Organ für die 9045 Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volkszeitung erscheint i leden W. 5 Gießen Der Abonnementspreis beträgt wölbentlie 1 15 199 1 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl 1 8 1 „1. t. 8 Redaktion und Expedition Giessen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Juserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Ra att. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 295 Gießen, Donners lag, den 16. Dezember 1915 Aus dem Reichstage. Die neuen Kriegskredite vor dem Reichstag 1 N Berlin, 14. Dez. der beuten S„ ezember. von Aufcagen des een Lie 0155 58 bie Reihe bekanntlich in einer besonderen Erklärung die en 1 le hnt hatte. Nicht nur diese Stellung der Fraktion 7 05 1 Anfragen, sondern auch die Art ihrer Formulierung und die Art 1 85 Wiedergabe bewirkten, daß sie vollkommen in 1 5 ir kung versagten und selbst in ihrem berechtigten K 110 155 ira des Hauses b a 8 0 arauf trat das Haus in die erste Beratun, kredit⸗ vorlage von 10 Milliarden Mark 1 die e e 11 ersten Vorlage em Reichs sekretär mit ei auch die ersten Vorlagen, von dem Reichsschatzsekretär mit einer längeren Rede eingeleitet wurde. Es wäre zu viel verlangt gewesen 5 daß Herr Helfferich gestern noch besondere neue Momente zur Begründ⸗ ung der neuen Anleihe vorgebracht hätte. Seine Rede beschränkte sich daher auf eine neue Zusammenstellung bekannter Tatsachen und auf eine agitatorisch sehr glückliche Ausnutzung unserer finanziellen Kraft gegenüber den finanziellen Kräften der Entente, im beson⸗ deren Englands. Die Zahlen, die Herr Helfferich vorführte wer⸗ den immer von neuem neben der Bewunderung für die ungeheure finanzielle Kraft Deutschlands, doch auch Sorge und Bangigkeit für die Jukunft hervorrufen. Es handelt sich jetzt um Summen, für die selbst in diesem Kriege noch kein Maßstab geschaffen worden ist, Aan Summen, wie sie bisher in der ganzen Finanzgeschichte der Welt noch nicht Einzelfragen aufgetaucht sind, um Summen, die das Natjonalverm gen ganzer Völker darstellen. Es war Herrn Helfferich nach dem Stande der deutschen Volkswirtschaft verhält⸗ nismäßig leicht, auch die neue Vorlage zu begründen. Wo wir auch immer die deutsche Volkswirtschaft in ihren Exträgnissen ansehen, zeigt sich in steigendem Maße ein glänzendes Bild. Die Sparkassen, die Depositenkassen der Groß⸗ banken, die In dustrie und die Landwirtschaft, mit einem Wort die höchste Konzentration der lapitalistischen Produk⸗ tionsweise stehen in einer Blüte, wie niemals zuvor in Deutschland. Und der Krieg hat eine geradezu treibhausartige Hochjunktur bei ihnen hervorgerufen. Die Ausbeutung der Arbeit ist aufs Höchste angespaunt ünd die Mehrwertrate zeigt eine nie geahnte Steiger⸗ ung. Diese ungeheuren Profite bleiben in Deutschland, im Inlande, da wir unseren Kriegsbedarf so gut wie ganz im Inlande decken und der Außenhandel Deutschlands fast völlig aufgehört hat. Aus diesen Gründen ist es kein Wunder, sondern eine Selbstverständlich⸗ keit, daß unser Anleihebedarf in einer ganz anderen Art und mit ganz anderem Erfolge gedeckt wird, wie der Anleihebedarf der feindlichen Länder, die ihr Gold nach Amerika abgeben und Ar⸗ beitskräfte in anderen Ländern besolden müssen. Das alles hindert aber nicht, daß die Ausgaben für den Krieg natürlich auch in Deutschland ungeheuer wachsen, da die Produktion für den Krieg keine neuen Werte schafft, sondern nur Werte, die end⸗ giltig vernichtet werden. Wir haben jetzt nach den Ausführungen des Reichsschatzsekretärs nicht nur eine tägliche Kriegsausgabe von zirka 70 Millionen, son⸗ dern sicherlich, wie er nur durchblicken ließ, von mindestens 10 Mil⸗ lionen mehr. Das ist im Monat ungefähr eine Viertelmilliarde Mark. Natürlich geht es den anderen Ländern nicht besser, son⸗ dern aus den angeführten und anderen Gründen noch Herr Helfferich berechnete, daß die Kriegskosten aller kriegführen⸗ den Mächte sich jetzt täglich auf 320 bis 330 Millionen Mark ein⸗ schätzen lassen. Das macht im Monat 8 bis 10 Milliarden Mark, im Jahre nahezu 120 Milliarden. Die einzelnen Vergleiche zwischen uns und den anderen Ländern gaben Herrn Helfferich mit Recht gutes Malerial für den Nachweis, daß die finanzielle und ökonomische Kraft Deutschlands die anderen Mächte weit über cage, und da in den kapitalistischen Zeitläuften auch im Kriege die Macht des Geldes ein wesentlicher Teil des Ersolges bleibt, so konnte er mit Recht auch hier eine starke Ueberlegenheit der deutschen Macht feststellen. Herr Helfferich schloß mit geschichtlichen, Vergleichen der Gegenwart gegenüber der Vergangenheit. Er erinnerte an. die Oöyssee der deutschen Einigkeit, angefangen vom 9ojährigen Krieg bis zu den napoleonischen Zeiten und sagte diese Entwicklung nun in umgekehrter Folge für England voraus. Die Rede des Reichs⸗ schatzsekretärs wurde von allen Parteien mit lebhafter Zustimmung aufgenommen. 585 10 Genosse Scheidemann erklärte darauf im Namen der Fraktion, daß diese wie bei früheren Gelegenheiten sich ihre end⸗ giltige Entscheidung bis zur dritten Lesung der Vorlage vorbebalke ö Die Fraktion habe den Wunsch nach einer grün, dlichen Aus⸗ sprache über allgemeinpolitische und sinan-politische Dinge ge⸗ rade auch im Anschluß an diese Vorlage, da sie aber glaube eine ißiosten in der Budget⸗ sie sich mit der von den Vorlage an diese solche gründliche Aussprache am zweckmé tel kommifsion vornehmen zu können, erkläre ö übrigen Fraktionen angeregten Ueberweisung der Kommission einverstanden. ** 1 11 Der Seniorenkonvent des Reichstags ö 1 hatte am Dienstag über die Geschäftslage sich zu entscheiden. Die Regierung möchte die vorliegenden Arbeiten des Nei; 1 tages bis Weihnachten erledigt sehen. Dann sollte eine Ver⸗ tagung des Reichstags bis März eintreten. Im Senioren⸗ 0 konvent war man der Meinung, daß sich der vorliegend! Weihnachten nicht aufarbeiten lasse; man kann und zwar Montag und halten, in welchen vor und die Kreditvorlag Stoff bis 0 daher überein, in nächster Woche, Dienstag, zwei Plenarsitzungen abzu allen Dingen die Kriegsgewinnsteuer schlechter.“ I. Deutschland habe seit langem Vorbereitungen getroffen für einen Angriff auf Britisch⸗Südafrikg, insbesondere durch An⸗ häufung von Munition und Aufstellung einer außerordentlich starken Truppenmacht in Deutsch-Südwestafrika. 2. Der Gouverneur von Deut Südwestafrika habe vor Be⸗ ginn des Krieges mit dem burischen Kommandanten Maritz ein Abkommen zwecks Angriffs auf Südafrika getroffen. 5 3. Nach Ausbruch des Krieges in Europa habe die bewaffnete Macht Deutsch⸗Südwestafrikas an zwei Stellen, nämlich bei Scut⸗ drift und Nakab⸗Süd, einen Angriff auf englisches Gebiet gemacht. ** * Die Rücktegsgefechte in Mazedonien. g Reuters Sonderkorrespondent in Mazedonien meldet über die Rückzugsgesechte: Unsere am meisten vorgeschobene Stellung war unter dem Namen Rocky Peck bekannt. Der Angriff der ulgaren begann am 6. Dezember um 3 Uhr morgens mit einer entsetzlichen Flut von Projektilen, die unsere Laufgräben überschüttete, während explodierende Grana die Felsen zersplitterten und Stilcke davon nach allen Nichtunge! wegschleuderten. Die Wirkung des Feuers wurde dadurch sehr stark erhöht. Hierauf rückte bulgarische Infanterie in Massen⸗ formation an Sie mußte dafür büßen, obwohl wir infolge Kanonenmangel nicht imstande waren, ihre Glieder, die ganz ohne Deckung vorgingen, entsprechend unter Feuer zu nehmen. Unsere Mannschaften schossen im Schnellfezer auf die anrückenden Massen, bis sie keine Munition mehr hatten, und ver⸗ suchten dann, den Angriff mit dem Bafonett aufzuhalten; sie wur⸗ den jedoch durch die Uebermacht überwältigt Trotzdem machten die erlittenen Verluste die Bulgaren sehr vorsichtig. le sie sich der zweiten Linse näherten, bombardierten sie, nachdem sie sich auf den Zentimeter genau eingeschossen hatten, unsere Lauf⸗ gräben mit Schrapnells und Granaten. Die Stellung wurde in⸗ folge des feindlichen Feuers bald unhaltbar. Wir zogen uns sodann auf unsere dritte Verteidigungslinje zurück. Zwei Kompagnien eines irischen Regiments blieben auf der Spitze des Hügels zurück, welche als Kewi-Spitze bekannt ist, und hielten die Bulgaren fast den ganzen Morgen, obwohl sie nur über Gewehre verfügten, auf, Es blieb beinahe niemand von ihnen ain Leben, aber ihr Wider⸗ stand machte großen Eindruck auf die Bulgaren, die ehalten wurden und uns die nötige Zeit gewährten, unsere Ve 5 linie in Stand zu setzen. An dieser dritten Verteidigungslinie wurden die Bulgaren schließlich aufgehalten. Der erbische Rückzug in Albanien. Der Frankf. Ztg. wird telegraphiert: Der Rückzug der Reste des serbischen Heeres in Albanien geht 10. Jahrgang vor. An der Kaukasus⸗Front wiesen wir Ueberrumpelungs⸗ versuche ab, welche der Feind mit kleinen