Nummer 26V Donnerstag, den 5. November LV14. eue Tageszer 7. Jahrgang Die „Urne ssaorsreitung" ericheinr jeden Wcittag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Kessen", „die Kpiimssube". Keiugspreis-. Bei den Postanstalten vieneliayrtich Mk. 1,05 bei den Agenten monatlich so Pig. hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Erundzeile 20 Psg., lokale 15 Psg„ Anzeigen ron auswärts werde» durch Postnqchilahme erhoben Ersüllungsort Friedberg. Hchriftleitung und Kerlag Friedberg (Hessens, Hanauerstrage 12. Ferniprcchcr 48. Postscheck-Lonto 9lr. 4859, Amt Front»,et n. SH. Stetiges Vordringen im Westen. Ein englisches Unterseeboot zerstört. — Ein deutscher Kreuzer gesunken. — Die Türkei im Kampfe. F= = = ■ - ■ "' '-- r Der deutsche Eeneralstab ^ - meldet: — 31? X. S5. Großes Hauptquartier, 4. 91oo„ vorm. Unictc A » grisse nuj SJpcin, nördlich Arras und östlich Soissous schreiten langsam, aber erfolgreich vorwärts. Südlich Verdun und in den Vogesen wurden sranzösilchc Augrisje abgcwicscn. Hl,ij dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliche« cicignet. Oberste Heeresleitung. ssin englislhts Wltilktboot gesunken. Das London wird über Holland gemeldet, daß bei L o - w esto st und Yarmouth gestern heftiger Kanonendonner gehör, wurde. Bei dichtem Nebel in etwa 10 Meilen Entfernung haben acht deutsch- Schiffe aus englische Fal, rzeuge das Feuer eröffnet. Während des Kampfes füichtclci, die englischen Behörden offenbar einen Landoiigsversuch, Die Truppen wurden konzentriert und besetzten die Straßen. Als englische Kreuzer und Torpedoboote erschienen, dampften die deutschen Schiffe ab. Wie sich nunmehr hcrausstellt, wurde bei diesem Kampf ein englisches Unterseeboot vernichtet. Folgende Meldung vom Sekretär der englischen Admiralität liegt darüber vor: Gestern morgen beschoß ein feindliches Geschwader das Küstenwachtfchisf „Halcyon". Eilt Mann wurde verwundet. Als „Halcyon" die Anwesenheit feindlicher Schiffe signalisierte, zogen sich diese zurück, verfolgt von englischen leichten Kreuzern. Der letzte deutsche Kreuzer wars Minen aus. und das englische Unterseeboot „D 5" stieß aus eine der Minen und sank. Zwei Ojsiziere und zwei Mann, die aus der Brücke des Untcriccbootcs standen, wurden gerettet, der Rest der Besatzung ertrank. Der deutle Ad — meldet: Sicilin, 4. Roo. (28. B. Amtlich). S. M. Kroger Kreuzer „Porck" ist am 4. November, vormittags, in oer Jode aus eine Hafenminensperre geraten und gesunken. Nach den blshcrigen Angaben sind 382 Mann — mehr als die Hälfte der Besatzung — gerettet. Die Rettungsarbeitcn wurden durch dichten Redet erschwert. Der stellvertretende Chef des Admiratftabs: B e h n ck e. Wien, 4. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird pcrluutbart: Tie Bewegungen unserer Truppen in Russisch- Pole» wurden gestern vom Feinde nickt gestört. tiineS unserer Korps nimmt ans den Kämpfen an der Lys» Gora 20 Offiziere und 2200 Man» als Gefangene mit. An der galizischen Front ergaben sich heute bei Podbnz südlich von Sambor über 20«, heute früh bei Jaroslnn 300 Russen. Erfolge auf dem »üblichen Kriegslchnnplatz. Wir», 4. Nov. - den auf dem Lande in Stellung gebracht und wirkten zu semmcn mit der Flotte. Die nordöstlich der Iltishöhe gelegenen Vcrsckxnizungcn von Hsiao-Chan-Sjan und ebenso das Arsenal von Tsingtau wurden schwer beschädigt. Ti? PctrolcnmtankS gerieten in Brand. -Tic Tcntschen haben das Feuer nur schwach erwidert. London, i. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Ter „Dailg Telegraph" meldet' aus Peking vom 30. Oktober: Chinesische Pressemeldungen a»S Schanghai' berichten, daß das deutsche Artisicricfcucr planmäßig alle vorgeschobenen japanischen Derschanzungen vernichtet bat und damit jeden An- griff aus unbejtlinmtc Zeit hinausschicbt. Das gcsaintc Glacis hinter Tsingtau ist mit Minen nbersät, die elektrisch geleitet werden. Der Türlrrnkrrcg. Tie Russe» im Kausasiis geschlagen, Berlin, 4 Nov, Knichtamtlichj, Ini Kvulasus haben die ersten Kämpsc der Türke» gegen die Russen bei K n k i n stattgcsunden. Die Russen sind an drei Punlien unter Verlusten geschlagen worden. T-oluw beschossen. Berlin, 4. Rovbr. (Nichtamtlich'. Ans Sofia wird gemeldet, daß Datum von tinlifchen Kriegsschiffen beschossen wird. Eine Abteilung Kosaken vernichtet. Eine Abteilung Kosaken. die nm .Kaukasus in türkiiches Gebiet eingedkur.ge» war 'ind einige Ortschastcn geplündert hat, wurde no» den TnrK» gestellt UNS auf der Flucht an einem stark aiigeschwolle- „en Fluß vollständig ausgericben. Englischer Landungsversuch bei Akaba geschciiert. Kan stant'novel, 3, Rov. Das Hauptquartier veröffentlicht solgeiidc amtliche Meldung' Die englische Flotte hat au> 1. 'November Akaba an der ägyptischen Erenzc bombardiert und einen Landungsversuch gemacht. Aber nachdem 4 Engländer gefallen waren, warfen sich die übrigen wieder in die Boote. Obgleich die Engländer Tausende von Ariillerie- geschossen verfeuerten, wurde auf unserer Seite nur ein Gcn- dnim getütet. — Die englischen Berichte wißen natürlich das Gegenteil zu melden und behaupten, Truppen an's Land gesetzt z» haben. Diese Darstellung ist jedoch nicht glaubhaft. Jaffa beichossen. Sofia. 4. Nov. Eine aus Konstonti- nopel vorliegende Privatmeldung besagt: Zwei englische Kreuzer haben Jossa bombardiert. Die türkische Artillerie bade. das Feuer erwidert, woraus stch die Kreuzer zurllckjogcn. Aian erwarte cii>e Beschießung von Smyrna und Mitylcne. Beschlagnahme der Dreiverbandsschisse in Konstantinopek. Konstantinopcl, 4, Roo Das Ecclriegsgcricht hat 3g srailsösischc. 8 russische und 1 belgischer Dampfer in Konstanii- nopel beschlagnahmt. Ein englisches Dempsboot gcsuiike». Amsterdam. 