Linmmer 3i>9 Mittwoch, den 4. November 1014. 7. Iahrganc Uene Tageszeitun Die „rieue Tageszeitung ' erscheint leben Werttag. Regelmäßige Beilagen „Drr Kauer au» Hessen", „Die Kpinnssube". KklUgopreis: Bei den Postanstatte» vierieliährtich 'Mit. 1 ,90 lei den Agenten nionallich 50 Pig. hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Auieigrn: Erundzeile 20 Psg., lokale 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden durch Pastnachnahm.' cr>obe» Erfüllungsort Friedberg. SchriMeitung und Verlag Friedberg (Hessen), hanauerstrage 12. Ferniprecher 48. Poftfcheck-Lonto Nr. 4859, Amt Frantsurt a. M. Anhaltende Kampfe im Westen. 2300 Engländer gefangen. — Barbarische Kriegführung der Rnfien. — Der neue Türkenkrieg. Zur Kriegslage. Tic Vorgänge ans dem westlichen Teile des Kriegs. lchanl'lotzcS lcriscu erkennen, dah wieder eine lebhaftere Bewegung eingesetzt hat. Ans der ganzen ausgedehnten Fcsnt, die von Belsort bis zur Nordsee reicht, werden mehr oder weniger heftige Kampfe gemeldet, Ersrcnlichcrweise besolden sich unsere Truppen überall im Vordringen. Wie wahrheitsgetreu unsere Heeresleitung berichtet, beweist der Umstand, das; wir selbst eine kleine Schlappe, wie die voraussichtlich stattgehabte Oiesangennahme von einigen hundert Mann, die doch i,t dem Millioncpkampf ohne jede Be- deutung ist, gewissenhaft verzeichnet wird. Am heftigsten tobt die Schlacht im Nordwesten. Auch dort dringe» unsere Heere, wenn auch im heftigsten Kampfs, stetig vor. Tort steht uns die Hauptmacht der Engländer gegenüber, dic sich verzweifelt wehrt, dah tiitsere Krieger Eakais zu nahe kommen, von wo auS dic cnglifcl>e Küste zu erblicken ist. -Mit ganz besonderer Freude wird cs crjüll.-n, daß die Engländer tagtäglich an Boden verlieren und bei ihr.n ungeheueren Verlusten eine grobe Anzahl von Gefangenen ilnd Geschütze an uns abgcbcn müssen. Tab die Verbündeten dic ganze Uingcgcnd. von Nien- pert unter Wasser gesetzt inib die Ländereien auf Jahrzehnte si-nmis verwüstet haben, ist bezeichnend: einmal deshalb, tt'ci! es wieder einmal beweist, wie gering dic Engländer Hab und Gut des ihnen verbündeten Belgien:. einschitze» wenn nur ihre eigenen Zwecke gefördert werden; und dann, weil daraus hervor-geht, dah die Stellung unserer Feinde sich gegen den Angriff unserer Truppen mit Waffengewalt nicht mehr halten konnte. Wir geben nachstehend daS Urteil eine? Blattes, aus der neutralen Schweiz, der „Züricher Neuesten Nachrichten" i Cer die Lage wieder: Vor beiläufig hundert Jahren verbrannten die Russen „m diese Zelt herum mit eigener Hand Moskau, die ihnen teuerste Stadt, uni die Armee Napoleons I. ihrer Winter- quartiere zu berauben. Tas war ein Akt klugen Heroismus. Heute durchstechen die Franzosen und Belgier ehre Dämme und setzen das Kanaldreieck unter Wasser, soweit cs geht, damit die Deutschen sich nicht ain Kanal festseyen können. Tics ist eine Tat unkluger Aufopferung bei Be- ginn des Monats November. Wohl bereiten sic damit den Deutschen Erschwcriiligen, sich selber aber auch. Tiefe Er- hwerungen sind zudem vorübergehender Art, ein lctztes ittcl der Verzweiflung in der Verteidigung. Was -ine Erschwerung für beide Teile ist, wird binnen wenig Wochen ein einseitiger Vorteil für die Tcutfchen sein. Wenn erst dic Schnee- und Eisperiodc komnit, schlägt dic künstliche Ilcberschwemninng zum sckiwcren Nachteil der Verbündeten aus. Tiese Periode kann schon in verhältnismäßig kurz.-r Zeit da sein. Dann kommen auch die Schützengräben nur noch in reduzierterem Matze zur Geltung: viele andere Teck- ungsgelegenheitcn fallen dahin: der ossen: Feldkampf nimnit wieder dic erste Stelle ei»: dic Skier werden eine Rolle spielen tiiid die besseren und besten Schuhe vielleicht dic größte. Für wen all dies Chancen bedeutet und für wen es dos Verhängnis werden kann, braucht nicht erst noch gesagt zu werden. Tie Tatsachen haben darüber scbon jetzt ent- schieden, von Nieuport weg bis Verdun ui-d Toni. Tic Teutickien könnten sich im Grunde riihig auf die cntsch-sd.me Verteidigung ihrer jetzigen Stellling beschränken, bis der ei- gentlichc Winter kommt, der ihren Sieg definitiv gestalten wird, während die Verbündeten die Teutsche» in der allernächsten Zeit bis weit nach Belgien, Luxemburg und Deutsch- Lothringen zurückwerscn müßten, nn, einer Winter-K.it>- st-.opbe zu entgehen. So stehen dic Tinge. Militärisch stehen dic Tagcs-Chancen für die Teutsche:, am Kanaldrcicck sowohl als im Zentrum und im Osten der Ricsenschlacht ohnehin besser als !ür die Verbündet'!,. Ans dem östlichen Kriegsschauplatz haben die Lesterreicher in Galizien nnd angrenzenden Gebieten wenn auch keine entscheidenden, so doch gewichtige Erfolge erzielt, ebenso tn Serbien, während dem Genie Hindcnbnrgs die Neu-Aus- stellnng seine ungclchwächten Heeres in Russisch-Polen in überraschend kurzer Zeit gelungen ist, ohne daß die Rn's'N eine Störung der Operation z» unternehmen vermocht hät- tcn, an der sie sich nun die Zähne ansbeißen können. Der deutsche Generalstab ■ h- ______ , — meldet: ______—= t W. T. B. (ürostcs Hauptquartier, den 3. November, vormittags. Amtlich. Die Uebcrschwcmiiiuiigkn südlich Nieuport schließen jede ^ Operation in dieser Gegend aus. Die Ländereien sind für lange Zeit vernichtet. Tas Wasser steht zum Teil über mannshoch. Unsere Truppen sind aus dem überschwemm tri, Gebiete ohne jeden Verlust an Mannschaften, Pferden, Geschützen sowie Fahrzeugen heransgezogen. Unser Angriff ans Upern schreitet vorwärts, lieber 2300 Manu, meistens Engländer wurden z» Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. In der Gegend westlich Rohe fanden erbitterte, für beide Seite» verlustreiche Kämpfe statt, dic aber keine Veränderung der dortigen Lage brachten. Wir verloren dabei in einem Torfgcscchtc einige 100 Mann nls Vermißte, und 2 Geschütze. Von gutem Erfolg waren »nscrc Angriffe an der Aisnc. Oestlich Soissons nahmen unsere Truppen trotz heftigem feindlichen Widerstand mehrere stark bcseftigtc Stcllangcn im Sturm, letzten sich in den Besitz von Ehavonnc u. Soupir, machten über 1000 Franzosen zu Gefangenen und erbeuteten 3 Geschütze und 4 Maschinengewehre. Neben der Käthe- dralc von SoissouS brachten die Franzosen eine schwere Batterie in Stellung, deren Beobachter aus dem Kathcdrnlcturm erkannt wurde. Tic Folgen eines solchcu. Vitsahrcns in dem ein System erblickt werden m»ß, lieg » ans der Hand. Zwischen Verdun und Toni wurden verschiedene Angriffe der Franzosen abgewicscn. Dic Franzosen trugen teilweise deutsche Mäntel und