Kummer &05 Mittwoch, den 11. Uovembcr 1014. 7. Jahrgang Dic „liz-ic l-ageoiritung" cricheint zcden Sberitag. Regelmäßige Beilagen „vcr illnncr an» stellen", „vir Kpinnliubr". Leingopi-eis: Bei den Postanstalten o,cr,el,ahri,ch ajff. 1,95 tci den 'Agenten monallich 5(> P!g. 5,in,u tritt 'Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeige»: Grund?,eile W Psg., iolale 15 Psg, An,eigen von auswärts werden durch Potnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Schriftiritung und Verlag Friedberg (Hegen), Hanaueritraße 12. Ferniprccher 48. Posticheck-Eonio Sir. 48»9, Ami Feanlsurt a. :'J1. Stetes Vordringen litt 1000 Russen, Farbige und Engländer gefangen. — Der Bnrcnanfftand. — RttOlands Liebes werben am Balkan. ft **— 1 ~ ir ~ • Der deiltsche Generalstab - meldet: W. X. B. Großes Hanylanartier, den 1V. November, vormittags. Amtlich. Unsere Angriffe bei Apres schritte« auch gestern langsan» vorwärts, lieber 500 Franzosen, Farbige und Engländer wurden gesungen genommen und mchrerc Maschinengewehre erbeutet. Anch »vciter südlich arbeiteten sich unsere Truppen vor. Heftige tüegeuangrisie der Engländer wurden zurückgewiesen. Im Argonnenwalde machten wir gnte Fortschritte. Feindliche Borstösze wurden leicht abgewiesen. In Russisch-Polen bei Koni« zersprengte unsere Kavallerie ein russisches Bataillon, nahm 500 Mann gefangen uud erbeutete 8 Maschinengewehre. Oberltc Seeresicitnng. u ebcr die Kämpfe im Rordwefteu Auolandischc Pieldungc»- Dic „Times"meldet: An- s-hciuend ist der deiltsche Angriff gcgc>i Bpcrn teilweise eine Demonstration und es bleibt dic Frage, ob die Deutschen einen neuen ernsten Versuch machen, um die Stadt zu erobern oder nur unsere Truppen stark zu besckvstigeri, wäh- rend der Hauptangriss gegen La Bassee geplant ist. Inzwischen haben dic Drutsck)cn Zeit gehabt, unter Deckung ihrer schweren Gcschiihc ihre zerstreuten Strcitkräste zu rc- organisieren und zu verstärken. Auf einem Piuikt 8 Krlometcr östlich von Lille hatten dic Deutschen vorübergehend Erfolge. Nachdem unsere Mannschaften neun Tage in den Laufgräben gelegen hatten, wurden sie zur Ablösung zurückgezogen und durch neue ersetzt. Tiefe wurde aus den Schützengräben vertrieben und zogen jich in den Wald hinter ihre Stellung zurück. Die abgclösten Mannschaften wurden jetzt von neuem ins Feuer gebracht. Unsere Leute hatten vom Mafchiucnge- wchrscuer sehr zu leiden. Ter ziorrespondcu. des Autwerpencr „Tijd", der sich persönüch der Lage der deutschen Armee überzeugte, sagt, er wolle sich üb." >oe ' : r u der Deutsche» »nv iure Stellungen nicht äußern. Aber er faßt seine Eindrücke folgendermaßen zusammen: Man muß bei der deutschen Armee nicht nur dic Ordnung, Disziplin und Vaterlandsliebe, sondern auch die Zähigkeit und Hartnäckigkeit bewundern. Blutig waren sic bei den Operationen an der User geworfen. Aber während sie mit großer Geschicklichkeit die Anzahl ihrer Toten und Verwundeten sogar für t ' Er: gs- berichtcrstattcr zu verheimlichen wußte», kamen i. m. r .me Scharen herbei, um zu jedem Preije durchzubrecheu sonders die in Berlin gebildeten Freiwilligcnkorps lü . i- teu mit wahrem Todesniute und wurden dabei von den Kameraden, dic sich aus den besten intellektuellen Kteiieu rekrutierten, angcseuert. Er erzählt von mörderisck-eu Zu- se.inmenstößen bei dem Brückenkopf von Nicnport. Die Deutsche» vor Aper,,. Nach einer Meldung der „Times" behaupten sich die Deutschen in einer Entfernung von wenigen Kilometern von Apcrn und könne» ihre Granaten in die Stadt werfen. Am Mittwoch platzte eine Granate in der Straße. Auch schweben deutsck>e Flieger über der Stadt und werfen Bomben. Einzeluc Straßen >i:iü mit Trümmer bedeckt: am Sonntag brannten verschiedene Häuser. Englische Verluste. Ter Pariser „Temps" verhercl: ?t die Haltung der cugliichen und indischen Truppen. E: g lischc Kavallerieregimenter verloren in wenigen Stunden die Halste ihres Bestandes, hätten aber nichtsdestoweniger mit Todesverachtung weitere Angrisfe ausgeiührt. Tie Inder wurden nicht weniger hart uiitgeuomuien, besonders in den ersten acht Tage» nach ihrer Ankunft vor dem Feinde erlitten sie stellenweise enorme Verluste. Ein Geniekorps verlor bei einem Zusammenstok sämtliche Ojiviere uud 00 vom Hundert ihrer Stärke. AnnttbM des Kroiijirinttii von i-unnu. Ter „Lok. Auz." meldet aus München: T> Führe? der 6. Armee Kronprinz Rupprccht von Bayern ci!»--} ein.'., Aimeebefchl, in dem es heißt: Soldaten! Die Augen der ganze" Welt sind auf Euch gerichtet. Es gilt jetzt, in den Kämpfen mit unseren' ver-hahh-.it ?„ Feind nicht zu crlahmeu, seine» Hochamt endgültig zu bre- dxn; schon wird er mürbe. Es ergaben sich zahlroicl.e fei ui. liche Offiziere und Mannschaften freiwillig, aber dcr größle entscheidende Schlag steht noch bevor Ihr müßt daruni aushalten bis ans Ende. Ter Feind muß hinunicrl Ihr müßt ausdauern, ihn nicht aus den Zahnen kass.-n! Wir nillfsen. wollen »nd werden siege»! Jlom firicaöldjfliijjlflO im Ziidoßkn liege» leine amtlichen Berichte vor. Wir geben nachsteyend die emgelauseiicii privaten Nachrichten wieder: Eine rustischc Niederlage. Budapest, 18. Non. Be? säiiedcnc Umstande ließen unsere Heeresleitung darauf schließen daß die Außen in der Bukowina einen neuerlichen Angr:,, in erster Reihe auf Czernowiß planten. Um dieses Bo: haben ;it vereiteln, wurden uinsaßcndc Vorkehrungen gellei fcn, die zu einem glänzenden Erfolge führten. Unsere Truppen überschritten einige Kilometer nördlich von Czernowiß den Bruth und überfielen die Rußen IN der Flanke. Völlig iivcr- iastlst In dem Angriff leisteten dic Rußen nur kurzen Widci- slaiid ..„5 traten den Rückzug auf dic de», Anschein nach ein zige freu Linie an. Sie gerieten jedoch in den Schußbereich »nicrer Geschütze, dic geradezu furchtbare Verheerungen in de» Reihen der Rußen anrichtctcn. Das Sch'achtfeld bedeckten förmliche Berge von rufsifchen Leiche». Mehrere hundert Rußen wurden gefangen. — In Ostgalazie » ist cs gestern zwischen Rznow und Iablonow zu einem Zusammenstoß mit einer russischen Abteilung gekommen. Dic Rußen wurden in dic Flucht gejagt. Die Kampfe in Serbien. SJS icn, 10. Rov. (Richtamt- lichj. Bon dem südöstlichen Kriegsschauplatz wird gemeldet. Die erbitterten Kämpfe an den Bergsüßen der Linie Sabac- Licsniia wurden auch gestern bis in die Nacht fortgesetzi and hierbei einzelne feindliche, stark verschanzte Stellungen erstürmt. Südlich der Cer Planina drangen unsere siegreichen Truppe» weiter auf Lein am Tage zuvor errichteten Raume öst- li'h von Losiiic-Killpaiij-Liubckvija vor. 'Auch hier kam es -u hartnäckige» Kämpfen mit den Nachhuten des Gegners, die sämtlich in kurzer Zeit geworien wurden. Unter den zahlrei chen Gefangenen befindet sich auch Oberst Radokovic, unter den erveutetcn Geschützen eine nie.st.