detgef rgan für die Interessen des werktätigen Volkes N der Provinz Ob a 5 erhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volksseitung erscheint jeden We g 75 1 Der Ubonnementspreis beträgt wöchentlich 15 11 in a Redaktion und Expedition Iuserate kosten die ö mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. ls.„ monatlich Gießen, Bahnhofstraßse 23, Ecke Löwengasse. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr 80 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 180 Mk Telephon 2008. für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. — * ö Nr. 288 Gießen, Mittwoch, den 3. Dezember 1915 10. Jahrgang Arbeitskammern. ö 5 Die Abgeordneten Mumm und Genossen von der Wirtschaf i lichen Vereinigung, zu denen sich einige Eingänger der A ö und Welfen gesellt haben, legen dem Reichstag soeben den Ent⸗ würf eines Arbeitskammergesetzes vor. Der Ent⸗ wurf schließt sich ziemlich eng an den Plan der Reichsregierung an, der vor einigen Jahren scheiterte und er enthält ebenso wie dieser Plan nur einige wesentliche Gedanken aus der langen Reihe von Anträgen, die die sozialdemokratische Fraktion seit Jahrzehnten dem Reichstage auf Errichtung eines Reichsarbeitsamtes mit der Untergliederung in Arbeitskammern vorgelegt hatte. Diese Be⸗ strebungen der deutschen Sozialdemokratie gingen dahin, daß, eben⸗ so wie anderen Berufen, dem Handel, dem Gewerbe und der Land⸗ wirxtschaft seit langem offizielle und rechtsfähige Vertretungen in der Verwaltung gewährt seien, endlich auch der Arbeiterklasse eine solche amtliche Vertretung geschaffen werde. Diese Forderung ist nun allerdings durch den Krieg besonders in den Vordergrund ge— schoben worden und drängt auf eine schnelle und um⸗ fassende Lösung. 4 Der Krieg hat den Wirtschaftsmarkt und im besonderen den Arbeitsmarkt vor ganz neue, ungeahnte Probleme gestellt, er hat Millionen von Arbeitern aus der Arbeit herausgerissen, für sie Er⸗ satz geschafft, Arbeitsbedingungen umgewälzt, und wenn der Krieg zu Ende sein wird, wird die Revolution aufdem Arbeits⸗ [markt von neuem beginnen. Das Zurückfluten der aus dem HPeeresdienst freiwerdenden Arbeitskräfte, das, was man die De⸗ ö mobilisation des Heeres nennt, wird den deutschen Arbeits⸗ markt erneut vor die größten Aufgaben stellen. Es wäre ein wirt⸗ ö schaftliches, sogjales und politisches Verbrechen, die Lösung dieser neuen Schwierigkeiten nach dem Kriege dem freien Spiel des Zu⸗ 1 00 überlassen. Die Demobilisation des Heeres muß schon wã end des Krieges vorbereitet werden und das kann am besten, geschehen, wenn man ihr den gesetzlichen Rahmen und eine ume fassende Orbnung auf dem Wege des Gesetzes sichert. Eine solche Ordnung des deutschen Arbeitsmarktes ist nur möglich unter Be⸗ teiligung der Arbeiter selbst und diese, wenn sie Nutzen haben foll, kann sich nicht beschränken auf Beratungen in freien Kommissionen oder im Parlament, sondern muß in ie Ver⸗ waltung selbst eingreifen. Dazu ist der gegebene Weg ein Reichsarbeitsamt mit Arbeitskammern und Arbeitsämtern ent⸗ sprechend der oft wiederholten sozialdemokratischen Forderung. Auch die Regierung hat das Verlangen nach rechtzeitiger Vor⸗ bereitung der Demobilisation schon seit Monaten als berechtigt er⸗ kannt und in ausgiebigen Konferenzen mit Arbeitervertretern aller Richtungen beraten. Im Februar tagte eine freie Kommission im Reichstage zu diesem Zweck. Inzwischen sind die Beratungen im Reichsamt des Innern fortgesetzt worden und haben, soweit wir unterrichtet sind umfangreiche positive Vorschläge gezeitigt. Es be⸗ steht aber die Gefahr, daß ohne den gesetzlichen Boden eines Reichsarbeitsamtes mit Arbeitskammern und Arbeits⸗ ämtern der Versuch gemacht wird, die gewaltigen Aufgaben in den engen Rahmen der bestehenden preußisch⸗deutschen Verwaltungstechnik einzuordnen, wodurch un⸗ zweifelhaft außerordentliche Schwierigkeiten, wenn nicht gar große Gefahren, entstehen müßten. Es muß beachtet werden, daß es sich hier nicht bloß um eine Frage des Uebergangs vom Krieg zum Frieden handelt, sondern um die gesetzliche Anerkennung Ades Rechtes der Arbeit auf eine fachliche Berufs vertretung. Das Scheitern der seinerzeit eingebrachten Regierungsvorlage ging von verhältnismäßig kleinen Gegensätzen aus, die aber durch den Krieg in ihrer ganzen Unbeträchtlichkeit erkannt sein dürften. Ein wich⸗ tiger Streitpunkt zwischen Regierung und Reichstagsmehrheit be⸗ stand darin, daß die angestellten Arbeitersekretärc für Arbeitskammern und Reichsarbeitsamt nicht w ählbar sein sollten. Jetzt aber hat die Regierung den Arbeitergewerkschaften und deren Angestellten so ost Anerkennung gezollt, daß sie ihre Mitwirkung in den Arbeitskammern selbst. nicht wird entbehren wollen. So wird es auch mit anderen Differenzen gehen, und wir hoffen, daß wenn der Reichstag jetzt seinen. alten Wunsch mit Energie verwirklichen will, die Regierung ihm kein Hindernis mehr in den Weg legen wird. Wenn der Antrag Mumm hierzu g Anstoß gibt, so würden wir ihn trotz seiner inhaltlichen Unvoll⸗ kommenheit mit Freuden begrüßen. 5 4* Das Korps des Todes. 1 5 U. K agen, 6. Dez. Politiken veröffentlich ee berbische 3 deren Manz des Todes“ Brüder im Kriege gefallen sind, sich zu einem„Korps des 7 zusammenschlossen. Diese Frauen haben geschworen, 6 155 Angehörigen zu rächen statt zu beklagen. Das Korps zählt bish 385 Frauen. Schwierige Lage der Engländ i ipol a T. U. Sofia, 6. Dez. Alle aus Konstantinopel 1 8 100 treffenden Meldungen lassen die schwier de e zn der sich die Engländer auf Gallipoli 11 405 1 wird mit jedem Tage gefährlicher. 5 ie 1 175 zu fliehen ist ihnen jetzt sehr beschränkt wor ede 1 5 hohen Seeganges und dem Beginn der e Galpost sich die englischen Schiffe oft tagelang der Kü 85 10 0 10 nicht nähern. Die Landungsstege, die die 1 95 großer Mühe während des Sommers in 1 1 beit ins Meer geführt hatten, sind 1 den stür berstört und weggeschwemmt worden. 8 Wettersturz an der füdru sischen Front. 