Helme. I» den Vogesen i» der Gegend von Markirch ist ein Angriff der Franzosen abgeschlagen. Unsere Truppen gingen hierauf zum Gcgennngriss über. Im Osten sind die Operationen noch in der Entwicklung. Zusammenstöße fanden nicht statt. Zur Fortnahmc einer zur Tpreugting vorbereltet-nl Brücke trieben am 1. November die Russen (1. sibirisches Armeekorps) dic Zivilbevölkerung vor ihrer Vorhut her. jj Der österreichische Generalstab j 1 "=== meldet: ==l Wien, 3. Nov., mittags, (Nichtamtlich). Amtlich wird vcrtautbari: In Rusiisch-Poten brachen unsere Strcitkräste, ats sic dic starke feindliche Armee zur Entwicklung gezwungen batten, die Eesechtc aui der Lysa (Sara ab, um dic nach den Kämpicn vor Iwangorod b-sohtcncn Bewcguuge» fortzu- fctzc». Die Lage IN Galizien ist unverändert. Aus den Kämpfe» der letzte» Tage südlich von Stary Sambor und nordwestlich von Turla wurden bisher 2500 gcsaugcne Rüsten einge- brachl. lScstcrn früh überfiele» Husaren bei Sybnik im Strgj- tale eine feindliche Munitioliskolonne nnd erbeuteten viele Wagen mir Artillericmunitio«. Der Stellvertreter des Chefs des Eencralstabcs: v. H ö s e r , Generalmajor. Die Niederlage der Serben. Wie«, 3. Neu. (Nichtamtlich). Amtlich wird vcrlaut- barl: 3, Nov.nnbcr. Erst jetzt läßt sich der in der Macoa errungene Erfolg voll überblicken. Dic dort gestandene zweite fcibifche Armee unter General Stepanovic mit vier bis fünf Divisionen lonnte sich nur durch Lberciiigcn Rückzug, wobei sie Boriäte aller Art und ihre Trains im Stiche lasten muß!- »nd zahlreiche Gefangene verlor, aus der bedrohlichen Situation retten. Der Feind ist, ohne i» fciac» vorbereiteten rückw' cti- gcn Stellungen neuerdings Widerstand -u leisten, in eni-m Zuge bis i» das Hügelland südlich von Sadac zurgckgewichen. Er leistete nur noch bei Sabac, welches in der Nacht vom 1. auf den 2. November von unsere» lapferc» Truppen erstürmt wurde, hartnäckige«, aber vergebliche» Widerstand. P o t i o r e k, Feldzengmcister. (Ürfolgrfiflje Kiiüizife nrgni die INiitfiirgriftrr. Budapest, 3. No». Hebet die Kämpfe gegen die vereinigten montenegrinisch-französische» Truppen, welche in den letzte» Oktobertagen wiederholt Bersuche unternahmen, Eat- laro, Jgale, Teodo und Castclmuopo zu stürmen, liegen jetzt nähere Mittelungen vor. Bis zum 21. Oktober wurden die Monlencgrincr stets in die Flucht getrieben. Unter dem Schutz eines großen Unwetters versuchte» die Montenegriner einen »eucrlichcn Angriff, der jedoch zurückgcworsc» wurde. In diesen Kämpfen gab cs zahlreiche sranzösischc Tote, Berwundcle und Gefangene. Die Beschießung von Tsingtau. Tokio, 3. Noo. (Nichtamtlich). Amtlich wird bekannt gegeben, daß die Beschießung vo» Tsingtau »»dauert Die meisten deutsche» Forts sind zum Schwcigrn gebracht, nur zwei beantworten unaushörlich die zu Wasser und zu Lande uuter- »ommenen Angriffe der Verbündeten. Das Bombaroewe»! verursachte eine Feucrsbrunst in der Nähe des Hafens und tue Explosion eines Ocltanks. Da» Fort Eicochaushau sieht in Flammen. Ei» deutsches Kanonenboot, das den Schornstein verlor, ist nicht mehr sichtbar. ..Karlsruhe" arbeitet rüstig weiter. Wie Lloyds aus Para (Brasilien) gemeldet wird, hat dort der deutsche Dampfer „Assuncion" die Passagiere und Mannschaft des belgischen Dampfers „van Dyck" und der cn. '.'scheu Dampfer „Hurstdale" und „Ganton" an Land gesetzt. Die Dampsar sind von dem deutschen Kreuzer „Karlsruhe" erbeutet worden. Der Tiirkenkrieq. Der Seekauips im Schwarzen Meer, Die „Neue Fr. Presse" crsährt von maßgebender türkischer Seite: Nach Berichten des türkischen Ministeriums war der Scckamps im Schwarzen Mer: viel ernster, als die eisten Nachrichten «»nehmen ließen Gm kleiner Teil der türkischen Flotte, der Hebungen im Schwarzen Meer machte, wurde zunächst von russische» Kri«gs- schissen beobachtet und dann verfolgt. Die russischen Kriegs- schisse gingen bald daraus zum Angriff aus die türkische Fielt» über. In den Kämpfen gegen dic russiichc Flotte tat sich besonders das Linienschiss „Tourgud Reiß" hervor. Dic Erfolge der türkischen Flotte lassen sich folgendermaßen zusammenjassen Fünf russische Kricgsschissc wurden in Grund gebohrt, 19 Trans- porsschissc versenit. Auf den Transporischisscn besanden -ich, wie dic gesangenen russischen Marmesoldaten aussagten, nickt wenige» als 1799 Minen, dic im Schwarzen Meer oerscnlt werden sollten. Schon diese Tatsache beweist die feindselige Ab sicht der russischen Flotte. Bei der Beschießung der Häsen nur den 55 Speicher, die Petroleum und Getreide enthielten. Vernichter, und zwar SO in Sebastopol und Noworossijsk und iunj in Odessa. Beschießung der Dardancllensorts. Dic „Franlj. Feiinng" nicidei ans K o n st a n t i n o p c 1 vom 3. No».: Heute seich nach Spnnciiaujgang crössnete ein aus neun Schissen beste -Ildes cnglisch-französiiches Geschwader aus einer Entscrnun-Z von 15 Kilometern ein Bombardement ans die Dardancllensorts Dic Beschießung, dic von den türkischen Werten erwidert wurde dauerte 20 Minute»; sic richtete keinen Schaden an Eine türkische Note an Rußland, Petersburg, .:. Nov. Der cttomanische Geschäftsträger las am 1. November denn Mi- nister des Acußcrcn solgcndc Depesche des Eroßvesirs vor: Ucbcrmiltcln Sie dem Minister des Aeußern Sasianouo den Ausdrur. unseres tiefen Bedauerns über den Abbruch der guten Beziehungen zwischen den beiden Mächten, der durch der seindlichen Alt der russischen Flotte herbcigcsiihrt worden ist. Sie tonnen der Kaiserlich russischen Regierung versichern, daß die hohe Psorte nicht verfehlen wird, eine angcmcsiene Lösung dirsci Frage zu jinden, daß sie olle Maßnahmen ergreifen wird, um die Möglichkeit einer Wiederholung solcher Vorkommnisse zu vermeiden. Schon jetzt können Sie dem Minister des Aeußern irtlärcn, daß tue ottomansiche Regierung beschlossen bat, ihrer Flotte zu verbieten, das Schwarze Meer zu verlasse». Un- screrscits hassen wir, daß dic russische Flotte nicht an unseren Küsten kreuzen wird. Ich hasse scsi, daß die Kaiserlich russische Regierung in dieser Angelegenheit denselben Geist der Veriöhn- lichtert wie wir zeigen werde im Iiiteresic der beiden Länder. -- Noch Anhörung dieser Depesche erwiderte Sassanow den: ol- tomanischen diplomatischen Vertreter, er stelle sormell in Ab r-.de, daß die Feindseligleiten vcn der russischen Flotte begonnen worden seien. Er halte es für zu spät, irgend welche Bcr- -h-ndiungcu anzuknüpscn. Rur wenn die Tiirtci sogle-.ch alle deuischcn Beamten aus der Armee und der Marine ausgestoßen hätte, würde es möglich gewesen sein. Verhandlungen über die Entschädigungen d.