Nummer 202 Samstag, Sen 7. November 1014. 7. Jahrgang Neue Tageszerlun Di- „Vrut wWrtni t jeben SBctKoj. Regelmäßige Beilagen ,.?*» f «wr fltlUn", ..vir 5 P iiml» U br". den PostanftaUen ».«..liSHUi« Ml. 1 .-J 5 tci den Agenten "umallich 50 Pfg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Ankeigen: Grundzeile 20 Pfg., lokale 15 Pig^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahmr crl)oben ErfuNungsorl Iriedberg. Schriftleituug und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauer'tratze 12. Femlprecher 48. Postjcheck-Conto ?ir. 4859, Amt Frankfurt a. M. Stolf rarl|t die flaggt Zchaayaitjh-tal! Drei englische Kriegsschiffe außer Gefecht gesetzt. — Bestürzung in London. — Gute Fortschritte auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Der deutsche Generalstab ---- meldet: -- W. T. B. (Sroszes Hauptquartier, deu tz. November, vormittags. Amtlich. Unsere Offensive nordöstlich und südöstlich ?)pern macht gute Fortschritte. 2lnch bei ra Bafföe nördlich Arras und in den Argonnc«» »vnrde Boden gewonnen. Unter schweren Verlusten sür die Franzosen eroberten unsere Truppen einen wichtigen Stützpunkt Bois Brnl« südöstlich von St. Mifficl. .Xuf dem östliche»« Hriegsschouplat» Ijat stch nichts wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. Der deutle Admiralstab „=—s== meldet: ====. Stfrlin. (>. No«. (Amtlich.) Noch Meldung des eng. litrijcii Presse Büros ist am 1. Novcmbrr durch »nsrr Kreu- zergrschwnder in der Nähe der chilenischen Küste der englische Panzerkreuzer „Monmouth" vcruichtet, der Panzerkreuzer „Gocd Hope" brschädigt morden. Ter kleine Kreuzer „Glasgow" ist beschädigt entkommen. Aus deutscher Tritt waren beteiligt T. SW. Große Kreuzer „Scharnhorst" und „Guei- scnan", S. M. Kleine Kreuzer „Nürnberg", „Leipzig" und „Dresden". Unsere Tchisfc haben anscheinend nicht ge- tzltro. Der steNvertretendc Ehes des Admiralstabs: Behacke. Großes Hauptguarticr, 6 . Nov. (Amtlich.) Ani !). November niachten unsere grasten und kleine» Kreuzer einen Angriss ans die englische Küste bei Harniouth. Tic beschosst!: die dortige» Küstenwrrke und einige kleine Fahr- zengc, die in der Nähe vor Anker lagen und augenscheinlich rinkn Angriss nicht erwarteten. Stärkere englische Streit- krisle waren 311111 Schutze dieses wichtigen Häsens nicht zur Ttrlle. Das »»irren Kreuzer scheinbar solgendc Unterseeboot „D. 5" ist, wie die englische Admiralität bekannt gibt, ans eine Mine gelnuscn »iib gesunken. Der Ehes des Abmiralstabs: v. Pohl, Der österreichische Generalstab meldet 7l.':cn, 6 . ?!ov, (W B. Richtamtlichl. Amtlich wird «crlautbart: Gestern wurde >m Norden nicht gekämpft. Ungehindert vom Feinde nehmen unsere Heercsbewcgungen sowohl in Russisch-Polen als auch in Galizien den beabsichtigten Verlauf. Wenn den Rüsten an einzelne» Teilen der Front trotz der örtlich günstigen Situation gewonnener Boden wieder vorübergehend überlasten wird. Io lst das in der Gcsairtlagc begründet. Der Stellvertreter des Ch-ss des Eencralstabs: v. H ö f c r , Generalmajor. Das türkische Hauptquartier ll -- meldet: -= ü fi c 11 |t an ti 110 pel, 6 . N 6 v. (W. B. Nichtamtlich). Amtliche Mitteilung des Hauptquartiersi An unserer ^örtlichen Grenze sind unsere Truppen auf der ganzen Front in Fühlung mit dem Feinde. Auf der Neede von S -n ij in a wurden drei große englische Schiffe und mehrere klc-.nere englische und französische Dampfer beschlagnahmt, deren Besatzungen gefangen genommen wurden. Zn dem englischen und sein russischen Konsulat zu Bagdad wurden die Haussuchungen fortgesetzt Außer den bereits früher beschlagnahmten Waffen wurden sechzehn Mannlicher- und Masergewehre, 32 Revolver, 850 Gewehrpatronen, 170 Revolverpatronen und 15 Bajonette beschlagnahmt. Auf der englischen Botschaft sowie auf der hiesigen französischen Schule St. Benoit wurden Apparare für drahtlose Telegraphie gesunden. Deutsche Erfolge \nx See. \ In London herrscht Heulen und gätncklappeiii. SW.v.i j muß zusehcn, wie sich die deutschen 'Truppen immer mehr ! der englischen Küste nähern, wie alle Versuche der Englän- > der, trotz der riesenhaften Verluste, die sie dabei erleiden, die Teutschcn znrückzudrängen erfolglos bleiben. Tazii I kcmnien die ausländischen Sorgen, die Gefährdung des j Snczkanals und der Bnrenansstand in Südafrika. Ter ein- I zige Trost bestand in dem felsenfesten Glauben, daß Britni- nien die Wogen beherrsche. Aber auch dieser Glaube beginnt zu wanken. Erlebte doch England in dieser Woche das furchtbare, daß feindliche Schisse seine Küste beschlossen haben. Seit Jahrhunderten ist dieser Fall nicht mehr ein- getrcten und nian kann es verstehen, wenn die Krämerseelen in London von bleichem Entsetzen ob dieses kühnen Wagnisses der Deutschen Marine befallen werden. Und mitten in diese Künnnernis traf wie ein Tonnerschlag die Botschaft, das, deutsche Kriegsschiffe in ojscner Seeschlacht die englischen geschlagen haben. Eine Anzahl englischer Panzer war ausersehen worden, deutsche Kreuzer, die sich rechtzeitig aus den ostasiatisli>en Gewässern entfernt hotten, zn jagen und jetzt ist cs so ganz anders gekommen. Im Stillen Ozean, nahe der chilenischen Kiste mußten englische Panzerkreuzer deutscher Tapferkeit unterliegen. Tie Früchte des Sieges lasten sich nocl) nickst ganz deutlich erkennen. Tic erste englische Nachricht sprach von dem Untergang des „Montmonth", der sckstvcren Beschädigung des „Good Hoope" und dem Entkommen des beschädigten „Glasgow." Es war schon auffallend, daß in dieser Meldung nichts über das Schicksal des beschädigten „Good Hoope" zu lesen war. Wäre er entkommen, so hätte man dies, gleichwie bei dem „Glasgow" melden müssen. Ge- nouere Nachrichten lassen kaum einen Zweifel, daß der „Good Hoope" untcrgegangcn ist, wenn es vielleicht auch gelungen ist, die Besatzung zn retten. „Glasgow" konnte sich in einen chilenischen Hafen flüchten, wo der Kreuzer interniert wird, d. st. er wird ans die Tauer des Krieges niattgcsctzt. Tie Seeschlacht im Stillen Ozean stat also mit der Autzcrkampssetzung von drei englischen Kriegs-' schiffen gccirdet. Ja die .Times" spricht sogar von einem vierten Schiff, den: „Oiranto", das in diesem Tressen beschädigt worden sein soll. Dieser herrliche Sieg stat bewiesen, daß die englische Dorherrschast ans dein Meere nicht mehr nnbcsiritte» ist. Jeglichem konnnet sein Tag! Wie ei» Menetekel wird diese Woche dem heimtückischen Albion in seiner Geschichte ringe- schrieben lei». Der Berlins des Kampfes. Kopenhagen, ü. Ros. „Brrltnske Tidende" meldet aus London: lieber die Seeschlacht an der chilenischen Küste u'hs weiter ober Rcwyork berichtet: Die englischen Schi-je bcianden sich i>:> Hasen von Eoronel, um Kohle» clnznnehmen. Sie verließen dann den Hasen. »IN weitere Nachforschungen noch den deutschen Kreuzern anmstellcn. Diese, welche ihnen ausgelaucrt hatten, sichren bcii englischen Schissen entgegen und crössncten bereits !> Kiloincter Abstand das Feuer, während die britischen Schisse erst bei t> Kilometer Abstand zu feuern begannen. In diesem Zeitpunkt war „Monmouth" bereits stark beschädigt, konnte zedoch noch einige Zeit de" Kampf sortsctzc», bis eine surchtbare Breitseite in Verbindung mit einem plötzlich auskommendcn Egclon das Schiss zum Ueberlegcn und Sinken brachte. Wegen des hohen Seeganges und des bestigen Sturmes waren Rettungsarbciten fast unmöglich, und es glückte nur sehr wenige» von der Mannschaft, die K'eä Man» zählte, sich zu retten. — „Politiken" meldet aus London: Der Kreuzer „Good Hope", der in d.r Seeschlacht stark beschädigt worden war, ist wahrscheinlich gesunken. Als der Kreuzer zuletzt gesehen wurde, war er in siilkendeni Zustande lind slihr in der Richtung aus die Küste. Plan hasst, daß cs gelang, das Schiff aus Grund zu setzen, so dost die Besatzung gerettet werde,! konnte. Bon Eoronel ist eine Hilssc.peditio» abgegangea. - Ter Korrespondent des „Rewporl Hcräld" behauptet auch, dag der Kreuzer „Good Hope" schwer beschädigt wurde und auf die Küste ausgclauscn sei. Berlin, G. Nov. Ucbcr de» Seekamps an der chileai- fcheu Küste wird dem „Lokalanzciger" noch aus Kopenhagen l'ö» heute berichtet: Ucbcr die Seeschlacht an der chilenischen Küste wird weiter aus London gemeldet: Die deutschen Kreuzer vercultgten ihr Feuer nach Vernichtung der „Monmouth aus den Kreuzer „Good Hope". Die schweren Geschütze der deutsche» Schisse schosten mit bewundernswerter Treiisi.h>'lh.'it. Nachdem ocr Oberbau der „Good Hope" über Bord g 'i.:>ä>'u war, wurde das »Schiss kampsunfähig und muhte die Flnuft ng-h der Küste ergreifen. Das Wasser strömte durch zahlreiche chcr des Rumpscs in den Schissskörver. Die deutschen Kriegs- schisse setzten das Feuer fort, bis die „Good Hope" außer Sehweite war. Das Weiter war unsichtig: es regnete. Die Deutschen erklärten, die Engländer hätten heldenhaft gctämps:. ihr Feuer sei aber ohne gröherc Wirkung gewesen. Amsterdam, ü. Nov. Ueber den Scckamps nn der chilenischen Küste bringen Telegramme aus Valparaiso in den englische» Blätter» noch einige Einzelheiten. Das dcuhchc Geschwader stand unter dem Beseht van Admiral Spce. Das Ge (echt wurde am Sonntag geliefert und zwar bei der Insel Santa Maria ans der Höhe von EotoncI; es begann nngejäyr eine Stande vor Einbruch der Nacht und endctc bei eiiitreten. der Dunkelheit. Aus dem großen englischen Kreuzer ,eSood Hope" wurde zwischen Leu beiden Schornsteinen eine Eiplosion wahigcnommcn. Der Kreuzer „Monmouth" sank nach vceschic- dcncn Schüssen und versuchte , »ach im Sinken einen der dcut. scheu Kreuzer zu ramme». Der deutsche Admiral briiite in einem Telegramm an. Sie chilenische Regierung sein Bedauern darüber aus, duh er wegen des stürmischen Wetters nicht iw Stande war, Boote auszusctzeu, um die Ucberlebcude» von der „Monmouth" zu reite». Man vermutet, daß der Kreuser „Glasgow" und .zOtrauto" (?) nur leicht beschädig, sind, beide S'tzisfc konnten sich, gedeckt von der „Good Hope", in: Schutze der Raast flüchten. „Gneisenau", „Scharnhorst" und .Rurnbeig", alle drei ebenfalls nur leicht beschädigt, sollte» gestern von Balpaiatso wieder "die hohe Sec gewinnen. Tie , Leipzig" und die „Dresden" sind mit vier bcwassncte» Traar porlschtsfr» außerhalb des Häsens geblieben. Man glaubt, daß das deutsche Geschwader durch drahtlosen Nachrichtendienst rc getinäßig über die Bewegungen der englischen Kreuzer unter richtet war. In einem Telegramm aus Valparaiso an den „Rewyark Herold" wird die Vermutung ausgesprochen, paß die deutschen Schisse von der Küste aus durch Spione unterrichte: wurden, als die englischen Schisse, nachdem sic ihre Kohlen tadung >n Eoroncl vervollständigt hatten, de» Hasen »erliegen die deutschen Kreuzer schiene» dem englische» Geschwader lein; Zeit gelassen z» haben, sich in Schlachiordnung auszusteilen. Alih Zkkgkiecht in ruaiildjrr Oorftfüiuuj. 