1 und K. Kriegspresse⸗ Dem Verl. Tagebl, naird nel Neun ber füdrussischen Front ein Pariser Söhne und quartier unterm 6. Dezember gemeldet: l die außerordentliche f errscht ein plötzlicher Wettersturg. e adac diesen Umstand Alte und verursachte eine Schneeschmelfe Zellen örtliche Geplänkel bnd in den letzten Tagen an verschiedenen Aßzerer Artillerickämpfe wieder aufgelebt, die gestern die Form grösze 010 ie Wetterwinkel der 3 annahmen. Besonders in Wolhynien, 985 statt, die eschützkämpfe heftigerer, Alschein einer bBorbereitung größerer Anschein einer rufen. wärtig über ziemlich viel Munition verfügen und Teile unserer Stellungen mit Feuer stark belegen. Vororte nicht einmal berücksichtigt, die aber ganz er auf Gallipoli. aber nicht Handlungen hervor⸗ 7 Es muß jedoch festgestellt werden, daß die Russen gegen⸗ Schiffsverluste im 2. Vierteljahr 1915. Amsterdam, 6. Dez. Nach einem durch Lloyds Register veröffentlichten Bericht sind im zweiten Quartal 1915 im ganzen 317 Schiffe(244 Dampfer und 73 Segelschiffe) durch Unfälle verloren gegangen. Der größte Teil davon, auch prozentual, kommt auf Rechnung von Großbritannien, näm⸗ lich 165 Schiffe mit 237 975 Tonnen Inhalt oder 1,78 Proz. der Schiffe und 1,22 Prozent des Tonneninhalts der Flotte. Dann folgen die Niederlande und die Vereinigten Staaten mit 10 Schiffen(1,24 Prozent) und 32 Schiffen(1,24 Proz.) mit einem Tonneninhalt von 14162(0,93 Prozent) und 26 978 Tonneninhalt(0,77 Prozent). Norwegen hat 115 Prozent der Schiffe und 1/48 Prozent des Tonneninhalts ver⸗ loren. Die kleinste Ziffer kommt auf Rechnung von Deutsch⸗ land, nämlich 0,09 Prozent der Schiffe und 0,06 Prozent des Tonneninhalts 5 9 1 Trostlose russische Zustände. A. In den Hauptstädten. Nachdem die Ernährungsfrage in den Hauptstädten nachgerade katastrophalen Charakter annimmt, hat man jetzt endlich„statistisch“ sestgestellt, daß Petersburg täglich 405 Waggons notwendigster Be⸗ darfsartikel zugeführt werden müssen; hierbei sind die zahlreichen auf Petersburg angewiesen sind. Uebrigens werden gegenwärtig nur 60 Prozent der obigen Norm erreicht. 5 Andererseits haben sich laut Rietsch vom 19. November in Moskau 9000, in Petersburg 5300 Eisenbahnwaggons mit allen möglichen Bedarfsartikeln und Nahrungsmitteln an gesammelt, ohne daß es in Moskau gelänge, die Zahl herabzud rücken; in Petersburg ist sogar eine progressive Zunahme festzustellen. Der Verkehrsminister verlangt 400 Lastautos und Herrichtung der elektrischen Straßenbahn für den Abtransport: bis dahin werden aber viele Wochen vergehen. Zur Umladung und Verteilung müssen Truppen herangezogen werden, da es an Arbeitern mangelt. Auch die Zufuhr lebenden Viehs ist vollkommen des⸗ organisiert; die Zufuhr schwankt außerordentlich. Ein Markt bringt 1550 Stück Vieh, der nächste nur 675.— stände gefrorenen Fleisches in den Kühlhäusern 10 000 Pud hergeben; der Die eisernen Be⸗ müssen täglich infolge Futtermange Schlachten an Ort und Stelle und Transporte kommt nicht in Frage, da es gibt. Ein ganzer Zug Fleisch geblieben und infolge der eingetretenen warmen längst verdorben.„Die Bevölkerung Petersburg“, alledem die Petersburger Handels- und Industriezeitung, sich deshalb auf außerordentli frischen Vorrat reicht nur noch kurze Zeit. Da⸗ gegen sind an den Aufkaufsstellungen der Großstädte, viele hundert Werst entfernt, ungefähr 20 000 Stück Vieh zusammengedrängt, das ls massenhaft zugrunde geht. Fleisches keine Kühlhäuser und Kühlwaggons aus Astrachan ist irgendwo stecken Witterung meint zu „muß ch kritische Lagen gefaßt machen.“— Was gesagt werden mußte. In der Humanité vom 3. Dezember erschien, wie Schweizer Meldungen der Frankfurter Zeitung bereits ankündigten, der Ar⸗ tikel:„Was gesagt werden mußte“. In diesem ficht der sozia⸗ listische Abgeordnete Compere⸗Morel gegen die fort⸗ währenden Täuschungsversuche der Regierung und der Presse in einer scharfen Kritik, deren Hauptsätze wörtlich folgen: „Seit Kriegsbeginn haben unsere großen Zeitungen soviel Unge⸗ naues veröffentlicht und ihre Leser derart getäuscht, daß es sehr verständlich ist, wenn manche Neutrale die Zuver⸗ lässigkeit unserer Berichte anzweifel n.— Gleich nach Kriegsbeginn machte sich überall die Prahlerei breit:„Die Deutschen flüchten vor uns wie die Hasen“ loffizieller Stil), während wir im Gegenteil die Mißerfolge bei Dieuze und Morhange er⸗ litten!„Für einen Laib Brot geben sich die Deutschen gefangen,“ da wurden wir bei Charleroi geschlagen! Dann war es die „russische Dampfwalze, die in fünf Tagen nach Berlin rollt“, dabei haben seit Monaten die Russen Polen geräumt und die Deutschen sind im Besitz von Warschau!— Wir verachteten erst die deutsche Kampfart,„sich wie Maulwürfe zu ver⸗ graben“ und rühmten den Heldenmut unserer Soldaten, die sich aufrecht durchlöchern ließen. Jetzt aber bemühen wir uns, gelehrigen Schüler der Maulwürfe zu werden. Wie haben wir über das Eiserne Kreuz gespöttelt, und dann selber reich⸗ lich Kriegskreuze ausgeteilt, selbst an solche, die nie Front und Feuer sahen. Als die Feinde Gold sammelten, wie leicht war es da, sich lustig zu machen!— Eines Tages erklärten wir: Hungersnot werde in Deutschland ausbrechen. Immer aus⸗ schweifender und geistvoller wurden die Späße über die„ver⸗ hungerten Boches“ und wir dachten nicht daran, daß wir selbst eines Tages Preisfestsetzungen, Lebensmittel verteilung, Wucher⸗ und Ausfuhrverbote diskutieren müßten, was wir alles besser schon früher getan hätten!— Was unsere militärische und politische Lage betrifft: unsere Meldungen über Schlachten⸗ und Diplome lenstege sind kaum mehr zu zählen!— Siegesmeldungen hin und her, man muß doch zugestehen, daß die Deutschen immer nuch zwei bis drei Automobilstunden von Paris entfernt sich auf⸗ halten, daß sie viele 1000 Quadratkilometer in Rußland besetzt halten, daß sie Belgien und Serbien besitzen.— Und unsere Diplo⸗ matenerfolge? Seht den Balkan, Bulgarien gegen uns, Griechen⸗ land und Rumänien zögern, ihre Entscheidungen von dem Ausgang der militärischen Operationen der Zentralmächte abhängig machend. — Wenn die große Presse wirklich das Interesse der Nation im Auge gehabt hätte, sie hätte eine andere Sprache geführt. Nie hätte sie die militärische Kraft unserer Gegner herabsetzen dürfen. Sie hätte die Franzosen an den Gedanken gewöhnen müssen, daß man zu kämpfen habe mit einer Nation ersten Ranges. Man hätte dem Volk von Frankreich sagen müssen, daß wir in Deutsch⸗ land einen gefährlichen Gegner vor uns haben. Man hätte ihm sagen müssen, daß es der Militärkaste, den Gelehrten und Schrift⸗ stellern Deutschlands gelungen war, die ganze Nation in einen gemeinsamen mystischen Ehrgeiz zu tauchen, der Deutschland im gegebenen Augenblick berauschen würde.— Man hätte sagen müssen, daß Deutschland dank seines großen landwirtschaftlichen und indu⸗ striellen Reichtums seine Hilfskräfte der Vergrößerung seiner Militärmacht zu Nutz machen könnte durch Anpassung seiner öko⸗ nomischen Organisation und seiner Arbeitsmethode an die Er⸗ fordernisse eines Krieges.— Hätte sie dies alles unserem Land Die diesbezüglichen Berichte der übrigen noch massenhaft von der Zensur veranlaßte uf. 7 8 Ein Befehl des Armeeoberkommandanten Rußki weist, die Poli⸗ Nahrungsmittelgeschäften des krasseste Diktatur zei an, Menschenansammlungen vor keineswegs zuzulassen. Kurzum, man gewinnt den Eindruck, daß inneren Zusammenbruches heute nur noch durch bis zur Knnute einschließlich verheimlicht wird. B. Im Lande. Die Hungersnotbezi Innenministers offiziell die 1 Mangels an Nahrungsmitteln bedrohte Gebiete“. Eine kommission soll sich mit denselben befassen. Obwohl die legenheit keinerlei Aufschub mehr verträgt, ist die Durchsicht die Tatsache Bezeichnung bekommen: verschoben worden“, da dieser den Vorsitz führen soll.