Nummer 247 Mittwoch, den 21. Oktober 1914, 7. Jahrgang Alf ,.< c,ie SfljMjfihnta" aldjtint ,eden Werltag. Regelmäßige Beilagen „Per Parier aus f,essen". „Pie Sp-nnssul-e". Pepi-zopreis: Bei den Poi,anstalt.-n »leeieliayrlich M! 1,85 -ei de» Agenten monatlich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägertohn. Anieigcn: Grund-,eile 20 Psg., totale 15 Big. An,eigen von auswärts werden durch Pd lnrchnachne erhoben Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Verlag Friedberg (Hegen), Hanaueritraße 12. Fern gr-ch-r 4P Posischeck-Lonto t'tr. 485», »lmt Frantsiirt o. AI. Der Stand des Krieges. Die Franzosen abermals vor 8 ?ie Lilßc auf den KriegsslhuMen. Der erst- Kriegsabschnitt in Frankreich war durch jene Pgerationcn ausgesüllt, die daraus abzielcn, den längst vordere! U tcu Angriss der französischen Armeen aus die deutschen Gr--I,en zurllckzuschlagen, den Weg durch Belgien zu ösfnen und i!-n du ich die Eroberung des nördlichen sranzosischen und bcl- „ -sil.cn Festungsgürtels zu schützen. Die Franzosen warsen ihre g.sunnc Macht den Deutschen entgegen, es gelang ihnen auch, d.i SJtitte und ihrer linken Flanke die Deutschen zurückzu- dtängcn, nicht aber sie dort zu umgehen. Auch scheiterten ihre . wiederholten Versuche, die deutschen Armeekorps im , ns den Rhein zurürtzuwersen und von Ihrer Verbindung Nti! der,, Zentrum der deutschen Aufstellung zu trennen. Wäre :icii ca» gelungen, dann würde der ganze deutsche Feldzugs- -!- -erstört worden sein. Unsere Heere hätten den Rückzug u n. oder sick^an ungünstigen Stellen gegen einen an Zahl . . erlegenen Feind schlagen müssen. Der zweite Kriegsabschnitt begann mit der bereits fünf ' .'-:n andauernden Schlacht an der Marne und Aisne. Die Versuche der Franzosen und der Engländer, den rechten nördlichen Flügel der deutschen Ausstellung zu umgehen, sind gescheitert, hoben aber bcwirlt, daß die Schlachtlinie sich von Bel- jort über Verdun, Reims, Royon und Arras in 8-sörmigcr Linie bis Antwerpen ausdchnte. Die Engländer hatten besonders auch damit gerechnet, daß Antwerpen noch mehrere Wochen die deutsche Belagerungsarmee festhalten könne. Die Engländer wollten dann eine Armee in Belgien landen und im Verein mit Belgiern und Franzosen die in Belgien stehenden Armcclorps über den Hausen werfen, Antwerpen besetzen, Belgien befreien und die von Reims bis Verdun operierenden deulschcu Truppen zum Rückzug zwingen. Das englisch-sran- zösische Programm ging in die Brüche, Dank der Tapferkeit, Ausdauer, der geschickten Führung und technischen Ucbcrlegen- lei! der Deutschen. Der dritte Kriegsabschnitt des deutsch-französisch-englischen Krieges begann mit dem Fall von Antwerpen. Damit sind die deutschen Armeen nun in der Lage, sich nicht nur in der Hauptschlachtlinie zu verstärken, sondern durch die Besetzung der belgischen Küste ihre Front zu verkürzen und sich gleichzeitig im Rücken vor englischen Landungen zu sichern. Danach ist zu cr- warlcn, daß die Operationen aus dem ausgedehnten französische» Schlachtfeld nunmehr rascher sortschreiten und sehr bald zu einer Entscheidung führen werden. Schon sind die großen Brummer, die bereits mehrere Forts in Trümmer gelegt haben, vor Verdun aufgcfahren. Ihr furchtbarer Donner, der an den Wänden der Vogesen sich bricht und die Wälder der Argonncn durchbcbt, wird wohl das Signal zum allgemeinen Angriff unserer durch große Zuzüge aus Belgien und Deutschland verstärkten Heere auf die Front der Feinde sein. Wie diese Völkerschlacht enden wird, darüber ist kaum ein Zweisel zulässig. Deutschland wird, weil einig, siegen. Rach Frankreich kommt England dran. Wie aus dem westlichen, so geht cs auf dem östlichen Kriegsschauplätze vorwärts gegen den Feind. Die Oesterreicher haben ihre große Festung Przemysl, bis wohin die Russen vorgedrungen waren, glänzend verteidigt. Zugleich hat der siegreiche Vormarsch der von Hinoenburg geführten deutschen Armee die Vereinigung mit den Ocstcrrcichcrn hergcstellt und die Richtung auf Warschau genoncmcn. Tie Zahl der in den letzten Gefechten seit acht Tagen gemachten russischen Gefangenen beträgt bereits 15 000, die der Feldgeschütze 50 Stück. Acht russische Armeekorps wurden über die Weichsel zurückgeworscn. Die russischen Behörden in Warschau flüchteten. Hindenburg hält fein Wort: er werde bald die Russen aus Polen auskchren. Dann wäre aber immer noch ei» Feind zu bekämpfen: England. Es hat den Krieg hcraufbeschworen, und so Gott will, wird ihm auch sein Lohn werden. Der Tagesbericht. sW. T. B.) Grosses Hauptquartier, 20. Oktober, vormittags. Amtlich. Tic deutschen von Ostende längs der Küste vorgclicndcn Truppen stieben am -')>icg" am GuccvcRückcn errungen wurde, weiter südlich ein rccl ernsterer. durch Artillerie unterstützter serbischer Angrifs tkulig abgewicsen wurde. 3) Aus Romanje Planiua setzt die von den Serben angeblich geschlagene Division eben die Säccbc rnngsaltion fort. Teile derselben haben am 12. und 13. Oktober in bravourösen Kämpfen drei bis vier serbische Vataillone zersprengt und zahlreiche in den Wäldern uniherirrcndc Soldaten und Ofjiziere gefangen genommen. Dadurch ist die serbische Kricgsberichtcrstattung zur Genüge charakterisiert und bedarf keines weiteren Kommentarcs. v. Pctiorcsk, Feldzeugmcistcr. Das Tatcnscld van Przemysl. Wien, 20. Okt. (W. B. Nichtamtlich). Der Berichterstatter der „Neichspost" schildert das Totenfeld vor Przemysl folgendermaßen: Es ist ungeheuer, wie viel tote Russen voi Przemysl gelassen worden sind. Ich sah dort Masscngräbc! von riesiger Ausdehnung. Trotzdcni liegen noch Tausende vor ungeborgencn »eichen aus den Feldern. Weithin ist Tod uni Vernichtung gesät, soweit wir sahen. Wir haoen geschanzt was wir konnte», aber für Tausende von Armen gäbe es do>2 noch Arbeit, um die breiten Spuren des tausendfachen Todes zi verwischen. Die Stürme der Russen waren schon vor den ersten Verhauen vor Przemysl zusammengebrochcn. Achtmal setzten si, neuerlich zum Angriffe an, aber achtmal erstarb der Sturm ii vernichtendem Feuer, das sic empfing. Auf dem Felde sander wir weithin im Umkreis Abzeichen des 127. russischen Infanterie Regiments, das zu Grunde gegangen ist. Uebercinstimmend melden die Berichterstatter, daß die Russen jeden Versuch de, Verleit/igcr, die russischen Leichen aus dem Festungsglacis zu begraben, durch heftiges Schrapncllfcuer verhinderten, augenscheinlich, um eine Verpestung der Luft hcrbeizuführen und den Aufenthalt in der Festung hierdurch unmöglich zu machen. D°c Italiener besetzen Valona. Rach der „Franlfurtcr Zeitung" gibt der „Messager»" ein Extrablatt aus, wonach