7. Jahrgang Unmmer ^44 Samstag, den 17. Oktober 1ttl4. Di- „**«* Sacr-iritnng" iildieint leöen Sl'etltoi’. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer au» Dessen". „Die Hpiunst-ibe üv. K-n t o tamlnllen Dicrtelniljilid) 1,95 tei den Agenten monatlich 50 Pjg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trügerlohn. . Anzeigen: Erundzeile "0 Pjg., , 0 'ale IS Pig^ Anzeigen not auswüri» welle, dach Po Ina hna 1 UIS erhoben Erfüllungsort Friedberg. Kchriftleitung nnd Verlag Friedberg (Hessen), Hanauerstraße 12. Fern precher 1t. Post, hei- 33.it j 1 !">J, Am! Frantsurt a. 21 . ZUM 18 . Ff i* ^ 'V <> War das in vorigem Jahr ein Feiern! Mächtig Tobet- Ocn von den Bergen und Höhen Alldeutschländ die Flaunnen- zeichen empor zum Gedenken des Tages, der vor 100 Jahren den deutschen Böllern ihre Freiheit gegeben hat. Dank zu Gott erfüllte die Herzen des deutschen Volkes, der ihm damals zur Seite gestanden hotte. Aber neid- und haherfullt blickten unsere Nachbarn im besten und Osten und jenseits des Kanals aus unser Treiben. Unsere Einigkeit, unsere Freiheit ist ihnen ein Greuel und finstere Plane wurden geschmiedet, sie zu vernichten. Und wie damals in den Befreiungskriegen, die am 18. Okt. zum siegreichen Ende geführt wurden, so hat das deutsche Volk heute wieder zu kämpfen für sein gutes Recht, für seine Freiheit, für sein Dasein. Wieder sind es, wie einst bei Leipzig, viele Völker, die 1 Kampfe einander gegenüberstehen. Aber die Rollen sind pertanscht, zwar Preußen—Deutschland und Oesterreich stehen wieder, wie vor hundert Jahren in treuer Waffen- briiderichaft, die nickst wie damals durch kleinliche Eifersucht getrübt wird, zusammen. Aber die, denen damals der Kamps des geeinten Europas gegolten hat, haben heute Verbündete gefunden. In Leipzig standen dem französischen Welteroberer n^ben Deutschen und Oesterreichern vor allem die Russen gegenüber. Ter Haupthasser Frankreichs aber war England, das in einem jahrzehntelangem Kriege mit Napoleon lebte und von dem Imperator in seinem Le- bensnerv, dem Handel, sich empfindlich getroffen suhlte. Soldaten schickte es keine in die Völkerschlacht, außer einer Batterie konareviscber Raketen, einer niederträebtinen Waffe, dem englischen Charakter entsprechend, war Brile-nien ans I der Ebene Leipzigs nicht vertreten. Es hat ab, nick ■ weniger den hauptsächlichsten Nnben ans der Ichiack'i t ' i zogen und verdankt seine Weltmackststellnng de, - E, - t deutschen Waffen. Zum Dank hat dieser Staat von Seeräubern d-e ranze Welt gegen uns gehetzt. Ilnd wie vor 100 Jahren, so können wir auch heute wieder sagen, Feinde ring-.-. '! Wie ,i den damaligen großen Tagen so sind wir Teuffc-.:.' -■■*'.) hem.' in diesen Weltenkrieg eingetretcn als in einen Freiheit! kriege für Gegenwart und Zukunft unser,- Vaterland-?. Tie Neider und Feinde haben Knechtschaft für uns bereit gehalten. Sie haben ihre Pläne wohl mit ihrem kurzn.T-- tigen Hochmut und ihrer kleinlichen Verblendung aber nickst mit dem lebendigen Gott gemacht. Das straft sich jed.-sinil in der Weltgeschichte. Indem wir siir Recht- und Fre-steit für Glauben und Vaterland kämpfen, richten wir ein „Es-->- Ezer" einen Stein der Hilfe auf: „Bis hierher bat uns der Herr geholfen!" Und wir in freudigem und bangen Zittern hin- und hergeworfenen Menschen wachten hoffentlich mit unseren höheren Zwecken. Zn einem neuen Schlag hat die Welt-n- uhr ansgehoben. Tie Känn fe der Gegenwart bringen nach menschlichem Ermessen die Entscheidung für eine lange Zeit. Die Schlachten in Lothringen und in der Champagne, die Erstürmung der belgischen Vesten, das Millionenringen im Osten sind ungeheure Proben auf die sittliche Spannkraft eines Volkes. Tie Glocken haben nn? gelautet in der Großstadt wie in den vergessensten Dörtlein de? Waldgebirge:-. ! Cr »e Riesen,rstimg im Panzerlleid der modernsten Da-leidig ■ nngr-wrike ist nach 10 Tagen zu Fall gekommen. I,., Osim I ist ein siegreich -- Feldherr im Begriff ein Bollcheld zu mer l den. Wir halten aus, wie vor lmndert Jahren, in eirr.-.n > Meer r-on Lägen und Gomeinhrit, von ohnmäclstigor Wirt und rärioser Granfainkeitl leie halten aus mit nni.n.-n Gelt: „Bis lierher'lmt uns der Herr geholfen!" Wie einst der Freiheitölampf des deutschen Volle? vo > der Weltgeschichte gebuch! und ntit leuchteuder Schritt in rhr, Biich-.-r eingeschrieben worden ist, so kämpft auch nrristr Volk heute nicht nur siir ferne Gegenwart sondern auch nirjcinc Znknnst. Die Cirlet erweisen sich Herste der Väter toiirdig nird wieder können wir mit Th. Körner, dcnr lichten Helden airs den Besreinngskriegen, singen: Wir rufen dich mit srendstgc» Blicken nnd halten fest nn deinern Wort! Die Hölle, soll »ns nicht berücken durch und M- ml ermord, und was auch rings irr Trum» raern gehl, wir wisse», daß eirr Wort besteht. Drum »rag auch »och irr, falschen Leberr die Lüge ihre Tempel bansti und mögen goldstre Schirrkerr beben nnd iich r or Kraft rrrrd Trrgend graust, nnd mit der Feigheit Schwin- deldrohsti vor dom erwachten Volke steh'n. Dir wollen nickst an dir verzagen und treu nrrd ieit-.-n Mutes sein. Trr wirst die Schlange doch erschlagen und wirst deirr deutsches Land besreistr. Liegt auch der Tag 'roch jahrewrit, wer weiß, als du. die rechte Zeit? _ Die Deutschen in Ostende. Die Russen bei Lyck abermals Zttriicktzeworfen. — Schwere Berlttfte der Raffen. — San Giulano, der italienijche Minister des Aentzern, gestorben. Die Kriegslage. Tie RnWn vctsuchlen am 1-1. Oktober sich wieder in. Sen Besitz von Ltzck zu setzen. Tie Angeisic wurden zurückgcwiesen. 800 Gefangene, ein Geschütz und 3 Maschinengewehre fielen in unsere Hände. Brügge wurde an» 14. Oktober, O st- a d c an» 15. Oktober von nnseren Truppen besetzt. Heftige Angriffe der Franzosen in der Gegend nordwestlich von Reims sind ab- gewiesen worden. Die Franrosen melde» in ihren anrt- »ichen Scllnnninlanjungcn, daß ftc an verschiedenen Stellen der Front, j«m Keispie! Drrris au Dac nordwestlich Neims mcrst- lichc Fortschritte gemacht hätte». Diese Meldungen entsprechen in keiner Weise den Tatsachen. vic Stdeiiiillist dcr Einiistliiile m\ ÖlinOf. Die ersrculiche Tatsache, daß uiisere Truppen jetzt an die belgische Ecc ! üftc vorgodrungen sind und sie im Besitz haben, und daß s-c nnraussschilich bald die angrerizendc sran- z v s i j ch c Küste besetzen werden, tan» »ran als den Beginn eines neuen Abschnittes unscrcr Kriegssührung arische», denn damit sind die ersten Stutzpunkte an der o s s e n c n See gewonnen, und cs wird dadurch die Verbindung der jranzö- sischer, Armee mit England, wen» nicht abgcschnitten, so doch lehr erschwert, und es ist außerdem mit der Möglichkeit zu rechne,,. daß diese Stützpunkte an der Küste England. gegenüber verwertet werden können. Die Kämpfe in Flandern. Amsterdam, 10. Olt. Ter „Nieuwc Rottcrdamsche Cou- reni" berichtet aus M a a st r i ch t : Die Reste des bclgi- > ch c » Heeres aus Antwerpen, das sich aus der Umgegend von Ostende in der Richtung nach Dünkirchen zurürizicht, werden bei ihrem vollständig desorganisierten Abmarsch zwischen Diriruiden und Roulcrs durch französische Marinetruppcn und einige Kaoallcricabtcilungen geschützt, die in dieser Gegend Velschauzungen aufwarscn. Heute Donnerstag Rachmlttag um 2 Uhr wurden diese Stellungen durch starke deutsche Stroit- kräste aus allen Waffengattungen angegriffen Wenn es den Deutschen, was sehr wabrscheinlich ist, gelingt, die tranzösischen Kräfte zurückzudrängen, dann werden die deutschen Truppen rasch vor Dünkirchen erscheinen, das durch die verbündete» Armeen verstärkt worden ist. Die belgische Bevölkern z flüchtet in der Richtung nach Dünkirchen und Bvutogne und vermehrt dort die Unordnung auf den Landstraßen. Da der große Verbindungsweg Lrüggc-Ostende-Rieuwpoort sich in de»>sch.