Unmmrr rL67 _ Krritng. den 13. N ovember 1V14. 7. Jahrgang Die Kaarszeitiine" rricheinl jeden Werktag. Regelmäßige Berlage» „Der Kauer au» Kessen", „Die Spinnssube". Heiugapreiv: Bei den Postanstalten orerrcliätzilich Mk. !,!!>> tei de» Agenten mvnailrch 50 Pig. Hinzu tritt Postgebühr Oder Trägerlohn. Anjeizru : Erundzeile 20 Psg., lokale lö Pjg„ An, eigen do;i O'.isaim? werde» sur.1) Polnahnahnr: erljobm ErfüHirngsort Friedderg. KchriNleituug und Verlag Friedberg (Hesseni, hanaueriiiaße 12. Ferniprecher 4«. Postschcck-Lonlo Ne. 4$ö9. Ami Franks«ei M. > - ■ - - — — --------------- , , . , Das yölUcninpcn in Flandern. NnWchc Neiter-Vorstötze in Polen und Galizien znrückizewieien. — i5in einzlisches KalronenhooL bei Dover vernichtet. — Der heilige Krieg! » ---- ■ - --- Der deutsche GeneralsLaL ......... - meldet: ■ — » W. T. B. <4ros;es Hauptquartier, den 12. Noveukbcr. vormittags. Slmtlich. Ter über Nicuport bis in den Borort Lombardzyte borgedrnngene ^eind wurde von unser» Truppen über die Äser zurück- geworseir und das östliche Aserufer bis zur See volu Feinde geräumt. Ter Angriff über den Bserkaual südlich Dixnruidt» schreitet sort. Jir der (üegcud östlich?)peru drangen unsere Truppen weiter vorwärts. Cs wurden urcl-r als 700 Franzosen gefangen genommen, sowie 4 (Peschühe und 4 Ma schincngewclsre erbeutet. Heftige!-(» griffe westlich desArgonnen- waldes und im Walde selbst wurden ab- toiescn. Jnr listen warf unsere Kavallerie östlich Kalisch die erneut vorgedrungene überlegene rassische Kavallerie zurück. Gberste Keeresleitnng. W, c n , 12 Nov, (W. S3. Nichtamtlich). Amtlich wird veilantbart; Außer dem siegreichen Reiterkampf bei K o - , n - k gegen ein russisches Kavalleriekorxs fand gestern auf Le», nordöstlichen Kriegsschauplätze kein gröberes Kriecht statt. Feindliche Aufklärungsabteilungen, die unsere Bewegungen crlundcn wollten, wurden abgewtcsc». — Bei der Durchsühruug der jetzigen Operationen erweist sich neuerdings di« bewährte Tüchtigkeit und Schlagkraft unserer Truppen. Ter Stellvertreter des Chefs des Kcneralstabs. o. Höfer, Generalmajor. Das türkische Hauptquartier |=== meldet: ==; K o »st a n t i n o p e l, 12. Nov. (SB. B. Nichtamtlich). Nach einer Mitteilung aus dem Hauptquartier ist der türkischen Armee ihr Angriss, der gestern früh bcgann. rolllom- men gelungen. Die Russe» konnten sich in ihren Linien kaum unecrihaib Tage halten. Die eingelaujcncn Nachrichten besagen wörtlich. „Ter Feind wurde mit Eotlcs Hirse gezwun- gen. seine Ltellungcn zu räumen. Er weicht aus ücr ganze» Front zurück und wird so» alle» Seiten verfolgt." Der heilige Krieg. Konstant i n opel, 12. S!ov. (SB. B. Nichtamtlich). Eine Pioltamatron des Sultans an das Heer v.-rkundct den „Heiligen Krieg" j ü r alle Muselmanen. Die ßrikstslstge im Ansiuig ilovemlirr. Wenn cs auch Tage gibt, wo hin und wider Stimmen der Verzagtheit laut werden können, denen unsere Erfolge nicht rasch u. gut 'genug von statten gehen, so sei dielen das Urteil eines Neutralen über die gegenwärtige KriegS- lagc cntgegcngchaltcn. Ter militärische Spezialbcrrcht- crslattcr der „Züricher Neuesten Nachrichten" betrachtet i.m 7. November die Lage als für die Deutschen b güv"m, dag wir als Deutsche wahrhaftig nicht hinter dem Urteil eines Schweizers zurückziisichen brauchen. Ti: Vetrachinng kautet: Berlin, 7. November 1014. Nach dreimonatiger Kriegsdaucr fleht Tcutichland in West und Ost in Feindesland. Teulscher Boden ist vom Feinde nicht bcfrht. Tie Deutsch.» haben das Königreich Belgien, einen schmalen Slreiie» Westflanderns auSge- nomnicn, in ihrer Hand; ihre rückwärtigen Derbindinigen, die durch dieses Gebiet zur unteren Rh.'imront führe», und gesichert, die belgische Küste, mit Ostende als Zeut>-»n, ist mit schwerem Geschütz bestückt und hält feindliche Unternehmungen von der See her fern. TaS deutsche West Heer steht auf -100 Kilometer langer Front vom Meer östlich Nicuwport bis zur Maas südlich Verdun; diese Linie verlaust im allgemeinen über ?)pern-Lillc-Arras-Royc-Vailly nördlich Soissons, durch de» berüchtigten Argouncr Wald zur Maas »ach St.-Mihiel. Sie bildet die Abwehr des Umsassuugsversuches der Franzosen, der am 12. September niit dem Gefecht bei Bapau» mc cinsctzte und sich bis zur Küste fortpslauztc. Ti.'sc wcitausholendc Bewegung, die sich von ihrer natürlichen Basis — Paris — entfernte, mochte dem Wunsche Englands cntgcgcnkommcn, das sür den Schuh der kontinentalen Kanalkiistc besorgt wurde seit dem Tage, da Antwerpen siel und mit ihni das ans dem Kontinent vorgeschobene Fort der britischen Jnselfeste. So mag sich denn auch der englische Druck erklären, der die Belgier zu nutzlosem Widerstande in der Scheldefcstc preßte. England, dem Flottenschutze nicht mehr ganz vertrauend, läßt sich demnach durch die französische Armee seine Küste decken, denn im Pas de Calais und du Nord liegen nicht unbedingt Frank- reichs strategische Interessen. Diese liegen weit eher lei Paris und an der Maas. Deutschlands Kriegszwcck ist nicht die Einnahme von Calais oder Paris. TaS Ziel ist die Vernichtung der feindlichen Heere I Das ist — nach Clausewitz — der oberste Grundsatz deutscher Strategie. Sv der Feind seine Haupi- kräste in, Nordostwiukel Frankreichs zusmnmenballte, waren die Deutschen gezwungen, ihm hier zu folgen, -ohne jedoch die Aisnesront zu schwächen. Nun heben, sich i» dem Hin- und Herwogcn der Kämpfe einige Gebieie heraus, die sich zu Brennpunkten der weiten Schlachtsrout auswnchsen. Apcrn ist Zeniralpunkt im nördlichen Abschnitt; dort handelt es sich um das Abdrängen des englischen Heeres- slügcls gegen das Meer; hier, und nicht im Ueberschwemm- ungsgebict, setzt unser Vorstoß ein und vertieft sich täglich vorwärts. Lille halten wir scsi an La Bass4e, das uns der wichtigen Bahnlinie nach Calais näher bringt; bei Arras haben wir diese Linie bereits erreicht und in Richtung Paris dem Feinde elltzogcu. Rotze, das wir seit dem 20. eoept. besitze», ermuntert zu einem Vorstoß gegen AmicnS. An der Südfront ist cS da? Gebiet von Soisions, das heiß umstritten wird; unser Sieg bei Varlly crössnete nuS das Aisnetal und somit ei» Ter für eine spätere Ossonsive gegen die Marne. Die schweren Kämpfe im Argonncrwa'd leiten über in daS Gebiet der Maas, wo das seit dem 10. Scpt. teilweise abgeschlosiene D c r d u n de» Ostpfeilcr unserer langen Front bildet, lieber diesen hinaus wehrt eine starke Position in dem Gebiete von St.