Abteilungen an einigen Abschnitten unternahm. Von der Dardanellen⸗Front wird berichtet: Bei Anaforta beschossen feindliche Panzer⸗ schiffe, die dabei von Beobachtungs⸗Ballons unterstützt wur⸗ den, einen Augenblick unsere Stellungen. Unsere Artillerie erwiderte das Feuer und beschoß wirksam die Schützengräben und Batterien des Feindes. Bei Ari Burnu ziemlich heftiges Vombenwerfen und Geschützkampf mit Zwischenpausen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr schleuderte der Feind in der Nacht vom 11. zum 12. Dezember gegen unseren linken Flügel eine ziemlich große Menge Bomben. Am 12. Dezember versuchte der Feind, nachdem er eine Stunde lang Bomben aller Art und Luft⸗ torpedos gegen diesen Flügel geschleudert und ein sehr hef⸗ tiges Gewehr- und Geschützfeuer gegen denselben gerichtet hatte, einen Angriff, welcher jedoch durch die kräftige Ant⸗ vort unserer Artillerie, die den Feind zwang, mit großen Ver⸗ lusten nach seinen Schützengräben zurückzukehren, vollständig abgeschlagen wurde. Die Lage m Orient. Konstantinopel, 14. Dez. Der rumänische Militär⸗ attachee Major Trantomir, der einige Tage an den Dar d a⸗ nellen verweilte, faßt seine dort gewonnenen Eindrücke dahin zusammen, daß die Dardanellen uneinnehmbar sind. Wenn es der Entente-Armee nicht gelingt, rechtzeitig einen Ausweg zu finden, wird es ihr Schicksal sein, sich zu verbluten. Als günstiges Symptom der politischen Konstellation ist es aufzufassen, daß der seit fast Jahresfrist abwesende griechische Generalkonsul hierher zurück⸗ ehrte, ferner daß der seit Frühjahr frei gewesene griechische Gesandtenposten jetzt wieder⸗ besetzt wird. Die Ernennung Kallerghis zum Gesandten steht unmittelbar bevor. Das Echo der Friedens interpellation in England und Frankreich. unter äußerst schwierigen Verhältnissen vor sich. Fast über all herrschen heftige Schneestürme, die Straßen sind verweht und unpassierbar. Die Verpflegung ist unter den allergrößten Schwierigkeiten aufzubringen. Hunger und Kälte fordern täglich eine bedentende Anzahl von Opfern. Auch von den Ententetruppen, besonders von den farbigen Mannschaften sind massenhaft Leute erfroren. Geck enla d leistet keinen Widerstan d. Der Frankf. Ztg. wird telegraphiert: f Lugano, 14. Dez. Die Unterhandlungen zwischen dem griechischen Obersten Pallis und General Sarra il sind beendet. Sie ergaben, wie der Saloniler Koreespondent des Corriere della Sera aus Kreisen des sranzösischon Kommandos hürte, daß Griechenland sich nicht dem Ein mar sche der Deutschen, Oesterreicher und Bulgaren widersetzt und daß es die Zone bis Salonik ru um t. Der Abmarsch der griechischen Truppen hat be eits begonnen. Nach Nea Imera wird das füufke iechische Korps, das zwischen Dolran und Salonfk st Osten verschoben, damit es nicht zwischen beide Kriegsparteien gerät. u die Engländ einen Teil des Kais von Salonik. Befestigungsarbeiten be⸗ ung der Stadt er 27 Nach einem Telegramm Magrinis bese bereits das Zollamt und au äß ig zu umgrenzen. ie Verfolger die Zweigbahn übernehmen und ge isch besetzen könnten. Er nimmt an, daß die Verteid' gung Saloniks zehn bis zwölf K ilometer vor der Stadt erfolgt, sodaß die Belagerung alle Landverbindungen zmischen Ost⸗ und Westgriecheuland unterbrechen würde. Paris, 14. Dez. Dem Petit Journal wird aus Salonik gemeldet: Vier weitere Transportschiffe mit englischen Truppen sind am 12. Dezember angekommen. Im Hasen herrscht Tag und Nacht große Bewegung. Frankreich hat viel schwere Artillerie gesandt. Die in Salonik weilenden englischen Truppen sind an die Front abgegangen. Dee serbischen Flüntlin⸗ London, 14. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Kawala und Seres samt Umgeb e Times erfährt aus Athen, daß noch 2000 serbische Flüchtlinge in Salonik ange— in Zelten und im xussischen Spital unterge— kommen sind, wo sie bracht wurden. n erwartet noch mehr Flüchtlinge aus Doiran und Gewgheli. birbsbeabsichtigt, den größten Teil davon nach den Inseln im Aegäischen Meer zu bringen. er tür z che Fa zesbericht. Konstantinopel, 14. Dez.(W. T. B.) Das Hauptquartier 1 schi N o Rei Hstag bis verabschiedet werden sollen. Dann soll der Reichstag bis 11. Januar 1916 vertagt werden. * 5 Kleine Anfragen im Reichstage. 9. Der nationalliberale Abgeordnete B e n hat im . eichstage folgende„kleine Anfrage“ eingebrachen 1 ö l Reichskanzler bereit und in der Lage, über sol⸗ a Ist der Herr Reichskanzler 1 N gende, englischerseits verbreitete teilen: meldet: Von der Irak⸗Front liegen keine neuen Nachrichten beurteilt als in der französischen, die sie aber in der ganzen Auffassung des Krieges diesseits Vom Wolffschen Bureau sind Aeußerungen der hauptsächlich⸗ sten Preßorgane der Vierverbandsländer über die Rede des Reichs⸗ kanzters aus Anlaß der sozialdemokratischen Friedensinterpellation übermfttelt worden. Es handelt sich nur um Auszüge, und deshalb ist das Bild, das sich bietet, nicht vollständig und nicht absolut ge⸗ nau. Jedoch eines kann wohl gesagt werden, ohne daß man nach⸗ trägliche Korrekturen allzu sehr zu fürchten braucht: In der eng⸗ lüschen Presse werden die Vorgänge im Reichstag weit sachlicher anscheinend nur als eine neue Gelegenheit betrachtet, die Kriegsstimmung neu an⸗ zufachen. Die Erklärung dieser auffallenden Verschiedenheit lieg 0 und jenseits des Kanals, kühle Berechnung da und verzweifelter Fanatismus dort. Bemerkenswerterweise ist es ein englisches Finanz⸗ blatt, der Economist, das in vorsichtigen Worten mahnt, nach einem allgemein ehrenvollen Ausgleich zu trachten, ehe der schwerste Bankerott Europa ergreifen würde. Jeder Monat des Krieges, so führt es aus, erhöhe Englands Schuldenlast um so viel, wie die drei Jahre des Burenkrieges. Dieser Hinweis auf die finanziellen Lasten wird erst recht verständlich, wenn man zwei ganz neue Mit⸗ teilungen(die aber dem Finanzblatt wohl schon bekannt waren) heranzieht: der Kurs der englisch-französischen Anleihe in Nord⸗ amerika ist trotz des hohen Zinsfußes unter den Emissionspreis gesunken, nämlich auf 96 Prozent, und der britische Finanzminister Me Kenna hat einem Parlamentsmitglied die Aussicht eröffnet, daß sich„vielleicht“ die Einziehung von einem Viertel aller Ein⸗ kommen nötig mache, durch den Steuererheber oder durch den Arbeitgeber, was darauf schließen läßt, daß die Arbeitslöhne ut werden sollen, wie das bisher im englischen Steuer⸗ suste g. Das sind allerdings Dinge, die die Begeisterung für den Krieg bis ins Unendliche oder auf zwanzig Jahre, wie zu Be⸗ ginn gesagt wurde, erheblich dämpfen müssen. Zur Ergänzung wird vom Daily Telegraph die politische und militärische Lage angeführt. Das Blatt meint, die triumphierende e kanzlers sei nicht ohne Berechtigung, die Einkreisung sei durchbrochen, die Offensive befinde sich in der Hand der Deutschen und ihrer Verbündeten und die Frage der Sicherheit Aegyptens tauche von neuem auf; auf keinem Kriegsschauplatz im Osten sei die mil tärische Lage für England befriedigend. Und Daily News gesteht die große Enttäuschung über die Reichstagsdebatte ein; diese 18, was die Hoffnung erwecken könne— nämlich Hoffnung auf die Unterwerfung Deutschlands und einen Frieden nach eng⸗ lischem Gebot. Wenn nun auch in keiner dieser Aeußerungen das ausdrück⸗ liche Verlangen gestellt wird, die englische Regierung möge ihrer⸗ seils die Sachlage berücksichtigen und die Hand zum Frieden bieten so liegt doch das Bekenntnis vor, daß der Krieg schwer auf England lastet, und daß das freche Wort, der Krieg kost⸗ nicht viel mehr als die Neutralität, widerlegt ist. In scharfem Gegensatz zu diesen nüchternen Betrachtungen steht, was frauzösische Presse sag möchte meinen, es sei das Stichwort ausgegeben worden, von einer vera b ⸗ redeten Komödie zu sprecheu, denn dieser Gedauke kehrt deut⸗ lich oder weniger klar in den meisten Blättern wieder. Der Temps — in solchen Fällen als Regier rein en betrachten je cine dung zwischen d 6 5 ˖ e Reichstages und dem Kaugler vor, es handle sich! in e bgekartetes Spi b usw. und im Figaro sagt der sxüh Minister des Auswärtigen, Hanotaux,„die kapital zialistische Verschwö⸗ rung einigte Deutf dere die Erklärung, daß au eine Abtretung Elsaß-Lothringens nicht gedacht werde, nicht gedach! der sozialdemolrg Deutsche Reich erfolgte vor vierundvierzig Jahren. sich deutsche Sozialdemokraten gewendet, teils aus grundsätzlichen. Werden konne, ist den französischen Polftikern auf die Nerven ge⸗ allen. Hierbei muß man sich wirklich fragen, ob es sich nicht um ein abgekartetes Spiel handle. Die Angliederung von Elsaß⸗Lothringen an das Dagegen hatten teils aus politischen Erwägungen. Aber ein anderes ist es, der, Annexion zu widersprechen, und wieder ein anderes, nach fast einem halben Jahrhundert der Zusammengehörigkeit ein Land preiszu⸗ geben, dessen Bevölkerung nicht nur zum großen Teil durch ihre Stammesart, sondern insgesamt durch die wirtschaftliche Eutwicklung in das Gefüge des Reichs tatsächlich ausgenommen! worden ist. Kein deutscher Sozlaldemokrat hat je einen Zweifel darüber gelassen, daß die Zugehörigkeit von Elsaß⸗Lothringen zu Mehr aber: vor Aus⸗ könnte, stand ganz außerhalb jeder Erörterung. Nun, nachdem der Weltkrieg entfesselt worden, ist es französi- sches Kriegsziel, mindestens Elsaß⸗Lothringen zu erlangen, und dem stimmen auch die französischen Sozialisten ber. Vor wenigen Tagen noch hat das der sozialistische Munitionsmimnister Albert Thomas erklärt. Danach ist es verständlich, wenn die gesamten französischen Preßstimmen, soweit sie bisher bekannt geworden sind, aus den Reichstagsverhandlungen den Anlaß nehmen, zur unentwegten Fortsetzung des Krieges aufzufordern und alle Ge⸗ danken an Frieden zurückzuweisen. Da nicht wohl aus der militärischen Lage Gründe geholt werden können, um einen flir die Koalition siegreichen Abschluß des Krieges prophezeien zu, können, wird auf die Erschöpfung Deutschlands hinge⸗ wiesen. Da auch diese nicht durch Tatsachen zu belegen ist, word der Beweis negativ erbracht, insofern nämlich, daß gesagt wird, alles in Deutschland habe sich geeinigt, kein Zeichen der Schwiiche zu geben: aber gerade diese Einigkeit beweise die Schwäche. Gustave Hervé gar, der nie um einen originellen Gedanken ver⸗ legen ist, meint, daß die Deutschen in ihrer Einfalt glaubten, Sieger zu sein und zu bleiben, weil sie bisher den Erfolg für sich hatten. kraten völlig klar: sie sind aber der Auffassung, daß nicht etwa bei den Soldaten gespart werden darf. Zu einem erheblichen Teil lönnen diese Mittel gewonnen werden durch eine gründlich Reform r Kriegs l Der Antrag sei nicht gestellt, wie der Sch r vermutet, damit die Soldaten ihren Ange⸗ hörigen 6 icken können, der Antrag hat seine Ursache viel⸗ e Soldaten nicht mehr in der Lage sind, mit e Vedürfnisse bestreiten zu können. Vielfach die nötig n können. um 100 zuzukaufen. Das allein rechtfertigt die Erhöhung der Löhnung. Oftmals werden die Soldaten auch dadurch geschädigt, daß die Kantinen an Unternehmer verpachtet sind. So hat z. B. der Pächter der Kantine beim Kriegsbekleidungsamt in Cassel es fertig gebracht, die Butter-Höchstpreise zu überschreiten. Die Reform der Kriegsbesoldungsorönung ist nur eine halbe Maßregel. Redner kündigt an, daß seine Partei einen umfassenden Antrag nach der Richtung hin stellen wird. Die deutschen Soldaten sind nicht im Feld, um Geld zu verdienen; man wird das auch den Offizieren ncht unterstellen dürfen und deshalb ist es notwendig, daß die Ge⸗ hälter der Offiziere eine gründliche Reorganisation erfahren. Die Regierung hat dem Beschluß des Reichstags, das Beköstigungsgeld der Mannschaft auf 1,20 Mk. pro Tag zu erhöhen, keine Folge ge— leistet, und gerade darin liegt die Ursache, daß Jetzt Klagen in großer Meuge kommen. Durch Annahme der sozialdenskratischen Anträge e diekem Uebelstand gesteuert werden. Abg. Gröber(Ztr.) bespricht zunächst die Frage der Familienunterstützung. Das Zentrum wollte die Er⸗ höhung der Unterstützung an eine Einkommensgrenze von 2000 Mk., die der Mann im Frieden hatte, binden. Auch dieser Redner wies darauf hin, daß die Aufbesserung der Soldatenlöhnung eine dringende Notwendigkeit ist. Die Zivilbeamten, die als Militär⸗ beamte tätig sind, führen bei hohem Einkommen ein sehr angenehmes Leben. Das mülssse verbitternd wirken. Staatssekretär Helfferich erklärt, daß er bei Annahme dieser Anträge die Verantwortung nicht übern eh men könne. Für eine Verbesserung in der Mannschaftsverpflegung sei hinlänglich gesorgt. Man habe die Absicht, einen neuen Fonds zur Aber„erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“, folgert Verfügung zu stellen, aus dem Härten ausgeglichen werden können. Herve ganz nach Wilhelm Busch, den er offenbar studiert hat, und beweist an geschichtlichen Beispielen, daß Sieger zuletzt auch ein anderer werden könne, als man erwartete. Trotz allen Aufgebots an tönenden, kräftigen Worten, trotz aller Verweisung auf Zukunftssiege und auf den sicheren Erfolg, womit die französische Presse so freigebig ist, will uns doch scheinen, als ob sich die berufsmäßigen Macher der öffentlichen Meinung nicht mehr ganz sicher fühlten. Zu aufgeregt, zu künstlich sind ihre Er⸗ klärungen für die Siegeszuversicht des französischen Volkes, als daß man den Eindruck der Wahrhaftigkeit gewinnen könnte. 5 8** Zwei englische Kreuzer gesunken. . Die Vossische Zeitung meldet aus Athen unterm 13. Dez.: Aus Mithylene wird gemeldet: Einige Seemeilen von der Insel entfernt liefen zwei englische Hilfskreuzer, die Pa— trouillendienst versahen, auf eine Mine auf und sind mit ihren Besatzungen versunken. 5** * 5 Sozialpolitik und Heeresfragen. Aus der Haushaltungskommision des Reichstags. (Sitzung vom 14. Dezember.) Die Kommission hatte beschlossen, alle Anträge, die auf eine Steigerung der Ausgaben hinauslaufen, zusammen zu beraten. Deshalb wurden mit den sozialpolitischen Anträgen auch jene An— trüge beraten, die auf eine bessere Bezahlung der Sol- daten hinauslaufen. Abg. Stücklen(Soz.) weist darauf hin, daß sich der sozial⸗ Soldaten in demokratische Antrag, der 80 Pfg. Löhnung für Feindesland und 50 Pfg. Löhnung für Soldaten im Deutschlands verlangt, ziffernnäßig von dem Antrag des Zen⸗ trums nicht unterscheidek, dagogen die Forderung mit aller Be⸗ stimmtheit aufstellt, während der Zentrumsantrag der Regierung Innern immer die Möglichkeit läßt, einer Entscheidung aus dem Wege zu eben die Schablone. Redner verlangt, daß an die beurlaubten gehen. Ueber die Kosten des Antrags sind sich die Sozialdemo- Soldaten für die Dauer des Urlaubs Verpflegungsgelder gezahlt n————.— ee Barfüßele. 0 Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach, Ein besonderer Gegenstand des Aufziehens und des nich: immer wähligen Spottes waren die Schuhe des Barfüßele. Es ging fast immer barfuß und höchstens im Winter in ab geschnittenen Stiefeln des Bauern, und dennoch ließ sie sich bei jedem halbjährigen Lohne die bräuchlichen Rahmenschuhs geben; sie standen aber oben in der Kammer unberührt, und Barfüßele ging doch so stolz, als hätte es alle die Schuhe auf einmal an; sie trug sie im Bewußtsein. Sechs Paar Schuhe standen nebeneinander, seitdem Dami beim Scheckennarren diente. Die Schuhe waren mi Heu ausgestopft, und von Zeit zu Zeit tränkte sie Barfüßel— mit Fett, damit sie geschmeidig blieben. Barfüßele war voll guf herangewachsen, nicht sehr hoch, aber stämmig untersetzt. Sie kleidete sich immer ärmlich, aber sauber und anmutig, und Anmut ist die Pracht der Armut, die nichts kostet und Baum, nicht zu kaufen ist. Nur weil es der Rodelbauer der Ehre des Hauses an gemessen hielt, zog Barfüßele des Sonntags ein besseres Kleid an, um sich vor den Leuten zu zeigen; dann aber kleidete sie sich rasch wieder um und saß bei der schwarzen Marann jn ihrem Werktagskleide, oder sie stand auch bei ihren Blumen, 0 die sie vor ihrem Dachfenster in alten Töpfen pflegte. Nelken, Gelbveigelein und Rosmarin gediehen hier vortrefflich, und wenn sie auch manchen Ableger davon auf das Grab der Eltern gepflanzt hatte es wucherte alles doppelt nach, und die Nelken hingen in windenartigen Büscheln fast hinab bis auf den Laubengang, der sich um das ganze Haus zog. Das weit vorgeneigte Strohdach des Hauses bildete aber auch einen vortrefflichen Schutz für die Blumen, und wenn Barfüßele daheim war, fiel im Sommer kein warmer Regen, bei dem sie nicht die Blumenscherben in den Garten trug, um sie dort ganz nahe dem mütterlichen Boden vollregnen zu lassen. Besonders ein kleiner Rosmarinstock, der in dem Topfe war, den einst Barfüßele auf dem Holderwasen zum allge— meinen Gebrauch bei sich gehabt hatte, besonders dieser Rosmarinstock war zierlich gebaut wie ein kleiner Baum, und Barfüßele ballte oft die rechte Faust und schlug die andere Auch die Anträge zur Familienversorgung seien von so großer finanzieller Bedeutung, daß er sich darauf nicht einlassen könne. Er bittet, keine bindenden Verpflichtungen zu beschließen. Abg. Bauer(Soz.) bekämpft die vom Zentrum beantragte Einkommensgrenge von 2000 Mark. Auch die Voraussetzung der Bedürftigkeit darf nicht festgehalten werden. Die Unter⸗ stützung soll nicht den Charakter der Armenunterstützung tragen. Die Beschlüsse einer Bürgermeister⸗Konferenz, die jüngst in Berlin tagte, könne nicht maßgebend sein. Diese Konferenz habe überdies nur die Lieferung von Kohlen und Kartoffeln abgelehnt. Die Gemeinden müßten gezwungen werden, zur Staatsunterstützung einen Beitrag von mindestens 50 Prozent zu leisten. Es sei nicht zu verstehen, weshalb sich die Regierung gegen die Einrichtung i Beschwerdeinstanz wende. Zu den Verwaltungsbehörden als organe habe die Masse des Volkes nur wenig Vertrauen. Abg. Werner(Antisenlt) tritt für eine Erhöhung der Unter⸗ stützung ein und betont, daß die Kreisbehörden in Hessen die Unter⸗ stützung vielfach aus den nichtigsten Gründen ablehnen. Abg. Liesching Gortschr. Vpt.): Die Heeresverwaltung habe die Aufgabe, Sparsamkeit zu üben. Diese Sparsamkeit müsse auch auf die Kriegsbesoldungsordnung ausgedehnt werden. Bei der Familienunterstützung muß das Beschwerderecht an eine besondere Instanz zugestanden werden. In Oesterreich sei die Unterstützung weit besser geregekt; dort zahle alles der Staat. Die vom Zentrum verlangte 2000 Mark-Grenze sei ungerecht und deshalb unan⸗ nehmbar. Staatssekretär Helfferich erklärt, daß man die österreichi⸗ schen Verhältnisse nicht einfach auf Deutschland übertragen könne. Man wolle dem Reich eine neue Last von 50 Millionen Mark auf⸗ bürden, die nicht getragen werden könne. Abg. Hoch(Soz.) erkennt an, daß die erlassenen Verfügungen sehr wohlwollend ge 1 Gerade aus kleinbäuerlichen und kleinbürgerlichen Kreisen kommen die meisten Kle Gehalt und handele es sich oft um reiche Leute. Unterstützung zu leisten. erden sollen. Die Verpflegung im Felde sei in sehr nicht genügend. 