Dummer 251 Montag, den 2^. Oktober 1U14. 7. Iahrgane Uene Tageszeitrrn ?!' IC5C " SL '"! t#n - «»«rlm-big. Beilagen ..per K-«er aus 1, essen". ..Sie Splnukulle". Semgapeeia- B-, den Postans.alten vi-r.el a,»ick> o.H genten «n*a trut Voitgt buljt -de. Tr-g-.l-hn. An,-,ne... G.nndieil°A.Pjg. l-lal- 15 P,g„ An,-.gen °°n ---wärt- werden »mH Vorn...*.,.-„ob. _ ttnullunflsort „nedberg. Schr.Me.lnny »nd Verlag „rieddirg ,Hegen,, Hanauer trage 12. F-rmprcch-r 48. Posticheck-Conta Sir. 4859, Ami Sronlfntl 0 . M. Der Hper Mer-Kanal überschritten. Vorschreiten der Lchlacht in Flandern. — 500 Engländer und IHOö Russen gefangen. — Die Haltung Portugals. Der deutsche Generalstab meldet: :_____ (W. T. B.) Großes Hauptquartier, 24. Oktober, vormittags. Amtlich. Tie Kämpfe am Ascrkaualavfchnitt sind außerordentlich hartnäckig. Im Norden gelang cs uns mit erheblichen Kräften den Kanal zu überschreiten. Oesttich Upern «nd südwestlich L'illc drangen nnserc Truppen in heftigen Kämpfen langsam weiter vor. Ostende wurde gestern in völlig Meckloser Weise von englischen Schiffen beschossen. Im Argonncnwaldc kommen unsere Truppen ebensall's vorwärts. Es wurden nichrcre Maschinengewehre erbeutet und eine Anzahl Gefangene g.macht. Zwei französische Flugzeuge wurden hier heruntergeschofsen. Nördlich Toul bei Flircy lehnten die Franzosen eine ihnen vou uns zur Bestattung ihrer in großer Zahl vor der Front liegenden Toten und zur Bergung ihrer Berwundeten angebotene Waffenruhe ab. Westlich Augnitowo erneuerten die Russen ihre Angriffe, die sämtlich abgeschlagen wurden. WTB. Großes Hauptquartier, 25. Okt. vormittags. Der Nser-Aper-Kanal ist zwischen Nie« port und Dixmuiden nach heftigem Kampfe am 24. Oktober von «ns mit weiteren starken Kräften überschritten worden. Oestlich und nordöstlich von Npern hat sich der Feind verstärkt. Troßdenr gelang cs unseren Truppen, an mehreren Stelle» vorzndringen. Etwa 5(SO Engländer, darunter ein Oberst und 28 Offiziere wurden gefangen genommen. Im Osten haben nufere Truppen die Offensive gegen Angustolvo ergriffen. Fn der Gegend Jvangorod kämpfen «nfere Truppen Schulter an Schulter mit den österreichisch-ungarischen Truppen. Tic machten Illütt Gefangene. » - . ! —- r Der deutsche Admiralftaü - — — meldet: Berlin. 24. (OUt. (Amtlich.) Die bereits früher »icljiamtiich gemeldete am 13. Gilt, mittags erfolgte Dernichtung des englilchen Kreuzers „Kawlie" durch ein dcntiches Unterseeboot wird hierdurch amtlich teilütigt. Das Unterseeboot ist wohlbehalten ;r:riick- gekomme». Am 20. (Oktober ist der Dampfer „Glitra" an der norwegischen Küste von einem dentschc» Untcrleeboot durch Ncssnen eines Ventils versenkt worden, nachdem die Kesahung anf Anffordcrnüg den 5chi lsboden verlassen hatte. Der österreichstttj^ Lrneralftab H — meldet: ==’-• SB i c n, 25. DH. Amtlich wir» ojr!-'jt5.irt: 25. Oktober Mittags. Sluj dem nordöstlichen Kriegsschauplatz stehen Krüslo in einer sajt ununterbrochene» Front, die sich oo» bcn Roebad- lällc» der «stlicke» Korpalhe» über Liar, Eomboe. da, ö:t!:ckr« Bsrgclände der Fcjtung Pezcmysl, den unteren San und dos polnische WcichseUand bis i» die Gegend von Plozk erstreckt. Fm Kampsc gegen die Hauptmach- Lee Russen wurden auch ihre laulasijchc», jibirijchen und tnrlcstansschen Truppe» hcrange- jühet. Unsere Dljenssoc über die Karpathen Hut starke feindliche Kesijtc aus sich gezogen. In Mittelgulizirn, wo beide Gegner beseitigte Stellungen i»nc haben, steht die Schlacht im allgemeinen. Süüüs.lich Przemhsl und am unteren San errangen unsere Truppen auch in den letzten Tagen mehrfach Ek. folgc In Russisch-Polen wurden beiderseits starlc Kräste cin- gcscgl, die seit gestern südweftliq der SBcichsclstrcckc Iwango- rod-Warschau kiimpscn. Ter Stellverlrcier des Chefs des lücneralsstabes: von H ö s e r, <5tncialmaj«r. SB i c n, 24. Cft. (SB. B. Nichtomtluh.) SlmAich loird l’orlantbnrt: 23. Cft.: Xic starken serbischen und montene- lninischen Kräfte, die seinerzeit über die von Truppe« ent- biöhte» südöstlichen Grenzteile im östlichen Bosnien cingc- drungcn waren und die einheimische muselmanische Bevölkerung auch mit einer zügellosen Horde von plündernden und mordenden Frcischaren heimgesucht haben, sind ani 22. Oktober nach dreitägigen erbitterten Kämpfen im Raume beiderseits der Siraßc Motro-Regaiica geschlagen und zu eiligem Rückzuge gezwungen worden. Tic Details des TtesscnS, in welchem unsere Truppen unvergleichlich bravourös gekämpft, und den Gegner ans mehreren hinter einander gelegene» bcsestigtcn Ttellungen mit dem Bajonett wiederholt geworsen habe», werden wegen den im Inge besindlichen weiteren Aktionen der nächste« Berichterstattung Vorbehalten. Gez. Potiorck Fcldzeiigmeister. F ranzösische Niederlage b. Toul. Aus Noscndaal berichtet bei „Berliner Lolalanz": Privat bricse aus Frankreich von unbedingter Glaubwürdigkeit erzählen von einer Niederlage der sranzössschen Truppen unter den Generälen Sarrail und Cnstclnau aus der Linie zwischen Toul und Chalons. Es handelte sich um einen Slngriss aus die zwischen St. Mihic! und Thiaucourt stehenden deutschen Trur- pen. Die 'Franzosen unternahnirn den Angriff, nachdem sie durch eine Erkundung von Fliegers sestgestcUt hatten, daß die deutschen Stellungen len auswicsen. Aichcrdem erhielt:» sic vom Generalissimus Icssrc die Weisung, »»bedingt vorzu- gchen und ihre Stellungen uri jeden Preis zu behaupten. Sie gelangten nach Gewaltmärsche» mit ihren Vortruppe» in Sie Gegend von Flirey, südlich von Thiaucourt. Alles schien gut zu gehen. Als aber plötzlich die deutsche Artillerie mit Era- natjeucr einsctzte, wurden die sranzösischcn Spitzen weggemäht. Mitten in einem mörderischen Feuer hielten die sranzössschen Truppen, der Weisung des Oberbefehlshabers entsprechend, stand, bis sie einsahe», daß der Angriff gescheitert war. Ihr Rückzug artete an mehreren Stellen in eine heftige Flucht aus, und sie liegen zahlreiches Artiliericmaterial und andere Waisen zurück. 