-n Händen befindet, so sind in der Umgebung van Dünkirchen und Bviilognc in nächster Zeit ernste Kämpfe zu erwarten. Die Rückzugsgefechte. Das „Handclsblad" meldet aus Ostende: Heute Morgen war der Auszug der Flüchtlinge bei der Dämmerung des Tages noch trauriger. Fischerboote, voll bepackt mit Menschen, segelten dicht bei der Küste hin und aus dem Strandbonlcvard bowcgtc sich wieder ein Zug von Menschen, die nach der Grenze zogen. Militärautomebile rastca vorbei. Man wollte dnsür sorgen, daß die Deutschen nichis Brauchbares -m Ostende- snr- t.-u. und man bat die Berichterstatter, Motorräder irnd Anio- n-cbi!c nach Holland mitzuitchmcn. Die Dcutschc» waren jedoch noch SV Kilomctc: bei Eclloo, wo eine deutsche Rodsahrcr- patrouillo von VÜ Marin stand, wenngleich dort noch die bel- gischc. Flagge aus dom Rathaus wchlo. No» Gent aus kamen drei oder vier Regimenter Dcutiche mit Feldgeschützen, vermutlich um die fcindüchc» Triiirpen abzüschncidcn. Auch das war unnötig, denn dic Belgier zogen so schricll, wie möglich nach dc-n Sllesten, wohin wußte man Nicht, aber es ging so eilig, daß sie nicht einmal die Batterien eingraben konnten, und die Kan.' ncn stcheri bcspanni längs der Wege. Rur bei Oualrccht wirrde noch ein wenig gejochten. Zwzlchen Melle und Oualrccht san- den mir plötzlich ein dreieckiges Schlachtfeld, wo tote: Dich auf de» frischen Gräben lag. Aus beiden Seite» dos Weges zogen kilomctcrlange Abteilungen deutscher Lc-idsturmkolouno» nach dem Westen. Welch ein Unterschied all dieser Stelle und aus de: arideren Seite, wo belgische Patrouillen aus ihren Rädern borumsahren, wo Mitrailleuscri zwischen Sträuchern sieben, um im Regen zu rosten. Aus belgischer Seite wird cs ein Pa- trouillcnkrieg. (6ani öklyikn in dcnilchtn fiiindkn. Gestern früh auf der Fahrt von Ostende nach Sluys begegnete der Vcrichterstattcr des „Handelsblad" hunderten von Automobilen mit belgischen Offizieren, von denen der größte Teil den Deutsche» in die Hände siel, weil sie von der Verbindung mit Frankreich abgeschnitten wurden. Sogar bei Dünkirchen wird schon gekämpft. Die Stadt wird teilweise durch U.bo.schwcmmungen geschützt. Belgien ist nunuichr oosskam. lucn in der Macht der dcutjchcn Truppen. Das ganze östliche und westliche Belgien wird durch sie von dcri belgischen Trup- n-n gesäubert. Dic Deutschen stellen überall den Straßenbahn- vorkcbr wieder her. In Maaseqck wurden sämtliche Bewohner aiisgefcrdcrt, Fahrräder und Motorräder abzuticsern. Ordmmg in Antwcrpctt. An Stelle des ziemlich Uiisähigcn Aiitwerpcncr Bllrgcr- »icisters de Dos tritt „UN der Abgeordnete Dr. Franck als stcllvcrtroicnder Biirgermeistcr von Antwerpen aus und slihrt die Unterhandlungen mit den deutschen Behörden. Franck HI einer der sähigsten Köpfe Belgicris. Er hat sich einen intcr- nalionakeii Romen gemacht durch seine erfolgreichen Arbeite« zur Herbeijührung intcrnationalcr Verträge für das Scerecht. Er spricht geläufig deutsch und ist vor allen Dingen einer der cifrigstcn Vorkampscr des Flnurontuins in Belgien. Er ist ein Mann, di-r deutsche Wisicuschait und deutsche Kultur keil»!, und sr-inc Bomü.-l iig:» gehen jetzt vor allen Dingen dahin, die Antwerponcr zur Rückkehr zu bewegen. Dr. Franck ließ den rrach Holland gczli-chtetcn Beamten und Arbeitern der bclgi- schori Eiscnbahiicn eine Reihe von Bedingungen Lbermittein und sordertc sie aut, so rasch wie möglich nach Belgien zurückzu- kehren, da es i- ,- Vaterlandsliebe verlangen müsse, daß die Eisenbahnen so rasch als möglich wicdcrhcrgestcllt würden, um die Flüchtlinge in ihr Vaterland -urückbringen zu können. Das Eiseiidahnporsonal hat sich jedoch bis jetzt »och nicht bereit cr- Itckrt. .rült-iikohrcii, und nur einige wollen den Dienst wieder auiiithmcn. Der . Ricuwo Roitcrdamschc Courant" schreibt in seinem Loitariikcl: Augenscheinlich und sehr begreiflicherweise wollen die dcutlchcn Behörden alles tun. um so rasch wie möglich das gesellschaftliche Loben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Die zurürilchrendcn Männer werden nicht zur Kricgsarbcit hcr- angezogcn wcrdcn und cs wird auch keine persönliche Kriegsentschädigung verlangt. Die deutsche Besatzung beträgt sich ordentlich, von Einguarlicrung ist keine Rede, Stahrungsmittel sind in geniigciikcr Monge in Aritwerpen vorhanden, wenn auch bei dem vollständigen Stillstand des wirtschaftlichen Lebens schwierige Ucbcrgangstagc kommen werden. Aber diese Schwierigkeiten stehen keineswegs in Zusammenhang mit der deutschen Besetzung. Auch ohne diese deutsche Besetzung wurden auch unter belgtschor Verwaltung solche Tage nach der Lage der Diiige unbedingt durchgemacht wcrdcn müsse». Sie sind die unvermeidlich- Folgen der Rückkehr in eine unbevölkerte Stadt. Die Belgier, so sagt Dr. Franck. und der „Ricuwe Rolter- damschc Courant-' wiederholt dieje Worte mit Nachdruck, können sich ihrem Lande gegenüber nicht treuer erwciscn. Es ist jetzt 91t. 244 Seite 2 der Augenblick gekommen, wo die Belgier ihr freiwilliges Exil eendigen können. Die Baudenkmäler Gents. Brüssel, 15. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Die vorläufige tzesichtigung der Baudenkmäler von Gent durch Geh. Rat v. Falke hat ergeben, daß die Stadt keinerlei Beschädigungen 'rlitten hat. Nicht eine Fensterscheibe ist zerbrochen worden, elus der Kathedrale St. Bavo ist der Altar der Brüder van Eyck nebst zwei Altarbildern von Rubens und Gerard von der Meire bereits am 3. Oktober entfernt und nach London gebracht worden. Die belgische« ftSüchtlinge. Rotterdam, 16. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Dem „Nieu- toc Roiterdamsche Courant" wird aus Slnis unterm 15. Oktober gemeldet: Die Zahl der Flüchtlinge aus dem nordwestlichen Belgien, die hier durchkamcn, wird auf 60,000 geschätzt. Ihr Zustand ist unbeschreiblich. Cs gibt für sie keine Unterkunft, sodah viele die Nacht ans der Straße zubringen mußten. Es herrscht Mangel an Nahrungsmitteln; die Bäckerläden sind leer, alle Bauernwagen sind requiriert, um Leute noch Breskens zu bringen, aber auch dort ist alles voll. Zwanzig große Boote, die sonst für die Beförderung non Zuckerrüben benutzt werden, waren ganz mit Flücht- ingen besetzt. Anerkennung örr knilikn Vmvnltim. Brüssel, 16. