Nummer A4i» Dienstag, den 13. Oktober 1914 7. Jahrgang Die „!>-»- Caarsiritnng" cnchcint )eden Werltag. Regelmässige Beilagen „Der Kauer au» Kessen", „Sie Kpinnssutir". Kepitzvpeci»: Be, den Posianstaiten vierleliäyrlich Aik. i Ui den Agenten monailich üv Pjg. Hinzu iritt Posigcdühi oder Trägerlos,». Anieigen: Grundzeit- 20 Pfg., lolale IS P,g„ Anieigen von auswärts werden durch Po tnachna'p,,: crxod'cn Ersüllungsort Friedberg. Kchriftleitung und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauerstraße 12. Fernsprecher 18. Postscheck-Lonto 9!r. 4S59, Ülmt Franlsuri < 1 . M. Der schändliche Derrat Deiche, Gent von den Deutschen besetzt. — Der Kommandant von Antwerpen unter den Kriegsgefangenen. — 49MO Russen vor PrzemysL gefatten. England und Belgien. VS. X. ». (Amtlich). Die „Rordd. Allg. Zeitung" schreibt: Der Bruch der belgischen Neutralität durch England und Belgien. Durch die eigene Erklärung Sir Edward Greys ist die Behauptung der englischen Regierung bereits als uiihaltöar erwiesen, das, die Verletzung der belgischen Neutralität durch Deutschland das Eingreifen Englands in den gegenwäriigen Krieg vcranlatzt hat. Das Pathos sittlicher Entrüstung, mit dem der deutsche Einmarsch in Belgien von englischer Seite zur Stimmungsmache gegen Deutschland bei den Neutralen verwertet worden ist, findet eine neue »nd eigenartige Beleuchtung durch gewisse Dokumente, . clchc die deutsche Heeresverwaltung in den Archiven des belgischen Gcneralstabs in Brüssel ausgesunden hat. Aus dem Inhalt einer Mappe, welche die Aufschrift t'ägt „Intervention anglaisc cn Bclgique" geht hervor, dass schon im Jahre 1906 die Entsendung eines englischen Expeditionskorps nach Belgien für den Fall eines deutsch-französischen Krieges in Aussicht genommen war. Nach einem Vorgefundenen Schreiben an den belgischen Kricgsminister vom 10. April 190Ü hat de: Chef des belgischen Generalstabs mit dem damaligen cng- lischcn Militäraltachü in Brüssel, Oberstleutnant Barnardiston, aus dessen Anregung in wiederholten Beratungen eine» eingehende» Plan für gemeinsame Operationen eines englischen Expeditionskorps von 100,000 Mann mit der belgische» Armee gegen Deutschland ausgearbeitet. Der Plan fand die Billigung des Chefs des englischen Eeneralstabr, Generalmajors Griorfon. Dem belgischen Eencralstab >v>,rden alle Angaben über die Stärke und Gliederung der enga-hei Truppenteile, über die Zusammensetzung des Expeditionskorps, ferner die Ausschiffungspunlte, eine genaue Zeitberechnung für Len Abtransport u. dergl. geliefert. Auf Grund dieser Nuh- richtcii hat der belgische Eeneralstab den Transport der englischen Truppen in das belgische Aufmarschgebiet, ihre Unterbringung und Ernährung dort eingehend vorbereitet. Bis in alle Einzelheiten ist das Zusammenwirken sorgfältig ausgearbcitct worden. So sollten der englischen Ar- ' mec eine grosse Anzahl Dolmetscher und belgischer Gendarmen zur Verfügung gestellt und die Nötigen Karten geliefert werden. Selbst an die Versorgung englischer Verwun- deter war bereits gedacht worden. Dünkirchen, Eala s und B o u l o g n c waren als A u s s ch i f f u n g s p u »! t c für die englischen Truppen vorgesehen. Bon hier aus sollten sie mit belgischem Eisenbahnmaterial in das Aufmarschgebiet gebracht werden. Die beabsichtigte Ausladung in französischen Häsen und der Transport durch französisches Gebiet beweist, dass Len englisch-belgischen Vereinbarungen solche mit dem sranzö fischen Eencralstab vorausgegangen waren. Die drei Mächte haben die Pläne für ein Zusammenarbeiten der.„verbündeten Armeen", wie cs i» dem Schriftstück heisst, genau festgelcgt. Dasür spricht uch, daß in de» Gcheiinaktcn eine Karte des französischen Aufmar- 'ches vorgcfundcn worden ist. Das erwähnte Schreiben enthält einige Bemerkungen >,n besandcrcm Interesse. Es heißt dort an einer Stelle, Oücrst- liUtnant Barnardiston habe benicrkt, daß man zurzeit auf die Unterstützung Hollands nicht rechnen könne. Er habe seiner vertraulich mitgetcilt, dass die englische Regierung die Absicht habe, die Basis für den englischen Verpflegung z- nachschub »ach Antwerpen zu verlegen, sobald die Nordsee va» allen deutschen Kriegsschiffen gesäubert sei. Des weiteren regte der englische Militärattache die Einrichtung eines belgischen Spionagedienstes in der Rheinprovinz an. Das Vorgefundene militärische Material erfahr! eine wertvolle Ergänzung durch einen ebenfalls bei den Eeheimpapiercn befindlichen Bericht des langjährigen belgischen Gesandten : n Berlin, Baron Grcindl, a» den belgischen Minister des Aeussrrn, ii dem mit grossem Scharfsinn die dem englischen Angebot zu- j gründe liegenden Hintergedanken enthüllt werden und in dem der Gesandte auf das Bedenkliche der Situation hin- weist, in die sich Belgien d»rch eine einseitige Parteinahme zugunsten der Ententemächte begeben habe. In dem sehr ausführlichen Bericht, der vom 23. Dezember 1911 datiert ist und dessen vollständige Vcrösfentlichung Vorbehalten bleibt, sührt Baren Greindl aus: Der ihm mitgeteilte Plan des belgischen Eeneralstabs mr di« Verteidigung der belgischen Neutralität i» einem deutzch- französischen Kriege beschäftigt sich nur mit der Frage, was für militärische Massnahmen für den Fall zu ergreifen seien, dass Dcutschlaud die belgische Neutralität verletze. Die Hypothese eines französischen Angriffs auf Deutschland durch Belgien habe aber gerade viel Wahrscheinlichkeit für sich. Der Gesandte führt dann wörtlich folgendes aus: Von der französischen Seite her droht die Gefahr nicht nur im Süden von Luxemburg, sic bedroht uns auf :t it i c = rer ganzen gemeinsamen Grenze. Für diese Behauptung sind wir nicht nur auf Mutmaßungen angewiesen. Wir haben dafür positive Anhaltspunkte. — Der Gedanke einer llmfassungsbewegung von Norden her zshyrt zweifellos zu den Kombinationen der Entente Cor- diale. Wenn das nicht der Fall wäre, so hätte der Plan, Vlissingen zu befestigen, nicht ein halbes Geschrei in Paris und London hervorgerufen. Mau hat dort den Grund gar nicht verheimlicht, aus dem man wünschte, dass die Schelde ohne Verteidigung bliebe. Man verfolgte dabei den Zweck, unbehindert eine englische Garnison nach Antwerpen überführen zu können, also den Zweck, sich bei uns eine Opcrationsbasis für eine Offensive in der Richtung auf den Niederrhein und Westfalen zu schaffen und uns dann mit fortzureissen, was nicht schwer gewesen wäre, denn nach Preisgabe unseres nationalen Zufluchtsortes hätte» wir durch unsere eigene Schuld uns jeder Möglichkeit begeben, den Forderungen unserer zweifelhaften Beschützer Widerstand zu leisten, nachdem wir so unklug gewesen wären, sie dort zuzulassen. Die ebenso perfiden wie naiven Eröffnungen des Oberste» Bainardiston zurzeit des Abschlusses der Entente Eordiale haben uns deutlich gezeigt, um was es sich handelte. Als cs sich hcraus- stellte, dass wir uns durch die angeblich drohende Gefahr einer Schliessung der Schelde nicht einschüchtern ließen, wurde der Plan zwar nicht ausgegeben, aber