Nummer 245 Montag, den 19. Oktober 1914. i. sa^rgans Neue Tageszerlrm Dl- „tlene Tage»ieitung" crlcheinl ledeu Werllag. Regelmäßige Beilagen „Der jlaurr au» Helsen", „Die Zpinnllnbe". Seiugaprri»: Be, den Postanstalten mir,»!', .>,,,j i.'ij tri den Agenten monatlich 50 P!g. Kin,u tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeige»: Grundzcile 20 Psg„ lokale 15 Psg, An,eigen von auswärts werden dnist „r e, o-'v Ersüllungsorl Friedberg. Schrlktleituiig und Verlag Friedberg (Hessens, banauerstrage 12. Femsprecher 48. Postscheck-Canto Rr, 4819, Amt Fraiisnkt o, !' Der Krieg. Wieder ein englischer Kreuzer gesunken. — 4 deutsche Torpedoboote verloren. — Die Haltung Portugals. Die Kriegslage. der russischen Einbruchstruppe geben, die. wo immer auch un sere Patrouillen auf sic stoßen, sich ergeben. Die Beschießung von Wien, 17, Okt, Aus dem Kriegspressequalster wird amtlich gemeldet: Ueber die Beschießung der Werke an V: Bucht von Cattaro am 19, September werden nach' folgende Einzelheiten bekannt: Die Beschießung wu, : vo, Zwei französischen Schlachtschiffen und drei Kreuzern, die o. vier Fahrzeugen begleitet waren, vorgenommen. Um halb « Uhr morgens wurden mehrere Schiffe gesichtet, die sich der Ha feineinfahrt in zwei Gruppen näherten. Sobald die Sch h: . Schußweite gekommen waren, eröffnete unsere Küstenl>a!icr: in Lustica und eine Mörscrbatterie in Ostro das Feuer. > sich die Schiffe in Kurs nach Westen fetzten und ihrers.ns : schießen begannen. Die nächste Distanz war 5666 bis 6666 Me tcr von der Spitze von llstro. Die Schiffe kamen bald außei Schußbereich, sodaß das Feuer der Werke eingestellt werde! maßte. Kurze Zeit später erössneten die französische» Schis.'« ein lebhaftes Feuer gegen den Meeresspiegel, vermutlich gegc! vermeintliche Unterseeboote, Um 6 Uhr 5« Min, morgen- schwenkte der Feind gegen Südwesten und war bald in Nauck und Nebel verschwunden. Die Batterien in Lustica und Oslr> dursten je einen Treffer erzielt haben, während die Franzose« 266 Schüsse aus großem und mittlerem Kaliber verfeuert ha ben. Das Steinfort von Ostro wurde an der Scitenwand ohn« erhebliche Beschädigungen getrossen. Neun oder zehn Schlisst gingen in die Felswand von Punta d'Ostro, wo sie durch Abbröckelung des Gesteins deutlich sichtbare Spuren hinterließen. Das Secfort Mamola erhielt drei Treffer mit geringer Wirkung, Ein Schuß ging durch den Beobachtungsstand des Wacht- hattses, zwei Geschosse schlugen in der Nähe der Funkenstation Klinci ein. Im ganzen wurden zwei Mann schwer verletzt. IW) dm Füll AiitmiMS. Wiederbeginn des Verkehrs. Rotterdam, 18. Oktober. Der „Nicuwe Rotterdamschc Courant" meldet aus Breda vo:-, 17. Oktober: Zurückkehrende Reisende erzählen «US Antwerpen: Mehrere Kaffeehäuser und einige Läden sind geöj: seit gestern ist wieder ftisches Brot erhältlich, aber noch Irin- Milch. Die Straßenbahnen sind noch nicht wieder in Betrieb Die Wasserleitung ist an vielen Orten wiedeihcrg stell! Deutsche Matrosen öffneten heute aus Beseht einen Fleischer- lade», aber das Fleisch war verdorben. Aus den Straßen ■ ' cs noch sehr still. Die deutsche Besatzung verhalt sich gt>! w-> wechselt Gruße mit den Vorübergehenden, Gestern wurden a:- vielen Straßenecken Maschinengewehre ausgestellt und an de- Zentralstation ein Feldgeschütz hinter einer Sandtzorrlkode. - Gestern befanden sich noch nicht viele Flüchtlinge aus der Rückkehr. Die Rückkehr der Flüchtlinge, Haag, 17, Okt, Kolba.:i* lief) wird gemeldet: Der Meinungsaustausch zwischen der Negierung und der deutschen Verwaltung über die Rückkehr belgischer Flüchtlinge hat zu einem günstigen Ergebnis geführt. Die Rückkehr von Flüchtlingen ist nicht allein nach Antwerpen und dessen nächster Umgebung, sondern nach ganz Belgien gestattet, Eine Proklamation, welche die holländische Regierung ansänglich plante, wird nicht erlassen. Die Bürgermeister sollen allsgefordert werden, baldmöglichst die Personen, die r.?'i Belgien zurückkehren wünschen, anzugeben, damit sie auf b-- Verwaltungswege dorthin bcsördcrt werden können. Ru> dicnstpslichtige Männer sind von dieser Vergünstigung »»»fl* schlosse», da die deutsche Regierung mitteilt, daß sie nach bst Rückkehr nach Belgien zu Kriegsgesangenen gemacht würden Der Minister des Innern gestattete den Flüchtlingen, die sich bei Dordrccht aushaltcn, die sosorlige Rückkehr nach Aistn'st: pcn. Auch der königliche Kommissar in Seeland ist c - schlitzt, morgen und übermorgen einige tausend Flüchtlinge st st-ckza senden. Aus Middelburg vom 16, d, Mts, wird gemcldst: Hier kommen noch immer Flüchtlinge an. welche die flandrisch irische Grenze überschritten haben. Sie erzählen, daß no ' ri-cke Tausende hätten fluchten wollen, daß jedoch die deutschen Horden die Grenze gesperrt hätten. Opfer der Beschießung. Der „Nieuwe Notterdamsche C i rant" meldet aus Nosendaal vom 16. d. M.: Wäbrend des Seite» Nr. 245 __ Bombardements van Antwerpen sind im ganzen 26 Angehürige ■ -r Zivilbevölkerung getötet worden. !>as Mk der Garibaldimänner. Mailand, 18. Okt. Der „Corriere della Sera" schildert einen verhängnisvollen Irrtum der Earibaldianer: Bei Lrvonne näherten sich einem Garibaldianer Bataillon imDun- ilen Gestalten in Mänteln, di- beschosien wurden. Es ent- i 'ann sich ein wütender Kampf, in dem die 86V Mann des Bazille ns von den vermeintlichen Preußen (es waren jedoch in Wirllichkeit Turkos) in einem Bajonettangriff bis auf 2VÜ Mann äufgericben wurden. Die Folge des Irrtums war, wie aus der Mitteilung des Berichterstatters hervorgeht, daß die Gcribaldianer sich einen andere» Wirkungskreis ausfuchen minien: sic gehen nach Montenegro. Begreiflicherweise ist der Miherjolg der Rothemdcn der allgemeine Gesprächsstoff in Italien. Dik (Or(lcrrfif!)fr bfim dtlitlchkn ()tm. Wien, 18. Okt. Ein zurzeit in Wien weilender Offizier der österreichischen Motormörser-Battcrien schildert im „Neuen Niener Tageblatt" seine Erlebnisse und Eindrücke seit Kriegs- ,cgin„. In begeisterten Worten berichtet er von der jubeln- >cn Begrüßung, die die österreichische Mannschaft bei ihrer eahlt durch Deutschland aus allen Stationen fand. Diesen öinbrück auf die Soldaten machte das Telegramm das der Kommandant der Batterie in Köln von Kaiser Wilhelm er* sielt, der Kaiser begrüht darin die österreichischen Kameraden iilfs wärmste und wünscht ihnen Erfolg. Der Offizier gibt dann -liie aussührlsche Darstellung von der Tätigkeit d-r Batterien vor Namur, Eivct, Mpubeuge und Antwerpen sowie von den außerordentlichen Erfolgen, welche die Berichte des Großen Gencralstabcs