4. Rov. Londoucr Meldungen zufolge, erhielt der englische Gesandte in Petersburg ein Telegramm von dem englische» B>- zekonsul in sloworossissk, daß am 30.. Oltober bei dem Bombardement von zwei türkischen Kreuzern das englische Tamps- boot „Jridericus" verbrannt und gesunken ist, — Das offizielle Londoner Presiebureau macht bekannt, daß der britische Konsul und verschiedene englische Kausleute in Bassora leien gelangen genommen worden. - Der englische General Mar- well lint die militärische Oberleitung über Aegypten übernommen und den Belagerungszustand ertlärt. Wozu englische Konsulate bienen. Im englischen Konsn- loi in Bagdad haben die türkischen Behörden große Mengen M u n > t i o si und M a r t i n i g w e eh r e beschlagnahmt. Eine Anzahl solcher Kisten wurde von den Engländern im Euphrat versenke. Trotzdem ist alles in brauchbarem Zustande. Eine Rechlsereigung der Psorte. Wien, 4. Nov. Die .Südslawische Korrespondenz" meldet aus Konstantinopcl: Die Psorte ließ den Mächten eine Note überreichen, in der die Geschichte des ersten Zwischenfalles vor dem Bosporus dargc- Itclli und bewiesen wird, daß Rußland die Fcindseligleite» ohne Kiicgscrllarung begonnen hat. Dies geh- auch lliijwci- si-ihust aus dem Verlaus der letzten Berhandlungen h-rvar, die der französische Boischaster Bompard nach der Abreise des ruf sischen Botschasters mit der Pforte führte und in denen der letzie Derjuch gemacht wurde, die Gegensätze zwischcnderTürtei uno den Enteniemachlen auszugleichcn. Bompard habe in diesen Bertzanolungcn zugegeben, daß Rußland den Beginn der Feindseligkeiten verschuldet, und hat sich im Namen seines Bun- destzcnossen zu einer Entschädigung an die Türkei bereit cr- kläi! doch seici die Forderungen der Enteiitcniächte, unter denen die Abrüjiuog der früheren deutschen Kriegsschiffe und die Entlassung der dentjchcn Militärmission standen, derartig gewrleu, daß eine Ueberbrückuiig der Gegensätze ausgeschlossen war, Russische Preßstiiiimen. Stockholm, 4 . Rov, Uebei den Krieg >nii der Türkei liegen russische Prcßäußcruiigen vor die Koiisiaiitiiiopel voreilig als Siegespreis fordern. Das Ka- dcttcnorgan „Rzelich" schreibt: Die jetzige Mächtegruppierung bereckligt zur Hosfnung, baß die für Rußland so ungeheuer wichtige Frage eines Weges zum Mittelmccr nun endlich aus eine der Größe Rußlands würdige Weise gelöst wird. - Der lilnrute „Kurner" schreibt: Run uiuß ein Ende gemacht wer den N il de» Bedrückern des orthodoxen Thrones und der slawischen Rasse, und Europa muß oon den letzten Resten ein. ?, degenerierten Asiaicntums befreit werden. Die Lage in Aegtzpteu. A.'ghptr» >in Kriegszustand mit Gugland, Rk a i l e> n b, 4 Nov. Hiesige Blätter «nelbr.-. doK >>p r-' rd er 191«. der Handelskammer in Johannisburg, die Bahnen gegen das Risiko der Gefahr durch die Aufständischen zu cutschädigen. Hierdurch wurden die normalen Raten wieder hcrgestellt, Italien bleibt neutral. Beruhigende Meldungen. K o n ft a n t i n o p e I, 4. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich,) „Tanin" betont in feinem hentigeii Leitartikel die Bedeutung der Freundschaft Jta- liens für die Türkei und versichert, solange Italien seinen Verbündeten treu bliebe, könne eS ans die Freundschaft der Türkei rechnen. Die gegenwärtigen Umstände böten Italien die Gelegenheit, sich gut mit der muselmanischen Welt zu stellen und so zu beweisen, dag die einzige zivilisierte Macht, die mit dem Islam in Berührung stehe, Italien fei. Hiermit spielt das Blatt offenbar auf die Stellung Italiens in Tripolis an. N o m, 4. Nov. Ans Konstankinopek gelangen beruhigende Meldungen über die Absichten der Türkei hierher. Der Angriff richte sich zunächst gegen Rußland. Wenn ein Feldzug in Aegypten notwendig wäre, würde sich die Pforte mit Italien verständigen und die Senussen durch eine Son- dergesandtlchaft veranlassen, ihren Widerstand gegen Italien in der Eyrenaika cinznstellen. Keine italienischen Truppen für Aegypten. Mailand, 4. Nov, Der Gcncralstabshauptmann Cnbiati wendet sich in der „Perseveranza" ans das schärfste gegen den Plan, italienische Truppen zur Verteidigung Aegyptens hörzugeben. Italien könne der Lage, die nach der Schließung des Suezkanals in Erythräa und nach dem Ausbruch der zslanibewegung in der Eyrenaika entsteht, ruhig entgegen- chen. Cabiati fährt dann wörtlich fort: Wenn England feine Interessen in Aegypten verteidigen will, so soll es das mit seinen Truppen tun, die es ja in jeder Rasse und Farbe hat. Tie italienischen Soldaten dienen für uns. R o m, 4. Nov. Tie Zeitungen aller Richtungen und ns allen Teilen des Landes einschließlich des „Corriere della Sera" stellen heute jedes Abkomnren mit England wegen Aegyptens in Abrede und zeigen sich vollkommen beruhigt wegen der Möglichkeiten im nahen Orient. Pom PaUm». Ter König von Ruminikn wandelt in den Bahnen seines Vorgängers. Bukarest, 2. Nov. (Meldung der Korrespondenz-Rundschau.) Nach einer Mitteilung des „Rjetsch" hat König Ferdinand von Rumänien erklärt, er werde in keiner Weise von der Richtlinie abweichen, die sein Vorgänger ihm gezeichnet habe. Keine Ströniung in seinem Lande werde ihn dahin beeinflussen, diesen Standpunkt anfzugeben oder den Kurs der auswärtigen Politik. Ein bulgarisch rumänisches Abkomme» R o m, 4. Nov. „Corriere d'Jtalia" meldet aus Sofia, daß dort wie in Bukarest ein Abkommen zwischen Bulgarien und Rumänien in die Wege geleitet fei. Wenn es bisher Mißverständnisse zwischen Bulgarien und Rumänien gegeben habe, so trage Rußland daran die Schuld, das den Apfel der Zwietracht zwischen die beiden Länder geworfen-stabe und Rumänier auf die falsche Bahn der Dobrndsche gelenkt habe. Nach dem „Corriere d'Jtalia" wiirde dieses Abkommen eine we- fentlich friedenSerbalteude Wirkung haben. Bnlgaricn dankt schon. Sofia, 3. Nov. kW. T. B.) Das Blatt „Dnewnik" druckt seine Cntrüsinng über die Erklärung des serbischen Gesandten in Petersburg, Spalaiko- witsch, ails, wonach Serbien geneigt Wiste. Bulgarien.ein kleines Gebiet abzutreten, wenn Bulgarien seilien früheren Bnndesvertrag erfüllen »nd Serbien 200,000 Mann Hilss- trnppen gegen Oestereich-Ilngarn stellen wolle. Die serbischen Parasiten, sagt da? Blatt, würden ohnehin vom Schick- fal schwer gezüchtigt. Mazedonien fei von allen Großmächten als bulgarisches Gebiet anerkannt. Falls Bulgarien os beute besetzen wollte, würde hierzu der fünfte Teil von 200,000 Mann genügen, Tie Neutralität Spaniens. Madrid. 