Uiimmer 3119 __ Montag, den 1<». Uovrm ber 1914. 7. Jahrgang Di- rnchein. ,-dcn Werllag. Regelmäßig. Beilagen ..Per üaucr au« Hessen--. „Di. Kpinn»ndr 0.,»,^»^» t«, den Agenten mvn», lich so PI«. f>in,n tritt Postgebühr ob«, Trägertohn. An.eigru: Grund,cile W Pfg.. lokal- 15 P,g„ Anzeigen von Ersü»nug«or1 Friedberg. Hchriftl.itung und Verlag Friedberg tHessen). Hanancistraße 12. Feeniprecher 48. Pastscheck-Caaio N : B-i den Postanstalten vierielmhilich MI. 1,85 answäris werden durch Pa tnachnahmc erhoben 48S9, Amt «yra;i(fmt c. M. Pfitrvf Jlfrlafir irr Jtrrbüe&drn in IM«. Die Oesterrcicher ans dem Marsche nach Belgrad. — Türkei,siege. — Keldmarschall Noverts gestorben. Der deutsche GeneralsLab . - meldet: ------- W. T. B. Großes Hauptquartier, den 14. November, vormiitazs. Amtlich. Die stampfe in Westslandcrn dauern an, in den letzten Tagen behindert durch das regnerische und stürmische Wetter. Unsere Angrisse schrcitci, weiter iaiigla,» vor- wiirts. Südlich ?)pcr» wurden 700 Franzosen gesangen ge- »ommcn. Englische Angrisse westlich Liste wurden abgewiesen. Bri Verri a» Bac mußten die Franzosen eine bchcrr- scheudc Stellung räume». Im Argonncnwaldc nahnien unsere Angrisse einen guten Fortgang. Tic Franzosen erlitten starke Verluste und ließen auch gestern über 150 Gefangene in unseren Hände». Zn Ostpreußen dauern die Kämpse noch an. Bei Skallupö- nen wurden 500 Rüste» gesangen genommen. Bei Soloan si:1 noch keine Entscheidung. In der Gegend Wlactawic ward: rin rustiiche» Aemeekarps znrückgcrvarsen. 1500 Gesungene und 12 Dti-schinrnaewehrc sielen in unsere Hände. WTB. Großrs Hauptquartier, 1.1 Nov. vormittags. Amtlich. Tir Kümpfe nns dcm rcchtrn Flügel zritigtrn nuch grstern, durch das ungünstige Wetter beeinflußt mir ge riuge Fortschritte. Bei dem mühsame» Vorarbeiten wur- den einige hundert Franzosen und Engländer gesangen ge- nommc» »»d 2 Maschinengewehre erbrütet. Fm Argonncnwaldc gelang cs »nS, einen starken fran. zösischcn Stützpunkt zu sprengen und im Sturm zu nehme» Die Meldung der Franzoicn, sic hätten eine deutsche Abteilung bei Eoiucourt (südlich von Marsnlj in Unor» nung gebricht, ist crsundcn. Tic Franzosen hatte» viel- mehr hier rrhcbliche Vcrlnstc, während wir feinet, Mann verloren. Im Osten dauern an der Grenze von Ostpreußen und in rustisch Polen die Kämpfe sort. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Berlin, 14. No». Ucber das Scegcsccht von Coronel Ist auj siinkentelegraphischem Wege von Nordamerika folgender Bericht des Chcss des Kreuzergeschwaders civgegangen: Am l. November trasen aus der Hohe von Coronet 3. M. Schisse „S -harnhor st", „E » eiscna u", „Leipzig" und „Dresden" die englischen Kreuz-, „Good Hope". . Man- mouth . . Glasgow' und Hilsstrcnzcr „Otranto". S. M. Schiss „Nürnberg" war während der Schlacht detachiert. Vei »chlverem Seegang wurde das Feuer aus groß- Ents-rnurg eröffnet und die Artillerie der icindlichen Schiss- in 52 Minuten znm Schweigen gebracht, das Feuer wurde nach Einbruch der Dun- k-lheit eingestellt. „Good Hope" wurde, durch Ärtillerwsen-r und Explosion schwer beschädigt, in der Dunkelheit aus Sicht verloren. „Monmouth" wurde aus der Flucht von „Nürnberg" gefunden: sie hatte starke Schlagseite, wurde beschossen und len- . terte. Ncttung der Besatzung war wegen schwere» Seegangs und aus Mangel an Booten nicht möglich. ..Glasgow", anscheinend leicht beschädigt, entkam. Der Hilfskreuzer Nüchtere nach dcm ersten Trcsscr aus dcm Feuerbereich. Stuf unserer 6nic keine Verluste, unbedeutende Beschädigungen. Der Stcllv-rtreler des «Hess des Admiralstabes: B e h n g e w i c I c „. Auch an der übrigen Front versagten die russischen V o r st ö ß e. Der Stcllvcrtrctcr des Chcss des Gcucralstabc • von Höser. Generalmajor. Die Kämpsc in Srrb:«,,. Wi c n . 14. Noo. (W. B. Nich-- amtlich). Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 14. November: Die eigene Voirücknng stößt nordwestlich bei Valjewo auj starke» Widerstand, auch erschwert der durch Lehn, und Schnee grundlos gewordene Boden die Fort- brinaung der eigenen ArliUrric. Trotzdem gewannen alle Ko lonnncn N,.um nach vorwärts, eroberte» niehrcre wichtige Positionen und erreichten die Linie von Skala an der Save bis südlich Koccllcwa. Sodann wurden in südlicher Richtung bis an die Drina zahlreiche Gefangene gemocht, die aussagi», daß die Serben bei Valjewo erneu! Widerstand leisten wollen. Zn einigen Regimentern soll Meuterei ansgcbrochc» sein. Zu den letzten Kümpfen wirkten auch die Monitor- „Körös", „Maros" und „Leitha" rrjolgreich mit. Sie unterstützten das siegreiche Vordringen unserer Truppen längs der Save durch ver- nichtcndcs Feuer in die Flanke des Gegners. Fm Anmarsch nns Belgrad. Budapest, 15. Nov. In Serbien geht cs rasch vorwärts, und es ist - begründ-to Aussicht dafür vorhanden, daß die Hanptopercitionen, wie dies Feltzeugmcistcr Potiorek in Aussicht stellte, noch mir Eintritt deS strengen Wiuterwettcrs in Serbien loe-den beendet werden können. Seit gestern ist nun nuch die direkt nach Belgrad führende Landstraße durch die gestern in den Nachniittagsstuuden im Bajonettangriff unter den, Schutz des Feuers der Mouitorc erfolgte Erstllrninng dos Städtchens Obrenovatsch in unseren Besitz gelangt, wn- dnrch das Schicksal der Stadt Belgrad selbst, die kanni 30 Kilometer von Obrenovatsch entfernt ist, besiegelt erscheint, Ter Einmarsch unserer Truppen in Obrenovatsch erfolgte erst in den Abendstunden. Unsere