auch rühmend hcrvorgehoben haben. Sunt Min über dir druilllie ijrrrfiilirnnij. Stockholm, 18. Okt. „Aftenbladet" veröffentlicht einen Teil eines Privatbriefcs Sven Heb ins an einen Freund in Stockholm: Diktiert Westfront, 5. Oktober. Der Versager schildert darin das ungestörte bürgerliche Leben und die bewundernswerte Ordnung, die überall in Deutschland zu sehen ist. Er tritt ferner den Behauptungen über schlechte Behandlung von Kricgsgesangenen entgegen. Er habe übrigens, bemerkt Sven Hedin weiter/ keinen Laß gegen Frankreich, im Gegenteil ausrichtige Sympathie für dieses schöne, groß- Land gefunden. Die .Haltung Portugals. Die portugiesische Regierung als Soldner Englands. Mailand, 18. Ott. (Nichtamtlichj. Die „Eazeta" hat ein Telegramm aus Bordeaux empfangen, wonach England dt» bewaffnete Hilfe Portugals in dem festigen Kriege verlangt. Die portugiesisch« Regierung hat beigepflichtet und das Parlament cinberusen, das ohne weiteres zustimmen dürste. Di« Haltung der Bevölkerung. Wien, 18. Okt. Die „N. Fr. Presse" veröffentlicht Mitteilungen eines Portugiesen in hervorragender Stellung, aus denen hcrvorgcht, daß die Stim- inunz des portugiesischen Polles durchweg friedlich ist und daß nur der Wunsch nach Frieden in Portugal besteht. In Por- luaal würden die Deutschen sehr geschäht und geliebt. Die Bc- yauptung, daß das portugiesische Volt den Krieg gegen Deutschland mit Begeisterung herbeisehne, sei eine stark phantastische Erfindung. — In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter oer „Reuen Freien Presie" erklärte ein bekannter Anhänger Ten Miguels von Braganza, Gras Almcida, daß er über die Meldung von der bevorstehenden Kriegserklärung Vettugals o/türzt sei. Die Kläglichkeit eines solchen Beginnens erscheine ihm unverkennbar: es sei unmöglich, auch nur Kombinationen ■ irübcr anzustcllen, wie dieses Abenteuer Portugals enden solle Er halte den Krieg für ein Unglück und sei der unerschütterlichen Ueberzeugung, die von allen wirklichen Patrioten Portugals sicher geteilt werde, daß Portugal sich in dem Wclt- 'riege völlig ruhig verhalten müsie. Bon den Buren. London. 16. Olt. (W. B. Nichtamtlich.) Da? Reuter» M’ Bureau meldet au» Kapstadt vom 12. Oktober: Oberst Vviiö meldet, seine Truppen hatten ein Gefecht bei Rais- drnat gehabt mit einer Abteilung der Truppen des Obersten Mantz. Sic machten 70 Gefangene. Ties sei der erste .tnfanmienstotz der Regicrnngstruppcn mit den Bucencc- tellen gewesen. Zu« Tode San Ginlianos. Rom, 17. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Tic Leiche des i ciii' rk'tifn Ministers di San Giuliano wurde nachts in das Traucrziiumcr iibcrgefnbrt und auf einem von Blumen v: d Leuchtern umgebenen Katafalk aufgcbahrt. Feuer- dirlentf in großer Uniform und Lakaien vom Ministerium Hallen dir Lcichcnwacht. Am Vormittag begab sich der 'M n -,ur feonkiUa, um die Leiche zu besichtigen. Er stat- rte den Töchter» und anderen Verwandten di San Gin- 4n,.i > persönlich sein Beileid ab. tncm, l,. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ein königlicher ch>- h, verfügt pcinäß dem Bcfchlusse des Ministcrrats die kcr ' igung di San Griff,anos ans Staatskosten. Ein 2. brlast beauftragt dem Ministerpräsidenten Salandra mit d.u einstweiligen Führung der Geschäste des Ministeriums l.s Aeusieru. Lvicu, 1, Oll. (W. B. Nichtamtlich.) Die gesamte l'-u!-' beklagt tief das Hinschciden di San Giulianos, in > h -u, Italien einen feiner bedeutendsten Staatsmänner und Oesterreich Ungarn einen ehrlichen Freund verliere. u.ie Blätter betonen, di San Giuliano verkörperte das ticue. unentwegte Festhalten am Treibund, dessen Festig- uug ihm ein Lebensiuteresse lvar. Sie erinnern, an die w.edcrholten Zusainme'nkünfte init Leitern der äußeren Politik Lcsterrcich-IIngarns, welche das Verhältnis zwischen Neue Tageszeitung. Montag, den 18. Oktober 191» Oesterreich-Ungarn und Italien immer inniger gestal- tctcn und zu einem Einvernehmen bezüglich aller Balkaa- ffagen führten. Das Hauptverdienst di San Giuli nos sei die tatkräftige Mitwirkung bei der Erneuerung des Drei- bundes. Mit Genugtuung heben die Blätter die neutrale HaltungItaliens hervor, welcher der Verewigte trotz aller Gegenströmungen treu geblieben ist. Ans England. Gegen Churchill. London, 17. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Der frühere unionistische Minister Walter Lang sendet eine Zuschrift an die „Morning Post", in der er den Angriffen des Blattes auf Churchill mit Worten der Genugtuung zustimmt. Lang schreibt: „Als die Nachricht zuerst bekannt wurde, daß Seesoldaten nach Antwerpen geschickt waren, herrschte, soviel ich weiß, allgemeine und tiefe Bestürzung. Sie wurde durch das Ergebnis gerechtfertigt. Wir alle bewundern die vortrefflichen Leistungen Churchills in der Admiralität seit den ersten Anfängen des schrecklichen Krieges und wenn er Fehler gemacht hat, so sollte er cs zu- geben. Das würde im Baske die größte Genugtuung geben da cs die Versicherung bringen würde, daß ein ähnlicher Irrtum nicht wieder begangen werden wird: .daß unsere Operationen außer Landes künftig nicht durch eine einzelne Person, wie glänzend befähigt sie auch sei, geleitet werden. Der bekannte politische Schriftsteller Richard Webb vcr- ösfentlicht in der „Morning Post" einen heftigen Angriff auf Churchill. Er erwähnt die bombastische Dummheit der Worte von den „Rotten im Loch", die jeden Engländer be- nnruhigt habe, der ein nüchternes Urteil über die moralische und materielle Stärke des Feindes besitze. Webb sagt, Churchill erwecke in seiner gegenwärtigen Stellung für seine eigenen Landsleute größere Besorgnisse als für den Feind, der sich mir freuen könne, einen Io mächtigen Verbündeten zu finden. Churchill sollte sofort durch einen Secofffzicr oder Politiker erseht werden, der cs verstehe, sich auf sein Amt zu beschränken und die strategische Leitung des Krieges Fachmännern zu überlassen. Dem gegenüber tritt das bekennte Schandblatt, der „Tinies" wann für den angegriffenen Minister ein. Englische Gc?pcnftcrfnrcht. London, 17. