Dummer __ Dienstag, den 10. Uovemtrer 1 814. 7'.'I«hvgaug Die „»lene f«{t»!ti1unß“ fl’ tf) eint leben Werttag. Regelmäßige «cilagen ..Ser «»»fr -n» «esse»". „Sie Spinnttobe-. K»k»g»prfi.: Bf. den Postanstatten meeielia I-N.1, fei den Agenten monatlich so Pix. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anreißen: Grund,eile 20 Psg.. lokale 15 Psg, An,eigen von auswätts werde» durch Post,lach»» ) »e" er .oben _ krjüllungsort Hriedberg. Schrifileiinng nnd Verla, Friedberg (Hegen), Hanauentratze 12. Fernsprecher <8. Posticheck. Conto Nr. 4859, Amt Franlsnrt a. M. Nulsrlmicdcrlnstc. 4000 Ruffcn gefangen. — Ern Türkenfieg. — Ein »eer von 120000 Serben geschlagen. Der deutsche Generalstab b _ meldet: — W. T. B. Groszcs Hauptquartier, den it. November, vormittags. Amtlich. Wieder richteten gestern nachmittag mehrere feindliche Lchiffe ihr Feuer gegen nnsercn rechten Flügel. Lic wurden aber durch unsere Artillerie schnell vertrieben, (»in in den Abendstunden ans Nienport heraus unternommener «nd in der Nacht wiederholter Borftotz des Feindes scheiterte gänzlich. Trotz hartnäckigem Widerstand schritten unsere Angriffe bei Np res langsam und stetig vorwärts. Feindliche Gegenangriffe südwestlich BPrcs wurden abgcwiesen und mehrere 100 Mann zu Gefangenen gemacht. Im (Olten wurde ein Angriff starker russischer Kräfte nördlich des Wqszthtsr- Keea unter schwere» Urrlnfte» für den Feind znriichgeschlagen. Die Rnffcn liehen über 4000Ulann als Gefangene nnd ltt Malchi- nengewehrr in unjerc» Künden. Oberste Keeresleitnng. Der österreichische Generalstab ! - ...... meldet: .■ - ■.; W ien . 9. Nov. (Nichtamtlich). Amtlich wird gemeldet: Unsere Lpcroiiouen auf dem süölichelt Kriegsschauplatz nehmen e itcn kutlhaus günstigen Verlauf. Während jedoch unsere Vorrückung über die Linie Sabac-Ljesnien an den stark verschanz- t'u Berzfützen aus zähesten Widerstand stich, endeten die dreitägigen Kämpfe auf der Linie Loznica-Krupanj-Ljubo^ija bereits Ul«, einem durchgreifende« Erfolge. Der Gegner bestand au» der fcrb»schcu 9. Armee. General Paul Sturm, und der 1. Armee General Peter Bojavic, mit zusammen 6 Divisionen von 121,000 Mann. Die beiden Armeen befinden sich nach dem Verlast der tapfer verteidigten Stellungen seit gestern auf dem Nückzuqc noch Valfcwo. Unsere siegreichen Korps erreichten gejtrru abend Loznica, östlich den dominierenden Höhen des Haupti vrkeus der Sobolska Planina, südöstlich Krupanj Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht und Kriegsmaterial erbeute!. Details fehlen noch. p Das türkische Hauptquartier !! '• . meldet: 1 '•] o n j( c n t i n o p e1, 8. Nov., 6 Uhr abends. lW. D. vr,chtamUlch). Zweiter amtlicher Bericht aus ocm Groszen .Hauptquartier. Zn dem Kampfe, der seit zwei Tagen an der kaukasischen Grenze andauerte, ist die russische Armee vollk-.m- meu gLjchlagcn worden. Unsere Armee hält die russischen Stellungen besegt. Einzelheiten werden später bekannt gegeben. K o n st a n t r n o p c l. 9. Nov. (W. B. N'.chramtlra;). L\n weiterer Bericht des Ero'gen Hauptquartiers über den kru:t.:. fi'chei» Lieg an der kaukasischen Grenze besagt: Während un- fccc Kanallerie über Kagysman gegen den Feind oorrückle, grrfs das Gros unserer Armee das russische Zentrum alr. das stark roar. Nach heftigstem. zweitägigem Kampfe wurde der ie-nd ge'chlagcu. Un,cr Heer besetzte die vom Feinde verlai:(nen Stellungen Die Seeschlacht hei Coro'»«7l. Du dcu 1 |(ijc Darstelliuig. Berlin, fl Slot). Cälv S3 » " i mntlit!)) Ucbor den Verlous de; £ce.uie'i,-;co r.» ter Ä-le»,- ich fit Küste kann ans Grund der jetzt rerliegendc» Nachrichten sotgendc Darstellung, die dem taiiachliche» Hergang ctua e»> Irreche» Lürtte, gegeben werden: Unsere Sch.üe weiche aus Ostasie» nach der chilenstchen Küste jui.imir.c... : c 'J.rn, trafen dort das englische Geschwader. Beide l. : ead.vch.ss hatten vsienbar den Wunsch, es zu einer Schlacht Icmwen :u lasten. Die englischen Schisse snhre» in Kiellinie dinier »»ander an der chilenischen Küste entlang, während die den,ich:» Schisse hintereinander die Zahlt aus dem hohen Meere nahmen. Die Armierung des deutsche» Geschwaders bestand aus: sechzehn 21 Ztin.-Gcschützcn (Länge -lg), zwölf 15 Zim. Geschützen (Länge 40), zwetunddreigig 10K Zim.-Geschützen Die des englischen aus: zwei 23,4 Zim.-Geschützen (Länge >71. krei- stig 15 Ztm.-Keschntzen (Länge 45), zwei 15,2 Zim.-Keschiltzen (Länge 50) nnd sünszehn 10,2 Ztm.-Geschützen (Cäiißc 50). Die Vreiiseiten traten besetzt deutscherseits mit zwölf 21 Ztm Ge schützen, sechs 15 Ztm.-Geschützen und elf 10% Ztm.-Geschütze», englischärseits mit zwei 23,4 Zim.-Geschützen, neunzehn 15 Ztm Geschützen und jtinf 10 Ztm.-Gcschützeii. Beide Geschwader snh ren zunächst nebeneinander her, mit den Spitzen sich nähernd, bis au4 eilte Entfernung von etwa 6000 Meter von einander. Das Wetter war sehr stürmisch. Die deutschen Schisse hatten die- Sonne ans der Rückseite. Nunmehr erossneie das deu.icho Geschwader das Zeuer ans den schweren Geschützen, das aus eine fr, öftere Entfernung wirksam war, während die englis-he» Schisse erst etwa bei einer Entfernung von 4500 Meier zur Wirlung samen. Die englischen Schisse erlitten binnen kurzem so schweic Beschädigungen, daß „Eood Hope" sofort sank: „Mon- mouih", der, wie es heißt, dem ersten Schisse zu Hilfe eilte, wurde sehr schwer beschädigt und sank ebenfalls, vermutlich sofort. ..Glasgow" wurde ziemlich stark verletzt und ist vermuk- lich rbliisalls gefunken: jedenfalls liegt noch keine beglanbigie Nachr-chi vor» dag eines der genannten drei Schisse in einen Husen eingelausen ist. Ueber den gleichfalls in den Depeschen genani-!c>i „Otranto" weih man noch nichts, auch nicht; über da» Verbleiben des englischen Schisses „Eanopus". Das deutsche Geschwader hat sich zweifellos den Vorteil der stärlereu Gischütze und dcr Wetterlage zu nutze gemacht, den sich der englische Adnnral entgehen liest. Auch die Bedienung der Geschütze deutscherseits must austerordentlich gut gewesen sein, während die Wirkung der englischen Kanonen eine nur geringe war. Deutscherseits wurden nur höchstens sechs Verwundete gezählt. Es hcistt übrigens, dast der Kreuzer „Nürnberg" bei dem Gefecht nicht anwesend war. Das Eiserne Kreuz. Berlin, !). Nov. (W. T. B.) Dem Chef des KrenzergeschwaderS, Vizeadmiral Grasen von SPee, ist das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse und einer größeren Anzahl von Offizieren und Mannschaften das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen worden. Ebenso wurde dem Komntandaiitett des Kreuzers „Karlsruhe", allen Offizieren, Beamten, Deckofsizieren und fünfzig linieroffi- zieren und Mannschaften dieses Schiffes das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, Nach dem Fall van Tsingtau. (W. T. B. Nichtamtlich.) - Tie „Norddeutsche Allge-' meine Zeitung" schreibt zu dem Falle von Tsingtau: Bis zur Stunde sind wir auf die knappen Berichte aus feindlicher Duelle angewiesen, die uns den Fall von Tsingtau iünden. Enzelheiten über die letzten Kämpfe und ihren Ausgang sind in Berlin noch nicht bekannt. Soviel ließen aber alle Berichte schon bisher erkennen, daß der Helden- kompf, den die Befatzunzz unsrree ostasiatischen Siedelung rustcctt, lue liebsten Erwartungen ersüllre, mit denen das deutsche Volk die Ereignisse ans deni fernen Anßenposten begleitete. Die Verteidignüg Tsingtau? gegen eine nnüber- lebbare Ilel erwacht, die zwei Monate durchhielt. wird alle Zeit zip den glorreichsten kriegerischen Taten gehören. Wir deuken mit tiefer Dankbarkeit an die Helden, die dort für da?