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Tor Bürger- Kleister der seit fast zehn Wochen von den deutsck)en Truppen setzten Stadt Wemmel hat au den Generalgouverneur v. - Goltz ein Schreiben gerichtet, in dem er das Verhalten cer deutschen Soldaten als durchaus tadellos bezeichnet und in wärmsten Worten die Gcrcchtigkeitsliebe und die entgegenkommende, menschenfreundliche Haltung des Platzkommandanten, Oberstleutnant v. B. hervorhebt. Tie Bevölkerung Wemmdls, die durch dieses Vorgehen von tiefster Dankbarkeit erfüllt sei, sehe deshalb der Zukunft Vertrauens, voll entgegen. Die Prrfrribnng kr Mm nur« km IHnrmnroifr Gebiet. Wien, 16. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ans dem Kriegs- prcssequorticr wird vom 15 Oktober amtlich gemeldet: Die Vertreib, ng der Russen au vdem Marniaroser Komitat erfolgte nach einer Reihe siegreicher Einzelgefechte. An diesen -Aktionen hatten auch Mitglieder der polnischen und ukrainischen Legionen hervorragenden Anteil. Die Angehörigen dieser Legionen haben sich durch mutiges Verhalten ausgezeichnet. Der Landsturm in Oesterreich. Wir», 16. Okt. (W. B. Nich^untlich.) Um den sich noch immer mehrenden Ansprüchen an die. Wehrmacht entsprechen zu können, und um einen möglichst großen Bestand von ausgebildeten Wehrfähigen zu schaffen, tvird nunmehr die Musterung der Landsturmpflichtigen ersten Aufgebotes in Aussicht genommen, welche ergeben soll, ob die Betreffenden derzeit wehrfähig, d. i. zum Landsturindienstc init Waffe geeignet ersck>cincn. Tic Musterung wird sich also mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich aus die in den Jahren 1878 bis 1890 geborenen Landsturiupslichtigeu erstrecken, die bis einschließlich 1913 bei ihrer Stellung und llcbcrprüfung als wehrfähig befunden oder im Wege der Nachprüfung aus dem gemeinsamen Heere- der Landwehr oder der Gendarmerie ausgesckneden wurden. Gin Ball von Brüdern. Wien, 16. Okt. (W. T. B. Nichtamtlich.) Ter Berliner Bürgermeister Dr. Reicke bat dem Bürgernieister Tr. Weiß- liichner mitgeteilt, daß der Berliner Magistrat zur Unter- stützung der in Berlin wohnenden Angrbörinv, der öfter- rcichiich-ungarischen Wehrpflichtigen 40,000 Mk. dem öfter- rcichisch-uagarischen tzilfsvcrein überwiesen hat: Nachdem Bürgermeister Tr. Weißkirchner unter lebhaftem Beifall des Stadtrates hiervon Mitteilung gemacht bette, beschloß d-eser in gleicher Treue, der hier wohnenden Reich ---heu zu gedenke» und dem - >rei>, j„ *«; cn -, ir y n . terstühung von in Not geratenen reiche dentlchen Staats- bürgern 40,1)00 Kronen zu Die kntldjr Weiffkllchaft in kr Kriegskunst- Der b '-n-tc indische Schriftsteller Henning vo« V '.= stedt schreibt in einem Artikel: Für die bisher bekannte meisterhafteste Art, Krieg zu ühren, bat man yern den Ausdruck „preußisch" angewandt. Wenn die Engländer sagen, sie nüißten Krieg führen, um diese Weise zu bekämpfen, so meinen sie, daß sie die Welt und sich selber von deni Wettstreit mit einem Volk befreien «lächten, dar- sich im Besitz einer so meisterhaften Kriegs- »chink befindet wie das deutsche. Es hat sich bis heute nicht jezcigt, daß es eine bessere Kriegskunst gibt als die deutsche. »od> bin Soldat", das ist ei» Wort, das der Deutsche gcr-i »nwendet. Fleiß und Siegesgewißheit im Frieden, Unee- mudlichkest und vehorsan, ini Kriege, und zwar nicht ein llinder Gehorsam, sondern ein großer, klnrblickender Gehör- ^,n. der in den, Gefühl wurzelt, daß der Dienst für d„„ Wohl des Ganzen die eigenste Lebensaufgabe ist — d,.-. ,; t ine Quelle der deutschen Kriegskunst. San Giuliana f Rom, lfi. CH- Der Minister des Arnsirrn, Marchese « Sa» «i»1ian», ist gestorben Neue Tageszeitung. Samstag, den 17. Oktober 191« Antonio Marchese di San Giuliano wurde im Jahre 1852 in Catania als Sohn des Senators San Giuliano ge- borcn. Er studierte Jura und trat im Jahre 1879 als Bürgermeister an die Spitze der Verwaltung feiner Vaterstadt. Seine politische Laufbahn begann er, wie das in parlamentarisch regierten Ländern üblich ist, indem er sich als Abgeordneter wählen ließ. Er zog durch seine Kenntnisse und Begabung bald die Ansmerksamkeit der Regierung an sich, wurde 1906 Botschafter in London und trat 1910 in's Mini- sterium. Der Ausbruch des großen Krieges stellte den Staatsmann, der die Machtverhältnisse Europas genau kannte, vor die schwierige Ansgabe, sich geräuschvollen Strömungen der öffentlichen Meinung eiitgcgcnzustellen, die biß in die leitenden Kreise sich bemerkbar machten. Das starke Pflichtbewiißtsem des Ministers ließ ihn diese zunächst undankbare Aufgabe mit einer Energie erfüllen,^>ie ohne Zweifel seine seit Jahren erschütterte Gesundheit völlig untergrabe» hat. San Giulianos Nachfolger wird in der Politik des Verswrbcnen die gegebene Richtlinie finden, die zur Größe Italiens führen kann. Ans Frankreich. Tie Porgefchichic des Krieges. P n r i s, .16. Okt. Tic französische Rcgicrniig hat dem ..Petit Parisien" zufolge sich jetzt endlich entschlossen, den, Drang der parlamentarischen Welt nachzngcben und ein Gelbbuch über die Vorgeschichte des Krieges zu veröffentlichen. Diese Saninilung diplom-i- tischcr Aktenstücke soll die bereits von England, Rußland, Belgien und Deutschland veröffentlichte Aktenstanimlung ergänzen. Das Gclöbuch, das in Bordeaux vom Ministerium des Aeußeru zusauuncngestellt wird, wird in der Natioual- druckcrci in Paris gedruckt und soll schon in nächster Zeit hcrausgcgeben werden. Die italienische» Freiwilligen. Mailand, 16. Okt. Graf Marassi-Visconti aus Piacenza, der in einer italienisch. Legion in Frankreich dient, bestätigt in einem Privatbriff, daß die Legion bereits ungeheure Verluste erlitten Hai. Von 1-300 Italienern, die jüngst einen Angriff unternahmen, kamen nur dreißig zurück. Die Ossizicrsverlustc im französischen und russischen Heer. Stockholm, 16. Okt. Im französischen und russischen Heer machen sich starke Verluste an Offizieren bemerkbar. Insbesondere sind laut aisttlichcn Angaben von den dem englischen Expeditionskorps beigegebencn französischen Dolmetscher-Offizieren bereits die Hälfte gefallen, da die bunte französische Uniform lebhaft von dem Khakigrau der Engländer absticht. Der Zar wies bei der letzten Kadetten- Vereidigung auf die übergroßen russischen Verluste an Offizieren hin und befahl den neueintretenden Offizieren, sich im Interesse des Vaterlandes zu schonen. Ungenügende Organisation. Im „Matin" von vorgestern führt der Vorsitzende der Pariser Handelskammer David Mennet lebhaft Klage über die Notlage der Handelswelt infolge der durchaus ungenügenden Organisation des Eisenbahntrans- pertwesens. des Postdienstes und des Versagens der Banken, di- besonders durch das Fortbestehen des Moratoriums gelähmt feien, das Deutschland überhaupt nicht eingesührt habe. Es sei dringend notwendig, das Moratorium aufzuheben. Furcht vor der deutsche» Landung. London, 18. Oktbr. Ter militärische Mitarbeiter der „Times" beschäftigt sich neuerlich mit einem deutschen Angriff gegen England und schreibt: Wir müssen erwarten, daß wir in unserm Heimatland angcgrisfcn werden. Das kann aber nur durch eine Truppen ex pcditiou geschehen. Die Seeverteidigung eines Landes wie England bietet große Schwierigkeiten, nicht nur, weil eine große Stärke wegen der ausgedehnten Küste notwendig