V a l o n a durch eine Matroscnkom- pagnie des Kreuzers „Agordat" und des Torpcdobootszcrstörers „Dardc" besetzt wurde. Das Infanterie-Regiment 47 am Locce fei gleichfalls dorthin unterwegs. Die Regierung nib' zwar ein Dementi aus, doch höre ich aus bester Quelle, daß das Dementi nur kurze Zeit aufrecht erhallen wird, weil man bald vor einer vollendeten Tatsache stehen wird. Oie Kämpfe m der ttanMilhen SjKirfjrllinit werden anschaulich in folgendem Feldpostbrief geschildert, den wir der „Rordd. Allg. Zeitung" entnehmen: „Vor Toul, 8. Oltober. Zr- Hause wird man wohl die letzten 1 l Tage ungeduldig auf den weiteren raschen Vormarsch gewartet haben. Von mir aus kann ich wohl das litte ii abgeben, ohne unserer militari scheu Zensur zu ve-fallen, daß die Erenzfcstungcn Nancy unt Toul nicht nur durch die Kunst der französischen Ingenieure sonder» auch durch das Berg- und Waldgclände um sic herunganz jormidable Stützpunlte sind, die zu nehmen Schwierigkeiten bereitet. Anno 70 gad's kein bejestigtes Trouand und St. Nicolas bei Nancy, und die Eskadron von Kleist ritt damals mit echt -preußischem Husarenschneid ganz allein weit vor der Front unbehelligt in die Stadt und an Toul, das sich lange hielt, marschierte man vorbei. Diesmal iit's anders. Jeder Walcsireifsn und jede Bergkuppe eignet sich hier zur Verteidigung, Schritt für Schritt wird nachgcdrängt und tausend ehern» Schlünde senden Too und Verderbe» ins Vorgcländc und in dl» Forts, in drcietagrgen Schützengräben mit Draht- und Astver- hauen lauert die französische Infanterie, in Betonunterständct Übersicht sie den Granathagcl, und oerjenlbare PanzertürniSl die sch!- er zu saßen, antworten donnernd aus die dcutschcii Bomvrn. In echt französischer, hinterlistiger Weise Hai mal auch schon im Frieden die Beihilfe der nicht fechtenden Zivilöc- völlcru-'.g vorauslv dacht und in die Keller der »inliegenden Dörfer Telephone gelegt. von wo den Verteidigern die einge- grabenen Stellungen der deutschen Batterie» verraten werden Lichisiguale hatte o.'.an scheu oster beobachtet und dann verhindert. Bolcrihunde uit Halsbändern für Depeschen durch die 'Wälder flochten sehen, auch nächtliche Boten abgcschossen, Tan- bcnschlägc ausgchobcn und den Inhalt verzehrt, aber die unlcr- t'.dischcn Baueriücllsriclci'honc waren doch etwas Uebcrraschen- des. Die Besitzer, wenn sie nicht gie-.ci) verduftet waren, hatten ja ihr Leben verwirkt, aber auch r.v; mancher Kanonier war nt.vn Seite 2 schon zu Schaden gekommen, weil die Spione die Stellung der Geschütze bis aus Meterentsernung angeben konnten. Die auf- sallenc Präzision der überhaupt nicht schlecht schießenden französischen Festungsartillerie und das unerwartet rasche Ausfin- oe» der doch immer verdeckt stehenden deutschen Batterien war ja nun erklärt, und gar bald fand man auch in anderen Orten Kcllcrtelephone. Von ihren Fliegern haben die Franzosen im Festungskriege viel Stutzen. Es lasten sich Erdwcrke trotz Laubverdeck nicht verstecken, und wenn ein Flieger in 2000 Meter in für unsere Geschütze nicht mehr erreichbare» Höhe einige Zeit gekreist hat und. uns unsichtbare, Zeichen gegeben hat, manchmal auch Lcuchikugeltt hat fallen lassen, dann kan» man sich im Zeitraum weniger Minuten auf eine „rasale" (Windstoß, Sturm), das sranzöstschc höllcnftncr, gefaßt machen, das in der Distanz und Richtung vorzüglich dirigiert ist." (frrtiitforDmmg im prenMtn Landtag. Berlin, 20. Olt. (SB. V. Nichtamtlich). Dem preußisch.» Landtage wird ein Gesetzentwurf vorgclegt werden, durch den die Staatsregierung'einen vorläufigen Kredit zur Deckung teils der naturgemäß durch den Krieg hervorgcrufcnen ilu:fälle bei den Staatseinnahmen teils der besondere» Kriegsousgaben im Interesse der Bevölkerung erbittet. Der Text des Gesetzes schließt an das Etatsgcsctz für 1914 an, durch welches der Finanzminister zur vorübergehenden Berstärkung des Betriebsfonds der Eencralstaatskoffe durch die Ausgabe von -chatzonweisungen bis 100 Millionen Mark ermächtigt wird, und sieht eine Erhöhung dieser Summe bis zur Höhe von 1500 Millionen vor. Zn der Begründung wird ousgesiihrt, daß sich gewistc Stockungen in den Staatseinnahmen, namentlich bei der Staatsciscnbahncn, aber auch bei den Steuern usw. bemerkbar machen. Die endgültige Deckung sei erst nach Abschluß des 'tatsjahrcs möglich, und zur vorläufigen Deckung müßten als- oald die Mittel der Ecncralstaatskasfe verstärkt werden. Eine solche Verstärkung sei ferner notwendig mit Rücksicht aus die neu hcrvortretendcn Kricgsausgaben, unter denen die Aufwendungen für die Hilfsaktion zu Gunsten Ostpreußens und einzelner geschädigter Teile Westprcußens im Vordergründe stehen. Für diese Hilfsaktion allein sollen Geldmittel bis 400 Millionen Mark bereitgehalten werden. Der größte Teil der Kriegs- ausgnben wird zunächst nur in Vorschüßen geleistet und später durch Rllckeinnahmen wieder ausgeglichen, sodaß cs auch in tiefer Hinsicht nur eines vorläufigen Kredites bedarf. Drr WMiiitgprojtl! in Sdrnjfino. Sarajewo, 20. Olt. (SB. B. Nichtamtlich). Hochver - rareprozcß. Das Beweisvcrfahrcn wird Heute fortgesetzt. Es wird eine große Anzahl Zeugen, meist Bekannte der Angeklagten, zum Teil Zeugen des Attentats, vernommen. Einige davon sind verleitet. Kennzeichnend für die Tätigkeit der Ra- rodna Obrana find die Aussagen von Trisko Krstanovia, welcher unter Eid aussagte: Er sei auf der Suche nach Arbeit in Belgrad vor der Annexion von serbischen Gendarmen angehal- tcn und mit dem Hauptmann Tankosic bekannt gemacht worden, Dieser nahm ihn sofort als Komitatschi an. 140 solcher Komitatschie wurde» im Minenlegen, im Sprengen von Tunnels und in der Zerstörung der Bahnkörper unterwiesen. Die Rarodna Obrana befaßte sich mit Spionage und hatte einen llcinen Wafsenvorrat im Kriegsministerium. Zu den Mitgliedern gehörten Staatsbeamte und Ofsizicre. Rach siebenmonat- lichcr Verwendung erhielt der Zeuge eine Mitgliedskarte der brarodna Obrana, die in der Vifttenkarte des Bozo Milanooic bestand, auf der sich die Worte Rarodna Obrana, sowie das Siegel (über zwei Händen ein Totenkops) befanden. In Serbien hörte er überall immer nur Worte des Hasses gegen Oesterreich-llngarn. Er erklärte weiter, daß alle Vorbereitungen zum Kriege gegen Oesterreich-Ungarn getrosten gewesen seien Zu der Zeugin Talanga äußerte Cabrinovic am Tage vor dem Mordanschlag: Franz Ferdinand wird nicht regieren. Im nächsten Jahr wird König Peter Bosnien regieren. — Zur Zeit Annexionslrise war die Tätigkeit der Rarodna Obrana, . :rcn Werkzeuge die Komitatschis waren, gegen Oesterreich- Ungar» gerichtet, gegen