2» Toul ries die Niederlage der als äutzerst tüchtig und schneidig gerühmten Truppen eine surchtbare Enttäuschung hervor. In der Stadt tauchten bereits Hiobsposten wegen der Einnahme von Verdun durch die Deutschen auf. Wegen der Unzuverlässigkeit des Erlundigungsdienstes herrschte allgemeine Erbitterung. Es handelt sich ossenbar, um den vom deutschen Eencral- stab gemeldeten Ausfall bei Toul, wo die Franzosen unter schwersten Verlusten zurückgeworsen worden seien. Die 3al)l dkl GksllMiitn in DeilWand. Berlin, 25. Oktober. (SB. B.) Bis zum 21. Oktober waren in deutschen Krieg-gesangciienlagern untergebrach!: Franzosrn 2472 Osfiziere, 148887 Mann: Russen: 2484 Ossizi-re und 184 524 Mann: Belgier: 547 Ossizlere, ZI 378 Mann: Engländer, 218 Offiziere, 8868 Mann, darunter find 8 sianzösisch: und 18 russische Generale (einschließlich zwei kommandierenden Generälen) und 3 belgische Generäle. Alles in allein also bis zum 21. Oktober 238 888 Eejangene. Diese Zahlen dürsten nicht ganz mit denen am l. September gemeldeten stimmen. Frankreich n. DHan- int Schleppen England. SBicn, 24. Olt. (Nichtamtlich), Die „Reichsposl" meldet aus Sofia: Die letzte Nummer der In Petersburg ersche,- nenden Zeitung „Newojc Zwono" belichtet, das! vor einigen Togen auf Verlangen Englands eine neue englisch franzüsisch- russiiche Marinekonventio» abgeschlossen worden ist, der zufolge der Obrrbri-bl über die russische BaUuche und SLwarze-Meer Flotte den Engländern übertragen werde. Erossb.I..' nie» verpflichte sich gleichzeitig, die Flotten durch eigene G. schwadcr zu verstärke». Das Blatt fügt hinzu, dost die Ford, rungcn Englands nach unbedingter Untcrordnuiig der stanze s'sche» und russischen Admirale unter dem englischen Floticn loniinaiidanken von Frankreich anfangs bekämpft worden st. Riitzkand habe dein Vorschlag sogleich zugestimmt. Die Haltung Portugals. Französische Meldungen besagen, daß Portugal vor de: Mobilisation stehe. Portugiesische Osfiziere seien bereits nach London gereist, um mit dem englischen Gene- ralstab in Verbindung zu treten. In Portugal herrsche Begeisterung (?) Unterdessen hat die verluderte republikanische Regierung mit allen möglichen inneren Schwierigkeiten zu kämpfen. Tie Erhebung der Royalisten, die nach amllichcn Meldungen niedergeschlagen sein sollte, nimmt immer weiter an Umfang zu. Es ist zu neuen Zusammen- stösicn gekommen, und »msangreickie Bewegungen gut be- wassncter Insurgenten werden von den verschiedensten Seiten gemeldet. In der Lissaboner BevAkerung herrscht große Erregung. Die Rcdaktionsräumc der monarchistischen Blätter wurden vom Pöbel zertrüniniert. In Masra beschlagnahmte ein wegen feiner mackckicht- stischen Gesinnung bekannter Offizier mit etwa 100 Zivilisten die Waffenvorräto in der Militärschnlc und versuchte, die Soldaten zum Slusstand zu bewegen. Von Lissabon sind Trnppen nach, Masra gesandt worden.. — In Santarow wurde die Eisenbahnlinie zerstört, sodaß ein Zug entgleiste. In Braga ist ein ähnlicher Versuch mißliingen. Mehrere Derhaftungen sind vorgenoni- men worden. Dazu wird noch das Auftreten der L » n g c n p e st gemeldet. Schon wurde am II. Oktober durch den Inspektor des Gesundheitsdienstes der spanischen Grenzprovi»; Bado ,oz der Regierimg in Madrid berichtet, daß die in Lissabon berrsch-ende Epidemie Lungcnpcst sei »nd daß sie einen leb' ernsten Eharatter trage. Alls dtt Welt drs Zsillms. Freude übet deutsch österreichische Siegt. Tie türkische Presse bebt neuerlich mit Ausdrücken der Bewunderung die Erfolge der Anuecn Teutschlands und Oesterreich-Ungarns hervor, besonders in Galizien »nd Polen, Sic betont die S'riiderlichkrit der beiden Mächte und wünscht ihnen nO» gültige» Erfolg. — „Tasvir i Estiar" sagt: Dieser Erfolg wird der uiuselnittnischcn SLclt Heil bringen, aber noch mehr als durch die Hossiiiiug hieraus werde» unsere Wünsche für den Erfolg Teutschlands und Oesterreich-Ungarns durch den gußergcwöhnltützin Heroisinus erweckt, den sie im Känipse gegen gierige Feinde Europas »nd Sliiens beweisen. Ei» Slnsrns a» die »lohnmmrdanischrii Triipprii Frank rcichs. B e r l i n, 24. Ott, Tic „B. Z. a M." meldet nns Wien: Türkische Blätter verössentlichen einen Ausrns an die mohammedanischen Truppen Frankreichs, der in ganz Slcgypten, Fez, Sllgier und Tunis verbreitet wird. Es heißt darin: Alle Unglücksschläge, die über den Isla», gekommen sind, haben England, Frankreich und Rußland verursacht, Tie Zeit der Empörung ist gekommen! Mohammedaner, die an der Seite unserer Glanbensfcinde kämpfen, fordern den Zorn Gottes heraus! Slberkcnnung des sranzösischrti Protektorats. Berlin, 24. Okt. Tas „Beil. Tagcbl." meldet aus Wien: Wie tür- tische Blätter Mitteilen, beabsichtigt die türkische Regierung, das französische Ptte'te-rckt über Christen in Orient nicht mehr anzncrkcnne». Sie bat den Behörden bereits diesbezügliche Befehle gegeben. Englands Gcwalthcrffck.ast in Aegypten. K o n st a » t i ■ ,icpcl, 21. Okt. (SB. B. Nichtamtlich.) Hur ist bclannt. daß die Engländer vorgestern für einige Stunden den Sn z- kanal gesperrt ballen. — ..Tasvir-i-Efkiar" bemerkt dazu: Tie Schließung d-s Siiezkanals bedeutet eine Berlehnng des internalionalen Rechts. "'k -c d - rnsjischcn l-inflnsscs i» Perssr». lt o a st a n t i n o p e l. 2-1. Okt. (SB. B- 'Nichtamtlich.) Das per fj'ch: Platt „Häver" erfährt aus Teheran: Der russische Ge- sandte hat bei der Uebcrreick.nna der russischen Antwortnote. i„ der mitgcteilt wird, daß Rußland seine Truppen ans 2:i. rd: :d'.b u uick:t ^urückaieben temnc, die Erklärung ab- Nr. 251 Teile L jcprficit, daß, wenn der gegenwärtige Krieg sich weiter der- uicfTc, und wenn Persien Neutralität bewahre, Rußland .ine Truppen zuriickzichen und die Unabhängigkeit Pec- ,n-Z gewährleisten werde. Die russische Antwortnote wurde n persischen Ministerrate übel ausgenommen. Der Mini- .rrat bereite eine neue energische Note vor. Die ganze .isiiche Nation billige die Haltung des Kabinetts. Ter russische Einfluß in Aserbcidschan nimmt täglich ab. Ans Frankreich. Ein vernünftiger Vorschlag. Pa riS, 23. Ott. (W B.) Nichtamtlich). „Petit Parisicn" meldet: Der Pariser Depu- erlc Dcsplas habe die Einsetzung einer internationalen Kommission zur Jnspiezierung der Gefangenen vorgeschlagcn. Die Kommission, deren Vorsitz der amerikanische Botschafter führen soll, soll Delegierte in die deutschen und französischen Städte ntsenten, wo Kriegsgefangene untergcbracht sind. Vbsqnth-Bcrbot. Basel, (W. B. Nichtamtlich). Der hier -ingcgangene „Tempo" vom 21. Oktober empfiehlt ein Verbot tlbsynth zu verkaufen und seilzubieten, das von dem Pariser Militärgouvcrneur und dem Polizeipräfektelt erlassen worden ist, zur Nachahmung. Der „Temps" bemerkt: Diese Maßregel lann nicht gettug gelobt werden. Es wäre zu wünschen, daß sie aus das ganze Land ausgedehnt und auch nach dem Kriege rürkfichtslos aufrecht erhalten werde. Auch andere von dem Keift der Verteidigung der Nation cingegebene Beschlüsse würden sich als notwendig erweisen, wenn man das Uebel rusrotten wolle, dos die französische Raffe zerfreffe, den Akkoho- lismus. Gleichzeitig mit dem Kreuzzug gegen das Barbarentum von außen, mügten die Franzosen den nationalen Kreuz- :ug gegen den Alkohol führen. Eine Frau erschossen. Straßburg i. Elf., 21. Okt. (W. Nichtamtlich). Aus Schlierbach im Kreise Mülhansen berichtet dec „Straßburger Post": Am 10. August wurde der hie- !gc Förster West und seine Haushälterin von den Franzosen gefangen genommen und nach Belsort gebracht, weil West angeblich deutsche Vorposten in sein Haus ausnahm, die von hier aus eine iranzösische Patrouille beschoffen. Wie durch eine aus iranzötischer Gefangenschaft entlaffene Frau bekannt wird, wurde die Haushälterin erschoffen und West zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ans England. Sie lügen sich selbst was vor. London, 21. Okt, (W. B. Nichtamtlich). Die „Times" meldet aus Bordeaux: Nach zwei Maaten Ausbildung stehen jetzt neue Truppen bereit, die zu Zossres Armeen stoßen sollen. Die jungen Leute sollen mit Nefercpabteilungen vereinigt werden, die erst jetzt zu den Fah- iteu gerufen werden. Man nimmt an, daß das französische Heer tadurch um eine halbe Million frischer Truppe» vermehr! wird. sNotiz des W. B.