Geschütze habe» an einzelnen Gebäuden, besonders au der serbischen Kirche, von deren Turm unsere Truppen mit Maschinengewehren beschösse!, wurden, großen Schaden angerichtet Da ant der Eiscnbo.h-istrcckc Obrenovatsch)—Bo.ljevo mehrere Ortschrs- ten bereits in nnsereni Besitze sind, wurden viele Lokvnio- tsven und Wagtzons, die nicht mehr abtransportiert werden könnten, mit Beschlag bclcgtD Obrenov.stich, gegen jeden Anschlag gesichert, wird den A: gai:gr,'n:'kt der weiteren Overatiojsen bilde». Derzeit befinden sich die Matsch-va und Posaviua genannten Gebiete Serbion? bunkert Kilometer von der Save entkernt, in unscrcilt Delitz. Aach der bereits erfolgten Einnahme von Ilb und Dr lo ist V-'ievo von mehreren Seiten b droht. Ton Serben bleibt nur der Weg über den Gorni Milan- iwcac offen. ^^7^^777^775^57^---,— ...... - ..... -72—." Das türkische Hauptquartier ________ meldet: ==^=4 Tic -Niederlage t :c sslussen bei Koeprskoci. K o u st a n- tinopcl, 13. sttco. Eine Mettcilnng aus dem Großen Houpto::. iier t-eiagt: Im Kamps bei Kocprikoei, der am 11- und 12. d. M. stajtsand, wurde» die Russen geschlagen. Sic verloren 4000 Tote, ebensoviel Verwundete und 500 Eicfangene. Unsere Truppen erbeuteten zehntausend Gewehre und eine Menge Munition. Die Russen zogen sich in schlechtem Zustande in der Richtung auf Kutek zurück. Steiles Gelände. -Nebel und Schnee erschwerte die Uuigehunasbeweg- „ng unserer Truppen und so konnte den Russen dst- Rück- 'uneliuie nicht vollständig abgeschnitten werden, doch wird Dir Versolguug fortgesetzt. Siegreiches Vorgehen der Türken. Konstautiuo- vc l. 1!. Rov. (W. B. Nichtamtlich.) Amllick^ Mi! iluna aus dem Sanptquartier: Unsere Truppen baben die Sdel- l„„g von Kotur in dcr persischen Provinz Aserbcidso'an be- setzt, die bisher von den Russen besetzt war. Diese wurden geschlagen und flohen. Heute haben leichte Elcsechte zwi- schen unseren verfogclndcn Truppen und ihrer Nachhut stattgcsundcn. Tie Kämpfe bei Kövriköi tvaren sehr chei- ^ ! i - I'ustre Truppen zeigten eine wiitlich anßergetvöhit» - k ö Topicrkeit. Ein Rogiuicnt uiachie drei Bajoueltan- s g!,."e gegen die Höhe 1005, in deren Verlaus der Koni- j - e deur und die meifteü Ossiziere eine-; Bataillons fielen. Endlich drangen unser Truppe»' >n!i einer Tapferkeit, die ! > IN der ruhmreichen ottomonischen Gesch-chte cbrcn- toll bervorlritt, in diese Stellungen ein. itzichi ein J'ann ten der feindlichen Besatzmig dieser Höhe ist entloininen. - Unter der sehr große» Beute lief intet sich viel BcjestigimgS- , umlerial. Gegen die bei Fao an dcr Küste in der Provinz ! Be.jsera gelandeten Engländer wurde ein heftiger Angriff ! nntcrnomuie»; von den Engländern fielen sechzig. Der --ampf um Armentzires. Gens. 14. Aoo. Aus Marseille wird gemettet Die Lege von Armontierer werde für die Verbündeten immer kri- tiicher. Dce Ort leide sürchtcriich »utcr dcr Beschieß,,„g. !Man bade i» Poris den Eindruck, als ob eie Deutschen mit tzesoad:.- Leidcnschuit gegen bi: englischen Truppe» Vorgehen, pit liiilit' uc h (Ojifiiiif D:ö jiiioflic im Jtttki-igiiiiyspistaist. ?l msterda IN , 15. Noo. (Richtamt.lch). „Telcgraof" mel- tct oas Siouis vom tt. November: Gestern abc^,. begannen au tc r Küste wieder die Kanone» zu domieru, nachdem lauge steit Stille geherrscht hatte. Gleichzeitig wurde wieder aus der Front in o.-r Umgebung von Lambartzgvc und Niruport gelämpst. Die See slürmtc und ei» kalter Wind wehte über die Dünen und eie Ebene: gleichwohl wurde hartnäckig ge- lämpfl. Zn der Nacht brach ein gewaltiges Unwetter los Zwilche,, d.n liacheiidc» Tonucrschlägcu donnertc» die Geschuge. Die dc-i!sche» Matrosen machen aus treibende Minen Jagd und sprengen sic In die Lust. Die Küste von Ostende bis nach .Knocke ist jetzt ganz in verteidigungszuftaiid versetzt. Kommt Bcigktll zur Einsicht? Versihirdriie Quellen melden übereinstimmend, daß -wischen Belgien und England c r „ si c Z w i st i g k e i t c n ausgebrochcn sind So berichten insbesondere die „Han.burgcr Nachrichten" aus Brüiitl: Aus best». Quelle kann bcstütigt werde», daß zwischen Vclgieu und England sehr ernste Disscrenzen bestehen. Es heißt, saß jeder persönliche Verkehr zwischen König Albert und de: englischen Heeresleitung ausgehört hat. Der König wünsch! ein- direkte Verständigung mit Deutschl: nd, was England unter allen llmständcn zu hiutcrtrcibc» sucht. Eine Brüsseler Mirtcilung dcr „Krcuzzcitung' bestätigt diese Nachricht. Dari» l,:,ß! cs >,. a.: Die Belgier werfen de» Eugiüubcrn vor, leg i-e auch in den Kämpfe» bei Nie,,Port von ihre» Per- bündoteu tagelang im Stich gclolsen wurden, wodurch sich , ungeheure,, Verluste erklären. Fast eine ganze belgisch: Division ist vernichtet worden. Die rttjsijchc Ostsee ft otte. Berlin, 15. Nov. Dcr L„okalanzcigc," lägt sich aus Kopenhagen nielden, daß nach einer Mitteilung des „Sv eusta Tageblattes" die russische Flotte Hrlsing- sors verlassen »nd ihren Kurs nach Süd westen genommen haben soll, »m dcr deutschen Flotte eine Schlacht zu liefern. — Sic möge nur kommen, eine» herzlichen Emp- sangcc darf sie sicher sein. Der Heilige Krieg. Das Manijcst des Sultans. K o „ st a n t i n o p c l, k4. Rov. lW !:V Nichtamtlich). Dcr Sultan hat folgendes Mantsest erlassen. An meine Armee v>b Flotte! Znsolge dcr Ciklärung des Krieges zwischen den Groß« inüchlen worct Zhr unter die Massen bcrnsen, um nötige,isalls gegen die aus eine Gelegenheit lauernden Feinde die Rechte