ist, soiidcrn auch, weil die britischen Truppen auf dem Kontinent sind und wegen des Mangels eines nationalen Heeres, das nun in der Bildung begriffen ist. Die Gefahr, die die Unterseeboote biete», hält ost eine große Flotte von ihren Bestiinmungsorien fern. Die Zeppeline und die Minen legen dem Admiral Jellicoe eine große Verantwortung auf. Solange die Deutschen Fortschritte machen, besteht die Möglichkeit, daß sie Truppen unter dem Schutze älterer Kriegsschiff: an Land setzen löiinen, während die Haizptslotten an anderen Orten im Kampf sind. Es gibt deutsche Häsen genug, wo ein Viertel Million Mann schnell eingeschisst werden kann. Umso mehr Grund ist vorhanden, daran zu denken, als der Kamps aus dem Festlande hoffnungslos und anstrengend zu sein scheint, so- daß er für die Deutschen säst nicht zu ertragen ist. Antwerpens Schicksal zeigt, daß Deutschland sich in einem Gebiet sestzusetzen sucht, von wo es einen Schlag gegen England richten kann. Aber das ist nicht Strategie, sondern Abenteurerhoff- »uilg aus Glück. Je weniger Chancen Deutschland auf dem Festlande hat, umso eher bereitet cs einen Vorstoß gegen England vor. aber umso weniger Wahrscheinlichkeit besteht auch, daß es Glück hat. Ans England. Angriffe gegen Winfton Churchill. London, 15. Olt. Die „Morning Post", die bereite früher die Regierung vor der Gc- sahr dilettantischen Eingreifens von Zivilpersonen IN militärische und maritime Operationen gewarnt hat, kritisiert in ihrer iUummer vom 13. Oktober den Versuch, Antwerpen durch eine Heine Streitmacht von Seesoldaten und Marinesreirvilligen zu cntsctzcn. Für diesen lostspicligen Fehler sei Winfton Churchill nerantwortlich. Den Bürgern Antwerpens tonnte die Beschießung erspart werden. Die Anwesenheit der britischen Truppen l verzögerte und erschwerte den bereits zu lange hinausgefchobc- 1 neu Rückzug. Wir haben Grund zu der Besorgnis, nreint das englische „'latt, daß die britischen Verluste beträchtlich größer sind, als der Staatssekretär zuzugebei, bereit ist. Aber selbst der ^»gestandene Verlust ist ernst genug, wenn man beriicksich Ng', daß der Gegner keinen dementsprechende» Verlust gehabt hat und daß der Verlust der Anwenduna eines gänzlich sal- schen Opcrationsplanes entsprungen ist. Das Blatt lobt zwar Churchills mutiger Haltung bei dem Beginn des Krieges, erklärt aber, nach dem, was geschehen sei, nüiffc man sagen, daß seine Eigenschaften in der jetzigen Stellung ihn zu einer Quelle von Gefahren und Sorgen für die britische Nation machen. Ans Rußland. 806 080 Mann Verluste. Das Petersburger Blatt „Utr« Noffij' meldet auf Grund aintlicher Angaben, daß die bisherigen Verluste der Russen rund 800008 Mann betragen. -' n dieser Summe sind die Toten. Verwundete, Kriegsgefangene und von den Kampfunfähigen jene mitinbegriffen, die zumeist 8—10 Tage felddienstfähig waren. Rußlands Angst vor dem „heilige» Krieg". Bukarest, 13. Okt. Aus Petersburg wird hierher gemeldet: Der russische Botschastcr in Konslantinopel verständigte seine Regierung davon, daß das türkische Komitee Vorbereitungen zum „Heiligen Kriege" treffe. Die Beauftragten des Komi lces bereisen überall die Gegenden, welche Mohammedaner de wohnen und agitieren für den Krieg. Die türkische Regierung soll sich mit den mohammedanischen Vereinen und Geistlichen in den Gebieten der Ententemächte in Verbinbung gesetzt un> dieselbe» aufgesordcrt haben, den Mohammedoneraufstand vor- zuberciien. Diese Ereignisie erfüllen die russischen Regierungs treife mit wachsender Besorgnis. A«s iw JUflt dkg Zslms. Ententclügen in der Türkei. Konstantinopel, 16 Okt. Der Stellvertreter des Generalissimus der Armee veröf fentlichi folgende Bekanntmachung: Soeben ist sestgestellt worden, daß unter der Bevölkerung lügenhafte Gerüchte wie: daß ein türkischer Kreuzer versenkt worden sei und daß Truppen in Midi« gelandet seien, verbreitet sind. Die Regierung hat, obgleich sie neutral ist, alles, was zur Verteidigung und zum Schutze des Landes notwendig ist, getan, und die nötigen Anordnungen getroffen, damit die Bcvölterung durch dcrartige böswillige Gerüchte sich nicht täuschen lasse, die Verfolgung derjenigen verfügt, die solche Geschichten ersinden, sowie derjenigen, die sie weitererzählen. Jeder Ottomane hat im Jnteresie des Vaterlandes die Pflicht, der Regierung die Verbreiter falscher Nachrichten unverzüglich anzuzeigen. Konstantinopel, 16. Okt. Wie die Blätter melden, ist der frühere persische Justizministcr, Prinz Mirza Riza, hier eingeirosfen. Ei soll Urlaub erhalten haben und wird Konstantinopel bald verlassen, um sich nach Monaco zu begeben Ein türkisches Blatt bringt eine Unterredung mit. dem Prinzen in der dieser erklärt, daß Persien unter dem gegenwärtigen Schah, der ein starkes Reich schassen wolle, große Fortschritt« mache. Das Budget fei in Ordnung gebracht. Die persische Staatsschuld belaufe sich aus 6 Millionen Pfund, was für ein so große» Land eine unbedeutende Summe sei. Für Reformen in Persien sei vor allem Geld notwendig. Man plane den Abschluß einer Anleihe, die auch dazu dienen solle, die alten Staatsschulden zu bezahlen. Die Regierung werbe Steuern einsühren ähnlich denjenigen in europäischen Ländern, denn gegenwärtig gebe cs mit Ausnahme der Zölle keine Abgaben in Persien. Das Land werde dann über bedeutende Reserven für den Fall des Bedarfs versügen. Der Schah bemühe sich ständig, die türlisch-persijchen Beziehungen enger zu gestalten Ein Beweis dafür sei die Verleihung des höchsten Ordens ar den türkischen Botschafter Asfim, der ebenfalls eifrig daraus hin arbeite, brüderliche Bande zwffchen beiden inufelmanischen Regierungen zu knüpfen. Dank den Bemühungen Assims bestanden gegenwärtig herzliche Beziehungen, und es fei klar, daß die beiden benachbarten Länder, durch Religion und gemeinsame Jnteresien verbunden, in Zukunft brüderlich nebeneinander leben würden. Persien benötige heute vor allem eine Armee. Gegenwärtig arbeite eine besondere Kommission zu diesem Zwecke. Persien werde bald eine reguläre Armee in Stärle vo» 3 0 0 0 0 Mann haben. Das Land werde durch den gegenwärtigen Krieg sehr gewinnen. — „Jkdam" hebt die Bedeutung der Erklärungen des Prinzen Mirza Riza hervor, die von den Ottomanen als gutes Vorzeichen für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausgenommen würden. Das Blatt ist überzeugt, daß zwischen der Türkei und Persien eine unerschütterliche Brüderlichkeit aufgerichtet wird. Kämpfe in Mazedonien. Wien, 16. Okt. Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Sofia: Bulgarische Blätter verössenttichen Berichte über einen entscheidenden Sieg, den die aufständischen bulgarischen Mazedonier bei Köprülü gegen serbische Truppen und serbische Komitatschis errungen haben In diesen Kämpfen sei der serbische Bandcnches Iwan Babunsk, der Präsident der Rarodna Lbrana für Mazedonien, gefallen. Das Attentat auf die Gebrüder Buxton. Berlin, 16 Okt. Aus dem bisherigen Ergebnis der Untersuchung in Sachen des Attentates gegen die Brüder Buxton geht hervor, daß der Täter die Gebrüder schon in Sosia verfolgt hat und ihnen dann nach Bukarest nachgcrcist ist. Ei erklärt, keine Mitschuldigen zu besitzen. Die Untersuchung hat bisher keine sicheren Anzeichen ergeben, daß der Täter Mitschuldige hat. Als ihn der Staatsanwalt fragte, warum er die Tat gerade in Rumä- »ieu verübt habe, antwortete der Verhaftete, daß sich ihm hier die günstigste Gelegenheit geboten habe. Er bedauere, daß tt gerade in Rumänien geschah, das er sehr liebe. Die Verantwortung trage er allein. Ma» nimmt an, daß der Täter den Anschlag gerade in Rumänien verübte, weil Rumänien die Todesstrafe nicht kennt. De,»Ische Äriegsbriefe. Von unserem Kriegsberichterstatter. *) Großes Hauptquartier, den 9. Oktober 1914. Von der Maas zum Scheldestrand. Antwerpen ist die Losung! Es liegt im Rücken unserer Operationeu gegen Frankreich und bildet ein immerhin be- *) Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt am 8. 10. 14 Grober Generalstab des Feldheeres. Nr. 244 Seite 3. achtenswertes Hindernis für die im französischen Norden stehende» Truppen. Mit seiner Besatzung von etwa einer viertel Million belgischer^ englischer und französischer Heeresteile stört cs den Teil unserer Bewegungen, die auf die belgische und sranzösischc Nordscelüste gerichtet sind, und so wird sein endlicher Fall sür uns den freien Zugang zum englischen Kanal bringen, der damit aushört, ein mare clausum sür die beiden Westmächte des Dreiverbandes zu sein. Co kam es, daß die Anregung zu einer Reife vom Grossen.Hauptquartier nach Antwerpens bedrängten Fortifikationen einen einmütigen Widerhall im Lager der Kriegsberichterstatter fand. Im Frühlicht eines wundervollen, kühlen, aber klaren Herbsttages fuhren wir von unserem „Chateau Olymp" hinüber zu den im Rotgold ihres Hcrbstlaubcs schimmernden Ardennen- wäider und kamen bald ins liebliche Maastal hinab, desicn französischer Abschnitt von de» Greueln des Krieges fast ganz verschont geblieben ist. Am Steuer meines Wagens sah diesmal ein schneidiger kleiner „Drnzinlcutnant" aus Dessau, uns neben mir im Fond der ncuhinzugckommcne Jllustrationspho- tograph Euschmann aus Berlin, dessen Bilder demnächst in den illultrlcrtcn Zcitungsbcilagcn und Zeitschriften eine grosse l'-lie spielen werden. Bei Revin bietet sich uns wieder das Ms I alltäglich gewordene Schauspiel zweier von den Franzosen sehr geschickt zerstörten Brücken. Die eine ist die den Nord- Snb Bcrlehr von Belgien nach Frankreich vermittelnde und dadurch sehr wichtige Ciscnbahnbrückc, deren anscheinend für die Ewigkeit gesägter wuchtiger Steinunterbau durch die Explosion derartig durcheinander geworfen ist, dass sie für die schnell da- hteeilendc Maas ein förmliches Stauwehr bilden, über das die grünen Wassermassen brausend hinwegschäumen. Die andere Brücke aber war ein gewaltiger Drahtseilsteg, der bis auf die über dem Flusse wirr durcheinander hängenden Drahtseile vollkommen vernichtet ist. Auch hier haben selbstverständlich unsere braven Pioniere wieder durch einen festen^tückenübergang Abhilfe gcschassen^lfch erfahre bei dieser Gelegenheit, dass V« zurzeit des Beging unserer Operationen Hochwasser sührende ®im inzwischen wieder auf ihre normale Höhe zurückgegan- gen war, und dass insolgedessen unsere zahllosen Pontonbrücken gefährdet waren, sofern nicht jede einzelne dem neuen Wasserstande angepasst wurde. Statt nun diese mühselige und zeitraubende Arbeit auszu- führen, staute man den Fluss einfach an den geeigneten Stellen, und damit blieb überall der Verkehr intakt. Auch dieser Vorgang aber zeigst aufs neue, mit welchen Schwierigkeiten Pioniere und Eisenbahner fortgesetzt zu rechnen haben, und dass durchaus nicht so einfach ist, die rückwärtigen Verbindungen aufrecht zu erhalten, wodurch naturgemäh unter Umständen auch der Post- und Eisenbahnverkehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei Fumay überschritten wir die belgische Grenze and fuhren nunmehr abermals durch das zerstörte Eivet und Dinant zur Meuse hindurch »ach Namur, Hier haben sich unsere Artilleristen inzwischen ein wenig i» den zerstörten Forts umgcschcn, und aus gewisse» Anzeichen ist zu schließen, dass die Feste bei künftigen Belagerungen nicht nur einige wenige Tage Widerstand leisten wird. Hinter der Stadt beschlichen wir einen Abstecher nach den Schlachtfeldern von Bclle-Alliance und Waterloo, In sausender Fahrt geht es auf der alten Heeresstrasse entlang, die im Juni 1815 die Truppenmassen Napoleons I. auf dem Wege nach Waterloo passierten, Kann er etwas Schöneres gebe», als auf der» Wege nach Antwerpen die Erinnerung an di- grosse Zeit vor hundert Jahren aufzufrischen, da die werdende Weltmacht England sich der drohenden Vernichtung durch den grossen Eorsen infolge der Hilfe des kleinen Preuhen ent- zichen konnte! — In unendlicher Weite dehnt sich das Blachfeld, wo vor einem Särulum die Heere dreier germanil-bcr Völker 4-egen den alten Erbfeind zusammenstanden. Nur die Abhänge des Waldes von Paris, der seit jener Zeit nahezu abgeholzt worden ist, und die den Stützpunkt der Napoleonischen Operationen bildeten, bieten einige Abwechslung in der monotonen Landschaft, Umso mächtiger wirkt daher die gewaltige Pyramide des sogenannten Löwenhügels, der sich an der Stelle erhebt, wo der Prinz von Orauien verwundet wurde. Die gewaltige Erd- moss», die zur Ausschüttung des Hügels verwendet wurde, ist dem Höhenrücken entnommen worden, den der Hohlweg von Ehanin durchschnitt. In diesem soll, wie cs in Victor Hugos weltberühmter Schlachtschildcrung zu lesen ist, damals die französische Kavallerie ein schreckliches Grab gefunden haben, 226 Stufen führen zu dem <5 Meter hohen Hügel empor, dessen Abschluss das gewaltige, 28 V60 Kilogramm schwere Löwenmonument bildet. Leider hat man in unmittelbarer Nachbarschaft dieses wohl schönsten und erhabendftcn Kriegsmonuments der Welt den hier geschmacklos wirkenden Rundbau errichtet, der das Panoraina der Schlacht von Waterloo enthält. So anregend und belehrend die Gemälde auch sind, fo peinlich wirkt der Eesamtcindruck der Anlage, die zu Lasten der gerade in diesen Tagen sich so überaus kunstfrcundlich gebärdenden Belgier fällt, — Ter Rundgang über das Schlachtfeld nimmt einige Stunden in Anspruch und ist in einem Augenblick, wo wir Zeugen eines noch viel grösseren welthistorischen Ringens find, unendlich tief bewegend. Welche Lehre liegt für uns Deutsche doch darin, auch an dieser Stätte wieder erkennen zu müssen, wie das perfide Albion dir ihm geleisteten Dienste lohnt. Wie sähe wohl der in diesem Augenblick gewissermassen wiederum in allen Fugen krachende Erdglobus aus, wenn damals des grossen Eorsen Pernichtungsseldzig gegen England gelungen wäre? Man erinnert sich, dass Napoleon zunächst den Versuch machte, Blücher und Wellington einzeln zu schlagen, und dass er die Engländer auch bereits bei Genappe, das heute von unseren braven Feldgrauen als eine wichtige Vorstadt Brüssels in Schach gehalten wird, in die Flucht schlug, während gleichzeitig Blücher bei Ligny eine Niederlage erlitt. Dann wandte sich Napoleon nochmals gegen die Engländer, welche auf der Chaussee von Mont- Ct, Jean neuerdings sich stellten, Sr beauftragte