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) (Reutermel- dung.) Da in Frankreich und anderswo in Fabriken geheime Fundaniente entdeckt worden sind, die offenbar dazu eingerichtet sind, für schwere weittragende Geschütze zur Unterlage zu dienen, machte heute die Polizei der Fabrik des Mu- sikaffenverlagcs von Röder in Willesden im Nordwesten Londons, in den, sehr dicke und feste Fußböden sind, einen überraschenden Besuch. Sie fand dort zwanzig Deutsche, die zunächst verhaftet, später aber wieder freigelassen wurden, da sic befriedigende Erklärungen abgeben konnten. Englands Bedrängnis in Indien. Konstantinopcl, 17. Okt. Nach ziwcrlässigen Informationen passierten am 7. Oktober drei aktive englische Bataillone von Malta den Snezkanal aiff dem Wege nach Indien. Diese Tatsache deutet darauf hin, daß in Indien die Bedrängnis der Engländer zuninnnt. Ans Frankreich. Die Stimmung an Frankreichs Küste. „Petit Journal meldet, daß cs ans verschiedenen Plätzen an der Nord- und Westküste Mitteilungen erhalten habe, die daraus Hinweisen, daß die Deutschen in drei bis vier Wochen bereits in der Lago sein wollen, alle Truppenlandungen von England nach Frankreich zu verhindern. Infolgedessen bemächtigte sich der Bevölkerung der verschiedenen Küstenstädtc eine große Panik. Viele ergriffen bereits die Flucht, sodaß die Präfekten sich veranlaßt sahen, durch Maneranschläge be- könnt zu machen, daß die französische Heeresleitung alle Maßnahmen getroffen habe, um die deutschen Pläne zu ocr- citcln. Gefangene Deutsche und Ocsterrcichcr. Paris, 17. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Tie letzten in Paris befindlichen Deutschen und Oestcrrcicher werden heute Paris verlassen. Männer von 17 bis 60 Jahren werden nach St. Vnast (Departement La Manche), Frauen, Kinder u. Greise noch Annonay (Tcp Arddchc) gebracht. Eine Taub: über Nancy. N a n c y, 17. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Eine „Taiche" überflog Nancy am Mittwoch Vormittag und warf drei Boniben herab, die ans den Bahnhof sielen. Tie erst: riß ans einem Nebengleis ein tiefes Loch, die zweite siel ans den Bahnsteig vor ein Bahnwärterhäuschen und durcl.fchnitt die Telegraphcndrähtc, die dritte beschädigte einen Güterwagen. Drei Bnkmbe.rmte wurden verletzt. Ans Nnßisnd. Krankheiten und Mange! bei den Russen. Wien, 16. Okt. Aas Krakau wird berichtet, in den Reihen der Russen wüten epidemische Kranlheiten, die schreckliche Verheerungen anrich- ten. Außerdem soll bei den Russen sich der Mangel an Proviant in hohem Grade bemerkbar machen. Verzweifelte Stimmung in Warschau. — Russische Enttäuschung. Wie», 16. Okt. Der „Korrespondenz Rundschau" wird über Krakau die Stimmung in Warschau als geradezu v - r z w e i i e l t gefchildeit. Die Unsicherheit in der Stadt nimmt in erschreckendem Maße zu. Es herrscht Mangel an Lebensmitteln und Kohlen. Der Gouverneur warnt in Anschlägen die Bevöllcrnng vor Wiederholuna vvi, llnzufricden- heftslundgebnngen. Ans irr Mit dis Islams. Arabische Proklamation gegen England. Konstonti- n o p e l, 17. Okt. Hier sind in arabischer Sprache abgefaßte und in Syrien verbreitete Proklamationen cingekausen, die den Titel tragen: „Was die Engländer gegen den Islam getan haben", und in denen alle Unglücksfälle der Muselmanen aus- gezählt sind, die England verursacht hat. » Die Gebrüder Buxton. K o n st a n l i ,1 o p c l, 17. Okt/ Bei der Besprechung des gegen die Brüder Buxton verübten Attentat- bemerken „Ikdam" und „Tas-i Eskiar", wenngleich sie zu geben, daß der Mord vor dem Gesotz verwerflich sei, Norl Burton sei der größte Feind der Türkei und des Islams. Sein Slamc würde stets rmn der ganzcn islamitischen Welt nur mit Verwünschungen genannt. Die Blätter zählen die Intrigen Buxtons gegen die Türkei wie die Vorbereilnngen des ersten Balkanbundcs auf, der so große Verwüstungen und Blutbäder an Frauen und Kindern zur Folge hatte, seine Intrigen unter den Armeniern, zu welchen seine Schrift „Die Zukunft Armeniens" diente, und seine Treibereien in Sofia. Konstantinopel, 17. Okt. Wie „Tasvlr-i Efkiar" erfährt, hielt die muselmanische Jugend in Bombay, Hald.-.-bad und anderen Städten Versammlungen ab, in denen beschlossen wurde, daß die Indier England, solange als dis von England beschlagnahmten türlischcn Dreadno»ghts „Sultan Os- m.an" und „Reschadijc" der Türkei nicht zuiückgestellt würden, leinen Beistand gewähren sollen. Km Aiivtlntllh nun linfnöfltffonafnrn. 33 c r I i n , 18. Okt. Die im Publikum verbreitete Nachricht, daß ein Austausch lricgsgefangcner Offiziere und Mannschaften in Aussicht stehe, ist durchaus irrig. Möglich ist nur der Austausch der in den verschiedenen Ländern festgehaltcnen Zivilpersonen. flkin Ktinch nun Angchörigrn im Ftldk. Berlin, 17. Oktober. (Amtlich). Es liegt Veranlassung vor, darauf hinzuweifcn, daß Besuche von Angehörigen bei den im Felde stehenden Truppen au- militärischen Gründen nicht zugelassen werden können. Reisen, di- zu diesem Zweck in das Operaiionsgcbict unternommen werden, sind daher vergeblich und fuhren daher zu einer schmerzlichen Enttäuschung. Es muß deshalb dringend vor ihnen gewarnt werden. Gegen dieHriegsjchwäher. Straßburg, 17. Okt. Als Warnuv» für Krieg» schwätzer, die mitunter die unglaublichsten Gerüchte vbee M» Kriegslage verbreiten, kann die exemplarische Strafe dienen, die der Händler Eugen Birgentzle von hier vom außerordentlichen Kriegsgericht erhielt. In einer hiesigen Wirtschaft hatte Birgentzle nach der „Straßburger Post" behauptet, bei Reim, sei", 8» von Deutsche gefangen genommen worden. Deutschland habe fast keine Soldaten mehr, während die Verbündeten geringe Verluste erlitten lsiitten. Die neutralen Mächte, Italien Schweden und Amerika hielten zu Frankreich und Deutschland inüßre an 3)clgien 25 Milliarden Kriegsentschädigung zahlen. Vor dem Kriegsgericht bestritt Birgentzle, diese Aeußcrungen gemacht zu haben. Diese Ausslüchte hatten jedoch keinen Erfolg. Unter Berücksichtigung der zur Schau getragenen Böswilligkeit des Angeklagten verurteilte ihn das Kriegsgericht zu einen, Monat Gefängnis. Deutsche Krieysbriefe. Bon unserem Kriegsberichterstatter. *) Heber dem schönen Maastal liegt der Gottesfricden eines klaren Hcrbslfonntogcs. In den Städten und Dörfern rüsten sich die Bewohner zum Meßbesuch und auch im Großen Hauptquartier ist zum ersten Mal, seitdem man hinansge- zcgen ist, Gelegenheit zum deutschen Gottesdienst ans wel- schem Boden gegeben. In der mächtigen Halle einer Ar- tillericrcitschnle, die erst wenige Tage vor dem Kriegsbeginn ihrer Bestimmung übergeben worden war, haben fleißige Hände einen schönen Fcldaltar aufgcbant, dessen Aufsatz schwarz, der Tisch weiß und der Unterbau rot ausgelegt ist. Darüber sind schwarz-weiß-rote Fahnen entfaltet und ein paar mächtige Palmen- und Lorbeergewächse flankieren den Tisch des Herrn. Zwei Kandelaber mit brennenden Lichtern verstärken den feierlichen Eindruck und ein Lanzen- o.rrangenient mit Fähnlein in den Farben aller deutschen Bundesstaaten schließt den