— russischen Zeitungen weisen im weiße Lücken ke sollen jetzt auf Antrag des „Infolge Spezial⸗ Ange⸗ 5 des Projekts„bis zur Ernennung eines neuen Landwirtschaftsministers zeitig zum Bewußtsein gebracht, Leichtsinn und mit weniger törichter Verachtung gehandelt, dann hätte sie den sehenden, wissenden, urteilenden Neutralen weniger Zweifel eingeflößt über unsere Voraussicht und unseren gesunden Menschenverstand. Erhöhung der Mannschaftslöhnung. Das Zentrum hat in der Budgetkommission des Reichs⸗ tages den Antrag eingebracht, es mögen tunlichst die Mittel beschafft werden, um die Löhnung der Mannschaften vom 1. Januar 1916 ab um 50 Prozent zu erhöhen. Mit diesem Antrage ist nicht viel anzufangen, weil die Ein⸗ schränkung, die in dem Worte„tunlichst“ liegt, der Regierung die Möglichkeit bietet, dem Antrage keine Folge zu geben. Die Sozialdemokraten werden demgegenüber ganz positiv 8 11 i Nots e„ N beantragen, die Löhnung der im Inlande befindlichen Mann⸗ wiesenen Versorgungsbezi riedig 5 Mini 2 8 85 1 8 2 5 1 ö scheinen aber nicht zu glauben, sich sonderlich beeilen zu müisssen; schaften auf 50 Pfg. pro Tag, die der. in rden auch der famose neue Verkehrsminister, Herr Trepow, verlangt zu nächst„einen Monat Geduld“. fr i etwas mit Verkehrswirtschaft zu tun gehabt, doch Ministerkandi daten werden augenblicklich lediglich nach ihren innerpolitischen An schauungen gewertet.— Die Reaktion treibt auch Willkür, wie Rjetsch schreibt lich.“ Ein Landrat ordnete z. treidequantitäten zu 85 Kop. per schon im Dorf wieder schlimmst —„bis zum Faustrecht einschließ B. an, gewissen Leuten Pud zu verkaufen, für welche di Der Mann hat freilich nie größere Ge⸗ „Mannschaften pro Tag auf 80 Pfg. zu erhöhen. gezahlten Nebenbezüge sollen den Mannschaften erhalten bleiben. Die Sozialdemokraten werden natürlich auch auf anderen Gebieten durch Stellung von Anträgen Klarheit zu e] schaffen und Verbesserungen durchzuführen suchen. Der „Reichsschatzsekretär wird diesen Anträgen vermutlich ent— „gegentreten mit dem Hinweise auf die Kosten. Daß der 5 finanzielle Effekt dieser Anträge erheblich ist, soll nicht be⸗ Bauern dann Rbl. 2—3 per Pud zu zahlen haben. 555 e 5. Die Handels⸗ und Industrie⸗Zeitung, Petersburg, sucht die stritten werden; aber es wäre eine Sparsamkeit am unrechten Hungrigen damit zu trösten, daß sie ihnen vorhält, wieviel un⸗] Orte, wenn sie auf Kosten der Mannschaften, die nun schon derte Millionen Pud( 16½ Kg.] Getreide a ls Reserven auf⸗ T. in den Schwarzmeerhäfen„in Erwart⸗ und be⸗ dem sibirischen Amurgebiet, daß die Stadt⸗ gespeichert seien, z. T. 7 ung der Oeffnung der Dardanellen“, z. 85 richtet gleichzeitig aus d. N hen. rgel 6 verwaltung von Blagoweschtschensk die gollfreie Mehleinfuh beantragt habe, um einer sonst unausbleiblichen b 5 eugen Winter in der Osisee. in Sibirien, Daily News, daß Zeichen vorhanden sind, daß die Aktio der britischen Unterseeboote in der Ostsee un in dem Bottnischen Meerbusen durch durch Treibeis gesperrt. wahrscheinlich früher eintreten und st ere; gewöhnlich. Krisis vorzu⸗ Nach einem Telegramm aus Kopenhagen meldet die 0 Eis behindert werde. Es sind bereits die nördlichen Häfen des Bottnischen Golfs Kanadische Gelehrte hätten nach einer wissenschaftlichen Untersuchung erklärt, daß der Winter ger werde als über Jahr und Tag im Felde stehen, geübt werden sollte. Die Kriegsbesoldung hat zwar eine Reform erfahren, die aber durchaus noch nicht weitgehend genug ist, und bei weiteren Abstrichen in den mittleren und höheren Stellen kennen mit Leichtigkeit die Mittel gewonnen werden, die zur Aufbesserung der Mannschaftslöhnung notwendig sind. Selbst⸗ verständlich werden die Sozialdemokraten auch den Antrag 1,20 Mark pro Tag * wiederholen, das Beköstigungsgeld auf zu erhöhen. Bethmann⸗Hollweg vor dem Reichstag. Der Reichskanzler wird seine bereits angekündigte Rede über die politischen Verhältnisse am Donnerstag im Reichs tag halten. Die Sitzung beginnt bereits um 10 Uhr vor mittags. An diese Rede wird sich dann eine Diskussion an: schließen. Die Plenarsitzungen des Reichstags fallen dann n d hätte unseve Presse mit weniger N 3 * 1235 werden können. wieder auf einige Zeit aus, weil die Budgetkommission mit ihren Arbeiten wohl kaum bis Ende dieser Woche fertig werden wird. Von dem Abschluß dieser Arbeiten hängt es ab, wie die Weitertagung des Reichstags verlaufen wird. Das Urteil im Berliner Kriegslieferungsprozeß. In dem Armeelieferungsprazeß wider den Schuhwarenhändler Arthur Jacoby u. Gen., der seit dem 15. November die 4. Straf⸗ kammer des Landgerichts Berlin J unter Ausschluß der Oefsentlich⸗ keit beschäftigte, wurde am Montag nachmittag das Urteil in öffent⸗ licher Sitzung gesprochen. Der Gerichtshof hielt Landesverrat im Sinne des§ 89 Str.⸗G.⸗B. nicht für vorliegend, auch nicht Ver⸗ letzung des§ 329(Nichtinnehaltung von behördlichen Lieferungs⸗ austrägen für die Armee), da unter Behörde nur eine deutsche Be⸗ hörde verstanden werden kann. Dagegen liege Betrug gegen den öslerreichisch⸗ungarischen Staat vor bei Lieferung von Stiefeln für die Armee im weitesten Umfange vor. Es wurden demgemäß ver⸗ urteilt der Schuhwarenhändler Arthur Jacoby zu 5 Jahren 2 Monaten Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust, Kaufmann Karl Kohn⸗ München zu 4 Jahren 6 Monaten Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust, Bankangestellter Ernst Schmidt zu 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, Handlungsgehilse Franz Urban zu 4 Monaten Gefängnis, Hand⸗ lungsgehilfe Eppler zu 3 Monaten Gefängnis. Die drei letzteren wurden wegen Beihilfe zum Betruge verurteilt. Der sechste An⸗ geklagte Joseph Kohn wurde freigesprochen. Die Ernährungsfragen vor dem Haushalts⸗ Ausschuß des Reichstags. Sitzung vom 6. Dezember.) Abg. Fischbeck(Fortschr.): Die Regelung der Ernährungs- frage ist die Voraussetzung für den endgültigen Sieg. Kein Zweifel daran, die Agrarier wollen höhere Preise heraus⸗ schlagen. Daß die Landwirtschaft mit Schwierigkeiten zu rechnen hat, soll nicht bestritten werden, das ist aber berücksichtigt worden bei Festsetzung der Höchstpreise, die weit über die Friedenspreise hinausgehen. Wenn es nach den Wünschen des Laudwirtschafts⸗ rates ginge, dann hätten die Produzenten-Höchstpreise für Kartoffeln auf 4,75 Mark festgesetzt werden müssen. Jetzt machen sich die Folgen unserer Zollpolitik bemerkbar. Man hat das Verlangen nach hohen Zöllen immer mit dem Hinweis auf den Krieg begründet, der Landwirtschaft sind damit riesige Werte zuge⸗ führt worden, und jetzt können die Preise nicht hoch genug sein. Hätte man die Fleischeinfuhr aus Argentinien nicht unmöglich ge⸗ macht, dann wäre ein Fleischmangel nicht eingetreten. Die Land⸗ wirte haben mit den hohen Schweinepreisen große Gewinne erzielt. Grund zu klagen haben nicht die Landwirte, sondern die Kon⸗ sumenten, der Handel und das