-. Hier ist wieder einmal der Wunsch des Gedankens Vater. Die Verbündeten richten sich gegenseitig an den großen Zahlen aus, die sie einander vortäuschen). Englische Vorsorge. London, 28. Okt. (W. B. Nichtamtlich), Nach einer Meldung des „Daily Telegraph" ist die West- ininstcrabtei für 180 000 Pfund gegen eine Beschädigung durch luslschisse bei Lloyds versichert worden. Zivilpersonen als Gefangene. London, 28. Okt. (W. B. Nichtamtlich). Die „Times" scyreiben: Bald werden sich alle polizeilich registrierten dienstpflichtigen Deutschen und Oester- reicher i» Gefangenenlagern befinden. Ihre Zahl beträgt 10 000 in London, 70 000 im Vereinigten Königreich. Ein englischer Richter. London, 21. Okt. (W. B. Nichtamtlich). Der Londoner Polizeirichter sagte bei der Vorführung von Personen, die wegen deutschscindlicher Ausschreitungen verhaftet worden waren, er wolle das Vorgefallcne übersehen, da d»e Art der deutschen Kriegführung die Menschen reize und errege. Er fügte hinzu: Wir dürfen aber nicht den Kops ve: Vrcn und müssen uns stets als Engländer betragen. Aus stußland. Di Anstände im Lande. K o n st a n t i ii o p c I, 21. Oft. (SB. B. Nichtamtlich.) Wie „Tasvir-i-Efkiar" meldet, äußerte eine aus Rußland hier eingctroffene vccteau- nswürdige Persönlichkeit, daß die Zahl der vom Kriegs- chaupsatz ins Innere des Landes gebrachten russischen Ver- nundete» ungeheuer sei. Alle Städte und Dörfer von der Grenze bis Moskau feien ein großes Spital. Infolge der Mangelhaftigkeit des Sanitätsdienstes waren Todesfälle mter fern Verwundeten sehr zahlreich. Diese Verluste, die -ic Zahl der auf den Schlachtfeldern erlittenen erhöhten, 'oben eine allgemeine Trauer verursacht. Tie Zahl der Leserteure steige täglich. Die Erhebung der Kriegszu- -chlagSstcucr vergrößere das Elend. Tic muselmanische Be- r-tlerung sei großen Drangsalierungen aue-gesetzt. Ermunterung zum Meuchelmord. Wien, 24. Okt. K. V. Nichtamtlich.) Ans dein Kriegspressequartier wird ■in.(lief) gemeldet: Die Methoden der russischen Kriegführung luden durch eine aus zuverlässiger Quelle stammende Nach- >cht ilcncrdings eine Illustration. Hiernach fetzten die Ruf- ans die -Gefangen,iah»,: »der den Tod eines unserer i '.uppensiihrer einen Preis von 80,000 Rubel. Nun er- !>,>l sich aiich ein Attentat auf einen dieser Kommandanten, 'iS glücklicherweise erfolglos blieb. iinicllf Wigkkil der Merl keimte. Kristiania, 21. Okt. „Aftenposten" schreibt aus Au- »i> de. Verscnlung des -nglijcheu Dampfers „Elitra" durch -as deutsch- Unterseeboot: Daß Unterseeboote Handels.- -ampfcr lapcrn und versenken, ist die neueste Seite der Wirl- amteit dieser modernen Kriegswafse. Di- Zerstörung seind- ächer Handelsschiffe war bisher allein Aufgabe der Kreuzer. Neue Tagesazeitng. MoiUa^'de» 25 . Oktober 1914 . Vorläufig kann die Episode mit der „Elitra" ein einzig da- stehender Zufall genannt werden, er deutet aber an, welch' vielseitige Rolle die Unterseeboote tm Laufe der Zelt zu spiele» berufen sind. / m n Schuft. Mühlhausen (Elf), 23. Okt. Das Kriegsgericht verurteilte den Fabrikarbeiter und ehemaligen Fremdenlegionar Rofewary zu 10 Jahren Zuchthaus, weil er den Franzosen bel der Besetzung Mülhausens als Führer gedient hat. In der gleiche» Sitzung erhielt der Gelegenheitsarbeiter und ehemalige Frcmdenlegionär Vippus wegen versuchten Kricgsverrats drei Jahre Zuchthaus. Die Krtreldtinagarine in Antwerpen nnverlehrt. Mannhe im, 22. Olt. Die „Rhenania"-Speditions- Gesellschaft in Mannheim teilt der „Badischen Landeszcitung" mit, daß nach einem ihr zugegangenen Bericht die Getreidemagazine in Antwerpen völlig unversehrt seien. Die Schifffahrt sei zwar durch die versenkten Schiffe behindert, doch werde dieses Hindernis schon in nächster Zeit behoben sein, so daß in etwa 10 Tagen die Schisfahrt in Antwerpen wieder frei sein dürste. lintriüiifuntg der evang. Zttlime im Felde. Unter dem Vorsitze des bekannten Pastors D. Weber in M.-Gladbach ist ein Ausschuß zusammengetreten, deffen Zweck ist, die Tätigkeit der Feldpredigcr in aller und jeder Weife zu unterstützen. Es sollen de» Feldpredigern zunächst fromme und vaterländische Schriften zur Verteilung zugeführt werden. Später sollen womöglich die anzusammelnden Mittel auch dazu verwendet werden, eine weitere Vermehrung,der Feldprediger über den jetzigen Stand hinaus durchzuführcn. Gaben sind an den gcfchäftsführendcn Ausschuß für die Unterstützung der evangelische» Militärsceisorger im Felde nach Köln, Postscheckkonto 22260 zu richten. Tchivittigkeit der KrikOhrW peit Mivtstasrika. Ans Südafrika geht dem „Nieuwe Rotterdamfche Cour" ein Artikel seines Johannesburzer Korrespondenten zu, der auf die erheblichen Schwierigkeiten hinwcist, die sich einem Erobe- rungsseldzug gegen Dcutsch-Siidwestasrila eiitgegenstellen. Es heißt darin: „Da stehen nun unsere Truppen an dem unwirtlichen , Strand von Angra Pequena, jetzt Lüderitzbucht genannt, oder liegen in der Kalahari und haben zu tun, um die Angriffe deutscher Patrouillen aus die Polizeistationei» der Union zurückzuweisen. Einer dieser Posten wurde bereits überfallen und die kleine, sieben Mann starke Besatzung vertrieben. Bevor die Deutschen wieder abziehen, schütten sie die Brunnen zu oder weisen wohl gar Aas (?) hinein und machen auf diese Weise das Waffer ungenießbar. Gerade wegen des Wassermangels stehen die Anführer unserer Truppen vor einer mühevollen Ausgabe. Haben doch die Deutschen deswegen Jahre gebraucht, um den Ausstand der Herero niederzuwerfen. Die Möglichkeit ist durchaus nicht ausgeschloffen, daß in Europa Friede geschloffen wird, lange bevor unsere Truppen Herren von Deutsch-Südwestasrika sein werden." (*iit dentfchcr Kriegsgefangener schreibt seinem Bruder über die Behandlung der Gefangenen in Frankreich folgendes: „Am 11. September wurde ich mit vielen anderen Verwundeten und Krauten kricgsgesangen und in.drei Tagen »ach Limoges Uber Epernay transportiert. Von dort kamen die dann noch Transportsähigen über Lahors nach hier, Toulouse. Wir, drei Offiziere und ein Feldwebelleutnant, kamen zusammen hier i» das Karmeliter-Kloster. Wir haben ein lleines Zimmer mit mehreren Bund Stroh zum Schlafen, daneben ein größeres zum Wohnen. Einrichtung besteht aus Binsensitzstühien und Schnlschreibpulten als Tische:- und zum Untcrbringcn unserer geringen Habe. Durch die Anstrengungen des Transportes und die veränderte Lebensweise bekamen wir alle heftige Diffenterie: das brachte uns sehr herunter: doch die französischen Mcdecin-majors nahmen sich unser sehr an. Jetzt geht cs uns wieder gesundheitlich normal. Das Essen wird aus einem Hotel geholt, mittags 1 Uhr: Suppe, Fleisch mit Gemüse oder Kartoffeln, Trauben oder Käse: dazu Milch. Nachmittags 8 Uhr Abendessen': Eemüsegang mit Pudding, Früchten und wieder Milch dazu. Der Landwein, der bisher-geliefert wurde, bekam uns ickcht. Wir haben uns auch eine Petroleumlampe lausen dürsen. Morgens 8 Uhr Aufstehen, 7 Uhr Frühstück: Kaffee, einen Liter Milch und Brötchen „pistolet" zu 18 Centimes das Stück. Wir dürsen uns Schokolade, Butter, Käse, Früchte usw. auf unsere Koste» hole» lasscii. Wir erhalten keine Zeitungen oder andere Nachrichten vorn Kriege: es ist uns auch streng verboten, etwas über de» Krieg zu schreiben. 