4 Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Während des letzten MstststcrratS erklärte Ministerpräsident Tato, die Regierung werde die Neutralität Spaniens vor dein Parinmcnt bestätigen. Die (Ulfen des Krkums „fnnlsniije“. Tic Taten des Kreuzers „Karlsruhe." Amsterdam, ■1. Nov. Aus London wird telegraphiert: Das von dem Kreuzer „Karlsruhe" in Grund gebohrte große Tampsschiss „Ban Tych" war nicht, wie irrtümlich i» den Blättern ge- nieldct wurde, ein bclgischfer, sondern ein englischer Dampfer. Er ist 1011 gebaut, hat 10,300 Tons, mach!: iö Knoten »nd war mit drahtloser Telegraphie ansgcrüstek. Ter Wert des Schisses wird ans 230,000 Pfund Sterling geschätzt. Tie Ladung bestand ausK orn und Fleisch aus Argentinien, bestimmt für die Bereinigten Staaten, und !>atte einen Wert von 100,000 Pfund Sterling. Tic beiden von dem Kreuzer „Karlsruhe" vernichteten kleine» Dampfer hatten einen Gesanitwcrt von 8-1,000 Pfund Sterling. Das »ären Werte von zusammen über 8 Millionen Mark. ^fltsnimiitigf ^tinuuuug imlmr Solöniru. Roch den vorliegenden Berichten ans znoerlofstger Quelle R die Stimmung der Truppen andauernd ausgezeichnet. Sie eifll sich im Ertragen unvermeidlicher Beschwerliche ebenso wie in drin bei jeder Gelegenheit bewahrte» Kampiesmut. Nicht ieltci, sind ou>h jegt »och wie in de» ersten Wochen de- Kriege!, die Fälle, in oencn das Verlange» »ach Betätigung des kampser,isers sogar zuruckgehotten werden muh. Der Gesund- H-Ilszvjtand ist nach wie vor vorzüglich, die Verpflegung gut. Wen» auch gewiß große Verluste zu verzeichnen sind, so ist nicht anßcr Rürksichi zu lassen, daß ihre richtige Bewertung nur durch Vergleiche mit den Verlusten des Feindes zu gewinnen ist. Diese sind aber bis jetzt in allen Kämpfen weit große: gewesen als unsere eigenen. Das deutsche Volk kann hiernach der Entwicklung der Kriegsercignifse weiterhin mit Zuversicht ent gegensehen. Semin- und ydroldiinlaöfr in Anfivkrpen in ffflütiirri?. Berlin, 4. Olt. (Nichtamtlich). Aus Antwerpen wird geinclüet: Die Benzin- und Naphtallager der amerikanischen Atlaegeiellsihast in der Nahe der übrigen Petrvkeum- lagcr stehen seit gestern früh in Flammen. Wegen des Brandes der Petroleuiiitanks haben etwa 15 000 Einwohner die Stadt vcrlasien aus Furcht vor Strafmaßnahmcn gegen di« Stadt Die deutschen Barbaren. Aus einem Feldbrief. Aus Friedrichsdorf i. T. wird uns ein Auszug eines Feldbrieses vom 4. -10. 14 gü- tigst zur Versügung gestellt. Er wirst ein bezeichnendes Licht auf dos Verhalten der französischen Soldaten im eigenen Lande. „ . . . . Dadurch, daß ich gestern zerschossene Geschütze nach Bouziers an die Bahn brachte, hatte ich Eel:qenheit, nncl) in dieser Stadt umzusehen. Ich machte die Belanntschast einer ganz netten Französin, durch deren Vermittlung cs mir gelang, eine Tafel Schokolade, 3 halbe Flaschen Rotwein, 2 Fluschen Weißwein, sowie einen Laib Weißbrod zu bekommen. Auch I! Häupter Weißkraut, etwas Salat, gelbe Rüben usw. beschaffte ich mir Es war noch ein Unteroffizier mit, der auch gut srauzösifch sprach, und das Mädchen glaubte gar, wir seien Franzosen in deutscher Unisoim. Als sie aber üb-.rze:>gt war, Laß wir wirkliche Deutsche waren, nahm sie uns mir in ihre Wohnung zur Mutter und beide begannen furchtbar auf die Franzosen loszuziehen. Die fiaiizösischen Soldaten hätten ihnen für über 10 000 Fr. Wein gestohlen, das Haus geplündert und selbst Geld zu stehlen versucht. Von der Sittenlosig- reit „nd Gemeinheit der frouzüstsche» Ossizicre und Maiiuschuf- ten, die sie (das junge Mädchen) bedroht hätten, wolle sie gar nicht reden. Was seien dagegen die Dcuischcn anständige und wohlerzogene Menschen usw. Beim Abschiede weinte dir Klein: und wollt: mit und sagte, sie ginge bestiinmt nach Dcuischland, wollte keine Französin mehr sein und mit ihren nichismürdigen Landsleuten nichts ».ehr zu tun haben. Wir bedankten uns für die sreundlichc Aufnahme und weinend Ivinkie die Kleine uns nach. Auch solche Szene» erlebt man im Kriege. Die Leute taten mir wirklich leid. — Für alle meine Einlüuje hatte ich fast 10 M bezahlen müsse», sa teuer sind die Lebensmittel hier..... Die großen Mängel der Feldpost und ihre Beseitigung. Berlin, t Nov. Unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern her bedeutendsten Firnien des Papierfaches fand hier im Papier- Hanse eine große Kundgebung statt, die sich mit den im Betriebe der Feldpost zutage getretenen Mißständcn befaßte. Tic Versammlung war cinbcrufcn von dem Kriegsausschntz für das deutsche Papierfach und stand unter der Leitung des Vorsitzenden der Papicrvcrarbeitnngs-Bernfsgcnossei- schaft Rudolf Bergmann (Berlin). Der Hauptberichterstattcr Generalsekretär Tr. Kubatz (Berlin) führte aus, daß die Versammlung nicht aus geschäftliche» Erwägungen heraus einberufcn worden sei, sondern in dein Gefühl, daß noch viel geschehen könne, um auf dein Gebiete der Feldpost Großes zu leisten. Wenn wir aber auch gewiß Beschwerden auf drin Herzen haben, io soll das Ausland daraus doch nicht den Schluß ziehen, daß feine Einrillungen besser wären. Wir wünschen, daß alle uns -re Einrichtungen die besten seien, da wir siegen wollen, dah-r haben wir auch da? Recht zu versuchen, die Einrichtungen der Feldpost zu verbessern. Staatssekretär Krätke hat dem Berichterstatter und noch zwei anderen Herren eine Konferenz gewährt, in der alle einschlägigen Fragen besprach:» wurden, kl»d wenn wir auch nicht mit der klebcrzeugn >g aus der Konferenz gingen, daß die Leistungen der Feldpost nicht erhöht werden können, so hatten wir doch wenigstens den Eindruck, daß Vieles von dem, was jetzt über die Feldpost gesagt wird, nicht ganz als zutresscnd bezeichnet werden kann. Der Redner verlangte dann insbesondere: die Organ'.