- Vaterland gefallen sind, sowie auch derer, die bis zum äußersten sieh mit Leib und Leben für Tentschsands 87»hm und Ehre eingesetzt haben. In dankbarem Gedächtnis wird bei nn-Z auch die opferfreudige Verteidigung der „Kaiserin Elijabelb" scelleben, die auf Befehl des ehrwürdigen .<äerr- k :■ auf f"’ii Throne der Habsburger unsere Salbe zu ihrer Seest: mo.ebte, und deren Besatzung nach der Versenkung des Kreuzers mit linieren Streitkeäften Schulter an Schulter kämpfte und ein neues ruhmvolles Blatt in die Geschscble der Bundesgenollenslbast Deutschlands und Lesterreich-lln- garns einfügle. die ihre llnerselüitterlichkeit nun auch in der erustcäen Vrobe glänzend bewährt hat. Der Kampf im fernen Osten ist ausgekämpst, aber mit seinem Ablebluß wird e- in seiner Wirkung in der Zukunft nicht rrlosrke:r sein: ^en'ir'kand. wird nie vergessen, wer der Anllist-r und der i e--r des beimtüekiseben NeberfolleS war, dem reine 7 äb-ue im lernen Land zum -Opfer sielen, der die Früchte langiäbr'aer deultber Knsturnrbeit vernichtet, lo schrieben vKr ver oir-i ' -a We-ll'en. Diese Worte werden fcrtbrstehen. Der Kei'er r.:i den Nrichslnz. Berlin, K. Nov. kW. ~ B ) Von - Kaiser ist bei dem ReichStagsprä üdenten Tr. Lärw.-f nachstehendes Telegramm eingeiroffen: Ich danke Ihnen für den Ausdruck der Gefühle des Sebmerzeö^ und de? Vertrauens aus die Zukuust, von welehcu der Reichstag und alle deutschen Herzen angesichts deS Falle? von Tstngtau erfüllt find. Tie heldeuuliiliae Verteidigung der in langjähriger t'trbeit geschasseue» Musterstätte deutscher Kultur bildet ein neues Rulnn.-s- blatt für den Geist der Treue bis zum Tode, den da- deittschc Volk mit seiiiem Heer und seiner Flotte in dem gegenwärtigen Verterdigungskampf gegen eine Welt voll Haß, Neid und Begehrlichkeit schon so maniiigsach u-eli: Gott nicht vergeblich — betätigt bat, Wilhel m, l >7 Engländer und Iapnncr in Tsingta». st et-'i . : » - t). Nov. (W. T. B.) Tie englischen und jnponiiei .it Ten: Pen sind in Tsingtau eingezogen. Der Ärieq im Grient. England der Feind des Islams. Wien, 4. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Zn dem Konflikt der Türkei mit ve- Entente schreibt da« Fremdenblatt: Zu::-. Lust-, rm»h E ngland in einen ernstlichen Krieg'mit der Türkei, mit dem es jener gegen die mohammedanisckze Welt gerichteten Politik die Krone anfsetzt, jener Politik, die England betreibt, seitdem es sich bemühte, einen eisernen Ring um Deutschland zu schmieden. Mohammedanische Währung war es, mit der Großbritannien, insbesondere seit den letzten zehn Iah :n leine Helfershelfer gedungen hat. So erwarb König Eduard die Freimdschnft Frankreichs, da? kur» vorher fast einen Krieg gegen England geführt hätte, dadurch, daß er Frankreich erlaubte, sich Marokkos zn bemächtigen. Ebenso gab England Persien durch Vereinbarungen mit Rußland prei:-. Endlich wurde in Reval die Teilung der Türkei beschlossen. Marokko, Persien und die Türkei sollten somit der Kilt sein des neüerstandenen Bundes früher unversöhnlicher Feinde, für den dann wieder Rußland und Frankreich ein änderet nwhominedanisches Land, nämlich Aegypten, an Cn.ztanb Preisgaben. Wenn allerdings die Revaler Besprechungen nicht den beabsichtigten Erfolg hatten, lag der Gcnnd i:i.'> für an dem Widerstand des tärkisclzen Volk,-:-, der i.i k-r jnngtärkischen Revolution mit ihrem stark nationalen . - - Einschlag so überwältigend zu Tage trat. Indem de, jetzin: König, vereint mit Rußland, leinet» ärgsten Feinte, du Türkei angreift, geht er noch viel weiter als sein V.-l.-c, ni- dem er die uralten Grundsätze der cnglisch.n ’p.u: -'.-r- leugnet. Freilich bedurfte es erst einer bewaffneten An.nt», um die Türkei zu bestimmen, aus der neutralen Znr.-ci: nng herauszutreten. Was sich jetzt ereignet. ,st nnh 5 e.-i - res, als die Vollendung des Werkes König Cdn.aDi, : den Trümmern des islainitischen Staates die nene-por ... Freunde zu bezahlen. Tie Türkei wird aber > l l hinterlistigen Ränkespiel einen tüchtigen Strich di.r: > Rechnung machen. Wir begrüß.» i.rrt aufrichtiger t..n tuung und Lewundernng die Entschlossenheit, mit dcr - .' os-manische Volk in den Kampf gegen den brutalen u: o e > siden Feind zieht. Jagd aus die russische Flctte. K o n st a u t i n o v e <. ') Nov. (W. T. B.) 'Nach der aintlichen Rachriü-t in.. ’.e eil türkische Flotte, nachdem sie einen Teil der inssise » '! >ü« bei Koslu und Zongnldnk beschaffen hatte, Ic-fd aus i e >n-- fischen Schisse. Es gelang diesen jedoch, unter dem . an:.-.« des 9fcbclö zu entkommen. Die ägyptische Frage. Mailand. 8. Nov. .i.ni Meldungen ans Kairo erließ Marwell einen Ausruf, in de», es heißt. Großbritannien >inipfe, um das Recht und die Freiheit Aegyptens zu schützen, die ans dem Schtlachtteld gegen Meliemed 'Ali errungen worden seien, und um die Foridauer des Friedens und des Wohlstandes zu sichern, die Aegypten iu den dreißig Jahren seit der englischen Okkupation »i-nol- ten habe. In Anerkenni-ng der Achtung, die der Snl'an als religiöse?- Oberhaupt der Mohammedaner einflöße, belange England von den Aegvvtern keine positive Hille, sondern nur, daß dos Volk sich jeder Unterstützung des Fe-nde-.- rnthakte. Der englische Geschäftsträger teilte dielen Anscnl dem Miikisterpräsibenten mit, und dieser erkläre, er wolle mit der Regierung die Veewaltnngsgeschäfte fortsetz - > damit d-aS Volk keinen Schoden erleide. Die Rnyen in Persie::. K o n st a n t i n o p e I, 8. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Teheraner Blätter melden die Ankunft neuer russischer Truppen in Persien. Am 8 >'ov. liasen in Ardebil etwa 104)0 rnssiselze Soldaten ein. die angeblich nach El>oi und SalmaS an der türkischen Gren-,.- sieh t-egaben. Hundert Mann kamen nach Äasmin- das vor einiger Zeit von den Russen geräumt worden war. l.,-I in Melched gelandete rnslische Soldaten ünd mit 70 anderen^ 1». 2«4_________ ussiscl>en Soldaten nach Kasmin abgogange». Russische Gruppen trafen mit Munition und Lebensmitteln in Baku ,-pid in Choi ein. Der Burenaufftanv. (W. T. B. Nichtamtlich.) (Rcutcrweldnng.) Ein star- es Kommando von Aufständischen zieht, wie es beißt, unter em Befehl des Generals Kemp, durch das Tal des Great Zalt River nach dem Bezirk Bryburg. Oberst Albert zieht ,it den Rcgiernngstrnppcn in derselben Nickstimg Eme Abteilung Anfständifcher ist in Harrysmith rmgcrüft. Die Neai'i B-e!si«h nbcrfchrit- ?n, die Ansständischen verfolgt und 85(1 davon gefangen gc- omnien. Im Freistaat besetzten die Aufständischen neuer- ings Harrysmith und entfalteten in mehreren anderen Distrikten ihre Tätigkeit. Oberst Mentz meldet, das; er nach inem Gefecht von Bronkhprstsvruit die von General Müller eschligten Aufständischen sechs verwundet und vier cfangcn genommen habe. Ans Frankreich. Eine vnverlißliche Organisation. Paris, 7. Noo (W. Nt hiamtlich). Unter der Ueberschrift „Eine unvcrläßliche iganisalion" kritisiert der „Xcmpä“ den Erlaß Nivianis an e Präickten in der Zone des Feldheeres vom 77 Oktober 5er Liljsaktioncn für die Bevölkerung der verheerten (beete, die Wiederherstelluna der Schäden usw. Die Absichten ■s Erlasses mögen noch so ausgczrichteet 5®»., sie wurden doch ne völlig