dahin abgeändert, dass die englische Hilfsarmee nicht an der belgischen Küste, sondern in dem Nächstliegenden f r a n z 3 - fischen Hasen gelandet werden sollte. Hierfür zeugen auch die Enthüllungen des Kapitäns Faber, die ebenso wenig dementiert worden sind, wie die Nachrichten der Zeitungen, durch die sie bestätigt oder in einzelnen Punkten ergänzt worden sind. Diese in Calais und Dünkirchen gelandete englische Armee würde nicht an unserer Grenze entlang nach L o n g w y marschieren, um Deutschland zu erreichen, sic würde sofort bei uns von Nordwesten her eindringen. Das würde ihr den Vorteil vcrschasfen, sofort in Aktion treten zu können, falls wir eine Schlacht riskieren wollen. Es würde ihr ermögliche», an Ressourcen aller Art reiche Provinzen zu besetzen, auf alle Fälle aber unsere Mobilmachung zu behindern oder sie nur zuzulassen, nachdem wir uns formell verpflichtet hätten, die Mobilmachung nur zum Vorteil Englands und seines Bundesgenossen duich- zusühren. Es ist dringend geboten, i »i voraus einen Echlachtplan für die belgische Armee auch für diese Eventualität aufzustellcn. Das gebietet sowohl das Interesse an unserer militärischen Verteidigung als auch die Führung unserer auswärtigen Politik im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich. — Diese Ausführungen von vorurteilsfreier Seite stellen in überzeugender Weife die Tatsache scsi, dass dasselbe England, das sich jetzt als Schirmherr der belgischen Neutralität gebärdet, Belgien zu einer einseitigen Parteinahme zugunsten der Ententemächte bestimmt und Lass es zu einem Zeitpunkte sogar an eine Verletzung der holländischen Neutralität gedacht hat. Des weiteren erhellt daraus^ dass die belgische Regiernng, indem sie den englischen Cinftiisterungen Gehör schenkte, llch eine schwere Verletzung der ihr als »eutraler Macht obliegende» Pflichten hat zusihuldc» kommen lasse». Die Erfüllung dieser Pflichten hätte cs erheischt, dass die belgische Regierung in ihren Verteil mungspläncn auch die Verletzung der belgischen Neutral!.ät durch Frankreich vorgesehen und dass sie für diesen Fall analoge Vereinbarungen mit Deutschland getroffen hätte, wie mit Frankreich und England. Die fünf ausgefundencn Schrififtückc bilden einen dokumen- I torischen Beweis für die den massgebenden deutschen Stellen lange vor Kriegsausbruch bekannte Tatsache der belgischen Konnivenz mit den E n t e nt c in ä ch t c n. Sie o:e- ncn als eine R e ch t f e r t i g » n g für uiiscr militärisches Vorgehen und als eine Destätigiing der der deutschen Heeresleitung zugegangenen Inform aiionen über die französischen Absichten. Sie mögen dem belgischen Volke die Augen darüber öffnen, wem es die Katastrophe zu verdanken hat, die jetzt über das unglückliche Land hireingebrochen ist. ZW fnl! Asitimpriis. Die Vcrtcidigungöwerkc. Wie sehr an der Veit.-idig- ung Antwerpens gearbeitet wurde, geht aus einem CJvtif fccä Amsterdamer Korrespondenten des „Nicuwc Rotterdam schc Courant" hervor, in dem er schreibt: Die dring.-nds: Arbeit schien eine vorläufige Instandsetzung der Verteidigung zwischen dem Fort Hacsdonck und den unter Wasser gesetzten Längungslinie Kruybeke, Zwyndrccht, Calloo und als diese in den Verteidigungszustand gebracht, ging man dazu über, die Front in einer Lange von 6—7 Metern instand zn setze». Es wurden natürlich im ganzen Uinkreise Antwerpens Vcrschanznngswcrke aufgeworfen, aber im Osten von Antwkrpen war der Brialmontsche Plan bereits gänzlich diirchgeführt, die Forts waren in bestem Zustand und man sah völlig dem Anfall von Osten aus ohne irgend welche Bc- lürchtnngen entgegen. Vom 15. August ab wurde mit großem Nachdruck gearbeitet. Um Lücken auszufüllcn, wurden sieben Rcdonten entworfen. Die Rebonten würden dnrch Foldbatterien und Schutzwälle für Maschinengewehre flankiert und durch Laufgräben verbunden. Jede Redoute be- saß eine starke Umzäunung von Stachcldraht, die zehn Meter breit war. Längs der ganzen Linie lief noch wie geradest: starke Stacheldrahtumspannung. Wolfsgruben wurden in einer Breite von 20—30 Meter gegraben. Es entstand bald die Ucberzeugung, daß, wenn wirklich ein schwacher Punkt bestände» hätte, durch das eifrige Graben, Pfähleschlagen und Drahtfpannen das ganze Verschanzungswerk in eine,, Znstaiid gebracht worden sei, der das Vertrauen in die Stärke der Verteidigung rechtfertigte. Prachtvolle Bauernhöfe wurden niedergerissen und wundervolle Baiimanpflanz- ungen nmgehackt. Aber je grausanicr das Werk schien, desto mehr habe man seine Notlvendigkeit eingesehen. Deutsche Aiisfordcruiig zur Rückkehr der Flüchtlinge. A in st c r d a m, 10. Okt. Heute Nachmittag kamen in Hülst (Holland) zivei deutsche Offiziere im Auto an, an dem eie weiße Flagge befestigt war. Sie verfügten sich sofort zum Kommandanten der niederländischen Grenziruppen und teilten ihm im Namen des Kommandanten der Stadt Antwerpen mit, daß die Stadt unter deutsche Verwaltung gestellt sei. Sic ersuchten ihn, die belgischen Flüchtlinge zu bewegen, nach ihren Wohnorlcn znrückznkchren. Tausende dieser Flüchtlinge folgten sofort dieser Aufforderung. Infolge de? Andranges belgischer Flüchtlinge in den holländischen Ge- meindon rings um Bergen op Zoom ist Mangel an Nahrungsmitteln entstanden. Die verschiedenen Eßwarcn wurden im wahrsten Sinne des Wortes bestürmt. Die Zahl der Gefangenen. Hannover, 1l. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Notterdamer Mitarbeiter des „Hannoverschen Couriers' meldet: Belgische in Holland internierte Offiziere schätzten, daß noch 20,000 belgischie Truppen in Antivcrpcn gefangen worden seien. Ter „Nieuwe Rotterdamsche Courant" gibt !>ach einer Nack rillst anS Hulft die Zahl der dort nach Hollau 1 übergctrctcnen belgischen Soldaten auf 26,000 an, darnnier befinden sich vier Generale und sieben Obersten. Tic Der- lüste der belgischen Armee sollen 15,000 bis 20,000 Tote ni e Verwundete betragen. Belgische Bahnbeainte sagen ans, daß den Deutschen größere Mengen Kriegsmaterial, darunter ein Zug mit 60,000 Gewehren in die Hände ges-llc» feien. In Holland interniert. Vlissingen, 12. Okt. Gestern wurden allein von Vlissingen 10,000 flüchtige Soldaten ans Antwcip.'i abtransportiert. In Tcrnenzen befinden sich noch 10,000 Belgier und 2000 Engländer. Angeblich sind auch einige dcntichk Husaren dort. Don vielen Flüchtlingen hörte ich, daß. dem die weiße Fahne auf der Kathedrale von Antwerp- - aufgezogen war, von dem Turm aus ein Maschinen:',?a, aus einen „Zeppelin" geschossen habe. Berlin, 12. Okt. TaS „Berl. Taabl." r ' aa: Rotterdam: Ter „Nicistvc Courant" meldet unter V - daß nach Schätzung der internierten belgisch m Cü : 8000 Engländern, die in Antwerpen waren, nur Sicherheit seien. Tie übrigen seien vermißt oder im nu . General de Guisc. Aachen, 12. Okt. Ant'verue. Kommandant de Gusse ist als Kriegsgefangener hier c, Nr. 240 Este 2 troffen. Generalmajor Maes von der Antwerpener Besotz- ing ist nach Köln gebracht worden. Cjfiit von dtv Dfiitldjfit bflffet. A