-r Leute zu beginnen, dic durch de» hini.-rliiii- !>«!! Anglist an den russischen Küsten gelitten habe». Da 0:e Mitteilung des türkischen Geschäftsträgers nichts an der Lage ändert, teilte Sassanow Fahieddin mit, daß er am folgenden Tage seine Pässe erhalten werde, um Petersburg zu verlassen. Der geplante russische Ucberfall auf die türkische Flotte. K o n s: a n t t n o pe t, 2. Rov. Eine amtliche Mitteilung gibt Nr. 253 bekannt, daß die Ossiziere und Matrosen des russischen Mincn- schisses „Pruth" in einem Verhör zugestandcn haben, dag der ..Pruth" in Scbastopol mit Minen beladen worden sei. Den Ossizieren und der Besatzung des „Pruth", die Jahre hindurch aus dem russischen Stationsschiss in Konstantinopc! gedient hatten, vm^rcu die Gewässer des Bcsporus vollkommen vertraut. Als dierujfische Flotte erfuhr, daß ein schwacher Teil der türkischen Flotte sich zu llebungszwecken in das Schwarze Meer begeben hatte, ging sie am 27. Oktober von Scbastopol in südlicher Richtung in See und lieh nur ein Verteidigungsgcschwader vor Scbastopol zurück. Auch der „Pruth" fuhr in südlicher Richtung db. Die Absicht der russische» Schisse war, vor der Bospurusmundung Minen zu legen, das kleine, sich im Schwarzen Meere uufhaltende türkische Geschwader a » zugrei- sen und die türkische Hauptslotte, wenn sie diesem Geschwader zu Hilse eilen sollte, durch Minen zu vernichten. Die türkische Flotte aber bemerkte das russische Minenschiss, das von Torpedobooleii begleitet war, zur rechten Zeit, und brachte cs, wie dies in den letzten amtlichen Darstellungen bereits geschildert wurde, zum Sinken. Von den russischen Osfiziere» sind fünf gerettet worocn, darunter ein Fregattenkapitän. Alle Gefangenen wurden nach Jsmid gebracht. Die Kabelvcrbindung mi, Odessa ist unterbrochen. Di- telegraphische Verbindung mit den, Ausland ist aus das deutsche Kabel nach Koiistanza und über Smyrna—Syra gelegt worden. Die Russische Bank, verschiedene russische Betriebe und die Mehrzahl der russischen .Klötzer sind geschlossen. Mus der Türlei außerdem noch bevorstand. Aus Petersburg wird gemeldet: Die „Nowoje Wrcmja" bringt eine Meldung aus Konstanlinopel, wonach der englische Botschafter den konsularstcllen milteiltc, die Kriegsschiffe der verbündeten Ra- iiouen hatten die Weisung erhalten, alle türkischen Kriegsschiffe nach deutschen Ossizicreu und Mannschaften zu untersuchen und rnwcscnde zu Gefangenen zu machen. — Daß ein solche, Vorgehen die schmähliche Verletzung der türkischen Hoheitsrecht: -deutet hätte, braucht kaum wohl erst gesagt zu werden. Jetzt wird's aber gefährlich. K a n st a n t i n o p c I, 3. T?ot>. (SB. B. Nichtamtlich.) Der Abbruch der diplomati- -chenBczichungen zwischen der Türkei und Serbien erfolgte auf Grund einer der Pforte von der serbischen Gesaudtschrst überreichten Note, in welcher mitgeteilt wurde, daß im Auftrag der serbischen Regierung die Beziehungen abgebrochen seien und für den Gesandten sowie das Gesandtschaftspcr- sonal Pässe verlangt werden. Die Kricgsbcgristcriing in Konstantinopel. Der Sonder- lcrichtcrstatter des „Az Est" in Konstantinopcl drahtet seinem Blatte: Täglich ziehen große Scharen durch die Straßen von Konstantinopcl und deinonstricren begeistert für den Krieg. Die Stiininring erinnert an die der Mobilmach- nugstage in Pest uiid Wien. Große grüne Fahnen luerdcu hcrumgetrageu, und die Derwische schwenken unter sanrti- 'chcu Rusen blutgetränkte Tücher.. Die Männer tragen den. Fes, die Frauen zeigen sich nicht. Maueranschläge klären tie Bevölkerung darüber auf, daß Teutfchland und Oesterreich-Ungarn Verbündete, die Amerikaner wie die Bulgaren Freunde der Türkei seien. Die Volkstümlichkeit des SnI- fans ist unbclclweiblich geworden. Am Freitag war ich Zriigc eines unvergeßlichen Schauspieles. Ter Kalis ließ, als er sich zum Selauilik begab, den Wagen ballen und begrüßte die Bevölkerung, die ihm begeistert msnbelte. Eine ähnliche Szene hat sich in der ganzen Geschichte der Kalifen noch niemals ereignet. .K c n st a » t i n o p e l, 3. Nov (SB. D. Nichtamtlich). Tie Sprache der offiziellen Blätter ist nun»,ehr entgegen dem früheren friedlichen Ton üebraus kriegerisch geworben. Der „T a - »in" schreibt: Der gestern vervollständigte Abbruch der Begehungen ckann morgen nur mit dem Kriege ende». Die Un- ieidräckten und di- Unterdrücker werde» nuf diese Weife einander gcgcnüberstehen. Die einen sind verzweifelt, da sic den Tag der Ahndung der feit Jahrhunderten begangenen abscheu- iichftcn Verbrechen herannahen sehen: die anderen, de» Aus- -ruck ocs Adels »:> Gesicht, werfe» sich auf die Unterdrücker, nm Rache zu nehme». Wenn wir lüv jetzt Geduld geübt haben, fo zcschah dieses, weil wir die einzige Hoffnung von 300 Millionen Muselmanen waren. Um ihnen nützlich zu sein, taten wir, als ob wir mit dieser auf der islamitischen Welt wie ein Alpruck hastenden tyrannifchen Gruppe zufrieden wären. Wir arbeiteten heimlich, um dereinst uns zu rette». Der Zar hatte recht: die Stunde der Rettung für die Unterdrückten hat geschlagen. tlnsere Ohren können nicht mehr Friedrnsworte erwäge». Entweder sic oder wir! Konstantinopel, 2 . Nov. (SB. B. Nichtamtlich). In Konia sand eine Masienvcrsammlugn statt, in welcher patriotische Rede» gehalten und Gebete jür den Erjolg der türkischen Flotte verrichtet wurden. Di- B-rsgmmlung beschloß, die Regierung mit Gut und Blut zu unterstützen. Gleiche Kundgebungen werden auch aus anderen Provinzstädten ge,Neider. Panil Schwarze» Meer. Aus Wien wird gsuieldet: Di» Korrespondenz „Rundschau" meldet: Di- Nachricht von -cm Ausbruch der Feindseligtcitc» zwischen Rußland und der n,ürkci, sowie das erfolgreiche Avjtrcte» der ottomanifchen Flotte hat in den russischen Stödten, die am Schwarzen Meer oder unweit der Küsten liegen, Panik liervorgcrusen. Suchum >si wir ausgeftorbc». Die Schijjsagentnrcn haben ihren Be- lricb eingestellt, der Ecschäjtsoerkehr stock! gänzlich. A»; Lt- vadw würben schleunigst alt- Kostbarkeiteu der Zarcnbesitzun- tzcn nach Moslau übersührt. Tie größte Auslegung herrscht in z«>ia, wo eine Alassenslucht einjetzt. In Odessa ist es zu slür- »scheu Szene» der Bevölkerung gekommen, welche die Banke!:, Imtsgebäudc und Bahnhöfe stürmte. In Feodosia hat die Be- fchießung großes Unheil angerichtet. Der Bahnhos, de: nach Djanket sührciwe» Bahnlinie ist in Trümmer gelegt, die Pro^ norslaia stark beschädigt. I» Noworossijsk habe» die Gebäude der Raphlhagefelischast und die Atltzadt sehr gelitten. Rach