Grouchy, den er gegen Blücher hatte stehen lassen, dessen Eingreifen in die neue Schlacht aus alle Fälle zu verhindern, Erouchy ließ sich aber täuschen, denn Blücher konnte, nachdem er den kleineren Teil seines Heeres unter Tauentzien zurückgelassen hatte, mit der Hauptmacht Wellington am Spätnachmittage zu Hilfe eilen, mit der er im entscheidenden Moment die Engländer durch sei- Neue Tageszeitu ng. Samstag, den 17. Ottover 1814 nen entscheidenden Angriff aus Plancenoit entlastete. Es ist eine offene Frage, ob Napoleon die Schlacht hätte gewinnen können. Wie bekannt, hielt er jedoch am Vormittag erst noch eine grosse Parade über seine sämtlichen Truppen ab, wodurch er erst gegen Mittag zum Angriff gegen die Engländer kam. Hätte er bereits frühmorgens losgeschlagen, so wäre wahrscheinlich die englische Armee vernichtet worden. Als ihm später der Anmarsch der Preussen gemeldet wurde, gab er die kaiserliche Garde frei, als ihn Marschall Ney darum ersuchte, und so musste dieser den Todesritt durch den Hohlweg von Chain mit der übrigen Kavallerie allein zurücktegen. Als dann um halb 5 Uhr nachmittags die preussischen Kanonen unter v, BLlows Befehl gegen Plancenoit in Tätigkeit traten, wurde die kaiserliche Garde im Verein mit dem 6, französischen Korps am Eingreifen in die Schlacht bis zu deren Beendigung verhindert. Den Ausschlag gab schliesslich das Korps von Zielen, das um halb 8 Uhr abends von der Anhöhe von Chain kommend die Division Eurette angriff, die im Weichen die ganze französische Linie mit sich zog. Insgesamt standen sich damals 72 060 Franzosen mit 246 Kanonen und 76 666 Engländer, Holländer, Belgier und Hannoveraner mit 156 Kanonen gegenüber, welch letztere am Spätnachmittage den Zuzug von 36 666 Preussen mit 88 Kanonen erhielten, 25 666 Franzosen und 22 666 Verbündete blieben aus dem Schlachtsclde, Wir besichtigten zunächst das auf der nach Genappe führende» Strasse stehende Bauernhaus der Bclle-Alliance, in dem sich Blücher und Wellington bei Beginn der Verfolgung trafen, Eingcmauertc Kanonenkugeln und eine Marmortafcl mit dkr auf die Zusammenkunft bezüglichen Inschrift erzählen von jenen heissen Tagen, Auf dem Wege nach Plancenoit besichtigten wir das Denkmal der preussischen Offiziere, Ein gotischer gusseiserner Obelisk trägt die Inschrift: „Die gefallenen Helden ehrt dankbar König und Vaterland, Sie ruhen in Frieden, Belle- Alliance, den 18. Juni 1815," — Auch die hannoverschen Offiziere haben ein Denkmal in Form einer abgestumpften Pyramide erhalten, aus der wir zahlreiche Namen lesen, die heute noch in Hannover, Braunschwcig, Lüneburg, Uelzen, Celle und drunten im Rassauischen einen guten Klang habrn. £*sn auch die Hessen und Nassauer haben damals die Franzosen tv kür Pfanne hauen helfen, — Pour le rot — d'Angleterre, — Deutsche Landwehr mustert unsere Wagen bei der Abfahrt von Waterloo und aus dem ganzen Wege bis Brüssel, das wir am Spätnachmittage erreichten. Drohende Gewitterwolken stehen am Horizont, und ein blutigrotcr Feuerschein leuchtet von Norden her in die Stadt hinein. Die Einwohner der Hauptstadt Belgiens sind in merkwürdiger Bewegung, Irgend jemand hat ihnen weissgemacht, dass die deutschen Siegesmeldungen von der soeben erfolgten Eroberung der ersten Forts an der Südostfront Antwerpens Lügenmärchen seien, und dass im Gegenteil der Rückzug der Feinde bevorstehe. Man munkelt sogar von einer „Sicilianischen Vesper", die von einigen fanatischen Patrioten für die kommende Nacht angesctzt worden sei, und man rät uns, die Gewehre geladen und die Waffen scharf zu halten. Es scheint deshalb fast zu»dem historischen Bilde zu passen, das uns gerade für diesen Abend eine Einladung zu dem Eeneralgouverneur des ehemaligen Königreichs Belgien, dem Generalseldmarschall v, d, Goltz Lberbracht wurde. Als wir um die neunte Abendstunde die halb dunkeln, aber trotzdem incnschenübersäten Strassen hinauf zum Eeneralgouverneur fahre», stehen an der 47 Meter hohen Kongresssäulc in der Rue de Ligne, die ein Standbild König Leopolds I, krönt, Hunderte von Leuten, Man flüstert und tuschelt und hält den Blick gespannt gerichtet auf den gluttoten Feuerschein von Antwerpen, der sich immer drohender und deutlicher, einem Nordlicht gleicht, am Horizonte zeigt. Aber das, was für uns Deutsche ein Signal des bevorstehenden Zusammenbruches der grössten Festung der Welt ist, erscheint den Brüsselern noch immer als ein leuchtendes Flammenzeichen ihrer nahenden Befreiung von der feindlichen Invasion, Am Nachmittage hat es bereits einen grossen Zuzug zum Gare du Nord gegeben, wo die Züge von Antwerpen in normalen Zeiten fast halbstündlich crnlaufen und angeblich König Albert und seine Gemahlin unter dem Geleit ihrer Truppen heimkehren sollten, Hofdamen mit Blumcnsträutzen in den Händen hatten sich diensteifrig eingestellt und warteten von Stunde z» Stunde — vergeblich! Die Hoffnung, die Mutter aller Dinge, trug sie, und resigniert stellten sie schliesslich den welkenden Blumcnstrauss ins Wasserglas zurück (Fortsetzung folgt). ErniiWing dttz Portos für Ftldpottpokrte. Fcldpostpakete mit Bckleidungs- und Ausrüstungsstücken an die Angehörigen des Feldheeres werden vom 19, bis 26. d, Mts, angenommen. Das Porto sollte ursprünglich 56 Pfennig betragen, ist aber nachträglich aus 25 Psg, herabgesetzt worden. Die Pakete dürfen bis zu 5 Kilogramm schwer sein, Einschreibund Wertpakete sind nicht zulässig. Die Verpackung der Paket- inuss fest und so dauerhaft sein, dass sie den Fährlichkeiten einer längeren Beförderung widerstehen kann. Zur Verpackung sind deshalb Holzkisten oder starke Pappkartons oder Säckchen aus fester Leinwand zu verwenden. Aus der Heimat. * Friedberg, 17. Oft. (Reserve-Regiment Rr. 221.) Eine grössere Anzahl von jungen Leuten aus Friedberg und den Orten der Ilmgegend ist bei diesem Regiment eingetre- ten; es befindet sich eben Wohl auf dem Marsche nach Frankreich, II,n nun auch bei diesem neuen Regiment, das vor dem Kriege noch keinen Garnisonsort hatte, die Zuführung von Liebesgaben zu veranlassen und möglich zu machen, soll eine Zusammenstellung aller in dem Reserve-Regiment Nr. 221 dienenden Soldaten aus Friedberg und Umgegend gemacht werden. Es werden daher die Angehörigen gebeten, die Namen ihrer Söhne oder anderer Verwandten unter Beifügung der militärischen Stellung (z, B. Musketier, Unteroffizier, Arzt, Leutnant) und unter Angabe der Konwoonie möalichst bald schrrftlicb oder mündlich mitzu- teilen an Redakteur Hirsche!, Schreinermeister Möller, oder Direktor Ritsert, Die genannten Herren sind anö bereit, die Adressen der im Reservc-Rcgim.ent Nr. 222 die ncndcn Soldaten aus Friedberg entgegcnznnehnien. * Friedberg, 17, Okt. (Auszeichnung.) Am 15. Sept, 12,15 Uhr mittags wurde für die 50. Rcs.-Jnf.-Brigade de> allgemeine Angriff Linie St. Thomas—Servou befohlen Der Angriff ging bei herbstlichem Sonnenschein über Höben und Täler und unser Bataillon, das 3„ brachte 4 feindliche Geschütze — eine Batterie — die sich vor Servo» eingegraben hatte, zun, Schweigen. Tie Geschütze wurden trotz heldenhafter Verteidigung erobert. Beim Stunn schossen die feindlichen Artilleristen sogar mit Gewehren unseres Mo- ' dells. Unserer 9. Kompagnie des Jns.