-MihicI alle Eutsahversuchc von Tank her ab und deckt irn Vcreiil niit den Portruppen der Festung die wichtige Verbindung von liier nach der Maat Tann klafft eine weile Lücke. Erst aus einem Nebeukrieg silp.uplatze, unten bei Belfert und östlich der gleichnamigen Senke, will der Kampf seit Kricgsbcgiu» nie ganz ruhen, doch ist ans einem ossen- sivcu Bclfori des Auarrits ein defensives Belfort de? Oktobers geworden. Ti» r starte Platz le bel Fort, wirft ici- tun machtvollcu Schatten bls ick-er den Rhein h'.niiber und findet erst im Meiner Klotz seinen Gegner. Rückblickend sehen wir auf der langen Front zwilchen drin Meer und dem Schweizer Jura ein langsames aber planvolles Vorrücken der deutichen Linien, und es bedarf vicllcicht nur eines gcriagev. Auftaß'? eines Teilsieges an einem der wichtigsten und dsS Bild rollt sich ab. Wer alsdann noch über eine,, :»st'keznschuh verfügt, dem winkt der Sieg. Tie Teul'ck > sehen diesem Augenblick mit begründeten Hoffnungen custcgrn! Die Kämpfe irr Alarrdern. Fw „Tcr-lps" berichtet ein Auzev'-rge über die 17,tägigen Käiupie in Flandern. Er sagt: Tie heroische Tapsecleir der Angceisce ist. bc'.spiellos in der SBektgcschichte. Die Deutschen siucn'.icn niit der größten Vraoour und unter Gesängen "enr Tod: entgegen. Die Verluste der englischen Truppen waren furchtbar, die Hülste von ihnen wurde aufgcricben. Stiele Bataillone sind ebne Lssizicrc, so daß Korporale den Desehl führen. Am 211. und 31. Oktober war die englische Neiirrci beständig dem deutschen Keschützscuer ausgesetzt. Drei Ncgi- mrntci r-crlorcn in wenigen Stunden 70 Prozent ihre: Mann- schuft, ebenso die Fuder, die „mitten i» die Hölle" gesehi wurden. Ei» einziger Schuß der 4 2- Z tm.-Mör s e r begrub ganze Linien. Die Eesamloerluste der Veibiindcicn waren ungeheuer." lieber die Kämpsc an der Siscr äußerte sich der „Figaor" am Soimlag. alst> bevor dic Deutschen Dixmutdcn eing!> »oinmen habe», solgenderiuaßen: „Seit Freitag tobt dic Schlacht von Siicuport bis z»m Süden von Slrras und die Deutschen erschöpfen sich in bisher ohnmächtigen Bei! »hei! unsere Linie zu durchbrechen. Verstärkt durch a It i v e Trug pen scheinen sic keinen besseren Erfolg erreicht zu haben nlr vorher mit ihren den Berbllndeien entgcgcngcworscnen kein palten Masien von L a nd st u rm - R e kr u t« n. Gewiß zcich neu sich diese Truppen — die einen wie dic anderen - - durch eine Tapferkeit und Entschlossenheit aus, die zu verkenne» u», recht wäre. Aber aus ihren entschlossenen Anstrengungen er, gibt stch diese Schlußfolgerung: Wenn die Deutschen auch noch zu falle» wissen, so wissen sie nicht mehr zu siegen und wenn sie selbst auch noch, wie cs heißt, über weitere Der - stäiiungeu verfügen, so brauchen wir uns von jetzt an kauni mehr zu beunruhigen. Lernen wir abwartcn — die Zeii arbeitet für uns," — Das Abwarten hat schon am undarr« Tag den Fall von Dizinuiden gebracht, und die Zeit wird »och mehr lehren. (% kiiMches (Töiiif&ofniniJimrtoüi Mm. W-T.B. .) l'eutiott, 12. SJcv. Tie cnglischc Admiralität rnrldct. Das; daS kleine enissifche Torpedok-insucnboot „Niger" heute morgen aus vcr fyö-c von Dover Vnrch ein deutsch ee lintersrcboot zuni Sinken gebracht wurde. Alle Offiziere und 17 Mann wurden gerettet. (Niger ist 1892 vom Stapel gelaufen, hat 820 Tonnen Wasserverdrängung, 20 Seemeilen Geschwindigkeit, besitzt 2 12, 4 4,7 Ctin. Geschütze sowie 88 Mann Besatzung.) Der Hergang der Bernichtung. London, 12. Nov Als das Schiss „Niger" getrosten wurde, lag cs gerade vor Sln ler. Au der Küste sah inan die Ezplosion des Torpedos. Der größic Lei! der Mannschaft saß gerade in den Unte:rä»men beim Mittagsmahl. Plötzlich erschall von der Brücke aus der Befehl, die Schotten dicht 1 1 wachen. Einige Matros.m stürzte» aus das Deck und sahen den Schaum hinter dem Torpedo, Einen Augenblick daraui wurde die „Niger" getroffen. Dar Schis- sank nach 20 Minuten. Die Rettungsboote wurden hcr- untrrgclasscn und viele von der Besatzung sprangen in dic See nachdem sic Schwimn;gurtel angelegt hatte». Schlepper »nd Tercpdoboote tamcn rasch herbei und retteten alle d>s an! zwei Mann, die rcrinißt werden. Die Blätter behaupten, bah ein kleiner Kreuzer, der dic niederländische Flagge führte, 2 Tage vorher in der Slahe der „Niger" verankert war. Man hat Verdacht aus das Schiss, weil cs gestern bei stürmischem SBeltcc in See ging. Es wird behauptet, daß dieses Schiss in Wtrilichkeit ein dcuischcr Minenleger gewesen sei »n> eine Mine an dic Slnkcrkette der „Siigcr" befestigt habe - West u ichtigcr als der Untergang des Schiffes ist der Umstand daß ; i deutschen Unterseeboote fortgesetzt on der Küste Eng, lands e.:d:itcn. ssnst! Ilhk llndjnifc für die finden. „S'erlinSke Tideudc" meldet aus London: Sämtliche Blätter drücken in ihren Kommentaren zu dem Untergang der „Emden" ihre Bewunderung und ihre Achtung vor dem Kopistin von Müller aus, der sich a!S wirklicher Gentleman und tapferer Osfizicr gezeigt habe, und geben der H»> uaa Raum, daß er unter den Geretleien sein möge. „Daily Telegraph" sagt, obwohl die „Emden" die " scheu der Bcrsichernngsnktiouöre geleert Iiat, haben die Tapicrkeit und das ritter'ickie Auftreten ihres Führers Bewunderung und Achtung in ganz Eng! 4F erfahren. Sie Hessen, daß der Kapitän gerettet, und wenn er auch nach London kommen sollte, dürfe er eines herzliche» und begeisterten Empfanges sicher sein. (Cr wird aber kaum Wert darauf legen. Red.) Ter Scheden, den die „Emden" England zugestigt hat, wird jetzt auf vier Millionen Pfund angegeben. Tie Namen „Emden" und „Alabama" werden in der Geschichte der Marine ewig leben. Nicht vcrblüsscn lassen! Das Lob, dos dem deutschen Kapitän zuteil vsird, ist zu auidringlich, uni u'cht mißtrauisch gegen seine Motive zu machen, und diesem Mißtrauen gibt die „Ter,«che Tageszcitimg" kräftigen Ausdruck. Sie betont mit Recht, daß Kapitän v. Müller den Kreuzerkrieg Nr. 267 Seite 2. Neue Tageszeitung. Freitag, Len 13. November 1914 genau so geführt hat, wie ihn jeder deutsche Kapitän führt, und die gute Behandlung der Mannschaft gekaperter Dampfer verstehe sich sür einen deutschen Kapitän von selbst. Die Engländer hatten allerdings oft genug Beweise geliefert, dasi ihnen eine ritterliche Kainpssührung fremd ist. Was bezweckt also dieses Manöver edlen Grosimuts? Die Antwort gibt das genannte Blatt mit folgender Ausfiihruaz: Es bezweckt, den Schein des englischen Gentleman zu zeigen and anfzusrischen, nachdem der Glaube an einen Wirklichkeitskern dieser „fable ronvcnne" nach drei Kriegsnwnaten völlig in die Brüche gegangen ist. Es beziveckt weiter, den in Massen fabrizierten schmutzigen und niederirck'. ligen Verdächtigungen der Deutschen inid ihrer Kriegführung dadurch den Hintergrund eines Scheines der Wahrheit zu geben, dasi man mit Hinweis auf die „Emden" sagt: Wo wirklich ein Deutscher einmal anständig und ritterlich Krieg führ!, nicht aber in so abscheulicher Weise, wie die Deutschen in Enrova es bis jetzt getan haben, da sirO wir vornehmen und grosidcnkcnden Briten die ersten, die das anerkennen I Diese Art der „Anerkennung" bildet also in sich eine neue Verleumdung und Beleidigung gegen die deutsche Kriegführung in Europa, nichts weiterl Deshalb vor allem wäre cs tief bedauerlich, ansierdem töricht, wenn sich auch nur ein einziger Deuisck! r durch die englischen Loblieder aui Kapitän von Müller „wohltuend berührt" fühlte und vollends etwa in seinem Weichen, der ausländischen Anerkennung so bedürftigen Herzen eine leise „humane" Regung fühlte, zur Belohnung sein Urteil über unsere britischen Feinde zu ändern. |1cn den sßtrik lhilliic» ßrittzs!l1jll!lM!;kli. Truppenverschiebungen in Galizien. Wien. 12. Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) Die Blätter stellen übereinstimmend fest, dasi unsere Truppenverschiebungen in Galizien vollkommen kampflos ohne Druck des Gegners lediglich aus strategischen Rücksichten erfolgt sind. Sie bedeuten die tnrhlüberlegte Einleitung eines neuen Operationsabsch-iit- leö Unsere Truppen, so betont das „Frcmdenblatt" lind vorzüglicher Verfassung. Die Kämpfe der letzten Wochen in denen sie dem Ansturm der feindlichen Uebermacht nicht nur erfolgreichen Widerstand boten, sondern vielmehr den Gegner überall zurückwarfen, gaben ihnen einerseits dak- incrolifche Uebergewicht, andererseits haben sie dem Gegner bedeutenden Abbruch getan. Bezüglich der Einschliesi- ung Przemtzsls sind die Blätter der festen Ueberzeugung, dasi dieses Bollwerk Mittelgaliziens dank seiner Anlage und dank der tapferen Besatzung seine Aufgabe in der gleichen Weise erfüllen wird wie bei der ersten Einlchliesiung. Tic Kämpfe in Serbien. Wien, 12. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Unter fortwährenden Gefechten mit der Kindlichen. in vorbereitenden Stellungen sich besindenden'Nachhut wicrdc gestern die Verfolgung auf der ganzen Front fortgesetzt. Am allgemeinen wurden die Höhen östlich Lsctschina-Nakutschani-Novolrlo an der Save erreicht. Der Gegner ist in vollem Rückzüge gegen Kotscheljevi-Daljevo, wo nach Meldungen unserer Flieger viele Tausende von Trainfuhrwerken alle Kommnnikntioneu verlegen. — Auster der gestern gemeldeten Kriegsbeute wurden neuerdings vier Geschütze, vierzehn MunitionSwagcu. eine Munitionskolonne, mehrere Munition?- und Verpflegmigsdepots, Tiains. Fette und sonstiges Kriegsmaterial erbeutet sowie zahlreiche Gefangene gemacht, deren Anzahl noch nicht bc- kaniit ist. Die Kersieü plündern tm eigenen Land. Wien, 12. Not' . kW. B. Rickitaintiich.) Nam Meldukiacn aus der Fro, it plunderu und brennen die serbischen Truvven ans deni Rückzüge ihre eigenen Orisckic >s!en. Da? Dorf Kru- peisi war bei st eni Einzüge gniicre c Truvven vollkommen entb ölkert. Dick e Geickäfie und an ck ganze .Hg».ker waren von den serblick. :n Soldaten erbrock cn und g.vlündert und v.rsi raunt. Soll sie Lokals wurden « nsercrseits gesperrt und mit Anssckwisien versehe:!, die den Tnlbekt'Md b.'statt iaen. U-b n- die Evtcv 'niii' von Sa.nitäl ' Materialien und der- pleic hm wurde in den b.'lreffände! n G.'schnsten eine ent- sprr> si .'ndc Best) tignng hinterlegt. Losnica war bei dem Eii" uarsch unseri :r Trusiven cbcnfoll - bereits stark von den serb i toten Trnpt icn verwüstet und geviündert, so dasi wir zur Nnserbringn ng unserer Soldatei i vieles in Stand setzen miis: In, 5« der Bi> kowina. Dildape s!, 12. Nov. In der Hin lebinig von < o zernowitz l ickt ver! änsig die Ruhe an. Die Nick liegen in Aerschanzuin tn o ck dem linckn Ufer des Rn, i!i. Bei Wa skutz gab es sür i ersolareicüe Vorvosie.:- Kim: Tie offizielle «ciegocrGüriing. Berlin. 12. Nov. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldct aus Konstantmvpel: Der Sultan hat heute ein Ir ade mit der osiiziellen Kriegserklärung an R u st l a n d, Frankreich und England erraffen. Ter Heilige Krieg. Berlin. 12. Aon. Aus Konstanti- nopel wird de», „Berliner Lelalanz-iger" gemeldet: Der be- rells ougekündiaie Fetiva a» alle Mohammedaner bedeutet latfachl.t, den Heiligen Krieg mit gewissen Einschränkung zeu zu Gunsten d-r Bund-sg-nosi-n und der Neutralen. Zahllose Kundgebungen in Indien, Persien. Afghanistan u. Aegypten und die Eoiidaritätsrrklärn.ig der Senussen und Schicken bewegen das Elwachen der gesamten islamitischen Viel! gegen ihre Feind.'. Der Heilige Krieg in Perfi-u. Auch dir Ulenca von Aad- schai hat zum Heiligen Krieg aufgefordert. Diesem Aufruf wird e.ue groß.' Bedeutung zugeschricben. Teccn darnach müssen alle Schiiten, also Perser, und alle übrigen Muselmanen Asiens a» dem Kriege teilnchmcn. In Konstantinoprl wild eine Maffcnverfommlung vorbereitet, an welcher Ottomanen. Perser u. Araber teilnehmen und ihre Sympathien für Oesterreich und Deutschland bekunden werde» Am persischen Eols K o n sta n ti n o pe l, 12. Nov. sW. V. Ri r.lamtkch). „Tcrdschumani-Hakkiat" erfährt: Ein türkisches Motorboot beschädigte bei Maden in der Nähe der Mündung des Schalt cl Arab ein englisches Kanonenboot und tötete dabei vier Mann der Belatzung. Ein anderes türkisches Motorboot. das vor dem Haufe des Schelk von Kuweit. Mubarak il Saboch. auf Beobachtungsposten stand, hatte mit einem englischen Kanonenboot einen Kampf, bei dem dieses ernstlich beschädigt wurde und später sank. — Nach eraäinen- den aiclheutlfchcn Nachrichten über die Einnahme des Forts El Arisch entfernten Angehörige der Eingeborenenstämme mit eigener Hand die englische Föhne und leisteten der von den siea- rcichcn Truppen aufgepflanzten ottomnaifchen Fahne die Ehrenbezeugung, indem sie sich zu Boden warsen. Die Stamme gingen dann nach alle» Richtungen auseinander: sie riefen: ..Möge Gott nuferem Sultan den Sieg verleihen!" Die Haltung Bulgariens. Sofia, 12. Nov. (SB. B. Nichtamtlich). Die ritiziöse „Narodni Prawa" bespricht dir Strömungen unter den Parteien sür eine der kriegführenden Gruppen und betont, dost in einem Punkie unter allen Parteien völlige Einmütiakett herrsche, nämlich, daß die Hauptbedingung für die aktive T-nl- nabme Bulgariens zu Gunsten einer der Ernvpen sei. bah eine vollständige Bürgschaft für Erfüllung der nasionalen Ideale Bulgarien? geboten werde. Alle Parteien seien sich darüber einig, daß wenn nach Erschöpfung kller friedlichen Mittel Bulgarien zu einer Aktion gedrängt würde, diese nur im Ein- vcrnebmci! mit jener Mächtegruppe geschehen kennte, die mit der tatsächlichen Verwirtlichung der nationalen Ideale des bulgarischen Volkes im Voraus arnverstanden sei. Der Birrenaufsitmv. London, 12. Nov. (Nichtamtlich). Das Reute eiche Bureau meldet aus Pretoria vom 10. November: Amtlich wird bekanntgegcbsii: Am 8. November kam es zu einem heftigen Gefecht außerhalb von Kroonstadt, wo die Buren sich seit Zwei Tagen in starker Anzahl versammelt hotten, offenbar um die Stadt anzugreisen. Oberst Botha griff die