Jlmmiter 336 Donnerstag, den 8. Oktober 1914. f. Jahrgang •Otc „Jiftit tTnrf* jfitiwß n d]tint jcten ilcittag. ölegelmäßige Beilagen „Oer t3(tufr NU» Helfen", „Oie S^Innltnbf", ocui^v-^vj.»: "ocI Dcri Postanstalten uicnelfuijcur,) sOtt 1 sr> t»i den Agenten monatlich so Pig. Hinzu tritt Postgebühr -der Trägeriokn. Anieiqrn: Grund,eile W Psg.. totale 15 Ptg„ Anzeigen von auswärts werde t durch Posinachnahtne erhoben Erfüllungsort Friedberg. Sckflüktleitilno, und Verlag Friedberg (Heffen), Hanauersiraße 12. Fernsprecher 4S. Postscheck-Santo Sir. 4859 . Slmi Franljutt o. M. Antwerpen vor dem Foii» Belgier und Engländer geschlagen. — Reiche Kriegsbeute. — Die 'c ?!t*> «nij Ostende geflüchtet. — Die 2lntwort des amentamfthr'i; Pr^^.^rern' Die Kriegslage. Großes Hauptquartier, den 7. Olt., abends. Die Kirmse aas dem rechten Hccrcsslügel in Frankreich habe» »och zu keiner Entscheidung geführt. Vorstöße der Fran- ofcu >n den Argonnen und aus der Nordostfront von Verdun rurdcn zurückgcworscn. Bei Aniwcrpcn ist das Fort Broechem in unserem Besitz. Der Angriff hat den Nethe-Abschnitt überschritten und nähert sich dein innere» Fortgürtel. Eine englische Brigade und Belgier wurden zwischen dem äuheren und inneren sortgürtel aus Anlwerepn zurückgeworsen. Vier schwere Batterie«, 52 Zcldgelchütze, viele Maschinengewehre, auch eng- iischc, wurden in srciem Felde genommen. Der Angriff »er Russen im Gouvernement Tuwalki wurde «bgcwiefen. Die Russe» verloren 2790 Gefangene und neun Maschinengewehre. In Pole» wurden i» kleinen, rrfolgrcichcn Gefechten westlich Iwandorod 4800 Gefangene gemacht. » » » Der heutige Bericht zeigt uns, dah auf unserem rcchren Flügel der Ricsenschlacht immer noch gelämpst wird und die E ,chcidu»g noch ausstcht. Nach den bisherige» Ergebnissen Ibniien wir dem Ausgang getrost ins Auge schauen. Don einer Umgehung durch die Franzosen kann schon um dehwrllcn leine Rede mehr sein, weil die Angrissslinie der Franzosen allmählig viel zu ausgedehnt geworden ist, um die nötige Clarke zu bewahren Man halt es nicht für ganz ausgeschlossen, dah der writ ausgeholte Vorstoh nach Norden der Entsetzung non Antwerpen gelt«» soll. Collie da, der Fall sein, dann würde, selbst wenn der Versuch Erfolg haben sollte, was aber gänzlich ausgeschlossen er- schcint. die Hülse zu spät kommen. Antwerpen steht vor d e !» F a l I. In heftigen Kämpfen wurde das belgische Heer aiis's Haupt geschlagen und zwar in dem Raume, der sich zwischen de» äuhcrcii Forts und dem inneren Fortrgürtel befindet. Dah sich unter de» Geschlagenen auch die Engländer befanden, ist. wie immer, für »NS ersreulich, für die Belgier aber doppelt schmerzlich, weil sie ihre ganze Hoffnung auf die Beefsteaks ge- seyl hal.cu. Die Niederlage muh furchtbar gewesen sein, sonst konnte der Feind nicht ganze Batterien, eine Masse Geschütze und Maschinengewehre aus der Walstatt gelaffe» haben. Die belgische Regicruiig gibt das Spiel um Antwerpen nerloren und ist bereits nach Ostende llb-rgcsicdclt. Im Oste» geht'» aus beiden Kriegsschauplätzen vorwärts, die Nüssen verloren abermals viele Gcsangenc. Alle Anzeichen beuten daraus hin, dah die Russen sich anschicken, Galizien wieder zu räumen. Die gelben Räuber haben Jaluik auf den Marschalls-In- seln besetzt. Uns trifft dieser Verlust wenig, allein die Bereinigten Staaten und Australien werdend erleben, wohin die Schandpolitil Englands ihre Ctaatcn führen wird. Der etnerilettische Präsident Woodrow Wilson hat ein Antworttclcgramm an den deutschen Kaiser gerichtet. Es ist herzlich gehalten, aber ein Meisterstück in der Gabe mit recht vielen verbindlichen Worten nicht» zu sagen. Die belgische Regierung verlässt Antwerpen. Der „Frankfurter Zeitung" sind folgende Depeschen über dir Belchicgung der Stadt Antwerpen zugegangen: Amsterdam, 7. Olt. „Riruws va» Lcn Dag" meldet an» Rejcndaal: Heute früh um halb 8 Uhr liehe» die Deutschs» Lurch cluc Siasette ansagcn, doh um halb zehn Uhr die Bcschichung der »Stadt Antwerpen beginne werde. Die Regierung ist um halb zwölf Uhr nach Ostende übergestedclt. Der König blieb in der tadt. Zahlreiche Flüchtlinge sind infolge dieser Anlundigung an der hol- .öndHöcn Grenze angclommcn. Berlin, 7. Olt. Dir telegraphische Berbin- d » » g, ebenso Die Zugoerbindung mit Antwerpen st seit heute slüh u n t c r b r o ch e.n. Der Telegrapyenoer'chr üt von hier nur noch mit Ostende und Gent möglich und zrvar über onbon. Hunderte von Antwcrpencrn sind in Rotterdam und Am i erdam angckommen. .sjküige fUi!i!j5 f f bri Cirr. — Dtllhichmn der innfiiiDrf«. Amsterdam, 7. Oft. Das „Handelsblad" melbct um Millenmckst aus Antwerpen, daß den ganzen Tag u,,d die Nacht hindurch bei Mondschein an der Reihe in der UmLsdniig von Lier heftig gekümpst worden sei. Tie Stad: Lier liege zwischen den kämpsciidcn Heeren. lluterstützt durch Artillericseucr, das besonders mörderisch sei, bra:h- ten die Deutschen ihre Infanterie einige .Kilometer »oraus, doch mußten sie Fuß für Fuß von deni verbündeten englisch- belgischen Heer erkämpfen. Das offizielle belgische Com- mnnique gibt zum erstenmal zu, daß der Zustand ernst 'st. Der Kommandant de Gurse bringt zur Kenntnis der Bü. gcrmeistcr von Antwerpen und dec Gemeinden, daß die Beschießung Antwerpens unvermeidlich sei, aber auf tue Dauer des Widerstandes keinen Einfluß haben werde. Er rät den Personen, die sich der Wirkung der Beschießung entziehen wollen, an, sich nach Norden oder Nordweslen zu -nt- ferncn. Der „ManSbode" berichtet, dah die Zahl der Engländer in Antwerpen nicht zehntausend, sondern dreitausend betrage. Ferner meldet das Blatt, trotz de? RegcnS fei gestern Mittag und nachts heftig an der Ncthe gejochten worden, wo die Deutschen trotz des schweren belgischen FcucrS eine Brücke zu schlagen versuchten. Tie d.entsrlien Granaten fallen bereits in den Ort Dicuxüieu, drei Kilometer von Antwerpen. Die Dörfer Hove. Mortsei, Vieiirdicu '.md vor allem Voßberg haben schwer unter