2 ondon, 6 . No». Die „Times" erhält solgendc» Beriet über die Seeschlacht bei Chile: Vier deutsche Kreuzer, dar:::: tcr „Scharnhorst" und „Gneisenau" grisse» am Sonntag d' englischen Kreuzer „Eoodhope", „Monmouth", „Glasgow" , „Otranto" bei Eintritt der Nach! in der Nähe der Insel San,. Maria an. Der Kamps dauerte über eine Stunde. „Eoodheo. wurde derartig beschädigt, daß er gezwungen war, untre de, Schutze der Dunkelheit zu sliehcn. „Monmouth" versuchte stiehl», wurde aber von einem Keinen deutschen Kreuzer folgt und sank, nachdem er einige Trcsser erhalten hatte, ltn glücklicherweise machte das stürmische Wetter die Benutzung de: Baute unmöglich. Mau glaubt, daß die „Glasgow" und dir .Otrautü' bcschnoigt wurden, cs gelang ihnen aber dank ihrer großen Schnelligkeit in der Dunkelheit zu cnttommeu. Die deutschen Schifte erlitten leine schweren Beschädigungen. Zwei Mann des „lsincisenau" wurden leicht verwundet. Es wird ca- geiioinmcn, dag die ganze Besatzung des „Monmouth" uuige kommen ist. Die deutschen Ossizicrc erkennen einstimmig du- Mut der Dcsotzung des „Monmouth" an, die noch im Meinen! des llnlergchenr versuchte, das deutsche Schiss zum SIntcn zu bringen. Bericht der ettgl. Admiralität Lssiziell wird ans London, nach einer Meldung r . „fficrl. Tagebl,", am ü. November mitgeteilt: „Ans deutscher (?) Onelle sind verschiedene Nachrickst, ' über einen Scekanips an der chilenischen Küste eingelz-sie:' Nach diesen Nachrichten, von denen die Admiralität >:o:st keine Bestätigung erstatten hat, sollen die Panzerki'-aze: „Scharnhorst" und „Gneisenau" und die wenig geici >>!:!..' Kreuzer „Leipzig", „Dresden" und „Nürnberg" ! '! d. chilenischen Küste konzentriert sein, woraus dort au, ■ ; Sonntag ein Kampf mit einem Teil des G:schwa! > .- >w-' Adniiral Eraddccks ,'tattgefuüdcn habe. Zusolge der ' ;v. scheu Nachrichten soll der englische Panzerkrenze' -. moiith" in den Grund gebohrt u. der Panzerkreuzer Hoope" schwer beschädigt sein. Tie geschützten K . „Glasgow" »nd „Ltranto" entkamen. Tic Adn, kann diese Nachrichten als genau in, Augenbst-! n: c,kennen, da das Schlachtschiff „Canopus", das zur V r. 262 Seile 2, irfung dieses englischen Geschwaders besonders abgesandt ar, nicht genannt worden ist. Es ist deshalb sehr Wohl öglich, daß die deutschen Nachrichten eine bedeutende Neuerung erfahren, sobald der Admiralität genaue Nachrichten erliegen werden. Inzwischen sind sofort die Mahregeln troffen worden, die die Situation erfordert." Glasgow" in Chile interniert. London, 6. Nov. Die „Exckxmge Telegraph Com- .Np," meldet aus Washingtons Nach amtlichen Berichten des amerikanischen Gesandten , Chile ist der englische Kreuzer „Glasgow" in Chile inter- icrt worden. Die Zaplen auf der Derfolyuna. Bordeaux, 6. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Der Petit Parisien" meldet aus London: Nach einem Tele- ramm aus Valparaiso verfolgte die japanesische Flotte die rutschen Kreuzer, welche der britischen die Schlacht lieferten, öffentlich werden die gelben Schurken von demselben chicksal ereilt, wie die Engländer. Englische Verluste. London, 6. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Die Ad- iralität gibt bekannt, dah mit dem Untcvsecboot „D 5" ischcinend ein Offizier und zwanzig Mann das Lebe» ver- reu haben. Bestürzung in London. Von der bclgiichc» Küste, 5. Nov. Die englische Zen- r unterdrückt, wie ich mich in London persönlich über- lgcn konnte, in Berichten über die deutsche Flotte sogar • Namen der deutschen Schisse. Als heute zu den bisher- n Meldungen noch der deutsche Seesicg an der Küste von litc hinzukam, ging den Londoner» vollends der Atem aus. .bwohl eine amtliche Meldung des amerikanischen Konsuls rüber vorlicgt, trösten sich die Engländer einstweilen da- it, daß nur deutsche Nachrichten den Sieg melden und die reignisse vielleicht übertreiben. Zur Erklärung dieser .uen Niederlage nehmen sie zu der Behauptung Zuflucht, e südamcrikanische Küste sei von deutschen Spionen über- hwcmmt. iir Art, C 6 röf;r 11. öelMilg der mal. Schiffe. Monnwuth" Panzerkreuzer, gebaut: 13. lt. 1901. Wasserverdrängung: 9930 Tons. Besatzung: 310 Mann. Gvvd Hoope" Panzerkreuzer, gebaut: 21. 2. 1901. Wasserverdrängung: 14 300 Tons. Besatzung: 900 Mann. Illasgoiv" Geschützter Kreuzer, gebaut: 14. 2. 1909. Wasserverdrängung: 4900 Tons. Besatzung: ung: 380 Mann. Sitte nette Tat -er „Leipzig". London, 6. Nov. Die Londoner Blätter melden, daß r Sunderlanbdampscr „Vinebranch" von dem deutschen reuzer „Leipzig" an der Küste von Chile erbeutet und vcr- nkt wurde. Tie Mannschaft ist in Sicherheit gebracht. Englands Verzweistnngskampf. London, 0. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Die „Ti- >es" schreibt: „Wir müssen im Ernste die Aufmerksamkeit r Nation ans die furchtbaren Anstrengungen lenken, die er in Flandern fortdauernde Kampf von unseren Truppen adert, die bereits durch das erschöpfende Ringen an der :sne schwer ans die Probe gestellt worden sind. Tie schwiege Aufgabe, sie nach der französisch-belgischen Grenze z» rlcgen, wurde uns durch die Erkenntnis aufgezwungen, V. die Deutschen ungeheure Verstärkungen dorthin brach- n. Um dieser frischen Armee zu begegnen, muhten tvir af die bereits im Felde befindlichen Kräfte zurückgreifen, e durch ans England konnnends Truppen ergänzt wnr- n. Tie neuen deutschen Truppen sind, was Führung und usbildnng betrifft, den Eliteregimentern. mit denen wir l kämpfen hatten, nicht ebenbürtig, aber ihr Mut ist über des Lob erhaben, ja, nahezu übermenschlich, wie ein aus in Haiiptynartier berichtender Augenzeuge sagt. Wir 'bei, ihnen schwere Verluste bcigebrachj, aber sie waren eher imstande, die Lücken in ihren Reihen wieder zu :llcn, und wir erlitten auch selbst schwere Verluste. Wir ginnen zu erfahren, wie schwer unsere Verluste waren. Uc Verlustliste spricht für sich selbst, aber sie ist notwendiger- eise noch unvollständig. Wie lange werden wir im Stande in, die Lücken in unseren Reihen anszufüllcn und unsere »griffe zu erneuern? Davon hängt alles ab. Menschen »neu nicht endlos in Schützengräben einem Hagel von kugeln und Granaten und Kälte und Entbehrungen ans- ^ setzt bleiben: auch Unverwundete müssen zeitweilig abge- 'ft worden, um kampffähig zu bleiben!" Das Blatt äußert dann seine Befriedigung darüber,«daß die englische Na> on ansziiwachen beginne und nicht nur die Schwere des egenwärtigcn Kampfes, sondern auch seine Bedeutung und :e Folgen erkenne. Der Kampf sei der gröhte, den England mals geführt habe. Von seinem Ausgange hänge alles b. !ik betttunlterunaemürttae giUmljfit b. Deiltlcheil ft open h a g e n, 0. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) „Na- onaltidcntc" meldet ans London: „Die gesamte Presse ondons räumt ein, dah die Deutschen eine bewnndcrnngs- ürdige Knhnbeit an den rag legten, in den, sie Kriegs- Neue Tageszeitung. Samstag, den 7. November 181« schiffe ganz in die Nähe der englischen Ostküstr sandten. Was die Deutschen eigentlich beabsichtigten, weih man nicht. Wie cs den deutschen Schissen glückte, unbeschädigt durch das Minenfeld zu kommen, ist ein Geheimnis; man glaubt, daß die Deutschen mit Hilfe eines umfassenden Spionage- systcms in den Besitz der neuesten Karten der Minenfelder gekommen-seien. — Es ist ungewiß, was aus den deutschen Kriegsschiffen wurde, als sie, von den Engländern verfolgt, flüchteten. Die Kämpfe um Tsingtau. Tokio, 6. Nov. (Amtlich). In den Kämpfen vor Tsingtau beliefen sich die englischen Verluste aus 2 Tote und 8 Verwundete, darunter 2 Majore; die japanischen Verluste aus 22 Tote und 887 Verwundete. Die Beschießung Tsingtaus dauert an. Flugzeuge werfen Bomben und Flugblätter herab, worin den Einwohnern geraten wird, an den militarüchen Operatto- ncn nicht teilzunehmen. Japan gegen China. Lugano, 6. Nov. Nach Meldungen aus Tokio begründet die japanische Regierung in einer Antwortnote an China die Besetzung der Stadt Tsinanfu mit der Sympathie der Stadtbewohner für Deutschland. Wegen der Angriffe der Tschungiisen auf japanische Truppen in Schantung sind die Regimenter 15 und 19 dorthin transportiert worden. Japan beschuldigt China, die Tschungusen zu besolden. (Mit den Tschungusen sind offensichtlich die Hunghiitzen („Rotbärtigen") gemeint, die ein bekannter Räuberstamm i'i der Mandschurei und in Schantung sind, D. Red.) Der Krieg im Grient. Erfolge zur See. Mailand, 8. Nov. Der „Secolo" meldet aus Bukarest: Ein türkischer Kreuzer hat bei Scbasto- pol das ruffifchc Schiff „Großfürst Alexander" in den Grund gebohrt, nachdem er dessen Passagiere und Mannschaft ausgenommen hatte, die dann in Konftantinopel ausgefchisft ivurden. Wahrscheinlich hat das Schiff „Jerusalem" dasselbe Schicksal erlitten, da es nicht mehr auf die von allen Seiten ausgcfand- tcn Funlfprüche antwortet. Frankreichs Kriegserklärung an die Türkei. Bordeaux, 6. Nov. Ter Minister des Auswärtigen hat folgende Note veröffentlicht: Die feindseligen Akte, welche die türkische Flotte sich gegen ein französisches Handelsschiff hat zuschulde» kommen lassen und durc^ die der Tod von zwei Matrosen und schwere Beschädigungen des Schiffes verursacht worden sind, ohne dah die Entfernung der deutschen Militär- und Marinekonimission ersolgt wäre, durch die sich allein die Pforte von der Verantwortlichkeit für diese Akte hätte entlasten können, machen cs der französischen Regierung zur Pflicht, zu erklären, daß durch dieses Vorgehen der türkischen Regierung der Krirgszu- ft a n d zwischen Frankreich und der Türkei eingetreten ist. Der türkische Gesandte hat Risch am 4. November verlassen und hat die Vertretung der -türkischen Interessen dem Vertreter Italiens überlasten. Die Srteitkräste an der kaukasischen Grenze. M a i l a n d, 6. Rov. Nach Berichten des „Corriere della Sera" aus Petersburg stehen auf russischer Seite an der kaukasischen Grenze gewöhnlich drei Armeekorps von je zwei Infanterie-, einer Jäger- und einer Kavallerie-Division. Das Kommando zweier Korps ist in Tiflis, das des dritten in Wladikawkas. Ferner können die beiden turkestanischen Korps aus Taschkent und As- kabad leicht hinzugezogen werden. Das dritte kaukasische Korps hat jedoch füngst au der Weichsel mitgekämpft. Die Türken verfügen an der kaukasische» Grenze über drei Armeekorps von je drei Divisionen, dazu über 18VVV bis 20 00g kurdische Reiter. Man glaubt in Petersburg, dah die Türken wegen der vorgerückten Jahreszeit nicht über die hochgelegene kaukasische, sondern mii der Nichlung Täbris Uber die persische Grenze auf russisches Gebiet dringen werden. Der persische Gesandte in Petersburg bestreitet, dah