175 5 5 5 Abg. Stücklen(Soz.) weist darauf hin, daß in den aus dem Felde und aus der Heimat von den Soldaten viel Verpflegung geklagt wird. Kein Mensch verlange, daß, wenn die Armee, wie in Serbien, im Vormarsch begriffen ist, den So Sie Nahrung auf die Stunde vorgesetzt werden müsse. Wo die lichkeit dazu nicht besteht, wird es natürlich auch nicht ver Man darf aber nicht vergessen, daß mitunter bei der Vert der Fleischvorräte nicht gerade einwandfrei verfahren wird. Klagen, die aus der Heimat kommen, sind zu verstehen. Man! aber nicht übersehen, daß Leute, die 1214 Stunden Dienst mlisseu, eine bessere Verpflegung brauchen, als sie vielleich Zivilleben vorhanden war. Vielleicht wäre es angebracht,„ Mannschaften eine größere Brotration zu geben. Redner noch einmal die Festsetzung des Beköstigungsgeldes auf 1,20 N pro Tag und schließt sich der Forderung an, den Urlaubern pflegungsgeld zu bezahlen. Man solle über die Stimmung Mannschaften sich keiner Täuschung hingeben und alles tun, Beschwerden abzustellen.. Kriegsminister v. Wandel erklärt die Stimmung Truppen als ausgezeichnet. Die Verpflegung völlig ausreichend. Eine Erhöhung der Löhnung wä absolut unnötig, die Kriegslöhnung reiche vielmel vollständig aus. Ungufriedene gebe es eben überall, also a in der Kaserne. Es sei vielleicht besser, wenn man die Fam höher unterstütze. Das Kriegsministerium habe bereits eine ordnung fertiggestellt, durch welche den Urlaubern das Beköstigung geld für die Zeit ihres Urlaubs bereits beim Antritt der Urlaub reise bezahlt wird. Die Erhöhung des Verpflegungssatzes auf 1, Mark pro Tag wäre zum Teil hinausgeworfenes Geld. 1 General v. Owen erklärt, daß zu dem Verpflegungssatz 60 Pfg. Zuschüsse gegeben werden. Wo die Verpflegung der schaft in eigener Regie erfolgt, sind sogar Ueberschüsse erzielt w den. Die Brotration reiche vollständig aus. Den Vorkommniff in Kaffel soll nachgegangen werden. Die gemeinsame Verpflegung durch den Truppenteil selbst sei nicht überall durchzuführen. Abg. Stadthagen(Soz.) bespricht die Famillenversorg Das Gesetz gebe jetzt keine Handhabe, die Gemeinden zu zwi Der Begriff der Bedürftig müsse aus dem Gesetz heraus. Die Summen, die für eine besserung erforderlich sind, dürsen nicht schrecken. Je älter die gezogenen sind, um so höher wird die Zahl derer, die auf 1 stützung Auspruch erheben können. Redner schildert, daß man ein Kleinbesitzersfrau, die Unterstützung forderte, den Rat gege habe, ihre beiden Kühe zu schlachten; als bedürstig im Sinne Gesetzes wollte man sie nicht ansehen. Eine Beschwerdeinsta t nötig, denn nur dann, wenn diese Instanz entschieden hat, ist auch eine Zwangsetatsführung bei der Gemeinde möglich. 1 Abg. Graf Westarp(kons.) macht den Vorschlag, alle träge als Material zu überweisen. 5 Abg. Kreth(konf.): Die Verpflegung im Felde ist ausge⸗ zeichnet. Ihm habe ein Landwehrmann versichert, daß es ihm ganzen Leben noch nie so gut gegangen sei. Daß die Offiziere bezahlt werden, ist deshalb berechtigt, weil sie einen doppelten Haushalt führen müssen. Die Erhöhung der Mannschaftslöhnung könne man nicht durch Ersparnis decken. Abg. Erzberger stellt fest, daß die Mehrausgaben für die beantragte Erhöhung der Mannschaftslöhnung pro Monat 45 Mil⸗ lionen Mark in Anspruch nehmen würde. Die Anträge der Kon servativen auf Zuschüsse zur Beschaffung billiger Lebensm würden dagegen einige Hundert Millionen Mark erfordern, halb sind die Einwände, die gegen die Erhöhung der Mannscha löhnung gemacht werden, durchaus nicht stichhaltig. Die Diskussion wendet sich dann wieder den sozialpolitis von den Sogzialdem Anträgen zu. Abg. Bauer(Soz.) begründet die kraten beantragte Erhöhung der Wochenhilfe und die Ausdehmm des Kreises der Berechtigten. Redner zeigt, welche Schwierigkeiten sich gerade auf diesem Gebiet ergeben haben. In Zweifelsfä verweist man die Interessenten immer an die Krankenkassen, aber nur dann eine Bezahlung leisten können, wenn sie die währ für den Ersatz haben. ö Schließlich wurden alle Anträge, die zur Familienunterstü ung gestellt sind, einer Unterkommission von sieben Mitglied überwiesen.— Es wurde dann ein von allen Parteien gestellte Antrag auf Herabsetzung der Altersgrenze für den Bezug de Altersrente beraten. Ministerialdirektor Caspar stützt sich auf die in der Denkschrift angegebenen ablehnenden Griinde und klärt, der Bundesrat dürfte einer solchen Aenderung des Gese kaum zustimmen.— Dieser Ansicht schloß sich auch Staatssekre Helfferich an. Die Annahme des Antrags in der Kommission ist gesicher SS 5 „Wenn's eine Hochzeit gibt von meinen Nächsten, ja vos meinem Dami, dann steck' ich den an.“ Ein anderer Ge— danke stieg in ihr auf, vor dem sie errötete bis in die Schläfe hinein, und sie beugte sich und roch an dem Rosmarin: wie einen Duft aus der Zukunft sog sie etwas aus ihm ein, sie wollte es nicht dulden, und mit wilder Hast versteckte sie das losmarinstämmchen zwischen die anderen großen Pflanzen, daß sie es nicht mehr sah, und eben schloß sie das Fenster, da läutete es Sturm. „Es brennt beim Scheckennarren in Hirlingen!“ hieß es bald. Die Spritze wurde herausgetan, und Barfüßele fuhr Zuf derselben mit der Löschmannschaft davon. „Mein Dami! mein Damit!“ jammerte sie immer in sich hinein, aber es war ja Tag, und bei Tag konnten Menschen nicht in einem Brande verunglücken. Und richtig! Als man bei Hirlingen ankam, war das Haus schon niedergebrannt, aber am Wege in einem Baumgarten stand Dami und band eben die beiden Scheck 0 ken, schöne, stattliche Pferde, an einen und ringsherum lief alles scheckig, Ochsen, Kühe und Rinder. Man hie 8 tan, Barfüßele durfte absteigen, und mit einem: „Gottlob, daß dir nichts geschehen ist“, eilte sie auf den Bruder zu. Dieser aber antwortete ihr nicht und hielt beide Hände auf den ls des einen Gaules gelegt. „Was ist? Warum redest du nicht? hast du dir Schaden getan?“ Ich nicht, aber! „Was ist denn?“ „All mein Sach' ist verbrannt, meine Kleider und mein bißchen Geld. Ich habe nichts, als was ich auf dem Leib' 70 8 Feuer.“ „ trage. „Und des Vaters Kleider sind auch verbrannt?“ „Sind sie denn feuerfest?“ sagte Dami zornig. nicht so dumm.“ füf wollte weinen über dieses harte Anlassen des sie fühlte rasch, wie durch einen Naturtrieb. sehr oft im ersten Anprall unwirsch, hart und sacht; sie sagte daher nur: aß du dein Leben noch hast; des Vaters Kleide gas mit verbrannt, was man sich nicht mehr erwerben kann, aber sie wären doch auch einmal zu— grunde gegangen, so oder so.“ „Frag' streichelte immer das Pferd.„Da steh' ich nun, wie der Gott verlaß mich nicht. Da, wenn die Gäule reden könnten, die würden anders reden, aber ich bin eben zum Unglück geboren. Was ich gut tue, ist nichts, und doch“— 1 Er konnte nicht mehr reden, es erstickte ihm die Stimme, „Was ist denn geschehen?“ „Da die Gäule und dieKkühe nud Ochsen, ja, es ist un kein Stückle Vieh verbrannt, außer den Schweinen, die h wir nicht retten können. Schau', der Gaul da drüben, der hat mir da mein Hemd aufgerissen, wie ich ihn aus dem Stalle ziehe; mein zuderhändiger Gaul, der hat mir nicht getan, d kennt mich. Gelt, du kennst mich, Humpele? Gelt, wi kennen einander?“ Der Gaul legte seinen Kopf über den Hals des andere und schaute Dami groß an, der jetzt sortfuhr: 5 „Und wie ich dem Bauer mit Freude berichte, daß ic das Vieh alles gerettet habe, da sagte er: Das war nie nötig, ist alles versichert und gut, hätt' mir besser bezahlt werden müssen! Ja, denk' ich bei mir, aber daß das un schuldige Vieh sterben soll, ist denn das nichts?