Organ für die Interessen des werk der Provinz Ober 9 Fzeitung tätigen Volkes hessen und der Nachbargebiete. N Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentli 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in ch 15 Pfg., monatlich vierteljährl. 1. 80 Mk. 8 Redaktion und Expedition Giessen, Bahnhofstraßßse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 278 3 Gießen, Freitag, den 26. November 1915 10. Jahrgang Von Richard Gädke. sen zu beteiligen, 5 Vierverbandes trächtliche senze binde. Manu wirft deshalb dort die Frage ißland gewo wäre, wenn Italien Ende Nutralität verharrt hätte. un schätzbare Dienste un Galizien an die Isonzofront zu werfen, u möglichen Gang des 8 len, sondern wird ganz allgemein urteilen Fsische Heer ttelmächte hätten dann an wonnen, was sie jetzt durch chen hoffen. ger Million feindlicher Soldaten mehr irgend den Verlauf des Krieges haben muß. leidend gewesen, ohne allen Zweifel gehofft hat. Das dürfen wir einersejts den Fehlern u Kriegführung, andererseits aber entlichen Opfermut 8 de 1d 0 K t in entscheidender Richtung losbrechen wür ahh ⸗glücklicherweise. Un seit dem 2. Wünstig geworde 5 auch dann nicht fertig. Arreichische Front. So gewannen 1 0 8 ientermaßen wurden die Italiener nach für * abgewiesen. nze zu werfen. Erst am 115 Juli begann der e n die Jsonzofront— mit nur 4 Armeekorps 1 0 k ten. Allmählich setzten sie nacheinander 7 D ometer breiten Raum zwischen dem Mon „ ere ein. Schon jetzt glaubten sie ihre ten. Verteidigungssystem ausgebaut, die U 1 Hung verbessert, neue Truppen und besonders Echigeschafft— was vor vier Wochen vielleicht 3 der Feind vor den österreichischen Stellunge Aatteten die vergeblichen Anstrengungen Cador Falke sich auf einen unfruchtbaren Kleinkrieg, Arluste seiner Truppen empfindlich steigerte. Da Iuße erst neue Kräfte sammeln, zum allgemeiner 0 ien Front war es noch immer nicht fertig, G kfterreich⸗ Ungarn, Italien und Se Um seine Abneigung, sich an dem Balkanaber suppenteile hier anstatt im Osten zu verwenden. Am 23. Mai erklärte es den Krieg, abe Mai war die Sache der Russen in Galizien sehr n. Italien kam um drei Wochen zu spät. ö Nur vereinzelte Grenztruppen machten hier, bald da lahme Vorstöße gegen die noch schwach besetzte unsere Bundesgenossen die ö krderliche Zeit, in aller Eile Verstärkungen an die italienische Italiener hätte führen können, kam jetzt wieder zu spät. Angriff scheiterte unter schweren Verlusten; leiste, auf, d dürfen, daß Aber dieser Einfluß ist doch bei weitem nicht so groß und ein⸗ e. als man zur Zeit der jtalienischen Kriegs⸗ klärung auf der einen Seite vielleicht befürchten konnte, auf der der italieni⸗ den außer⸗ und der Standhaftigkeit österreichisch⸗ un garischen Soldaten zuschreiben. Als Italien sich entschloß, seinem bisherigen Bundesgenossen den Rücken zu sallen, hätte man annehmen müssen, daß es sich Herzu den geeigneten Moment aussuchen und dann sofort mit voller de. Nichts dav Und rste große Angriff Man vergleiche bit den Sturmschritt des deutschen Durchmarsches durch Belgien. iftägigem Kampfe Dreizehn Tage später waren sie soweit, zum zweiten Angriff 1 iten zu können mit stärkeren, aber noch immer ungenügenden 9 ivisionen auf dem te Sabbtino und Truppen strecken⸗ zur dadurch vorbringen zu können, daß sie sie betrunken Aber inszwischen hatten die Oesterreicher und Ungarn ech wachen Punkte der Stellung erkannt und ver st or k t, Unterkünfte, die Ver⸗ schwere Artillerie zu einem Erfolg Auch 100 000 Mann n! Am 27. Juli nas. Jast drei Monate hielt der italienische Feldherr Ruhe und be⸗ der gleichwohl die s italienische Heer Angriff auf der leichgültig, ob der 1 1 N errn liegt: es war er an der Organisation oder an dem Feldherrn liegt: es sematte Kriegführung trotz aller Tapferkeit der Truppen . Jemzelnen, die sich im Verlauf des Feldzuges 150 7 Fa ee 10— allerdings durch ungewöhnlich scharfe. rde müssen 7 ug riffe nach russischer Art hatte 7 471 offres 5 d 0 eren 170 gtaliener wiederum Hempagne und im Artois fand ch micht bereit zur Mitwirkung; was noch ug des serbischen Feldzuges konnte si Italiener einen hemmenden Einfluß da. Alchland und Oesterreich-Ungarn, gestlützt auf m, Südwesten und Osten, konnten f un, um die Niederlage der Serben von be erfolgreiche Widerstand der weit ie Gegnerschaft Italiens politisch Oktober 9 lin größter 0 ö die Tiro har zu spät! nan im Juni versäumt hatte. lssss, ohne jeben greifbaren Erfolg, 1795 segleitenden Massenseuers der Geschültze, * ge litärisch wichtiger ist, die Ein⸗ ch vollziehen, ohne daß darauf zu nehmen wußten. ihre Erfolge im o reichliche Kräfte frei⸗ rnherein zu besiegeln. schwäche ren österreichischen der Glaube der andern an schaftlichen Erfolge schuf uns 0 Tätigkeit entschlossener Auf dem Balkan hat vielleicht einen neuen eben so verzögert hatte. Ausdehnung mit ler Grenze vom hebenangriff und gegen 25 Divisionen als Hauptangriff. 5 te nicht gut zu machen, Am 26. war die Kraft des s vorhergehenden scheitert. Am J U teuer der Fran⸗ 5 dem Bundesgenossen schmackhafter zu machen lt Italien amtlich und halbamtlich erkläxen, daß es der Sach „ e u 5 indem es eitkräfte Oesterveich⸗Ungarns an seiner Südwest⸗ auf, was wohl aus Mai d. J. in seiner Man wird dieser Auffassung insoweit beipflichten müssen, als um die Sache Rußlands noch ganz erheblich schlechter stände, zun unser Bundesgenosse Oesterreich-Ungarn damals, und auch iter noch, nicht gezwungen gewesen wäre, teils erprobte Divisionen teils neugebildete Man braucht des Feldzuges gar nicht im einzelnen auszu⸗ das 1 dann noch weit mehr Raum verloren und jedenfalls letzten Zipfel Ostgaliziens längst hätte aufgeben müssen. Die kriegerischen Ergebnissen vielleicht schon 6 das Unternehmen in Serbien zu er⸗ Es ist ja von vornherein klar, daß der Einsatz von eime Einwirkung 7 bien. 1 weitere Brigaden von der Tiroler und Kärntner Front zum 28. Oktober wurden zwei neue Armeekorps eingesetzt, am 1. No⸗ Isonzo verschoben; aber am 3. November war auch die dritte Jsonzoschlacht zu Ende. Ihr einziges Ergebnis war ein neuer Ver⸗ lust von mehr als 150 000 italienischen Soldaten. Der Gesamtver⸗ lust in den ersten 5 Monaten des Krieges war bereits auf 450 000 Mann gestiegen die Stellung der Oesterreicher un⸗ erschüttert! Nun aber ließen die wackeren Bundesgenossen Italien nicht locker; und schon am 10. November begann die vierte Jso nz o⸗ schlacht, nachdem zahlreiche Ersatzmannschaften in die gelichteten Truppenteile eingestellt und neue Aufgebote im Görzischen ver⸗ sammelt waren. Die Kämpfe sind augenblicklich noch nicht völlig zu Ende; Cadorna weiß in wortreichen Meldungen von täglichen Erfolgen zu berichten. Die Wahrheit ist, daß al le Hauptstellungen der Oesterreicher: Flitsch, der Krn, Tolmein, Plava, Sagrado, Görz, Podgora, die Spitze des San Michele, das Plateau von Do⸗ berdo bis zum Meere hinunter fest in der Hand unserer Verbündeten sin d. Die Italiener selbst haben ihre Fort⸗ nahme nicht zu behaupten gewagt; „Rande“ des Plateaus vorgedrungen sein und auf dem nördlichen und südlichen Abfalle des Monte San Michele(nördlich San Martino, südwestlich Görz) einige Gräben erstürmt haben. Was möglich ist, aber nichts besagt. Man hat das Mißlingen aller italienischen Angriffe auf die natürliche Stärke der österreichisch-ungarischen Stellungen in Tirol und im Karst zurückgeführt. Darin liegt natürlich etwas Wahres, aber bei dem Mißverhältnis der beiderseits eingesetzten Kräfte wird dieser Vorteil denn doch zum großen Teile ausgeglichen. Nur in der Hand dieser Verteidiger hat die Verteidigungsfront allem Massenfeuer und allen Massenstürmen widerstehen können. Denn der Aufenthalt in den Stellungen ist nicht gerade ein Paradies, sondern stellt an die Standhaftigkeit der Truppen die höchsten Anforderungen; den Aufenthalt in den Schützengräben des Plateaus von Doberdo hat man geradezu„die Hölle“ genannt. Ein großer Teil der österreichischen Stellungen liegt in Höhen von 2000 Meter und darüber, nicht erst in dieser Jahreszeit eingebettet in Schnee und Eis, eingesprengt in den Felsen, wo jede Granate ihre Wirkung durch die Steinsplitter verdoppelt. Nur in der Nacht kann das Essen, kann