Nummer £(>8 Montag, den d« Nl»vemver 1914. 7. Jalrrgang Lik r»«»,»ttons" erscheint zeden Werllog. Regelmätzlgc Beilagen „Der «aurr an» tz-llen". „Dir Spir.ullnbe'. NesUgoprei«: Be, den Postanstolte» v,eit«I,Syrlirt) :!Kt. 1 , 4 .'. bei den Agenten monatlich SV Psg. hin,» tritt Postgebühr «der Trägerlohn. I»^i«rn: Grundzeit- 20 Psg„ lokale 15 Psg, An, eigen von auswärts werden durch Po tnuhnahu.e ergo»,!, (Erfüllungsort Friedberg. Zchriftleitung n«> Kerl«« Friedberg (Hessen), hanauerstratze 12. Femlprecher 48. Postscheck-Lonto Nr. 48.,9. «Mt Fruntsurt l>. 1 ». Tsingtau ist grfnllcn. Der Stand der Schlachten. — Einfall der Türken in Aegypten. — Die Ausbreitung des Burenaufstandes. Der deutsche Generalstab - meldet: ---- WTB. Groszcs Hauptquartier, 7. Nov., vormittags. Amtlich. Unser, Angriff- in der Gegend Hpres machten auch gestern besonders südwestlich Ppres Forlfchritte. Ueber 1888 Franzosen irurden zu Gefangenen gemacht, drei Maschinengewehre erbeutet. Französische Angriffe westlich Nonon fowie aus die von uns genommene» Orte Vailly und Lhavonncs wurden unter schweren Verlusten siir den Feind abgcwiesen. Der von uus eroberte und nur schwach besetzte Ort Souprr u»b ber Wejttcil von Sapigncul, der unter schwerstem Artille- rieseiirr log, mutzte von «ns geräumt werden- Bei Scrvonnes wurde der Feind abgcwiesen, im Argonncn» wal» weiter zurückgedrängt. Anf dem östliche» Kriegsschauplatz wurden drei russische Kaoalleriedioisionen, die die Warthe östlich Kolno Ubcrichrittra halten, geschlagen und über den Flntz zuräckgeworsen. Im übrige u tan, cs dort zu keine» Zusummenstötzen. Oberste Heeresleitung. LS. T. B. Großes Hauptquartier, den 8« November, vormittags. Amtlich. Unsre Angriffe bei ApreS und westlich Lille wurden gestern fortgesetzt. Am Westrande der Argonnen wurde eine wichtige Höffe bei Bkenne le Chateau, um die wochenlang gekämpft ivordcn ist, genommen. Tabei wurde» 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre erbeutet. Tonst verlies der neblige Tag anf dem westl. Kriegsschauplatz ruhig. Bom Osten liegen keine neuen Nachrichten vor. Oberste Heeresleitung. t- ..... -—■ -- ~ =^=r Der österreichische Generalftab / =._ — — meldet: ______ Wicn, 7. Nov. (SS. B. Nichtamtlich.) Slmtlich wird »crlantbnrt: 7. November: Die Lage auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz ist unverändert. Wien, 7. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Von dem südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 7. Nov. Tie Angriffe gegen den hinter Astverhauen und Drahthinder- nisfen verschanzten Gegner im Raume von Cer Planina »md südlich von Tchiibatz schreiten langsam vorwärls. Gestern wurden die taktisch wichtigen Höhen von Mifar genommen und hierbei 200 Gefangene gemacht. Im Einklänge mit dieser Operation begann auch gestern der An- griff gegen die sehr gut gewählten und ebenso hcrgcrichteten Stellungen bei Krupanj. Details können noch nicht verlautbart werden. Eine Reihe serbisckscr Schanzen ist gestern mit bewundernswerter Tapferkeit im Sturmangriff gcno.n- n-.cn worden: hierbei wurden zirka 1500 Gefangene gemacht und vier Geschütze und sechs Maschinengewehre erbeute!. Ter vorzügliche Geist und Zustand nnferer Truppen lagt ein günstiges Fortichreiten auch dieser schwierigen Operation ciwarten. Wien, 8. Nov. Amtlich wird gemeldet: Ans dem südöstlichen Kriegsschauplatz dauerten die Kämpfe gestern den ganzen Tag aus allen Fronten mit uiivcrmiiidcrtcr Hei- tigkcit an. Trotz des zähen Widerstandes de? Gegners, bei dem die Parole ..Bis auf den letzten Mann!" gegeben war, wurde im Raume bei Krupanj Schanze ans Schanze von unseren tapferen Truppen erobert, bis heute um 5 Ilbr verniittags auch Kvstnjnik, ei» von den Serben für »nein- nehmbar gehaltener wichtiger Stützpunkt erstürmt wurde. Die Zahl der Gefangenen und der erbeuteten Geichiitze ist bisher nur annähernd bekannt. Das türkische Hauptquartier J== meldet: ==« Konslantiiiopel, 7. Nov (Sl>. V. Nichtamtlich! Amt. tichc Meldung des Glotzen Hauptquartiers: Nichts Neue- an der kaukasischen Grenze. Im Schatt-el-Arab begegnete ein tür kischcs Motorboot, das zur Ueberwqchung dort treuste, bei Abadan einem englischen Kanonenboot und wechselle mit ihm Schuhe, wobei eine Explosion aus dem Kanonenboot verursacht wurde. Mehrere Schuhe des türlischcn Motorbootes schlugen in die Petrvlcumlager in Abadna ein und veruriachten dort einen Brand. Unser Motorboot kehrte ohne Schaden nach Bassora zurück. Die Petrolcumlagcr brenne» weiter. K o n >1 a ii t i n o p e l, 8. Sloo. (Nichtamtlich). Meldung des Grützen Hauptquartiers: Mit Hilse Gottes ist die ägyptische Grenze gestern von de» llnsrigen überschritten worden. — Da die rusiische Flotte sich in ihre Kriegshäsen zurückgezogen hat, hat vnserc Flotte Poti, einen der bedeutendsten Häsen des Kaukasus, bombardiert und allerlei Schaden angerichtet. -- Unlere Gendarmen und die auf unserer Seite stehenden Stämme habe» die englischen Truppe», welche in Alaba gelandet waren, ocrnichtct. Vier englische Panzerschisse, die sich dort besanoc», haben sich zurückgezogen, nur ein Kreuzer ist zurückgeblieben. Tsingtau gefallen. W. T. B. (Nichtamtlich). Tokio. 7. Nov. (Meldung des Reuter-Büros.) Der japanischeOberbefehlshaber berichtete heute früh: Der linke Flügel der Belagerer besetzte die nördliche Batterie auf dem Shautanhügel um 5 Uhr 10 Min. und die östliche Batterie auf Tatungsjing um 5 Uhr 35 Min. Inzwischen rückte das Zentrum gegen die Forts „Iltis" und „Bismarck" vor und eroberte 2 schwere Geschütze in der Nähe der Hauptwerke. Die Angreifer besetzten nacheinander die Forts „Moltke", „Iltis" und „Bismarck". Die Garnison hißte um 6 Uhr die weiße Flagge auf dem Observatorium. Die Küstensorts folgten ihrem Beispiel um 7 Uhr 30 Min. W. T. B. London, 7. Novbr. Nichtamtlich. Gin Telegramm aus Tokio berichtet: Ter Gouverneur Kapitän zur Tee Matz er Waldeck sei im gestrigen Kampfe verwundet worden. Der leiste Kamps. Berlin. 8. Nov. Dem Fall: »an Tsingtau ging. w,q das „Berliner Tageblatt" erfährt, ein l«si- tce ichwcrcr, van beiden Seiten mit äutzerster LcideiNihiistlich- keit geführter Kampf voraus. Z» der Nacht zum Samstag um Milternacht griffen die Javaner mit autzerqrdentlichec Wucht du Iltis Fort au, das bis zuletzt »och hartnäckig von der deailitzc» Besatzung verteidigt wurde und Widerstand geleistet h.-stte. ekiu l. Novrtiibcr mar in London oisiziell bekannt gegeben woituu. datz seit dem 2!. Oktober das Boinbardeincnt lui; „iiiueur Arliberic eröffnet sei, Latz gleichzeitig die blockiv- lclide Flotte ihr Feuer aus die Ferls von der Sccseite de: richtete und datz die Beichictzuua Las Iltis-Ostfort auf drm rechten Flügel de: denischen Lertcidigungswerk« beschädigt habe. Trotzdem war de: Fort bis Freitag Abend, bis z i dem Augenblick, wo der erneute Sti-rmangrisf begann, todesmutig gehalten worden. Es cutstgnd ein letztes gewaltiges Ringen um das Fort, und die Verluste waren aus beiden Seiten grotz. Da die Japaner immer neue D .Füllungen hcransährtcn und ihre Lücken ftcls wieder rr-i allen tonnten, mutzte die heldenhafte deutsche Besatzung unterliegen. Das Iltis-Fort war das wichtigste der Verteidig» ngswerle Cs wurde von den Javanern als das stcntralsort bezeichnet. Der Fall dieses Forts, das das letzte Bollwerk des Widersie.rdes gewesen war, bedeutete gleich den Fall T s i n g t a u Wie grotz die Zahl der Tote» der Besatzung ist. lässt sch in Augenblick eben io >aenig sagen wie es möglich ist, die Zohi der Verteidiger, die in Tsingtau i-ctjcmn.di waren, fest',» :'cv Die Besatzung butte bei Beginn der Kumpfe von mehr- .1 2:ile:i Fuzug erhalten, unter anderen waren 58 oder 88 M p liebe: der deutschen Kolonien »I China zur Unterstützung hcrbrtgeerlt. Der Ncichslag-prüsidrnt an den Kaiser. Berlin. 