5 at vor dem Zusammentritt des Reichstags in sechstägigen ein⸗ Jes Volkes berühren, behandelt. Die letzten beiden Tage w ö kussprache über die Fragen der auswärtigen Politik Gepe 8 olgende Interpellation im Reichstag einzubringen: edingungen er geneigt sei, in it Beginn des Weltkrieges, daß die Frage Und damit der Kriegsziele in die Jurch eine Interpellation gezogen wird. man etwa behaupten wollte, das chen Parteien darin mit ihm vollkommen lanzler sie nicht auch beantworten solle. en Zeichen berhesst Organ für die . olfszei g f Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. e Die Oberpbessische Volksseitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatli ch 0 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Ml. 5 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Juserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 284 Gießen, Freitag, den 3. Dezember 1915 10. Jahrgang Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sehenden Beratungen alle Fragen, die gegenwärtig die Interessen ipfelte in dem Beschluß(wie schon gestern kurz berichtet wurde), „Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft darü unter welchen Bedingungen er geneigt il in 19 55 1 e 1 Diese Interpellation wurde von der Fraktion mit 93 (Stimmen beschlossen. Eine andere Formulierung der A sellation vereinigte 43 Stimmen auf sich. Die Interpellation wird zenosse Scheidemann begründen, Genosse Landsberg wurde ls Redner für die Besprechung der Interpellation bestimmt. au geb Friedens⸗ 1 Die sozialdemokratische Interpellation, die den Reichskanzler agt, ob er bereit sei, darüber Auskunft zu geben, unter welchen 5 Friedensverhandlungen einzu⸗ ceten, hat wie vorauszusehen war, in der ganzen Oeffentlichkeit sroßes und berechtigtes Aufsehen erregt. Es ist zum ersten Mal des Friedens parlamentarische Debatte 0 Damit hat die sozial⸗ semokratische Fraktion erneut gezeigt, welch große Bedeutung sie uch in den Kriegsfragen dem Parlament, der Vertret⸗ ngdes Volkes zumißt. Es ist deshalb auch nicht verwun⸗ erlich, daß andere Parteien, die der Volksvertretung weniger Be⸗ seutung zugestehen und die über die Kriegsziele eine andere Auf⸗ fung haben als die sozialdemokratische Fraktion, diese Inter⸗ ellation sehr unmutig aufnehmen. Das Organ des undes der Landwirte z. B. behauptet, sich noch milde auszudrücken. venn es die Interpellation für überaus unzweckm aß ig klärt. Ob die weitere Behauptung des Blattes, daß alle bürger⸗ . übereinstimmen, den katsachen entspricht, wird sich noch zu zeigen haben. Dessen aber d wir gewiß, daß draußen im Lande die Interpellation zweifel⸗ bs auch bei Mitgliedern anderer Parteien einer ganz anderen Auf⸗ ussung begegnet, als sie in dem erwähnten Platte zutage tritt. einen zwingenden Beweis dafür bringt schon das Berliner Tageblatt vom Mittwoch abend. Es erklärt, daß garnicht (inzusehen sei, warum eine solche Interpellation an den steeichskanzler nicht gerichtet werden und warum der Reichs⸗ Man werde nicht ein⸗ nenden dürfen, sagt das Berliner Tageblatt, daß eine solche Inter⸗ sellation und eine Aussprache über sie im feindlichen Ausland als der Schwäche gedeutet werden könne. Es sagt weiter: „Die militärische Stellung Deutschlands und seiner Ver⸗ bündeten ist eine so starke, daß es uns gleichgiltig sein kann, was nie zu bekehrende Ententeblätter erzählen. In England legt man sich ja auch keinen Zwang auf und kümmert sich wenig darum, wie dieses oder jenes Wort ausgelegt werden könnte. Haben wir Grund, zaghafter zu sein, als man es in England ist? Eine andere Frage ist, ob Friedensverhandlungen eine Aussicht auf Erfolg haben würden. Jeder Friedenswunsch kann nicht nur im gegenwärtigen Falle, an zwei Klippen scheitern. An der Ab⸗ neigung im gegnerischen Lager un an den An⸗ sprüchen im eigenen. Vielleicht käme man einen Schritt weiter, wenn der Neichskanzler sich entschließen wollte. über den zweiten Punkt etwas Klarheit zu schaffen. In jedem Falle kann, selbst wenn man skeptisch denken mag, der deutschen Volksver⸗ tretung nicht das Recht verweigert werden, angesichts der außer⸗ ordentlich günstigen militärischen Situation den verantwort⸗ lichen Lefter der Reichspolitik über seine Absichten und Ziele befragen.“ Davin hat das liberale Blatt zweifellos recht. Wer gegenwärtigen militärischen Lage Deutschlands in einer 0 Interpellation und Erörterung ein Zeichen der Schwäche 19 0 1 „on vornherein durch die Tatsachen auf dass. bündiaste widerlegt. Es heißt aber auch alle militärischen Grundsätze verleugnen wenn Streben nach Frieden sei von egführende Nation ein Zeichen der Schwäche und ein Eingeständnis der Unfähigkeit. den Krieg bis 1 Siege durchzuführen. Im Gegenteil, von dem größten Theurer 5 des Krieges v. Clausewitz angefangen bis auf den heutigen 9 1 haben alle, die etwas vom Krieg verstanden haben, als se an. Zie mmer nur den Frieden betrachtet und niemals 25 3 505 einer selbst willen geführt sehen wollen. Wenn aber ee ikrieges der Friede ist, so kann gerad für eine militärisch so erfolg⸗ zu Wer bei der solchen vornherein für eine kri 25 Friedens⸗ reiche Nation wie die deutsche die Erörterung 1915 t N bebingungen und die basdige Erreichung des Aide en bn nicht länger aus ehrenhaften Frieden zu erreichen, den Frieden gesprochen wurde. umterschätzen, wenn man aol te ö i ihres stb ztfeins und i Zielsicherheit be⸗ ein Zeichen ihres Selbstbewußtseins und ihrer Zielsicher it be 2 5 0 sogialdemokratische Fraktion hat darum den ch Kreisen des Volkes mit ihrer Interpellation durstane 115 172 denn auch die großen Massen des Volkes 1 feilen reg nicht um feiner selost will ez nde gedehnt sehen, als unbediz g 10 esicherten, dauernden ung 5 wie unsere Fraktion es Ssprach:„wenn das Ziel der 1 eden geneigt sind.“ forderlich ist, um einen um 4. August 1914 in den Worten au 92 7 1 0 Sicherung erreicht ist und die Gegnen 5 1 England haben Selbst militärisch so erfolglose Staaten wie Par 15 i Sch⸗ ca. f ihrem Parlament über ec ohne direkten Schaden 17 5 8 55h. die deutsche Nation sie für diese Frage geringer einschätzen emokratischen Fraktion n Stärke und Ueber⸗ vorhanden ist, liegt ungeheuer wichtige bei der soziald der militärischen Verbündeten diese Ein Zeichen, daß auch 99 die Erkenntnis 6 nheit Deutschlands und seiner ö darin, daß die sogialdemokratische Fraktion Frage nicht wie in England beiläufig in der Debatte erwähnen will, worauf die englische Regierung nicht zu antworten brauchte und es auch nicht getan hat, sondern daß die deutsche Sozialdemo⸗ kratie dieser unmittelbar an den Leiter der deutschen Reichsgeschäste gerichteten Frage die Form einer selbständigen Aktion gegeben hat. * 0 2 Die Neutralen und die Kriegslage. Das nicht deutschfreundliche Kopenhagener Extrabladet schreibt zu dem jetzt zu Ende gegangenen 16. Kriegsmonat: Nach Serbiens Zerschmetterung sei die Stellung des Vierverbandes auf dem Balkan himmelschreiend trost⸗ los geworden. Asquiths und Briands Versiche⸗ rungen, Serbien würde nicht untergehen und die Westmächte hätten keine Stunde versäumt, seien nur leere Worte ge— wesen; das kleine Serbien habe den hoffnungslosen Kampf allein auskämpfen müssen. Rußland, Serbiens großer Beschützer, habe absolut nichts getan. Während des Wort⸗ schwalls der Vierverbandspolitiker aber hätten die Zentral⸗ mächte um so energischer gehandelt und im ganzen November glänzende Ergebnisse erzielt. Sizilien von deutschen U-Booten belagert? T. U. Von französischer Seite wird gemeldet, daß Sizilien neuerdings von deutschen U-Bovten belagert wird. Am 19., 20. und 21. November waren sie vor Estika. Sie halten sich auch in der Nähe der Bucht von Syrakus und bis nor Assignano auf. Opposition in der französtschen Kammer. Nach den ersten Nachrichten konnte man annehmen, daß das Ministerium Briand ein l einstimmiges Vertrauens⸗ votum von der Kammer und insbesondere von der sozialisti⸗ schen Fraktion erhalten hätte. Genauere Mitteilungen be— weisen jedoch, daß eine vollständige Einstimmigkeit nicht vor⸗ handen war. Für die Regierung stimmten 515 Abgeordnete; einer stimmte gegen, 25 enthielten sich der Abstimmung, worunter der Genosse Raffin-Dugens, der seine Stimmenthaltung kurz begründete. Ob noch andere sozia⸗ listische Kammermitglieder sich ihm