* flotten st Nor 8 f Pro⸗ gesucht. „L. an eßen. ter. 1915 heatrrß end euheit! cte] fkls, ablvättk gen auf Freie e K 7 * 1 N 1 60 Pf. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vier 7 Ostpreußi 8 3 der die Interessen 5 des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden We 5 5 5 rktag A Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 eee Pfg., monatlich teljährl. 1.80 Mt. Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraste 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die ö mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends? Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 293 Gießen, Dienstag, den 14. Dezember 1915 10. Jahrgang 0 Von Otto Hus. Die Kommission des preußischen Landtags, w 5 n g elche Inde August d. J. eine Besichtigungsreise durch die von b, gegen Ende ; 8 0 8 g dem Kri. mittelbar betroffenen Gebiete Ostpreußens unternahm, 135 nun durch ihr Mitglied, den Abg. Fuhrmann, einen Bericht erstatten lassen, der zunächst als nichtoffizielle Land zur Verteilung gelangt ist. als sozialistisches Mitglied an der Besichtigungsreise teil; tagsdrucksache Hirsch nahm Er ho über seine Bericht muß als Unser Genosse Paul bereits in einer Anzahl sozialistscher Parteiblätter Reiseeindrücke geschrieben. Der Fuhrmannsche Einleitung zu den in Anfängen wiedergegebenen offiziellen Aeußer⸗ ungen der ostpreußischen Landwirtschaftskammer und der Landréte in den besonders arg verwüsteten Kreisen bewertet werden. Diese Aeußerungen aber entrollen ein so tief trauriges und auch lehr⸗ reiches Bild von den Kriegswirkungen in Ostpreußen, daß es sich schon lohnt, die objektiven amtlichen Feststellungen zu Nutz' und Frommen sowohl der einen wie der anderen te einem möglichst weitem Kreise bekannt zu machen. 5 ö Herr Abg. Fuhrmann, der bekanntlich nicht zu den Leuten ge⸗ hört, die wie wir den Kriegs grundsätzlich bekämpfen, faßt seinen totalen Reiseeindruck in die Worte zusammen: . ne nicht abreißende Reihe erschütternder Bilder war es, diechie Fahrt vom ersten bis zum letzten Augenblick begleitete. Keisie Wiedergabe durch Wort und Bild kann den Eindruck be⸗ schreiben, den man von diesen Trümmerstätten empfing. Dabei muß berücksichtigt werden, daß das unmittelbare Grauen, das die Kriegsfurie hier hinterlassen hatte, bereits wieder verschwunden . Der Berichterstatter schildert dann weiter, daß bereits umfang⸗ reiche Aufräumungsarbeiten durchgeführt und bedeutende Neu- bauten begonnen seien. Also den ganz frischen Eindruck von den grauenhaften Vernichtungen haben die Reisenden nicht mehr be⸗ kommen und doch ist der ganze Bericht nebst Anhängen eine einzige Anklage gegen den Krieg! Von den uns früher vorgesetzten Ve himmelungen des„frisch fröhlichen Krieges“ als einem„Jung⸗ brunnen flür die Völker“ wird man in der Denkschrift nichts sinden; 6 auch von„sittlich stärkenden Wirkungen des Krieges“ ist keine Rede. Eine Druckseite nach der anderen ist angefüllt mit Dar⸗ stellungen kulturvernichtender Zerstörungsakte, von denen man die ärgsten nicht auf„Kriegsnotwendigkeiten“ zurückführen Sinnlos, bärbarisch, viehisch hat die Kriegsfurie gehaust. sadistischer Mordlust sind in Fülse vorgelommen. Auf den Men⸗ schen- und Kulturfreund können diese erschütternden Kriegs⸗ dokumente nur als ein einziger Ansporn zur Erhöhung der Kriegs⸗ feindschaft wirken. Nur ein verhältnismäßig kleines östliches Grenzgebiet hat die Kriegsschrecken unmittelbar zu fühlen bekommen. Und doch sind hier schon 24 Städte und fast 600 Dörfer ganz oder teilweise zeestört worden! Zirka 2000 Zivilpersonen sind von ben Russen e oder schwer verletzt worden durch unsägliche Mißhandlungen. 10 700 Zivilpersonen sind nach Rußland verschleppt. 350 000 bis 400 000 ostpreußische Flüchtlinge haben ihre Heimat dem Russeneinfall Hals über Kopf verlassen müssen; am är während des zweiten Russeneinfalls namentlich gehaust. kann. Akte daß manche russische ber um so barbar⸗⸗ Jast Truppen sich menschlich verhielten, ander scher an Leben und Eigentum der Zivi die ganze Bevölkerung der besonde auf die Flucht begeben, zehntausende n, Me Männer, Greise, Frauen und Kinder(die mil ärpflichtigen bevölkerten nun d ss n. at treibung der Russen den teilweise weit bis veystreuten ostpreußischen Flüchtlingen militäresch nan zie geim⸗ laubnis zur Heimkehr gegeben werden durfte, da kamen sie„heim 75 1 1 Höhle: das zu den ausgebrannten Trümmerstätten, e e ee f Wi Tieren gleich mußten 1 Zählkre Grausen wohnt. Wilden Tieren gleich Erd ahlen uw. kam⸗ Heimgekehrten in schrecklichen Gelassen, in 92 5 bis erst notdürftig eine bessere Un en konnte. e Unwfllkürlch fallt einem beim Lesen dieser, Seen 9 l ein, was Karl Kautsky so treffend 1911 f er 1 950 1 stimmung beim Ausbruch eine ⸗ e i 9 Einbruch hat:„Nichts fürchtet ein Volk mehr als einen feine 1 111 über seine Grenzen!“ Die uns vorliegende, eichen. e mal vollständige Leidensgeschichte der ostpreußiscken 9 läßt nicht nur die von Kautsky damals Ae dure begreif⸗ Panikstimmung namentlich der Grenzbevölke ru zie miu in lich erscheinen, sondern wir verstehen nun 110 z den e kritischen Augusttagen 1914 auch Parkeigenosesied 10 h Iced fätzlich für die Budgetablehnung sind e 0 2 terkunft geschaffen wer⸗ 8; 5 r a ben, parlamentarisch tätige Parteivertreter W 89 doch ja die Kriegskredite zu 5 7 8 f i ver⸗ Gegenteil würden auch die ostpreußischen dae e stehen. Gerade wer auf die Berüchsichtigung erienen Tagen auch hohen Wert legt, der muß die Voltestimmung an 9 1 115 in sein parteitaktisches Kalkül einstellen, at 597„ zwischen wieder zur Intransigenz zumgele rn pie Russenherrschaft In dem Bericht über den Kreis Ly ck, 1 0 75 192 5 300 givil⸗ am längsten besaß(130 Tage) wird ee ee und Kinder, personen ermordet und etwa 1000, daruntee 17 0 0 f 1 00 Wohnhäuser ö as 200 Air ches werden nlauammengeschossen und nie⸗ als 2000 Wirtschaftsgebäude wu 1 5 d⸗ unt, minbsestens ebensoviel beschädigt. 10 e bewohner gerieten in russische Gefauagnschach ß wurden diese Leute von Russen nich in dieser Zeit man⸗ nur die Mädchen und jungen Frauen hatten ö 4 18„ sche Rriegsgreuel. ortsanwesend hielt und sie ihr stärkerer Drang nach der Lande, ganz außer Acht lassen. cherlei aus zustehen“. In anderen Teilberichten werden] neuen Schritte sollen in einer Note und in Zwangsmaßregeln weniger zurückhaltend barbarische Schändungen Mädchen und Frauen mitgeteilt. Sodann heißt es über Lyck: „Seit dem 14. Februar hat sich Stadt und Land allmählich wieder angefüllt und werden heute über 35000 Menschen im Kreise anwesendnd sein. Die Zahl wird sich bald mehren, so⸗ bald Lyzeum und Gymnasium in Betrieb gesetzt und die Wohnungen einigermaßen wohnbar gemacht werden.“ Mit anderen Worten: Die besser situjerten Bepölkerungskreise haben sich haup aus dem K gebiet entfernt und sind noch draußen geblieben, während die ärmere Bevölkerung sich mehr heimat⸗ lichen Erde am ehesten wieder heimtrieb. Ist es nicht auch aus Bel⸗ gien und Nordfrankreich bekannt geworden, daß sich das vermö⸗ gende Bürgertum meist in das innere Frankreich und nach England begab, um dem unmittelbaren Wüten des Krieges zu entgehen; und daß umgekehrt eine auch relativ größere Menge des Proletariats in von den„respektive hierher zu⸗ rüickkeh 5 Verhalten der politischen arteien in Sachen der Vaterland teidigung nicht nach billigen Schlagworten zumal solcher Parteigruppen in neutralen Ländern bewertet werden, die sehr weit vom Schuß die natürlichen Empfind⸗ ungen einer Bevölkerung in dem von der Kriegsfurie bedrohten Wie jene ostpreußischen Partei⸗ genossen, die unserer Fraktion die hochkritische Situation in ihrer Heimat anschaulich dargestellt haben, so kaun auch Schreiber dieses aus persönlichen Unterredungen mit zahlreichen im rheinisch⸗west⸗ fälischen Industriegebiet untergekommenen ostpreußischen Flücht⸗ lingen bestätigen, daß der Volksteil, welcher die Kriegsschrecken unmittelbar in der Heimat erlebt hat, es absolut nicht verstanden hätte, wenn sich die sozialdemokratische Reichstagsfraktion am 4. August 1914 anders als geschehen verhielt. In die Gefühlswelt dieser hunderttausender ostpreußischer Flüchtlinge, die eben das nackte Leben retteten, die