8. Nov. , Nichtamtlich). Aulätzlich de- Falles von Tsingtau hat der Präsident des Reichstages Dr. Kamps folgendes Telegramm an den Kn per gerichtet: Das ganze deutsche Volk ist bis ins innere erreg! und ergriffen angesichts des Falles von Tsingtau, das, bis zum letzten Augenblick todesmutig verteidigt, der lieber-,lacht hat weichen müssen. Ein Werk deutscher Arbeit, vvn Ew Kaiserlichen und Königliche» Majestät u»lc: de, freudige» Anteilnahme' des Volkes als Wahrzeichen und Etützpuuii deutscher Kultur errichtet, fällt dem Neide und der hubjuch: zum Lpser, unter deren Flagge sich unsere Feinde verdiindetcn. Der Tag wird konimen, an dem die deutsche Kultur im scriiei! Osten von neuem den Platz cinnchmen wird, der ihr geblisirr, und die Helden von Tsingtau werden nicht vergeblich ihr Bl>0 vergossen und ihr Leben geopfert haben. Ew. Kaiserlichen ui.f Königlichen Majestut bringe ich im Namen des Reichstage« die Gefühle zun, Ausdruck, die in diesem Augenblick das ganze deutsche Pulk beseelen. Kamps. Präsident des Reichstages. - Präsident Dr. Kamps erschien heute vormittag im Reichumä- riucamt, um im Namen des Reichstages die Teilnahme an dem Falle von Tsingtau auszusprcchc». A,S am 19. August die amtlich« Bestätigung erschien, datz Japan jenes Ultimatum an Deutschland: sosortigc Abtretung von Kiautschou oder Krieg! gestellt hatte, da war es zugleich jedem von uns klar, datz über l»rz oder lang auch bei heldenmütigster aud umsichtigster Verteidigung, bei „PslichlsrsüUung bis zum Aeußerjlep.", wie der Eouvcriicu: dem Deutschen Kai (er telegraphierte, Tsingtau fallen würde. Wir wissen nicht genau, au welchen! Tage der japanische Angriss zuerst voll ein» gesetzt hat, aber aus alle Fälle mutz man es militärisch al» eine glänzende Leistung bezeichnen, datz Tsingtau sich über zwei Monate gegen eine erdrückende Ucbermacht und sortwährend« Besihictzung von der Landseite »nd von der Secseite, wozu noch die Bombciiwerscr aus der Lust kamen, gehalten hat. Tsingtau ist Niit höchste» Ehre» gefallen. Sei» Fall ist ein ewiger Ruhm sur seine Verteidiger, eine ewige Schande siir die Verbündeten Japan und Erotzbritannien. Japan und China. Ncwyork, 8. Nov. Der japanische Botschastcr in Washington erklärte, Japan werde sich mit China über Kiautschou »ach dem Kriege auscinanoersetzen. Tolio, 8. Rov. us" zu beträchtlich gelvcsc». Die weltgeschichtliche Bcdcutniig des Siege:. Buda- est, 7. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Tic gesamte Proste jubelt den glänzenden Sieg der deutlchcn Flotte bei Chile id hebt die weltgeschichtliche Bedeutung des Sieges über ! ie englische Flotte in ossener Seeschlacht hervor. Der Pestcr Lloyd" schreibt: Heute darf nian sagen: Es war inmal eine Zeit, da in der Welt der Irrglaube lebte, die nglische Flotte sei die niächtigstc der Welt; niemand könne r die unbeschränkte Herrschast zur See streitig machen, ieser Glaube gehört seit der Schlacht von Chile der Vcr- ngenheit an, und an dem Zwirnsfaden dieses Glaubens mg ja die Weltmachtstellung Englands in den fünf Weitsten. Der Faden ist zerrissen, die Weltmachtstellung, die n ihm hing, unrettbar deni Verderben preisgcgeben. Wien, 7. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Zn dein Seeeg an der chilenischen Küste schreibt die „Zeit": Bisher raren cs Minen und Unterseeboote, durch die England ein- fnidliche Schiffsverlustc erlitt: diesmal sind die Engländer acht unter, sondern auf der See geschlagen worden. Die rutschen Schiffskapitäne beweisen den Engländern, daß cs ln cf angeblichen Secherrschast zum Trotz doch noch ein a»S- cichendes Maß von Bewcgungsfreiheft aus allen Meeren ibt und daß ein kühner Unternehmungsgeist sich durch keine iebermacht und keinen Schrecken nidderzwingen läßt. — - ie .Meichspost" führt den deutschen Reim an: „Schon wacher zog zu schlagen aus, und tarn geschlagen dann nach äaus" und jagt: Albion ist in Slmerika von den Deutschen geschlagen worden, das bedeutet, daß die Deutschen auch in er Meinung Amerikas bereits den Sieg über die Briten avongetragen haben. Das fällt schwer ins Gewicht. Italienische Prcßstimmeii. R o m, 7. Nov. Die Er- clge der deutschen Flotte an der Küste von Chile nnd in der Nordsee werden von den Abendblätter» mit großer Aner- cnnung besprochen. Tic „Tribuna" bebt hervor, die Schlacht an der chilenischen Küste habe die Ueberlegenheit der wutschen Schisssartillcrie und Schnelligkeit erwiesen, was- ine Lehre sowohl für die Offensive wie für die Defensive ei. Der deutsche Sieg war in dem Stärkeverhältnis ge- echtfertigt: aber cs- verdiene hervorgehoben zu werden, daß ie Deutschen, die erst vor wenig Jahren auf See gekommen kac Ueberlegenheit zu benuhen mußten wie eine alte see- ewobute Nation. „Giornale d'Jtalia" schreibt der Aus- rhrt der Nordsee flotte imd dem Bombardement der eng. scheu Küste eure große moralische Bedeutung zu, weil sic :. wieder einmal als englische Illusion erweise, durch pas- ve wachsame Haltung die Herrschaft zur See aufrechter- ulten zu können. Keine Verluste unserer Marine. W. T. B. Rotterdam, 7. Nov. Zuverlässigen Nachrichten «folge haben nach Nachricht des de«tichen Admirals die deutschen -chisse tu dein chilenischen Seegefecht keine Verluste crliUcn. Hut einige Leute sind leicht verwundet. (fiiif btsrriendt (ut für ssulöpii ici.nc- die „Züricher Neueste,, Nachrichten" die Beschießung de: niglischne Küste durch deutsche Kriegsschiffe. Das schweizer Platt schreibt: Wir habe» ein Verständnis für die Freude in ganz Deutsch 'und ob die,er Bravourtat der deutsche» Marine Seit den, denk würdigen SO. Juni 1067, da die Holländer mtcr ihnen! großen Seehelden Admiral de Ruyter in die dhemsc eiulicsen und im Angesichte Londons dreizehn englüche schifte vernichteten und acht lagerten, ist es das ersten,al, daß bieder ein scindtichcs Geschwader an der englischen Küsie aus- vucht, um dieselbe zu beschießcu. Das deutsche Geschwader hat mit seinem Erscheinen vor -armouth zunächst seinem Lande eine» mächtigen Erfolg ein, iebracht, zugleich aber auch eine dcjreicnde Tat für Europa aerübt. Auch da man die einstige Liberalität Englands, als leine Leitung »och in den Händen großer Männer lag, im Seeweg, recht danlbar l,n Gedächtnis behält, ist doch die Art uns Weise, ane das fetzige eugtrfche Regiment seit Kriegsausbruch aus de» Meeren schatict und waltet, zum unerträglichen Anrecht ge worbe». Diese Art bedeutet nicht mehr bloß den Krieg init ocn Machten, mit denen cs sich im Kriegszustände befindet, 'onberr juu, Teil auch einen wirtstifastllchen Krieg gegen die leu traten »nd die Geltendmachung von Herrenrechte» Küpen ü ber Rationen, denen gegen, ber England abfolnt feine Neue Tageszeit»«,. Montag, den 9. November 1914 solche besitzt. Man sehe nur die Klagen der Vereinigten Staa- : ten. Hollands, von Dänemark, Schweden und Norwegen, Auch j die Schweiz hätte solche anzubringen. » Die englische Regierung ist wahrlich nicht gick beraten, da I sie glaubt, den Beweis erbringen zu fallen, daß sie, wenn cs darauf aniommt, den ganzen Erdball in ihren wenigstens indirekten Dienst lind in Mitleid, uisachjt zwingen will, schon da- rru» nicht, weil das Bewußtsein dadurch immer