ein Bündnis oder überhaupt ei» Ab- kcinmen zwischen Persien und der Türkei bestehe. Die rustjjchc Flotte. Konstantinopel, 8. Nov. Die russische Schmarze-Meerflotte lief aus Scbastopol in östlicher Richtung aus. Cypcr». London, 5. Nov. England ha! die Insel Ey- pern annektiert. Cypern stand schon seit 1878 unter englischer Oberhoheit, was soviel bedeutet, dah die Insel englisch war. Die Haltung Persiens. A m st e r d a m, 0. Nov. Reuter meldet ans London: Die persische Regierung hat den Grohniächten mitgeteilt, daß sic eine strikte Neutralität behaupten werde. Zugleich hat sic um die Mitwirkung Großbritanniens ersucht, um zu verhindern, dah das ricu- trale persische Gebiet zuin Kriegsschauplatz werde. Tie Nachricht ist. da sie von Reuter stamint, mit Vorsicht an.!znnehmen. Im Derspruch dazu steht folgendes: Russischer Rechtobrnch in Persicu. K o n stant i n op e l 6. Nov. Tic russischen Behörden setzten in Täbris, der Hauptstadt der nordpclsisck eu Provinz Aserbeidschan, gestern die Konsuln des Tcntscheir Reiches, Lcstcrwich-llngarns und dir Türkei gefangen. Wie du mir, \o ich Dir! Bekanntlich Ivurden von der englischen Regiernug alle Deutschen im Alter von 17—88 Jahren gcsangcn genommen und i» s sagen. Eonzentrationslager gebracht. Man hat dabei keine Ausnahme gemacht und selbst Männer eingebracht, oie schon Jahrzehnte IN Englano ansästig waren und Engländerinnen zu Frauen haben. Die deutsche Regierung hat aus diese Gewalttat an die englische Regierung eine Rote gerichtet, in b?r erklärt wurde, dah, falls bis zum 8. Rüvenrber keine Freilassung der Internierten erfolge, so werde in Deutschland z» der gleichen Maßnahme geschritten werdeli. Eine A n t« >v o r t ist nicht ersolgt. Darauf verfügte unsere Regierung. dah jänitliche n,ä»-,inz, Gnoländer im Alter von 17—Sö Jahren, die seither in Deutschland lebten, scst- zunehmen seien. Die Maßregel, die allgemeinen Beifall findet, wurde gestern schon in Kraft gesetzt, die betreffenden Engländer werden sämtlich nach Ruhlebcn bei Berlin gebracht, wo alle Vorbereitungen zu ihrem Empfang getroffen sind. Die Znternikriing der ssnyliiii-kr. Frankfurt, 6. Rov. Im Bezirk des 18. Armeekerns sind, wir wir hören, 288—300 Engländer heute in Haft ^enom- men und nach Gießen gebracht worden, von wo sie Samstag in einem Sonderzug nach Berlin befördert werden. D.e nnge- ordnctcn Maßregeln werden streng durchgefllhrt; nur solche Personen, die nachweislich schwer leidend sind, werden ro» Gießen aus in eines der benachbarten Luder oder in ihren Hei matsort entlasten. Hamburg, 8. Rov. Wie man erfährt, werden heute 1100 Engländer, Besatzung von hier im Hasen liegenden Schiffen und vierhundert in Hamburg lebende Engländer, nach Ruh- lcbe» bei Berlin überführt. Dresden, 8. Rov. Die hiesigen wehrfähigen Engländer etwa hiindcrt, sind heute Nachmittag verhaftet worden, um nach Ruhlebcu iiberführt zu werden. Fricdbcrg, 7. Nov. Gestern nachmittag fuhr durch der. hiesigen Bahnhof ein Zug, der eine größere Anzahl Engländer, die in Homburg v. d. H. gelebt haben, vorerst nach Gießen brachte. Bad-Nauheim, 7. Nov. Unter Aussicht des Rcgie- rungsrats Herberg von Fricdbcrg wurde» etwa 20 hier lebende Engländer fcftgcnommen und nach Gießen befördert. Die KritgsgtfllNlltNtll in Deutichland. Berlin, 8. November. (Amtlich). Bis zum 1. November waren in dem Gefangenenlagern und Lazaretten ufw. nach de» dienstlichen Meldungen »ntcrgcbracht: Franzosen: 3138 Offiziere und 188618 Mannschaften: Rüsten: 3121 O'jizrerc und 186779 Mannschaften: Belgier: 537 Ossizicre »nd 34907 Mannschaften: Engländer: 417 Ossiziere und 15730 Mannschaften. Zusammen 7213 Ossizicre und 426,034 Mannschaften. Die Kriegsgefangenen, die sich »och ans dem Transport nach den Lagern besindcn, sind hierbei noch nicht mitgczählt. Gknilgfiihrtk fratitöfiidje Mm. Landau, 1. Rov. Eine hübsche Kriegslist vollsührte. wie ein nach Zweibrllcken gelangter Feldpostbrief laut Anzeiger meldet, ein bayerisches Regiment aus dem französischen Kriegsschauplatz, mn dort den Feind über Aufmarschbewcgungen deutscher Trupcpnteile zu täuschen, die stark unter der Beobachtung gegnerischer Fliegerossiziere zu leiden hatten. In die Rahe eines Bahnhofes wurde eine größere Menge Eisenbahnwagen gefahren. Im Morgengrauen marschierte sodann beim Ansichtwcrden des feindlichen Fliegers ein Regiment in Marschkolonnen aus dem Bahnhof die Landstraße entlang, die i» ausgedehnte Waldungen mündete. Der Wald reichte entgegengesetzt zu der Marschrichtung wieder an den Bahnhof heran. Innerhalb des Waldesnahmen die Truppen sofort wieder Richtung aus den Bahnhof an, den sie verdeckt innerhalb kurzer Zeit erreichten. Nunmehr marschierte die Spitze der Kolonne wieder aus dem Bahnhof heraus, den kurz zuvor die letzten Gruppen verlassen hatten. Dieser Marsch im Kreis- wurde stundenlang durchgesührt und von den feindlichen Fliegern genau verfolgt. Unter der Heiterkeit der Mannschaften stieß beim jedesmaligen Heraustrctcn der Spitze der Kolonne einer der Flieger eine Rauchwolke aus, anscheinend um damit noch rückwärts die Anzahl der anmarschicrenden Regimenter zu inelden. Schließlich verschwanden die Flugzeuge, um eingehendere Angaben über den Aufmarsch feindlicher „Brigaden" zu machen, durch welche Meldung die Franzosen veranlaßt wurden, wie gewünscht gegen die Waldungen größere Truppenmas len in Bewegung zu setzen. Dadurch gelang cs den Deutschen an einer anderen Stelle einen erfolgreichen Vorstoß zu machen Erst längere Zeit später zogen die Feinde sich von den Waldu» gen, vor denen sie sogar Schützengräben und Verhaue angeleg. hatten, unverrichteter Dinge wieder zurück. Russische Verluste. V c r 1 1 it, 29. Olt. Der Kriegsberichterstatter der „Tägl. Rundschau' meldet: Drei Wochen hindurch lag sie im zcrschoüe- nen Walde — da stieß dieser Tage eine streiscnde Patrouille aus sic -- eine verwesende Leiche im rotgefütterten Mantel mit den goldenen Achselstücken eines russischen Generals. 2» der Brusttasche blutgetränkte Papiere, die ich heute sah: Der oer gessenc Tote war General Matschugowski, der Generaliiabs- chcf des 18. russischen Armeekorps. In Warschau, dem Stand orte seines Korps, hatte der General ein offenes Haus geführt, das eine» Saminelpunkt der dortigen guten Gesellschaft bildete — und die Leiche des einst so Gastfreundlichen moderte Wochen hindurch untcr de» trübselig hangenden Aesten eines regen- schweren oslprcußischen Wäldchens. Und die sterblichen Ueüer- rcsie des russischen Hcersührcrs Samsonow, der an der Spitze der russischen Truppen bei lanncnbcrg gestanden, ruhen jetzt bliitbcsleckt und unerkannt in einem der russischen Brüdergräber aus dem Schlachtselde. Der betaiintc russische Parlamcniarier und Präsident des russischen Roic» Kreuzes, Eutjchkow, höre ich, batte versucht, Samsonows Leiche zu crlunden — aber die Mas scngräber sind und bleiben stumm. Schlachtcnschicksal. Ans . Heimat. * Fricobeeg, 7. Rov. (Lutherubend). Wie schon mitge tritt, findet eine Feier von Luthers Geburtstag am nächsten Mittwoch, It. November, abends pünktlich H'/, Uhr i» 5er hiesige» Stadtkirche itatt. Von D. Martin Luther werden eine Reihe von Aussprüchen, die aus die gegenwärtige ernste Zeii passen, dargeboten. Der Vortrag des Abends über das Themc „Der Krieg »nd die christliche Frömmigkeit" hat der Rektor der Gießener Universität Herr Proscsior D. Eck übernommen. Auch der Evan. Kirchcngesangverein ha« seine Mitwirken«, zu. gesirgt. , Beilage zur „Neuen Tageszeitung". *!t. 262 Samstag, den 7. Dovcmber 7. Jahrgang Ans meiner Dorfkirche. Abendmahl »er Eheleute. - ftap. 22, 35. 17. Wen düeslet. »ei Ion»»«: Oad wer La will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Liebe Gemeinde' SSus fehlen doch diesmal so viele am Abendmahlstisch! So viele, die hinausgezogen find, in den Krieg, heute, an dem Toj. da sich die ganze Gemeinde hier sammelt zum Feiermahl der Bruderliebe, da fehlen sie, müssen fie fehlen aus bitterem .tivang Und es ist uns fehl allen, als fass« e» unser Herz an mit tausend Händen und suche un» hinzuziehen zu ihnen, »b mir ihnen wielleicht helfen könnten — und können und dürfen doch inchi zu ihnen Aber können wir auch nicht leiblich zu it)i;eu. im Herzen und in den Gedanken können wir hin, und die wollen drum beute auch wandern, und die Brüder grüßen io der Ferne. Es liegt auch in solchen Gedanken, Grüße» und Beten für die da draußen eine starke Kraft, und ich denke, wir gotlcns nicht vergessen, wer von uns in diesen Tagen eine harte oder einen Brief hinausschreibt: darin wollen wir ihnen eiY) ichreiben, daß wir hier an, Adendmahlstisch ihrer der ieblcr.den Brüder — gedacht haben, und wie fie hier gestanden i 'bex. ehe sic hinauszogen, so wolle» wir im gleichen Essen und Trinken ihnen uns verbunden fühlen als ein Leib: wollen i.'.liren, wie des Heilands unsichtbare Lichtgestalt leibhaftig unkrr UNS weilt, wie er unser Beten und Grüße» selber aus sich ""nun, um es hinanszulragen in die Quartiere und auf die vndstraßen und in die Schützengräben in Feindesland. !l»d ’.'ic es dem Arbeiter in glühender Sonnenhitze ein Labsal ist. iri - einem Trunk di« brennende Zunge kühlen zu könne» und l i ureb der ganze Mensch zu frischer Kraft kommt, so mag cs ans gar »ranchcs gequälte Herz unter uns wie ein stärkendes 'Hai wirken, wenn es daran denkt, daß unser stärlster und r oestcr Helfer und Freund bereit steht, alle Sorgen !»>d Bille I auizunehmeu und zu ihrem Ziel zu tragen. Und wer diir- licl, der lomme! So kommt den», ihr Traurigen und lasset Euch lrösicn. Za, wir meine», wer einmal angesangcn hat, ?.ej" Gestalt schreiten zu sehen durch diese Kriegstage, dem wird das Herz bald wieder leichter — ja, es kann geschehen, baß es ihm hell wird vor Freude! Es gibt eine Geschichte, 5 t Herr Jesus fei einmal im Winter über eine Wiese gegangen und wo sein Fuß hintrat, da seien Blumen gesprießt ans dem ringsum hartgefrorenen Boden: So ist es uns heute, als l.! ,r wir Jesu Gestalt durch die kriegsdurchtobte Welt 'chrei tcn. ii'id wo sein Fuß hintritt, da sprießen Blumen aus dem ns'l'k»herzen: Blumen des Gottvertrauens und hellleuch ! ! der Liebe. Und es ist nicht nur an einzelnen Stellen, wo wir ,c!d e Blumen sprießen sehe» — im Gegenteil, wenn wir eben h ueinsehcn in dar Leben unseres Volkes und unserer Soldaten, '.UN ist es uns, als sei es Frühling geworden im Spätjahr - 'uitiKiin der Herzen und Gcwifien: da sitzen sie draußen zu u ■!n , :i, hinter einer Heike oder Mauer geschützt vor dem Feind, in ;;if)ell von der blutigen Arbeit, und wie sie da sitzen, denen sic zu singen und andere kommen herbei und fingen : wehr und Nicht, daß bald die ganze Kompagnie zusammen i Bas singen sie? Jesu geh voran — oder ein anderes < " ieslied, oder wir sehe» daheim, wie die Liebe sich nicht ge- nng tun lann, in Dorf,und Stadt, wo cs vorher fast schien, ■ sei alle Liebe ausgcstorben! Und da spüren wir es auf eii iiial. cs ist Frühling geworden in unserem Volk, es geht eia Strom von Lebenswasser eben über und durch uns hin, es - t ei re neue Zeit angebrochen. Und nun kommt die große Frage: Wie steht es mit Dir? Ist das Lebenswasser auch in 7 i. ii Herz gedrungen? Willst Du mitmachen in der neuen .eil eines neuen Lebens, oder willst Du weitersahren !