurort für die Mannschaften benutzt, die sechs und mehr Tage hintereinander IN den Schützengräben gelegen haben. Zn der Regel bleiben sie bis drei Tagen hier oben inmitten der würzigen Radql- h-lzluft. Wir gehen nun weiter, komme» über eine weite, !>dc, geneigte Ebene und in ein Gelände, das mit dürftige» Kiefern und Tanne, bestanden ist, Kreideboden ausweist und von den Rebcldünsten des Tages aufgeweicht und schlüpfrig geworden ist. Ein Kollege, dem schon früh bei der Abfahrt nicht gut war, wird hier von starken Herzkrämpsen befallen und muß zurück- kchren. Eine Ordonnanz wird mit ihm zurückgelasfcn, und als sie longsaui davongchen, bitte ich den Soldaten, dock- -nch meinen schweren Pelz milzunchmcn, da er mich bei . '»gen Marsch behindern könnte. Es vergehen einige Min, bis ich den. Manne die Rummel meines Kraftwagens gesagt und feinen Standort beschrieben habe, und als ich mich dann umwende, bi-- ich allein. Die Finsternis hat alles um Mich her verschlungen, und als ich den und jenen Namen rufe, klingt cs wie von einer festen Mauer aus den Nebelschleiern wieder. Wie seltsam, dieses lastende Schweigen, dies Warten, in tiefster Einsamkeit, dies plötzliche Alleinsein, nachdem man drei Monate hindurch von liebevollster Aufmerksamkeit auf allen Wegen und Stegen umgeben war, nie auch nur eine Minute vom rechten Wege abirren konnte und immer wieder zum großen Heerhaufen stieß, >ebald man zur nächsten Wegkreuzung kam. Der Wald rings schweigt auch sein feierliches Schweigen, drs Schweige-i des Todes jedweder Kreatur. Und an feinen Rändern lauert das Verderben. Die Kriegsfurie hat feine Bäume zersplittert, seinen Rasen aufgewühlt, seine Schonungen zcrsiampst und -sein grünes Nadclklcid versengt. Kein Vogel singt »ich, in den betauten Zweigen, kein flüchtiges Reh kreuzt mehr den vaii den Rädern zerwühlten Weg. Dafür liegen überall gefällte Bäume verbrannte Acste, geleerte Konservenbüchsen französischer Herkunft, zerschlagene Ehampagncrflaschen, schmutziges Pariser Zeitungspapier umher und dann oben auf der tahlcu Hochfläche, die ich NU» überschreite, Hunderte und Aberhunderte von sogenannten „Ausbläsern", Granaten- und Bombensplitter, Wagcntcile und Soldatcngräbcr, in Hast gegraben, in Hast gefüllt und in Hast verlasse». Bald darauf befinde ich mich mitten im Schußfeld der feindlichen Artillerie. Und per Nebel wird dichter und dichter.. Eine anheimlickie Ruhe lagert über dem Ganzen. Zch gehe mit «»hörbarem Schritt, denn der fchlüpferige Krcidebodcn und der lpärliche Moosteppich darüber dämpfen jeden Laut. Wohin werde ich gelangen? tliischlüsfig gehe ich hin und her, denn der getretrne Weg hat mit einem Male ausgchört, da mitten hinein eine Anzahl Granaten geschlagen war und große Löcher in den harten Boden gerissen hatte, so daß ich seitwärts abbicgen mußte. Am besten gehe ich jedenfalls in dem niedrigen Gestrüpp bis 5111 nächsten Schneise. Da zerreißt ein pcitschenähnlicher Knall die Lust, »nd wie ein gewaltiges Echo antworten dem Ger ehr- jchuß aus einer unbcstimmtcii Richtung her drei Kanonen- schläge. Zch bleibe wieder einen Augenblick stehen, um zu hören, in welcher Richtung die Geschosse einschlagcn, aber es rübrt sich »ichis in meiner Nähe. Der Nebel versperrt denen da drüben so out wie deii Unseren jede Aussicht ins Gelände, und io -st der Tag ei» verlorener für jeden Schuß. Das gibt tim ein gewisses Gefühl der Sicherheit, und so wandere ich in i, hlichcr Sorgtosigkcit weiter. Zm Geiste sehe ich bereits die »ngeheuerstc Schüheulinie der Welt, die vvii öe^sizrdscc bis zur Schweizer Greu" reicht, vor mir. Zch -"Ak ^r!ikO'unmittelbar in ihrem Zentrum stehen, und niir ttevstbas Herz vor Erwartung. Endlich we-de ich die Unserigen am schwierigsten Abschnitt dieses Krieges in Tu tigkeit sehen, ihre Stimmung an diesem trübseligen • ---hertage erkunden, ihre Wünsche und Hoffnungen verne! - n - ne». Za, ein gütige« Schicksal schickt mich viellcichi 10-- zu ihren Stellungen, und sie werde» de» einsam Fremdling gewiß so freundlich ausnehmen wie die v- - Oberkommando angetündigr.-n Kollegen in den nnb-.