in sterdani, 12. Okt Tie deutschen Truppen haben lullte Morgen Gent beseht, llin 10 Uhr kam eine kleine Abteilung Kavalleiie an und ritt nach dem Stadthaus. Ihr Kommandeur begab sich zum Bürgermeister und zu den Schössen, worauf auf dem Rathause die deutsche Flagge gell ßt wurde. Hieraus begab sich die Kavallerieabteilung, ge- t'ill'rt durch die Schössen Anseele und Brnyne, hach dem Pest- und Tclegraphcnmlft, wo einige Befehle i , >lt wurden. Eine gröbere Abteilung deutscher Tr:-- 'rd jeden Augenblick erwartet. Auch längs der hei Grenze ei Sr!',arte sind die Deutschen im Amuari Stimmen des Anstands. Eine schweizer Stimme. Tie katholisch-konservative „Neue Züricher Nachricht", die getreulich den deutschen Standpunkt vertritt und die zu lesen geradezu eine Freude bedeutet, schreiben: Die Eroberung von Aiüwerpeu durch die Deutschen ist unter die Grotzereignisse dieses Weltkrieges zu reihen. Die Einnahme der für säst uneinnehmbar gehaltenen Feste nach einer Belagerung von kaum vier Wochen gehört zu den grössten Taten im Belagernngskrieg aller Zeiten. Muh der Fall Antwerpens als solcher in England niederschmetternd wirken, so in Paris die Raschheit, mit der derselbe trotz eines Widerstandes von glänzender Bravour erfolgte. Tie Bedeutung des Ereignisses aus die weitere Entwicklung des deutsch-sranzösiichen Krieges läßt sich zur stunde nicht bestimmen. Tab sie keine geringe ist, liegt aus ;cr Hand. Zwar soll es der Belagernngsarmee gelungen sein, in den Hauptbeständen ans der Festung abzuzieh'.a. Aber entweder hat sie die holländische Grenze zu überschreiten und sich dort internieren zu lassen oder sie wird von eint letzten und dann vollendeten Niederlage ereilt. Den Deist, lchen ist in Antwerpen ein ungeheures'Artilleriematerial in Ke Hände gefallen. Weit wichtiger für sie ist, daß sie nun üuen Teil der Belagerungsarmee an ihren äußersten rechten Flügel in Frankreich nordwestlich Lille werfen können, sofern dort wirklich neue englische Truppen gelandet sind. Noch wichtiger aber, dab der riesige deutsche Belagernngspark jetzt für den französischen Kriegsschauplatz verwendet werden kann. Für Belgien braucht Deutschland keine Belagernngs- gischütze mehr — alle Festungen sind in deutschen Händen. Auf den Wällen und den öfsentlichen Gebäuden Antwerpens wehen die deutschen Fahnen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts waren es jene Oesterreichs. Sie wurden heruntergeholt. Tie deutschen! dürften dort bleibend flattern und nicht mehr emgezogen weiden. — --- Ter gernpste russische Adler. Sofia, 12. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Die Zeitung „Kambana" nennt die Erstürmung Antwerpens eines der größten Ereignisse des jetzigen Krieges. Tie Bedeutung dieses hauptsächlich gegen England geführten Schlages bestände vornehn'lich in dessen Folgen für die weiteren Operationen. Ter Kanal, sowie die Hauptstadt Englands sind damit bedroht. Ter Sieg der Deutschen auf dem französischen Kriegsschauplatz sei siaiergestellt. Ter Fall Antwerpens werde aber auch aus das russische Kriegs- theater größten Einstuß ausüben und das Selbstbewußtsein der österreichischen und deutschen Armeen liebe». Tie ohnehin gehörig gerupften Flügel des russischen Adlers würden dadurch noch mehr beschnitten. Tieser beginn.', an mehreren Stellen verwundet, jene Gebiete zu räumen, di: seit einem Jahrhundert für ihre Befreiung vom russischen ^och kämpfen. Der Fall Antwerpens werde zur Befreiung vieler unter dem Joche Rußlands und dessen Berbündeten schmachtender Böller beitragen. „Deshalb" — schließt das Blatt — „&e- * iifieit wir aufs herzlichste den groben deutschen Erfolg." Ans Italien. Hanptmann Gatti urteilt im „Corriere dcllg Sern": Die Bedeutung Antwerpens liege darin, daß es als BerernigrmgSplmkt der ans dem Kontinent eintresfen- den englischen Streitkräfte bätte dienen können. Die belgische Garnison, die durch Strapazen und Mißerfolge niedergedrückt sei, könnte den Entente-Heeren in Frankreich nur geringen Zuwachs bringen. Weit bedeutender sei der Vor- 'eil für die Deutschen, welche die 125.000 Mann, die nach Galtis Schätzung vor Antwerpen standen, nach Belieben ir- , iend emem Punkte der Front zusüliren können. Schmerzlicher Eindruck in Paris. K o p e n h a g e », 12. CIt. (W. B. Nichtamtlich.) „Berlingsie Tideude" meldet a,z Paris: Ter Fall von Antwerpen hat hier einen sehr ckmcrzlick-e» Eindruck gemacht. Die Stinunnng ist die nciche. wie Anfang September, cär- die L.'iikschen Ulanen ich dicht vor Paris zeigten. Freude i» der Türkei. K o n st a n ti n o vc l. 12. Okt ®- B- Nichtamtlich.) Tie- Blätter begrüße» mit lebhafter Sefriedigung den Fall von Antwerpen und hrörn d.-si.-u Be- xntung hervor. - i " 4 .. P. Wien, 10. Okt. Da:- „Nene Wiener Tagblatt" Meldet ans Budapest: Im Elnb der nationaieu Arbeiter- Vn-tei erklärte Ministerpräsident Gras Tisza zu einigen sich vidcnprcckenden Blättermeldungcn i'cher die deutsche» Trnp -'e'n folgendes: In diese,» Kampfe Helsen wir einander n-ii ller Anspannung unserer Kräfte und harren bis zum Ab- chlnß des »»»»sbleiblichen Sieges neben einander ans. Nach Besiegln,g der ans dem französischrn Kriegssck^n,platz vereinten feindlichen Koalition vermag Deutschlmid eine immer größere Heeresmacht anck, ans den rusjisckum Krieg:, mhanplatz, zu werfen. Mit dieser bcwnndernngswücdige,! Heeres,nacht verschmolzen fickt unser Heer de» Heldenkamps 9ltnt Tageszeitung. Dienstag, den 13. wttovee 1314 an der Weichsel mit vereinigten Kräften, bis wir dort die russische Hauptmacht besiegen. Den linken Flügel jener großen strategischen Stellung, aus welckier wir den Ent- scheidimgskampf aufnehmen, bildet naturgemäß Las deutsche Heer, wir aber bilden den rechten Flügel. So schlagen wir uns unentwegt auf einander vertrauend jeder auf seinem Platze. Auf diese Weife kommt die nicht genug zu schätzende Hilfe des deutschen Berbündeten zur Geltung, nicht aber in einer von manchen angenommenen Weise, als ob einzelne deutsche Hilfstruppen zur Derslärkung unserer in Galizien oder den Karpathen nässen kürripfenden Truppenkörper her- überkänicn. Tie Begeisterung für Tenischlund in Oesterreich. Nach einer Zusainnienstelliing der „Osid. Rnydsch." sind seit Kriegsbeginn in Oesterreick 32 Stadtbeschlüsse ans Errichtung bezw. Benennung einer „Kaiser-Wilhelm-Straße" und 20 auf Errichtung einer „Bismarck-Straße" bekannt geworden. .In Ungarn sind über 50 Gemeinden mit der „Kaiser- Wilhelm-Straße" bis zuni Ende September gezählt worden. — Die Stadtbehörden von Linz beschlossen, nach Beendigung des Krieges ein LandeSdenftual für die Bnndestrene Deutschlands inkd ein Standbild Bismarcks in Oberösterreich zu crridjtcu. |1o:i! öüfrrfirijiidjfn f»rirnrt!d}a??plaf?. Verlust De» 40 080 Russe»! Wien, 12. Okt. Das „Neue Wiener Tageblatt" schreibt über die Entsetzung van Przemysl: Die Ruhen gelangten nicht weiter als bis zu den Drahtoerhauen und den Gräben der äußeren Werke. Die ganze Festung schien ein einziger srnerspeiender Vulkan, der nach allen