>» allen Schlendrian? Wir meinen, für uns, die wir unsere treuen rüder vor den Adendmahlstisch habe» treten sehen, ehe sie ' inauezogen zum Krieg, für uns hat damit das Abendmahl .i!.c ganz neue Bedeutung und Kraft bekommen, jetzt -st es aus a is einmal klar, was das heißen will: sterben für die 2'UiK",: wir haben es selber erlebt, was es heißt: Aber ge n>e darum erkennen wir auch, wenn wir des Heilandes und . ;l seiner Nachfolger, die für die Brüder gestorben sind, geden- : was für eine Dankeslast als Pflicht und Aufgabe sich uus r Leben legt, durch solches Sterbe» sllr uns! Und daß wir i : ere Dankesschuld a» denen, die für uns gestorben sind, selber zur nicht mehr «btragen können, — das macht sie ganz gewiß leichter: Unser ganzes Leben ändert sich, von dieser e I I ieaschuld aus gesehen, wir erkennen, daß wir nur daun des- 7.1 !. iirdig sind, was die totgeweihten Brüder für uns tun und c:c:i haben, wenn wir bereit sind, auch unser ganzes Lebe», 7 ' Arbeit, unsere Krast bis zuletzt einzusetzen, sllr das tV.’rr, für das (i e gestorben sind. Der Apostel Paulus hat isä't wenn er sagt: Christus ist darum gestorben, damil wir S: i: fort Nicht mehr für UNS selbst leben,--auch UNS legt l fit durch das Sterbe» der Brüder auss Herz: daß wir hin- ,'rt nicht für uns selbst, sür unseren Vorteil, für unser Berlin gen leben sollen: Das ist das Morgendämmcrn der neuen 'eü, oaß wir erkennen, daß wir für größere Dinge zu leben jnixsgx szo qun jlhnrjijgl-Z ustpsiq rifun rnl siv »oqvh dieses neuen Morgens steht das Abendmahl jetzt vor uns, das Mahl alle» derer, die ihr Lebe» lassen wollen fiir die Brüder! Auch wir, Mann sür Mann, und gerade so Frau sllr Frau, walle» das Leben lassen für die Brüder! Das muß nicht iinmer im Krieg fern, es kann auch in ernster treuer Friedensarbeit geschehen! Für die Brüdern und die Schwestern, nicht für uns selber — das ist'» worauf's ankommt, heute noch! Amen. Der deutsche Wann! Wer ist ein Mann? Wer beten kann lind Gott dein Herrn vertrautl Wann alles bricht. Er zaget nicht, Dem Fronnnen nimmer graut. Wer ist ein Mann? Wer glauben kann Inbrünstig wahr und frei; Denn diese Wehr Trügt nimmermehr. Die bricht fei« Mensch entzwei. Wer ist ein Mann? Wer lieben karrn Von Herzen froimn und lumm; Die hcil'ge Glut Gibt hohen Mut Und stärkt mit Stahl den Arm. Dies ist der Mann. Der streiten kann Für Weib und liebes Kind: Der kalten Brust Fehlt Krast und Lust, Und ihre Tat wird Wind. Dies ist der Mann, Der sterben kann. Für Freiheit, Pflicht und Recht; Dem frommen Mut Taucht alles gut. Es geht ihm nimmer schlecht. Dies ist der Mann, Ter sterben kann, Für Gott und Vaterland; Er läßt nicht ab Bis an das Grab Mit Herz und Mund und Hand. So, deutscher Mann, So, freier Man», Mit Gott dem Herrn zum Krieg; Denn Gott allein mag Hilfe sein. Von Gott kommt Glück und Sieg! Ernst Moritz Arndt (1813). Chronik« der Kriegsgeschichte. 31. Oktober. Im Angrift auf Nicupoit wurden Ramskapelle unb Bir- schote genommen. Der Angriff auf Supern schreitet vorwärts; Zandvordc, Schloß Hollcbeke und Wanbekc wurden gestürmt. Oestlich Sorssons wurde der Feins über die Aisne zurüclgcwor- sen und Baiily dabei gestürmt. Dabei wurden 1000 Gefangene gemacht und zwei Maschinengewehre erbeutet. Im Argvnnen- wald, lowic westlich von Derdu» und nördlich von Tout brachen wiederholt seiudUche Angriffe unter schweren Verlusten für die Franzosen zusammen. Ein deutsches Unierseeboot brachte im Kanal den englischen Kreuzer „Hermes" zum Sinlen. Ter allgemeine Angriff aus Tsiugtau hat begonnen, den Japanesen ist cs nicht gelungen, die Festung zu nehmen. Die Serbe» erlitte» eine schwere Niederlage in der sogen. Macswa. Ucbcr 1000 Eesangcnc und viel Kriegsbeute wurden gemacht. 31» der galizisch bukowinijchcn Grenze wurde eine ruisische Kolonne aller Wassengatlungeu geschlagen. Mehrere russische Eingriffe im Raume von Risiko wurden von den Oestcr- reicher» abgcwiescu. Den Bolschastern von Rußland. England und Frankreich in .Konstanliiropel wurden die Pässe zugcstellt. - Der türkische Kreuzer „Sultan Sclim" hat Sebajtopol in Brand geschossen. Türkische Torpedoboote beschossen Oae-sa und oersenklcn das russische Kanonenboot „Donetz". 1. November. Bei Nieuport wurde der deuischc Angriff durch Ueber- schwenimungcn erschwert. Bei Ppern bejindr» sich unsere Trappen im Vordringen, dabei wurden 000 Engländer gefangen unb einige ihr.»« Geschütze erobert. Auch die westlich Lille läm'pse» den- Truppen kommen vorwärts. Die Zahl der dkl Baiün ge? mnchken Gesangcnen erhöht sich aus 1500. Die mehrtägige erbitterte Schlacht nordöstlich Duria und südlich Stary Sambor endete mit dem vollständigen Siege der Ocftcrrcichcr. Der Sieg über die Serben in der Macswa wurde verfolgt und die Serben weiter geschlagen. Die Gesamtzahl der in Oesterreich internierten rxasiicheu Kriegsgefangenen beträgt rund 731)00. Dabei sind zahlreiche noch auf den Kriegsschauplätzen befindliche Gesangea« nicht mstgercchnet. 2. November. Im Angriff auf Ppern wurde Messines genommen. Bei den Kämpfen in den Argonnen wurden Fortschritte gemacht. Ei» russischer Durchbruchsversuch bei Szittkchnic» wurde abge wiesen. In den Gcsechten an der San brachten die Oesterreicher den Russen schwere Verluste bei, sic machten u. a. 100 Gefangene und erbeuteten 2 Maschinengewehre. Südlich Stary-Sauibor wurden cbensalls 400 Russen gefangen An der russisch türkischen Grenze in Kleinasien baden be teils Kämpfe zwischen den Türke» und den Rusic» begönne». Die türkischen Botschafter verlassen die Hauptstädte der Drei- verbandsstaatcn. Der Aufstand der Buren breitet sich aus; cs haben bereits cruste Kämpse stattgefunden, Uber deren Ausgang nicht» sicheres zu erfahren ist. 3. November. Ire Ueberschwemmungen bei Siieuport schließen meliere« Vordringen aus. Die Ländereien sind dadurch auf lange Zeit vernichtet. Bei unserem fortschreitenden Angriff aus Vpern wurden 2300 Mann, meistens Engländer, gefangen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Unser Angriff a» der Aisnc schreitet voran. Es wurden dabei 1000 Franzose» gefangen, 3 Geschütze und 4 Maschinengewehre genommen. Zwischen Verdun und Toul, sowie in der Gegend von Markirch wurden französische Angriffe abgcwiesen. In den Kämpfen südlich von Stary Sambor brachten die Oesterrcichcr 2000 gefangene Russen ein. Die Ocsterreicher erstürmten die serbische Stadt Schobatz und befiegtcn sranzosisch-montencgrinische Truppen. Die Verluste der Russen in der Seeschlacht am Schwarzen '.Olm betragen, wie jetzt bekannt wird, 0 Kriegsschiffe und ll> Transportschiffe, die in den Grund gebohrt würbe». 1. November. llnsere Angriffe aus Ppcr», nördlich Arras und östlich Sois sons schreiten ersolgreich vorwärts. Unsere großen und kleinen Kreuzer machten eine«. Bngrisj aus die englische Küste bei Parmouth, sie beschossen mehrere Kii siendörser. Das den deutsche» Schiffen folgende cnglischr u» tcrseeboot „D 0" geriet aus eine Mine und sank. Die Oesterreicher stoßen bei Saboc neuerdings aus die Serben und brachten ihnen große Verluste bei; die Serben verloren 705 Gefangene und 5 Geschütze. Unsere wackeren Verteidiger von Tsingtau vcrnichtelcn alle vorgeschobenen japanischen Vcrschanzungen. Bei Kylrn im Kaulasus wurden dre Russen von den Türken in llcincrcn Gcsechten geschlagen. Die lussische Hasenstadt Batum wurde von den Türken beschossen. Die Engländer versuchten bei Alaba (Syrien) zu landen, erzielten jedoch keinen Erfolg. Die Engländer ernannten den Prinzen Hussein Kiamil Pascha zum Khediven und haben damit Aegypten annektiert. Man zählt die Zahl der aussländischen Burcii aus 10 000. Die Engländer erblicken i» De Met den gesährlichsien Feind. 5. Stoveuiber. Ein Aussatt der Belgier aus Rreuport auf dein Gebiet zwischen dein DJim und der Ueberschwemmung wurde mühelos abgewiesc». Bei 3)pern und südwestlich von Lilie sowie südlich Berry au Bac, in den Argonnen und in den Vogesen schreiten unsere Angriffe vorwärts. Südlich der Wieloka Mundung warfen die Oesicrreicher die Russen aus allen Stellungen, machten über 1000 Gesangene und erbcutclen etliche Maschinengewehre, Im Stryj-Ta! wurden cbensalls 500 Russen gefangen. Die Russen wurden von den Türken aus den Gebieten von .Karailisia und Jtham (Kaukasus) vollständig zurückgewvrsc». Englische und französische Kriegsschiffe haben erfolglos versucht, die Dardanellen zu beschießen. 8. November. Unser Angriff nordöstlich und südöstlich von Vpern macht gute Fortschritte. Auch bei La Basse« und in den 3Irgonne» wurde Boden gewonuc».. Unter schwere» Berluslen sür di - Frnnzoscn eroberten die Deutschen den wichtige» Stütz?»»!/ Bois Brule bei St. Mihiel An der chilenischen Küste fand um, 1. November eine 2-7 7 schlachi zwischen de» deuffchen Kreuzer» „Gneisenau" und „Scharnhorst", den kleinen Kreuzern „Rüruberg", „Leipzig' und „Dresden" und englischen Kriegsschiffen statt, wobei der cng- iJSL^ä wird vollkommen rein, von Blut, Eiter und sonstigen Flecken beireit und gründlich ^ desinliziert durch PülfSlI das selbsttätige füllte! Besitzt stark desinfizierende Wirkung selbst bei niedrigen Temperaturen von JO—40° C. und macht die Wäsche keimfrei. Gefahrlos in der Anwendung und garantiert unschädlich. Ucberaü erhältlich, niemals lose, nur in Original-Paketen. -- - », D1 # I HENKEL & Co-, DÜSSELDORF, fluch Fabrikanten der cilbeliebtcn H 6 Fl k 0 1 S i 0 1 C fl m O (s 2e V Nr. 262 Seife 2 Iijibe Panzerkreuzer „SHontmoutI)" vernichtet wurde, der englische Panzerkreuzer „Good Hope" wurde beschädigt und ist jedenfalls auch gesunken, während der englische Kreuzer „Ela- gow" beschädigt entkam. Er wird in einem chilenischen Hasen interniert, also außer Kampf gesetzt. Bi' zum 1. November waren in den Eesangenenlagern und Lazarette untergebracht: Franzosen: 3138 Ossiziere und 188!