mächtiger aus. däimncrl, daß der Tag für Europa und die übrige Welt ein gesegneter sein wird, von dem an die Meere der Erde nicht inchr de», Szepter eines Einzigen werden unterworfen Sein, jonocru Gemcinherrichast der Böller sind. t?rr Jnlnmmfnbnirij des fronj. Krikgsplanks. Mailand, 4. Nov. Zm „Eorriere della Sera" veröffentlicht der bekannte italienische Publizist Angela Götti rine aussehcnerrcgcnd« Artikelserie, welche das Jittereste aller Kreise aufs lebhafteste in Anspruch nimmt, da seine Artikel den unausblctblichen Zusammenbruch der Kriegspläne Joffres klar darlcgcn. Der Sinn der Artikel ist folgender: Der deickjche Genius hat sich auf den jetzt geführten großen Krieg bester vorbereitet als der französische. Wenn cs mich elnzclne Momente gab, in denen der Kricgsplan Josfres die bis dahin erreichten Vorteile der Deutschen zunichte machte, so wurde das Gleichgewicht durch die wohldurchdachten Vorbereitungen, mit denen die Deutschen in den Krieg zogen, wieder hergestcllt. Die momentanen Eingebungen des französischen Genius tonnten kurze Erlotge ernten, doch haben die durchdachten Vorbereitungen des deutschen Geistes dauernde Resultate. Die militärische Loge der Frmizoscn war für sie vorteilhast, doch war dieser Vorteil durch öle mangelhaften Vorbereitungen der Franzosen ausgeglichen und der Kampf begann unter gleichen Bedingungen. In den Operationen Joftres fehlt nunmehr die zur Aktion nö- ttge Energie. Der fetzt geführte Krieg bezweckt nur, die Deutschen möglichst zu ermüden. Der Kampf tobt mit einem negative» Ziele, was nur dann einen Zweck hätte, wenn nicht Dcnlschland, sondern Frankreich über große Reserven verfügte. Wenn dir Deutschen nicht anfangs September einen großen Teil ihrer Armee gegen Rußland mobilisiert bätten, so wäre Paris schon längst in deutschen Hände». Die französisch delghch- engtischc Allianz hat nicht eine so große Bedeutung, wie cs die Franzosen meinten. Die Belgier haben die Deutsche» viel lürzere Zeit aushalten können, als man cs gedacht hatte, und auch die Intervention der Engländer bcduetet keine reale Hilfe. Wenn auch der englische Soldat ein sehr guter Kämpfer ist, so ist es zweifellos festgcstellt, daß England bisher höchstens 100,000 Mann stellen konnte und nunmehr lange Zeit hindurch keiu Militär mehr an Frankreich licsern kaun. Die AusbiUning von Rekruten hat zwar »I England begonnen, cs gibt aber keine Offiziere und Unteroffiziere, die aus den Rekruten Soldaten niachen können. Ein großer Fehler der eng- liichcn Armee war bisher auch der Mangel an Disziplin und anmilitärischen Geist. Auch ist die französische Armee nicht genug stark, wen» auch die Franzosen begeistert sind, so fehlen ihnen die Mittel zu einem siegreiche» Erfolge. Die Soldaten, die im September cinberusen worben sind, können noch heute nicht ins Feld geschickt werden, cs mangelt an Ausrüstung, — Deutlicher als dies sprechen aber die Zahlen, Frankreich hat 40, Belgien 5, England 40 Millionen Einwohner, Diese 01 Millionen Menschen stehen den 08 Millionen Deutschen gegenüber und können zu keinem Resultate kommen, obwohl die Deuts he» gleichzeitig auch mit der riesigen Ration der Rassen de» Kamps ausnehmen mußten. Der Kriegsplan Joftres ist zu Ende, der dcutjche Kriegsplan beginnt sich jetzt zu entfalten. Scho» find die Deutschen über den kritischen Punkt hinaus und ihr Sieg ist nur eine Frage der Zeit. Sfitraa ;ur „belMen Jlfntrnüffir. Berti n, 0. Nov. (SB. B, Amtlich). Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung' bringt ein Faksimile eines mit dem Stem- pcl der englischen Gesandtschaft in Brüssel versehenen Formulars, das folgenden Text auswcist: E.-M. de l'armee anglaise — Le soussigne Dale Long, Attache a l’E. M. Requisitons ................................................ A........... Ie ............................. 1914. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt hierzu: Von dem eben adgcdruckte» Formular wurde ein ganzes Paket in der Schreibstube der englischen Spionagezentrale in Brüssel ausgifundcn. Schon lange per dem Kriege war bekannt ge- wrrde», daß ein gewisser Dal- Long in Brüstet wohnte und Spionage gegen Deutschland für England trieb. Es war auch gelungen, eine ganze Reihe feiner Agenten dem Richter zuzu- führcn. Ta konnte denn sicher festgestellt werden, daß Dale Long zum englischen Gencralstab gehörte. Aus dem aujgefun. dcucn Fotuuilai gehl aber h.roor, daß Dale Long im Kriegsfälle zum englischen Eriieralstab treten sollte, daß er als Mit- glied des englische» Heeres in Belgien berechtigt war, Requisit,onen zu stellen und daß dies.' Berechtigung durch die engiilche Gesandtjchnst in Brüssel bescheinigt worden ist, wie der Stem- pel beweist. Das Vorhandensein eines ganzen Stoßes INI aus gestillte! Foeinulare dieser Art beweist seiner in völlig zweifelsfreier Weise, daß es sich hier um eine Mobilisationsmaßregel handelt, die ohne Zustimmung der belgischen Regierung gar- nicht denkbar ist. Wmkilh löili laiibftf Avbrit m5'trbir«i!chMii. Budapest, 8. Nov. Unsere in Serbien operierende Armee beabsichtigt, noch vor Eintritt des Winters eine» entscheidenden Schlag gegen die Serben zlt führen. Hier- Wni gibt auch ein vom Feldzeitgmeister Potiorck an die ihm uuter stehen den Truppen gerichteter Tagesbefehl .KeilnLiis. :n dem die Trnppen alftgefordert werden, die letzte Kraft des Feindes zu brechen und den Feldzug nockf vor Eintritt des Winters zu beenden. JtMens answiirtige Politik. Italiens auswärtige Politik. Berlin, 8. Nov. (SB. B. Skichllniitlich). Die .Fiordd. AUg, Ztg." schreibt: Der Eintritt des belanntcn italienischen Staatsmannes Sonnino als Nachfolger des verstorbenen Marchese di San Giuliano in die Leitung der auswärtigen Politik Italiens ist von unsere:' Presse IN'! dcm Ausdruck der Wertschätzung dcjrpochen worden, diedcm Minister Sonnino nach seiner politischen Vergangenheit und »ack> dem großen 'Ansehen, das er genießt, überall entaeqenge- brach! wird, Was über leine persönlichen Anschauungen und ferne politische Richtung b,:her bekannt geworden ist, berechtigt zu dem Vertraue», daß er als hervorragender Mitarbeiter de: verdienten Ministerpräsidenten Salandra die von San Gln- lianc eiugeloitete Politik einer wachsamen u, besonnenen Neutralität jorlsetzen wird, Der braüdjf (frfola in Sübturflafrika. Rotterdam, 7. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Der „Nicuwc liiottcrdamsche Courant" veröffentlicht einen Brief seines Korrespondenten in Johannesburg vom 8, Oktober, in dem es u. a. heißt: „Daß die Deutschen bei dem ersten Treffen zweihundert Mann gefangen nahmen, diente nicht dazu, die Begeisterung für den Krieg zu wecken. Nur lang- fern kommen Einzelheiten von dem Treffen bei Rands»,'» lein, wo fast zwei volle Schwadronen des ersten Rcginienis berittener Kapschützen nnd eine Abteilung der Transvarl- Artillerie in die Hände der Deutschen sielen. Mittags war die Munition verschossen, die Stellung unhaltbar, die beiden Kanonen unbrauchbar geniacht und Engländer und Afrikaner hißten die Weiße Flagge, Oberst Grant fiel verwundet in die Hände der Deutschen, die erst unsere Toten begruben, dann die ihren und alle Verwundeten gut behandelten. Zwei Schwadronen, die vom Hauptquartier zn Hilfe geschickt wurden, wurden von den Deutschen unter heftiges Maschinengewehrfeuer genommen: sie gaben den Do'> niarsch auf, als sic einige Dcrlnstc erlitten hatten. Das ist alles, was die Zensur durchließ." Zum Schluß heißt es in deni Brief: „Die Zufuhr