künstlerisch durchdachte» Aufbin künstlerisch ab. Doin Altar zieht sich ein schöner Läufer bis zu einem Podium hin, auf dem für den Kaiser ein Sessel und für sein Gefolge Stühle ausgestellt sind. Kein feierliches Glockengelünt ladet zu dieser Andacht und doch strö- mcn Hunderte aus der ganzen Stadt herbei. Denn der ok erste Kriegsherr will heute zum ersten Mal mft den Seinen ans feindlichem Boden vor Gottes Angesicht treten und wir alle fühlen, daß die Zeit zum Beten gekommen ist. Nur wenige Stunden von unS entfernt ringen unsere Feldgrauen uni die erste große und vielleicht wichtigste Enftcheidnng in diesem Weltkriege ud es ist für Bie'le unter uns ein fast unerträglicher Zustand, in diesem Augenblicke nicht in der Front mit ihnen stehen zu können, uni die Entscheidung zu beschleunigen und den Kampf zu einem guten Ende führen z» helfen. Ta will man denn doch wenigstens in dieser: Morgenstunde mit in der Sckfnr der Beter sein, nachdem man in der Schar der Streiter nicht sein darf. — Ei» bnntcs militärisches Bild spielt sich vor dem Eingänge zu der großen Reitbahn ab. Rund tausend Mann der Landwehr und des Landsturms ziehen da heran und aus allen thüringisch.'» Gauen stammen die Wackeren, die zuni Schutz und Schirm des Großen Hauptquartiers kommandiert sind. Eines der Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt am 4. 10. 1014. Großer Generalstnb des Feldheeres. 5**- rr» Seite 3. Bataillone hält sonst in der Stadt der Fürstengruft die Wacht und es bringt uns Grüße von Jlmathen mit. Auch die Kaiserliche Stabswache hat 200 Mann gestellt und daneben hat sich jedermann aus de». Großen Hauptquartier zu dem Gottesdienste einfinden können, sogar die ausländischen Mi- ftärattachees, die den verschiedensten Religionsbekenntnissen ingehören und z» ihrem Erstaunen sehen, daß wir Deutschen n dieser ernsten Stunde auch vor Gott einig sind. Sie brin- wn mit ihren bunten Uniformen ein wenig Farbe in das st ldgraue Bild, aus dem sonst nur die Kaiserliche Leibgendar- uurie und der Trompeter der Stabswache mit seinem ausfallenden Anzug hervorstechen. — Nach dem gemeinsame» Einzuge in die weite Halle beginnt ein frermdlicher Thüringer Psarrerssohn in Uiiteroffiziersuiiiform auf einem etwas schwindsüchtige» Harmonium die alte Weise zu spielen: Großer Gott wir loben Dich! Und jubelnd steigt der Am- liosianische Lobgesang aus über tausend rauhen Kriezer- kehlen gesungen zum Hiiumel empor. Dann betritt der Geheime Konsistorialrat Hofprediger Goens die Altarstufen und grüßt die Gemeinde mit dem Rufe: Friede sei mit Euch! Er verliest das Wort der Schrift aus dem Buche St. Pauli an die Römer im achten Kapitel, wo es im 28. Verse heißt: Wir wissen aber, daß Denen, die Gott lieben, alle Dinge zi.m Besten bienen! Und nachdem wir das Lied: Ich bete an die Macht der Liebe! mit seltener Inbrunst gesungen haben, hält der redegewaltige Feldprediger eine Ansprache, die ich zu der ein- drucksvrllsten Predigt rechnen darf, die ich je in meinem bewegten Lebe» gehört habe. Er begann damit, daß es sich die jungen französischen Krieger, die in dieser Halle noch vor Iveiiigen Wochen ihre erste Ausbildung im Reiten erhalten baten, ivobl nicht hätten träumen lassen, daß ein deutscher Gottesdienst diese Halle noch nachträglich weihen würde und auch die Bewohner der uniliegenden Städte und Dörfer waren gewiß nicht daraus vorbereitet gewesen, daß an diesem ersten Oktobersonutag der Glockenklang und Meßgesang ihrer Kirchen die stille und einfache Weife eines deutschen Feld- gottesdienstes abschließen würde. Aber auch uns sei die Situation gewiß ebenso neu und ungewohnt. Wie mancher habe noch vor wenigen Wochen allerlei Pläne und Entwürfe geschmiedet, die nun diwch den Sturmwind des Krieges vernichtet seien. Und mit Erbitterung blickten wir nach einer anderen Grenze hinüber, wo das Volk wohne, das diesen Krieg auf dem Gewissen habe, und die Trübsal dieser Tage dereinst vor seinem Gott zu verantworten haben werde. Jeder Haß gegen das Volk, dessen Land wir jetzt mit den Waffen in der Hand in Besitz genommen hätten, liege uns vollkommen fern. Denn es habe noch nach der Kriegserklärung durch Rußland in ganz Deutschland wohl Niemanden gegeben, der nicht von dem Wunsche beseelt gewesen sei, mit dem Nachbar im Westen in Frieden weiterhin zu leben, wie es in den letzten 44 Jahre» geschehen sei. Und darum sei es nötig, vor Gottes Angesicht es nochmals auszusprechen, daß wir keine Fehde mit Fraiikreich gesucht liätten und deshalb auch der festen Zuversicht feien, daß uns Deutschen, die wir Gott liebten, auch dieser Krieg schließlich zum Best u dienen werde. Etwas Gewaltiges habe er jetzt schon gezeitigt. Aus den Palästen und den Hütten sei alles, was waffenfähig bei uns sei, zum Schutze des Kaisers und des Vaterlandes herbeigeeilt und im ganzen Volke sei heute der Wille ,urn Siege vorhanden. Aber auch, was schlecht und dunkel i-ei uns geworden >var, habe der Kriegssturm hinwegge- flasen. Der Tod sei kein Schreckbild mehr imd freudig wolle jeder sein Leben opfern, da es das gemeinsame Vaterland xelte. Aber um diese» Krieg zum guten Ende zu führen, sei es notwendig, die Liebe zu Gott im frischen Feuer unserer Begeisterung ungeschwächt zu erhalten. Ebenso, wie der Krieg die Abkehr von Weib, Wein und Würfelspiel gebracht habe, so solle sich der deutsche Soldat auch vor Augen halten, daß es dabei auch hier in Feindesland zu bleiben habe. Nur der Krieg ist gerecht und führt zum endlichen Siege,- der mit Gott und in der Liebe zu Gott geführt wird. Wir werden rus dieseni Kriege viel ernster, gereister und erfahrener zurückkommen und wir werden vor allem dann für schaal l'iid »ückitig halten, was uns noch bis in die letzte Zeit hinein erstrebeus- und begehrenswert erschienen ist. Der große Geist der großeii Zeit möge uns auch aus diesem neuen Streite zwischen Germanen und Romanen in unsere Heimat zvrückgekeiten. Tann wird auch diese trübe Zeit denen, die Gctt >ieben, zum Besten dienen! Mil bewegter Stimme schloß der Geistliche seine Aus- führungen durch folgendes Gebet ab: "In diesen ernsten Zei- tun. wo uns Misere Widersacher und Feinde Krieg zu führen gczwirngen haben, blicken wst zu Dst empor. Du starker ti euer Gott und bitten unr Deine Hilfe und Kraft. Wende, Tu Hüter Deines Volkes, Deine Gnade nicht von uns, ab- wrhl wir uns vielfach an Dir versündigt haben durch Leicht- firni und Sicherheit, durch Verachtung Deines Wortes und Ungehorsam gegen Deine heiligen Gebote. O Zerr, gehe nicht ins Gericht mit uns, laß' uns in Jesu Chrstto unseren Mittler