>l8 Mannschaften: Russen: 8121 Offiziere und 186 779 Mannschaften: Belgier, 537 Offiziere und 34 907 Mannschaften:, Engländer: 117 Ossiziere und 15 730 Mannschaften, Zusammen 7213 Offiziere und 126,034 Mannschaften, Die Kriegsgefangenen, die sich noch auf dem Transport nach den Lagern beftnde», sind »och nicht mitgezählt. Die türkische Armee. Von Major a, D, v, Schreibershofe n, Illach dem unglücklichen Balkankriege, bei dem die Schwächen und Mängel des türkischen Heeres offen zutage getreten waren, hat eine vollkommene Reorganisation und Neuordnung dca türkischen Heeres stattgefunden, die namentlich in dem schon im Kriege bewährten früheren Militärattache in Berlin, dem jetzigen Kriegsminister Enver ihre größte Stütze fand. Eine deutsche Militarmission, an deren Spitze der betannte preußische General Liman von Sanders stand, wurde nach der Türkei berufen, UNI die beabsichtigte Neuordnung der türkischen Streiikräste durchzusühren. Zwar waren auch früher schon deutsche Instruktoren zahlreich nach der Türkei berufen worden, unter denen sich so manche Namen von gutem Klang rnd großem Ansehen befanden, aber ihrer Tätigkeit waren un- er oer früheren türkischen Herrschaft enge Grenzen gezogen, Sie konnte» wohl Vorschläge inachen, wie den ossenkundigen Mängel» am besten abgeholsen werden konnte, aber es fehlte ihnen die Macht, die Vorschläge wirklich zur Durchsührung zu bringen. Sie blieben in der Regel auf dem Papier stehe». Die Folge war der völlige Zusammenbruch des türkischen Hee- ree- im erste» Teil des Balkankrieges, Diese traurigen Folgen jabeu aber der türkischen Regierung die Augen geöffnet, daß es in der bisherigen Weise nicht weiter ging, und daß eine vvlllommeue Neuordnung durchaus notwendig sei. Diese ist auch unmittelbar »ach dem Krieg ausgesührt worden, so daß die Armee jetzt wieder einen hohen Stand von Tüchtigkeit und Leislungssähigkeit erreichte. Ueber die Einzelheiten werden nur wenig Nachrichten bekannt gegeben. Namentlich lassen sich lerne genauen Angaben über die beabsichtigte Kriegsgliederunq und Höhe der Streitkräste im Kriege machen. Fm Frieden besieht nach den Angaben, die in Loebells Fnhresberichten und in Veltzes Armee-Aümanach enthalten sind, und die als durchaus zuverlässig gelten können, das Heer im Frieden aus 13 Armeekorps und zwar selbständigen Dioi- sionen: das ganze Heer ist in 4 Armeeinspektionen eingeteilt, und zwar die 1, in Konstantinopel, die 2, in Ersindjan, die 3. in Damaskus, die 4. in Bagdad. Bei der Gliederung des Heeres ist unter Wegfall des Brigadeverbandes die Dreiteilung streng durchgeführt. Es besteht also jedes Armeekorps aus 8 Divisionen, jede Division aus 3 Regimentern, jedes Regiment aus 3 Bataillonen und einer Maschinengewehrtompng- iiie, außerdem wird jeder Division ein SchutzenbataiUon und ein Arrrllerieregiment, jedem Armeekorps ein dis zwei Kavallerieregimenter zugeteilt. Die gesamte Friedensstärke an ak tiven Truppen und Kadres für die Reservetruppen betrügt >7 000 Osfiziere, 250 000 Mann, 45 000 Pferde, 15,00 Geschütze und 130 Maschinengewehre, Es ist die allgemeine Wehrpflicht eirrgesührt, die eine Dieusrpslicht von 24 Fahren vom 21. bis zum 45, Lebenszahl vorsiehr. Sie zerfällt in die aktive Armee lRizam, drei Fahrt, in die Reserve lFchtiat, sechs Fahre), die Landwehr lRedij, 9 Fahre), und in de» Landsturm (Mustafiz, 7 Fahre), Auch während der Rezeroediensizeit und während der Lanowehrzeit solle» regelmäßige Wasfenübungen vorgenommen werden. Die Fnsanterie ist ausgerüstet mit einem 7,85 Millimeter-Mauser- Ropetiergewehr mit Dolchbajonett und Paketladung für fünf Patronen, die Taschenmunition besteht aus 120 Patronen, die in dir, Patronentaschen oder in zwei Patronengürteln mitge- 'ührt werden. Außerdem befinden sich bei den Munitions- kolonuen noch 180 Patronen für jedes Gewehr, so daß die Ge samtausrüstung unter gewöhnlichen Verhältnissen 300 Patronen für das Gewehr beträgt. Außerdem sind noch ältere Gewehrmodelle in Gebrauch, mit denen hauptsächlich die Reserve- uno Landsturmformationen ausgerüstet werden. Es sind dies ein 9,5 Millimeter Mauser Repeiiergemehr mit Dolchbajonett und Röhren-Magazin sür 9 Patronen, sowie ein 11,43 Henrtz- Martinr Gewehr Die Feldartillerie hat ein 7,5 Zentimeter- Schnellseuergeschütz, Snstem Krupp 1903, mit langem Rohrrücklauf, außerdem ist noch vorhanden ein 6,7 Zentimeter-Krupp Geschutz aus dem Fahre 83 für die reitenden Batterien, ferner >2 Zentimeter Feldhaubitzen, System Krupp, Modell 1892, Das Geschützmateiial der Festungsartillerie ist außerordentlich »er- schieden. Neben ganz alten Geschütze» sind auch die neuesten Modelle vorhanden, solche wurden namentlich während des Äaltankrreges angejchasft. Es waren dies hauptsächlich 15 Zentinreter und 10,5 Zentimeter Schnellseuerhaubitzen, Die Reorganisation des türkischen Heeres hat sich namentlich au, die Vereinsachung und Verbesserung der Mobilmachung, die Einjührung europäischer Ausbildung und Aussühr- lingsgruudsutze, sowie aus die Verbesserung der Ausrüstung rnid Lrwajsnung und aus die Regelung der Verpjlegung und des Munitionsnachschubes erstreckt. Gerade die beiden letzteren Punkte hatte» während des Balkankrieges schwere Mängel ge zeigt, und ihnen war es hauptsächlich zuzuschreiben gewesen, daß der schlecht verpflegte, hungernde Soldat, dem auch keine genügende Patrone» zugesiihrt werden konnten, versagte, "achdem diese Mängel beseitigt worden sind, ist anzunehmen, daß der türlisckre Soldat, der von Natur aus vorzügliche milt- lärische Eigenschaften besitzt, und sich in früheren Feldzüge», namentlich in der Verteidigung außerordentlich gut bewährt hat, wieder zu der vollen Höhe seiner »iilitärischen Leistungsfähigkeit kommen wird. Es ist jedenfalls nach dem Palkan- kriege i» ollen. Teilen des Heeres angestrengt gearbeitet wor- Neue Tagesazeitng. Samstag, den 7. November 1814. den, so daß man sicher annehmen kann, daß die vorhandenen Mängel beseitigt worden sind. Das türkische Heer stellt jetzt einen außerordentlich starken und beachtenswerten Machtfaktor dar, von dessen Austreten große Erfolge zu erwarten sind. vir (Miikos in linieren tararetlrn. Die „Köln, Volksztg," schreibt: Fn einigen Kölner Laza- reiten sind auch Vertreter der »ordafrikanischen Hilfsiruppen Frankreichs, die natürlich schon deswegen besondere BeachlUilg finden, weil die deutsch-freundliche islamitische Bewegung in letzter Zeit viel besprochen wird. Mit geringen Ausnahmen sind diese Turkos alle Mohammedaner und hegen für Frankreich keine besonders sreundschaftlickfen Eesiuurmgen, Mit Gewalt wurden sie gegen ihren eigenen Willen in die Regimenter eingereiht und sie können nicht genug erzählen über die rück- sick'tslose Behandlung, die ihnen seit ihrer Abreise zuteil wurde. Sogar letzt noch werden sie in den Lazaretten von den Franzosen verächtlich angesehen und müssen manches verletzende Wort hören Fn verschiedenen Kreisen werden über diese Leute Meinungen geäußert, die vielfach nicht zutresfen. Man nennt sie „Wilde", macht kaum einen Unterschied zwischen ihnen und den Siegern und dichtet ihnen Gesinnungen an, die mit der Wirklichkeit in scharfem Widerspruch stehen. Wer Gelegenheit hatte, die Araber und Kabylen Nordafrikas näher kennen zu lerne», wer von der traurigen Lage dieser von den Franzosen namenlos unterdrückten und ausgebeuteten Völker ersahren hat, der weiß, daß es gar nicht jene blutdürstigen Ungeheuer sind, wie sie zuweilen geschildert werden. Es sind zum größten Teil einfache Landarbeiter und Handwerker, die in ihrer Hei- niat er» karges Leben fristen und keinen sel>»lichere» Wunsch haben, als in Ruhe gelassen zu werden. Einige dieser Araber- stämine, namentlich die tunesischen, sind von sanfter Eemätsart und neigen eher zur Weichlichkeit als zur Roheit. Den Aussagen, die von Franzosen über sie gemacht werden, muß man das größte Mißtrauen entgegenbringen, da die Franzosen es gewohnt sind, über diese unsreiwillige» Mitkämpfer in den rohesten Ausdrücke» zu rede» und ihnen alle möglichen Untaten anzudichte». Namentlich können sie es nicht sehen, daß den Arabern in unseren Lazaretten die gleiche Behandlung zuteil wird wie ihnen, da sie für den menschlichen Standpunkt Deutschlands darin kein Verständnis haben. Es muß darum von uns hxvorgehoben werde», daß die Leitungen unserer Lazarette mit der Haltung der Turkos durchaus zusrieden sind und keinerlei Klagen über sie aussprechen. Die Araber selber empfinden eine kindliche Dankbarkeit sür die Pflege, die sie in Deutschland erhalten. Alle sagen einstimmig, daß Deutschland das erste Land der Welt sei. Für unseren Kaiser, der bei allen Arabern Rordasrikus längst zu einem mit zauberhaften Sagen umwobenen Helden gemorde» ist, hegen sie die höchste Bewunderung, Wird ihnen mitgeieilt, das) der deutsche Kaiser dem Sultan in Siambul fKonstanttnapel) alle mohammedanischen Kriegsgefangenen zuseuden und sie »liier seinen Schutz stellen will, so ist der Begeisterung kein Ende mehr. Alle möglichen Pläne werden dann gemacht und eifrig besprochen. Der eine will liberhanpi in Siambul bleiben, andere volle» die Gelegenheit benutzen, »m »ach Mekka zu wandern, andere wieder.freuen sich, in Asrika alles erzähle» zu können, was sie auf ihren Reisen erlebten. Das eine ist sicher, daß alle diese Araber die größte Anhänglichkeit an Deutschland in ihre Heimat tragen werden, und nach dem Kriege wird für lange Zeit in den Kaffeehäusern von Konstantine, Tunis, Tlem- sen und in den Zelten der Beduinen der Gesprächsstoff nicht ausgehen. Unter den Arabern unserer Lazarette sind einzelne sehr interessante Gestalten, Da ist der gelehrte Schneider, der zwölf Fahre an der Hochschule der Moschee Zeitung in Tunis studierte. Als ick ihn dos erstemal traf, siel mir s-rsort sein gewähltes Arabisch aus. Mir kindlicher Freude erzählte mir der brave Schneider, der in seiner Heimat sür Mutter und Schwestern durch sei» ehrsames Handwerk das Brot verdienen muß von seinen „theologischen Studien". Die neue, zukunftsfrohe Bewegung der intellektuellen Kreise des Islam ist an ihm nicht vorüber gegangen, Reben dem Koran, den er säst ganz auswendig weiß, hat er eine Menge Bücher gelesen. Seine grösste Sehnsucht ist NU», ein brrühmtes mystisches Werk der arabischen i.i- ieraiur zu lese», ei» Wunsch, de» ich ihm leider nicht erfüllen kann, Mansuri, der brave Schneidermeister, ist sür seine Landsleute ein liebreicher Tröster und leistet ihnen die größten Dienste, Er ist nämlich auch der Generalsekretär sür alle schreiblustigen Araber, denen er die zierlichste» Handschreiben an die Angehörige» anfertigt. Schreiben, die in so eleganter Sprache geschrieben sind, daß die Ellern, Frauen und Freunde in der Heimat eines anderen Schristgelehrien bedürfen, »m de» Fijhalt zu begreifen. Da ist auch ein aiabisierier Reger, dessen dicke Lippen den ganzen Tag zum Lache» bereit sind. Er selber konnte leider nicht schreiben, ober er wagte es ofsenbar nicht, die Dienste des gelehrten Schneiders in Anspruch zu nehmen. Da aber alles um ihn herum schrieb, verlangte er kurzerhand einen Bogen Papier und Iritzelle eifrig daraus herum, bis es von weitem gesehen säst wie Schrift aussah. Das große Kind dachte, daß seine Frau, an die dieser Bries adressiert werden sollte, vielleicht doch etwas aus dem krausen Gekritzel herauslesen könne, jedenfalls soviel, daß er noch am Leben sei, Run hat der Schneider sich seiner nngenamnien und schreibt der schwarzen Ehehälfte am Wästenrand einen klassischen Bries, Du ist auch der Tunesier aus Suja, der lieblichen Stadt am Meere, Er ist schwer verwundet, und als ich ihn besuchte, schwebte er noch in Lebensgefahr. Wie !roh war er, als er von seiner Frau und seinen Kindern erzählen konnte. Es war das Bild seines lleinen Töchterchens, das besonders in seiner Erinnerung lebte, Fn dem weichen melodischen Dialekte Tunesiens plauderte er von seiner Kleinen, die er so lieb habe und die so reizend sei. „2 könnie ich sie nur einen Tag sehen", seufzte er. Seine Augen schlossen ssch, und der Traum oa» der llerne» Araberin schwebte von de» Usern des Rheines an die Küste der Große» Syrte. Sogar aus der Sahara sind vereinzelte Berireier erschienen. Ein Araber aus Biskra wußte viel Schönes zu erzählen von seiner herrliche» Oase. Stille Leute aus der alten heiligen Stadt Tlemsen mit ihren Moscheen und herrlichen Palästen be- richieten von den Heiligtümern ihrer Heimat. Die Kabylen sprechen von ihren Dörsern, die wie Adlerneste aus De» Kämmen und Kuppen des Atlas ruhen, 'Alle schließen ihre Unierhaliunge» immer wieder mit iiu-iu heißen Danl an Deutschland und den deutschen Kaiser Fn ihren Briefen erhält ein besonderes Lob der trbib, der Arzt, über dessen Geschicklichkeit und Wissenschaft sie wund.