rti.'er Meldung des „Bert. Tagebl." befindet sich nnter den vernichteten ru,fische» Schissen brr groß: russische Kreuzer „Sinvp" and c.u Kreuzer der russischen Frenviitigen Schwarzn-eerslotte. Neue wag-sazeirng. nKtttwoq, o«n 4. -lovemver Beschlagnahme von Handclsschisscn. K o n st a » t i- nopel, 3. Rov. (SB. B. Nichtamtlich.) Es verlautet, daß die Hasenbchörde mit der Beschlagnahme der i,n Hasen befindlichen englische» und französischen Handelsschiffe be» gönnen habe. Erst bezahlen, dann abreisen. Konstantinopcl, 2. Rov. (SB. B. Ilichtamtlich.) Der Gouverneur von Pera teilt mit, daß kein Ausländer abreisen dürfe, ohne dem Staate die schuldigen Fälligkeiten beglichen zu haben. Diese Maßnahme zielt auf die Staatsangehörigen des Dreiverbandes ab, von denen sehr viele gestern Abend abreisen wollten. Eine dänische Stimme. Kopenhagen, 3. Nov. Die „Politiken" bezeichnet die Teilnahme der Türkei am Kriege als einen großen diplomatischen Sieg Deutschlands. Der Anschluß der Türkei an Deutschland und Oesterrcich-llnqarn sei die Frucht langer methodischer Arbeit, deutscher Diplomaten, Offiziere und Finnnzleute, der es gelungen sei, die Franzosen, deren Einfluß in Konstantinopel früher vorherrschend gewesen sei, immer mehr zurückzndrängen. Teutsche seicn allmählich die militärischen und politischen Ratgeber des Sultans geworden. In den letzten Jahren seien große türkische Konzessionen vorzugsweise an Deutsche vergeben. Es habe sich der politische Umschlag in der Türkei vorbereitet, der jetzt prakffsch wirksam geworden ist. Die Gärung irr Persien. Der Sultan und der persische Botschafter. Wien, 3. Nov. Aus Konstantinopcl erfährt die „Südslawische Korrespondenz": Der Sultan empfing den persischen Botschafter und einen persischen Sondergeiandten in längerer Audienr. Tic den aintlichcn Kreisen nahestehenden Blätter betonen, daß die Beziehungen zwischen der Türkei und Persien die der aufrichtigen Freundschaft seien und datz die alten Gegensätze angesichts der großen Ziele der gemeinsamen Verteidigung des Islams geschwunden sind. Persien wird energisch. Tientsin, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Dein „Leipziger Tageblatt" wird ans Kov.'n- hagcn mitgeteilt: Nach einer Meldung der „Berlingske Tid- ende" aus Petersburg hat der persische Gesandte dem russi- schen Gesandten die Forderung auf soforttge Abberufung der russischen Truppen ans den> persischen Gebiet iiberrsicht. Rußlandsfeindlichc Bewegungen. Die Petersburger Nowoje Wrcmja" meldet aus Urmia, der Sohn Abdelkaders, Schcikh Abdullah sei mit 3000 Reitern in Baloff, zehn Kilometer von Urmia, eingetrosfen. Pom PaUran. Die bulgarische Regierung bleibt sest. Köln, 3. Rov. (W. B. Nichtamtlich). Die „Kölnische Ztg." erhielt ein drahtoless Telegramm aus Sofia vom 3. November^ in welchem gemeldet wird, daß die Bemühungen des Dreiverbandes um Bulgarien kesonders eifrig fortgesetzt werden. Auch Serbien hat Bulgarien seine moralische Unterstützung im Kampfe gegen die Türkei und beim Friedcnsschluß angeboten. Die bulgarische Regierung erwiderte, cs bedürfe der moralischen Unterstützuiig Serbiens nicht Uiid habe keinen Grund, seine Politik »er Zii- rüahalrung aufzugcben. General Radko Dimitrijcw drahtete, er zweifle nicht au dem Siege Rußlands und der Verwirklichung der bulgarischen Ideale. Die Sofioter Rlisienfrcundc seien nicht zahlreich, solange sie auch Scrbcnsrcundc sein Mützen. Sie seien aber eifrig und würden umsichtig unterstützt. Die Regierung bewahre volle Ruhe im B-wußisci» ihrer Macht, aber auch in dem Bewußtsein, daß di- Erhaltung der Neutralität unter den jetzigen Umständen eine folgenreiche Tat sei. Für eine Besetzung Mazedoniens durch Bulgarien. Sofia, 3. Rov. Heute fand eine große öffentliche Versammlung statt. Es wurden Berichte über die beklageiiswerte Lage der Mazedonier cngehört und ein Beschluß angenommen, wodurch alle gesetzgebenden Körperschaften und alle politischen Parteien aus- zcsordert werden, gcincinsam ein Arbciisprogramm zur sofortigen Befreiung der unterdrückten Bruder auszuabeiten. Die Regierung wird darin ausgesordert, zum gleichen Zwecke dringliche Maßnahmen zu treffen. Die Redner sprachen sich für die lcsorlige Besetzung von Mazedonien, sowie für eine internatio- na!c Untersuchung durch Vertreter der neutralen Länder über die Grausamkeiten der Serben und Griechen aus. Zwischenfälle in Siutari. S k u t a r i , 3. Nov. Es herrscht Kriegszustand in der ganzen Stadt. Katholiken uiid Muselmanen bilden zwei von Bewaffneten bewachte Lager. Am Samstag «ntftaiid infolge der Berwunduiig eines Imams ein Kamps im Kaserneilvieriel) die Muselmanen hatteii vier Tote üiid sechs Verwundete) die Verluste der Katholiken sind unbe- faiml. Mittags iaad dann ei» Scharmützel beim Rathaus ftalr. Alle Geschäfte sind geschlossen. Die Ankunft zahlreicher Mattster«» -aßt noch schwerere Zwischenfälle befürchten. Die Minifterkrrse irr ZtaSirn. Rom, 3. Noo. (W. B. Nichtamtlich). Die Audi-iiz des M, asierpräs,deuten Salandra dauerte von 7— 7 / Uhr abends. „Gtornale d'Jtalia" jagt: Gemäß de» übereinftiai meiide» Ratschlägen der vom Könige befragten Politiker hat der König S a l a n d r a mit der Bildung des K a b i >, e t is beauftragt. Die Krise werde schnell überwunden sein, Rach der „Tribuna" werden Sonniuo und Earcano in das Kabinett cintrctcn. §ie d)liiffiiiiic Presse in imitidirn An-en. Peking, 3. Rov. (Nichtamtlich). Die „Exchange Telegraph Company" meldet unter dem 31. Ottobcr: Bon morgen ab wird kein- englische Zeitung hier erscheine», da die Deut- schcn die „Peking Gazette" angetanst baden. Die nächsten bri- rijchcn Organe werden in Tientsin erscheine». Die Deutschen übernehmen zugleich die finanzielle Kontrolle über die geiamte chrnesijche Presse in Peking und besitzen ein ihnen die Kontrolle Seite 2 gebendes Finanzinteiesse über die drei wichtigsten chinesischen Blatter in Tientsin. Ans Frailkreich. Poincarö s'cn pat en guerrc. R o m, 3. Rov. An: Sonntag hatte Poincarö, der in Begleitung Millers-dö und Ribots in Dünkirchen eintraf, dort eine Zusammenkunft inst dem belgischen KriegsMinistcr und Kitchencr; an dc» langen Verhandlungen nahm auch Joffrc teil. Ein Bericht ans Bordeaux stellt fest, daß ein volles Einverständnis auch iur öie Zukunft erzielt worden sei. Kitchener kehrte nach der Besprechung nach England zuriirk. Porncarö batte seiners nts eine Begegnung mit König Albert und nahm mit diesem an, Montag eine Parade über die belgischen Trappen in Fnrnes ab, das cmi Sönntag von den Deutschen beschossen