welches ein Krieg auf Leben und Tod gepredigt wurde. Die Rarodna Obrana wurde von der serbischen Regierung unterstützt und mit Wasscn versehen. Cabri- novre bestötigie diese Aussagen. Aus gelegentlich des Krieges in ini Äleinzworni! Vorgefundenen Akte» über die in Bosnien betriebene Spionage ist fcstgcstellt worden, daß Serbien >n der Losnicaer Kundschaftsftelle allein über hundert Spione in Bosnien verzeichnet hatte. Aus den Akten ging klar hcrvcr, daß die bosnische» Sokal- und Antiallohol-Vercine nur ein Deckniantc! für die Tätigkeit der Rarodna Obrana zur Vorbereitung des Krieges und von Ausständen in Bosnien waren. Zn einem mit dem Landcschcf Potiorck ausgcnommenen Protokoll schildert dieser ausführlich di- bekannten Vorgänge beim Anschläge. Ein anderer Zeuge, der als serbischer Soldat in Valjewo gedient hat, sagt dahin aus, daß die Bildung von Komitatschi- bandtn 1000 ins Leben gerufen worden ist. Sie wurden von eer serbischen Regierung bcwassnct. Ihre Führer waren aktive serbische Offiziere und Unteroffiziere. Ihre Tätigkeit bestand darin, in den türkischen Provinzen Ausstandsbewegungen her- vorzurufcn. (*itt Lchnrkc. Unter der Anklage des Landesverrats, Raubes, Er- Weisung und der Plünderung hatte sich der Besitzer LudNug vienkowski ans Alt-Ukia (Kreis Sensbnrg) vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Rach der Anklage ist der Angeklagte ein großer Rnssensreund, der den Einmarsch der russischen Truppen in Ostpreußen mit Freuden begrüßte. Die Anklage behauptet vom Angeklagten, daß er die Russen nachdem sie am 29. August d. I. in Alt-Ukia einmal- schirrten, dort zu reichen Leuten umherführte, mit ihnen die Geschäfte aufliichte, sich von den Geschäftsleuten traktie- re» ließ, m,d wo er nichts erhielt, drohte, den Russen Anzeige »tue Tageszeitung. Mittwoch, den 21. Oktober 1»l« zu erstatten, und sich an den von vielen diesen begangenen Plünderungen beteiligt habe. Ferner wurde ihm zur Last gelegt, die Russen mit „unsere Truppen" bezeichnet zu haben, und mit den Russen auf die uniliegenden Gehöfte gefahren zu sein, um Pferde „billig zu kaufen." Ferner werden den, Angeklagten mehrere Erpressungen zur Last gelegt. Der Angeklagte leugnet jede Schuld. Auf Grund der Beweisaufnahme wurde er aber zu drei Jahren und drei Monaten Zuchthaus und zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der erste österreich'ilcht WEN in Serlin. Am Sonnabend mittag traf auf dem Militärbahnhof in Moabit der erste österreichische Sanitätszug mit 150 meist schwer verwundeten Kriegern deutscher Regimenter, darunter 30 Offiziere, von Radom nach 50stündiger Fahrt ein. Es war ein Malteser-Sanitätszug, der unter der Leitung des Fürsten Franz Liechtenstein stand. Zum Empfang des Zuges hatte sich der stellvertretende Militär-Jnspektor der freiwilligen Krankenpflege Fürst Hatzfeld eingefunden. Der Zug bestand aus 15 Krankenwagen, einem Kommandantenwagen, einem Speisewagen, einem Personenwagen, einem Küchenwagen, einem Vorratswagen, einem Magazin wagi^i und einem Rüstzengwagen. Mit' -dem Fürstev. Licchtcnstein begleitete der Generalrezeptor Graf Franz Hardegg den Zng. Den ärztlichen Dienst versah der Chefarzt Dr. Ritter von Bielka mit zwei weiteren Aerzten und vier Krankenschwestern. Das Personal bestand aus zwei Rechnungsführern, zwei Köchen, einem Küchenjungen, 1fr Wärtern und einem Schlosser. Alle Einrichtungen des Zuges wurden von den anwesenden deutschen Sanitätsoffizieren und den Vertretern der freiwilligen Krankenpflege eingehend besichtigt und fanden uneingeschränkte Anerkennung. Die Verwundeten, die sämtlich aus den letzten Gefechten in Polen stammten, wurden in Krankenkrastwagen verschiedenen Lazaretten in Groß-Berlin zugeführt. Ans England. Weitere Angriffe gegen Minister Churchill. London, 18. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Die „Morning Post" komnit in ihrer Nummer vom 15. ds. auf ihre früheren Angriffe auf Churchill zurück und bemerkt zu dem Artikel der „Times" folgendes: Eine große Stadt in die Schrecken einer furchtbaren unnötigen Beschießung hineinzuziehen ist der Ausdruck einer Sympathie, auf die das belgische Volk sicher verzichtet haben dürfte. Die Zeitung führt weiter aus: „Wir erfahren, daß die Behörden von Antwerpen entschieden hatten, daß die Uebergabe der Stadt unvermeidlich wäre, und daß der Besuch Churchills eine Aenderung der Ansicht herbeiführte. Dieser konnte die Behörden nur ver- anlassen, auszuhalten, indem er ihnen mitteilte, daß er zur Verteidigung der Stadt eine angemessene Macht bringen würde. Die Truppen, die er organisierte und absandte, bestanden zum Teil aus Freiwilligen mit einwöchiger Allsbildung. Was die Verantwortung anbetrifft, braucht man uns nicht zu sagen, daß die Expedition nicht ohne Zustimmung der Kollegen Churchills abgesandt werden konnte. Aber wir glauben, daß die Zussimmung, soweit fachmännische Kollegen in Betracht kamen, dringend gefordert und bereitwillig erteilt wurde. Wir schreiben die Verantwortung hierfür Churchill zu, weil wir im Kriege mit Tatsachen rind nicht mit Formen zu tun haben und wissen, daß Churchill mit Leib und Seele für die Expedition war. Wenn es der Plan des Kabinetts oder des Kriegsamtes und nicht der Adniiralität war, wie kommt es, daß das Korps ausschließ, lich aus Seesoldateu und Freiwilligen der Flotte bestand, während einige 100,000 Mann an Territorialtruppen vorhanden sind? Wir bedauern, diese Kritik machen zu müssen, weil wir Churchills Mut und korrekte Haltung zu Beginn beS Krieges bewunderten, aber die in unseren Händen befindlichen Tatsachen zwingen uns, zu betonen, daß gewisse Charaktereigenslhaften Churchills ihn in der jetzigen Stellung zu einer Gefahr und Sorge der Nation machen.' Ter Krieg kostet England 220 Mark pro Sekunde. London, 18. Okt. Der bekannte englische Sozialpolitiker Sidney Webb hat einen Vortrag über die ökonomischen Folgen des Krieges für England gehalten. Er sagt darin, daß der persönliche Unternehmungsgeist durch den Krieg gebrochen war, da es des Vertrauens des Kapitals der Sicherheit, der Schnelligkeit und der Organisation entbehrte. So hatte beispielsweise die englische Regierung für 18 Mill. Pfund Stetling Zucker aufgekauft, obwohl sie 6 Monate vorher nicht 100,000 Pfund zur Errichtung einer Rüben- zvckerfabrik bergeben wollte. Der Krieg kostet England Tag und Nacht 11 Psund Sterling pro Sekunde. Ein Krieg, wie der jetzige, kommt wirklich einem ökonomischen Erdbeben gleich. Niemand kann voraussehen, bis zu welchem Grad von Gutem oder Schlechtem sich die Welt als Resultat des Krieges verändern wird, aber die