Buren 12 englische Meile» von der Stadt entfernt mit 209 Man» an. Die Baren, 499 Mann stark, durchbrochen Bothas Stellungen, zogen sich fcdoch vor angckommenen Verstärkungen zurück. Sie verloren einen Toten, sieben Berwnndete und sieben Gefangene. Botha hatte »ur zwei Verwundete. — Weiter wnrde cm ty. Novembe- amtlich mitgeteilt, dah Botba 20 englische Meilen lüd'.'cstlich non Kroonstadt abermals Fühlung mH den Nebel- len bekam icnd lli Gefangene machte, darunter Hendrich» Ser- sontein. Mitglied der gesetzgebenden Versammlung der Oranje- fluß-Kolonie. Amsterdam, 12. Nov. (Nichtamtlich). „Telegraas" meldet aus Pretoria, die K»mMandanten Greyling und Roh wurden in dem nördlichen Teil des Freistaates in ei» Gefecht mit Rebellen verwickelt, in dessen Verlaus sie 2ö von diesen gefangen nnhme». Kapstadt, 12. Nov. (Nichtamtlich). Meldung des Neuterfchcn Bureaus: Leichte Kavallerie aus Natal hatte an der nordwestlichen Grenze der Kavkvlonie bei Maraiiole ein Scharmützel mit einer kleineren Abteilung Aufständischer unter Stadler, die sich vor ihr auf der Richtung nach Schnitsdrcst zu- rilckzog. Bei all' diesen Nachrichten ist nicht zu vergessen, dah sie aus englische» Quelle» stamme». Eie beweisen in der Hauptsache, dah die Buren rührig sind. Selbst wenn cs wahr sein sollte, dag sie einmal zurückvstchen. so will da? gar nichts besagen. denn Vorstöhe und Rückzüge sind in der Art ihres Kumpics begründet. Ans VsrtrrsMl. Unruhen in Portugal. In Portugal dauern die Verwüstungen durch Bomben an Brücken und Bahnhöfen fort. In einem Falle entgleiste ein Zug, in wcschein der Ministerpräsident ans dem Norden Portugals zurüclkehrte. auherdcm fanden Mililiirmeutereien in Braganza und Mafa statt, über deren Erfolge wegen der Zensur die Zeitungen leine Nachricht:» bringe». Schristleilnnge» und Druckereien nceh-crer monarchischer Zeitungen w-'-den - erste rt und geplündert, ,'lm 9. November ist von : *> deutschen Konsulat in Oporto eine Bombe geplatzt. Niemand war zu Hause, der Schaden ist gc- rtugsügig. Das Lnxemyrr- giiche Parlament. Threicl.de der Geotzhe.-' - ln von L-.zemburg. Luxemburg. iv. 2:e». („'£. B ii-ckrainilich). Heule nachmittag trat tue Kai-imcr gemösi der D.'rsasivnz zu einer ordentlichen Tu- gung zusammen. Dabei hielt dl: Grohherzogcn folgende Thronrede. wobei |ic u. n. sagte: Gin wirkliches Herzensbedürfnis führt mich heute in Eure Mitte, Wir alle sind crfchürlcct durch das furchtbare Schauspiel eines blutigen Krieges. in dein sich unsere Nachbarstaaten ,-rileischc». Stach hundert Tagen eines entsetzlichen Kampfes keiiimt das llöort „Friede" noch auf niemandes Lippen liniere Neutralität ist verletzt worden, und wir haben uns beeilt. Ich und ,i,eine Regierung, dagegen Protest zu erheben. Wir habe» diesen Prolcst zur Kenntnis der Earantiemächte unserer Neutralität gebracht. Die Kaucnccr hat unsere Handlungscveis,' gebilligt. Obwohl verkannt, bleiben unsere Rechte durchaus bestehe». Es wurde uns für das uns zugcjügte Unrecht eine E»-.schädigung versprochen, und für de» von den Truppen an- gcrici.tetcc- Schaden wurden uns Ecitschädigungsgelder bereits ausgpzahl. Das Laad fühlt sich keineswegs von den Pflichten entbunden. die ihm durch die internationalen Abmachungen »ccierleg! wurden. Unser Protest bleibt bestehen, wir halten ihn in seiner Tragweite aufrecht. (Beifall). Ich danke der Bevölkerung für ihre korrekte Haltung, durch die unlieblaine . Vorkommnisse verhütet wurden. Bleiben wir geeint inmitten der Ereignisse, ivebci unsere Nachbarländer Wunder der Tapfer« lcit für die Grase und das Glück ihres Vaterlandes »errichten. wolle» auch wir uns ganz für unser Vaterland einsetzen. Gott schütze unjcr teure- Vaterland. Deutsch-? Fewvriefe. A»f?eichnnu-ei: rn-es E»fe«d6i»?rers. Aus Stammheim crhaUcn wir folgenden Brief eine? Soldaten der Etsentnhu Vnu-Kempagnie. Gnignieourt. t». Oktober iStl. Am 8. August, abends 11 Uhr, stand unsere Eiseaduhn- Bau-Kompagnie fertig verladen auf dem Bahnhof Hanau- N-'id. Ter 12U Achsen lange Zug setzte sich, von zwei Lukon-.a- tioen bcspannt, in Bewegung: wohin? war die Frage eines Jede», die ober Niemand beantwor-cn konnte. Nur nicht nach Rußlands das war die allgemeine Sorge. Um 3 Uhr nachts waren wir in Kästet (Mainz) und nun war das Nicksel gelost, cs gehl liuksrheinisch nach Frankreich. Dah uns auch Belgien feindlich gesinnt war, davon wußte noch Niemand etwas. Au, selben Tage, nachmittags 5 Uhr, trafen wir in Aachen Rate Erde e:»: wir wurden au-gcladen, unser Zug mit den Geräten >>nd Materialien, außer denen, die wir i» 4 Fahrzeu.eil mit uns führten, blieb dort stehen. Jetzt begann der erste Marsch nach Siolberg, wo wir noch aus deutschem Boden Quarcker ne- zogen. Am 8. August brachen wir von hier aus nach «'nein hnsgut. t» Minuten von der holländischen Grenze. Der Hauptmann sagte: „Wir schlafen heute Nacht zum letzten Mal aus deutschem Boden, legt Euch zeitig aus's Stroh und Ich'ast gut. das letzte Mel sür jetzt." Ich dachte für mich, wir sind doch lang« noch nicht t» Frankreich. Am nächsten Tage iioerlchrir- te» wir von dem Gute au» die deutsche Grenze bei dem belgischen Dorfe Homburg. Dort fanden wir die erste Aro.-it: die guten Belgier hatten vier Lokomotiven, von jeder Seite zwei, in einen Tun not gejagt, die sich in der OJiitte trafen und dort begreifliche Zerstörung onrichtcten. Zwei unserer Eisenbahner entdeckten dies. Jetzt wußten wir, woran wir waren und sahen, daß die Belgier unsere ersten Feinde seien. Die vier Lokomotiven waren in zwei Tage» aus dem Tunnel befördert und der Betrieb kennte eröjfner werden. Wir niarschierren am 11. August hier weg, teils auf der Straße, teils auf drr Bahnstrecke, um nachzusehen, ob dort alle Geleise, Weichen »sw. in Ordnung wären. Zu ihrem Leidwesen hatten die Belgier wenig Zeit gehabt, viel zu zerstören, nur die Telegraphcnleitun- xei, waren überall unterbrochen, doch die wieder herzustellen, ist ja sür uns Eisenbahner eine leichte Nebenarbeit. Wir kamen mittags in Battice an, setzten die zerstörten Wabertürme am Bahnhof, die zum Wasiereinnehmen für die Lokomocwen bestimmt sind, wieder in Stand und Übernahmen hier den Betrieb Unser in Aachen zurückgelasiener Zug folgte kurze Z:it daraus, er war jedoch mit zwei belgische» Lokomotiven bespannt. Unsere deurschen Maschinen waren wieder in di« Heimat geschickt worden, um dort dem Betrieb zu dienen. Nur drei Tage verweilten wir in Battice, da lam schon eine Adteilung der Betliebskompagnie, um uns den Betrieb abzunehmen, damit wir wieder unseren eigentlichen Zweck erfüllen konnte», vorzugehcn und zerstörte Verbindungen wieder in Ordnung zu bringen Wir kamen am 14. Aiigust nach Angleur, einer Vorstadt von Lüttich. Dort war nm!s ei» Fort zu nehmen, das gerade von Krupp sche» Ingenieuren durch drei 42 Ztm.