Seiten Tod und Verderben hinausdonnerte. Durch die Explosionen von Flatterminen im Vorield ch«den ganze Abteilungen des von ihren Ossizieren wrqttcie- benen Gegners auf einmal zerfetzt. In den Stürmen vom 6. bis 8. Ottober verloren die Rußen bei Przemysl an Toten und Verwundeten nicht weniger als 40 040 Rann, als» rin ganzes Aemeetorps. Przemysl hat sich von strategischem und taktischem Wert sür die Operationen unseres Heeres glänzend bewiesen. Deshalb trachteten die Rußen auch beim Anmarsch der verbündeten deutschen und österreichisch-ungarischen Kolonnen noch im letzten Moment, sich der Festung zu bemächtigen: denn ein weiteres Vorrücken gegen Westen mit einer so ossenen Besatzung dieses jchlagkräsiigen Stützpnnkies im Rücken hätte gewiß für das russische Heer eine äußerst ungünstige Situation bedeutet. Unmittelbar nach dem letzten Angriffe machten stch aber schon die Wirkungen unseres Vorrückens über Rzesicw fühlbar. Während der Feind Przemysl immer wieder vergebens berannte, entsandte er zur Deckung der Sturmangriffe eine starke Abwchrgruppe von sechs Infanteriedivisionen i>nd einer Kosakendioision, mehr als 400 000 Mann längs der Chaussee über Jaroslau b0 Kilometer westwärts. In zwei- täoigcr Schlacht warf unsere von Rzeszow-Bario gegen Lancui- Dynow vorstotzende Armee die feindliche Heeresmacht and verfolgte sie bis an die San. Der Rückzug der Rußen. Wien, 12. Okt. Die Kriegsberichterstatter melden: Die Rückwürtsbewegung der Russen sowohl in G -> l iz i e n als auch nördlich der Weichsel daaert unvermindert an. Die österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen sind den zurückweichenden Russen unausgesetzt aus den Fersen. Die Verfolgung des Feindes wird auf das energischste durchgesührt, ja in vielen Städten, wo noch vor einigen Tagen sich die russische Besatzung und eine von russischen Generälen eingesetzte Verwaltung breit machic, amtieren wieder die österreichischen Lanbes- bebordcn, deren erste Ausgabe es ist, die Schaden der russischen Episode wieder gutzumachen. Die von den Russen zerstörten Telegraphen, Btticken und Bahnlinien sind repariert, und der Bahiwerkehr funktioniert. Durch die Rückkehr der Beamten ermutigt, suchen viele Flüchtlinge ihre verlassenen Wohnstätten wieder auf. Im großen und ganzen haben die Rußen nicht sonderlich arg geftaust. Die Behörden berichten, daß selbst die Kosaki-P, abgesehen von Schaden der Unsauberkeit, sich menschlich aufgesnhrt habe». Der Rülltritt Ansienberg's. Wien, 12. Olt. Gemi.il der Infanterie, Ritter v. A > s e n b c r g , ist. weil sein Eosund- beitszustand ihm die Pslicht längerer Schonung auserlcgi. IN den Stand der UeberzähUge» versetzt worden. In einem überaus gnädigen Handschreiben behält sich der Kaiser die Wiederverwendung des Generals vor. Ans Frankreich. Das italienische Freikorps in Frankreichs. Mailand, 10. Okt. Der „Eorricrc dclla Serra" erhält aus Südsrank- reich genaue Angaben über das italienische Freikorps. ES ist sowohl ans in Frankreich ansässigen, wie aus von Italien angekommenen Leuten zusamnicngeseht und steht bekanntlich unter dem Kommando Peppino Garibaldis, eines Enkels di's großen Arciicharensührcrs. Sein Ofsizierkorps, teils rranzosisck, teile- italienisch, wird gegenwärtig noch in Ni- mrs, Nizza und Moniclimar ausgcbildek. In Montelimar ellein stehen 1100 Italiener. Besonders stark vertreten unter ihnen ist »as revolutionäre Eleineift. Beispielsweise sind mehrere Häupter der letzten revolutionären Bewegung in der Romagnn, eins der Schweiz, wohin sie geflüchtet >e.v len, in Frankreich ctiigctroffeii, desglcickien der Führer d's italienischen Eisenbahner-Syndikats. Auch zahlreiche rcpu- ll'knnische syndikatliehc Führe,' sind ans Italien in Süd ironkreich giigele.Nz,k. Anotaiisch srr.nzös,scher und dentscher Kriegoo.efangcnrr. Paris, It. Olt. Wie das „Petit Journal" ans Bord.",,'' meldet, wird der Austausch von Gefangene» ztvische» F .,•*« reich und Deutschland nunmehr tatsächlich vor sich g.-li-n. Die französtsche Armccverwaltung hat auf dem Itiiiwrg über die Schweiz das erste Verzeichnis französischer Kriegs- gefangener ans- Tentsckiland erhalte». Tie verschiedenen Tr,ippenkörp.r.prüfen diese Listen und werden zunächst die- jenigen Gefangenen bezeichnen, deren Auslieferung ge wünscht wird. Der Austausch erfolgt über Pontarlier. Analphabeten im französischrn Hrrrc. Ta von einer strengen Durchführung der allgemeincu Schulpflicht i» Fiankreich auch heute noch nicht die Rede sei» kann, trotz den, der Schulzwang nebi! -er Unentgeltlichkeit d linier richtS dort seit etwa 30 Jahren gesetzlich eilig- führt ü* ?o fniden wir im französischen Heere trotz der allerbesckeiden'is i Anforderungen der Schule noch mehr als 4 Prozent Aua! pl'nbeten. Nack einer einwandsreieN fiatini'cken mmistellum-z ist sogar die Zahl der Rekniten ohne Schnlbildi-ng in der Zeit von 1000 bis 1006 in etwa 10 Departements ; k» ge- stiegen, zumal von den Geistlichen mit allen Mitteln gegen dis tentelsionslofe „Alheistenschule" agitiert wird und die Regierung nicht wagt, die durch das Gesetz : . gesehenen Zwangsmaßregeln anziiwriideii. So hatte das sr -nzosische Heer nach einer Angabe des „Matin" vom 16. Juli 101t >>>-t-.r 665,163 Soldaten noch 33,1 l0 Analphabeten.' Italien und die Entente. Mailand, 12. Ott. Zu der droheiidcn Sprache, oi.. neuerdings die Entente gegen Italien ansöliigt, bemerkt die „Perscveranza", diese sei nur einer Folge der Erschütterung des Vertrauens in einen Sieg aus eigener Kraft,' deshalb svck- ten die Italiener neben Indern, Marokkanern, E-Meg-l.ün und Kanadiern sür die Interessen Englands kämpfen. Di« uationalistisehe „Jdea Razionale" bemerkt, der Sieg bei Au ,n- siowo l? D. Red.) scheine den Rußen zu Kops gestiegen zu sein. Znm Tode König Karol's. Konftantinopel, 12. Ott. Di- Nachricht von den T-de des Königs C a r o l hat hier di- tiefste Anteitnahnie her- rorgerufen. Die gesamte Presse hebt einmütig die Bcbeuranj des Ereignisses hervor, die durch den gegenwättigen Zeitpunkt noch gesteigert werde. Der Hingang des Königs sei ein l.-er- setzlicher Verlust für Rumänien, das dem Verblichenen alle Erfolge, die es erreicht habe, verdanle. Die Blätter schildern du Tugenden des Königs, insbesondere seine mit Energie gepaa't, Klugheit, mit der er namentlich in der letzten Zeit viele sür die Zukunft Rumäniens gefährliche Intrigen und Tendenzen durchkreuzt habe. — Der „Tanin" schreibt: Für uns rmseren Balkanstaaten ist die Nachricht von dem Tode des Königs sehr bedeutsam. Der Friede auf dem Balkan war dank seinen Be- niühungen gesichert. Wenn er wahr ist, daß der neue Herrscher die Ideen des verblichenen Königs vollkommen teilt, so !st c« sick-er, daß die Rumänen ihr Land nickst einer großen Krise aus- setzcn werden und es dürfte kein Grund zur Besorgnik ;»c den Revolver vorher gc- spannt zu habe». Allein unsere Dorsicht ist ganz unbegründet. Mir sind i» Anoux, wo uns jene Auskunft gern erteilt wird und cs sich zum Schlüsse hcrausstellt, daß fast die ganze Einwohnerschaft deutsch spricht. Auch ein 88 Zähre alter Schäfer stellt sich ein und erzählt mir, daß er aus Lützclburg Kamin« and schon 1870 nicht gegen Deutschland mehr zu marschieren brauchte, weil er damals bereits nicht mehr militärpslichtig war. Mit erstaunlicher Klarheit schilderte er mir die Dor- zänge von 1870 in Anoux, ebenso wie die von 1911 und fügt inausgesordert t^inzu, daß er damals und auch jetzt wieder von inseren Soldaten sosorr mit größter Liebenswürdigkeit eb- ,andcll worden sei, als er sic deutsch angesprochen und ihnen tlustunst über das Dorf gegeben habe. So wenig wie oainals ist auch jetzt die Einwohnerschaft in irgend einer Weise behelligt »olden und man bietet uns schließlich sogar einen Schoppen Landweür an, mit dem wir dem alten Manne Bescheid tun. Inzwischen haben sich ein paar Schullnaben mit schwarzen lugen und schwarzem Haar zu uns gefeilt und unterhalten sich. 