-rne schwere Kanone. einer montenegrinischen Truppe. Budapest, 18. Rov. Rach einer Meldung aus Sarajewo oe'-iulyren dieser Tage 758 Mentcnrgriner bei dem Dorfe Lifac »ach Dalmatie.i cluzubirche». Tie Trupp: geriet zwischen ein Doppelscuer - on Geschütze,i uud Maschiiiengcwchrcn uud wurde bis auf den letzten Mann ausgeriben. ErHaro. Budapest. 10. 2!eo. Bor cipigc» Tage» lind abermals mehrere srauzöfifchc Schiffe vor der Buch! von E a >- tara erschiciic». Gleichzeitig wurde ein Besestigungswerk Eaiiaros von Lawiikhc.: aus befchoßen. Don 475 Schüßen hat jedoch kein einziger h.-.s W:rk geiiojjen. L- er Krieg im Grient. Die Tii:!cn >:> Aegypten. K o n st a n t > n o p e l, 18. Rov. „Tasoirk-Efkiar" meldet: Die türkischen Truppen, vereinigt mit den Beduinen, dringen siegreich auf ägyptstche n B>d>,i vor. Tic Beduinen haben mehrere wichtige Positionen der Engländer im Sturm genommen. Infolge der fortgcsetzien Angriffe war der Feind gezwungen, die Stadt Rächt zu rau me», die dann von den iürlifchen Truppen bclctzi wurde 1> o ii ft o n t i n o p ei, 10. Rov. (SB. B. Rxrna > r»e.>!. D:: Biäticr äußern Icbhajtc Freude über das Borruck-n der iürlifchei: Truppen auf ägypiisihes Gebiet. Das habe i Zi.-lc, der seit lt-52 dauernden englischen Otluxaiioy ein End: zu i: achcii. Dic Blätter betonen einmütig, daß die lan-idüchen und australische» Tiuppcn außerstande sein weiden, Aegypten g.-?en die Tiiricn zu verteidigen. Der „Taiilii" erklärt, die -Aaneklion Aegyptens werde nur ein sehr picoisorij, y r Sill Englands sein und .rinncrt an die niedrige Inliigc oer ver- woricne» Gegner, die ehemals unter dem Vorwand: eines Bi udnißes Mit der Türkei sich Zypern angeeignet hät-cn. um die cngiijche Herrschnjt im Miitelinccr gegen Rugland zu ichcru. Türlucke Zuversicht. K o n sta »t i » o p e l, 18. S!oo. Ter l.c.kbamiNchc „Dänin" nimmt den Tclegrainuiwechse! zwischen d.-.i zw.: ehrwürdigen Souveränen Oesterreich Ungarns »nd des Osmancnrcichs zum Slnlaß tangerer Betrachtungen. Er er- liärt. „S!ach drei Monaten des Wartens nimmt numn.ehr au-.o die Türkei mit voller Zuocrßcht und Würde ihr:,, Plotz an der Seite ihrer hohen Verbündeten ein. Während dic tür< (ijn); Flotte int Schwarzen Meere siegreich ihre Flagge zeigte. vc> neckte sich der Feind in einem Loch. Die iürtijchc 'Armee , i i. v,'i;i,7,, 2U, A.-gypck:n zn -">-,» ' . -0 ---.17! ‘i -jy, :: _r- ;» . 'üu'gal e zu crsüllen wisse», sic wird den tyrannischen Pb. rao oi:ie-s Jahrhunderts vom Throne stürzen." Die ersten 'llach- richten vom Kaukasus, fo sagt das türkische Blatt wcit-r. hät- t.ii gez igt. daß die Aussichten für die Zukunft durchweg gut sind. Es f-hlicßt feine Bctrachiunge» mit der Erllüruug, das tnrlifä:? Volk nehme die vom Kaiser Franz Joseph und vom Oberkeminaudierenden der österreichisch-ungarischen 'Armee, Erz- Herzog Friedrich, cn'fandten Grüße mit der größte» 'Achtung auf. „Gott ist mit der guten Sache. Der Sieg wild aufel fein'" Türkische Gäste im deutschen Hauptquartier. Berlin, 18. Rov. Drei türlische Prinzen, begleilct vom hiesige» iürlifchen Votschgfter und zwei deutschen Dolmetscher Offizieren, reisten gqfiern vormittag um 8 Uhr 14 Mi», mit dein sahrpianinitßigen Kölner D Z»g vom Bahnhof griedrichstraßc nach dem Hauptquartier des Kaisers. Mol omnledanische Gefangene. K o n st a n t i »o p > 1, 18. Sion. Heute trafen hier, wie der „Tanin" meldet, 2888 mo- 1)än!»ie?iiulfche Gefaugcns aus Tcutjchland ein. Es sind hauptsächlich ehemalige französische Truppen aus Algerien und Tunis, die letzt in den Reihen der türkischen Armee gegen dic Feinde des Islam kämpfen wollen. Dieser ersten Abteilung sollen noch weitere folgen. — Wir möchten die Richtigkeir dieser Meldung bezweifeln. Riisfischc Truppenverschicbmigen. Die „Neue Freie. Presse" meldet aus Sudapest: In Ostgalizien „nd Bessara- dicii sindeu seit Tagen starke russische Kräfteverschiebunge» statt, welche mit dein Kriege gegen die Türkei zusammen- zuhängcn scheinen. Der Burenaufstano. Ter schwarze Ehristia» bei der Arbeit. Amsterdam, 18. Reu. ei» offizieller Bericht aus Pretoria besagt: Cron,e Mitglied des Dolksrates, verließ am Morgen des 7. November mit einem kleinen Regierungskommando Winburg, mit dc:,: riuitragc, andere kleine Kommandos in der Ilmgcbunz zu sa>:-,. ei». Es war gemeldet worden, daß General de SBet sich mit 2888 'Anhängern >» der Nähe bcsinde. De Wet über» f:e! Er.-Iize an der Brücke über den Sandsluß bei Doornbekj, m» de:n R'e(u>tar, daß Eronje 2t Aufständische, darunter 11 Bcri. unstete, gesec-.g-»: nahm. Zehn Slufständische sielen: Cro-uje verlor ö Tote und u Bcnviuidete. General de W:t schickte jedoch Acrjtärkungcn und diesen gelang cs, die Gefangenen zu befreien »nd sich der Wagen Eronjes zu beniahtigen. E.in Schn dc Wels, Daniel, siel. Zu diejcni englischen Bericht wird also zugegeben, daß di» Bure., in dem Zusammentresfcn siegreich geblieben sind. Wen» man bedenkt, baß die englischen Berichte stets die Wahrheit zu verhüllen bestrebt sind, so kann man ermeßen, daß die Dinge in Südafrika bedenklich für die Engländer st chen limsichgreisen des Slusstandes. Auch aus anderen Teile» des Land« werden Bewegungen der Buren gemeldet. Das Burenlommando. das sich in Zoutmonsdrift befand, ist nordwärts nach dem Bezirk von Watcrbcrg gegangen und wird durch den Kommandanten van Deventei verfolgt. Die Buren war::: eitern bei Warmbaihs. Andere Meldungen bestätigen, daß die Außländische» sich in Ratal befinden, daß also der A u s ß a u d tatsächlich immer mehr an Gebiet gewinnt. Eine Bcrsaiuiiiliuig in Potchesitroom. Ein jetzt eilig lief s:ner S-.i.cht über die Versammlung, die am 2, Oktober in Potch-.ji>:ooii> gegen de» Pia» einer Expedition nach Deuisch- Südweiairik.i gchalicn worden ist, bringt noch einige .ntcres- sanic E.pzelhcitcn. 2» einem Artikel aus Deutsch-Südwest- afrila hotte dic „Pollsstcm" dem General de Wet die Aeuße- runi in den Mimd gelegt, daß General Delaiey »ich. eii-em lli.iillui-. soll zum Opfer gefallen, sondern absichtlich totgeschoffen ir:.d.:i sei- Dc Wet antwortete daraus solgendcs: Jawohl, it> anrstceholc cs, ich glaube nicht daran, daß es ein Unglück.- ja'l geu eje» ist, und ich sage das letzt »och einmal, und >io 'ch die Siachiicht bckani, iagte meine Tochter zu mir, mit Trc-ue-i in den Augen. „Papa, Dich können sie nun auch auf dies: Minier, totschießen." icfjtcrc Maie wurde de Wet beim Sprechen Nr. 28» Seit« L durch sein« Gegner und auch durch bezahlte Kerle unterurolhen. Schon zu Beginn der Versammlung machten sie großen Lärm in de», Sitzungssaal und die Versammlung mußte dann nach dem Platz vor der Kirche verlegt werden. De Wet drohte ihnen am Schluß mit den Worten: „Ihr seid die Ursache, wenn heute Abend noch Blut fließt!" Nach de Wet redeten noch etv>a fünf Männer, worauf da»» eine Protesterklärung gegen die Expedition nach Deutsch Südwestasrika mit großer Mehrheit angenommen wurde. Vergebliches Liebeswerben. Ter Athener Korrespondent des „Verl, Lol.