Veränderung wird zweifellos kolossal sein. Englische Verluste. Mailand, 20. Okt. Der „Cor- riere della Sera" meldet aus London: Nach aintlicheu Berichten beträgt der Verlust des englischen Heeres während der Känipfe an der Aisne von, 12. Septeniber bis 18.Okt. an Toten, Verwundeten und Vermißten 651 Offiziere und 12,980 Soldaten. Aus brr UlfII bro Islams. Wien. 20. Okt. (SB. B. Nichtamtlich.) Die „Südslli- wische Korrespondenz" meldet aus Koustantinopel: Di- ganze türkische Presse beschäftigt sich mit der in alle» muselmanischen Ländern beginnenden islamitischen Bewegung. „Tcrdscknmian-i Hakikat" bemerkt, die allgemein» Bewegung des Islams stamme nicht etwa aus dem Hasse der Mohammedaner gegen die Regierungen der Triple-Entente, sondern aus dem Streben, sich bei der große» Abrechnung nach dem Kriege die Eristenz zu sichern. „Taswir-i-Efkiar" erklärt, die ägyptische Frage stehe in engstem Znsammenhang nüt der ganzen Orientsrage. — Türkische Blätter veröffent- I'chen den Artikel des sin Odessa erscheinenden „Odesskij Li- stok", der wegen des Falles von Antwerpen in scharfen' Ausdrücken gegen England schrieb, Englands Vorgehen ei wecke den Glauben, als wolle es sich von den anderen die Kastanien aus dem Feuer holen lassen. Organisation der islamitischen Bewegung. Berlin 20. Okt. Die „B. Z. am Mittag" meldet ans Köln: Nack einer Athener „Times".Meldung beabsichtigt, glaubwürdigen Konstantinopeler Mitteilungen zufolge, Enver Paschc einen Ausschuß zu bilden, der eine islamitische Dewegunc ins Werk setzen soll. Aus Acgvptcn und Indien. Berlin, 19. Okt. Derr „Lokalanzeiger" wird aus Koustantinopel gemeldet, daß a»- Kairo telegraphische Nachrichten vorliegen, wonach sich di< Eingeborenen deni Versuch der Engländer, die ägyptischen Truppen zu entwaffnen, widersetzten. Es kam z» einem Gefecht, in dessen Verlaus von beiden Seiten 150 Mann sielen. Auch in Alexandrien haben sich ähnliche Kämpfe abgespielt. Die Engländer mußten den Truppen vorerst die Waffen belassen. Unter den indischen Soldaten gkeife eine Massenflucht um sich) an einem einzigen Tage seien 30 Mann gehenkt worden. Auch die Pest breite sich in Indien aus: täglich sterben 25 Mann. (fin Zcliiit über fljriftoifnin und ßrirg. In den „Stimmen ans Maria-Laach" (Freiburg i. Br., Her- dersche Verlagsbuchhandlung) schreibt der Jesuit Lippert über die Frage, ob der Ehristenglaube mit dem Kriegsgeistc vereinbar sei, u. a. folgendes: „Die Erhebung des deutschen Volkes ist wahrhaftig zum Gottesdienst geworden. Wir haben die großen Plätze in Kirchen verwandelt, wo die Tausende deutscher Männer entblößten Hauptes standen und beteten und sangen. Wir sahen die Kirchen überfüllt, und in manchen Familien ward in diesen Tagen zum erstenmal wieder ein aufrichtiges, inbrünstiges Tischgebet gesprochen. Ehe das deutsche Volk aufbrach zur Slbrechnung mit seinen Feinden, hat cs die Knie gebeugt und das Haupt geneigt, so wie die Engel des Herrn es wohl tun mögen, wenn sie zu einem Gottesgericht ausziehen. Zwar ' haben wir gebetet um den Sieg unserer Waffen, und damit um Niederlage, um Ruin und Tod für unsere Feinde: und wir haben es aufrichtig getan und von Herzen, ja mit einer furchtbaren Berufung aus das Ehristentum und das heilige Evangelium. Aber wir durften cs auch tun. Denn wir hatten vorher unser Kriegsgcbet geprüft an den Geboten des Evangeliums, hatten unsere nationale Begeisterung den Satzungen des Christentums untcrwgr. fsn und uns nach strenger und ehrlicher Erforschung sagen dürfen, daß unsere Sache gerecht und sittlich sei. Nicht zur Eroberung wollten wir ausziehen, nicht In gewaltigem llebermut, nicht in blindem Haß gegen friedliche und harmlose Völker jenseits der Grenzen und jenseits des Meeres. Kaum daß wir in Deutschland eine Schmähung gegen die Feinde hörten, die aus gemeiner und niedriger Rachsucht gekommen wäre. Wir läuterten unser» Zorn zur gerechten Entrüst- l iig eines Menschen, der sich gegen Unrecht und Heuchelei zur Wehr setzt. Wir ziehen nicht aus gegen wehrlose Ausländer und nicht gegen verwundete Krieger, wir speisen und tränken vielmehr auch die hitslos gewordene» Feinde und begraben ihre Toten unter Gebeten. Und wo einzelne unreife Dotksgcnosicn sich zu unwürdigem Tun hinreißcn ließen, da wurden sie vom Votkswillen selbst rasch und energisch zur Ruhe verwiesen. Das deutsche Volk hat seines nationalen Sinnes Ritterlichkeit bewiese», und damit sein Recht, zum Gott des Evangeliums zv beten, sein Recht, den christlichen Namen zu tragen. Denn de: christliche Gott ist ein Liebhaber des vornehmen und seinen Geistes, ein Gott der Ncrnunst und des Rechtes, so gut wie er ein Gott der Menschenliebe und des Erbarmens ist. So ist auck der scutschnationalc Geist der deutschen Katholiken im Ein klang geblieben mit dem Bekenntnis ihrer völkcrumspannendei Kirche: denn auch dieses Bekenntnis bedeutet vor allem Seelen große und Treue, Gerechtigkeit und Liebe." JUtffidj prlmlfe jr. in Pfiitidjlnnb aiiffiiljrl Der Leutnant Delcassck, der Sohn des berüchtigten französischen Ministers und Deutschenhetzers Dclcassü, isi bekanntlich gefangen genommen und nach Deutschland ge- bracht worden, wo er in Merseburg neben anderen französischen Offizieren im „Gasthaus zur Resource" untergebracht ist. Dieses Gasthaus ist nämlich jetzt zu einem Lazarett umgewandelt worden, in dem die französischen Offiziere die verwundet gefangen genommen wurden, untergebracht sind- Nun hat auch der Leutnant Delcassck zwei leichte Schnßverletzungen aufzuweisen, Io daß auch er im Lazarett Aufnahme finden mußte. Er benimmt sich hier aber so unleidlich, daß sogar die französischen Offiziere baten, von sei- ner Anwesenheit befreit zu werden- Er mußte darum in ein besonderes Zimmer gebracht werden. Aber auch hier hat er sein Wesen noch nicht abgelegt. Er renommiert in geradezu unerträglicher Weise über die große Bedeutung seines Herrn Papa, der augenblicklich in der Welt der bedeutendste Mann sei. Wie die „Hallesche Zeitung" erzählt, hat er auch bereits mehrfach seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß er als Sohn eines so großen Mannes nicht in einem Gasthaus untergebracht werden dürste. Er hatte bestimmt erwartet, daß man für ihn ein Schloß bereitstellen würde. Er war^arum lehr erstaunt, daß er nicht mit der Bedeutung aufgcnoinmcn wurde, die ihm gebührt. Das Beste koiuiut aber noch. Er bat nämlich sich es auch nicht nehmen lassen, selbst in der Gefangenschaft von „Revanche" zu spre- chcn. Jedes- 'weite Wort lwißt bei ibm -Revcuube." LllL, Nr. 247 _ ___ kr dabei zu aufdringlich und frech wurde, haben sich die Be- i dienungsmannfchoften, die außerdem unter seinem brutalen lLcsen viel zu leiden haben, seiner durch einige handgreis- . liche Maßnahmen erwehrt. Jedenfalls scheint er ein wür- biger Sohn seines Vaters werden zu wollen. Er schwört > übrigens auch heute noch darauf, daß die Revanche kommen werde. Wenn auch vielleicht nicht in diesem Kriege — daran , glaubt er selbst nicht mehr — so doch gewiß in einem zu- künftigen, der dann koinmen würde. 