'Iber nicht französisch, sondern italienisch und es stellt sich Heros, daß sic aus dem »ahcgelcgcnen Bergwerksdorse Moneieul- s stamme», wo nach ihrer Versicherung säst nur Italiener ie- n. Und so kommt es, daß, als wir schließlich zu unserem leerten Auto zurückkehren, die kleinen Italiener und ich im ein mit den Kollegen aus Wien und Budapest den Drei- d repräsentiere», der durch einige Schokoladctaseln und An- ikartcn eine solidere Grundlage erhält als mancher andere. > Kollegen, die nicht mit von der Partie waren, haben wir er „Schäierstündchcn" in Anoux natürlich etwas anders ge- .idert. Aber im Kriege ist ja manche List erlaubt. Aus der Weitersahrt kamen wir dann durch Longuyon, dem > ncn Städtchen im industriellen Tal der Ehiers, von dessen rst völliger Zerstörung ich schon früher berichtet habe. Aber uch hier blüht bereits neues Leben aus den Ruinen, den» die Eisenbahnverbindung nach Longwy-Luxemburg ist seit Mitte September wieder hergejtellt und so kann Bauholz und Eisen ans dem neutralen Ländchen bezogen und der Anfang zur Erneuerung der Stadt gemacht werden. In naher Zukunft wird die Stadt dann sogar ein wichtiger Punkt für unsere Eistn- bahncr werden, denn hier kreuzen sich die Linien nach Luxemburg und Metz. — Nu» geht es mit voller Kraft Montmedp zu, wo unsere braven Wurttcmbcrgcr zur Zeit rneiites ersten Besuches hausten und ihre Pioniere und unsere Eisen- bahntruppen wichtige Ausgaben zu erfüllen hatten. Aut der ganzen Strecke sind die Bauern mit der etwas verspätete» Einbringung der noch brauchbaren Erntcrcste beschäftigt und :>utschc Landsturmleute sind ihnen dabei behilflich. Denn auch assr müssen souragieren und ersparen beim Kaufe hier Zeit and Geld. Am Spätnachmittage kommen wir nach Bozeilles, wo 1870 von der das Dorf verteidigenden französischen Murine- insanterie der letzte Schuß gegen die hcranstürmcnden Baqirn abgcscucrt wurde. Mit der „derniere Eartouch'c", die aus ri- ncm Gemälde des berühmten französischen Schlachtenmalers illphouje de Neuville in dem damals allein stchengebliebcnen Dorjwirlshaus verewigt ist, brach das Napvleonijche Kaisertum zusammen, denn am nächsten Tage begannen die Kapitulatiens- oerhandlungen von Sedan, die un» die ganzc französische Armee mit 39 Generälen, 236 Stabsoffiziere», 2600 Siibaltern-isizie- rcn und 83 000 Mann mit sämtlichen Massen, Geschützen usw. in die Hände lieferte — dazu den Kaiser selbst. Weicht eine Mcnüung durch Gottes Fügung! so ist man auch heute '"ch versucht auszurufen, wenn man durch das historische Gelände dieser großen Tage wandert. - — Wir besichtigen zunächst das klayerndcnkmal im Torfe, das außerdem ein schönes Monum.'nt ’ür die gesallencn Franzosen und die Dorfbewohner enthält, toclch' letztere in de» Kämpfen um Sedan zum großen Teil als Franktireurs tätig gewesen sind, dann geht cs hinüber nach Sedan selbst, das heute eine wohlhabende, behäbige Proninz- sladt am Fuße der hier sanft ansteigenden Borhöbe» des Aroen- nerwaldes mit etwa 20 000 Einwohner» ist. Wie »ach ler Uebergabe Anno 1870, so halten auch heute wieder deutsche Soldaten an den Toren der früher so wichtigen Erenzsestung (nach Belgien hin) die Wacht. Zu Füßen des BronccftanddilScs von Marschall Turenne, der hier i» Sedan geboren wurde, ruhen sich deutsche Landsturmleute von dem schwereit Dienst des sonnigen Herbsttogcs aus, und vor dem Hotel de ville spazieren ebenfalls deuische Landsiurmmäimer als Wachtposten ans und ab Zwischen den Bewohnern »ad de» vielsach schon ganz «auen. Legten unserer Truppe herrscht auscheineud das Neste Neu« Tageszeitung. Dienstag, den 13. Oktober 191« Einvcrnehmeir. Die Geschäfte sind säst sämtlich geössnet und überall sicht man die Feldgrauen Lebensmittel und kleine Bedürfnisse für den Tag einkaufen. Aber wahrend in Sedan kein einziges Haus zerstört ist, sieht cs in dem unmittelbar vor seinen Toren nach Westen zu gelegenen Dorse Donchcrq schlimm genug aus. Hier sind die Brücken über die Maas zerstört worden, und cs hat ein heftiger Kamps zwischen den über Sedan hinaus vordringcnden deutschen und den ftanzösischen Truppen in den heißen Augusttagen dieses Jahres stattgesunden. Dabei ist der Ort in Brand geraten und fast zu Dreivicrtcilen zerstört worden. Nur das kleine Schlößchen Bellevue, in dessen Räumen Graf Moltke und der französische General von Wimpffen am Abend des 1. September 1870 mit den Kapitulationsoer- handlungcn begannen, die dann am 2. Sept. vormittags mit der Unterzeichnung des Ucbcrgabeprotokolls endeten, ist unoer- schrt geblieben. Später fand dann bekanntlich in dcinselben Schlosse zwischen König Wilhelm I, und Napoleon eine Zusammenkunft statt, nach welcher sich der gestürzte Kaiser unter preußischer Eskorte über Belgien nach Wilhelmshöhc begab. Und ich muß in diesem Augenblick an den Tag zurückdcnkcn, da wir Kriegsberichterstatter Kassel passtertcn und Wilhelmshöhe zu uns hcrübcrgrllßte. Und noch ein anderes Bild stellte sich vor mein geistiges Auge: das jenes llcincn Häuschens in Doncherq, vor dem ein toter Schimmel und ein umgestürztcr Eartcnstahl die Stützen für die Bank bildeten, aus der der alte Kaiser, Bismarck und Mollke die Kapitulatioiisverhandlungcn bespräche» Langssam ist hinter den Ardennen die Sonne nntergc- gangen, und aus den Wiesen, die mit dem Blut der Kämpfer nicht nur von 1870, sondern auch von 1911 gedüngt sind, steigen weiße Ncbelschwadcn aus, während in der Ferne der Kanonendonner von Verdun langsam verhallt, Wan» und wo wird in diesem Kriege die Entscheidung falle», die vor 11 Jahren hier au? dem dritten Kaiserreich die Republik machte, mit der wir nun in heißer Fehde liegen! Paul Schweder, Kriegsberichterstatter. Ans der Heimat. * Friedbcrg, 12. Okt. (Zentrale für Krieges»!sorge.) Hilfsbedürftige Angehörige von Kriegsteilnehmern, die noch nicht um Unterstützung nachgcsucht haben, können ihre Gesuche Montag und Donnerstag, Vormittags von 10—12 Uhr im Geschäftszimmer, Rathaus Nr. 14, mündlich Vorbringen, Ratserteilung erfolgt dort Dienstag,Nach- mittag von 1—6 Uhr. Tie Auszahlung an die Unterstützten, die persönlich erscheinen müssen, findet im Geschäftszimmer Mittwoch Nachmittag von 3—6 Uhr statt, * Fricdbcrg, 13. Okt. (Eisernes Kreuz). Herrn Major Weyergang von dem liier in Garnison stehenden 168. Jnf.