ungenügende Wirkung haben, wenn den Präsckicn cht ergänzende Instruktionen gegeben und diese zur Kenntnis r Ocffentlichkcit gebracht würden. Der Ausgabenkreis sei chl genügend scharf Umrissen, in welcher Form und unter wcl- n Umständen sie eingreisen sollten. Im Prinzip habe die egierung den Gemeindeverwaltungen die Sorge anvcrtruut, :: Tatbestand von den Zerstörungen aus den Grundstücken, 'gern usw. auszanchmen. Danach sollen die Präsekten die 'itiative ergreife«. Das Blatt spricht zuletzt von der wichtig- n Frage der Beschaffung von Arbeitsgelegenheit, die sehr w-crig sei. Arbeit für alle Flüchtigen zu schaffen, sei kaum öglich. Darum fordert der „Temps" die Ausstellung eines jenes von öffentlichen Arbeiten, die dringend in Angriff ge- .urmcii werden müssen. Nur so könne endgültig wirksame bh-Ist geschaffen werden. Je besser das Zirkular vom 27. Ok- ber erklärt und in diesem Sinne präzisiert werde, um so -visier werden die guten Absichten verwirklicht werden, die 'r Ministerpräsident dadurch zu erkennen gab. Bearbeitung der Mohammedaner im sranzösischen Nord- srika. Der Generalgouverncur von Algerien, Lutaud, hat neu Ausruf an die mohammedanische Eingcborenenbevölke- mg in französischen Nordafrika erlassen, desien Wortlaut die anzösische Presse mitteilt. Es wird den Eingeborenen be- ciflich zu niachen versucht, daß die Türkei von Deutschland / usgestachclt worden sei, den Krieg gegen den Dreiverband zu öffnen, obwohl der mohammedanische Glaube nicht bedroht i. Frankreich habe kernen Groll gegen die Türkei. Der Auf- if erinnert die Eingeborenen an die Wohltaten, die Fronk- ich ihnen erwiesen habe, und fordert sie auf, für die Bernich- ing Deutschlands zu beten, wie dies die Mohammedaner in cgyptcn und Indien ebenfalls täten. Konfiskationen in Frankreich. Nach einer Meldung' aus n'arfcille wurde die dem Fürsten Löwenstein-Brandcnburg ge- rend,. große Besitzung Chateau du Roure, die in der Gründe Sts. Maries de la Mer liegt, von den französischen Beuden beschlagnahmt. Die französischen Stiefel. Paris, 7. Nov.( W. B. Nicht- ntlich!. Ein Rundschreiben des Marincministers verlangt n den neu cintrctcnden Matrosen die Beschaffung eines Paa- s neuer gut erhaltener Stiesel gegen Riickerstat- ng der Preises. Ans Gnfllnnd. Ein Bekenntnis edler Seelen. Die „Times" schreiben im itattitel vom 7. November: Es bestehen Vergleiche über s, was wir geleistet, und das, was andere Nationen (natüe- : Frankreich und Belgien) getan haben. Eigentlich leisteten l mehr als unsere Verbündeten, denn wir hatten nie beab- Üigt, mehr als 150 000 Mann nach Europa zu schicken, und ben doch schon doppelt soviel getan. Wir dürfen nicht ge- >ngi werden, »och darf man von UNS Wunder erwarten. — .nn dieser Ton weiter beliebt, werden wir ja noch manche kenntnige edler Seelen zu hören bekommen. Der „Friedhof der Gefallenen der Verbündeten". Dir inei- » englischen Blätter geben nunmehr zu, daß die Verluste : Verbündeten besonders bei Dixmuidcu weit stärker gewesen d als die der Deutschen. „Daily News" schreibt wörtlich: lxmuidcn ist zum Friedhofe der Gefallenen der Verbündeten werden. Di' deutschjciudlichca Ausschreitungen in Deptsord. Lon- 7. No». (W. SB. Nichtamtlich). „Daily Telegraph" üdct: Gestern wurde vor dem Schwurgericht gegen 21 Män- r und ,unge Leute wegen der deutschfeindlichen Ausschrcit- gcn am 17. und 18. Oktober in Deptsort verhandelt. Der aalsanwalt führte aus: Der Zweck der Ausschreitungen war Beschädigung des Eigentums Deutscher. Es sei unnötig, die möglichleit zu betonen, den Pöbel regieren zu lagen. Der oaule. daß cs patriotisch sei das Eigentum zu zerstören, weil Deustchcn gehöre, müsie gründlich ausgetrieben werden. Der !tcr veizängtr in drei Fällen Gesängnisstrafe» von vier, 9 d :2 Monaten: die übrigen wurden unter der Bedingung iftigcu Wchlverhaltens frei,«lassen, würden aber bei Wie holungeu nachträglich Strafen für ihre jetzigen Vergehen alten. Ter Richter erklärte den Angeklagten, daß jede Wic- .holung strenge Bestrafung zur Felge haben würde. Wackycilde Erkenntnis. Lp n d o » , 7, Rvv. (Nichtamtl,) i>ail, Mail' schreibt: Der Sieg kann nur gewonnen werden Reue Tageszeitung. Dienstag, den 10. November 191t und das britische Reich nur gerettet »erden, lvenn England für Armeen sorgt, die eine kräftige Ossensive gegen Deutschland ergreifen können. Wir stehen dem Angriff durch eine vollkonourn bewafsucle hoihorganifierter Nation von 05 Millioneji gegcn- ilber Es ist ei» Kampf, der um unsere Existenz geht. England kann den Angriss nur Niederschlagen und alle Ziele erreichen, iven cs möglichst bald Armeen von 1—2 Miilloucn Mann ins Feld stellen kann. Es gibt keinen anderen sichtbaren Wieg zum Ersvlge. Wenn die freiwillige Rekrutierung die erforderlichen Strcitkräste schafft, so muß Euglaud die ollgc- u»r.' Wehrpfficht annchmcn. Ir länger die Nelrutiermigsbe- horde zögert, bessere Methoden anzuuchmen, desto näher rückt die allgemeine Wehrpflicht. Das Blatt sieht zwei große Schwieriglcite», dis die freiwillige Rckruffcrung behindern. 1. macht sich ein großer Teil des Publikums die wirkliche Lage an der Front nicht klar, was eine Folge der Geheimnistuerei der Behörden sei. Der zweite Grund sei die ungenügende Fürsorge für dir Frauen und Familien der eintrctendcn Kriegsfreiwilligen und für die Verwundeten. Rückgang des englischen Hansels. London, 8. Novb-, (ÜB. B. Nichtamtlich). Nach dem Ausweis des Handelsamts betrug '»> Monat Oktober der Wert der Einfuhr 51559 289 Psund Sterling, d. i. gegen den gleichen Monat des B-rjahrcs eine Abnahme um 29170 887 Pfund. Der Wert der Ausfuhr im Monat Oktober belief sich aus 28 991 815 Psund Sterling; das bcdcutci gegen das Vorjahr eine Abnahme um 18 929 884 Pfund. Erbeutet und versenkt. London, 6. Nov. sW. B Nichtamtlich). Die Londoner Blätter melden, daß der Sunderland- Dampfer „B i u e b r a n ch" von dem deutschen Kreuzer „L e i p- z i g" an der Küste von Chile erbeutet und vcrfcnlt wurde. Die Mannschaft ist In Sicherheit gebracht. Aus |titßlanfc. Brochlegung des russischen Handels. Haag, 4, Rovbr. Die „Times" weife» neben der politische» auch aus die große wirtschaftliche Bedeutung hin, die das Eingreifen der Türkei für Rußland hat. Im Norden sperre die deutsche Flotte die gesamte Holzausfuhr Rußlands, rm Süden werde der gesamte Ectrcidchaudel von der Türkei brachgclcgt. Beide Ausfuhrgüter bildeten die Haupteinnahmequclle Rußlands, Diese sei durch die Sperre verstopft, und man werde bei einer langen Kriegsdauer dem Verbündeten höchstwahrscheinlich finanzielle Hilfe gewähren mllsien. Mißernte in Rußland. Petersburg, 2, Nov. Nach den offiziellen Angaben der im Fiilanzministciium in Petersburg a.ntlich herausgegebenen „Handels- und Jndustriezeitung" über sie diesjährige Ernte in Rußland ergibt sich, wenn man diese Zahlen mit den vorjährigen vergleicht, für alle landwirt- lchistlichen Erzeugnisse ein so außerordentlicher Rückgang, daß von einer schweren Mißernte gesprochen werden muß. Der Rückgang des Eruteertrages betragt für Weizen 7,887,999 Tonnen zu 19 Doppelzentnern, für Roggen 3,719,999 Tonnen, für Hafer 4,129,999, für Gerste 3,999,999 Tonnen, d. h. es wurden nur y, für Weizen nur % des in anderen Jahren geerntete» Ertrages eingebracht. Zweifellos sind diese Zahlen des amtliche» Rußlands immer noch viel zu günstig gefärbt. Gerade die hochlultiviertc» Seeprovinzen und das