-n I. langen Was habe» wir nicht alles in de» letzten Woben - . >> . ton und Treiben in den Schiitzengräbe» gehört lind >■ Was liegt für niich hinter diesen Nebetwän 'Ind ich wandere und wandere. -— Plitzlick höre ich rechtcrhand neben , -r Geräusch, wie wen» ein Eßansseearb >:.r t sammcnschauselt. Ton» zweimal Hinteren les! — Charles! und daraus ei» haiblci . Nebel abacdämpstcs: Out vive? Der An-:» ich stehe im Augenblick wie angewurzelt. Sui bin in meinen: verträumten Dahinwandern z-i .abgckomme» und stehe in nächster Nähe e Schiitzengrubenr. Was tun, Zeder unvorsichtige Schritt, überhaupt jede Bewegung kann den Unsichtbaren da drüben zu einem Schuß ln den Nebel hinein veranlassen und mich damit zu einer kurzen Zeitungsnotiz zusammenschießen. Also Vorsicht »nd kaltes Blut. Ich steh« noch einen Augenblick, versuche dis Wand vor mir mit den Blicken zu durchbohren ind horche angestrengt, ob irgend ein Schritt, eine Bewegung, ein Geräusch mich über meine »»bekannten Gegenüber näher unterrichtet. Aber vergebens. Kein Wort und kein Laut mehr. Nur das Arbeite» ber Schaufel dauert fort, und so trete ich unhörbar einen Schritt zurück und dann noch einen und noch einen. Darauf drehe ich mich mit gutgespieltcr Gleichmütigkeit um, denn auch hinter mir kann ja inzwischen jemand aufgctaucht sein. Doch nichts rührt und regt sich mehr. Langsam gehe ich weiter zurück, halte mich scharf rechts und fühle weichen Ackerboden unter mir. Noch einige Hundert Meter we.ter, und ich stehe plötzlich vor einem Drahtzaun. Einem fel'iamen Drahtzaun, den gewiß kein französischer Bauer zum Schutzs feiner Grenze erlichtet hat. Gleich dahinter steht ein zweiter und noch einer und noch einer. Und alle sind sie durch schönen neuen Stachcldraht Miteinander verbunden. Kein Zweifel — ich sitze Mitten in deni Stacheldrahtverhau der Unfern, und dahinter liegen die Feldgrauen im Anschlag. Also heißt es fetzt für niich, an dein Verhau cntlanggehsn, bis — ja bis ich an die Schützengräben der Sachsen komme und in dem Zwielicht der Nebclschroaden für einen Gegner, zumindest aber für einen Spion geholten werde. Verwünscht! Was tun? Die retiende Ehausice, auf der ich mit leichter Mühe den Weg nach Obcrbärcnburg zurückfinde» würde, habe ich längst im rcrträumten Dahinschreiten verloren. Zch finde sie nicht wieder und muß doch rückwärts, um nicht abermals an die nnn beiderseits gefahrdrohenden Schützengräben zu geraten. Zetzt erst wird nur das Ungemütliche meiner Lage ganz klar, und mit gemischten Gefühlen denke ich an die Kollegen zurück, die nicht auf mich gewartet haben und jetzt womöglich noch denken. ich sei wohl gar mit Absicht abgeschwenkt. Da plötzl-ch, dicht vor mir wieder, eine menschliche Stimme. Und noch eine. Zch verstehe auch deutlich die Worte: „Nu, Korlc, ch gloobs, mir gehst: Widder!" Gott fei Dank, also brave Sachsen.,, Hallo", rufe ich, „wo geht'? denn zu eure» Schützengräben?" Aber „Korle" blickr Gustaven an, und der Gustav den Karle, und dann spricht Korle: „Nanu, wo gommeu Sic dahek, -ne! Gu- tcstcr?! Des geht doch gar nich, daß Sic da umherhubben!" Ich zeige den beiden schleunigst meine „Lcgidimazjon", und nachdem sie ein paar schwere Wellblcchwände, die sie für einen Augenblick an eine» Baum gelehnt, wieder aus ihren breiten Rücken geladen hatten, marschierten wir los. Merkwürdigerweise komme ich immer in die Mitte zwischen den beiden, 'Mol ist der eine rechts und der andere links, und mal geht der eine vor mir und der andere hinter mir, Zch freue mich, wie diskret sic ihre Beute bewachen, indes sie harmlos mit mir zu plaudern suchen, Sic sind ein paar fröhliche Gesellen Und bade» heute bei dem Nebel Zeit, zur Verstärlung der Eindeckung des Schützcngrabens allerlei Material heranzuschleppe-!. Sie erzählen mir, wie schwer der Krcidebodcn z» bearbeiten war und wie arniselig das umliegende Land infolge des steinigen Ackers ist. Nur für die Champagnerivcinrcben bietet er das richtige Feld. Aber die werden erst südlich Reims hin-er der Desle gepflanzt, und diese wohlhabende Gegend ist noch im Besitz der Franzosen, die dort dauernd requirieren und sich zu Gusiavens großem Zorn einen guten Tag machen. „Ru deswegen", sagt Korlc, „das macht doch uns gornifchte nich. Mir war n da ooch schon noch hingomm. Mir lähm Soch hier