9t?ic geht es den Brüdern und Vettern? Allgemeines dürft Ihr über sie schrcibcii, aber nichts über den Krieg, / sonst erhalten wir die Briese nicht." Wir verössentlichen gerne diese Mitteilungen, weil sie gegenüber de» sonstigen französischen Schlech.igkeiten vielleicht manchem Angehörigen von deutsche» Kriegs- esangcnen zum Tröste gereiche» könnten. Abnahme des amerikanijchrn Außenhandels. Berlin, 23. Ott. Der Außenhandel der Vereinigten Staate» von Nordamerika betrug im September 1911 in der Einfuhr 189.2 Millionen Dollar (171 Millionen im gleichen Mona! des Vorjahres), in der Ausfuhr 1882 (218.2), sodaß der I Gejamthandel 298.4 (389.2) Millionen betrug. Ties bedeutet eine Abnahme in der Einfuhr um 31.8, in der Ausfuhr um 82. im Gesamthandel um 93V Millionen Dollar. Die Vereinigte» Staaten lönne» sich für diesen Rückgang des Außenhandels, der namentlich die Ausfuhr stark betrisst, bei England bedanken. deffen piratenhafte Kriegführung einzig und allein d!« Schuld an der Schädigung der neutralen Länder trisst. Der Wert der Mt» Milien Armee. Man kann wohl ohne Uebcrtreibnng sagen, daß die Armee, die bereits unter der monarchischen Regierung recht wenig neu zeitlichen Ansprüchen an ein Kriegsheer genügen konnte, jetzt in ihrem Werte noch wesentlich tiefer gesunken ist. Die republikanische Regierung hat weder die Macht, noch die Energie, andere Verhältnisse zu schassen. Es kommt hinzu, daß die politische Agitation in der Armee nach dem Sturz des Königs- tums keineswegs nachgelaffcn hat, Uiid daß die finanziellen Schwierigkeiten derart gewachsen sind, daß auch hier Schäden entstehen, die sich im Heere bemerkbar machen. Man ist „in der Ncorganisation begriffen" aber diese ist keineswegs ausge- führt. Das ganze Heerwesen ist mehr oder weniger aus dem Milizsystem aufgebaut, und eine kurze, ungleichmäßige Ausbildungszeit, sowie die schwachen bestehenden Kaders laffen mit Recht Zweifel zu, ob die auf dem Papier stehenden Streit- kräftc tatsächlich mit der erforderlichen Gesechtskraft an den Feind gebracht werden können. Der Dienst im aktiven Heer« sieht eine Rekrutenschule von 18-, 20-, 28 oder Mwöchtcntlich r Dauer, je nach der Waffengattung oder dem Hilfsdienstzweig vor. Für . • ;:e gewisse Anzahl von Mannschaften b,-siebt eine einjährige Dienstzeit, z» der zunächst Freiwillige herangezozen werde». Der Rest wird von den Mannschaften, die die Rekru tenschule durchgeniocht haben, durch das Los bestimmt. Wrr die poutugicsischen Militärverhültniffe aus näherer Anschauung kennt, der weiß, wie unendlich lax der Dienst tatsächlich g.-- handhabt wird. Abgesehen von ein paar Truppenteilen in Lissabon selbst, herrscht Jndisziplin und Bummelei in hohem Grade vor. Wie beobachtet werden konnte, erscheinen die Mannschaften sogar halb in Zivilkleidung !m Dienst. Im ganzen sollen im Mutterlande 30 080 Mann, di», in 8 Divisionen cingctcilt sind, vorhanden sein. In Wirklichkeit wird dieie Zahl niemals erreicht. Die Kolonialtruppen haben einen Fricdensstand, der zwischen rund 7000 u. 12 000 Mann schwanU: zur Hälfte sind es Eingeborene. Im Kriege sollen im Mutter lande Truppen mit einem Gcsechtsstand von rund 22008) Mann und 480 Geschützen ausgestellt werden, welche Ställe aber wohl kaum erreicht werden dürste. Alle» In allem ein gewiß nicht gefährlicher Gegner, deffen langsame Mobilmach ung auch die Schlagfertigkeit wesentlich herabmindert. Eefanaenenlaaer in Hcllen-Dassau. In das größte Kriegsgeiongenenlager der Provinz Hessen Nassau zu Niederzwehren wüldeii 2000 russische Gefangene ein- gelieserl, von schlesischen Landslärmern eskortiert. Die Gefangenen, die in den ersten Schlachten in Ostpreußen in Gefangenschaft geraten sind und fast durchweg die grüngraue Felduniform trugen, kamen aus dom Gefangenenlager des Truppenübungsplatzes Neuhammer, wo sie bereits sieben Wochen interniert gewesen. Alle Truppengattungen sind bei den 2000 Russen vertreten, nur Kosaken fehlen. Hie und da gewahrte man auch Infanteristen mit dem Namcnszug „W. R." vom 88. zn- santeric-Regiment Wyborg, dessen Chef unser Kaiser war. In dem Lager sind nunmehr Franzosen, darunter Turlos und Zuaven, Belgier, Rusien und Engländer, insgesamt gegen 17000 Mann untergebracht. — Zum Kommandanten des Gefangenenlagers bei Limburg a. d. Lahn ist Generalmajor Einer ernannt worden. Der Friedensfahrplttn. Vom 2. Novenibcr ab tritt der Friebcnsfuhrplan in Kraft. Wenn er auch gegen früher viel Einschränkungen enthalten wird, jo spricht es doch für die günstige Lage, daß ein besserer Verkehr Platz greisen kann. * Rekruten haben jetzt freie Fahrt. Minister von Brciten- bach hat verfügt, daß Rekruten gegen Vorzeigung ihres Gestellungsbefehls bis auf weiteres freie Fahrt aus ltz-n preußisch hessischen Staatsbahncn haben sollen, und zwar vom Heimatorle bis zum Earnifons- oder Ecstellungsoitc. Seither mußten Rekruten Fahrkarten lösen. Höchstpreise für Kartoffeln. Das Kreisamt in Fricdberg gibt bekannt, daß aus Grund des 8 1 des Gesetzes, betr. Höchstpreise, vom 4. Aug. 1914 die Hoch st preise für Kartoffeln wie folgt festgesetzt werden: 1. für beste ausgelcsene Speisekartosfcln d. Doppclztr. 5 Mt. 2. für geringere Ware d. Doppclztr. 