- sution der Feldpost muß ausgebaut werden. Es wird vor- geschlagen, daß dei-Z Reichspostamt unter Mitwirkung der Heeresverwaltung eine entsprechende Abänderung der Feld- Post-Ticiislordnung vorbereitet. Der Fuhrpark der.Feldpost, liamentlsta der Bestand an Kraftwagen, muß weiter verwehrt lvere.ii. Es müsse» öfter als bisher, am besten jede zweite Walle, Feidpostpokete bis zu 500 Gramm zur Best.-'!, nn-z zugrlajien werden. Feldpostpalcte bis zu 5 Kilo- giamni müssen durch die Fcldvost in jedem Monat weo-a- fte.s einmal inS Feld befördert werden. Insbesondere muß srühzeitig die Versendung von Weihnachtspakrien znqe- lasten werden. Bei der Verpackung dieser Feldpostpatetc soll die klmhüllnug in Leinrivand nicht mehr vorgeschriebe,! werden. (Lebhafter Beifall.) Ter Mitbrrichtrrstattcr Direktor HanS Krocmcr (Bee- I:») erwähnte einleitend, daß Staatssekretär Kraetke bei der erv.ätznten Konferenz erklärte, er fei wob! jetzt der bestge- haßte Mai,» in Deutschland. Da inutz man dock, die Fea ie anstvcrse», ans welchen Gründen die Erbitterung gegen die Feldpost eingetreken ist- Das war früher docki anders, »ntr Stephan waren wir stolz ans nufere PoswcrwaltiiNg. Jetzt ist sie z» bürokrakiickf. Tic Gssankengänge der F.'ldpvjl find leider immer noch dieselben wie die von 1870—71. Die Angriffe gegen die Feldpost im Angnst waren nllerdi» is unbercchligt. Denn damals durfte die Fcldpystvcrwaltung nichts befördern. Aber, sie hat den Fehler begangen zu schweigen. Bis zum 18. August war ihr von der Militärverwaltung verboten worden, Briefe zu expedieren. Da haben sich nach meiner Schätzung bei ihr 75 Millionen Sendungen angesammelt, und die dann schnell zu expedierei, h,Qr natürlich unmöglich. Die tiefe Erbitterung gegen die Feldpost, die durch unser Volk gegangen ist, basierte darauf, daß man uns nicht rechtzeitig über das non possumus auf flärt hat. Wäre zur rechten Zeit gesprochen worden, dann wären uns und unseren Truppen im Felde viele bittere stunden erspart geblieben. Warum kommen denn über die Eisenbahn keine Klagen. Als wir diese Frage in der Kaufe- renz aufwarfen, da erklärte Staatssekretär Kraetke, diese liege in militärischen Händen. Eine stärkere Kritik seiner Verwaltung konnte er gärnicht aussprcchcn. Wenn gesagt worden ist, daß die höheren Stellen mit der Arbeit der Feld- post zufrieden sind, so glaube ich das ganz gern, aber die Soldaten find mit dieser Arbeit nicht zufrieden. (Lebhafte Zustimmung.) Der zweite Mitberichterstatter Fabrikbesitzer Mar Krause schilderte an der Hand eigener Erfahrungen als Führer einer Licbcsgaben-Kolonnc die Sehnsucht, mit welcher unsere Truppen im Schützengraben Sendungen aus der Heiinat erwarten. In der Diskussion machte Verleger Hilger (Berlin) den Vorschlag, man solle cs nicht erst mit Eingaben an die Post- vkrtvaltung versuchen, sondern ein Telegramm direkt ,.n den Kaiser schicken des Inhalts, daß es so nicht weitergehen könne. Dr. Cohn von der Fachpresse brachte folgenden Antrag ein: „Die bisherigen Leistungen der Feldpost haben zu schweren und berechtigten Klagen sowohl der Angehörigen unserer im Felde stehenden Brüder als auch fast der gesamten Jndustxic, des Handels und der Presse geführt. Wir fordern daher den Staatssekretär des Reichspostamts auf. umgehend Wandel zu schaffen und »nt allen zu Gebote stehenden Mitteln für Abhilfe der Mißstände im Feld- postwesen zu sougen." Von Seiten des Kriegsausschnsses lag ein längerer Beschluß-Antrag im Sinne hes Hauptderichtsersirktkers oor. Es wurde beschlossen, von einer Beschlußfassung zunächst ab- zusehen. — Eine Kommission wurde gewählt und beauftragt einen cnftprechcnden Beschluß zu forniulieren und diesen dem Reichskanzler, dessen Stellvertreter Staatssekretär Dr. Delbrück und dem Staatssekretär des Reichspostamts zu übermitteln. Roosevelt und der Krieg. Wie erinnerlich, haben wir uns jüngst mit den amerikanischen (»Präsidenten in nicht gerade liebsanier Weise beschäftigt. Die Veranlassung gab ein in den „Times" ab> gedruckter angeblicher Aufsatz des ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Diesen Anssatz wollten die „Times" aus einem amerikanischen Blatte übernommen haben, und Roosevelt sollte in ihm oftenknndig und nnzweidcukig für Großbritannien Partei ergriffen haben. Wir haben Roosevelt Unrecht getan, denn die „Times" hat wieder einmal gelogen. Roosevelt nimmt keineswegs einseitig die Partei Großbritanniens. Das zeigen seine Betrachtimgen über den großen Krieg des Jahres 1914 in den „Ehicago Daily News", wo er eine Artikelrcihe über den Krieg erscheinen läßt. In dem am 10. Oktober dort erschienenen Aufsätze befaßt er sich auch mit dem Deutschen Kaiser, dem er vollauf Gerechtigkeit widerfahren läßt, ^ mit den deutschen Eigenschaften, auf Grund deren er die deutsche Nation eine große Nation nennt, und init einer etwaigen Vernichtung des Deutschen Reiches, die ec als sein Unglück für die Menschheit ansieht. Ter Kaiser und seine-Familie hätten gleich wie in FliedcnSzcitcn auch im Kriege