und Erlöser, den Trost der Vergebung unserer Sünden und Frieden für unsere Seelen finden. Steuere Du dlbst. Tu heiliger, allinächtiger Gost, dem Verderben und Illen Aergernissen in unserer Mitte, daß Gerechtigkeit und t reue unter uns wohne und wir in Deiner Furcht Dir diesen, auch unter dem Gerät des Krieges. Du bist der König von Alters her, der alle Hilfe tut. Darum, wenn schon die Heere sich wider uns legen, fürchtet dennoch unser Herz sich nicht. Deine Rechte behält den Sieg. Du Herr der Heerscharen. Deinem allmächtigen Schutz befehlen wir unseren dl utichen Kaiser, der »nserem Volke vorangeht sammt seinem Hause. Gib ihm weise Ratgeber und treue Feldherrn und' ein todesmutiges pflichtgetreues Heer. Geleite unsere Schiffe und die Fahrzeuge der Luft. Ja, »eh' aus in Deiner Kraft »tut 3-Bgeajtitum. »»mag. Den r«. xmoott in* mit unseren Truppen. Stärke ihren Arm und ihren Vtut zum Siege über die Feinde. Decke mit Deinem Schilde ihr Lcben und verleihe ihnen um Deiner Gnade willen eine ftöh- liche Heimkehr. Sei nahe mit Trost und Hilfe allen Bedrängten. Nimm der Vereinsamten und Verlassenen Dich väterlich an und laß' endlich aus dieser Tränensaat eine Freudenernte reifen für Zeit und Ewigkeit. Rüste uns alle aus mit den Waffen Deines Geistes, daß wir am bösen Tage Widerstand tun und den Sieg behalten. Gieb uns den Sinn, daß wir aus der Unruhe und dem Streite hinie- den in herzlichem Verlangen hinaufblicken in das Land des ewigen Friedens. O Gott, laß Dein Antlitz leuchten über uns und gib uns Gnade allenthalben und auf allerlei Weise um Jesu Christi unseres Herrn willen. Erbarme Dich unser! Amen." Die ergriffene Gemeinde sang darauf: Unsern Ausgang segne Gott! worauf die Feierstunde mit dem von Geh. Konsistorialrat Goens gesprochenen Vaterunser ihr Ende erreichte. Ans der Heimat. Fricdbkrg, 19. Okt. (Eingesandt.) Zu Begiiin des Krieges hat unser Kaiser ausgerufen, fortan gebe es keine Parteien mehr. Es ist eine der erhebensten Erscheinungen der Gegenwart, daß diese Mahnung von allen Seiten aufs treueste befolgt wird und man nur ein großes und liebes deutsches Vaterland kennt. Auch in dem Verhältnis der Offiziere zu den Mannschaften kommt diese Eintracht erfreulich zum Ausdruck. Alle von der Front zurückkehrende Krieger betonen das überaus kanieradschaftliche Verhältnis, das zwischen Vorgesetzten und Mannschaften herrsche und daß sie in der Tat nur e i n Volk und e i n Heer gäbe. In ganz besonders schöner Weise kommt diese treue Kameradschaft, wie uns wiederholt mitgeteilt worden ist, bei unserem im Felde stehenden Bataillon der 168er zum Ausdruck. S o muß es sein und s o muß es bleiben. Doppelt gegenüber fft es unseren Land sturm männern am Platze; eS sind ältere, gereiftere Männer, die den Ernst des Lebe,:s begriffen haben. Sie eilen aus dem Schoße ihrer Familien zur Fahne, sie haben ihr Geschäft, ihre Amts- oder Schulstube, Hof und Feld im Stiche gelassen, um sich wieder dem Waffenhnndwerk, das sie vor nahezu 20 Jahren verlassen haben, zu widmen. Gewiß ist es nötig, daß sie wieder an das rauhe Leben gewöhnt werden, daß sie sich wieder in Märschen u. in Felddienst üben, aber inan sollte doch unterlassen allzuviel mit einem Drill zu kommen, der bei den Rekruten nötig und nützlich ist, dessen „Zuviel" bei altgedienten Landstürnierii aber doch als überflüssig erscheint. Geradezu bedauerlich ist es aber, wenn in der Behandlung der Leute ein Ton vorkommt, der ganz und gar den Ver- hältnfffen nicht angebracht und auf's höchste zu bedauern ist. So hat sich ein Vorgesetzter, der in Frankfurt eine Stellung bekleidet, die ihn doppelt mahnen sollte, mit beleidigenden Worten voifichtig zu sein, seinen Leuten gegenüber um einer geringfügigen Ursache willen, zu solchen Ausdrücken hin- reißen lassen, daß wir sie lieber, trotzdem wir darum gebeten wurden, des allgemeinen Eindruckes halber verschweigen wollen. Der, den es angeht, wird ja wissen, um was es sich handelt. Zu seiner Ehre wollen wir amiehnien, daß ihm die Worte in der Erregung entflohen sind. Wir vermeiden alles, was irgend Ursache zur Mißstiuimung und Unzufriedenheit geben könnte. Es gibt aber auch Tinge, die, wenn sie verschwiegen werden, den Schaden uni sich greifen lassen und dann Verstimmung erzeugen. Deshalb bringen wir dieses Vorkommnis zur Sprache und hoffen, daß ein solcher Grund zur Klage fürderhin nicht niehr vernehmbar sei damit de» Landstürmern die Freude in ihrem ihrem Dienste, den sie für das Vaterland leisten, nicht verleidet werde. * R. K. Fricdbkrg, lg. Ott. Ei» Beweis echter deutscher Kameradschaft und ein Zeichen hochherziger opserfreudiger Erinnerung unserer im Felde stehender Vaterlandsverteidtger ist folgendes Schreibe», das bei dem Vorstand des Roten Kreuzes eingelaufcn ist: Anbei übersendet die 9. Kompagnie dem werten Vorstand des Roten Kreuzes 20 .« zur Unterstützung verwundeter Kameraden des 3.-168. Wollen Sie uns bitte den Empfang bestätigen. Mit vorzüglicher Hochachtung Sergt. Schell, 9.-I68. * Friedberg, 19. Ott. (Jungwchr Friedberg). Nächsten Sonntag soll mit den Uebungc» begonnen werden. Die Oberleitung hat Herr Direktor Ritsert übernommen, dem als Kompagnieführer die Herren Jäckel, Koch und Dreher u. als weitere Mitarbeiter eine größere Anzahl meist gedienter Männer zur Seite stehen. Es braucht nicht noch einmal gesagt zu werden, daß die militärische Vorbereitung sehr ernsthast und stramm betrieben werden wird, wie cs allein dem Ernst der Zeit gemäß ist. Soviel wie möglich wird im Freien geübt werden, was auch bei der Kleidung zu beachten ist. Die Jn- struttions- und Vortragsstundcn werden auf einen Werktag Abend gelegt werden, falls sich nicht, was noch besser wäre, Werktag Nachmittage frei machen lasten. Die Beteiligung verspricht eine zahlreiche zu werden und darf man immerhin auf einige hundert Teilnehmer hoffen. Die Einteilung erfolgt ohne Rücksicht auf Standes- und dergleichen Unterschiede rein nach militärischen Gesichtspunkten. » Friedberg, 19. Okt. Für das 18. Armeekorps sind zwei Paketdepots eingerichtet worden und zwar in Frankfurt a. M. und in Darmstadt. In der Zeit vom 19. bis 26. Oktober ist daher im allgemeinen auf den Paketen für die hessischen Truppenteile des 18. Armeekorps in der Aufschrift „Paketdepot Darinstadt", für die preußischen Truppenteile des 18. Armeekorps „Paketdepot Frankfurt a. M." -nzugeben. Di« Auflieferung der Paket«, di« das Höchstgewicht von 6 Kg. nicht überschreiten dürfen, erfolgt bei den Postanstalten ohne Paketkarte (Paketadresiej gegen «in einheilliches Porto von 2ö