2 0e — 2 3 ELLE 1152 1 — — —— Organ für die Interessen des werktätigen Volkes 1 der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volksgeltung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pig. monatlich 0 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Posl begogen vierteljährl. 1 S0 Mt Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Ra att. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 282 Gießen, Mittwoch, den 1. Dezember 1915 10. Jahrgang e. Der Reichstag. Als die sozialdemokratische Fraktion vor mehreren Wochen den Reichskanzler um sofortige Einberufung des Reichstages er⸗ vorgegangen werde, lehnte der Reichskanzler des Hauptsac ausführte, daß das Reichsamt des Innern sowohl für e rbeiten als auch der in Aussicht genom⸗ iche, um 0 en des auf sich nehmen können. Es sind ja seither eine Reihe von solchen Maßnahmen getroffen worden, andere sind in Vorbereitung— manches wichtige Nahrungsmittel ist vor weiterer Preissteigerung bewahrt worden, für manches andere wird eine solche Regelung noch dringend er⸗ sehnt und insbesondere die Verteilung der zweifellos vorhandenen Lebensmittel ist ja noch, wie auch von amtlicher Stelle hervorge⸗ hoben wurde, Gegenstand der Beratungen und Erwägungen. Nun⸗ mehr aber ist die Frist verflossen, für die sich der Reichstag vertagt hat, und gestern nahm er seine Sitzungen wieder auf. Ingwischen ist dem Reichstag auch die übliche Denkschrift über die wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen zuges Sie beschäftigt sich in der Hauptsache mit den Fragen der Volks⸗ ernährung, stellt abermals fest, daß von einer wirklich bedroh⸗ lichen Knappheit an Lebensmitteln auf keinen Gebiete der Volkserna die Rede sein kann, sodaß auch die Erfahrungen der it t allein die Frevelhaftigkeit, sondern nicht minder auch die wirtschaftliche Kurzsichtigkeit des Aushungerungsplanes unserer Gegner beweisen, der nur den Anstoß zu einer stetig ver⸗ besserten Organisation unserer gefämten Volkswirtschaft gegeben habe. Die Denkschrift zählt damn die Maßnahmen zur Bekämpfung eigenfüchtiger Machenschaften auf und hebt die Bedeutung der Ssprüsungsstellen hervor, wobei dem Reichstag An⸗ erkennung dafür gezollt wird, daß er die Anregung gab, eine ichs telle ins Leben zu rufen, die bereits eine frucht⸗ tigkeit eutfaltet habe. ag wird auch die Vorlage über die Rücklage der Erwerbsgesellschaften für die künftige Kriegs⸗ gewiunsteuer beschäftigen; es handelt sich lediglich um einen vorbereitenden Schritt, der keine großen Debatten veran⸗ lassen dürfte. Das deutsche Volk ist mündig genug, um zu wissen, daß parla⸗ mentarische Beratungen nur in den allerseltensten Fällen zu so⸗ fortigen und sofort wirksamen Maßnahmen führen. Es wird da⸗ her niemand die Erwartung hegen, daß von dem Augenblick an, wo Herr Kämpf die Glocke schwingt, der Markt- mit Schweinefleisch zu den vorgeschriebenen Höchstpreisen, mit Butter zu 2,55 Mark und mit Fett überschwemmt werden wird. Wohl aher ist man der Meinung, daß im Reichstage sehr eingehend darfiber gesprochen werden wird, was auf dem Gebiete der Volksernährung geschehen ist, und was noch zu geschehen hat. Selbst der Abg. Bassor⸗ mann hat in einer Aeußerung, die durch die Presse geht, durchblicken lassen, daß es an Kritik auch bei den Nationalliberalen nicht fehlen wird. Herr Bassermann hat auch noch ein anderes Gebiet unseres inneren Lebens als der Kritik bedürftig erklärt, nämlich die Handhabung der Zen fur, und er befindet sich dabei nur in voller Ulebereinstimmung mit der Presse aller Parteien. Es ist immerhin eigenartig, daß nun auch Herr Bassermanm den Wunsch nach parlamentarischer Besprechung dieses Kapitels äußert, er, der im der vorigen Tagung bekanntlich die dritte Lesung der Lex Schiffer — Ermöglichung leichterer Strafen für Verletzung von Anordnungen auf Grund des Belagerungszustanödgesetzes von 1851— deshalb verhinderte, weil der sozialdemokratische Abg. Dittmann in dieser dritten Lesung gewisse Vorgänge auf dem Gebiete der Zensur in Westfalen und Rheinland zu besprechen beabsichtigte. 85 Den Höhepunkt der Reichstagssession wird selbstverständ⸗ lich die Rede des Reichskanzlers bilden, die am 10. Dezem⸗ der gehalten werden soll. Sechszehn Monate 105 rieg hat Europa nun hinter sich, ungeheure Wirkungen überau. Herr v. Bethmann⸗Hollweg wird mit Genugtuung auf die 1 Erfolge der Heere des deutschen Reiches und seiner S hinweisen können: sie sind die Sieger und alles Gere e von Bierverbandsleuten über die Wendung, die die Zeit bringen fann daran nichts ändern. Der Reichstag trat zusammen dem Eindruck der vollständigen Niederwe nf ien biens, des mehrsach wiederholten Scheiterns dar Oudeder iven der Franzosen im Westen, der Russen im N 19 115 Italiener an den Alpen, er nahm seine Sitzungen wiede fich land Zeichen der Herstellung der Verbindung zwischen Deutschlauv⸗ unter Hesterreich⸗Ungarn und Bulgarien⸗Türkei.— 1 1 1005 15 5 ver zur völkerverbindenden Straße geworden und ch preußische Minister des Innern organisatorische Vorkehrungen ge⸗ vom Balkan zu⸗ 18 h deutschen Volkes schaffen, um eine rationelle Verwertung 975 8 zuführenden Futterstoffe für die Versorgung mit Schweinefleisch zu sichern. Noch ist in keinem der krlegführenden Staaten, von offi⸗ 1 Stelle das Wort: en! gefallen, 0 e baran an nichtoffiziellen Stellen gefehlt hat, 871 1 0 on was uns der Reichskanzler bringen wird. Die Welt er icht neue den Männern, die an der Spitze der Staaten slehen, ni 1 orte, sondern ein erlösendes Wort! Ehrung gefallener Parlamentarier. 17 Die bürgerlichen Parteien bereiten einen Ae e eee daß riege gefallenen Parfamentarier dadurch besonders au ene ihre Namen auf einer Ehrentafel in der Wande peieichgtags werden.— Bis jetzt ist von den Mitgliedern des denen unser Parteigenosse Dr. Frank gefallen. ö 123* N 1 nur fung Ser⸗ Montenen zu ö schreckliche Arbeitslosigkeit. soll, angebracht ro vor Aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat folgenden Beschluß gefaßt: Unter Umgehung und Ausschaltung der Fraktion geht Liebknecht durch Einbringung„Kurzer Anfragen“ fortgesetzt seine eigenen Wege, obwohl gerade diesmal weder zeitliche noch Hindernisse anderer Art vorlagen, die vonihm selbst mit aufgestellten Fraktions⸗ beschlüsse zu respektieren. Die Reichstagsfraktion weist diese fortgesetzten Provokationen durch Liebknecht aufs schärfste zurück und lehnt jegliche Ver⸗ antwortung dafür ab. ** *. Geben die marotkanischen Urteile. Paris, 28. Nov. Havas meldet: Die deutsche Regie⸗ rung teilte der französischen Regierung am 3. April 1915 durch die Vermittlung der Vereinigten Staaten mit, daß sie in den besetzten Gebieten zehn höhere Beamte und Notabeln verhaften ließ und daß sie gegen diese eine gerichtliche Ver⸗ folgung einleiten würde, wenn die französische Regierung nicht einwillige, sie gegen alle jene Deutschen auszu⸗ tauschen, die von den marokkanischen Gericht en verurteilt und in Marokko unter der Anklage des Verrats zurückgehalten würden. Die französische Regierung mies diefen Vorschlag zurück, der Deutschland erlauben würde sich nach seinem Gutdünken Untertanen ausliefern zu lassen und in den besetzten Gebieten so viele neue Geiseln zu neh⸗ men, als es für gut finden würde. Die französische Regie⸗ rung fügte hinzu, daß ein Austausch nicht möglich sei zwi⸗ schen Deutschen, die durch die ordentlichen Gerichte verur⸗ teilt seien und Franzosen, die mit Gelegenheitsprozessen be⸗ droht werden, um Austauschpersonen zu erhalten. Die fran⸗ zösische Regierung schloß ihre Beantwortung mit der An⸗ drohung von Repressalien für den Fall, daß Deutschland ihren Protest unbeachtet lassen würde. Da die kaiserliche Regierung nichtsdestoweniger die Geiseln inter⸗ nierte, protestierte die französische Regierung gegen die miß⸗ bräuchliche Gefangenhaltung und fügte hinzu, daß, wenn sich die Situation in die Länge ziehe, so werde eine gleich große Anzahl deutscher Gefangener einer ähnlichen Behand⸗ lung unterworfen werden.