“ Der Bauer muß mir was angesehen haben von dem, was ich denk' und da fragt er mich: Du hat doch dein Gewand und dein S 0 gerettet? und da sag' ich: Nein, nein, kein Fädele, ich 0 f gleich in den Stall gesprungen, und da sagt er: Du bist ein Tralle! Wie? sag' ich, Ihr seid ja versichert. Wenn das Viel bezahlt worden wäre, da werden doch auch meine Kleider be⸗ zahlt, und es sind auch noch Kleider von meinem Vater sel dabei und 14 Gulden, meine Taschenuhr und meine Pfei Und da sagt er: Rauch' draus! Mein Sach' ist versichert un nicht da von den Dienstbolen! Ich sag': Das wird sich zeige und ich lass' es auf einen Prozeß ankommen, und da sagt er So? Jetzt kannst du gleich gehen. Wer einen Prozeß a fangen will, hat aufgekündigt. Ich hätte dir ein paar geschenkt, aber so kriegst du keinen Heller. Jetzt mach, daß du fortkommst!... Da bin ich nun, und ich mein', i soll meinen zuderhändigen Gaul mitnehmen, ich hab' ihm, Leben gerettet, und er ging' gern mit mir. Gelt du? ich habe das Stehlen nicht gelernt, und ich wüßt' m nicht zu helfen, und es wäre am besten, ich spränge Jasser. Ich komme mein Lebtag zu nichts, und nichts.“ „Aber ich hab' noch und will dir helfen.“ Hand darüber, indem sie vor sich hin sagte: „All dein Geschwätz ist für die Katz“, sagte Dami und (Fortsetzung folgt.) S ammmanischen Note an Oeneri ein, T. U. Amsterdam, 14. Dez. Eine amtliche Renter len garn. Washington besagt, der österreschisch⸗ungarische Geschäfzneldung aus mit Minister Lausing die Note der Vereinigten Sschüftsträger habe reich Ungarn desprochen. Man glaubt, daß er sesne hn an Oester⸗ zu erkennen gab. daß, wenn der Vorgang sich 1 Meinung dahin wie er in der Note der Vereinigten Staaten geschllögespielt habe, österreichischsungarische Regierung zweifellos 07 ert wird, die Beise den Wünschen der Vereinigten Staaten enthehenkamnmoidender Amerikanischer Protest gegen. .. Frankrei Newyork, 14. Dez. Die ben nter made Protest gegen den Uebergriff des französis N 8 zösische r 3 „Descartes eingelegt, der von dem e e „Como in der Nähe von Portorico deutsche Mit fieber Mannschaft herunterholte.. in China. Die Bedrohung der Deutschen us Tientsin vom Amsterdam, 13. Dez. Exchange meldet a Die Deutschen scheinen zu befürchten, daß gegen Samstag: sie vorgegangen werden soll. Die deutsche Gesandtssz: Peking telegraphiert den Konsulaten gg n gesagt wird, offenbar beabsichtige der Vierverband Eine Aktion 5 Die sozialdemokratische Reichstags⸗ fraktion und der Zehnmilliarden⸗Nredit. 3 Die sozialdemokratische Fraktion des Reichst N sich gestern über ihre Haltung zu den ed een 0 9 liarden schlüssig. Für die Kreditvorlage stimmten von den Fraktionsmitgliedern 58, dagegen 38. Von zehn Fraktions⸗ mitgliedern, die durch Krankheit an der Sitzung telkzunehmen verhindert waren oder vor der Abstimmung sich entfernen mußten, waren protokollarische Erklärungen abgegeben. Von diesen erklärten sich sieben für, drei gegen die Einwilligung so daß insgesamt 65 Fraktionsmitglieder für, 41 gegen die Bewilligung eintraten. 5 Geben unlautere Kriegsgewinne. Berlin, 15. Dez. Mit Unterstützung aller Parteien, mit Ausnahme des Zentrums, hat der Abgeordnete Schiffer im Reichstage folgenden Antrag eingebracht, den Herrn Reichs⸗ kanzler zu ersuchen, erstens, Maßnahmen zu treffen, um unter völliger Wahrung der Interessen des allgemeinen Geschäfts⸗ betriebes die Untersuchung und Feststellung von Fällen her- beizuführen, in denen durch Kriegslieferungen die Vorbereitung, Vermittlung, Besorgung oder Verschaffung von Kriegslieferungen oder eine andere Mitwirkung bei ihnen ein übermäßiger oder unlauterer Ge⸗ winn erzielt worden ist; zweitens, einen Gesetzentwurf Herausgabe solcher Gewinne begründet wird. Lebensng ordern, Mannscht kratie in Baden. (Ein Beitrag zu dem Kapitel; Die politische Neuorientierung nach dem Kriege.) Aus Baden wird uns geschrieben: in der Feststellung gewisser Richtlinsen über bürgerliche Behandlung der Sozialdemokratie gefolgt. berichtet, hat in der Budgetkommission der Zweiten Staatsminister von Dusch wegen der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei allein ein ungleiche Behandlung in staatsbü finden soll. Er schränkte diese Erklärung lienunte Mitglen 77 5 0. e 5 ien gesch amter antimonarchische Gesinnungen nicht bekunden dürfe. Gleich- drücken ließ, um den Anschein der Glaubwürdigkeit zu er⸗ Bezug! wohl ist diese Erklärung wertvoll, denn auch im Lande der histori⸗ wecken. Dann fingierte das Mädchen eine Anzahl Zeich⸗ stützt sch schen liberalen Tradition, das zudem noch den Ruf 1 0 85 5 nungen auf die Namen ihrer Mitschülerinnen und ging mit 1 ändles ge g ini i'okratische er⸗ 555 775„ 83 0 be un! ländles genoß, duldete man zwar einige sozialdemokratische Bürgers der Liste namentlich in der Kaiserstraße hausieren. 80 Leute meister, also Kommunalbeamte, aber Staatsbeamte konnten in Baden Sozialdemokraten nicht sein, weil nach wiederholte Kundgebung des Staatsministers v. Dusch im badischen Landta die Sozialdemokratie antimonarchisch sei und nicht auf dem Bode der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung stehe. des Innern, Frhr. v. Bodman, erhob bei der Etatberatung der Zweiten sie ermangeln des Gemeinsinns! Der Krieg hat diese Anschauungen, l badischen Regierung über die Sozialdemokratie herrschten, freulicherweise ene es ist nur Regierung des größten deutschen 5 5 und staatsbürgerlich einwandfrei ihre künftige Stellung zur Sozial demokratie festlegt. Schon bei dem Form, wie man sich l der badischen Sozialdemokratie verhielt, änderung kund. Minister pflegen sich sonst en sozialdemokratischer Blätter zu begeben. Franks sprach Frhr. v. Bodman auf Volksfreund vor und drückte dem sozialdemokratischen Landtagsfraktion, des gi Staats lehr wie der b 1 4 Tode des Genossen Dr. g üben, Aber beim derzeitigen Vorsitzenden vorzulegen, durch den für den Reichsfiskus ein Anspruch auf Die Gleichberechtigung der Sozialdemo⸗ Der bayerischen Regierung ist jetzt bekanntlich auch die badische die künftige staats⸗ Wie schon Kammer die Erklärung abgegeben, daß künftig gerlicher Beziehung nicht statt⸗ zwar dahin ein, daß im monarchischen Staat daran sestgehalten werden müsse, daß ein Be⸗ auch noch 1 5 ene Geld, das später von den Eltern dem Roten Kreuz wieder Kammer gegen sie den Vorwurf: die bisher im Schoß der er⸗ zu wünschen, daß ihr die Bundesstaates folgt und offen Frank gab sich in der zu dem auf dem Schlachtfelde gefallenen Führer eine gewisse Sinnes⸗ icht in die Redaktionen Ableben der Redaktion des Ae er dem Volksfreund⸗Redakteur den die Fraktion Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. f Abgestufte Lebens mittelpreise. Die allgemeine Teuerung, die von den Schlechtbemittel⸗ ten am schwersten empfunden wird, hat den Gedanken geweckt, ob nicht die Möglichkeit bestehe, die Lebensmittelpreise der⸗ gestalt abzustufen, daß sie den Einkommensverhältnissen der verschiedenen Volksschichten angepaßt werden. Je geringer die Preise herabgesetzt werden, während umgekehrt der ent— stehende Ausfall durch höhere Preise für die Besitzen⸗ den zu decken wäre. Die praktische Durchführung dieses Ge⸗ überall für undurchführbar hält. Ohne große Vorbereitungen, die zahlreiche Kräfte und nicht wenig Zeit beanspruchen, ist eine befriedigende Lösung auch kaum zu erwarten. Von der Stadt Homburg wird bei der Butter und der übrigen Fetten der Versuch gemacht, die Einkommens⸗ verhältnisse zu berücksichtigen. Es geschieht das in ziemlich roher und auf die Verhältnisse der am meisten leidenden Volkskreise nicht genügend Rücksicht nehmender Weise. Käufer, die bis 31 Mark Staatseinkommensteuer entrichten, haben für das Pfund Butter 1,90 Mark zu zahlen. Bei einer Steuer⸗ leistung von 21 bis 70 Mark beträgt der Preis 2,20 Mark und bei mehr als 70 Mark staatlicher Einkommensteuer 10. der volle Höchstpreis entrichtet werden, der in Homburg erheb⸗ lich höher steht als bei uns. Nach den gleichen Grundsätzen ist der Fettpreis geregelt, bei dem Homburg das voraus hat, daß der höchste Preis für das Pfund 2 Mark beträgt, während bei uns immer noch bis 3 Mark(Schweineschmalz) bezahlt werden müssen. Es sind also im ganzen nur drei verschiedene Preisstufen gebildet und alle, die bis zu 31 Mark staatliche Einkommen⸗ steuer leisten, müssen den gleichen Preis zahlen. Damit ist auf die Bedürfnisse der Minderbemittelten und der ganz schlecht gestellten nicht genügend Rücksicht genommen. Es wäre aber trotzdem von großem Wert, die Erfahrungen kennen zu lernen, die in Homburg mit diesem Versuch gemacht werden. Je nachdem könnte ein weiterer Ausbau in Frage kommen. — Butterkarten dürften in nächster Zeit zur Einführung kommen. Wieviel jeder Person zugeteilt werden