> bare Dinge melden. Alle diese arabische» Ver.o.-i'de!-:,i 'veroeo Deutschland und Köln ihr Lebt» li-iig nicht mehr vergesse". Unsere wackeren Ureiw^^gok. Bekanntlich sind seit dem Kriegsbeginn eine ganze Ai'-.HI neuer Regiineuier gebildet wordeu, deren NuuiNicr hoch in vir !00 geht: sie setze» sich zum großen Teil aus Kriogsjr.i l .ü..K» zusammen und haben dieser Tage zum größte» Teil die er, ., taufe erhalte». Du ist es nun merkwürdig, wie soso, , ni.der Gerüchte umhergehe», wie sie sich verbreite» und i.'ij l; ' Da kommt einer und sagf mit bedrnllichem Gesicht, : man i gehört habe, daß sich die Freiwilligen so schlecht g-.slhtagen netten, daß man sie sürinlich in de» Kamps hinein reiben mi.sje und dergleichen Unsinn mehr. So war es hier gewesen, und da derartige nichtsnutzige Gerüchte lange Beine haben, jo war es auch anderweitig jo. Heute lesen wir »:■; „Gothaer Tageblatt" eine Erllürung eines Feldwebels M, M, der 12, ,Ko>n- pagnie des Rogimenio, der die heißen Kämpfe, in denen r>, a das Reserve-Fnsanierie-Negimeni Nr. Anfang voriger Woche mehrere Tage gestanden hat, persönlich initmuchie. Er beiundet: Geradezu erstaunt war ich, als ich in Go.ha mit einem kleinen Transport Verwundeter aniam und von verschiedenen Einwohnern höre» mußte, daß hier ein so u » w a. si r e s und e h r a b sch n e i >> e u d e s Gerücht herrscht. Den Eiter» und Angehörigen tan» ich nur rate», ans derartige Redereien nichts zu geben, denn sie täimen nur sioiz sein aus das Verhal- tc.i ihrer Söhne. Allen Strapazen 'sind sie gewachsen, sowohl am Tage wie tu der Nacht. Fa, es wurde sogar inehrjach ge ragt, daß man mit einer aktiven Truppe auch nicht mehr er. .-eichen kann, als mit unser» Kriegsfreiwilligen und Landwehr, bauten erreicht worden ist. Wenn man nun Wachmann,.,;.:-ie» benot.gio, brauchte man nur zu Jagen: Leute, ich brauche 25 Aul'» zur Wache, und sofort traten doppelt so viele Kav.era- d.-n vor und wollren freiwillig Posten siehe». Unsere Borge- setzte» freuten sich immer über diese aiisüpserude Vcreiiwickig- leit und das mutige Verhalten, Als am 19, 10,, vorinittags 1010 bei Kmhllnn die ersten beiden lauten Kanvnwischüise, von deutscher Seite aus, zu hören waren, riefen einige Kameraden aus: Fetzt gehe das Vogelschießen los! und rissen ihre Witze, und so könne mnn Dutzende von Beispielen ansühre», die den Mut, de,, guten Willen und den Humor unserer lieben Kameraden bewiosen. Es ist direkt schmachvoll, so niedrig von unseren Kalneraden zu reden rind zu behaupien, daß uiisere Vorgesetzten die Leute zum Borgehen hätten treiben müssen. Bei , -Niere»! Bataillon war gerade das Gegenteil der Fall und unser H> Kommandant hat vielfach sogar zur ulen müssen, Leute warier die Zeit ab, es loinmen noch Unterstützungen. Der- artige unwahre Behauptungen unseren mutigen Kameraden gegenüber sind direkt ein Verbrechen, Der Herr Kommandeur des hiesigen Ersatz- Vdtaillons wird gegen die Urheber dieser Schwatzerei mit aller Strenge vargehe» und es werde» die Einwohner von Gotha gebeten, noch mehr Leute namhaft zu machen, welche diese entehrenden Gerüchte hervorriesen, damit gerichtlich gegen sie vor- gegangen werden tnmr. Qnttirijc felfcbricff. Ein Rieder-Wöllstädter schreibt an seine Familie: ...... den 24. Oktober 1911. Liebe Eltern und Geschwister! Euren Brief habe ich erhalten und mich sehr gefeint toriil&er. Bis jetzt bin ich noch gesund und munter, was ja auch bei Erich der Fall ist, Liebe Eltern! Am 22, Oktoö.-r halten wir das erste Gefecht mit den Engländern. Wir waren i» großer Gefahr, Ein Schrapnell ist direkt vor nns geplatzt und wir hatten Gott sei Tank nnr 1 Leichtverwnnde- len. Am Abend sind wir in das eingenommene Forts ge- fahren und haben es die Nacht über gehalten. Am Morgen habe ich mir die Sache einmal angesehen. Es ist eine vollständige unterirdische Kaserne: 9 Geschütze haben sie zuriirk- lassen 'müssen. Ich habe sie gesehen. Nun ging ich einmal ölen drauf. Ich hatte eine schöne Aussicht. Tie Enqlän- der lagen wie gesät auf dein Schlachtfelde. -.99 Gefangene haben wir gemacht und etliche Maschinengewehre erobert. Gegen Mittag snhren wir in das nächste eingenommene Torf. Unsere Artillerie batte es vollständig zusamm.-nge- schossen. Ein schrecklicher Anblick war es. Wir hielten auf der Straße vor einem schönen Hause. Es war aber eben- srlls verschossen. Wir gingen hinein und suchten nach Wein. Aber der Keller war verschlossen. Wir brocken ihn auf und da waren 9 Frauen mit einem Kind darin. Wir ftagten nach Wein, den sie nns gleich gaben. Also an Wern fehlt s uns 8 Tage nicht. Vor einer Stunde habe ich >> Eier gefnnden. Ich habe mir einen großen Teller genom- men, ein paar Lössel Mehl angerührt und dann drei Eier hinein und Salz und gebacken. Ich habe ein Stück Brot dazu gegessen und eine Flasche Wein getrunken. Das iw ein Frühstück sür mich. Liebe Mutter, am Abend ging ich Stroh holen, das Hans war vollständig abgebrannt. Ich ging in den Keller hinein »nd fand einen ganzen gekochte,, Schinken. Ta habe ich mir heute Mittag Speck davon abge- schnitten und meine Eier damit gebacken. Ick suchte weiter und fand 4 paar neue Strümpfe einen schönen Unterwams »nd ein neues Hemd, auch verschiedene Ta!ehentück>er, Ick Nr. 262 . bc i»ich ganz umgekleidet. Aber ein paar Unterhosen lranche ich noch. Handschuhe und Stauchen. Striinipsc >.bc ich genug. Liebe Mutier, wir halten hier in dem Hose den dritten Tag. Ich spiele Klavier und bei uns füllt es eben ganz lustig her. Ich habe eben alles, was .1 Herz begehrt. Gute Birnen, Cigarren und Choko- Es ist alles da. Wenn nur der liebe Gott niich wie- . r gesund i» die Heimat zurückfuhrt-, ich würde Euch :ni.i- ü.-u Abend die Zeit vertreiben. Liebe Mutter, ich habe <^erru M. geschrieben. Wenn er nur was schicken will, brauchst d»'s ihm nicht abzuschlagcu. Ich nehme alles mit Tank an. Wir sind westlich von Lille. Die Engländer sind '.urückgcschlagen worden: sie sind wie Zivilisten gekleidet. Eine Mühe niit Schild, brauner Anzug, Wickelkama- schen u. Schnürschuhe. Ihr Gesicht ist fast ganz gelb. Hoffentlich wird der Krieg nicht mehr io lange dauern, wie er gedauert hat und der liebe Gott den Sieg in unsere Hände . .den. Weiler wühle ich heute nichts. Es grüßt Euch alle Euer treuer Sohn Heinrich. Aus Echzell wird uns folgender Brief zur Dersügnng »'.stell,. Eh......den ZV. 10. 1914 Werter Herr H . . . ! Allo endlich der versprochene Brief. Was lange währt, wird cndlich gut. Das sage ich allemal. — Ilm nun das, was ich schreibe» will, auch alles in den Brief zu delommen, wist ich gleich mit der Hauptsache ansangen. Hier in Eh . . . . mit Mezicres vereinigt, läßt sich- für uns gut leben und ich möchte sage», daß ich mich nicht ärgere, -vcnn mir auf Kriegsdauer hierher verbannt bleiben. Die Lage der Stadt ist hervorragend, sie liegt an der Marne, ringsum von den, Ardennen'Wald begrenzt. Es ist dies ein jo undurchdringliches Gehölz. dag ich mich nicht wundere, wenn die Zeitungen schreiben, unsere Truppen mühte» sich schrittweise durch solche Wälder arbeiten. Ist Eh. . . schon mit einem sol- cheii natürliche» Schutz umgeben, so lummt noch dazu Las künst- Uche Lchutznctz, die Forts. Einige davon sind vollständig »m- gedrehl worden, durch unsere schweren Haubitzen. Man staunt wie vor einem Wunder und es ist tatsächlich Bewundernswertes von der schwere» Artillerie geleistet Worten. Ich will hiervon ein kleines Bild beschreiben: Hin- waren ungefähr vor 14 Tagen zur Besichtigung des Forts L...... das als erstes siel. Wir marschierten zurrst ruf einer gutangclegten Strahc, die hauptsächlich sür das Fort bestimmt >ji, doch schon nach einigen Kilometer Marsch, sah man hier und da Locher im Boden, dah man eine» Wagen ganz gemütlich darin versinken konnte und diese Löcher wurden dichter und großer, je näher man an das Fort hcranlam. Die Zusuhr- skraße sah aus, als wenn man einen Steinbruch an hundert Stelle» anfangcn wollte. Auch bemerkte man schon Eeschütz- rohrc, zeibrochcnc Räder und Gewehre herumslicgen, an welchen man die Wirkung der Granaten ersehen konnte. Zuvor muhten wir noch durch künstlich angelegte Wälder, welche die Anlage» des Forts so verdecken, dah man auch rein nichts von Allem stehl. Die Waldstreisen find mit Fallgruben, Drahthin- dernisscii, Verhauen usw. so versteckt, dah ein Durchkommeii der Infanterie unmöglich wird. Da begreift man erst, warum so ei» Punkt mit Artillerie bearbeitet werden muh. Durch dieses Drahthindernis kommt keine Katze, geschweige ein Mensch. Hinter diesen Heminungcn kommen die Schützengräben, in welchen di, Besatzung die Stürmenden empfangen kann. Diese Gräten sind grohartig angelegt. Bor allen Dingen sieht man, nicht, ob cs solche sind. Men sieht wohl Gebüsch, bewachsenen Boden und das ist alles. Was man aber dahinter zu sehen bekommt, davon hat der, der nicht gewesener Soldat, keincAhn- ung. Schnellfeuer-Kanonen, Maschinengewehre, Infanterie u!w. Ein richtiges Mordwerk. Hinter diesen Gräben waren die Gräber der Gefallenen. Manche Gräber waren so wenig lusgeschachtct, dah die armen Kerle mit den halben Beine» -craussahcn. Ein schrecklicher