ooch nich schlecht. Un wenn se UNS von derhccmc dichtig Licbes- gahnl schicken, denn halten mir's ooch schon noch 'ne Weile aus. Derweilc loofen sich die da driehm hier bei uns die Eeppe in. Wissen Se, immer so in den Drahtverhau nein und so. Und denn — " „Pst!" mahnt Gustav. „Du wecßt sc gornich, ob des der Herr da alle hccrn will. Der wecß doch mehr wie mir hier." Ich freue Mich innerlich über die beiden Diplomaten, die nnn Irampfhaft von Dresden und der Türkei sprechen, bis wir schließlich an einer Zägerhütte landen, die am Eingang zu einen kleinen Wäldchen liegt und aus der sofort mehrere Offiziere hernnstreten. Nachdem ich auch ihnen meine Legitimation rwrgclegt habe, werde ich durch die kleine Stadt geführt, die ein Dresdener Regiment inmitten des Wäldchens errichtet hat iino an dessen Rändern sich die Schützengräben der Unsere» binuchcn, kaum -tilg Meter von denen des Gegners entfernt. Zch bin am Ziel! (Fortsetzung folgt). Paul Sch weder, Kriegsberichterstatter. Einnelaildt. Wir gewährten dem ! Eingesandt" eines angesehenen Landwirts der hiesigen Gegend darum Aufnahme, weil wir es gerade unter den jetzigen Zeitnmftänden für verwerflich lullten. wenn Kartoffeln um deßwillen znrückgehalten wer- weil man auf spätere höhere Preise hofft. Im übrigen den wir ans dcm Standpunkt, daß in den weitaus hau- 1- - :n Füllen andere Ursache dcm mangelnden Angebot de liegen. Wir verweisen in dieser Beziehung auf !!?Iciiiu»ßen des Landwirtschastskammennitglieder er c l - Dortelweil an der Spitze dieses Blattes. '' u.ine» habe ich in letzter Zeit die vielen Klagen d e über meine Berussgenossen laut wurden icc- igels an sozialem und patriotischem Empfinden, i > kann ich cs nicht nennen, wenn die Landwirte I '■ - ' Silit lg peilen und ihre Kartoffeln nicht verkaufen I .-.st in den Städten nachweislich Mangel herrscht. > ..! an-.önglichen niedrigen Höchstpreisen die Kar'os- wU'deii, so ist das zu verstehen, aber jetzt sollte» Landwirte sagen, daß ein weiteres Einbehalte» Nicht recht ist. Wir bllrsen von den Stadtbe- 1 uviel verlangen, denn das alles schon teurer e , auch wir. Zn vielen Fällen ist der Verdienst : „ -.»per geworden und ebenso oft der Ernährer im Kriege Angesichts dieser Tatsache ist cs wohl kaum berechtigt, daß man das VoUsnahrungsmittel, die Kartoffeln, dem Verbraucher verenthält. Durch diese» Mangel au patriotischem Empfinden und Opscrsinn werden wohl die Gegner dcr Landwirtschaft nieder eine» leider nur gute» Grund haben, über uns herzufallen und Stadt und Land verfeinden sich wieder mehr. Zch glaube kauni, daß die Regierung vor dcm Zwangsverkans der Karisi- seln zurückschreckt, wenn nicht bald mehr verkauft wird. Ehe es soweit kommt, sollten sich diejenigen, die noch Kartoffeln zu verlaus,'» haben, auf ihre patriotische Pflicht besinnen und iibcr- legen, ob sic die Schande des Zwaiigsvcrkauscs aus sich ,-estmeN '"vbeu. Ein Vernssq-iwise. Täuschender Schein. Original-Roman von Ludwig B l ü m ck c. lFortsetzungj. Gerade als sie ihr lleii:es, iin Giebel des Hauses gelegenes Stübchen betrat, fuhr wieder ein Blitz von blendender Helle hernieder, dem ein das ganze Gebäude erschütternder Donnerschlag auf der Stelle folgte. „Herr Gott, das musi eingeschlagen haben!" lief sie erbleichend aus, und für ein paar Minuten war der schöne East, vor dem sie sich eben noch genierte, ganz und gar vergessen. Sie schaute nur voll banger Erwartung zum Fenster hinaus, denn cs war ihr, als müßten irgendwo im Augenblick die hellen Flamm.m auflodern. — Und abermals ein Blitz und ein diöhnen- der Schlag!