100000 Francs franr. Kriegsschalt erbeutet. Der Oberleutnant d. R. im bayerischen Jnsantcrie-Leibre- jimcnt Wilhelm Mantel Hai mit seinem Zuge einen Stabspackwagen mit Kasse (180 (HM) Francs) und wichtigen militärischen Papieren c.aeutet. Ein80jähriger Major als Kriegsfreiwilliger Aus Arad (in Ungarn) wird gemeldet: Der 80jährige pensionierte Honvedmasor Fustin Bajnok suchte bei Beginn des Krieges um seine Reaktivierung an. Sein Gesuch wurde zweimal abschlägig erledigt: als der Greis seine Bitte jedoch zum drittenmale vortrug, wurde seinem Wunsche willfahrt, und der alte Militär, der de» italienischen Feldzug 1859 und die Okkupation Bosniens mitgemacht hat, wurde der gegen die Serben kämpsendcn Armee zugeteilt. Außer Bajnok stehen auch seine drei Söhne im Felde. vrr ßüiskr slhit! den KolLitlk« firbrogabr« ins Ftld. Die Kaiser! che Gutsvcrwaltung in Kabinen hat aus Beseht des Kaisers ein Automobil mit Liebesgaben beladen, das Gcheimrat von Etzdorfs persönlich zur Ostarmce ins Bor- dcrtresfcn gebracht hat. Die Liebesgaben bestanden ans allem, was Schloß Kadine» augenblicklich aus seinen Vorräten herzu- gebcn vermochte, namentlich waren es Kafsee, Brot, Wein und Zigarren, die einstweilen zu beschafsen waren. Weitere Automobile mit ähnlichen Ladungen sollen nach dem Befehle des Kaisers folgen. (Oesterreich'a G„be für Ostpreußen. Die preußische Etaatsrcgierung hat an den Bürgermeister Wcißkirchner ein Schreiben gerichtet, in dem für die 20 008 Kronen, die der Bllrgernieister der deutschen Botschaft in Wien zur Luiderung Krer durch den Einsall der Rusien in Ostpreußen verursachten Rot hat zugehcn lasten, namens der preußischen Staatsiegierung für die hochherzige Spende der Gemeinde Wien der wärmste Dank gesagt wird. Die reiche Gabe sei als Beweis tcr Anteilnahme brüderlich mitfühlender Herzen und treuer Lundesgcmcinschajt in Freud und Leid von besonderem Wert. Die deutsche Kartoffelernte. Der Deutsche Landwirtschastsrat gibt folgende Schätzung der «eartosselcrnte im Reich bekannt: Aus Grund der amtlichen Hcltarschätzung in Preußen, Mecklenburg-Schwerin und Königreich Sachsen, nach den Saatcnstandszisscrn der übrigen Bundesstaaten und unter Berücksichtigung, daß ein Teil der Kartosselernte in Ostpreußen und Oberelsaß infolge der kriegerischen Ereignist« nicht geborgen werden kann, ist die gesamte Kartof- jelerntc im Deutschen Reich auf 47 Millionen Tonnen zu schätzen, dies sind über 2 Millionen Tonnen mehr als der zehnjährige Durchschnittscrtrag von 1904-13 mit 44,8 Millionen Tonnen. In den letzte» jüns Jahren betrug die deutsche Kar- töfselcrnte: 1909 : 46,7 Mill. Tonnen, 1910: 43,5 Mill. Tonnen, 1911: nur 34,4 Mill. Tonnen, 1912: 50,2 Mill. Tonnen und 1913 5s Millionen Tonnen. Die vorjährige Ernte war die größte, welche jemals auf deutschem Kulturboden gewachsen ist. Besonders ungünstig ist die Ernte in diesem Jahre ausgefallen in Brandenburg, Posen und Mecklenburg, eine bcsricdigende bis gute Ernte habe» zu verzeichnen: Ostpreußen, Wcstprcußen, Westsalen, Hessen-Nassau, Rheinprovinz, Königreich Sachsen, sowie säst ganz Süddcutjchland. Hiernach bildet die diesjährige Kartosjelcrntc in ibrer Gesamtheit eine Mittclernte, die eine sichere Unterlage für die Volksernährung während des Krieges bis zum nächsten Erntcjahr gewährleistet. Kriegsallcrlci. Wie Frau Rcüepcuniiig den Sieg feiert. Die Hausbesitzerin R-depenning in Stettin, die aus dem Obcrwicck mehrere Häuser besitzt, sch:a:e ,» W ir, thron Häusern wohnenden Miets- rartelen einen Br:rj, worin sie, wie man den „Hamburger Nachrichten" mittciit, eine Mietsstcigerung von durchschnittlich vier Mark im Monat ankündigte und diese Botschaft in folgende» Worten mittciltc: Herr und Frau % R.! Die gewaltige Wendung, die durch di« Gnade des Allmächtigen Gottes unsere durch seine Wacht und Kraft bewaffneten Truppe» uns errungen haben, lasten uns in eine große gesegnete kommande Zeit blicken. Mochte unser Volk jo viel Gnade nie vergessen, nie den alten Gott, der Staat und Volk vor allem llcbcl bewahrt. Ihre Wohnung lostet vom 1. Oktober ab 30 Mark mehr. Achtungsvoll Frau Redepeniring. Da werden die Mieter der Frau Redepenuiug noch manches aussichcu müssen, wenn wir so weiter siegen. Der beleidigte Hund. Geburtstag hat der Hamathees Do tat ich em sein Wunsch erfülle, Habb cm cn große Hund gckaast, Den er sich längst gewinscht im Stille Des war e Freud vom Hamathees, Wie ich des Morgens gratulierte. Und wie mit kräftigem Wau-Wau Sich das Geschenk gleich präsentierte. Dann gab s e großes Raruensscst. llird schließlich hat ich vorgeschlage, — Der Hund, des war ein glatter Kerl - Den Name Grey, den sollt' er trage. Wie des der Hund gehört hot, ach Den Blick, den wer',, ich nie vergestr — Neue Tageszeitung. Mittwoch, d«a 21. Oltober 1S1« Den er mer zuwars, in dem Blick ; . Do lag en Schmerz, net zu ermestc. ** * Und schüttelt zwiiämool mit dem Kopp Und — schwupp — hat er Reißaus genomm« — Wir laufe nach — er nix wie fort, Und is aach net mehr widderkomme. Tbr Nickel««». Ans der Heimat. * Friedberg, 21. Okt. Die vereinigten Posaunenchöre von Friedberg und Bad-Nauheim werden am nächsten Freitag nachmittag zu Ehren unserer dort vorhandenen Der- wlindetcn in B a d - N a u h e i m vor den Militärlazaretten konzertieren. In Friedberg blasen die genannten Vereine während des Bestehens der Militärlazarette daselbst regelmäßig an jedem Sonntagvorniittag von 10 bis 12 Uhr. * Friedberg, 21. Okt. Gestern hat Herr Pfarrer Dr. Praxmarer die Stätte seiner 14jährigen Wirksamkeit verlassen, um die Pfarrei St. Martin in Worms zu übernehmen. Die besten Wünsche, nicht nur aus seiner bis- hörigen Gcnicinde sondern auch weit darüber hinaus, be- gleiten den Scheidenden. Mit dem gleichen Tage hat Herr Pfarrer Freih, Gedult von Jungenfeld die hiesige katholische Pfarrei übernommen. Sein bisheriges Wirken gibt die Gewähr, daß er sein Amt ebenfalls zum Segen unserer gesamten Bevölkerung ausüben wird. * Friedberg, 21. Okt. (Gewerbeschule Friedberg.) Der Unterricht beginnt voraussichtlich Mittwoch, den 4. Nov. 1914, vormittags 9 Uhr. Die neu eintretenden Schüler, sowie diejenigen der mittleren und oberen