-Regts Nr. 168, alt Unterstützungskompagme, war die Fahne zugewiesen und zwar dem Zuge des Feldwebels Merz. Da bei dem schnei- digen Vorgehen der ganzen Linie die Angreifer einem sehr heftigen Feuer aller feindlichen Waffen ausgcsetzt waren, der betreffende Zug mit der Fahne jedoch unaufhaltsam vorwärts drang, wnrde den, Fiihrer des Zuges, der tz, Zt, hie, als Verwundeter ist, am 5. dieses Monats die hessische Tapferkeitsmcdaillc überwiesen. * Friedberg, 17. Okt, Militärische Ausbildung der Jugend Um mit der militärischen Ausbildung der Jugend zu beginnen tritt die Friedbergcr Jugend am Sonntag, den 18. d. M. im Hof der Augustinerschule, die Jugend der Gemeinden Dorheim, Bauernheim, Ossenheim, Bruchenbrücken, und des Stadtteil- Fauerbach an dem Krcuzungspunkt der Strassen Friedberg Ossenheim und Bruchenbrücken zusammen. Es wird erwartet, dass alle jungen Männer der genannten Orte cs als eine Ehrcn, pslicht gegenüber dem Vaterlandc ansehc», sich freiwillig zu den Hebungen einzusinden, * Friedberg, 17. Okt Der seitherige hiesige katholische Pfarrer Dr, Praxmarer übernimmt nach seinem Wunsch und auf Dekret der Behörde die Pfarrei St, Martin in Worms. Er meint den grossen dienstlichen Anforderungen, die die hie- sige katholische Pfarrei an ihren Pfarrer stellt, in seinem vorgerückten Aller nicht mehr genügend nachlomiucn zu können. Er war der Gemeinde nicht nur ein verdienstvoller Seelsorger, sondern auch selbst ein tadelloses Vorbild, Sein Wirken an den verschiedenen hiesigen Lehranstalten, als Religionslehrer, war ein erfolgreiches und anzucrkcnncndcs, wie er auch in schriftstellerischer Beziehung für die Jugcndbildung in bekannter Weise tätig war. Die katholische Gemeinde sicht ihren be- licbien, verdienswollen Herrn Psarrer Dr, Prarmarer, der, 15 Jahre in segensreicher Weise hier als Psarrer gewirkt hat, sehr ungern scheiden. Sic wird ihm ein ehrenvolles gutes Andenken bewahren. In Rücksicht aus die gegenwärtigen Zcitocr hältnisse wurde von einer besonderen Abschiedsseier Abstanl genommen. Mit der Verwaltung der Pfarrei wurde der sei! hcrigc Kaplan Freiherr von Jungenjeld betraut. * Im Schützengraben. Unsere heutige Beilage enthält eine lebendig aufgefasste und fesselnd geschriebene Schilderung des Lebens im Schützengraben, wie das unsere Braven seit Wochen in den Kämpfen in Frankreich führen müssen. Die Schilderung stammt von einem Angehörigen des 168er Jnf.-Regiments aus Nieder-Florstadt, Wir weifen besonders auf sie hin, * Rcndcl, 17. Oft. Der Bezirks-Kricgervcrband Vilbel beklagt wieder 3 Mitglieder, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind. Es sind dies die Kameraden: Bär und Junker- Gross-Karbe» und B a ss m a n n-Kloppenheim. Der Bezirk wird den so früh vollendeten Kameraden ftct-3 ein ehrendes Andenken bewahren. Ans dem Kreise Hanau. * Erbstadt, 17. Okt, Tambour Weih von hier, der bei dem 4 . Gardc-Grenadier-Rcgiment dient, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz auSze- zcichnet und zuin Gefreiteir befördert? Hesse»-Nassau. * Ufingen, 17. Okt, Auf dem letzten Biehmarki standen nur 16 Stück Rindvieh zum Verkauf, Der Schwcinemarkt aber war gut befahren, 476 Ferkel und 7g Läufcrfchwcine. Handel und Umsatz nicht sehr lebhaft, Angebot übertras die Nachfrage, Preise sür Ferkel wieder etwas angezogen. * x Bommersheim, 17. Okt, Aus der Versammlung der hiesigen Kohlenkasse ist folgendes heroorzuhcben: Was den Kohlcnbezug betrifft, so wird dieser durch die Kricgszeit sehr beeinträchtigt und jetzt ging wieder ein Schreiben vom Lifc- ranten ein, dass die Lieferung noch mehr eingeschränkt werden alle Bestellungen sind zurückgegeben worden. Den früherer Wünschen kann zu jetziger Zeit nicht entsprochen werden, dir sämtlichen, besonders die bezogenen Sorten von der Militär Verwaltung beschlagnahmt w-rben, Der Preis bleibt abe trotz der erhöhten Bezugspreise aus »ui 1 Mk, 24 Psg, pro Ztr bestehen. Die Mitglieder werden aber auch ersucht, recht spar sam mit den Kohlen zu wirtschaften und der Vorstand schlägt vor, sich mehr auf den Brand von Briketts zu verlegen. Um diese jedermann zugänglich zu machen, werden solche von jetzt ab auch in kleinem Quantum ausgegcben: der Preis wird aus 15 Psg, zu stehen kommen. Hilfe für Ostpreußen. Gaben sür die schwer geschädigten Ostpreußen, vc8 allem warme und getragene Sachen, aber auch Tee, Schokolade, Carao uslv. (leichtverderbliche Nahrungsmittel ausgeschlossen) werden von Frau Dirckior Baiser, Lconhardstrassc 22 bis zum 20, ds Mts. entgegeiigeuoiiunen. Frankfurter Wetierberichl. Boraussage: Wolkig, meist trocken, keine Temperaturver- änderung, westliche Winde, Verantwortlich für den politischen und lokale» Teil: Otto H i r s ch c 1. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch in i d t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G.. Fricdbero C & Sir. 244 Jl«ne Tageszeitung. Samstag, den 17. Oktober 1314 ®We 4. d J Gesangverein,Germania" \ \xT' ^ i Stammheim« Ain 12. Oktober starb im Lazarett zu Marburg unser treues Mitglied Wilhelm KerD Leib-Komp., Inf. Reg, 116 an schwerer Erkrankung, die er sich auf dem Felde der Ehre zugezogen hatte, kam 23 Jahre alt. Ihm, dem Stolz seiner schwer geprüften Eltern, bewahren auch wir ein treues Gedenken; denn er war mit ganzem Herzen bei unserer Sache, einer, auf den man sich verlassen konnte, ein edler Mensch. Treue dem Treuen! Stammheim, den 15. Oktober 1914. Der Vorstand. Bekanntmachung. Die Empfängerinnen von Kliegsuntrrstatzuvgc» haben die ©■llaflimi ihrer Ehegatten vom Militär aus Feilt oder ,i!r immer aut der Bürgermeisterei Zimmer Nr. II innerhalb 24 Stunden anzuzeigen. Fricdberg. den 8. Ott. 1911. Der Biiroermeister. Stahl. ft f » -5VV. Sämtliche Bedarfs-Artikel für unsere Truppen im Felde Strickwolle sowie wieder frisch eingretroffen. Wie bekannt, nur erstklassige Ware zu äussersten Preisen. Vorschriftsmässige Verpackung umsonst., Heinrich lliehl, Friedberg Telefon 215. Tlci,lerne t II. Töpfe für auerkraut, Birnlatwerg etc. (bestes HöHrerfabrikat) i iil allen Größen wieder eingetroffen bei Fr.HilbrechtWm. |tit>lnt| i. H. UerKanf eines Fafel-Cbers. freust,g. tnx I. 3c.., nachmittags IW, wird ein der Gemeinde gehöriger, sehr feiler Fafel-Cvee in der Ho,reite des H. Riibsamen offen! lich meistbietend versteigert. Okarben 14. Oft. NN 4. Gr. Bürgermeisterei Okarben. Fauerbach. Zur fierbstfaal empfehle: Thomasmehl, Kainit, Frali, Snpcrphosphat, Ammoniak lupcrphos - phat, lchwcfelsaurcs Ammoniak und Peru- Guano (Füllhornmarke). Ph. Dan. Kümmich, Feiedberg. Laternen lturmsicher, selbstverferiigt, große Auswahl, Reparaturen billigst. Hch. Schmidt, Speuglrrmeiftfr, Friedberg. Vorstadt z. Garten 13. Gewerbeschule Friedberg k Dreiklasfige Tagesschule mit besonderen Abteilungen sür Vauhandwerkcr,AIetalla beiter,Maler u Weitzbinder. Beginn des Unterrichts: Mittwoch, den 4. Nov. 1914, vormittags 9 Ubr. Veste Vorbereitung für die Meisterprüfung. Bei erfolgreichem Besuche der obersten Klasse kann der Ein- tiitt in die zweitobrrsten Klassen der Vaugewerkschulen Hessens ersolgen. Anmeldungen sind spätestens bis zum 24. Oltbr. an dis Schulleitung zu richten, von der auch Schulprogramme und Anmeldungsscheine unentgeltlich abgegeben rr erden. Friedberg, den 3. Oktober 1914. Für de» Auf sichtsrat: Die Schulleitung: Stahl, Dipl.Ing. Schneidt. _ Bom bender. ___ (Profit). Haup tlehrer. Mim;; ii. brckt-Vtrein Kriedberg Men) Eigetragciic Eenossenschast mit beschränkter Haftpflicht. Unter Zinsfuß für Spareinlagen wird ab l. Januar kill-'; auf 4°| 0 festgesetzt, üare Einlagen werden zu höherem Zinsfuß gegen besondere Vereinbarung schon von jetzt ab entgegengenoinmen. Aecker Verpachtung. Infolge Auftrags der Frau Hch. Karl Müller Wwc. dahier, findet Montag, den 19. Oktober 1914. abends 8 Uhr im Restaurant bei Herrn Ph. Steinhaußer eine Verpachtung von nachstehenden Grundstücken auf die Dauer von 9 Jahren gegen Bürgschaft statt. 