worden :rar; darauf besuchte Pcincarü die französischen Truppen in Npcrn. Feine Verwandtschaft. B e r I i ri, 3l. Oft. Das „Bert Tgbl." meldet aus Rom: Ter Sohn des berücbligten Rän- berhauptmanns Donelli ist als französischer Krieges ' eil- liger im Kampfe gegen die Deutschen gefallen. Bonlcvard Aengste. P a r i s, 30. Oft. Der Korrespondent der „Times" in Paris hat ans französischen diplomatischen Kreisen die Nachricht erhalten, die ztveite Ueberraschung die Deutschland in diesem Krieg versprach, bestehe in einem neuen Schiffsgeschütz, das drei Meilen weiter trage als die besten englischen Kanonen: die Deutschen behauptete», daß dieses Geschütz noch größere Wirkung habe als die '12 Zenti- weter-Mörser. Ans England. Die englischen Konzentrationslager. Dresden, 3. Ncv. Ein aus dem englischen Konzentrationslager in Frim- ley bei Adlershot Befreiter teilt der „Chemnitzer Dolks- stftnme" mit, daß infolge der schlechten Behandlung und Verpflegung in diesem Lager in einer Woche 17 deuts.be Zivilgcfangcne gestorben seien. Sie mußten in der ersten Zeit ans dem nackt»» Grasboden schlafen. Eine wichtige Frage. Die englischen Roscnzüchter sind jetzt mit der wichtigen Frage beschäftigt, die Rosen, welck>e deutsche Namen haben, nmzutanfen und haben die National Rose Society beauftragt, sich mit dieser schweren Aufgabe zu befassen. Die bekannte weiße Rose Frau Karl Drnschki wird künftig Snow-Ouecn heißen. Die englisch-serbische Busensreundschafk. Bemerkenswert ist ein Auftus, den Lord Roberts verbreitet und in dem er Hilft fiir das hart bedrängte Serbien erbittet. Es wird nicht nur ans den Ruhm, sondern auch auf die Dienste hingewiesen, die die Serben der Sache der Verbündeten dadurch erwiesen, daß sie einen großen Teil des österreichischen Heeres beschäftigt hielten und dadurch verhinderten, sich auf dein westlichen Kriegsschauplatz zu betätigen. Ausfällig ist gerade bei diesem Aufruf die Betätigung der höchsten Prälaten der englischen Staatskirche, die sich anscheinend weder der scheußlichen Mordtat der Serben gegen Alexander und Dlaga und des Mordes von Sarajewo, noch der hartnäckigen Ablehnung erinnern, die seinerzeit nach der Berufung König Peters ans den serbischen Thron England dessen Anerkennung entgegensetzte, weil es mit solchem Mördcrvolk nichts zu tun haben wollte. Das war der Gipfel der Tugendheiick» lei. Jetzt sind die Mörder von Belgrad und Sarajewo die Busenftcundc der britischen Tugendheuchler. Dagegen lat dieser Tage eine englischer Kirchenmann den Ausspruch: „Die Deutschen sind keine Christen." Der Bnrenaufstaud. Roch brr „Dost. Ztg." haben Handelsfirmen in Amsterbaick und Rotterdam aus London vertrauliche Informationen erhalten, woiiach die Zahl der aufständischen Buren bereit» 10 000 Mann betragen soll. Sei seien gut bewaffnet und auch im Besitz von Schnellfeuergeschützen und Maschinengewehren. Gewissen Nachrichten zufolge soll sich die gesamte Oranieslußlolonte im Aufruhr befinde». Die Engländer versügcn in der Kapkolonie etwa über 80 000 Mann, deren Zahl bei einem Umsichgreifen des Aufstandes bei weitem nicht zu seiner Unterdrückung ausreicht. Das englisch, Kriegsmaterial in der Kapkolonie soll unzureichend sein. Zur Maul- und Klauenseuche. (Eingesandt.) Aus Düdelsheim wird uns geschrieben: Auch in diesem Jahre bedroht diese Krankheit sehr un- liebsam die Klauenviehbesitzer. Für manche derselben kan» sic zu einer verhängnisvollen Plage werden. Ist doch di- Ansteckungsgefahr dieser Krankheit außerordentlich groß, tvee-bolb die Vorsicht zur Verhütung dieser Plage »in: ; i gend genug angeraten werde» kann, lind nur m ! ..: wird die Seuche verbreitet, trotzdem man alles ans, . .! lat, dieselbe fern zu halten, nch mir ist cS in: Jahre 1002 nicht besser gegangen. L gemeldeter oder polizeilich bekannt gegebener Aus- . . der Seuche war in der Mitte des Monats Dezember des erwähl,tc» Jahrcs in meinem Wohnorte nicht gegebcu, also die Krankheit war unbekannt. Meine beiden SiiiV waren seit 1 Wockw» »>cht vor die Stalltiirc gekommen. Eine Berührung mit srcmdcm Vieh war gänzlich ausgeschlossen. Tic Krankheit konnte sonach nur durch den Pfleger des Viehes gebracht worden lein. Ties kann sich so ereignet haben: Beim Abhören des Lesens als Unterweise, der kleinen Schuljugend hatte ich Buben und Mädchen dicht „eben mir stehen. Nach Beendigung dieser und niauch anderer Verrichtung brachte ich. olme meinen Anzug geweckt- Nr. 259 Reue Tazerzeitu,g. Mittwoch, den «. November 191« seit zu haben, den Kühen ihr Kurzfutter. Eine Ansteckung ist hierdurch zweifellos bewirkt worden, da in irgend einem Stalle der Eltern dieser Kleinen die Seuche aufgetreten sein mochte, welche jedenfalls verheimlicht worden ist. Am 18. Dezember genavnten Jahres gab ich morgens um 6 Uhr den Kühen Heu, da ich eine Steife vor hatte. Hierbei bc- merkte ich, daß die jüngere Kuh nicht fraß, kalte Hörner und Lehren besaß und über das Kreuz sich struppig anfühlte. Meine Wahrnehmungen in der Familie zu vermelden, unterließ ich, dachte aber, dies kann schon werden, wenn du weg bist. Als nun nach Einbruch des Tages meine Frau die fernere Fütterung aussührte, gewahrte auch sie den Krank- heitszustond dieser Kuh, ohne zu wissen, was sie von der Krankheit halten sollte. Daher ließ sie den Tierarzt rufen. Dieser stellte sofort die Klauenseuche fest. Die Kuh war 4—5 Tage von der Krankheit recht angegriffen. Die Seuche verbreitete einen sehr üblen Geruch, wahrend die andere nebenstehende Kul, gar keine Krankheitserscheinungen zeigte. Von sonstigen Di '!crii aus der Nachbarschaft war mir bekannt, daß sic in ..oberen Jahren die Milch ihrer erkrankten Tiere im Stalle auf den Fußboden melken mußten. Ich dachte darüber, solch eine Dummheit mache ich nicht mit. Tic Tiere sind verscncht, also auch die Milch. Daher ist es nur ratsam die Tiere auf einer gewissen Ernährungshöhe wehrend der Krankheit zu erhalten, damit sic solche leichter ütcrsteben können. Mit der seitherigen Fütternngsweisc ist dies nicht so möglich. Ich schüttete nun 5—6 Tage die ge- nwlkene Milch dieser 2 Tiere unter das Getränke, welches sie aus einem Troge zu sich nahmen. Auch gab ich dazu eitvas mehr Kleie als sonst. Tie jüngere Kuh überstand die Krankheit ausgezeichnet und ging sogar in der Fleisch- aaltnng nicht zun. Mindesten zurück, an der anderen merkte 'ch überhaupt keine Krankbeitscrscheinung. Hieraus folgt sür den Diehbefitzer: 1. Peinlichste Vorsorge gegen Ansteckungsgefahr. 