frischer Mannschaften fiir die Armee ist ein schwieriges Problem. Die letzten Reserven bestehen ails Wehrfähigen von 40 bis zu GO Jahren. Vorläufig will inan es init Freiwilligen versuchen. Wirtschaftliche Gründe erschweren die Lage. Botha hat bisher 2000 Freiwillige, 313 berittene Schützen und 1800 Infanteristen auf- gerufcnl jetzt fängt man mit dein Aufruf berittener Kom- niandos an und hofft, tausend berittene Schützen zu erhal- ten, die Transvaal und der Oranje-Frcistaat anfbrinzen scllen," Der Burenaufstand. Der Oranjcsreistaat ertläet sich für ielbständig. Berti», 7. Ro». Stach einer Depeiche der „Deutsihen Tageszeitung" aus Antwerpen haben sich die Buren des ganze» Oran- jesrcisiaates dem Ausstand angeschlossen. De Wct habe die S c l d st ä » d i g k e i t der Republik erklärt. Tatiglcit der Ausitändigcn. Slinsterdam, 8. Reo (W. B. Nichtamtlich). „Nieuws van den Dag" meldet aus Johannesburg vom 7. Noveiliber: Slebellen, die durch Reglcrungs- trnppcn verfolgt werden, sind in den Oranje-Freistaat eingefallen. General Beyers scheint sich bei ihnen zu befinde». Sie haben die Brücke über den Sandfluß bei Virginia zerstört. Truipcn de Weis haben an verschiedenen Stellen die Eisenbahn nach dem Freistaat zerstört. Die Buren in Slatal. Amsterda m, 8, Rov, Aus einem Reutericlegramnr aus Pretoria geht noch hervor, daß die Slufttändischen bereits in harryiniilh, also in S! a t a I find. Eine Siede de Wct's. Pretoria, 5. Roo,( W. B, Nrcht- amilich). De Wet ritt am 20, Ottobrr kn Dl cd e im Freistaat ein. In einer Rede bezeichnete er den Einsall in Dcutich- Südwestasrika als einen felgen Akt und als eine Räuberei, De Wci jagte weiter: „Ein Freund riet mir, etwas länger zu warten, bis England stärkere Schläge erhalten habe. Aber cs ist unter meiner und meines Volkes Würde, einem toten Hund einen Fußttitt zu geben, England hat die Hände voll genug. Ich haste die Lüge, die beständig verbreitet wird, daß Taufende van Australiern, Canadiern und Indern gesandt werden tonnen, um gegen uns zu lämpsen. Woher soll England sie nehme»? England hat genug zu tun, um seine eigenen Schlachten ZU schlagen. Ich werde jetzt weiter vorrücken ZU Marttz, wo wir Waffen und Süunition cmpsangen werden. Ich gehe iogar nach Prc toria, um die britische Flagge herunter- zu reiße» und eine freie südafrikanische Rc»»- b l > k auszurufcn. Alle die, welche sich um die Regierung icha- rcn wollen, sollen dahin gehen. Ich unterschrieb den Vertrag zu D-rcciiiging und schwor der britische» Flagge Treue, aber vur >lnd derartig nicdergetreten worden durch dies« Scktädlinge v»n Engländern, daß wir es nicht länger aushalten tonnenk" — SBenu man alles zusammensaßt, f» geht daraus deutlich hervor, daß der Aufstand, der ursprünglich lediglich gegen die Regierung Bolhok gerichtet war, eine Wendung ninrmt und die Erkämpsung der Unabhängigkeit der früheren Burenrepubltten zur, Ziele hat. Der Krieg im (Orient »>e Ankunft der Ukrainer. K o n st a n l l n o p e l, 7. Nov. (SB. B, Nichtamtlich). Zu der bevorsiehetlde» Aniunft der uiraiuijlhc» Adgeerdnetell schreibt der „Jeune wurc . Die Abgcianvten werde» zweifellos hier sympathisch ausgeuomnu-n. de. die Jiilrusjen der Ukrainer mit denjenigen der Türkei i» ui.! verknüpft sind. Ein ukrainischer Staat, wie ihn die Ukrainer beanjpruchc,,, würde die nichttürtischen Gestade des Schwarze» Meeres von Rußland lostrennen. Die Errichtung eines uichlruisifcheu slawischen Staates würde der Türkei die Potitft der Intrigen und Begehrlichkeiten »es Zarenreiches, da- da- rauj abzielt, sich Konstantinapeis und der Meerengen z» be- müchtixe», vom Half« schaffen. Ur. JO Kkilagr ;n „Neue fngrsjfituiif, Friedlierg i. f). 1914 r*w v Pransösische Alpenjäger mit MaschinengeiveKren in Seuerllrllung. Alpenjäger (Chasseurs alpins) ist seit 1888 die Bezeichnung für eine größere Anzahl Jägcrbataillone der französischen Armee, die de», Bereich der Armeekorps von Besan?on und Grenoble zugeteilt sind, Sic bilden eine GebirgZtruppe wie die Alpini der italienischen Armee. Sic tragen blaue Blusen, blauen Klappkragcn mit gelber Bataillonsnunimcr, blaugraue Beinkleider und blaue barettartige Mühe, ^ür den GcbirgSdienst geübt, mit allen Aufgaben desselben vertraut, an seine Strapazen gewöhnt, jeden Vorteil des zerklüfteten VcrggcländcS auLnuhend, bilden sie einen sehr gefährlichen Gegner. Unsere brar.n Truppen in den Vogesen wissen ein Lied davon zu singen. Aus dem Bilde sehen wir, wie sie in Teckung auf FelS und Gcröll-thre Waffe aufgestellt haben und Tod und Verderben in die Reihen der verhaßten Allcmands zu schleudern suchen. U- ^ Der Weltkrieg. - Y*vu' dem Kriegsschauplatz im Osten bereiten sich zum zweitenmal wichtige und ^ i uschncidende Begebenheiten vor. Es ist daher, um im Bilde z» bleiben, ratsam, die bisherigen Ereignisse zusainmcngefaßt vorübcrziehen zu lasse». Vergessen wurde bei den schnell aufeinanderfolgenden Siegen gegen die Franzosen, daß ei» hinhaltender Kampf gegen die Russe» geplant war. Fachmänner nahmen sogar an, daß Ostpreußen vorübergehend prcisgcgeben und erst in der besesiigte» Weichsellinie der russische Vormarsch endgültig aufqehalten werden würde. Daß die Russen seit Monaten schon zum Kriege gerüstet und daher die Mobilmachung zu Beginn des Krieges vollendet hatten, bedeutete für sie einen großen Vorsprung. Man hatte angenommen, daß man erst etwa vier Wochen nach Kriegsausbruch mit den Operationen zu beginnen brauchte, auch rechnete man zunächst mit defensivem Verhalten schtvächerer russischer, bei Wilna und Grodno versammelter Kräfte. Ter Druck seitens Frankreichs und das geplante Zusammenwirken der Verbündeten veranlaßte den tatkräftigen Kriegsminister Szamsonow, weit stärkere Kräfte dort bereit zu stellen, und der Neitergeneral v. Ncnnenkampf begann un- nüttelbar die Offensive. Zwei Armeen, die aus dem l., 6., 8., lü. und 28. Korps 4. Oktober die russische Gardcschützenbrigade aus l wobei sie 3000 Gefangene machten. Am 5. Okt !> Teile der Hauptreserve von Jivangorod bei Rad d mehr ist die Zahl der russischen Gefangenen e deutschen Händen. Auch aus Ungarn sind die R I > vor, sie haben den russischen Brückenkopf bei S, Ir Tarnobrzeg geivorscn. Die von de» Russen bele» Wurden zwar die Reste der Narcw- und Njcmei k doch neuerdings neue HcereStcilc gegen Oftpreufl Suwalki östlich Lyk zurückgcivorfen, wobei die !> »> russischen Angriffe auf die galizischc Festung » Russen 40 000 Man» verloren und darauf i Id und deutschen Truppen Schulter an Schulter vw k tfln I-efsctöallon während einer Schlacht an der Hklgrenze. Unser Bild ist eine Aufnahme aus einer Schlacht auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Ein Fesselballon meldet dem Generalkommando telephonisch, daß unser linker Flügel von einer seiudiichen russischen Batterie flankiert wird. Sofort wird ein entsprechender Befehl telegraphisch weilergegeben, um dein Bordringen des Feindes zu begegnen. und Reservedivisionen bestehende Rarciv-Armee und die aus dem 2., 3., 4., 20., 22., 3. sibirischen sowie aus einer großen Anzahl Rescrvedivisionen bestehende Njemcn-Armee versuchten in Ostpreußen, die der Zahl nach noch stärkere Süd- armee in Osterreichisch-Polcn einzudringcli. Auf dem rechten und linken Flügel gelang dies auch den Russen. Die Vorhuten und Kavallcriekorps lvurden zlvar dort von tapferen Deutschen und Österreichern ausgchaltcn >md geschlagen, vor stärkeren feindlichen Truppen mußten diese aber tveichen. Tie Österreicher gaben sogar nach