Klasse wilden ersucht ihre Anmeldescheine, unverzüglich, spätestens aber bis zum 24, Oktober 1914, an die Schulleitung cinzu- sendcn, da von der Anzahl der Schüler der Beginn dc3 Unterrichts abhängig ist. * Friedberg 21. Okt. Tie Musterung des ungedienten Landsturms findet morgen Donnerstag, den 22. Oktober für die Orte mit den Anfangsbuchstaben A—H (cinschließl.) statt, am Freitag, den 23. Oktober für die Gestellungspflichtigen aus den Orten I—Z. * Friedberg, 20. Okt. (Postalisches.) Es scheint immer noch nicht genügend bekannt zu sein, daß die Postverwaltung in größeren Städten einen sogenannten Eilabholungsdicnst eingerichtet hat. Dieser Dienst erstreckt sich darauf, ge- wohnliche Briesscndungen (Briefe, Postkarten, Drucksachen und Warenproben) iin Ortsbestcllbezirk ans Verlangen bei den Absendern durch Eilboten abholen und zur Postbesör- derung aufliefcrn zu lassen. Die Anmeldung von Auf- trägen zur Eilnbholinrg kann durch Fernsprecher (Anruf Nr. 98) oder mündlich am Schalter oder schriftlich erfolgen. ES werden erhoben: für die Eilabholung einer Briefscndnng 25 Pfg.: bei gleichzeitiger Abholung mehrerer Briefsendungen desselben Absenders für die erste Sendung 25 Pfg., für jede weitere 10 Pfennig, bei Zurückziehung eines Auftrages, sofern der Eilbote den Weg bis zunr Absender bereits angetrcten hat, 25 Pfg. Tie Gebühren hat der Absender bei der Ucbergabe der Sendungen, die Gebühr für die Abmeldung bei der Meldung des Boten bar an diesen zu entrichten. * Merkblatt für Feldpostsendungen. Im Reichs-Postamt ist ein Meekblait für Fcldpostsendungcn zrstammcng'-..-t worden, dessen Inhalt weitesten Kreisen nach Möglichkeit zugänglich gemacht werden soll, damit sich das Publikum daraus über die einschlägigen wichtigsten Fragen leicht nntcrrichlcn kann, wie z. B. über den Portotarif, die Aufschrift und Beschaffenheit der Feldpostsendungcn, die vcrgedruckicn Fcldpost-Vricsumschlägc und Zcldpostkarten, Zeitungsbestellungen nach dem Felde, Postsendungen an Angehörige der Marine, den Postocrkehr mit unseren deutschen Kriegsgefangenen und die Pakctscndungcn mit Bekleidung!,- und Ausrüstungsstücken an Offiziere und Mannschaften der Feldarmee. Das Mcrlblatt, das namentlich auch dazu beitragen soll, die noch immer bestehenden zahlreichen Mängel in der Adressierung und beim Verpacken der Fcldpost- sendungen tunlichst zu besciligen, wird demnächst bei sämtlichen Pesianstalten riuschiießlich der Posthilsstellen ausgehängi, sowie nach Herstellung der Gesamtauflage an den Postschaltein kosicnsrci an das Publikum bei Nachfrage abgegeben werden. Auch werden die Gemeindevorsteher sämtlicher Orte im Reichs- Pastgeiiet ohne Postanstali, feiner di- Handelskammern und andere Korporationen Abdrücke erhalten. * Abgabe von Pferde» durch die Landwirtschastskammer Tarinstndt. Auf dem Traiu-Erfatz-Depot in Darmstadt werden nächsten Freitag, den 23. ds. Mts. vormittags h-tztg Uhr ca. 40 Stück nicht mehr brauchbare Militürpferde, dar- imtcr mich ca. 15—20 trächtige Stuten, gegen Barzahlung versteigert werden. An der Versteigerung können sich nur Landwirte beteiligen, die die Verpflichtung ein- glhen, daß sie die ersteigerten Pferde bis z» Ende des Krieges in ihrem Betriebe behalten und verwenden wollen. Ein Weiterverkauf ist also siir die Kriegszeit ausgeschlossen. Eine besondere Benachrichtigung der Landwirte, welche Pferde bei der Landwirtsckvstskaniiuer bestellt haben findet nicht niehr statt. * Gettenau, 16. Okt Obmann Otto Stcfsan des Turnvereins Gettenau konnte mit Hilje der Turner, bei der bekannten Opferfrcudigkeit der Gcttenancr Burger vergangenen Dienstag 11 Ctr, Kartoffeln zum Besten des „Roten ! Kreuzes" anliesern. Die Kartoffeln selbst wurden von K. ! Hnub-Echzell übernommen und sofort bezahlt. Zwerhun- ! dort Mark werden an das Krciskomitce des Roten Kreuzes I abgeliefert. Diese zweite Sammlung schließt sich würdig ! der an die Lazarette nach Gießen gelieferten Sendung I an. Die Bürger der Gemeinde Gettenau gaben wie folgt: ! 5 Sack G. Steffan, 4 Sack H. Stcfsan, je 2 Sack W. Ostheim 1 tJid, W- Sricsf II« Ga. Mobs. G. Köhler, D. Wenzel, H. Seite 3. Wenzel V., Hch. Lsthcim I., H. Wentzel, W. Baumann I., je 1 Sack: H. Dallwitz, O. Herzberger, K. Wetzstein, H. Spengler, W. Hitz, H. Osthcim VIII,, H. Ostheim XIV,, W. Schreiber, O. Nllhl, G. Ostheim, H. Schreiber Ww„ H. Rcos I., Gg. Weitzel, W. Schuchhardt, O. Wentzel, H. Leo- pold, Ph. Ostheim, K. Wentzel, W. Rieß. An Geld je 2,50 SNf-: K. Eichclman», G. Oestreich, H. Rau IV., H. Koch, H. W. Eichelmann, H. W. Weitz, Ph. Ostheim, W. Ostheini II.. W. Stoll, W. Baumann, W. Stesfan I., K. Streckfuß, K. Spengler, H. Wetzstein, W. Niklas, W. Steffan III., K. Walther, W. Glaub, K. Rau, W. Kriegs I., H. Weitzel, H. Ostheim, G. Stcfsan, Joh. Glaub. Den Gebern besten Tank. Ter Turnverein Gettenau. Obmann Otto Stesfan. * Illphe, 22. Olt. Am Sonntag Abend hielt dahier i:u Ncunobelschen Saale Herr Psarrer Kullmann von Bersladt c> »cn Vertrag über die Flotte und den gegenwärtigen Krieg. Die hiesige Ortsgruppe des Deutschen Flottcnvercins unter dem Vorsiz des Herrn Wilhelm Filsinger und Lehrers Biedcnlopf hallen zu diesem Vortrag eingcladcn. Es waren nicht nur die Mitglieder, sondern noch sehr viele andere Zuhörer erschiene», sodaß der Saal bis aus den lctztcii Platz gcsülll war. Mil Spannung lauschte man der Rede des Vortragenden: neben unserem Kaiser und einigen hervorragenden Männern, die sich um die Marine verdient gemacht haben, vergaß er nicht unsere blauen Jungen zu würdigen und ihre Heldentaten hervorzuhc- bcn, die sic aus osscncr Sec geleistet haben. Auch dem Land- Heer wurde seine Ehre zuteil. Daran anschließend wurden einige patriotische Lieder gesungen. Nachdem noch eine Liste zur Einzcichnung »euer Mitglieder gekreist hatte, in die >ich 3l Mann einzeichneten, schloß der Versitzende die Versammlung. * Von der Nidda, 20. Olt. Mit derselben Pünktlichkeit, wie das Mädchen aus der Fremde, das bclanntlich in einem Tale regelmäßig erscheint, je4V.i ine tw« Lerche» schwirrten, tritt auch das Fischstcrben (n der Nidda auf, vdald die Räder der Zuckerfabrik schwirren und die Campagne beginnt. Massenweise kommen eben die Fische, teils tot, teils in den letzten Zügen nach Lust schnappend, die Nidda dahcrgetricben, darunter Hechte und Aale, große und schwere Tiere. Jedes Jahr müsten wir immer und immer wieder dieselbe Klage Vorbringen und jedes Jahr verhallt sie ungchört. Aber gerade dieses Jahr sollte man doch endlich Gehör geben. Von allen Volkswirten wird aufgesordert, alle Nahrungsmittel zu Rate zu halten, alles zu verwenden