Gewerbe. Bei Fleisch und Kartoffeln ist die Spannung zwischen den Produzenten und den Konsumenten⸗ preisen zu gering, sodaß der Handel es ablehnt, diese Artikel zu führen. Die Verteilung läßt sehr viel zu wünschen übrig, am meisten benachteiligt sind die Großstädte. Die kommandierenden Generäle dürfen nicht, wie in Bayern Aus fuhrverbote er⸗ lassen. Daß die Regierung endlich etwas schärfer zugriff, das üst der Presse zu danken, die nicht, wie Abg. Roesicke be⸗ hauptete, das Volk verhetzt hat. Die Höchstpreise für Wild haben dazu geführt, daß auf dem Berliner Markt Wild nicht mehr zu haben ist. Die Linke des Reichstags hat von Ansang an auch gegen die hohen Gewinne der Industrie, z. B. der Lederindustrie, angekämpft. Die Klagen des Abg. Roesicke litten an maßlosen Uebertreibungen; von der Lage des Handwerks hat er offenbar keine Ahnung. Es ist völlig unberechtigt, immer nur für die Landwirte in Anspruch zu nehmen, daß sie Deutschland das Durchhalten er⸗ möglicht haben. Abg. Dr. Matzinger(3tr.) beschäftigt sich hauptsächlich mit dem wirtschaftlichen Unterschiede zwischen dem Süden und dem Norden Deutschlands. In Bayern habe man ch leider auch an⸗ gewöhnt, von einer„Begehrlichkeit der Landwirt⸗ schaft“ zu reden. Der kleine Bauer kennt sich mit den massen⸗ baften Verordnungen überhaupt nicht mehr aus. Vor einer Be⸗ schlagnahme der Schweine ist dringend zu warnen. Bayern hat den Butterverkauf organisiert. Daß die Ausfuhr verboten ist, trifft nicht zu. Die n gegen die Zollpolitik sind nicht berechtigt; das deutsche Volk will Gefrierfleisch nichts wissen. Abg. Kreth(Kons.): Wenn die Landwirtschaft leistungsfähig bleiben soll, dann muß man hohe Preise haben. Diese Preise verhüten, daß Nahrungsmittel verschleudert werden. Die Presse hat mit ihren Angriffen auf die Landwirtschaft den Burg⸗ frieden bedroht, weil sie nicht auch die Schwierigkeiten betont hat, unter denen die Landwirtschaft heute arbeitet. Wenn einzelne Landwirte wie Wendorff und Hofer behaupten, der Land⸗ wirtschaft gehe es gut, so kann sich das nur auf ihre Güter, nicht aber auf die Landwirtschaft im allgemeinen beziehen. Diese Herren stehen auch nicht im Felde, sie können ihre Wirtschaft selber leiten. Wenn die Landwirtschaft heute mehr flüssiges Kapital hat, so nur deshalb, weil dringende Bedürfnisse der Wirtschaft nicht gekauft Die Freihändler haben keinen Anlaß, die Zoll- politik anzugreifen, denn ohne Zölle hätte die Landwirtschaft nicht leisten können, was sie geleistet hat. Wenn man die russische Futter⸗ gerste nicht so billig hereingelassen hätte, dann wären in Deutschland mehr Futtermittel angebaut worden. Unsere Schutzzollpolitik hat sich in diesem Kriege glänzend bewährt. Die Gemeinden müssen eben die Mittel zur Verfügung stellen, damit die ärmere Bevölke⸗ rung die hohen Preise bezahlen kann. Die weiteren Maßnahmen des Reiches müssen dahin gehen, daß auch die besitzende Klasse sich Einschränkungen auferlegen muß. Die Futtermittel müssen den Landwirten billig zur Verfügung gestellt werden, nur dann kann der Viehstapel vermeßrt werden. preußischen Landwirtschaftsminister als einen Mann von be⸗ sonders hohem sozialen Verständnis hinzustellen. Abg. Schmidt- Berlin(Soz.) Es ist ausgeschlossen, die not⸗ leidenden Massen mit den heutigen Zuständen auszusöhnen. Dazu hat die Preistreiberei einen zu großen Umfang angenam⸗ men. Das Zahlenmaterial, das der Schatzsekretär vorgelegt hat, ist nicht zu verwenden. Die Preisstefgerung in Deutschland ist in der Tat höher als im Ausland. Redner belegt das an einer Reihe von Beispielen an der Hand amtlicher deutscher Zahlen. Die Kaufkraft der Massen ist ganz erheblich gesunken. Es ist nicht richtig, wenn der Schatzsekretär annimmt. die Zuwendungen auf dem 400 Millionenfonds habe die Kaufkraft der Massen ge⸗ hoben. Allein durch die Verteuerung des Raagens legt man den Konsumenten eine Mebrbelastung von 400 Millionen Mark auf. Mit solchen Tatsachen kann man das Volk nicht beruhigen. Die vorgetrogenen Ernteschötzungen bleiben hinter dem wirklichen Er⸗ trag erheblich zurück. Die Behauptung, daß wir beute Kartoffeln zu Friedenspreisen bekommen, ist nicht richtig. Mit den Preisen, die beute bezahlt werden, muß die Landwirtschaft auskommen. Die Geschäftsberichte der Aktiengesellschaften müssen auf das Volk auf ⸗ reizend wirken. Die Höchstpreise sind viel zu hoch, sonst könnten solche Profite nicht erzielt werden. Jede Verordnung muß immer wieder eine neue zeitigen, weil die Spekulanten immer sofort ver⸗ suchen, die Verordnungen zu umgehen. Nicht nur die Landwirt⸗ schaft ist schuld, sondern zu einem großen Teil auch der Handel. Die Landwirtschaft hat keinen Grund zu klagen. Die Löhne in der Landwirtschaft sind nicht gestiegen. die Lage der Landarbeiter hat sich im Gegenteil verschlechtert. Die Naturalleistungen hat man bei den Landarbeitern unter den Höchstpreisen mit Geld abgelöst. Die Erbitterung unter den Landarbeitern ist ganz ge⸗ waltig: die Besitzer erzielen hohe Preise und der Landarbeiter bekommt kein Futter für das Schwein, das er sich halten kann. Ar⸗ tikel über die Löhne der Landarbeiter sind von der Zensur unter⸗ drückt worden. Die Höchstpreise für Butter sind viel zu spät sest⸗ gesetzt worden. Dem Staatssekretär ist der Vorwurf zu machen, daß er vielfach versagt hat: er darf sich nicht davor scheuen, bei den agrarischen Führern Unzufriedenheit zu erregen, ibm muß die Ver⸗ sorgung des Volkes mit Lebensmitteln in erster Linie stehen. Die Kartoffeln werden auch jetzt noch zurückgehalten: die Kommissions⸗ gebühren von 20 Pfa. pro Zentner sind viel zu boch, handelsüblich sind nur 10 Pfg. Redner schildert die Schwierigkeiten, die den Städten in der Kartoffelversurgung bereitet werden. Das preußische Verwaltungssystem paßt nicht für die Durchffihrung solcher Maß⸗ nahmen, man treibt da geradezu vassive Resistenz. Jetzt wieder die Verordnumg, wonach ausländische Butter teurer verkauft wer⸗ den darf! Wo bleibt da die Kontrolle? Wir müssen die vor⸗ handenen Lebensmittel gleichmäßig verteilen. dann wird verhütet, daß der einzelne sich große Vorräte zulegen kaun. Die Margarine üßte für jene Kreise reserviert werden, die sich Butter nicht kaufen Kein Meusch verkennt die vorhandenen Schwierigkeiten, men aber durch eine vernünftige Organisation bemeistert werden. Staatssekretär Delbrück bestreitet, daß die Maßnahmen der Regierung auf den Widerstand der Landwirte gestoaßen sind. Die Frage der Fettversorgung ist besonders schwierig. Die Margarine, die aus den von der Regierung beschafften Fetten hergestellt wurde, wird nicht in den freien Verkehr gebracht, sondern den Kommunen zur Verfügung gestellt werden, um damit die ärmere Bevölkerung zu versorgen. Der Staatssekretär schildert noch einmal die Ver⸗ hältnisse auf dem Buttermarkt und legt klar, weshalb in dieser Sache das Oberkommando in den Marken eingreifen mußte. Die