Anblick, wenn man cs sonst noch nicht erlebt hat. An dem grünende» Gras klebte das geron- rene Blut der Gefallenen. Man kann ja hierüber seitenlange ler'chle schreiben, aber genug des grausigen Spiels. Ru: »och inigc Worte über das Fort selber: Es ist wohl eine Boden- iheburrg, aber alles bewachsen und unterirdisch angelegt. Das ganze Ding war aber schon nach einigen gut gezielten Schrapnells so gut von oben beleuchtet, dah es kurz daraus die weihe Flagge hrtzte. Was die Betten der Mannschaften >m zweiten Stock nach unten waren, lag jetzt oben. Bollsländig umge- wüblt. Die schweren Geschütze waren mit wenigen Schüssen a ißc: Gefecht gesetzt und lagen aus dem Rücken, mit den Rädern »ach oben und der Mündung im Dreck. Ein grausames Bild, oder es geht nicht in solchen Fällen mit Humanität ab. Fetzt noch einige Eindrücke meinerseits von Eh ... . Die Stabt an für sich ist gut gebaut und hat etwa 00 000 Einwohner. Schöne Denkmäler, Anlagen, Villen zieren die Stadt, Rur die Bewohner sind vollständig verwahrlost und esien, was wir von »njereu Mahlzeiten übrig haben. Es ist für sie wohl tief beschämend, aber verhungern können und wollen sie nicht. Den ganzen lieben lange» Tag stehen die Kinder vor dem Gitter und schreien: „du pai» Monsieur" oder „la but". Eine große Armut. Zerrissen und zerlumpt sind die ganzen Kleider und den Bcgriss „Waschen" kennen sie scheinbar auch nicht. Ein alter Koch sagt immer: „le Soldat d'Allemagne bien". Fa, die Schuste werden »ns nicht Nachkommen können in Edelmut und Hilfsbereilschaft. Doch ich muh schliche», weil alles schon roll- gekritzcl! ist. Enrjchuldigcn Sie, bitte, meine Schrift, cs hat eistcns schnell gegangen u. zweitens kann ich nicht bester ichrei- bei:, trotzdem gut gemeint. Roch recht herzliche Erühc an Sie, >owie Familie Fhr W. <5. Abermals sandte der tapsere Odenwälder Fäger an seine Angehörigen sein« Erledniste. Fn zwei vorher verössentlichten Brieje» kamen dieselben zum Abdruck. Er schrieb also weiter: Fricout, 11. 10. 1914. L. El ! Heute komme ich dazu, Euch meine Erlebnistc weiter zu berichten. Bis zum 10. September lagen wir in L. B..... Neue aazeszeitung. Samstag, Ir» /. November jikj« Abends um 10 Uhr hatte» wir Abmarsch. Unser Baraillon hatte die Rachhut und die 4. Kompagnie war Rachbutkompag y nie. Die wiirttemdcrgische Brigade, die links von uns war, i machte einen Scheinangriff, um den Gegner zu täuschen. Wir | marschierten nun bis Nachts um 0 Uhr, wo wir i» Raon te > Etappe ankamcu. Da legte man sich auf das 'Pilaster und es wurde geschlafen: wir blieben bis z»m 11. September dort Der Schreiber schildert nun die Märsche, die sein Regimen! bis nach Belgien brachte. Mehrmals kamen unterwegs Liebesgaben zur Verteilung, darunter auch einmal solche, die von den Damcu des Elbcrsclder Fernsprech-Amtcs gesammelt waren. Wir lese» dann weiter: Am 20. September gings weiter über Eupcu nach Herbertstal, wo wir um >411 Uhr ankamen. Hcr- bertstal ist die Grcnzstatisn zwischen Deutschland und Belgien. Run gings durch Belgien, wir waren alle aus der Plattform, um etwas sehen zu können. Alle paar Minute» gings durch rin.» Tunnel. Uni tl Uhr waren wir in Lüttich. Da gab cs wieder zu esten. Um 12 Uhr ging cs weiter das Maaslal entlang bis zum Kanal, da hatten die Belgier eine große Brücke gesprengt. Als wir in Ramur einfuhren, war cs schon dunlcl und wir loniiten daher nichts von der Stadt sehen. Wir legten uns daher zum schlafen nieder, cs war zwar nicht besonders bequem, denn wir waren 34 Mann im Wagen. Am Morgen des 24. gings wieder auf die Plattform, da passierte» wir um 6 Uhr Picton. llin 9 Uhr kamen wir in Mons an. Hier wurden wir wieder gespeist. Um 12.10 Uhr passierten wir die franzüsisch-belgischc Grenze und kamen um 0 Uhr in Ehambrai an, wo wir ausgcladen wurden. Auf der ganzen Strecke begegneten uns Züge mit Verwundeten und Gefangenen. Von Ehambrai aus marschiertcil wir nach Masmieres ins Quartier. Am 23. Scpleinbcr gingen wir nach Gonzeaucourt, hier hatte» wir vier Telephonisten ein seines Onartier. Auf der Straße nach hier fanden wir 13 deutsche Autos ganz verbrannt, sie lind ron einer englischen Kavallericbrigade Lbersallen worden. Am 28. September marschierten wir um y,ll Uhr ab. Am Orts- ausgang beschossen wir einen französischen Flieger, leider aber ahne Erfolg. Wir kamen nun in Barastrc ins Quartier. Am 27. hatten wir um 8 Uhr Abmarsch, wir kamen an den rechten Flügel der Division. Aber wir wurden von den Bayern ab- gekvft. Wir marschierten dann noch 8 Kilometer und wollten Quartier beziehen, fanden aber leider die Ortschaft voll belegt: cs blieb uns nichts anderes übrig, als im Freien zu übernachten. Es war zwar ziemlich kalt und bin ich nachts einmal auf- gestanden und habe ein bißchen Parademarsch geinacht, damit meine Glieder in Bewegung kamen. Am 28. September gingen wir vor und hörten bald wieder heftiges Artillerie- und Jnfanteriefeuer. Die Bayern waren schon wieder feste drinnen. Um 4 Uhr gingen wir ausgeschwärmt vor. Am Schloß- wäldchen von Friconrt hatte sich der Feind gut verschanzt. Der Befehl lautete, Fricourt abends noch zu nehmen, das war ober unmöglich, den» wir hatten unter dem feindlichen Artkllerie- feuer stark zu leiden. Die Engländer hatten nämlich Schiffs- geschützc bcigcbracht und da haben sie uns feste bombardiert. Morgens den 29. ging s aber doch wieder vor und bis nachmittags war Fricourt in unserem Besitz. Am Südausgang von Fricourt haben wir »un unsere Höhlen gegraben und da hausen wir nun wie die Dachse. Durch die feindliche Artillerie haben wir ei» bißchen Abwechslung: sie beschießt uns jeden Tag, kann uns aber nichts anhaben in unserem Bau. Die Feinde liegen 400 Meter vor UNS. Ru» zum Schluste seit vielmals gegrüßt Kriegs-Allerlei. Die angeblich erbeutete bayerische Fahne. Ein offizielles Blatt der französischen Regierung verkündete, in Bordeaux sei ein französischer Stabso'ftzier cingeloffcn und habe dein Präsidenten eine feindliche Fahne überreicht, die von den Truppen bei einem der letzten Kämpfe erbeutet worden sei. Diese Trophäe, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz, soll einem bayerischen Regiment genommen worden sein. Sic besteht aus weißer Seide, hat in der Mitte ein schwarzes Kreuz und an der Seite den Reichsadler in Gold gestickt. Offenbar bandelt es sich hier nicht um eine bayerische Fahne: denn die bayerischen Fahnen haben die Farben weiß-blau: auch dcutet bereits der Umstand, daß es sich abermals um eine zweifelhafte Trophäe hand-.-lt. Wahrscheinlich haben die Franzosen in einem elsässischen Dörfchen eine — Kriegervereinsfahne „erbeutet". Die Verlustlisten beim Dfarrer. Wir veröffentlichen gern folgenden Vorschlag: Daß die amtliche» Verlustlisten in Gastwirtschaften zur Einsicht sür das Pnbliknni ausliegen, liest man oft ange- kündigt. Sch» zu begrüßen ist es, daß man nun auf Ankündigungen trifft, auf dcden es heißt: Tie amtlichen Verlustlisten sind beim Pfarrer von — Uhr bis — Uhr ei »Zusehen. Es bietet sich hier in der Tat eine Gelegenheit zu sehr dankenswerter Tätigkeit des Geistlichen. Diele Leute linden sich trotz der Uebersichtlichkeit der Listen schwer in den Ausstellungen zurecht. Ter Pfarrer wird ihnen gern bchilslich sein, und als Vertrauensmann nötigenfalls bald einen Rat und, wenn cs sich lo gefügt haben sollte, auch einen Hcrzenstrost geben können, dessen heute alle jene Bangenden und Suchenden ohnehin bedürftig sind. Es wäre zu wünschen, daß solcher Kricgsbeistand durch Geistliche bald allgemein würde. Natürlich ist dann auch eine allgemeine Bekanntmachung durch Anschlag an den Kirchentüren zu empfehlen. Daß viele Kirchen jetzt z» stiller Andacht für alle Sorgenden geöffnet sind, ist glücklicherweise jetzt wohl überall seit Wochen der Fall. Ilnmenlchliche Niedertracht. Aus dem Haag wurde das folgende berichtet: „Ein Fischdampfer bracht« die Leichen des Zahlmeisters und eines Mannes von ..S 117" noch Vmuiden. Letzterer Seit« 3. hatte die Erkennungsmarke 13. Die Besatzung des Damp. icrs teilte mit, daß noch mehrere Leichen, alle mit Schwimm, worden sind." Diese Mitteilung bezieht sich auf die Besatzungen der vier deutschen Torpedoboote, die am 17. Okiubec >n lene» Gewässern van einem englischen Kreuzer und vier Zerstörer» in den Grund geschostc» wurde». Die englischen Kriegsschiffe waren zweisellos in der Lage, die Ucbcriebenden größtenteils zu rette»: sie haben sich »,» einen 0 >niz kleinen Bruchteil begnügt. Aber damit nicht genug. Rach «ra Untergänge der vier Torpedoboote wurde deutscher siits dos Lazarcltsiyrff „Ophelia" nach der Stelle des Unter ganges geschickt, um etwa noch schwimmende Ileberlcbendc z-l retten. Trotzdem die „Ophelia" als Lazarettschiss de» iil.liia- tivnalcn Vorschriften gemäß kenntlich war, wurde sic von de-.n britischen Kreuzer „Parmouth" angehaltcn und »ach einem l-u- tischen Hasen sortzcsührt. Man hat ojt die Probe machen können, daß über Bord gefallene Leute, welche Schwimmwesten anhalten, inehrcre Tage und Rächte lang sich lebend über Wasser hakten konnten. Daraus geht hervor, daß die „Oph.Ii, - eine sehr beträchtliche Anzahl von Leuten der dcutschei, Torpedo boolöbesatzungen hotte retten tonnen, wenn sie nicht durch den englischen Kreuzer daran gehindert worden wäre. so bleibt tatsächlich als Motiv des britischen Kreuzer!» >i mandontc» nur der Wille übrig, daß leine der deutschen Ueder. lcbcndcn gerettet werden sollten. Raffinierte unmenschliche Niedertracht und absolute Mißachtung völkerrechtlicher Bestim. mungen bilden die Richtschnur der britischen Kriegsührung. Unser Wunsch und Dkahnung ist nur: Möge alles vom deutschen Volke nie vergessen werden! Sein Leibgericht. Vor dem Gasthaus Knckiajck>cwski in Secbnrg bei Allen- stein halten fünf bis sechs Autos, deren Insassen — Ossi- jictc — anscheinend recht überhungcrt sind. „Wall gibt's Herr Wirt?" „Frankfurter Würstchen und Brntkartosfekn. Das ist das letzte." Sie schmause» mit sichtbarem Appetit. Ein junger Ordonnanzoffizier ist fertig mit seiner Portion und fragt: „Kann ich noch eine bekommen? Das esse ich gerade so gerne!" „Aber gewiß doch, so lange der Vorrat reichtI" Nachdem er sic mit gleichem Behagen wie dir erste verzehrt, macht sich ein Teil, darunter auch der junge Ordon- nanzoffizier, auf den Weg. Als sie fort sind, meint -iner der Zurückgebliebenen zum Wirt: „Wissen Sie auch, wer der Offizier war, der die zweite Portion noch verlangt hat?" Er schüttelte den Kopf. „Das war Seine Königliche Hoheit der Prinz Joachim von PreußenI" — Wie gern hätte der ostpreuhischc Wirt ihm »och die dritte Portion angebote»! Der verkannte Dieruntersab. Bei der russischen Einquartierung in Skaisgicren spielte sich nach der .Dnlsiter Allgcin. Zeitung" solgcnder