— Nach dieser Mitteilung kün⸗ digte Deutschland offiziös neue Vorschläge an, die unternom⸗ men werden sollen, um die französische Regierung zu befrie⸗ digen, die ihre Vergeltungsmaßnahmen provisorisch aufge⸗ hoben hat, bis sie die deutschen Vorschläge in Empfang neh⸗ men kann. r Diese Darstellung der Agence Havas. seitig⸗französisch; sie verschweigt vor allen Dingen, daß das deutsche Vorgehen eine notgedrungene A bwehrmaß⸗ regel gegen die empörenden Tendenzurteile französischer Gerichte darstellt. Webb über die englische Arbeiterlage. Am 16. November hielt Frau Webb in Kings⸗Hall, London (West⸗Zentral), einen Vortrag über das Thema: Der Krieg und das Verlangen nach Hörigkeit“. Die Grundge⸗ ist natürlich ein⸗ Welt⸗ danken ihrer Ausführungen sind wie folgt: „Das englische Munitionsgesetz hat den freien englischen Ar⸗ beiter in W igen verwandelt, Im Herbst 1914 herrschte Es sehlte an Beschäftigung und die Arbeiter hatten den Schaden davon. Im Frühjahr 1915 hingegen fehlte es an Arbeitern. Die Unternehmer konkurrierten mitein⸗ ander um Arbeiter; die Folge war eine Steigerung der Löhne. Die herrschenden Klassen wurden unruhig und te überredeten die Re⸗ gierung, einen Kabinettsbefehl zu erlassen, der den Arbeitgebern untersagte, höhere Löhne zu zahlen. Aber die herrschenden Klassen begnügten sich nicht mit dieser Maßnahme, sondern überredeten auch Lloyd George, das Munitionsgesetz einzubringen. Frau Webb schilderte sodann das Wesentliche dieses Gesetzes.„Lloyd George“, sagte die Vortragende,„beklagt sich über die Beschränkung der Ausbeute durch die Arbeiter, aber er sagt nie etwas gegen die ungeheure Reichtumverschwendung durch die herrschenden Klasseu, die die Produktion überhaupt unmöglich macht. Nach dem Kabi⸗ nettsbefehle und dem Munitionsgesetze soll der Militärzwang kom⸗ men, und hinter dem Militärzwang steht der Arbeitszwang Bricht sodann ein großer Streik aus, so werden die Arbeiter einfach als Soldaten zur Arbeit mobilistert werden. Auf diese Art wurden Streiks in Frankreich und Italien unmöglich gemacht. So werden die Ketten der Hörigkeit um die englischen Arbeiter geschmiedet. Nach dem Kriege werden verzweifelte Arbeiteraufstände aus⸗ brechen und wahrscheinlich durch brutale Mittel niedergeworfen werden. Das Ergebnis dieser Entwickelung wird sein: Verteilung des Reichstums, bie durch Arbeitszwang aufrechterhal⸗ ten wird.“ a Kriegs berichterstatterinnen. In der Wiener Arbeiterzeitung finden wir eine Auseinander⸗ U mit Frl. Rlise Schalek, der Weltreisenden und— ungleiche! 11 Gewalt, Haß, Kriegsberichterstatterin. Sie glaubt sich gegen die Auffassung ver⸗ teidigen zu müssen, daß eine Frau nicht Kriegsberichterstatterin sein solle, die Arbeiterzeitung aber erkennt grundsätzlich der Frau so gut wie dem Manne bas Necht auf diese Tätigkeit zu, vorausge⸗ setzt, daß sie dazu befähigt sei. Das hätten jedoch die Berichte des Frl. Schalek nicht bewiesen. Sie habe den Krieg in Tirol in den verführerischsten Farben geschildert, aber sie vergesse, daß es etwas anderes sei, eine Stunde in den Krieg hineinzuschauen, oder„Tag um Tag, Monat um Monat dasselbe grausamblutige Einerle: weiter zu erdulden, von den Schrecken der Monotonie umklammert.“ Und das Wiener Parteiblatt schließt seine Entgegnung mit den Worten:„Daß die Berichterstattung der Frau nur dieselben Mängel zeigt, die dieser modernen Berichterstattung überhaupt an⸗ haften, geben wir ohne weiteres zu. Sie fallen bei ihr vielleicht deshalb schroffer auf, weil man sie als Schriftstellerin betrachtet und sie von der Invasion der Feuilletonischen in das Reich des Todes, dem man sich nur mit Ehrfurcht nahen sollte, in das ste aber mit ihren plumpen Macherinstinkten hineinstürzen, scheiden möchte.“ Frl. Schalek ist ja nicht die erste, die diesen Beruf ausübt. Im Herbst des Jahres 1912 entsandte bereits ein englisches Blatt eine Frau, Miß Durham, auf den Balkan⸗Kriegsschauplatz. Aller⸗ dings scheint es, als ob die beiden Frauen ihre Aufgabe verschie⸗ den aufgefaßt hätten. Die Oesterreicherin will, wie sie selbst sagt, „den inneren Wandlungen in der Psyche ihrer(der Frauen) Brüder, Väter, Gatten und Söhne, die seit Monaten bei ihren Handlungen jeden Gedanken an die Lieben ausschalteten und ein völlig neues Seelenleben begannen, nachspüren“, und sie erzählt von den Anerkennungsschreiben vieler Offiziere über ihre Tätigkeit. Frl. Durham sah wohl mehr die unmittelbaren Folgen der Schlachten und des ganzen Feldzuges für die zurückbleibende Be⸗ völkerung und gleichzeitig schilderte sie mancherlei Mißstände in der Verwundetenpflege. Sie hat oft ihre Aba U eit mit der einer Lazarettgehilfin vertaüscht, at schmutzstarrende Lazarette gereinigt und den Verwundeten, um die sich da unten niemand kümmerte, Erleichterungen verschafft. Ein ähnliches Eingreifen wäre natürlich in den von Frl. Schalek bereisten Gebieten nicht nötig, da für die Pflege der Ver⸗ wundeten dort zweifellos besser gesorgt ist, als in den kleinen Nestern, die Frl. Durham im Balkankriege sah. Aber uns scheint, eine Frau könnte ihre Aufmerksamkeit vor allem dem Leben der Frauen und Kinder in den vom Krieg verwüsteten oder auch nur in direkte Mitleidenschaft gezogenen Gebieten widmen. Ueber das, was hier Frauen erdulden, über die Möglichkeiten, ihnen zu helfen, über die Pflichten diesen Unglücklichen gegenüber und über die organisierte Selbsthilse ließe sich gewiß viel Wertvolles sagen. So⸗ viel, daß es einen mit dem neuen Beruf der Kriegsberichterstatterin aussöhnen könnte. Die Kriegssprache. Die Blutlyriker umhüllen noch immer den Krieg mit mystischem Glanz; sie schwelgen in ungeheuren Empfindun⸗ gen und ersinnen große und rauschende Worte. Dagegen ist die technische Kriegssprache von einer harten Sachlichkeit, in der das wirkliche Wesen des Krieges umso wahrhaftiger zum Ausdruck kommt, als dieser Stil ganz absichtslos entstanden ist, ohne daß man sich seines grauenhaften fletschenden Hohns auch nur bewußt wird. Wir hören, daß die Stadt&„ausgiebig mit Bomben belegt“ sei. Jedes Wort ist hier wie vom Genius der Un⸗ menschlichkeit selbst geformt. Ausgiebig belegt! Man könnte gar keine anderen Wendungen finden, die so diesen entsetz⸗ lichen grinsenden Humor befriedigter Zerstörung bezeichnen. Oder die Versenkung etlicher Schiffe wird durch den Satz mitgeteilt, daß die Unterseeboote„saubere Arbeit ver⸗ richtet hätten“. Die ganze Welt schaffender Arbeit ver⸗ sinkt in dieser parodistischen Anwendung des Begriffs Arbeit zur Kennzeichnung des Gegenteils aller menschlichen Arbeit. Gebiet ist vom Feinde gesäubert“. Welche versteinernde Wahrhaftigkeit! Für den Krieg sind in der Tat Menschen nur Ungeziefer, von denen man die Erde säubert. Die höchste Steigerung der Kriegssprache aber konnte man neulich in der triumphierenden Feststellung ge⸗ nießen: daß Serbien vom Feind gesäubert sei. Wer ist der Feind, von dem Serbien gesäubert worden? Die eigenen Bewohner, die eigentlichen Soldaten des Landes! Die Men⸗ schen werden in dem Augenblick, wo sie ihr Vaterland ver— teidigen, zum Feinde ihrer eigenen Erde. Und das ist die rechte Sprache des Krieges, der in der Tat nichts kennt, als Zernichtung; und für den auch der Patriot vor der überlegenen Macht zum Ungeziefer des eigenen Grund und Bodens wird, den man säubert von den Men⸗ schen, die gestern noch auf ihm lebten und wirkten. Das Zentrum gegen S aatssekretär Delbrück. In der Presse des Zentrums, speziell in der Köln. Volks⸗ Zeitung, war gegen den Staatssekretär im Reichsamt des Innern Dr. Delbrück der Vorwurf erhoben worden, daß ihr die Hauptschuld an der ungenügen Regelung der Lebens— mittelversorgung treffe. Diese Angriffe dürften eine Fort⸗ setzung in der Budgetrommission finden. Die Voss. Ztg. schreibt dazu:„In Zentrumskreisen scheint Neigung zu be⸗ 8 „Das stehen, einen Vorstoß gegen den Leiter des Reschsamts des Innern, Staatssekretär Dr. Delbrück, zu unternehmen und ihm die Hauptschuld an Maßnahmen der Lebensmittelver⸗ sorgung beizumessen, die vornehmlich Unzufriedenheit erregt haben. Wenn diese Auseinandersetzung über die vier Wände des Haushaltsausschusses hinausdringt, wird auch der preu⸗ ßische Landwirtschaftsminister, Frhr. v. Schorlemer-⸗Lieser, der bei der Beurteilung wirtschaftlicher Maßnahmen des Bundesrats zu dem Staatssekretär des Innern im Gegen⸗ satz gebracht worden ist, auf der Tribüne des Reichstages einer scharfen Kritik ausgesetzt sein.