inländische Butter soll vorzuasweise für die ärmere Bevölkerung reserviert werden, während die Besitzenden die teuere Auslands⸗ butter kaufen sollen. Zu einer Rationalisierung werde man kom⸗ men, sobald genügend Vorräte sichergestellt sind. Abg. Sayda(Pole): Im Interesse der breiten Massen liegt es, daß überhaupt gensigend Lebensmittel beschafft werden. Der Preis darf keine Rolle spielen. Aus den besetzten Gebieten Russisch⸗Polens sind große Mengen an Getreide und Kartoffeln nach Deutschland eingeführt worden. Daraus erwächst der Regierung die Pflicht. auch auf die Versorgung der dortigen Bevölkerung be⸗ dacht zu sein. Aba. Dr. Roesicke(Bund d. Landw.) behauptet, daß die Verwendung von Gefangenen in der Landwirtschaft keine Ver⸗ billigung der Arbeitskräfte bedeutet. Es ist völlig unbe⸗ rechtigt, wenn vorgeschrieben wird, daß die Gefangenen täglich Fleisch befommen sollen. Der Gefangene kommt pro Tag auf 2 Mk. zu steßen, dabei leistet er weit weniger als der deutsche Ar- beiter. Die Landwirte ersparen auf diese Weise dem Reiche Geld! Die Arbeitslöhne auf dem Lande sind erhöht worden; die Natural⸗ leistungen wurden zum vollen Betrag abgelöst. Den Tamilien der im Felde stehenden Landarbeitern ist Wohnung und Deputat be⸗ Redner bemüht sich dann, den. 1 rden. Di irt d bestrebt, die assen worben. Die Landwirte sin 181555 Ausnah Staatssekretär Delbrück mahnt zu einer Behandlung der angeschnittenen Fragen. Die Bevölkerung muß die Schwierigkeiten zu erkennen versuchen, die zu überwinden sind. Es hat keinen Zweck, jede Verordnung sofort zu verurteilen, wen erlassen worden ist, ohne ihre Wirkung abzuwarten. Man ern dem Vaterland den größten Dienst, wenn man sich auf den B. der Tatsache stelle. 5 Damit schließt die Generaldiskussion. Vor Eintritt in die zelberatung macht Unterstaatssekretär Michaelis vertrau Mitteilungen über die voraussichtlichen Ernte⸗Ergebnisse. Die Beratung wird Dienstag fortgesetzt. In Saloniki. Nach einlaufenden Nachrichten landeten neue franzö isch englische Streitkräfte mit großer Eile in Saloniki. Von Gallipoli, Egypten und Marseille treffen neue Truppentra porte ein. Diese starken Truppentransporte deuten dar hin, daß die Entente den verzweifelten Kampf fortzuse gedenkt. g Russische Vorbereitungen in Reni. Bukarest, 7. Dez.(Meldung der T. U.) Aus Galatz wird gemeldet: Der Hafen Reni war vorgestern für den Personen⸗ und Warenverkehr vollständig gesperrt. Samstag trafen neue Truppenabteilungen aus Bender in Reni ein. Fünf englische Meilen von Taltscha entfernt, i der Nähe des rumänischen Dorfes Palageanoe, haben Russen viel Kriegsmaterial, Lebensmittel und Viehfutt aufgehäuft. Die Bestände werden ständig ergänzt. und Nacht bringen Schlepper neues Material heran. Ismail und Odessa wurde viel Munition herantransportiet Die Gallipolitruppen der Entente in Nöten Az Est meldet: Aus Konstantinopel eintreffende üb einstimmende Meldungen besagen, daß infolge erhöht Tätigkeit der türkischen Truppen auf der H insel Gallipoli die Lage des Expeditionsheeres von Tag Tag gefährlicher werde. Der Eintritt des Winters behin nunmehr auch einen endgültigen Rückzug. Die Schi könnten sich dem Ufer tagelang nicht nähern. Alle Landung stellen, deren Errichtung oftmals grösfte Mühe gekostet h stehen unter Wasser, oder sind ganz zugrunde gegangen. sehr gut informierten Kreisen rechnet man infolgedessen nit nur darauf, daß die Expeditionstruppen in Kürze von Halbinsel verjagt werden, sondern auch darauf, daß Teil in Gefangenschaft geraten wird. Frankreichs Eisenbahnschmerzen. T. U. Genf, 7. Dez. Im Journal vom 3. Dezember erz George Prade in einem Artikel über Frankreichs Transpor schwierigkeiten von dem unglaublichen Eisenbahn-Wirrwarr. Er er⸗ wähnt zunächst den tausendfachen Widerhall seiner früheren 2 klagen und gibt dann neue Belege für die Wirtschaftslähmu und den immer kritischeren Wagenmangel. So fange man z. B ganzen Westen an, die Apfelernte im Werte von 300 Millionen als Mist in die Erde zu graben, da keine Abfuhr möglich sei. Dabe seien Wagen in Menge vorhanden, nur jeder Ueberblick sei verlo gegangen. Prade kommt dabei auf den neulich schon von ihm e wähnten„vergessenen Eisenbahnzug im Bahnhof von Cognac“; sprechen und fährt fort: Ich war naiv, in Cognac die 42 Wagen; besuchen. Denn vor den Toren von Paris, bei Bourget, stehen leere Wagen von 14580 Tonnen Tragfähigkeit seit 400 Tagen unbe nutzt; aus über 700 Bahnhöfen bestätigt man uns die Anwesenh von solch totem Material. Im Auslande kauft der Staat 10 Wagen, England soll 4000 geben, dabei stehen 700 Wagen Bourget, 60 000 in Frankreich, die man nur zu holen braucht. a Staat kauft 140 Lokomotiven, die ihm ungefähr 15 Millionen koste Dabei stehen 200 auf den Geleisen herum. Aber dieses unben stehengebliebene Material gehört nicht dem, der es braucht. eine gibt es nicht, der andere verlangt es nicht. Jeder denkt nur sich und vergräbt Millionen. Wir blockieren uns selbst. iuntlick shlt 12 die Arb ef sich Fahre f der lau Barfüßele. 5 Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach. Im Dorfe ging die Sage, Johannes sei unter die Zi— geuner gegangen, und die Mutter hielt auch einmal einen jungen Zigeuner dafür, der dem Verschollenen auffallend ähnlich sah; er war auch so„pfostig“(untersetzt), hatte die gleiche dunkle Gesichtsfarbe und schien es nicht ungern zu haben, daß man ihn für den Johannes hielt; aber die Mutter hatte ihn auf die Probe gestellt, sie hatte noch das Gesangbuch und den Konfirmandenspruch des Johannes, und wer den nicht kennt und nicht anzugeben weiß, wer seine Paten sind, und was mit ihm geschehen ist an dem Tage, als des Brosis Severin mit der Engländerin ankam, und später als der neue Rathausbrunnen gegraben wurde, wer diese und andere Merkzeichen nicht kennt, der ist der Falsche. Dennoch beher— bergte die Marann immer den jungen Zigeuner, so oft er in das Dorf kam, und die Kinder auf der Straße schrien ihm „Johannes“ nach. Der Johannes wurde als militärpflichtig auch als Aus— reißer ausgeschrieben, und obgleich die Mutter sagte, daß er als„zu klein“ unter dem Maß durchgeschlüpft wäre, wußte sie doch, daß er bei der Heimkehr einer Strafe nicht entgehe, und sie meinte, er käme nur deswegen nicht wieder; und es war nun gar seltsam, wie sie in einem Atem um das Wohl des Sohnes und um den Tod des Landesfürsten betete; denn man hatte ihr gesagt, daß, wenn der regierende Fürst stürbe, der Thronfolger beim Regierungsantritt allgemeinen Straf— erlaß für alles Geschehene verkünden werde. Jedes Jahr ließ sich die Marann vom Schullehrer das Blatt schenken, in dem Johannes ausgeschrieben war, und sie legte es zu seinem Gesangbuch; aber dieses Jahr war es gut, daß die Marann nicht lesen konnte, und der Lehrer schickte ihr ein anderes Blatt statt des gewünschten. Denn ein seltsames Gemurmel ging durch das ganze Dorf. Wo zwei beieinander standen, sprach man davon, und da hieß es:„Der schwarzen Marann sagt man nichts. Das bringt sie um. Das macht sie närrisch.