-Anz." erfährt aus gu> unterrichteter Quelle, daß die Diplomatie des Dreiverbandes iyie Anstrengungen tu den Balkanhauptstädtcn scheitern sreht. Derselben Stelle nach lehnte es Bulgarien ob, sich gegen die Tiirlei zu tztldmr, trrtzd»» 'hm als Lohn vom Drcirervandc Thrazien mit Adrianopel versprochen "aide. Dies wird als Beweis dafür angesehen, daß das Einverständnis der Türkei mit Bulgarien tatsächlich ist, — Trotz der Rußland nicht abgeneigte» Stimmung gewisser Kreise Rumäniens be'vegt sich das Kabinett Bratianu, das das Heft in Häirdcn hat, in reu Anschauungen des Heimgegangenen Königs, oer in einer solchen Abenteurerpolitik den Untergang des Königreichs erblickte, — Wie der „Rieuwc Rotterdamsche Courant" meldet, hat in R u m a n i e n ein aus Sofia singcgangener Bericht, Rußland wolle für den Fall, daß Bulgarien mit Serbien ein Bündnis gegen Oefteiieich-Uttgarn und die Türkei schließe, Bulgarien euren Teil Mazedoniens und außerdenr auch derr im Frieden von Bukarest an Rumänien abgetretenen Teil der Dobrudscha verschaffen, Aufsehen und groß- Erregung verursacht. Die Politiker, die für Deutschlaud und die Donaumonarchie erutreten, stützen sich auf diese Nachricht, um nachzuweisen, daß Rumänien von russischer Seite nichts zu erwarten habe, daß im Gegenteil Rußland Bulgarien selbst aus Kosten Rumünieus bereichern wolle. Aus Frankreich. Ein gewaltiger Held. Von einem fabelhaften Helden läßt sich der „Mattino" aus Paris telegraphieren. Dort befinde sich ein belgischer Soldat, der allein eine Batterie schwerer Artillerie vernichtet, nicht weniger als 43 Artilleristen getötet, eine Fahne erobert, den Husaren-Ober- stcn Holle verwundet und damit noch nicht zufrieden, 40 Gefangene gemacht habe. Man wird verstehen, daß der Held von solche'» Taten auszuruhen ein Bedürfnis hat: er ist nach Paris zurückgekehrt. Wir können dem „Mattino" weiter verraten, daß der Held während feiner Kriegszeit täglich 10 deutsche Infanteristen zum Frühstück, 10 Artilleristen zu Mittag und zu Abend 10 Kavalleristen mit sichtlichem Wohlbehagen verzehrt hat. Tie belgische» Truppen unterwegs »ach Paris. Berlin, 0. Rov. Tie „Deutsche Tageszeitung" ersähet aus Brüssel: Ans den: Brief eines belgischen Soldaten a» feine hiesigen Eitern geht hervor, daß die Ucberrcste der belgische» Armee in diesem Augenblick in das Pariser FestnngS- zebiet dirigiert werden, uni an der eventuellen Borteidig- >!»g der französischen Hauptstadt teilzunehinen. Die 6. Div. hat bereits ihre Winterquartiere im Fort von Bmennes bei Paris bezogen, König Albert wird sich bei seinen dortigen Tinppen befinden, die vollständig dem Oberbefehl des Pariser Gcneralgguverncurs Gallieni unterstellt werden. Das Elend hintcr der französischen Front. Roosen- daal, 10, Nov. I» Albert verbrannten 1200 Menichc». Beim ersten Angriff des Stätchens sielen etwa 200 Häuser den Flamme» zuni Opfer. Ta niemand die Löscharbeiten vornehmen konnte, blieb von den i» Brand geletzten Häuser nichts mehr übrig. Vier Spinnereien, die über 0000 Menschen beschäftigten, wurden in Grund und Boden geschossen, .Und das alles haben die Franzosen getan!" rief ein zum Bettler gewordener Familienvater aus. Er verhehlte nicht, daß von den sranzösischen Soldaten keiiie Rücksicht auf das Privateigentuni genommen wird. Es gibt keine Requisits: iisbons, kein Bargeld: sic führen das Vieh ans den Ställen, holen ans den Keller», was z» holen ist. Verlangt man eine Entschädigung, io wird entweder auf den Offizier !>cr- wieseii, der bezahlen soll (der Oskizier bezahlt aber nicht), »der es heißt, die Lebensinittel müßte» fartgeschaiit wer- den, damit den Deutschen iiichts Genießbare,- in die Hände falle. Das Elend der gänzlich ansgeplünderten Menschen ist iiniagbar. Sie leben von den Abfällen der Feldküchen, vo>' Hunde» und Katzen, Händler, die mit gewissenlosen Soli aten unter einer Decke stecken, verkaufen Pserdeleichen an dl' nach vorhandenen Bewohner der verwüsteten Gegend. Viele folgen öen Tli>ppli„ ::::: ::>ck>> <»oa» ;n verhungern. Ehrbare Frauen werden z» Prosiitnierten, brave Arbeiter leben von Diebstahl und Leichenslehdern, Ein verwahrlostes Nänbervolk umschleicht die Berpflegnngs- kolonnen und Sanitätszüge, Es wird straflos gemordet, „Ach selbst habe gesehen, wie ein französischer Sergeant eine Frau erwürgte, weil sie seinen Wünschen nicht nackgebcn wollte", erzählt derselbe Mann. Kein Minister verirrt sich in das Gebiet, Vielleicht weiß man nicht einmal, daß 24 Dörfer vom Erdboden gänzlich verschwunden sind. Der Flüchtling teilte noch mit. daß kurz vor sei,:-:,» Auszüge ans Albert G3 n, enternde französische Soldaten kriegsrecht, lick, erschossen lvnrden. Bei Albert verbrannten die Frau- losen hanfenweise ihre Toten, weil es ihnen nicht niöglich war, Massengräber anszmverfen. Aus England. Schlechter Erfolg der englischen Rekrutierung, A in • sterdain, llt. Notx Die „Times". kl a«xt iibsr die iuemger günstigen M-sielkat» bei der R>-frnkierni,g. Die Anzahl der rageszeiiung. Mittwoch, den 11. Rovemver Rekruten ist in der verflossenen Woche mit jedem Tage ge- I ' ringer geworden. Nach der „Times" ist diese Tatsache darauf ziirückzuführcn, daß man sich nicht genug den Ernst der Verhältnisse vor Augen führt. Man hofft, daß die Parlamentssitzung in dieser Woche den nationalen Pn!s etwas schneller schlagen lassen würde, wenn die Minister erst den Zustand näher auseinandergesetzt hätten. Wie »ia„ in England über die allgemeine Wehrpflicht denkt. London, 10. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Der Arbciterabgeordnete Barnes hielt eine Rede in Birming- Ham, in der er sagte: Es geht viel bedenkliches Gerede über die allgemeine Wehrpflicht »m. Wenn die Konskription als praktische Frage in die Politik cintrete, werde die Nation sofort in zwei feindliche Lager geschieden sein. Diele junge Leute würden denken, daß dann Amerika der letzte Zufluchtsort der Freiheit sei. Viele würden dahin auswan- bern, M& man könnte sie nicht einmal tadeln. llebtt die knglillhkn Dl»n-I>uniütllholsk schreibt ein Stabsarzt Dr. W. folgendes: Ennetiercs b. Lille, den 31. November 1914. ......Gestern morgen suchte ich verlassene Schützengräben der Engländer nach Dnin-Dnin-Geschossen ab und machte dabei eine wunderbare Entdeckung: An jedem englischen Gewehr befindet sich eine Platte von Eisen, die man heraus- und hineinschicben kann, und an ihr ein Trichter, wie zum Zigarrenabjch,leiden. Kein Mensch wußte bisher, wozu das diente. Ich fand nun den Zweck dieser Vorrichtung. Der Bleikern des englischen Geschosses ist quer