2. Sollte die Seuche ini Stalle eingetreten sein. Reichliche Fütterung, die unterstützt durch die verseuchte Milch, cs e.möglicht, daß die Tiere auf einer gewissen Ernährungs- bl lie sich halten können, wodurch die Krankheit in den meisten Füllen glücklich und rasch überwimden wird. Ans der Heimat. * Friedberg, 4. Roo. Seit hier wird uns geschrieben: Be- irefjs Absenden von Liebesgaben tut jeder bereitwilligst sein mögliches, aber was nützt cs, wenn dieselben nicht in Besitz der Belrcssenden lammen. Dazu möge auch folgendes dienen: Am 15. 8. sandte ich ein Paket von 8 Psd., am 30. 8. ein solches von lv Psd., am 7. 10. wieder eins von 18 Psd., aber noch keines ist I» Besitz gekommen, bis heute. Der Wert eines jeden ist durchschnittlich 25 . 11 . Vergeht da nicht einem die Lust, Liebesgabe» zu senden? * Friedberg, 4. Noo. Lutherabend am Mittwoch, den 11. November, Die diesjährige Feier von Luthers Geburtstag wird sich dem Ernste der gegenwärtige» Zeit anpassen. Sie findet demgemäß nicht im Sacklbau, sondern in der Stadtkirche statt und wird in feierlichster Form verlaufen. Nähere Angaben folgen noch. * Friedberg, 1 . No». Die auf den Kriegsschauplätzen sich findenden Waffen und Ausrüstungsstücke der eigenen und verbündeten. sowie der feindlichen Armeen werden durch die Militärbehörden ausgcsammelt und bestimmten besonders eingerichteten Sammclstellen zugesührt. Cie werden dort, soweit nur irgend möglich, sür Landesverteidigung nutzbar gcmacöt, das llubrauchbare muß zugunsten der Reichskasic verwertet werden. Durch die Znsammenfasiung der einzelnen Bestandteile werden auch aus den unbrauchbaren Stücken erhebliche Werte an Metallen, Leder, Stojfen und dergleichen gewonnen. Das Aussuchcn und die Aneignung solcher Fundstücke durch Un- bcsugte wird nicht gestattet, ein privater Handel damit kann nicht in Frage kommen. * m. Bad-Nauheim, 4. Noo. Herr Bürgermeister Dr Kahler hatte aus Anlaß des Geburtstages der Kaiserin nachstehcn des Telegramm an Ihre Majestät gerichtet: „Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, Bad Homburg v. d. H. Zu Eurer Majestät Geburtstag erlaube ich mir in Ehrerbietung die innigste» Glückwünsche auszusprcchcn. Möge in dieser ernsten Zeit Gottes Segen aus der Kaiserlichen Familie und aus der tapsercn Wehrmacht ruhen! gez. Bürgermeister Dr. Kayser." Hieraus traf solgende Antwort ein: „Kabtnet Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, Berlin, den 24. Oktober 1911. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin haben mich beauftragt, Euer Hcchwohlgcboren sür di« namens der Stadt Bod-Nnuheim zum Geburtstage oargedrochten Glückwünsche Allerhöchst ihren herzlichen Dank auszusprechen, gez. Epitzenberg. An Bürgermeister Dr. Kayser. Hochwohlgeborcn, Bad-Rauheim." * IN Bad-Rar,hei«, 4. Roo. „Die dankbaren Russen," Der Petersburger Berichterstatter der „Temps" erzählt, die russische» Zeitungen veiössentlichten den Wortlaut einer Be- tanntmachung, die hier polizeilich erlösten worden sei. Dieselbe lautet: „Wir bringen zur Kenntnis des Publikums, daß jedes Untaegenkommcn gegen die Misere Stadt bewohnenden Rüsten »it einer statten Geldbuße besttaft wird. Jedes andere Verhalten gegenüber den Rüsten wird keine Folgen nach sich ziehen," Eigentlich geschieht cs der Einwohncrschast resp, der Behörde Ganz recht, daß solch gemeiner Schwindel in die Welt gesetzt wird, denn, wenn man sich erinnert, wie die Russen, meistens dreckige Kerle mit langen Bärten, »ach der Mobilmachung so zuvoriommcnd behandelt wurden, daß man sich ekelte, wundett man sich überhaupt nicht mehr über derattige Lügennachrichten, welche nur geeignet sind, unseren Badeplatz in Mißkredit zu bringen. Gerade das Rustenvolk ist cs, welches seit Jahrzehnten dazu bcigctragen hat, das vornehme Publikum in der Hauptsaison von unserem Badcplatz fein zu halten. Wenn dies noch niemand äsfcntlich gesagt hat, so soll cs an dieser Stelle geschehen. — „Billa Hindenbur g". Frau Witwe Stock- Hause», Besitzerin der Billa „Balmoral" in' der Bismarckstratze, hatte vor einiger Zeit an den General v. Hindenburg geschrieben und ihm die Bitte unterbreitet, ihre Billa mit dem Na- nicn „Hindenburg" bezeichnen zu dürfen. Daraus ging Frau Stockhausen folgendes Schreiben Sr. Exzellenz zu: „Armee- Hauptquartier, 25. Oktober 1914. Seine Exzellenz der Herr Generaloberst lasten Ihnen für Ihre freundlichen Wünsche bestens danken. Seine Exzellenz gestatten, daß Sic Ihrer Billa seinen Namen geben." * Ossenheim, 4. No». Gefreiter Schäfer, ein geborener Ossenhcimcr, Sohn von Ludwig Schäscr in Bretzenheim, erhielt für sein tapferes Verhalten beim nächtlichen Sturm auf Fies- noy das Eiserne Krouz und wurde zum Ilnterofsizicr befördert. * Rendel, 4. Rav, Den Freunden und Kollegen von Herrn Lehrer F e i l i n g die Mitteilung, daß nunmehr die amtliche Bestätigung über den Tod des Herrn Feiling cingcttofjen ist. Die ganze Zeit dachte man immer noch, er könne auch gefangen sein, zumal er in der Verlustliste als vermißt angegeben war. Er' fiel am 22, August bei Anloys durch einen Schrapncllschuß, Ehre seinem Andenken und Friede seiner Asche- * Frankfurt a. M,, 4, Rov, In der Stadtverordneten Versammlung wurde gestern über die Höchstpreise für Kartosseln veihandclt, Es ist hoch hcrgcgaiigcii! Der sozialdemokratische Stadlverordncic Ziclowski erging sich i» Redensarten über die Wucherpolitik der Bauern, er »erstieg sich zu der Aeußcrung: Franktireurpolitik, Diese Art und Weise der Behandlung gab selbst dem volkspaitcilichcn Stadtverordneten Schneider Veranlastung, einen solchen Ton zu tadeln, der nicht dem Burgfrieden dienen werde. Auch der Oberbürgermeister Voigt bedauerte, daß man den Versuch mache, die Kriegs- begcisterung von den Kartossclpreiscn abhängig zu machen, wosür ihm freilich der Zwischenruf seitens Ziclowski wurde, er habe 36 000 Mark Gehalt und merke die Kartoffel- prcife nicht. Der Stadtverordnete Schneider bestätigte übrigens, daß die Höchstpreise in manchen Gegenden zu niedrig eingesetzt seien und der Stadtverordnete Ehlers, der, soviel mir misten, Handelskammersekretär ist, hielt den Ucbcrtieibungen der Sozialdemottaten entgegen, daß die Kartoffelernte in unserer Gegend die Halste des Vorjahres betrage, * Vom Mai», 4. Rov. Die Kettenschleppfahrt auf dem Main leidet unlcr den Kriegswirren Im dritten Vierteljahr 1914 betrugen die Einnahmen an Schleppgebähren aus dem Bergvcrkchr 62 864 Mark und aus dem Taloerkchr 362 Mark, im Ganzen 63 226 Mark, Das ist gegen den entsprechenden Zeitraum des Vorjahres ein Wenige: von 35 511 Mark. Hessen-Nassau. * Wiesbaden, 3. Rov, Die Süddeutsche