jede Patrone auf schmalen Pfaden und oft ohne Pfad von einzelnen Trägern im Gänsemarsch die steilen Schroffen hinaufgebracht werden. Der Sturm um⸗ braust die Lagerstätten nicht weniger als das feindliche Feuer, oft müssen die Verteldiger, deren Unterkünfte durch den Gegner zer⸗ schossen werden, im Freien übernachten, zugedeckt nur vom kalten Scheine des Mondes. Nun kommt hinzu, daß an vielen Stellen der Mann auf sich selbst angewiesen ist. Der Einzelne kommt mehr zur Geltung als in der Schlacht der Ebene; die kleinen Abteilungen 0 schlagen entscheidende Kämpfe durch, an ihre Hingabe, an ihr Pflichtbewußtsein, an ihre Einsicht und an ihre Ausdauer werden die größten Anforderungen gestellt. Wenn die Oesterveicher und Ungarn solange dem Ansturm überlegener und tapferer Massen widerstehen konnten, so verdanken sie das nicht nur der Festigkeit ihrer Stellungen, sondern ihrer eigenen überlegenen Tüchtigkeit. Damit aber haben sie unserer gemeinschaftlichen Kriegführung große Dienste geleistet. Nur unter dem sicheren Flankenschutze am Isonzo konnte unsere Heeresleitung den Einbruch in Serbien wagen, an dieser Stelle den eisernen Ring sprengen, den die Entente um uns gelegt hatte, und hier eine Eutscheidung an⸗ bahnen, die aller Wahrscheinlichkeit nach das Ende des Krieges be⸗ schleunigen wird. 5 * Die serbische Tragödie. Ein Telegramm des italienischen Berichterstatters Magrini aus Monastir vom 21. d. M. beurteilt den Balkanfeldzug der Entente als geradezu verzweifelt. Die Offiziere, die aus Altserbien in Monastir eintrafen, sprachen von der Möglichkeit, daß die letzten Tage der serbischen Tragödie ge⸗ kommen sind und das serbische Heer kapitulieren würde. Das Amselfeld ist auch von geflüchteten Zivilisten angefüllt, die erschöpft und verhungert scharenweise sterben. Am Wege liegen die Ka⸗ daver zahlreicher aus Futtermangel verendeter Ochsen. Magrini hebt hervor, daß die Enttäuschung und Erbitterung des serbischen Volkes über das Verhalten der Entente den höchsten Grad erreicht hat. Auch die Lage der Engländer und Franzosen in Mazedonien wird schwieriger. Nach dem Verlust der Babunaberge ist der linke Flügel der Franzosen iso⸗ liert. Sarrails Kräfte sind ganz ungenügend, sodaß Magrini meint, wenn nicht ernstliche Verstärkungen baldigst eintreffen, täte die Entente besser, das Salonik-Korps einzuschiffen, den Balkan⸗ feldzug aufzugeben und anderwärts die Entscheidung zu suchen. Schon muß Sarrail gegen die vordringenden Bulgaren seine Front verkürzen, auch spricht man von dem Rückzug des Entente⸗ überschritten die] 20. Oktober endlich begann der heeres über das Demirkapu-Defilés nach 1 Monastir war am 21. November noch in serbischen Händen. Offenbar wollen die Bulgaren Monastir mit Müücksicht auf die griechischen Empfindlichleiten nicht besetzen. Militärisch würde die Besetzung Monastirs zur Verzettelung der bulgarischen Kräfte führen, während die Bulgaren jetzt nach durchgeführter Sicherung ihrer Babunastellung alle verfügbaren Truppen gegen die Eng⸗ länder und Franzosen werfen können. Schlimme Lage des„Befreiungsheeres“. Ein Telegramm des Corriere della Sera aus Salonik bestätigt die Meldung des Secolo über die wachsenden Schwierigkeiten desmazedonischen Entente⸗ heeres, gegen dessen 50 000 Mann die Bulgaren mit vier Divisionen in einer Stärke von 80 000 Mann auftreten. Ver⸗ wundete französische Offiziere berichten über die verheerende Wirkung der bulgarischen Artillerie, deren Munitionsreich⸗ Griechenland. aber sie wollen„fast“ bis zum los“. Charakter ab. Mehrere Straßen wurden gestürmt und Vom Weltkrieg. tum überrascht. Nach der Vereitelung einer Verbindung mit dem serbischen Heer, das bei Katschanik verzweifelte Versuche machte, die Umklammerung zu durchbrechen, können die Eng⸗ länder und Franzosen kaum noch den überlegenen Bulgaren widerstehen, und sie fürchten das Auftauchen erdrückender österreichisch-ungarischer und deutscher Verstärkungen. Griechenland und der Vierverband. Ein gemeinsamer Schritt des Vierverbandes. Havas meldet aus Athen: Nach einer amtlichen Mittei⸗ lung haben die Gesandten des Vierverbandes am 28. November einen Kollektivschritt in der Frage der verbündeten Truppen in Mazedonien unternommen. Dieser Schritt hatte einen freundschaf etlichen Charakter. Englische Befürchtungen. N Die Neue Züricher Zeitung meldet aus dem Haag: Trotz der halbamtlichen beruhigenden Mitteilungen, befürchtet man in London den schließlichen Uebergang Griechenlands zu den Zentralmächten, sobald deren Truppen an der griechischen Grenze erscheinen. Deutschland vor dem Untergang. Wie sie lügen können. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung bringt eine auch für unsere Leser interessante Zusammenstellung von Falsch⸗ meldungen über die inneren Deutschlands, die durch die feindlichen Funkenstationen verbrkitet und in der feindlichen Presse breit erörtert und aus⸗ gemalt werden. Wir entnehmen dem Artikel des offiziösen Blattes diese Einzelheiten: 5 Das feindliche Ausland beobachtet alle Vorgänge in Deutsch⸗ land mit gespannter Aufmerksamkeit... Ganz besonders haben die Erörterungen über die Ernährungsfrage u reiche Fund⸗ gruben für die entstellenden, übertreibenden und fälschenden Be⸗ richte der Feinde geliefert. Selbstverständlich hat man sich auch nicht im mindesten gescheut, die wildesten Erfindungen hinzuzu⸗ fügen. Im nachfolgenden geben wir einige Beispiele. An den zu unserer Kenntnis kommenden Funksprüchen von Poldhu, Lyon und Eiffelturm und aus der feindlichen Presse können wir das Treiben recht genau verfolgen. 5 8 2 8 Am 26. Oktober meldet Funkspruch Lyon eine„äußerst stür⸗ mische Sitzung des Berliner Gemeinderats. Der Sozialist Wurm hat erklärt, daß in Deutschland ein Elend herrsche, wie man es noch nicht erlebt hätte.“. Die vornehme Westminster Gazette berichtet am nächsten Tage: „Die Lebensmittelkrisis in Berlin hat nun den f Charakter einer Panik angenommen, und die ärmeren Klassen sind am Verhungern. Die Frauen stürmen die Läden und schreien nach Nahrung. Ueberall sieht man eingeschlagene Fensterscheiben.““ Der Standard vom 29. Oktober bringt aus Kopenhagen einen Bericht, den ein Amerikaner heimlich aus Berlin herübergesandt hat. Danach ist die Lage in Deutschland„verzweifelt hoffnungs⸗ „In Moabit spielten sich Szenen von revolutionärem die Läden aller Eßwaren entleert. wurden verhaftet“.„Die Berliner Behörden sind auf das Aeußerste vorbereitet. Die Truppen sind alarmbereit.“ Die Londoner Zeitungen gehen nun dazu über, die„Hungers⸗ not in Deutschland“ mit den dicksten Ueberschriften anzukündigen. Z. B. Daily Expreß vom 30. Oktober:„Hungersnot⸗ szenen in Deutschland.— Tiefes Elend infolge der wachsenden Knappheit der notwendigen Nahrungsmittel. Druck unserer Hunderte von Frauen Flotte.— Viele seltsame Ersatzmittel.— Verzweiflungsschrei.“— Oder am 1. November:„Vorboten des wachsenden Nahrungsmittel- sturms.— Amerikanische Aeußerungen über Revolution in Deutschlan d.— Das erste Grollen“. Es wird dann die New York Times angeführt:„Im Deutschen Reiche sind Anzeichen und Vorboten, die lebhaft an das erste Grollen des Sturmes erinnern, der mit der Revolution über Frankreich hereinbrach.“.. In Kopenhagen zeigt man, wie der Eiffelturm am 3. November meldet, das Manuskript eines in Deutschland angeblich ver⸗ botenen Artikels des sozialdemokratischen Generalsekretärs August Winnig herum, in dem es heißt:„Wenn nicht umgehend Maßnahmen getroffen werden, ist eine Katast ro p he unver⸗ meidlich“ Am 4. November verkündigt der Dafly Expreß triumphierend:„Der Winter kommt, und es ist alle Aussicht, daß die eiserne deutsche Disgiplin vor der Wirtschaftsnot zu fam men⸗ Huechen wird! In den nächsten Tagen bringt der Lyoner Funkendienst lange Auszege aus dem Vorwärts, der erklärt, das deutsche Volk stände vor dem Verhungern. Der Daily Telegraph. zitiert ein Schweizer Sozialistenblatt:„Der bleiche Hunger schreitet durch Deutschland.