--Wie eigentümlich leuchtete das Laub der Eichen und Eschen! — Ein ganz ungewöhnliches Grün schien das zu sein, wie von zauberhaftem Licht beschienen. Und nun fegte ein Wirbelwind über den Platz, nahm Strohhalme, Reisig und Sand mit sich hoch in die Lust, zerzauste wie ein ungebärdiger Gesell die Aeste der starken Bäume, bog die schwanken Wip ei der dunklen Tannen tief hinab und heulte schaurig um das Dach des Hauses. Dicke Regentropfen klatschten an die Fensterscheiben, erst einzeln, dann inimer häufiger werdend, schließlich in gießendem Strom. „Jetzt wird's bald vorüber sein!" atmete Agnes erleichtert auf und trat in dem säst dunklen Zimmer vor den Spiegel, um ihr Haar zu ordnen und sich r» aller Geschwindigkeit umzukleiden. — Was wollte dcr Leutnant denn nur? Ach Golk, er dürfte sicher nicht lediglich aus dem Grunde gekommen sein, um dem Baker seines toten Freundes einen Besuch zu machen. Sollte er nun etwa doch an eine Schuld mahnen wollen, die er Heinz vor dessen Tode als getilgt bezeichnet hatte? — „Wer könnte es ihm schliehlich verdenken?" spann sie diesen recht unangenehmen Gedanken fort. „Was sagte dir Heinz doch noch von ihm kurz vor seinem Tode? Erwin Rudorp wird Vater nietnals mahnen. Ich schulde ihm tausend Mark. Aber er zerris; den Schuldschein, der Edle. Wenn nur die andern Schulden nicht alle wären, dann würde mir das Sterben leichter! Der arme Vater! — „Ja, tausend Mark. Soviel war's. Ach nun wird die ganze tram ge Geschichte sicher noch einmal aufgerollt." — — Schweren Herzens betrat sie wieder dcir Saloi^ nachdem sie der Küchenmagd wegen des Kaffees Anweisung gegeben. Und bald erfuhr sie zu ihrer angenehmen Ueberraschung, daß der Leutnant, der ihr einen Blick voll unverhohlener Bewunderung zuwars — sie sah in ihrer rosafarbenen Bluse ganz allerliebst aus — rein zufällig ins Haus gekommen, dag er allerdings Heinzens Freund war, aber nicht inchr aktiv diente, sondern eine Stellung als Verwalter aus Schloff Hcinrichswalde angenommen harre. Bon irgendwelchen Absichten, um eine unbezahlte Schuld zu mahnen, schielt sich also kein Gedanke in ihm zu regen. — Ehe nun das Gespräch recht in Flutz kam, polterte der Kuhhirt aus ungeschickten Holzpantinen an die Tür und ries: „Herr, es muff aus dem Katzeuberg beim Einsiedler brennen! Man sieht einen hellen roten Schein. Da hat es sicher eingeschlagen." Sosort eilten alle drei hinaus, lieber den Tannen war in der Tat eine rote Wolke, die zusehends größer und heller wurde, sichtbar. „Da muff ich hin!" sagte Roiano kurz und bestimmt und griff zu seinem Hut und dem graugrünen Loden- umhang, den er zu tragen pflegte. „Ich begleite Sie", damit schloff Erwin Rudorp sich ihm, trotz des gießenden Regens, ohne weiteres an. In einer Viertelstunde war jene öde Anhöhe, die man den Katzenberg nannte, erreicht. Ter Kuhjtall de» armseligen Gehöftes, das daraus tag. brannte lichterloh; das ganze Strohdach hatten die Flammen bereits verzehrt. Ein altes, stummes Weiblein mit wirrem grauen Haar und von Angst und Ausregung schrecklich verzerrtem, schier unmenschlichem Angesicht stand händeringend mitten auf dem Hof, stieff unheimliche, gurgelnde Töne aus und suchte den Ankommenden, zu denen sich jetzt auch noch Knechte von Waldwiese, die auf dem Felde gewesen, und Leute voin nächsten Dorf gesellten, klar zu machen, daß drinnen im Stall etwas Gräßliches passiere. Roland drang, obwohl den Raum ein erstickender Qualm erfüllte und Junten durch alle Löcher der schav- hasten Decke stoben, sosort beherzt hinein. Die vier Kühe brüllten sürchterlich und die Schweine, die sich auch hier drinnen besanden, quietschten, als steckten sie aus dem Spieß. Dcr „Einsiedler" aber, wie man den Besitzer des Katzenhofes nur zu nennen pflegte, lag ohnmächtig am Boden, um die blutende Hand einen Strick ge» wunden, den die stärkste der Kühe, die er daran hatte hinauszerrcn wollen, zerrissen haben muffte (Fortsetzung jvtgl). Vtt. 27f Jltut iBjetjtUnMg. Mittwoch, tan 18. R-v.mtar 191« Seit» 3. tcnmal Atem dann zum dritten und vielten Male. Die Meere -«hören «n« und werden uns auch weiter gehören." Roch ist es nicht jo weit in dieser Welt, Daß über Recht und Reinheit siegt das Geld. Noch ietzt man nicht den Diebstahl aus den Thron Auch nicht mit Englands „letzter Million". Und wird den Heiser, des, die Menschheit harrt. Als ausgrrnubten Leichnam nicht verscharren Mil jenem Grabscheit. das geschmiedet ward. England. aus deinem „letzten goldnen Barrens Du kalter Spieler IN Europas Haus, Wi:> deine „Silberkritzeln" rechnend au». Als Staudacdrüscl als zerbrochenes Glück Blakt ü, per deutsche Sturm zu dir zurück, lind ob du hundertmal den Sieg errangst Mit ,enen ...Kugeln". die dir lieblich schwirren An deutschen Mauern, die du nie bezwangst. Wird dein Dulatenspcer wie Glas zerklirren! Du bist