wochenlangcm Widerstand Lemberg aus. Im nördlichen Teil des Kriegsschauplatzes führte der glänzende Sieg bei To.unenburg einen Umschwung herbei, und das Heer Rennenkampfs, das, seine in und an den Masurischen Seen kämpfenden Waffenbrüder in Stich lassend, tatenlos ihrer Vernichtung zu- sah, erreichte dann selbst sein Schicksal, nachdem es drei Wochen lang die Umgebung Insterburgs unsicher gemacht hatte. Auf dem südlichen Teil des östlichen Kriegsschauplatzes begann es gleichfalls vorwärts zu gehen, deutlich machte sich hier das Vorgehen Hindenburgs und das Znsammenivirkcn mit ihm bemerkbar. Er marschierte auf Lublin und Warschau, und seine Truppen vertrieben am Wie die Nullen Im eigenen Sande n. 3 I ützengräöen. ausgerollt, eine natürliche Deckung gegen tellung zwischen Lpatow »nd Oslroiviec, »halb russische Kavalleriedivisionen und > auf Jwangorod znrnckgeworfe». Äsungen »nd > 100 russische Geschütze sind in rdcn. in Galizien dringe» die Österreicher »d eine russische Infanteriedivision bei mySl wies bisher alle Angriffe zurück, senbahn nach Süden gcivorsen. so sind -in Teil ivnrde jedoch bei Augnsioiv und >00 Gefangene einbnhtcn. Tic heftigen m blutig znrückgeschlagen, Ivobei die len. Scheu stehen die österreichischen Unsere tapferen Kameraden im fernen Asien haben bei ihrem schweren Beginnen auch einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen, sie wiesen den ersten Sturni auf die Jnfantericwerkc auf Tsingtau ab, wobei die vereinigten Japaner und Engländer einen Verlust von 2500 Mann erlitten. Auch hier kämpsten tvir gemeinsam mit Österreich, den» der österreichisch-ungarische kleine Kreuzer »Kaiserin Elisabeth" hat die Japaner bei ihrem Sturinangriff wirksam beschossen. Tie hervorstechendste NuhuieStat aus dem westlichen Kriegsschauplätze ist die Eroberung Antwerpens durch den General der Infanterie von Beseler. Tas Hauptquartier berichtet darüber: Nach nur zivölstägiger Belagerung fiel Antwerpen mit allen Forts in »nscrc Hände. Am 28. Septeniber fiel der erste Schuh gegen die Forts der äuhcrcu Linie. Ai» I. Oktober wurden die erste» Forts rrstUrmt, am 6. und 7. Oktober der starke, angestaute, meist <00 Meter breite Netheabschnitt von unserer Jnsanterie und Artillerie überwunden. Am 7. Oktober ivnrde entsprechend dem Haager Abkomme» die Bcschichung der Stadt angekündigt. Ta der Kommandant erklärte, die Verantwortung sür die Bcschiehung übcr- nehtnen zu wollen, so begann um Mitternacht vom 7. zum 8. Oktober die Beschiehung der Stadt. Gleichzeitig setzte der Angriff gegen die inneren Forts a». Schon am !>. Oktober früh waren zwei Forts der inneren Linie genommen, ani 9, Oktober uach- »tittags konnte die Stadt ohne ernsthasten Widerstand besetzt »erden. Die vermutlich sehr starke Besatzung hatte sich anfänglich tapfer verteidigt, da sie sich jedoch dem Anstürme unseier Infanterie »nd der Marinedivisioncn, sowie der Wirkung unserer gctvalligen Artillerie schliehlich nicht gewachsen suhlte, war sie in voller Auslösung geflohen. Unter itln mißt» Wort vor der Schlacht. Belgische Priester sprechen den Soldaten vor der Schlacht in den Laufgräben noch einmal Mut zu. der Besatzung befand sich auch eine unlängst cingctroffene englische Marinebrigade; sie sollte nach englischen Zeitungsberichten das Rückgrat der Verteidigung sein. Ter Grad der Auflösung der englischen und belgischen Truppen ivird durch die Tatsache bezeichnet, dah die llbergabcvcrhandlungcu mit dem Bürgermeister geführt werden muhten, da keine militärische Behörde auszufinden war. Die vollzogene Übergabe wurde ani l0. Oktober vom Chef de-s Stabes des bisherigen Gouvernements von Antwerpen bestätigt. Die letzte» noch nicht übergebenen Forts wurden von unseren Truppen besetzt. Energisch wurde nun dieser Ersolg ausgcuutzt. Scho» fünf Tage nach der Besetzung Antwerpens befindet sich ganz Belgien in der Hand der Deutsche». Da das Gros des Heeres der Verbündeten nach Süden abgezogen ist, blieb in Brügge fast keine Besatzung. Am Mittwoch um I Uhr erscheinen drei deutsche Soldaten vor dem Stadthaus, und die Stadt ivnrde besetzt. Auch Ostende ist bereits in deutschem Besitz. Die Truppen der Ver. bündcten lvaren abgezogen und liehen die Stadt ganz ohne Verteidigung. Roubair ivurdc am Mittwoch besetzt, nachdem die Geiseln nach Roucp in? Kastell von Tiberghin gebracht worden lvaren. Ryssel war seit Sonntag abend bombardiert worden, gleichzeitig hatte eine Taube Bomben gcivorsen. Sonntag abend entstand ein Brand. Die Einwohner flüchteten. Dienstag abend zogen die deutschen Truppen ein. doch dauerte der Kampf fort. Erst um Mitternacht wurde ans dem Stadthau-s die ivcihc Flagge gchigt. Am Mittwoch morgen niarschicrteu die Deutschen mit Musik in die brennende Stadt. Mit Hilsc der deutschen Soldaten tvurde das Feuer gelöscht. Tann ging cs iveitcr »ach Dünkirchen der Küste z». kkener und gepklinderler Hrt. Heneratobcrst von Kluck. i Deutsche Ariesmarken sür Belgien. Im Bereich des Kaiserlich Deutschen Generalgouvernements in Belgien ist schon seit längerem eine dem Reichspostamt in Berlin unterstellte Post- und Telegraphenverwaltung eingerichtet worden, mit deren Leitung der Geh. Oberpostrat Nonge aus Erfurt betraut wurde. Neuerdings gelangen für den dortigen Verkehr nun auch Post- Deutsche Briefmarken in Belgien. Wertzeichen deS Deutschen Reiches zur Verwendung, die zu diesem Zwecke mit dem Überdruck „Belgien" und der Wertangabe in belgischer Währung versehen wurden, und zwar sind dies Freimarken zu 3, 5, 10, 20 Pfennig j (— 3, 5, 10, 25 Centimes) sowie einfache und Weltpostkarten au 5 und 10 Pfennig (5 und 10 Centimes). Ceiantinc'rtPrficr ?:p>a'tr.rT Dr. ftcrl @ umfurp, Berlin. — Druck und Verlag von Georg (5. i'Jagel in Berlin Tchöneberg. U Mr. 868 ®rite 8. Russen und Purster. Konstantinopel, 7. Noo. (SB. B. Nichtointlich). Nach persischen Blättermeldungen quälen die Russen die Bevällerung von llrmia in jeder Art und Weise. Die Russen haben die Telegraphendrähte zwischen Urmia und Salmajow zerschnitten. Das religiöse Oberhaupt Kiozun hat eine Fctwa erlasse», in der er zum Kriege gegen Rußland aus- ruft. Die Rusien tun ihr Möglichstes, um die Verbreitung der Fctwa zu verhindern. — Die Kurden haben den rusien- freundlichcn Häuptling Symlo angegriffen: sie belagerten und erstürmten die Stadt Targeoar. — Die persische Regierung hat den russcnsreundlichen Gouverneur von Lrmia abgesetzt und es verlautet, daß der Bruder des Giosiwestrs. der ägyptische Prinz Abba» Haliin Pascha, für das eiledigtc Aiinistcrium der öffentlichen Arbeiten auserschen sei. Man glaubt, dag mit dieser Eruevuung, die unmittelbar bevvrstehen soll, die Rclonstruftion des Kabinetts beendet ist, da die Ministerien der Finanzen und der Post intermistisch geleitet werden sollen. Die Stimmung in Kairo und iUeravdri u. Berlin, 8. No». Folgender, vom Sn. Oftober datier . -» einen Deut scheu gerichteter Brief aus Kairo und Al ist hier einaetraffe» Wir Heren und erfahren csie Tage o.e Erfolge und di- Siege der Dculichen und daß Deutschland Belgien ganz erobert hat. Alle Rotabeln hassen und warten auf ihre Hilii. Die mohammedanische Bevölkerung Indiens ist bereit wie eine Truppe. Dasselbe gilt ebenfalls bei uns. Wir sind bereit zu sterben. Die ganze Bevölkerung wartet nur aus ei »cn Wink Deutschlands. Die Bevölkerung ist zum Kriege bereit. Ich schreibe Ihnen dies, um Ihnen die Lage hier bekannt zu geben Uno V» Ihnen Hilse zu erbitten. Dieser Brief wird Ihne» im Rainen der mohammedanischen