u») die Czistenz unicrer Negierung und unseres Landes zi» verteidigen, die stets ungerechten, unerwarteten Angrisse» aus- geictzt uarc». Während wir uns so bemühten, die Neutralität des Lei des zu wahren, eröffreie die russische Flotte welch« in das Schioarze Akccr ausgclausen war, um im Bosporus Minen zu legen, plötzlich das Feuer gegen einen Teil „nsercl Flotte, t er gerade Manöver abihelt. Während wir erwarteten. dos, Rußland diesen allem Bölkcrrecht widersprechende» An- grijs wieder gut e schen werde, hat dieser Staat ebenso wie seine Verbündeten Frankreich und England die Beziehunge» zu unserer Regierung obgebrochen, indem sic ihre Bctschastcr abbcricic». Unmiilclbar daran, überschritt die russische Arme« «r. 29 unsere Ostgrenz«, tt«i»T«uÄ die «re'.itiflte ?nalii^e und französische Flotte die Dardanellen »nd ein englisches Schni Akai>« bombardierten. Angesicht» de, aufeinander folgenden Akte verräterischer Feindseligkeiten waren wie gezwungen, den Frieden auszugeben. welchen wir imincr wünfchien und in, Verein »ik Deutschland und Oesterreich-Ungarn zu den Wasser, zu grellen, NM unsere gesetzmäßigen Rechte zu verteidigen, -eit drei Jahrhunderten hat Rußland unserem Reich schwere Nachteile ;ugcfügt und sich immer bemüht, sei es durch Krieg, 'ei es durch jede Art von List und Intrige, jede sich kundacbende Ausrichtung. die zur Erhöhung unserer nationalen Krasl und Größe ')ätte führen können, zu unterdrücken. Rußland, England und Frankreich, welche Millionen von Muselmanen unter ihrer tp- rannischen Verwaltung halten, habe» niemals aufgehört. Hintergedanken gegen unser erlauchtes Kalifat zu hegen, mit welchen die Muselmanen durch Religion und Gefühl verbunden sind. Sie sind die Urheber und Anstifter alles Unglücks und ilngcmachs, das gegen uns gerichtet war. Durch den großen heiligen Krieg, den wir heute unternehmen, werden wir mit Gottes Hilfe den Angrisfen ein Ende 'tzen, welche einerseits gegen den Ruhm unseres Kalikats. an- .'ererfelts gegen die Rechte unseres Reiches gerichtet waren, die ersten Schläge, welche wir mit der Hilfe Gottes und dem Beistände des Provheten unseren Feinden durch unsere Flotte in Schivarzen Meer und mit unserer tapferen Armee in den Dardanellen und an der Grenze des Kaukasus versetz! haben, .oben unsere Ueberzeuqung gestärkt, daß unser Kampf auf dem !llege des Rechts von Sieg gekrönt sein wird. Die Tatsache, daß ie Gebiete und Arinccn unsere Feinde heute unter dem Druck nscrer Verbündeten stellen, erhöhte noch diese Ueberzengung ,'keine heldenmütigen Soldaten! Lasset nie ab von der Festiget und der Ausdauer in diesem heiligen Kriege, V» wir -egen die Feinde crösfnetcn, die unsere heilige Reliaion und ! nscr teures Vaterland angreifen wollen. Stürzet Euch wie iwen ungestüm auf den Feind, weil ebensowohl wie unser 'eich auch das L ben und die künftige Existenz von 3->0 Milanen Mi'Iclmanen, die ich durch das heilige Fetwa zum hei- cgeii Krieg aufgerufcn habe, von Euerem Siege abhängen. die Wünsche und Göbcte von 300 Millionen unschnldi zcr, geruckter Gläubiaen. welche in den Moscheen und Meschids softe in der Kaaba sich mit der Inbrunst an den Herrn der Wel- ,» wenden, sie begleiten Euch. Soldaten, meine Kinder! Die isslicht. die Euch heute obliegt, wird niemals bis jetzt irgend iner anderen Armee der Welt auferlegt. Zeiget, indem Ihr icje Pilicht erfüllt, daß Ihr würdige Nachkommen der Armee ''er Ottomanen seid, welche einst die ganze Welt erzittern liefen, damit der Feind nicht mehr wage, an unser heiliges Geriet zu rühren und die geweihte Erde der Hcdschra, die die zättkiche Kaaba »ad dos Grab des Propheten birgt, zu stören. Zeiget in wirksamer Meise dom Feinde, daß eine Armee und ine Flotte der Ottomanen bcftehl, die dem Tode für den Herr- Her trotzt und ihre Religion, ihr Vaterland und ihre militä- ische Ehre mit de» Waffen zu verteidigen wissen wird, da da» leckst und die Gerechtigkeit auf unferer Seite, die Ungercchtig- eit und die Unterdrückung auf Seiten unserer Feinde find. Es esteht kein Zweifel, daß zur Vernichtung unserer Feinde uns ic Gnade des Allmächtigen und der geistige Beistand des Pro- 'hetcn uns helfen und uns beschütze» werden. Ich bin übcr- eugt, daß wir aus diesem heiligen Krieg glorreich und mächtig ervorglbe» werden. Vergesset nicht, daß Ihr in diesem Krieg ie Waficnbrüderschost mit zwei der bedeutendsten und machtig- te» Arniccn der Welt eingcht. Mögen Euere Märtyrer den Riirtqrcrn. die Euch vorangcgangc» sind, einen neuen glück- ichen Sieg bringen. Möge der Säbel derjenigen, die uoerle- , >»» h jeder Muselmann, der !ragen f mi, seihst Frauen, gegen die Mächte, die er Kali; cfta Fe..de de' erklärte, läinvtea nftisj»» Neue Tageszeitung. Montag, den 18. November 191« Der Krieg werde auf diese Weise Pflicht nicht nur für alle Ottomanen, sondern auch für die 300 Millionen Muselmanen der Erde, Di: Hcercsstärkc drr Türkei. W i e n, 14. Nov. Die „Politisch>e Korrespondenz" berichtet ans Konstantinopel: In manchen Nachrichten Über da-s Ergebnis der türkischen Mobilisierung wurde behauptet, daß nicht mehr als -rage- fahr 000,000 Mann unter den Fahnen stünden. Diese Angabe, die offenbar darauf berechnet ist, die Bedeutung de? Eingreifens der Türkei in den europäischen Krieg herab- ziisrhen, ist falsch. Die Stärke des Heeres übersteigt, wie sich versicher:r läßt, die vorerwähnte Ziffer um Hundert- tauseube. Muselmanische Kriegsgefangene ans Deutschland. K o n st an t i n op e l, 15. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) ! Wie gemeldet wird, sind die von Deutschland frcigolasjenen muselmanischen Kriegsgefangenen in Adrianopel einge- troffen, wo sie einige Tage verweilen werden. Schiiten und Sunniten einig! K o n st a n t i n o p c I. 15. Nov. (W. T. B- Nichtamtlich) Die hiesigen Perser haben an die religiösen Obcrhäuvter der Schiiten Telegramme gerichtet, in denen sie mitteilen, daß sie mit lebhaftester Freude von dem Fetva Kenntnis erhalten haben, das den heiligen Krieg verkündet. Sie erklären, die Geschäfte zu schließen und bereit zu sein, in den Krieg zu ziehen. Sie bitten, ihnen bekanntzugeben, wohin sie sich zu wenden haben. Englische Vorkehrungen in Aegypten. Mailand, 14, Nov. Der britische Militärgouverneur in Aegnvten Maxwell erließ einen Aufruf, der kriegsgerichtlick>e Strafen für die Einführung, Ausbewahruug imd Verbreitung aufrührerischer Schriften und Flugblätter androht.' Eine Anzahl politisch Verdächtiger wurde in Präventivhaft genommen. Der Khedive übernimmt ein Kommando. Athen, 15. Nov. eie das englisck,e Großmaul Repington sagt, die Deutschen erreichten ihren Zweck nicht und der Zustand sei für Frankreich günstig. ..Mao vergißt zu leicht bei den französischen Maßnahmen und bei der Beurteilung des heutigen Zustandes, daß der Hauptzweck der Operationen der sein muß. die llnversehrib.ftt eines Platzes und das Leben der Einwohner sicher zu stellen, da die Deutschen nock) von Reims bis Lille stehen." Der militärische Fachmann wundert sich auch darüber, daß England nicht mindestens 700 000 Mann zur Unterstützung nach Frank, reich gesandt habe. (Woher nehmen und nicht stehlen! D. Schritsl.l „Der cheulsche Angriss, so heißt es weiter, hat zue Eroberung von fast ganz Belgien und zur Besetzung unserer nördlichen und nordwestlichen Departements gesührt. Was die Bevölkerung und deren Reichtum angeht, so kommt oas gleich mit der Besetzung des sechsten Teiles von F r a n k r e ich. Die Statistiker wißen die Verluste der Franzosen an Terrain, Wohnungen, Fabrilen, Bergwerken, Eisenbahnen und Kunstwerke» aus mindestens 30 Milliarden schätzen. Eine Gemeinheit des „Malin". Paris. 14. Rov Unter der Ileberichrift „Die deutschen Seeräuber" schreibt der .,Matin", nachdem er aus das Stillieqen der deutschen Flotte im Kieler Kanal hingewiesen hat: Man muß aber gerecht sein, gewiste Schiffseinheiten benehmen sich bester. Ihre Offiziere zeigten Kühnheit, ihre Mannschaften Strammheit, u. „Goebcn" „Breslau". „Scharnhorst" und besonders „Emden" manövrierten im Mittelmeer und im Indischen Ozean wie Seeräuber von hervorragender Bedeutung und Piraten erster Klaste. — Der „Matin", der nebenbei gesagt, das Geschäftsprodukt einer amerikanischen Eroßkapitalistengruppe ist. scheint sich Mühe zu neben. in Niedertracht der Gesinnung selbst die Engländer übee- treffen zu wollen. Ans England. Lord Roberts gestoeben. Amtlich wird mitgeteill, doß Lord biobcrts gestorben ist. Lord Roberts befand sich in Frankreich auf Besuch bei den indischen Truppen, deren Oberbefehlshaber er gewesen ist. Er hatte sich am Donnerstag eine Erkaltung zugezogen, aus der sich eine Lungenentzündung entwickelte. der er nunmehr erlegen ist. — Feldmarschall Roberts hat fast sein ganzes Leben in den Raubkriegen zugebracht, die England immerdar mit allen möglichen Staaten und Landern geführt hat. Seine Spore» verdiente er sich in Indien, er tat sich in dem Kriege gegen Afghanistan hervor und machte sich besonders einen Namen durch die rücksichtslose englische Art, wie er die Buren bekämpfte. Die Deutschen haßte er aus voller Seele. Immerhin war er ein Engländer alter Schule: rücksichtslos und brutal, aber wenigstens bis zu einem gewissen Grade anständig und aus diesem Gruncc höher zu werten als die jetzigen Machthaber, wie Churchill, Grey und wie sie alle heißen. „Hofinuvgsios und »nwirrjam". London, IN. R»v lW. B. 2cichtawt!!ch>. In einem Leitartikel zur Rede Asgucih» bei der Eröfsnung des Parlaments schreibt die „Tim^": Die gegenwärtigen Rekruticrüngsmethoden sind hoffnungslos und unwirlsam. Wenn wir an der Aufgabe der Vernichtung der deutschen Militäimacht vollen Anteil nehmen wollen, »nisten wir viel mehr Menschen aushebe» als bisher. Wir brauche» sie sofort, wenn der Sieg unser sein soll. Gegen Churchill. Im Oberhaus richtete Lord S e I f> o r n c scharfe Angriffe gegen den Kommödianten Churchill, der rin» ausgebildete Seeleute in den Landkampf nach istwerpen geschickte habe. Selborne protestierte dagegen, daß Churchill persönlich Botschastcn an fremde Mächte und an die Seebrigade in seinem eigenen Rome» schicke, anstatt daß sie namens de» Kollegiums der Admiralität gesandt würden. Selborne rllhmt- den Prinzen Louis von Battenberg. Der Angriff auf ihn sei eine nationale Schmach. Englischer Pump für Serbien. Aus der Abrechnung im Unlerhause über die Verwendung der Kriegsanleihe geht hervor. daß Serbien 1» Millionen Marl von England „vorge- strcckt" erhielt. Das war ein gesnndenes Fresten für die Harimeldiebe. Fußball über Alle»! London, 13. Rov. Die BlMiee melden, Lord Durham bedauerte in einer in Sunbakwb gehaltenen Rede, daß die Zeit aus das Fußballspiel »er- wcndet würde. Es wäre ihm lieber, weift! die FußbalHoieler Khal! trüge». Er wünschte säst, daß die Deutschen ans die Fug- Seite 3 . tff. 369 tnlilpiclei eine Bombe herabjallen liehen. Ei glaube, »ah vieles die beste Methode lei, um die jungen Männer zur Besinnung