soll, steht noch nicht fest; aber das eine dürfte ziemlich sicher sein, daß das Quantum größer sein wird, als es sich die arbeitende Bevölkerung kaufen kann. — Zusatz⸗Brotkarten. Bei der vor Weihnachten statt⸗ findenden Brotkarten⸗Ausgabe in Frankfurt soll, wie die Frankf. Ztg. berichtet, eine Zusatzkarte für Mehl gewährt werden, um den für die Feiertage erhöhtem Mehlbedarf Rech⸗ nung zu tragen. Jede bezugsberechtigte Person soll ein hal⸗ bes Pfund Mehl erhalten. — Bei Sammlungen für wohltätige Zwecke ist den Sammlern gegenüber Vorsicht zu empfehlen, es kommt öfter vor, daß irgend ein unternehmender Kopf auf eigene Rechnung und für die eigene Tasche eine Sammlung veran⸗ staltet. Das tat z. B. in Offenbach eine 12jährige Schü⸗ e lerin, die damit ganz gute Geschäfte machte. Zu diesem Zwecke hatte sich das Kind ein kleines Heft besorgt, auf den es unter falschen Vorspiegelungen den Schulstempel auf⸗ ließen sich durch die Manipulationen des Kindes täuschen, g die insgesamt 45 Mark für die Krieger gezeichnet hatten. n Später kam der Betrug heraus. Das Mädchen hatte das zurückerstattet wurde, teilweise in Nascherei verbraucht. Am Dienstag hatte sich die jugendliche Sünderin vor dem Schöffengerichte zu verantworten, das sie zu 15 Mark Geldstrafe verurteilte, während der Amtsanwalt 15 Tag⸗ Gefängnis beantragt hatte.— Man tut am besten, wenn man den Sammlern, die an den Türen für irgendwelche Zwecke Beiträge fordern, überhaupt nichts gibt, wenn man nicht ganz genau weiß, daß die betreffende Person mit der Geldsammlung beauftraat ist. Versendung von Weihnachtspaketen. Die waltung richtet auch in diesem Jahr an jedermann mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit massen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zu⸗ sammendrängen. Bei dem außerordentlichen Anschwellen des Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhnlichen Beförderungsfristen l Reichs-Postves⸗ das Ersuchen, die Paket⸗ Gen, Kolb, das i über ene durch den Tod eines ihres besten Mitgliedes Bal erfolgte die Bestätigung des Viz räsidenten des badischen Lan tags, des Gen. Geiß, als Bezirksrat, 1914 schroff verweigert worden war, we 8 zitierte Wort fiel: Die Sozialdemokratie ermangele des sinns. l 8 Wie sich nun das weitere Verhä demokratie zur Regierung, insbesondere, staltet, bleibt abzuwarten. Jedenfall ministers v. Dusch im Auftrage der gleichen Sitzung brachte noch d 2 Regierung erfolgt, denn in d Sprache. Er erklärte, daß die Einführung dieses Reverses, wie er in geschrieben war, keine Veranlassung Werkstätten 1 ohne 1 0 f Verbande oder zu einer po itischen bestehe zwischen den Eisenbahnverwaltungen 8 Einigkeit darüber, daß den Eisenbahnarbeiten e wirkun 9 zuflehe. Ihre Verhältnisse würden unter Mit g des tags geregelt.— Soweit die ba hatte. Ungehörigkeiten Gesinnung erfolgt. Allerdin Arbeiter der Stadtverordneter Zentrums p hatte, weil sie einen der sozialdemokratischer Wie sich die badische l n Haltung der Regierung in war, 1 ur neueren 5 5 j 11%% 115 Sozialdemokratje stellen wird, das fü ene ee Sage 177 interessantes politisches Problem, weil diese stär 9. 5 1 ihre scharfen Angriffe gegen die Sofialdem oute wen ee 1% vaterlandsfeindlichen umstürzlerischen und antim A ., 1 n ihr diese Waffen aus der Tendenz der letzteren begründete. 0 nog oni er Sozialdemokratie sibrig. Hand geschlagen sind, bleibt nur angeblichen Religionsseindlichkeit d auch damit werden sich achen lassen. Bald darauf die noch Anfang des Jahres nehmen, wenn die Pakete so t bei im Landtage das oben sind dauerhaft zu verpacken. Gemein⸗ ltnis der badischen Sozial- dünnen Papplasten, schwachen Schachteln, auch nach dem Kriege, ge- zu ve 0 ö s ist die Erklärung des Staats⸗ fländig und haltbar hergestellt sein. er Finanzminister 11 die sich 1 Slellun adische erung zum Eisenbahner-Revers zur ganzen Fläche na Si der erpaar Nec die badische Eisenbahnverwaltung zurf sten sind in Preußen und Bayern vor⸗ icht auf die Zugehörigkeit zu einem der Bundesstaaten Marken auf die Streikrecht nicht Pakete mit einer für 0 Land⸗ schließlich 24. Dezember weder im inneren deutschen dische Eisenbahnverwalkung drt sich f im f N i r dem Landtag zu rechtfertigen bor fünd Jahren ang t er Karlsruher Eisenbahnwerkstätte, gemaßregelt hatte. artei nach dem Kriege bezug auf ihr Verhältnis der bekannte Vorwurf der Und künftig nict mehr grobe 1 ese fe ubs derart sei, daß er in seiner natürlichen Form den Körper einzuhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gebühr für rechtzeitige Zustellung vor dem Weihnachtsfeste zu über⸗ b spät eingeliefert werden. Die Pakete Etwaige auf dem Ver⸗ alte Aufschriften und Beklebezettel müssen Die Benutzung von d⸗ packungsstoff vorhandene beseitigt oder unkenntlich gemacht werden. zu vermeiden. Die Aufschrift der Pakete muß deutlich, er deutlicher Welse auf das Paket selbst gesetzt werden, die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, fest aufgeklebt werden muß. Aufschriften auf weißem Papier, Palketaufschriften. das gedruckte dagegen Paketkartenvordrucke ungeeignet für des Bestimmungsort in druckt oder geschrieben sein. Zur Beschleunigung des gs trägt es wesentlich 1 Versendung 12. bis Die die Zeit vom klebt. Paketkarte ist für Paketkarte Verkehr mit dem Auslande gestattet. 5 — Die Gesundheitsschädlichkeit der hohen Schuhabsätze. wärtig hat wieder eine Modelaune der man glaubte, daß rn d 0 würde, nämlich die hohen Absätze an den Damenschuhen. Man sieh in den Läden Schuhe mit 6 man sich wundert, in solchen Schuhen zu gehen. gehen, die und wäre sie noch Volksgesundheit— Gegen so verrückt. Zeitschrift des gleichnamigen Verbandes— wir auf die Gesundheitsschädlichkeit der hohen Absätze hingewiesen un die Darlegungen erscheinen ganz einleuchtend. Unter wird von dem Verfasser Dr. W. L. ausgeführt, daß der Bau de beeinflußt durch den persönlichen das Ei. 55 5„ müssen wir sie im das Einkommen ist, um so mehr sollten nach diesem Gedanken sso ist diese künstlich erzwungene und andauernde Körperhaltung vom allergrößten Nachteil. müden, erschlaffen und der Gang solcher Personen wird trippelnd, 30 ungraziös. 00 1 13 5 7 1 2 a„des Bauches und die Bänder der Beckenknochen, dankens begegnet so großen Schwierigkeiten, daß man ihn fast zu allerlei Krankheiten(Rückenschmerzen usw.) gelegt wird, besonders die Frauenwelt heimsuchen. die Füße selber verkrüppelt und es entwickelt sich allmählich der Plattfuß. Zigarrenkisten usw. ist voll⸗ Kann die Aufschrift nicht in so empfiehlt der Am zweckmäßig⸗ sind Der Name s muß recht groß und kräftig ge⸗ Betriebs bei, wenn schon der Absender die erforderlichen mehrerer ein⸗ Verkehr noch] Pfennig pro Pfund. die Oberhand gewonnen, 850 5 je überwunden sei und nicht mehr auftauchen 1 3 sie ii sei ch yr auftauche 5 Gerichts⸗Zeitung. bis 8 Zentimeter hohen Stelzen, daß wie es einem Menschen überhaupt möglich ist, Schlecht genug gehts ja, aber es muß „Mode“ will es so und die Mode müssen alle mitmachen In der in Dresden erscheinenden anderem bei geringstem Kraftaufwand ohne Anstrengung zu(ragen verniag. In dieser normalen Haltung besinben sich alle Muskeln in Ruhe und der Kraftverbrauch des Körpers ist gering. Das Vild änkert ich sofort, wenn das Fersenbein durch eine hohe Stelge gehoben wird. In dem Augenblick muß sich die ganze Körperstellung ändern. Das Schwergewicht des Körpers wird nach vorn verlegt und der Rumpfteil muß sich dementsprechend rückwärts richten, er nimmt eine„militärische—stramme Haltung“ an. Die Waden⸗ 1115 Schenkelmuskulatur wird gespannt, der Leib tritt zurück, die Schultern werden nach hinten gezogen, die Brust tritt heraus, wähvend das Kreuz sich etwas einbiegt. Ist solche stramme Haltung, Willen stets zu begrüßen und Interesse unserer Gesunderhaltung wiinschon, 0 Die überanstrengten Muskeln er⸗ Besonders angestrengt wird die Muskulatur wodurch die Ursache Ferner werden aber auch Einen Absatz soll der Schuh natürlich haben, aber er soll und höchstens Kunsthonig. Hinter dieser vornehmen Bezeichnung für einen Honig⸗Ersatz verbirgt sich eine sehr einfache Sache. Und ist man. hinter das Geheimnis gekommen, so gewinnt man einen sehr wohl⸗ feilen Brotaufstrich als Ersatz für die teuren Fette und den Natur⸗ honig. In der land⸗ und hauswirtschaftlichen Beilage der Deutschen Warte Nr. 45 bringt die Frau Molkereiinspektor H., Tochter eines Imblers, eine Vorschrift zur Bereitung eines schmackhaften und billigen Honigersatzes: Zwei Liter Buttermilch zu 12 Pfennig (Buttermilch ist allerdings jetzt sehr rar. Red. d. O. V) und 2 Pfund Zucker für etwa 60 Pfennig werden bei gutem Feuer mit offenem Topf bis 1 Stunde gekocht. Sobald die Masse gelb wird, soll man ständig umrühren, damit sie nicht zu dunkel wird oder anbrennt. Dieser auf so einfache Weise hergestellte Kunsthonig soll im Geschmack von echtem Honig kaum zu unterscheiden sein. Dieser Buttermilch-Kunsthonig hat außer„seiner Wohlfeilheit“ und seiner Bekömmlichkeit noch einen anderen Vorzug. Wegen des Eiweiß⸗ gehaltes der Buttermilch wird nämlich sein Nährwert nicht unbe⸗ trächtlich erhöht.