Gemeinde geschrieben. die dcut>:',srcnndlich ist. Kinder und Greise beten für das Wohl Deutschlands. Don der Cnrenaiko noch Aegypten Nach einer Meldung der , Stampa" hat der Scheich der Senusicn seine Streitmacht aus der Eyrcnaika zurückgezogen und nach Aegypten gcschiikr. Eine italienische Abteilung, die am 28. Oltober von Zaui Beda ab- ging, gelangte bis Mersa, ohne Feinde zu treffen. Ät lUflriuinfl rinrs ycrtüflirfiinini rnrtnia'«- Eine Dame, dir früher nun portugiesische» Hofe als Erzieher,n tätig war, iibermittclt der „hildeshcimschen Zeitung" aus Balasta-Gyaen.ath folgende Ausführungen des porrugie- iifchcn Kirchcnfürsten Kardinal I. S. Netto über die angeblich bevorstehende Beteiligung Portugals am Welllriege: „Die ganze Walt ist mit Krieg durchzogen, selbst mein Da- terland denkt daran, die Waffen zu ergreifen. Aber welche Torheil wäre das! honen wir, dah das Parlament nicht zustim- men wird. Und n>ögc Gott der Allniächtige es doch zulasten, dotz Portugal seiiic Neutralität bewahren möge, denn im anderen Falle scheiur mir seine Lage entsetzlich zu werden. Das Land will nicht dm Krieg, und wen» cs so weiter geht, werden wir o,n jurchtbarsten Bürgerkrieg sehen." Aus England. LiS eugliicher Mine,Fischer zerstört. London, 7. Novbr Wie „Daily Mail" meldet, ist der Mincnsischcr „Mary" bei Lowestost durch eine Mine zerstört worden. Feldpostbriefe bis 500 Gramm. Berlin, 7. Nov. (W. T. B.) Vom Ist. bis ciiischlicsi- lich 21. November tverdcu wieder Frldpostbricsc »ach dem Feldheer ii» Gctvicht vuu 2stU bis stOV Gramm zug-lafsri: tvcrde». Der letzte Grus;. Einer trauernden Mutter gewidmet. Ich suhl cs, ach, die Tadeswundc brennt -- Und brennt! — Mir hilft lein menschliches Bemühen iiuli must auch ich die stillen Wege ziehe» Dorthin. wo Neid und Mißgunst man nicht kennt. Dort ist der Frieden, den wir gern gewahrt, Und den der Feind in seinem Haß gebrochen! - Freiwillig bin ich in das Feld gezogen — Ictz. loll ich sterbe». Mutter, das ist hart! Doch fe> getrost, mein tteues Mütterleiii Hab' ja »och Schwestern und zwei liebe Brüder, Und wich sichst du dereinst im Himmel wieder, Und Gott mit Euch: Dam, seid ihr nicht allein. D:a' an die Tapfer», an das Vaterland. r,m wir ein Schutz', den Feinden eine Wehre, Ui'd wer jetzi fällt, stirbt a», dem Feld der Ehre Fü' unser liebes, deuisches Heimatland. DlUiii sei getrost! Es soll nicht anders sein i Heiz wird irci! Ich fterb' für unsere deutsche» Brüder Iii, Himmel seh' ich auch den Vater wieder, e. 1 ipohi, ihr Schwestern, Brüder, Müttcrlein Fricbverg i. h. Sulzmann. Aus de» Heimat. Don dein Bataillon ging drin „Oberh. Anz." folgendes Tchi eiben zu: Markirch, den st. 11. ID Iii dci» am 2. d. Mts. am Bernhards-Stcin, südwest- lich von Markirch, slattgefundcnen gröberen Gefecht haben die 3. und 1. Kompanie des Landsturin-Infanterie-Bataille m:- Fricdberg mit grober Bravour und Auszeichnung init- gekänipft, sodab fic das uneingeschränkte Lob des fichreirdeu Ofsiziers, Oberst Peterfen vom Landwehr-Regiment 80 erntete». Leider ist der Angriff auf die steile Höhe, die von Alpenjägern in zwei hintereinander liegenden Schützengräben besetzt war, nicht ohne schmerzliche Verluste verlausen. Von der L.Konipaai» starben de» .Heldentodsfürs Vater- land: Reue Tageszeitung. Montag, den 9. November 1911 1. der Lcmdsliirnrmann Heinrich Will ans Rodheini v. d. H.. 2. der Landstnrmnimin Philipp Wilhelm Riihl mi? Pobl-Göns: von der 4. Kompanie: 3. Gefreiter Otto Müller aus Bad-Nauheini, geh. in Karlsruhe. 4. Heinrich Sommer ans Srortheini, Kreis Büdin- gen. Letzterer ist gefalle» durch einen Granatschub a»l 3. 11. bei Pslanzenschule, östlich Col de Sie. Marie. Ich habe durch die Bürgermeistereien die Angehörigen benachrichtigt imd ihnen im Namen des mir unterstellten Bataillons mein tiefgefühltes Beileid auSgedrückt. Des weiteren wurden von der 3. Kompanie: 1. der Landstiniuinann Friedrich Appel aus Büdingen lvw. ll. Oberschenkel.) 2. der Landsturinuiann Pliilipp Johann Kappes ans Dad-Nanheim lvw. (am I. Knie), 3. der Landsturmina»» Johann Friedrich Wilhelm Stein ans Selters. Kreis Büdingen lvw. (durch Holzsplitter an> I. Ilngc), 4. Friedrich Wolf aus Düdelsheim, Kreis Büdingen, schvw. (durch Schrapnellflugel dnrchs Gesätz): van der 4. Kompagnie: st. dr Landfturniman» Gefreiter Philipp Koppler ans Dilbcl, Kreis Friedbcrg, lvw. (r. Mittelfinger). 6. der Landstnrmmann Gefreiter Friedrich Höhr aus Fanerbach. Kreis Büdingen, lvw. (durch Streif- schütz r. Oberschenkel). Ich selbst konnte an diesem Gefecht nicht teilnehmen, da mir als Ortskoinniandant von Markirch mit der 1. und 2. Kompanie des Bataillons die Sicherung dieser Stadt sowie der Ausgänge nach Westen, Siidwcsten, Süden und Oste» übertragen worden war. Die bei den gefallenen Landsturniniännern Vorgefundenen Wertsachen pp. wird das Bataillon sammeln und später der Bürgermeisterei zugchcn lassen. W c i in e r. Oberst und Datailtonskommandeur. * Friedbcrg, 9. Nov. Oberstleutnant Müller gefallen. Scho» Ende der vorigen Woche ging das Gerücht um, Oberstleutnant Müller, der frühere Bczirkskommandcur von Fricdberg fei gefallen. Leider fand die Nachricht heute ihre Bestätigung: Ter Wackere'starb den Heldentod für's Datcrl and. Der Tod hält eine so reichliche Ernte ans dem Schlachtseldc, datz cs schier unmöglich wird, all' die Braven einzeln zu erwähnen: in diesem Falle aber ist es uns ein Herzensbedürfnis des Verstorbenen zu gedenken. Oberstleutnant Müller war seinen Untergebenen stets ein besorgter und gerechter Vorgesetzter und Alle, die ans dein Bezirkskommando mit ihm zu tun hatten, rühmen sein leutseliges und hilfbereites Wesen. Er hat sich in der kurzen Zeit, die er hier gewaltet hat, ein dauerndes ehrendes Andenken erworben. * Friedbcrg, 6. Nov. Die diesjährige ordentliche Haupt- ocrskinmlung des Eislausvercins fand am 88. Oktober im „Iä- gerhörnchen" statt. Aus dem Jahresbericht der Vereinslcitung dürste iolgendcs von Interesse sein. Der Winter 18t3-ll war für den Schlittschublaus recht günstig. Das Tagebuch wies 27 Eislnu'tagc auf, die Bahn konnte am 1. Januar eröffnet und an 15 Abenden von 8—10 Uhr elektrisch beleuchtet werden. Die Veschaisenheit der Eisfläche war weitaus besser als im Winter 1812-13. von der für den Eislauf so störenden Algenbildnng ans der Eisdecke war diesmal laum etwas zu merken. Am 18. Januar wurde ein Konzert und an, 25. ein Preislausen für die Jugend veranstaltet. Die Mitgliederzahl betrug am Ende des Dcreinsiahres 335, darunter 27 Neuanmcldungen. Aus der Rechnongsablagc ging hervor, daß sich die Einnahme» auf 1871.75 .8, die Ausgaben aus 1178.88 .8 stellten. Der ungünstige Abschluß war größtenteils auf verschiedene Neuanschassun- gen und die Herrichtung der elektrischen Beleuchtungsanlage zuriiSzuführc». Das Bereinsvcrmögcu bettug 1888 M. In einer längeren Erörterung wurde die Frage erwogen, ob es infolge des Krieges ratsam erscheine, die Bahn des Vereins im kommenden Winter in Betrieb zu nehmen. Man war allgemein der Ansicht, daß der die Gesundheit fördernde Eislauf für unsere Jugend auch gegcnwärttg trotz mancherlei Bedenken, die auf einem anderen Gebiet liegen, eine Notwendigkeit iei. Es nuibe deshalb beschlossen, Vorbereitungen zu treffe», die es ermöglichen, auch während des kommenden Winters dem Eissport zu huldigen und von Veranstaltungen, die nicht unbedingt notig sind, und den Verein finanziell stark belaste», wie Prcislauscn, Konzerte, tägliche Beleuchtung, Berieselung und