zahlreiche nächste Verwandte und Freunde verschleppt, mißhandelt, geschändet und ermordet wissen, in die Gefühlswelt dieser Menschen muß man sich versetzen, wenn man sich vorstellen will, wie auch die Arbeiter massen politisch reagierten, wenn Deutschland überhaupt der Hauptkriegsschauplatz geworden wäre und unsere volitischen Gegner dann die Möglichkeit hatten zu behaupten, durch die verneinende oder auch durch eine passive Haltung der Sozialdemokratie sei Volkseinigkeit zerstört, damit unsere Abwehrkraft entsprechend geschwächt worden. Was daraus für die Zukunft auch der sozialistischen Bewegung in Deutschland für Folgen entstanden wären, das liegt für jeden, der praktisch mitten in der Arbeiter⸗ bewegung steht, auf der flachen Hand. Was der Krieg ist, das haben die armen Ostpreußen, von deren furchtbarem Leiden und barbaxischer Vergewaltigung merk⸗ in der angeblich„für Freiheit und Kultur“ streiten⸗ resse Notiz genommen ist, ein gerüttelt volles Maß 1 7 ten und Kriegsgegner werden durch jene Massacres und Zerstörungen bestärkt in unserer prinzipiellen Kriecsgegnerschaft, ohne daß wir die Greuel als spezifisch„russisch“ 98 r sich nicht prinzipiell gegen den Krieg als einen Rlickfall der Menschheit wendet, der mag allerdings die es Wütens der Kriegsfurie als„besondere Auswüchse“ us ist den oscpreußischen Berichten zu entnehmen: Boreits Mobi chungsag brachen die Russen in den Kreis am ene 0. Juli ein und bereit ag) i rirgallen. 8„ Kriegsmärchen a la„Kochmer Tunnelsprengung“, te Tat ö f st 1914 sozusagen, im Zustand der git dem wei ch, nicht etwa m1 gung gegen unseren 113 e befanden! Dieser Gegner hat dann mona nordöstliches Grenzgebiet teilweise bis nahe an König g gehalten und, wie die ausgedehnten Trüümmerhaufen noch im Sommer 1915 bewiesen, schrecklich v stet. Angesichts dieser Wirklichkeit ist die Frage, ob wir uns in einem Verteidi⸗ gungskrieg— dessen wie immer geartete geheimdiplomatische Vorgeschichte angesichts des feindlichen Eir übruchs neben⸗ sächlich wurde— befinden, zu entscheiden. Daß es uns gelungen ist, im Ssten wie im Westen unsere Greuzen zu sichern, das darf uns nicht bewegen, die Anfangsstation des Krieges, dessen unglück⸗ liches Opfer Ostpreußen in wahrscheinlich noch weit höherem Maße als Belgien geworden ist, zu ignorieren. „ 0 0 Verzweifelte Lage des Exveditionskorps. Nach Pariser Blättermeldungen ist die Lage des sransösisch⸗ englischen Expeditionskorps ern st. Die Feinde tragen gegen die französischen Stellungen einen u mfassen den An griff vor, der zugleich am linken Flügel(Doiran), dem Salonik zunächst liegenden Punkt des Schlachtfeldes und am Zentrum der Front der Entente angesetzt wurde. Man befürchtet einen starken Angriff des feindlichen rechten gegen den linken Flügel der französisch⸗eng⸗ lischen Truppen. Falls die Franzosen in die letzten um Saloni! angelegten Verteidigungslinien gedrängt würden, müßten sich die französisch⸗englischen Operationen auf die Verteidigung der Stadt beschränken, deren Widerstand auf der freien Ver⸗ bindung mit dem Meere beruht. Man fürchtet jedoch, daß dieser Trost, die Beherrschung der See durch die Flotte der Entente, ab⸗ geschnitten werden kann. Griechenland und die Entente. Ein neuer Schritt des Vierverbandes in Athen? Der Sonderberichterstatter des Petit Journals erfährt aus guter Quelle, daß eine neue Intervention der Verbündeten bei der griechischen Regierung be absichtigt sei, die direkt und energ isch aufgeforde t werden soll, auf Ausflüchte endlich zu verzichten und ihre übernommenen Verpflichtungen zu halten. Die htigsten ang unser rg baosetzt noch jetzt. eine russische Patrouille einen Teil bestehen. 25 Die Herren von Saloniki. T. U. Budapest, 12. Dez. Az Est meldet aus Sofia: Die Eng⸗ länder nahmen Saloniki in Besitz. Sie besetzten das Post⸗ und Telegraphenamt und die übrigen Verkehrsanstalten und verfügten den Belagerungszustand öber die Stadt. Die englisch⸗französische⸗ Truppen verschanzen sich immer mehr in Saloniki. Die Lage in Saloniki. T. U. Sofia, 12. Dez. Eine diplomatische Persönlichkeit, die gestern aus Saloniki hier eingetroffen ist, bestätigt, daß die Eng⸗ länder und Franzosen sich tatsächlich zu den Herren von Saloniki gemacht haben, auch wenn die Gerüchte von der Verhängung des Belagerungszustandes durch die Engländer über die Stadt offiziell noch keine Bestätigung erfahren habe. Der griechische Charakter Salonikis, berichtet dieser Diplomat, tritt der englisch⸗französischen Herrschaft gegenüber immer mehr in den Hintergrund. Vor einigen Tagen haben die Engländer sogar die Einstellung des Trambahnverkehrs von 3 Uhr nachmittags an verfügt, weil eines ihrer Kriegsautomobile, die unablässig die Stadt durchrasen, bei einem Zufammenstoß mit einem Trambahnwagen verunglückt ist Englisch-französische Patrouillen durchziehen unablässig die Straßer und den Hafen, wo ständig zehn bis fünfzehn Kriegsschiffe sowie drei Lazarettschifse liegen, während man von dem hohen dickleibigen Blutturm, das Wahrzeichen Salonikis, an dem fernen Horizont die Rauchfahnen anderer Kriegsschiffe sehen kann, die die Einfahrt in den Hafen vor dem Angriff deutscher Unterseeboote beschützen sollen Die im Hafen von Saloniki gelandeteten Truppen scheinen mit keiner großen Vegeisterung an die Front zu gehen. Man hat den Eindruck, daß sie bereits wissen, welche Zukunfk sie erwartet und wie hoffnungslos die Sache ist, für die sie kämpfen. Die paar tausend junge Serben, die sich nach Saloniki gerettet haben und die mit der Sprache und den Verhältnissen des Landes besser ver⸗ traut sind als ihre eigenen Leute, werden von den Engländern als Spione und Detektive angestellt. Tag und Nacht kann man diese verdächtigen Gestalten jetzt die Konsulate Deutschlands, Oesterreich⸗ Ungarns, Bulgariens und der Türkei umschleichen sehen. Die Einnahme Ochridas. a Das Echo de Bulgarie schreibt zu der Einnahme von Ochrida: Die Heimat des heiligen Clemens von Ochrida, des Gründers der bulgarischen Nationalliteratur, die Stadt, die unsere nationale Kultur verkörpert, kehrt nach langen Jahren der Fremdherrschaft wieder in das bereits geeinte Bulgarien zurück. Für unsere Väter und für das Ausland gab es, als sich die bulgarische Frage der Diplomatie zum ersten Male aufdrängte, nur ein bulgarisches Land, das sich von Ochrida bis zum Schwarzen Meere ausdehnte, aber die Berechnung und die Eifersucht der Mächte verstümmelten diesen Organis⸗ mus, und die Folgen dieser Verstümmelung spürt unser Land Heute ist die bulgarische Einheit wiederhergestellt. Bulgarien, das alle Kräfte wiedererlangt hat, wird für Süd⸗ osteuropa ein wertvolles Element der Ordnung und der wirt⸗ schaftlichen Wohlfahrt sein. Ferniprechverbindung Berlin— Sosia. Die telephonische Verbindung zwischen Ber⸗ lin und Sofia, die durch ein Gespräch beider Kriegs- minister eröffnet wurde, hat in allen bulgarischen Kreisen ungeheueren Eindruck hervorgerufen. Die Presse betont, daß das Land stolz sein könne auf die täglich neuen Erfolge, die Bulgarien gemeinsam mit den Bundesgenossen auf den Schlachtfeldern wie auf dem Feld der Kultur erringe. Zwei rufsische Dampfer durch rumänische Kriegs schisse angehalten. a T. U. Bukarest, 12. Dez. Der Universul meldet aus Sulina: Die von der russischen Regierung angekauften belgischen Dampfer „König Albert“ und„Tigris“ verließen vorgestern mit der Be⸗ mannung den hiesigen Hafen, um nach Odessa zu fahren. Vor dem Verlassen der rumänischen Wasserzone wurden sie von rumänischen Kriegsschiffen angehalten. Beide Dampfer sind nach Sulina zurück⸗ gebracht worden. Die türkischen Kriegsberichte. Konstantinopel, 12. Dez.(W. T. B.) Amtlicher Bericht des Hauptquartiers: An der IJrakfront bemächtigten sich unsere Truppen durch energischen Angriff der vorgeschobenen Stellungen des Feindes bei Kut⸗el⸗Amara. Der Feind wurde in seine Hauptstellung zurückgeworfen. Die Verluste des Feindes in diesen Kämpfen betrugen mehr als 700 Mann, die unseren an Toten und Verwundeten noch nicht 200. Au der Kaukasusfront im Abschnitte von Milo warfen wir mit Verlusten für den Feind einen Angriff gegen unsere vordersten Stellungen, der zwei Stunden dauerte, zurück. 