der Held nicht, der lein Alle, gibt lind mehr die Ehre als sich selber liebt' Wenn dir lie Angst den müden Atem preßt. Wirft du dir wahren, was sich wahren läßt. Doch birgst du auch drin legte» Gold im Stroh. Zu neuem Siege wird es nimmer irommen — Die Nacht wird sinken wi- bei Waterloo. Und dich zu retten wird kein Preuße kommen. Und auch „dein" Meer wird dir nicht Schützer jrin — Du markst au viel der Leichen schon hinein. Ui.d auch das Meer ist treu und ift gerecht Und trägt Nicht gern, was morsch ist. saul und schleht Es rauscht empor — England, dein Kiel zerschellt - Horst du das Wetter, das du wecktest, grollen? Die Lüste säubernd, braust es durch die Welt Und deines Schicksals Eisenkugeln rollen. Ludwig Ganghoser in seinem Kriegsliederbuch „Eiserne Zither", erschienen bei Adels Bonz u. Co., S:ullgorr. Eilern die Zeit! Dir »iS die Vorsicht geschmiedet, — für blutigen Streit, Doch -olden die Liebe, die uns der Krieg auch geschlissen: Zum Helsen und dienen ift Jeder >m Volle bereit! So formet das Leben den Menschen. — die Seelen und Herzen. Tech bildet der Oie ist uns auf wieder das Leben, die Zeit Inmitten des Leides, der Wunden und blutigen Schmerzen Ci» Haitch aus dem höhe reu Leben, — der Ewigkeit! Den Kern dieser Zeit, — der eisern-gewaltigen, strenger, Q wnbrc ihn dir, mein Volk, o wnhr' ihn dir bcut'I ' Tu merkest, ja! hörst ihn. — aus süßen und mächtigen Klängen, lind trag' so geduldig den Jammer des Krieges, — — d ein Leid! — (N..-B.) (fine lifiüfrkensiwrtf SolWenpretoat. Einer Predigt Tür Soldaten die — nach in tiesem, Frieden, am 21. Juni — anläßlich einer alkoholgegnerischen Tagung in der Garnisanekirche zu Oldenburg gohaltcn wurde n der großen Menge auch der einfachste Soldat gusgebildet werben! Es genügt nicht, daß er im Haufen wit- moischicrt und milschießtl >n seinem kleinen Gebiete muß er oft selbständig cinarciscn, selbständig handeln. Und die es wis- s.-n tonnen, nersichern uns. daß das Fcuergesecht moderner Schlachten a» die Rcrvcnkraft und die Willensstärke unserer Krieger unerhörte Anforderungen stellen wird. Darum verlangt der Saldatenberus unserer Tage ganze Leute.. Hierbei aber ist die Rüchtcrnhcit unsere treueste Bundcsgenossi». Der Redner erinnerte an die mancherlei Eeiahren. die der Alkohol in sich birgt: Veranlassung unschenrr Austritte, geschlechtlicher Uussckircilu igen und Erlranlungen, von Gchorsamsoccwcige- ck»ng. Schädigung der körperlichen und geistigen Kräfte. insbe- sundere der Rcroenliast. Benachteiligung des guten Geistes in her Truppe Gegenüber alledem »ft mit Durchhaltung strengster Nüchternheit eine starke, -st genug verhängnisvolle S:i-,h renguelle -bgeschnitten. Auch wir Dahcimgebliebene sollten au - dicsen Aussührungen eine Lehr- ziehen und bei Abl-ndung von Liebesgaben mit alkoholischen Getränken recht sparsam fein, dafür aber Stärkung-- und Anregungsmittel anderer Art um so reichlicher hinaussenden. ^rio orr Heuuat. Frirdberg, 18. Nov. Von verschiedenen Seiten wird verbreitet, der Inhaber der bekonnten Kartosfelfirma Stahl habe in der Sitzung, wo über die Festsetzung der Höchst. Preise von Kartosseln in: Kreise Fricdberg beraten wurde, de.bin gewirkt, daß die Preise in der später vcröfsentlichten Höhe festgesetzt worden leien. Wir können mitteilen, dnh diese Ansicht imzutrefscnd ist. Herr Stuhl wnr allerdings in der bctr. Sitzung anwesend, er bat aber den Standpunkt vrrfteten. den auch der P.'«trete: der Handcls'ammer einnahm, daß d-e geplante Feftselmng nicht zu empfehlen sei, da sie den 1>ebelständ nur nach vergrößern belse. * Frietbero, 17 Reo. lSck ssengerschts. Der Geich,'als- reitrnd« Kcnr Surckcl ven' Hanau halle einem hicsigc» Bäckermeister e'.acn Zentner Butter irr eine Firma verkauft und d«s Geld dakür ohne Pcluonis einkaGert »ud unterschlagen Er wurde wegen Unterschlagung iu sechs Wachen Ecsänanis per- urtcilt. - Ein Kurgast aus Si.'rck war die Strecke von Gießen nach Bad-Nauheim gefahren. webe, er seine» Ueberzieher mit einem geladenen Revolner im Abteil lieaen ließ der aus der Station Friedbcrg gefunden wurde. Wegen Uebertretuna der E-senbghnbrlri-bsordnung erhielt der Kuroast -inen Stralbe- fehl über 111 Marl gcaen den er Einspruch einlea'e mit d-r Begründung daß er persönlich die Strecke Bad Nauheim-Fri h berg (n-eaen deren er onaczei^t ists nicht gelobren lei Es rr- folile tabcr Freisprechung. — Die Sache gegen einen Zn'!