4 Mk. 3. bei freier Lieferung in den Aufbewahrungsraum des Käufers »nd bei Verkauf auf den Wochennlürkten eine Mark mehr, wie unter 1 und 2 angegeben. Die Feslfetziiiig hat nur nach oben Geltung, geringere (!) Preise dürfen gee... .aen werden. Die Maßnahme >>l jo »iigcheuerlich, daß wir uns vor- rrst eines jeden Urteil? enthalten, umsomehr als wir fest davon überzeugt sind, daß sich diese Vcrsiigiing nicht halten lassen wird. Wir haben schon oft hervorgehoben, daß wir grundsätzlich auf deiil StandpniiU stehen, daß im Interesse der Volks- ernährung H ö ch st p r c i f e festgesetzt werden müssen. (Nebenbei gesagt soll man sich von der praktischen Wirkung nicht allzu viel versprechen.) Diese, dürfen sich nicht auf ein Produkt beschränken n. müssen einheitlich festgesetzt sein. Es ist erforderlich, datz man derartige Maßnahmen nicht ain grünen Tisch verfügt, sondern Männer der Praxis dazn- zicht und den tatsächlichen Verhältnissen Rechnung trc^t. Wie wenig das bei der obigen Verfügung der Fall ist, geht daraus hervor, daß im benachbarten Kreis Gießen die Preise um 1 Mk. höher ailgcsetzt sind. Daß inan gewohnter- inaßen in Preußeii den landwirtschaftlichen Verhältuiffeii »irbr eutaeaeukommt. wie in Helsen gebt daraus hervor, Nr. za t Seite 3. daß das Landratsamt in Marburg den Höchstpreis für auserlesene Speisekartoffeln auf 3.50 Mark für den Zentner festgesetzt hat. Bei Verkauf in Mengen von weniger als einem Zentner wird der Höchstpreis auf 5 Pfennig für das Pfund festgesetzt. Wenn seither schon geklagt worden ist. daß nicht genug Kartoffeln auf den Markt kämen, so wird die im Kreis Friedberg getroffene Maßnahme lediglich den Erfolg haben, daß erst recht keine Kartoffeln vcrkanst werden. Wie wir erfahren, hat der Vorstand der Landwirtschastskanuner in Hessen zu einer Sitzung eingeladcn. in der diese Tinge zur Sprache kommen sollen. I» der „Volksstimmc" war ein Aufsatz erschienen, in dem den Landwirten der Vorwurf gemacht wurde, daß sie mit dem Verkauf der Kartoffeln absichlich zurückhiclten. on ihrer letzten Nummer brachte sie folgende Entgegnung: Ihr Aufsatz in der Beilage zu Nr. 246 der „Dolksstimme" .ordert in einigen Punlten eine Entgegnung heraus. Zunächst ist es nicht richtig, wenn gesagt wird, daß die diesjährige Kartoffelernte zwar die vorjährige nicht erreicht habe, trotzdem aber eine gute sei. Der Deutsche Landwirtschaftsrat schätzt sie als eine Mittclcrntc, aber selbst das . dürfte für unsere Gegend kaum zutrefse», in einzelnen Sorten, z. B. Up to date ist sogar eine Mißernte zu verzeichnen. Was dann den Vorwurf betrifft, daß die Landwirte keine Kartoffeln abgeben würden, uni auf diese Weise eine Preiserhöhung zu erzielen, so haben wir einen Aufruf erlasse», in dem wir die Landwirte austordern, mit dem Verlaus der Kartoffeln nicht znriickzuhalten. Es stimmt zwar, daß die Landwirte mit dem Verkauf der Kartoffeln langsam tun, die Gründe hierfür Und aber anderswo zu suchen. Erstens wurden wie alljährlich eine bestimmte Menge von Kartoffeln vom Felde weg cinge- mietet oder cingekellcr«: sie wieder zu sacken und zu verladen, ist mit viel Arbeit verbunden, die man gerade im Herbst, wo sich die Feldarbeiten hausen, ganz besonders dieses Jahr, wo Ar- beitsliäste u. Gespanne lnapp sind, zu vermeiden sucht. Dann ist aber noch folgender Umstand wesentlich in Betracht zu ziehen: Ein großer Teil der Landwirte, namentlich die kleineren und mittleren, befinden stch in banger Sorge, wie sie ihr Vieh füttern sollen unh heben zu diesem Zweck die Kartoffeln aus! Die Futtermittclprersr sind zu nie dagewesener Höhe gestiegen und haben selbst die des Notjahres 1911 hinter sich gelassen. Es notierten auf dem Frankfurter Fruchtmarkt die 100 Kilo. Herbst tglO normaler Preis Wcizcnkleie 7.75—8.00 Roggenkleie 9.00—'.1.25 Te-Treber 12.50—12^5 Herbst 1911 Notstandsjahr 13.25-13.50 12.75—13.25 14.50—15.00 Herbst 1914 gcgenw. Preis 16.00—16,50 16.50-17.00 16.00 Das sind di« Preise für die hauptsächlich in Betracht kommende» Futter-mittel: bei den übrigen zeigt sich ein ähnliches Verhältnis: frische Biertreber sind kaum zu haben, da die Brauereien ihren Betrieb eingeschränkt haben. In normalen Zeitläuften würde der Landwirt seinen Vich- t stand einschränken. Jetzt aber hat die Regierung aus wohlerwogenen und gewiß zu billigenden Gründen verboten, daß 1. 1 trächtige Sauen, 2. Kälber unter 3 Wochen und unter einem bemicht von 75 Kilo, und 3. Rinder unter 7 Jahren, wenn iicht Krankheit, Unträchtigkeit oder ander- Gründe vorlregen, ,«schlachtet werde» dürfen. Es ist nicht folgerichtig, daß die sehörden ans der «inen Seite die Viehzucht und die Flersch- produktion heben wollen, auf der anderen Seit« keinen Finge: rühren, wenn die Futtermittelpreise zu schwindelhafter Höhe steigen. Alle landwirtschaftlichen Organisationen sind mit den Kon- fumcurcn einig, daß die Regierung hier etwas versäumt hat, was kaum wieder Mt zu machen ist. Die Frage der Höchstpreise für Getreide und Mülenerzeugnisie greift weit hinein in die Ernährung unseres Volkes. Wie aus obigen Ausführungen crsich'lich, wild auch die Preisbildung für Vieh und Kartoffeln davon berührt. Roch ist es nicht zu spät: hoffen wir, daß noch in zwölfter Stunde geeignete Maßregeln getroffen weiden. Jedes Zögern aber birgt schwere Schädigungen unseres wirtschaft- ichen Lebens in sich. Vereinigte Laudwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend. I. A.: Hirschel. KWprchc jiir lloyru und Weilen. Wie der „Franks. Ztg." von einer Seite mitgeteilt wird, sic als gut informiert gelten kann, konnnen die Höchstpreise »ächste Woche, jedoch nur für Roggen und Weizen. Als VreisbasS soll Berlin angenommen werden. Es worden gcstaiselte Frachtznschläge festgesetzt, je nach der Entfernung. Tic Preise betragen für Roggen 220 Mark, für Weizen 250 Mark. Wir vermissen bei dieser Nachricht, die Festsetzung der Höchstpreise für die Mühlenprodukte, Mehl und Kleie. Auch die Brot- und F l e i l ch p r e i je müßten dann einer siiegelung unterzogen werden. 3ur Fragt der liöchstpreiit für Febknsmittel äußert sich der frühere Reichstagsahg. Dt. Georg Heim in einem Aufsätze, den er dem „Berliner Tageblatte" und der „Frankfurter Zeitung" zur Lerössentltchung zugestellt hat. Dr. Heim ist mit UUS der Ansicht, daß eine schleunige Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide, Kartoffeln usw. unbedingt notwendig sei, auch darin stimmt er mit UNS überein, daß es sehr fthieehost und bedenklich gewesen sei, mit dieser Festsetzung solange zu warten. Er erinnert daran, daß er die Forderung schon IM August erhoben habe. Wir möchten bei dieser Gelegenheit nochmals in Erinnermrg bringen, daß der Bund der Landwirte unmittelbar nach dem Kricgsbeginn« den maßgebenden Stellen dieselbe Anregung unterbreitet hat. Dr. Heim stimmt endlich mit uns auch darin überein, daß bi« Festsetzung der Höchstpreise nicht genüge, sondern daß ein« planmäßig« Verteilung der Getreide- und Lebensmitteloorräte N«»e Tageszellnng . «»»tag. da« ib. Ovoder 191« und «in« Regelung des Verkehrs damit Hand in Hand gehen mäste. Schließlich faßt Dr. Heim seine Ausführungen dahin zusammen, daß es noch Zeit sei, planmäßig und krastooll ein- zugrcisrn, aber allerhöchst« Zeit. J Aus der Heimat. * Friedderg, 26. Olt Unsinnige Gerüchte. Gestern wurde hier erzählt, daß verwundete Franzosen, die in der Mi- litärniusikschule untrrgebracht sind, einen Fluchtversuch gemacht hatten. Die einen erzählten, es seien Sencgalncgcr gewesen und die anderen, die den Fluchtversuch noch romantischer gestatten wollten, sprachen von Frankttrcurs: die Erzählungen wurden in der abenteuerlichsten Weise ausgcschmückt. An der ganzen Geschichte ist, wie wir von zuständiger Seite erfahren, kein wahres Wort Es wäre wirklich am Platze, wenn derartige Schwätzereien nicht verbreitet würden. Ebenso ist cs geradezu unwürdig, wie sich die Menschheit am Tore der Musikschule drängt, um einen