“ Die Hauptschuld kann man wohl kaum dem Staats⸗ sekretar beimessen, ist doch vor Wochen schon behauptet wor⸗ den, daß das Hindernis mehr im preußischen Landwirtschafts⸗ migisterium zu suchen sei. egen Montenegro! Budapest, 30. Nov.(Meldung der T. U.) Lloyd wird aus dem K. und K. Kriegspressequartier gemel⸗ det: Die sortschreitende Offensive, die am westlichen Flügel durch unsere angreifende Armee in Serbien unter den schwie— rigsten Terrainverhältnissen Schritt für Schritt vorwärts getragen wird, führte gestern zur vollständigen Säuberung der bosnisch⸗herzegowinischen Gebiete vom Feinde. Kein Montenegriner steht mehr auf bosnischem Boden. Die ver⸗ bündeten Truppen dringen auf der ganzen Linie auch vom Norden und Nordosten gegen das montenegrinische Grenz-“ gebiet vor. Entente und Griechenland. Athen, 29. Nov. Meldung der Agence Havas: Die Note Griechenlands an den Vierverband ist in freundschaftlichen Ausdrücken gehalten. Amtliche Kreise betrachten sie als ein geeignetes Mittel zur Lösung der schwebenden Fragen und Reichstag. 21. Sitzung vom Dienstag, den 30. November, nachmittags 2 Uhr. 2 Am Bundesratstisch: Delbrück, Helfferich. Präsident Kaempf weist auf die Leistungen unserer Truppen und der unserer Verbündeten auf den verschiedenen Kriegsschau⸗ plätzen hin, aus denen wir das Bewußtsein schöpfen, daß unsere Machtstellung nicht zu zertrümmern ist. Auch unseren Feinden ist dies zum Bewußtsein gekommen, und sie hoffen daher, uns wirt⸗ schaftlich vernichten zu können. Aber auch hierin haben sie sich ge⸗ täuscht. Getreide und Kartoffeln haben wir reichlich, und die Schwierigkeiten, die durch die Knappheit an einigen anderen Lebensmitteln für einen großen Teil der minderbemittelten Be⸗ völkerung entstanden sind, werden durch die Organisation des Lebensmittelmarktes überwunden werden. Die Einigkeit der deut⸗ schen Stämme hat das Reich aufgebaut, und frevelhafte Angriffe kwerden sein Bestehen nicht in Frage stellen können.(Lebhafter Beifall.) Das Haus ehrt das Andenken des verstorbenen Abgeordneten Wamhoff(natl.) in der üblichen Weise. Es folgt der Antrag Schiffer und Genossen betr. Abänderung des elt un über den Belagerungszustand, wonach bei leichten Vergehen an Stelle der Gefängnisstrafe auch Geldstrafe soll treten können. ö Abg. Scheidemann(Soz.): Wir bedauern, daß dieser Antrag in der vorigen Tagung nicht schon erledigt worden ist. Indem wir ihm zustimmen, sind wir aber weit davon entfernt, dadurch unsere sämtlichen Beschwerden über die Handhabung des Belagerungszustandes als erledigt zu betrachten, und wir behalten uns vor, im weiteren Verlauf der Tagung auf den Gegenstand zurückzukommen. Der Antrag wird angenommen. Die Denkschrift über die Herabsetzung der Altersgrenze und die Vorlage über die Kriegsabgabe der Reichsbank werden debatte⸗ los der Budgetkommission überwiesen. Es folgt die erste Beratung der Vorlage über die vorbereiten⸗ den Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne. Die Ueberzeugung Tribuna wurde in Kairo eine Verschwörung entdeckt, die be⸗ zweckt, den neuen ägyptischen Sultan zu entthronen, Minister zu stürzen, sowie der englischen Herrschaft ein Ende zu bereiten. Bisher seien 40 Personen verhaftet und 25 er⸗ schossen worden. fügen hinzu, sie sei in allen Punkten zufriedenstellend, da 1 dem Wunsche des griechischen Volkes, die Neutralität auf⸗ rechtzuerhalten, entgegenkommt, ohne den Schwierigkeiten zu bereiten. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.. Türki cher Bericht. Konstantinopel, 29. Nov.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: Au der Dardanellenfront zersprengte unsere Artillerie bei Anaforta durch wirksames Feuer feind⸗ liche Truppen, die ohne Deckung waren. Die feindliche Ar⸗ tillerie antwortete nicht. Bei Ari Burnn Kämpfe mit Ar⸗ tillerie und Bomben. Der Feind machte sehr reichlichen Ge⸗ brauch von Bomben, insbesondere am rechten Flügel, wo ein Torpedoboot wirkungslos an der Beschießung teilnahm. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr am rechten Flügel lebhaftere Bombenkämpfe. Dem Pester Am linken Flügel schleuderte der Feind ungefähr 1000 Bomben, Granaten und Minen, richtete aber keinen bedeuten⸗ den Schaden an. Sonst ist nichts Neues zu melden. Eine Verschwörung in Kairo. Rom, 29. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nach der die Der Weihnachts⸗Waffenstillstand. Rom, 29. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Vertreter des Reuterschen Bureaus erfährt, daß der Papst wieder versuchen wird, zu Weihnachten einen Waffenstillstand zwischen den Krieg⸗ führenden einzuleiten. * gehen die Meinungen auseinander. Heute handelt es sich ei vorläufiges Gesetz, das speziell die juristischen Personen betrifft. Die erste der Grundlagen, auf der später einmal die ganze Be⸗ steuerung sich aufbauen soll, ist die Erfassung der Kriegsgewinne im allerweitesten Sinne des Wortes. Wir gehen davon aus, daß jeder, der in der Lage ist, in dieser schweren Kriegszeit seine materiellen Verhältnisse zu verbessern, die Pflicht hat, einen an⸗ sehnlichen Teil seines Vermögenszuwachses dem Vaterlande zu opfern. Gegen die allgemeine Erfassung des Vermögenszuwachses, gegen eine Besteuerung über das Gebiet der Gewinne an direkten und indirekten Kriegslieferungen hinaus sind Einwendungen laut geworden. Darauf einzugehen, widerstrebt mir, ich hoffe, es wird auch Ihnen widerstreben, die geplante Gewinnsteuer als eine Art Strafe gegen Kriegsgewinne zu behandeln. Die Steuer ist keine Strafe und keine Zuchtrute, sondern eine Ehrenpflicht genau wie die allgemeine Wehrpflicht. Mißbräuche beim Erwerb sind ja vorgekommen, sie sind aber gegenüber den ungeheueren Leistungen nur verschwindend gering. Wir können nicht diejenigen besteuern, die mit Aufbietung aller Kräfte das Heer und die Bevölkerung in den Stand gesetzt haben, durchzuhalten, während der Kapitalist, der etwa an amerikanischen Papieren erhebliche Gewinne gehabt hat, keiner Steuer unterliegen soll, weil er nicht für den Krieg gearbeitet hat.(Sehr richtig!) Wir werden auch im Interesse unserer Finanzen nach dem Kriege zuf einen ausgiebigen Ertrag der Steuer nicht verzichten können. und ein solcher Ertrag ist zu erzielen. Denn wenn der Krieg auch diele Werte vernichtet hat, so sind doch weit mehr Werte durch die Arbeit für den Krieg geschaffen worden. Wir werden also den Vermögenszuwachs im weitesten Sinne ins Auge fassen. Darin wird das definitive Gesetz sich an das Besitzsteuergesetz anlehnen. Sbenso wird das der Fall sein in bezug auf den dreijährigen Zeit⸗ raum, den wir der Kriegsbesteuerung zugrunde legen wollen. Hierfür waren wichtige materielle, in der Sache liegende Gründe maßgebend. strie, Für große Erwerbszweige nicht nur der Induf sondern auch der Landwirtschaft, ist die sogenannte Kriegskonjunktur Manches Unternehmen, das im ersten Kriegs⸗ jahre glänzend verdient hat, kann in der Folgezeit nur schwer sich Zeiten, bei einer gewohnt von der für diese Betriebe, sondern auch eine Schädigung unserer gesamten. f 5 len Sitzung nach dem Verlauf der Kommissionsberatungen festzusetzen. gelliierten! 