Mühlcnvereinig- ung setzt seit einiger Zeit den Mehlpreis herunter. Die Wiesbadener Bäcker und Brotfabrikanten begegnen dieser Maßnahme dadurch, daß sie ab heute den Preis für einen Laib Brot um vier Pfennige erhöhen, * Orb, 3. Rov, Nicht weniger als 26 666 Christbäumc stehe» cuf dem Truppenübungsplatz Orb zum Verkauf, * Kassel, 4. Rov, Der Milchproduzentcuverein in Kastei hat beschlostcii, ben Milchpreis vom 1. November ab um einen Pfennig, vom 1. Dezember ab jedoch um 2 Pfennig das Liter zu erhöhen, Teuerung der Krastfuttermittcl, mangelhaftes Siallpcrsonal, sichtliches Herabgshen der Schlachtviehprrise eechtserrigten diese Preiserhöhung. Ans Stnrkenburg. * Abgabe oo» Militärpserden. Freitag, den 6, d, M., >or- m.ttags MIO Uhr werden auf dem P s e r d c in a r l t p l a tz in T a r m st a d t einige 20 Stück Militärpferde — trächtige Stuten und 2;:- bis 3jährige Fohlen — durch die Landwiltfchnfts- kammcr »ersteigert werden. Zur Versteigerung werden nur Landwirte zugelasie», die sich vcrpslichtcn. die Pferde in ihrem Betrieb zu verwenden und sie während der Kkicgszeit nicht zu verkaufe». Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. - Darmstadt, 4. Rov. Kusch Dich! Große Hciicilcit löste am Freitag abend aus dem hicsigei! Bahnhof der drastische Bcschl eines biederen Landsturmmaiiiies uns, welcher eine» aus dem Felde anlommenden Transport französischer, reils leicht, teils schwer Verwundete: mitzuüberwachen hatte. Da das Ausladen der schwer Verwundcien einige Zeit in Anspruch nahm, sollten sich die anderen so lange aus hcrbeigeholte Bänke nicdcilastcn. Als nach einigen Minuten einer der Franzosen immer noch vor der Bank stehen blieb, ries ihm der Landsturni- mann in energischer Weise zu: „Kusch Dich!" und — der Befehl war voi> dem Angcruscncn sofort verstanden worden. Schallendes Gelächter der ttinstehendcn über das Verständnis unseres Wehrmannes sich unseren Feinden verständlich zv mache», erfolgte. Ja so ein bischen Französisch! * Darmsladi, 4. Roo, Peinliche Stunden verlebte in den letzten Tagen eine hiesige Familie, die drei Söhne mid einen Schwiegersohn im Felde hat. Bei der Familie lief dieser Tage ohne irgend welches Begleitschreiben aus dem Felde unter der Adresse eines der Söhne ein „Eisernes Kreuz" ein. Zunächst darüber erfreut, konnte man sich die Sendung doch nicht recht erklären und kam schließlich zu der Vermutung, daß der Sohn gefallen sein müffc. Diese Vermutung wurde zur scsten Ueber- zeugung, als man auch von anderer Seite keine bcsiere Auf- lläruug erhielt. Man war jcho» daran. Trauer anzulegeu, als plötzlich am gleichen Tage aufgegebenc Postkarte desselben Sohnes an die Eltern mit der Mitteilung einttaf, daß er das ihm Seite 3. für seine Tapferkeit vor dem Feinde verliehene Eiserne Kreuz aus Anraten seiner Vorgesetzten nach Hause geschickt habe, da cs ihm sonst leicht bei den noch schweren Kämpfen verloren gehen könne. Ihm selbst gehe cs gut. Die Spannung war gelöst und die Freude des hoficntlichcn Wiedersehens wird um so größer sei». * D-rn,stadt, 3. Rov. Der Flieger Sandmann non hier, ein Schn der Fra» Gchcimrat Sandmann, ist bei einem Er- lundiguugsflug aus dem Kriegsschauplatz im Osten am S, Sept, in russische Gcsnngcnschast gcraien und, wie jetzt bckanl wurde, in Tomsk in Wcststbiricn interniert und befindet sich dort in guter Behandlung, * Erbach i. Cb., 3. Roo, Kreisrat Kranzbühler in Erbach ein Bruder des Beigeordneten Kranzbühler in Biebrich ist als Mitarbeiter in die deutsche Verwaltung in Belgien oeruse» worden und dorthin bereits agbcrcist. Aus Rliklnhesitn. * Mainz, 3. Rov. Der Unteroffizier Weiß von der vierlcn Kompagnie des l, Rasiauischcn Pionier Bataillons Rr, 21 erhielt das Eiserne Kreuz sür einen umsichtigen Patrouillen-, mg n»s dem westlichen Kriegsschauplatz, Weiß hatte sich mit vier Pionieren fast bis an die feindlichen Schützenlinien unbcm.rlt herangeschlichen und eine Herde Schafe, 150 Stück, die zwischen der deutschen Front und der Stellung der Franzosen weideten und Schellen nnhattcn, um den Franzosen ein Vorgehen der Deutschen in der Nacht zu verraten, in die Stellung seiner Kompagnie getrieben. Weiß ist aus Watzenborn in Obcrheffcn gebürtig. Aus den brntldjcn Prdnftliftfit. Füsilier-Regiment Rr, 80. III. Bataillon, Bad Homburg v. d. H, Etrcpy vom 7, bis 10,, Servon am 13, und Loiore vom 17, bis 20, 9, 14, 9. Kompagnie, Eins, Frciw, Jakob Burk, Gonz-nheim lvw, - - Eesr, d, R, Karl Miehm, Lauterbach tot, — 10. Kompagnie, Füs. Eg. Friedrich, Pfassenwiesbach tot, — Gefr. b. R, August Krieger, Ried vm, — Füs, Karl Henkel, Weißkirchen (Obertaunusj lvw, — Eins. Frciw. Franz Becker, Bad Homburg lvw. — Füs. Wilhelm Easpari. Eckenheim lvw. — Füs. Johs. Reinhardt, Holzhauscn lvw. — Gest. Fricdr. Dietz, Bad Nauheim lvw. — Füs. Johann Hell, Kirdorf lvw. — Utssz. d R. Anlo» Henniger, Hosheim lvw. — Füs. Hrch. Rnp pel, Oberursel lvw. — 11. Kompagni» Res. Eg. Schickling l., Kriftel toi. — Bizescldw. Hrch. Grober, Nieder Rosbach tot, — Rcf Friedlich Westcnberger 1,, Kriftel tot. — Einj. Frciw. lllftz. Karl Schneider, Obcr-Ejchbach schw, verw, — Einj, Frciw, Friedrich Wolf 2., Nonhausen schw. verw. — Füs. Nikolaus Steter, Obmurfe! schw, verw, — Füs. Wilhelm Wasic:, Vilbel lvw. — Gesr. der Reserve Anton Müller 3., Schwanhcim lvw. — Res. Franz Schneider 4., Schwanheim schw. verw. — Res. Gg. Westcnberger 2., Marxheim lvw. — Res. Johann Müller 4., Schwanhcim schw. verw. — Gefr. Adam Emmerling, Fechenheim lvw. — lltssz, Wilhelm Kähne, Usingen vw. — Res, Wilhelm Löilmann, Schwanhcim low. — Gefr. b. R. Johann Nikolai l., Schwan, heim lvw. 12. Kompagnie. Utssz. d. R. Wilhelm Bär, Sulzüach low. — Res. Bernhard Port 2., Eosienhcim tot. — Gefr. Wilh. Roth, Köppern lvto. — Füs, Paul Sulzkoch, Stierstadt vm. — Einj, Freiw, Georg Brückmann, Eichen vm. — Res. Adam Weikart, Sulzbach, vm. — Gesr. d. R. Georg Brandt, Snlzback, lvw. — Res, Ludwig Kaul, Okriftel low, Jnsanleric-Regiment Rr. 81, Frankfurt a, 8)1. I. Bataillon, Girept; am 7. und 8., Bignicourt vom 6. bis 10., Gouren am 18. und Andrecourt am 28, 8, 14. 1, Kompagnie, Musk. Adam Bös, Hasielbach lvw. — Musk. Heinrich Hartmann, Dorfweil low, — Musi, Hrch, Roll, Mcrzhause» um, — Musk, Heinrich Pfeiftcr 2,, Usingen vm, — Musk. Otto Rnn, Eichelsdors vm. — Musk. Joses Weil, Wernborn vm. — Musk. Johann Nikolai, Wernborn vm, Musk, Georg Ried, Miltelscemen om, - Gesr, Georg Erker, Psasfen- wiesbach, vermißt, 2, Kompagnie, Musk, Ehristian Schmitz, Psaftenwies- bach vm. — Res. Peter Bender 3., Hasielbach vm. — Utssz. d. ?