Blick in's Innere zu erhaschen und französische Verwundete zu erspähen. Gestern nachmittag war das Tor zeitweise geradezu belagert. Wir wollen hoffen, daß dieser Hinweis genügt, um dieser Neugierde ein Ende zu machen. * Friedberg, 26. Olt.Wie wir hören, sind heute die ersten belgischen Kohlen hier eingetrofscn und zur Entladung gekommen. Die belgischen Zechenöesitzer erhalten zwar das Geld für die Kohlen, die Verfügung über den Versandt aber liegt den zuständigen deutschen Behörden ob. * Friedderg, 26. Ctt. Seit heute ist auf der Strecke Fried- berg-Homburg ein neuer Fahrplan in Kraft getreten. Von Friedcbrg nach Homburg gehen Züge vormittags: 4.10, 5.10, 6.05, 8-21, 11.12 Uhr:. Nachmittags: 12.53, 5.13, 6.34. Von Homburg nach Fricdbcrg: Vormittags: 5.14, 6.35, 3.45, 11.25. Nachmittags: 2.38, 5.05, 7.11, 9.15 Uhr. * Frikdbcrg-Faucrbach, 25. Oft. Kürzlich meldeten wir, daß der Schwiegersohn des Eisenbahn-Wcrkführers Kern, Herr Heinz K r e m c r, das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten habe. Nun kam am Samstag die erfteuliche Nach- richt, daß der tapfere Krieger noch mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet und außerdem zum Offiziers-Stellvertreter ernannt wurde. Kremcr rückte als Rrferve-IInteroffizicr in das 81. Jnf.-Rcgt 3. Komp, ein, wurde unterdessen schon zum Vize-Feldwebel befördert und jetzt zmn Feldwebel-Leutnant. Er führte die 3, Komp., trotz zweimaliger Verwundung wo er in der Gefechtsfront verblieb, imincr siegreich. Sämtliche Offiziere dieser Komp, fanden den Heldentod, und dieser tapfere Krieger von Mut und Tapferkeit beseelt übernahni das Kommando. Me Achtung vor diesem wackeren Krieger! Derselbe war fiüher als Lokomotivheizer auf hiesiger Station tätig und wucde vor Ausbruch des Krieges nach Frankfurt versetzt. * Beuchenbrücke», 26. Oft. Den Hinterbliebenen der hiesigen bedürftigten Kriegsteilnehmer sucht man ihr Los möglichst zu erleichtern. So hat der Eemeiuderat in edeldenkender Weise gleich bei Kriegsausbruch bschloffen, zu den staatlichen Unterstützungen 50 Prozent aus der Ecmeindckaste zu bewilligen. Auch unsere Landwirte haben sich sehr erkenittlich gez.igt, indem von denselben, die Eörbelheimer Mühle mit inbegriffen, 52 schwere Säcke Kartoffeln gesammelt und unter die Familien je nach Kopfzahl verteilt wurden. Auch für das Rote Kreuz ist wieder fleißig gearbeitet worden. Eine Anzahl Frauen und Jungfrauen haben emsig genäht und gestrickt, lodaß 1 Dutzend Unterhosen, 6 Hemden, 15 Paar Sttümpse und 20 Paar Kniewärmer an die Geschäftsstelle' des Roten Kreuzes abgelieferi werden konnten. Die Wolle fttstetc Frau Schudt, der Gesangverein, sowie viele andere Ortseinwohner. Auch wurden an die gegenwärtig noch vor dem Feinde aus hiesiger Gemeinde stehenden Krieger Liebesgaben, in Zigarren bestehend, geschickt. Um die Wunden des Krieges lindern zu helfen, bringt die Schuljugend jeden Montag ihr Schärjlcin zur Schule mit. * Gicßru, 25. Okt. Nachdem kürzlich seitens der Stadt als Verkaufspreis der Kartofeln im einzelnen Pfd. 3 Pfg. als Höchstpreffc normiert wurden, l,at jetzt das Kreisamt für den Kreis Gießen einen Höchstpreis von 6 Mark für den Doppelzentner ausgelescuc Spcisekartoffeln und 5 Mk. fiir den Doppelzentner geringere Ware festgesetzt. Auch am Samstag waren keine Kartoffeln am Markt-angefahren, doch wurden seitens der Stadt wieder solche in Ouanti- tätcn bis zu 25 Pfund zu 3 Pfg. das Pfund verkauft. * Gießen, 25. Okt. Am Freitag vormittag hieß es plötzlich um 9 llhr 26 Min. kommen Gefangenst, Schnell hatte sich die Nachricht verbreitet imd eine Anzahl Zuschauer in der sicher Straße Aufstellung genommen, wo an dem Uebergang der oberhcssischen Eisenbahn, ganz in der Nähe der Kaserne, die Ausladung erfolgen sollte. Eine Abteilung Landsturm, mit cnffgcpflanztem Seitengewehr besetzte den Bahnsteig und die Polizei sorgte für Freihaltung der Straße. Pünktlich wurde die Barriere geschlossen tind alles wartete auf dos Einlaufen des Zuges, der schon tax Hauptbahnhof ftanb’ von wo er übergcsetzt werden sollte. Nachdem die Neugierigen so noch längere Zeit auf die erhofften Engländer gewartet, ging die Barriere wieder hoch, der Landsturm steckte seine Säbel wieder in die Scizeiden und das Publikum konnte wieder nach Hause wandern. Es war anderer Befehl gekonnnen und der Zug wurde nach dem Truppeniibungsplatz Ohrdruf m Thüringen weiter befördert. An dem hiesigen Barrackenlager ist freilich »och vieles fertigzustellen, doch wurden am Mittag noch eine Anzahl Gefangene in Zivil, wahrscheinlich Franktireurs, mittelst dreier elektrischer Wagen durch die Stadt befördert und in das Lager geschafft. Hessin-Nassau. * Wiesbaden, 24. Okt. Die oom hiesigen Magifttat und den ortsangesesieneu. Kreditinstituten wie Borschußverein, Ber emsbank, Landesbank, Deuffche Bank. Dresdner Bank. Diskonto-Gesellschaft, Mitteldeutsch« Kreditbank, Bank für Handel u. Jieduftrte und Bankhaus Berlec sowie der Handelskammer, Handwerkskammer und des Lokalgewerbepereins geplante Kriegskrcdittasie, die dazu dienen soll, das durch den Krieg ver- anlaßtc besondere Kreditbedürjnis für Gewerbe und Handwerk zu befriedigen, wird binnen kurzem ihre Tättgkeit beginnen. Eine ftattgehabte Sitzung des Organisationsaussihusics bcschäi- tigte sich nochmals eingehend mit allein einschlägigen Fragen. Ob die Kasse.«ine Aktiengesellschaft oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung sein wird, steht noch dahin. 250 000 Mk. sollen eingczahlt werden, davon hat die Stadt 80 000 Ai. übernommen. Der Rest wird von den Bankinstituten gemeinnütz gen Vereinen usw. aufgebracht. Aus diese cingezahite Summe wird ein Kredit von einer Million gewährt. Die Gewährung des Kredits soll gegen Acceplc oder durch Diskontierung »on Forderungen möglichst erleichtert werden. Der Zinsfuß für d ■ Dar lehn ist noch nicht bestimmt Die Dauer der Kaffe ist bi- 6 Atonale »ach Friedensjchluß festgesetzt. Die Geschäfte werden mit der Rcichsdarlehnskaße durch die Reichsbank geführt. * Wiesbaden, 20 . Okt. Das Pergreisen an fremdem Eigentum kann i» der Jetztzeit, wo cs sehr oft jeden Schutzes .»!- blößt ist, „ich! scharf genug geahndet werden. So begründete der Strafkammcrvonitzende ein auf 4 bczw. 2 Wochen laute,, des Urteil gegen den Gelegenheitsarbeiter Bott und den Taglöhner Alfred Troppmann aus Wiesbaden, die Anfang Scpt. einen Objldiebstahl ausjührten. Bott ist überhaupt kein Freund der Arbeit und ernährt sich lieber auf unredliche Weise. So nützte er in der letzten Zeit seine Frau sehr aus, die durch Unzucht ihren lind ihres Mannes Unterhalt auf der Straße verdienen mußte. Diese Tat muß Bott mit einem Jahr Gefängnis büßen. Damit er wieder an geregelte Arbeit gewöhnt wird, soll er nach verbüßter Strafe der Landespoli zcsorbö.de zwecks Unterbringung in ein Arbeitshaus übcrwiclen werden. * Rüdesheiw a. Rh„ 24. Ott. Mit der Lese wird in hiesiger Gemarkung am 26. Oktober begonnen.