fruchtbare Wolgagebiet jollcii am schwersten von der Mißernte betroffen sein. Was diese Zahlen für die Einnahmeausfälle des russischen Staates und für die Stimmung der hungernden Bevölkerung gerade jetzt bedeuten, läßt sich leicht ermessen. Staatlicher Diebstahl in Rußland. Der Minister des Innern Hai eine» Gesetzentwurf ausgearbeitet, der Maßnahmen vorsieht zum Zwecke einer Reduktion des deutschen Grundbesitzes in Rußland. Der Gesetzentwurf wird der Prüfung durch eine Spezialkommisston unter dem Vorsitz des Justizministers unterbreitet werben. Der Dnis MrttmiiirH im Jt&. Stuttgart, 9. Nov. (W, B) llcber die Fahrt des Kongs und den Aufenthalt aus dem westlichen Kriegslchauvlatz ist einer Zuschrift an den „Etaatsanzciger" u. a. zu entnehmen, daß de: König, nachdem er am 21. Oktober in Metz vcrjchicdcne Lazarette besucht und den dort kommandierenden General emp- s Ilgen hatte, kurz daraus zu den westlich von Metz befindlichen Truppenteilen sich begab. Am 2. November suhr der König nach Montmcdy, wo er die Landsturmsormationcn und das meist von Württembcrgern geleitete Lazarett besuchte. Die Fahrt führte alsdann zum deutschen Kronprinzen und am 3. November zum Kaiser. Tags darauf begab sich der König nach Velgie», wo an verschiedenen Orten einzelne Truppenteile besichtigt wurden. Aus der Weitersahrt begrüßte der König de» Kronprinzen von Bayern und den Herzog Albrecht von Würt- tcmbei x. Der jolgcndc Tag führte ihn nach Brüssel, wo er den Genclalgouvcrncnr Fcldmarscho.il Frhr». v. d. Goltz und einzelne Ecncrülc empfing. Am 7. November traf der König wieder in Stuttgart ein. (fin dkiltlchcr fJirarr iibrr Piinhirdirn. London, 9. Nov. (Nichtamtlich). „Daily Mail' meldet, daß ein deutscher Flieger gestern zwei Bomben über Dün kirche» abwars. Die eine Bombe siel in ein Dock, ohne Schaden aazurichte», die zweite fiel in der Nähe des Rathauses. Im Umkreis von 199 Meter sprangen alle Fensterscheiben. Fort mit lim ZlhmWjldlrn. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt z» de» unwürdigen Kriegs-Anfichtspostkarten: „Unsere Anregung hat i« weiten Kreisen der Bevölkerung lebhafte Zustimmung gesunde», ein treffliches Zeichen jür den gesunden Sinn des deutsche» Volkes. Besonder» er- sreutich aber ist es, daß das Oberkommando in den Marke» sowohl wie das Polizeirpästdiuni durchaus unsere Auffcl- suug teilen und bereits feit längerer Zeit gegen diesen un- w.iidigen Bildervertrieb Vorgehen. In vielen Läden find Seite 2. schon derartige Bilder beschlagnahmt worden. Der gute Geschmack des deutschen Publikums wirb es sicher nicht billige», daß weiterhin solche Schmähbilder in den Handel komme», und die oben genannten Behörden sind gewiß daulbar. wenn sic aus dem Kreise der Bevölkerung auf Bilder der grnamiten Art auffnerlsam geniacht werden, dann! j'o de» weiteren Vertrieb hindern köunen. (fm Itoflliidiefiill. Straßburg, 7. 3lo». (SB. B. Nichtamtlich). In ci- tnin Munrlivnsdcpot am Wafstrturni ereignete sich gestern ein schwerer UugUiüssult. Durch unvorsichtiges Niedersctzen eine» Kastens, in dem sich einige vom Gciechtsfeld zurückgckomuieue Jünd-r und Zündeilcile besandcn, entstand eine heftige Explosion, wodurch ein Arbeiter und der die Aussicht juhrende Obcrfeucnvcikcr getötet, und zwei Arbeiter schwer verletzt u-urden. (i'jjjloliofl finrr Milk. A i» sterdam, 7. Non. (SB. B. Nichtamtlich). „Nieuivs van den Dag" meldet ans P'muidrn: Ein hier eingrcrnffeuer Herinzslogger entdeckte beim Hcrausholen des Netzes, daß er S e c m l u c u darin gefangen hatte. Beim Versuche, dis Ney abzuschnciden, explodierte eine Mine und beschädigte da» Vorderschiff arg. Del Kapitän und der Eteucrinan« ertranken. Sven Cevitt über den Kaiser. Dclliil, 8. Nov. (Nichtamtlich). Sven Hedin erzählte rutetn Vertreter des „Berliner Lolalanzeigers" jerne im dL'rtfchrr: Hauply-rcarrrer gewonnenen günstigen Eindrücke. Er sagte über den Kaiser: Ich hatte das Glüa, ihn in jruhe'en Jahren lcnncn zu lernen. Er hat sich nicht verändaK. Ich kann Ihnen sagen, daß er nichts von seiner Frische und Bcmeg- lichleit eixgebüßt hat. Dabei ist der Ksisrr — Eie können es fast «vrttich nehmen — jeden Tag 24 Stunden beschäftigt. Alles tn„j| ihm gejagt und ihm mrtgsteilt werden und wird run ihm mrtbearbertct. Ich habe niich oft gefragt, wie der Kariar das körperlich und geistig ertragen tönue. Die Antwort glaube ich gefunden zll haben: Es ist sei» reines Ccwisien, daß er r-.r Gott, der Mitwelt und der Nachwelt nicht nur schuldlos an diesem L'cilbiairde ist; sondern daß er ihn zu verhüten oos Acu ßeiste tals Tie germanische Sache konnte sich keinen be,seren Vollbringer wünschen, als ihr das Schicksal in der Person dieies Kaisers gewährt hat. Es ist, als sei er für diese Zeit geboren, denn wie er für den Frieden sein Letztes eingesetzt hat lo jetzt sllr das Erringen des Sieges. Er fühlt, daß er die Dcraniwor- tung für die Gestaltung der deutschen Geschicke trägt. Danach ist heute all sein Empfinden, Denken und Handeln gerichtet. Russische Aantasiesiege. Wien. 8. Nov. (W. B. Nichtanftlich). Die Rüsten gefallen bch darin, phantastische Nachrichten über angcblick-c Siege ihrer Truppen und die schwierige Lage der llnsrigen, übe: zahlreiche Gefangene usw. zu verbreiten. Gegenüber diesen Ersin. Lungen ist es nützlich, festzustellen, daß seit mehreren Tage» weder in Galizien »och in Russisch-Polen ein Zujammenstvß stait- gcsunden hat, daß die letzten Kämpse, wie beispielsweise bei Stary Sambor und Turka für unsere Truppen siegreich verlaufen sind, und daß diese 2599 Gefangene machten. An der Lysa Eora haben unser« Truppen sich vom Feinde ohne Kamvf gelöst und versclgen die Bewegungen, die ihnen aus strategischen Gründen besohle» wurden, in voller Ordnung ohne vom Feind« belästigt zu werden. <*in Feldpostbrief. Warum ich das Eiserne Kreuz erhielt. L..... ,26. Oktober 1914. Trüb und neblig war der Morgen des 22. August. Unsere Stimmung war auch nicht die beste, da wir um 12 Uhr nachts ciarmicai woroeu waren. Mir eprsönlich war cs um so unangenehmer, weil ich zum erstenmal im Feldzug rin frisch überzogenes Bett bei liebenswürdigen Quarftcrleutcn in Libra- mvnl hatte. Warum wir eigentlich aus dem schönsten Schlummer ousgemcckt wurden und die übrige Nacht an einer Hecke im Freien zubringcn mußten, "-eiß ich heute noch nicht Jedenfalls hat es seinen guten Grund gehabt. Früh morgens brachen wir auf und legten im Morgennebel ein gut Stück zurück. Unser Weg suhlte an einem belgischen Hospital vorbei, das nur allzu viele von uns in anderem Zustande an demselben oder anderen Tage sehen sollten. Selbstverständlich fiel uns über die gewohnte» Sicherheitsmaßregeln beim Vormarsch nicht das gc-ingjlc ein, und wir dachten schon auch an diesem Tuge un. xcraps: dnrchzutomnien. Schließlich gelangten wir in ein lichtes Waldstück, wo wir dann einige Zeit liegen blieben, unser Hauptmann lag vor dem Waldrand aus Sftoh und beobachtete sehr gespannt. 