92 52 an Petroleum den S um ein] richtigl) 7 System des ssellschaften weiterhin, (Bravo!) 8 Kriegsus zen. in Düsseldorf regt in einem Schulverwaltungen an, infolge chü lern abends erleuchtete und Klassen räume zur Verfügung zu stellen, damit N dort ihre häuslichen Arbeiten unter Aufsicht von Lehrperson fertigen können. b Die kirchlichen Körperschaften haben gleich nach? bruch des Krieges erklärt, daß sie auf die Kirchensteue Eingeßogenen nicht verzichten werden, obwohl die gezogenen durch ihre Einziehung aus ihrer seitherigen Ki gemeinde ausgeschieden und zur Militärgemeinde übergetreten Die Kirche beharrt auf ihren Schein und das preußische O verwaltungsgericht hat ihr recht gegeben, indem es entschie der Eingezogene seine Kirchensteuern weiterbezahlen müsse. Entrichtung der Kirchensteuern wird manchem Feldgrauen schwer werden. Der Jugendschriften-Ausschuß in Nordhausen hatte sich an stellvertrelende Generalkommando in Kassel gewandt und um M. nahmen zur Bekämpfung der Schundliteratur ersucht. Darau hielt der Ausschuß folgende Antwort: 1 „Das stellvertretende Generalkommando hat die Bekämp der Jugendschriften von sich aus in Angriff genommen und dahingehenden Entwurf vor 2 Wochen dem Kriegsmintste mit der Bitte um Erlaß einer Anordnung für das ganze gebiet übersandt. Sollte dieser Anordnung nicht entsprochen den, so wird das stellvertretende Generalkommando wenig für seinen Korpsbezirk eine entsprechende Bestimmung treffe Wenn wirklich nur der Schund mit den in Aussicht stehe Maßnahmen getroffen wird, kann man das Einschreiten mu grüßen. Bis auf weiteres Die Regierung die Gemeinde- und verboten wurde vom stellverts den Generalkommando des dritten Armeekorps das Ersche unseres Cottbuser Parteiblattes, der Märkisch Volksstimme. Den Grund des Verbotes teilt die Redakio nicht mit oder darf ihn nicht mitteilen.* Eine Abweichung des kommenden Gesetzes von den Besitzsteuergesetzes wird darin bestehen, daß neb dem reinen Vermögenszuwachs auch die Einkommensverhältnif bei der Bemessung der Steuersätze voraussichtlich Berücksichtigu finden werden, und daß auch die juristischen Personen zur Krf gewinnsteuer herangezogen werden. Wenn darüber Ueberein mung besteht, so handelt es sich darum, jetzt so wie möglich einen Riegel vorzuschieben, der verhindert, daß die wie schon für das erste Kriegsjahr, Gewinne zur Verteilung bringen. Sine große Anzahl von sellschaften hat gewiß freiwillig Rückstellungen gemacht, aber Freiwilligkeit kommen wir hier nicht durch, wenn wir den en wünschten Erfolg erzielen wollen. Auf die naheliegende Frage, welches nun die Steuersätze sein werden, kann ich heute noch kein Antwort geben; es sind hierüber noch Erwägungen bei den R gierungen im Gange. Jedenfalls werden sie ganz erheblich üb das bisher gewohnte Maß der Einkommens⸗ und Vermögensste sätze hinausgehen und wir werden wohl nicht, wie England, heitliche Sätze für große und kleine Gewinne einführen, sonder die Sätze nach der Größe der Kriegsgewinne staffeln.(Zustin mung.) Ich hätte gewiß lieber gleich ganze Arbeit gemacht das endgültige Gesetz vorgelegt. Die Angelegenheit ist seit naten in intensivster Bearbeitung, aber Sie werden sich jeden beim Fortgang Ihrer Beratungen auch überzeugen, daß die sich so einfach aussehende Idee dieser Gewinnsteuer doch in de Durchführung recht verwickelt, eine schwierige und verantwortliche Sache ist. Wir greifen namentlich bei hohen Steuersätzen sel ef in das gesamte Wirtschaftsleben ein. Daher ist genaue fung eines solchen Gesetzes am Platze. Dazu kommt, daß der bundesstaatliche Charakter des Deutschen Reiches berücksic werden muß. Das alles geht nicht von heute auf morgen, alle in Betracht kommenden Ressorte mit Arbeit bis zur 0 ihrer Leistungsfähigkeit überhäuft sind. Das definitive G wird Ihnen voraussichtlich nit dem Etat für 1916 im März menden Jahres zugehen. Die vorliegenden Gesetze wird es ho fentlich gelingen, in diesem Tagungsabschnitt fertigzustellen damit den ersten Schritt zu tun zum praktischen Aufbau ei großen, für unsere Zukunft wichtigen Werkes, das dem gesamten deulschen Volke in allen seinen Teilen am Herzen liegt.(Leb hafter Beifall.) Ohne weitere Debatte wird auf Antrag des Abg. Bassermaß (natl.) die Vorlage dem„Ausschuß für die Reichshaushaltsverwal⸗ (dies neue deutsche Wort für Buogetkommission wird mit eiterkeit aufgenommen) überwiesen. N Dem Präsidenten wird überlassen, den Tag der nächsten Schluß: nach 3 Uhr. 1———Hẃ 2 4 Barfüßele. 1 Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach. „Was der wohl erzählen wird, wo er gewesen sei,“ dachte Amrei,„und so ein Tierchen hat es gut; wo es hinfliegt, ist es daheim. Und horch! wie die Lerchen singen, die haben's gut, die brauchen sich nicht zu vesinnen, was sie zu sagen und was sie zu tun haben. Und dort treibt der Metzger mit seinem Hund ein Kalb aus dem Dorfe. Der Metzgerhund hat eine ganz andere Stimme als die Lerche, aber freilich, mit Lerchengesang kann man auch kein Kalb treiben...“ l„Wohin mit dem Füllen?“ rief der Kohlenmathes aus seinem Fenster einem jungen Burschen zu, der ein schönes junges Füllen am Halfter führte. „Der Rodelbauer hat's verkauft,“ lautete die Antwort, und bald wieherte das Füllen weiter unten im Tal. 5 Amrei, die das hörte, mußte wiederum denken:„Ja, o ein Tier verkauft man von der Mutter weg, und die Mutter weiß es kaum; und wer's bezahlt, der hat's eigen; und einen Menschen kann man nicht kaufen, und wer nicht will, für den gibt's kein Halfter. Und dort kommt jetzt der Rodel— bauer mit seinen Pferden, und das große Füllen springt neben her. Du wirst auch bald eingespannt. Und vielleicht wirst du auch verkauft. Ein Mensch wird nicht verkauft, er verdingt sich bloß. So ein Tier kriegt für seine Arbeit keinen anderen Lohn als Essen und Trinken und braucht auch sonst nichts, aber ein Mensch kriegt noch Geld dazu als Lohn. Ja, ich kann jetzt Magd sein, und von meinem Lohn tue ich den Dami in die Lehre, er will ja auch Maurer werden. Und wenn wir beim Ohm sind, ist der Dami nicht mehr so mein wie jetzt. Und horch, jetzt fliegt der Star heim, da oben ins Haus, das ihm noch der Vater hergerichtet, und er singt noch einmal lustig. Und der Vater hat das Haus aus alten Brettern gemacht. Ich weiß noch, wie er gesagt hat, daß ein Star nicht in ein Haus von neuen Brettern zieht, Und so ist mir's auch.. Du Baum, jetzt weiß ich's: Wenn du rauschest, so lange ich heute noch da bin, so bleibe ich ihr, als rauschte Es war die Gänseherde, die vom Staubwolke ging voraus. Amrei ahmte vor sich hin lange Holderwasen hereinkam. das Geschnatter nach. Die Augen fielen ihr zu, sie war eingeschlummert. Ein ganzer Frühling von Blüten war aufgebrochen in dieser Seele, und die Blütenbäume im Tal, die den Nachttau einsogen, schickten ihre Düfte hinüber zu dem Kinde, das eingeschlafen war auf der Heimatserde, von der es sich nicht trennen konnte. Es war schon lange Nacht, als sie erwachte und eine Stimme rief:„Amrei, wo bist du?“ Sie richtete sich auf und antwortete nicht. Sie schaute verwundert nach den Sternen, und es war ihr, als ob diese Stimme vom Himmel käme; erst als sich die Stimme wiederholte, erkannte sie den Ton der Marann und antwortete:„Da bin ich!“ Und jetzt kam die schwarze Marann und sagte:„O das ist gut, daß ich dich gefunden habe. Im ganzen Dorf sind sie wie närrisch. Der eine sagt: er habe dich im Walde ge— sehen; der andere ist dir im Felde begegnet, wie du jammernd dahin gerannt bist und auf keinen Ruf dich umgekehrt hast. Und mir ist's gewesen, als wenn du in den Teich gesprungen wärst. Brauchst dich nicht zu fürchten, liebes Kind, brauchst nicht zu entfliehen. Es kann dich niemand zwingen, daß du mit deinem Ohm gehst.“ „Wer hat denn gesagt, daß ich nicht will?