und nichts zu verschwenden. Auch unsere Fischzucht kann einen nicht zu unterschätzenden Teil unserer Volksernährung darstellcn und man sollte alles verhüte», was sie schädigen könnte. Es ist ganz und gar keine Vorein- genommcnlcit gegen die Zuckerfabrik, wenn dieses geschrieben wird: wir wissen, daß die Abwässer sich nicht vermeiden lasten, aber wir meinen, es muß Mittel und Wege geben, daß dies geschehe, ohne daß ein Teil der Bevölkerung geschädigt wird. Die Behörden aber haben die Pflicht, darüber zu wachen. * Gießen, 19. Okt. Durch die Festsetzung eines Höchstpreises von 3 Psg. für das Pfund Kartoffeln im Einzclvcrlaus ist hier ein Kartostelkrieg entstanden. Die beiden letzten Markte waren nämlich leine Kartoffeln angcfahren und wer sich seine» Wintcrbedarf decken wollte, mußte wieder unverrichteier Sache nach Hause gehen. Es ergibt sich daraus, daß es in manchen Fällen zwecklos ist, wenn eine einzelne Gemeinde einen Höchstpreis bestimmt und daß dies nur wirksam sein kann, wenn der gleiche Preis für einen großen Bezirk bestimmt wird. Die Stadt will jetzt größere Mengen Kartofseln von auswärts beziehen und zur Verteilung bringen. (Nachschrift der Schrist- leitung): Die Festsetzung der Höchstpreise sollte nicht einseitig vom grünen Tisch aus geschehen, sondern cs sollten auch Män. ner der Praxis dazu gezogen werden. Man wäre dann z. B in Gießen nicht aus den Einfall gekommen, den Einzelpreis der Kartoffeln auf 3 Pfg. für das Pfund fcstzufetzcn, wo eben schon im großen soviel dafür bezahlt werden. Den Händlern kann man auch nicht zunrutcn, daß sie nur um Gottes Lohn arbeiten. Die Folge ist die, daß die Kartoffeln nach anderen Gegenden gehen, wo sie mühelos zu besteren Preisen abgcsetzl werden und die Stadt Gießen leidet Mangel. Das, was man vermeiden wollte, ist durch die verkehrte Maßregel also gerade hcrbeigeführt worden. Starkenburg. " Darmstadt, 22. Okt. Wegen Ucbcrtrctung der llnsallver HUlungsvorschristc» stand ein Dreschmaschincnbesitzcr aus dem Ried vor der Strafkammer. Bor einiger Zeit wurde eine a» der Dreschmaschine arbeitende Frau angeblich von der Schnalle des Transmissionsricmens ersaßt und am Kopfe verletzt. Bestimmte Angaben konnte die Verletzte nicht machen, doch hatte der Besitzer aus Grund eines Stiasbcsehlcs eine Geldstrafe erhalte». Aus die hiergegen eingelegte Beschwerde, bestritt der Angeklagte jede Schuld, die Verletzung könne auch durch eine andere Ursache hcrbcigcführ! fein. Die Maschine sei mit alle» möglichen Sicherheitsvorrichtungen »ersehen. Die vor der Straslammer vernommenen Sachverständigen sprachen sich zu Gunsten des Angellagten aus, da der nicht ausreichende Schutz der Transmission in diesem Falle dem Angellagten nicht zur Last gelegt werden könne. Das Gericht erkannte deshalb sowohl wegen der Anllage der Körperverletzung, wie wegen Uebertretung aus Richlschnldig und wurden Beide von Straf: und Kosten jreigcsprochcn, auch ihre Derteidigungskosten hat die Staatskaste zu zahlen. Franksurtcr Wellerberichl. Trüb und regnerisch, Tenrperatnr unverändert, wcä>- selnde Winde. „Römerbmnnen " Hervorragendes Tafelwasser. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e I. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt Friedbera. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" %. G.. Friedberg i. H. 51 «. 217 Teile I. Neue Tagesazeitng. Mittwoch, den 21. Oktober 1911. Am 4. Oktober starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter Gatte, unser guter Cohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe fallt) 5'thm Infanterie-Regiment Nr. 116, 5. Komp. im 27. Lebensjahre. Södel, den 21. Oktober 1914. In tiefem Schmerz: Marie Schneider, geb. Bender Familie Joh. Schneider. Heute, Mittwoch Abend ’/.9 Uhr treten alle drei Kompagnien im Turnsaal der Äugustinerschule an. Neuannieldungen können jetzt noch entgegengenommen werden. Todes Anzeßge. Der Wehirnann ünbolf ijnlfnr vom Res. Inf. Reg. Nr. 22 aus Markersdorf i in Ober-Schlesien ist am 20. ds. Mts. infolge seiner im I Kampfe fürs Vaterland erhaltenen schweren Verwundungen | | im hiesigen Reserve-Lazarett gestorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. ds. Mts., | nachmittags V-4 Uhr vom Burgerhapitat aus nach dem j Friedhof statt. Die vereinigten Kriegeioereine werden I | hierdurch benachrichtigt. ReservckMtlt FriMerg i.S. KraukenpflegeriR empfiehlt sich. Zu erfragen in der Geschäftsstelle urUer AZ. 2626. Gesucht zu alsbaldiaem Eintritt in dauernde Stellung 2 tüchtige solide Ackerünechte £). p(f;ubf, Görbklhkim, Post Friedbero, Hessen. jl Ql Gewerbeschule Friedberg k Dreillajsige Tagesschule mit besonderen Abteilungen für Bauhandwerler,Metallarbeiter.Maler u.Weihbinder. Beginn des Unterrichts: Mittwoch, den 4. Nov. 1914, vormittags 9 Uhr. Beste Vorbereitung für die Meisterprüfung. Bei erfolgreichem Besuche der obersten Klasse kann der Eintritt in die zwcitobersten Klassen der Baugewerkschulen Hessens erfolgen. Anmeldungen sind spätestens bis zum 24. Oktbr. an die Schulleitung zu richten, von der auch Schulpro-1 gramme und Anmeldungsscheine unentgeltlich abgegeben ' u erden. Friedberg, den 3. Oktober 1914. Für den Anfsichtsrat: Die Schulleitung: Stahl, Dipl. Ing. Schneidt. Vorsitzender. Erofzh. Hauptlehrer. Ailkliil! kiilks ^rt eiodjiciL Die Gemeinde Oppershofen will einen jungen Iprungsähigeu Faselochsen ankausen. Besitzer solcher Tiere wollen ihre Offerten mit Angabe des Alters bei Unterzeichnete Stelle einreichen. Oppershofen, 10. Oktober 1914. Er. Bürgermeisterei Oppershofen Schmidt. tiipis gellen sowie einzelne Teile Bettstellen in Holz und Eisen StaMIcflermafraten Sdioner pprungrahmen \ Milty Maar-, I ' Saul- il Seoiras- Deckbetten Kissen Kolter Steppdecken SSratimatrafzen zu billigsten Preisen. GJ.Reuss Friedberg Alte Post, Jifiic üinyofeilkeilie werden abgegeben zum billigsten Tagespreise, tlinsoleiiiieljelki Z. Ü. Hotmann, ßad-tlanljkim. am Chausseehaus. Färberei Braubach & Fischer CHEM. WASCHANSTALT Fabrik und Zentrale: Bulzbach Telefon No. 24 Gegründet 1848 Telefon No. 24 IC eigene I.äden Friedberg: Kaiserstrasse 63, Telefon 439 Bad-Nauheim: Alicenptat?, Telefon 229 Cingen, Coblenz, Darmstadt, Eltville, Frankfurt a. M Giessen, Hanau, Mainz, Offenbach, Wetziar. Grösst«! Betrieb der Branche im Grossherzogtum Hessen. kotstix«, ui uni (Mt nie Bahn oder Post Obermittelt werden. Boden prompte'!) friedigen;. Wir bitten solche direkt an die Fabrik richten iu wollen. «BIBBiBSBH :3S&rsaä »mW um» mitl«iiff!i.H.m!»»K«is. Eeschästsstelle Frankfurt a. M., Mosekstratze 6a. Telefon-Nummer 9201! Amt l. Bürostunden: Montag nachm, van 5—7. — Dienstag nachm, von 5 — 7. — Donnerstag nachm, van 5—7. — Freitag nachm, von 5—7 Uhr Zu verkaufen. KuUe 1 Simmentaler 16 Monate alt bei Friedr. Jakobi, Nieder-Rosbach. I Arbeitsyittö Winter. 