dem deiitschcit Feuer gelitten. (Es handelt sich dabei mn kleinere Ortschaften im Bezirk der Forts 4 und 5 der inneren Linie. D. Red.) Tie Kaserne in Eontich ist zerstört. Alles weist daraiif hin, daß die Not in Antwerpen groß ist. Zahlreiche Personell von Rang verlassen die Stadt. Der König und die Minister sind bis jetzt geblieben. Der Konimandant hat jedem, der den Wunsch dazu äußerst, die Abreise sreigestcllt. DttMifklicr Wan) Anjivrrptiig. Ferner wird mitgcteilt, daß die Stadt nach der Zer- störung der Wasserleitung schon seit einer Woche ohne Trink- wasscr sei, wodurch die Gefahr einer Epidemie i» den ärmeren Stadtteilen nahegerückt sei. Samstag drang die deutsche Kavallerie über Dussel, das zuerst durch die Artillerie zerstört wurde, bis Lintb durch, aber Sonntag sahen die Deutschen von weiteien Dersnclsen, dieNethe zu forcieren ab und zerstörten die Fort« zwilchen Senne und Schelde. Tie Tciitschen legten in die verzwciselt känipsendeu b->lgi- schen Truppen Bresche. Tic Bevölkerung aus der Gegend um Antwerpen zieht noch immer in langen traurigen Zügen nach der holländischen Grenze. Die ilrrtfi&ipna des forte Waelhem. Au? Kopenhagen nicldet der „Lokalanzeigcr": lieber die Verteidigung des Antwerpener Forts Waelhem meldet die „Morning Post": Tie Verteidigung des Forts, das den Hauptangrisf der Deutschen aushaltcn mußte, wurde mit größtem Heldeuiuut geführt. Als einige Panzertiirme >u- sammcngeschossen waren, sordcrtc der Kommandant de Wet diejenigen Soldaten, die von dem langen Kamps am mei- sten erschöpft waren, aus, sich zurücrzuziehen, da jetzt nur eine kleinere Garnison erforderlich sei. Niemand aber kam der Aufforderung nach, de Wet iilnßte den direkten Befehl erteilen, daß eine Anzahl Soldaten zurückgezogen würde, de Wet selbst ist verwundet, c:fuTrt aber, daß r ; ".' Soldaten ihre Stellungen nicht verlosten würden. 1 ' noch ein einziger Scstnh gegen die Deutschen alg ert werd>m könne. ■öic frtife Mnfi der LelPtr. Amsterdam, 7. Okt. Ter Korrespondent der „Tyd" berichtet aus Antwerpen, daß er bei einem Ausflug zu dem nördlichsten Fort Siabrock bemerkt habe, daß Trahiversperr- nngen und Laufgräben in der Richtung nach Süden angebracht seien, was darauf Hinweise, daß die Belgier, wenn die innere Fortlinie in der Hai d der Deutschen ist. Ant- werpm ausgeben, aber noch Widerstand an den nördlichm Forts leisten .wollen. Die lifoitiiktfR frani. p^fSiint^UfrlwIjf. Rom. 7. Okt. Dir „Tribuns" schreibt zu dem heutigen Si- luationsbericht. Das französische und das deutsche Comivuni- anc stimmen diesmal überein und sic werden auch durch zuverlässige Privatnochrichten gestützr. Danach scheint cs, als ob der Plan der Franzosen, die deutsche rechte Flanke zu überflügeln, vollkommen gescheitert und in das Gegenteil verkehrt worden ist, denn jetzt scheinen die Deutschen die französische linke Flanke mit der Umgehung zu bedrohen. Daß die Deutschen de» Plan Joffres losort ahnten, als sie die Bedrohung durch das Pariser Heer bemerkten und in der gewohnten Promptheit Fürsorge trafen, indem sie starle Streitkräs-c dorthin wr.rs-i, und damit den «mfasiunzrplan unmöglich machten, weiß man. Man kann aber nicht ohne eine gewisse Ucbcrraschung die letz- len Nachrichten lesen, dag sich die Deutschen ihrerseits anfchick- ten, den den Franzosen mißglückten Plan selbst zu versuchen. Weher konnte sie, die mit immer stärkeren Kräften Front gegen di- russische Drohung im Osten »rächen müsien, noch so viele Truppen stellen, sogar Kavallerie, eine Wusse, die so viel Platz beim Transport wegnnnint? Wir können nur noch einmal dir!- Frage stellen, dis wir schon früher erhoben haben. Warum gelang cs nicht den Franzosen, die nur zwei Drittel oder drei Vorteile hatlen, djo der Kamps ini eigenen Laude, die Unter I Vorteile hatten, die der lampi im eigenen Lande, die Unterstützungen durch Festungen, möch'ige Befestigungen und der Besitz eines ausgedehnten Bcrbindungsuetzcs im eigenen Rücken mit sich bringt, die letzten Kräfte gegen den Feind zu sammeln in einem selbständigen Heere von nicht mehr als 150 000 bis 200 000 Mann, was das Gleichgewicht Herstellen mußte? Erst nach dem Ende des Krieges wird -»an vielleicht eine Antwort aus diese ernste Frage erhalten. Die Dik-kllllge bfr Mcn in Otanngua. Budapest, 7. Olt. Einem amtlichen Berichte zufolge haben unsere Truppe,, die in Maramaros-Czigct emgebrochc neu russischen Hcercstcilc geschlagen und bereits bis Ra- ggbocsko » c r s o l g i. Die Verwaltungsbehörden werden im t.'an-e des heutigen Tages ihre amtliche Tätigkeit wieder aufnehmen. Die Beerdigung der in dem süngsten Kamps bei Uz- tok gefallene» Rüsten Lauert fort. Bisher find 8000 russische Leichen begraben worden. Nyarcgy^azs, 7. Olt. Eine amtliche Meldung aus Hufzt besagt: Die österreichisch-ungarischen Truppen stehen seit Montag Mittag bei Tceso mit den Rüsten in heftigem Kampf. Den Russen wurde» ihre Positionen entristen. Bei Kvrös- jalva hot cbeusalls ein heftiger Kamps stattgesundcn und mit einem vollständigen Siege geendet. Die Rüsten wurden rcr- nichtct oder gefangen. Hier haben 2000 polnische Legio- n ä > c die Vorhut gebildet. Die Kämpfe bei Cattaro. Mailand, 7. Olt. „Eotriere dclla Sera" erfährt telegraphisch, der Berg Levtschcn wird unausgesetzt von den österreichischen Falls in Cattaro mit Arllllcriefeuer bestrichen. Fast täglich fliege,, auch österreichische Flugzeuge über die montene- grinischen Steilungen. Vergebens suchten die Monlencgrincr sic berunterzuschießcn. Auch über den Hasen Antivari fliegen die Ocstcrrcichcr und zielen mit Bombe» nach den französischen Schissen. König Nikolaus mit mehreren Familienmitgliedern b- snchlr die Stellungen aus dem Lovtschcn. Der Vorstoß in Polen, Paris, 7. Ort. .fDaily Marl" meldet aus Petersburg: Die Deutschen gehen in vier Säulen auf Südostpolcn vor. drei stoßen von äolisch und Bendin auf Warschau vor, die vierte von Krakau die Weichsel entlang. Zikgreilhe Kkftchse in