“ Plötzlich fuhr ein rascher Windstoß durch den Baum daß er mächtig rauschte. 5 „Und freilich will ich nicht!“ schloß Amrei und hielt die Hand an den Baum. „Komm' heim, es bricht ein arges Wetter los, der Wind wird's gleich da haben,“ drängte die schwarze Marann. Wie taumelnd ging Amrei mit der schwarzen Marann ins Dorf hinein. Was war denn das, daß die Menschen sie durch Feld und Wald irren gesehen haben wollten, oder 8 sprach das nur die Marann? Die Nacht war stockdunkel, nur plötzlich leuchteten raf Blitze und ließen die Häuser im hellen Tageslicht erscheine so daß das Auge geblendet wurde und man stillstehen mußte, und war der Blitz verschwunden, so sah man gar nichts mehr Im eigenen Heimatsdorfe waren die beiden wie in der Fremde verirrt und schritten nur unsicher vorwärts. Dazu wirbelte es Staub auf, so daß man vor Betäubung fast nicht vom Fleck kam; in Schweiß gebadet arbeiteten sich die beiden vorwärts und kamen endlich unter schwer fallenden Tropfen an ihrer Behausung an. 5 Ein Windstoß riß die Haustür auf, und Amrei sagte: „Tu' dich auf.“ ö Sie mochte an ein Märchen gedacht haben, wo sich ein Nöselwort ein Zauberschloß auftut. Auf dem Holderwasen. Als am andern Morgen der Ohm kam, erkläre Aimrei, daß sie dabliebe. 3 Es lag eine seltsame Mischung von Bitterkeit und Wohl wollen darin, als der Ohm sagte:„Freilich, du artest dein Mutter nach, und die hat nie etwas von uns wissen wollen aber ich kann den Dami allein nicht mitnehmen, wenn er au) * auf ginge. Der kann noch lange nichts als Brot essen; du hã es auch verdienen können.“ n Amrei entgegnete, daß sie das vorderhand hierzulande wolle, und daß sie mit ihrem Bruder später, wenn der Oheim f noch so gut gesinnt bleibe, ja zu ihm kommen könne. In der Art, wie nun der Oheim seine Teilnahme für die Kinder ausdrückte, wurde der Entschluß Amteis wieder 5 schwankend, aber in ihrer besonderen Weise wagte sie des nicht kundzugeben; sie sagte nur:„Grüßet mir auch Erle Kinder und saget ihnen, daß es mir recht bart int. daß ich meine nächsten Anverwandten gar nie gesehen bab ind daß sie jetzt weit übers Meer ziehen und ich sie vdelleice 1 Leben lang nicht mehr sehe.“ 11 Der Ohm machte sich rasch aue aud gab aur noch uu den Auftrag, den Dami von ihm zu grüßen, er habe Zeit mehr, ihm Lebewohl zu sagen. 1 Er ging davon.(Feregune ... D222 — — N Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung Zum Nachdenken. Ist dieser gewaltigste aller Kriege denn a Erlebnis der Meuschen? Bveunt es ihnen 57 ang ebe Stole, verfolgt es sie in wüten Träumen, daß sich d eee Stunde um Stunde Grausiges ereignet, daß täglich 2 a draußen gemäht werden, in tausendsacher Gestalt das Unglück 11 hin⸗ schrenets Rur Toren könnten das glauben. Es gibt 95 be und Menschen. Die einen freilich, die packt es, Die em finden die seclische Last des Krieges wie körperlichen Schmerz a 11 Monaten um Jahre. Sie fühlen sich mitverautwortlich für 125 8 samte Menschheit und machen auch nicht Halt vor 7 0 115 ll jenseits der Landesgrenzen. Die andern aber: was küm 155 di heute noch der Weltkrieg! Der„Scelenaufschwung? wenn id. Haupt jemals vorhanden gewesen, ist längst in nebelh 10 1 „ schon seit Monden gehen sie wieder den Trott des Phuiscers, 5 ie ihn 7 in M; 4 n ist ihnen bestenfalls nur noch ein Mittel zu besserer Ver⸗ „Und es ist bitter, es sagen zu müssen, 0 lest Stumpfen und Gleichgültigen erschreckend groß 105 1 1 jüngst der Zufall in ein Possentheater. Ein kitschiges Stück wurde gegeben, zum vierzigsten, fünfzigsten, vielleicht zum sechzigsten Mal e aber jeder Platz im Zuschauerraum war besetzt, das Publikum in tollster Karnevalsstimmung. Vielleicht um dieselbe Stunde wur⸗ den draußen in mörderischem Ringen tausende Menschen vom Tode überschattet, röchelten Sterbende, stöhnten Verwundete Vielleicht um dieselbe Stunde krampften sich in bitterstem Schmerz die Herzen tausender Mütter, Gattinnen und Kinder, denen die Kunde vom Kriegertode des Liebsten ins Haus geflattert war. Dieses Publikum aber raste vor Vergnügen bei dem Genuß eines geschmacklosen und in der Ueberarbeitung noch unmäßig vergröberten Schwankes französischer Abstammung. Und so sitzen Abend für Abend Tausende und aber Tausende bei seichtesten Vergullgungen oder führen da und dort ihren Leichtsiun und ihre Gedankenlosigkeit spagieren. Es gibt Leute, die bei derlei Diskussionen eine kluge Miene auf⸗ setzou und uns versichern, das sei ja gerade ein Beweis unserer Kraft, daß man hier im Lande vom Kriege so gar nichts merke. Wir danken ergebenst. Denn um unsere Kraft zu beweisen, dafür gibt es bestimmt hundert andere und viel würdigere Gelegenheiten. Auch wir wünschen nicht, daß alle Menschen nur noch mit Leichen⸗ biktermienen herumlaufen sollen; gesunde Lebensbejahung ist uns lieber als Weinerlichkeit, aber es ist ein weiter Weg von dem be⸗ rechtigten Drang zum Leben, den auch das grausame Ereignis dieses Krieges nicht in uns töten kann, bis zu dem frivolen Leichtsinn der Menge, die sich an Possen und anderen Nichtigkeiten ergötzt und sich jeder Spur menschlicher Würde begibt. Unsere Feldgrauen, die draußen dem Tode ins Auge geschaut und durchweg Furchtbares erlebt haben, müssen von soschen merkwürdigen Bekundungen uuferer Kraft empört sein. Schließlich aber 1 dieser Leichtsinn noch nicht das Schlimmste, was wir in diesem Kriege an Bitterkeiten erleben müssen. Viel schlimmer noch sind die tausendfältigen Beweise erschreckender Selbst⸗ sucht, die schmutzige Bewucherung der Mitmenschen durch gewissen⸗ lose Geldverdiener. Für das Treiben dieser Banditen ist kein Wort zu scharf; kein Galgen wäre zu hoch für sie. Man hat ihnen Moral⸗ pauken gehalten, an ihr Gewissen und ihren Patriotismus appelliert — natürlich vergebens. Diese Sorte hat einen Geldsack, wo andere Leute das Herz haben. Dann hat man zu allen möglichen anderen Maßnahmen gegriffen, tausend Verordnungen erlassen, Strafen festgesetzt, für krasse Fälle sogar den Verlust der bürgerlichen Ehren⸗ rechte angedroht. Hilft es etwas? Nicht das geringste! Diese schweren Jungens verstehen ihr Geschäft und wissen allen bureau⸗ kratischen Maßnahmen ein Schnippchen zu schlagen. Die Preise des Notwendigsten steigen, klettern bis zu fabelhafter Höhe hinauf, und das Volk hungert. Das ist eime der Lehren dieses Krieges, daß die Menschen bei noch so gewaltigen Erschüttterungen doch durchweg die alten bleiben: weder wird ihr Seelenzustand stark beeinflußt, noch er⸗ lahmt in unserer kapitalistischen Welt der Drang nach dem Golde. Bei den Kämpfern draußen wird es ja vielfach anders sein, hier im Lande aber wird der Krieg nur wenigen zum wirklichen Erleb⸗ nis, die niederziehenden Eindrücke überwiegen die erhebenden, und da sich in der scharsen Beleuchtung des Krieges alle Dinge viel schürser ausprägen, sehen wir auch klarer die Fehler und Schwächen der Menschen, gewahren wir Schmutzigkeiten, die Frither dem Auge verborgen blieben. Diese Erfahrungen aber milssen in uns nach⸗ wirken. Sie werden unsere Arbeit nach dem Kriege beeinflussen. Lehren sie uns doch eindringlich, welche gewaltige Erziehungsarbeit noch an der Menschheit zu vollbringen ist, um ihr soziales Gefühl im weiteren Sinne auszubilden und jedem einzelnen das Bewußt⸗ sein seiner Mitverantwortlichkeit für die Gesamtheit einzuhämmern, — und lehren sie uns die alles überragende Notwendigkeit, nun⸗ mehr dem„freien Spiel der Kräfte“ endgültig den Garaus zu machen und in den Mittelpunkt der Welt nicht mehr den kapitalisti⸗ schen Profit, sondern den Menschen zu stellen. Zu den großen Lehren des Krieges gehört die Lehre von der Notwendigkeit des Sozialismus. Courier. Wenn die Stadt selbst produziert. Wir haben immer wieder auf die große Bedeutung hin⸗ gewiesen, die die Lebensmittelbersorgung durch die Stadt in sozialer Hinsicht hat, und sind wiederholt nicht nur für den städtischen Lebensmittel