'Aber als wir um 1 Uhr Esten holten bei der Feldküche, die wegen des sumpfigen Geländes nicht heronfah- ren konnte, schwand jeder Gedanke, daß wir heute noch mit den Rethosen nähere Bekanntschaft machen würden. — Da sprengte so gegen 2 Uhr der Adjutant in sausendem Galopp heran: „Herr Hautpmann .... in der Richtung ans das Torf -- Antreten!" — : nd schon war er weg und überbrachle andeeen Kompagnien Bcs.hlc. /— Unheimliche Stille herrschte im Dorfe Anloy, als wir durch norjchicrten, lein Bewohner wor zu sehen. Heiß brannte die Senn-' äcrnieder, und gern hätten wir einen Trunk Waste: gehabt. alte Frau lugt verstohlen aus ihrer Hauslüre und jta'.ie uns voll Entsetzen an. Als ich nach Master frage, eilt sie nicht gcjchwind zurück, um zu holen, wie wir es auch i» Feindesland gewohnt sind, sondern lispelt monoton: plus loin (clieoe weiter). Jedenfalls haben wir kern Wüster gekriegt, u. es mar ein Glück, daß wir einen Bach mit silberNa - rem Wojjer durchschritten, ans dem wir, ungeachtet der Sen chengefahr, schöpften — hat uns auch nichts geschadet. Aas der Höhe augelommen, ist es uns allen zur Gewißheit geworden: es gehl in die Schlacht. Nicht als ob es «ns besonders erregte -- waren schon lange daraus vorbereitet — »her. ein prrOekn- •r. Wl Seite 3. des Gefühl lag doch im ganzen Nervensystem, — Schweigen will ich von der Entwicklung zum Gefecht, von unserer Feuertaufe und dem eigentlichen Jnsanteriegesecht selbst — gehört ja nicht in den Rahmen dieser Beschreibung, Doch erwähnen will ich, daß der hessischen Division annähernd VA, srauziisischc Korps gegcnüberstanden und vernichtend geschlagen wurden von dcn „blinden" Hessen, Der Tag von Anloy wird sich den anderen Rutzmcstagen der hessischen Geschichte würdig anrcihen, wird vielleicht alle überstrahlen an Ruhm, aber auch au Blut. — Die Sonne sinkt. Noch nie im Leben habe ich mir sehnlicher den Abend herbcigewunscht — der Kamps hatte uns zu sehr ermüdet. In einem Neincn Wäldchen sinden wir schließ- lick, etwas Schutz vor dem französischen Flankenseucr und verschnaufen ein wenig. Mein ehemaliges Regiment, in dem ich als Einiähriger dicnie, Leibgarde, ist herangckommcn und nun heiß' cs: Weiter vor, alles, was noch vom Regiment 11G da ist, macht mit, Herr hautpmann Papst v. Ohain übernimmt die Führung und in langem Sprunge geht es aus dem Walde heraus und immer vor, da wir kein Feuer erhalten. — „Herr Hauptmonn, der Wald links vorn ist vom Feinde besetzt", wird gemeldet. Stört nicht im geringsten, gilt es doch die vcr- wünschle französische Batterie zu erstürmen, die eben ein mörderisches Schrapnellscuer auf unsere Kameraden sendet, die rechts noch etwas zurück find. So gcht's die hohe hinaus. Die Geschütze haben das Feuer eingestellt, Run zum Sturm! Hurra! Die Batterie ist genommen. War an sich keine Leistung, da si- von den Franzosen schnöde verlassen war. Das Glücks- gcsiih' des gelungenen Sturms wird bei uns dadurch ausgclöst, datz wir wie toll auf die Geschütze springen, Hurra rusc», die Wacht am Rhein" und „Deutschland über alles" anstimmcn, lind »ns gegenseitig durch Händeschütteln beglückwünschen. Aber dos ging olles im Eiltempo, Fast noch rascher, als ich die-' nicderschrcibe, hieß cs: „Die Franzosen kommen" — „Ach nein, sind ja Deutsche!" — meint der eine oder der andere. Biel" waren erst dann davon überzeugt, daß es Feinde waren, als ihre Bajonette durch die Büsche blitzten. Im Nu oon den Geschützen herab! Alles eilt an das unterste Gelcknrü r* W* sich Herr hau ptmaui-, Papst r Oha in befindet. Im Moment hatte ich die Situation ersaht und erkannt, dah uns die Franzosen umzingelt hatten, schon auf 10-20 Schritt heran waren und uns mit ihrer Uebermacht zu erdrücken drohten. Es war der Augenblick der höchsten Geiahr für unser kleines helden- hviislcm vo» vielleicht 150 Mann, Aber se größer die Gefahr ,e größer die Ruhe und Entschlossenheit bei den kaltblütigen Deutschen! Du steckst i» der Klemme, hau Dich heraus! „halt! Stehen hier bleiben, Ihr seid doch Deutsche!" ries ich einigen Zaghaften zu, die alle zum großen Haufen an das unterste Geschütz wollten. Es glückt mir, zirka 80 Mann, meist 115er, doch auch einige IlOcr, an, zweiten Geschütz zurückzuhalten, — Die l idcn obersten Geschähe waren unverteidigt. Es war insofern von erhöhter Bedeutung für die Abwehr des französischen Anglist , als «vir beiderseitig ein viel wirksameres Feuer iu den Wald schleudern lonmen wie die Maunschast des unteren Ec schützes, die zu dicht stand und sich infolgcdesien beim Schießen hinderte. Das franzüsische Sturmsignal, weich und melodisch, der gcllisck>e» Rosse entsprechend, ertönt. Kommt nur her. wir -mpsange» euch! Ein wütendes Fenier wurde in den Wald geschickt und wv ein Bajonett blitzte und eine Rothose sich zeigte, wurde hingehalten. Das gab Raspelt. Einzelne mackitcn ja eii.cn schivachen Versuch, hcranzukommen, muhten aber den Versuch mit dem Leben befählen. „Langsam seuern, nur ivenn einer sichtbar wird, draus feuern!" Denn schon wurde das feindliche Feuer, mit dem wir selbstverständlich auch beehrt wurden, schwächer, und der Feind zog sich zurück. Am Gcichütz- rad stand einer der Wackersten von «ns, ein 115er. Lächelnd berichtet er immer, wenn feine Kugel einen getroffen hat. So schießt er viermal, sülfmal vielleicht, da geht ein Zucken durch ihn, sei» Gewehr sinkt und langsam fällt er auf die Felsen. Die Feindcstugcl war ihm ins Gehirn gedrungen und hatte ihm einen schmerzlosen Tod bereitet, Soll ein Reservist und Vater von 4 Kindern gewesen sein, wird erzählt. Wie gern mühte ich seinen Namen! Roch einer der unseren nachte die Dertei- dipu'ia mit dem Leben bezahlen, zwei wurden verwundet. Die Franzosen sind weg. Ein mutiger Leutnant geht mit einigen, die sich gleich freiwillig melden, als Patrouille vor und 7aa."et k.:. — ~.iTitn, ,, jn auch zu schwach gewesen, um Iwch eine weitere Verfolgung ausiichmen zu lönnen, und zudem ging der Tag zu Neige, Cs war die erste Batterie, dir dir Hessen in diesem Kriege »ahmen, und wenn ich richtig gelesen habe, sind dir Geschütze nach Daraisiadt gctomme». Ans dem Walde kamen nun noch andere Teile der 40 In- siinterie-BrMade. Ilörr und 1 liier sondern sich und marschieren durch den Wald, wo die Franzosen wie gemüht lagen, aus einen freien Platz, einem Weizenacker, «ruf dem noch die Frucht- Hausen stehe». Die Kompagnie» werden gesammelt, jubelnd wird dre Fahne begrüßt, die uuverfehrt geblieben ist — unser hanptmaun lebt auch noch zu rurserer allergrößten Freude — gegenseitig drückt man sich die Hand, so innig, wie taum sonst >m Lebe», Wir habe» ja einen herrliche» Sieg errungen. In der Däuriiicrrrng tont der Choral: ,Mu» danlet alle Gott" über das Schlachtfeld und gibt de« die Ehre, der uns den Sieg go- a geben hat. — Las C>>erne Kreuz wird verliehen: t) für besonderen Taten: 2) für andauernd tapseres Verhalten wahrend einiger Gefechte, Das ersterc ist vielleicht Glückssache, Mir blühte das Glück beim Abwehr des französqchcn Sturmangriffs Da- jür erhielt ich das Eiserne Kreuz, Bizcjeldw, d. R, Braun, Lehrer in Holzhausen v, d. H. Höchstpreise für Kartoffeln. ' Frirdbcrg, 8. stiov. Betr.: Höchstpreise für Kartofscln. Dom Großh. Kreisamt erhalten wir folgende Mitteilung, „Es scheint mehrfach die Meinung verbreitet zu sein, daß ein in Hessen ansäsftger Produzent Kartoffeln au einen außerhalb Hessens wohnenden Käufer (Verbraucher oder Händler) zu einen, die festgesetzten Höchstpreise übrrsteiven- den Preise verkaufen dürfe, ohne sich dadurch strafbar zn machen. Diese Meinung ist irrtümlich " Reue lage—zeitng. Dienstag, den 1«. November 1914. Ilriitr Hi t ncue JrJUfpna des KartoffklhöMprtijkg bemerkt die hessische Landwirtschaftskammer: Die neue Festlegung der Höchstpreise trägt den berechtigten Wünsche» der Landwirtschaft in erfreulicher Weise Rechnung, denn