“ Nach der Daily Mail vom 9. November be⸗ ziehen die in Berlin wohnenden Holländer alle ihre Lebensmittel nur noch aus Holland. Aus Rotterdam läßt sich dies Blatt melden, daß in Berlin und anderen großen Städten es von Teuerungskrawallen zum„Klassenkrieg“ kommt. Auch die Nowoje Wremja will nicht zurückbleiben und melder am 10. November über Kopenhagen aus Berlin:„Das bedroh⸗ liche Auftreten der Arbeiter in Moabit und Wil⸗ mersdorf hat die Regierung in Schrecken gesetzt. Nach Demolierung einer Reihe von Brotläden, nach Erschießung einiger Weiber in der Volksmenge und nach Erhalt von Meldungen Zustän de aus der Provinz über Unruhen aus not is Regierung in Verwirrung geraten und hat den Militärbehörden die Freiheit des Handelns überlassen. Letztere verschärften den Belagerungszustand in Berlin durch Konzentrierung von Truppenkörpern.“ 5 5 In dem sonst nüchternen Labour Leader wird um dieselbe Zeit von einem Krawall gesprochen, bei dem die Fenster im Kriegs⸗ ministerium eingeworfen wurden. 2„ Jetzt hält es selbst der französische Ministerpräsident für zeit⸗ gemäß, in einem Interview, das durch Poldhu verbreitet wird, zu versichern, den Verbündeten sei allgemein bekannt, daß die deut⸗ schen Hilfsquellen am Schwinden seien. Die Gerüchte aus Deutschland seien wie Strohhalme, die zeigten, woher der Wind in Deutschland und Oesterxreich bläst. Frankreich würde kämpfen, bis die überschwemmten Gebiete, einschließlich Elsaß⸗Loth⸗ ringens, befreit sind und der deutsche Militarismus zerstört ist. Mit diesem Interview wurde der Zweck des ganzen Treibens auf deutlichste unterstrichen. 5 Am 15. läßt der Lyoner Funkendienst einen treten, der selbst in Berlin einen Aufruhr erlebt hat, bei dem es etwa 200 Verwundete und Tote ge⸗ geben hat. Auch weiß der gleiche Dienst von Meutereien des Landsturms in den polnischen Städten zu berichten,„weil entgegen dem Versprechen den die Entschädigungen nicht erhöht worden sind. Teil der Meuterer wurde erschossen.“ Am 20. wiederholt der Lyoner Dienst die Geschichte von den Unruhen in Berlin, diesmal mit der Angabe, daß die Truppen ein⸗ greifen mußten und 200 Au fständische erschossen wurden. „Man glaubt“, schließt der Bericht,„daß eine längere Dauer der Feindseligkeiten Hungersnot zur Folge haben wird.“ 1 Die Aufzählung dieser Schwindelnachrichten mag eintönig sein, sie zeigt aber sehr klar, in welcher Richtung die öffentliche Meinung in den feindlichen Ländern bearbeitet wird. Die Fol⸗ gerungen, die sich daraus für uns ergeben, liegen so sichtbar Reisenden auf⸗ Der größte wf der Hand, daß es unnötig ist, sie ausdrücklich auszu, sprechen. 45 Soweit das Regierungsorgan. Die Folgerungen für Deutschland liegen allerdings auf der Hand. Zunächst zeigen die Flunkereien der feindlichzn Presse, daß kein Land vor offenbaren Erfindungen und Fälschungen über seine inneren Zustände geschützt ist, daß insbesondere die Presse nicht die böswillige Verdrehung ihrer sachlichen Aufsätze verhindern kann. Mährend die herrschenden Schichten des feindlichen Auslandes mittels solcher Falschmeldungen und Uebertreibun⸗ gen künstlich die Kriegsstimmung und Siegeshoff⸗ nung bei ihren Völkern aufrechtzuerhalten suchen, dürfen wir in Deutschland auf diese Mittelchen verzichten. Wir haben deshalb auch oft davor gewarnt, die ebenso unkon⸗ trollierbaren Nachrichten über russische Arbeiterun⸗ ruhen, von denen in deutschen Blättern oft großes Auf⸗ heben gemacht wurde, kritiklos als wahr hinzunehmen und ebenso die Meldungen über die Streiks in England zu überschätzen. Es wird jetzt vieles zusammentelegraphiert, von dem man sagen kann: Geflunkert wie gefunkt! Die Ermattungsstrategen. Die Wiener Blätter erörtern die amtliche Mitteilung, daß Italien seit Kriegsbeginn eine halbe Million Mann ver⸗ koren und militärisch nicht einen Fußbreit gewonnen habe, serner das Versagen der Drohungen des Vierverbandes gegen Griechenland, über dessen Verhalten man hier völlig beruhigt ist. Es besteht darüber keine Täuschung, daß der Vierverband den verlorenen Krieg fortsetzt, in der Hoffnung auf ein Ermatten der Zentralmächte mit dem einzigen Ergebnis steigender Erbitterung der Völker, die zu weiterem Blutvergißen gezwungen seien. Kitcheners Großmäuligkeit. Bei seinem Athener Aufenthalt äußerte Kitchener gegenüber griechischen Persönlichkeiten seine Meinung über den vermutlichen Ausgang des Krieges. Kitche⸗ ner gab zu, daß die Entente⸗Mächte bei Kriegsbeginn absolut unvorbereitet für eine lange Kriegsdauer gewesen seien. Sie hätten es aber verstanden, die inzwischen ver⸗ strichene Zeit auszunützen. England werde im nächsten 2 * Barfüßele Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach. Das Kind starrte drein und antwortete nicht. Und kaum hatte Severin den Rücken gewandt, als es ihm halblaut nach⸗ rief:„Ich nehm' nichts geschenkt,“ und ihm dabei den Dukaten nachschleuderte. Viele, die das gesehen hatten, kamen auf Amrei zu und schimpften auf sie hinein, und eben als sie daran waren, sie zu mißhandeln, wurde sie wiederum von der Rodelbäuerin, die sie schon einmal mit Worten beschützt hatte, von den rohen Händen gerettet. Auch sie verlangte indes, daß Amrei wenigstens Severin nacheile und ihm danke; doch Amrei gab auf keinerlei Rede eine Antwort; sie blieb starr, so daß auch ihre Beschützerin von ihr abließ. Nur mit großer Mühe fand man den Dukaten wieder, und ein Gemeinderat, der zugegen war, nahm ihn sogleich in Verwahrung, um ihn dem Pfleger der Kinder zu übergeben. Dieses Ereignis brachte der kleinen Amrei einen selt⸗ samen Ruf im Dorfe. Man sagte, sie sei doch erst wenige Tage bei der schwarzen Marann und habe schon ganz deren Art und Weise. Man fand es unerhört, daß ein Kind aus solcher Armutei einen solchen Stolz haben könne, und indem man ihr diesen Stolz auf Wegen und Stegen vorwarf, ward sie dessen erst recht inne, und in der jungen Kinderseele regte sich ein Trotz, ihn nur desto mehr zu bewahren. Die schwarze Marann tat auch das ihrige, um solche Stimmung zu be⸗ festigen, denn sie sagte:„Es kann einem Armen kein größeres Glück geschehen, als wenn man ihn für stolz hält; dadurch ist man bewahrt, daß jedes auf einem herumtrampelt und noch verlangt, daß man sich dafür bedanke.“ Im Winter war Amrei sehr viel bei dem Krappenzacher und hörte ihn besonders gern geigen. Ja, der Krappenzacher sagte ihr einmal das große Lob:„Du bist nicht dumm,“ denn Amrei hatte nach einem langen Geigenspiel bemerkt:„Es ist doch wunderlich, wie so eine Geige den Atem so lange anhalten kann, das kann ich nicht.“ Und wenn dahei in stillen Winternächten die schwarze Marann funkelnde und schauererregende Zaubergeschichten erzählte, da sagte Amrei mehrmals tief aufatmend, wenn sie zu Ende waren:„O Marann, ich muß jetzt Atem schöpfen, ich hab', so lang Ihr gesprochen habt, den Atem anhalten müssen.“ —1 Anlaß der Hungersnot ist die[ März bier ihren Stämmen dem Anrufe Folge. Familien der im Felde Stehenden Emir Abdul Malik, der einen großen Einfluß besitzt, gelingen Millionen Mann unter den Waf⸗ fen haben und werde in der Lage sein, sechs Millio⸗ nen Russen zu verpflegen und zu bewaffnen.(1) Enischädigungssorderung Amerikas von England T. U. Newyork, 24. Nov. Washingtoner Nachrichten zufolge wird die Regierung der Vereinigten Staaten von England eine Ent schädigung wegen der Durchsuchung des amerikanischen Dampfers „Zealandia“ durch englische Kriegsschifse fordern. Ferner wird sie fordern, daß dieses Vorgehen der englischen Schiffe getadelt werde und daß England verspricht, daß sich solche Vergehen nicht wieder⸗ holen werden. Der Heilige Krieg in Nordafrika. T. U. Konstantinopel, 24. Nov. Nach hier eingetroffenen Privatnachrichten hat der Emir Abdul Malik, ein Enkel des früheren Emir von Algerien, sämtliche Araberstämme auf⸗ gefordert, sich an dem heiligen Kriege zu beteiligen und gegen die Franzosen zu kämpfen. Eine Anzahl Führer leisteten mit Man hofft, daß es dem wird, sämtliche in Nordafrika befindlichen Stämme für den Heiligen Krieg zu gewinnen. Vom Heiligen Krieg in Indien. Reuter meldet aus Petersburg: Aus Schang hai wer⸗ den nach Indien Proklamationen verschickt, in denen alle Muselmanen ermahnt werden, gegen England und seine Bundesgenossen den Heiligen Krieg zu beginnen. Die Pro⸗ klamationen sind auf Arabisch abgefaßt und durch den Sultan der Türken, den Scheik ül Islam, den Thronfolger und Enver Pascha gezeichnet. Gewöhnlich werden sie nach den verschiedenen