-Regt. wurde von Sr. Majestät dem Kaiser das Eiserne Kreuz verliehen. Ferner erhielten dieselbe Auszeichnung Herr Oberleutnant Q u a d e und Herr Leutnant Kutsch. * Friedderg, 13. Ott. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin haben am 30. September d. I. dem leitende« Vorstandsmitglied des Vorschuß- und Krcditvercins Friedbcrg Jean Dörr daselbst das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehe». * Fricdberg, 13. Okt. (Wiederbeginn der Kino-Bor stellungen.) Es dürfte die Einwohnerschaft von Friedbcrg und der Uingegend interessieren, daß Ende dieser Woche das ’ hiesige Kino-Theater seine Worstesiungen wieder eröffnen 1 wird. Das Unternehmen erfreute sich während seiner ! Tätigkeit des Beifalls aller Besucher lind c? wird eifrigsi ! bestrebt sein, die alte Anziehungskraft z» bewahren. Selbstverständlich wird den Zeitnmständen Rechnung getragen und den Kriegsereignisseil ein breiter Ranni bei den Borst.'Il- - nngen gewäbrt werden. Daß keine ausländischen, sondern n n r d e u t I ch e F i I mS zur Verwendung kommen, sei noch besonders betont. * Zur Lindernng bet Arbeitslosigkeit in Hessen. Mitglieder aller Parteien der Zweiten Kammer des Landtages haben, um der drohenden Arbeitslosigkeit in Haste» loobnende Arbeitslose herangezogen werden. Tie tcl, der dabin geht, alle int Hauptvoranschlag 1914 vorgesehenen Unterhaltungsarbeiten, soweit sie noch nicht ansac- fiibrt sind, tunlichst in den Wintermonaten zur Ausführung i zu bringen und die einleitenden Schnitte baldigst zu vernn- > lasten. Ferner möge die Großherzogl. Regierung dahin wir ken. daß bei allen von ihr anSznführenden Arbeiten nur in -Gesten wobnenede Arbeitslose heran gezogen werden. Die Regierung soll sich zu Meiern Zweck mit Senf Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband in Frankfurt zwecks Zuweisung Arbeitsloser ans dem Großherzogiuni in Verbindung setzen. Sogenannte Notstandsarbeilen würden in den einzelnen Landesteilen nicht zu um,"Ge,i fps,,. Die Vorbereitungen hierzu niützten alsbald erfolgen, damit die Ausführung der Arbeiten in den nächsten Wochen i.icM aufgehalten würde. Tie Antragsteller bitten daher, für weitere Rotstandseirbei- tei: in den einzelne» Landesteilen Versorge zu treffen und die hierfür erforderlichcn Kredite bereit zu stellen. * Okarben. 12 Okt. (Auszeichnung). Dem Pionier Heinrich Geibel von hiir wurde das Echerne Kreuz verliehen. * Klein-Karbe», 10. Ort. Bei t:r am 13. September 1013 hier stattgefundenen Oleuueind-ucntreterlvahl erhielten 3 Sozialisten die höchste Stinliuenzah!. Hiergegen erhob der Bürgerverein Einspruch: die Wahl wurde vom Kreisausschnß in Friedberg und dem Peovinzialausschnß i» Gieße» für ungültig erklärt. Tie sozialdemokratische Parteileitung wandte sich an die böchste Instanz nach Dcrrnistadt. Hier wurde die Wahl am 26. September für gültig erklärt. * Rendel, 13. Ort. Verflossenen Freitag wurden ans hiesiger Gemeinde 60 Malter Kartoffel an das Landsturm- Bat- in Markirch gesandt. Von Seiten des Kriegeroerein? gingen 60 Kistchen Zigarren an die Soldaten im Felde ab: ebenso wieder einige .Säcke init tvarmen Kleidnnasstiicken. ' Ruppertsburg. 13. Olt. Daß die ersten Nachrichten Übel Verwundungen usw. aus dem Felde nicht immer zutrefsend sind, geht aus zwei Fällen in unserer Gemeinde hervor Der Reservist Wilhelm Port ist in der Verlustliste II. Bat. Ink- Regt. Nr. 116 vom 7.-9. 10. 11 als vermißt gemeldet, derselbe ist jedoch verwundet am 8. 9. 11, war zuerst in Trier, dann in Frankfurt a. M. und jetzt in Laubach im Lazarett, eben.. r- hicltcn die Angehörigen des Eefr. Otto Port eine Ka:. der Bemerkung vom 17, 9. zurück „verwundet". Letzterer . " jedoch erst am 20. 9. verwundet, kam in ein Loz.ircit nag Kassel und bcjindet sich jetzt ebenfalls im Lazarett in L .. '■ * Gießen, 13. Olt. Ein wie kostspieliges Din' der > ist, geht daraus hervor, daß das hier in de! Entstehung n sene Barackenlager zur Unterbringung von G ' ebenen seiner inneren Ausstattung die Summe von i>; Miktonc-i erfordert. Dasselbe war erst mit großen Zelten nejy'", • aber jetzt sind bereits 59 Holzhäuser für je 200 P-rse-i.-n ij- gestcllt, von denen einige schon mit Dachpapp': äs-rn per! :i sind. Dann ist der ganze Platz mit Kanalisation »nd V , ■ lcitung versehen worden und an jeder Baracke werden m ;.» zwei Wasserzapsstellen angebracht. Um bei einer evtl. I chenden Meuterei jederzeit Herr über die lOOoO Insassen : ,.i bleiben, ist außer der Bewachung von Infanterie auch nach eine Abteilung Artillerie vorgesehen. Drei Geschütze zind >>n Lause der vorigen Woche eingetrossen und vorerst in der Halle dcr Maschinengcwehrabteilnng untergebracht. Unsere Stadl ist somit auch Artilleriegarnison geworden, wenn auch nur aon 38 Mann. Diese werden bei Ankunst dcr Gefangenen mit ch-.-n Geschützen aus dem Lagerplatz Posto fassen und als me ncttlo niori jeden Unzufriedenen vor Gewalttätigkeiten warnen. Hrsscii-Nassa». * x. Erävenwicsbach, 12. Okt. Ein hartes Geschick hat die Familie des hiesigen Försters Trushcim betrofsen.Rachdeni erst vor zwei Jahren die einzige Tochter im blühenden Alter non 20 Jahren gestorben war, ist jetzt IM Krankenhaus zu Aach, II der einzige Sohn an den Folge» der in dcr Schlacht empfange- ncn schweren Wunden verschieden. Der Verstorbene stand im Alter van 25 Jahren und genügte gegenwärtig seiner einjährigen Militärpflicht im Infanterie Regiment Nr. 87. Bar seiner Militärzeit war er Lehrer in Tringcnstein und Philippstein. Für feine Tapferkeit im Felde war er mit deni Eisernen Kreuz ausgezeichnet und zum Unterossizier befördert u ar- dcn. De? Dank der 168er. Die 10. Kompagnie des Infanterie Regiments Vr. 164 stattet ihren Dank für empfangene Liebesgaben und ihre Grüße an die Heimat in folgenden wohlgclungencn Versen ab, die Herr Michael Maringer, Offtzicis-Stcllvcrtrcter 1>1. Komp. Jnf.-Regt. 168 verfaßt und uns zum Abdruck -iber'.-.i- fen hat: Dem Feinde nah, im Schützengraben, Begrüßen wir die Liebesgaben, Die uns von liebevoller Hand Aus Friedbcrg wurden zugesandt. Nicht leicht sind des Soldaten Pflichten, Wenn, um den Gegner zu vernichten, Er. Wetter, Not, Entbehrung trägt — Und auch den eignen Vorteil wägt. Dach leichter wird des Kriegers Bürde, Er trägt fein Los mit höherer Würde, Weil er des Landes Liebe kennt, Dis er mit Stolz die Heimat nennt. Drum all' den Freunden und Bekam'!. Die uns die Liebesgaben sandten. Mit Scholalade und Kaffee, Mit Zigaretten, Tabak, Tee, Und auch sogar mit Cognac „Scher.r". Bon dem man gern säh', wenn es mehr . Und sonstigem allerlei beglückt Sei Dank und Freude ausgcdrllckt. Nur mit bezug auf die G e t r ä n rr. Sowie mangelnden Zucker lenke Der Geber freundlich seinen Blick, Damit sei größer unser Glück. Und er verzeih' uns uns're Bitten, Venn wir in unseren Schützenhüttcn Vermissen dies und das gar sehr, Derweil zu Haus das anders wär'. Wir werden uns're schweren Pflichten, Auch weiterhin mit Freud' verrichten, Wir danken Euch im Pulvcrdampf, Und schwören Sieg nach hartem Kampf. Den bisherigen und noch folgenden Spendern aus der Oe den engeren und weiteren Heimat als Dank mit Gruß gowid ine! von den Offizieren, Unteroffizieren und rund 130 Mann schäften der 10. Kompagnie Jns.