8 An der Dardanellenfroutbei Anaforta hielt das übliche Artillerieduell an. Unsere Artillerie traf zwei⸗ mal ein feindliches Schiff und dreimal ein Panzer⸗ schiff bei Kemikliliman. Bei Ari Burnu heftiger Bom⸗ benkampf. Drei Kreuzer, ein gepanzerter Ponton und die Landbatterien eröffneten ein Feuer, das ohne Unterbrechung eine Stunde währte, aber nur unbedeutenden Schaden ver ursachte. Unsere Artillerie erwiderte das Feuer und traf zwei⸗ mal einen Kreuzer, der gezwungen wurde, sich zu entfernen, und zerstörte feindliche Bombenwerferstellungen bei Kanlisirt. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr brachte unsere Artillerie das Schleu— pern von Minen zum Stillstand und zerstörte einige feindliche Bombenwerferstellungen. Am 10. Dezember Minenwerfen und Beschießung gegen alle unsere Stellungen. Wir er⸗ öffneten ein lebhaftes Gegenfeuer und brachten die feindlichen Batterien unserem linken Flügel gegenüber zum Schweigen. Konstantinopel, 12. Dez.(W. T. B.) Bericht des Haupt- anartiers. An der Irakfront besetzten wir den Ort Cheikh Said, östlich Kut⸗el⸗Amara, an der feindlichen Mückzugsstraße. Unsere Artillerie brachte bei Kut⸗el⸗Amara einige feindliche Pontons und einen Kriegsmonitor zum Sinken. An der Kaukasusfront nur Scharmützel zwischen Patrouillen und Vorposten. 5 An der Dardanellenfront beschossen ein Monitor und ein Torpedoboot nördlich Adjeliman und einige Panzer⸗ schiffe bei Kemikliliman, unterstützt durch Beobachtungen von Luftballons, unsere Stellungen und das Hospital von Torssunkpeij, wo durch das feindliche Feuer sieben Sol⸗ daten getötet und einer verwundet wurden. Bei Ari Burnu auf dem rechten Flügel fand in der Nacht vom 10. zum 11. Dezember ein Kampf mit Bomben statt. Unsere Artillerie zerstörte am 12. Dezember einen Teil der feindlichen Schützen⸗ gräben bei Kanlisirt. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr machte unsere Artillerie das feindliche Bombenwerfen wirkungslos, zer⸗ störte einen Teil der feindlichen Schützengräben und einige Bombenwerferstellungen. Zwei Kreuzer beschossen erfolglos Atschi Tepe und Umgegend. ö Enolische Besorgnisse. London, 12. Dez. Der Daily Telegraph schreibt:„Wir können unsere Besorgnis über den Zustand in der Levante nicht verhehlen. Wir sind keine Alarmisten, aber die dortige Lage ist voll Gefahr und in mancher Hinsicht ernst. Der stolze Ton des deutschen Reichskanzlers über die Erfolge der Zentralmächte ist nicht ohne Berechtigung. Wir wollen zugeben, wie unangenehm das ist. Denn nur so tun wir den ersten Schritt, um die Niederlage auszuwischen.“ Nach einer Uebersicht über die Lage fährt das Blatt fort:„Von neuem (A hebt sich die Frage der Sicherheit Aegyptens. Obgleich der Suzekanal weit vom Tigris entfernt ist, so werden doch durch den Rückzug des Generals Towushend und das Verschwinden der unglück 110 Tote, darunter 107 Belgier. Bedrohung Bagdads starke türkische Truppenabteilungen frei, die anderweitig verwandt werden können. Nirgendwo ist unsere mili⸗ zärische Lage befriedigend. Die Balkanexpedition sollte aufgegeben oder mit einer bei weitem größeren Streit- macht unternommen werden. Unsere Minister täuschen sich, wenn sie glauben, daß die Personen, die jetzt die Geschicke Griechen⸗ lands leiten, dem Vierverband anders als feindlich gegenüber⸗ stehen. Die Tatsachen reden eine überwältigende Sprache. Entweder der Vierverband oder die Zentralmächte werden Salonik halten. Wenn ersterer es tut, so wird Griechenland Salonik am Ende des Krieges zurückerhalten, wenn letztere Salonik bekommen, so ist es für immer verloren. Wie auch der Entschluß ausfalle, die Lage bleibt ernst. Aber alles ist besser als Wankel⸗ mut und Unentschlossenheit.“ In dem Artikel wird weiter ge⸗ sordert, die Blockade Deutschlands wirkungsvoller zu machen, als dies jetzt infolge der außergewöhnlichen Rücksichtnahme auf die Proteste der Neutralen geschehe. Man solle gerecht mit den Neu⸗ tralen sein, aber sich nicht um das fortdauernde Gezeter über ver⸗ letzte Ideale der Haager Konvention kümmern, die Deutschland zuerst verletzt habe. Die Arbeiterbewegung in England. London, 10. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Aus⸗ jührende Ausschuß des Bergarbeiterverbandes Großbritan⸗ niens gibt bekannt, daß er bei der Besprechung der Gewerk schaften, die vorige Woche in London stattfand, wo Asqu it h, Mr. Kenna und Runciman Ansprachen hielten, nicht vertreten war; der Ausschuß spricht sein Bedauern darüber aus, daß einige Zweigvereine des Verbandes vertreten wären und erklärt, daß er gegen jeden Vorschlag entschieden Ein— spruch erhebt, wonach die Arbeiter keine Lohnerhöhungen fordern sollten. Der Ausschuß billigte den Einspruch des Arbeiterführers Smith, den dieser in einer Besprechung im Schatzamte gegen den Vorschlag des Schatzkanzlers erhob, daß die Arbeitgeber die Einkommensteuer von den Wochenlöhnen der Arbeiter abziehen und der Regierung üüberweisen sollten. 8 ö U Ein Viertel aller Einkommen. London, 12. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der liberale Ab⸗ geordnete Perey Alden teilt im Daily Telegraph eine Unterredung mit Me Kenna mit, in welcher dieser sagte, es werde vielleicht not⸗ wendig werden, 25 Prozent aller Einkommen einzu⸗ ziehen, teils durch die Steuerbehörden, teils durch die Arbeitgeber. E S* 0 Der Seekrieg. Die„Baralong“ Mordtat. London, 11. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Presse⸗ bureau teilt mit, daß die Umstände, unter denen die Zer⸗ störung des deutschen Bootes und die Tötung der Besatzung durch den Dampfer„Baralong“ im August 1915 vor sich gin⸗ gen, den Gegenstand einer Korrespondenz zwischen England und den Vereinigten Staaten bilden. Die britische Regie⸗ rung werde deshalb gegenwärtig nichts veröffentlichen. außer daß sie die unbewiesene Beschuldigung des Reichs⸗ kanzlers zurückweise. Erplosion iu einer bel ischen Munitionsfabrik Le Havre, 11. Dez. Heute vormittag gegen 10 Uhr ereignete sich in den belgischen pyrotechnischen Anstalten, 3 Kilometer von der Stabt, in dem Gebiete der Gemeinbe Graville— St. Honoré, eine Explosion in der Niederlage der zur Ladung von Granaten be⸗ stimmten Pulversorten. Alle Arbeiter waren auf ihrem Posten. Die bereits gefüllten Geschosse explodierten ebenfalls mit solcher Heftigkeit, daß bie Türen und Fenster der benachbarten Häuser zer⸗ sprangen. Am Mittag war es noch vollkommen unmöglich, sich der Unfallstelle zu nühern. Der Materialschaden ist be⸗ deutend. Es ist zur Zeit noch unmöglich, die Zahl der Ver⸗ wundeten zu schätzen, sie soll hoch sein. Die meisten Ar⸗ beiter waren Belgier. 1 Le Havre, 11. Dez. Nach Blättermeldungen sind die 24 Zenti⸗ meter dicken Mauern der purotechnischen Werkstätten durch die Ge⸗ walt der Exvlosion in die Luft geflogen. Die Zahl der Ver⸗ wundeten wird auf etwa 1000 geschätzt. Die Zahl der Toten ist verhältnismäßig gering. Die benachbarten Wohn⸗ baracken der in den Werkstätten beschäftigten Arbeiter wurden zerstört. Die Truppen der hiesigen Garnison besorgen, soweit dies möglich ist, die Aufräumunasarbeiten. Le Havre, 12. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich) Meldung der Agence Hanas: Bis Mitternacht zählte man bei dem Explosions⸗ Die Zahl der Ver⸗ wundeten steht noch nicht fest. Deutschland und Amerika. Washington, 11. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der deutsche Botschafter Graf Bernstorff hat dem Staatssekretär Lansing mitgeteilt, daß der Marine⸗Attache Boy⸗Ed und der Militär-Attaché v. Papen abberufen werden. Gleichzeitig hat der Bot⸗ schafter um freies Geleit für beide ersucht. 0 London, 11. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Washingtoner Korrespondent der Morning Post meldet: Staatssekretär Lansing teilte dem deutschen Botschafter Grafen Bernstorff mit, daß die Vereinigten Staaten nach dem internationalen Gebrauche nicht ver⸗ pflichtet seien, für Boy und Papen freies Geleit zu erwirken, sondern nur dazu, Maßregeln für ihren persönlichen Schutz zu er⸗ greifen, solange sie unter amerikanischer Gerichtsbarkeit, nämlich innerhalb der Zone der Territorialgewässer, sich befänden. Militär⸗ und Marineattachees seien keine Diplomaten und könnten nach An⸗ sicht von Kennern des Völkerrechts auf hoher See zu Kriegs⸗ gefangenen gemacht werden. Washington, 11. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Das Staatsdepartement ersuchte den britischen und französischen Botschafter, Boy⸗Ed und von Papen freies Geleit zu gewöhren. Kaiser Yüa schikai. 5 New⸗Nork, 11. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Asso⸗ ciated Preß wird aus Peking gemeldet, daß Müanschikai die Kaiserwürde angenommen hat. Die Arbeiten des N ichsta es. Die Absicht, den ganzen Beratungsstoff noch vor Weih— nachten erledigen zu können, ist endgültig fallen gelassen worden. Die Arbeiten der Haushaltungskommission haben einen solchen Umfang angenommen, daß es sogar worden ist, ob dort alles noch vor Weihnachten erl den kann. So sind z. B. zu den Ernährungsfragen üb Anträge eingebracht worden. An die Beratung nährungsfragen schließt sich die Erörterung der Soz Auch hier liegen Anträge von weittragender Bedeutung es sei nur erinnert an die sozialdemokratischen Anträge * 2 Besserstellung der Kriegerfamilien. Dann folgt die ech ratung der Zensur, des Belagerungszustandes und ei Lal der militärischen Angelegenheiten. Hier dürfte vor al l Dingen die Beratung der zur Abänderung der Kriegsb f 0 dungsordnung gestellten Anträge geraume Zeit erfor dus Man nimmt deshalb an, daß der Reichstag nächsten Fre ban und Samstag noch je eine Plenarsitzung abhalten und f 11 dann bis nach Neujahr vertagen wird.— In der Plen ef sitzung vom nächsten Dienstag steht außer den Liebknechtsck kleinen Anfragen die Beratung der neuen Kriegskreditvorl Ein auf der Tagesordnung. 4 bez 1 5 Eine neue russisch⸗französische Offenive? Stockholm, 12. Dez. Stockholms Tidningen erklärte 15 an hervorragender Stelle, sie glaube bestimmt zu wissen,! ein die nunmehr schon seit zehn Tagen anhaltende Sperre vo 1 Privatdepeschen nach und über Schweden auf bedeuten sich russische Truppenverschiebungen zurückzuführen sei. Eine 9 l Anzahl von Bahnlinien befördere nur Truppentransporte. das Auch die gegenwärtige Reise des Generals Pau nach ö Rußland stehe möglicherweise im Zusammenhang damit. 1 Die Alliierten bleiben in Saloniki. 1 Der Temps, das französische Regierungsorgan, teilt dea Die verbündeten Westmächte haben förmlich beschlossen, in Di Saloniki zu bleiben. Es werden ausreichende Streitkräfte 0 dorthin entsandt, um die Offensive wieder aufzunehmen. l Zur Friedensfrage. 1 fol T. U. Haag, 13. Dez. Havas meldet aus Paris: Auf die. Behauptung des Abgeordneten Scheidemann im deutse. Reichstag, daß die Franzosen Frieden wünschen, erklärt d 10 französische Presse ein stimmig, daß in Frankreich bis 1 keine Zusammenkünfte zugunsten des Fried abgehalten worden seien. Im übrigen würde die Bekannt 0 gabe der Rede des deutschen Reichskanzlers genügen, um 0 jede Friedensanwandlung zu unterdräcken 11 Bevorstehende Einberufung des Jahrgangs 191. 8 in Frankreich. J m T. U. Genf, 13. Dez. Die Agence Havas meldet: Die Kamm 10 hat durch Handaufheben die Einreihung des Jahrganges 1017 90 genommen. Wie das Bureau hinzufügt, sei dies kein Zeichen, es Frankreich an Mannschaften mangelt, denn der Jahrgang 1 0 befindet sich noch vollständig in den Depots. Der Jahrgang 1017 N wird erst am 15. Januar einberufen werden, damit die Leute d Weihnachts- und Neufahrsfeiertage im Kreise ihrer Angehörigen verbringen können. 1 ö Italienische Finanzsorgen. 0 Bern, 12. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Aus den Aus 3 zügen der italienischen Presse zu den Kammerverhandlungen 8 geht hervor, daß Finanzminister Carcano in seiner gestrigen 5 Rede auch die Abnahme der Einlagen in die Postsparkassen, die schlechten Finanzverhältnisse der Dorfgemeinden, sowie die Verluste bei den Einnahmen der Staatseisenbahnen b rührte. Diese seien auf den geringen Personenverkehr auf außergewöhnliche Kohlenpreise zurückzuführen. Regierung habe den Dorfgemeinden mehrere Millionen 5 liehen, könne aber gegenwärtig an keine Lösung dieser v N wickelten Frage denken.. Hriegsno'izen. 1 Die Post war am Freitag vom Oberkommando in den Ma 15 ö verboten worden, weil sie die Kriegszielentschließung der fr. konservativen Partei trotz des Verbots der Kriegszielerörterung in der Presse abgedruckt hatte. Das Verbot ist schon i wieder aufgehoben worden: es hat gerade einen Tag gedauert. Al Samstag früh ist die Post wieder erschienen. 4 f . 22 Barfüßele. Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach. Jetzt aber hatte sich Dami plötzlich ganz frei gemacht, und eines schönen Sonntags zeigte er seiner Schwester die Drangabe, die er bekommen hatte, denn er hatte sich als Knecht zum Scheckennarren von Hirlingen verdungen. „Hättest du mir das gesagt“, sagte Barfüßele,„ich hätte einen besseren Dienst für dich gewußt. Ich hätte dir einen Brief gegeben an die Landfriedbäuerin im Allgäu, und da hättest du's gehabt wie der Sohn vom Haus.“ „O, schweig nur von der“, sagte Dami hart,„die ist mir nun schon bald dreizehn Jahre ein paar lederne Hosen schul⸗ dig, die sie mir versprochen hat. Weißt du noch? Damals, wie wir klein gewesen sind und gemeint haben, wir könnten noch klopfen, daß Vater und Mutter aufmachen. Schweig' mir von der Landfriedböuerin. Wer weiß, ob die noch mit einem Wort an uns denkt, wer weiß, ob sie gar noch lebt.“ „Ja, sie lebt noch, sie ist ja eine Verwandte von meinem Haus, und es wird oft von ihr gesprochen, und sie hat alle ihre Kinder verheiratet bis auf einen einzigen Sohn, der den Hof kriegt.“ 5 „Jetzt willst du mir nur meinen neuen Dienst verleiden“ klagte Dami,„und sagst mir, ich hätte einen besseren kriegen können. Ist das recht?“ Seine Stimme zitterte. „O, sei nicht immer so weichmütig“, sagte Barfüßele. „Schwätze ich dir denn was von deinem Glück herunter? Du tust immer gleich, als ob dich die Gänse beißen. Ich will dir nur noch sagen: jetzt bleib' einmal bei dem, was du hast, sei darauf bedacht, daß du auf deinem Platz bleibst. Das ift nichts, so wie ein Kuckuck jede Nacht auf einem anderen Baum schlafen. Ich könnte auch andere Plätze kriegen, aber ich will nicht, und ich hab's dahin gebracht, daß mir's hier gut geht. Schau', wer jede Minut' auf einen anderen Platz springt, den behandelt man auch wie einen Fremden; man weiß, daß er morgen nicht mehr zum Haus gehören kann, und da ist er schon heut nicht daheim drin.“ „Ich brauch' deine Predigt nicht“, sagte Dami und wollte zornig davongehen.„Gegen mich tust du immer kratzig, und gegen die ganze Welt bis du geschmeidig.“ „Weil du eben mein Bruder bist“, sagte Barfüßele lachend und streichelte den Unwilligen. In der Tat hatte sich eine seltsame Verschiedenheit der Geschwister herausgebildet. Dami hatte etwas Bettelhaftes und dann wieder plötzlich Stolzes, während Barfüßele immer gefällig und fügsam, dabei doch von einem inneren Stolze ge⸗ tragen war, den sie bei aller Dienstfertigkeit nicht ablegte. Es gelang ihr jetzt, den Bruder zu beschwichtigen, und sie sagte:„Schau', mir fällt was ein, aber du mußt vorher gut sein, denn auf einem bösen Herzen darf der Rock nicht liegen. Der Rodelbauer hat ja noch die Kleider von unserem Vater selig; du bist ja groß, die sind dir jetzt grad recht, und du gibst dir auch ein Ansehen, wenn du mit solchem rechtschaffenen Gewand auf den Hof kommst, da sehen deine Nebendiensten auch, wo du her bist und was du für ordentliche Eltern ge— habt hast.“ Das leuchtete Dami ein, und trotz vielem Widerspruch, denn er wollte die Kleider jetzt noch nicht hergeben, brachte Barfüßele den alten Rodelbauer dazu, daß er dieselben Dami einhändigte, und dann führte Barfüßele den Dami hinauf in ihre Kammer. und er mußte sogleich den Rock und die Weste des Vaters anziehen; er widerstrebte, aber was sie ein— mal wollte, das mußte doch geschehen. Nur den Hut ließ sich Dami nicht aufzwingen, und als er den Rock anhatte, legte sie die Hand auf die Schulter und sagte: „So, jetzt bist du mein Bruder und mein Vater, und jetzt geht der Rock zum erstenmal wieder über Feld, und ist ein neuer Mensch drin. Schau', Dam, du hast das schönste Ehren⸗ kleid, was es geben kann auf der Welt; halt es in Ehren. sei drin so rechtschaffen, wie dein Vater selig gewesen ist.