-Mör c: befchofse» wurde. Auf der Strecke Battice—Äuglein flogen die b.1 Ztr. schweren Geschosse nur so über uns. Als wir an- kamen, war die Arbeit geschehen und das letzte Fort „eiwm- men. Uebec das Aussehen der Forts will ich nichts schreiben, nur eins, es ging ein Schiiß fehl, ungefähr 20 Meter vor das Fort, alle übrigen genau auf ihren Bestimmungsork: Also lauter Grüße von Krupp an den Feind. Ich kann oie« vcr- antworten, denn ich habe das Fort gleich nach der Uebergabe gesehen. Es war das letzte von 14 Forts von Lüttich. Auf den Bahnhöfen der Vorstädte war nicht viel zerstört, h daß schoa a n nächsten Tage deutsche Züge ankame» und abgingen. Welche Freude bei unseren verwundeten Kameraden, die gleich mit der Bahn zur Heimat befördert werden konnten. Hier überholten uns jetzt andere sür hierher bestimmte Bau-Kompagnien, fvdaß wir am 20. August von Angleur im Zuge zwei Tage weiter vorwärts gehen konnten. Am 2V. abends hatten wir Biwak auf der Bahnstation Waremmc. Morgens am 21. August fuhr unjcr langer Zug weiter nach Landen, hier wurden Mannschaften. Wogen, Fahrer und Pferde entladen und eo begann ein Marsch, von zirka 19 Km. nach St. Trond. Dort war nämlich von Belgiern eine Bahn-Uebersührung geipreagt worden Der Berkehr auf der Bahn war gänzlich gestört. Die Best rderung der Kolonnen wurde aus Umwegen weitergeleitet. Nun begann unsere Arbeit, die meterhohen Träger der Ueber- füdrungen wurde» in etwa 19—19 Zentner-Schwere gesprengt und vom Gleis befördert: »ach der Aufräumung ging es a» den Bau der Ucberführung, welche nach acht Tagen serugge- stellt war. Nun kannte wieder sämtlicher Verkehr vor sich gehen. Am 29. August gingen wir wieder von St.-Troud »och der Station Tirlement, bcfetzten diese sowohl als alle umliegenden Sralconsn. Hier in Tirlcmont war rechtes Lebe», täglich wurden hier Züge mit Gesungenen verladen oder 'a«iun schon in Zügen von vorhergchendeii Stationen, welche von unseren Eisenbahnern besetzt waren. Es überholten uns verschiedene Bail-Kompagnien, welche alles Zerstörte weiter r«rne ui Ordnung brachten. Wir blieben in Tirlemont bis zum 8. Septeucber, alsda„>> hatten wir eine eintägige Bahnfuhrt nach S». Quentin. Bon hier gingen Manuschasten, zwei Fahrzeuge mit den nötige» Pserdc-u in zwei Marschtagen über L»«« nach Euigcueou,.. Alles entbehrliche, wie Pferde u. Fahrer, Bewarb u»g des Zuges blieb zurück, da wir mit dem Zuge nicht vsrfcch- reii konnten, denn der Feind stand von Guignicourt nicht weit entfernt. Hier galt es um eine wichtige Sache, die Skfikahw- brücke ocn 199 Meter Länge und 12 Meter Hohe war van Franzosen tadellos gesprengt, so daß auch nicht ein Fetzen st«»d. Unser.' erste dlrbeit war hier wieder Aufräumung, als wir Seite 3. «r. 267 -i«»e Tageszeitnng. Freitag, den »3. November 191« damit drei Tage beschäftigt waren, kam der Befehl, die Brücke zu verlassen, denn der Feind sei im Anzug. Wir packten schnell unsere Gerate aus unsere zwei Fahrzeuge und gingen im zweitägigen Marsch ungefähr 40 Kilometer zurück nach Moncornit. Hier blieben wir drei Tage, da kam der neue Befehl, wir kannten unsere Arbeit wieder ausnehmen. Wir »nachten sofort einen Tagesmarsch nach ®v'„cicautt; ick dieler Zeit hatte sich unser Zug von Et. Glien zu .i d-rt begeben und der Ausbau der so wichtigen Brücke c-cke Laon-Reims konnte beginnen. Hier kamen alle L-- .er Kompagnie zur Geltung. Zimmerleuts fällten Holz, die Feiner fuhren Holz zur Baustelle, die Schmiede Niachten Schrauben. Klamniern ula>., die Mannschaften reparierten Lokoraotivcn. die ,!,»» den Franzosen unbrauchbar gemacht waren. Bon zwei Lokomotiven waren Hahnen usw. weg, erst als wir dem noch anwesenden Stationsvorsteher den Revolver vor de» Schädel zielten, zeigte er uns, wo diese in der Nähe begraben waren. Gleich waren beide Maschinen in Ordnung und wir konnten ichon die Etrccke nach Reims zu mit der Kleinbahn fahren. Heute ist unsere Brücke fertig. Die beuischcn Zuge fahren darüber, ein wunderbares Bauwerk aus Holz. Französische Flieger kommen öfters au' Besuch hierher, weisen Bomben, um unsere neugebaut« Drücke zu zerstöreni es ist ihnen aber bis jetzt noch nicht gelungen. Seit zwei Tagen ist eine neue Sache von unserem Krupp hier erschienen, nämlich eine Ballon-Abwehr-Kanone, ihre Crzolae sind unbeschreiblich. Hoch Kaiser Wilhelm.^seine Armee, seine Luft- und Was- scislotte! Ein Unteroffizier d. Res, einer Eisenbahnbau-Kompaznic, II. Welch' vorzüglicher Geist unsere jungen Regimenter belebt, davon gibt eine Harte Kunde, die der Freiwillige Ludw. Möller, der auch einem der neuen Regimenter angehört, die bei Lille im Jeiier stehen, an seine Eltern geschrieben hatte. Wenige Tage darauf wurde der Schrei- ler verwundet und liegt eben im Spital zu Ersurt, wo er keinen sehnlicheren Wunsch kennt, als recht bald wieder i» die Front zu kommen. Tie Karte lautet: ...... 2 . 11 . 14 . Wir liegen zur Zeit im vordersten Schützengraben, also in der Front, Wir sind da, ,wo es in der „Reuen Tagrs- zcitnng" hieb, dag die Angriffe der Gegner abgewiescn worden seien. Heute Nacht sind wir, ohne von dem Feind bemerkt zu werden, wieder 500 Meter vorgegangen und haben neue Schützengräben angelegt. Die Feinde, Belgier, Franzosen und Engländer, haben es heute bei Tagesanbruch ei staunt bemerkt und uns natürlich rasch mit Jnfanterie- feuer überschüttet. Wenn sie lvüßten, wieviel wir »ns daraus machten, sie würden sich schämen, überhaupt zu schießen. Derflosienc Nacht wurden wir mit Schrappnells und Granaten bedacht. Ein Geschoß platzte direkt vor uns, als ich mit noch eineni Mann beim Wachen ans deni Graben sah: es bat »ns nichts getan. Uns jungen Leuten ka„n auch Artillrrirfcucr nicht war,» machen. Tie herzlichsten Grüße: Ludwig. Landwehr Regiment litt. • Unsere wackere oberhessische Landwehr im Felde. An die Frau Prcvinzialdrrcltor Gch.