Pfg. In Darmstadt können die Pakete auch bei dem daselbst bestehenden Pakctdepot, soweit dasselbe zuständig ist, kostenlos aufgelicfert werden. Von den Paketdepots aus erfolgt die Beförderung der Pakete in's Feld durch die Militärbehörden. Die Feldpost ist an der Beförderung nicht beteiligt. Ucbcr Näheres geben die Ortspostanstalten Auskunft. * Landwirtschaftsammerk für das Großherzogtnm «csien. Versteigerung von Pferden. Wir machen die Landwirte darauf aufmcrfam, daß am 22. Oktober in St. A v o l d, am 23. Oktbr. in Saargcmünd und am 24. Oktober in Zabern jeweil- vormittags 19 Uhr Bcrsieigerungcn von für landwir'ühasrliche Zwecke noch brauchbaren ausrangierten Militärpferden stal: sindcn. Weitere Auskunst erteilt der Kommandant des Elap pcn-Trains in St. Remill,,. * Gieße», 19. Okt. Die in vergangener Woche unter dem Verdacht, Diebstähle auf den Schlachtfeldern begangen zu haben. hier im Bahnhof verhafteten Personen aus Berlin, haben tatsächlich in ihren Koffern alle mögliche» Wertgegenstände gehabt, welche aus Diebstähle» herrührtcn. Nicht allein von den Kampsplätzcn, sondern auch aus Häusern gestohlene Sachen führten sie mit sich. Sogar wertvolle Parzelle......‘‘vibf. Jedenfalls haben sie eine harte Bestrafung zu erwarte» und das von Rechts wegen, denn durch derartige Verbrecher wird der deutsche Name im Ausland in Mißkredit gebracht. * Ruttershausen, 19. Okt. Untcrossizier Schreiner von hier, der im Kaiser Wilhelm-Regiment Nr. 116 dient, hat cine tapserc Tat begangen und dafür das Eiserne Kreuz erhalten. Er hat die Stelle des gcsallcncn Vizefeldwcbels übernommen und bei der Erstürmung eines französischen Dorfes 366 Gefangene gemacht, zwei Fahnen und zwei Maschine," " ; r: er beutet. Aus Rhrinhesien. * Mainz, 18. Okt. Wie wir von verirauenswüroigrr Seite erfahren, wurden Flieger am Abend des 11. Oktober über Eltville-Schicrstein gehört, die scheinbar den Kurs nach Mainz »ahmen. Sie wurden auch von verschiedene» Seiten' best! rsien Außerdem wurden in der Frühe des 12. Oktober gegen 1 li: -. in der Gegend des Großen Sandes »ach den Schicßstän'ocii ebenfalls ein Flieger gesichtet. Dieser, der aus Südwestm tain, nahm Kurs nach dem Rhein. Von Bombenwürfen, von denen Tageszeitungen berichteten, hat man in Eltville-Schier stein als auch in Mainz nichts feststellen können. * Mainz, 18. Okt. 98 Belgier, die im Verdachte standen, als Franktireurs ihr Anwesen getrieben zu haben u. d Wochen im hiesigen Eroßh. Hesi Provinzialarresthaus untergebra ft waren, wurden, da die Ilntersuchung nichts belastendes gegen sie ergab, in ihre Heimat zurückbesördert. Einyejandt. fFür Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Schristleitun* nur die preßgcsetzliche Veranlwortung). In der Nähe des Steinhäußerschen Eistciches steht ein Gemarkungsstein, ein sogenannter Dreimärker, der ein ehrwürdiges Alter besitzt und durch die an seinen drei Seiten cingehaue- ncn Wappen auf die Grenzen und Gerechtigkeiten der Keniark- ungsbesitzer (Jricdbcrg, Ockstadt und Franckenftcinj hinweist. Leider hat der Stein eine» Stand, der ihn allen möglichen Gefahren der Zerstörung aussetzt: vor allem ist er durch die dicht daran vorbeiführende» Feldwege in steter Gefahr, von Acker- fuhrwerk beschädigt oder vernichtet zu werden. In dieser Erkenntnis hat der Friedberger Eefchichtsverein schon alle nur erdenkliche Schritte getan, um diesen Zeugen alter Zeiten vor der Zerstörung zu bewahren, ihn in dem Museum zu erhalten und durch einen neuen Stein aus festerem Material, gefchiitzr durch einen Baum, zu ersetze». Und welchen Anblick bietet der Dreimärker heute? De: schmnle Rasenstreifen ist niedergebrannt, der Stein (roter Sandstein) rauchgeschwärzt und ein großes Stuck davon mit Gewalt abgeschlagen. Jnsolgedesien sind zwei der Wappen schwer beschädigt, und auch an dem dritten hat die rohe Hand des Zerstörers herumgcschlagen. Es ist traurig aber wahr aast in ck- nem Teil unserer Bevölkerung eine Roheit und Zerbe,ungs wut herrscht, die kaum noch ihre Grenzen hat. Vor einiger Zeit mußten die Grabdenkmäler des Burgsriedhofs daran glauben, fetzt ist es dieser Stein, der der schandbaren Vernichtungstat eines Rohlings zum Opfer fällt. Leider kann aber auch die zuständige Gemeinde, auf deren Gebiet der Stein steht, beziehungsweise die betreffende Standeshcrrschast, nicht von schwerer Schuld an diesem Dernichtungswcrk freigesprochen werden. Den Bemühungen des Eeschichtsvereins um die Erhaltung des Steins hat die Gemeinde ein schroffes Nein entgegengesetzt, ein Vorgehen, das um jo bedauerlicher erscheint, als ihr daraus nicht die geringsten Kosten erwachsen wären. Die Folgen dieser ablehnenden Haltung zeigen sich jetzt, denn es bleibt der nicht abzuleugnende Vorwurf an ihr haften, daß sie durch ihre unbegreifliche Weigerung an der Zerstörung des Denkmals mit schuld ist. Auf jeden Fall wird die zuständige Behörde Gelegenheit nehmen, auf Grund des Denkmalschutzes und des Strafgesetzbuches einmal scharf cinzugreifen. Friedberg, den 12. Oktober 1914. Professor Helmke. Für die hiesigen Lazarette ginge» weiter ein: 3) Von Herrn Landwirt Herin. Schudt, Dorheim: 2 Fl. Saft, 1 Päckchen Seife. 4) Bon Frau Lehrer W.: Wäsche für die Soldaten im Feld, 1 Pack Hefte. 5) Von Frau Zugführer Voll, Friedberg-Fauerbach: 1 Pack» cher- Wäsche. Zillen Gebern herzlicher Dank! Frankfurter Wetterbericht. Boraussage: Ziemlich bedeckt, meist trocken, keine Tempe- ralurveränderung, östliche Winde. Verantwortlich sur den politischen und lokale» Teil: Otto Hirschel, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G., Friedberg i. H. Nr. 245 Seit« 4. IUcec Tazosazeitng. Montag, den 19. Oktober 1914. Ans den dklltlchtll JJrrlnßliffnu Reserve-Infanterie-Regiment 9te. 115 Dormstadt und telegen. Treinblois am 24., Mouzon und Bcanmont a . 28. August, Brabant am 7. und Binarnille al» 15. und 16. September 1914. III. Bataillen. (Stab): Major Siegr. Herm. Theod. v. Buffe, Zochortau, tot. — Oberleutn. und Adj. Erich Heinrich Hartwig, Quade, Gölten, leichtvcrw. 