ergötzlicher Vorfall ab. Kam da ein Sohn ans dem dunkelsten Rußland in ein hiesiges Lokal und bestellte sich ei» Glas Bier. Bevor ihm noch dasselbe gereicht wurde, nahin er einen von den vor ihm liegenden Bicruntcrsätzen aus Filz- pappc, die bekanntlich als Reklame von den Brauereien geliefert werden, und begann langsam daran z» beißen. Lächelnd, und staunend ließ man ihn gewähren. Als dann das Bier hinzukam, rutschte der ungewöhnliche Zubiß besser, und bald hatte der russische Soldat den Untersatz mit dem Getränk heruntergcspült. Nachdem dies gcsck>chcn, bestellte er sich noch ein zweites Glas Bier, gab aber gleichzeitig in gebrochenen. Deutsch zu verstellen, daß er nichts mehr „dazn" hobcn wollte. Bekanntmachung! Fck, bringe zur Kenntnis meiner Freunde, Daß in den Ländern meiner Feinde Seit 1. August, cs sind nun acht Wochet, Die Maul- und Klauensucht ausgebrochcn: Und was das Schlimmste ist an der Geschichte, Wie uns erzählen die Zeitungsberichte, Daß diese Krankheit durch Gift und durch Galle Diesmal Nicht Rindvieh, doch Menschen bcsalle. Zumal in England scheint man in Röten, Wo ganz besonders die Maulsucht vertreten: Und Frankreich, das mit ihm sich liebt und neckt, Ward selbstverständlich mit angesteckt. Wogegen sich drüben beim russischen Bären Täglich die Fälle von Klau sucht mehren. Was nun die übrigen Feinde betrifft, Triefe» auch dorten die Mäuler von Gift. Ader, ich muß es Euch ehrlich bekennen, Sic sind zu erbärmlich, um a l l e zu nennen. Fch habe nun ernstlich mir vorgenommc». Der furchtbaren Krankheit beizukommen. Und Hab' zum Gebrauch auf See uud im Feld Einen Wunderbalsam zusammengcstcllt. Es ist -ne Mischung von Kruppschen Kanonen, Zeppelinen, Fliegern und Blauen Bohne». Ich lasse damit die Feinde bestreichen Und bin überzeugt, die Krankheit wird welchen. Wenn auch die meisten Kranken dran sterben Oder zum mindesten elend verderben. Ich kann nur noch heilen mit Kugel und Messer, Das Lugcngesindcl verdient er nicht besser! Allgcm. Fleischer-Zeitung. Der deutsche Michel. Geschäftliches. Einer Mitteilung der Lotteriebank G. m. b. H. Eisenach tzusclge, ist die Ziehung der 5. Eisenacher Museumslofterie, die für den 23. und 28. September angesetzt worden war. des Krieges wegen verschoben. Der neue Ziehungstcrmin ist aus den 19 und 21. Dezember 1914 festgesetzt worden Sie findet also noch vor den, Wcihnachtrsest statt. Serie 4, N». jt Tageszeitung. Samstag, oen 7. November 191* Ans den deutschen Verlilttlisteii. Leibgarde-Zns.-Regt. Rr. 115, Darmstadt. teuimij« am G., Merlct und Reims am >7. und Roye «u>m 28. 9, bis 7. 10. 14. I. Bataillon. fcei6art>. tzrch Serth, Manzenberg VW. — Wehrm. PH. Lorey, Strmbach i T. nw. — Eard. Konrad Kröll, Ratnrod ow. — R:s. 0>eorg Winter, Schaafheim vw. «. Kompagnie. Eard. Tobias Weibbecker, Heldsnber- gen rot. — Utjfz. d. R. Eeorg Eckert, Dietzenbach lvw. — Res. vonrad Ereim, höchst low. — Eard. Karl Krast, Schotten i i> o. orrw . Eard. Friedrich Erk, Glashütten lvw. — Res. :a« Baupert, lllrichstein tot. II. Bataillon ö. K o in p a g ii i e. Eins. Freiw. Eefr. Abraham gen. Alocrt Rothschild, Heldenbergen lvw. — Eard. Ph. Kappes, Büdesheim lvw. -- Eard. Hermann Fiedler, Rieder Eemün- de» tü.w. verw. 0. Kompagnie. Eard. Albert Reitz, Lauter VW. — M cinjjctrofen! Große Sendungen in: Tamen- und Mädchen-Mänteln, Herren- u. Knaben-Ueberzieher, Loden, Kragen und Foppen, Anzüge, Kleider- und Blusenstoffe in Wolle und Banmlvolle, Hemdenflanells, Lchürzenstoffe bei billigsten Preisen. Bartholmai & Kirchhof gtiebfierg in Hessen. Milchtransport- v Kannen. fflr Bahnversand mit Pa- > tentyerschlufl n. Messing- 'S s s Baimschildern ns? stets la grösster Aoswbl am Lager. ^ Buttermaschinen X Milchseparatoren n billigst bei s Heinrich Ohl Molkerel-o.Landw.Masclilnen 4 Geräte and Bedarfsartikel. 4 FfaiarliM^ÄSsl ZZier^Henning.Sad-Hombnrgvd.D. 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Leopold Sichel, Elauberg mit. 7. Kompagnie. Eard. Georg Schüscr, Rendel tot. — Eard .Karl Günther, Rebgcshain jchw. vw — Eard. Heinrich Stein, Beuern tot. — Bizeseldw. Herm. Schlürb, Schotte» ivu>. 8. Kompagnie. Eard. Rudols Schneider I.. Steinbach lvw - Eesr. d, R. Philipp Hauck, Schaafheim low. Rcserv. Wilhelm Monee, Rumpenheim vm. > Füfilier-Bataillon. 9. Kompagnie. Eesr, Wilh. Muth, Bermuthshain tot. Uthi- Philipp Wolj, Florstadt lvw. — Sergl. Jakob Oechier, Bermuthshain jchw. verw. — Eardejüs. Georg Jung, Villingen lvw, 10. Kompagnie. Eardesüs Heinrich Lochcl, Rieder Ofleiden vw. — Eesr. Tamb Rud. Brück, Wohnbach vw. — Garde fusilicr Jakob Knih, Bruchenbrücken vw. 1t. Kompagnie. Eardesüs. Karl Schreitz, Oberslor- stadt >vw. — Res. Peter Keim, Dietzenbach vw — Eardejvstlirr Karl Dech, Wieseck vw. — Eardesüs. Peter Elter. Heusenstamm schm derw. - Eardesüs. Konrad Wächter, Holzheim lvw. i,nd vermiht. 12, Kompagnie. Res. Martin Mübs. Pfassenwiesbach lot. — Eardesüs. Richard Albus, Bellmuth lvw Felda. Fr. Meyer, Lich schw. VW. — Utfsz Wilh. Dilleniuth, Bermuts- beim lvw. — Eesr. d R Heinrich Stiesel, Bilbel lvw. — Gar desüsilicr Johann Metzger, Eanibach tot. — Eardesül. Karl Honstein, Friedberg lvw. Eard. Karl Schreiber, Eichelsdorf, bisher vw., ist tot. — Res Alfred Mayer, Sulzbach, nicht verni., ist tot. — Eesr, der Reserve Heinrich Krämer, Reichelsheim, bisher vw., ist tot. — Res. Peter Becker, Schwanheim, bisher vw., ist in Ecjangcnsch. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. 22 . Sonntag »ach Trin., 8. Roocnibcr Gottesdienst in der Stadtkirche. Borm. 9s, Uhr: Herr Pfarrer Klcdcrger. Abends 8/, Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Feier Ce offnnng des Konfirmanden Unterrichts. ■ •?- Gottesdienst iu der Burgtirch«. «>».m II Uhr. Kindergottesdienst: Herr Pfarrer Ritter Nachm. ä',i Uhr: Herr Kandidat Heiland. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Erntedanifest. ** Perniittags K10 Uhr: Herr Pfarrer 3 atz man». Kalhol'schr lstemriui'r 23. Sonntag nach Pfingsten, Fest des h! Martina». 8. Rov, Beichtgelegenheit am Samstag nachniitiag von t »hl und Soüiitag früh von y,(> Uhr an. ',7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Militäigotterdienst (Singmesse mit Predigt) AlO Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2'yi Uhr: Scgensandacht. G Uhr: Berfamniliing des Jünglingsoereius in der Kirche. 8 Uhr. Schlufz der 2lruie Seelen-Audachie». Mittwoch und Freitag abeud 8 Uhr: Kriegsandacht. Jede» Sonntag »ach dem Hochamt: Ausgabe von Büchern aus der Pfarrbncherei im Pfarrhaus hinter der Kirche. Feierabend Friedberg. Sonntag, den 8. November: „Besuch des Abendgoltesdien' ftes, dann Lese- und Spielabeud. Besprechung von Bereinsan gelegenhciten. I. Flur i>. Ri. 14 = 18 307 qm., 2. II. 125 = 15 381 qm.. 3. III. 27 = 45 091 qm., 4. VII. 22 -- 12 870 qm., 5. VII. 41 = 10 300 qm.. 6. IX. 42 = 2 558 qm.. 7. „ X. 25 = 11092 qm., 8. „ XIV. 5 = 17320 qm, 9. " XV. 34 = 50 390 qm., 10. .. XVI. 5 — 15 960 qm., 11. „ XVII. 13 = 24 713 qm., 12. Flur XVII. 125 = 6 894 qm., Güterverpachimlg. Die nachoerzeichneten in der Eemarlung Melbach bekegcnen Erundstücke des Bereinigten Armenfonds der Stadt Friedberg werden Dienstag, den 10. November I. Js„ Nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus „Zur Post" in Melbach auf weiierc l2 Jahre in Abteilungen öffenilich an die Meistbietenden verpachtet: an derSteinsurierHohl auf dem Eichen, am Friedberger Weg. im Vogelgesang, bei den Neugärten, in der Atzet, in der Sticsmutier. am Brminenwcg. mitten tm Mörsfeld, das geldchen. Friedberg, den 3, November 1914. Die städtische Armenkommissian Stahl. Kraft-Lebertran Emulsion bestes Nähr- und Stärkungsmittel per Flasche ftBk. 1.50 Eisenlikör gidtBliit n.toff greift Zähne nicht ans Aerztlich erprobt und empfohlen! per Flasche Mk. 1.00 empfiehlt Adolf Bech§(ein, Am ali.pollom!. S‘Yli«*«IS»erg i. 83 . Srfjulftr. 15 . (Telefon 159. __«Telefon 1 50. »» «fsMslS.il.vlWWl!. Eeschästsstelle Frankfurt ä. M., Mofelstratze 63 . Teleson-stiummer 020# Amt I. 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Gleich wie der Frost in der Maiennacht die schönsten Hoffnungen vernichtet, so sehen wir auch in die- sein ruchlosen Kriege unsere größten Hoffnungen zerstört imd die schönsten Blüten falle» und werden der tapferen Helden stets dankbar ....ge,---^. 3t. i« frUrflUM.) Elisabeth Lösch«,an« u Hinder Nachruf. Auf dem Felde der Ehre starb den Heldentod fürs ■< Paterland Karl Co ft, ilfttmufil Ne'. Zns.-Regt. Sir. 116, 9. Komp. Der Bercin verliert in dem Dahingeschiedenen ein eifriges Mitglied und wird sein Andenken bei uns stets in Ehren gehalten werden. Ntktili khci». Frie-btrgkr LandwirtschllstsichSlkr. Der Vorstand. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starben auf Ml Frankreichs Erde unsere lieben Mitglieder Referendar Hermann Schäfer Vizeseldw. d. N., 22. Kgl. bayr. Jns.Neg.,v.Komp. am 27. September bei St- Quentin und Wilhelm Miihlig Wehrmann im Res. Jnf.-Negt. Nr. 116, 10. Komp. an> 28. August bei Mouzon. Wir betrauern ihren Verlust aufs schmerzlichste und werden den Dahingeschiedeuen, die beliebte Mitglieder unseres Vereins waren, ein dauerndes, ehrendes Andenken bewahren. Kriegerverein Keichelahrim i. W. erkält Rut, Zeichnuiigen und Kosten Voranschläge von Anton Neubauer, Architekt 5 :lriV. r Ä Billige, solide. zweckentsprechende Bauweise. Die beliebten Famil-HoMtei zu «« iür Herbst und Winter <9(4 sind eingetrofien bei Fr. Weber Friertbergr (Hessen.) Stier *1 Hennin;»', SßilßtllS Bad-Homburg v. d. H. empfehlen zum direkten Bezug: Kernseifenflocken Sauerstoffseifenflocken, Kernseifenimlver, gewöhnl. Seifenpiilver alles in 10- und 20 -l>tunck Säckchen. I Toiletteseifen. Sauerstoff bieichs oda. %& 262 lleuc Tagesazeitng. Samstag, den 7. plooember 1911. Seile ’ii 'SS' Damen-MSntel Trotz erhöhter Preise, infolge des Krieges, habe ich größere Posten Mäntel weit unter Herstellungspreis gelaust. 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Am 28. August starb in der Schlacht I ei Mouzon den Heldentod fürs Vaterland unser | 1 Mitgrllnder und bisheriges Vorstandsmitglied Wilhelm Archer ^ Wehrmann 10. Komp., Res. Ins. Regt. Rr. 116 I Mit großem Eifer widmete er sich stets den l Interessen unseres Vereins, sodaß wir ihn schwer vermissen müssen und ihm jederzeit ein dankbares [ | und ehrendes Andenken bewahren werden. Ober-Rosbach, 6. Noo. 1914. KaWrer-Uerein „All-Heil^ Oder Nosbach. Für s Feld! Dohseidenc Hemden und Hosen wärmen außerordentlich. II oh seide ist der beste Schutz gegen Erkältung tt. Ungeziefer. Vorrätig bei: 4 ','. Weiter, Friedberg; i. H. . i: offen Grohe Sendung n- und Kindermäntel zu staunend billigen Preisen. ':zf. r : rr "" r, 7 - Fricrfberg i. II. Kaisefl'stfl’asse 77 . m