- Die Aussichten sind äußerst ungünstig. Wcinbausachvcrständigc schätzen das Ergebnis der Ernte aus ein Zwanzigtel Herbst. Mancher Weingutsbesitzer dürfte gar keinen Ertrag erzielen. Schlechter Tlü- tenverlauf, Heu- und Saucrwurm, Peronofpora haben vereint gewirkt, um die diesjährige Weinernte in der herrliche» Rii desheiiner Ecmarknng zu Grunde zu richten. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, kühler, nordwestliche bis westliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsches, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch m i d t, Friedderg. Druck und Verlag der „Skeuen Tageszeitung" A. G., Friedberg i. H. In Frankreichs Erde ruht mein Glück. Am 22. August starb den Helden-| tob fürs Laterland mein innigstgelieb- I ter, unvergeßlicher Bräutigam, unser Schwieger- | sahn, Schwager und Onkel Wilhelm Reiuhack Nes. Inf. Reg. Nr. 168. Gronau, den 25. Okt. 1914. Familie Laupns. Während des Friedberger Marktes halte ich mit einem Transport schwerer ArbtiHserdt (Füchse und Braune) darunter sehr schöne Stuten in den Stallungen von Metzgermeister Fritz Neuß in Friedderg (Am alten Bahnhof). Salomon Roth > ankfurt Bockenheim Gr. Scoitvafie Nr 11. Telefon Taunus 3730. Auf meine Bitte Tür oje not- leidende Vcoötlerung Ostpreußens ist mir eine Fülle gpler nützlicher Sachen zngcgangcn. lodaß 18 Frachtstücke «.'gesandt weiden konnten. Herrlich dankt Iten gütigen Gebern für ihre nlssbereitschajt. srau Direktor iJalfer. Fräulein snchr einfach möbl. Zimmer mit Morgenkaffee in der Näh« der Bahnho »slraße. Offerten m. Preisangabe unter h. 2665 an b. Exp. der Neuen Tageszeitung. Mehrere 100 Zentner sicheln abzugeben Friedrich Diunv, Wachenbuchen. Telefon Nr. 1041, Amt Hanau. 1 Fuchs Wallach 3V« Jahre alt. schwerer Belgier, zugsest, sehlerftei, hat zu »«laus. Adam Koch 8., Gastwirt. R»nn«ne»th bei Hungen. Nr 251 9ltut Tageszeitung. Montag, den 28. Oktober 1914 Seife 4. Merkblatt für Feldpostsendungen. 1. Partatarif. jT-b-i 'st genau zwischen Linien- Res»°--. Landwehr- 6. Postsendungen an Angehörige der Marine. Gewöhnliche B.ieie bis 50 Er sowie Postkarlen portofrei, u»-> urmKupp.ne.^^u^n erlche^Le 0 Compagnie des bi- sich bei Behörden -der Marineteile., am Land, befinden. 12. Reserve-Jnfanterie-Regiments, jsch, Eie im ^Frieden zu adressieren__(aljo außer dem Marine a darf die Bezeich' über I>Ü dis 250 Gr. 10 Pjg. Außerdem werden, wenn die Verhältnisse es gestatten, zeitweilig Feldpostbriefe im Gewicht bis 500 8 sPorto 20 Pf.) zu.,elassen. Hierüber ergeht jedesmal eine besondere Bekanntmachung, in der die Frist, während der Sendungen dieser Art versandt werden dürfen, genau bezeichnet ist. Postavwetsunge» (Höchftbetrag 100 SJit.) 10 Pfg. Geldbriese bis 50 Gr. und bis 150 Mk. Wertangabe', portofrei' über 50 Gr. bis 250 Gr. und bis 300 Mk. Wertangabe 20 Pfg., über 50 Gr. bis 250 Gr., mit über 300 bis 1500 sondern sie mutz lauten:)^?' der Behörde usw. auch den Bestimmungsort angeben!). tll. Reservekorps >Bel Sendungen an Marineangehörige auf Schiffen ist in der 5. Reserve- 2nfanterie-Di- ^ufjchrrst neben der näheren Bezeichnung des Empfängers nur vision x** Schiffsname, nicht aber der Bestimmungsort, anzuaeben. Reserve-Infanterie- RA ^ " Regiment Nr. 12 3. Bataillon 9. Kompagnie. crr/ • ------ \ vvi -oiiummuHusuu, I'iur Marineangebvrigc. die sich beim mobilen Landheer befin = [ren, gelten die Vorschriften für das Feldheer. Palete werden sowohl an die am Lande befindlichen Ma ^».eangehörigen als auch an die Besatzungen der Schisse ange- an sotzbata.llone oder um Ersatzbataillone der Regimenter handelt. Ln ru benutzen ^ des Eine Kürzung wie „Ersatzbataillon Nr. . . ." Ist unzulässig. " _* „ . 5 ftm weil dann nicht tlar ist, ob gemeint sind das „Brigade-Ersatz '• Postocrkehr mi LJTlb fwi+itt II r\n “ rtSm- 'ftnc fPi-trt ff .„r ~i 4 ^llsfsor> >dii im. oder das „Ersatzbataillon des Infanterie mit unseren deutfchcn Kriegsgefangenen. Als Postsendungen an diese sind zugelassen ^ offene Brief nung des Truppen leils nicht lauten III. Armeeloips 5. Infanterie-Division Ne>eive-Insa„tei,e- Regiment Nr. 12 3. Bataillon ü. Kompagnie Inommen. 'Wertangabe: 40 Pfg. snur zur tatsächlichen Eeldübermittlung,.^^^'.^-zechnung^v.m ^^^^»«-,1-« ^°sga^Ä-^ie ^°wöb7Ück>-n^°li-^ick.° Ä r+ tie0 ^ iffe Prioatpackereien (bei bet Landarmee nur zugelasfen an soübataillone oder um Eriaübataillone der Reaimenter bandelt L„ ... l£ ^ en ’ aI i° ^ IC blöueM ^eldpostanwersun Militärpersonen in festen Standorten — Garnisonen — des Deutschen Reichs mit Ausnahme der Standorte in den elfäffi- [ fc^eii Kreisen Alttirch, Mülhausen, Gebwciler, Thann und bataiUon Nr. . . . ----— ____________ VVi , rf -, -------___ ~.~ r _____________„ l|V „ v Colmar), Porto wie in Friedenszeiten. Regiments Nr. . . oder das „ErfatzbataiNon des Referve-In- ohne Nachnahme, nämlich offene gewöhnliche Briefe, Wogen der Prioalpa.kercion an Angehörige der Kaiserlichen sanier,^Regiments Nr. . . ." oder das „Ersatzbataillon des “? b ?"^Ä^papiere. Wnrtn.» Nunkt (i Landwehr-Jnsanterre-Reglments Nr. . . v r ”x Cr /v l v e und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme. X m f , «.«„ih.mnc; ,„,h Ansenitunas ® ci Bezeichnung von Landsturm-Bataillonen ist genau da- ^ostpakete bis 5 Kg. ohne Nachnahme. Wegen der Pakete mit Bcllcidungs- und .lusrmtungszu achten, ob sie eine Nummer tragen, wie z'. B. „Land- Die Sendungen sind gebührenfrei Sie müssen den Der stucken an mobile Truppen der Landarme- stehe Punkt 8. sturm-Bataillon Nr. 14". oder ob nur der Aufstelkungsmt an -nerk „Kri-gsgef-nq-nenfendung- tragen 2. Aufschrift der Feldpostscndungen gegeben ist wie z. B. „Landsturm-Bataillon (Eelsenkirchen)". Poltanweiiunaen sind nneiönkin ->»' Briefen und «ostkarten -n mobile -d.,h. nicht i.n ",n'K RrKIndr"^"n,n°nnn?°eben sind die sür,den,Luslanbsverkehr vorgesehenen stanweisung ist a» die Ober- adressteren: die Adresse des , ... . „.n die Geldsendung bestimmt ^ 2tJ) bcrL«äsk»n Hl Sin» die Ausschriften nicht deu-lich, vollständig und richtig.!^ "^ »Kn^S-sai'gen-ns-ndung. Tanrci" nieder,«schreiben, su werden die Sendungen nicht an Sie Empfänger besördert - ^ °"sp>!-8lt I'm- P°st,-»dungen erst dann an Kricgsge- soiidern sogleich an die Auslicsercr zurückgefandt. mangene abzmenden. wenn sie ihre Adresse mltgctcilt haben. 3. Beschaffenheit der Feldpostsendungen. j 3 m Verkehr nach Frankreich können, auch Ipenn der A„s- Die Feldpostsendungen können bei der Beförderung durch^athaltsort des deutschen Kriegsgefangenen nicht bekannt ist, i.i —----- ' '' " ■ Sendungen an ihn abgesandt weiden. Sie sind dann mit der äußeren Adreffe zu versehen: A la croix rouge iranfaise Commission des prisonniers de guerre Paris 9 rue Matignon. 8. Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke an Offiziere und Mannschaften der Feldarmee Feldpostbrief An den Gesreiten der Reserve Herrn Martin Schmidt ü. Reserve zz,,rps 'Rcs.