Kamerun. Berlin, 7. Okt. Der Gouverneur von Kamerun meldet siegreiche Gefechte von Anfang September gegen Engländer und Franzosen. In diesen Gefechten sind die Obcrl-ut- nanti, v. Rothlirch und Milbrat, Sergeant Jost, Sanitätsser- gcont Gustav Kühn, Bezirlsamtmann Rausch. Zollamtsvorstchcr Glock und Landmesser Lyhnc gefallen. Gren^gefechte irr Oftafrika. L on do n, 7. Olt. Das Kolouialamt gibt bekannt: Im Cepiember hat eine beträchtliche Bewegung an der Grenze von D e n t s ch - O st a s r i l a jtattgesunden. Der Feind machte mehrere Streifzüge aus britisches Gebiet und versuchte auch, die Ugandababn abzuschnciden. Er wurde überall zuiüngewiesen; nur eine kleine Grenzstation ist noch von einem deutschen Detachement besetzt. Die normale Besatzung in Ostasrika und Uganda ist von Kricgsbcglnn an durch bedeutende indische Abteilungen sowie durch freiwillige Berittene verstärkt worden, sodah die Lage unbedenklich ist. Die Zapaneses? besetzen Jalnit. M a i l an d , 7. Olt Aus Tokio wird amtlich gemc! det. Ein japanisches Detachement besetzte die Insel Jalnit. den Sitz der deutschen Regierung aus den Marschall-Jnscln. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand. Im Hafen sestgchaltcne englische Schisse wurden sreigelassen. Das Marincamt bezcich- Seite 2 -Ir. 238 » net die Besetzung als zeitweilige durch militärische Gründe rer- inlaßte. Mildtill Pillou lili Kailtl Ulilht!»'. Berlin, 7. Olt. Die „Nordd, Allgcm, Zeitung" aerös- ,cntlicht die Antwort, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten aus das bekannte Telegramm Seiner Masestät des Kaisers cingegangen ifi: Ew„ Kais, Mas, wichtige Mitteilung vom 7, Scpt, d, I, habe ich erhalten und von ihr mit größtem Interesse Kenntnis genommen. Ich suhle mich geehrt, daß Sic sich wegen eines unparteiischen Urteils an mich, als den Vcrtt-tcr. einer an dem gegenwärtigen Krieg wahrhaft unbeteiligten Nation gewandt haben, die den aufrichtigen Wunsch hegt, die Wahrheit kennen zu lernen und zu berücksichtigen. Sie werden, des bin ich sicher, nicht erwarten, daß ich mehr sage. Ich bete zu Gott, daß dieser Krieg recht bald zu Ende sein möge. Der Tag der Abrechnung wird dann kommen, wenn, wie ich sicher l'n, die Nationen Europas sich vereinigen werden, um die Streitigkeiten z» beendigen. Wo das Unrecht begangen worden ist, werden die Folgen nicht ausbleiben, und die Verantwortlichkeit wird den Schuldigen auserlegt werden. Die Völker der Erde haben sich glücklicherweise aus den Plan geeinigt, daß solch eine Abrechnung und Einigung stattfindcn muß; soweit jedoch ein solcher Plan unzureichend ist, wird die Meinung der Menschheit als letzte Instanz in all solchen Angelegenheiten ergänzend cingrcisc», Ls wäre unklug und wäre verfrüht für eine einzelne — selbst für eine dem gegenwärtigen Kamps glücklicherweise fernstehende Regierung — und cs wäre sogar unvereinbar mit der neutrale» Haltung einer Ration, welche wie diese an dem Kampfe nicht beteiligt ist, sich ein endgültiges Urteil zu bilden oder zum Ausdruck zu bringen. Ich spreche i ich so -rei aus, weil ich weiß, daß Sie erwarten und wünschen, daß ch wie ein Freund zum Freunde spreche und weil ich sicher öin. daß die Zurückhaltung des Urteils bis zur Beendigung des Krieges, wo alle die Ereignisse und Umstände In der Eesamt- heit und im wahren Zusammenhang übersehen werden innen, iicki Ihnen als wahrer Ausdruck ausrichtiger Neutralität von «-oft empsehlen wird. Gezeichnet: Woodrow Wilson, Amerika für den Frieden. New-York, 6, Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Bryan hat gestern in einer Versammlung zu Gunsten des Friedens gesagt, Präsident Wilson erwarte mit Ungeduld die Gelegenheit, neue Schritte bei den Machten zu tun, durch welche die kriegführenden Nationen zum Frieden gebracht werden tonnten. Am Sonntag waren alle Kirchen und Synagogen dicht gestillt, heute siillcn die Morgenblätter Spalten mit FricdenSpreüigteu des Erzbischofs von New-Aork, Kardinal Farley und der Pastoren, Priester und Rabbiner. Zu gleichen Zwecken fanden auch in anderen Teilen des Landes Versaminlungeu statt. Ans Frankreich. Gchnndluug deutscher Verwundeter in Frankreich. Wir meldeten neulich, daß sich der Sohn des verstorbenen Reichs- tagsabg, PH, Köhler in französischer Gefangenschaft befände, wo er gut behandelt würde. Der Brief, worin er seiner Mutter davon Kunde gibt, hat folgenden Wortlaut: ......20. 9. 14. Liebe Mutter, Ich liege hier im Lazarett, Ich hatte bei Ditry einen Schutz in die rechte Schultet bekommen und siel in frauzös. Gesangenschast. Tic französischen Soldaten sind sehr gute Kerle, sie haben uns in jeder Weise mit Essen und Tabak unterstützt. Wir liegen hier in einer Jns.-Kaserne. Wir haben sehr gute Aerzte. Das Essen ist mehr als genügend. Wir werde» sehr gut gepflegt, Der Arzt meint, in 8 Tagen wäre ich gesund. Aus der Stadl schickt man uns täglich französische Zeitungen. Schreibe mir bitte auch einmal. Der rechte Arm ist ge- ihuft, daher die schlechte Schrift. Das Schreiben macht mir Schmerzen. Grus; Adalb, Hcrvü gegen die Friedens Propaganda. Pari, 7, Skt, Der berüchtigte Eiegner des Heeres Herv6 wendet sich in der „Guerre sociale" hestigst gegen den in Lugano aesasztcn Beschluß der italienischen und Schweizer Sozia- > iteu, »ach dem Ausland Delegierte zur Friedeus-Propa- gauda zu senden. Sic sollten lieber zu Hause bleiben und den Krieg gegen Deutschland predigen. Gros Albert de Mun 's. Nach einer Meldung aus Vordem,« ist Graf Albert de Mun Plötzlich gestorben. In ihm verliert Frankreich einen hervorragenden Akademiker, Redner und Politiker, die französischen Monarchisten und Klerikalen einen ihrer begabtesten und eifrigsten Führer. Graf de Mun ivar am 28, Februar 1841 geboren; er wurde Soldat, absolvierte die Schule von St, Eyr, machte als Kürassicr-Ossizicr den Krieg von 1870 mit und diente bis 1875, wo er seinen Abschied nahm. Im Jahr 1876 wurde er in die Kammer gewühlt, der er mit einer kurzen Unter- brechung bis zu seinen, Ende angehörte. Als das Mini- slerium Biviani sich in ein Ministerium der Landesvertei- digung verwandelte, das Vertreter aller Parteien enthalten sollte, wurde Graf de Mun als Vertrauensmann der Rechten in daß Kabinett berufen, den, er als Minister ohne Portefeuille angchörte. Ans England. D>e "T,nu:- üb«.