9. Kompagnie. Hauptm. August Friedr. Rail; v. Frcntz. Koblenz, leichtoerw. — Oberleutn. b. St. Friede. Weimer, Gießen, verw. — Unterosf. Karl Gerlach, Slockhciui. tot. — Gcfr. Friedrich Schutz, Friedberg, Io». — Gesr. Friede. Wilh. Winl.'c, Äieder-Weisel, lvw. — Friedr. Hillgertner, Bad-Rauheim. lvw. — Fr. Engel, Homberg a. L. Ohm, tot. — llntcoff. Joh. Hahn, Rieder-Mörlen, VW. — Karl Brrth, Rcichelshciui. v-e. - Ludwig Reitz. Steinfurth, tun. — Heim. Reutzel, Durggräsenrod. viv. — Eustait Lohn, Wohnbach. vw. — Fcldw. Heini. Stört, ffrofj Gerau, vw. — Bizefcldw. ffig. Bingel, Gambach, vw. — Unteroff. Beruh. Mack, Gießen, VW. - Unterosf. Rudolf Walther, Reichelsheim, vw. — Unterosf. Ludwig Huber, Steinfurth vw. — Unterosf. Heinr. Wcidcuhaus, Grüningcn, vw. — Unteroffizier Jak. Ohlemntz, Gambach, vw. — Unterosf. Karl Hebr- rcr. Dietzenbach, vw. — Unterosf. Fritz Oskar Anacker, Horchheim, vw. — Karl linder, Maffeiihcim, vw. — Wilh. Kalb heim, Kaichcn, vw. — Wilh. Klippel, Niedcr-Weifcl, vw. — Wilh. Kester, Niedcr-Efchbach, vw. — heinr. Slcph. Kremcr, Rieder-Mörlen, vw. — Gcfr. Phil. Kraufch, Gambach. vw. — Gcfr. Friedr. Bernhardt, Biedenkopf, vw. — Karl Kost, Petterweil, vw. — Unterosf. Jak. Dapper. Eorgenloch, vw. — Wilh. Plrl, Wölfersheim, vw. — Karl Rcifkohl, Vilbel, vw. — Konr. Rosenbecker, Steinfurth vw. — Karl Bolz, Burggrafcnrode. tot. — Gcfr. G. Mathäus, Langenberg, vw. — Unteroff. Otto Matern, Mufchenheim, tot. — Georg Werner, Fricdberg, vw. — Karl Schneider, Friedberg, vw. — Heinr. Schah», Berstadt, vlli. — Hrch. Kremcr, Heldcnbergen, vm. — Jak. Agek, Stcin- fllrth, vm. — Ludwig Alles, Steinfurth, vm. — Gefr. Albert Böhmer, Oberlangen, vm. — Jak. Broy, Bicrsdorf, vlli. — Tamb. Eberhard Brod, Steinfurth, vm. — Jakob Brcidcrt, Langen, vm. — Georg Back, Ober Rosbach, vm. — Theodor Bingel, Schwalheim, vm. — Tamb. Theodor Karl, Bellmuth, vin. — Jak. Deitz, Harxheim, vm. — Karl Dickenbergcr, Ilbenstadt, vm. — Karl Döpp, Usenborn, vm. — Quirin Ebcrhardt, Ilbenstadt, vm. — Jak. Euler, Butzbach, vm. — Karl Faatz, Asseuheim, vm. — Adolf Ernst, Fauerbach, vm. — Ludwig Falk, Steinfurth, vm. — Gg. Fisch, Osfenbach, vm. — Heinr. Frank, Schwalheim, vm. — Franz Brauburger, Rosenheim, vm. — August Füller, Vilbel, vm. — Gg. Fcuerbach, Klein-Karben, vm. — Adam Gönsch, Ricdcr-Efchbach, vm. — Karl Görtz, Hel- venbergen, vm. — Heinr. Grieb, Gambach, vm. — Heinr. Grll- ningcr, Butzbach, vm. — Fr. Phil. Guth, Harheim, vm. — Gefreiter Karl Guth, Rieder-Florstadt, vm. — Alex Gondors, Friedberg, verw. — August Jakobi, Leidhecken, vm. — Heinr. Jung, Rieder-Mörlen, vm. — Heinr. Lotz, llfenborn, verm. — Wilh. Löscher, Affenheim, viy. — Rcinhold Lorey, Weckesheim, am. — Ehrift. Los, Wolf, vm. — Ludwig Philipp!, Steinfurth, vm. — Ehrift. Prcstgcr, Vilbel, vm. — Heinr. Röder, Dorheim, vm. — Gefr. Kone. Reinhardt, Gambach, vm. — Jak. Reuhl, Gambach, vm. — Joh. Rack, Rieder-Mörlen, vm. — Konrad Reinhardt, Harheim, vm. — Heinr. Rietz, Wölfersheim, vm. — Adolf Riehl, Ober-Erlenbach, vm. — Heinr. Roos, Gethman», vm. — Martin Gröninger, Ockstadt, vm. — Karl Reitz, Usenborn, vn>. — Gesr. Herm. Reutz, Echzell, vm. — Adolf Zoll, Friedberg, vm. — Gefr. Wilh. Volp, Steinfurth, vm. — Wilh. Väth, Södel, vm. — Karl Macker, Ilbenstadt, vm. — Gefreiter Wenzel Maas, Ricder-Weifel, vm. — Wilh. Hinkel, Södel, vm. Karl Hirsch Rieder-Florstadt, vm. — Otto Holler, Bisses, vm. Karl Herrberger, Gettenau, vm. — Gefr. E. Haustein, Friedbcrg »in. — Joh. Alb. Hahn, Ober-Erlenbach, vm. — Gefr. Otto Hof- nietln, Rödgen, vm. - - Gcfr. Wilh. Harth, Reichelsheim, vm. • - Philipp Wöll, Södel, vm. — Friedr. Weisbecker, Heldenber- prn, vm - Heinr. Schultheis, Rieder-Wöllstadt, vm. — Karl Lieber, Rohrbach, vm. — Wilh. Winter, Bingenheim, vm. — Theod. Weller, Hcuchclheim, vm. — Karl Werner, Bönstadt, vm. — Wilh. Wolf, Södel, vm. — Heinr. Steinhaucr, Steinfurth, verm. — Peter Schulmeier, Ilbenstadt, vm. — Adam Schultheis, Rieder Wöllstadt, vm. — Karl Seitz, Raustadt, vm. — Stern. Scib, Erbstadt, vm. — Wilh. Schmidt, Södel, vm. — Alfred Löwcnbcrgcr von Schönholz, Dorheim, vm. — Ludwig Karl Schuch, Praunheim b. Frankfurt, vm. — Wilh. Heinrich Stork, Schwalheim, vm. — Gesr. Karl Schmidt, Burggräjen- rode, vm. — Robert Sternbcrg. Limburg, vm. — Leonhard Schwimm, Steinbuch i. O., vui. — H.inr. Justus Schaub. Elgershausen, vm. - Heinr. Friedr. Meitz, Kle-n-Karben, vm. — Otto Mohr, Gambach, vm. — Karl Mohr, Gambach, vm. — Gefr. Jatob Schäfer Harheim, UNI. — Gottsr. Schmidt, verm. — Adolf Stüber, Wöife.shrim, vm. — Gcfr. Joh. Friedr. Kroner, Bilbcl, vw. tv. Kompagnie. Hauptm. Albert Dikhni, Reu-lllm i. Bayern, tot. — Li. d. R. Heinrich Bore. Erfurt, tot. — Felow.- Lt. d. R. Gustav Barth, Keltenheim. tot. — Feldw.Lt. d. R. Ludwig Berger, Hana», lvw. - Unteroff. d. R. August Schneider, Ostheiin, lvw. — Unteroff. August Tröster, Griedel, fchvw. Unteroff. Jak. Wolf, Gambach, lvw. — Unteroff. Louis Bull- m.anu, Grafenwiesbach, sihvw. — Unterosf. Emil Diehl, Butzbach, lvw. Unterosf. Horm. Böcke!, Bellersheim, lvw. t- Un teroffizicr Phil. Backes, Lbcr-ffiosbnch, lvw. Unteroff. d. R. Adolf Loeb, Vilbel, fchvw, — Wilh, Kramer, Frichbcrg, lvw. — Peter Christ, Rockenbcrg, lvw. — Wilh. Beruh. Langsdorf, Bad-Rauheim, lvw. — Bailh. Friede. Wciscnstein, Kl.-Karben fchvw. — Heim. Weil, Münzender», iot. — Gilbert Walter, Münzenberg. lvw. — Heinrich Martin, Kaichen, tot. — Val. ReminglUS Lchcibel, Ober Mörlen, tot. — Wilh. Gorr, Müll zenberg, low, — Wilh. Harlinann, Miinzenbcrg, lvw. — Karl Jung, Münzenberg, tot. — Richard Stamm 2., Bad-Rauheim, fchvw. — Friedr. Hinkel, Berstadt, lvw. — Karl Knipp, Bad- Rauheim, lvw. - Gg. Pfeffer, Baü-Rauheim, lvw. — Heinr. Worner, Bao-Rauhcim, ivw. — Tamb. Gg. Phil. Wien, Holz- Haufen, fchvw. — Gcfr. d. L. Ludwig Hartmann, Harreshausen, Ivw. — Friedr. Klein, Lampertheim, fchvw. — Heinrich Marx, Ober-Rosbach, fchvw. — Karl Reul, Heldenbergen, fchvw. — Theodor Dönges, Ockstadt, lvw. — Karl Merz, Rieder-Florstadt Inw. — Gefr. d. R. Johs. Wall, Holzhausen, low. — Karl Knhlner, Münzenberg, lvw. — Sally Bär, Griedel, tot. — Gefreiter d. R. Engclb. Malthai, Holzhauscn, lvw. — Gefr. d. L. Heinrich Batzmann, Kloppcnheim, lvw. — Jos. Pfeffer, Helden- bergen, lvw. — Karl Hinkel, Vilbel, tot. — Jos. Peppier, 06.= Mörlen, lvw. — Karl Leidner, Naunheim, lvw. — Hermann Bopp, Griedel, lvw. — Phil. Müller, Berstadt, lvw. — Konr. Allwohn, Wölfersheim, lvw. — Albert Brllckmann, Bruchenbrücken, lvw. — Heinrich Müller, Friedberg, lvw. — Martin Srenner, Hechtsheim, lvw. — Heinrich Kopp, Ober-Erlenbach, lvw. — Rnd. Veith, Heuchelheim, lvw. — Adolf Greif, Biffes, Ivw. — Jul. Borngäffer, Rodheini v. d. H., tot. — Gcfr. d. L. Emil Stengel, Rodheim o d. H., lvw. — Adolf Stern, Geitz- Ridda, lvw. — Heinr. Wall, Rodheim v. d. H, lvw. — Sally Rosenbaum, Gambach, tot. — Hugo Scheib, Heuchelheim, lvw. — Karl Eichhorn, Büdesheim, lvw. -- Wilh. Blöder, Gambach, lvw. — August Sulzbach, Oppershofen, tot..