>. Friedrich Schubert, Eschersheim schw, verw. — Musk Hrch, Gleim, Rödelheim schw, VW, — Res, Wilhelm Ritz, Rödelheim low, 3, Kompagnie, Mnsk, Georg Brendel, Schmitten vw. — Utjfz, d. R, Hans Baiser, Gießen lvw. — Musk, Koni. Joh 1., Lieblos vw. — Musk. Georg Brendel, Schmitten vw. 4 Kompagnie. Musk. Wilh. Daniel Klein, Lrbstadt lvw. Römerbrunnen Hervorragendes Tafelwasser. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch c l, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch in i d i. Friedberg. Truck linti Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G„ Friedberg i. H. Allen Besuchern der Genierbeschnle empfehle ich mein grotzes Lager sämtlicher Lehrbücher u. Heichenwaren, Reißzeuge, Reißbretter, Schienen, Winkel, Farben, Tuschen nsw. Buchhandlung fttrecktnss, Friedberg. Fernsprecher Nr. 304.__ Nr. 259 Reue Tageszeitung. Mittwoch, den 4. November 1914 Seite 4. Am 22. Oktober starb in Nordfrankreich den Heldentod fürs Vaterland mein lieber, tapferer Junge, unser guter Bruder, Neffe und Enkel Kriegs=Freiwil!iger einnäusser Fahnenjunker im Infanterie=Regiment No. 168 \T 2 Jahre alt. !m Namen der FamiHc Auguste Steinhäusser. mi Uachruf. Nach langer Ungewißheit erhielten wir die Nachricht, Latz unser treues fllütglied K«rl iiaaraä Ach 9. Komp., Reserve Jnsanteric-Regiment Ar. 116 sHZi den Heldentod iürs Vaterland am 2K. August in der S-! lacht bei Mouzon gcjlorbcn ist. Er war ein treues Mitglied unseres Vereins. Wir werden waghfj sein Andenken in Ehren bewahren. Verz-Eräfcnrode, den 4. Novcnrber 1914. Gesangverein „Frohsinn" Vorsitzender Friedrich Rupp. Am 28. August starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, der treu sorgende Vater meines Kindes, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Freund Wilhelm Wühlig Res. 2ns.-Regt. Nr. 116. Reichelsheim i. W , 3. Nov. 1914. In tiefem Schmer;: Emma Müljlitl, gcb. €*dtljolö im Namen der Hinterbliebenen. sowie einzelne Teile lettstellen in Holz und Eisen Schoner Sprungrahmen .....!! ÜMllU-, JB Deckbetten Kissen Kolter Steppdecken Strohmatratzen zu billigsten Preisen. G.M.Reuss Friedberg Alle Post. Einige prima Oldenburger Pferde weil der Mili änierwaltung zu jung (3°/jährig) geben preiswert ab. JsenburgerLCo. Pferdehandlung, Friedberg Telefon 8. W li MaSkssaeMäS. ist billig macht die Pflanze» geiuud erzeugt kräftige Körner Uesen gutes üppiges Futter macht den Bode» locker wirkt Stickstoff sparend tann jederzeit, auch den Winter über, ausgcsireur -werden. Oberfi. Kalk- u. Stein-Industrie G. m. b. H. Kuhbach (Oberhessen.) ilnif Itinptfniifinf werden abgegeben zum billigsten Tagespreiie. iltugofruiirgrlri A. {>. fjofinonii, Lad-tlanlirim. am Chausseehaur. 'ilirfmill'! rheinische Confer, 4 llutftlts, zuckerreichste u. haltbarste Sorte, einige Waggon abzu- geben. Ferner 2 Zweiipänner- | Wagen abzugeben. Ein neuer ^ Einspänner - Wagen zu lausen gesucht. Ccbr. Schultheis, Steinjuith . T. 3 wci 8 Monate alte, Iprungjähige Eber 1 veredelt. Landschwein) aus jeuchensreiem Gebiet bei Ed. Biehmaun, Riimpenheun a. SR- Bekanntmachung. Ter Unfug, die Gefangenentransporte zu begleiten, hat in hiesiger Stadt bei Alt und 2ung immer mehr Anhänger gefunden und zu Unzutrüglichkeiten gesuhlt. Ich ersuche deshalb diejenigen, die glauben, sich dieses kindische Vergnügen leisten zu müssen, sowohl im Interesse des Ansehens unserer Stadt als auch zur Vermeidung von Vertehrsftörungen, für die Zukunft hiervon Abstand zu nehmen. Friedberg, den 3. Nov. 1914. Dcr Bürgermeister. Stahl. BlliMlibini ii. Bohrungen, Pnuivenunlugen billigst. Stefan Kulm, 3nhcidcng»»d.e». Bekanntmachung. Die landwirtschaftlichen Haushaltungsschulcn z» Langen und Lindheim betr. Die landwirtschaftlichen Haushaltungsschulen zu Langen und L i n d h e i m eröffnen am 4. Zanua- 1915 einen neuen fünfmonatlichen Kursus. Der Zweck und die Ausgaben der Anstalten bestehen in der Heranbildung der Mädchen aus dem Bürger- und Landwiitsstande zu künftigen tüchtigen Hausfrauen durch angemessenen wirtschaftlichen Unterricht und durch praktische Unterweisung in allen in einem einfachen bürgerlichen Haushalte vorkoinmenden Verrichtungen und Arbeiten. Gegenstände des Unterrichts sind: Hauswirtschaft, Gemüsebau, Obstverwertung, Eesundheits- und Ei nährunoslehre, Krankenpflege, Rechnen, Abfassung vou Aufsätzen und Briefen, Buchführung, sowie weibliche Handarbeiten. Auch ist für gute Lektüre gesorgt und wird Gesang gepflegt. Für Wohnung und Mobiliarbenuhung zahlen: a) Mädchen aus Hessen 23 Mk. b) Mädchen, von außerhalb Hessen 40 Mt. für den ganzen Kursus. Der Preis für die Verpflegung wird nach den Selbstkosten, bezw. den Preisen der Lebensmittel berechnet. Weitere Kosten entstehen nicht und ist insbesondere der Unterricht unentgeltlich. Tie Anmeldungen, welche bis spätestens Ende November d. Is. erbeten werden, sind bei den Vorsitzenden der Ortsschulkommissionen der Hanshaltungs- schulen, den Herren Bürgermeister Metzger- Langen bezw. Oekonomierat W e st e r n a ch e r - Lindheim einzureichen, welche ebenso wie die Landwirtschastskammer selbst zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit sind Svegen Berücksichtigung der nach dem 1. Dezember d. 2s. eingehenden Anmeldungen kann Verbindlichkeft nicht übernommen werden. Ueber die Aufnahme entscheidet die Landwirt- schastskammer. Darmstadt, den 26. Oktober 1914. Landwirtschastskammer ssix das Eroszherzogtum Hessen _ W a 1 ter. _ Neu cinßctrofen! Grch Ansmhl! Eloge Sendungen in: Damen- und Mädchen-Mänteln, Herren u. Knaben-Ueberzieher, Loden, Kragen und Joppen, Anzüge, Kleider- und Blusenstoffe in Wolle und Baumwolle, Herndcnslanellö, Lchürzcnstoffe bei billigsten Preisen. Vartholmai & Kirchhof friedberg in Hessen. _ Färberei Braubach & Fischer CHEM. WASCHANSTALT Fabrik und Zentrale: Butzbach Telefon No. 24 Gegründet 1848 Telefon No. 24 16 eigene Läden Friedberg: Kaiserstrasse 63, Telefon 439 Bad-Nauheim: Alicenptatz, Telefon 229 Bingen, Coblenz, Darmstadt, Eltville, Frankfurt a. M Giessen, Hanau, Maim, Offenbach, Wetzlar. Grösster Betrieb der Branche Im Grossherzogtum Hessen. Aufträge, die uns durch diu Bahn oder Post Übermittelt werden, linden prompteste Erledigung. Wir bittet solche direkt an die Fabrik richten zu wollen. Kraft-Lebertran Emulsion bestes Nähr- und Stärkungsmittel per Flasche Mh. 1.50 greift Zähne nicht an! Aerztlich erprobt und empfohlen! per Flasche -litt. 1.00 empfiehlt Adolf Bechstein, Jm olt.Jloftaml. SbViedlH*rg i. 11. Kchnlslr. 15. Telefon -159. Telefon 159.