- u»,clc Erjolge. London, «, Okt, Die „Tuncs schreibt: Die trästigen deutschen Operationen zu Lande greife,, an Tollkühnheit, Die Deutschen leisten anerkennenswert-» Widerstand in ganz Rordftankreich und be- ichraulen sich auf den, rechten Flügel keineswegs aus die Abwehr, Sic machen große Anstrengungen, um Antwerpen «u nehmen und haben einig« Forlschrit, e gemacht, Sic ^eue Tageszeitung. Donnerstag, den 8. Oktober 191« drangen zugleich von Ostpreußen her in Rußland ein und, obwohl ihr Vormarsch nach dem Njemen in alle Winde zerstreut ist, zeugt er von ihrem Mut, Sie rücken jetzt mit großen Massen in einer Front von hundert McUcn in Südpolen gegen die russischen Armeen an der Weichsel vor. Nur eine Nation mit fünf Millionen wasfengeübter Männer tonnte sovicle Unternehmungen zu gleicher Zeit versuchen. Die Deutschen weisen im ganzen sehr gute Leistungen aus, und wenn sie nur wüßten, den Krieg anständig zu führen, so wären sic würdige Gegner, (Notiz des W, T, B,: Die in den Ausführungen der „Times" enlhnltenc Anerkennung der deutschen Leistungen wiegt am so silin-crcr, als der Schlußsatz deutlich zeigt, wie widerwillig man sie uns zollt). Englischer Pessimismus. M a i l an d, 5. Okt. Ein Londoner Aussatz im „Eiornate d'Jtalia" äußert sich über die Ausfuhren der Franzosen im Westen sehr p c s s i m i st i s ch , Man hält in Londoner militärischen Kreisen trotz des franzo- sischcn Heldenmutes einen großen sranzöfischen Erfolg für unwahrscheinlich, Auch daran zweifelt man, daß die Franzosen »och lange Widerstand werden leisten können. Wenn aber auch Frankreich unterliege, so werde dies auf die Haltung Englands keinen Einfluß habe», England sei entschlossen, alles, bis zum Ende, anzusetzcn, um eine deutsche Vorherrschaft in Europa zu verhindern. In Bezug aus die nächsten Kriegscreignisse macht man sich in London durchaus keine Illusionen, Man wiffe, daß die deutsche Verteidigung der russischen Grenze großartig sei, daß die Schwierigkeiten eines russischen Vormarsches ungeheure seien, daß die russische Artillerie der deutschen sehr unterlegen sei; so befürchte man in London, daß der russische Angriff wenig Aussicht aus Erfolg biete. Mit Sorge sicht man auch der Haltung der Türkei entgegen. Zwar sei die englische Diplomatie in Konstantinopel in letzter Zeit etwas vorsichtiger ge- wcrden, man erwartet aber dennoch eine Enischcidunq der Türkei für Deutschland und fürchtet die Folgen dieser Entscheidung in den englischen Kolonien, besonders in Aegvptcn, So ist die Stimmung in London recht wenig zuversichtlich. Ein neues englisches Ausfuhrverbot. Amsterdam, 7. Okr, Die englische Regierung verbot die Ausfuhr von Rohwolle, Garne» und Bindfaden aus Hanf oder Flachs, wollenen Decken, Häuten, Leder- »nd Schuhwarcn nach den europäischen Ländern, ausgenommen Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und Rußland, England und Schweden. S t o ü h o l in , 7. Oft. Der britische Gesandte hat offtzicll dem schwedischen Ministerium des Acußcrn Mitteilungen über eine hevoistchends Revision der Konterbandcliste gemacht und gleichzeitig htnzugesügt, daß der schwedische Export magnetischen Eisenerzes — das ist praktisch identisch mit dem ganzen schwedischen Erzexport — bis auf weiteres ohne Störung von britischer Seite erfolgen könne. Ein englisches Urteil über die Gesangenenloger, Kopenhagen, b. Oft, Der Direktor der Lancashirc und Porkshire Railway, John Aspinall, der eine Zeit lang als Kriegsgefangener im Munsterlagcr war, schildert in englischen Blättern das Leben in den deutsche» Gefangenenlagern und erzählt: Die Leitung des Lagers lag in de» Händen von Sergeanten, tüchtigen Leuten mit Organisationsvermögen, Sie hielten sich zwar streng an die Reglements, taten aber zweifellos ihr Be- ! stcs, damit die Gefangenen es möglichst gut hätten. Die Klagen in englischen Blättern über harte Arbeit der Gefangenen sind unberechtigt. Die Gefangenen, besonders die Franzosen, drängten sich zur Arbeit, um Abwechslung in dem einförmigen Leben zu haben. Es war deutlich zu merken, daß die Deutschen wünschten, in England den Eindruck hervorzurusen, daß man in Deutschland die Gefangenen gut behandle und in keiner Beziehung barbarisch sei. Er könne auch nicht über die Behandlung klagen. In Anbetracht der großen Schwierigkeiten bei der Verwaltung eines solchen Lagers ging alles vortrefflich, Der deutsche Soldat zeigt sich hier von seiner besten Seite, Es sei sicherlich nicht belustigend, Wachdiens< im Lager zu haben, und doch sah man nur fröhliche Gesichter. Ans NttNand. Ein russisches Eingeständnis. Nun geben auch die Russen ihre Niederlage bei Augustow und Suwalki zu. Die amtliche „Petersburger Tclcgraphenagentur" meldet nämlich: „Die letzten Operationen der Deutschen waren besonders kräftig längs der Eisenbahnlinie von Suwalki nach Olita, Da der Feind unter Umgehung von Kowno Wilna zu erreichen snchte, begannen die Russen sich rückwärts zu konzentrieren. Vom KaUrau. Die Neutralität Rumäniens. Wien, 7. Oft, Die rumänische Regierung hat ihre Gesandten von ihrem Entschlüsse, an der Neutralität se st zu halten, verständigt, Gesindel, ieinc Eoldaien. Wie», äftsräume der Rotional- stiftung befinden sich in Berlin RW, 40, Alsenstraße 11. Die tapferen Badener. Karlsruhe, 7. Okt. zu besonderer Freude, Dir und den tapferen Söhnen Deine? Landes ehrende Anerkennung zuteil werden zu lassen, indem ich Dir das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse verleihe, dessen Insignien ich Dir übersenden lasse. Gott schenke unserer gerechten Sache den endgültigen Sieg. gez, Wilhelm. Oberst von Reuter der Kommandeur des Grenadier-Regiments Nr, 12, schreibt aus dcui Felde unterm 24. 