“ Es war nämlich ein Bericht des Gesandten aus Paris angekommen, der, laut einer Mitteilung aus Algier, durch alle hohen und niederen Aemter bis zum Gemeinderat die Nachricht gab, daß Johan⸗ nes Winkler von Haldenbrunn in Algier bei einem Vorposten— gefecht gefallen sei. Man sprach im Dorfe viel davon, wie wunderlich es sei, daß so viele hohe Aemter sich jetzt um den' toten Johannes so viel bemühten. Aber am Schlusse des so wohlgeleiteten Berichtstromes hielt man ihn auf. In der Gemeinderats⸗ sitzung wurde beschossen, daß man der ichwarzen Marann nichts davon sage. Es wäre unrecht, ihr noch die paar Jahre ihres Lebens zu verbittern, indem man ihr ihren letzten Trost raube. Statt aber die Nachricht geheim zu halten, hatten die Gemeinderäte nichts Eiligeres zu tun, als es daheim auszu— plaudern, und nun wußte das ganze Dorf davon bis auf die schwarze Marann allein. Ein jeder betrachtete sie mit selt⸗ samem Blick; man fürchtete sich vor ihr, daß man sich verrate, man redete sie nicht an, man dankte kaum ihrem Gruße. Es bedufte der ganzen eigentümlichen Art der schwarzen Marann um dadurch nicht verwirrt zu werden. Und sprach ja einmal jemand mit ihr und ließ sich verleiten, vom Tode des Jo— hannes zu reden, so geschah es nur in jener vermutlichen und beschwichtigenden Weise, die schon seit Jahren gang und gäbe war, und die Marann glaubte jetzt ebensowenig daran als ehedem, denn von dem Totenschein sprach ja niemand. Es wäre wohl besser gewesen, auch Amrei hätte nichts davon gewußt; aber es lag ein eigener verführerischer Reiz darin, dem Unberührbaren so nahe als möglich zu kommen, und darum sprach jedes mit Amrei von dem traurigen Er— eignisse, warnte sie, der schwarzen Marann etwas davon zu sagen, und wollte wissen, ob die Mutter keine Ahnungen, keine Träume habe, ob es nicht umgehe im Hause. Amrei war immer innerlich voll Zittern und Beben. Sie allein war der schwarzen Marann so nahe und hatte etwas, was sie vor ihr verborgen halten mußte. ö Auch die Leute, bei denen die schwarze Marann eine kleine Stube zur Miete hatte, hielten es nicht mehr aus i ihrer Nähe, und sie bekundeten ihr Mitleid zuerst damit, da cen 9 sie ihr die Miete aufkündigten. en F Aber wie seltsam hängen die Dinge im Leben zusammen! Eben durch dieses Ereignis erfuhr Amrei Leid und Lust, fear denn das elterliche Haus öffnete sich wieder; die schwarze in Maran zog in dasselbe, und Amrei, die anfangs voll Be darin hin und her ging und, wenn sie Feuer anmachte und wenn sie Wasser holte, immer glaubte: jetzt müsse die Mutter kommen und der Vater, fand sich doch nach und nach wieder ganz heimisch in demselben. 23 Sie spann Tag und Nacht, bis sie so viel erübrigt hatte, um vom Kohlenmathes die Kuckucksuhr, die ihren Eltern ge- hört hatte, wieder zu kaufen. Jetzt hatte sie doch auch wieder ein Stück eigenen Hausrat. Aber der Kuckuck hatte Not ge⸗ litten in der Fremde, er hatte die Hälfte seiner Stimme ver⸗ loren, die andere Hälfte blieb ihm im Halse stecken, er rief nur noch„Kuck“, und so oft er das tat, setzte Amrei in der ersten Zeit immer das andere„Kuck“ hinzu fast unwillkürlich. Als Amrei darüber klagte, daß die Kuckucksuhr nur noch halb tönte und überhaupt nicht mehr so schön sei wie in ihrer sch frühen Kindheit, da sagte die Marann: 1 1100 „Wer weiß, wenn man in späteren Jahren das wiede 5 bekäme, was einen in der Kindheit ganz glücklich gemacht alt hat, ich glaube, es hätte auch nur noch den halben Schlag wie deine Kuckucksuhr. Wenn ich's dir nur lehren könnte, Kind! es hat mir viel gekostet, bis ichs gelernt habe: Wünsch“ dir nie was von gestern! Aber freilich, so etwas kann man nicht schenken; das kriegt man nur für einen halben Schoppen Schweiß und einen halben Schoppen Tränen gut durchein⸗. ander geschüttelt. Das kauft man in keiner Apothek. Häng“ dich an nichts, an keinen Menschen und an keine Sache, dann 1 kannst du fliegen.“ 5 Die Reden der Marann waren wild und scheu zugleich, und sie kamen nur heraus in der Dämmerzeit, wie das Wild im Walde. 4 Es gelang Amrei nur schwer, sich an sie zu gewöhnen. * N 13 und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. dessen hießen im Rechnungsjahre 1914. Die im Voranschlag für 914 vorgesehene Gasabgabe wurde nicht erreicht; it A. euch des Krieges stockte Handel und Wandel und infolgs⸗ ossen wurde mit den Leucht- und Heizmitteln sparsamer als züher gewirtschaftet. Der Petroleummangel brachte viele zee Anschlüsse, der Zuwachs deckte jedoch den Ausfall nicht. zür das nachfolgende Geschäftsjahr darf nach den Pishe ie rgebnissen mit einem stark vermehrten Gasabsatz gerechnet erden. Die Gesamtgasabgabe ging um 18270 Kbm.= 0,80 zasmenge entfallen auf Leucht-, Koch⸗ und Heizgas 1636579 Jom. gegen 1618575 Kbm. im Vorjahre, Motoren- und In⸗ üstrieheiggas 90092 Kbm.(116765 Kbm.), Ballongas 1575 dom.(2520 Kbm), Straßenbeleuchtung 315500 Km., Selbst. 4 brauch, Verlust und Verdichtung 230534 Kbm. Am 1. April 15 waren 5072 Gasmesser(4694) mit 21866 Flammen 20623) und 16 Gaskraftmaschinen(15) mit 80 Pferdestärken — 0. orhanden. Die Straßenbeleuchtung erforderte 4456965 M. 8 rg fir Gasbeleuchtung. Eine Nachtlaterne brannte durchschnitt⸗ fernt Ich im Jahre 3858 Stunden und kostete einschließlich Glüh⸗ örperersatz usw. 70,54 M., eine Abendlaterne brannte nur 860 Stunden und kostete mit allem 42,28 M. Zu der Her— sellung des Gases wurden 7670 Tonnen Gaskohlen ver⸗ raucht. Aus 1 Tonne Kohle wurde gewonnen: 296,53 Kbm. Has, 741,33 Kg. Koks, 52,45 Kg. Teer und 2,51 Kg. Ammo⸗ siak. Die Länge des Hauptrohrnetzes betrug am Schlusse bes Rechnungsjahres 42897 Meter, die der Haus⸗ und La⸗ N rnenleitungen 22242 Meter.— Das Wirtschaftsergebnis ist Afriedenstellend, nach den nötigen Abschreibungen verbleiben 1372 M. Ueberschuß. 8 1 Wasserwerk. Der Erguß der Quellen bei Großen⸗ zuseck und im Stadtsdalde, sowie die Förderung des Pump⸗ berks Queckborn betrug 1936788 Kbm. Die stärkste Abgabe ö 24 Stunden war 7947 Kbm., die geringste 3911 Kbm. und ie durchschnittliche 5305 Kbm. Die Länge der Zubringe⸗ titungen und des Hauptstadtrohrnetzes betrug am Schlusse ges Rechnungsjahres 100777 Meter mit 4032 Kbm. Raum⸗ sihalt. Es waren 13 öffentliche Ventilbrunnen, 2367 Haus⸗ Ind Gartenanschlüsse und 355 Straßenhydranten an die HVasserleitung angeschlossen. Das Dorf Queckborn, das be⸗ untlich Wasser von der Stadt Gießen unentgeltlich erhält, ühlt 124 Hausanschlüsse, 3 Ventilbrunnen und 13 Hydranten. rauspe ie Arbeitsleistung der 4 Pumpmaschinen in Queckborn be⸗ rr. Erg ef sich auf 11622 Stunden, die Gesamtarbeitsleistung im lch fahre war 112,63 Millionen M.