Reinigung, abzuschen. Dieser Beschluß wurde unter der Voraussetzung gefaßt, daß die Militärbehörde die Eisteichsläche als Ucbungsplatz im Winter nicht benötigt. Der Preis der Mit- glicderlarte wurde aus 2 Jl, der Dauerkarte für Schüler und Soldaten aus 1.58 -8, der Tageskarte für Erwachsene aus 8.38 Jl, für Kinder und Soldaten aus 8.15 „8 festgesetzt. Der seitherige Vorstand, bestehend aus den Herren Reallehrer Klos, Stadtverordneten F. Damm, Kaufmann Ott, Professor Bolz, Sladtbaumeisier Köhler, Justizrat Keller und Scminarlehrer Leuchtgcns, wurde wiedergcwählt. Da der Vorsitzende zum Heeresdienst rinberufen ist, wurde Herrn Köhler die Vrreins- leitung für den lommendcn Winter übertragen. * Die Versorgung Tcutschlands mit Leuckilöl ist nicht so reichlich, ui» davon abschen zu könne», ans eine Einschränkung des Verbrauches hinzuwirken. Es wird sich daher cm- ffeblen, daß die Bevölkerung sich niehr an die Verwendung von Spiritus zu Belcuchtungszwccken gewöhnt. * Echzell, 8. Nov. Schneidermeister Joh. Kasapr H c I z - beiger dahier, ein einfacher Mann, Hot mit den, zuletzt ge zogenen Sohn die seltene Ehre, 5 Söhne und 1 Schwiegersohn dem Paterlande zur Verfügung zu stellen. Der Letztgcnaitte ist »»•- einigen Wochen aus dem Felde der Ehre gefallen. * Rodhci« o. d. f>„ ». Wo». Da» Eiserne Kreuz wurde dem Reierpisten Marttn Franz vom 116. Res. Ins. Regiment verliehen. Der Tapfere, ein schlichter Bergmann von hier, ist unter größter Lcbensgcsahr bis zu den s-indlichen Schützengräben gekrochen und warf dort Handbomben aus di» icindlichc Stellung. Hcssen-Rassau. * Wiesbaden, C. Nov. Im Aller von 75 Jahren ncrschied narb kurzer Krankheit der Königlich preußische Eeiicrallcutuait z D. Rudolf Freiherr d'Osscoille von Lüwcnclau, ein bewährter Ostizicr, der die Feldzüge 1884. 1886 uud 1878-71 mit Auszeichnung miixcmacht. In der hiesigen Gegend war der Derstor- bene kein linbekanntcr, da er Ende der 70cr Jahre des verflossenen Jahrhunderts als Major der Unterossizierschul- Biebrich Vorstand und, nachdem er als Oherstlcutnant im 188. Insante» rte Regiment in Karlsruhe gestanden, vom Jahre 1888 -1881 als Oberst des Infanterie-Regiments Landgraf Friedlich l. von Hessen Kasicl (1. lurhessischcs) Nr. 81 in Frauksurt a. M. kommandierte. Iin Jahre 1891 wurde u. Löwcnclau zum Generalmajor und Komniandcur der 18. Infanterie-Brigade besördcri und war zuletzt Kommandeur der 33. Dioision in Metz. * Wiesbaden, (l. Nov. Die Königliche Regierung in Wiesbaden hat ciitschicdcn, daß die Unterstützungen, die an die Ehe- sraue» und Kinder, der zum Heere cinbcrufcucu Mannschaften der Reserve, Landwehr, Ersatzrcscrve, Sccwchr und des Landsturms aus Grund des Rcichsgcsctzes vom 28. Februar l>-8 ae- zahlt werden, als steuerpflichtiges Einlommen nicht anzusehen sind. Auch die von den seitherigen Arbeitgeber» der Ein- beruscncn a» deren Familienangehörigen bewilligten Unterstützungen und Lohnzahlungen bilden kein stcucrpslichtige: Tin- lommen, weil hier ohne weiteres angcuomincn werde» kann, daß die Zuwendung ohne einen Rechtsanspruch criolgt. * Fulda, 8. Rov. Der 45jährige Laiidstyrmmann Steiger aus Zuffenhausen bei Ludwigsburg gebürtig, geriet, als er den in der Fahrt befindlichen Zug wieder besteigen wollte, den er. um eine Ersrischung zu nehmen, verlaßen hatte, unter den Zug und war sosort tot Aus Starkcuburg. * Darmstadt, 4. Nov. Einen dnnnnen Stristä beging im Juli d. I. der bis jetzt mit gutem Führnngsattest vor- sehen gewesene Musketier Friedr. Pfeiffer ans Sonnenberg bei Wiesbaden, der seit dem vorigen Jahre im Jns.- Rcgt. Nr. 116 in Gietzcn dient. Er war am ll. Juls nach sesner Heimat beurlaubt, versäumte aber infolge Stockung der Stratzenbahn den Zug und kam mir bis Mainz. Ans Fnrcht vor Strafe holte er sich heimlich in seiner Heimat leine Civilklcidcr, inarschierte bis Frcibnrg und fuhr dann mit der Bahn über die Schweiz nach Marseille, wo er Arbeit fand. Anscheinend wäre er wohl sobald nicht mehr znräck- grkommcn, wenn nicht die Liebe znm Daterlnnde ihn durch angeschlagene Telegramme die Kriegserklärung in die Heimat gezogen hätte. Er reiste sofort zurück, wurde aber in der Nähe von Belsort durch die Franzosen sestgenomm.'n. Durch nugenügende Bewachung gelang es ihm aber zu entweichen und traf er am 10. August bei seiner Truppe wic- der ein. Er wird wegen Fahnenflucht unter Zubilligung mildernder Umstände in weitgehendstem Sinne zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, die ihm aber nach der Erklärung des Anklagevertreters, wohl im Gnadeuw-.n erlassen werden Einzeln,rdt. * Ei» Notschrei. Zu unserer Klage Uber die mangelhffti Beförderung der Polete an unsere im Felde stehenden Truppe» erhalten wir folgende Inschrift- Auch in unserem Odenwald ist ein Notichrei zu vernehmen über die Paleibrsörderung an »»scre Soldaten im Felde. Da wird bekannt gc:.:acht, cs lön- ncn Pakelc befördert werden bis Io und so viel Kilo. Flugs werden da von Angehörigen der Soldaten die Pakete gehörig richtig und nach Vorschrift gepackt, richtig adresstett und zum Teil rnii wertvollem Inhalt zur Post gebracht. Aber was hilft'», sie lammen nicht an! Mit den llcincre» P.iketcil ist cs inil geringerer Ausnahme ebenso. Die Soldaten im Felde velzweijeli. an ihren Angehörigen und diese seien ebenfalls trostlos. Es ist ein wahrer Jammer! Da werden Lscbes- gabcn gcsaiumelt und verschickt. Wer bekommt sic de»»'.' Die die Sache» am notwendigsten gebrauchen, die härtesten Stra- patzcn ausgehalten und die Schlachten kämpften, erhalten nicht». Schreiber dieses hat ei» großes Paket und elf kleine Mit iv.'kt- vitlleni Inhalt verschickt, drei tleinc sind wieder zurüögeiom- men Wo sind die andern? Ebenso hat seine Tochter 2 große und mcqicrc rrcincrc verschickt, der Zeit »ach hätte» sic a»lom- >i,cn müsse»: es ist aber noch nicht ein einziges an dcnSftstiinm- ten gelaugt. Die gleiche Klage ist von Haus zu Haus zu hören, von Ort zu Ort, von armen wie von vermögende» Leuten. Hier muß cingcgrisscn und Wandel grschassen werde». W i n t e r I a st c n. A SB. Zkiitralilmiillnlig fiir Kritgssürlorgk. Sammelstcllc Rathaus. Saiilermcister Wtttmann und Gesellen (l. Gabe) 18 K; Bürgermeister Stahl (Finderlohn) 2 M; Dr. Schäfer (3. Gabe) 25 .6: Von einer Tischgesellschaft 33 . 8 , Statspiclgescllja,»ft im „Iäocrhörnchen" 7 „K; Bcrgrat Foelling (2. Gabe) 20 .!>: Geh. Medizinalrat Dr. Weckcrling (2. Gabe) 28 Sei».-Direkt»: Dr. Kalg (2. Gabe) 28 M; Georg Mobs 10 ,6; Stadtrechner Presser (2. Gabe) 15 ,8; Jul. Kann 58 M; Sem.-Lehrer K. Müller (2. Gabe) 12 M\ Ungenannt 40 .8; Sattlermeister Wittman» und Gesellen (2. Gabe) 28 Ji; Firma Guita» Schwarz u. Söhne, E. m. b. H. 388 Ztr. Hausbrandkohlc, Gg. Weijensec 18 „8: Marie Weisensee Ww. 3 .8: Gr. Geo-neter Becker 3 .8: Ungenannt 18 ,8: Max Frey 3 .8, Peter Theis SBk,. 10 .8; Troschke 2 ,8; Georg DilllNg 3 .8: Phil. Stein- hänsier 28 Ji; Dietr. Fegbeutel Ww. 58 Pfg: Kommerzienrat Ki-ri Trapp (3. Gab«) 58 -8. Verantwortlich für den polttischen und lokalen Teil: O t t o H i r I ch c l, Friedbcrg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt Fricdberg. Druck und «erlag der „Neuen Tageszeitung"^ «. G.. Frärdbatzg i. H. Nr. 263 Neue Tagesazeitng. Montag, den 9. November 1914. Kchlo Frankfurter Den Heldentod fürs Vaterland fand am Morgen des 30. Okt. 1914 in Frankreich ander Spitze feines Bataillons als erster der Gberstlettknnttt zm jjrrninnn illülrr Obwohl derselbe nur kurze Zeit Kominandör des Landwehr- bezkrks Friedberg war, hat er sich doch die Liebe, Verehrung und hohe Wertschätzung feiner Untergebenen, sowie aller, die ihn kannten, in reichstem Matze erworben. Das Offizierkorps verliert in ihm einen treuen, lieben Kameraden und wird ihm ein herzliches Gedenken für alle Zeit bewahren. 