zu bringen. Es sei keine eitle Drohung, zu behaupten, bah England in Gefahr sei. ribnahme der Rekrutierung, 2 a n d o n , 12. Ron, Nichtamtlich) Sir -loses Hampfyldo Füller, der früher hohe Stellungen in Indien bekleidete, führt in einem Brief an die „Times" de» Rückgang der Rekrutierung 1) aus die Abnahme der Aibeitsiol,gleit zuriuk und 2) aus den schlechten Einfluh der Presse. Er sagte' Unsere Journalisten und Politiker sind überzeugt, daß das britische Volk unter den schlechle» Nachrichten znfaminonbr ecken würde, und sie bemühen sich, unsere Erfolge zu übertreiben und unsere Niederlagen zu verkleinern und die Ueberzeugung wach zu rufen, dah jeder britische Soldat lg Deutsche auswiege. Das ist aber kein Ansporn zu einem langen mühsamen Kampfe. hier kann nur SelLstaujopserung helfen, 8it Mm M Kkink parbarrn. ^ !n i n s'fi et fl, 12. Nav, (Nichtamtlich). Eine Neber- sicht über die im Kriege zerstörten Gebäude weist im Regierungsbezirk Königsberg nach Mitteilungen von zuständiger Quelle zahlreiche schwere Schäden auf. Ganz oder teilweise zerstör^ find 2112 Eebäude. Am schwersten betroffen ist der Kreis Eerdaue» mit «75 Eebäudoverwüstungen. Stark gelit- te, bob.n auch die Kreise Wehlau, Friedland, preußisch Tylau, S aslenburx und Labiau. (^ittgeständttis. B e r I i n , 12. Non. (Nichtamtlich). Die „Nordd. Allgem. Zig" gibt aus dem Amsterdamer „Telegraas" nachstehendes Eoständnis wieder: Die Bewohner von Beerst nördlich Dix- muiden haben trübe Stunden erlebt. Schon von Freitag ab siapklten belgische Soldaten in der grossen geräumigen Kirche Strcb aus. das sie mit Petroleum übergosien. Am Sonntag muhten sie das ehrwürdige geliebte Gotteshaus anstecke,>. Sie siiblte» das Barbarische ibrer Tai: deshalb erklärten sie,den Dörflern die Deutschen würden den Turm zur Beobachtung der Stellungen benutzen und dort Maschinengewehre anspslau- zen, um das Bal! in Dirmuiden zu beschießen. brraf Miclczynskr. Wie das „Berliner Tageblatt" mitteilt, ist der iriihere Reichsloxsabgeordnete Gras Mielczgnski, der, wie erinnerlich des Mordes angekiagi und freigesproche» worden ist, bei Ausbruch des Krieges in militärische Dienlle getreten und h ri bereits das Eiserne Kreuz erster Klaffe erhalten. $;nf «niilirijf iifüliiiif l^rkltiruna ;nr HüRfntragf in brr Jlortlff. Berlin, 12. Stoo. Neuerdings sieht sich die deutsche Regierung gezwungen auch amtlich Stellung zu den salichen Anschuldigungen Englands über ein Legen von Minen durch Lazarettschiffe und Handelsschiffe zu nehmen. So findet sich in den „Nachrichteil tär Seefahrer" Nr. 3161 folgende Deröffenr- lichung. „Die eiiglische Regierung Hai am 2. November unter der falsche» Anschuldigung, dag Deutschland durch Lazarettschffie und Handelsschiffe unter neutraler Flagge in der Nordsee Minen gelegt und Rekognoszierungen ausgeführt habe, eine Bekanntmachung für die Schiffahrt nach und in der Nordsee erlagen. durch »eiche den Sckijfen unter der Vorspiegelung von Minenoirohr in der nördlichen Nordsee der Weg durch den englischen Kanal, die Downs und längs der englischen Ostkästo empfohlen, vor dem Wege durch die nördliche Nordsee uni die Orlnepinjel» und die Shetlands herum aber gewarnt wird. — Demgegenüber wird darauf hingewiesen, dah die Eewäffer der nördlichen Nordsee eiuschliehlich der Linien Hebriden—Far Oer- Jsland, die Eewäffer an der norwegischen Küste und des Ska- geraks durchweg Wasiertiefen haben, auf denen jedes Minenlegen ansgeschloffen ist. Dagegen ist belannt, dah in »er südlichen Nordsee und im engliichen Kanal zahlreiche Minen, und zwar, wie sestgestelli ist, englischen und sranzösischen Ursprungs, uwbertreibrn, die nicht entschärst sind, und dah an vielen Stelleii des neu England empjohlenen Wege» längs Ser englischen OsikLfte Minen gelegt sind, von denen in letzter Zeit ebenfalls einzelne treibend angetroffen wurden, — Für die Schiffahrt bildet der von England empsohlene Weg durch den Kana! durch die Downs und längs der englischen Ostküste daher ein. schwere Gefahr, während der Weg durch die nördliche Nordsee minensrei und daher gefahrlos ist." KnlMkftMlittillaim in Miiü. Nachdem im Kriegsgefangenenlager bei Limburg si. S. L. 300 sranzöstsche Kriegsgefangene »ntergebrachi sind, die bisher in den Baracken aiff dem Truppenübungsplatz Darmstaot interniert und nach Liniburg zur Berwendung bei de» Arbeiten zur Fertigstellung des Lagers transferiert werden, hat die Königliche Kouimaiidaniur des Kriegsgesangenenlagers daraus hiu- grwic'sen, bah der Besuch des Lagers Unberufenen nicht z,'stattet ist und ist es verboten, sich dem Lager auf eine geringere Entfernung als 20!) Schritt zu nähern. Die Wachtposten lind angewiesen und berechtigt, Personen, die ihren Weisungen nicht gehorchen, scsizunehmen und gegen solche, die nach criolgter Festnahn.e zu enlspringen versuchen, oder sich widersetzen, von der Wasfe Gebrauch zu machen. Ans der Heimat. » Friedberg, 18 . Noo. Bon heute ab wird In der Zeit von 12'A—iy, Nachm, der Schalter für die Annahme und Auszahlung von Postanweisungen geschlossen gehalten. t * Friedberg. 16. No». Es ist dringend »oiwenüig, dr» Verbrauch der Bereisungen der Krastwagen nach Möglichkeit einzufchränken. Kraftwagen sind deshalb im Privatverkehr nur in den diingeudsten Fällen z» benutze». * Friedberg, 16. Nov. Gestern, nnt Sonntag, abend gegen 7—9 Uhr fiel der erste Schnee. Obwohl er in dich. Ne,e lasKjeUang. «ontag. den 18. Si-vember 1914. tfn Massen fiel, blich er nicht liegen, der er bald in Regen überging. Heilte früh zeugten niir die Gipfel der Berge don dein gestrigen Schneefall, ans der Ebene war er verschwunden. Frirdherg, 14. No» (Luther feier). Schlicht Uich Inhalt-reich, ganz dem Geiste unserer cinslcn Zeit angevrht verlies die diesjährige Luihrrjeier. Die weile Holle der -st.ib!