— Wir geben das Rezept hier wieder, bemerken aber dabei, daß wir es noch nicht ausprobiert haben.. Vorsicht beim Ankauf von Dosen mit fertigen Fleisch⸗ und Gemüsegerichten. Nach Mitteilungen aus den verschiedensten Städten hat sich mit der Zeit ein richtiger„Dosen⸗Schwindel“ herausgebildet. Viele Angehörige von Kriegern, die ihren Lieben an der Front etwas Gutes zukommen lassen wollen, kaufen mit Vorliebe Dosen mit fertigen Mahlzeiten. Was in den Dosen aber oft enthalten ist, darüber wird von der Polizeiverwaltung in Bremen solgendes berichtet: Bei einem hiesigen Delikgteßwaren⸗ händler wurde eine Dose„Sauerbraten“ zum Zwecke der Untersuchung gekauft. Die Dose enthielt 88 Gramm Sauerbraten und 114 Gramm Brühe. Der Preis betrug 1,40 Mark; rechnet man 10 Pfennig für die Dose und 20 Pfennig für die Arbeit, dann kosten die 88 Gramm Sauerbraten 1 Mark, d. h. 1 Pfund würde demnach 5,68 Mark kosten.— Weiter wurde eine Dose„Rind⸗ fleischmit Brühkartoffeln“ untersucht. Die Dose enthielt 120 Gramm gekochtes Rindfleisch und 269 Gramm Kartoffeln mit Brühe. Die Dose kostete 1,60 Mark. Rechnet man 10 Pfennig flir die Dose, 10 Pfennig für die Kartoffeln mit Brühe und 20 Pfennig für die Arbeit, dann kosten die 120 Gramm Rindfleisch 1,20 Mark. Demnach kostete 1 Pfund gekochtes Rindfleisch 5 Mk.— Kommentar überflüssig. Pakete an deutsche Gefangene im Auslande. Die sorgfältie Verpackung der für die deutschen Gefangenen im Ausla be⸗ stimmten Pakete wird wiederholt dringend empfohlen, damit sie unversehrt bei den Empfängern eintreffen. Indes genügt es, wean die Pakete in kräftiges, mehrfach umgeschlagenes Packpapier cn⸗ gehüllt werden; einnähen in Leinwand ist nicht erforderlich; höch⸗ 1 5 wäre das für die nach Sibirien gehenden Sendungen ange⸗ bracht. nicht höher sein als 1—2 Zentimeter für Kinder 3 Zentimeter für Erwachsene. Was kostet ein Kriegstoter? Eine etwas merkwürdige Berechnung nimmt V. J. Baumann in der Rundschau vor. Er berechnet an den Beispielen einfger Kriege, was dem einzelnen kriegsführenden Laud die Tötung eines Soldaten des gegnerischen Heeres kostet. Kanonen, Gewehre, Munition, Ausstattung, Verpflegung und Besoldung des eigenen Heeres und andere Kriegskosten sind bei dieser Berechnung also die Produktionskosten; ein getöteter Soldat auf der anderen Seite das Ergebnis dieses seltsamen„Produktionsprozesses“. Im Kriege 1870/¼71 gab Frankreich 2 Milliarden Francs während des Krieges und 1 Milliarde zur Wiederherstellung des geschädigten oder zer⸗ störten Besitzes aus. Dazu kommen 5 Milliarden Kriegsentschädl⸗ gung, macht zusammen unter Hinzurechnung von 2 Milliarden Ver⸗ lusten an Zinsen und ähulichen Einkünften 10 Milliarden Francs. Dafür wurden 28000 Mann auf deutscher Seite getötet, sodaß den Franzosen ein einziger getöteter deutscher Soldat die runde Summe von 38 000 Franes kostete. Nach der gleichen Berechnungen koslete im russisch⸗tsirkischen Krieg 1877 ein toter Russe den Tlirken etwa 220 000 Mark, während die Russen im japauischen Feldzug einen getöteten Japaner mit 280000 Mark zu bezahlen hatten. Wie groß im gegenwärtigen Kriege die Kosten eines getöteten Gegners be⸗ tragen werden, ist nicht vorauszusehen. Vermutlich aber werden sie beträchtlich höher sein, da sowohl die Angriffs- als auch die Ver⸗ teidigungstechnik unerhörte Fortschritte gemacht hat. Also auch n dieser Beziehung wird der Krieg ein immer schlechteres Gescheift! — Einen Vortragsabend zum Besten der städtischen Kriegs⸗ fürsorge veranstaltet heute abend die Ortsgruppe Gießen des Allg. deutschen Frauenvereins im Sgale des Gesellschaftsvereins, Sonnenstraße. Es wirken dabei mit: Frau und Herr Dwor⸗ Fowski, Frau Rechtsanwalt Spohr, Frl. Holzapfel, Frl. Leutert. Die Eintrittspreise sind auf 2 Mk., 1,50 Mk. 75 Pfg. und 50 Pfg. festgesetzt. — Stadttheater. Die nächste Freitags⸗Abonnements⸗Vorseel⸗ lung bringt als letzte Neuheit vor Weihnachten das Lustspiel Die selige Exzellenz“ von Rudolf Presber und Ley Walter Stein. Das liebenswürdige Werk macht gegenwärtig seinen Siegeszug über die deutschen Bühnen und dürste auch hier— da eine gute Besetzung der zahlreichen Rollen sich ermöglichen ließ— den gewohnten Erfolg erzielen. Jedenfalls kann den Besuchern ein anregender und unterhaltender Abend versprochen werden. In dem Stück ist fast das gesamte Personal mit Hinzuziehung einiger Hilfskräfte beschäftigt. Die größeren Rollen liegen in den Händen der Damen Rubens, Burghoff, Frenzel und Jondervan und der Herren Theiling, Goll, Dworkowski, Hellmuth, Steinhofer, Eugens und Stettner. Die Spielleitung hat Direktor Steingoetter inne. Nreis Wehlar. n. Reisverkauf durch die Stadt Wetzlar. Durch den munalverband hat die Stadt Wetzlar jetzt Reis erhalten, der in 17 Geschäften, darunter auch im Wetzlar-Braunselser Konsum⸗ verein, zu haben ist. Es sind zwei Soxten zu 57 Pfennig und 5 Jedem Käufer soll nuy ein Psund verab⸗ reicht werden. Ferner hat die Stadt noch grüne Erbsen zu 51 Pfo. -und Haferflocken zu 65 Pfg. pro% Kilo vermittelt. Koln Blutschande. Die 40 Jahre alte verheiratete Hilfsarbeite s frau Katharina Baier von Miinchen, Mutter von 8 Kindern, deren Ehemann seit 14 Monaten Kriegsdienste leistet, pflog mit ihrem 17jährigen leibeigenen Sohn seit 6. Dezember v. J. fortgesetzt ver⸗ botenen Verkehr, mit der Folge, daß die Mutter ein Kind gebar, „zu dessen Vater sich ihr 17jqähriger Sohn auch bekannte. Das Lande d gericht München I verurteilte die Baser, die in der unter Ausschlu8 der Oeffentlichkeit durchgeführten Verhandlung geständig war, wegen Verbrechens der Blutschande zu 1 Jahr 6 Monaten Zuch⸗ haus und 5 Jahren Ehrverlust. Agesberigt es Großen Hauptguartiers Vier feindliche Flugzeuge vernichtet. Bei Plevlje der Feind zurückgeworfen. W. B. Großes Hauptquartier, 15. Dez., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Front hat sich nichts von besonderer Wichtigkeit ereignet. 5 Ein am 12. Dezember auf der Höße von La-Panne auf Grund geratener englischer Dampfer wurde gestern von un⸗ seren Fliegern mit beobachtetem Erfolge angegriffen. 0 Der Feind, der mehrere Flugzeuggeschwader gegen Ba— taume⸗Peranne, nach Lothringen, auf Müllheim(Baden) angesetzt hatte, büßte im Luftkampfe oder durch Feuer un serer Abwehrgeschütze vier Flugzeuge, darunter ein Groß⸗ flugzeug mit zwei Motoren ein. Oestlicher Kriegsschauplaßz. Nichts Neues. 10 Balkankriegsschauplatz. Sfr ufich von Plevlje ist der Feind über die Tara und weiter über die Linie Grab-Bromarevo zurückgewor⸗ fen. ere hundert Mann wurden gefangen genommen. Oberste Heeresleitung. 1* De“ Aerreichisch⸗ungarische Tagesbericht Die Offensive in Montenegro. Neren, 15. Dez.(W. T. B.) Amtlich wird 15.—Aember. Russischer Kriegsschauplatz. 16 Keine besonderen Ereignisse. JItalienischer Kriegsschauplaßz. Die Lage ist unverändert. g Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die von Plevlje aus nordringenden österreichisch⸗ungarischen Streitkräfte des Generals von Koeveß haben gestern auch die monte⸗ negrinischen Stellungen südlich der Vraua⸗Gora in ganzer Breite genommen. Eine Kolonne drang in der Verfolgung bis an die Tara⸗Schlucht vor und zersprengte bei Glibaci ein feind⸗ liches Bataillon, andere Truppen kamen bis Grab. Auf den Höhen unmittelbar östlich von Berane stehen nebst unseren Abteilungen auch Moslims und Albauer gegen die Montenegriner im Kampf. Die Zahl der gestern eingebrachten Gefangenen: 340 Soldaten und 150 Wehrpflichtige. 1 N Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: . f v. Höfer, Feldmarschalleutnant. verlautbart: Zu der Offensive in Montenegro wird der Frankf. Ztg. von österreichischer. Seite telegraphiert: Südlich und südwestlich von Plevlje schreitet die Of fen— sive unserer Truppen in erfreulicher Weise vor⸗ wärts. Erst vorgestern haben sie sich mit stürmender Hand der stark bewaldeten und zerrissenen Höhe der Wrana Gora bemächtigt. Seitdem haben sie im ungestümen Drang nach vorwärts die feindlichen Stellungen südlich davon erobert und, die über 1400 Meter hohe Kraljewa Gora überschreitend, bei Glibatzi ein feindliches Bataillon zersprengt und den Feind über die Tara zurückgeworfen. Das geschah vermut⸗ lich im Raume der Rawna Gora, wo sich südwestlich von Plevlje bei Netertara der einzige Uebergang über die durch volterung schneßt sich in immer großeren Massen den vur⸗ garischen Truppen an, so daß für die Italiener in ulone eine immer ernstere Gefahr erwächst. Auf allen Wegen sieht man flüchtende serbische Truppen, sowie viel Kriegsmaterial und wert⸗ volle Gegenstände aus dem Besitz reicher Serben. Griechenland, die Entente und Bulgarien Laut Meldungen Pariser Blätter aus Athen findet der Rückzug der Verbündeten so schnell statt, als es der Trans- port des Kriegsmaterials nach Salonik gestattet, wo die Er⸗ richtung eines befestigten Lagers bereits begonnen hat. Falls die Deutschen das griechische Gebiet betreten, glaubt man, daß die griechische Regierung diesen das gleiche Entgegenkommen wie den Verbündeten entgegenbringen wird Der Wortlaut der zwischen General Sarrai 1 und dem griechischen Obersten Pallis getroffenen Abmach⸗ ungen ist laut Lyoner Blättern folgender: 1. Die griechischen Truppen entfernensich einst⸗ weilig, um die deutsch⸗bulgarische Armee passieren zu lassen. 