--a-,- tenr von Heldenbergen. weil er seinen Hund nachts f«ei umher- laufen ließ, wurde zwecks weiterer Ermittlung au-gesetzi E,ne Ehefrau von Heldenbereen batte eine Schneiderin apn di bc- einer srühercn Cch-ssenaerichtsvcrhandlung b-l-diat. wes. bald sic heute unter Annahme mildernder u-nständc. m-il sie sich IN großer Erregung befand zu einer Geldstrafe von b .« verurteilt. Der Privatklägerin wurde die Desugnis -uneip«o- chen. das Urteil durch zweitägige» Anschlag an die Geri hr-'aiel bekannt machen zu laste». — Der Großh. Forstmeister von Doer- Rosbach Nagte gegen ei» Mitglied des Kriegcrvereins-Fcst- auslchiisscs van da wegen eines von diclcm versaßten ..Eingesandts" anläßlich des Kricgcrscstes in Ober Rosbach. Der Angeklagte erhielt wegen Beleidigung 100 Mark Geldstrafe. Dem Privatkläger wurde die Befugnis zuerkannt, den entscheidende» Teil des Urteils einmal in der „Neuen Tageszeitung" und durch Anschlag an der Ortstafel in Ober Nosbach össentlich bekannt machen zu lasten. * Landmirtsiyaftskammer für das Großherzoglum hcsicn. Versorgung der Städte mit Kartosseln. I» den Städten wird die Klage über ungenügende Anfuhr von ^pcise- karteskeln immer wieder, und in einzelnen Stadtbezirken sogar in verstärktem Maße erhoben. Die städtische Bevölkerung unterschiebt den Landwirten eine absichtliche Zurückhaltung der Kartosseln aus Spekulationszwecken. Wenn wir auch diesen Borwurs nicht für berechtigt halten, da vielfach wirtschaftliche Grunde die Landwirte zwingen, nicht mit sehr großen Mengen aus den Markt zu kommen, andererseits die Nachfrage e>ue außergewöhnlich große ist. so fordern wir dach unsere Landwirte nochmals aus. möglichst alle für Verkausszwecke versügbare» Kariosseln sosort zum Markte zu bringen bezw. jetzt abzugsbcn. Die Landwirtschaft will u. muß zeigen, daß sie mit der Sladt- bevölkcrung einig bleiben will. * Bad- Nauheim, 17. Nov. lieber ungleichmäßige Verteilung der Verwundeten von Seiten des SanitätsamteS wird in der Bürgerschaft lebhaft geklagt. So sind namentlich die Offiziere, welche 6 Mark Pension täglich zahlen, ausschließlich in 2 Privatbäusern untergebracht. Alle anderen zahlreichen Hotels und Logierhäuser sind unberücksichtigt geblieben. In Bad-Kissingen hat man 2100 und in dem kleinen Bad Orb 1600 Betten sofort der Militärver- wnltiing zur Verfügung gestellt. Eine Folge davon ist. daß während des Winters in beiden Plätzen außerordentlich viel Verkehr und Gelchästsumsab herrschen. Im großen Bad-Nauheim hat man nur etwa 800 Betten zur Verfiiguna mit 20 ordinierenden Badeärzten mit 15 Mark Honorar täglich. Hiervon könnte die Hälfte als felddicnsttauglich in der Front Verwendung finden, deren Ersah durch noch unb"'chäftse>te Om«"-''« «--schlich ausgefüllt n-ü«de. * Gießen, 17. Nov. Ein hervorragender Pacdagogc, der Obeilchrcr a» der hiesigen Oberrealschule, Dr. Hermann Knöl- lrnzer. gebürtig aus Groß-Gerau, der sich vor allem als Leiter der akademischen Fortbildungskurse sür Arbeiter einen Namen gemacht hat. fand als Vizeseldwrbel im Infanterie-Regiment 9fr. 11G bei None den Heldentod, nachdem er vorher durch das Eiserne Kreuz ausgezeichnet wurde. * Frankfurt a M.. 16. Nov Aus dem hiesigen Friedhof wurde der erste englische Kriegsgefangene der hier versiocbcn ist. bestattet und zwar der englische Offizier William Fostcr. Eine Osfiziersabordnung des Standorts Frankfurt a. M. und ein Zug Musketiere erwiesen dem Toten militärische Ehren. " Maiiischissahrt und Eetreidehöchstiireise. Die Maiinchüs sahrt trug in den Novemberwochrn ein lebhafteres Gepräge. Die hauptsächlichsten Güter, die vom Rhein den Main bergwärts liefen, waren meist Kohlen. Durch Festsetzung der Ee- treidehöchstpreise macht sich aber schon eine Abschwächung der talwärts zu verfrachtenden Gctreidemengen bemerkbar. Hesfen-Nasiau. * Wiesbaden 17. Non. In der am 16. November in Bierstadt abgehaltcne» Versammlung des landw. Bezirksvercins für den Stadt- und Landkrei» Wiesbaden verbreitete sich Landrat Kainmcrherr