- kirche war bi» auf den lctzlen Platz gefüllt. Das niedcciän- di>ck,e DaniaeSei und das auch im diesmaligen Kampfe seine alle Volkslraft bewährende Litthorlied „Eine feste Burg", sie llangei noch gewaltiger und erhebender als i» den ruh'oeir Zriten de» Fliedens. Luther selbst kam in einer Anzabl von Aussprüchen und Aussührungen. besonders aus der Schritt „Ob Kriegsleule auch in seligem Stande sein können", zu Wort: sie muteten uns zum Teil an, als seien sie gerade für die beioiDe- rrn Verhältnisse unserer Zeit geschrieben. Der Redner des ! Abends, Herr Universitätsprosessor D. Eck, Eiehen, b.'baude-ie die grohe ernste Frage „Krieg und christliche Frömmigkeit" Ja geistvoller Anlehnung an die Eliaserzählung von der Erscheinung Gottes am Horeb (2. Könige Kap. lg, V. II pnd 12) zeigte er dah auch im Kriegsstnrm, ja in diesem unsere n Voll ausgezwungenom furchtbaren Ringen ganz besonders, Gott erscheint: die Gottesmächte der Pslichlerfüllnng. des Oplernntes, des Glaubens werde» (ebendig und machen unsere Zeit trotz ollem Schweren und Herzbrechende» zu einer heiligen Zeit, j Für bei einzelnen aber gilt es in solch stürmender Zeit ,.S"ffe in dem Slnrm" bei sich selber zu hob..», die innere Krill die alles sich und andere zum Segen werden loht. In den Thören des Klrchengesangvereins erllangen die Töne von Kcai» und Stillo. vo» Elaubonsmut und Eottveriroucn. So wird der Lulberabend 1914 allen, die ihn mitseierten, unvergehlich sein. Aus drni Kreise ffanan. * Hanau, 16. Nov. (Keine Aushebung des Kurtorfel- anssuhrvcrboteS.) Auf oingezogone Erki^iidigiiiig bei:» LandratSamt in Hanau können wir inilloilon, dos; das Ausfuhrverbot von Kartoffeln an? boi» Kr. Hanau nicht aufgehoben ist, sondern noch in Kraft steht. Hessen Raffa». * B«w Taunus, 16. Nov. Auf dem Feldberg und Altköiliq ist in der Nacht zum 12. November der erste Schnee pefallea * Wiesbaden, IG. Noo. ^>ie Landwirlschaitslam.ner für de» Regierungsbezirk Wiesbaden ist bemüht, bei den mahgeben- de» Stellen die Festsetzung von Höchstpreisen snr Futtermittel durchzuletzen. Die Bestimmungen b.'tr. den Höchstoreis für Rogge"- und We.zenkleie, der mit 13 Mark angesetzt morde» ist, werden nämlich in letzter Zeit umgangen, und die ganze Absicht des Gesetzes, zur Berfütterung nicht z» teuer Kl-ie zu schaffen, illusorisch gemacht, dadurch, dah die Erohmühlen. die naturgemag die Hauptmasse der Kleie liefern, den Kleiepreis dadurch eihöhen, dah sie Kleie nur in eigenen Säcken obreb-n und diese ausserordentlich hoch berechnen, so dah der Doppelzentner Kleie ost auf 14.5,0 Marl zu stehen kommt. * Wiesbaden, 16. Nov. Die Maul- und Klauenseuche bat sich im Regierungsbezirk Wiesbaden weiter ausgedehnt. Sie ist letzt auch in Niederzeuzheim im Kreise Limburg festgestellt worden. r Wiesbaden, 14. Nov. Der Landwirtschaftskammer für den Negierungsbezirk Wiesbaden sind Klagen darüber znge- gangen, dah die Landwirte die für die städtische Bevölkernng notwendigen Kartoffeln auch bei den jetzigen guten Preisen nicht zum Verkauf stellen und zwar aus Epekulationsriicküchten. Die Kammer ist dieser Ausfassung entschieden entgegengerreten mit dem Hinweise, dah die Landwirte vor allem einen Teil ihrer Kartofseln in diesem Jahre bei den äuherst hoben Futter- mitlelpreise.i zu Fulterzweckeii zurückhalien, eine Absicht aber, die Kartoffelpreise in die Höhe zu treiben, bei de» nassouischen Londwirten nicht vorliege. Die Landwirtlchaitskammer bittet die Landwirte, alles zu vermeiden, was zu einer noch qröhereu Prcissteigerung dor Kartoffeln beitragen könnte und die Knr- toffelu dem Konsum möglichst vor eiutretendem Frost in inög- lichst grossem Umfang zuzuslihren. ' Lnubnrg a, d. L., ll. Nop. Ter Bischof von Limburg macht über oie Mahnahmen des Bundesrats zrr Ernährung des deutschen Balles zeitoemähe Ausii hrungeu, indem er sich an den Klerus mit der Bitte wendet, die ihm anreriravten Gemein Sen über die Bedeutung und die Notwend!,gleit der oe- nannkeir Bfohuahmen in Privatgesprächeil und Vorträgen i» Viremeii oder Vorsa»mlunge» der ganzen Eenieivde uusznklä- ren und zur sparsamen Berwendung aller Lebensrnittel ausiu- sorderu. „Wen» die Bevölkerung", jo schlieht der Bischof, „an die gewaltigen Opttr und Entbehrungen unserer Soldaten im Felde erinnert und darüber belehrt wird, dah es für alle eine heilige Pflicht ist, mit den Nahrungsmitteln, besonders mit Brot und Brslsrucht, möglichst sparsam umzugehe», dauiit das Blut Uiijerer braven Krieger drauhen am Ende nicht umsonst geslosseir ist, wird sie au» Bnirrlandsliebe gerne die kleine» Opfer bringen, die ihr setzt auserlogt werde», um einen günstige,: Frieden zu sichern." Slorkeubura. * Darpistadl, 15. Nov. Einer grosse» Gefahr ist heute nachmittag da- Grohbcrzogliche Paar enironnen. Der Erohherzog ist am Snmsiag abend von der Front aus einige Tage in die Residenz z» feiner Familie zurückgelehrt und besucht- heute Vormittag mit der Grohherzagiu und den beiden Prinzcnsöh- nea die Hoslirche. Am Nachmittag beabsichtigte das Grossher- zagliche Paar ohne Gefolge einen Besuch bei der Familie des Prinzen Friedrich Karl von Hetzen in Franksurt im Automobil zu macken Die Fahrt sollte über Weiters,adt—Mörteldm gehen uni> fuhr das Auto, das voi: dem Hilsssahrer Stühlinger gelenlr wurde, die Jeldbergstrahe in rascher Fahrt. Als die Kreuzung des Dornheimerwegs passiert werden sollte, kam gerade vom Lahnhos ein Molorwagen der elektrischen Strassen- bahn. Der Führer, der schon seit 15, Jahre» im Dienste ist, bremste noch so gut es ging, der Krastwagenführer suchte noch über die Schienen zu kommen, doch wurde das Auto am Hinterrod gepackt, einige Meter zur Seite geschleudert und umg:- worsen. Tos Fürstenpaar konnte unversehrt, nachdem der erste Schrecken überftanden war, dem Auto entsteigen. Auch dem Krairwa.