⸗To. Das Wasser wurde wie⸗ meer laufend chemisch und bakteriologisch untersucht, es war N nmer von einwandfreier Beschaffenheit. Das wirt⸗ chaftliche Ergebnis ist wieder zufriedenstellend; es verbleibt ach Abschreibung und Schuldentilgung ein Reingewinn von 9739 Mark. — Höchstpreise für Gemüse und Süßwasserfische. Eine Ver⸗ dnung des Bundesrats setzt Höchstpreise für Gemüse fest, die am 3. Dezember in Kraft treten. Danach dürfen im Groß handel ir den Zentner folgende Preise nicht überschritten werden: Beißkraut⸗2,50 Mk., Rotkraut und Wirsiug 4,50 Mk., Braun⸗ oder 1 interkohl 3 Mk., Mohrrüben(gelbe Rüben) 5 Mk., Zwiebeln ub ö Mk, Sauerkraut 12 Mk. Insoweit für Gemüfe, Jwiebeln und Fauerkraut Höchstpreise in Kleinhandel festgesezt werden, feirfen sie folgende Sätze für das Pfund beste Ware nicht über⸗ serelten Für Weißkraut 5 Pfg., Rotkraut? Pfg., Wirsing und Praunkohl 6 Pfg., Mohrrüben 8 Pfg., Zwiebeln 15 Pfg., Sauer⸗ kraut 16 Pfg.— Die Höchstpreise für Fische im Klei n ha ndel fürsen für das Pfund nicht überschreiten bei Karpfen 1,30 Mk., Schleien 1,50, Hechten 1,25, Bleien von einem Kilogramm und sarüber 1 Mk., dieselben unter einem Kilogramm 0,5 Mk., Plötzen ind Rotaugen von 1 Pfund und darüber 0,75 Mk., dieselben unter nem Pfund 0,65 Mk. Die vorstehenden Sütze ermäßigen sich bei nten Fischen um 20 Prozent. 5 8 — Stadtverordneten⸗Versammlung. Für die Sitzung ade Donners ug den 9. Dezember, nachmittags 5 Uhr, 1 folgende agesordnung vorgesehen: 1. Mitteilungen. 2. Gesuch der Firma J. B. Noll um Erstrerkung der Frist zur Errichtung eines an für den israeliti⸗ Gebäudes an der Wiesenstraße. J. Belegungspl N f shhen Teil des neuen Friedhofs. 4. Festsetzung von Ae ene fr den Ladenschluß in offenen Verkaufsstellen im. Jahre 191 5 . Vergünstigungen bei Benutzung der Straßenbahn. 6. Boleue zung Undwirtschaftlich benutzter Grundstücke.. Nateiligung der 5525 un der Einkaufsgesellschaft südwestdeutscher Städte in Mannhelex⸗ J. Bewilligung eines weiteren Kredits zur Beschaßt ng erf 155 stigitätszählern. 9. Bewilligung eines weiteren Kredits 5! hosten. 10. Beitrag für das Rote Kreuz in Bulgarien. 128 ses Robert Möhring um Erlaubnis zum Schankwir schaftebe ters in Haufe Ludwigstraße 55. 12. Desgleichen des e ee bermanm Kuhn um Erlaubnis zum Betriebe einer a 0 In Haus Neuen⸗Bäue 9. 13. Desgleichen des Joga ch 19 7 20 Erlaubnis zum Schaukwirtschaftsbetrieb im Haus e 86 . Desgleichen der Karl Paul Ehefrau um Erlau 955 0 5 kiebe einer Kaffeewirtschaft im Haus Bahnhofstraße g.. de Beim städtischen Lebensmittelverkauf errsuste 1 1 85 ber sehr starker Andrang. Man hatte nämlich, enittwachs 11575 zerigen Festsetzung, nach welcher nur Montags, Mittwochs, von ö daß 5 r ert — Ergebnisse des Städtis 5 Wa 5 10 sse des Städtischen Gas und Wasserwerks[was sie kaufen wollen und dies hält die Arbeit auf. Von jetzt ab tozent auf 2274280 Kbm. zurück. Von der abgegebenen Philosopie 40, Staatswissenschaft 27, Sprachwissenschaft 11, Fremd⸗ Siesien, Mittwoch. den 8. Dezember 1915. der Verkauf bedeutend leichter abwickeln wird und die Käufer nicht so lange zu stehen brauchen. Letztere könnten das Ge⸗ schäft auch dadurch etwas erleichtern, wenn sie die Waren, welche sie kaufen wollen, auf einen Zettel schreiben würden, den sie dem ver⸗ kaufenden Personal abgeben. Viele überlegen sich erst lange, wird jeden Tag— mit Ausnahme am Samstag— nach⸗ mittags von 2 bis 6 Uhr, verkauft.— Der Erlös betrug am Mon⸗ tag 977 Mk., gestern, wo während des ganzen Tages verkauft wurde, gingen rund 2000 Mk. ein. 9 Oeffentliche Bücherhalle. Im November wurden 2541 Bäude ausgegeben. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1435, Zeitschriften 210, Jugendschriften 264, Literaturgeschichte 15, Gedichte und Dramen 47, Länder⸗ und Völkerkunde 44, Kultur⸗ geschichte 30, Geschichte und Biographien 177, Kunstgeschichte 23, Naturwissenschaft und Technologie 129, Heer⸗ und Seewesen 31, Haus⸗ und Landwirtschaft 16, Gesundheitslehre 25, Religion und sprachliches 20 Bände. Nach auswärts kamen 76 Bände. — Stadttheater. Es sei schon heute darauf hingewiesen, daß am Dienstag den 14. Dezember ein Gastspiel des Neuen Theaters in Frankfurt a. M. mit Schnitzlers neuen drei Einaktern (Komödie der Worte) stattfündet. Vorbestellungen nimmt die Theaterkasse entgegen. Von Nah und Fern. Betrügerische Getreidehändler. Der Getreidehändler Brede aus Kelze wurde von der Strafkammer in Kassel zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Brede hatte sich Betrügereien und Fälsch⸗ ungen zum Nachteil des Proviantamtes in Hofgeismar zuschulden kommen lassen. „Der Leipziger Hauptbahnhof ist nunmehr nach jahrelanger Ar⸗ beit ganz vollendet: am Samstag fand im Beisein der staatlichen und städtischen Behörden, von Vertretern der Industrie und des Handels eine schlichte Feier zur Schlußsteinlegung für den neuen Hauptbahnhof statt, der größten Verkehrs anlage Eu⸗ ropas. Nunmehr ist das ganze riesige Gebäude dem Betrieb übergeben worden. Tagesbericht des Großen Hauptquartiers, Kleine Erfolge im Westen. Ipek erreicht; 1250 Gefangene. W. B. Großes Hauptquartier, 7. Dez., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Bei Berry⸗Au⸗Bac glückte eine große Sprengung. Der französische Graben ist mit seiner Besatzung verschüttet. Eine fast vollendete feindliche Minenanlage ist zerstört. Oestlich von Auberive(in der Champagne) wurden etwa 250 Meter des vorderen französischen Grabens genommen. Ueber sechzig Mann fielen gefangen in unsere Hand. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Balkan. Ipek ist erreicht. Etwa zwölfhundertundfünfzig Ge⸗ fangene wurden eingebracht. Die Franzosen haben vor der drohenden Umfassung ihre Stellung im Ceona⸗(Karansu) Vardar⸗Bogen aufgeben müssen. Oberste Heeresleitung. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht a Ipek und Djakova besetzt. Wien, 7. Dez.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 7. Dezember 1915. 5 Ruflischer Kriegs schauplatz. N Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Es fanden leine größeren Kämpfe statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Plevlje schlugen wir montenegrinische Vor⸗ slöße ab. N Im Grenzraum nördlich von Berane greifen unsere Truppen die montenegrinischen Hauptstellungen an. Sie erstürmten gestern mittag die Verschanzungen bei Suhodol. Südlich von Novipazar brachten wir abermals 1300 Ge⸗ fangene ein. 5 a Der Raum östlich von Jpek war gestern neuerlich der Schau⸗ platz heftiger Kämpfe. Der Feind wurde überall gewor en und verlor sechs Geschütze. Heute früh drangen wir in Ipek ein. Djakova wurde von den Bulgaren besetzt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. E N Bulgarischer Bericht. Rückzug der Franzosen. Furchtbare Niederlagen der Serben. (W. T. B.) Amtlicher Bericht vom h Sofia, 7. Dez. 4. Dezember: Am Anfang unserer Operationen gegen Serbien, als unsere ganze Armee westwärts gesandt wurde, hatten die gelandeten französischen Truppen, unterstützt durch serbische Streitkräfte, bei ihren Operationen im