“ Sie konnte nicht weiter sprechen und legte ihr Haupt auf die Schulter des Bruders, und Tränen fielen auf das wieder ans Licht gezogene Kleid des Vaters. „Du sagst, ich sei weichmütig“, tröstete sie Dami,„und du bist es weit eher.“ In der Tat war Barfüßele von allem schnell tief griffen, aber sie war dabei auch stark und leichtlebig wie ei Kind; es war, wie damals die Marann bei ihrem ersten E schlafen bemerkt hatte, Wachen und Schlafen, Weinen und Lachen hart nebeneinander; sie ging in jedem Ereignis jeder Empfindung voll auf, kam aber auch rasch wieder darüb hinweg ins Gleichgewicht. Sie weinte noch immer. f „Du machst einem das Herz so schwer“, jammerte Dam „und es ist schon schwer genug, daß ich fort muß aus de Heimat unter fremde Menschen. Du hättest mich eher auf. heitern sollen, als jetzt so, so—“ 3 „Rechtschaffenes Denken ist die beste Aufheiterung“, sagte Barfüßele,„das macht gar nicht schwer. Aber du hast rech du hast geladen genug, und da kann ein einziges Pfund, das man daruf tut, einen niederreißen. Ich bin halt doch dumm Aber komm', ich will jetzt sehen, was die Sonne dazu sagt, wenn der Vater jetzt zum erstenmal wieder vor sie kommt. 1 Nein, das hab' ich ja nicht sagen wollen. Komm', jetzt wirst du schon wissen, wo wir hingehen wollen, wo du noch Abschie nehmen mußt; und wenn du nur eine Stunde weit fortge Abschied nehmen. Ist mir auch schwer genug, daß ich dich 1 bei mir haben soll, nein, ich meine, daß ich nicht me g sein soll; ich will dich nicht regieren, wie die Leute sagen. Jg ja, die alte Marann hat doch recht: allein, das ist ein große! 5 Wort, das lernt man nicht aus, was da drin steckt. So langs du noch da drüben über der Gasse gewesen bist, und wenn i) dich oft acht Tage nicht gesehen habe, was tut's: Ich kann dich jede Minute haben, das ist so gut, als wenn man bei⸗ einander ist; aber jetzt? Nun, es ist ja nicht aus der Welt. Aber ich bitt' dich, verhebe dich nicht, daß du keinen Sche den leidest, und wenn du was zerrissen hast, schick mir's nur; flick und strick dir noch, und jetzt komm', jetzt wollen wir o den Kirchhof.“ 9 *. (Fortsetzung folgt.) 1 teilt aß lossen, reilftc men. A deulsct klart; ich bi Frich Bekam ügen, u det an gs f ie Kaus 8 1017 U zeichen, K rgang rgang 1 den 1. andlungg t gestrig lionen dieser den Nu ng ber fr rörtemg 1 with dauert. b — ell fi hig ves etsin lo geintn 1 175 Cine wichtige Entscheidung für Wöchuerinnen. 8 Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Nach§ 195 der Reichsversicherungsordnung 35 Wochengeld für acht Wochen zu zahlen, 5 5 5 1 sechs Wochen in die Zeit nach der Niederkunft f Das Reichsversicherungsamt hat nun i 5 grundsätzlichen Entscheidung den Grundsatz aufgestel einer Wochengeld für zwei Wochensvor der Niederkunft 1 17 ausdrückliche Satzungsbestimmung gezahlt werden 1 50 1 handele sich hier um eine gesetzliche Ermächtigung fil 5 Kasse und ihren Vorstand, von der nach pflichtmäß für die messen Gebrauch zu machen sei. n i Gleichzeitig stand noch folgende Frage zur En Eine Frau war seit dem 7. April arbeitsunfähig krank und bezog von diesem Tage an Krankengeld. Am 10 Mai n 115 sie entbunden. Von diesem Tage an wurde ihr 9 Krankenkasse Wochengeld gewährt. Nach sechs Wochen 5 155 jedoch schon der Bezug des Wochengeldes mit der Hehe eingestellt, daß zwei Wochen auf das vor der Entbindun 0 währte Krankengeld angerechnet würden. Das Reichsver⸗ sicherungsamt sprach der Frau in der bereits erwähnten grundsätzlichen Entscheidung noch für weitere zwei Wochen das Wochengeld zu. In der Begründung heißt es: 9 „Es fragt sich, ob eine Anrechnung von Wochengeld auf die Zeit vor der Niederkunft auch dann zulässig ist, wenn die 5 das n mindestens allen müssen. tscheidung: Kasse in Anspruch genommen und Krankengeld erhalten hatte. Diese Frage war zu verneinen. Aus der Vorschrift des Ge⸗ setzes, daß von dem Wochengelde für acht Wochen mindestens sechs in die Zeit nach der Niederkunft fallen müssen, ist zu folgern, daß die Kasse auch bereits für einen vor der Nieder⸗ kunft liegenden Zeitraum von zwei Wochen Wochengeld ge— währen darf. Insoweit stellt sich das Wochengeld dann als eine Art Schwangerengeld dar. Diese der Kasse hier ein⸗ geräumte Befugnis kann aber lediglich dahin verstanden wer⸗ den, daß die Kasse unter Umständen ihre Leistung an Wochen⸗ geld, die im allgemeinen erst mit der Niederkunft bginnt, um zwei Wochen zeitlich verschieben kann. Daraus folgt aber noch nicht, daß die Leistung in diesem Umfange dann wegfällt, wenn die Klägerin für diese Zeit bereits Krankengeld bezieht. Hierauf würde die Auffassung der Kasse hinauslaufen. Es muß vielmehr angenommen werden, daß es dann der Kasse nicht mehr möglich ist, von der ihr durch das Gesetz ein— geräumten Befugnis Gebrauch zu machen. In solchen Fällen kann die Dauer des Wochengeldbezuges vielmehr erst von der Niederkunft an berechnet werden.“ — Ein alter Gießener Parteigenosse, Hermann Muhl, ist gestern gestorben. Er ist 67 Jahre alt geworden. Ge— boren in Grebenau im Kreise Alsfeld, kam er als Knabe nach Watzenborn, wohin sein Vater als Lehrer versetzt wurde. Nach seiner Schulzeit erlernte er in Gießen das Schreiner⸗ handwerk und verheiratete sich später auch hier, nachdem er den 70er Feldzug mitgemacht hatte. Vom Kriege steckte jeden⸗ falls noch Krankheit in seinem Körper, schon anfangs der neunziger Jahre trat bei ihm Invalidität ein und seit der ganzen langen Zeit konnte er nur an zwei Stöcken gehen. Er war einer der Mitgründer des Gießener sozialdemokratischen Wahlvereins und hat unserer Sache bis zum letzten Atem⸗ zuge Treue bewahrt. Dem stillen, bescheidenen Manne wer⸗ den die Gießener Genossen ein gutes Andenken bewahren. — Der Verkauf von Kolonialwaren durch die Stadt findet jetzt außer in der Neustadt 66 auch Asterweg 25 in der alten Gewerbeschule statt und zwar täglich mit Ausnahme Samstags von 2 bis 6 Uhr nachmittags. Zur beabsichtigten Erhöhung der Zigarrenpreise schreibt der Tabak⸗ Arbeiter, das Organ des Deutschen Tabakarbeiter⸗ verbandes: Wahrscheinlich wird man allmählich überall zu einer Preiserhöhung der Zigarren kommen. Daß eine Verteuerung in der Herstellung eingetreten ist, kann heute auch wohl von Konsu⸗ menten nicht mehr bezweifelt werden, aber ein 1 Prozent ist keine Kleinigkeit und will seine zutreffende Begründung haben. Nun sind wohl alle zur Zigarrenfabrikation bengtigten Rohmaterialien im Preise gestiegen, so daß sich auch. die Fabri⸗ kanten fast allgemein genökigt gesehen haben, höhere Engrospreise zu fordern; wenn aber in der Begründung diefer Preiserhöhungen immer die Erhöhung der Arbeitslöhne angeführt wird, miüssen wir doch, den Tatsachen entsprechend, ein nicht so eines Fragezeichen machen. Zunächst einmal: Wie viele Betriebe haben denn bis jetzt ihren Arbeitern und Arbeiterinnen eine Lohn⸗ dezw. Teuerungszula de gewährt? Nach den Angaben der Tabaks⸗ berufsgenossenschaft gibt es rund 5400 Zigarrensabriken. Seen davon wohl 2000 oder 3000 die Arbeitslöhne seit Beginn des 5815 ges erhöht haben. Wir glauben es nicht und können es nach den Meldungen der Verbände erst recht nicht glauben, wenn wir 17 0 zugeben, daß ein Teil der Zulagen nicht an. die Vorstände Wicke old. kind dabei lehrt die Erfahrung, daß vielfach klein a. iind ganz kleine Firmen eher als große zur Lohner ige e ab ee le r e c ödeser dee Arbeiter nach der größte Teil keine Lohnech nach len 1 11 i ält. weise Teuerungszulagen in dieser Zeit erhä: 7 sagen, daß also in den allermeisten 9 0 115 e sie sich auf gesteigerte Arbeitslöhne bezieht, ung 915 b 1 ungerechtfertigt, ist. Sie ist aber auch noch insofern tfe 5 1 Reb Bic wert ind. 10 20, 25 beo E ch Gasexplosi ereignete sich am Freitag in 2 szulagen das Reden nicht 1 2% 5 Eine were Gasexplosion exeignete Freitag g. fle das n ist denn das. ee. au. Eine dort wohnende Frau Raue wollte 50 für das Tausend mehr, was. 1 14 70 5 05 e Teuerungszulage, machen die 1 neee Das heißt: Kann und will man damit in 11 e höhten Rohmaterialpreisen eine Preiserhöhung vo Menne ene gründen? Nur einige wenige Firmen haben 0 00 Lohn- bezw. Teuerungszulage an ihre N 1 5 bis jetzt Aber gewährt. Die meisten Fabrikanten haben si 10 wo