ge- teilt, ohne daß man das von außen sieht, da der Stahlman- tcl de» ganzen Kern umhüllt. Oben an der Ocfstzung des besagten Trichters ist ein mesierscharser Rand. Der Engländer steckt nun die Spitze der Patrone in den Trichter und dreht einigemale hin und her, bis die Spitze mit dem ab- geteilten Bleikern abbricht. Tie Ocffnung des Trichters paßt genau, sodaß das Geschoß gerade bis an die Stelle hineinreicht, wo der Bleikern geteilt ist. Mit diesem Dum- Dum-Gcschoß werden furchtbare, meist tätlich» Verletzungen hervorgebracht. Ich habe unserem Divisionsgeneral das Abbrechen der Gcschoßspitzen selbst vorgemacht. Es war das bisher nirgends bekannt. Unsere Leute sind deshalb rasend vor Wut. Zeitliche Feid^riefe. Ein Friedbcrger stellt uns nachfolgenden intereifan- te» Brief zur Verfügung: Lieber Onkel und Tante! Bi» noch gesund und munter, hasse es auch von Euch allen, Wir sind hier am Argonnenwald tätig, cs geht wohl langsam, aber sicher und es gibt schon täglich viele Gefangene, welche vor Hunger sich ergeben. Es war für die deutschen Planiere eine gesahraolle Arbeit, Aber es ist für uns vorüber und die Artillerie und Infanterie sind jetzt an ihrer Ar- bei> Graf Hacselcr ist tagtäglich der uns und ist sehr tapfer »nd kaltblütig. Am t, September schlugen wir eine Brücke über die Maas, da war unser Haeseler an erster Stelle Wir wurden dauernd von französischer Artillerie beschossen. Der Alte saß auf einem Stnhl dicht bei uns. Ans seinen Knieen hatte er die Karte und in der Hand die Uhr, aus einmal schlug vcr seine» Füßen eine Granate ein, zum Glück ein Blindgänger, er lächelte und sagte: Wartet mir noch 5 Minuten ihr Franzosen, dann wird'? euch schon a»ders werden, und wirklich in ö Minuten war miscre Artillerie anwesend und wi! hatten Ruhe, er wandte keinen Blick von seiner Karte und studierte weiter bis die zweite Granate kam. Er lächelte wicd-r, und sagte- jetzt gehe ich erst recht Nicht weg und mit 5 Uhr abends war schon eine ganze Division über die Brücke »nd die Franzosen lagen hausenweise tot aus der anderen Seite, Das machte uns Milt, Wird Frankreich auch solche Helden von Ossizieren im Felde haben und ist es möglich, daß Deutlchlana bei solchen Führern vertiert?! — Nein! — Es gehr bei »ns immer vorwärts und wenn der letzte Mann darauf geht. Das wissen die Franzosen auch recht gut und auf das critc Hurra lausen sie wie die Hasen, Jetzt sind wir mir dem Nurmachen von Kartofieln beschäftigt, dieselben gehe» alle »ach Deutschland, Wir stechen sie mit dem Spate» aus und die par zurückgebliebenen Weiber mästen sie zusammenle- sen, Dasür bekommen sie ihr Este», sonst müßten sie verhungern Cs find aber meist alle Weiber von 70 bis 9» Jahren, die andern sind aiirgcrisstn. Das viele schöne Biel, brauchen wir alle sür uns, was zu jung und übrig ist, geh! nach Deutschland zu »Nieren armen Ostpreußen, Die Frucht, welche cinge'ahrcn ist, wird von unserer Kovaltcrie gedroschen, »nd man meint, cs wäre» lauter Drcschmafchinenbesitzer zusammen, so tlappt alles. Das Holz -um Brennen ist alle und es lammt wenv's xicisicrt, der Pflug und die Egge und die Feusterlädev aas? Feuer, dem: wir mästen doch abends unsere Briese und Z-iung lesen, und Petroleum gibt's keins mehr, da könnt Ihr Euckr on Bild machen, was Urig bleibt, und wie wäre es erst iu Dciiischland geneideu? Also, cs fehlt bei uns nichts, alles ist d- und wem, es wieder weiter ge,>>, gib: cs auch wieder Wein, der ist hier alle geworden, Pu Zigarre» fehlt es, eie müssen wir hier teuer bezahlen. Mit Gruß K7 K, Bon dem 4t, Brigade-Ersatz-Bataillon crhaiten wir folgen den Fcldbries: Bois de Morte Marc, de» 23. ltz, 11, An die „Neue Tageszeitung" in Friedberg t, H, Nachdem unser Bataillon am 2b, 8, 14 bei Serres und am 23, !>. II bei Semecourt tapfer gekämpst hatte, bezog es am dp, 14 eine Stellung am Rand des Bois de Mont Mace, Das Bataillon als Glied der , . , Ersatz-Division hatte mit »io Ausgabe. diese Stellung zu halten. Zu diesem Zwecke wurden rchützengrübe» »n» Unterstände hergerichtet, Bon der frauzäst- lckzen Ariillerle wurde unsere Stellung bald erkundet nnd alsdann systematisch beschossen. Wahrend schon.vom 10. aui den 11. Oktober eine sehr starte Beschießung einsetzte, steigerte sich dieselbe vom 20. auf den 21. Oktober, daß man es ruhig als einen Gcsiboßhagel bezeichnen lann, welcher aus die Stellung nieoer- ging, Ilntersiützt durch das Artilleriefeucr versuchte starte feindliche Infanterie einen Angriss, der aber i» der Frühe des 2t. Oktober auf der ganzen Linie abgeschlagen wurde. Die scindlicheu Verluste waren bedeutend" die der Deuischea gering. Die Mannschasten- des Bataillons, vorwiegend Hesten bo- ben sih wahrend der etwa 20 Tage, die die Besetzung gemäht Hot, besenders aber während des fürchterliche»^ »nbeschreiüb-,-rcn Artillericseucrs hervorragend vkhalten, so daß ihnen von S-- ten des Tivisionstommaudcurs ein Lob aus'gesprochen wurde worin der 21. Oktober als einen Ehrentag des B a t a i l l o n s bezeichnet wurde, W-, Bizeseldwebel aus Reichelsheim, Gefreiter D, aus Fiied- berz, Gesr, St, und llnteross, Th, aus Friedberg-Faacibacki, llntcross, Sch, aus Dorheim, Res, D, aus Steinfurth. Aus Langsdorf wird uns geschrieben: Welcher Geist bei unseren tapferen Truppen drvißen im Feindesland herrscht, zeigt folgender Felddrics eines h.ciigen Artilleristen, den er als Pserdcbursche an die Frau i.ines Hauptmanns geschrieben hat. Die Frau hat den Brios den Eltern des Soldaten zugeschickt. Er lautet: Sehr geehrte Frau Hauptmann! Heute am 17. 10. die mir von Ihnen zugcsandtcn Zigarren erhalten und mich sehr gefreut, daß Ihr Alle unsere.' gedenkt, die wir aus Frankreichs Boden stehen und kämpfen sür das Wohl dis deutschen Vaterlandes und derer, die zu Hause und: ich spreche deshalb meinen besten Dank aus. Unser Quartier ist sozusagen ein Standquartier, wir liegen schon hier seit dem 7, Oktober und suhlen uns ganz heimisch. Wir haben auch ein größeres Rind geschlachtet und leben gar nicht schlecht. Sine Kuh haben wir im Stalle stehen, deren Milch auch verwendet wird, Herrn Hauptmann, E , . . und mir, sowie unseren Pferden geh! es, Gott sei Dank, noch recht gut und wir wollen auch solches von der Zukunft hoffen, E . . . und ich wolle» auch bestrebt sein, das Beste für unseren Herrn Hauptmanu zu tun. Wir stehen uns eben hier in seste» Stellungen gegenüber, leine Macht will weichen, aber fest wollen wir stehen wie Fels im Meer »nd nicht einen Finger breit zuriickgchen. Unser Losungswort mag sein, bas einstens Fürst Bismarck gesprochen hat: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts aus aieser Welt: als Soldat soll einem keine Liebe heiliger sein, als die Liebe des Baterlandes, keine Freude süßer, als die Freude der Freiheit, wir wollen als