2. Die Alliierten sind ermächtigt, in zu bleiben und sich dort zu befestigen. chischen Truppen in Salonik werden auf eine Divif reduziert. 3. Griechenland verringert seine Kontingente, die die Forts und Batterien am Eingang der Bucht von Sa⸗ lonik besetzt halten. Salonik Die grie ion * g Wie die Sofioter Utro aus diplomatischer Quelle erfahren haben will, richtete die griechische Regierung nach dem letzten Rück⸗ zug der Engländer und Franzosen an Bulgarien das freundschaft⸗ liche Ersuchen, die Neutralität Griechenlands nicht zu verletzen. Die bulgaxische Regierung habe beschlossen, aus politischen Grün⸗ den dem Ersuchen Griechenlands nachzukommen und alle mit Griechenland schwebenden Fragen einer friedlichen Lösung zuzu⸗ führen. Man hoffe, daß durch diesen Beschluß Bulgariens Kom⸗ plikationen vermieden werden können. Die griechische Regierung beschäftigte sich jetzt mit der Antwort Bulgariens. Die Gesamtzahl der Eutentelruppen in Saloniki. f Die Gesamtzahl der bisher in Saloniki gelandeten Truppen der Entente wird von italienischest Blättern auf 150000 Mann angegeben. Die Befestigungen der Stadt werden mit der größten Eile fortgesetzt, sodaß anzunehmen ist, daß Saloniki von den Franzosen und Engländern ge⸗ halten werden soll. Tie Entente und das Balkanabenteuer. Zur Geschichte der Salonik⸗Expadition macht der Pariser Korrespondent des Secolo, Campo— longhi, aus offiziöser französischer Quelle interessante Mitteilungen, aus denen hervorgeht, daß England be⸗ reits das Aufgeben des Balkanfeldzuges amtlich beschlossen gehabt und diesen Beschluß am 3. Dezember der französischen Regierung mitgeteilt hatte, wobei es hinzufügte, es werde Aegypten auf anderem Wege verteidigen, da Kit⸗ chener nach dem Besuche Saloniks sich ausdrücklich gegen die Fortsetzung des Unternehmens ausgesprochen habe. Darauf versammelte sich sofort der französische Mi⸗ nisterrat und wies England auf die schweren Gefah- ren hin, die die Aufgabe der Balkan-Expedition namentlich 4 in Bezug auf Rußland hervorrufen würde und auf die mög⸗ unsere Stellungen auf diesem Abschnitt und zog sich daun Ter kürkische Tagesbericht. Ein weiterer Erfolg am Tigris. Konstantinopel, 15. Dez.(W. T. B.) Das Hauptquar teilt mit: Auf der Jrakfront wurden die letzten auf dem rechten Ufer des Tigris befindlichen Häuser Ku.⸗el⸗Amara am 13. Dezember erstürmt. Von zu feindlichen Monitoren, die in östlicher Richtung zu e fliehen versuchten, wurde einer durch unsere Artillerie ver⸗ senkt, der andere kehrte auf seinen alten Platz zurück. Auf der Kaukasusfront hat sich nichts ereignet. Auf der Dardanellenfront örtliche Feuer gefechte aller Art, besonders mit Bomben und Luft⸗ torpedos. Unsere Artillerie zwang feindliche Schiff die in der Bucht von Kimikliliman Schutz suchen wollten, zur Flucht. Bei Ari Burnu zerstörten zwei von uns auf dem rechten Flügel zur Explosion gebrachte Minen zwei feindliche Gegenminen. Ein feidlicher Kreuzer beschoß wirkungslos zurück. Unsere Artillerie zwang einen feindlichen Kreuzer sowie ein feindliches Torpedobovpt, die sich der Küste näherten, um unseren linken Flügel zu beschießen, sich zu entfernen und brachte einige feindliche Batterien zum Schweigen. Neue russische Offensive?* T. U. Genf, 15. Dez. Nach einer Havasmeldung sind General Martinowitsch, der montenegrinische Minister⸗ präsident und der Kriegsminister gestern auf dem Wege nach Cetinje in Rom eingetroffen. Martinowitsch hatte auf Ein⸗ ladung des Zaren von Rußland vier Monate beim russischen Generalstab geweilt. In Rom erklärte er, daß das Unglück, welches Rußland im letzten halben Jahr betroffen hat, darauf zurückzuführen, daß Rußland für den Krieg nicht vor⸗ bereitet war, jetzt aber wäre alles geregelt. Die Munitions⸗ fabriken arbeiten Tag und Nacht, um das Heer mit Munition zu versorgen. Rußland werde bald in der Lage sein, vier Millionen Mann gutausgerüsteter Truppen ins Feld zu schicken. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. . Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt. G. m. b. H., Offenbach a. M. Verstorbene. Georg Christoph Kick in Alsfeld. Agenenge Inthranzenkale egen. Die Beiträge zur Kranken- und Invaliden⸗ versicherung für Monat Ott. 1915 können noch bis zum 30. Dez. 1915 ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 15. Dez. 1915. Der Vorstand J A. : Alb. Lentz. 2 8 An den Weihnachts-Feiertagen und am J. u. 2. Januar 2 Seo I 14 9 4 1 Oberhessis 55 10 es Wir emptelllen: Märchen- und Bilderbücher. che Volkszeitung, Giessen Clenke! 7 unas- Literatur. Beschältigungs-Spiele u. Baukasten 2 9 D 8 1 7 r. 0 5. liche Anlce iner deutsche ter s oot⸗Station Hochwasser bedeutend angeschwollene Tara befindet, die sich 5 N age 0 e. 50 90 e 55 8 J 1 f . 5 5. eh] in Salonik zur Bedrohung nach Aegypten gehender Trans⸗ 8 0 f in tief eingeschnittener Schlucht nach Nordwesten wälzt. Der e ee e e, f d en( Wahtüt eschützt 5 porte. Eine Einigung zwischen den englischen und fran⸗ 5 urch zwei Karaulen(Wachtürme) geschützte Uebergang ists z Mint K n e 5 1 5 75 5 1. i zösischen Ministern wurde auch in Calais am 4. Dezember 1 eine in 639 Meter Höhe gelegene Ueberfuhr, von welcher der] noch nicht erreicht. Erst der am 5. Dezember in Paris ab⸗ 00 Hounsders§rdeK-Feabc hin b einzige Weg am Südosthange des über 1600 Meter hohen i e 4 f 23 f 5 8 F F N e en gehaltene Kriegsrat anerkannte, daß das Aufgeben des aus Marburg. Gebirgsstockes des Cerni Vrh einerseits nach Kolaschin,] Balkanfeldzuges ei e jlitärischer Fehler!. anderseits nach Mikschitsch führt Balkanfeldzuges ein unverbesserlicher militärischer Fehler 8 e 2 1 l 0 7 77 9*. 1 92 ro 51 7 ers N 75 er 507 5 7 ca n. 1 1 Die von Jabuka und Prijepolje vorrückenden e 1 1 1 e 901 eee 101 1 f österreichisch-ungarischen Streitkräfte haben nach Ueber— 5 i 1 Iscen ne 1 1 dr Kräftiger N a Er 1 ö windung der Kamena Gora, des Kaschewo Brdo und des Reise e 7070 1 r 0 0 don leichsalls die- N lieh&. 5 1 ö Gradsko Brdo den Fein über Grab hinaus zurückgedrängt, 10 5 An beit een 3ͤͥöͥöꝑ;ĩ¶ ⅛ö! al rb Ur f K rä Cassel, a während die von Prijepolje nach Süden vorgehende Kolonne“ e 1 des a ee eä be—— 4 3 b den Ort Brodarewo im Limtal besetzt. Der Feind ist über— schlosfen endlich 515 i ere 0 ee sofort gesucht. i 1. all nach dem Verlust mehrerer hundert Gefangenen über die n C 6 Hrieb. 5 5 15 0 9. Dezember in P 8 of 0 e Nor 5 8 Ye 1 rie 5 15 ö Ae ene bare e dale ure ge e e e n deen ac Behr. rich: ure dl— Truppen stehen im Vereine mit Mohoemmedanern und 1 Fer e e 195 3 0 n E in eee 9 Albanern auf den Höhen unmittelbar östlich von Beranes anden e ee e ö 5 19 S 5 7 N mit den Montenegrinern im Kampfe. Diese Höhen sind die VFC 5 55 1 8. Freitags⸗Abonn.⸗Vorstellung. 1 ö westlichen Ausläufer der Smiljewitscha Planina, deren ein Auftrag 8 1h 11 1 Neuheit! Neuheit 8 N zelne Teile den Namen Bukowik. Planina und Razbojiste[ England zur größten Krafkentfaltung auf dem NE Ki f J 1 g Planina tragen und in einer Höhe zwischen 1400 und 1500] Balkan und verrät, d ö e Regierung den Zusammen⸗ SUma 18 2 1 80 0 11¹ Ul 5 Meter emporragen. soß mit den Bulgaren 128. Dezember erwartet 1 mus, Ischias u Gicht können J 92 5 2 5 Die bisherige Zaude itik die Verni N Ea le Lustspiel in 3 Akten 0 Eine neue serbische Niederlage. JJJ..ͤ nich ee men ee en ee ee, 0 Die serbischen Truppen, die aus Monastir über del der Zibllisation, indem Deutschland einen Militärblock 1 7585 1198 5 füge us Walter Stein. 0 11 und Struga nach Albanien flüchteten, haben nach einer Soffoterß von der Nocdsee bis zum persiichen Golf mit sicheren Verbindungen„ F Soldate Ende 105 15 bwärts * Meldung des Az Est längs der Schwarzen Drina eine nouer⸗schafse und die muselmanische Welt erwecke. Brandt, Er egschulbeamter à. D. Soldaten vom Feldwebel abwärts 11 0 5 1 1 50 N— 111. 1 8 5 zahlen bei allen Vorstellungen auf iche schwere Niederlage erlitten. Die albanische Be⸗ 5 alle a. 8. 435, Jakobstr 44.. u. 3. Sperrsitz nur halbe Preise. 5 Bahnhofstrasse 23 Telephon 2006. „