anschlossen, ist nicht be⸗ kannt. Merkwürdig ist, daß die Humanité darüber Still⸗ schweigen bewahrt und daß wir erst durch den kapitalistischen Temps Kenntnis davon erhalten. Französische Deputierte gegen die Humanité. Von zuverlässiger Seite, so wird dem Avanti unterm 20. No⸗ vember aus Paris gemeldet, wird die Nachricht verbürgt, daß 21 sozialistische Kammer mitglieder dem Parteivorstand einen Protest gegen die Haltung der Humanité zu⸗ gehen ließen. Es wird in dem Schreiben ein gründlicher Wechsel in der Verwaltung des Blattes gefordert, um es dem Einfluß der es behrrschenden Clique(Côteries) zu entziehen. Mangel aun Mauuschaf en in Frankreich. Die bevorstehende Einberufung der Jahresklasse 1917 in Frankreich legt einen deutlichen Beweis für den Mangel an Mannschaften ab, unter dem Frankreich zu leiden beginnt. Noch mehr beweist dies aber ein im Matin mitgeteilter Vor⸗ schlag des Senators Bernard, der die Zustimmung der Heereskommission erlangt hat. Danach sollen, wie es bereits auf Grund eines Gesetzes vom 19. Oktober für Westafrika angeordnet ist, freiwillige Werbungen für die französische Armee unter den Eingeborenen der gesamten französischen Kolonien vorgenommen werden. Für die Freiwilligen, für ihre Familienangehörigen, ja selbst für die Stammeshäupt⸗ linge sind zur Erzeugung einer Begeisterung für die Sache Frankreichs große Geldprämien vorgesehen. Die innere ru siiche Anleihe. Die Daily Mail meldet aus Petersburg von Montag:„Zahl⸗ lose Trupps von Leuten stehen in den schneebedeckten Straßen und lesen die an den Anschlagsäulen gemeldete Mitteilung über eine russische Hundert Millionen Pfund⸗Anleihe. in der Geschichte Rußlands, ein d r Volk gerichtet wird, bei der Ausschreibung von Anleihen. leihe wird zu 5% Prozent herausgegeben. Die Regierung teilt mit, daß jeder Tag das Land 2400 000 Pfund kostet. Es wird erwartet, daß die Anleihe gut üiberzeichnet wird, da die Einlagen bei den Banken bis Mitte November 220 Millionen Pfund betragen. Die Spareinlagen in einem Monat sollen 7 Millionen Pfund betragen aben. f Ministerwechsel in Oesterreich. In der Zusammensetzung der österreichischen Regierung hat sich eine Reihe Veränderungen vollzogen. Der bisherige Minister des Innern Baron Heinold scheidet von diesem Posten, den der Präsident des Obersten Rech— nungshofes Prinz Konrad zu Hohenlo he⸗Schil⸗ lingsfürst übernimmt. Heinold wird Statthalter in Mähren. Prinz Hohenlohe war vor zehn Jahren kurze Zeit ö J Die An⸗ fibrigen Angeklagten verteidigt, Was wird aus der Entente am Balkan? gie Friedens⸗Juterpellation. Ministerpräsident. Ferner tritt der Handelsminister Dr. 9. Schuster zurück; sein Nachfolger ist der Direktor der Kre⸗ ditanstalt Dr. Alexander v. Spitzmüller. Endlich tritt an Stelle des bisherigen Finanzministers Baron Engel der Gouverneur der Postsparkasse Dr. Karl Ritter v. Leth. Mittels kaiserlicher Handschreiben wird Dr. Schuster der Freiherrnstand verliehen. Heinold und Engel wurden auf Lebensdauer zu Herrenhausmitgliedern ernannt. Forderungen der ungarischen Sozialdemokratie. Die ungarländische sozialdemokratische Partei versendet an die Reichstagsmitglieder anläßlich der beginnenden Kriegssession ein Rundschreiben, in dem sie auffordert, mit Rücksicht auf die welthistorischen Ereignisse, welche es herbei⸗ führten, daß jedermann Soldat sei, noch in dieser Sessiom das allgemeine, gleiche, geheime und direkte gemeindeweise auszuübende Wahlr echt zu verwirklichen. Der Demokratie des Todes müsse eine Demokratie des Le⸗ bens und der Rechte folgen. Der deutsche, österreichische, bul⸗ garische Soldat dürfe zuhause wählen, der ungarische Soldat sei ebenso reif und würdig wie diese zur Ausübung politischer Rechte. Deutsche Gesellschaft 1914. Unter diesem Namen ist am Sonntag abend in Berlin ein Klub gegründet worden, der nach den Reden seiner Gründer den Geist des Schützengrabens im deutschen Volke auch nach dem Frieden erhalten soll. Der Berliner Lokalanzeiger berichtet über die Gründung u. a.: 5 „Ein neuer Klub, der sich aus den ersten und vornehmsten Kreifen Berlin und des Reiches zusammensetzt und auf unser Ge⸗ sellschaftsleben nicht ohne Einfluß bleiben wird, hat sich gestern (Sonntag) abend hier gebildet. In dem zu ihrem Heim ausersehenen ehemals Pringsheimschen Palais in der Wilhelmstraße 67 trat gestern(Sonntag) die„Deutsche Gesellschaft 1914“ zu ihrer ersten konstituierenden Versammlung zusammen. Von nah und fern waren die Mitglieder, über vierhundert an der Zahl, darunter führende Männer aus allen Berufen und Ständen, herbeigeeilt. Von einer ganzen Reihe von Mitgliedern, die am Erscheinen ver⸗ hindert waren, waren Begrüßungs⸗ und Glückwunschtelegramme eingegangen, so von dem Reichskanzler, von Generaldirektor Ballin (Hamburg) u. a. Als Vorsitzender des vorbereitenden Ausschusses begrüßte Generaloberst von Moltke die Erschienenen mit einer Ansprache.“ 5 Die Einweihungsrede hielt Staatssekretär Dr. Solf, der zum Vorsitzenden der Versammlung gewählt worden war. Nach dem Bericht des Lokalanzeigers gehört dem Vorstand auch Genosse Südekum an. Unter den Teilnehmern an der konstituierenden Versammlung werden auch die Genossen Göhre, Dr. Lensch und Dr. Arons aufgezählt. Der badische Gnadenweg für Kriegsteilnehmer Die badische Regierung hat dem Landtage einen Gesetz⸗ entwurf vorgelegt, dessen einziger Artikel lautet: Strafverfahren gegen Teilnehmer an dem gegenwärtigen Kriege wegen Handlungen, die vor oder während der Einberufung zu den Fahnen, bis zur, Beendigung des Krieges begangen sind, können im Wege der Gnade niedergeschlagen werden. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. 8 In der Begründung wird gesagt, es müsse die Möglich⸗ keit geschaffen werden, daß die Gnadeninstanz in der Lage ist, mit Umgehung eines rechtskräftigen Urteils bereits das schwebende Strafverfahren endgiltig niederzuschlagen, denn der Krieg bringt zahlreichen Kriegsteilnehmern den gnaden⸗ weisen Nachlaß von rechtskräftig erkannten Strafen.— Die Vorlage ist an die Justizkommission gegangen. Ein politischer Prozeß. Vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Berlin III standen an Mittwoch 5 Genossen und 2 Genossinnen, die beschuldigt werden, durch Verbreitung eines Flugblattes in den Straßen Groß⸗Berlins, betitelt:„Der Hauptfeind steht im eigenen Land“, in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung gegeneinander zu Gewalttätigkeiten angereizt zu haben. Der Staatsanwalt beantragte, die Oeffentlichkeit der Verhandlung auszuschließen, da eine Gefährdung der Staatssicherheit zu besorgen sei.— Verteidiger Genosse Dr. Heinemann, der einen der Ange⸗ d⸗An Es ist das erste Mal klagten sowie die beiden Genossinnen vertritt, schloß sich dem An⸗ daß ein direkter Appell an das russische trag des Staatsanwalts an. Verteidiger Dr. Weinberg, der alle protestierte entschieden gegen den Eine Gefährdung der Staatssicher⸗ heit bestehe unter keinen Umständen. Selbst das Staatswohl werde durch die Oeffentlichkeit der Verhandlung nicht gefährdet. Aber selbst die letztere Möglichkeit zugegeben, habe das Reichsgericht den Ausschluß der Oeffentlichkeit in solchem Falle für unstatthaft er⸗ klärt. Die Angeklagten schließen sich sämtlich den Ausführungen Weinbergs an.— Jach kurzer Beratung beschloß das Gericht, die Oeffentlichkeit auszuschließen.