cs war in der Tat unmöglich, Kartosfeln zu einem Preise zu kiefern, wie er von einigen Städten sestgesetzt war. Wir hosscn, daß jetzt die Lage des Kartostclmarktes sich beruhigen und klären wird, da unsere hessischen Kartosfel- preise nunmehr mit dcn Preisen der umliegenden Gebiete, besonders aber mit den des allgemeinen deutschen Kartosfcl- marttes mehr in Einklang gebracht worden sind, als wie dies bisher der Fall war. Weiterhin wird cs für die Anlieferung von Kartasseln in die Städte auch von Vorteil sein, daß die Landwirte, nachdem die Herbstsaat beinahe beendet ist. demnächst wieder Zeit bekommen, die Kartoffeln in die Stadt zu kahr-u. Bei dieser Sachlage richten wir an die hessischen Landwirte die Aufforderung, sich ihrer Pslicht: die einheimische Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen, auch aus diesem Gebiete bewußt zu sein. Es darf jetzt, in dieser schweren Zeit, lein Streit zwischen Stadt und Land heroorgcrusen werden, wir wollen alle gemeinsam dem Batcrlande dienen. Um dieses Ziel zu erreichen, bitten wir unsere Landwirte, die Städte, denen sie sonst ihre Kartosfeln gelicsc^ haben, auch in diesem Jahre wieder mit Kartoffeln zu versorgen. Der Verkauf von Kartosscl» a» Ausläufer zum Bersandt in cutsernterc Gebiete sollte tunlichst unterlassen werden. Wir geben nachstehend nochmals die für das Großh. Hessen festgesetzten Höchstpreise' für Kartoffeln wieder: 1. Beim Verkauf durch de» Produzenten an Ort und Stelle für 100 Kilo 6.50 Mk. 2_ Boi freier Lieferung in den Ansbewahrungsraum des Verbrauchers oder beim Verkauf auf den Wochenmärktcn für 100 Kilo 8.00 Mk. 3. In, Kleinvcrkauf für das Pfd. 0.00 Mk. Der Magistrat von Frankfurt c. M. hat für das Gebiet der Stadt Frankfurt die gleichen Preise festgesetzt. Tapferlreits- [jsjsjj Anerkennung. * Friedberg, 10. Nov. Der Unteroffizier Heinrich Trier von der 10. Kompagnie unseres Bataillons wurde in Frankreich zunr Kvmpagnicseldwebel befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. * Friedberg, 10. Rav. Mit aufrichtiger Tra»?r wurde hier die Kirn de von dem Heldentod des Offizier-Ttellvertr. Jean Engeltcr aufgenonrmen. Der Dahingegangeue war in allen Kreisen, wo er verkehrte, geliebt und geachtet. Engelter war seit Beginn des Feldzuges bei der Fahne und hat tapfer alle Gefechte und Schlachten, die fein R.'ginient z« schlagen hatte, mitgcmacht. dkrm ist auch er vom Feinde gefallt worden. - Sein Tod galt dem Baterlande und sein Andenken wird inmrer hoch in Ehren gehalten werde». * Burg Gräscurodr, 10. Nov. Ter Sohn des hiesigen Landwirts Karl Bolz, der Unteroffizier der Artillerie Adolf Bolz, ist mit der hohen Auszeichnung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden. Unsere anfrichtigstcii Glückwünsche dem jungen Helden! * Staden, 10. Nov, ES freut uns inittcilcn z» können, daß der Dizc-Wachtmeister Otto Schul dt vo» hier, der :m Felde die Dienste eines Meldereiters wacker versieht, mit dim Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Zwei Söhne einfacher Arbeiter von hier, Hch. Haas n. Karl Schmidt wurden, wie ihr Hnnptmann heute mittciltc, ebenfalls zum Eisernen Kreuz vorgeschlagc». Die beiden Tapferen batten eine feindliche Ucberrnacht lange Zeit ?rs<>m>-esch An« der Heimat. * Fricdbrrg, 10 . Nov. Der erste Lorlrag in, Boitsbil dnngsrerern für diesen Winter findet Freitag, den 20, Rovbr,, 8'', Uh. abends in, Saale des Hotel Trapp statt, her: Biliar Pvhlmeyrr oen Berlin, als Dozent der Giscllschast für Bcrbrc: tvnz vor, Volksbildung seit 1888 tätig und wegen seiner iief- grundigrn Wisiens, seines abgctlärtcu Urteils, feines sormvol- lendenden Vortrags, allgemein geschätzt und belieb!, wttck das für weite Kreise intercsiante Thema behandeln: „Der Welt- krirg 1014, wie er ent st andcn und was wir van ihm erwarten". Der Eintritt ist e.t: immer frei für ,e der»,arm, * Friedberg, 1(1. Nov, Ra.eraiuc». Es haben ück: die Fälle gemehrt, in denen Notabiturieuteu, welche als untauglich zurockgcwiescn sind, oder überhaupt bei einem Truppenteil sich nicht gestellt haben, als Kriegsfreiwillige bei dem Roten Kreuz, in: Lazarett und Bahndi.ast, als Sanitätshunohalter, Rad- oder Auiosadrcr für Militärbehörden, sich beschästigen lassen. Demgegenüber erkennt die Regierung nur diejenigen jungen Männer mit Rotexamenbercchtigung an, welche bei einen: Truppenteil cinxctreten oder im Etappendienst innerhalb der besetzten feindlichen Gebiete für den Dienst der sreiwillige» Krwnkcupsleze während der Kiicgsdauer eingestellt sind, * Friedberg, 10. Nov. Das Zentralkomitee der driitschcii LavdcSvcrrinr vom Note» Kreuz in Berlin hat einen , Knegsansschiiß für waruie Untcrkleidiing" eingesetzt, dessen Ausgabe es ist, wärmende Kleidungsstücke im Wege der freiwilligen Hilfstätigkeit zu sammeln und planmäßig an »n- sere im Felde stehenden Truppen zn verteilen. Der KriegS- Ausichriß hat sich infolgedessen mit Rundschrcibcii an Behör- dn, Gemeinden, Prirmle »sw. gewandt und um Sendungen von Wollsachcn an dcn Kriegs-Ausschuß in Berlin und von Gcldgaben zum Ankauf Wollsachen an rin Berliner Bank- Haus gebeten. Es wird hierzu bemerkt, daß die hessischen Organisationen des Roten Kreuzes sich schon seit langen Wochen die Dcrsorgnng der hessischen Truppenteile mit wärmen- dcn wollenen Kleidungsstücken angelegen sein lassen n. daß sie hierin auch planmäßig weitersahrcn werden. Andererseits ist scstgcstellt worden, daß der Kriegsansschiiß i» Berlin durch seinen Aufruf diese hessische Arbeit nicht sie-.., will, sondern wesentlich da zur Arbeit ausrnscn wollte, i. o noch nichts oder wenig geschehen war. Es wird hiervor.', was da? Gebiet des Großbcrzogtums Hessen anlangt, zn. einheitlichen Lösung der gestellten Anfgalv richtiger iei:: wenn alle diejenigen, welche in opferwilliger Weise Kleidungsstücke, (Strümpfe, Leibbinden, Pulswärmer. U» tcrhosen, Unterjacken, Wollt,cmdcn, Kopfschützer usw.) ed r Geld zur Anschaffung von solchen spende» wollen, nar-t wie Vor ihre Gaben an die Sammelstellcn des Hessischen Roten Kreuzes ablicsern und nicht nach Berlin, * Friedberg, 10. Nov. Infolge des dichten NebeiS stieß heute früh im Bahnhof ein Personenzug ans rmen rangierenden Gütcrzug, Es wurde Niemand verlei.:, rn>- einige Wagen wurden mehr oder weniger bcsckiädigt, * Zentrale für Kricgssursorgc. Nachdem liunr;;:. ; ti- meisten der bei der Haussammlung für Oktober gkzeiä-n.-iru Spenden eingegangcn sind, bitten wir höslichst, die aacb ausstchciidc» Beträge im Lause dieser Woche ans dem Sekretariat der Bürgermristerri einzahlen zu wollen. Nach Aflanf der angegebenen Frist wird angenommen, daß die Erhebung der rückständigen Beträge durch imsere Sammler erfolgen soll. * Bäck-Nauheim, 10. Nov, Zur Ausnahme vero undricr Krieger wurde bei Beginn der MobilmaL",>>z s.