v. Heimburg-Wiesbaden über Kartosselmangel und die hohen Kartosfelpreise. Er ging von einer Veroifent lichung des Konsumvereins Biebrich und Umgegend aus. in der daraus hingewiescn wirb, daß trotzdem die Kartofselerntc in diesem Jahre gut ausgefallen ist, e, »usgeschtosien sei. Kartas- seln z» bekomme». Die Landwirte hielten die Kartoffeln allgemein zurück aus Spekulationszwecken. Mit der Höchftprers- feslsetzung müsse auch der Verkausszwang verbunden werden, sonst seien aus dem Gebiete der Kartosselerwerbung noch mancherlei Dinge zu erleben. Bon einer allgemeinen Zurückhal- tuoj der Kartosjel«, s» führte der Borftagenb« au», könne überhaupt und auch nicht im Landkreise Wiesbaden di« Red, fein. Wucher könne man den Landwirten nicht zum Vorwurf mache». D-r ietzt im Landkreise Wiesbaden sestgesetzte Hochstpr.-is von 6 .« pro Doppelzentner. 7 Pjg. pro Kilo im Kleinverkauk. sei sür die Produzenien ein angeineffencr, andererseits von den Verbrauchern auch zu tragen. Um sich das geringe Kartofsel- angcbot zu erkläre», sei zu beachten, daß die diesjährige Kar- tosfelerntc höchste-is als eine gute Mittelernle anzufprechcn fei. Gegen das Vorjahr betrage der Kartosselcrnteaussall 60 Mill. Dvppilzcnlner Dazu lamme, daß dir Einsuhr. die 1912 beispielsweise 7 Millionen Doppelzentner ausmachte, vollständig fehle in diesem Jahre. Weiter spreche der vermehrte Perbrauch in diesem Jahre - im Wiesbadener Landlreise }. B. dnrck Mt* Massencinauartierungen und den Mangel an Frühlartoi'eln — größere Emdeckung mit Kartosseln von Seilen der Pr,n>»leu»e mit. die sich of! mit '/, mehr als in sonstigen Jahren versehen hätte». Ein gewichtiges Moment bei dem geringeren Karlas. felangcbol bilde das gewaltige Ansteigen der Futtern,Ittel« preije. Der Landwirt sei deshalb gezwungen jiir dcn «iaenen Bedars. vor allem zu Fülterungs,wecke cinzulegen. Di, Kck-r- tasfelernke im Landkreise Wiesbaden ist nicht ausreichend, um die mit ihm zusammenhängenden Städte genügend mit Kartot- k-l'i »u versehen, auch nicht in Norn-.oljghrcn. Seine Produktion Icmme daher auch nicht sür dcn Handel in Betracht. Die Baiwürfe. die man de» Landwirten mache, seien daher durchaus unberechtigt, ,m Gegenteil sei es ihnen nach hach nnz-irech- »en. daß sie trotz der ungünstigsten Fuiterverhällnisie die Milch beispielsweise noch zu allen Preisen lieferten. Es besi.-he w- dann noch weiter die große Gefahr, daß die Kartosselzufuhr durch Frosteintritt ohgeschnitten werde» kann und daß da-m ,in völliger Mangel an Kartvsieln für den Handel eiatritt Die Regierung müsse Helsen, durch Bereitstellung gedeckter Waggon, sür Transparte. Herausholen von Kartossclvorräten. die >n >pc kulolivcr Absicht zurückgchalten werden. Festsetzung von Höchstpreisen sür dcn Großhandel. Futtarmittelhechstpreise, auch für b » Handel und Beschlagnahme der Barrnte. — Diesen Aus- sährungcn trat die Versammlung bet und wies die gegen die Landwirte erhobenen Vorwürfe einmütig zurück. * Wiesbaden. 17. Nov. Sämtliche landw. Bezirk saercin« im Regierungsbezirk Wiesbaden sind dem Beschlüsse des 16. landw. Vczirksverein lWiesbaden-Stadt und Land! gesala: und hab.'n dre rbncn iillsährlrch vom Hauptverein, dem Ber-i:r nos- saiiilcher Land- und Forstwirte überwiesene» 6ÜN .II Ven bedrängte» und notleidenden Landwirte» Ostpreußens s»r dieies Jahr überwiesen. Der Hauptvercin hat diese zusammeng.-l-i-.ch'e Summe auf >2 606 ,le vollgemacht. * Hünfeld, 17. Noo. Dem Pater Johannes Drover Feld- acistlichcr auf dem westlichen Kriegsschauplatz bei der 66. Reserve-Division wurde für seinen Eifer und seine Todesverachtung bei Erfüllung der pricsterlichen Pflichicn das Eif-rnc Kreuz verliehen, ebenso dem Bruder Paul Dresel auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Beide gehörten der hiesige» Kov-unilät der Oblate» an. pereiii Krieashilse der (ijeinrin&r Reichelshei ni Die Gemeinde Reichelsheim Ser Dienstipohnung im Ober örfterelqebäude in Fricdder- ««kommenden We>ßöm-e.ar. ecken Lprch öffentlichen Wettbewerb vetgcben werden. Die Angeboisunterlageu können aus unietem 2kmi Zimmer Nr. 3 einge ehen und gegen E'staiiung der Telbst- loiten bezogen werden. Die mit t e anderer Auffchrist kenntlich