Deutsche auch nicht vergessen, daß wir als Sotdate» auch »och Menschen v-b Christen sind. Wir wollen deshalb schonend sein gegen den Wehrlosen, uns den Verwundeten gegenüber helfend und gütig zeigen und nur gegen das Schwert das Schwert zu gebrauchen. Aber die charakterlosen Franzosen hätten was ganz anders verdient. Ist es doch schon vorgekomme». daß sie verwundete deutsche Soldaten n.it Bazonettstichen getöet und daß französische Verwundete auf deutsche Truppen geschossen haben. Aber trotzdem muß bei uns deutschen Truppen die Manneszucht die strengst« sein, denn es ist doch unlödlich. wenn ein Volk, dessen Väter wegen Ehrbar- keil, Frömmigkeit und Treue gepriesen werden, sich durch wüste unmeas hliche Taten beflecken wollte. Eherne Manneszucht nach außen und heilige Selbstzucht nach innen, möge unseres deutschen Bottes und seiner wackeren edlen Söhnen Ruhm und Ehre bleiben, dann wird unser Eewisien rein bleiben und die deutsche Zucht über alles in der Welt sein. Mögen deshalb auch alle die, welche für den Krieg gerüstet sind, gütig und mild fern, vor allem gegen wehrlose Greise, Frauen und Kinder, die in ihren Dörfern zurückgeblieben sind und ihr Heim nicht ver- lalsen wollen. Aber wenn der Feind naht, dann wollen wir ihm schon zeigen, wie gewaltig und feurig wir sein können, denn die deutsche Freiheit soll uns werter »nd heiliger sein als unsir eigenes Leben: deshalb woblauf du treuer und redlicher Deutscher, stehe aus sür dein Vaterland und zittere nicht anier feindlichcin Kugelregen, denn unsere Gegner wollen die Grcech- tigteit vertilgen und Wahrheit und Freiheit morden. Darum frage auch nicht, ob du wieder nach Hause kommst, sondern höre alle n das Gebot deines Gottes, als ehrlicher Soldat für die Deinen im Felde zu stehen und laßt uns im Gottoer trauen kämpfen i» diesem Kriege, der so Gott will zugunsten für uns Deutsche nusgehen wird, Gott mit uns! Hochachlnngsooll grüßt und dankt nochmals besten» Ihr ergebener....... Denselben herrlichen Geist atmet ein zweiter Brief, 'n dem ein-m hiesigen Lehrer der Heldentod des Ossiziers-Stelloer.ee- ters Jean Engelter mitgeteill wird. Unter Weglassung einiger persönliche» Angelegenheiten lautet der Blies: Zwischen Lille und Calais, den 28, Ott, 19t l. Sehr geehrter Herr P. . . .! Anläßlich eines sehr traurige» Schicksalsschlages, van dem mein besler Kriegskamerad, Jean Engelter, getrosten wurde, ist es mir c>» unbedingter Herzensbedürfnis, einige Zeilen an die Herren der katholische» Vereinigung zu richten. Wie schon so viele Kameraden aus dem Felde der Ehre gesallen sind, so muß- ten v ir in der Nacht vom 24, aus den 27>. Oktober bei einem | Stärinongiiii aus eine scste englische Stellung wiederum man- cyev taj>|cu;i Kameraden zurilitlassen. Ich mußte am anderen Tag ersahre -, daß auch mein lieber Jean nicht »lehr zurückge- kcmmeil ist. Leider war cs nicht möglich, in der Nacht die Verwundete:. zu hole», da wir von, feindlichen Insantcriesmer übersüt wurde» »no nicht vorkonnten. So mußte» denn die armen Keile liegen bleibe» und das ist manchem Kameraden Tad grs ese», denn am anderen Tag habe» die Engländer wie wahnsinnig aus die Verwundeten ge: schossen. Davon konnten wir uns am übernächsten Tag bei» Vorgehen übeizeugen, nachdem es gelungen war, den Feind aus seiner Stellung herauszubrinqeir. Einen Toten rit einem Schlitz gib es nicht, nein 40 Schüsse! FÄd- webel Leutnant Engelter fand ich unmittelbar vor de« feindlichen Schützengraben. Wie ei n Held ist er gefalle». Wir müssen nn» in dieser schweren Zeit i» alle« n». 265 Seite 3. Wir gehören nicht mehr unseren lieben, sorgenden Eltern, sanier" wir sind Söhne des Vaterlandes, Rechnen wir auf unsere" Allinächligen, in seine Sand legen wir voll und ganz unser Schicksal. Zeder von uns darf beteuern, daß der ii:be Gott ptzen oit, >a immer, unser Gebet erhört und schon manche; Wun- . r hat wirken lassen. Ist das kein Wunder Gottes, wenn eine " t ,il,f Granate in ein« Gruppe von uns krepiert, rechts und :!; röhrt sich Niemand mehr und ich krieche, lebendig begra- :n, aber unversehrt, hervor, Beten wir für unseren lieben „ Lnzelter und trösisu Sic vor allem seine lieben Eltern, Gott besohle». Ihr I, M. r-rtts; aus dem Atldc. Holl prasseln die Jener der Dache Ich sitze sinnend davor Und leise klingt in die Lüste Ter Kameraden Chor, T"r Schlaf flieht meinen Äugen Ringsum droht die Gefahr. Von weitem Ionen die Schüsse Der wackere» Kriegcrschar, Ta rinnt inir heinilich die Träne Und rollt i»'$ Jener hinein Dann seh' ich, Gattin, dich wieder. Und dich lieb' Herzenskind mein? Wann wird der Morgen erscheinen An dem cs der Heimat geht zu? Kops hoch der Feind muss weichen, Dann hat auch die Landwehr Ruh ! Frfrtberg-Fauerbach, Landwehrm. Gg, Neisel. z. Zt. anf dm Schlachtseldc Frankreichs. Wchrtile für Kartoffeln. Unsere gestrige Mitteilung über die Kartofcln, ist, wt^ «ns von dem hiesigen Kreisamt mitgctcilt wird, nicht ganz richtig. Tic von nns veröffentlichten Preisen sind vom Ministerinni fesigelegt worden als Höchstpreise, über die in: ganzen Grossherzogtnm nicht hinausgegangen werden darf. Dagegen ist cs den Kreisämtern anheimgcstellt, in dem gegebenen Rahmen besondere Preise festznlegen. Für den Kreis Fricdbcrg ist dies, wie folgt geschehen: 1. Denn Dcrknnf durch den Produzenten an Sri uich Stelle für 100 Kilogramm 6,50 Ml. dieser Preis schlicht die Kosten der Verladung und dcS Transports bis zur nächsten Verladestelle in sich. 2. Bei freier Lieferung außerhalb des Wohn- «rtes in den Aufbewahrungsraum des Verbraucher« n, durch den Prodnzeiiten für 100 Kilogr. 7,00 Mk. 6. durch den Händler für 100 Kilogr. 7.50 Mk, 3, int Kleinverkanf «. durch den Produzenten für das Kilogr. 8 Pf., 1i. durch de» Händler für das Kilogr. 9 Pf. Unter Kleinverkanf ist die Abgabe von höchstens 50 Pfand zu verstehen. Tiefe Festjedungcn bähen nur die Bedeutung einer Lbergrcnzc für die Preise, Es ist selbstverständlich, dass geringere Preise insbesondere dann gefordert werden müssen, wenn die Befchastenheit der Ware oder sonstiac Verhältnisse es angemessen erscheinen lassen. Tapferkeit-- j^g| Anerkennung. * Fr,«dberg, II Nov, Dem Ossiziersstellvertretsr Wurm »on brr tu. Kompagnie unseres Bataillons wurde die hessische Tapserleitsmedaillr verliehen. * vriedöcrg, 11 . Nov, Das Eiserne Kreuz ist wiederum eiiiei» Jricbbergcr: dem Gesreitcn Sans Loh »cs tm Reserve Infanterie Regiment Rr, 116 verlieh«» worden. Wir beglückwünschen den auf diese Weise Ausgezeichneten und auch leine Eitern. Herrn Amtsgcrichtsdiencr Lohnes und Frau dahier, * Rechtsanwalt $». Bopp auf dem Felde der Ehre zesallc». In» Darms! adt konunt die Trauerbotschast, dast auch Rechts- «nwalt Tr. Bopp sein Leben dem Vaterland« geopfert bat, ider Gefallene war als Führer der im Entstehen begriff »en fsrettuntervative») Rrichspartei in Hessen belannt. der er ieine Ijanze Tertrusl gewidmet hat: auch in der juilgdeutschen Bewegung tu* er sich eifrig hervor. In den weitesten Kreisen war lclanut durch seine Beteiligung an sportlichen Bejtrebun- ge». Beuu he, ckscheu Reiteroerein, bei Flugtage», bei Schwimm veranstalturige;- hat er sich hervorragend« Verdienste erworben. Rackste:» durch n uchcrtri Gerüchte schon zu Beginn des Feld- zuaes sein« «ngeviichc Gcscurgennahme verbreitet war, koiintc . er jeut zur deutschen Regierung nach Brüssel versetz,.