-uu,eurer ist nichts geschehe», er flog unversehrt »eben das Auto. Die Herrschaften begaben sich zu Fuh »ach dem nosen Pol .s» zurück. Die Ursache de, Unfalles Ist mit Sicher. luit schwer ses.'znstelleii, Beide Fahrer behaupten, rechtzeitig vor deKreuzung Signale gegeben zu haben. Der Unsall hätte leilbt die bedei klick?,«en Folgen habe» können. Nicht zu versteh.:, i'i, dah der Aulrführer, der aus der Fahrbahn, noch len Schiene» und dem Fuhsteig rechts noch acht Meter NiilN! bo!!o, nicht II7ch rechts auc-gewichen ist, als er den elek, triuorii ?t>age» v-, links kommen lah. Die Polizei hat als- b.zlo d e ii' iifcn Erh.'.'. u-gen durch Vernehmung der Augenzeuge,: orroulo-p. Dos Erohherzogliche Auto konnte »ach .5; '. .'.vrü.: . i n,ch de,,, Maestall gerbacht werden. -- Die Kiohberzogin bcsnchte am Samstag nachmiilag mit Eef- 'ge das neue j-.-t fertig gestellte Reserve Lazarett St. 1 ans i::,! Ezci.'ierplatz das Belegräume für etwa 430 Verwundete u-nsahk. die sehr hübsch und praktisch oorgestaltet. sch.,:, über lll.tz Berwnndele ausgenommen habe». Uonr -5e!l>e der Ehre. * Ruppertsburg, 13. Nov. Dem Wachtmeister Horui. Stork von hier, woleher als Nosorvo-Wachtinoistor iui Ar- tilloric-Rogt. Nr. I I 2. Munitionskolonno dicnt, wurde i!» 4. Oktober die grosso Padischo silberne Dordionsimodoille >,>id a,u l. Novembor das Eiserne Krouz 2. Klaffe de-'iehon. ^iotcs Kren?. Am Mittwoch, den ll. November bielt der Borllond dos Landesvereins vom „Roten Kreuz" ans Anregung ihrer K. y. der Erossherzogin eine Sitzung ab, um über eine Sammelsi'n- dung von Liebesgaben zu Weihnachlen an unsere im Felde stehende'! Truppen zu beraten. Den 'Angehörigen soll Gelegenheit geboten werbe». Ehristgcschenke au ihre Lieben nah dem Krieasschauolatz zu senden. Auch diejenigen Soldaie». denen aus trzend einem Grunde von Angehörigen keine Koben ziige- sandt werde» könne», sollen nicht leer ausgehen. Es -'eilen i ; erster Linie alle hessischen Truppenteile, die im Bereiche d-s 13. Armeekorps ansgestellt worden find, bedacht werden. Es soll aber auch ermöglicht werden, an Soldaten, die bei onde- ren Truppenteilen stehen, Liebesgabe» zu Weihuachie» u sende». Beihandlungen über all' diese Punkte werden mit de n Generalkommando, der Post und sonstigen zuständigeil Behörden pepslogen und wohl in den erste» Tage» einen befriedigeii- den Abschluss finden. Ein Ausruf wird in den ersten Tagen erscheine» und ist von der Materialienabteilung in Darmstudt, a» welche alle Sendungen gehen und welche sich der nnendli- chen Mühe der Ordnung der tausende und abertausei-de von Paketen unterziehen will, ei» Merlblatt ansgearbeitet worden, das alle» Dürgermeistereien im Kreise zugehen wird Die Rot- Kreuz Vereine Butzbach, Friedberg und Vilbel werden die Einzelxatete aus den ihnen zugeirilie» Orten annehme» und schon möglichst nach Regimentern, Bataillonen, Kompagnie», Schwadronen, Batterien u!w. geordnet, i» Kislen und Ballen verpackt weiter nach Darmstadt gehen lasse». Vor alle» Dinge» ist es nötig, dass alle Einzelpakete mit de.tlicher und genauer Adresse versehen siiid und werden alle H,-r,'n Pfarrer, Lehrer und sonstige geeignete Persönlichkeiten gebeten, sich der richtigen Durchsührung dieser so wichtigen Ausgabe nach Kräften zu unterziehen. Die Pakete sollen in der Zeit vom 20. November bis zum 7. Dezember, als äusserstem Zeitpunkte in Darmstadt angeliesert werde». Es ist da her empfehlenswert, wen» man so bald wie möglich schon jetzt seine Vorbereitungen trifft, damit die Arbeit iih verteilt und nicht alles aus den letzieu Augenblick verschoben wird. Di- Versendung muss seitens des Roten Kreuzes Frird- berg spätestens am 3. Dezember d. I. bewerkstelligt werden Die Pakete sollen möglichst die Grösse 45X30X28 Ztm. Haien. Holzkistche» sollen nicht verwendet »nd dürfen Jläsüg- leiten nicht beigepnckt werden. Das Rote Kreuz ist natürlich bereit, ans seinen Vorräten und Mitteln Einzelpakete an unsere Tapfere», denen aus irgend einem Grunde von Aiigetzori- p.m keine Gaben zugesandt werden können, abgehen zu lassen. — Genauere Angaben erfolgen in den ersten Tagen durch die Merkblätter der Materialienabteilung Darmstadt und wollte der Zweigverei» vom Roten Kreuz Friedberg einstweilen auf die gejassie» Beschisse aufmerksam mache». ^iebesynbe». Wohl an 400 Angehörige der Stadt und des Kreis". Frt-d- berp, stehe» seit August beim 2. und 3. Eisenbahn-Regiment im Felde, es dürste angebracht erscheinen, auch dieser in grösserem Massstabe mit Liebesgaben zu gedenken, umso mehr, da, wie aus verschiedenen Schreiben, welche aus dem Felde hier anoe- kommer. sind, dieselben anscheinend etwas in Vergessenheit geraten find. Man wolle der überaus schwierigen Täligkeff »nd der ungeheuren Albeitsleistuilgen dieser Truppen gedenken »nd ihnen durch eine Liebesgaben-Sendung eine, wenn auch kleine, Freude bereiten. Sammelstelle» sind bei Herren Schmiedemeister Heinrich Häuser und bei Herrn Musikdireltor Emil Schäfer, Mi- litäiinusilschule Friedberg, eingerichtet und werden dort zw:ck- enlsprrchende Gaben: wie Zigarren, Zigaretten, Tabak, Psei- fen, wollenes Unterzeug jeder Art, Hemden, Strümpfe, Taschentücher, Taschenlampen mit Erjatzbatterie», Tee, Zwieback, Dauerwurst, Schinken »sw. dankend entgegeugeuommen. Emil Schäfer, Unteroffz. d. Landw. 