-Znfantene-Rcgim-nt Nr. ^^Patter' 12. Reserve-Dimüan............................... h Bataillvn j Eskadr. | Abteilung! Kolonne Besondere Formationen I .............—.................................. (Flieger, Funker U'w.s ^ b) bei Briefen und Postkarten an Militärpersonen ... . ..... - stK N..,-. . . - »>■>—H,... seften Ekandorten (Garnisonen) des Deutschen Reichs mit An- oes Behälters die Flüssigkeit ausgesaugt wird, gäbe des Bestimmungsortes, also z. B. ' ,„,s c............... , Feindesland keineswegs immer pfleglich behandelt werden. Sendungen mit Warcninhalt (Liebesgabenpäckchen) deshalb, sehr oaucrhast verpacken, also starke P-ppkartons, scstes Packpapier oder dauerhajtc Leinwand verwenden! Klammerver- schlüsse sind fast durd,weg ungeeignet. Die Päckchen, auch die mit Klammcrvcrschluß versehenen, sind allgemein mit dauerhaftem Bindfaden fest zu »mschnüren, größere Sendungen mehrsach. Bei Feldpvstbriesen mit Flüssigkeit muß sich dieser :n einem starken, sicher verschlossenen Behälter besinden, der in einem durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker„„ ^ . .... .... «... . Pappe fest verpackt ,st. Dabei muffen sämtliche Zwischen X^" Scunat besindlichen Eriatztruppc»tc,l (Er. — räume mit Baumwolle. Säg-spän-n oder einem schwammigen -Abteilung oder -Kompagnie) des lm F-Idr in Stoff- Io angcffillt sein, daß bei», etwaigen Schadhaftwerden Truppenkörxers als irankiertes Pastpalet >— - (Porto bis 3 Kg. wie bei Pfoten an Mannschaften bis zum Feldpostbrief An ........................................................................ den Unteroffizier Herrn Otto Kugel Potsdam Ersatz-Bataillon 3.Komp. .......... Armeekorps tes I. Garde-Rcgts. zuFuß Baller. .............. Division Bataillon Eskadr. Abteilung Kolonne Besondere Formationen s ................................ (Flieger, Funker usw.) rlrcichHölzer und andere fcucrgesährliche Gegenstände, ins- dere Tajchenfeuerzeuge mit Benzinsüllung, dürsen in Feld- Feldwebel Adreffe: aufwärts 20 Psg.) zu senden. Beispiel für die An das Ersatz-Bataillon Infanterie-Regiments Nr. 48 in Cüstrin. Aus dem Abschnitt der Paketkarte (Postpaketadrcffe) ist die aus Adreffe des eigentlichen Empfängers — z. B. Musketier besonder, postbriesen nicht versandt"werden, ebensowenig Butter u. Fett. Kann die Aufschrift nicht auf den Sendungen unmittelbar niedergeschrieben werden, so ist sie haltbar aus ihnen zu befestigen. Sendungen, die diesen Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Postanstaltcn unweigerlich zurückgewicscn. ^genaus -. m -i ■ii 4. „ormulare. >Weber 8. Kompagnie Fnfanteric-Rcgiinents 48" — anzugeben, en x e 5 r ?- fc " .F-ldpost-Br,-,nmschlag-, ein-mit dem Zusatz: „Dieses Paket ist mit dem nächsten Militär- fache Feldpostkarten und sologe mit Antwort, die mit Vordruck i-an-port mit,ulenden " für die Aufschrift und für die Bezeichnung des Absenders ver-I . . mt . „ -. . . K sehen sind, mit 1 Psg. sür 2 Briesumschläge und mit 5 Psg. fürL 2st dem Absender des Paketes der Standort be» Ersatz- amtlichen genau übereinstimmen: auch sollen solche Formulare in Form. Größe und P.apierstärke nicht wesentlich von den amt-^^ mit den!^"^" Generalkommando erfragen. Den im Felde stehenden Truppen ist von ihren Dorgesetz- ... ........ „„____ .....____DM..... „„„ DD ten die genaue Bezeichnung des sür sic in Betracht kommenden lichen abw-ich-n. Feldpost-Briefumschläge sind deshalb tunlichst Ersatztruppenteils mit der Weisung bekanntgegeben, ihn allen i„ 5s.,>. (i7„_____ i * r-. , ... ^ .s . , „»,lalle» ou Pakete an Angehörige höherer Stäbe sind den stellvertretenden Generalkommandos zu übersenden, die die Weitcrbesör- dcrung einem Ersatztruppenteil übertragen. Von Zeit zu Zeit weiden nach vorhcrgegangener besonde- mit Vordruck zu verwenden (siehe auch Punkt 4). Name des Empfängers nicht nur. sondern auch die Ziffern in den Nummer» der Divisionen. Regimenter usw. müssen sehr deutlich, schars und genügend groß geschrieben sein, reine blasse Tinte möglich stets auch Der Truppenteil genommen (Porto einheitlich 25 Psg ). Die Postverwaltung den amtlichen Briesumschlägen und Feldpostkarten anzugcbcn. zeichne». Deutschen Reichs befinden. Zeitungen und ^ecktlchriften'1llr''s/"r'-s°ng-höri»- können besördert solche Pakete ' bis zu -incm"der im Deutschen Reich D-hernicht nur van den Truppen selbst bei den Feldpostanstalten. !°n- ^ «enteilen. Die Bekanntmach- nd genügend aroh geschrieben sein. Daher nicht nur von den Trappen selbst bei den Feldpostanstalten, son-oer lvllluarverwal.ung ^ur oieici ^rocne cinflcrunicxen und leine feine Schrift anwenden! Wenn dern auch durch Familienmitglieder oder sonstige Personen ber Bon da ab übernimmt die Mllltarvermaitun den Absender vermerken! de« heimischen Postanstnllen bestellt werden. Die Bezieher sind <^elterbeforderung der Pakete bis zu den Truppenteilen eil ist in der Reihenfolge des Vordrucks auf dabei genau nach Name, Dienststellung und Truppenteil zu be- '^^^ndungsbedmgungen sind aus der besonderen Bekannt o-fs.—ns—4... -------^ - --;-r ung zu ersehen. Wkljkkkk liuubrrt sind neu eingetroffeli 1 $%. in einfarbigen Stoffen, weichen Flauschstoffen neuesten Karos offen und geschloffen zu tragen zu bekannt billigen Preisen. z« M. o." rr?° io.- 12 ?° io. irr. 21 . 'Jliiifrf,fiii(i!iiil!(ij iidi(ief(i)iu(itjf Mäntel in Tuch, Plüsch, Astrachan, Krimmer ,)>> Mk. 1 . 9 .- 1». 22. 25. 30.- und höher Liornehme Jackenkleider LS I« Mt. <5.- 21.- 2ll. :)•>,- so.- unb m „ tV a * c ' ®‘i r!,ö «‘ 5 ' Kragen und Muffen ' besonders !Zungcs Mädchen sucht Stelle sür II. Haushalt bei' wenig Lohn. Zu erfragen unter W. 2888 bei der N. Tageszeitg. Strickwolle. Mililärnnlkrhiijell, Ktinden. Anierjackeil, Kniewärmer, leibbinden, hoseiiiräger, Vhrcnschäher billigst bei Netscher L Hauck FrirÄbcrg, Engelsgaffe 10. Friedberger Pferde- und Fohlemrrarkt. Der Friedberger Pferde- und Fohlenmarkt findet in der bisher üblichen Weife am Dienstag, den 27. Oktober lfd. Js., der Rindvieh- und Schweinemarbl Mittkvoch, den 28. Oktober lfd. Js. statt. Bon einer Berlosung und Prämierung wurde abgesehen. Friedberg» den 17. Oktober 1914. Der Bürgermrfffrr. , Stahl. G° Schulhof jetzt besonders billig. an der Burg 2nh. A. Weftheimer Kaiferftr. 5. 'kbcgcn Aufgabe der Land- wiitJhaft ein gutes Arbeitspferd 7 Jahre alt, treu und zugfest, zu verkaufen. Johannes Richter t„ Gastwirt, Riebcr-Weifel. Zn verkaufe» 1 gutes Arbeilsps'cr!) bei Heinrich Ulrniri.hodrnbiich slybrrhj. ^ie 4. mobile Llinilmehr-Kskaiiron deren Angehörige zum größten Teil dem Kreise Fried- brrg entstammen, hat um Uebersendung von Liebesgaben gebeten. Erwünscht sind wollene Unterjacken, Pulswärmer, wollene Strümpfe, Tabak, Cigarren, Cigaretten, kurze Pfeifen, Hosenträger, Briefpapier, Dörrfleisch, geräucherte Wurft. Die Ersatz-Eskadron in Darmstadt ist bereit etwaige Gaben anzunehmen und weiter zu befördern. Ersatz-Eskadron Leib-Draaoner-Regiment Nr. 24.