- .stegie- euugsrat Dr. Kranzlüihler jeftstellcn, dast Dr, Bopp »hon om ,1 ttugust bei Viltiers sur Sellc gejallen und auch dort beer- , — wurde, Ehre seinem Angedenken! Ans der Heimat. * rtueöü ^rau Marie, geb. Klein vor» Friedberg und die Eheleute Postsekretär Hebbel und Freu Elisabeth, geb. Speyer in Nieder Wöllstadt das Fest der filbfuicu Hochzeit. * Friedberg. 11. Nov. Don fetzt ab gelten neue Lin.;ab »lungrkurfe kür Postamveimiraen nach Niedersand 100 Gulden -lene Tageszeitung. «ittwach. den » 1 . November I8i4 — 138 nach den Vereinigten Staaten von Amerika 100 Doll, = 458 * Fiieaberg, 10 . Nov. Von den zu den Fahnen geeilten hessischen Lehrern sind auf dem Felde der Ehre gefallen: Adler Biblis, Becker-Nieder Rosbach. Gengcubach Rcunkirchcn i. Ob,, Hcldman» - Hergersdors, B-ier - Osfenbcch a, M, Poetwich- Schottcu, Limbcrgcr-Airlenbach. Reumann lüriedcl. bosmencr- Sladecken, Rohrhe-mer - Biblis. Mörschel - Crumstadt. Krast Worms, Bergmann - Mainjlingen. Krämer - Mainz. Geißler Stammhcim. Schmidt-Darmstadt. Lenz-Gedern. Bord - Mainz. Schnatz.Kicinwelzheim, Sch-pp Giessen, Berg-Dorndicl. Müller W-inshcun bei Worms, Lehr Kölzenhain. Frciling-Rcndcl und Schmid! Södel. - Mit dem Eisernen Kreuz dekoriert wurden von de» hessische» Lehrern: Disqrie-Mmpscn, Epvle-Ricder- Rodcn. Hcst-Stcineu i, C., Mann Osfcnbach a, M. Machcnier Sprendlingen. Braun Holthausen v, d, H,. Sander-Fischbach b, Alsfeld, Langsdors- Fricdbcrg , Hilgcr - Altenschlirf, Mohr- Mainz. Roos-Langenschwalbach, Geld gab ich >ür Eisen. In de» Tage» der Erhebung des ! preußischen Volckfs, nachdem die Hand des Eroberers schwer , auf dem Land- gelastet hatte, haben Frauen und Iungfianc» ihre» Schmuck, oder wenigstens einen Teil derselben, auf dem | Altar der Vaterlandes geopfert. Damals war Preußen ein armes Land, jede Gabe wurde danlbar in Empfang genommen und den Spendern dafür ein eiserner Reis gegeben mit der Inichiist: Gold gab ich für Eisen. In dem Kriege 1870 71 ick man nicht aus de» Gedanken einer Erneuerung dieler vu.crlnn- diichen Mildtätigkeit gekommen, dagegen fand man es dieses Jahr für angebracht, a» die graste Zeit der Befreiungskriege auch in dieser Beziehung zu criunein und hat cntsprcchei-d.- Mastnahmcn getrosten. Fehlte dem ganzen Gedanken, als einer Rachchmung, schon die Eigenart und die Bodcnwucht aus dem Jahre 1813, so wurde man durch die Ausmachung noch mehr tu der Aussasiung bestärkt, dast cs sich mehr um eine Mach.- ge wisser Kreise handelt. Schon der Ausruf, der »on den verschiedensten Damen der Haute finance unterzeichnet war. »ürkte nlcht gerade begeisternd, noch mehr aber stöstt die Ausführung des Unternehmens ab. So wird uns von verschiedenen Orten mitxcteilt, dast auf der Annahmestelle nur solche Spenden ge» wördigt werden, die über 4 Gramm wiege». Ein Gramm Gold kostet 3 ,tt, cs wäre also einen Mindcstwert von 12 oder die Legierung abgerechnet, etwa 10 .0 als Eesch.-nl für das Dclcrland vorgcschriebcn. Will nun ein armes Mädchen ihr Ftnzcrringelchen. oder seien es auch zwei, opfern »nd es fehlt nur H Gramm, wie dies norgelommen ist. so wird die Gabe für das Baterland geringschätzig abgcwiesen mit dem Vermerk: zu leicht! Mit anderen Worten: schlichte, einfache Leute werden ausgeschlossen, dagegen wird die Wohl- tiitigkei* der Frau Kommerzienrat, die aus der Fülle ihre» Schmuckes für mindestens 18 .0 opfern kann, gcwisiermastcn durch die Abgabe eines eisernen Schmuckstückes abgestempeit: Gold gab ich für Eisen, Wir wollen uns nicht in Erörterungen darüber cinlassen, welche Gabe hoher cinzuschLhen ist. das Rciflein, das den einzige» Eoldschmuck einer armen Nähe- rii, bildet, das aber abgewtese» wird, weil es nur 3?» Gramm wiegt, oder die das zehnfach wiegende Spende der Frau Kommerzienrat, die sie aus ihrem in die Hundcrttausciide wertende» Schmucke als überflüssig ciltnommcn hat, Tas Gleichnis Christi vo» dem reichen und armen Mann gibt darüber die richtige Auskunft, Im übrigen wünschen wir dem Vo-.hebcn de» beste» Erfolg, mögen recht zahlreiche Gabe» cia- gehcn. Das schlichte und einsache deutsche Volk aber w rd gut tun. die Herrschasten unter sich zu lassen. Wer eine Eoldsache opfern will, verkaufe sie einem zuverlässigen Goldarbeiter und helfe i.iit dem Erlös Wunde» heilen und Tränen -rocknen Im Heizen wird ihm dieselbe Genugtuung werden, auch wenn er nicht am Bosen die plutokratisch abgestcmpclte Anerkennung seiner Wohltätigkeit tragen kan». Ans dcni Kreise Haiia». * Lisch-stsheim (Kr, Hanau), 11, Nov, Als verschiedene Landwirte gewohntermasten ihre Kariosteln »ach Offen!>ach fahren rollten. wurden sie von den Behörden, mit dem Be- merl daran verhindert, dast aus dem Kreise Hanau keine Kartossel» >» das Großhrrzogtum Hesse» dürste». Hier herrscht die grösste Auslegung über diese Massnahme, deiiii feit Jahrzehnten ist man hier gewohnt, di« Kartosseln nach Ossenbach zu verkaufen, Man kau» nicht verstehen, wie bravsten im Felde alle deutschen Stämme den harten Krieg vereint kämpfen und i>n Iitncru des Landes will man zwischen de» vcrsiluede- „en Stuateii künstliche Schranleu errichte», Nachschrift der S ch r i s t l c I t UN g : Wir können uns nicht denken, dost diese Verfügung aus landrätliche Veranlassung getrauen kein sollte. Wir vcrnluten, dast es sich um ein Versehen unte-ge- ordncter Behörde» handelt. Aus alle Fälle wäre eine solche Verordnung durchaus zu verwerfen, Hrssen-Nasja». * Rödelheim, 11. Nov, Im Garte» des Gräflich Solms- NLdelheim'schcn Schlosses dahier wnrde ein „Hindenburg Gedenkstein" zur Erinnerung an die graste Schlacht bei Tonnen- bci>, eiiigcweiht, der folgend« Ausichrift trägt: „von Hinde»- . diiig, Tanuenbcrg, 29. August 1914 92 000 Russe», Gewidmet von den ucrwundcte» Krieger»!" Aus das a» den Gencral- obcrft v, Hindenbarg gesandt« Huidigungstelegramm lief folgende Antwort ein, „Ihnen »nd de» im Sck!"staarten zu Rödelheim Bersamuiellcn herzlichen Dank für freundliches M:-n- gedcnkcn. Den Verwundeten wünsche ich baldige W-edrrher- stelluna v, Hiiidenbiirg," * Wiesbaden, 8. Ra», Gestern Vormitiag gelangt-: a»i Station Wiesbaden ein Lazarettzug an, der 320 vcrnmndete Krieger darunier zahlreiche Schwerverwuadete aus den Gefechten