-Regts. 108. H a r t m a n n , Leutnant d. R. und Kompagiiicsllhrer. — M a- ringer, Offiziers-Stellvertreter und Verfasser. — üß'um, Offiziers-Stellvertreter feit 1. 10. 14. — Karn, Offiziers Stellvertreter.' — Jäger, Ojsizicrs-Stelloertr. — Schäfer, Vizefeldwcbel. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst in der Siadtkirche. Mittwoch, den 11. Oktober, abends 8X Uhr: Kriegsdilt- aiidacht. Herr Pfarrer D i e h l. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach Mittwoch, den 11. Oktober, abends !.:9 Uhr: Art:.' andacht. Herr Pfarrer Z a tz m a n n. Franksnrter Wetterbericht Boraussag«: Ziemlich bewölkt, zeitweise R wärmer, südwesiiichc Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil O i - H i r s ch e I, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch,u i 7 i Friedbera. Druck und Verlag der „Neuen Tagoszei!:: '-:> A. G. Friedberg i. H. Äferriag, den ’ ; maSer iOi<- ;.7. 2-iB Für das Note Kreuz Snmmcljldlc 9Ha(!jilt>ci:jtif t. (■> U. 20 ijcrr Peter 9?üfcr 20 J(. 2. Wäsche u ii b Le b r a u ch sge ge » stä » d e : £tl. o. Stadler: 1 5p. neue Soden; Gemeinde Oberflor- V1 Kiste Fußlappen und Binden, 10 geil. Hemden; lmge- • -m >t. r> oett. Hemden; S. Dir. '25.: 3 ''5. neue Soden, 2 P. 'Pulswärmer; Schulkinder von Jlieder-Wöllftadt: 20 P. neue Erden: Frl. Oberländer: l P. neue Soden; Frl. Dnrd>d:wald: ! P. neue Soden; Frau Ernst: 0 neue Hemden, 1 P. neue Sok- ien. 1 P. Pulswärmer; Frau Schupp: 1 P. neue Soden, I P. Pulswärmer; Frau Hojmann: Eier und Zwieback: Frau Erä- fic iu Solms-Röoelheim, Assenheim: 31 P. Tabak, 80 Zigarren, 2 Kistchen Zigarren, 0 Würste, 1 St. Rauchsleisch; Banern- neieiit Odstadt: 21 neue Unterhosen, 18 neue Bieberhemd.-n. 12 !i. Kniewärmer, 12 Lungenm.: Frau Kroner: .1 P. neue Sotten, 0 P. Pulswärmer; Frau Stadtbaumeister Zörb: 3 P. neue Soden, 2 P. Pulswärmer, 2 P. Fußlappen, Tabak, Scho- t'lode, 2 getr. Hemde»; Herr Lehrer Weidenhaus: 0 liiiter- sädchen, 1 P. Unterhosen; Herr Gronau: 2 Wurste; Frau Gronau: 2 P. striimpse,. 2 P, Pulswärmer; Herr Herrn. Diehl. Fauerbach: 2 P. neue Soden, 1 P. Pulswärmer; Frl. Wederling: 1 P. neue Soden; Herr Kreuder: 12 neue Taschentücher, 2 Stöcke; Frau Reichel: 11 getr. Hemden; Frl. Helene Gorr, Slammheim: 1 Paar Socken; Fräulein Sally Löwenthal 1 P. neu« Socken; Frau Ferdinand Löwenthal sechs getragene Hemden; Frau Lust, Fauerbach; 2 Ohrenschützer, 0 P. Pulswärmer; Frau Brückmann, Nonnenhos: 1 P. getr. Unterhosen, alte» Leinen; Frau Apotheker Eörz: 10 P. Fußlappen. ." P. neue Socken, 1 P. Kniewärmer, 1 Leibbinde, 2 P. neue Unterhosen. 1 Sturmkappe, 1 Rüdenschützer; Frau Liekmann: 1 P. Soaen; Frau Staust: 1 P. neue Socken; Herr Pfarrer Ritter: Tabak, Stöcke für den Landsturm; Frau Sim. Schütz Ww., Ob.- Wöllstadt: 3 P. neue Unterhosen, 3 neue Normalhemden, : P. neue Socken, 8 neue Taschentücher. Naturalien usw. Herr Dekan Wahl, Beienheim: 0 lange Pfeifen; Frau Lehrer Himmelreich; 3 Flaschen Himbeersaft, 1 Topf Laimerg; Laudw. Genossenschaft, hier. 10 Sack Kartoffeln; Frau Stein- brenner, hier: 2 Kistchen Zigarren: Frau Bickel, Ilbenstadt. 30 Eier; Herr Karl Zulauf, Rodheim v. d. H.: 2 Kistchen Zigarren; Gemeinde Dorheim: Herr Philipp Fritzei: 1 Sack Kartoffeln, Gemüse und Würste; Frau Spangei^berger: Gemüse; Herr Konrad Reust 2., Joh. Wilh. Sd>midt, Hrch. Hoffmann -!., Hrch. Bauschmann, Frau Friede. Kees, Hr. Erdenberger. Ee- niüse; Herr Eg. Stein und Frau Anna Weslphal; Karlofieln und Gemüse; Herr Hrch. Faber: 1 Korb Gemüse, 1 Korb Birnen, 3 Sack Kartoffeln; Herr Hugo Schutt: 1 Sack Kartoffeln, 1 Sack Gemüse, 1 Korb Aepfel; Herr Johs. Jörg: 2 Sack Kar- tcffein; Frau Wilh. Schäfer: Butter; Herr Hrch. Adam Schutt: 1 Sack Kartoffeln, Aepfel und Gemüse; Herr Philipp Schäfer: Kartoffeln und Gemüse; Herr Pächter Hrch. Reis: 1 Sack Kartoffeln und Gemüse; Herr Hrch. Gotth. Jsfland: Gemüse, Zwiebeln, Speck und Wurst; Frau Phil. Jsfland Ww.: 10 Laib Brot: Herr Landtagsabg. Bleidenbach: 1 Korb Birnen und Gemüse; Herr Konrad Jsfland: Gemüse und Kartoffeln: Herr Hermann Röder: Eier und Wurst; Herr Philipp Reust: Gemüse und Salat; Herr Heinrich Schäfer: Birnen, Kartoffeln und Gemüse; Herr Bürgermeister Alles: 1 Sack Kartoff-ln; Herr Eg. Marloss: Kartoffeln; Herr Philipp Pfeffer: Zwiebeln; Fräulein Knoche: Suppengrün; Frau Otto Klee: Eier; Ungenannt' Eier; Herr Eg. Hosmann 1.: 1 Sack Kartoslein; Frau Konrad Schäfer: Wurst und Gurken; Herr Heinrich Weitslein: 2 Kisten Zigarren. Würste und Gemüse; Frau Obersteiger Keller: Salat; Ungenannt: Gemüse und Aepfel; F an Gotth. Müller: Salat und Eier; Frau Heinrich Schutt: G-lbe- tüben. Für die hiesigen Lazarette wurde bei der Sammelstelle >ev Herrn Psarrer Ritter abgegeebn: ' 1) Aus Friedberg-Fauerbach von verschiedenen Geb-rn: sirka 000 Eier, Eingemachtes, Latwerge, Schinken, Wurst, mehrere Kistchen Zigarren, Zigaretten, ein Wagen voll Kraut, Kaitoffeln (mehrere Sacke), 11 Fl. Wein, 8 Gläser Gelee, Bohnen, Hemden, Unterhosen, Taschentücher, Strümpfe, Handtücher, ein zweiter Korb mit Eiern, gebr. Kasfee, Schokolade, -abak, Schmalz, Schweinerippenstück, Cervelatwurst, Se're 2) Bon Frau Sekretär st.: 3 Nachthemden, 1 B. Pulswärmer, 1 P. Socken (von Nanny St.), mehrere Spazlerfb-cke. Alle» Gebern herzlicher Dank! kksWsslklle Ri!kii Kreuzes, Suagstrutze 16. Sie»! Xd~3'.ijjWng. Alls dkn bfiitlrlirn Ntrllißitßtn. Jiifanlcrle-Regiineiit Nr. l, 7, Ala io; II7. Bataillon. Bailerdingen am 1". and 17., Messines am 22. Beririx on ::!. 8, Big >y am 2., am 10. und Rhein-Marne-Kunal am !>. i:::d 10. 0. 11. 11. Kompagnie. Mu.-'elicr Rudolf Schreiner - lllrich- stein, Schotten — leicht rerw. — Musketier Hermann Oden- wäller - Ober-Wellstadl, Heg«» — schwer »erw. — Musketier Georg O .h — Dietzenbach. Ofseubach schwer verw. — Mns- ... , ig Wenzel — Oberau, Büdingen — schwer verw 2. Pioiiier-Bcktilill:» Nr. 21. Mainz. Enignicourt vom 10. bis 17. 9. II. 1. Neserve-Kompagnie. Gcsreitcr Olt» Bommer — Windecken, Kreis Hanau - verw. - Gefreiter Joh. Eranmiil ler — Windecken, Kreis Hanau — verw. — Pionier Wiiheiar Stört — Oberdorfelden, Kreis Hanau verw. — Pionier Fr. Dreste — Niederhofheim, Kreis Höchst — verw, — Pionier L Thönges — Steinfurth, Kreis Friedberg - verw, — Pionier Heinrich Börner — Oberrodenbach, Kreis Hanau — verw, — Pionier Joh. Schnckhardt — Obernrfel, (Taunus), — schwer verwundet. 