9,: Wie ich erfahre- bringen alle Zeitungen die Nachricht, daß ich gefallen sei. Das ist für meine Angehörigen eine große Quälerei, da ich bis jetzt iwch lebe und meinen Dienst tue. Ich bitte sehr dringend um Widerruf. Hochachtungsvoll: von Reuter, Oberst und Kommandeur des Garde-Regiments Nr, l2 Fluchtige Bekanntschaft. Der „Bohemia" wird von einem Leser folgender Hinden- burg Vierzeiler gesandt: „Sind denn", ward Hindenburg gesiagt „Die Russenseldherrn tüchtig?" „Ich weiß nicht", hat der Held gesagt „Ich kenn sic nur flüchtig!" Kriegsbeute. Ein ganzer Eisenbahnzug, etwa 30 Wage», teils e arbeitete, teils unverarbeitete Baumwolle im Wert von über eine balbe Million Mark ist vom französischen Kriegs- schanplatz in Darnistadt enigetroffen und soll durch di: }{i. 2S6 Kriegsbcutesommelstelle verwertet werden. Voranssichtlich wi.w die Beute nach außerhalb gebracht. Ferngläser. Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps ersucht uns um Aufnahme folgender Notiz: Die 48. Reservc-Tivision auf dem Truppenübungsplatz Darmstaat Nüade für sofortige freiwillige Spendung von Ferngläsern dankbar sein. Diese können auch beim Stellvertretenden Ge aeralke nnnando in Frankfurt, Ilutermainkai 19. abge- ge.eu Weeden. Schlachtvcrlwt. Berlin,' 7. Okt. Der preußische Landwirtschafts- mipisier hat durch Erlaß vom 6. Oktober das Schlachten von sichtbar trächtigen Säuen für die Zeit bis zum 19. Dez. 1911 verboten. Das Verbot findet keine Anwendung auf Schlachtungen, die geschehen, weil zu befürchten ist, daß das Tier an einer Erkrankung verenden werde, oder weil es in- olge eines llnglüekssalles soiort getötet werden muß. Solche Schlachtungen sind jedoch der für den Schlachtungsort zuständigen Ortspolizeibehörde spätestens innerhalb dreier Tage nach dem Schlachten anzuzeigen. Ferner findet das Verbot keine Anwendung auf das aus dem Auslande ein- gesührte Schlachtvieh. Hrr OßmarKtmitttiil stellt Iriitf Agitation ein. Berlin, 6. Okt. Ter Hauptvorstand des Ostmarken- dercins hat. wie die „Preußische Lehrcrzcitung" mitte,lt, beschlossen, die Vercinstätigkeit einzustellen: denn nach den Satzungen ist die Ausgabe des Vereins als beendet auzu- sehen, wenn die polnische Bevölkerung einer deutschfeindlichen Agitation entsagen und mit den ülrigen Bewohnern ihres deutschen Heuuatlandes bestrebt sein werde, an den Segnungen deutscher Kultur teil;,,nehmen und ihre nicht zu verkennende Befähigung und Tatkraft in den Dienst derselben zu stellen. Die gesamte Organisation des Vereins wird in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt. Krgtn Roheit >md Helchlnalklostakeit. Das bayerische Kriegsministerium macht jetzt offiziell gegen das lleßerhandnehmcn der geschmacklosen und rohen Kriegs-Ansichts- und Wivkarten energisch Front. Es hat angeordnet, daß fortan alle Kriegskarten dem Kriegsmini- stcrium zur Prüfung vorgelegt werden müssen. Ferner wurde besohlen, daß alle anstößigen und geschmacklosen Druckerzeugnisse dieser Art unverzüglich ans den Auslagen zu entfernen seien. Dem Beispiel sollte allgemein gefolgt werden, denn weitaus die meisten diesbezüglichen Postkarten, die uns bis jetzt zu Gesicht kamen, zeichneten sich durch Geschiuacklosigkcit aus. Das Volkslied im Felde. Der Krieg hat das Solda- lenbild wieder neu belebt. Gesänge sind entstanden, die man früher nicht kannte. Text und Weise hat sich wunderbar zusammengcsunden und geht von Mund zu Munde. Co singen jetzt die Soldaten Lern ein ergreifendes Lied, das also beginnt: „Deutschland, ach Deutschland ich muß dich verlassen." Dieses Lied ist sehr volkstümlich geworden. Wer hat es versaßt? Jetzt hat ein hessischer Gelehrter »achgewicscn, daß dieses Volkslied schon im Jahre 1886 von dem Schriftsteller Dr. Otto Böckcl, der zur Zeit in Michendorf (Mark) wohnt, veröffentlicht worden ist. So haben Lieder ihre Sck>icksale. Dr. Böckel hat als junger Student in Gießen dieses Lied niedergefchrieben, da? heute Taufende erfreut und begeistert. So durchzieht ein Lied hessischen Ursprungs heute die Welt. Dorr Gefallenen. In srenidcr rühlcr Erde, Ruht mancher deutsche Sohn, Der mit dem guten Schwerte Erkämpft den Ehrenlohn. Die tapsein Hcldensöhnc, Sie zogen frisch hinaus, Doch manche bittre Träne Floß wehmutsvoll zu Haus. Daheim die treuen Liebe», Erslehen Gottes Rat, Daß er vor Fcindcshicben Und grauenvolle: Tat. Beschirm die edlen Streiter, Fi!« Tugend, (§lüd und Recht, Daß ehrvolt lebe weiter, D?.s lünftige Geschlecht. 6e;ah:e:i, Elend,Grausen Ertrugen sic auf's Mark, 7:e deutschen Helden draußen i Mut und Ehre stark. Tic oni dem Felde starben, 7, „i deutsche» Geist und Ruhm, Uui ewig sich erwarben, Die Kio» im Heldentum. Albert W o l s, Seminarist. r.jrrnfiinf} drs prtillnichkn Landtags. Berlin, 6. Olt. (W. B. Nichtaintlich.) Der Kaiser hat durch Erlaß aus dem Großen Hauptquartier vom 24. September genehmigt, daß beide Häuser des Landtages zur Fortsetzung der Legislaturperiode vor dem durch Verordnung von: 15. Juni 1911 festgesetzten Zeitpunkt zusanimen- treten. Daranjhi» hat der Präsident des Abgeordnetea- houies die 96. Plenarsitzung auf den 22. Okt. anberaumt. Mtut Tageszeitung. Donnerstag, den 8. Oktober 1911 Erdbeben in Kleinafien. Konstantinopel, 5. Okt. (W. B- Nichtamtlich). Nach amtlichen Telegrammen ist gestern gegen Mitternacht in Bnndur imd Sparta (Wilajet Konia, Kleinasien) ein sehr heftiges Erdbeben ausgctreien. Weitere leichte Erdstöße erfolgten auch, im Laufe des Sonntags. Besonders stark war das Beben in Buudur und Umgebung. Tic ge- neue Zahl der Opfer ist unbekannt, doch glaubt man, daß etwa 2609 Menschen getötet worden sind. Tie Regierung und der Rote Halbmond hoben ein Hilfswcrk eingeleitet. Konstantinopcl, 6. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ergänzende amtliche Meldungen über das jüngste Erdbeben besagen, daß in Sparta eine große Anzahl von Häusc-n zerstört worden ist. Tie Amtsräume der Militärverwaltung, das Telegraplenbureau »nd Wohltätigkeitsanstalten sind teilweise cingcstiirzt. 