6 ii 3 följfint(( 0 bcrl|cII.) ßcl.35. Gin 5 Atonal alles braune 5-tnkfoIile» bei Carl Lorey, Steinbach i. T. 2 LliMtt Zitgenbölke hat zu vetkaufen. Karl Becker 2., Petterweil (Wirtichast zur Kraue). 1 deutsche Helle Dogge (Rüde) 14 Wachen alt. kopiert, wegen Platzmangel billig bei Ludwig Kirstein, Oberdorfelden Friedberger Pferde- und Fohlenmarkt. Der Friedberger Pferde- und Fohkenmarkt findet in der bisher üblichen Weife am Dienstag, den 27. Oktober tfd. Js., der Rindvieh- und Schivememarlrt Mittwoch, den 28. Oktober >sd. Js. statt. Durch den Krieg liefern die Zechen nur einen eil der Abschlutzquantitüten. Um unsere Kundschaft .'•eijeit prompt bedienen zu können, haben wir eine genannte Glanzkohle auf Lager gelegt und vertu ci! dieselbe zu Mk. 1.— per Zentner ab Lager nd -Ai. 1.10 franko Haus bei Abnahme von über 20 ,en>ner. Unter 20 Zentner erhöht sich der Preis um 1 Pfennig pro Zentner. Diese Kohle ist als Hausbrand ein gleichwertiger ^-iatz fixe Nußkohlen und im Preis wesentlich billiger, ie Lieserung kann jederzeit prompt erfolgen- Gustav Schwarz & Söhne . E. m. b. H. ,>r»edberg. Telefon Nr. 35. Von einer Verlosung und Prämierung wurde abgesehen, Friedberg, den 17. Oktober 1914. Ter Bürgermeister. Stahl, Düngt jefei mit KalkmcEil. ist billig macht die Pflanzen gesund erzeugt kräftige Körner liefert gutes üppiges Futter macht den Boden locker wirkt Stickstoff sparend kann jederzeit, auch den Wirrt über, ausgestreut werden. Oberh. Kalk- u. Stein-Industrie G. m. d. H. Kuhbach (Oberhessen,) Amtliche Uoliermig der Frankfurter Kieh- mnrktpreilc vonr 19. Oktober. Zum Berkau, üanoen; 1882 Rinder, oaruniei 886 Ochsen 38 Bullen, 959 Färsen und Kühe, 278 Kälber, 98 Schafe, 2558 Säure ine. Peers« sür 1 Zeninei Gebend- Schlacht« qewichi rewicht 1 . -Under: A. Ochsen: 3 ) 1 . oolfflcijd). ausflemäjtere «chlachtwerts, 4—7 Zahle alt 2. Die noch nicht gezogen haben 51—56 95-100 lungejochte) ....... — — dl junge, lietldiige. Nicht ausgemäftetc und älter« ausgemaitetc .... e! mnfcia genährte hinge, gut genährte 47—50 85-90 ältere........... 43-45 79—83 b. Bullen: ooUUetjchige, gusgemnstele höchsten Lchlachtwerts ........ 47-50 78—83 b) o. l-leiscknw. ‘üngeie ..... c) mnüig genährte, funge und gut 41-40 70—80 rtcnalirfc ä-tere . . . . . C. /Wirten und Kühe: *) vollfleischipe, ausgemästete ftärjij: höchsten Schlgchtwerts .... 40-50 83-89 o) oallsleischige. gusgeniästete Kühe höchsten Schlochlwerts vis zu 7 % 4-1-48 82-86 c) 1 . wenig gut entwickelte Färsen 40-44 77-85 2. ältere ausgernästete Kühe . . 39-43 72—80 dl mnjsig genährte Kühe und Fällen e) gering genährte Kühe und Färsen 32—36 64—72 20-30 59-67 v. Gering genährtes Zungpieh (Freffer) — — 11. Kälber: u) Doppellender, seinste Mast. . . — — b) leimte Mastkälber...... 00 - 65 100 -108 cj mittlere Malt- und beste Sanafülbci 50—59 05—100 d) geringere Mast- und gute Saugkälber. — -* o) geringere Saugkälber , , , , . — lll. Schafe: ,) Weidemastschafe; . . . _ bf bmiulammei und Masthammel . 41-42 90-92 c) geringere Masthammel und Schafe — ' - d) möjzig genährte Hammel u. Schafe (Merzschafe) ........ — IV. Fettschweine: «) Fettschweme über 3 Ztr. Lebendge- wicht........... b) »outtetschtge Cchwetne über 2)4 Ztr. Lebendgewicht........ 62-64 78 -80 e) voUilerschiae Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht d) »ollsleischiae Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht ....... . 62-64 78-80 62-64 78—80 e> fleischige Schwein«...... f) Sauen . .......... — — Marklverlauf: Gedrückter Handel; bei Großvieh und Schweinen Ueberstand, Frankfurter Fruchtmarkt am Ittontog, 19. GK1. Die Preise für Weizen und Roggen wurden am heutigen Markt Markweise in die Höhe gesetzt bis zu 30 Mark sür Weizen, doch fanden sich zu diesem Preis keine Käufer, worauf ein Rückgang bis auf Mk, 28.— eintrat. Gerste war ebenfalls erheblich gesteigert. Hafer behielt feinen vorwöch- igen Preis. Mehl gesucht. Futterartikel, besonders Wei- zcnschalcn und Kleien sehr fest. Es notieren: Weisen 28-00—28.25, Roggen 24.00—24.50, Hafer 22.00—23,50, Gerste 24.00—24.50, Kartoffeln 6.00—8.00. Die Preise verstehen sich per 101) Kilo franko Frankfurt. Weizenkleie 00.00—00.00, We izenschalen 16.00-16.50, Roggenkleie 00.00—00.00, Biertreber 00.00—00.00. Die Preise für Futtermittel verstehen sich per 109 Kilo cinfchliefilich Sack ab Mühle. Weizenmehl 40.25—40.50, Roggenmehl 33-00—33.50 ab Mühle. Für das Aale Kren; Für das Rote Kreuz gingen ferner ein: Bo» Eret chen Hosfmann: 1 P. neue Socken; Herr Heinrich Faber: 2 getr. Hemden, 2 geil. Unterjacken, 1 getr. Unterhose; Frau Philipp Fritzei; II getr. Hemden; Frl. Dina Schutt: 1 P. neue Socken; Frau Ph. Pfeffer; 1 P. neue Sacken, 1 P. Pulswärmer; Frau Hilbrecht, hier 3 getr. wall. Hemden; Frau Probst: 6 P. neue Strümpfe, 1 Wurst; Frau Fröhlich: 1 P. neue Socken; Fräul. Köichen Brill: 2 P. neue Socken; Frau Waldschmidt: I P< Kniewärmer; Frl. R. Fleischmann: 1 P. neue Sacken; klugen, l P. neue Socken; Unzen.: 4 Ohrenschützer, 2 P. Pulswärmer) Frau Zahnarzt Metzler: 3 P. neue Socken; Unzen.; 1 P. neu« Socken; Ortsgruppe Rieder-Wöllstadt: 12 P. neue Socken, 2 P. Pulswärmer; W. Füller: 1 P. neue Socken, 2 P. Pulswäru,el: Frl. St.: Altes Leinen; Frau Feld. Stern: Verbandszeug; A. E., Offenheim; li getr. Hemden; Frau M., Ilbenstadt: 4 P. neue Socken; Herr Hans Meuer, Ober-Rasbach; 12 Etzlöfjet, 12 Gabeln, 12 Kaffeelöfsel; Frau Bern: 1 P. neue Socken; Frl. Hede Haat: 5 P. neue Socken; Frau Geometer Michel: Kakao, Tee. Zigaretten; Ungen.: 1 Tops Birnen, 1 Tops Gelee, 1 Glas Gurken. Naturalien usw.: Gemeinde Ossenheim: 51 Pack Tabak, 1000 Zigarre»; Gemeinde Södel; 29 Schinken und Speüstücke, 18 Pfd. Kaffee, 25 Würste, 49 Pfd. Würfelzucker, 152 Eier, 39 Päckchen Tee, b5 Pack Tabak und Zigaretten, 5 Kisten Zigarren, 10 Pfd. Schokolade und Kakao, Butter, Bienenhonig und Euppenwürsel. Herr Herrn. Bausch II., Rieder-Wöllstadt: 12 Fl. Rotwein, 103 Zigarren; Adolf Hensel, Dortelweil: 3 Würste; Adolf Schmidt: 500 Zigarren, 10 Packet Seife; Herr Eg. Steinhauer: 4 Pfand Kaffee, 10 Pakete Gates, 10 Pak. Schmalzner, 1 Pfd. Kaulabak, 100 Zigarren, 100 Bouillonwürfel, Lebkuchen; Herr I. A. Windecker: 10 P. Zwieback, 3 Liter Himbeersaft; Frau Bäcker Dietz: 5 große Dosen Cokes; Gemeinde Hochweisel: Kaffee, Zucker. Schokolade, Wurst, Speck, Zigarren, Zigaretten, Tabak, Seife; Alle» Gebern herzlichen Dank!