Proben vorbildlich:! Eigenschaften gegeben, die für die Eigensckiaftcn des deutschen Volkes charakterisftsch sind. Ter Kaiser habe im übrigen ganz in Uebcreinstimmnng niit den Gefühlen seines Volkes gehandelt, als er das Schwert zog. Was aber das deutsche Volk betreffe, habe cs, Männer und Frauen, hoch und niedrig, eine glänzende Vaterlandsliebe und Entsiz- nngsfähigkeit an den Tag gelegt, was er den Amerikanern als Vorbild empfehle. Das deutsche Volk sei in den Krieg gezogen, weil es überzeugt war, daß es sich um sein nationales Dasein handelte. Er sagt wörtlich: Eine Nation, die einen solchen Geist zeigt, ist stch-wlich eine große Nation. Die Tüchtigkeit der deutschen Organisation und der deutschen Vorbereitungen wurde schlagend bewiesen in der machtvollen Vorwärtsbewegung der ersten sechs Wochen de? Krieges. Nicht nur ist diese Organisafton, diese Bereitschaft höchst ruhmwürdig für Deutschland, son- dein noch rnhmwürdiger ist der Geist, der hinter der Orga- nisation liegt. Tie Männer und Frauen Deutschlands haben vcui tzöck sie» bi» zum geringste» glänzende Vaterlandsliebe und Eiitsagungsjähigkeit an den Tag gelegt. Liest man von ihrenl Benehmen, so ist cs unmöglich, nicht einen Schauer der Bewunderung zu fühlen, für den starken Mut i>nd die erhabene Uncigennützigkeit, welche die große Krise in den Seelen des Volkes nujdeckt. Das Volk von Deutschland glanbl, daß cs vor allem in einem Kampfe steht für das Leben des Teutonen gegen den Slave» »nd für das Leben der Zivilisation gegen etwas, was nach Ansicht der Deutschen eine lvstste, drohende Flut: der Barbarei ist. Sie gingen in den Krieg, weil sie glaui-^ te», der Krieg sei eine unbedingte Notwendigkeit, nicht nur für die Wohlfahrt Deutschlands, sondern ftir dos nationale Daseu> Tcutschkands. z Was den Gedanken anbetrijst, daß Deutschland zee- me.iint oder verkrüppelt werden und zu politischer Jmvw Jir. 260 Sette S. tenz gebracht werden müsse, so wäre ein solches Ereignis ein Unglück für die Menschheit. Die Deutschen find nicht nur unsere Brüder, sie sind ein großer Teil von mis selbst. Was wir dcutichein Blut schuldig sind, ist viel: dos, was wir dem deutschen Gedanken und den, deutschen Beispiel ver- denken, nicht nur in der Staatsverwaltung, sondern in jeder prakttschen Lebensarbeit, ist noch mehr. Jedes edle Herz und jeder weitblickende Geist in der Welt müßte sich freuen über das Dasein eines festen, geeinigten und mächtigen Deutschland, das zu stark ist, um Angriffe zu fürchte», und zu gerecht, um für seine Nachbarn eine Duelle der Angst zu fein.“ Wenn nian diese Ausführungen Roosevelts liest, die so ganz anders klinge» als die liigcnl-aste Wiedergabe der „Times", kann nian sich wieder nicht genug wundern, mit welcher Dreistigkeit ein Blatt wie die „Times' erdichtete Nachrichten in die Welt seht, von denen anzunehmen ist, das. früher oder spister die Wahrheit an? Tageslicht kommen wird. frikdt Mllhtn -kn SkKtiinsnisstn. Dom ersten Tage des Bestehens unserer Zeitung au haben wir es stets als unsere Ausgabe betrachtet, zur F ö r - d c r u n g u n d B e f c st i g u n g d e s 3 r: e d c n s zwischen den Bekenntnissen zu mahnen. Biels ich habe» wir in diesem Bestreben kein Verständnis gesundm. Das hat uns aber nicht angcfochtcn, wir sind ohne Wanken den beschrittcncii Weg weiter gegangen. Heute brauchen wir die Mahnung nicht zu wiederholen. Neben dem unsag- baren Weh, das dieser Krieg im Gefolge hat, hat er doch nianclierlei Segnungen mit iich gebracht. Dazu gehört nicht »ur die Vertiefung und Verinnerlichung des religiösen Lebens, nicht nur, daß viele Gottfremde und Gottfccne jetzt Gottsucher und gottessicher geworden sind, sondern auch daß völliger, tiescr Friede zwischen den christlichen Bckcnntnijsm cingctretcn ist. ^ Der Reichstagsabg. O «r t e l gibt in der „Deutschen Tageszeitung" einen Beitrag, den wir unseren Lesern umso weniger vorenthalten wollen, als er vollständig unseren Standpunkt vertritt: Seitdem der Krieg durch die Land« und durch die Herzu dröhnt, ist da? de» Bekenntnissen kleinliche Gezänk verstummt, llnd wenn hie und da, ganz vereinzelt und vielleicht absichtslos, der Friede gebrochen wurde, so wurden derartige Friedensbrecher sehr bald und sehr, scharf abgelchnt und abgewicscn. Wir haben wieder gelernt, uns auf das Einende, auf die gemeinsame deutschchristliche Weltanschau- ung zu besinnen, und das Trennende, dessen Bedeutung hinter dem des Einenden n>eit znrücktritt, vergesse». Es ist uns zum Bewußtsein gekommen, daß wir alle nicht nur ein gemeinsames Vaterland zu verteidigen haben, sondern uuch ein gemeinsames Vaterland mit der Seele suchen, — das Vaterland, das »ns allen bereitet, gewiesen und gesichert ist durch den gemeinsamen Heiland. Aber es hat nicht nur tiefe Friedsamkeit Platz gegriffen zwischen den christlichen Bekenntnissen, sondern auch eine grundsätzliche Eiumütigkcit der Auslassung in der wichtigsten Frage, wie die Lehre des Christentums mit dem Kriege, der .Kriegspflicht und dem Kriegswerke vereinbar fei. Katholische und evangelische Blätter haben stch ßimt und sonders auf den Standpunkt gestellt, der auch von uns immer ein- genommen und vertreten worden ist. Nicht die leiseste Meinungsverschiedenheit ist znni Ausdrucke gekomincii. Wir haben vor wenigen Tagen die Acußerung eines Jesuiten wiedergcgebcn, die ebensogut in einer Zeitschrift des Evangelischen Bundes gestanden haben könnte. Das ganze christliche Volk, das evangelische und katholische, sind darin durchaus einig, daß wir auch als Christen, und gerade als Christen, einen uns aufgezwungcnen, gerechten Krieg mit 'aller Kraft durchführen müssen und daß in solchem Fall: die völkische und staatliche Kriegspflicht auch Christenpflicht ist. Diese