218 Personen sind getötet worden. Vermutlich liegen die Leichen weiterer Verunglückter noch nntcr den Trümmern. Noch dem Erdbeben hat eine Frucrsbrunst 18 Häufcr und Läden eingeäschert. Auch -n der Umgebung Spartas hat daS Erdbeben großen Schaden angerichtet und Menschenopfer gefordert. In Burdur sind einige Stadtviertel vollständig zerstört. Das Regiecungs- gcbäiidc und die Gefängnisse sind unbeschädigt. Die Zahl der Menschenopfer in Dnrdur beziffert sich ans etwa 2090: viele Personen sind verletzt worden. In Egherdir ist einiger Sünden angcrichtct worden, ohne daß dabei Menschen verunglückten. In Ulnburhu wurde» vier Personen getötet und fünf verletzt. Aus der Herin at. * Fricdbcrg, 8. Okt. Auf dem Felde der Ebre gefallen sind abermals zwei Friedberger Herren. Es sind dies Herr Lehrer N a u m a n n und Herr Lehrer Erle. Erstcrer starb an seinen schweren Verwundungen in einem Lazarett. Sic ruhen in Frieden! * bl. Fricdbcrg, 8. Okt. Gestern Abend versammelte sich das Quartett der 1. Kompagnie des hier in Garnison liegenden Landsturm-Ersatz Bataillon vor sämtlichen Lazaretten, um die Verwundeten durch einige Ecsangsvorträge zu erfreuen. Tag das Quartett seine» Zweck hiermit erreichte, bewiesen die strahlen: -n Augen der tapferen Vaterlandsverteidiger. Die Lieder, welche dem Kaiserliederbuch entnommen waren, waren: „Morgenrot", „Sich' ich in finst rer Mitternacht", „Aus der Jugendzeit", sowie „Mägdlein so schön und hold", „Abschied von Kirschl". Die Gejangsvorträge waren erstklassig und bewiesen eine gute Schulung der Sänger. Die dankbaren Zuhörer kargten auch nicht mit ihrem Beifall. Mir sielen sofort die Worte von Friedrich Stolze ein: Es will mer nit ln de Kopp encin, wie kann nur e Mensch nett von Franlfort sei», denn sämtliche Sänger waren Frankfurter, darunter viele Mitglieder des Nceb'jchcn Münncrchors. * Fricdberg, 6. Okt. (Schöfsengericht). Eine Verkäuferin von hier ist wegen Körperverletzung angeklagt, weil sie eine Frau mit einem Biigeleiien geschlagen hat: sie wurde zu 30 ,«t Geldstrafe verurteilt. — Ein Bahnarbeiter von Asienheim erhielt wegen Diebstahls eines blauen Kittels ein Tag Gefängnis. — Wegen Milchsälschung erhielt ein Schweizer von Asscn- hcim 00 .0 Geldstrafe. Er hatte um das „bestimmte Quantum" zu erreichen, der Milch Wäger zugeschüttet. Der Dienstherr wurde wegen fahrlässiger Uebcrtretung (nicht genügende Veauisichtigung des Schweizers) zu 30 ,U Geldstrafe verurteilt. — Zwei Jungen von Nieder-Florstadt hatten Strasbeschle über 3 M Strafe erhalten, weil sie mit Steine nach Menschen warfen. Der Vater der Jungen legte Einspruch ein, der aber kostensällig verworfen wurde. — Ein Taglöhner von Ilbenstadt ist des Diebstahls, ein Fabrikarbeiter von da der Hehlerei angeklagt. Erstcrer hatte 5 Obstbäumchcn entwendet, die er an de» Fabrikarbeiter verkuaste. Beide erhielten Gefängnisstrafen von je 2 Tagen. Militärische Vorbereitung sür die Jugend. Der Aufruf an die Jugendlichen vom 10. Jahre aufwärts zur militärischen Vorbereitung sür ihren späteren Dienst im Heere und der Marine hat in säst allen Gemeinden unseres Kreises, wie dies ja auch in dieser ernsten Zeit nicht anders erwartet werden konnte, das erfreuliche Ergebnis gehabt, daß die jungen Leute fast ausnahmslos ihre Anmeldung vollzogen baben. Wer wollte auch jetzt Zurückbleiben, wo cs gilt, unierer Wehrkraft auch für die Zukunft zu sichern. Die Kri-gscre'g- »isie reden eine zu eindringliche Sprache. Für keinen wird cs mehr zweiselhaft sein, daß die sittliche und körperliche Kräftigung der Jugend überall in de» Vordergrund treten muß. In dankenswerter Weise haben sich auch in den meisten Gemeinden bereits Leiter für die Jugendabtcilungen zur Verfügung gestellt, und cs steht zu erwarten, daß dies auch für die- lenigen Gemeinden, deren Anmeldelisten noch ausstehen, IN gleicher Weife der Fall sein wird. Die Organisation der Ueb- ungstruppen wird demnächst erfolgen. Die Herren Generalleutnant Bernhard Exz. und General Frhr. von Heyl waren heute in Fricdbcrg, um Rücksprache hierüber zu nehmen und die allgemeinen Richtlinien zu bestimmen. Es wäre erwünscht, wenn in denjenigen Gemeinden, in welchen Leiter zur Verfügung stehen, mit den Ucbungen baldmöglichst begonnen würde. Die Richtlinien sür die Hebungen sind in der „Darmstödter Zeitung Nr. 211 und im Amtsverlündigungsblatt Nr. 70 wer- öffsntlicht. Mit der Durchführung der Maßnahmen ist seitens der Negierung der hesiische Landesverband Jungdeutschland betraut worden. * Gieße». 8. Okt. Der Lehrbetrieb unserer Landesun.ver- siiäl im kommenden Wintersemester wird trotz des Krieges am 30. d. Mts. im vollen Umfange wieder ausgenommen. Die Einschreibung aus dem Universitäts-Sekretariat beginnt schon am 19. Oktober. Die Vorlesungen der Dozenten, die im Felde stehen, werden von den hier noch verbliebenen Dozenten bereitwilligst mit übernommen. Rach vorläufiger Feststellung find zu den Fadnen einbernfen 30 Dozenten. 32 Assistenten und 4t __ Seite 3. Beamte und Bedienstete. Die große Zahl der Studierenden, die im Heere stehen, läßt sich noch nicht übersehen. * Frankfurt a. M„ 7. Okt. Wie wie vorausgesagt, ist ein weiteres Steigen der Schweincprcise heule schon ringclreicn und zwar machten sämtliche Qualitäten Prcissprünge von 3—5 Pfennig pro Psund Schlachtgewicht gegen die vorgestrigen Notierungen. Es wurde bezahlt sür die drei besten Qualitäten: Schweine 70—74 Psg., sür vollftcischigc Schweine unter 80 Ki- legramm 09—71 Psg. pro Psund Schlachtgewicht. Bc! regem Handel wurde der Auftrieb von 1900 Stuck bis aus wenige Tiere geräumt. — Die Nindcrprcise zogen ebenfalls, trotzdcni 100 Stück Rinder aus Holland angctricbc» waren, an. Eine gewaltige Hausse ist vom Kälbermarlte zu berichten. Feinste Mastkö.lbcr stiegen gegen den letzlcn Markt um 17—20 Psg. das Pfund Schlachtgewicht und lostelcu 107 -113 