Plätzen in Indien in Koffern mit doppeltem Boden versandt. Eine Reichs⸗Jugendwehr. Dem Reichstage sind eine Anzahl Petitionen zugegangen die sich auf die Schaffung eines Reichs⸗Jugendwehr⸗Gesetzes beziehen. Der fortschrittliche Abgeordnete Dr. Müller⸗Mei⸗ ningen wird dem Reichstage, wie das Berl. Tageblatt mik⸗ teilt einen fertigen Gesetzentwurf, betreffend die Vorberei⸗ tung der Jugend für den Heeresdienst, vorlegen. Ein Protest der baheri chen Bauernvereine. Die unter der Leitung des früheren ultramontanen Abg. Dr. Heim stehenden bayerischen Bauernvereine haben an den Reichs⸗ kanzler eine Eingabe gerichtet, in der sie gegen die„Verhetzung“ protestieren, die von einem Teil der Presse gegen die Landwirtschaft betrieben wird. In dem Protest wird behauptet, daß die Angrisse auf die Landwirtschaft nicht nur ungerechtfertigt seien, sondern auch eine Forksetzung der„alten, üblen Gepflogenheit parteipolitischer Uebertreibung zur Verfolgung politischer Zwecke als Endziel“ sind. „Ueberraschungen“ am Balkan. T. U. Paris, 25. Nov. Mitglieder der serbischen Re⸗ gierung erklärten dem Berichterstatter des Petit Journals in Saloniki, Serbien beabsichtige demnächst die Offenfive wieder aufzunehmen, sobald die englisch⸗französischen Truppen in Mazedonien stark genug sein würden. Asquith habe der serbischen Regierung den festen Entschluß Englands mitge⸗ teilt, die Expedition fortzusetzen. Frankreich und England bereiteten auf dem Balkan Ueberraschungen vor, man werde. dies bald bestätigt sehen. Die„Ueberraschungen“ am Balkan dürften gerade für Frankreich und England wenig Erfreuliches haben. Zur Lage in Afrika. i Die Depeche Koloniale macht darauf aufmerksam, daß in Afrika Truppen freigeworden seien, seitdem die Deutschen in Deutsch⸗Südwestafrika kapituliert haben. Man müsse diese anderswo verwenden, nachdem man die nötige Be⸗ satzung zur Sicherung des eroberten Gebietes zurückgelassen —ñ̃:.—————— War das nicht ein Zeichen tiefer Hingebung an alle Vor⸗ kommnisse und doch wieder ein Merkmal freier Beobachtung derselben und besonders des eigenen Verhaltens dabei? Das Beste ist aber, daß auf die Kinder elementarische Kräfte einwirken, die nicht fragen: was wird daraus werden? Niemand achtete sehr auf Amrei, und diese konnte träumen, wie es ihr in den Sinn kam, und nur der Lehrer sagte einmal in der Gemeinderatssitzung: solch ein Kind sei ihm noch nicht vorgekommen; es sei trotzig und nachgiebig, träumerisch und wachsam. In der Tat bildete sich schon früh bei allem kindischen Selbstvergessen ein Gefühl der Selbstverantwortlichkeit, eine Wehrhaftigkeit im Gegensatze zur Welt, ihrer Güte und Bos⸗ heit in der kleinen Amrei aus, während Dami bei allen kleinen Anlässen weinend zur Schwester kam und ihr klagte. Er hatte immer Mitleid mit sich selber, und wenn er in Rauf⸗ händeln von Spielgenossen niedergeworfen wurde, klagte er: „Ja, weil ich ein Waisenkind bin, schlagen sie mich. O wenn das mein Vater, meine Mutter wüßte!“ und dann weinte er doppelt über die erfahrene Unbill. Dami ließ sich von allen Menschen zu essen schenken und wurde dadurch gefräßig, während Amrei mit wenigem vor⸗ lieb nahm und sich dadurch äußerst mäßig gewöhnte. Selbst die wildesten Buben fürchteten Amrei, ohne daß man wußte, woran sie ihre Kraft bewiesen hatte, während Dami vor ganz kleinen Jungen davonlief. In der Schule war Dami stets spielerisch, er bewegte die Füße und bog mit der Hand die Ecken der Blätter um, während er las. Amrei dagegen war stets zierlich und gewandt, aber sie weinte oft in der Schule, nicht wegen der Strafen, die sie selbst bekam, sondern so oft Dami gestraft wurde. Am meisten konnte Amrei den Dami vergnügen, wenn sie ihm Rätsel aufgab. Noch immer saßen die beiden Kinder viel am Hause ihres reichen Pflegers, bald bei den Wagen, bald beim Backofen hinter dem Hause, an dem sie sich von außen wärmten, besonders im Herbst. Und Amrei fragte: „Was ist das Beste am Backofen?“ „Du weißt ja, ich kann nicht erraten,“ erwiderte Dami klagend. „So will ich dir's sagen: das Beste am Backofen ist, daß er das Brot nicht selber frißt.“ Und auf den Wagen vor dem dag deutend, fragte Amrei:„Was ist lauter Loch und hält och?“ Deutschen in K 5 Kolonialreich würde dadurch wesentlich verstärkt n vielleicht könnte auch sfens handelspolitischen halten. 5 Bombenangst in Washington. 5 Washington, 24. Nov.(W. T B. Nichtamtlich) 2 5 dung des Reuterschen Bureaus. Um die Tunnels, welche 0 Unionsbahnhof, den gemeinsamen Zentralbahnhof allen 1 Washington einlaufenden Linien mit den Bahnhofsanlag 1 südlich der Stadt verbinden, gegen Bombenanschläge zu 0 wachen, sind 16 Mann aufgestellt worden. Auch die 6 be bahnhöse werden sorgfältig bewacht. Dem Vernehmen ne 1 hat die Pennsylvaniabahn ihre Angestellten beauftragt 0 Ueberwachung der Brücken, Viadukte, Abzugskanäle der 0 besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um die Gefahr d Bombenanschlägen zu vermindern. f 1 Hestiges Unwetter. 5 T. U. Lyon, 25. Nov. Man meldet dem Republicain 0 Valencia, daß mehrere Barken von einem heftigen Sturme auf Meere überrascht wurden und scheiterten. 15 Personen ertra 3 die Besatzung einer Barke wird noch vermißt. 0 Kriegsnsizen. 1 Die preußi Eisenbahndirektionen. die Keisenden in ur Beten auf, sich bei Fahren ab als Zusatzheizung dienen, wieder wie im vorigen Jahre vo m weise in Lazarett⸗ und Krankenzügen verwendet werden. Es sin daher vorkommen, daß vereinzelt eine genü wärmung der Abteile nicht erzielt werden kann. 0 reisende Publikum wird daher ersucht, sich mit der erforderlich 1 Winterkleidung zu versehen und gegenüber zutage 0 90 Mängeln der besagten Art angesichts der durch den Krieg bedingten in außerordentlichen Umstände Nachsicht üben z mi Die Genossen Westkamp und Ochel in Düsseldorf 1 Anfang Juni wegen Verbreitung von Druckschriften in Untersin i ungshaft und später in militärischer Schutzhaft gene de men wurden, sind am Montag aus dem Gefängnis entlassen w Tör den. Beide wurden am 2. September zu drei Monaten Si fängnis verurteilt und auf Beschluß des Gerichts aus der 5 entlassen, tags darauf aber auf Anordnung des 9 wieder in militärische Schutzhaft genommen. po anwalt seine Revision zurückgezogen, traten die beiden Geno den 5 a an, die am Montag ablief. Darauf erfolgte 0 ntlassung.. 5 l 1 In nächster Woche findet vor der 1. Strafkammer des Ver all liner Landgerichts III wieder ein Prozeß wegen„A uf rei ung verscchiedener Klassen der Bevölkerung die Gewalttäkigkeiten“, begangen durch Verbreitung von Flugblätt lei statt. Angeklagt sind zehn Personen. 1 0 Gegen den Direktor Bünz in Newyork und vier Ang De der Hamburg⸗Amerika-⸗Linie ist jetzt eine geri dad Untersuchung wegen Verletzung der Zollgesetze eingeleitet wo C2 Nach der Nowoje Wremja herrscht in Kaukasien we Transkaukasien Hungersnot wegen Brot- und mangels. daf 1 85 hal Partei⸗Nachrichten. wu Partei⸗Jubiläum. 5 150 Den Gedenktag seines 25jährigen Bestehens beging in die fag Tagen auch der sozialdemokratische Verein für Bremerhaven u nete Umgegend. Am Abend des Gründungstages sand eine gut beff Lan Versammlung statt, in der in einem Referat des Tages ged steis wurde. Der Verein, der zurzeit der Gründung 135 Mi 0 zählte und lediglich die Orte Bremerhaven, Lehe und Geeste 015 unischloß, dehnte bald sein Tätigkeitsgebiet aus und förderte teue die Agitation im 19. hannoverschen Wahlkreise. Mit wel pÿolch folge dies geschah, beweisen am besten die Reichstagswahlstimmen La. die von 6255 im Jahre 1891 auf 15 569 im Jahre 1912 gesti 5 ind. Das kleine Häuflein Genossen vom Grfündungsfahre ist eh Laufe der Zeit auf die stattliche Zahl von 7340 angewachsen. Ebene feht sind auf kommunalpolitischem Gebiete gute Erfolge erzielt wi läßt ee* 8 20 800 Ohne lange auf Antwort zu warten, setzte sie gleich hi win „Das ist die Kette.“ händ „Jetzt diese Rätsel schenkst du mir,“ sagte Dami, des Amrei erwiderte:„Ja, du darfst sie aufgeben. Aber fi wirt du dort die Schafe kommen? Jetzt weiß ich noch ein Ra die „Nein,“ rief Dami,„nein, ich kann nicht drei behe chef ich hab' genug an zweien.“ 5 „Nein, das mußt noch hören, sonst nehm' ich die and 1 wieder!