— Als Zeuge ist vom Verteidiger Dr. Weinberg der Genosse Dr. Bveitscheid geladen. Nach längerer Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit beantragte der Staatsanwalt gegen einen Genossen, der schon in dem bekannten Charlottenburger Denkmalsprozeß verwickelt war, ein Jahr Gefängnis, gegen die vier anderen Genossen je 9 Monate und gegen die zwei Genossinnen je 6 Monate Gefängnis. Die Ver⸗ teidiger plädierten sür Freisprechung oder doch für mildere Stvafen. Nach sehr langer Beratung verkündete der Vorsitzende, der Ge⸗ Ausschluß der Oeffentlichkeit. — Feldzuges die Halbinsel Gallipoli in ein Schützengräben verwandelt, wodurch die anfänglich erzittern machen. gichrevof hat die Ueberzeugung gewonnen, daß die Angeklagten den Inhalt des verbreiteten Flugblattes vor der Verbreitung ge⸗ kannt und gewußt haben, daß die Verbreitung strafbar ist. Dafür spricht der Juhalt des Flugblattes. Mithin haben sich die Ange⸗ klagten im Sinne des§ 130 des Strafgesetzbuches schuldig gemacht. Bei der Strafzumessung hat der Gerichtshof den Angeklagten Glauben geschenkt, daß sie der Ansicht waren, das Flugblatt gehe von der sozialdemokratischen Partei aus, und daß sie nicht die Ab⸗ sicht gehabt haben, eine Deutschland ungünstige Wirkung im Aus⸗ land hervorzurufen. Mit Rücksicht hierauf hat der Gerichtshof den Augceklagten mildernde Umstände zugebilligt. Es erhielten die fünf Genossen je drei Monate Gefängnis, welche Strafe als durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wird; die Genossinnen, die nicht in Untersuchungshaft gesessen haben, je 50 Mark Geldstrafe. Regierungserklärung im sächsischen Landtag. In der Zweiten sächsischen Kammer gab am Mittwoch während der Beratung des Etats der Minister des Innern gegenüber Ausführungen im Hause folgende Erklärung ab: „Deutschland hat den Krieg nicht begonnen mit Er— oberungsabsichten, vielmehr geht aus Aeußerungen der Länder, mit denen wir im Krieg stehen, deutlich hervor, daß unfere Gegner die Absicht haben, von Deutschland Gebiete! zu rauben und deutschvölkisches Wesen zu unterdrücken. Diese Absichten zwingen uns, danach zu handeln und die Kriegs- gegner zu der Ansicht zu bringen, daß sie geschlagen und besiegt sa Es ist zu erwarten, daß wie im Reichstage so auch im sächsischen Landtage alle Parteien diesen Standpunkt teilen und unterstützen.“ 8 Diese Erklärung wurde von allen bürgerlichen Fraktionen“ mit starkem Beifall, von der sozialdemokratischen Fraktion mit Schweigen entgegengenommen. Der Kampf um Monastir. Zum Kampf um Monastir heißt es in einem Bericht der Vossischen Zeitung: Flüchtlinge aus Monastir berichten von äußerst schweren Kämpfen auf den Höhen vor Monastir. Oberst Vassitsch hält noch die letzten Verteidigungswerke der Stadt und ist entschlossen, es bis zum Straßenkampf kommen zu lassen. Die 3000 Mann starke Verteidigungstruppe beab⸗ sichtigt, sich nach Rezua zurückzuziehen. Gegen 40 serbische Abgeordnete sind in Saloniki eingetroffen. Die nationale französische Waisenfürsorge beschloß, die serbischen Kinder in Städten Südfrankreichs unterzubringen. Rückzug von Gallipoli? Mailand, 1. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Londoner Mitarbeiter des Secolo sandte seinem Blatte einen ausführlichen Artikel„Zu dem Gallipoli-Vroblem“. In dem Artikel heißt es, Kitchener werde bei seiner Rückkehr nach London sich in die Not- wendigkeit versetzt sehen, einen der schwersten Entschllisse im Ver- lauf des gegenwärtigen Krieges zu fassen, denn das Ministerium werde über das Schicksal des vor acht Monaten eingeleiteten Unter- nehmens auf Gallipoli entscheiden müssen, nämlich, ob es möglich sei, und ob eine weitere beinahe übermenschliche Anstrengung ver— sucht werden solle, um den Widerstand der Türken zu brechen, oder ob es vielmehr ratsamer wäre, die Zelte und Fahnen wieder einzu⸗ packen und das Schlachtfeld zu räumen, wobei berücksichtigt werden müsse, daß von diesem letzteren Entschlusse das Prestige Englands im ganzen muselmanischen Orient abhängig sei. Nachdem der Kor— respondent von neuem bestätigt, daß der Gallipolifeldzug nur auf dringendes Bitten Rußlands eingeleitet worden sei, gibt er zu, daß 200 000 Mann lange Monate vergebens gegen die Halbinsel ange— rannt sind. Die Türken, die noch im März mit 30 000 oder 40 000 Mann hätten überrannt werden können, hätten im Verlauf des gewaltiges System von seitens der Alliierten begangenen Fehler in der Abschätzung der Schwierig- keiten unheilbar und verderblich geworden seien. Der Korrespon⸗ dent drückt dann die Befürchtung aus, daß die Türken gegen die Truppen der Alliierten beim Verlassen der Halbinsel die heftigsten Angriffe richten werden, sodaß die Ausführung des Rückzuges überhaupt fraglich werde. Der Ministerrat müsse darüber ent⸗ scheiden. Die Verantwortung aber, die dieser kleine Kreis von Männern gegentiber der Geschichte und der Zukunft des britischen Weltreiches auf sich nehme, sei eine von jenen, die ohne weiteres 8 Eröffnung der italienischen Kammer. Rom, 1, Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Die Sitzung der Kammer fand bei dicht besetzten Tribünen statt. Sämtliche Minister und über 400 Abgeordnete waren erschienen. Auch mehrere Botschafter und Gesandte, ebenso Denys Cochin, wohnten der Sitzung bei.“ Nach einer patriotischen Ansprache des Präsidenten ergriff der Minister des Aeußern, Songino, das Wort. Bern, 2. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Sonnino schil⸗ derte in seiner Rede in der italienischen Kammer die Gründe, welche die Kriegserklärung Italiens an Oesterreich-Ungarn und die Türkei herbeigeführt hätten, und erklärte den Bei⸗ tritt Italiens zu dem Londoner Abkommen. Die Kammer vertagte sich nach der Rede Sonninos auf heute, um die Re⸗ gierungserklärung zu besprechen. * Dem Berliner Tageblatt wird über die erste Sitzung ge— schrieben: Wie vorauszusehen war, wurde die Kammersitzung durch mehrfache nationalistische Kundgebungen eingeleitet und begleitet. Zunächst sprach der Kammerpräsident Marcora. Er feierte den König mit pathetischen Worten. Während die große Mehrheit der Kammer sich erhob und Beifall klatschte, blieben die Sogia⸗ listen, aus deren Reihen der Ruf„Hoch die Republik“ er⸗ scholl, sitzen. Die Mehrheit protestierte unter den Rufen: „Nieder mit Euch Oesterreichern, Euch Vaterlandsfeinden!“ Alsdann sprach Sonnino, indem er zuerst die diplomatische Lage darlegte und dann mitteilte, daß auch Italien den Londoner Vertrag unterschrieben habe. Lärmender Beifall, der vermutlich die Regierung dafür trösten sollte, daß sie nicht einmal kurz das Ergebnis der halbjährigen Kriegszeit vor der Kammer darzulegen vermochte. Verschiedene Zwischenruse und Proteste der Sozialisten wurden stets von der Mehrheit niedergeschrien, die die Sozialisten durchaus nicht zu Worte kommen ließen. Sonninos Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. — Die Absicht der revolutionären Klubs, die Kammer einzuschüch⸗ tern, scheint ergebnislos gewesen zu sein. Nur eine geringe Anzahl von Menschen hatte sich auf der Piazza Monte Cittorio versammelt. Die Besorgnis vor Gewalttätigkeiten des Pöbels war diesmal un⸗ begründet, ein Beweis, daß der künstlich entfachte Fanatismus der Maitage verflogen ist. Französische Kammer. Paris, 2. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Laut einer Meldung des Matin begründete in der französischen Kammer Turmel einen radikalsozialistischen Gegenantrag zu der Vor- lage betreffend die Einberufung der Jahresklasse 1917, Auriol einen ebensolchen der Sozialisten, welche beide Ver⸗ tagung der Vorlage fordern. Beide Redner verlangten, daß, wenn man neue Mannschaften brauche, man sie aus den zahl— losen Drückebergern nehmen sollte, deren Existenz eine Schande wäre. Die Radilkalsozialisten zogen ihren Antrag unter Anschluß an den sozialistischen Antrag zurück. Trotz wiederholter Erklärungen von den Bänken der Antragsteller und der dringenden Aufforderung an den Kriegsminister, man wolle nur bestimmte Erklärungen von der Regierung bezüglich der Anwendung der Lex Dalbiez, gab Gallieni keine Antwort. Der sozialistische Antrag wurde mit 405 gegen 115 Stimmen abgelehnt. W rlegsnolizen. Zu Dienstag abend war im sechsten Berliner Reichs⸗ tagswahlkreise eine Versammlung einberufen, in der Genosse Ledebour als Abgeordneter des Kreises seinen Rechenschaftsbericht erstatten sollte. Der große Saal des Lokals war überfüllt; eine größere Menge stand noch auf der Straße, die keinen Einlaß fand. Als die Versammlung eröffnet wurde, erschienen Polizei-Offiziere mit einem größeren Schutz⸗ mannsaufgebot und erklärten, daß die Versammlung ver⸗ boten sei. Die Massen entfernten sich und zogen in größeren Trupps nach dem Innern ber Stadt. Irgendwelche Zwischenfälle sind sonst nicht bekannt geworden. In Düsseldorf wurde der Genosse Kastert verhaftet und zunächst in Polizeigewahrsam genommen. Tags darauf wurde er in das Gefängnis überführt. Er wird beschuldigt, Exemplare des bekannten Zimmerwalder Manifestes verbreitet zu haben. Vor der Verhaftung hatte eine Untersuchung in seiner Wohnung statt⸗ gefunden. trag erkeilen wird, freundschaftlsche Bezsehungen zwischen d. vorschriften. J. Die badische nationalliberale Lan tion ersucht in einem, im Landtage eingebra gierung, im Bundesrate für eine Aenderung der Ge gegen den Kriegswucher dahin zu wirken, daß des Kriegswuchers Schuldigen neben der Auferlegung en Strafen auf Entziehung des unredlich erworbenen Gewi kannt werden kann.. 0 Der bayerische Minister des Innern bringt angesich Mehrung von Strafanzeigen den Behörden zur nis, daß er es durchaus nicht billigen könne, we jeder Uebertretung polizeilicher Anordnungen sofort Anz erstattet werde, anstatt durch Belehrungen und Warnungen den setzesübertretungen vorzubeugen. 