-Rat Usinger in Gießen ging sör die an dos 11G. Landwehr Regiment zugesandten Liebesgaben ein Dantschrclben ei», das im „Eießener Anzeiger" veröstent- licht wurde. Es wird auch unsere Leser interessieren, etwas über das Lebe» und Treiben unserer braven Landwehr zu hören, zumal mancher gute Freund und mancher liebe Angehörige unter ihnen weilt. Wie dieselben bereits ihre Winterquartiere u> Ordnung gebracht haben, ersehen wir aus dem Briese welcher, wie folgt, wörtlich lautet: „Für die schöne» Geschenke des Landkreises Gießen läge ich Ihnen im Namen meiner Kompagnie herzlichen Dank. Jede Sendung aus der Heimat wird mit Jubel begrüßt und die vielen warmen Sachen sind nm Liebhaber nicht verlegen. Zwar mcrli man an dreien herrliche» H-rbfttagen, solange die Sonne scheint, den Winter Nicht, steht aber der Landwehrmann nachts iiu Schützengraben vor dem Feind, dann fühlt er, wie die heimatliche Hilistätigkeit für ihn sorgt. Für jeden ist jetzt die Winterausrüstung nahezu verschasst. Für die Winterwobnung sorgen wir selbst. Die Angehörigen in der Heimat wurden über die Städte und Billenkolonien staunen, die hier in lichten Wälder» enistaiiden sind. Moderne Grundsätze des Städtebaues waren hier selbstverständlich. Da gibt es Straßen and Plätze die gerade Linie ist verpönt und das zur Brrsiigung stehende Material. Fichten und Nasenboden, u "inqt einen durchaus einheitltchen Eharaktcr. Di« Häuser st.s zur Haine in den Boden gegraben, zur Hüllte ragen sie, aus Rasenstücken gebaut, mit Fichtenstinnmen gedeckt, darüber hinaus. Daß man binerntricchen Mich, macht weiter nichts aus. In der Straße in der ich zu wohnen das Bcrgnüqen habe, besitzt jedes Haus seinen Vorgart:» von b —G Meter Breite. B-c- schiunocne Psade, Landen, verschwiegene Bänle aus Birkenholz. Moosl-eete, Inschriften und Berzierunge» aus weißem Kalkstein sind in, Wettbewerb der Korporalschasten unter den künstlerischen Händen unserer Oberhenen entstanden. Aus 07- tesischen Brunnen in unserer Näh« ist so::: eine Kaisir-Dlt!- f-elii» Guellc und ein Ernst Ludwig Brunnen geworden. I» Elein gemeißelt »erden die Buchstaben den Franzoien »och nach dem Krieg« Kunde von der Gesinnung der Hetzen geben. Rur «in«'- ist schade, von . . . Tagen dursen wir »ur . . . Tage in dieser Statt« des Luxus wohnen, dann zieht die Ablösung »in. Ich biit« Sie, bei Gelegenheit de» Gemeinde» des Landkreises Gießen unseren Dank bekannt zu geben. Sehr ergebenst gez H ..... Leutnant d R J.-R. Kaiser Wilhelm, Landw.-J.-R. 110, 10. Kompagnie," Es tut uns nur leid, daß wir unseren tapferen Landiochr- leuten in ihrer Villenkolonie nicht einmal einen Besuch abstat- ten können, de» Sehenswerten würde jedensallr genug geboten werden. Alle Hochachtung vor denselben! Vom Felde der Ehre. * Pohl Gons, 8. Nov. Heute wurde hier der Landsturmmann Willi. Nühl vom Landsturm-Bataillon Frieo- berg bestattet, der, wie an anderer Stelle mitgeteilt, infolge einer schweren Verwundung iui ltzefcchtc bei Markirch (Elsaß) ani 2. d. Mt-s. auf dem Transport zum Lazarett Schlettstadt den Heldentod starb. Ein großer Leichcnzug — voran Trommler und Pfeifer, dann Krieger-, Arbeiter- und Turnuercin, Schulkinder und ein großes Traucrgesol.ge — bewegte sich vom Trauerhause nach dem nahcgelegeuen Friedhof, der bereits von einer unabsehbaren Menge Leidtragender aus der näheren und weitere» Umgebung bei'tzt war. Nach einem Gesang der Schulkinder und einer tiefempfundenen Trauerrede dcS Ortsgcistlicheii legten die Vorsitzenden der drei Vereine Kränze am Grabe nieder. * Dortelweil, 13. Non. Als erstein Tortelwcilcr wurde dem wackeren Krieger Willi. B r ü ck ni a n n, dem Sohn des hiesigen Landwirts PH. Brückmann, da? „Eiiernc Kreuz" für Tapferkeit vor dein Feinde verliehen, Unseren herzlichsten Glückwunsch dem Tapferen! * Dein Redakteur Georg Dumas vom „Bund der Landwirte" in Frankfurt a. M., der den Feldzug als Kriegsfreiwilliger mitmacht, wurde das „Eiserne Kreuz" verliehen. Dem so Geehrten war es gelungeu, unvernierkt, gelangen und unserm Heer wichtige Nachrichten zu über- niitteln. Zur Zeit liegt der Freiwillige Dumas verwundet in München. Bereinigte Landwirte. Kesuy von frische» Treber». Die Frankfurter Brauereien haben in Anbetracht der gestiegenen tsierstcnprcifc den Vertrag betr. Lieferung an frischen Trebern aus den I. Januar litt» gekündigt. Ans der Heimat. * Friedberg, 12. Nov. Das Königliche Proviantaint in Hanau fehl den Ankauf von Heu fort. Der Strohrn- kouf ist ausgenommen worden. * Klein Karben, 10. Nov. Gestern waren hier mehrere Flauen und Mädchen damit beschäftigt für das Rote Kreliz Gemüse, Kraut, Wirsing, Zwiebeln, Sellerie, Kartoffeln u, andere Sachen zu sammeln. Heute wilrdc ein Wagen voll nach Frankfurt gebracht, das übrige soll nach Friedberg und Vilbel gebracht werden. Die Gaben flössen reichlich z». — Heute wurde ein alter Veteran, W. Steubcsand, von 1870—71, beerdigt, der hier in unserer Gemeinde ein beliebter Bürger war. Der Kriegcrverein erwies ihm die letzten Ebren die ain Schluß mit drei Salven über das Grab endete», Die Gcuteinde beteiligte sich sehr zahlreich an der Beerdigung ihres Mitbürgers. * Gießen, 12. Nov. (Stadttheater Gießen.) Am kommende» Sonntag Nachmittag findet nur eine Vorstellung und zwar am Nachmittag statt: da abends Konzert im Theater ist. In dieser um V-A Uhr beginnenden und bei kleinen Preisen gegebenen Vorstcllimg wird des echt vaterländischen Diehtcrs WildcnbrachS Schauspiel „D i e Raben stcinerin" ausgcführt, ein Werk da-s im Jahre 1907 so außerordentlichen Anllang gefunden hatte und das sicher auch jetzt bei der Ncueinstudicruug unter der sorgfältige» Leitung von Direktor Steingoettcr lebhafte Teilnahme wecken wird. Auswärtige Bestellungen werde» auch durch Fernruf (Nr, 15,7) angenommen. " Büdingen, 12, Nov. Die Gemeinde Bonhausen liefert 14 Tage lang täglich 35 Liter Milch in die Lazarette Büdingen. Ueberhaupt ist hier schon sehr viel geleistet worden. Seit Beginn der Sammelstellcii in Büdingen ist jede Woche ein Wagen Gemüse, Obst und Kartosfclu geliefert worden. 00 Ztr. Kartoffeln im ganzen, einige hundert Eier. 2 Spanferkel, 500 Büchsen und über 100 Gläier Konserven, Gelee- und Fruchtsäftc: bis tief in die Nacht standen Frauen und Mädchen an der Arbeit der Licbes- tätigkeit für die tapferen Kämpfer, da sie tagsüber in ihr.-r Landwirtschaft, beschäftigt waren. Auch ein Wagen Kleidungsstücke, 70 Hemden, 11 Kissen, Bettbezüge u. a. wurde geliefert. * J„ der Organisation der Hessischen Oberförstereien ist mit allerhöchster Genehmigung durch das Jinanziniui- sterium eine Aendernng cingetretcn. Tie Aendenmg bc- trisst nur die Provinz Oberhessen. Die Obcrförsterei Fried- berg wurde mifgctcilt und wird in der Hauptsache durch die Obersörsterei Heldcubergcn, deren Sitz aber Friedberg wird, übernommen. Die seitherige Oberförsterei Helden- bcrgen zu Friedberg erhält die amtliche Bezeichnung Ober- försterci Friedberg. Die Obersörsterei gibt ab: an Helden, bcrgen: die Gemarkung Staden und an die Obersörsterei Sdidda die Gemarkungen: Nieder- und Ober-Mockstadt. Sie erhält aber von der Obersörsterei Hcldcnbergcn die Gemarkungen: Altenstadt, Marklvald-Engelthal, Höchst a. Nidder. Oberau, Rodenbach und Roninielshauseu. Die Oberföksi.'- rei Konradsdorf gibt ab a» die Obersörsterei Nidda die Ge- inarkung: Ranstadt. Tie Obcrfösterei Lich erhält von der Obersörsterei Friedberg die Gemarkungen: Bellersheim, Bettcichaujen, Mujcheuheiin, Obbornhofen und Trais- Münzenberg. * Abgabe von ausräugiertru Militärpserdr» etc. Samstag, den 14. d-s. Mts., vormittag» 9 Ilhr, werden aiff dem Pferde,narltplatz zu Darmstadt einige 40 Stück »nbrauch- bare Militärpferde — trächtige Stuten und Fohlen — durch die Landwirt! ,:>a ft: kammer versteigert. Zur Ver- steigerung tsertat vor Landwirte z,»gelassen, die sich ver- Pslichlcn die Pferde in ihrem Betriebe zu verwenden und sie ivähreud der Kriegszeit nicht zu verknusen. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. Ctarkcnburg. Darinstadt, 12. Nov. Eine freudige Ueberraschung Wurde, wie, man uns mitteilt, der Familie eines Nachbarortes zu Teil. Ter Ehefrau wurde mitgcteill, daß ihr Mann im Felde gefallen sei. Da der Bestattungsort be- bannt war, ließ die Ehefrau die Leiche des Verstorbenen unter ziemlich bedeutenden Kosten kcnunen und erfolgte die Beisetzung ans dem Heimati, ae.» Friedhöfe. Wie groß wir aber das Erstaunen der Fanülie, als nach einigen Tagen Nachricht von dein c uigcblich Verstorbenen kam. wo» ach der sich wohl bcffndet. * Darmstadt. 12. Nov, Nahezu 1000 gefangene Fr.ur- losen, die seither auf dein Truppenübungsplatz Griesheim v-ntcrgcbracht waren, wurden am Dienstag in zlvei Abteilungen mit der Eisenbahn nach Westfalen gebracht, »m dort bei Eisenbahn- und Wegcnrbciteu beschäftigt zu wecd'g. Dafür kanien gestern etwa 170 neue Franzose» hier an. die im Gegensatz zn de» anderen, fast alle nach im Besi're ihrer vollen Ausrüstungsstücke, wie Tornister, Feldkesiel etc, (ohne Waffen) waren. Bei einigen französisckian Gestagenen auf dem GricSheinrer Lager, wurden, wie wir eis ihre», dolchartige Instrumente gefunden, die sie sich a»S Faßreifen von Teer- und Oclfäsiern zurechlgeschlifken haben, die bei der Erbauung der Baracken zur Zeit benötigt werden. Es sind zivar harmlose Waffen, die sie angeblich »ur zun, Brot- kchncidcn Verlveirdcn wollten, doch trmrdcn die Betreffender mit Arrestsirafen belegt, * Tarmstndt, 12. Nov. In Beusheim a. d B. trieb in den letzten Tagen ein frecher Bursche als Schwindler sein Unwesen. Er besuchte eine Wirtwe, die in einer Villa der Hauptstraße wohnt, in Uniform, gab an, daß er Fe'tzwebcl sei und Wohnung für verwundete Krieger suche. Ta nur wenige Quartiere vorhanden seien, müsse sie 20 Mann in ihrer Villa nufnehmcn. Nachdem die Frau erklärte, daß ihr dies unmöglich sei, war er damit zufrieden, d'ß sie 3 Mann aufnehme, verlangte aber für die übrigen 25 Mark Vorschuß, da sie in eineur Wirtshaus untergebracht werden müßten. Die Fra» konnte ihm nur 14 Mark geben und wollte er sich später den Nest holen. Der Schwindler wurde später festgenoinmcn und entpuppte sich als der Hausdiener Krell aus Heidelberg. Hetzen-Nntznu. * Königstem, 11 . Nov. Der Hosmarscholl der Troßherzogin Mutter von Luxemburg, Major v. Hohenhorst, ist aus dem west Ischen Kriegsschauplatz bei Vpern gefallen, * Idstein, 11. Nov. Der Alterspräsident des Kommunal- landtagcs für den Regierungsbezirk Wiesbaden, Mitglteb des Landssausschntzes und Abgeordneter des Prvrstnzialiandtages für die Provinz Hetzen Nassau, Bürgermeister a. D, Körner, ist im to. Lebensjahre in Idstein i. I., wo er seit zwei Jahre» s eine» Wohnsitz genommen, gestorben. Der Berstoröene war lange Jahre Bürgermeister der Gemeinde Wehen im lln- tertaunuakrcise. * Contra. 1L Nov, Die diamantene Hochzeit feierten im nahen Wcißcnborn in körperlicher und geistiger Frische bas Ehepaar Karl Asbrand, Der Jubilar, eine weit über die Grenze': seiner Heimat bekannte Persönlichkeit, war 21 Jahre Bürgermeister von Wcißcnborn, lange Jahre Mitglied des Kreis- tages sowie des Krcisausschutzcs. * Kitzel, 12. Nov. Der Mühlenbesitzer Möller ani der Drahti.iühle in Bcttenhanscn bei Kassel, der aus den Kriegsschauplätzen in West und Ost Hins Söhne unter den Fahnen stehen hat, erhielt die Nachricht, daß drei von ihnen, nämlich Adolf. Karl und Bernhard Möller, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden sind. Bernhard Müller Hai bereiis 30 Gest-chic niitgenurcht. Drei der Bruder siehe» bei dem Kur- hessischen Jagerbatarllou Nr. 11, Marburg a. d. L. Ä »ich erlisch. Eine günstige Cckcgcnheit, unseren tapferen Kriegern Freude zu machen bietet sich siir jedermann durch Uebe-iendung der einzelnen Nummer» oder eines fortlausenden Abonnements des io beliebten Guckkastens. Nicht allein die in sec Front Stehenden, sondern auch die weiter rückwärts mit dem Schutz der Vcrblndunge» Betrauten und insbeiondcie alle Verwundeten und Rekonvaleszenten sind für hcitcreu Lesestoff, aste ihn gerade der Guckkasten bietet, sehr cmpsänglich. Die seit dem Beginn des Krieges erschienenen Nummern besasie» |i* m der lustigsten Weise mit unsere» Feinde» und seicr» die Triolga und die Taten der deutschcn und österreichisch-ungarischen Waf- senbriiderschaft tn Wort und Bild. Wer es aber nicht gerade auf neue Nummern «bgekebe« hat, der finbet in den Probebänden des Eucktaften für den billigen Preis von 50 Psg, (mit Porto 70 Psg.) eine Menge zu lesen und zu betrachte» und beste Unterhaltung für viele Stunden. Abonnement aus den Guckkasten kann sederzeit begonnen werden. Der Abonnemenlsprcio beträgt ohne Porto Mt. 3.— vierteljährlich, jedes Postamt und jede Buchhandlung nehm.n Bcstclluiigen, auch auf einzelne Monate, an, Frvnksnrter Wetterbericht. Voraussage: Bedeckt, zeitweise N>ederschla§e, geriage Tem- pcraturzunohme: südwestliche Winde. Verantwortlich sür den politischen und lokalen Teil: O t t o H i r s chel, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schm i d t, Friedberg. Druck ,„>d Verlag der „Renen Tageszeitung" A. G., Friedberg i. H. Nr. 267 Neue Tageszeitung. Freitag, den 13. November 1914. Seife f Todes Anzeige. 2n der Nacht vom 22. auf 23. Oktober starb den Heldentod fürs Vaterland während eines Sturmangriffs auf englische Schützengräben bei Bois Blaues (Nordfrankreich) unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel t 1 I Ein». Gefreiter im Jn-.Reg. 168, 9. Komp. im 28. Lebensjahr. Nieder-Florstadt, Erotz-Zimmsrn u. Eiegen, den 13. November 1814. Zn tiefer Tra«ev: Marie Weuxci. geb. Hrnckinamr, verw. Utzttippr. . Eise Feldmattn, geb. Philipp!. (Olts Wenxrl. De. med. Feldman». Dina We»re>, geb. Aecker. Grelrl «. Marie Feldtnann. Will»/ ». Gewi» Wenzel. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 1. Nov. infolge seiner am 23. Oktober bei Lille erlittenen Verwundung Sohn unseres ersten Vorsitzenden. Wir bedauern den Verlust, den die Familie unseres verehrten Vorsitzenden erlitten, aufs schmerzlichste. Das Andenken an den Verstorbenen wird von uns stets in Ehren gehalten werden. Steinbach i. T., 12. Nov. 1914. Bauernverein Steinvach Der Vorstand. Betreffend: Waiseiuerjorgung Nivdalalgruppe» hier Achchlug . . Masienheim. ' BerßtbüU m\ 28 (ifcrfci(niip!irkitciL Samstag, den 28. Novembee Ifb. Is., nachmittags 3 Ahr sollen in der Kanzlei bet unterjcrtiatcu Behörde u. in Gegenwart eiroa erschiene, ct Anbieter die schriftlichen Angebote für 'die Arbeiten und Lieferungen obengenannter Wasserleitung geöffnet werden und ,tmr : Erd- und Eisenarbelten nebst den Lieferungen, ca. 4öi,‘U Bieter Rohrleitungen. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns wahrend der Dienststundcn zur Einsicht offen, sind aber auch gegen Barein. sendung von Äik. 1.50 von uns erhältlich Angebote auf vorne chriebsnem Formular sind verschlossen und mit ent prechcnder Auschrist versehen, vor dem Eröffnungstermin bei uns einzuieichen. Zuschlagsfrist 3 Wachen. Friedberg i. H., den 10. November 1911. Eroßh. Kultur.nspaktion Friedbero. I. V.: Ha» rk. EItz.:Filrbka,Wr,Wk! Lager i» Kips-, ^pridr- krikdbttgl.H., Tklrfss .‘*55 TF?r>:-.<:nl!:ew-^o>)re» Kolönigl-. Msierial - yt) ' Blauer t Kupfer-BitrioL gemahlen Brockmanns Futterkalk zu Fabrikpreisen BishleSertran FuLLerhaferfloiken Bruchreis empfiehlt Ft! und Förbware». rche'ii Drrnstrilk-! Ne!-^infrfok'.ie in 6 prachtvoi'e.i Nuanren. j Fried, Aa»;er!lvlr^c '^6. .- krniprecher 452. Reue italienische Trauben «■ ... -W- i'T Reue italienische Aktieik-Mtt-'shrit Greß-Gmü empfiehlt ihre TrsiktiisHilitztl lriid Mcialsz-ZMslhiivl Ü in vorzüglichster Qua.ilat .bittjgst. ^ , ! ' Preisofferte» und Mu er aus eesl. Auslage' f '22 ''*S Maronen empfiehlt irsfh Michel inriesberq t. .O, $■ -LIRW-: ill US Eilt Fricdberg. Spiel-Plan vom Samstag» den 11. November bis einschi. Montaa, 16. Nov. 1. Dir Trnnitner von Lüttich. 2. Die fnrchtbarc Wirkung deö Zeppelin. 3. Tie Werbeernnge» der 42cm Mörser» 4. Ti« zerstörte M»sddrück« Barrikaden. 5. «einufienc AranktireurS. 0. Ter Landsturm in Lüttich. 7. Ter Einzug der Teutschcn tu Brüssel. 3. Die Flagge schwarz-lveitz- rot. Daun folgt das übrige Programm. Das silberne KrerlZ, Lebensbiid in 3 Atten, 61 sic inner SerfliiiidCHleit. Holzverkauf in der fürstlichen Oberförster ei Lich. Der Hol-vcrkauf durch schriftliches Au> cbot ans ftandes« herrlichen und Eemeindeforste», welcher alliährtich im Herbst statt- zuftnoen pflegt, ist aus Samstag, den 21. November l. As., norm. 10 Uhr im Lenz'schen Felsenkrllrr zu Gietzen anbrraumt. Hierzu werden die He-ren Käufer eingeladen. Die Gebote sind ver chlosien mit der Aufschrift „Holzoerkauf in Gietzen" für jeden Verwaltungs- bezut aus einem bcsondeien Blatt bis zum § SNA erst« g, den 19 . November 1814 , nbends, an das Fürstlich Stolbcrg'schc Rentamt zu Ortenbcrg (Oberbesien) zu senden, bei dem Angebotsformulare zu haben sind. Die Bieter bleiben bis zum 5. Dezember 1914 einschlicstlich an ihre Gebote gebunden. Gegen genügende Sicherheit wird Zahlungsfrist bis zmn II. Rooembec 1915 gewährt. Die Messungen geschehen durchaus mit der Rinde. Es wird die Hinterlegung einer Kamion von 20"/» des voraussichtlichen Kaufpreises alsbald nach Abichiutz des Beitrages verlangt. Bon unserer Obersörsterei sind ausgeschrieben: ca 85 im Eichen-HchmeUruhoi», ca IGO fm Eichen - Grubenholz, ca 21 fm Kainbuchen-Ktammhol!, ca 130 fm Kirferu- Aauhsls und ca 40 lm Kiskern-Grubenholx. Es wechseln noch Humoresken u. Viaturaufnahmen. Das Theater ist geöffnet: Sams- s tags von 4 Uhr nachmittags. Sonntags von Uhr ab. Montag von 0^8 Uhr ob. Kinder auf allen Plätzen die Hälfte. Die Direktion. Spendet Liebesgaben für unsere Brüder im Felde. Laut Beschluß der Monatsversamlung soll auch hier in Friedberg eine Sammlung von Rum, Arrak und Kognak bei den Herren Kollegen stattsinden, welche dein General- Kommando des 18. Armeekorps überwiesen werden soll. Es wird in einigen Tagen den Herren Kollegen eine Liste zugehen. Wir bitten die Gaben in solche einzeich.ien zn wollen. Wir ersuchen unsere Kollegen sowie GeschäfiSfrsundr, sich lebhaft an dieser Liebesgabensammlnng zu beteiligen. Sammeistelle bei Herrn Kollegen kGastbwtK Trau».) Gastwirte Verein der Wetterau Sitz in Friedberg. Probst, Vorsitzender. Kartoffeln gejucht. Größere Mengen guter, autztltskfittLstisckarlsWl Wintermarr, lauft StflMjftfficIfuiis ParmSobt. Anerbieten mit Herlunfls-, Sorte: - und Preisangabe, frei Bahnhof Darmstadt, umgehend erwünscht. Gtößcrc rheinische Hütte lauft ca. lü dis 12 Waggon Kartoffeln zur Abgabe an ihre Beamten r>. Arbeiter. 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Aytträga, Eia uns coreb dii Bahn t(ir Pest flbarmittalt nardan, knien promp- tsste EriedlgBEB. Kir kittao saleka (irtkt an die Fabrik risbtao zu wallen. WettsnachtsbMr! Das Neserve-Regiment Nr. 222 hat, da es als Kriegsbildung einen dauernden heimatlichen Standort nicht besitzt, bisher keinerlei Liebesgaben erhalten. Um nun den Tapferen im Felde, die mit Begeisterung zum Kampf für uns hinauszogen, eine Weihnachtsfreude zu bereiten, bitte ich, als Frau des Regimentskommandeurs, recht herzlich um Gaben. Willkommen sind: Warmes Unterzeug, Strümpfe, Handschuhe, Taschentücher, Cigarren, Cigaretten, kurze Pfeifchen und Tabak, Bücher, Zeitungen, Seife, Kerzen, Fette zu Hout- bchandlung in Tuben, Löffel, Taschenmesser, elektr. Taschenlampen mit Rcservebatterie, Tee, Dauerwurst, Speck, Schokolade, Keks, Zucker und Salz. Cs wird gebeten die Gaben, gut verpackt, bis spätestens zum 20. November ds. Js. im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nr. 4 gefälligst abgeben zu wollen, wo für die Weiterbeförderung Sorge getragen wird. __Iran Ko I r Katt. ^ 18. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando. Kekannlmachung. Frankfurt a. M., den 15. Okt. 1914. Angehörige feindlicher Staaten sollen auch nach Ausbruch des Krieges bei einzelnen Vereinen und Gesellschaften in ihrer Stellung als Borftandrmttgliedec oder in ähnlicher Stellung ociblieben sein und an den Vorstandsfitzungen und Geschästs- erledigimgsn auch dann teilgenommen haben, wenn es sich um Gegenstände handelte, die das allgemeine Wohl des Landes berührten und deren Kenutuis für das feindliche Ausl-rud von Wichtigkeit sein konnten. Um in diese Derhöltnisse für die Dauer de« Kriegszustandes den erforderlichen Einblick zu gewinnen, ordne ich hiermit an: Sämtliche Vereine und Gesellschaften, insbesondere auch Alllciigesellschasten und Eefellschasten m. b. H., bei denen Angehörige feindlicher Staaten als Vorstandsmitglieder, Mitglieder des Auffichtsrats oder Eefchäftsfuhrer bestellt sind, haben soweit sic im Kolpsbczirk des 18. Armeekorps ihren Sitz haben oder ihr Geschäft betreiben, binnen einer Woche nach Bekanntgabe dieser Verfügung dem Stellvertretenden Generalkommando des 18. Armeekorps in Frankfurt a. M., Untermainkai 19. ein Verzeichnis dieser Mitglieder bezw. Eeichäjtrsührer ein, zureichr». Die Nichtbesolgung dieser Anordnung unterliegt der Straf, Vorschrift des § 9 Ziffer b des Gesetzes über den Bclageluugsr zultand vom 1. Juni 1851. Der kommandierende General: Freiherr v. Gail, General der Infanterie.