2. Frankjuricr Wetterbericht. Wechselnd bewölkt, öfters Regenschauer, kälter, nördliche Winde. Berantwortlich sur den politischen imd lokalen Teil: o Hicschol, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schiiiidt, Fricdbcrg. Druck und Verlag der „Renen Tageszeitung" 8f. G, Friedberg 7. H. Sit. *39 Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat ca gefallen, unser liebes Kind, Schwesterchen und Enkelchen Neue Tageszeitung. Montag, de» 16 . Aaoember 6 rImnHti&ndimi 0 . Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht,daß die städtische Brückcnwage bis aus weiteres von 12 bis 2 Uhr mittags geschlossen ist, Friedverz, 14. Nov. 1914. Der Bürgermeister Stahl. Seite l Die riihmlichst bekannten nach kurzer schwerer Krankheit zu sich zu ruscn. Wisselsheim, lö. November 1914. Die iifttranmiiieH iiinlftblirüencn: i. d. N. Wilhelm Leonhnrdt. Die Beerdigung findet in aller Stille statt- Kondolenzbesuche demkend verbeten. WM Lebkuchen vom fjonifffrsflifK tz. Zädcrieiv. Feldpofthriefe in diversen Packungen sowie Feldpostbriefe von ff, ssgßttül Mßr empfiehlt Trssterie BmMtt Ws. UorsdiKss- £ Credit-Uerein Frieiöerti. EiiHDiteK iNrasftfl ui! bsüMier MIL (legr. 1864. Bcichsbank-Giro-t'onto. Tcl.-No. 15. Entgegennahme von Spar-Ein!agen. zu den höchsten Zinssätzen, sc Provisionsfreier Cfiecfc- verkehr, SS Conto-Corrent-Gredit- Gewährung. ss Diskontierung von Wechseln, SE Verwahrung u, Verwaltung von Wertpapieren, Eelsihung van Wertpapieren. SK An- und Verkauf von Wertpapieren, SK Einlösung von Coupons etc. SK Vermittelungaller in das Bankfach einschiagen- den Geschäfte zu den Riassigst. Bedingungen, " ctl ■ .-fr» 7.'j3Z.7,±Ssti!*- Zum Vrrsand fertige M-PoWairMn tnit Cigarre»», kaufen Li- am besten bei Carl Worret, Rodheiur v. b. Höhe. _J§ Friedberg i. H .. Trief. 88a. WWMWr | zu SO P?*. für Hoi'as! ebä Winter 1314 sind eingetroilen bei Fr. 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Angebote in Prozenten des Voranfchlags find dis zum obigen Termin ver- ichloffen und mit der Aufschrift Angebot Feldoereinigung Trais- Mü.rzcudcrz verjeheu, der Erosth. Bürgermei>ieiei Trais-Münzenberg einzureichen. Friedberg, den 13, November 1914. Erosth. Kuliurinspetlion _ I. V. Hauck. 148,50 1097.50 1019,90 804,20 360.50 1149,53 Feuer- und diebessichere Stahlkammer, in der eiserne Schrankfächer (Safes) in verschied, Grössen vermietet werden, iftcirZi?iun£,cze auf alie au den deutschen Börsen zur Auflage kommenden neuen Anleihen jeder Art werden von uns zu den Ausgabe-’Jedinguügen angenommen, ohne daDdles in den einzelnen Fällen IsescsulerH bekannt gemacht wird. M iü WII m mii empfehle ich: in lecker Preislage und Ausführung. Ferner in grosser Auswahl: Unierzeuge jegisher Art Wolleme Wosten FsEigjaefeen unter ^ enrock 240 f»r. schwer (/.um Brieiversand ins Feld geeignet) Otoren- u. Kopfschützer Leibbinden, Kniewärmer Strümpfe, Coekesi Leder- 11 . v/oll. 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Los 6 Rohranfuhr 448 ,Oj Mk, Los 7 Liexrrn ^ vo» Drainageausmllndungs- stücken mit Gitter e Badnhor Eambach 45,00 Mk, Die Berdum.„nosunierlageu liegen bei »ns und bei der Gr Bürgermeisterei G-moach zur Einsicht offen, Angebote in Pro-, ente» des Voranschlags fino dis zum obizen Termin verichloffcn und mii der Auf chr fi „Angebot Feiddcrcinigung Eambach" ver- chen, der Erosth, Bürgermeisterei Eambach cinzureichen. Fried d erg, .cn 13, Aovemoer 1014, Er, Knlttrrrufpettion. I, B. H a u ck. Bekanntmachung. Es ist vielfach angeregt worden, Feldpostbriefe mit Warcninhalt, die von den Truppenteilen nicht ausgehnn- dlgt werden können, weil die Empfänger abkomn>andiert verwundet, vcruiistt oder tot sind, nicht an den Aufgabeort ff! zur Rückgabe an den Absender zurückzusenden, sondern den Truppenteilen zur beliebigen Verwendung zu überlassen. Ohne ausdrücklichen Wunsch des Absenders ist dies nicht n'öglich. Wenn der Absender aber durch eineu auf der Sendung — sei es handschriftlich oder durch gedruckte» Z'.ttcl anzubringcnben Bermcrk — etwa folgenden In- Halts: „Wenn iinbrstellbar, zur Verfügung des Triippcntkils" 8! öum Ausdruck bringt, dast er die Preisgabe wünscht, >o ^ werden die Poswcrwaltung und die Truppenteile diesem ^ Wunsch« entsprechen. Unbestellbare Sendungen, die einen | | wichen Vrrinerk nicht tragen, werden nach wie vor an den Absender znrückgelcitct werden. K r a c t k c. ,'-i ^ 5BE5? aBffl5C5Bf38IIBaBBBSa :Z&e8B!?!S3SDSBCnaEBEMI billigst. Stefan Kühn, Jrcherden-L-rrtty-rr. Zsulrsl-Sarisfioskisse lir MwMl ] - Hauptsilz: ESrriin. - o f ij|;[n in- ßraumclnveig, Bieslau, Csssc', Cob'er.z, Danzi, , 5 g 1 U.I :d MI. tifuit, Frankfurt a. M„ Könivstrcrg i. Pr., Lud- u wigshafen a. Rii., iNürnberg und StraÜburg i. Eis. g u ^ : »"cz.ali!tes Aetien-Knpitnl ü. Reserven: u j; 18,500,000 Mark. []i s FSäaleFraiiltfHrta. 18 . h SS : | ü ; ' c.;Conto Schüler, trasse 25,1. 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