5 Wie das amtliche ungarische Tel⸗Korresp-⸗Bureau m wird der Landesverteidigungs(Hoved⸗)minister dem Reichstage Gesetz vorlegen, das die In anspruchnahme d Altersklafsen zwischen 50 und 55 Jahren für die dem Kriege im Zusammenhang stehenden Arbeiten im Inland läßt. In Oesterreich dürfte eine ähnliche Bestimmung zu warten sein. Die Neue Zürcher Ztg. meldet aus Brüssel: Es f daß der Papft dem Kardinal Mercier den bestimmten belgischen Episkopat und der deutschen Oberhoheit 3 pflegen. a. Seitdem in Italien die ententefreundllche Kriegsheßzer die Kriegserklärung an Deutschland auf Programm gesetzt haben, mehren sich in der Presse wieder Meldungen von deutschen Grausamkeiten. Gedächtnisfeiern für Miß Cavell mülssen herhalten zur Aufft lung der Leidenschaften. Und die amtliche Nachrichtenagent Stesani verbreitet am 23. November die Nachricht, daß ein ent lischer Offizier in einem deutschen Gefangenenlager hingerich worden sei, weil er im Delirium eines Fiebers einer vermeintlich herannahenden englischen Patrouille laut träumend eine deut Stellung verriet 0 Das russische Ministerium erließ eine Verfügung, nach d die sich außerhalb der Siedlungszone aufhaltenden gewerb treibenden Juden von der bisherigen Verpflichtung e bunden werden, der betr. städtischen Verwaltung jedesmal e Aufenthalsbewilligung für den einzelnen Ort auf weisen, wenn sie sich bei der Verwaltung eines solchen um die An stellung eines Gewerbe- und Handelsscheines bemühen. 5 Der russische Minister des Jumern erließ eine Verfi über die unbehinderte Zulassung chinesischer und koreg scher Kulis in den Kohlengruben und wengi N nehmungen ganz Rußlands unter Aufhehhuntg der bestehenden Pg 4 2 Parteinachrichten. Zur Schweizer Parteieinheit. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Wenn durch Parteitag auch formell die Verschmelzung des Grittlivereins der Partei im Sinne der radltasen Anträge entschieden wurde, ist damit doch nicht gesggt, daß der Grütliverein jetzt„außer secht gesetzt“ ist, wie einige Blätter des äußersten linken Flllg meinen. Das Zentralkomitee des Grütlivereins teilt den gliedern mit, daß es trotz allem an den Beschlüssen festhält, d letzten Sommer von der Berner Delegiertenversammlung wurden. Diese bestimmten das Festhalten an der Organisa selbst wenn ein Parteitag die Auflösung entscheiden sollte. Diel Beschlüsse erkennt das Zentralkomitee als maßgebend und binden an, bis die im kommenden Frühjahr zusammentretende Grütlian tagung in der Sache weiter gesprochen hat. Der Grütliverein su⸗ seine wesentliche Wirksamkeit nicht in tönenden Resolutionen 9. in organisatorischem Formalismus, sondern in praktischer Arbe in Leistungen auf dem Gebiet der Volksbildung und Wohlfahrt m er steht darin der Gewerkschaftsbewegung nahe. Und daß di reichgegliederte Organisation, die weft über ein Drittel des standes der Partei umfaßt, nicht durch den Aarauer Partelte beschluß über den Haufen gerannt werden kann, ist jedem klar,! die lebendigen Kräfte des Geistes im Grütliverein erkennt. diesem Sinne wünschen auch, wie ihr Sekretär Genosse Huggl Grütliäner schreibt, die Schweizerischen Gewerkschaften, daß Grütliverein in der Einheitsorganisation mindestens doch Führerrolle haben müsse. Die Vorarbeiten für die entgiltig scheidende Grfitlianerversammlung werden voraussichtlich Herausarbeitung der selbständigen Richtlinien noch geeigneter als die vielen dem Narteitage vorangegangenen lärmenden kussionen über die Neuorganisation, bei denen es nie ohne hässige persönliche Angrisse abging, und die viele sonst sehr tätige Genossen dem Parteileben entfremdet haben. 0 1 Barfüßele. 5 Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach. Der Theisles⸗Manz, der hier am Wege die Steine klopfte, redete fast kein Wort mit Amrei; er ging verdrossen von Steinhaufen zu Steinhaufen, und sein Klopfen war noch ungufhörlicher als das Picken des Spechtes im Moosbrunnen⸗ walde und gehörte mit zu dem Schrillen und Zirpen der Heu— schrecken in den nahen Wiesen und Kleefeldern. Aber über alles menschliche Getriebe hinüber Amrei doch oft ins Reich der Träume getragen. Wie die Lerchen in der Luft singen und jubeln und nichts davon wissen: wo ist die Grenze des Ackers vn diesem oder jenem? ja, wie sie sich hinwegschwingen über die Grenzpfähle ganzer Länder, so wußte die Seele des Kindes nichts mehr von den Schranken, die das beengte Leben der Wirklichkeit setzt. Das Gewohnte wird zum Wunder, das Wunder wird zum Alltäglichen. Horch, wie der Kuckuck ruft! Das ist das lebendige Echo des Waldes, das sich selbst ruft und antwortet: und jetzt der Vogel über dir im Holzbirnenbaum, darfst aber nicht aufschauen, sonst fliegt er fort. Wie er so laut ruft, so nermüdlich! wie weit das tönt, wie weit man das hört! wurde & Der kleine Vogel hat eine stärkere Stimme als ein Mensch. Setz' dich auf den Baum gime ihn nach, man hört dich nicht so weit als den faustgroßen Vogel. Still, vielleicht ist es doch ein verzauberter Prinz, und plötzlich fängt er an zu reden. Ja, gib du mir nur Rätsel auf, laß mich nur sinnen, ich finde schon die Auflöfung, und dann erlöse ich dich, und wir ziehen in dein goldenes Schloß und nehmen die schwarze Marann und den Dami mit, und der Dami heiratet die Prinzessin, deine Schwester; und wir lassen den Johannes von der schwarzen Marann in der gan— zen Welt suchen, und wer ihn findet, kriegt ein Königreich. Ach, warum ist denn das alles nicht wahr? und warum hat man denn das alles ausgedacht, wenn es nicht wahr ist? Während die Gedanken Amreis über alle Grenzen hin— ausgegangen waren, fühlten sich auch die Gänse unbeschränkt und taten sich gütlich an benachbarten Klee- oder gar Gersten— und Haferäckern. Aus ihren Träumen erwachend, scheuchte dann Amrei mit schwerer Mühe die Gänse wieder zurück, und wenn diese Freibeuter bei ihrem Regimente angekommen waren, wußten sie gar viel zu erzählen von dem gelobten Lande, wo sie sich gütlich getan; da war des Erzählens und Schnatterns kein Ende, und noch lange sprach da und dort eine Gans wie träumend ein bedeutsames Wort vor sich hin, und da und dort steckte eine den Schnabel unter die Flügel und träumte in sich hinein. Und wieder trug es Amrei hinauf. Schau, dort fliegen die Vögel; kein Vogel in der Luft strauchelt, auch die Schwalbe nicht in ihrem Kreuzfluge; immer sicher, immer frei. O! wer nur auch fliegen könnte! Wie müßte die Welt aussehen von da oben, wo die Lerche ist. Juchhe! Immer höher, immer höher und weiter und weiter! Ich fliege in die weite Welt zu der Landfriedbäuerin und sehe, was sie macht, und frage, ob sie noch mein gedenkt. „Gedenkst du mein in fernen Landen?“ So sang Amrei plötzlich aus all dem Denken, Schwirren und Sinnen heraus. Und ihr Atem, der beim Gedanken des Fluges rascher gegangen war, als schwebte sie schon wirklich in höherer Luftschicht, wurde wieder ruhig und gemessen. Aber nicht immer glühen die Wangen in wachen Träu⸗ men, nicht immer leuchtet die Sonne hell in die offenen Blü⸗ ten und in die wogende Saat. Noch im Frühling kamen jene naßkalten Tage, in denen die Blütenbäume wie frierende Fremdlinge stehen; tagelang läßt sich die Sonne kaum blicken, und ein starres Frösteln geht durch die Natur, nur bisweilen unterbrochen vom Auf⸗ zucken eines Windstoßes, der Blüten von den Bäumen reißt und fortträgt. Die Lerche allein jubiliert noch in den Lüften, wohl über den Wolken, und der Fink stößt seinen klagenden Ton aus vom Holzbirnenbaum, an dessen Stamm gelehnt Amrei steht. Der Theisler-Manz hat sich weiter unten beim rotange— strichenen hölzernen Kreuz unter die Linde gestellt, in streifen⸗ weisen Schüttern prasselt der Hagel hernieder, und die Gänse stercken die Schnäbel empor, wie man sagt, damit es ihnen das weiche Hirn nicht einschlage: aber da drüben hinter End⸗ ringen ist's schon hell, und die Sonne bricht bald hervor, und die Berge, der Wald, die Felder, alles sieht aus wie ein Menschenantlitz, das sich in Furcht ausgeweint hal end nun hellglänzend in Freude strahr Die Vögel in der Luft und von den Bäumen jubeln, die Gänse, die sich im Wetterschauer zusammengedrängt u die Schnäbel verwundert aufgestreckt hatten, wagen sich w der auseinander und grasen und schnattern und besprechen das vorübergegangene Ereignis mit der jungen flaumweichen Brut, die dergleichen noch nicht erlebt hat.