die Organi⸗ haupt gedrückt namentlich in jenen Wenke Au bote sation fehlt. Aber die Waren dieser Claman lia 11 der Signierung: Erhöhte Arbeitslöhne! e pielleicht auch aufschlag, den die gutgläubigen Konsumen Tabakarbeiter ein Händler in der Meinung zahlen, daß die armen ö itallenisch littenarbeiter Garneri 0 en 5 en. urteikte gestern den fungen itallenischen Hüttenarbeiter Garn r ene Jinherbisebenen. Die Hinter⸗— Naubmerbeß zum Tode. Der Verbrecher, der bereits wegen Die doppelten Ansprüche der haben außer dem Aecht auf] Tobschlages mit 1% Jahren Gefängnis bestraft war, ermordete in bliehenen von Kriegsteilnehmern ha waisengeld auch An⸗ Dillingen einen Landsmann mit 74 Messerstichen, schleppte die Kriegswitwen⸗ und Kriegs der Fun validen ⸗ Leiche in einen Keller und bederkte sie mit Sand. Nach der Ta raubte er dem Ermordeten die Barschaft. spruch auf die Witwen⸗ und Waisenrenten aus soßern die For: Aufschlag von 10 Witwenrente erhält die invalide Witwe, wenn der versicherte Ge⸗ sallene zur Zeit des Todes die Wartegeit für die Invalidenrente erfüllt und die Anwartschaft aufrechterhalten hatte. Als Invalide gilt die Witwe, die nicht imstande ist, durch eine ihren Kräften und Fähigkeiten und ihrer bishergen Lebensstellung entsprechende Tätig— leit ein Drittel dessen zu erwerben, was gesunde Frauen der⸗ selben Art mit ähnlicher Ausbildung zu verdienen pflegen. Die ehelichen Kinder unter 15 Jahren erhalten Waisenrente, wenn der versicherte und gefallene Vater die Wartezeit erfüllt und die An⸗ wartschaft aufrechterhalten hatte. Die Höhe dieser Witwen- und Waisenrente richtet sich nach der Klasse, in welcher die Marken ent⸗ richtet sind. Warn die Witwe des Gefallenen außerdem selbst für den Fall der Invalidität und des Alters, sowie zugunsten der Hinterbliebenen versichert, so erhält sie als einmalige Leistung ein Witwengeld in Höhe des zwölffachen Monatsbetrages der Witwen⸗ 51 und bei Vollendung des 15. Lebensjahres der Kinder als Waisenaussteuer den achtfachen Monatsbetrag der Waisenrente. Der Anspruch auf diese Leistungen verjährt in vier Jahren nach der Fälligkeit. Gnadenfrist für Waschkessel. Der Ersatz der lupfernen Wasch⸗ lessel und der Ascheraum⸗ und Rauchverschlußtüxen aus Messing würde sich sehr schwierig gestalten, wenn diese Dinge sofort der Beschlagnahme verfallen würden. Das Kriegsministerium will daher den Hausbesitzern ein besonderes Entgegenkommen zeigen und hat zu diesem Zwecke folgenden Bescheid an den Hauptvorstand der städtischen Hausbesitzervereine Deutschlands ergehen lassen: Die Erzeugung von eisernen Ersatzwaschkesseln wird fortdauernd gesteigert. In einigen Monaten werden daher genügend Ersatz⸗ waschbessel zur! Verfügung stehen. Mit Rücksicht auf die Verhältnisse wird in der im November zu veröffentlichenden Verordnung zur zwangsweisen Ablieferung der beschlagnahmten Gegenstände aus Kupfer, Messing und Reinnickel für die Ablieferung der erwähnten Gegenstände(Kessel, sowie Ascheraum⸗ und Rauchverschlußtüren) eine Frist bis zum 31. März festgesetzt werden. Außerdem ist den Kommunalverbänden anheimgegeben, in geeigneten Fällen eine Nachfrist zu bewilligen. Zur schnellen Abwickelung des Postschalterverkehrs während der Weihnachtszeit kaun jedermann wesentlich beitragen. Die Ein⸗ lieferung der Weihnachtspakete sollte nicht lediglich oder vorwiegend bis aut den Abendstunden verschoben, namentlich müßten Familiensendungen tunlichst an den Vormittagen aufgegeben wer⸗ den. Auch sollte es die Regel bilden, daß die Absender die eintzu⸗ liefernden Weihnachtspakete durch Postwertzeichen selbst frei⸗ machen. Mit seinem Bedarf an Postwertzeichen müßte sich ein jeder bald versehen. Zeitungen dürften nicht in den Tagen vom 19. bis 24. Dezember am Schalter der Postanstalten bestellt werden. Für die Zahlungen am Postschalter sollte der Auflieferer das Geld a b⸗ gezählt bereithalten. Die Befolgung dieser Ratschläge würde der Post und der Allgemeinheit gleichmäßig zum Nutzen gereichen. —„Die Brücke zum Orient“ lautete das Thema, das gestern abend der bekannte Kolonialpolitiker Dr. Paul Rohrbach in einem im Saale des Gesellschaftshauses gehaltenen Vortrage be⸗ handelte. Es hatte sich dazu ein sehr zahlreiches männliches und weibliches Publikum eingefunden; der geräumige Saal war dicht besetzt und andächtig lauschte man der Erörterung der welt⸗ politischen Probleme, die der Vortragende vorführte. Unter der Brücke nach dem Orient veysteht er die durch den Eingriff Bul⸗ gariens in den Krieg und den Vorstoß der deutsch⸗österreichischen Truppen nach Serbien hergestellte Verbindung mit Konstantinopel, Mesopotamien und weiter nach dem Suezkanal. Dadurch werde Rußland, das stets nach dem Besitz Konstantinopels gestrebt habe und streben mußte, lahmgelegt und der englischen Weltmacht ein empfindlicher Stoß versetzt Man könne sagen, daß die Katastrophe für das englische Weltreich hereinbreche. Die Eröffnung des Weges nach dem Orient bringe uns alles, was wir an Lebensmitteln und Rohmaterialien nötig haben. Die Ausführungen Rohrhachs wur⸗ den mit lebhaftem Beifall aufgenommen.— Eine Diskussion folgte dem Vortrage nicht: vollgesogen mit den gehörten Weisheiten machte sich jeder auf den Heimweg. — Im Stadttheater fand am Sonntag abend die Gesangsposse „Der Juxbaron“ von dem gutbesetzten Hause sehr beifällige und heitere Aufnahme. Das ist bei den zahlreichen komischen Situationen und lustigen Szenen, die das Stück den Zuschauern vorführt, ganz erklärlich. An der Handlung selber ist nicht viel; in dieser Beziehung steht diese Neuheit mit vielen anderen in einer Reihe. Ein ewig mit den Gesetzen und Gesetzeswächtern im Konflikt liegender lustiger Stromer wird pon dem jungen Ehepaar v. Grabow veranlaßt, die Rolle eines Barons, des Freundes Grabows, von Kimmel, zu spielen, um einen dem jungen Paare gerade in den Flitterwochen nicht besonders willkommenen Besuch der Schwiegereltern abzuwimmeln. Der Plan verunglückt aber und es gibt dadurch die lomischsten Situationen. Wer lachen wollte, kam auf seine Kosten. Arthur Eugens gab den„Jux⸗ baron“ mit einer Lebendigkeit, die ihm durchschlagenden Erfolg sicherte. Auch die übrigen Mitwirkenden trugen ihr Teil zum guten Gelingen der Vorstellung bei, namentlich die Schwieger⸗ eltern, Margarinefabrikant Windisch und Frau, die von R. Goll und Else Jüngling vorzüglich dargestellt wurden. Hervorzu⸗ heben sind noch Ernst Theiling und Frl. Petri, das junge Ehepaar, das durch den Schwindel mit dem falschen Baron in komische Verlegenheiten gerät. Allgemein gefiel Herta die studentischem Ulk keines- wegs abgeneigt war und deren Gesangspartien lebhaftesten Bei⸗ fall fanden. Die Tänze waren von Balletmeisterin Lina Oldini vorzüglich arrangiert. — Stadttheater. Zondervan als flotte Studentin, Das Gastspiel des„Neuen Theaters“ Agesbericht des Gufen Hauptguartiers. Mazedonien von den Ententetruppen befreit. Zwei englische Divisionen aufgerieben. W. B. Großes Hauptquartier, 13. Dez., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz,. Es ist nichts von Bedeutung zu berichten. g Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. An verschiedenen Stellen fanden kleine Gefechte vorge⸗ schobener Postierungen mit feindlichen Aufklärungs⸗Abteil⸗ ungen statt. Dabei gelang es den Russen, einen schwachen deutschen Posten aufzuheben. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. g Ein vergeblicher Angriff gegen unsere Stellungen bei Wulka(füdlich des Wyponowskoje⸗Sees) kostete den Russen etwa hundert Mann an blutigen Verlusten und an Ge⸗ fangenen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Nichts Neues! Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist nicht wesentlich verändert. Bei der Armee des Generals von Koeveß gestern über neunhundert Gefangene eingebracht. 5 Bei Ipek sind zwölf moderne Geschütze erbeutet, die die Serben dort eingegraben hatten. Hinter unserer Front wurden in den letzten Tagen über tausend versprengte Serben festgenommen. In Mazedonien hat die Armee des Generals Todorow die Orte Doiran und Gewgheli genommen. Kein Engländer und Franzose befindet sich in Freiheit auf mazedonischem Boden. Nahezu zwei euglische Divisionen sind in diefen Kämpfen aufgerieben worden. Oberste Heeresleitung. Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Die Verfolgungskämpfe in Montenegro. Italienische Angriffe abgeschlagen. Wien, 13. Dez.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplaßz. Keine besonderen Ereignisse. Jtalienischer Kriegsschauplatz. In Tirol beschießt italienische Artillerie den befestigten Raum von Lardaro, sowie unsere Stellungen bei Riva, Rovereto und am Col di Lang. In Zudicarien arbeitet sich die feindliche Infanterie näher heran; auf den Berghöhen östlich des Tales griff sie an und wurde abgeschlagen. 1 Am Görzer Brückenkopf fanden Geschütz⸗ und Minen⸗ werferkämpfe statt. Ein feindlicher Angriffsversuch auf die Kuppe nordöstlich von Oslavija war bald zum Stehen gebracht. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgungskämpfe in Nordost⸗ Montenegro nehmen ihren Fortgang. Bei Korito wurden 800 Gefangene, bei zwölf serbische Geschütze eingebracht. Unsere Flieger bewarsen das Lager bei Bomben. wurden 13. Ipek neuerlich Berane erfolgreich mit Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: f v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 8 Der bulgarische Bericht. Die bulgarischen Siege über Franzosen und Engländer. Sofia, 13. Dez.(W T. B.) Bulgarischer Heeresbericht vom 11. Dezember: Wir setzten heute die Verfolgung der englisch-französischen Truppen auf beiden Ufern des Wardar in der Richtung auf Gewgheli und Doiran fort. Diejenigen Teile unserer Streitkräfte, welche auf dem rechten Wardar⸗Ufer vorrücken, griffen die Franzosen auf de; ganzen Front an und nahmen deren Stellungen bei den Dörfern Miletkowo und Smokawitza bei der Höhe aus den Einaktern:„St „Das Bachusfest“) in Krä von Möllendorf, Haus als Gast mit Herr — Großen⸗Buseck. beschieden. dabei sein Leben ein. der Hainstraße in Han sich kranen geöffnet. ist nicht festgestellt. Töchterchen der Raue Die Frau war wegen nehmung geladen und ihre Kinder töten. Saarbrücken, 10. D und binterbliebenenpersichenn ng aussetzungen der Reichsversicherungsordnung erfüllt sind. Die das Urteil anscheinend Frankfurt am heutigen Dienstag bringt Arthur Schnitzlers Werk die Einakterfolge iften der Frankfurter b Sangora und Marija Leiko und di wirt Koch und Frau ihre si lberne Hochzeit. non Gleiberg und erfreut sich lich sind dem Paar noch und ihre Kinder töten 1 Durch welche Ursache das Bei der Explosion den Tod. Die Mutter und drei weitere Kinder Landkrankenhaus gebracht. Lebenswandels zux polizeilichen Ver⸗ wollte aus Furcht vor den Folgen sich und wurden infolge Gasvergiftung in das Wegen Naubmor „Komödie der Worte“ 340 unde des Erkennens einer allerersten Besetzung. lange Jahre glücklichen Kreis Metzlar. Von Nah und Fern. fand das ihres ez. gleichgültig entgegen. —„Große Szene“— Von ersten Bühne sind beschäftigt die Damen Poldi e Herren Paul Gwinner, Kurt Schwartze; außerdem wirkt in allen Stücken Bruno Harprecht vom Hoftheater in Darmstadt. Am Sonntag beging das Ehepaar Gast⸗ Koch stammt hier allgemeiner Beliebtheit. Hoffent⸗ Zusammenlebens Ein tödlicher Unfall ereignete sich am Samstag auf der Grube„Juno“ ber Nauborn, die Krupp gehört. 18jährige Bergmann Fritz Söhn chen aus Bonbaden büßte ind hatte zu diesem Zwecke den Gas⸗ Gas entzündet wurde, dreijährige des zum Tode verurteilt. Das außerordentliche Kriegsgericht ver⸗ Der Verurteilte nahm Der 720 südwestlich Kowanetz im Sturm. Die 122. fran zösische Division, die aus den Regimentern 45, 34, 148 und 284 zusammengesetzt ist und an diesem Abschnitt operierte, erlitt große Verluste an Verwundeten, Toten und Gefangenen. In einem einzigen Schützengraben bei Miletkowo wurden 100 Leichen gefunden. Die Kavallerie, die die Flanken unserer Armee deckt, griff bei dem Dorfe Negortzki ein französisches Bataillon an, das sie zersprengte, wobei sie dessen Kommandanten gefangen nahm. Unsere auf dem linken Ufer des Wardar operierenden Abteilungen warfen mittels eines kräftigen Angriffes die englisch⸗französischen Truppen aus der von ihnen auf der Linie Baba⸗Berg, Cote 51, Dorf Dedeli, Cote 670 und Cote 610 ausgebauten Stellung, die sie besetzten. Die Eng- länder zogen sich nach Südosten in der Richtung des, Dorfes Karanglarlar, die Franzosen nach Südwesten in, der Richtung des Dorfes Bogdantzi zurück. Die englisch⸗ französische Stellung bei dem Dorfe Furka wurde mittels eines Bajonettangriffes erobert. Eine mazedonische Division, welche dem Feind in diesem Abschnitt nachsetzte, durchbrach im Laufe der Verfolgung die Front der englisch-französischen Truppen und nahm das Dorf Bogdantzi und schnitt auf diese Weise die fran⸗ zösischen Abteilungen, welche zwischen dem Koz⸗ ludere-Fluß und dem Wardar operierten, von den Eng ⸗ ländern ab, die sich südlich von Furka an den Doiran⸗See zurückzogen. Wir machten zahlreiche Gefangene, darunter 5 Offiziere. Die genaue Anzahl der Siegesbeute ist noch nicht festgestellt. Die Gefangenen und Toten gehören zumeist der englischen Armee und der Division des Generals 5 Bailloud an, welche die französischen Infanterie-Regi⸗ mentern 175 und 176, sowie zwei Zuaven-Regimenter umfaßt. Gegen 2 Uhr nachmittags stand Gewgheli in Flammen. Der Triumph der Bulgaren! Die B edeutung des bulgarischen Sieges über die Eng⸗ länder und Tranzosen würdigt die Frankf. Ztg. in folgenden Aus⸗ führungen: Die Bulgaren haben das Unbegreifliche gewagt, sie haben der größten Koalition, die jemals im Kampf ge⸗ standen ist. an unserer Seite Tratz geboten und sind Sieger ge⸗ blieben. Die Niederwerfu⸗ ig Serbiens war ein groß⸗ artiger Erfolg. der Tag aber, an dem die vereinigten Trup⸗ pen Englands und Frankreichs vor der Armee des Bul⸗ . garen Todorow über die griechische Grenze fliehen 5 mußten, wird in der Geschichte des Balkans und des 2 nahen Orients von einer un vergänglichen Bedeut⸗ ung sein. Unter dem Druck der k konzentrisch angreifenden bulgarischen Armee, die besonders gegen den linken Flügel der Divisionen des Generals Sarrail, der dem Zentrum im Wardar⸗Tal den Abzug sichern sollte, mit größter Wucht vorging, wurde die Lage der Entente⸗Truppen mit jedem Tage gefährlicher und es ist nach der ganzen Kriegslage und den örtlichen Verhältnissen nicht verwun⸗ derlich, daß der anfangs sehr sorgfältig und glücklich durchgeführte Rückzug der Ententetruppen mit einer wahren Flucht geendet hat. Es ist auzunehmen. daß die Bulgaren gewaltige Mengen von Kriegsmaterial und Vorräten und vermutlich auch eine nde Zahl von Gefangenen erbeutet haben. Engländer und 5 als Gefangene des bulgarischen Königs! Ein Stück Weltges Die Ziffern der blutigen Verluste der Entente in Mazedonien müssen nach den bisher vorliegenden Meldungen ganz N 30 000 bis wöhnlich groß sein. Die Engländer baben allein Doiran zwei eng⸗ Mann. dadurch verloren, daß in den Kämpfen 5 lische Divisionen aufgerieben worden Der volle Um⸗ fang der Katastrophe, die nun auch über bas e Hilfskorps hereingebrochen ist. wird erst zu überseben sein, wenn der bul⸗ garische Bericht die Einzelheiten mitgeteilt hat. 1 „Kein Engländer und Franzose befindet sich in mazedonischem Boden.“ Was sich von den feindl ichen retten konnte, ist in der Richtung nach Salonik auf grie schen Boden übergetreten. Sind die Bulaaren dorthin ge⸗ solgt? Werden sie folgen? Und welche Holtung wird Griechenland einnehmen? Von der Antwort hängt da chicksal Stelle geben: bei den Herren von Salonik Griechenland und der Vierverband. 1 5 Uebergriffe der Entente in Salonik. Konstantinopel, 13. Dez. Mit 5 ist die noch bis er drei Tagen bestandene Bahn- und Telegrap hen⸗ 2 1 Verbindung hierher seit der 1 Gewgelis und Doiraus durch die Bulgaren vollständig abgeschnitten. 1 Die letzten Melsungen von dort besagten, daß Frankreich und 1 England auf die Entfernung des deutschen und . österreichisch⸗ ungarischen Konsulates in Salonit drängten. Der griechische Militärgouverneur lehnte dieses Verlangen unter Berufung auf die griechische Sou⸗ treten, reiheit auf 8 2 des Restes der Salonfter Truppen ab. Wie sich auch G land entscheiden wird, so viel ist klar, daß die Griechen nicht das Aller⸗ geringste tun werden. wozu sie durch die Brutalität der Entente und ihre kluge Politik des Abwartens nicht oezwungen werden. Die militärischen Ereianisse strömen aber so schnell und unwider⸗ stehlich, daß es uns um die Antwort Pa nicht bange zu sein braucht. Bedenklichkeit und Sorge kann es nur an einer veränftät aufs entschiedenste ab, und die griechische Militär⸗ verwaltung traf in anzuerkennendster Weise Vorsorge für den Schutz dieser Konsulate. die Entente im Augenblick, wo sich alles um Salonik kristalli⸗ siert, zu einem Gewaltstreich Zuflucht nimmt. 