“ Und Dami sagte ängstlich in sich hinein, um es f 01 nicht zu vergessen:„Kette. Selberfressen,“ während Am 15 5 fragte:„Auf welcher Seite haben die Schafe die 1 115 Wolle? Mäh! Mäh! auf der auswendigen!“ setzte sie sogleih d; mit scherzendem Gesange hinzu, und Dami sprang davon, 00 um seinen Kameraden die Rätsel aufzugeben. 1 an N N 2 1 2 8 8 18 Er hielt beide Hände fest zu Fäusten zusammengeßr, Jutt als hätte er darin die Rätsel und wolle sie nicht verlieren. Aer Als er aber bei den Kameraden ankam, wußte er doch nut 1 und das von der Kette, und des Rodelbauern Aeltester, den er ben: gar nicht gefragte hatte, und der viel zu groß dazu war, fag 1 die schnell die Auflösung und Dami kam wiederum weinend zu Latz seiner Schwester zurück. 1„„ dri Die Rätselkunst der kleinen Amrei blieb aber nicht la 1 verborgen im Dorfe, und selbst reiche, ernsthafte Bauern, us sonst mit niemand, am wenigsten mit einem Kinde biet 9 Worte machen, ließen sich herbei, da und dort der kleinen Amrei ein Rätsel aufzugeben. Daß sie selber viele dergleichen 13 wußte, das konnte sie von der schwarzen Marann haben, abel 0 aa daß sie neugesetzte so oft zu beantworten verstand, das erreg 0 allgemeine Verwunderung. Amrei hätte nicht mehr unn n gehalten über die Straße oder aufs Feld gehen können, wen fn sich nicht bald ein Mittel dagegen gefunden hätte. Sie stel f als Gesetz sest, daß sie niemanden ein Rätsel löse, dem sie n 5 den auch eines aufgeben dürfe. Sie aber wußte solche zu dreh fit daß man wie gebannt war. Noch nie war im Dorfe ei N le armen Kinde so viel Beachtung zugewandt worden als de m kleinen Amrei. Aber je mehr sie heranwuchs, um so wenig 0 Aufmerksamkeit wurde ihr geschenkt; denn die Menschen b e! trachten nur die Blüten und die Früchte mit teilnehmend b ben Auge, nicht aber jenen langen Uebergang, wo das eine ale andern wird. 73 N 10 5 (Jortsetzung folgt.). 0 2 0„Eilt und spart Geld“. Die Weihnachtssendungen ins Feld sollen dieses Jahr für alle Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. .. Wer hat die Schuld an der Lebensmittelt uerung? Die Frage, wer denn eigentlich für die gegen zu; Teuerung verantwortlich zu machen ist, läßt 0 r beantworten, weil eine Ware zu viel Hände durchläuft ehe sie vom Erzeuger zum Verbraucher gelangt. Besonders heftig ist der Streit entbrannt zwischen Landleuten und Hale die sich gegenseitig die Schuld an den hohen Preisen zu⸗ schreiben. So hat vor kurzem der Kartoffelgroßhändler⸗ verband eine Erklärung losgelassen, wonach es dem Groß⸗ handel nicht möglich sei, Kartoffeln in genügenden Wengen und in der gewohnten Güte weder im freien Verkehr noch auf Grund von Bezugsscheinen der Kommunalverbände zu den gesetzlichen Höchstpreisen vom Landwirte zu erhalten Infolgedessen sei in den Städten ein großer Kartoffelmangel eingetreten, der um so bedenklicher erscheine, als die Händler keine Ware auf Lager hätten und der Winter vor der Tür stehe. Sollten auch in der nächsten Zeit keine genügenden Zufuhren von Kartoffeln stattfinden, so würde den Groß⸗ handel hierfür keinerlei Schuld treffen. Demgegenüber be⸗ hauptet die landwirtschaftliche Presse, daß die Landlente do viel Kartoffeln lieferten, wie es eben nur möglich sei, daß aber die Händler sie zurückhielten, weil sie auf eine Erhöhung der Höchstpreise rechnen. Damit verträgt sich allerdings nicht die Tatsache, daß in zahlreichen Städten die Landleute nicht mehr mit Kartoffeln, Milch, Butter usw. am Markt erschienen sind, weil ihnen die Höchstpreise nicht hoch genug waren. Ergötzlich ist der Streit, der zwischen der hochagrarischen Deutschen Tageszeitung und der Kolonialwarenwoche, dem Händlerorgan, ausgebrochen ist. Die Agrarierzeitung hatte in einem Artikel die Händler als die Urheber der Lebens⸗ mittelteuerung hingestellt und ihre Befriedigung darüber ausgesprochen, daß durch die bekannte Bundesratsverord ung den unzuverlässigen Händlern das Handwerk gelegt wilden könne. Hierüber ist die Händlerzeitung in Harnisch geraten. Sie wendet sich in sehr entschiedener Weise gegen die„Ge⸗ hässigkeit und Schadenfreude“ des Agrarierorgans und spottet über die„notleidende Landwirtschaft“, die sich als den„einzig nationalgesinnten Stand“ aufspielt, der nur so „von Patriotismus“ trieft“ und in selblosester Weise„auf allen Gewinn verzichtet“. Dann fährt sie wörtlich fort: „Wir waren uns von vornherein bewußt, ohne es an die große Glocke zu hängen, daß der deutsche Nahrungsmittel kleinhandel nur dann die Rechtlichkeit seines Handelns der Oeffentlichkeit gegenüber beweisen könne, wenn jeder Ver⸗ dacht des Lebensmittelwuchers von ihm genommen würde. Es ist geradezu eine jämmerliche Behauptung, wenn das Organ des Bundes der Landwirte zu sagen wagt, daß bei uns sich ein richtiger Widerspruch nicht hervorgewagt habe, weil dieser sonst als Parteinahme für die Kriegs⸗ wucherer aufgefaßt und von der Bevölkerung übel vermerkt worden wäre. Wir möchten das Blatt an die letzten Reichs⸗ tagssitzungen erinnern, in denen von verschiedenen Abgeord⸗ neten in ziemlich deutlicher Weise klargelegt wurde, daß die Landwirtschaft lieber nicht soviel Lamento über die Preis⸗ steigerung der Lebensmittel schlagen möchte, denn an mehr als einem Beispiel könne man nachweisen, daß die Ver⸗ teuerung der Lebenshaltung während des Krieges nicht solchen Umfang angenommen hätte, wenn die Herren Landwirte weniger auf Kriegsgewinne ge⸗ sehen hätten. Wir sind uns alle darüber klar, daß die be⸗ stehende enorme Preissteigerung sich durch nichts rechtfertigen läßt, und daß daher die Frage erhoben werden muß, welche Stellen den großen Preisaufschlag erheben, wo also der Ge⸗ winn steckt, ob beim Produzenten, bei dem oder den Zwischen⸗ händlern oder beim letzten Gliede der Kette, beim Verkäufer des Produkts an den Konsumenten. Von namhaften Volks: wirten, nicht zum wenigsten auch von der Regierung, wird die Behauptung aufrechterhalten, daß seitens der Landwirt. schaft ein besonders großer Gewinn gemacht worden ist. Gewinn hin, Gewinn her. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Wir scheuen uns nicht, auch diese Gewinne als„Kriegswucher“, alias„Lebensmittelwucher zu bezeichnen. Die Herren Landwirte mögen sich nochmals die Denkschrift über wirtschaftliche Maßnahmen aus Anlaß des Krieges vom 8. März 1915 durchlesen, in der es heißt: „Die Preise hielten sich dauernd auf einer Höhe, 1 bei wohlwollendster Berücksichtigung der schwierigen Lage der 1 9 irts 12 8 eissteigerung und Knappheit der ee erheblich überschritten.“ a i i ten Futtermittel die Gestehungskos Seien n Wer im Glashaufe sitzt, soll nicht mit Stel N und es wäre im Juteresse der Gesamtheit besser, man hielte den Mund, schlage an seine eigene. und 1 5 die begangenen Fehler nicht nur einzusehen, son 115 5 1 gutzumachen. Die Statistik wird nachweisen, 55 9e riegsgewinne die Landwirtschaft eingeheimst hat. 11 Bei dem Streit dieser zwei feindlichen Brüder fällt uns das Heinewort ein: Doch es will uns schier bedünken usw. — Ueber die Zahlung der Löhnung von e eee Nach den bestehenden Jöhnungsvorfchist nnn e 9900 gehörigen von Kriegsgefangenen deren do 1 1 1 zum Teil zur Auszahlung gebracht iber Pee% gefangene ganz oder überwiegend der bedürftig sind. Die hörigen gewesen ist und wenn diese be 4 Bedürftigkeit Familienunterstützung schließt die e er Na nicht aus. Zu den Angehörigen im Sinne 810 ichen aber ollen gezählt werden, die Ehefrauen. 85 ee legitimierten Abkömmlinge, e e 17 7 Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und 1 5 190 0 55 die Bewilligung der Löhnungszahlung, i e e etwa zu zahlenden Betrages und den N e 12 dulscheidel endgültig das Komme e nnahme angehörte. der Kriegsgefangene vor seiner Gefange et wurde gilt ent⸗ Was oben über die Kriegsgefangenen gesag 2 prechend auch für Vermißte. 111 7 Am Freitag haben wir die Schweinefleisch- und Wurst⸗ preise der Stadt Frankfurt a. M. veröffentlicht, die für frisches Fleisch am 22. November, für zubereitetes(gepökeltes und geräuchertes) am 29. November in Kraft treten. Diese kurze Spanne Zeit sucht ein Frankfurter Metzger noch auszu⸗ nützen, um seine vorrätige Dauerware noch zu einem höheren Preis an den Mann zu bringen. In Nr. 391 der Berliner Volkszeitung vom 19. d. M., Morgenausgabe, Hauptblatt Seite 4(also am Tage nach der amtlichen Preisfestsetzung), erläßt er folgende Anzeige: „Eilt und spart Geld. Rest von 25 Ztr. Ia Dauerwurst reines Rind⸗ und Schweinefleisch Pfund Mk. 2,10 bei Abn. d. ganzen Postens Mk. 2,.