grundsätzliche und festgewurzelte Einmütigkeit ist ein tief bewegendes, hoch erfreuliches Zeichen der Zeit. ES ist, als seien die Schranken zwischen den beiden Bekenntnissen, wenn auch nicht ganz wcggcräumt, so doch niedriger geworden, so daß inan sich darüber hinweg die Hände reiche» kann. So soll es bleiben! Die Unterschiede zwischen den Re- 'rnntnisjen werden nienials ganz verschwinden. Das sollen sie auch nicht. Jeder- Christ mag und nmß stolz sein auf sein Sonderbekeimtnis: er mag und muß darin immer fester und zäher wurzeln: er mag und muß die Treue halten dem, was er gelobt hat: aber je fester er in dem Glauben seiner Väter steht, umso klarer wird ihm die Erkenntnis, daß es gkinciujaiue Christciiwabrheiten und Chcistea- überzaugungc» gibt, die bedeutsamer und kraftvoller sind als das Trennende. Wir wollen kern Mischmasch, wir wollen aber ebensowenig uuchristlichcs und unvölkisches Gezänk zwischen denen, die zusammengehören nacl, dem Ratschlüsse EotteS nach der geschichtlichen Entwickelung. Draußen tobt der Kamps imd wird nach menschlicher Voraussicht nicht bald zum Frieden konrmcii. Er hat blutige Opfer gesordert in großer, erschütternder Menge, fitester» am Allcrseclcntage, werden Hunderttausendc non Katholiken im Geiste an de» Gräbern im Osten und Westen Testen, in der ihre Liebe fern von der Heimat gebettet fini. Kein Licht wird da draußen, wie es im katholischen Deutschland sinnige Sitte ist, auf den Gräbern leuchten: Wehl aber werden sie alle umlichtet sein von der dankenden, treue», weinenden Liebe der Daheimgebliebcnen. Und auch da wird kein Unterschied sein zwischen Katholische» und Evangelischen. Ter gemeinsame Schmerz legt die letzte Schranke nieder. Möge sie nie wieder erhöht werden, daß wir uns nicht verstehen zu können lchetnen, mögen wir immer darüber '.hinweg uns die, Chrisicnhändc reichen! Retten wir den Reue Tageszeitung. Dannee^ag, rea ?. R»»e»bee fllft Frieden zwischen den Bckennttiissen ans diesem mörderischen Kriege beraus: dann wird er, möge er ausgehcn wie er wolle, auch dadurch zum Segen für das deutsche Volk und für die Christenheit. feine Mrjichllicht Ansicht iifi fioiiißS v. Ltchskn. Berlin, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Ter „Berliner Lok.-Anz." meldet aus Dresden: König Friedrich August von Sachfcu hat bei der heutigen Rückkehr von dem westlichen Kriegsschauplatz in Dresden nach einer Begrüßung durch den Oberbürgermeister eine Ansprache gehalten, in wclckier er sagte: Mit großer Freude weilte ich unter meinen Truppen im Felde. Mit Genugtining habe ich mich davon überzeugt, daß dort eilt jeder, vom obersten General bis zum jüngsten Soldaten, furchtlos und treu seine Pslicht tut. Wer gesehen hat, wie niisere Truppe nicht nur von standhaftom Heldenmut, sondern auch von einem Geist irischer Offensive crsüllt ist, der weiß, daß wir in diesem Kampfe siegen werden. s Ans fcrv Hcirnat. * Fricdbkrg, 5. Nov. Tie aus gestern Abend in der Turnhalle der Augustinerschille einberufenc WochcnvcrjaNmi- lung der I u n g w e h r zu F r i c d b c rg war von etwa 2(X) Teilnehmern besucht. Ans der Tagesoldninig stand die ! Verlesung einiger Feldbricfe. Ten Anfang machte Herr j Pros. Hcli» kc, der zwei Briese vorlas, der erste aus der Gegend von Valciicicniics schilderte mehr die angcnchiiicii Seiten des Kricgslebens, während der zweite dessen Schit- tcn hcrvorhob. Er war von dcni Bruder des Vortragenden, der als 47jähriger Mann den Feldzug als Arzt mitmacht, geschrieben, und schildert die Kämpfe bei Saarburg u»d in den Vogesen. Herr Oberlehrer Dreher verlas darauf einen Brief aus- den Argon«», in dem besonders die Erwähnung des Hcldeimiulcs unseres alten Grafen H a e f c l e r Bewunderung erregte. Herr Lbsrleutnant O u a d e brachte I einen Brief des Lberstteutnant Müller zur Kenntnis, I der interessante Einblicke in das Leben unserer Truppen vor dom französischen Festungsgürtel gewährte. Heiterkeit erregte es, daß die gegcnübcistchendcn Truppen, Deutsche und Franzoscii, in einem gewissen Fall eine Verständigung erzielt haben. Es gibt nämlich i»i Menschenleben Bedürfnisse, die hin und wieder am Tage austce- teu. Machen sie sich nun in den Schützeugräbeu bemerkbar, so sind beide Teile übereingekommen, daß auf der Seite, wo es nottut, ein Spaten hochgehobcn wird, erhebt sich auf der Gegenseite auch einer, dann ist es genehmigt und die Sache kann vor sich gehen. Tie Richtigkeit dieses Abkommens ist, wie Herr Oberleutnant Ouade sagte, vom Kaiser bestätigt worden. Ten Schluß der Vorlesung machte Herr Pros. S ch o e l l , der einen stimmungsvollen Brief seines Sohnes über das Leben in den Schützeiigrüben usw. zur Kenntnis brachte. Herr Direktor Ritsert dankte den Vortragenden und schloß iwch dem Absingen des Liedes: „O, Deutschland hoch in Ehren!" mit einem Hoch ans unser Kriegsheer zu Land, zu Wasser und zur Lust die stimm»,igs- voll verlaufene Ziisanimcnkiinft. * StitSbetg, 4. Nov. (Schösfengerichtssitzung). Ein Tag- löhner von hier erhielt wegen Körperverletzung 2» M Geldstrafe, weil et auf dem Friedhof eine Frau am Arme packte und dnickte. — Ein Schneidermeister von Ober-Rosbach hatte einen Sttafbefehl über 50 J( erhalten, weil er einen Wasicr- zrabe» Mil Erde ausgefüllt hat. Auf feinen Einspruch hin crsoigle Freisprechung, da die Sache nicht genügend aufgeklärt werden konnte und die Frage der Besitzstörung in einem Zioil- piozeß auszuiragen ist. — Wegen Uebertrctung des Kinderschuhgesetzes — weil er Schüler mit Zeitungsaustragen beschäftigte ohne Arbeitskarte — hatte ein Dachdecker von hier eine» Strasbesehl von 10 ,U Geldstrafe erhalten: auf erhobenen Einspruch wurde die Strase aus 4 ,8 ermäßigt. — Ei» Landwirt von Assenheim und die Ehefrau eines Schneidermeisters von Kalchcn sind wegen Milchfälschung angeklagt, weil sie Milch entrahmt und dann zum Verkauf brachie». Je- j des der Angeklagten erhielt eine Geldstrafe von 50 ,8, wozu noch die nicht unerheblichen Kosten komme». * Zicgenberg, 4. Nov. Auch ein Sohn unseres Bürgermeisters Rumpf, der Vizewachtmeister und Zugführer in der Leib Eskadron Husarcn-Regiment Nr. 13, Heinrich Ruvipi, hat durch eine besonders tapfere Tat vor dem Feind am 13. Okt. von: Armee-Oberkommando das Eiserne Kreuz erhalten. * Rendel, 5. Nov. Auch hier hat sich eine Jugendwehr gebildet. Dieselbe steht unter Leitung des Herrn Jakob Bauschet. Wöchentlich werden zweimal Uebungcn abgehalten: Donnerstag abend und Samstag nachmittag. Nahezu dreißig sungc Leute vom 14.