« . .N: litäriiskuu y.z NFerveiazarelt mit 6 'har eugrtzkl.he.wck großen KäuFrit, sowie vom Verein des Roten Kreuzes ein Ver- einslazarett — beide mit insgesamt 703 Betten — eingerichtet. Elfteres wird vom Reich, letzteres vom Roten Kreuz Mtterhal te». Die Oberleitung beider Lazarette, sowie aller Anstalt«,, in deiicii verwundete Soldaten untcrgcbracht sind, liegt noch der Kriegssanitätsordnung in den Hände» des Chesarzics des Militärrcservclazarcttcs, Chefarzt ist in B>ck Nauheim Oberstabsarzt Dr, Schradc, dem 20 Nauhcimcr Badeärzte, welche für die Dauer ihrer Beschäftigung 15 Mark Honorar täglich beziehen, sowie ein Spczialarzt aus Friedberg und eine Anzahl Schwestern und Pslcgerinncn zur Seite stehen, * Gießen, 10. Nov, In unserem Gesangcneiilager sind eben Gefangene kunterbund und von alle» Sorten interniert. Auch die englischen Zioilgcsangenen, welche nach Ruhlcbcn bei Berlin kommen, wurden vorige Woche in mehreren Transporten hier cingebracht. Die Soldaten, welche arbeiten wollen, wct- den vorerst mit Entwäsierungsarbciten auf dem Trieb beichäf- tigt. Am frechsten sollen die gefangenen Engländer sich betragen, Sle sehen über die anderen alle hinaus und behaupten auch den Deutschen gegenüber, daß England gewinnen und Deutschland gcdemütigi würde, Rur abwartcn, bis einige hunderttausend Deutsche mit Säbel, Gewehr und Kanonen nach London lamme», u,n mit Mister Erey zu unterhandcl». Dann läßt sich erst ein Urteil über die Demütigung Deutschlands fällen, * Gießen, 10. Roo, Am Samstag lamen die diesiähmgcn Rekruten für unser Regiment zum Teil zur Eiuftellung. Die Straßen boten wieder dasselbe Bild wie in den ersten Tagen der Mobilmachung, Frohgemute junge Leute, jeder mit seinem Päckchen beladen, »larschicrteu, vom einigen Soldaten geführt, untt. dcn Klängen der „Wacht am Rhein" durch die Stadt in die Kasernen, um dort die Zivilklcidcr mit der Uniform und dcn St nziersiock mit Gewehr und Waffen zu vertauschen, Schier unuersiechlich ist die Quelle deutscher Jugendtrast, welche sich unsere» Feinden cntgegcnstellt und bereit sind, für Deutschlands Ehre mit Blut und Leben cinzustchen, * Gilgen, 10. Roo, Seitdem, »ach Festsetzung des ersten billigen Höchstpreises für Kartostein, die Polizei hier auf dem Markte solche beschlagnahmt und für 3 Psg, das Pfund im einzeln::: verkauft hat!-, laßt sich kein Bauersmann mit Kar- iosscl» mehr aus dem Markte sehen. Auch am letzten Samstag waren wieder keine angcferhren. Viele Gicßencr gehen nun ans's Land und laufen sich dort ihre Kartosfeln, welche ihnen bereitwilligst verknust und hcrgeliesert werde». Fast tagst l; siegt man Fuhren mit Kartosfeln in der Stadt halten und abladen, aber aus den Markt lammt nicht ein Wagen, Dcn Schaden davon tragen in erster Linie die Händler, welche glaubten, sie belämcn nach der Mobilmachung, wenn nicht hier, so dach auswärts bei Buhnversandi enorme Preise bezahlt. F, C, * Schlitz, 8. Nov, Am 10. November ft. I. wird i-ic Neubaustrecke Schlitz—Nicderanla für den Gesamtverkehr eröffnet werden. Die Inbetriebnahme sollte schon Anfang August d, I, erfolgen, doch verzögerte sich dieselbe durch die Kriegswirren, In Schlitz schließt die Strecke an die Bahn Sckilitz-SalzsMirf an, in Niedcrnnla tm diejenige von Treysa nach Hcrsfeld. Die neue Strecke ist 16 Kilv- mcter lang. Doransjage: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, waruie westliche Winde, Kirchliche Auzcigr». Evaiigrlische Gemeinde. Gottesdienst in »ec Stadttirche. Mittwoch, den 11. November, abends 8 Uhr: Liitber, sei er Vortrag von D. Eck, Eießen: „Krieg uud chrisUichc Frömmigkeit," - - Mitwirkung des Kirchengesungvcre,ns. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, den 11. November, abends 'A9 Uhr: Kriegsbiti and«che. Herr Pfarrer Z a tz m a n n. Verantwortlich für dcn politischen und lokalen Teil: Ottc H i r s ch c l, Friedberg: für dcn Anzeigenteil: K. S ch in i d t Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszestv.-ra" A, G„ Friedberg i. H, Äf. Zu4 eciie'l Neue Tageszeitung. Dienstag, den 1V. November 1911 Lutherfeier in der Stadttirche am Mittwoch, den 11. November abends 8 Uhr. Portrag des HerrnUnio.-Prosestor $. Entstehen über: .Vtrieg und ri,ristliche Frömmigkeit." Mitwirkung des Evangelischen Kirchengelangvereins. Dem Auge fern, Dem Herzen ewig nah! Den Heldentod fürs Vaterland starb I am 2. November aus dem Echlachtfclde in Frankreich unser innigstgeliebler Cohn, s 1 Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Wilh. lzklimlh fjcprrj I (5cir. im Zns.-Regt. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116. 8. Komp. | im Alter von 23 Jahren. Nieder-Florstadt, den 10. Nov. 1914. In tiefem Schmerz: MonraD Karl Reppner 11 . Fmilik. ii Zum Versand fertige M-W-filikllchtii mit Cigarren, kaufen Sie am besten bei Carl Worrci, Rodheim o. d. Höhe. 3 -Ziiiülier-WoljNNll mit abgescht. Vorplatz und Zubehör an ruhige Leute p. 1. De-, zu vermieten. Näheres Friedberg- Fauerbach, Klau enitr. 12. 1 prima g| chwerer W dg VII mit Zubehör, billig zu verlausen. Konrad .Karl Hcppuer. Nieder-Florstadt. Kritygjiihr 1814 . Da ich zum Schutze des Vaterlandes mit ins Feld gezogen, habe ich wäh end der Kriegszeit meinem Sohn die Vertrettinic ädere,eben. Derselbe wird cbeusalls bemüht sein meine verehrte Kund chaft mit gutleimende» Samen zu bedienen und bitte ich das mir geschenkte Vertrauen auch auf meinen Sohn Heinrich Elenald glitigst zu übertragen. Frarl Dewald !?nmculjnn{)'ini.j u.<<>nriurrri Vad-Nauheim. Offerten bls gute zn 29» Zentner Sjifiir -- iiiiriofri werden erbeten an Pfarrer Koch, Höchst (Odenw.) Eine gebrauchte Wallerpnmpe mit Ooenauslauf zu kaufen gesucht. Filsinger, Reinhäuserhos b. Nidda. I pil-tt Zrzhliilii Mlli? ,u - 0ct= Fugr. kaufen bei Wirlschait. Grost-Kareen. Spendet Liebesgaben für nufere Brüder im Felde. Holzverkauf in der fürstlichen Qbcrförsterei Lich. Der Holzverkauf durch schriftliches Aufgebot aus standesherrlichen und Gemeindeforsten, welcher alftährlich im Herbst stattzufinden pflegt, ist au' Samstag, den 21. November l. Is., vorm. 1Ü Uhr im Lenz'schen Zelsenkeller zu Giegen anberaumt. Hierzu werden die Herren Käufer eingeladeu. Die Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Holzverkauf in Gießen" für jeden Verwaltungsbezirk auf einem besonderen Blatt bis zum Donnerstag, den 19. Novcmlier 1914, abends, an das Fürstlich Stolberg'lche Rentamt zu Ortenderg (Oberheffenj zu lenden, bei bem Angebolsformuiare zu haben sind. Die Bretel bleiben bis zum 5. Dezember 1914 ernschlietzlich an ihre Gebote gebunden. Gegen genügende Sicherheit wird Zahlungsfrist bis zum 11. tllooember 1915 gewährt. Di- Messungen geschehen durchaus mit der Rinde. Es wird die Hinterlegung einer Kaurion von 20",o des voraussichtlichen Kaufpreises alsbald nach Abichlust des Vertrages verlangt. Von unserer Obersörsterei sind ausgcichrieben : ca 85 Im Eichen-Sch»,eUe>.ho>>. ca 1«0 Im Eichen - Grube, lioli, ca l24 km Hainbuchen-Staminiioli, ca 139 tm Äickrrn- Aniihol; »nd ca 49 Im t rickern-Ernbenliol,. _ Kraft-Lebertran Emulsion bestes Nähr- und Stärkungsmittel per Flasche Ulk. 1.50 Aerztlich erprobt und empfohlen! per Flasche Ulk. 2.00 Laut Beschlich der Monatsversamlung soll auch hier in Friedbeig eine Snniuilung Uon Rum, Arrak und Kognak bei den Leeren Kollegen stattsinden, welche dem General- Komiiianoo des 18. Armeekorps überwiesen werden soll. Es wird in einigen Tagen den Herren Kollegen eine Liste zugchen. Wir bitten die Gaben i» solche einzeichacn zu wollen. Wir ersuchen unsere Kollegen sowie Geschäftsfreunde, sich lebhaft an dieser Liebesgabensainmlung zu beteiligen. Sammclstcllc bei Herrn Kollegen Vogt (Gasthaus Trapp.) Gaftwirte-Verein der Wettcrau Sitz in Fricdbcrg. Probst, Vorsitzender. 