1. Gemarkung Friedberg. Mtr. Fl. II!. Nr. 191 Acker an dem grauen Steingewanne 1151 „ .. .. 29 5 „ „ „ „ » 2095 „ den Lachenwiesen 2979 Wiese„ „ 2188 Gemarkung Fauerbach. Fl. 1711 Nr. 89 Acker obig dem Tinhcimer Pfad 1072 „ 1711 „ 97 „ daselbst im Vorderseid 1112 Ruppcl, Sttiii. Mintitar n. larnlit. III. Nr. 101 daftlbst „ 102 103 IV. " 313V. daselbst „ 3127, mite büiibine mirMinülMlliiew. Geichaftsstclle Franksun a. M., Moselltratze 0a. Telefon-Nummer 9293 Amt l. Vllrostunden Aioniag nachm, von 5—7. — Di-nsiag nachm, »an — Tonnerslag nachm, van .7—7. — Freilag nachm, von 5—7 Ui r Zn verkaufen. 1 mchsliincr Joöcriiiiiitit 17 « latjug. Iltüheres bei Tii. Ileutlter, Viiever-Rosbach. 1 Simmentaler Kulte 16 Monaie all bei Friede. Jalobi, Rieder-Rosbach. i Mtitüimrt sarsj« Wmier. 9uitsl|fim((Dbtrl|tJ.| i(tl.:i2. I deutsche Helle Dogge (Rüde) II Wochen all. topierl, wegen Platzmangel billig bei Ludwin «irstein. Oberdorsetden. [uw>i»pur >r Pferde Grobe Transporte Oekouomie- u. Arbeitssind eingetroffen. Goibfchmidt Si Dornberg Frankfurt c. |t1. niusikantenweg 78. T-leson Hansa 2699. Durch den Krieg liefern die Zechen nur einen Teil der Abschlutzquantitälen. Um unsere Kundschaft jederzeit prompt bedienen zu können, haben wir eine sogenannte Glanzkohle aus Lager gelegt und verkaufen dieselbe zu Mk. i .— per Zentner ab Lager und Mk. 1.10 franko Haus bei Abnahme von über 20 Zeniner. Unter 20 Zentner erhöht sich der Preis um 5 Pfennig pro Zentner. Diese Kohle ist als Hausbrand ein gleichwertiger Ersatz für Nutzkohlen und im Preis wesentlich billiger. Die Lieferung kann jederzeit prompt erfolgen. Gustav Schwarz Söhne G. in. b. H. fried berg. Telefon Nr. 35. XVIII. Nrmeckorps. Siellvertrelendes Generalkommando. Frankfurt a. M., 9. Okt. 1911. Avfendnng von Liebesgaben. Fm Etappengebiet wird — sowohl von Seiten der Etap- pen-Inspettion wie auch von Seiten des Militär-Inspekteurs der sreiwilligen Krankenpflege — aus das Eindringlichste über einen usertojcn Autoverkehr mit Liebesgaben geklagt. Es ist daher Seitens der Etappen-Jnfpektionen ani».ardnet, daß derartige Transporte, deren Begleiter sich nichi einwandfrei als Delegierte der freiwilligen Kranlenpflege ausweisen, sosort an- zuhalien und nach dem Etappen-Hauptort zu leiten sind, woselbst über die Liebesgaben selbst im Sinne der Dienstoorschrist sur die freiwillige Krankenpflege (D. sr. K.) Ziss. 102 Abs.,5 verfügt werden wird. Die Autofahrer und ihre Begleiter, die sich nicht ganz einwandfrei ausweisen können, werden sosort in Hast genommen. Ob und wieweit die einwandfreien Autos in das Operationsgebiet >ahren dürfen und welchen Truppen die Liebesgaben zugefllhrt werden sollen, bestimmt die Etappen-Inspek- tion. Letztere teilt ferner mit, daß als Liebesgaben z. Zt. besau- ders erwünscht find: Warmes Unterzeug, guter Wein, Rum, Zigarren, Tabak Dauerwurst, Speck, Kakao, Schokolade. Im Anschluß an vorstehende Mitteilungen der Etappen- Inspektion bestimmt das stellvertretende Eeneralto..,mando unter Aushebung aller früheren Bestimmungen: Liebesgaben für Angehörige des Feldheeres gelangen zur Absendung an die Truppe: 1. durch sämtliche Ersatztruppenteile des Korpsbezirks, 2. durch die immobile Etappen-Kommandantur Nr. II Frankfurt-Süd (Bureau: Sachsenhausen, Mittlerer Ha- senpfad 5), durch die immobile Etappen-Kommandantur . Nr. III Darmstadt (Bureau: Postamt II), 3. durch die Abnahmestellen in Frankfurt a. M. a) Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. I (Hotel, Bahnhossplatz 18) für Lazarett-Bedarfsartikel, b) Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. II (Hedderichstr. 59) für sämtliche übrigen Liebesgaben. Sämtliche sonstige Sammelstellen des Korpsbeilrks haben die bei ihnen zusammenströmenden Liebesgaben an vorgenannte Stellen abzusühren. Etwaige vereinzelte Ausnahmen von vorstehenden Bestimmungen bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung der zuständigen Herren Territorialdelegierten, die ich hiermit bitte, von diesem Rechte nur Gebrauch zu machen im Sinne des Erlafies des Militär-Inspekteurs der freiwilligen Krankenpflege v. 39. 9. 11 Nr. M. 3198. Der jtelloertr. kommandierende General Frhr. v. E a l I, General der Infanterie. Für das |lotc ft reut Es gingen weiter ein: Frau H. Str., Melbach: 2 Spazierstöcke, 1 Armbinden: Frau Schäfer: 1 P. neue Socken; Frau Professor Werner: 1 P. neue Socken, 1 w. Kolter, Frau Bin- dernngel: 1 Wafierkissen und Ansichtskarten; Frau Müller: 1 P. neue Socken; Frau Graulich: 3 P. neue Unterhosen; El. Buckel: 1 P. neue Socken; Anna Schlitte: 1 P. Pulswärmer, 1 P. Zwieback; Frau Waldschmidt: t P. neue Socken: Sam« melstelle Fauerbach durch Herrn Pfarrer Zatzmanu: 30 P. neu« Socken, 1 P. Pulswärmer, 1 neues Normalhemd, 1 P. neu« Unterhosen, 3 getr. Hemden, 10 P. Verbandswatte, 12 neue w. Taschentücher: Von den Schülerinnen der Musteischule: 57 P. Socken, 10 P. Pulswürmer; Frau Schieserstein: 1 P. getrag. Pantoffel, 3 P. Pulswärmer, 2 P. neue Socken, 2 Stöcke; Frau Hensel, Schwalheim: 3 getr. Hemden, altes Leinen; Frau Himmelreich: 2 getr. Hemden, 2 P. getr. Unterhosen, 2 Bettücher, 2 P. Socken, 1 Korb Birnen; Frau Helene Reinheimer: 8 P. neue Socken, 2 P. getr. Strumpfe, 3 getr. Hemden. 12 Taschentücher; Frl. Kitzel: 1 P. neue Socken; Sophie Lippold: 1 P. neue Kniewärmer, 2 P. Pulswärmer; Frau König: 5 Gläser Gelee; Frau Schuhmacher Heß: 1 P. neue Socken, 2 P. Pulswärmer, 1 Leibbinde, 3 P. Fußlappen, 3 P. Bettschuhe, 3 P. Slrohsohlen: Herr Emil Katz, Münzenberg: 2 Kistchen Zigarren, 3 P. neue Socken; Herr Karl Zulauf, Rodheim v. d. Höhe: 9 Stöcke; Frau Jean Kögler: 1 P. neue Kniewärmer, 1 P. neue Socken; Frau Gräfin Solms-Rödelheim, Abenheim. 18 P. neue Socken; Gemeinde Dorheim (dritte Gabe): Gräfin Anna zu Solms-Rödelheim: 3 neue Hemden; Frau Hermann Röder: 9 getr. Hemden, Kragen; Frau Er. Schutt: 1 P. neu« Socken, altes Leinen; Frau K. Psesfer: 3 getr. Hemden, 2 große und 2 kleine Bezüge, Fußlappen; Frau L. Philipp!: altes Leinen; Frau Wilh. Röder: 1 P. getr. Socken; Strickkränzchen der jungen Mädchen und Schulmädchen in Dorheim: 22 P. neue Socken, 85 P. Pulswäruier; Frau Rieper: 1 Steppdecke, Allen Gebern ber»!i'her Dank!