— k. Must. Probepakete von 5 Kilo per Nachnahme. J. L. Halbreich, Frankfurt a. M.“ Herr Halbreich will anscheinend schneller Ganzreich wer⸗ den und sucht daher seine Bestände an Dauerwurst noch an den Mann zu bringen, ehe die dafür festgesetzten Höchstpreise Gültigkeit bekommen. Um die Käufer zu irritieren, gebraucht er den Mahnruf:„Eilt und spart Geld“. Daß die möglichen eiligen Käufer dabei kein Geld sparen, sondern verlieren, ficht ihn weiter nicht an. 1 88 Brauerei-Gewinne. Während der Kriegszeit haben die Brauereien schon manchmal mit dem Bier aufgeschlagen und der deutsche Trunk ist jetzt so teuer geworden, daß sich ein gering bemittelter Mann keinen mehr leisten kann. Begrün⸗ det wurde der Bieraufschlag stets mit Verteuerung der Roh⸗ materjalien, der Arbeitskräfte usw. Aus den Abschlüssen vieler Brauereien ergibt sich aber, daß deren Gewinne erheb⸗ lich gestiegen sind und höhere Ueberschüsse als vor dem Kriege liefern. Demnach wurden also die Biertrinker gehörig ge⸗ s ch r o p fk. Von der Berliner Schultheiß⸗Brauerei wird 3. B. berichtet, daß sie für das letzte Jahr wieder eine Divi⸗ dende von 16 Prozent zahlen werde, nachdem sie für 1913/14 eine Dividendenermäßigung um 4 auf 12 Prozent vorgenom⸗ men hatte.— Die Brauerei Jos. Sedlmayr zum Franzis⸗ kaner(Leistbräu), München, A.⸗G., hat im Geschäftsjahr 1914/15 einen Rohgewinn von Mark 705 048 gegen Mark 673 810 im Vorjahre erzielt. Wie im Vorjahr werden 6 Prozent Dividende ausgeschüttet.— Die A.⸗G. Paulaner⸗ bräu(Salvatorbrauerei) hat Mk. 1 151318 Reingewinn er⸗ zielt, gegen Mark 1505 979 im Vorjahre. Hier gelangen ebenfalls wie im Vorjahre 12 Prozent Dividende zur Ver⸗ teilung.— Die Felsenkeller⸗Brauerei in Dresden verzeichnet nach Mk. 436 549 Abschreibungen einen Reingewinn von Mk. 1 259 927. Der Reingewinn ist um rund Mk. 247 000, also nahe an die Viertelmillion, höher als das Jahr vorher!! Der Aufsichtsrat erhält von dem fetten Gewinn Mk. 35 351 für seine aufreibende Tätigkeit, dem Unterstütz⸗ ungsfonds konnten Mk. 125 000(gegen 73 000) zugewiesen werden. Außerdem wird eine besondere Kriegsrücklage von Mk. 200 000 gemacht; bei alledem bleibt noch ein Betrag von von Mk. 243 156 zum Vortrag auf neue Rechnung übrig.— Die Brauerei hat also ein glänzendes Geschäft gemacht. Schließlich reden die Brauerei-Kapitalisten auch noch „Kriegsopfern“! — Regelung des Verkehrs mit Butter in Hessen. Eine neue Verordnung des hessischen Winisteriums, die am 1. Dezember in Kraft tritt, überträgt die Versorgung der Bevölkerung mit Butter, ob im Großherzogtum selbst hergestellt oder von außerhalb bezogen, auf die Kommunalverbände. Zur Durchführung dieser Regelung wird eine„Landesverteilungsstelle für Butter“ in Darmstadt gebildet, die gebildet ist aus je einem Vertreter der Zentralstelle für die Landesstatistik, der Land⸗ wirtschaftskammer, der Handelskammern, der hess. landw. Ge⸗ nossenschaften, der Kommunalverbände und der Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern. Die Durchführung der Verteilung und die gesamte Erledigung des damit verbundenen Geschäftsverkehrs fällt der Milchwirtschaftlichen Versuchsstation des Ver⸗ bandes der landw. Genossenschaften zu. Die Molkereien und land⸗ wirtschaftlichen Betriebe sind auf Verlangen der Landesver⸗ teilungsstelle verpflichtet, innerhalb einer gestellten Frist Auskunft über alle Punkte, deren Kenntnis zur zweckmäßigen Durchführung dieser Bekanntmachung ersorderlich ist, insbesondere über die Menge der hergestellten Butter, Absatz, Vorräte usw. zu geben. Ebenso haben die Groß⸗, Klein⸗ und Zwischenhändler die erforderliche Auskunft zu erteilen. Die Landesverteilungsstelle ist berechtigt, durch Beauftragte die Geschäftsräume der Betriebe zu besichtigen und Belege vorlegen zu lassen. Die Betriebe und Händler sind verpflichtet, auf Anordnung der Verteilungsstelle be⸗ stimmte Mengen Butter aus ihren Vorräten an einen Kommunal⸗ verband oder bestimmten Händler gegen Barzahlung zu liefern. Der Landesverteilungsstelle wird die Verteilung der von aus⸗ wärts eingeführten Butter übertragen. Der Versand nach aus⸗ wärts darf nur mit Genehmigung der Landesverteilungsstelle er⸗ folgen. — Warum das Mehl so teuer ist.... Die Mühlen verteilen hohe Dividenden. Der Harburger Mühlenbetrieb hat jetzt seinen Rechenschaftsbericht herausgegeben. Der Netto gewinn stellt sich für 1914/15 auf 902 657 Mark(im Vorjahre auf 781 201 Mark). Nur 97 343 Mark fehlen an einer Million— und das ganze Aktienkapital wäre in einem Jahre als Reingewinn herausgewirt⸗ schaftet worden. Für eine zweite Reserve konnten 150 000 Mark gutgeschrieben werden. Als Tantieme sollen 209 779 Mark, als Dividende von 25 Prozent 250000 Mark verwandt wer⸗ den. Im Vorfahr gab es„nur“ 20 Prozent, so daß die Aktionäre in zwei Jahren die Hälfte ihres Kapitals als Dividende zurückerhalten haben. Als Gewinnvortrag legte man im Geschästsjahre 1913/4 336 278 Mark zurück, in diesem Jahre 629 156 Mark, ein Mehr von 292 878 Mark.— Zu diesen e wird jeder Leser sich seinen Vers wohl selbst zu machen wissen. — Erhaltung metallner Kunstgegenstände. Wir machen auf eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Blatte aufmerksam, wonach Gegenstände von besonderem Kunstwert, die bei der Metallsammlung mit abgeliefert worden sind, dem früheren Besitzer gegen Rückzahlung des Einkaufspreises zurückgegeben, oder dem hiesigen Museum überwiesen werden. Englische Stahlsedern verboten. Das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, hat in einem Rund⸗ schreiben an die höheren Schulen und die Kreisschulkommisstonen angeordnet, daß in allen Schulen des Großherzogtums Hessen der Gebrauch englischer Stahlfedern für alle Zukunft verboten ist. Das Lehrpersonal ist aufgefordert worden, darauf hinzuwirken, daß durch Vermittlung der Schuljugend das deutsche Volk dazu gebracht Truppen im Reiche wesentlich fördern. ist erwünscht, damit der Empfänger sieht, von wem er be im Bezirk bes 18. Armeekorps beheimateten Truppen einheitlich geregelt werden. Zu diesem Zwerke sind Kistenpackungen ffir je 100 Mann vorgesehen, die alle zurzeit von den Truppen im Felde ge⸗ wülnschten Gegenstände enthalten. Um die Weihnachtssendung uach diesen Grundsätzen erfolgreich ausgestalten zu können, ist es erfor⸗ derlich, daß alle Sonderfammlungen durch Vereine, Zeitungen, Er⸗ satztruppenteile, Schulen usw. der mit den Arbeiten beauftragten Kriegsfürsorge in Frankfurt a. M., Theaterplatz 14— für da⸗ Großherzogtum Hessen durch Vermittlung des Hessischen Landesver⸗ eins vom Roten Kreuz Darmstadt— zufließen. Geldspenden werden im Sinne der Spender innerhalb der gesamten Weihnachts⸗ gabensendung verwandt. 1 Kleine Einzelpakete, die den Wert von 5 Mark nicht über⸗ steigen, werden zur Beschenkung von Kranken und Verwundeten in Lazaretten auf den Kriegsschauplätzen und zur Verwendung für weniger reich bedachte Truppenteile von den obenbezeichneten St gern entgegengenommen, da sie die Gesamtversorgung aller Die Kenntlichmachung des Absenders durch Einlegen von Namen und Adressen für 5 5 1 dacht ist. Pakete mit Adressen für bestimmte Empfänger sind selbstverständlich wie bisher durch das zustämdige Militär⸗ paketdepot zu befördern. Butterpreis nach der Steuerhöhe. In Bad Homburg por der Höhe hat die Stadtverwaltung einen Verkauf von guter Meierei⸗ butter aus Skandinavien eingerichtet, bei dem der Verkaufspreis sich nach der Höhe der Steuerbeträge des Käufers richtet. Es sind drei Preisstufen vorgesehen. Bei einer Staatseinkommensteuer von 31 Mk. abwärts kostet das Pfund Butter 1,90 Mk.; bei einem Steuersatz von 31—70 Mk. 2,20 Mk.; bei höherem Steuersatz steigt der Verkaufspreis auf 2,40 Mk. In ähnlicher Weise ist der Ver⸗ kauf von Fett durch die Stadt geregelt worden. Verbot künstlich beschwerten Leders. Eine neu erschienene Be⸗ kannmachung verbietet die Herstellung künstlich beschwerten Leders, sowie jede künstliche Beschwerung von Leder durch irgend welche be⸗ schwerenden Mittel, wie sie bei der Herstellung von Leder häufig verwandt werden. Die Bekanntmachung tritt am 1. Dezember 1915 in Kraft. Zur Fertigstellung von solchem Leder, mit dessen Be⸗ schwerung am Tage des Inkrafttretens der Bekanntmachung bereits begonnen ist, ist eine Frist bis zum 31. Dezember 1915 gewährt worden. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. — In Ruppertenrod verstarb der unverheiratete 74 jährige Landwirt Konr. Weil, der lange Jahre ein wahres Einfiedlerleben in seinem Hause geführt und mit keinem Menschen Verkehr ge⸗ pflogen hatte. Schließlich ließ er seine Aecker brach liegen und seine Wirtschaft verkommen. Man fand ihn dieser Tage tot in seiner Stube liegen. Er hinterläßt immerhin noch ein ansehnliches Ver⸗ mögen. Von Nah und Fern. Die Leiche im Heu. In Saarb rücken wurde am Mitt⸗ woch beim Ausladen eines Waggons Heu die Leiche des Arbeiters Schreiner aus Oher⸗Roden bei Offenbach aufgefunden. Die Ladung kam aus Nieder⸗Roden. Wahrscheimlich hat Schreiner bei der Be⸗ ladung des Wagens mitgeholfen, hat sich in einer Pause ins He gelegt, um zu schlasen und ist bei Fortsetzung des Beladegeschäfts von weiterem Heu zugedeckt worden und erstsckt. Der Heusenstammer Sparkassenkrach. Der Zusammenbruch der Heusenstammer Spar⸗ und Dar⸗ lehenskasse l, der anfangs des vorigen Jahres erfolgte und für viele Kreise ernste Folgen nach sich gezogen hat, macht neuer⸗ dings wieder von sich reden. Der Zusammenbruch dieser Kasse, die eine Unterbilanz von rund 100 000 Mk. zeitigte, charakteristert im hellsten Lichte die typische Bauerwirtschaft und völlige Unfähigkeit der geschäftlichen Leitung der Kasse, auf Grund derer nur die ge⸗ machten Schiebungen und übrigen Geldgeschäfte möglich waren. Wie noch erinnerlich sein dürfte, ist die Hauptschuld des Zusammen⸗ bruches auf die Mißwirtschaft des verstorbenen Bürgermeisters und einstigen Direktors der Kasse Franz Winter zurückzuführen, der im Jahre 1898 der Kasse 27800 Mk. schuldete, in Konkurs ge⸗ riet und trotzdem noch Operationen zu ungunsten der Kasse, wie Ankäufe von Grundstücken und dergl. mehr, ausführte, die den Ruin der Kasse herbeiführen mußten. Mit ihm Hand in Hand ging der ebenfalls in Konkurs geratene andere Direktor, Nadelfabrikant Karl Wimmer der ebenfalls der Kasse erhebliche Beträge schul⸗ dete. So häufte sich die Schuldenlast der Kasse, bei der auch unter der bestehenden Vetternwirtschaft viele Gefälligkeitsgeschäfte ge⸗ macht wurden, immer mehr, die noch durch den Ankauf von Aktien der verkrochten Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank erhöht wurde, bis dann im Februar vorigen Jahres die Krise eintrat. Der letzte Direktor der Kasse, Landwirt Georg Winter hatte bald dauach freiwillig sein Amt als Vorsitzender niedergelegt und wurde durch Zahlung des Betrages von 15 500 Mk. von allen Verpflicht⸗ ungen der Kasse gegenüber entbunden; die er durch seine Unkennt⸗ nis und völlige Unerfahrenheit in der Führung derartiger Kassen⸗ geschäfte eingebüßt hat. Er gab ohne sede weitere Prüfung seine Unterschrift her, nachdem man ihm versichert hatte, daß alles in bester Ordnung sei. Ein weiteres Nachspiel hat nunmehr dieser Kassenkrach insofern gezeitigt, als gegen diesen Winter und den früheren Rechner der Kasse, Friedrich Holzamer, als Haupt⸗ angeklagten ein Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Ge⸗ nossenschaftsgesetz anhängig gemacht worden ist, das nächsten Mon⸗ N der Strafkammer in Darmstadt zur Verhandlung gelangen wird. Tugeckeichedtsroserutnurttre Bergemünde in unserer Hand. 17400 Serben gefangen, 25 Geschütze und viel Kriegsgerät erbeutet. W. B. Großes Hauptquartier, 25. Nov., vorm.(Amklich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Es hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldma gs v. Hindenburg. Bergéemünde ist fast in unserer Hand. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf neun Offiziere, siebenhundertundfünfzig Mann, die Beute auf drei Ma⸗ schinengewehre erhöht. Bei den Heeresgruppen des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern und des Generals on engen ist die Lage unverändert. Balkan. Bei Mitrovica wurden von den Truppen der Armee Koeveß gestern zehntausend Serben gefangen genommen, neunzehn Geschütze erbeutet. In den Kämpfen um Pristing und der Sitnica fielen siebentausendvierhundert Gefangene und sechs Geschütze in unsere Hand. Die Beute an Kriegsgerät und Vorräten ist erheblich. Oberste Heeresleitung. werden soll, nur Stahlfedern deutschen Fabrikats zu benutzen. rückgeworfen. London, 24. Nov. Der österreichisch· ungarische Tagesbericht Die Italiener wieder zurückgeworfen. Wien, 25. Nov.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 85. November 1915: 5 Russischer Kriegsschauplaß. Keine besonderen Ereignisse. Jtalienischer Kriegsschauplatz. 5 Die erbitterten Kämpfe im Raume zwischen der Wippach⸗ Mündung und San Martino dauerten Tag und Nacht fort. Nörd⸗ 15 des Monte San Michele griff der Feind unaufhörlich mit larken Kräften an. Mehrmals gelang es ihm, in unsere Gräben einzudringen. Immer jedoch, zuletzt in vie st ün dige m Nachtkampf, warfen ihn die braven Alpenländischen In⸗ fanterie⸗Regimenter Nr. 7 und 27 wieder hinaus. Ein An⸗ griff der Italiener auf den Monte San Michele schei⸗ kerte gleich allen früheren. Auch bei San Martino wogte der Kampf den ganzen Tag hin und her, bis es schließlich spät abends den bewährten Honved⸗Truppen gelang, auch hier unsere Stellung vollständig zurückzu gewinnen und zu behaupten. Der Brückenkopf von Görz, der Südteil der Stadt, dann die Ortschaften Savogna und Rupa standen unter heftigem Artilleriefeuer. Mehrere feindliche Batillone griffen bei Oslavija an. Sie wurden zur ü ck⸗ geschlagen, zwei Kompagnien vernichtet. Zwei unserer Flieger warfen Bomben auf Tolmezzo ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Montenegriner wurden auch östlich von Foca zu⸗ Südwestlich von Sjenica überschritten wir die montenegrinische Grenze. Bei der gestern mit⸗ geteilten Einnahme von Mitrovica haben die k. u. k. Truppen 10 000 Serben gefangen genommen und sechs Mörser, 12 Feldgeschütze, zahlreiche Fuhrwerke, Munition aller Art, sieben Lokomotiven, 130 Waggons und viel anderes Kriegsgerät erbeutet. Eine österreichisch⸗ ungarische Kolonne gewann über Mitrovica hinaus⸗ rückend die Gegend von Vucitrn. Südlich davon sind deutsche und bulgarische Kräfte im Begriff, die Sitnica zu überschreiten. In den Kämpfen um Pristina sind 6800 Gefangene eingebracht und sechs serhische Geschütze erbeutet worden. Der Siellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmerschalleutnant. 2 Ter bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 25. Nov.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 23. November. Seit zehn Tagen waren erbitterte Kämpfe um Pristina im Gange. Nachdem unsere Armee heute endgültig die Serben im Norden, Osten und Süden um⸗ zingelte, unternahm der Gegner die äußersten Anstrengungen, um sich in Pristina zu halten. Er konnte jedoch unserem Drucke nicht widerstehen und wurde aus seinen letzten Stellungen geworfen, worauf er gezwungen war, den Rückzug nach Westen anzutreten. Um 2½ Uhr machmittags rückte zuerst ein Reiterregiment indie Sadtein, dem unsere Truppen von der Nordfront und Abteilungen einer benachbarten deutschen Kolonne folgten. Die Zahl der Gefangenen ist noch nicht ermittelt. Hunderttausend Serben gefangen! 5 Die B. Z. a. M. meldet aus dem Kriegspressequartier: Die Gesamtzahl der von den Verbündeten gefawgenen Serben ist auf 100000 Mann gestiegen. Bei dem beschleu⸗ migten Rückzuge der Serben aus Prischtina wurden 2000 öster⸗ reichisch⸗ungarische Kriegsgefangene zurück⸗ gelassen, die von den Verbündeten sofort in Obhut genommen worden sind. Flucht der serbischen Regierung. (W. T. B. Nichtamtlich.) Die Times berichtet aus Paris: Einem amtlichen Telegramm aus Prisren zufolge begibt sich die serbische Regierung nach Skutari. ö Die Lage der Serben. Der Frankf. Ztg. wird vom serbischen Kriegsschauplatz geschrieben: Die Serben sind nun zur Fortsetzung ihres Rückzuges über steiler ansteigende weglose Gebirge gegen Westen ge— zwungen. Nachdem sie auch die letzten Gebiete, die ihnen im Tale der Sitnitza zur Verfügung standen, verloren haben, droht immer mehr der Hunger; denn die Schwierigkeiten find ganz enorm. Auf einen Nachschub von Munition und Lebensmitteln ist nicht mehr zu rechnen. Selbst wenn es den Serben gelänge, sich an der Metoja und dem Becken von Ipek und Djakowa sowie im Raume von Prizren festzusetzen, kann ihr Aufenthalt dort nicht von langer Dauer sein, die Verfolger dürften ihnen kaum viel Zeit der Ruhe lassen. Die Einnahme von Mitrowitza und Pristina ist der Stoß ins Herz der serbischen Armee. 