— Beruh. Bopf, Kirchgöns, lvw. — Anton König, Obermörlen, lvw. — Karl Silhardt, Büdingen, lvw. -- Karl Stamm, Bad-Rauheim, leicht verw. — Gg. Hinkel, Büdesheim, lvw. — Heinrich Sauer, Griedel, tot. — Karl Winter, Büdesheim, lvw. — Wilh. Schepp, Pohlgöns, lvw. — Friedrich Motzbach, Fricdberg, tot. — Wilh. Klotz, Pohlgöns, lvw. — Heinrich Ziegler, Bad-Rauheim, lvw. —Jak. Heinr. Bingmer, Rendel, Ivw. — Ludwig Karpf, Ein- ardshaufen i. H., lvw. — Gg. Dreffel, Höchst a. M., tot. — Hch. Hostnann, Berstadt, lvw. — Friedr. Wilh. Angelstein, Dortelweil, lvw. — Jak. Kopp, Obcr-Rosbach, lvw. — Wilh. Leister, Vilbel, lvw. — Jost Wilh. Adami, Hausen, lvw. — Heinrich Köhler, Wisselsheim, lvw. - Heinr. Karl Salzmann, Bad-Nauheim, tot, — Ludwig Junker, Grotz-Karben, lvw. — Albert Fisch, Bad-Rauheim, lvw. — Gcfr. d. L. Peter Becker, Ober- Rosbach, low. — August Oppcr, Staden, lvw. — Karl Strauch, Friedberg, Ivw. — Wilh. Zipperlein, Rodhcim, lvw. — Gesr. d. L. Wilh. Göbel, Pohlgons, low. — Wilh. Dauernheim, Miin- zenberg, tot.'— Hornist Heinr. Joh. Schröder, Rodheim, lvw. — Anton Langsdorf. Pohlgöns, low. — Jak. Datz, Ober-Ros- bach, lvw. - - Wilh. Wcnd, Münzenberg, tot. — Phil. Wilhelm Huhn, Rodheim, lvw. — Herm. Schultheis, Friedberg, lvw. — GkliliWMiil „ZiilMrbilild" unscr iieues Mitglied Ruppertsburg. Am 25 . September starb bei Ogiisllcs Lf/i tln+crof{t3icc d. Ncs., Nr-.-S!eg. L3 den Heldentod fürs Votersaud Ihm, dem Stolz i(wer- cjcpriijtcu Angehörigen und de: Hoffnung seiner lieben Braut, bewahren auch mir ein Irenes (peoenlen f denn er war mf- ganzem Herzen bei unserer Sache, eine:, n-.-st de» man sich verlassen lonnte, ein edler Mensch. ' Treue dem Treuen! Nnppertsburg. den 13. Oltober 1911. See Vorstak'd. BtiaililHiililhiiilg. Für die Stadikasfe wird zum alsbaldigen Eintritt für die Dauer des Krieges ein tüchtiger Gehilfe gesucht. Meldungen nebst Gehallan- Iprüchen und Zeugnissen sind an mich umgehend einzuicichen. Friediierg. i I. Ott. 1911. Der Bürgermeister. Stahl. Stick-Untcrricht u. Lehrlur'e f ir den Hausgebrauch - erteile gründlich Fel. .1. Frieübere, Barüaraflr. 1»., gegcniiosr der Aas, >. stall. Anmeldung jederzeit. Geselcht znm sosorli, en Eintritt einen kräftigen Äehrliug ans anständiger Familie. Zu eisragen unter M. F.2M3 bei der dleuen Tageszciiung. eaHE®:' ESS **321-23 ZU verkaufcu --Ihr. «Mshitil wsas (beide Oldenburger) bei Eg. Lebbach, Klein-Keiben- HeinrO Butzbach, lvw. — Wilh. Hofmann, Rödgen, lvw. — Bizefcldw. d. R. Herm. Jeckcl, Gedern, vm. — Unteroff. d. R. Wilh. Kuntz, Obcr-Rosbach, vm. — Unteroff. d. R. Wilh. Scharre, Butzbach, vm. —-Wilh. Philipp Graf. Klein-Karben, vm. — Justus Wilh. Gietz, Rieder-Wöllstadt, vm. — Robert Heinrich Schneider, Rieder-Wöllstadt, vm. — Heinrich Fritz, Ober-Wöllstadt, vm. — Herm. Byrau, Holzhausen, vm. — Gg. Fritz, Harheim, vm. — Wilh. Schäfer. Erbstavt, vm. — Jatob Dörhöser, Münzenöerg. vm. — Heinrich Kitz, Holzhanfen vm. — Ludwig Ohly, Blldel, vm. — Wilh. Lampert, Bad Nauheim vm. — Karl Hock, Ober-Rosbach, vm. — Wilh. Blcchcr. Ober- Rosbach, vm. — Christ. Hartmann, Bad-Nauheim, vm. - SB. Trilfch, Pohlgöns, vm. — Jakob Baumann, Gambach, vm. — Engelbert König, Ober-Mörlen, vm. — Gcfr. Heinrich Rühl. Berstadt, vm. — Jakob Kitz. Büdesheim, vm. — Franz Bayer, Oppershofen, vm. — Andr. PH. Kleitz, Bruchenbrücken, vm. — Friedrich Heil, Ober-Mörlen, vm. — Daniel Christ. Grob, Herz- feld, vm. — Wilh. Alt, Malbach, vm. — Karl Kaspar, Rieder- Ohmen, vm. — August Brock, Gudcnsberg, vm. Wilh. Sa- mes, rTais-Münzenberg, Ivw. — Wilh. Mohr-Gambach, vm. - Emil Möller, Bad-Rauheim, vm. Betreffend: Unfälle auf Nebenbahn-Uebergängen. Bekanntmachung. Die Zahl der Unfälle, die durch llcbcrfahrcn von Fuhrwerken anf nnbewachtcn Nebenbahn Ucbcrgnngcn entsteh n, ist hoch. Die meisten Unfälle sind dadurch entstanden, baft die Wagenführer entweder versuchten, noch vor dem Zuge, dessen (Geschwindigkeit sie unterschätzten, über den Uebcrg.ing zu kommen oder daß sie, wenn sie nicht etwa geschlafen haben, niit Begleitern plaudernd oder im Planwageni sitzend, die Warnungssignale nicht beachtet und sich überhaupt nicht darum gekümmert haben, ob sich dem Ucbergang ein Zug näherte. Auch durch das unruhige Verhalten der Zugtiere kann, wenn sie zu nahe an die Bahn hcraugcführt werden, leicht ein Unfall entstehen. Die Bahnordnung für die Nebeneiscnbahncn Deutschlands voni 5. Juli 1892 sieht eine Bewachung der in Schienenhöhe liegenden Wegllbergängc, d. h. die Anbringung von Schranken nur in Ausnahmesällen vor. Eine Milderung der in Rede stehenden Unfälle wird sich dann erreichen lassen, wenn die Fuhrwerksbesitzcr u. Wagenführer beim Befahren solcher Bahnübergänge es an der er- forderlichen Aufmerksamkeit nicht fehlen lassen. Ferner sind Eisenbahnzüge dadurch in Gefahr gebracht worden, daß sich mit Stammholz beladene Fuhrwerke beim Ueberfahren von Bahnübergängen festgefahren hatten. Der unter dem Wagen mit Ketten befestigte Baumstamm war an der Schiene hängen geblieben. Wir machen daher auf die Gefahren aufmerksam, welckw für Fuhrwerke und für den Bahnbetrieb durch Unaufmerksamkeit bei Befahren von Bahnübergängen und durch Ladung von Stammholz in der geschilderten Weise entstehen können. Die Fuhrwerksbesitzer und die Führer der Fnh:- werke sind verpflichtet, für eine sorgfältige Befestigung des Stammholzes in genügender Hohe über dem Erdboden, sodaß dasselbe weder auf Straßen noch auf Bahnübergängen schleifen kann, Sorge zu tragen. In ibrem eigenen Interesse sehen wir uns daher veranlaßt, die Fuhrleute vor den durch unaufmerksames Befahren der unbewachten Eisenbahnübergänge entstehenden Gefahren eindringlichst zu warnen. Friedberg, den 6. Okt. 1914. Großh. Kreisamt Fricdberg. F r h r. S ch c n ck. Friedberger Pferde- und Fohlenmarkt. Der Friedberger Pferde- und Fohlenmarkt findet in der bisher üblichen Weise am Dienstag, den 27. Oktover lfd. Js. statt. Bon einer Verlosung wurde abgesehen. Friedberg, den 17. Oktober 1914. Der Bürgermeister, Stahl. Für eine Liebesgabe im Kriege sind unsere Söhne, Kruder n. Freunde dankbar. Ich empfehle deshalb als Feldpostbrief zu 250 Gramm brutto verpaß: Sortiment 1 20 Etck. Zigarren Mk. 1.20 sihr preisw. 2 „ „ 1.40|tl|t i» tmpltlilr«. , 3 „ 1.60 fitzt. Bnalilölf«. 4 „ " . 2.-ff. f.tztki». „ 5 „ „ „ „ 2.40 ftmnnn« .(»»Ilse Verpackung frei, Porto 20 Psg. Portofreie Feldpostpriefe 4—5 Zigarren 20—25 Stück Zigaretten, Gewichtsgrenze 50 g, Briese tonnen deigelegt weiden. Beifandl erfolgt direkt ab meinem Geschäft nach Aufgabe verfchriftemäßiger Aöreffe. OiiptrenljiMö Adolf Wolff k.kgcniilirr den« »eueii Kahnhof. Friedbcrg i. K. Fkrnfprklhkr Nr. 221.