verkauf eingetreten, sondern auch für die städtische Eigenproduktion. Wäre man uns gefolgt, unsere Bevölkerung stände wahrhaftig besser da. Das zeigt uns die Stadt Ulm, die sich einer wahrhaft sozialen Gestal⸗ tung des Lebensmittelwesens zugewandt hat und jetzt über die besten Erfolge, gerade in der Kriegszeit, berichten kann. Auf dem Gebiete der Schweinezucht ist die Stadt inso⸗ fern selbst produzierend tätig, als sie der„Genossenschaft für rationelle Schweinezucht“ angehört, von der sie jährlich 2 bis 3000 Schweine bezieht. Auf diese Weise ist es der Stadt mög lich, das Schweinefleisch an Kriegerfamilien zu dem billigen Preise von 1 Mark das Pfund abzugeben. Ferner läßt die Stadt Rinder und Ochsen bester Rasse mästen. Sie zahlt da. für den Marktpreis der Gewichtsdifferenz zwischen 1 und Ablieferung und kann so das Fleisch zu 1,05 Mark das Pfund verkaufen. Auch der Kartoffelproduktion hat sich die 0 zugewandt. Der Ertrag dieser Kartoffelwirtschaft beträg rund 8000 Zentner, eine Summe, die es der Stadt zune ihren Kartoffelbedarf selbst zu decken. Dabei betrugen 1 ganzen Kosten 16000 Mark. Wenn die Stadt also den 185 ner mit 3 Mark verkaufen würde, was heute ja ein 7- nismäßig billiger Preis ist, 1 der Stadt noch ein Gewinn von fast 10000 Mark verbleiben. 5 Solche 1 reden Bände. Sie mahnen e zu einer kommunalen Wirtschaftsreform in 1 15 Geiste, aber es gehört Unternehmungslust un 1 11 Originalität dazu, diesen neuen Weg zu 5 eiten. 19 1 darum werden diese Zahlen in den leitenden 1 19 955 wieder verfliegen. Man findet sie interessant 1109 11 70 1 wenig über diesen Erfolg— der An e e 1 0 195 1 5 man ruhig auf dem alten Gleise weiter. Der sost schritt liegt allein beim Volke, das sich Männer von sozialem Fühlen und selbständigem Denken zu wählen hat. Keine Erweiterung der militärischen Dienstpflicht! In den jüngsten Tagen war wieder das Gerücht verbreitet, daß die Heeresleitung beabsichtige, die militärische Dienstpflicht über die bisherige Altersgrenze von 45 Jahren hinaus zu erweitern. Es wurde mit Bestimmtheit behauptet, daß dem bis zum 30. November vertagten Reichstage eine Novelle zu⸗ gehen solle, in welcher die Dienstpflicht für Nichtgediente bis zum 49., für Gediente bis zum 52. Lebensjahre verlängert werde. Von unterrichteter militärischer Stelle in Berlin ist die Chemn. Allgem. Zeitung ermächtigt worden, festzustellen, daß die Einbringung einer solchen Vorlage nicht beab— sichtigt ist. Der Heeresverwaltung steht noch eine so große Zahl der nach den jetzt geltenden gesetzlichen Bestim⸗ mungen Dienstpflichtigen, deren Einberufung noch nicht er⸗ folgt ist, zur Verfügung, daß zu einer Verlängerung der Dienstpflicht über das 45. Lebensjahr hinaus kein Grund vorliegt. Für Zurückhaltung von Fett— Gefängnis! In einer größeren Metzgerei in Leipzig verweigerte die Frau eines der Geschäftsteilhaber einer armen Frau die Abgabe von Fett, obgleich eine andere Frau, die auch Fleisch kaufte, Fett er⸗ hielt. Die arme Frau wollte abends Bratkartoffeln machen, mußte aber, weil sie kein Fett erhielt, die Kartoffeln trocken essen. Der Amtsanwalt beantragte 150 Mark Geldstrafe, in⸗ dem er betonte, das Gesetz wolle, daß die Bedarfsartikel an jedermann abgegeben würden; die meisten Leute seien nicht mehr in der Lage, Fleisch zu essen; die Lebensmittel seien aber nicht nur für die Reichen, sondern für alle da. Das Gericht erkannte auf die beantragte Strafe. Der Vorsitzende führte u. a. aus, die Absicht, einen übermäßigen Gewinn zu erzielen, sei darin zu erblicken, daß der Verkauf von Fett allein der Angeklagten nicht genügte, sie habe auch den Ge— winn aus gleichzeitigem Fleischverkauf erzielen wollen. Solches antisoziale Verhalten, das sich besonders gegen arme Leute richte, würde künftighin mit Gefäng⸗ nisstrafe geahndet werden. Die Leute, die Fleisch kauften, seien des Fettes nicht so bedürftig, wie solche, die nur Fett kaufen könnten, Teure Zündhölzer— hohe Gewinne. Nach Kriegsaus⸗ bruch sind auch die Preise für Zündhölzer gestiegen, die schon vorher eine außerordentliche Höhe erreicht hatten. Die Preiserhöhungen wurden, wie das fast immer geschieht, mit einer Notlage der Zündwarenindustrie, mit geringerem Ab- satz, schwierigeren Produktionsverhältnissen usw. begründet. Jetzt beweist der Jahresabschluß einer großen Firma, Stahl & Nölke, Akt.⸗Ges. für Zündwarenindustrie in Kassel, das Gegenteil. Wie die Kolonialwarenzeitung mitteilt, schließt die Jahresbilanz bei einem Aktienkapital von einer Million Mark mit 388 220.38 Mark Reingewinn ab. Davon sind an Abschreibungen und Handlungsunkosten 229 504.93 Mark und zur Deckung eines angekauften Kontingents 250 000 Mk. abgerechnet. Von dem so berechneten Reingewinn sind nun 50 000 Mark dem Rücklagenfonds zugeführt, 73 666.95 Mark an Aufsichtsrat, Vorstand und Beamte vergütet und 3235 Mk. für Rückstellungen und Unterstützungen verwendet worden. 120 000 Mark, das sind 12 Prozent, werden als Dividende verteilt, während sich die Aktionäre im vorhergehenden Ge⸗ schäftsjahr mit 8 Prozent begnügen mußten. 147 319.43 Mk. werden auf die neue Rechnung vorgetragen. Die Gesellschaft hätte also trotz der ungeheuren Abschreibungen 24 Prozent Dividende gewähren können. Die breite Masse der Ver⸗ braucher aber muß die teuren Zündhölzer kaufen. — Wetterumschlag. Daß strenge Herren nicht lange re⸗ gieren, hat sich wieder einmal bei der so plötzlich eingetretenen Winterkälte erwiesen. Schon vorgestern Abend wurde es erheblich milder und gestern hatten wir gründliches Tau⸗ wetter. Das verwandelte den Schnee in den Straßen rasch in scheußlichen Matsch. Und da gegenwärtig das Tiefbauamt auch nicht Arbeitskräfte in Fülle besitzt, dauert es lange, bis die Straßen wieder in Ordnung und passierbar sind. Fuhr⸗ werke aller Art können unter solchen Umständen nur mit Mühe weiter gebracht werden. Es sollte deshalb für bald⸗ möglichste Säuberung der Straßen gesorgt werden. — Das Rodeln ist im Kreise Gießen auf den Kreis- straßen verboten, ebenso auf öffentlichen Straßen und Plätzen innerhalb der Stadt und den Ortschaften, besonders auf Fuß- steigen. Die Rodelschlitten dürfen nicht mehr als mit zwei Personen besetzt sein, es dürfen auch nicht mehrere Schlitten an einander gehängt werden. Sogenannte Bobfleighs dürfen nicht benutzt werden. — Lohnzulage in der Tabakindustrie. In Lorsch i. O. erhöhten die dortigen 12 Zigarrenfabriken auf eine Eingabe von der Gauleitung des Tabakarbeiterverbandes die Lohn— zulage von 5 auf 10 Prozent mit Wirkung vom 1. November. Ebenfalls infolge einer durch die Gauleitung eingereichten Forderung erhöhte die Fabrik von J. Schürer in Karlstadt und Würzburg die gewährte Lohnzulage von 1.50 Mark auf 2 Mark die Woche. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ersatz⸗Reservist Wilhelm Rau, Lehrer aus Reiskirchen, Inf.⸗Reg. 138.— Wehrmann Heinrich Bach aus Ulfa, Inf. Reg. 14.— Grenadier Erich Gold schmidt aus Wetzlar, Grenadier-Regiment Nr. 1. — Konsumverein Gießen und Umgegend. An die Familien der eingezogenen Mitglieder verteilt der Verein nach Beschluß der Generalversammlung 500 Mark in Waren. Voraussetzung ist da⸗ bei, daß das Mitglied im letzten Jahre mindestens 15 Scheine ab⸗ geliefert hat, ebenso kommen nur solche Familien in Frage, die zwei und mehr schulpflichtige Kinder haben. Wer auf die Unter⸗ stützung reflektiert, soll sich unter Vorlage des Anteilscheins bis pätestens Montag, 6. Dezember, im Bureau, Schanzenstraße 16, melden. — Gießener Hausfrauenverein. Die nächste Mitgliederver⸗ sammlung wird Donnerstag. 