— 1 Gleich nachdem Amrei vom ersten Unwetter überfallen war, hatte sie für künftige Fälle Vorsorge getroffen. Si trug immer einen leeren Kornsack, den sie noch vom Vater ererbt hatte, mit hinaus auf den Ganstrieb. Zwei gekreuzte Aexte mit dem Namen des Vaters waren noch deutlich auf dem Sacke abgemalt, und bei Gewittern deckte sie sich dem Sacke zu und wickelte sich fest hinein; da saß sie dann wie unter einem schützenden Dach und schaute hinein in den unfaßbaren wilden Kampf am Himmel. l Ein kalter Schauer, der in Wehmut überging, wollte gar oft Amreis bemächtigen, sie wollte weinen über ihr Schiä⸗ sal, das sie so allein, verlassen von Vater und Mutter, hin⸗ ausstellte; aber sie gewann schon früh eine Kunst und eine Kraft, die sich schwer lernt und übt: die Tränen hinabwürgeg. Das macht die Augen frisch und doppelt hell mitten in alles Trübsal und aus ihr heraus. Amrei bezwang ihre Wehmut besonders in Erinnern an einen Spruch der schwarzen Marann: Wer nicht will, 8 und bald kam Heiterkeit über ihr Antlitz; sie freute sich det prächtigen Blitze und ahmte leise vor sich den Donner nach. Die Gänse, die sich wieder zusammengeduckt hatten, schaule seltsam drein, sie hatten's aber doch gut; alle Kleider, die ie brauchen, sind ihnen auf den Leib gewachsen, und für das, was man ihnen im Frühling ausgerupft hat, ist schon wieder anderes da, und jetzt, da das Wetter vorüber ist, jubelt det alles in der Luft und auf den Bäumen, und die Gänse freuen sich des seltenen Schmauses; in drängenden Haufen zerren sie an Schnecken und Fröschen, die sich herausgewagt habe Von dem tausendfältigen Sinnen, das in Amrei lebte, er⸗ hielt nur die schwarze Marann bisweilen Kunde, wenn fi vom Walde kommend, ihre Holzlast und ihre in einem Saus gefangenen Maikäfer und Würmer bei der Hirtin abstellte. (Fortsetzung folgt.) 5 daß ihn die Hände frieren, muß eine Faust machen. Aumrei tat so, geistig und körperlich, sah trotzig in die Welt hinein, c durch reine übel dräng „„ Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. . Wer hält die Kartoffeln zurück? Die agrarischen Blätter bemühen fich, ne ei 8 nicht die Landwirte die Kartoffeln e 1 Großhandel für die Kartoffelknappheit verantwortlich 1 machen ist. Demgegenüber machte in der Stadtverordn et 95 sitzung zu Bochum ein Stadtverordneter sehr inerten 125 Micteflungen über eine Reise nach dem Osten, die da 1 zollte, Kartoffeln für die Bochumer Bevölkerung zu Je Obwohl der Stadtverordnete mit allen ersorderlichen 907 welsen versehen war, stieß er, wie wir dem Berl 251. ent wekmen, an vielen Stellen auf die größten Schwierigkeiten Auf einer Anzahl Gütern, die weit über hunderttausend Zentner Kartosseln liegen hatten, wurde er mit der Bemer⸗ Lung abgespeist, daß man jetzt Rüben verlade und leine Zeit abe. an die Verladung von Kartoffeln zu denken. Ein Landwirt fragte ihn in ironischem Tone, ob er etwa geen men sei, Kartoffeln zu verkaufen. Ein polnischer Edelmann weigerte sich anfangs überhaupt, ihn zu empfangen und be⸗ quemte sich erst dazu, als er mit besonderem Nachdruck auf dis Ausweisscheine der Behörden verwies. 8 „ Tagebl. ent⸗ lnsen„ 11 1 5 vermissen lassen. im Reichsamt des Innern Kenntnis gegeben und die Zusicherung erhalten, daß man der Sache nachgehen werde. Die Meinung des Stadtverordneten war, daß die Landwirte iber die Festsetzung der Höchstpreise verschnupft seien, was begreiflich erscheine, wenn man beispielsweise höre, daß einer dieser Herren im Frühjahr 10000 Zentner Kartoffeln an die Reichsregierung verkauft und dafür pro Zentner 8,50 Mk. erhalten habe. Ver endung der Weihnachtpakete. Die Reichspostverwaltung spricht auch in diesem Jahre das Er⸗ hen aus, mät den Welhmachtssendungen bald zu beginnen, damit etmasfen sich wicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr ngen. Bei dem außerordentlichen Ansthwellen des Ver⸗ ze Zustellung vor 1 wenn die Pakete erst am 22. Deßen ber werden. Die Pakete sind dauerhaft zu verpacken. Etwaige auf dern ackungsstoff vorhandene ältere Aufschriften und Beklebezettel u beseitigt oder unkenntlich gemacht werden. Die Benutzung non dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln, Zigarrenkisten usw. der Pikete muß deutlich, voll⸗ 5 Kaum die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Paket selbst gesetzt werden, so empfi sich je Verwendung eines Blattes weißen Papi 5 der eche nach fest aufgeklebt werden muß. Am; ißigsten sind ge⸗ % Aufschriften auf weißem Papier, dagegen sind Vordrurke zu arten ungeeignet für Paketaufschristen. Bei in Leinwand ver⸗ packten Sendungen mit Fleisch und anderen Gegenständen, die Feuchtigkeit, Fett, Blut ufw. obsetzen, def die Aufschrift nicht auf die Umhüllung geklebt werden. Der 9 Bestimmungsorts muß recht groß und kräftig gedruckt er geschrieben sein. Palctaufschrift muß sämtliche Angaben der Paketkarte enthalten. f nahme den Be⸗ Die Paketkarte das gewünschlen W großen Orten ist Paket SO. usw.) ar R ei en Aufschrfft leunigung des Betriebes trägt ender die erforderlichen Marken mit einer P Dezember weder noch zin Verkehr mit dem Auslande gesta tliche Eiulieferungsbescheinigungen über mehrere g tete werden in der bezeichneten Zeit nicht ausgestellt. Urianb für Maunschasten, die ein Jahr im Felde fiehen. Höchst wichtig für alle Krieger und deren Angehölige ist ein Schreiben aus dem Kriegsministorium, das dem Reichs⸗ tagsabgeordneten Propsft Poppe in Heiligenftadt zugegangen it:(s lautet:„Ew. Hochwürden erwidert das Kriegsmini⸗ gefällige Schreiben vom 25. September 19¹⁵ g bel Mannschaften die schon über ein Jahr int ein Urlaubsbedürfnis auch ohne amtliche Be⸗ eines Notstandes im allgemeinen ohne weite es Gnsllkennen ist. Die militärischen Dienststellen sind hier⸗ Auf hingewiesen worden mit, dem Bemerken, daß hier keine Bedenken bestehen, solchen Mannschaften ohne Beibringun⸗ einer amtlichen Bescheinigung Urlaub zu erteilen, sofern die 5 Interessen es irgend gestatten.“ dlenfflichen 8 'ehrerer E. schließlich 24. 4 ist siiz inneren Ge⸗ ewöhn⸗ egsversorgung geschiedener Ehefrauen. Nach den hiaterbliebenen-(esetz steht geschiedenen Ehefrauen Anspruch auf Versorgung aus Anlaß des e ns früher hemannes zu. Das ist ein Unrecht in den Fällen, in benen die Ehe des Verschuldens des Verstorbenen ene geschieden war und dieser der bisherigen Ehefrau 1 9 0 schrift des§ 1578 BGB. entjprechend Unterhalt Ju gewähren hatte. Dem vom Reichstage bei der vorletzten Tagung 95 äußerten Wunsch entsprechend, hat jetzt das preußische 3 ministerium bestimmt, daß solchen Ehefrauen bis zur gesetz lige Zuwendung ge⸗ lichen Regelung dieser Frage eine einma e währt werden kann. Anträge sind bei der Polizeibehörde zu stellen. Keine Höchstpreise für Bundesrat beschloß am 29. der bestimmt wird, daß die Preise für Schlachtschweine 95 vember 1915 auf aus dem Aus 1 559 und frisches Schweinefleisch und Fett, 191 8 0 1 5 5 eingeführt wird, keine Anwendung findet. e 921 zentralbehörden ist es überlassen, Bestimmungen Betrieb dieser Waren zu treffen. lein ausländische Schweine. Der November eine Verordnung, in Verordnung zur Regelung der Schweinefleisch vom 4. No⸗ land eingeführte Schweine — Folgen der Zurückhaltung von Kartoffeln. Aus Frankfurt wird berichtet, daß ein großer Teil der Kar⸗ toffeln, welche die Stadt angekauft hatte und die gerade wäh⸗ rend der großen Kälte unterwegs waren, erfroren find. Bekanntermaßen sind erfrorene Kartoffeln für den mensch⸗ lichen Genuß unbrauchbar und es sind damit eine ganze Menge Lebensmittel wieder dem Verderben anheimgefallen. Schuld daran ist offenbar die von den Landwirten geübte Zurückhaltung der Kartoffeln; wären diefe rechtzeitig auf den Markt gekommen, so befänden sie sich längst in denskellern der Konsumenten und wären jedenfalls gut verwahrt.