2m Namen der Offiziere des Landwehrbezirkes, der Unteroffiziere und Mannschaften des Bezirkskommandos Friedberg von Krmiconi lUitjov und Komrniittdor. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 23. Oktober in Nordfrankreicli unser lieber, guter, unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Engeiter Offizier-Stellvertreter im Int.-Itegt. No. 1(58. J. Engeltcr Wurstelten Ster per Paar 27 Pf. harte u. weiche Meltwwsl feinste Cervelatwuist ISürrftciscIi p:r Pfd. Mk. I.«« Licher Leber=u.Blutwurft u. Preßkopf sM ü!l§M Linker per Pfd. 4« Pfg. Romatorkäse in Staniol p. Ptd. 7« Pfg. silier Hell. Um\M per Pld. Mk. fl.— echt.Tilsiter Käse per Pfd. Mk. I.*0 Schweizerkäse per Pfd. Mk. I.*0 Camembert per Stük 30 Pig. Süssrafim-Mugarine per Prd. Vflv Pfg. neue 11 . MM\Mt per Stück 8—fl© Pfg. Grosse HGlisnopfg 10?lj. marin. Heringe per Sfck. 12 Pfg. Russ. 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Weg. !!. .. 125 — 15 381 qm., „ an derSteminitcrHohl 27 — 45 091 qm., „ auf dem Elchen, 22 — 12 870 qm., „ am Friedber er Weg. 41 = 10 360 qm., „ im Vogelgc ang. 42 — 2 558 qm., „ bei den Neugärten. 25 — 11092 qm., „ in der Ätzei. 5 — 17 320 qm, „ in der Eiie>muttcr. 34 ^ 50 396 qm., „ am Brunncnweg. ^ 5 — 15 960 qm., „ mitten tm Mörsfeld. 13 — 24 713 qm., „ das Fcidchcn III. VI i. VII. IX. X. XIV. XV. XVI. XVII. 12. Flur XVII. 6. 9. 10 . 11 . 125 6 894 qm., MV esc in den Vordem. Friedberg, den 3. November 1914. Die städtische Aimeiilommission Stahl. spendet Liebesgaben für unsere Brüder im Felde. Laut Beschinh dcr Monatsversämliing soll auch hier in Fricdberg eine Saininlung von Rum, Arrak und Kognak bei den Herren Kollegen stattfinden, welche dem General- Kommando des 18 , Armeekorps überwiesen werden soll. Es wird in einigen Tage» den Herren Kollegen eine Liste zugehcn. Wir bitten die Gaben in solche cinzeichncn zu wollen. Wir ersuchen nufere Kollegen sowie Geschäftsfreunde, sich lebhoft an dieser Liebesgabenfammlung z» beteiligen. Sammclflcllc bei Herrn Kollegen Logt (Gasthaus Trapp.) Gastwirte Verein dcr Wetterau Sitz in Fricdberg. P r o b fi i Dorne--,, der. Sei UJj ^ie 4 . Mbise LlNliüvthr-MkM bereit Angehörige zum größten Teil dem Kreise Fried» berg entsrammen, hat um Uebersendung von Liebes»' gaben gebeten. Erwünscht find wollene Unterjacken, Pulswärmer, wollene Strümpfe, Tabak, Cigarren. Cigaretten, lurze Pfeifen, Hofenträger, Briefpapier, Dörrfleisch, geräucherte Wurst. Die Ersatz Eskadron in Darmstadt ist bereit etwaige Gaben anzunehmen und weiter zu befördern. Ersatz-Eskadron Leib Dragoner-Regiment Nr. 24. Friedberg, den 28. Oktober 191). Betreffend- Verbot des vorzeitigen Schlachtens von Bich, (Kälber, Rinder, Schweine). Bekanntmachung ! Wir sehen uns veranlaßt, wiederholt auf die Dcsti,Innungen unserer Bekannimachungen vom 19. September in Nr. 229 des „Lbcrhcfstschen Anzeigers", vom 3. Oltobcr im Amtsvcr- liindigungsblatt Nr 82 (vom 13. Oktober), vom 12. Oktober in ?rr. 83 des Amtsoerkündigungsblattes (vom 16. Oktober) und vom g. Oktober 1914 in Nr. 84 des Amtsverlllndigungsblattes (vom 20. Oktober 1914) hinzuweifen und die Metzger, Viehhändler und Viehbefitzer darauf aufmerksam zu machen, dag die Gesuche um Schlachicrlaubniv schriftlich mit eingehender Begründung bei den Eroßh. Bürgermeistereien einzurcichen sind. Die Bürgermeisterei hat in jedem Falle sich zu dem Gesuche gutachtlich z» äußern. Die Gesuche mit den Vürgermeiftereiberichten können im Interesse beschleunigter Erledigung, wie bisher schon üblich, von den Interessenten selbst zur Genehmigung bei uns vorgelegt werden. Eroßhcrzogliches Kreisamt Friedberg: I. V.: Waller. * Das Eroßh. Kreisamt Friedberg au die Herren Bürgermeister der Städte Friedberg und Bad- Nauheim und die Eroßh. Bürgermeistereien der Landgemciu- dcn des Kreises. Auf vorstehende Bekanntmachung weifen wir Eie mit dem Bemerken wiederholt nachdrücklicki hin, daß die Acußerungci« häufig unzureichend waren. Sie haben sich über die Frage eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses i» jebour Fall« mit Begründung zu äußern. Es ist also stets anzugeben, warum ei» solches Bedürfnis gegeben fein soll. Auch dir Bemerkung, daß ein Tier zur Zucht untauglich fei, genügt nicht, es muß stets angegeben werden, warum dies fo ist, also o»> r >« die Untauglichkeit erblickt wird. Bei Kälbern und Schwet- iie» ist ferner stets das Geschlecht des Tieres anzugcbcn. Außerdem wollen Cie den Flcischbcschaucrn Mitteilen, daß Sammelcrlaubnisscheine auswärtiger Behörden für eine Anzahl von Tieren ohne genaue Bezeichnung dieser Tiere nach Alter, Farbe, Geschlecht und Herkunft von UNS nicht als ausreichend anerkannt werden. In solchen Fällen ist besondere Schlachter» kaubnis von uns erforderlich. Bei dem aus benachbarten Be» zirken bezogenen Schlachtvieh, auch Weidemastvieh, muß «4» Nachweis dcr Herkunft der Tiere verlangt werden, da sonst eine Kontrolle unmöglich fein würde. Für die Beobachtung dieser Anordnungen find die Fleischbeschauer verantwortlich. Die von uns ausgestellten Erlaubnisscheine sind nach der Schlachtung von den Fleifchbcfchaucrn einzuziehen und aufzube- wahre». I. 33 .: Walter. Aus dtn dkntllh.tn ilerlulllißtu. G Jiijantcrie-Rcglment 119, Darmstadt, Gießen, Frledberg 1. H. Vitry am 15,, Ccrnay-en-Dormors vom 15.—26. 9. 14. 3. Kompagnie. Wehrm. Gg. Hauck, Schwanhcim lv,^ — Wehrm. Fritz Dcwald, Steinbach low. — Wehrm. Jak. PH, Happel, Hofheim low. — 4. Kompagnie. Wehrm. Wilh. Wolf, Bifchofshclur low. - 5. Kompagnie, lltffz. Karl Schäfer, Wiefcck fchw. vw. -- Uttffz. Karl Schäfer, Rciskirchcn low. — Vizefeldw. August Th-sm, Gießen fchvw. — Wehrm. Karl Graf, Queckboru loim — Wehrm. Wilhelm Hildcbrand, Wicfeck low. — Eefr. Peiet Horst, Oberkleen lvw. — Wehrni. Karl Jäger, Queckboru toi. — Wehrm. Johs. Keil, Lumda tot, — Eefr, Wilhelm Klapp, Oberojlcioeu lvw. -- Eefr. Wilhelm Knös, Queckboru lvw. — Wehrm. Hermann Lindemcier, Utphe low. — Wehrm. Heinrich Ludwig, Ulfa lvw. — Eefr. Christoph Merkel, Allendorf a. d. L tot, - Wehrm. Karl Möser, Ulfa low. — Wehrm. Friedrich Rav, Uutcrfchmitten lvw. — Wehrm. Ludwig Schmidt. Ällen» borf a. d. Lahn tot. — Wehrm. Heinrich Sehrt, Queckboru tot. — Eefr. Heinrich Seht, Eroßen-Linden lvw. — Wehrm. Kail Hochstasi, Altenstädt lvw. — Wehrm. Theodor Deubei, RL- dingshain um. — Wehrm. Ernst Kratz, Nieder-Ohmen vi». — Wehrmaun Ludwig Kreiling, Wiefeck, om. — Wehrm. Gg Cid), Gießen di». - Wehrm. Heinrich Reichmann, Oberosleideu vm. — Eefr. Ludwig Rock, Queckboru om. — Tamb. Karl Schäfer, Wieseck vm. - Wehrm. Ph. Schäfer, Stammhcim vw. Wehrm. Heinrich Schmidt, Queckboru vm. — Gcsr. K. Sch w,dt, Queckboru om. — Wehrm. Adam Umbach, Romrod vm. — 8. Kompagnie. Utssz. Otto Karl, Steinbcrg fchwvw. — Utlkz. Friedrich Lenz, Gießen, fchwvw. — Eefr. Hermann Aeku- larius, Schollen fchvw. — Eefr. Wilhelm Neumann, Sdwttc» fchvw. — Wehrm. Heinrich Ochlei, Obcrohmen fchvw. — Wehr- mann Karl Rühl, Großenbuseck fchvw. — Wehrm. Johanne; Röhl, Oberohmcn fchvw. — Vizefeldw. Otto Müller, Langgöns tot. -- Wehrm. Jakob Haas, Steinbach tot. — Eefr. Wilhelm Klotz. Halzhcim fchvw. — Wehrm. Johannes Ruhl, Irlbenrod lchvw. - Wehrm. Jakob Krattsgrill, Nicderwcifel vm. -