—20. Lebensjahre nehmen daran teil. Einheitlich« Mutzen und Armbänder sollen für sie angeschafst werden. Wünschen wir der Wehr den besten Erfolg. * Vilbel, 4. No». Verflossenen Sonntag fand unter Vorsitz von Lehrer Will zu Rendel im Saale zum „Kühlen Grund" dahier der 3. Bezirkskriegertag statt. Trotz der Kriegswirren war die Versammlung gut besucht. In schönen zu Herzen gehenden Worten, in welcher er besonders der gesallene» Helden gedachte, begrüßte Herr Lehrer Will die erschienenen Kanieraden, namentlich die Gäste, Herren Hauptmann Waldecker Darmstadt und Feldwebel Leutnant Hcrgct aus Gießen. Die Präsenzliste ergab, daß sämtliche Vereine, bis auf drei, vertrete» waren. Die beiden Delegierten, die Herren Lehrer Flach- Eroßlarben und I. Schwind- Kleinkarbcn, erstatteten Bericht über den Vrrbandstag der „Hajsia" zn Butzbach, weicher mit Beifall ausgenommen wurde. Hierauf ergriff Herr Hauptmann Walbecke r da; Wort, der in eingehender Weis« über da; llnterftützungswrsen der „Hassia" in der Kriegszeit und über Kreegsoersicherung referierte. Auch seine Air-führunge» ernteten lebhafte Zuskrmiimng. Der alte Vorstand wurde per Aitlamatton wiedergewählt. Nachdem au» die Vergütung ausgezahtt und einig« geschäittiche Anqeleqenhei- te» besprochen und erledigt waren, schloß der Vorsitzende die schön verlaufene Versammlung um y ,6 Uhr. Der L Bezirke tag in 1915 findet in Rendel statt: der 2. in Holzhansen. Hessen-Nassau. * l. Usingen, 4. Nov. Der hiesige Landrai, Herr Bacmei. ster, Obcrlcuinant der Reserve, welcher sich zur Zeit im Offi. zierelazarett zu Montmedp als Leichtverwundeter, Kopistreis» schuß, befiudei, hat einen an den Kricgeroerci» Usingen gelangtem Schreibe» zufolge das Eiserne Kreuz erhalten. * f. Lberlaulen, 4. Nov. Unser, seit dem 18. April 1899 im Dienst gestandene Bürgermeister Brückcl hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Bei der nun statt.,e- siuidcncn 'Neuwahl wurde der Sohn des Zurückgetretenen, Car! Brückcl, einstimmig zum Bürgermeister unserer Gemeinde gewählt. * Sossenheim, 4. Nov. Folgende schöne Geschichte wird an; Sossenheim im Kreise Höchst gemeldet: Vor 50 Jahren entstand in dem hiesigen Gesangverein „Konkordia" ein Streit, der damit endete, daß eine Minderheit mit dem Dirigenten an der Spitze sich in den Besitz der Fahne setzte. Die Fahne verblieb ichlicßlich in der Familie des Dirigenten. Jahrzchnte- !nng tobte der Streit um' die Fahne, bis diese am 4. Juli 1914 , als sie bei Gelegenheit eines Festes von der Familie des Dirigenten aus dem Hausscnster gehängt war, von mehreren Mttgliedcr der inzwischen wieder crblüle» „Konkordia' ::>eg- gcholt wurde. Seitdem ist sie verschwunden. Die Familie klagte vor Gericht und hatte die Genugtuung, daß die beide» Fannenräuber zu kleinen Geldstrafen verurteilt wurden. In der Verhandlung wurde aber, und das ist das Spasiigsie an der Geschichte, scstgestellt. daß die richttge, echte Fahne bereit; var langen Jahren von der betreffenden Familie dem Höchster Altertumsverem überwiesen wurde: die ictzige „Streitsah,>c" war nur eine Nachbildung. * Wiesbaden, 4. Nov. Durch Ausbruch des Kr: ge; ist manchcr Ausländer unter Zurücklassung einer teils größere», teils Heineren Schuld verschwunden. Teilweise suchen !ick> die Gläubiger auch so schnell als möglich ihrer Forderungen an vielleicht noch hier weilende Ausländer zu versichern. Die Terminsrollen der Gerichte können darüber Auslunst geben. A.II Wiesbadener Landgericht wurde beispielsweise von der Bant sür Handel und Industrie in Zürich (Schweiz) gegen den Kausmann Sinwn Rabinowitsch in Charkoff einen dinglichen Arrest in Höhe von 090 000 M erwirlt, da Radin 'witsch genannter Bant aus Geschästsoerbindung 080 321 .11 Muilbct. Der Arrestanliag wurde damit begründet, daß die Vollstreck- Nttg gefährdet werde, weil der Beklagte Ausländer sei und die Voüslreck-. z des Urteils im Auslande erfolgen müsse. — Der Hosnietzgermeifter Jean Burkhardt hat gegen I. Nt. Bo« und Joses Silvestre, beide zur Zeit unbekannten Äuscn.Halts, Klage angestrengt und fordert 3000 .8 aus Miete für Stallung und Lngerung. * Wiesbaden. 4. Rov. Ein noch nie dagewcsencs Jubiläum Fünzig Jahre waren am 3. November verflossen, seitdem der Kellner August Michler aus Winkels in> Olnrlahn- krc.s ununterbrochen als Restaurationslellncr iu> hiesigen städtischen Kurhause tätig war. Daß ein Kellner in ein und Se.n- ielbe» Betriebe in dieser Stellung sünszig Jahre ausgehalten hat und aushalten konnte, steht in der Geschichte des iulerna- tivnclcn Gastbos- und Restaurationsbeiriebes, wie wir iesigc- i'elrl, einzig da. Der Pächter des Kurhanse». Herr Ruthe, halte zu Ehre» des seltenen Jubilars, der bereits bei Eröif- »,:»g öcs neuen Kurhauses durch Verleihung des Allgemeinen Ehrenzeichens ausgezeichnet wurde, im Wcinsalon eine Feier veranstaltet, zu der zahlreiche Kollegen und Freunde Michler; erschienen waren. A»S Rhrinlsesien. * Mainz, 3. Nov. Generalmajor z. D. Kollier in Wiesbaden, der