2* Reuter meldet aus Salonik: Die griechischen Stabs⸗ . 5 offiziere Obersten Pallis und Sta ikes hatten eine 17 7 4 8 5 17 ö 2 Unterredung mit General Sarrail. Ein Lokalblatt vernimmt von französischer Seite als Ergebnis der Unter⸗ redung: Das griechische Heer werde sich vor den Bul⸗ garen zurückziehen, folls diese bei der Verfolgung der Truppen der Alliierten die Grenze über schre 0 würden. Das griechische Seer 5 jeden gefährlichen . Kontakt vermeiden. Bericht habe große Er⸗ 5 regung verursacht.— Natürlich beim Vierverband. 1 2* T. U. Genf, 13. Dez. Laut Hestia erblickt die griechische Presse in der Verhinderung der Ausfahrt der griechischen Schiffe aus den Häsen der Verbündeten eine neue Maßnahme, um die Regierung zum Nachgeben zu zwingen. Es sei wahrscheinlich, zaß die grigchische Regierung dagegen protestieren werde. FT. U. Sofia, 13. Dez. Ein Diplomat, der aus Saloniki hier Antraf, erzählte, daß die einst so reiche Stadt jetzt ganz verarme. Die Ententelandungen haben den Hande L* vollstündig zugrunde ge⸗ richtet. Ein großer Teil der Einwohner ist an den Bettelstab gebracht. zierverband. de 5 7 Rumänien und der 2 7 T. U. Kopenhagen, 13. 0 Telegraph, Dr. Di gramm an die englische Dez. Der Mitarbeiter Regierung, die e e nicht aufzugeben, vor allem die Heere aus Saloniki nicht zurückzuziehe Im gleichen Augenblick, wo das Ententekorps Griechenland verlasse, werde Rumänien * sich den Zentralmächten anschließen. Alle in 5 London vorliegenden. Nachrichten über die Haltung Ru⸗ 1 mäniens lauten in den letzten Tagen als äußerst pessimistisch. 95 Abtransport der russischen Truppen in . Bessarabien. N 1 Bukarest, 13. Dez. Nach sicheren Informationen trans⸗ g bortieren die 25 üussen den größten Teil ihrer an der 5 Grenze Bessarabiens gegen Rumänien aufgestellten 5 Formationen ab. Seit vorgestern ist zwischen Rum änien und Rußland die bisher regelmäßig funktionierende Drahtverbindung eingestellt. Rumänien wird die Entlastung der Grenze angenehm empfunden In Doch ist es nicht ausgeschlossen, daß 5 eiten zwochenmarrtpreise in Gießen am 11. Dezember 1915 8 Hammelfleisch p. Pfd. 05 fi J und hauptsachuch auf die entschlossene Haltung der Regierung, den Durchmarsch der russischen Truppen 1 dulden zu wollen, zurückgeführt. 1(Land) per Pfd. 1.90 Mk. 2 0 5 1 Liter 26 Pfg.] Kartoffeln p. Malter 7—75 Zurücknahme der russischen Stellungen am Sereth. Hubner Stück 20—25 Pig Kartoffeln Pfd. 4 Dem Berl. Tagbl. wird aus dem K. und K. Kriegspresse⸗ N Stück— Pfg. Zwiebeln per Pfund 25—28 anartier gemeldet: Oestlich der Strypa sind die russischen Stel⸗ Köse 1 5 Stück 8—9 Pfg] Alumenkohl ver Stck. 20—40 lungen infolge der Einwirkung der tödlichen Kälte und der nden e Stück 5—6 Mfg Weißkraut p. Haupt 10—20 hweren Wetterunbilden an dem Serethfloß zurückgenommen Hagnen ber e e.o d Rotkraut p. Haupt 1025 100 offenbar weil ihre Einrichtung für den Winter im Feuer e ihner 185 Stück 1.80—2.30 4 Wiesing p. Haupt 10—15 der deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen nicht möglich 70 5 per Stück 1.50—2.50 8 k.] Kohlrabi ver Stück 6—8 Die Schneestürme haben das Kampfgelände verweht und 8 Plid 1.30— 1.40 Mk Sellerie per Kopf 6—12 als dann die Kälte einfetzte, täglich waren über 20 bis 30 5 per Pfd. 1.20—1.2 bk. Birnen Pfund 7—12 P Grad, erfror die Besatzung der russischen vordersten Linien zu] Kal fleisch dl. Pfd. 120—124 Pfg.] Aepfel Pfund 6—12 Pfg. Dutzenden, weil sie in den ungeheizten und nassen Deckungen Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 110-116»fg.] Nüsse 100 Stück 45—50 J keinen Schutz fanden. Schweinefleisch Pfd. 150—000 Pfg. Bab die le 1 die 5 e in 5 n* Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Gießen. e and ane 80 1 f 8 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. d allein 800 Russen erfroren und in den von den Russen weitere 300 Russenleichen verlorenen Stellungen fand man noch Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. MW. vor. * Geheime Verträge Bekauntmachung. 5 i Die im November 1898 geborenen Landsturmpflichtigen der gekanntlich ist Italien dem Londoner Vertrag beige Stadt Gießen müssen sich am 15. Dezember 1915, vormittags v der Teilnehmer des uns feindlichen Staaten⸗ 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im alten Rathau verpfl nur gemeinsam Frieden zu 1 25 1— 1 2 — N 9e. Auswärts Geborene haben bei der i. er Int ation, die ein kriegsgegnerischer Radi⸗ f 5 burtsschein vorzulegen. kaler in der ite hen Kammer eingebracht hat, erfährt Gießen, den 7. Dezember 1915. man nun, daß der Beitritt Italiens unmittelbar vor der Der Oberbürgermeister. 5 stattgefunden hat. Jedermann wird Keller. 2 daß die italienische Regierung nie und 3* nimmer; Hoffen 5 vom Parlament die Zustimmung zu B kanntmachung zen, was wieder die Folgerung Die Auszahlung der Quartierservisbeträge für November 1915 rloment trotz aller Kund— für die wicht in der Stadtknabenschule untergebrachten Unt C All 5 offiziere und Mannschaften des Landsturm⸗Infanterie⸗Ersatz⸗ alle Ewigkeit„durchzu- Bataillons II Gießen findet Man hat hier ein Schulbeispiel dafür, wie sogar ein 2 Mittwoch, den 15. Dezember 1915. demokratisch organisiertes Land durch Geheimver⸗uim Stadthaus, Zimmer Nr. 4, von 8—12 Uhr vormittags statt. ge seiner Regierung um alle Willensbestimmung gebracht Gießen, den 13. Dezember 1915. 5 g Der Oberbürgermeister. und ins Verderben gerissen wird. Bleibt nur die Frage, ob 0 0 das italienische Volk ebenso bereit sein wird, sich bis zum Keller 75 Verst reif 1 letzten Mann für die hehren Ziele Victor Emanuels und erstorbene. Konrad Pfeiffer, Bahnarbeiter in Gießen. Salandras zu opfern. 7 alle Anmeldung . daß das italien 0 n nicht daran denkt, bis Hermann Muhl in Gießen, 67 Jahre alt.— Frau Gertrude Winkenstern geb. Fiedler in Alsfeld, 86 Jahre alt. dil. Neher alert Ortsgruppe Gießen. Aus kunftstelle Todes-Anzeige. Heute morgen ½% 8 Uhr entschlief sanft nach kurzem schwerem 1 Leiden mein innfgstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Gross- für r 4 Vater und Schwiegervater 828 10 Hermann Muhl im Alter von 67 Jahren. Giessen, Löbershof 4, und Kansas(City-Mo.), 13. Dezember 1915. Die tieftrauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch. den 15. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Blumenspenden dankend verbeten. 1 Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich. Rat und Auskunft in Rechts angelegenheiten im alten Rathaus Marktplat 14 Mittwoch bia don d 6. Rheumatis- mus, Ischias u. Gicht können Sie selbst bekampfen. Ich nichts verkanfen. Für Aus- kuntt Freimarke beifügen. Brandt, Kriegschulbeamter a. D. Halle a. S. 438, Jakobstr. 44 Zu Geschenkzwecken empfehlen wir Ib ran zösische depolulion in Wort und Bild Prachtwerk auf Kunstdruckpapier in elegantem Einband, 200 Seiten Text nach Mignet, Thiers, Lamartine u. A. und vielen Bildern nach Originalen der besten Künstler älterer und neuerer Zeit. Dir.: Hermann Steingoetter. g Dienstag, 14. Dezember 1915, 1 abends 8 Uhr: Außer Abonnement 8 Frankfurt a. M. 1 Arthur Schnitzler⸗Abend Neuheit! Solange der Vorrat reicht, geben wir dieses Prachtwerk, das in keinem Arbeiterheim fehlen sollte, zu dem äusserst billigen Preise von 3 Mark ab. Buchhandlung der Oberhess. Volkszeitung Bahnhofstrasse 23. (Die Komödie der Worte) Hierauf: Große Szene Zum Schluß Ende 10¼ Uhr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zablen bei allen A e 2. u. 3. Sperrsitz nur halbe P 6 in hervorragender Auswahl, auch für Wiederverkäufer, empfielilt Buchhandlung der Oberh. eee Bahnhoistr. 23 5 2 Faller n 3 Gastspiel des Neuen Tbeatrrs 175 Neuheit! 4 Die Stunde des Erkennen. 9 Das Vachusfest. Gewöhnl. Preise(ermäßigt).