9. Dezember, in der großen Aula der Universität abgehalten, worauf hiermit hingewiesen wird. — Stadttheater. In der nächsten Freitags⸗Abonnements⸗Vor⸗ stellung wird Otto Ludwigs bekanntes Schauspiel„Der Erb⸗ förster“ gegeben werden. Die Aufführung dürfte um so mehr interessieren, als das Werk im neuen Haus noch niemals gegeben worden ist und der derzeitige. ee eine sehr gute Be⸗ setzung in den Hauptrollen ermöglicht. — — Wieseck. Der Spar- und Vorschußverein Wieseck hält seine diesjährige Generalversammlung Donnerstag, 9. Dezember, abends 8½ Uhr, bei Wirt B. Wacker ab. Auf der Tagesordnung steht: Bericht über den Verbandstag, Wahl von Vorstand und Aussichtsrat. Kreis Wehlar. n. Christen und Heiden. Pfarrer Schroeder in Aßlar hielt klrz⸗ lich einen Vortrag über Weltkrieg und Misston. Dabei führte er u. q. aus: In Togo sagen die heidnischen Neger spottend zu den Missionaren:„Wer Frieden predigt, soll auch Frieden hallen können.“ Hohn und Spott, Haß und Verachtung gegen die soge⸗ nanmten christlichen Nationen, ist eine bittere Frucht dieses Welt⸗ krieges.(Ja diese Wilden!) Von Nah und Fern. Drei Eisenbahner vom Zug getötet. Drei Menschenleben sind bei einem am Dienstag früh auf der Bahnstrecke zwischen Groß⸗ Gerau und Nauheim vorgekommenen Eisenbahnunglück zugrunde gegangen. Wir erfahren von maßgebender Stelle hierzu Folgendes: Die drei Streckenarbeiter Joh. G. Kreuzer, 29 Jahre alt, ver⸗ heiratet, aus Berkach, der 17 Jahre alte ledige Christoph Senß⸗ felder aus Büttelborn und der 28 Jahre alte verheiratete Peter Vatter aus Leeheim, gingen gemeinsam mit anderen aus der nicht weit von der Station Groß-Gerau gelegenen Arbeitsbude nach steben Uhr mit ihren Werkzeugen versehen nach ihrem Arbeitsplatz. Als sie den von Groß⸗Gerau herannahenden Personenzug beob⸗ achteten, begaben sie sich auf das in der Richtung nach Groß⸗Gerau gelegene südliche Gleis, beobachteten dabei nicht den aus der Richt⸗ ung von Mainz kommenden Eilgüterzug, wurden von diesem, dessen Führer sie zu spät sah, erfaßt und alle drei getötet. Man kann, soweit dies bisher festzustellen war, niemand eine Schuld bei⸗ messen, da die Verunglückten das von dem Eilgüterzug gegebene Signal überhört haben, während dessen Führer annehmen mußte, daß die Leute auf das Pfeifensignal hin, das Gleis verlassen. Die Unglücksstelle befindet sich nur 30 Meter von der Arbeitsbude. Das trübe Wetter hat jedenfalls auch zu dem Unglück beigetragen, auch sollen die Arbeiter noch nicht lange auf der Strecke tätig und mit den Verhältnissen nicht hinreichend bekannt gewesen sein. Tödlicher Unfall in einer Druckerei. In Klein⸗Steinheim bei Offenbach war in der Druckerei von A. F. Herzing die 18jährige Arbeiterin Marie Bonifer aus Dietesheim mit dem Putzen einer Truckmaschine beschäftigt. Als die Maschine laufen gelassem wurde, was bekannt gemacht worden sein soll, machte sich anscheinend die Boniser noch an ihr zu schafsen, denn sie wurde zwischen zwei Walzen gepreßt, so daß der Tod durch Schädel⸗ und Wirbelbruch sofort eintrat. Eine seine Dienstherrschaft. Das Hamburger Schöffengericht verurteilte die Witwe Marie Hesse zu drei Monaten Ge⸗ fängnis wegen Mißhandlung ihres 16jährigen Dienstmädchens. Das von auswärts zugezogene Mädchen wurde von der Angeklagten mit gemeinen Schimpfworten belegt und mit den Fäusten, mit einem dicken Strick und mit einem Hunderiemen geschlagen. Dann band die Angeklagte dem jungen Mädchen mit dem Hunderiemen die Hände zusammen und peitschte auf den entblößten Körper mit einer Hundepeitsche los. Auf das Wehegeschrei holten Haus⸗ bewohner die Polizei herbei. Die Mißhandelte war erst zwei Tage in der Stellung. Die Angeklagte hat in vier Jahren nahezu vier Dutzend Dienstmädchen gehabt. ö Tagesbericht des Großen Halptgulttitt. Im Westen immer noch Artilleriekämpfe. In Serbien weitere 4000 Gefangene. W. B. Großes Hauptquartier, 30. Nov., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Die Gefechtstätigkeit blieb auf Artillerie-, Wurfminen⸗ und Minenkämpfe an verschiedenen Stellen der Front be⸗ schränkt. i Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Ein deutsches Flugzeuggeschwader griff die Bahnen nage Ljachowitschi südöstlich von Konavicum an. Balkan. Bei Rudnik südwestlich von Mitrovica wurden feindliche Kräfte von Teilen der Armee des Generals von Koeveß zurückgeworfen, hier und westlich der Sitnica von Teilen der Armee des Generals von Gallwitz weitere tausend Gefangene gemacht. g Bulgarische Kräfte haben am 28. November Prizren ge⸗ nommen. Sie brachten über dreitausend Gefangene und acht Geschütze ein. Oberste Heeresleitung. 2 Der österreichischuimgarische Tagesbericht Erfolglose Stürme der Italiener. Wien, 30. Nov.(W. T. B.) Amtlich wird verlantbart: 30. November 1915. Rufsischer Kriegsschauplatz.* Nichts Neues. 5 JItalienischer Kriegsschauplatz. Es zeigt sich immer mehr, daß die Italiener in diesen Tagen, koste es was es wolle, am Jsonzo wenn möglich bei Görg, einen Erfolg erzwingen wollen. Gestern waren ihre Angriffe gegen die ganze Front zwischen Tolmein und dem Meere, mit besonderer Heftigkeit aber gegen unsere beiden Brückenköpfe und den Nordteil der Hochfläche von Doberdo gerichtet. Vorstöße gegen unsere Bergstellungen nördlich von Tolmein brachen bald zusammen. Der Tolmeiner Brückenkopf stand nachmittags unter Trommelfeuer. Hierauf folgten drei starke Augriffe auf den nördlichen, mehrere schwächere auf den füdlichen Abschnitt; alle wurden unter größten Verlusten des Feindes abgeschlagen. Ebenso erfolglos waren mehrere Angriffsversuche auf Plava. Vor dem Görzer Brückenkopf sind sehr starke italienische Kräfte aller Fronten zusammengezogen. Zum Angriffe schritt der Feind gestern nur bei Oslivija. Er wurde zurückgeschlagen; nur ein schmales Frontstück wurde etwas zurückgenommen. Görz erhielt nachts wieder etwa hundert schwere Bomben in das Stadtinnere. Im Abschnitt der Hochfläche von Dober do setzten nach vier⸗ stündiger Artillerievorbereitung Angriffe von besonderer Wucht und Zähigkeit gegen den Monte San Michele und den Raum von San Martino ein. Auf dem Monte San Michele schlug das Budapester Honved⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 1 acht Massenstürme blutig ab. San Martino wurde dreimal in dichten Massen an⸗ gegriffen: hier behauptete das Nagyvarader Honved⸗In⸗ fanterie⸗Regiment Nr. 4 in erbittertem Handgemenge seine Stel⸗ lungen. Auch südwestlich des Ortes wurde ein feindlicher Angriff abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Priboj warfen wir die Montenegriner gegen Plevlje zurück. An der montenegrinischen Grenze südwest⸗ lich von Mitrovica überfielen österreichisch⸗ungarische Truppen eine serbische Nachhut und nahmen ihr zweihundertundzehn Gefangene ab. Die Bulgaren nähern sich den Becken von Prizren. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von von Höfer, Feldmarschallentnant. Zur Lage der Serben. Nach siebenwöchentlichen ununterbrochenen Kämpfen sind von den serbischen Streitkräften nur kleine Reste des ursprünglichen Standes übrig geblieben, und diese trei⸗ ben sich zersprengt außerhalb des Landes herum. Hervor⸗ ragende Kriegstüchtigkeit und große Tapferkeit müssen den Gegnern, die den Angreifern den Sieg nicht leicht machten, gugeftanden werden. Mit verzweifeltem Widerstande ver⸗ teidigten die Serben jeden Schritt ihres heimatlichen Bo⸗ dens. Von dem Gesamtstande ihrer Armee von 300 000 Mann wurden 120000 Mann gefangen genommen. 