südlichen Mazedonien sich auf der Linie Sonitscha—Glawa—Babuna Planina—Gradsko—Kriwolae einnisten können, aber wir Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 288 unsere Truppen an dieser Front und gelangten bis Anfang November dahin, den Feind über die Linie Kriwolar Wardar—Tscherna zurückzuwerfen. Unser Ziel war, die französische Front zu umfassen, um sie nach der Ankunft genügender Kräfte einzusch ließen. Die Be⸗ setzung des östlichen Abhanges des Radowil Planina brachte uns dem erstrebten Ziele näher, denn die Franzosen sahen sich dadurch von Nordosten, Nordwesten und Südwesten um⸗ rüngt. Sie bemerkten die gefährliche Lage, in die wir sie versetzt hatten, und faßten sofort den Entschluß, sich zurückzuziehen, um der sie bedrohenden Kata⸗ strophe zu entgehen. Es ist anzuerkennen, daß sie das Rück⸗ zugsmanöver in vorbildlicher Art auszuführen ver⸗ standen, denn sie konnten sich aus der Zange, in die wir sie genommen hatten, befreien. Unsere Truppen gingen auf der ganzen Front zur Offens ive über und besetzten gegen Mittag die Linie Kriwola c- Nego tin-Kawa⸗ dartzi; der Feind zog sich sehr eilig, von unseren Ab⸗ teilungen bedrängt, zurück. Nach der Durchführung der Operation auf der Prischtina setzte der Große Generalstab des Feldheeres starke Abteilun⸗ gen auf Tetowo—Gostiwar und Kitschewo an mit dem doppelten Zweck, erstens Dibra zu besetzen und den Serben den Rückzug nach Mazedonien, wo sie sich möglicherweise mit den englisch⸗französischen Truppen hätten vereinigen können, abzuschneiden, zweitens Ochrida und Struga zu besetzen und so den serbischen Abteilungen, welche in der Umgegend von Monastir und Resna operierten, den Rückgang nach Albanien unmög⸗ lich zu machen. Die Abteilung, welche der Besatzung von Monastir den Rückzug abschneiden sollte, wurde über Smilewo auf der Straße Monastir—Resna angesetzt; diese Abteilung zwang durch ihren Vormarsch die Serben, Monastir am 3. Dezember zu räumen. Heute wurde die Stadt durch uns besetzt. Weitere Abteilungen marschieren auf Ochrida und Dibra. Westlich Prizren geht der Vormarsch auf Djakowa weiter. Um Mittag überschritt eine Abteilung unsrer Truppen den Weißen Drin und nahm heute abend die Stadt Djakowa in Besitz. Nach ergänzenden Berichten haben unsere in der Um⸗ gegen von Prizren operierenden Truppen festgestellt, daß die Niederlage der Serben bei Kalu⸗Luma den Charakter einer Katastrophe trug. Auf der halt⸗ losen Flucht von Prizren nach Kula⸗Luma v erloren die Serben unterwegsihre ganze Artillerie nebst Staffeln, Fuhrpark, Kraftwagen, den Wagen des Königs, 320 Omnibusse, eine beträchtliche Menge Bereifungen, Munition aller Art und anderes Kriegsgerät. Bei jedem Schritt vorwärts finden wir Geschütze, die auf Wegen und verlassenen Stellungen stehen geblieben sind. Das zeigt, von welcher Panik die aufgelöste serbische Armee ergriffen ist, die vergeblich der Katastrophe zu entgehen sucht. Die seit zwei bis drei Jahren von den Serben durch die schlimmsten Aus⸗ schreitungen bedrückten Albaner erheben sich und kämpfen mit den Waffen gegen die serbischen Haufen, die durch die Gebirge Albaniens irren. 8 E Sofia, 7. Dez.(W. T. B.) Amtlicher Bericht über die Operationen am 5. Dezember: Unsere Truppen setzen an beiden Ufern des Wardar die Verfolgung der Franzosen fort, die sich zurück⸗ ziehen. Die Kolonne, die nördlich von Monastir über Smi⸗ lewo gegen die Straße Monastir—Resna vorrückt, hat nach erbittertem Kampf die Serben am Bigla⸗Gebirge ge⸗ schlagen und die Stadt Res na besetzt. Die Kolonne, die nördlich von Monastir vorrückend, von Kitschewo gegen Ochrida marschiert, bemächtigte sich nach hartnäckigem Kampfe einer stark befestigten Stellung bei den Ortschaften Me⸗ dowo und Mliamorac sie marschiert jetzt gegen Ochrida. Die Kolonne, die von Kitschewo gegen Dibra mar⸗ schiert, hat die Serben nach blutigem Kampfe an der Wasser⸗ scheide, welche dem Kamm des Jama⸗Gebirges folgt, ge⸗ den Feind in der Richtung auf Struga verfolgt. An der Front bei Dickowa, Kula⸗Lama setzen unsere Truppen die Zählung des von den Serben und den Montenegrinern im Stich gelassenen bedeutenden Kriegsmaterials fort. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Offenbach a. M. Die Markipreise für Vieh und Frucht, und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 6. Dezember 1915 Schlachtvichprelsd in Frankfurt a. M. Fleischpreise iu Gießen Schsen 50 kg Schlachtgewicht 124—438 ME.. kg 120—124 Pfg. Kälber 3.— 102—138 Pf.“ ½%„ 120—124„ Schweine ½„ 15 78—129„ ½„ 150—000„ Getreidepreise in Mannheim. Brotpreise in Gießen Weizen 100 kg 27.00 Mk. Höchstpreis] Weißbrot Akg— Pfg. 7 90 1 7 schlossen, je den Tag Freitags verkauft werden sollte, sich dazu entschloss a kgstelle i 2 58 ine zweite Verkaufsstelle in Waren abzugeben. Es soll auch noch erbstuet werden, wodurch sich zögerten nicht, je nach Möglichkeit vorzurücken, verstärkten Roggen„„ 23.00„ Höchstpreis Schwarzbrot 2, 68„ er alten Gewerbeschule im Asterweg er —————— 177 f bis Lebensgrösse nac Wiegen rechtzeitiger „ e Lieferung erbitten schlagen und gegen Mittag Dibra besetzt, von wo 8 3 e ue dles wodewarenhauses Aff ACK Giessen, Sele 8 85 beginnt Dienstag, den 30. November Ich habe trotz der enormen Preissteigerungen folgende Artikel zu hervorragend billigen Preisen anzubieten und offeriere, so lange Vorrat reicht: Abschnitte f- Blusen, K Bluse 2% Meter buntkarierter Plusenstof z... für Mk. 2 Blense 2%½ Meter blaugrün karierter Stoff:... für Mk. 22 Bluse 2 ½ neter gestreitter Stofl, Bulgaren-Geschmack für Ik. 33 Bluse 2% meter zeinwollene Stokke, dunkle streiten. für Mk. 42 Bluse 2 neter doppeltbreit, blauZrün katierter Stoff für Bk. 28 Bluse 2 Meter creme reinwollener Stott mit seid. Streiten für Mk. 28 Blease 2 neter doppeltbreit schwerer karierter Wiuterstoft für Mk. 28 Bluse 3 neter tabig karierten Sammet. tur Mk. 380 Bluse Z; neter gestreitter Sammet für Mk. 32 Rock 2 ½ Neter grau-schwarz gestreitt-Stolt, 130 eur breit für Mk 3 Rock 2/ Meter blau-grünkar. 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Für Ik 550 Bluse A eter reinseidene Messaline, marine, braun, grün für Mk. 62 Bluse& Ueter reinseidene Messaline, selimale Streiten Tür Mk. 52 Bluse& Meter reinseidene Paillette, blau-grün gestreift für Mk. 6 Basse 4 Meter reinseid. Messaline, weiss-schwarz gestreift für Mk. 630 Bleuse A ueter renseid. Paillette, grau-schwarz gestreift für Mk. 62 Blase 4 Meter reinseidene Messaline, blau-grün kariert für Mk. 72 Bluse& Meter schwarz, reinseidene Palllette.. für Mk. 530 Blase 4 Meter schwarz, reinseidenenen Merveilleux für Mk. 6 für Mk. 55⁰ — lasse 2 Meter schwarz, doppeltbreit, Paillette. Buckskin in prima Ware für Herren-Anzüge, der Amzug, 322 feter, für 1822 fl. heutiger Preis dieser Ware das Doppelte Abschnitte für Knaben- Anzüge in aren von I bis 2 Metern. 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