0 In Albanien müssen die Serben mit feindseliger Stimmung der Bevölkerung rechnen. Zu holen ist dort kaum etwas. Die Bewohner sind arm und die letzten Ernten waren schlecht. Einem Feind, der geschlagen und zermürbt in ihr Land kommt, werden die Albaner niemals Hilfe leisten. Montenegro ist selbst arg bedrängt und seufzt unter den drückenden Lasten. Die serbische Armee geht einem traurigen Geschick entgegen. * Griechenland und die Entente. Die Note der Entente. Lugano, 25. Nov. Nach einer Meldung des Corriere della Sera aus Athen, ist die Note der Entente an Griechenland freundlich gehalten. Sie versichert, daß die Entente Griechenland nicht zum Kriege zwingen will, und fordert, daß das Ententekorps und das Serbenheer beim Be— treten griechischen Bodens nicht entwaffnet oder belästigt, sondern frei in ihren Bewegungen gelassen werden und sich aller Verkehrswege und sonstiger Einrichtungen bedienen dürfen. Ferner fordert die Note die Erlaubnis, andere Punkte Griechenlands zu besetzen gegen Ersatz für angerich— teten Schaden und freie Ueberlassung aller Einrichtungen bei Aufhören der vorläufigen Besetzung. Die Note fordert eine schriftliche Antwort mit formeller Verpflichtung ohne Ter- minangabe. Die Antwort Griechenlands. Paris 25. Nov. Havas meldet: Nach der Ueberreichung der Note des Vierverbandes an die griechische Regierung hiel— ten die griechischen Minister unter dem Vorsitz von Skuludis eine lange Besprechung ab. Der Entwurf der — Antwort wurde fesigelegt und gestern nachmittag überreicht. Diese Antwort ist in sehr freundschaftlicher Form gehalten erteilt alle gesorderte Genugtuung und gibt alle für notwen⸗ dig besundenen Garantien. Das Reutersche Bureau meldet aus Athen: Die Regie⸗ rung hat, wie verlautet, in ihrer Antwort die Forderungen angenommen, daß die Truppen der Alliierten nicht entwaffnet werden sollen, sondern daß sie auf griechischem Gebiete Aktionsfre iheit haben sollen. Was deren Sicherheit und ferner die Erleichterung bezüglich der Eisenbahnen und Telegraphen betrifft, behält sich die griechische Regierung eine genaue Erwägung aller Einzel⸗ heiten vor. Die Erklärung der Entente, daß die von den Alliierten besetzten Teile des Königreichs sp äter zurück⸗ gegeben werden und für den angerichteten Schaden ange⸗ messene Vergütungssummen gezahlt würden, hat die Regierung von den freundschaftlichen Absichten der Entente überzeugt. Die Times meldet noch, daß die Verbündeten von Griechenland nicht verlangt haben, daß es seine Neutralität aufgebe. Kämpfe vor Bagdad. Bedeutende englische Verluste. London, 25. Nov. Das Staatssekretariat für Indien teilt mit: Nach einem von Zeur, das am 19. November besetzt worden war, unternommenen nächtlichen Marsch griff die Division Townshends die türkische Stellung von Ktesiphon, 18 Meilen von Bagdad entfernt, an. Am 22. November wurde diese Stellung nach einem Gefecht von einem ganzen Tag mit 800 Gefangenen und großen Mengen von Waffen und Aus⸗ rüstungsmaterial genommen. Unsere eigenen Verluste be⸗ trugen 2000 Tote und Verwundete. Die Streitkräfte des Generals Towushends und sein Hauptquartier biwakierten an dieser Nacht in der eroberten Stellung. In der Nacht vom 23. zum 24. November wurden heftige Gegenan⸗ griffe der Türken erfolgreich zurückgeschlagen. Am 24. November zwang uns aber Wassermangel(), unsere Kräfte an den Fluß zurückzunehmen, der 34 Meile von der eroberten Stellung entfernt ist. Versammlung von Gießen und Amgegend im Saale des Gewerkschaftshauses, Schanzenstr. 18 Teuerung und Lohuzulage. Referent: Franz Schnell⸗Frankfurt g. M. Zahlreichen Besuch erwarten Die Einberufer. Praktis eher Wesweiser —— cemufehlenswerter Geschäft o Besonderer Beachtung empfohlen Erscheint wöchentlich einmal Brauereien u. Bierhdlg. J. H. ring. Licng Telephon 1 Blerbrauerel mit eigener Mälzerel Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Georg Uuht G. m. b. H. 7 Brennmaterlalien 2 Joh. Fischer Alicestraße 28/0 Telephon 72 Kohlen, Koks und Briketts. Kolonlalwaren 1 5 Möser,. Weizen- u. Roggenmehle Sämtliche Futferartikel engros Rüböl, Leinöl en detail Welne, Liköre hristian Inderthal Likörfabr. u. Weinhandlung Gleßen Neuen-Bäue 27, Diezstr. 14. Alsfeld 15 T aral S. haer 2222. Gr.-Linden Gemischtes 3 Wetzlar: Gerlach& Euler vormals J. Luy Stzlar fell Fate I. Miesen Melzlal. Kalb-u.Schxnemetzg. 3 für alle in der Zigarren u. Tabakindustrie 5 f beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Sonntag, den 28. November, nachmittags 3 Uhr, ö Ein Fallissement. ö Vereinskalender. ee Samstag, 27. November: Wetzlar. Gewerkschaftskartell. Abends 229 wichtige Sitzung bei Schreier für Delegierte und Vorstamdsmi glieder der Gewerkschaften. Um die Abrechnung fertig zu 2 wolle man die Beiträge entrichten. 3 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen Verlag von Krumm& Cie., Gießen.„ Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt. G. m. b. H. Offenbach a. Bekanntmachung. Bei der freiwilligen Metallablieferung sind eine Anzahl Gegenstände(Leuchter, Mörser usw.) wegen besonderen von einer besonderen Sachverständigen⸗ gegen Ersatz des Metalls überwiesen werden. 13 Es steht jedoch den Ablieferern frei, diese Gegenstände Tagen bei der angegebenen Stelle geltend zu machen. Spätere Anmeldung finden keine Berücksichtigung. 9 Die betreffenden Gegenstände sind g 5 Montag den 29. und Dienstag den 30. November 1915 vormittags von 9—12 Uhr auf dem Stadthaus Zimmer Nr. 12 ausgestellt. f a Gießen, den 25. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes; hier: Ausschlag der Beiträge auf die Viehbesitzer. N 85 Für die Aufnahme der Viehbestände und die Einziehung der Beiträge ist für die Stadt Gießen der Musiker und Musikinstru⸗ mentenmacher Ferdinand Bauer durch Großh. Kreisamt Gießen als Erheber bestellt worden. N Gießen, den 20. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. dae An. össchen tf Et. slsen C. pid. B zuultose Verstorbene. Frau Loni Steudt, geb. aun mn Gießen, 41 Jahre alt.— Ludwig Schmidt 4., Metzgermstt. 1 in Heuchelheim, 39 Jahre alt.— Heinrich Reuschling 2. in Steinbach, 80 Jahre alt.— Georg 59 ausch Gemeinde⸗ vorsteher a. D. in Wißmar, 81 Jahre alt. J Mein i 7 0 2 Pflanzen- Fleisch 5 ist ein brauchbarer und gediegener SS krsatz für Fleisch Machen Sie damit einen Versuch und Sie werden durch- aus zufrieden sein und dieses Fabrikat auch gern Ihren Freunden empfehlen. Die Masse eignet sich auch als Ersatz zu Fleisch. ½ Pfund 50 Pfennig reichend für 4—6 Personen. Reformhaus, Kreuzplatz 5. Gesu fücscger dsoset der etwas mit Autogenschweißerei vertraut ist. H. Schaffftaedt 6. u. 1.8. Gießen. dadbbenter bissel., 5 o Lichen Sountaa, den 28. Nov. 1915, Giessen nachmittags 3% Uhr: Bahnhofstrasse 34 Wie einst im Mai Telephon 2077 Posse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer. Musik von Grösstes, elegantes tes und modernstes Schauspiel in 5 Aufzügen von Biornstjerne Björnson. Nit, mea Aaekepk 15 Jehenuß arktpl. 19, Ochsen-, IIbr. edler Le 5 bean Faber Warengeschäft . K r 15 LR 8 272 ² AAA kommt soeben zur Ausgabe. Alle 14 Cage erscheint eine Nummer. preis Der Wahre Jacob Bestellungen durch die Kolporteure, sowie durch die Buchhandlung der Oberhesstschen Volliszeitung. 1 Ende 10 ½ Uhr. Kl. Preise Walter Kollo u. Willh Bredschneider Ende nach 6 Uhr. Kl. Preise. Lichtspiel-Theater am Platze. Abends 7½ Ubr: 0 Jeden Mitiwoch u. Sams'ag Programmwechsel. — s wird kalt! 1 Sendet unseren Soldaten ins Feld! 1 Rum Magenbitter ete. Zu haben in Feldpost⸗ 5 6 briefen bei: penn. e Lcbensnftebans dieben Marithtraße 14. 10 Ia bocnge in Naseben)