Pfg. das Pfd. Mittlere Mast- und beste Saugkälber machten einen Prcis- sprung uon 15—17 Psg. pro Psd. und »oticrlc» 102 -107 Psg. das Pfund Schlachtgewicht. Diese steigende» Kälberpreise sind aus das Schlachlvcrbot von Kälber» untcr 75 Kilogramm Lebendgewicht allein zurückzuführen, wie cs sogar die Preisnoticrungskommission des Biehmarlts zugidl. Hessen.Nasin». * f- Istingen, 7. Okt. Den Heldentod fürs Vaterland starben wiederum zwei tapfere Kämpfer aus unserer Stadl. Reservist Kail Schmidt (Sohn des Bahnhofswirls K. Schmidt) und Iln- tcrosfizicr Wilhelm Kühne (Sohn des Bürstenmachers W. Kähne). — Die Leiche des im Lazarett zu Trier fürs Vaterland gestorbenen Kriegers, des Lehrers Klein aus Hausen- Arnsbach wurde auf dem Friedhof zu Usingen, seiner Vaterstadt, unter überaus zahlreicher Beteiligung bcigcsetzt. Das Ehrengeleit gaben der Krieger- und Militärvercin Haufe» Arnsbach, die Gesangvereine „Eintracht" daselbst und „Eintracht" Wehr- heim. Dekan Bohris hielt eine ergreifende Grabrede: -Mit» folgte die Ehrensalve und Niederlegung von Kränzen. * r Eschbach, 7. Olt. Den Heldentod fürs Vaterland starb, Heinrich Schäfer, Reservist im Reserve Infanterie-Regiment Rr. 80. Er war ein eifriges Mitglied und Mitbegründer unseres Radfahrerocrcins „Adler". * k- Rlcdcrrciscnbcrg. 7. Olt. Lehrer Wilhelm Ab.-l ist zum Hauptlehrcr ernannt worden. ’ F. C. Wiesbaden, 6. Okt. Dem Hauptmarin im Landwehr-Jnfcmterie-Regiment Nr. 80 Freiherr» Friede, von Marschcill zu Bieberstein aus Hahustätten bei Diez irii- her Leutnant im Jnfanteric-Regiinent Nr. 81, ein Enkel des ehemaligen Herzoglich-Nassauischen Staatsministcrs, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. F. C. * Bclrhrt. Ein Schneider hatte mehreren in Cassel eingclieserten französischen Ofsizicre» Uniformstücke ausgebessert und angcfertigt, die bei der Ablieferung sofort bezahlt wurden. Als das Sikmejderlein sich von den Ge- iangenen mit „Adieu" verabschiedete, rief ihm einer der Offiziere, der fließend die deutsche Sprache bebcrrichte, jii: „Es beißt doch nicht mehr „Adieu" cs heißt jetzt „Auf Wiedersehen!" * F. C. Limburg a. d. L., 6. Okt. 1116 Metzer Ab- wandcrer, die z» KriegSbeginn ihre Heimat verlassen m»ß- ten und in Ortschaften in den Kreisen a» der Lahn unter- gebracht worden waren, wurden heute von hier aus nach ihrer Heimat befördert. * Obcrlahnstein, 6. Okt. Die Rückkehr der Abwandcrer aus Metz, die besonders zahlreich IN den Orten des Lahngebietes und in denen nach dem Westerwald zu untcrgcbracht sind, steht in Bälde zu erwarten. Starkenburg. * Rumpeuhcim a. W., 8. Ott. Jüngst war in den Zeit»» gen zu lesen, daß irgendwo ein Kürbüs geerntet worden sei, der das bemerkenswerte Gewicht von 45 Psund gehabt habe. Dieses Gewicht ist hier bei weitem übcrtrosfcn worden, iudnn Herr Hospächtcr V i e h m a n n heute zwei in seinem Felde gezogene Kürbis' wiegen ließ, von denen der eine 90 und der andere 93 Pfund wiegt. Die Riesenfrüchte siin da sie rund sind, von einer Person nicht zu hebe». Wer su sehen will, kann sie im Eutshof betrachten. * Darmstadt, 8. Okt. Heute Nacht, sowie heute vormittag wurden wieder eine Anzahl französischer Kriegsgefangenen hier cinaeliefert und nach dem Truppenübungsplatz Griesheim gebracht. Auch der Bürgermeister, sowie verschiedene andere Personen eines französischen Ortes befanden sich unter den Gefangenen, die in das Militärarrcst- hans gebracht wurden, mir demnächst vor einem Kriegsgericht abgeurteilt zu werden. * F. C. Aus dem Großhcrzogtuin Hessen, 6. Okt. Am 26. Oktober d. I. sind vierzig Jahre vergangen, daß ein Mitglied des Erbacher Grafenbauscs, jenes alten rhun- fränkischen Hcrrengeschlcchts, Graf Adalbert zu Erbach- Fürstenau, Jnbabcr der Standesherrsck>ast Erbach-Fiirst m- au ist. Graf Adalbert succcdiertc nach deln am 25. Oktober 1874 erfolgten Tode seines Vaters, des Grafen Alfred in dieselbe, zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter, der Gräfin Luise geborene Prinzessin zu Hohcnlqhc-Jngel- singcir. Als Mitglied der Ersten Kammer des Großherzog- tmns Hessen, deren Bize-Präsident Graf Adalbert ist, trat er dcS öfteren in den politischen Vordergrund. Auch als ein eifriges Mitglied der Antiduelliga ist er weiten Kreisen bekannt geworden. Gottesdienst in der Stadttirche. Freitag, den 9. Oltober, abends Sy, Uhr: Kriegsbiliaw dacht: Herr Pfarrer Ritter. Froukinrler Wetterbericht. Heiter, trocken, Nachts kalt, in böheren Lagen Nachtfrost, ruhig, Morgcnnebel. _ Verantwortlich sür den politischen und lokalen Test: Otto H i r s ch e l, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Sch »> > d t. Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A. G. Fricdberg i. H Nr. 23G W Ne»« Tageszeitung. Donnerstag, den 8. Oktober 1914. Seite 4 . Danüsttgunb. 2 -Kmmer-Wosisnkg mit abgeschl. Vorplatz und Zubehör au ruhige Leute p. 1. Nov. zu vermieten, 9tähcres Friedberg- Fauerbach, Klau cnstr. 12. tod für- geliebten Mannes Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren schmerzlichen Berluste unseres den Helden- Vaterland verstorbenen geliebten Sohnes und meines Suche zum 15. Oltoder oder 1. November ein junges errang. Mlhen We der Hausfrau auf Gut -wischen Gießen u. Marburg bei Familienanschluß und Taschengeld, ebendaselbst ein IWim UerrvalLer gesucht. Offert, unter P. 2543 an die Neue Tageszeitung. sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Insonderheit sprechen wir der hiesigen Feuerwehr für die von ihr zu Ehren ihres gefallenen Kommandanten veranstalteten Trauergottesdienstfeier, sowie auch dem Kiiegeroerein Grost Karben für die Anteilnahme unseren herzlichsten Dank aus. Eroh Karbe», den 6. Okt. 1914. ltzkliMtttchllll H. Bär u. ^rau. Lina Bär, gkb. Schneider. Färberei Braubach L Fischer CHEM. WflSCHBNSTALT Fabrik und Zentrale: Butzbach Telefon No. 24 Gegründet 1848 Telefon No. 24 i(i eigene I.