— Die Stadt Frankfurt gibt jetzt den Zentner von denjenigen Kar⸗ toffeln, die nicht so sehr durch die Kälte gelitten haben, flür 1,50 Mark an Konsumenten ab, ein Preis, der für diefe Ware noch als zu hoch bezejchnet werden muß. — Die Postbestellung läßt jetzt in Gießen viel zu wün⸗ schen übrig. Es kommt vor, daß die jugendlichen Briefträger noch abends halb 9 Uhr ihre Postsachen an den Mann zu brin⸗ gen suchen. Das ist dann natürlich sehr schwer, weil um diese Zeit fast alle Geschäfte schon geschlossen find und es können dadurch sehr unliebsame Verzögerungen und sogar Schäden entstehen. Durch die vielen Einberufungen sind von den ge— übten und ortskundigen Briefträgern keine mehr vorhanden und an ihrer Stelle versehen junge Leute von etwa 1718 Jahren den Dienst so gut sie eben können. Wir meinen, es müßten noch ältere und zuverläfsige Leute genug vorhanden sein, die sich zum Briefträger eignen und einen solchen Posten auch versehen würden. Natürlich nicht für einen Tagelohn von 3 Mark oder 3,50 Mark, wie ihn die jungen Leute er— halten follen, man müßte da schon einige Pfennige mehr an⸗ legen. Aber dann hätte man wenigstens Gewißheit, daß der Betrieb richtig funktioniert. .— Kind in Lebensgefahr. Gestern vormittag hatte eine im Aulweg wohnende Frau ihre Wohnung verlassen und während ihrer Abwesenheit geriet die Wäsche in Brand, die sie zum Trocknen an den Ofen gehängt hatte. Nachbarn wur⸗ den darauf aufmerksam und alarmierten die Feuerwehr. Diese kam und löschte den Brand und rettete ein in der Woh⸗ nung befindliches Kind, das in Gefahr war zu ersticken. — Ohne Butter kein Jutter! Verschiedene r haben den Bürgermeistereien solgendes bekannt gemacht: zu unferer Kenntnis gekommen, daß einzelne Landwirte, die er Butter Zum Verkauf herstellten, solche nach Festsetzung von sen uscht mehr liesern, bezw. ihren seitherigen Abnehmern N kündigten. Wir machen Ihnen zur Pflicht, uns die en di Land wirke sosort mitzuteilen, da wir beabsichtigen, Einverständuis mit der Landesverteilungsstelle für FJutter⸗ mittel, zu veranlassen, daß diefen Landwirten keine Futtermittel mehr abgegeben werden. Gleichzeitig beauftragen wir Sie, zur Vermeidung von Mißverständnissen sofort ortsüblich bekannt machen zu lassen, daß die von uns fesegesetzten Butterhöchstpreise noch be⸗ slehen und daß die Bekanmtnachung Großh. Ministernans des Innern vom 17. November auf dieselben ohne Einfluß ist. — Familien⸗Unterstüßung und Hinterbliebenen⸗Versorgung. Durch Bundesratsverordnung vom 36. September ist bestim m; morden: 50 Die Familienunterstützung wird während dreier Monate über den Zeitpunkt hinaus, von dem an die den Hinter⸗ bliebenen auf Grund des Gesetzes vom 17. Mai 1907(Neichs⸗ gesetzblatt S. 214) zu zahlenden Hinterbliebenenbezüge zuständig find, weitergewährt. Etwa darüber hinaus gezahlte Familien- unterstlitzungen gelten als Vorschuszahlungen auf die Hinter⸗ bliebenenbezlige und sind bei deren Auszahlung einzubehalten. Damit sind eine Reihe von Zweifeln. die sich bei der Aus⸗ legung des Gesetzes betrefsend die Unterstützung von Familien in hen Dienst getretener Mannschaften ergaben, behoben. Auf die Dauer von 3 Monaten steht den Hinterbliebenen der Kriegsge— sallen n, alio e Art Doppelleistung zu. lever die rückwirkende Kraft er rordnung ic nichts bestimmt worden. Als selöst⸗ vercstnblich darf man annehmen, daß sie auf alle noch schwebenden Fälle der Hinterbliebenenversorgung Anwendung findet. Natur⸗ gemäß erstreckt sich diese Verorönung ledialich auf die aus Reichs⸗ mitteln gewährte Uunterstützung. Dem Geiste der Verordnung entspricht eo jedoch, daß auch eine etwa noch neben dieser gewährte Gemeindeunterstling den Hinterbliebenen auf die Dauer von Me loten verbleibt. 5 Kein Schwurgericht. Auch die letzte Schwurgerichtsperiode bieses Jahres fällt wieder— wie schon die zwei vorhergegangenen ans, weil keine spruchreifen Fälle vorliegen. Nahrungsmitftel⸗Versorgung. Von dem Mehl, das der Kommunalverband der Stadt zur Verfügung stellte, wird dem⸗ gächst noch an einem von der Bürgermeisterei bekanntzugebenden Tage au diesenigen Brotmarken-Empfänger abgegeben werden, welche es bisher noch nicht abgeholt haben. Später haben die für das Mehl ausgegebenen Karten keine Gültigkeit mehr. — Kohlen und Kartosseln sür die Krieger⸗Familien. Diens⸗ tags, Donnerstags und Samstags, vormittags von 8—12 Uhr, werden im Bürgermeistereigebände Anweisungen ausgegeben, die zum Empfaug von Kohlen und Kartoffeln berechtigen. Weihnachtsbitte. Die Leitung der Austalt für Epileptische in Nieder⸗Ramstadt schreibt uns: Als wir vor Jahresfrist die Weih⸗ nachtsbitte flir unsere Anstalt ausgehen ließen, dachten wir nicht on eine zweite„Kriegs-Weihnacht“. Und doch ist es so gekommen. Aber wir haben durchgehalten und wir werden auch weiterhin durchhalten: unsere Brüder draußen auf den Schlachtfeldern und wir hier in der Heimat. Das gibt uns den Mut, auch in diesem Jahre mit einer Weihnachtsbitte zu kommen. Gewiß haben auch diesmal wieber unsere Brüder im Felde, unsere Verwundeten und die Hinterbliebenen der Gefallenen das erste Recht an uns. Aber für unsere Pfleglinge und unser Barmherzigkeitswerke dürfen wir doch auch die Liebe unserer Mitmenschen aurufen. Eine große, wahrhaft erstaunliche Opferwilligkeit und Gebefreudigkeit geht ja durch unser' ganzes Volk hindurch. So glauben wir auch in diesem Jahre wieder zum lieben Weihnachtsfest um Gaben der Liebe bitten zu dürsen, damit wir unseren armen Epileptischen und un⸗ sexen lieben Krlüppelkindern den Christbaum anzlinden und eine be⸗ scheidene Weihnachtsfreude bereiten können. Die seither in so reichem Maße erfahrene Liebe läßt uns hoffen, daß wir auch dies⸗ mal nicht vergeblich bitten werden. Unser innigster und herzlichster Dank ist jedem freundlichen Geber im voraus sicher. v. Altenbuseck. Wieweit unser Ort durch den Krieg in Mit⸗ leidenschast gezogen ist, geht aus folgenden Zahlen hervor. Im ganzen wurden eingezogen 177 Mann. Davon haben 16 Mann ihr Leben eingebüßt, vermißt werden noch 6 Mann und in russischer Gefangenschaft befindet sich einer. Verwundet waren 24. Kreis Meklar. n. Kein Vieraufschlag. In einer Wirteversammlung, wurde die Mitteilung gemacht, daß die Brauereien von dem für heute ab geplanten Aufschlag des Bieres in Höhe von fünf Mark pro Hekto⸗ liter Ab stand genommen haben. Es bleibt also beim bis⸗ herigen Preis. Western ld und Unterlahn. Bestrasungen wesen Uebertretung der Höchstpreise. Das außerordentliche Kriegsgcvicht in Bonn hat sechs Händler und 20 Bauern wegen Ueberschceftung des Höchstpreises für arune Bohnen hessische Kreis⸗ u Gefängnisstrafen verurteilt. Die Hänbler, bie den Bonern für den Zentner 25 Pfennig bis zu 1,25 Mart über den Höchstpreis gezahlt hatten, wurden schärfer beurteilt, weil sie von vornherein bie Absicht gehabt hätten, die Höchstprelsverorbnung zu Überschreiten. Es wurden beshalb gegen sie Gefängnisstrasen von einer Woche bis sechs Wochen verhängt, während bel den Bauern nur in den Fällen, wo es sich um größere Mengen und gesonbers hohe Preise gehandelt hatte. die Geringststrase von einem Tage Ge⸗ fängnis überschritten wurde. Zwei westere Händler und ver Bauern wurden freigesprochen. Bon Nah und Fern. Schretlenstat eines Balers. Der eit 6. November mit seinen drei Kindern vermißte Zimmermann Grob non Boeblingen ist jetzt in einem Waldteil in ber Nähe der Stadt aufgefunden wor⸗ den. Er hat zuerst mit einem kleinen Taschenmesser den Kinbern den Hals burchschnitten und sich dann selbst auf gleiche Weise entleibt. Grünberg(Schlesten), 1. Dez. In der Schaumweinkellerei und Weingroßhandlung der Firma Grempler u. Co. brach heute gegen Abend ein Feuer aus. Das große, 1822 als erste deutsche Sekt⸗ kellerei gegründete Etablissement wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden ist sehr bedeutend. 8 6 Tagesbericht des Großen Hauptguaktiers Ein englischer Doppeldecker erbeutet. Weitere 4000 Serben gefangen. W. B. Großes Hauptquartier, 2. Dez., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplaßg Außer Artillerie- und Minenkämpfen au verschiedenen Stellen der Front keine besonderen Ereignisse. Nordwestlich von St. Quentin fiel ein wegen Motor⸗ schaden niedergegangener Doppeldecker mit zwei englischen Offizieren in unsere Hand. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Die Schilderung des russischen Tagesberichts vom 29. No⸗ vember über Kämpfe bei Illuxt⸗Casimirski ist frei erfunden. Bei der Armee des Geuerals Grafen von Bothmer wur⸗ den vorgehende schwache Abteilungen der Russen von den Vorposten abgewiesen. Balkau. Westlich des Lim wurden Poljauic, Plevlje und Jabuka besetzt. Südüstlich von Mitrowica wurden vierkausend Gefangene und zwei Geschütze eingebracht. Oberste Heeresleitung. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Die Offensive am Isonzo. Die Fortschritte auf dem Balkan. Wien, 2. Dezember 1915.(W. T. B.) Atutlich wird ver⸗ lautbart 2. Dezember 1915: 5 Nussischer Kriegsschauplatz., Nichts Neues. Ftalienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener erneucrten ihre Angeiffe auf den Brückenkopf von Tolmein und auf unsere Bergsteuung nördlich davon. Vor dem Mezli rh brachen drei, ror dem Bergrücken nördlich von Tolje zwei Vorstöß e des Feindes zusammen. Im Tolmeiner Vecken zer stört die italfenische Artillerie die Ortschaften hinter unserer Front. Der Brückenkopf stand stellenweise wieder unter Trommelfener und warde von sehr starken Kräften mehrmals ver ⸗ geblich angegrisse n, 5 5 Hei Oslowija versuchte die feindliche Jufanterie unter dem Schutze des Nebels durchzubrechen. Abteilungen unseres Infanterie⸗ Regiments Nr. 57 schlugen hier drei Stürme ab. Sonst kam es zu keinen größeren Infanteriekämpfen. Südöslicher Kriegsschauplaß. Hente früh sind wir in Plevlje eingerückt. Die Ein⸗ nahme ber Stadt war das Ergebnis hartuägiger Kämpfe. Die über den Metalka⸗Sattel vordeingende Kolonne hatte gestern den Feind bei Boljanie geworfen, die über Preboj anrückende Gruppe die Höhen nördlich von Plevlje gestlirmt, eine britle die Montenegriner bei Jabuka vertrieben. Unsere Truppen wurden von der mohammedanischen Bevölke⸗ rung mit Jubel begrüßt. Der Rückzug der Montenegriner ging zum Teil fluchtartig vor sich. 8. Südwestlich von Mitrovica brachte ein öste rreichisch⸗ ungarisches Halbbataillon viertausend serbische Ge⸗ fangene und zwei Geschütze und hundert erbeutete Pferde ein. Die Bulgaren setzten die Verfolgung auf Dahova fort. Der Stelbertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. * Der bulgarische Bericht. Die bulgarische Beute. 30000 Gefangene, 265 Geschütze. Sofia, 2. Dez.(W. T. B.) vom 30. November. Unsere Truppen führen die Offensive über Prizren hinaus fort. Seit Kriegsanfang ge⸗ en Serbien(14. Oktober) bis zu der Einnahme von Prizren (29. November) haben wir den Serben folgende Beute abgenommen: 80000 Gefangene, 265 Geschütze, 136 Artillerie⸗ munitionswagen, ungefähr 100000 Gewehre, 36000 Grang⸗ ten, drei Millionen Gewehrpatronen, 2350 Eifenbahnwagen und 63 Lokomotiven.— Nach der Einnahme von Kichewo und Krusewac besetzten wir Brodi auf der Straße Kichewo⸗ Prilep.— Auf der Front der englisch- französischen Truppen keine Veränderung. g Die Flucht der ferbischen Heeresreste. Der Frankf. Zig. wird geschrieben: Es wird immer klarer, daß die Niederlage der Serben bei Prisren am 29. November ein entscheidender Schlag war. Schon allein der Verlust von über 17000 Mann an Gefangenen und von 50 Geschützen war für die Reste des serbi— schen Heeres eine Katastrophe. Außerdem stießen die Bulgaren siberall auf Reste vernichteter Munition und Kriegsmaterials, aus denen der hohe Grad der Auflösung der serbischen Armeeteile, die hier zersprengt wurden, zu entnehmen ist. Nach der Einnahme von Stimlja und Jezeree die Bulgaren über die Cernoljeva Planina in der Richtung auf Suharjeka an der Topluka sehr energisch vor. Schon während Amtlicher Bericht rückten dieses Marsches häuften sich die Zeichen eines fluchtarti KRückzuges. Tiertadaver, allerhand rwerk, zumeist 780: Reibungen schädigt, säumten die Straße. Nach Erreichung von Suharjeka wurde das Bild immer wilder. An einem wahren Trümmer⸗ haufen von Kriegsmaterial aller Art zogen hier die verfolgenden bulgarischen Kolonnen vorbei. Alles wies darauf hin, daß der lickzug bereits in Flucht ausarte und die zurückgehenden Massen, jeden inneren Halt und ihren Charakter als militärischer Faktor verloren haben. Ueberall ergaben sich serbische Truppen in Menge und als die Bulgaren in Prisren einzogen, fanden sie dort nur die verbrannten Reste der aus 50 Kraftwagen bestehenden Kolonne, die zur Beförderung des serbischen Hauptquartiers diente. Indessen hatten die von Prilep gegen Westen und Nordwesten vorrückenden bulgarischen Truppen die Städte Kruschewo und Krcova besetzt und die dort kämpfenden kleinen serbischen Abteilungen in der Richtung gegen Dibra und gegen Gostivar zurückgeworfen. Die Lage der Franzosen an der als Brückenkopf aus⸗ gebauten Stellung bei Kriwolak wird immer bedenk⸗ licher. Von drei Seiten halten die Bulgaren diese bereits ein— geschlossen. Die Montenegriner sind durch die Exoberung des Höhenxandes der Hochfläche von Cemerno zehn Kilometer nördlich von Plevlje in ihrem Rückzug über das tief eingeschnittene Tal der Tara bereits schwer bedrängt. Die Kämpfe um Monastir. Lugano, 2. Dez. Um der Besatzung Monastirs den Rück⸗ z abzuschneiden, marschierte eine bulgarische Kolonne längs des linken Ufers des Zerna nach Brod an der griechischen Grenze, eine andere bulgarische Kolonne über Kirtschewo nach Sanidiavatin an der albanischen Grenze. Die Tempera— tur in Monastir beträgt 12 Grad Kälte. Der Korrespondent des Secolo sah dort 40 erfrorene serbische Soldaten. Die Not der Flüchtlinge. Paris, 2. Dez. Journal beginnt mit der Veröffentlichung eines nesen, am 20. November aus Prisren durch Flieger abgesandten Briefes seines Korrespondenten im serbischen Hauptquartier. Ex erzählt im ersten Abschnitt die Flucht der serbischen Regierung und der Gesandten der Entente aus Mitrowitza in der Nacht vom 15. zum 16. November und schildert das Elend auf der Straße von Mitrowitza nach Prisren.„Während dieser viertägigen Wanderung sah ich“, so schreibt er,„mit eigenen Augen mehr als 100 Flücht⸗ linge, besonders Kinder und Frauen, tot oder sterbend infolge der Kälte und des Hungers im Schnee und Kot liegen. Alle Wege sind überfüllt von einer jammervollen Flut armer, umherirrender Menschen. Zwischen Pristina und Prisren fliehen in diesem Augen— blick noch Tausende dieser von der Furcht gepeitschten Unglück⸗ lichen.“ Durch Kiew kamen auf der Reise nach Vassen serbischer Flüchtlinge. Die Städte sind von Flüchtlingen überschwemmt. den Hilfskomitees errichtet. zwischen Franzosen und Engländern auf dem Balkan. Sofia, 2. Dez. Nachrichten aus Athen bestätigen, daß her gleichzeitige Besuch Kitcheners und Deny Cochins in Griechenland die Reibung zwischen den Franzosen und Eng— ländern bezüglich des Balkanunternehmens nur gesteigert Moskau weitere ru mänischen Ueberall wur⸗ hat. Kitchener, dessen ein paar Tausend Mann noch immer in Saloniki stehen und jeder Zeit schnell das Weite suchen können, tritt mit aller Schärfe dafür ein, daß man Griechen— land gegnssber kein langes Federlesen machen soll und enor— gisch zur endgiltigen Stellungnahme drängen soll, dagegen verharrt Deny Cochin auf den Standpunkt, die Dinge nicht zu übereilen, da er sich wohl darüber klar ist, welche Gefahr die französischen Truppen bedroht, wenn eine nach Englands Wünschen arbeitende Diplomatie Griechenland noch wider spenstiger machen würde. Der türkische Kriegsbericht. Die Niederlage der Engländer vor Bagdad. Konstantinopel, 2 2. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amt⸗ licher Bericht des Hauptquartiers. An der Irakfront ver⸗ folgen unsere Truppen den Feind energisch, um die Nieder— lage der Engländer zu vervollständigen. Wir stellten fest, daß Gie feindlichen Ver luste vom 23. bis 26. No⸗ vember 5000 Mann überstei 9. en. Abgesehen davon verlassen eine Reihe demoralisierte 8 Offiziere die Soldaten und die Truppenteile, um sich i in die Umgegend zu retten. Der Feind schaffte an einem einzigen Tage mit Dampfschiffen etwa 2900 Verwundete fort. Der politische Agent im eng— lischen Hauptquartier, Sir Komei, befindet sich unter den Verwundeten. Da der Feind seinen Rückzug auch in dem stark befestigten Azizie nicht zum Stillstand bringen konnte, so versuchte er sich mit einer Nachhut unter dem Schutze seiner Monitore 15 Kilometer südwestlich dieser Oertlichkeit zu halten, aber durch einen in der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember von uns unternommenen überraschenden Angriff wurde der Feind gezwungen, sich weiter in der Rich⸗ tung auf Kut al Ammara 170 Kilometee südlich von Bagdad zurückzuziehen. Wir fanden in Azizie und seiner Nachbarschaft viel Mund— vorrat, Munition und verschiedenes Kriegsgerät. Unsere in die Umgebung entsandten Krieger erbeuteten etwa 100 Kamele des Feindes. Die Tatsache, daß es dem Feinde nicht mehr gelang, auch nur einen kleinen Teil der Gegenstände und des Kriegsmaterials, das er im Stich ließ, anzuzünden und daß er eine Menge von Gegenständen, die Offizieren ge— hörten, und die technischen Ausrüstungsgegenstände nicht mehr mitführen konnte, ist ein Beweis für die große Niederlage. Außerdem erbeuteten wir ein Kriegsmotorboot und einen eisernen Leichter, der mit Mundvorrat und Munition ange— füllt war, sowie ein Flugschiff. Wir stellten fest, daß der Feind auf seinem fluchtartigen Rückzuge mehrere Kisten mit Munition in den Tigris warf. Die Engländer teilten, um die Niederlage zu verheimlichen, der Bevölkerung in der Umgegend mit, daß sie einen Waffenstillstand mit uns geschlossen hätten, aber die schnelle Verfolgung durch unsere Truppen kennzeichnet dies als eine bloße Ausflucht. Von vier Flugzeugen, die wir dem Feinde abnahmen, wurden drei wieder hergestellt und fliegen jetzt über den feindlichen Reihen. An der Dardanellenfront bei Anaforta nahmen unsere Patrouillen einen Teil der feindlichen Draht— hindernisse und Gräben und machten einige Gefangene.— Am 30. November eröffnete der Feind mit seinen Batterien zu Lande und zu Wasser ein Feuer nach verschiedenen Rich— tungen, das eine gewisse Zeit hindurch andauerte, aber wirkungslos blieb. Unsere Artillerie trat ebenfalls in Tätig— keit und nahm feindliche Soldaten, die ohne Deckung im Lager bemerkt wurden, sowie Munitionswagen des Feindes aufs Korn. Die Munitionswagen wurden zerstört. Bei Ari Bur nu dauerte der Kampf der Artillerie, Bomben⸗ merfer und Maschinengewehr-⸗Abteilungen an. versuchte, die Schützengräben bei Kanlisirt, die in der letzten Zeit von uns zerstört wurden, wieder herzustellen, wurde aber durch unser Feuer darau verhindert. Nachmittags eröffnete ein feindlicher Kreuzer das Feuer auf die Stellungen unseres]; linken Flügels, wurde aber durch das Gegenfeuer unserer Torpedoboote gezwungen, sich zu entfernen. Bei Sedd ul Bahr fand ebenfalls eine gegenseitige Beschießung statt, die von Zeit zu Zeit nachließ. Unsere Artillerie brachte eine feindliche Batterie zum Schweigen, die die anatolische Küste und Meerenge zu beschießen versuchte. Nachmittags fielen Geschosse, die von einem feindlichen Panzer vom Typ des „Agamemnon“ in der Richtung auf Kilid Bahr gefeuert wur⸗ den, auf ein dort gelegenes Hospital und töteten vier und ver⸗ wundeten 20 Soldaten. Eines unserer Kampfflugzeuge nötigte ein feindliches Flugzeug, das Kapa Tepe überflog, zum Landen. Arabische Stämme auf der Verfolgung der Engländer. Die B. Z. a. M. meldet aus Konstantinopel: des großen Erfolges über die Engländer im Irak liegt an der Teilnahme der arabischen Stämme am Kampf, deren die Engländer ganz sicher zu sein glaubten. Einer der stärksten und angesehensten Stämme schlug sich endgültig auf die türkische Seite. Die zu den Türken ftbergetretenen Stämme nahmen auch jetzt die Verfolgung der Engländer auf. Bisher sind die Engländer schon 110. Kilometer Arien, Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M Verstorbene. Prof. Dr. Friedr. August Buchhold in Gießen. Frau Louise Haas in Steinbach bei Gießen, 73 Jahre alt. Bekanntmachung Aus der Stiftung der Kinder und Erben des Kommerzienrates Georg Karl Gail sind für das Jahr 1916 an vier bodürftige in Gießen wohnende Familien oder alleinstehende Personen Unter⸗ stützungen von je 300 Marf zu vergeben. g Meldungen nimt das Städtische Armenamt, Asterweg 9, bis Dezember entgegen. Gießen, den 25. November 1915. Der Oberbsrgermeister. (Armenverwaltung.) Ke Bekanntmachung. Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. November 1915 bis 5. Februar 1916 von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends geöffnet. Gießen, den 1. Dezember 1915. Der 5 7 b . er. 15. — S Bekanntmachung. Das am 15. November 1915 fällig gewesene Holz- und Heugras⸗ geld für das Rj. 1915 kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Mahn⸗ kosten an die Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 2. Dezember 1915. 1 Der Stadtrechner: Mäser. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1. bis 15. Degember 1915 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt: a) Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit — I Dienstag, den 30. November 1915, * 55 R Mittwoch, den 1. Dezember 1915, 8. Donnerstag, den 2. Dezember 1915. b) Städtische Unterstützung[Mietszuschuß). AI Freitag, den 3. Dezember 1915, IR Samstag, den 4. Dezember 1915, 8—4 Montag, den 6. Dezember 1915. N e) An Vermieter, die Mietbeträge abholen. Dienstag, den 7. Dezember 1915. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus Zimmer Nr. 7 statt. Die Unterstützungen dürsen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. Gießen, den 27. November 1915. Der e Kelle * Städtischer Weßnengenach weis Gießen. 3 sind zu vermieten: 1 Haus zum alleen 10 Zimmer, Bad, Küche und Zu⸗ behör, 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentral⸗ heizung, 4 herrschaftliche Wohnungen von 6 Zimmern, 8 Wohnungen von 5 Zimmern, 12 Wohnungen von 4—5 Zimmern, 3 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern mit 1 ohne Laden, 4 Wohnungen von 2 Zimmern, 3 Wohnungen von 1 Zimmer, 2 Ladenräume mit je 1 Zimmer, 3 Lagerräume mit 1 Arbeitsraum, 11 möblierte Zimmer, davon 2 nebeneinanderl' 5 Zimmer möbliert oder unmöbliert, 2 leere Zimmer, ne mit Burschenstube. Zu mieten gesucht: 15 Wohnungen von 1—“ Zimmer. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Es können eingestellt werben: a) bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Knecht, 5 Dreher, 3 Installateure, 2 Bauschlosser, 1 Schmied, 5 Elektromonteure, 4 Gerber, 3 Schuhmacher, 5 Arbeiter, 1 Aus⸗ laufer, 5 e Arbeiter, 1 Heizer, 2 Hausburschen. b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Knecht, 1 Viehflitterer, 1 Dreher als 5 5 80 2 mädchen für Landwirtschaft, 1 Dienstmädchon oder Schweizer, 7 Schlosser, 2 Schmiede, 3 J Maschinenschlosser, 2 Spengler, 1 Müller, 10 Wärter für Heil- und Pflegeanstalt, 20 Arbeiter für chemische Fabrit. Es suchen Aehent: 1 Gartenarbeiter, 1 en Lehrlinge für Feinmechanik, 1 Schreiner, 1 Tapezierer, 1 Schuhmacher, 2 Kellner, 10 Putz⸗ und Lauffrauen, 3 Arbeiter, 1 Haushälterin. 3 Dienst⸗ und Zimmer⸗ mädchen, 1 Verkäuferin,—— ing für Schlosserei oder er Schreinerei. nlze Pfund 1 MX. Dienst⸗ Wurstfabrik Schreiner Der Feind Ronsumperein Clessen nd Die Bedeutung“ Sonntag, den 12. Dezember nachmittags 3 Uhr im Saale des Gewerkschaftshauses, Scharzenstr Awunt beneabesannung Aua 1. Vortrag über:„Die Konsumgenossenschaften im Kriege“, Vortragender: Herr Val. Liebmann⸗Frankfurt. 2. Wahl eines Geschäftsführers. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein Der Aufsichtsrat. J. A.: Vetters Praktis eher Wesweiser —— emotehlenswerter Geschäfts Besonderer Beachtung empfohlen Erscheint wöchentlich einmal“ Brennmaterlalien f Joh. Fischer Alicestraße 2830 Telephon 72 . Lanlen. Robs und Briketts. Kolonlalwaren Heinrich Möser, Gießen Brauereien u. Bierhdig. H. Ming, ih zg 1 Blerbrauerei mit eigener Malzerei Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export Biere I —— Welzen- u. Roggenmenle TJecors UMunt 0 S Weine, Liköre ö Christian ingerthal 0 Likörfabr. u. Weinhandlung 5 vormals J. Luy Gleßen 90 Wetzlar Neuen-Bäue 27, Diezstr. 14. 1 13 Atsfeld N 0 0 1 1 1 Iiir r. e ee 1 1. ae id denen Kald-f.— Neu! Fersed⸗ Arts (D. R.⸗Pateut 130568) für Gelee, Honig, Butter, Schmalz, Fleischwaren ꝛe. 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