100000 Mann machen die Verluste an Toten und Verwundeten aus, sodaß die zersprengten Ueber⸗ bleibsel des serbischen Heeres etwa 70 bis 80 000 Mann be⸗ tragen dürften. An Geschützen fielen den verbündeten Streitkräften etwa 540 in die Hände; außerdem machten sie unübersehbares Kriegsmaterial als Beute. Die Serben haben fast ihren gesamt en Geschützpark eingebüßt; denn auf der Flucht in die unwegsamen schwer passierbaren montenegrinischen Gebirge konnten sie nur die Gebirgsgeschütze mitnehmen. Die ihnen noch verbliebenen schweren und Feldgeschütze hatten sie früher unbrauchbar gemacht. Die montenegrinische Front erstreckt sich vom Adriatischen Meere bei Budua nördlich über den Lovcen Jängs der bosnisch⸗herzegowinischen Grenze bis an den Lim⸗ fluß über Plevlje. In südlicher Richtung und bis in den Raum von Ipek, nordwestlich von Prizren, wurden die Montenegriner gegen Plevlje zurückgedrängt. Die öster⸗ reichisch⸗ungarischen Kolonnen, die über Tschainica vordrin⸗ gen, erstürmten die einstige türkische Grenzkaserne auf dem Metalkasattel und sind nun nur mehr zwei Tagemär⸗ sche von Plevlje entfernt. Die Franzosen geben ihre Niederlage in Ma⸗ zedonien selbst zu. Bei ihrem Rückzuge zerstörten sie die Brücken hinter sich. Sie sind auf die schmale Front zwischen Krivolatz und Rabrowo zusammengepreßt und Far namentlich durch die bulgarische Artillerie furcht ⸗ are Verluste erlitten. Die sich im Westen der Fran⸗ zosen noch in Mazedonien aufhaltenden serbischen Truppen wurden nach Pasfsierung der Straße Prilep Monastir nach Monastir zurückgetrieben. Im alba⸗ nischen Grenzgebirge, in das die serbischen Abteilungen flüch⸗ beten, liegt mehrere Meter hoher Schnee. Rasende Stürme furchtbare Kälte machen die auch auf schwierigen Saum⸗ faden nicht ungefährlich zu ersteigenden Uebergangshöhen in dieser Jahreszeit unpassierbar. 46200 Schlechte Stimmung in Paris. Aus Paris wird der Frankf. Ztg. berichtet: Lord Kitchener weilt seit gestern früh wieder in Paris. Er hatte längere Konferenzen mit dem Präsidenten oincaré, mit dem Ministerpräsidenten Briand und Kriegsminister, General Gallien i. Die Stimmeing er Pariser Presse ist, wenn möglich, noch gedrückter als vorher. Nach dem vorgestrigen amtlichen Kriegsbericht läßt sich, wie Oberstleutnant Rousset im Petit Parisien fest⸗ stellt, nicht mehr daran zweifeln, daß die Expedition zur Herstellung einer Verbindung mit der serbischen Armee vollständig gescheitert ist, und daß das englisch⸗französische Landungskorps sich auf eine Verteidi⸗ gungsstellung zurückgezogen hat, wo es die Armeen der Zentralmächte und der Bulgaren erwartet. Rousset selbst, ebenso wie der Major Civrieux, im Matin, geben auch zu, daß die Armee Sarrail dem drohenden Ansturm nur dann gewachsen sei, wenn sie ganz bedeutende Verstärkungen erhalte. Aber woher, so fragen die beiden Militärkritiker? Und sie machen Rußland und Italien Vorwürfe, weil die von ihnen versprochene Hilfe immer noch nicht sichtbar werde. Im Figaro spricht Joseph Reinach von großen militärischen Vorbereitungen, über die man noch nichts sagen dürfe. Aber es glaubt in der ganzen Presse niemand mehr daran, daß die so heiß ersehnte Einheit der Aktionen des Vierverbandes noch rechtzeitig in Erscheinung treten werde, um die Lage der Expedition in Salonik zu einer besseren Wendung zu führen. Die sozialistische Humanité macht auf ihren schweren Be⸗ denken in bezug auf die nächsten Ereignisse kein Hehl. Sie überläßt offenbar der Regierung die Verantwortung für das, was kommen wird. Trotz alledem wagen es die Zeitungen nicht, der von der Regierung ausgegebenen Anweisung zu widersprechen, daß Salonik für die ganze Kriegsdauer besetzt bleiben müsse, wenn auch nur, um die Deutschen zu werhindern, es selbst zu nehmen. Die Pariser Presse äußert sich auch geradeso beun⸗ ruhigt in bezug auf die Haltung Griechenlands. Das Journal läßt in einer vom Ministerium des Aeußern inspirierten Notiz sogar erkennen, daß Griechenland starke Vorbehalte gemacht habe in bezug auf den Anspruch, daß die ganze Polizei in den griechischen Gewässern der englisch⸗französischen Flotte übertragen werden solle. Derartige Vorbehalte seien angesichts der Anwesen heit deutscher Unterseeboote mit der Sicherheit der Verbündeten unvereinbar und könnten nicht zuge— standen werden. Auch der Matin erklärt es, unter maß⸗ losen Angriffen auf den König Konstantin, für unan⸗ nehmbar, daß die Verbündeten für gewisse Maßregeln erst die Zustimmung der technisch zuständigen griechischen Behörden einholen sollen. Der türkische Sieg in Mesopotamien. Der militärische Mitarbeiter des Bund sieht die Gefahr, in der Bagdad schwebte, durch den Sieg der Türken über die Engländer bei Ktesiphon als für längere Zeit beschworen an. Er schreibt:„Dieser Rückschlag für die Engländer wird (sich in ganz Mesopotamien und Arabien fühlbar machen und setzt die Türken trotz ihrer ebenfalls bedeutenden Verluste instand, die Lage in Mesopotamien wiederherzustellen und der Expedition möglicherweise ein schlimmes Ende zu be⸗ reiten, wenn diese ihre schmalen, langgestreckten Rückzugs⸗ linien nicht sehr gut gesichert hat. Auch auf die Dinge in Persien, wo die islamitische Bewegung sich fühlbar zu machen beginnt, wird der Ausgang des Treffens von Ktesiphon unter Umständen nicht ohne Wirkung bleiben. 5 Dampferverlust der Verbündeten. T. Uu. Rom, 30. Nov. Nach einem Lloydbericht wurde der französische Dampfer„Omara“ und der englische Dampfer „Tanis“, letzterer von 3657 Tonnen, zur Versenkung gebracht. Die Besatzung beider Schiffe konnte gerettet werden. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1. bis 15. Dezember 1915 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt: a) Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit A. Dienstag, den 30. November 1915, IR Mittwoch, den 1. Dezember 1915, 8—2 Donnerstag, den 2. Dezember 1915. b) Städtische Unterstützung(Mietszuschuß). AH Freitag, den 3. Dezember 1915, IE Samstag, den 4. Dezember 1915, S—2 Montag, den 6. Dezember 1915. c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen. Dienstag, den 7. Dezember 1915. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus Zimmer Nr. 7 statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. Gießen, den 27. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Donnerstag frisch vom See- 3 platz eintreffend: Bushelsshe. 46, f Mittel⸗Kabeljau„ 56, . Ohne Brotkarten erhältlich: l 15 O H-⸗Zwieback aus beschlagnahmefreiem Mehl hergestellt Patet 18 Jeinste OH⸗Kesßs: 8 Frühstücks⸗ Keks.. Pfund 25 4 4 Tee-Mischnngg.. Pfund 30 Dessert-Mischung... Pfund 35 ABC SGG GG ½ Pfund 35% Tebkuchen-Nisolause. Stüc 10 u 18 ⸗ 3 Basler Tebkuchen. dale 15, 25.35% a Malzkaffee, garantiert echt Malz 1 Pfund⸗Paket 45 5 Ia Zwiebeln b Citronen, frisch und saftig. In unserer Zenkrale eingetroffen: 97 5 1 Waggon Kastanien.. Piund 303 92 15 .. Pfund 20. 255 5 Stück 8% 8 3 0 Verkaufsstellen: Bahnhofstrasse 20, Ludwiz- strasse 20, Walltorstrasse 24 725 n 9* il * Ein englischer Torpedobootszerstörer gesunken. Rotterdam, 30. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Auf der Doggerbank ist der englische Torpedobvotszerstörer„Fervent“ auf eine Mine gelaufen und gesunken. Von der Besatzung sind nur fünf Mann gerettet. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Die Marttpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 29. November 1915 Schlachtviehpreise in lach 8 Frankfurt a. 2 Fleischpreise in Gießen Schfen 50 kg Schlachtgewicht 126 140 ME ½ g 120—124 J Kälber 0 1. h 0—133 Pf ½„ 120—124 9 Schweine ½„ 78—129„%„ 150 000„ Getreidepreise in Mannheim. Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg 2700 Ml. Höchstpreis] Weißbrot 2 rf— fg Roggen„„ 23.00„ Höchstpreis] Schwarzbrot 2, 68 Verstorbene. Karl Füller I. in Wetzlar, 86 Jahre alt.— Frau Elise Seibert, geb. Bückart, in Wetzlar, 70 Jahre alt.— Jakob Ketzer in Niedergirmes, 17 Jahre alt. euerdl-Versammung des Tandmwirtsch. Konsumvereins Wieseck. E. G. m. u. H. Samstag, den 4. Dezember 1915, abends 9 uhr, bei Wirt Daniel Erb II. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl 2. Bericht über den Verbandstag. 3. Verschiedenes. Wieseck, den 25. November 1915. Für den Aufsichtsrat: Braunewell, Vorsitzender. 0 Bei eintretender kälterer Jahreszeit halte ich meine Trsbhlgsser dvestens empfohlen. del Garantie für tade der i detlaszer ball Haller Glessen(Hessen) Kaiser⸗Allee 8. 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