zu machende/i Angedo.e sind bis Montag, de» 23. ds. Mts . vormittags 19 Uhr e.niureichen, zu welcher Zeit sie in Gegenwart etwa «r.chieucuer Beweib.» geöffnet weiden. Zuichlaossrist 8 Tage. Lri.dbcrg, den 18. Noo. 1913. Groghcrzogliches Hochbauamt. Haag. Betr. Feldbcieinigungsmelioiationen Bingenheim. Arlreils- küld firfrrmigaurrfirbmio. Dienstag, den 23. November 1913. vormittags Uhr sollen Im Rathau.c zu Bingenheim die nachverzeichnetcn Aibeiten und Lieferungen vergeben werden. Voranschlag Los 1. Herstellung des Wegs Rr. 9 von dcr„Beunde" nach der AZinkelgaffc. Eid- und Chaussierungs arbeiten 329,00 Mk. Los 2. Etwa 120 cbm. wetterbeständige Basaltstäck- steine von 23 cm. Daulänge, >rci Baustelle .anzulie e n , 335,00 Mk. Los 3. Etwa 3, rbm. Vasaltklein chlag von 3 cm Korngrötzc hei Baustelle zu liefern 158/30 Mk. ' ljt'5 3. Etwa 25 cbm. lonsreicn Land frei Baustelle anzuliescm ^ 112,50 Mk. Los 5. Verichlei ung des alten Aseg's nach dem Ciephanhchen Steinbruch. sowie HerslelliiNg der Chaussierung des ncrem Weg> Nr. 8>a 1527,00 Mk. Lös 6. Etwa 390 cdm wetterbeständig« Baialtstück- . steine von 25 cm. Baulünqe frei Baustelle anzuliesern in 3 Abteilungen 750.00 Mk. Los 7. Etwa 85 cbm. Kleknschlag von 3 cm. Korn- arötze frei Baustelle zu liefern 382,50 Mk. Los 9. Etwa 75 cbm ton,reien Sand frei Baustelle onzuliefcrn 337,50 Mk. Los 9. Beiichleijung des Raines hinter dem Loch 91000 Mk. Los 10. Berschlci Uiig des Raines am Echtester Weg 307,00 Akk. Lös 11. Bcr chtei ung des Raines in der schlinge 631,50 Mt. Los 12. Etwa 35o Sliid Drainrohre von 50 mm. Licht- weite frei Baustelle zu tiefem 1^,09 Mk. Die Verdingungsun erlagen liege» bei uns und bei der Gr. Bürgermeisterei Bingenheim zur Einsicht offen. Angebote in Prozenten des Voranschlags sind bis zum obigen Termin veischlogen und mit der Aufschrift: Angebot sselibereinigung Bingenheim versehen. der Er. Bürgermeisterei Bingenheim cinzurcichen. Friedberg, den 16 . November 1913. Erotzh. Kulturinspektion 3 B. Hauck. Färberei iraubacii & Fischer CHEM. WflSCH0NST8L! FaDrik und Zentrale: Butzbach Telefon No. 24 («'epriimlot 1848 Telefon No. 24 .13» eigene i.fielen Friedberg: Kaiserstrasse 63, Telefon 430 Ilad-Bfanhcim: Alicenptatz, Telefon 220 Binifen. Coblent, Darmstadt, F.hville, Frankfurt a. f4 (dessen, Hanau, Mainz, Ofienbach, Wetriar. Grösster Betrieb bei Branche im Grosshe- zogium Kesssi». iutlrl»«, cn um euren dit Bahn oder Post Dbermiltilt werden, finden jremp- tt'Ii firltdidcnn. 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W e i r e n 27.25—27.50, Roggen 00.00—00.00, Safer 22.10-00,00, Gerste 20.00—25.00, Kartoffeln 0.00-0.00. Die 'Freife verstehen sich per lüv Kilo franko Frankfurt. Weizenkleie 13.00—00.00, We izenf chale n 00,00 v 00,00. R o g g e n k l e i e 00,00—00.00, Biertreber 00.00 - 00,00. Die Preise für Fntlermittel verstehen sich per 100 Kilo einschließlich Sack ab Mühle. Weizenmehl 40.50—00.00, Roggenmehl 00 00—00.00 ab Mül le. Am heutige» Ectreidemarkt war nur wenig Landweizei» angcboien. Die Verkäufe kamen zum Höchstpreise zustande. Llpgebcl von Landroggcn fehlte. Leichte Gerste ist zum Höchstpreis erhältlich, schwere Blaugerste mutz erheblich höhe» bezahlt werden. Haser ist zum Höchstpreife angebote». der» Geschasi darin war ruhig. Bekanntmachung. - . Gs ist vielfach angeregt Dord.en, Feldpostbrief« «it Wareninhalt, die von den Truppenteilen nicht ausgehin- digt -verdau können, weil dje Ginpsänger abkommandicrt verlanndetz, vcrmiht oder tgtZind, nicht an, den Aufgabeort zur Rlickgabr an den Absender znrückzusenden, sondern den Truppenteile» zur beliebigen Verwendung zu, überlassen. Thne ausdrücklichen Wunich des Absenders ist dies nicht Nlöglich. Wcim der Absender aber durch »inen aus der 'ScndniTg — fei es handschriftlich oder durch gedruckicn Zciiel anziibringcnden Vermerk — etwa folgenden Inhalts: „Wen» »»bestellbar, zur Verfügung des Truppenteils" 31:111 Ausdruck bringt, daß er die Preisgabe wünscht, so werden die Postvcrwaltung und die Truppenteile diesem Wunsche entsprechen. Unbestellbare Sendungen, die einen solchen Vermerk nicht tragen, werden nach wie vor an den Absender znrückgeleiiet werden, K r a c t f t.