äden Friedberg: Kaiserstrasse 63, Telefon 439 liad-Nauhcim: Alicenptatz, Telefon 229 Bingen, Coblenz, Dannstadt, Eltville, Frankfurt a. M Giessen, Hanau, Main*, Offenbach, Wettlar. Grösster Betrieb der Branche Im Grossherzogtum Hessen. »ufträci, eil uns euren di« Bahn oder Peil Obermittslt werden, finden prompteste Erledigung. 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Frrodberg. 2cleion 355. _ u c einen burchgciern.en girienhmrd zu au en, am liebsten von einrm Lchäfer. Lffert. unter lpretsan- c ave a i (ug. Hartmann. Ltssenheim >Wct,.rau). billigst. Eiteki»» k»»Ii». Z »HeidenÄirnysp, Für das Kote Krem Es gingen weitere Spenden ein. Wüsche und Gebrauch sg egen stände. Frau E. Küinm.ch: 6 P. Futzlappen, 2 Unterjacken, 4 Normal- Hemden. 2 P. Unterhosen. 1 P. neue Locken, Kaffee, Tee: Frau Ptcffer: 3 V neue Locken, 5 P. Futzlappc», Zigarren, Kakao: Kcmeindc Offenheim durch Herrn Bürgermeister Maul: 48 Heinde», I, P. Unterhosen, 3 Unterjacken, ff P. Fußlappen, 1 ttuch, 9 P. neue Lode», 4 P. Pulswürmer,, 8 Leibbin- getr. Coden, 22 Handtücher, 61 P. Tabak, 2 Paar ocken, 3 P. Unterhosen: Frau, Allis-Niedcrslorftadt: 12 neue weihe Hemden, 12 P. neue Socken: W. und Dr.: 2 P. neue Cocken 4 23. Hosenträoer. 2 neue w. Hemden: Frau Oberpost- sekrckckr Ecisler: 2 Hemden, 2 P. Unterhosen, 1 P. Schuhe: Frau M. D.: I Seffel: Frau Sch.: Tabak. Schokolade, 1 Unrcr- jackc: Frau Michel, Offenhcim: 8 Bieberhcmdcu, 3 P. neue Socken, altes Leinen: Frau Profcffor Reuter: 3 P. neue Unterhosen, 3 woll. Hemden, 3 P. neue Socken, 3 P. Pulswärmer: Frau E. und H. Bindernagel: 2 P. neue Socken, 5 P. Pulswärmer. 1 Leibbinde: Frau Wcith: 3 P. neue Socken, 1 Leibbinde, 10 Taschentücher, l Hcmd: Gemeinde Holzhausen durch Herr» Psarrer Clotz (2. Gabe): 8 neue Normathemden, 13 neue Dicberhemden, 16 gctr. w. Hemden, 2 neue Unterjacke», 8 neu Unterhosen, 2 gotr. Unterhosen, 5 Leibbinden, 54 P. neue Sok len, 9 P. gctr. Socken, 18 P. Fußlappen, 12 w. Taschentücher 9 b. Taschentücher, 36 P. Pulswärmer, Seisc, Kajj-e, Tc: Zucker, Zwieback, Schololade, Schinken, Tabak, Zigarren, Ziga retten und 3 Wachloppc»: Herr F. St.: 3 Stöcke: Gemeinde Dorheim: Grcksin Marie zu Solms-Rödeiheim: 1 Glas 33k ncnhonig, 1 Korb mit Besteck und Gläser: Konrad Reust 2.: die wüse: Frau Gg. Wilh. Schäfer: t Korb Aepscl: Herr Heinrich Reis: 1 Korb Aepfel, Salat und Gurken: Herr Wirt Holler Gemüse, Salat und Rotcrübc»: Herr Landtagsabg. Breidcn bach: Birne», Acpsel, Gurken und Kartojseln: Herr Wilhelm Friedrich Fabcr: l Sack Kartosfcln: Herr Martin Hosmann Kartojseln und Eier: Iran Karl Faber: tffemüse: Frau 3tdol Mirch: Kartosseln und Gemüse: Herr Ehristian Zerb: Eier Herr Leop. Engel: Eier und Kartosseln: Frau Philipp Pscsscr Slepfcl; Frau Karl Düll: Eier, Kartosseln und Gemüse: Her Bäcker Ulrich: 4 Laib Brot: Herr Bürgermeister Alles: Eier Frau Ph. Pipp: Eier und Gurken: Frau Pfarrer Schäfer: Ec truij« und Aepscl; Herr Herrn. Roder: Salat: Herr Joh. Schut 7.: Eier: Frau Obersteiger Keller: Gemüse und Suppengrün Frau Eotth. Müller: 1 Tops Honig: Herr Erdenberger: Tomaten: Frau WUh. Räder: Eier: Frau Hugo Schutt: Gurken und Salat. Frankfurter Frachtmarkt am Mittwvch, 7. ©hf. Weizen 26.25—26.75, Roggen 23.00—23.25, Safer 23.00- 23.25, Gerste 22.25—23.00, Kartoffeln 5.50-6.00. Die Preise verstehen sich per 100 Kilo franko Frankfurt. Wcizenkleie 15.50—16.00, We izenschalen 00.00-00.00, Roggenkleie 15.50—16.00, Biertreber 17.00—17.50. Die Preise für Futtermittel verstehen sich per 100 Kilo einschliestlich Sack ab Mühle. Weizenmehl 00 00.00 t b „ 0 00.00 ) q Trotzdem die Preise für Weizen höher notiert wurden, war das Gcichäst am heutigen Mitlwochsmarkt der Montagmarkt war der jüdischen Feiertage wegen ausgefallen), nur wenig belebt und lausten di« Mühlen nur dar Nvtwcndigst7- Noppen gal gesragt. Gerste fester. Haser gesucht. Amtliche Uotiernng der Frankfurter tzieh- marktprrile vom 7. Oktober. Zum Berlaut bansen: 1151 Rinder, »aranisi 422 Ochren 65 Bullen. 664 Färsen und Kühe, 292 Kalb«, 134 Schale. 1966 -chweinc. Preis« säe I Zentner 1. Rinder: A. Ochsen: ,> 1. nollilciidi. ausoemästete höchsten Cchlachtwerts, 4—7 Jahre all 2. Die „oa> nicht gezogen haben lungeiochle) d> lunae uenchiae nichi ausgemastele und allere ausaemättete .... c> mnsia aenähnc >unge. gut genährte altere .......... B. Bullen: a) voUlleckwiae auspemästete höchsten -achrwerte........ hl r nnaere , . . > c> mama aenäbrre tuoge und gut aenöbrte ältere , , , , 6. -e i r i e n und Kühe: a) oolliteiichige ausaemanete Färsen hochUen Schlackuweits . , , , o> volliteudiige. ausaemäilete Kühr höckiten Scbtachnokils bis zu 7 I. c> 1. wenig gur entwickelte Färsen 2. allere ausgemäftete Kühe . . d) mamo aenabrle nutje unb Färsen ej aerino aenäbrte Kühe und Färsen > Genna genadrles Kunavieh (Freffer) 11. Kälber: a) DoppcUenbei letnue Most, , , . b) reimte Bfaittälber...... c t iiiMilirr ihait onv beste cooaokotbei ä) geringere Mast- und gute Saugkälber, d genvoere Souakätb« , , , -, Ul Schate: ,j Meibemastichate...... b) ...... hui und Masthammcl . geringere Maghamme, und Schafe ck) muinll aeuahrre Hammer n. Scharr sPterzschoks IV FeMchwern«: e) FeMchwerue über i Zrr. Lebend gelb rchl cj vuurreinhrge Schweine über 2H Ztr Lebenbpewrckt ...... e) voUncira cae Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht....... d) vollslerrchra» Schweine di» zu 2 Ztr. Ledenbuewichl e) Ueiickriae Schweine () Sauen .... Leden»- gewcchl JC Schtacht- gewihr JK 53-60 97-102 — - 49-52 90-95 46—48 85—89 43-50 43-47 80-83 74-81 — — 46-50 83 -89 44—48 41-45 38-42 33-: 7 27-32 82-86 79-87 70-73 66-74 61—73 64-63 60-63 107-113 102-109 41-42 55 - 57'/. 54-55 55 -57'/, 55-577, 90-92 96 - 103 69 -71 70-74 70 74 Marltvcrtaus: SIm Rindcrmarkt bei besten Ochsen lrk'Has- tcs, sonst ruhiges Gcschäst: nahezu ausverkauft. Bei K ilvern fester, Schascu ruhiger, Schweinen reger Handel. Schowinc hintcrlaffcn wenig Ueberstand. Die steigenden Preise aus die Kälber sind aus dar Schlachtverbot von Kälber unter 75 Kilo- aramm zurückzusühren.