2. Neserve-Kompagnie. Unteroffizier August Paal - Bruchköbel, Kreis Hanau — verw. — Gefreiter Ludw. Keh-r — Nieder-Efchbach, Kreis Friedberg - leicht verw. — Pionier Philipp Berg — Wölfersheim, Kreis Friedberg — leicht cerw. — Pionier Theodor Fink — Obererlenbach, Kreis Friedberg — leicht verw. — Pionier Georg Zimmerrnan» — Jlbenstrdt — leicht verw. — Pionier Theodor Karl Burk — Obermörlen, Kreis Friedberg — schwer verw. — Gefreiter Georg Ph. Pöhl- mann — Klein-Karben, Kreis Friedberg — schwer verw. — Pionier Reinh. Joh. Fridolin Gaul — Eschborn, Kreis Höchst — schwer verw. — Pionier Johs. König — Obermörlen, Kreis Friedberg — schwer verw. — Pionier Otto Mogk — Echzell, Kr. Büdingen — schwer verwundet. — Pionier Georg Schmidt — Oppershofen, Kreis Friedberg — schwer verw. — Pionier Fr. Bendel; — Vilbel, Kreis Friedberg — tot. — Pionier Hermann Hofmann — Schwali'eim, Kreis Friedberg — tot. Infanterie-Regiment Nr. 188. I. Bataillon Pntzbach. Gefechte im Westen am 7. und 8., bei St. Thomas am 11., La Mave anx Bornfs und Servon am 10. g. 11. Leibkompagnie. Gefreiter der Reserve Kienzler rot. — Reservist Richard Hermes tot. — Reservist Fritz Bost tot. — Musketier Phil. Besaut tot. — Reservist Wilhelm Schmidt toi. — Reservist Fritz Schneider tot. — Refervill Hermann 1. Kompagnie. Hanptmann Fr. Wilh. Deist leicht verw. — Vizefeldwebel Waldemar Otten leicht verw. — Sergeant Hrch. Naumann leicht verw. — Unteroffizier Terst fchw. verw. — Unteroffizier Hüter leicht verw. — Unteroffizier der Reserve Venfer leicht verw. — Unteroffizier der Reserve Hofsmann leicht verw. — Unteroffizier der Reserve Schleicher leidst verw. — Unteroffizier Baron leicht verw. — Gefreiter Venn leidst verw. — Gefreiter Hest schwer verw. — Gefreiter Hornist Schwenzel leicht verw. — Gefreiter Fischer leicht verw. — Gefreiter Schwab leicht verw. — Musketier Erngel leicht verw. — Musketier Michel verm. — Musketier Meurhs leicht verw. — Musketier Schnabel leicht verw. — Musketier Schneider verm. — Musketier Trinkans tot. — Musketier Wahllent- ner Ieid)t verw. — Musketier Palzer leicht verw. — Musketier Adami leicht verw. — Musketier Andreas leicht verw. — Musketier Becker leichr verw. — Musketier Bloch leicht verw. — Musketier Bugert verm. — Gefreiter der Reserve Fuchs leicht verw. — Gefreiter der Reserve Hahn leick>t verw. — Reservist Stahl leicht verw. — Reservist Höffer leicht verw. — Reservist Bahn tot. — Reservist Stumpf 1. leicht verw. — Reservist Sreinkamp leicht verw. — Reservist Stahl leicht verw. — Reservist Nickolei leicht verw. — Reservist Miede leicht verw. — Reservist Böcking leicht verw. — Reservist Striff leicht oerio. Reservist Mohme leicht verw. — Reservist Roos tot. — Clon- depierre tvt. — Musletier Eröhl leicht verw. — Musketier Hel- Imger leicht verw. — Musketier Langemann verm. — Musketier Löbig leicht verw. -- Musletier Rang leicht verw. »nd verm. — Musketier Renner verm. — Musketier Schäfer leidst verw. — Musketier Wagner 2. leicht verw. — Musletier Zang 1 verm. — Reservist Schwarz leicht verw. — Reservist Klappert leicht verw. _____ _ £cflt i . Nefrrve-Jnfent-r.e Nczim»»! Kt. 88. Marne Kanal und Lafsineri-rt vom 7. bis 10., Sermaize am 7. und Bouo'itslile am 18. 3. 11. I. Bataillon, Hanall. 1. Kompagnie. Reservist Wilh. Euler, Himbach, Krei« ' Büdingen, verm. — Wehrmann Aoolf Hain, Oberrodenbach, ] Kreis Hanau verw. — 2. Kompagnie. Musketier Hrck). Scharniaiin, Oberohmes. Kreis Al.geld tet. — Musketier Jof. Reinhardt, Wacheabnchen, Kieis Hanau, leicht verw. — Musketier Joh. Maisch, Bifchofs- hcirn, Kreis Han ». »->rw. — Musletier Karl Ritzel, Bifchofs- heim, Kreis Hanau letdit verw. — Musketier gricbt. Hehler, Mittelbuchen, Kreis Hanau, leicht verw. — Gefreiter Johann C’rtf,, Hüttengesäst, Kreis Hana», leicht verw. — Musketier P. Fuchs, Langenselbold, Kreis Hanau, leick)t verw. — Grenadier Friedrich Schlegel- Ravolzhausen, Kreis Hanau schwer verw. — Füsilier W. Weber, Butzbach, Kreis Friedberg, verm. -- Gefreiter Karl Beckst, Marköbel, Kreis Hanau verm. 3. Kompagnie. Gefreiter Otto Seinfchedt, Enkhciia Kreis Hanau, verm. — Gefreiter Hrck). Wilh. Stein. Eichen, Kl Hanau, verm. — Friede. Feste, Dienstgrad nicht angegeben Marköbel, Kreis Hanau, verm. — Hornist Phil. Schmidt, Hochstadt, Kreis Hanau, leicht verw. — Peter Sdimidt, Dienst grad nicht angegeben, Rüdigheim, Kreis Hanau, leicht verw. — Lauer, Dienstgrad nidjt angegeben, Dörnigheim, Kreis Hana: leicht verw. — Gefreiter Heinrick) Heck, Marköbel, Kreis Hanoi: veiiii. — Philipp Schweinsberg, Dienstgrad nickst angegeben, Windecken, Kreis Hanau verm, — Wilh. Schales, Dienstgrad nicht angegeben, Windecken, Kreis Hanau verm. — Wilhelm Neidhardt, Dienstgrad nickst angegeben, Lieblos, Kreis Gelnhausen verw. I. Kompagnie. Reservist Peter Strnlt, Niederrodenbach Kreis Hanau, tot. — Reservist Philipp Völker, Langenselbold, kreis Hanau, verw. — Reservist Wilh. Rausch, Dörnigheim, Kreis Hanau verw. — Sergeant Kemp, Ostheim, Kreis Hana» verw. — Gefreiter Weis, Windecken, Kreis Hanau, verm. III. Bataillon, Hanau. 9. Kompagnie. Hornist Karl Hrch. Naumann, Berghelnt Kreis Büdingen, verw. — Wehrmann Christoph Meyer, Fechenheim, Kreis Hanau, verw. — Wehrmann Christian Fischer. Homberg, Kreis Alsfeld verm. — Wehrmann Simon Peter Günther, Enkheim, Kreis Hanau, verm. — Wehrmann Friedr. Keller, Bergen, verm, 10. Kompagnie. Wehrmann Joh. Wilh. Forbach. Enkheim, Kreis Hanau, tot. — Gefreiter der Landwehr Hrch. Schott Niederdorfelden, Kreis Hanau, tot. — Unteroffizier der La«L- wehr Wilh. Konr. Dörr, Eichen, Kreis Hanau, vertu- — Gefreiter der Reserve Friedrich Jalob Becker, Bergen, Kreis Hana» verw. — Gefreiter der Reserve Peter Burger, Hochstadt, Kv-ii Hanau, verw. — II. Kompagnie. Wehrmann Georg Lankharst, Fechenheim, Kreis Hanau, verw. — Wehrmann David Duchhardt Fechenheim, Kreis Hanau, verw. — Wehrmann Friedr. Kalk Hof, Bruchköbel, Kreis Hanau, verw. — Unteroffizier Friedrich Tunger, Fechenheim, Kreis Hanau verw. 12. Kompagnie. Reservist Konrad Stroh, Fechenheiin Kreis Hanau, leicht verw. — Gefreiter der Landwehr Petei Jacob, Hiittengefäß, Kreis Hanau, leicht verw. — Wehrmana Johann Kreisel, Kilianstädten, Kreis Hanau leicht verw. Maschinengewehr - Kompagnie. Reservist Georg Lotz, Windecken, Kreis Hanau, fchw. i>er>» Sparet Saatgut! Das muß in diesem Jahre die Parole unserer Landwirtschaft sein, damit sie ihre Aufgabe, während der Kriegszeit das deuifche Volk zu ernähren, erfüllen kann. Die Chemie bat uns nicht nur Düngemittel anhand gegeben, welche die Erträgnisse verdoppelt haben, sie hat uns auch in Corbin ein Saatichuhmittel gebracht, daß feit Jahren tausenden von Landwirten vorzügliche Dienste leistete. Es wird bei der Verwendung des Präparates Saatgut gespart, die Aussaat gegen Krähen, Fasanen, Mäuse etc. geschützt und Steinbrand verhütet. Die Fabrik wird gerne Prospekte mit zahlreichen Anerkennnngcn unentgeltlich zur Verfügung stellen. E e s n d) t sofort älteres zu- veilihsiges Mädchen welches alle Hausarbeiten versieht und kochen kann. Zu erlraq. bei d. R. Tageszig. uni. W. 2087. Wegen Aufgabe der Oek» nomie ein gutes 12jähriges Arbeitspferd zu verkaufen bei Zoh. Hch. Schneider 2. 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