südwestlich von Ppern brachte Davon wurde» 100 Brr wup.dele den hiesigen Lazarette» überwiesen, i>0 gingen mit dem nächsten Zuge »ach Langenschwalbach, um dort »ntcrge bracht » werde» und der Rest kam nach Mainz, um in den dertlgrn Lazaretten Aufnahme zu jinden. Der Lazaretizug bestand aus 50 Eifeubahnwagc», darunter 38 Krankenwagen, 2 Krankcnpsicgerwagcu, ein Krantenpslegerinnenwagen, ein Ehefarztwagen mit Operationsraum, ein Wage» für weitere dre: Acrzte, ein Apoldeker- »nd Berwalrungswagen mit einer A-oihek», ein Kuchenwagen, in dem für sömilich« Verwundi-t- gelocht wird, zwer Vorratswagcn, ei» Magazinwagen, «in Brcnnmatcrialicgwagen, ein Gepäckwagen, ein Gepäckheiwagen. Den Zug begleiteten vier Acrzte, zwei Feldgeistliche, 20 Kran^ kenpflegcr, 4 Rote-Kreuz-Schwestern, ein Apotheker, ein Verwalter, ein Koch, 2 Hilsskräftc für den Koch, ein Schlosser und ein Wagcuwärter, Während der Fahrt dieses „rollenden La- .tareit-- wurden verschiedene Operationen an den Schwervcr- wundcren im Operationsraum vorgcnommc», » Wiesbaden, 9, Nov, Der praktisch- Arzt Dr, mcd, Paul ^laivitz aus Ostpreußen gebürtig, ließ sich vor nunmehr neun Jahren in Brcithardt bei Langenschwalbach nieder. Seine i-rnn-; blühte recht auf, zumal er oo» der Gemeinde Breilhnrdt als Genie,ndearzt durch Vertrag angcsicllt wurde. Im Sept. 19(8. verstarb nun m Holzhausen a. d, Aar die Ehefrau Korol, Esche lauer geb, Cloll a» einer Bluiocrgisimig, Ihr Bruder, der Gemciüdesörsiei Sioll in Vrciihardi gab dem behände-io.' de->- -lrzi Dr. Scheidt au dein Tode seiner Schwester die Schuld und mach!« dem ihm befr-undctcn Dr, Slawih dagun Keniit- »>'. Vo» diesem erhielt Sioll die Adresse des Aerzte-Ehrcnge, richls tu Kassel, woraus er eine Beschwerde an diese; gegen Dr, Scheidt richlcle. Später trat zwischen Dr, Elawstz und Stall eine Entsreindung ein. Dazu kam, daß dlc Ecne-lnde Vre-ilhardl den Vertrag mit Dr, Slnwitz aus de» 1, I nunr 10,:! lüiidigle, weil er tu verschiedcncu Fallen gröblich ,-in, Pfl.chl verletzte. Da nun Brelthardt ohne Arzt war, di: >üc- ineiiideglieder immer mehr von Dr, Elawitz abiückicn. biidete sich bald cl» uncriräglicher Zustand, dem abMhelse», ein neu. gegründeter Verein zur Wahrung der ärzilichcn Inieressen öie- Ile-N iollic, dem auch Stall aiigehörte. Dieser suchte Iiiin einen Aist der Nachbarorte als Gemeindearzt für Breithardt zu ge >r>nn«n. Alle Acrzte unter ihnen, auch Dr, Scheidt, lehnrcn dies aber aus kollegialen Gründen ab. Um nun aber bei Dr, Tcheidl die allein inastgcbcndcn kollegiale» Bedenken zu beici. tigcn, gab Stall eine cidcsstattliche Versicherung, in der er erklärte, er habe i», Jahre ISO« die Anzeige ans Eh.-engcelcht nur auf Betreiben Dr, Slawitz erstattet, der ihm auch die Adresse aiigcgcbc» habe mit dem Bemerken, ihn jedoch nicht zu vrrruliii, da er (Dr, Slawitz) sonst deswegen vor das Ehrengericht gestellt würde. Diese eidesstattliche Versicherung tat ihre 2st>>kiing, Dr, Scheidt nahm die Praxis in BceHharai auf, Dr. Siawitz wilrde kaitgeftellt u. hat jetzt noch eine Praxis gleich null. Das ärztliche Ehrengericht, dem Kenntnis vor diefc-n Vorjall wurde, veranlasti« Dr. Slawitz zur Erhebung einer Belcidigungskiage gegen den Förster Sioll, der iiach 2- iägiger Berhaiidlung vom Schöffengericht zu 20 .« Geldstrafe verurteilt wurde. Die Strafkammer Wiesbaden kam zur Frei frpechuneg Siolls, da er in Wahrung eigner Interessen und anderer gehandkit habe. Objektiv liege zwar eine Beleidigung vor. Der Wahrheitsbeweis fei nicht als gcsiihri anzufche». Nun kam die Straikammcr nach erneuter Verhandlung — das Oberlandcsgericht Frankfurt hatte das Urteil aufgehoben — zur Vestätigruig des Schöffenurteils * Wiesbaden, 9. Nov. Die Eröffnung der Landwirifchasi- liche» Wlnterjchuie zu Hof Geisberg bei Wiesbaden findet nunmehr bestimmt am Montag, den 10, November d, I,, vormittags l0 Uhr statt, * Wiesbaden, 9. Nov, Die Maul- und Klaueiifeuchc, jene Geisscl der Landwirte, greift weiter und weiter im Regierungsbezirk Wiesbaden um sich. Am 3, November waren vcr feucht die Gemarkungen: Biebrich, Erbenheim. Wcikbich und Eddersheim, Mittelheim, Hallgarte» und Winkel, Frantfiirt a. M.-Prciingesheiin-, Okriftel, Unterliederbach, Sindlingen, Haiiershcii», Nied und Zeilsheim, Oberursel und Eronberg, Selters und Montabaur, Starkenburg. * Darmftadt, 6. Nov. Etwa 20 cnglische llnt -rtanen, fficist Leute im Alter von 18 bis 30 Jahre» die meist in SteUnng waren, wurden heute auf Grund der neuen militärischen Gegeiuuassregelir sestgcnoumie» »nd unter mili- tärischc-i und polizeslichcr Bedeckung vom Polizeigesängiiis aus durch die Strassen der Stadt nach deui Hafiptbahfihos gebraüst, von ivo sic zunächst nach Giessen ifiid von dort nach Ruhlebc» bei Berlin überführt werden, — Bei der jetzigen Gelegenheit, in der man ziemlich energisch von allen Seiten gegen das Ausländertum kämpft, dürste es angebracht sein, auch gegen die am hiesigen Hose und solchen Kreisen, die gern die Hossitte nachahmcn, bestehende Sitte anzrikänipsen, die darifi besteht, dass nachher unter der Grossherzogin Alice augeordfieteii Beslinrurung, sämtliche Dienerschaft ohne Bart, also kassiert im ganzen Gesicht ihrer Tätigkeit obliegen ii'uss, — Anstelle der scithrr vor dem Denkmal des Gross- Herzogs Ludwig IV. am Rcsidenzschloss ausgestellt gewesenen drei sranzösisckfen 8 Ctm.-Geschühen wurden heute dort unter Leitiffig des Hauptmann Rcyser und des Schirrmeiste:s Huppel verschiedene bei Maubeugc durch unsere Truppen eibcutetcn Geschütze zur Aufstellung gebracht, und zwar eine schwere 12 Ctin.-Kanone mit hoher Lafette und zwei ebensolche 0 Ctm.-Kanoiicn. Von Interesse ist hierbei, das auf deif, grossen Geschütz mit einem Nagel eingravierte Datum, a» welchem der erste Schuss aus dem Geschütz abgegeben wurde mit dem Namen der Nicht- und Bedienungsmannschaft. Zwei weitere dieser 9 Ctin.-Festungskanonen wurden vor dem Museum aufgestellt. Fic.7fkfvvier Wetierbericbt. Boiaussage: Trüb, zeitweise Niederfchläge, witrmer, frisch« westliche Winde. „Rpmerbmnneti" Hervorragendes Tafelwasser. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l, Friedberg-, für den Anzeigenteil: K. Sch irr i d t, Fricdberg, Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitnag" A Friedberg i. H Nr. 265 '3«te 4. yjcuc Tageszeilung. Mittwoch. Len II. Rooemder 1814 BtjirkssMckfft Fichiliieiistist" Friedberg. Während der Erhebung von Kaufschillingen in den Bezirksgemeinden, ist unsere Kasse vom 12. bis 26. dss. Mts. nur Mittwochs n. Samstags geöffnet. Zfriedberg, den 3. Nov. 1914. Der Direktor: Georg Hieran im us. EHaBi Ä, Pistolen Luntenfeuerzeuge Feldbestecke Elektrische TlUHtiilliiiift»». Bllttekieii Aliiiiiliillii»- >l. Bltlhdöstn für den Feldpostversand liefert A. Baiiin-Oppenheimsr Friedberg. Tüchtige 6)rimi)(tr[i?ifpr sofort gesucht. Kauftejl t MDt. Gin Dchmiedegeielle!j für dauernde ÜIrbc.t ne.atfjt Wilhelm äiitiert, Weihkirchcn am Taunus.: Kartsf/rlnj ge! ncht. Größere Mengen gute», liilsgelkMrLpeiskkilrtösskluj Winterware, lauft , Atadlvervalinuli Pnnultabf. Anerbieleu mit Heikunfis-, I Sorifi. und Preisangabe, frei I Bahnhof Darmstrdt, umgehend s erwünscht. WM /ie einzeint effstel D&oiiEierslag- [ fristh einlref fend Ia. Brat- Pfd. 24 Pfg, I Cabliau, mittel •’•*» Pf. t Sciieiifisctie, g. oB Pf sowie einzelne Teile all Es ist uns gelungen | einen grösseren Posten gelbe und grüne Erbsen I mit Schale zu beschallen, | welche wir unseren Kun- | den als verhältnismässig 1 preiswert empfehlen. 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Alle jungen Lcuic in hiesiger Stadt im Alter von 14 bis 17 Jahren, welche zum Besuche der Fortbildungsschule verpflichtet siud, haben sich aur genannten Tage in den bezüglichen städtischen Schulhäusern einznfinden. Tie Eltern bezw. Lchrherrn oder Arbeitgeber der Fort- bildungSschüler werden unter Hinweis auf Artikel 23 bis 25 des Bolksfchitlgefetzcs, wie auf die anderweitigen Dis- siplinarbcstimmungen für die Fortbildrmgsschuie hierdurch ermahnt, die jungen Leute zum ordnungsmäßigen Besuche ihres Unterrichts gewissenhaft anzuhaltcn. Friedberg, den 5. November 1914 Der Schulvorstand. Stahl, Vorsitzender. Lyeudet Liebesgaben für unsere Bruder im Felde. Laut Beschluß der Monatsvcrsamlung soll auch hier in Friedberg eine Sammlung von Rum, Arrak und Kognak bei den Herren Kollegen stattsiudcn, welche dem General- Koimuando des 18. Armeekorps überwiesen werden soll. Es wird in einigen Tagen den Herren Kollegen eine Lifte zugehen. Wir bitten die Gaben in solche einzeichacn | zu wollen. Wir erluchen unsere Kollegen sowie Geschäfisfcrunde, I sich Icfciv.it an dieser LiebeSgaberisamiriluug zu beteiligen. | Saiumrlslrlb' bei Herrn Kollegen Logt (Gasthaus Trapp.) GaföbvLrte-W ?mtt der WeLterau Sitz in Friedberg. Prob st, Lorsibender. ^us den deutjcheu llrrlnfHififn. Jusaiiteric-Regimeut Rr. 168, Offeubach, Butzbach, Friedberg i H. Berichtigung früherer Angaben. Musl. Heinrich Henrich, Hainchen, bisher um, ist vn>. — Ref Ludwig Hcrrnbrodt, Ober-Mockstadt, bisher um, ist »iv. — ffieir. D. R. Wilhelm Schäfer 2, Himbach, bisher um, ist im Lazarett. — Ref. Friedrich Zimmer, Riedcr-Efchbach, bisher um, ist im Lazarett. — Ref. Peter Flach, Oberau, bisher um, ist vw. — Ref. Wilhelm Pöhlinann, Klein Karben, bisher rm. ist uerw. Felbartillerje-Regiment Nr. 6l. f Abtei l*.n.2. Dar re st abt. Gefecht im Westen am 7. 10. 14. Batterie. Kan. Peter Neumann, Lettenhaufen lau. Futzartillcric-Rcgimcnt Nr. 3, Mainz. Kan. Jakob Gäbet 1, Niederrodenbach fchw. verw. Infanterie-Regiment Ne. 117, Mainz. t Kompagnie. Musk. Karl Stengel, Nieder-Nosbuch low lltffz. d. N. Heinrich Walter, Windcckcn vm. — Gefr. d. R. Siilolaus Schlegel, Obcrurfcl tot. Ref. Leonhard Schreiber. Obcrurfcl tot. — Ref. Karl Kuppel, Obcrurfcl low. — Ref. Jakob Leser, Oberurscl Imv. — 7. Kompagni c. Ltn. Weber, Kouradsdorf tot. — SJiusf. ; Wilhelm Wolf, Rommelshausen low. — Musk. Ludwig Hof- mann, Heuchclhsim lvw. — Musk. Konrad Richtberg, Romrod tot. - Ref. Heinrich Meifinger, Ober-Wöllstadt lvw. — Musk. Wilhelm Schmidt S, Rodhcim v. d. H. lvw. — Musk. Franz Meisinger, Ober-Wöllstadt tot. 12. Kompagnie. Musl. Theodor Rothschild, Heldenbcr- gen vermißt. - Infanterie-Regiment Rr. 188. III. Bataillon, Friedberg i. H. Ham.prc am 22. 8. und Servon vom 1t. dis 28. 8. II. 9 . Kompagnie. Musk. Eduard Reufch, Eiegen vm. — ffieft. d. 35. Karl Mohn, Himbach tot. — Ref. Gg. Feuccbuch, Ober-Wöllstadt tot. — Utffz. d. R. Paul Müller, Griedel fchw. vw. - Gefr. d. R. Wilhelm Engel, Heghcim lvw. Reservist Karl Naumann, Friedberg fchw. vw. — Res. Adolf Bauer, Nieder Mockstadt lvw. — Res. Hermann Bär, Rahrbach lvw. — Res. Wilhelm Bog, Echzell lvw. — Musk. Christian Pfeiffer, Ober Seemen tot. — Musk. Wilhelm Beckmann, Schlitz lvw. — Musk. Otto Merboth, Hirzenhein lvw. — Musk. Heinrich Reuter, Hoingründau lvw. — Ref. Heinrich Beiz, Düdelsheim tot. — Ref. Otto Bock, Münzenberg tot. — Ref Karl Hartmann, Manzenberg tot. -- Ref. Johannes Rupp, Friedberg lvw. — Ref. Gustav Simon, Bisses lvw. — Ref. Georg Weifenfee, Ob.- Wöllstadt lvw. 10 Kompagnie. Ltn. Ernst Kutsch, Burggemiinden lvw. — Res. Franz Klimm, Ober-Erlenbach lvw. — Res. Gottfried Feucht, Ober-Erlenbach lvw. — 11. Kompagnie. Ref. Ludwig Mengst, Steinsurih tot. — - Res. Wilhelm Bruckel, Pohlgöns, tot. — Ref. Christian Werner. Affenhcim tot. — Ref. Karl Schmidt, Stockheim lvw. •- Bizefeldw. d. R. Wilhelm Born, Bilbel low. — Tamb. Gefr. der Reserve Georg Lehr, Dietzenbach lvw. — Res. Georg Häuser, Riederweisel vm. — Res. Jakob Lust, Hausen vm. — Res. Heinrich Wilhelm Kreutz, Rieder-Erlenbach lvw. — Eesr. d. R. Friedrich Christian Benitz, Bad-Rauhcim schw. vw. — Reserv. Johannes Pfeil, Rieder-Eschbach lvw. — Jakob Gemp, Rieder- Weisel PIN. 12. Kompagnie. Res. Heinrich Michel, Bruchenbrücken lvw. — Utssz. d. R. Hugo Steinhardt, Friedberg lvw. — Res. Jakob Schneider, Klein-Karben lvw. — Res. Philipp Filsinger, Piibcl lvw. — Res. Peter Reisschneidcr, Rinderbügen vcrni. — Res. Wilhelm Pohlmann, Klein-Karden vm. — Wehr in. Iah Heinrich Hill, Steinbach vcrmigt. 18. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando. Bekanntmachung. Frankfurt a. SH., den 15. Ott. 1914. Angehörige feindlicher Staaten sollen auch nach Ausbrmh des Krieges bei einzelnen Vereinen und Gesellschasten in ihrer Stellung als Vorstandsmitglieder oder in ähnlicher Stellung verblieben sein und an den Vorstandssitzungen und Geschäfts- erlcdigungcn auch dann teilgenommen haben, wenn e» sich -iM Gegenstände handelte, die das allgemeine Wohl de» Lande» berührten und deren Kenntnis für da» feindliche Ausland von Wichtigkeit sein tonnten. , Um in diese Verhältnisse für die Dauer de» Kriegszustandes den erforderlichen Einblick zu gewinnen, ordne ich hiermit an: Sämtliche Vereine und Gesellschaften, insbesondere auch Aktiengesellschaften und Gesellschaften m. b. H., bei denen Angehörige feindlicher Staaten als Vorstandsmitglieder. Mitglieder des Aussichtsrats oder Geschäftsführer bestellt sind, haben soweit sie im Korpsbezirk des 18. Armeekorps ihren Sitz haben oder ihl Geschäft betreiben, binnen einer Woche nach Bekanntgabe dieser Verfügung dem Stellvertretenden Generalkommando des 18. Armeekorps in Frankfurt a. M., Untermainka! 19. ein Verzeichnis dieser Mitglieder bezw. Geschäftsführer ein- zureichcn. Die Skichtbefolgung dieser Anordnung unterliegt der Straf- Vorschrift des § 9 Ziffer b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851. Der kommandierende General: Freiherr v. G a l l, General der Infanterie.