18. Armeelorps. Stellvertretendes Generalkommando. Kekanntmachnny. Frankfurt a. M., den 15. Okt. 1914. Angehörige feindlicher Staaten sollen auch nach Ausbruch des Krieges bei einzelnen Vereine» und Eesellschasien in ihrer Stellung als Vorstandsmitglieder oder in ähnlicher Stellung verblieben sein und an den Vorstandssitzungen und Ecschösts- crlcdigungen auch dann ieilgenommcn haben, wenn cs sich NM Gegenstände handelte, die das allgemeine Wohl des Landes berührten und deren Kenntnis für das feindliche Ausland von Wichtigkeit sein konnten. Um iv diese Verhältnisse für die Dauer des Kriegszustandes den ersorderlichen Einblick z» gewinnen, ordne ich hiermit am empfiehlt Idwlf BecSssäciiia, Am iriedliors i. ii. S.ijnlpr. 15. Telefon 45!). 459. KortbildnnAsschule. Tie hiesige Jortbilduiigsschiile, sowie diejenige !m Stadtteil Fauerbach, werden am Montag, der 16. Uov., nachmittags 5 jiijc ei öffnet werben. Alle jungen Leute in hiesiger Stadt im Alter von 1 l bis 17 Jahren, welche zum Besuche der Fortbild,: ao.sfnntie verpflichtet sind, haben sich am genannten Tage in d.-n bezüglichen städtischen Schnlhänsern einzusinden Die Eltern bezw. Lehrherrn oder Arbeitgeb. der Fo,!- bildungSschiiler werden unter Hinweis ans Jrili ?l » 1/. ■ 25 des Volksschnlgesetzes, wie ans die vi-t.-r - ... " ziplinarbestimmiinge,, für die Fortbildne !e l> ermahnt, die jungen Leute zum ordnuug-.wi -e ihres Unterrichts gewissenhaft auziihalteu. Fricdbcrg, den 5. November 191!. Der Schnkvorslons. Stahl, Vorsitzender. Sämtliche Vereine und Gesellschaften, insbesondere auch Altieiigcscllschasten und Ecscllschasten m. b. H., bei denen Angehörige seindlichc: Siaotcil als Vorsiandsmiiglieder, Mitglieder des Ausstchtsrats oder Gefchäftssührer bestellt sind, haben iowcit sie im Korpsbezirk des 18. Armeekorps ihren Sitz haben oder ihr Geschäft betreiben, binnen einer Woche nach Bekanntgabe dieser Vcrsüg.ung dem Siellvcrtreicndcn Gcneratkom- niando des 18. Armeekorps in Frankfurt a. M-, Untcrmainkai lg. ei» Verzeichnis dieser Mitglieder bezw. Eeschästssührer ein- zureichcn. Die Richlbesolgung diesir Anordnung unterliegt der Sirasi vorschrist des K 9 Ziffer b des Gesetzes über den Bclagcrungs- zustand vom 4. Juni 1851. Der kommandierende General: Freiherr o. Gail, General der Infanterie. Ans öm dkutjchtn pfriuüü^cu. Fi , iment 116, Darmstadt. Giestcn, Friedbe-g i. H. L e.m 15., Ecrnaq-cn-Dormo>s vom 15.-26. 9 !4. 7 :i o IN pa n ,i i c. Lt., vermutlich d. R.. Ehristian Bär, OlZcnbach tet. Wehrm. Heinrich Schmitt 6.. Albech tot. te bin. wart T.rchr.iinn. Villinge» tot. — Wehrm. He'nrrch Kaiismann. Weiterehai» schvw. - Wehrm. Heinrich Röder, DorsgiU schvw. - Ges.-. Ehristian Kuhn, Wctterseld, low. — Wehr,». Wilhelm Grein in, Lcihzcstcrn lvw. - Wehrm. Ludio. L'stlihctn, Bellersh-.-im low. - Wehrm. Louis Wehrum. Klein- Linden low. - Wehrm. Wilhelm Spics, Langgöns low. — Webrm. Joh. Baldauf, Weitershain low. — Wehrm. Ludwig Korböchcr, Londork lvw. - Wehrm. Heinrich Marsteller, Erü. ningcn lvw. — Wehrm. Ludwig Müller, Watzenborn nni. — s. Koinpagnie. Gesr. Otto Hosmann, Gedern schvw. — Gcsr. Ernst Seth, Gietzen lvw. Wehrm. Philipp Hildebrend l, Aliendors lvw. — Wehrm. Friedrich Klinkcl, Giesten low. Gesr. Kaspar Slranch, Oberseemcn lvw. — Gcsr. Joh Jung, Angenrod lvw. — Wehrm. Willy Lotz, Giesten vin. Wehrm. Friedrich Drück, Altenbuseck vm. — Wehrm. Wilh. Rumps, Ehiingshauscn vm. — Wehrm. Konrad Stumpf, Kirtorf vm. Wehrm. Ferdinand Nord, Vilbel vm. 9. Kompagnie. Ossiz.-Stellvertr. d. R. Ludwig Hoch mann, Erünbcrg tot. — Utffz. Heinrich Hos, Oberwöllstadt lvw. ~ Gesr. Mathaus Zörb, Pohgöns tot. — Gesr. Friedrich Kölsch. Heuchelhciin tot. — Eefr. Karl Ecrth, Eietze» lvw. — Gesr. Jakob Reuter 2., Rteder-Weisel.tot. — Wehrm. Heinrich Kittel. Langenbergheim lvw. — Wehrm. Philipp Hcrzbcrger, Echzell schvw. Wehrm. Georg Huber, Steinfurth lvw. — Ui. K o ni pagnic. Lt. d. L. Leo Vogt. Reichelsheim tot. — Etit. Wilhelm Kcffcl, Stciubach schvw. — Wehrm. Heinrich Simen. Lollar kr« — Wehrnu Friedrich Drechsler, Lindheim schvw. - Wehrm. Hermann Bauer, Rieder Mockstadt schvw. — Wehrm. Karl Roth, Dettenhausen lvw. — Wehrm. Hcinr. Jä- ger. Vonhausen schvw. — Wehrm. Heinrich Atzbach, Steinbach low. Wehrm. Karl Becker, Stcinbach vm. — Gcsr. Otto Lemp I., Melbach vm. — Wehrm. Wilhelm Engel, Wisselsheim vm. — 11. Kompagnie. Wehrm. Hugo Griesner, Staben vm. ! — Wehrm. Joh. Beck, Rendel vm. — Wehrm. Friedrich Konrad, Lich vm. — Wehrm. Ludwig Fink, Staufenberg vm. 12 Kompagnie. Eefr. Ludwig Feit, Sieinberg lvw. — STcIjrm. Ferdinand Kehr, Heuchelheim lvw. — Tamb. K. Wolf, b.^deagtsestat-. -u«.. —.. ?)1eOerwei- jd lvw. Wehrm. Karl Steppun, Riederflorstadt lvw. — Wehrmann Peter Deis, Riederflorstadt low. — Wehrm. Jak. Schmidt, Harheim low. — Wehrm. Karl Otto. Beuern rm" — Wehrm. Otto Merkel, Off-nheim vm. - Wehrm. Ludw. Petry, Hattenrod vm. — Wehrm. Wilh. Dutcnhöser, Hcuchelhcim rm. Amtliche Notierung der Frankfurter Iliek- marktpreile vom 9. November. Zum Vertäu, äanden: 1476 Rinder, oarunier 302 Ochsen 43 «ulten, 1131 Färsen und Kühe, 261 Kälber, lol Sqaie »151 Schweine. Preise sür 1 Zentner Lebendgewicht Schlachtgewicht I. Rinder: Ä\ Ochsen: a) 1. oollileisch. ausgeinösteie höchsten Schlachtwerts, 4—7 Jahre alt 52-57 95—105 2. Die noch nicht gezogen haben (ungesochte) ....... b) lange, Itetichige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete , . , . c) mastig genährte sunge, gut genährte ältere 47—50 85-90 8, Bullen: . -7 ir.y • , a) voUsletschige. ausgemästete höchsten Schlachtwert»........ 47-50 80—85 b) v.stltlenchiae. ............ 43-4.5 74-79 c) mastig genährte, sunge «nd gut aenohrte älter« 0. Färsen und Kühe: a) vollsleischwe, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts ..... d) voUftcilchwe, ausgemästete Kühe höchsten Schiachtweits bis zu 7 I. c) 1. wenig gut entwickelte Färsen 41—46 79-83 2. ältere ausgemästete Kühe . . ck) mastig genährte Kühe und Färsen e> gering genährte Kühe und Färftn 38-44 70-82 30—35 60-70 24-29 55-66 o. Gering genährtes Jungvieh (Freffer) — — II. Kälber: a) Doppellender. leimte Mast, , 7, , bl feinste Mastkälber...... 50-54 83-90 c) mittlere Malt, undbestc Lavgkölbei 46—50 78-8- ck) geringere Mast- und gute Saugkälber. — — 0) qerinqere Saustkälder , , , , . — UI Sch-s«: ,s Weidemastschase: ..... Il,onlommer und Masthammel . 40 88 ei geringere Maslhammcl und Schafe d) mnpifl genährte Hammel u. Schaje (Merzjchase) — — IV. Fettschweine: .j gettichweine über 3 Ztr. Lebendgewicht ,, b> uouiteilchtge Schweine üder 2H Ztr. Lebendgewicht....... . e) 0.uiteischiae Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht ........ d) vollfteischiae Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 59-60 75-76 59-60 75 -76 53—60 75-7» 57,5-60 74-76 c) sleffchiä« Schwein« ...... |) Sauen........ » . » — — Bei Rindern reger, bei Kälbern und Schweinen gedrückt» und bei Schafen ruhiger Handel. Bei Schweinen Ueoerstand De. Dutziags wegen fällt der Marlt am 18. November aus tfiftKlfurtcr hietreide-Mllrktberilsii. D:> heutige Marlt sinad unter dem Zeichen de: Höchst preise, nisolgedesien war das Geschäft rin geringes. Es tonr-r nur wenig Weizen und »och weniger Roggen angebot.» dku wurde joji gar nicht abgegeben, die Händler l.-gcn sich Höchsimcise ,ür Kleie so aus, dag zwar den Mist. nicht nie der Höchstpreis gezahlt werde» darf, hast es t :;. i 5 Hansel unbenommen sei, höhere Preise von den d —. zu nehmen. Gerste über 68 Kg. M 24—24.50. Weizen bis 2/.50. Roggen M 23.25- 23.50. Gerste .41 22. -. .ü 22.16. Futtermittel sehr scsi, bei immer kuopprr w..e>n.n - Anoebnt