jrühcre Kommandant der Festung Mainz, wurde zum Kommandanten des Kriegsgefangenenlagers Wetzlap ernannt, ' Mainz, 4. Nov. Die jünj Lazarettschiffe, die u. a. mit Hilje des Mainschisfer-Verbaudes für den Transport :>»se er veiwundelen Krieger hergerichtet wurden, werden nunmehr wieder abgelüstet. * Stadecken, 4. Nov. Der junge Lehrer Adam Voller von hier ist kürzlich auf dem Schlachtfeld in Franircich geiil- len. Der Zufall wollte es, daß sein eigener Bruder i»> Vor- iibergehen die Leiche fand. Er schaufelte dem Gefallenen ein Gral- und schmückte es mit einem Holzkreuzlein. Dann gin« es weiter gegen den Feind. Aus Starkenburg. * Darmstadt, 4. Nov. Die Hinrichtung des Raubmörder» Ph. FI ö r t ch aus Monzernheim, der am 3. Oktober durch das Schwurgericht Darmstadt wegen dreifachen Mordes, Raub und Blandstiftung usw. dreimal zum Tode, lebenslänglichem Zuchthaus ujw. verurteilt worden war, weil er im Juli d. Js. die Familie Back in Hofheim hinschlachtetc, fand heute Vormittag 7 Uhr im Provtnzialarresthause dahier in der üblichen F»rm statt. Der Verbrecher blieb in seinem Verhalten während der letzten Tage wie seit seiner Verurteilung vollständig gleich und zeigte leinerler Reue, doch empfing er seit einigen Tagen den Besuch des katholischen Geistlichen, der ihm auch gestern -Nachr.nltag die letzte Oelung spendete. Einen sonderbaren Eindruck machte es, als der sonst so kaltblütige Mörder kurz vor dem Betreten des Schaftots während des von dem Geistlichen gesprochenen Gebetes niederkniete. Bein, Anblick de» Schaffots waren seine Gesichtsznge etwas verzerrt, während die Augen scheue Blicke nach dem Fallbeil warfen. Die ganp Handlung nahm nur 5 Minuten in Anspruch. Der Gerichtete hatte nach der ihm bekannt gegebenen Versagung der Gnade und Festsetzung der Sttasoollstreckung von dem ihm zuftehenden Recht eines besonderen Wunsche; keinen Gebrauch gemacht. Berantwortlich sür den politischen und lokalen Teil: Ott« H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch in i d t, Friedberg. Druck imd Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. Friedberg i Nr. 260 Reue Tageszeitung. Donnerstag, Len 5. November 1314 Seite 3. Mfi Nachruf. Nach langer Ungewißheit erhielten wir die achricht, daß unsere treuen Mitglieder lerrn 2. Vorsitzender des Turnvereins Eesrcitcr im Res. Jns.-Regt. Nr. 116 Re'. Inf.-Regt Nr. 118 den Heldentod fürs Vaterland am 28. August in der Schlacht bei Mouzon gestorben sind. Sie waren treue Mitglieder unserer Vereine. Wir weiden ihr Andenten in Ehren bewahren. Berstadt, den 5. Aov. 1914. Kriegerverrin Kerstadt. Tnrnvercrn Lrrfiad^. Gclnngvercm Eintracht, Zersiadt. Am 1. November verschied plötzlich unser erster tomiuiiifitit BlMmm Wir verlieren in demselben nicht nur einen gerechten, loyalen Vorgesetzten, auch seine Kameradschaft, Freundlichkeit und Hilfsbereitschajt soll uns in stetem Gedenken stets vor Augen leuchten. Die srem. gencnucfjr Mr-Rosbach. „Germania“. Geschützte Neuheit iiir unsere Soldaten Vorzüglicher Ersatz (Cr Strümpfe. ein'achst? i n 1 schnellste Hantlnabung. Kein lästiges Wickeln, wie beim Fusslappen, wodurch jedes Verschieben u. drücken beseitigt wird und der Fuss fest im Stiefel sitzt. Keife kalten Füsse mehr, weil Ccppelsohfen. Kein Wundiaiifen der Füsse. Das Paar 70 Pfg.; 2 Paar gehen als Feldpostbrief iiir 20 Pfg. Porto. Alis Arten warmer Ur.terk'eidün?, wasserdichte Westen,Leid-Binden cp'-Sehütrer, Lungen-Schiitzer. Pulswärmer rosicr Auswalil voirätig Friedberg i. H. dem Rathause gegenüber. Telefon Nachruf. Alts dem Felde der Ehre, in der echlacht bei Mouzon am 28. August, erlitt den I Heldentod fürs Vaterland unser Kamerad j Unteroffizier 10. Komp., Res. Ins. Regt. Nr. 116 Wir verlieren in ihni ein eifriges, strebsames I Mitglied und wird fein Andenken bei uns in | Ehren bleiben. Ober-Rosbach, 4 . Nov. 1914. arflit). KkiittMhr Ntk-Mbach. Bekanntmachung. Ter Unfug, die Gefangenentransporte zu begleiten, hat in hiestger Stadt bei Alt und Jung immer mehr Anhänger gesunden und zu Unzuträglichkeiten geführt. Ich ersuche deshalb diejenigen, die glauben, sich dieses kindische Vergnügen leisten zu müssen, sowohl im Interesse des Ansehens unserer Stadt als auch zur Vermeidung von Verkehrsstörungen, für die Zukunft hiervon Abstand zu nehmen. Friedberg, den 3. Nov. 1914. Ter Bürgermeister. Stahl. Schreiner iiir Kisten zu machen sucht Zos.berfclt, Klliskrstr .116 firmier, triftiger Zunge kann unter sehr günstigen Bedingungen die Bäckerei erlernen. Siiclrerei Lvilh. Wiiller» Bad-Nauheim. ToUetteartikcl Tür-fiMM, Fenster! eüer, Lijiuiiuiine, Linoleum itnü Parketisihnlbber, Vollbesen und Kehrninichinen empfiehlt Titeolialil Steinei dl«. Inh.: 3°i* Buob Friedberg, Kaiserstr. 75. 2 =oiinmcr= 3 §ol)mina mit abgeschl. Vorplatz und Zubehör an ruhige Leute p. 1. Nov. zu vermieten. Näheres Friedberg- Faucrbach, Klau enstr. 12. 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Sch.se: a ) Weidcmastschaf«: . . .-. . b) d.>>antammer und Maschammel . c) geringere Mafthammet und Schafe dl manca genährt« Hammel u. Schate (ärtetjjdmfe) ..... , . ' , IV. Fettschwein,: ,) Feltschwctne über 3 Ztr. Lederchtze- rvtchr . , . , i * i • i i , b) uaU,leischige Schweine über rx Ztr. Lebendgewicht es oollsienchige Schweine über 2 Ztr. vevendaewicht di ooUsleisckuae Schweine bis zu 2 Air. Lebendgewicht..... , , e> tteiichiae Schweine...... 0 Bauen........... Tor Rinderniarkt wird bei flottem Handel geräumt, Kälber werden gedrückt, Schafe ruhig und Sckfweine rege gehandelt; Schweine iiinterlnlien etwas Ueberitand. vebend- Schlacht. gewicht Jl 42-46 39—45 32—36 24-28 53-56 50—55 41 59-62 58- 60 59— 62 59—62 gewicht JC 81-88 72—84 64—72 55—64 88-93 85-94 . > _ 80 76-77 75-76 75-77 75-77