f Organ für die Juteressen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. ** Redaktion und Exvedition Giesen, Vahnhofstrasse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.. * Gießen, Donnerstag, den 18. November 1915 10. Jahrgang —— Nr. 271 Von Karl Kautsky. (Schluß.) Und nun die Schaffung internationaler Preßausschüsse und Nachrichtenbureaus. Eine löbliche technische gabe für unsere Jresseleute. Im Anschluß an das internatnionale Bureau wurde kuch schon etwas derart! geplant. Wenn der Plam noch nicht Lerwirklicht wurde, so lag es nicht daran, daß der jetzige Charakter ger Internationale es verbietet, sondern daran, daß dazu eine Höhe sozialistischen Tagespresse gehört, die in den meisten Ländern 1 cht ist. Dunkel bleibt, was Cunow unter gegenseitiger Förderung des Zildungswesens versteht. Etwa Professorenaustausch? Hat er aber greifbare Vo ge im Auge, so kann man auch da nur sagen: 6 7 damit! lich die Errichtung von„soz n Vermittlungs- und Arbe Aus ch un zum Zweck des Zusammenwirkens der verschie⸗ denen sogialis parteien bei wichtigen Gelegenheiten.“ Ja, was ist das anders Jureau? Oder denkt sich Cunow die Ausschüsse anders organisiert? as schon bestehende internationale Hat nicht über allgemeine Redensarten kann man diskutieren. Eein internationales Sekretariat als Zentvalleitung läßt chließlich Cunow auch gelten: und so entpuppt sich uns die„gang endere“ neue Internationale als das getreue Abbild der bis berigen! 7 Doch ich ine Cunow unrecht. In einem wesentlichen Moment unterscheidet sich ie dritte Internationale von der bisherigen: Es fehltihr der internationale Kongreß. Dieson dat er offenbar im Auge, wenn er sagt, die zweite Internationale ei eine„bloße Demonstrations⸗ und Schauinstitution geworden“. 1 In der dritten Internationale soll nicht mehr rewolutionär emollstriert, sondern nur praktisch„positiv“ gearbeitet werden. Aber warum soll das nur für die Internationale gelten? Warum nicht auch die praktisch„unfruchtbaren“ rteitage in den einzelnen Staaten abschaffen? Warum nicht den Parteiorganssmus deduzieren auf Fraktion, Parteiausschuß, Bildungs usschuß, Presse ureau und Parteivorstand? Die genügen doch neben den Gewerk⸗ schaft“! g die Parteitage für chasten als„Aktions- und Arbeitsgem Soll man erst nachweisen, welche Bedeutun 1 ie Partei haben? Ze stärker die proletarische Bewegung werd, esto mehr spezialisteren sich ihre Teile, desto leichter versallen sie 5 inismus bezeichnet, desto größer elnen sich verengt, daß von Klassenkampfes jebes die Gefahr, daß der Ge 3 en verschiedenen Organen des proletari Zinheit d amen großen Zielen. a gie und Demonstratio! 5 e raktischen Bedeutung, denn es allein ermöglicht die Eine, und Zielbewußtheit der praktischen Alltagsarbeit der e die boch stets das bestimmte Moment unserer Bewegung sind 1 11 5 Gilt das schon für die einzelnen Länder, so ne e* die Internationale. Innerhalb eines Landes bieten Presse un pere aönlicher Verkehr doch immer noch Mittel, die ien een zen einzelnen Teilen der Arbeiterbewegung. Für den Zusammenhang der verschiedenen Arbeitsgebiete der on 15 nationale haben diese Mittel nur geringe Bedeutung, Da en ee keptiker als bloße J es ist von der te dürsen, daß sich recht erhebliche Ereignisse abgespielt haben. lauds zu ihren Gunsten ausz Reise, die ihn bi enden wird. * fremden Eroberer gehorchte, der nur eines vergleichsweise winzigen Herres bedurfte, um seine Herrschaft zu sichern. Wäre es noch eine e segensreiche u me Regier. N ie si Ji 1 275 8 85 5 18 2 5 5 segensreiche und humane Regierung— aber wenn sie sich auch sicher keinesfalls der Weg sind, Schwedens ehrliches Streben nach (Eduard Douw mar 9 die Hilflosigkeit es auszeichnete, für lange hinaus tatsächlich nichts da man vermute, daß deutsche Spione im Einverständnis mit den anderes als ein Chaos. Wer die Wiederbelebung der zweiten verhindert die Wiederbelebung der Internationale überhaupt. * * * Indien. „Die Nachrichten von Unruhen und inneren Kämpfen in Inden häufen sich. Daß in der Tat etwas vorgeht, ist durch die amtlichen englischen Depeschen von Kämpfen im nordwestlichen Grenzgebiet gegen den Stamm der Mohmands erwiesen. Wurde hier sogar schon mal ein Rückzug amtlich zugegeben, so wird man gewiß annehmen Dazu kommt nun, daß die Afghauen um deren Hochgebirgsland seit Jahr⸗ zehnten der Intrigen- und Bestechungskampf zwischen Petersburg und London ging, nicht abgeneigt sein dürften, eine Schwächung Eng⸗ nutzen. Der Aufruf des Padischah zum heiligen Krieg wird langsam, aber sicher seinen Weg auch zu den Millionen und Abermillionen der indischen Moslemin gemacht haben. Und so ist es l — erst nach Mudros geführt hat, in Bombay Vielleicht soll der Bezwi der Besieger der Buren hier abermals das Imperium Sudan und r eine wirksamere Organisationssorm im Auge? Dann muß man retten— r, wo das Höchste auf dem Spiele steht. zochmals sagen: Hevar mit! Nur über greifbare Vorschläge, Es ist ja in der Tat fast nicht zu begreifen, wie diese ungeheure enschenmenge von 400 Millionen sich bisher um ihre staatliche und zirtschaftliche Selbständigkeit hat bringen lassen, wie sie einem gar nicht unglaublich, daß Lord Kitcheners 1 1 1 0 1 1 9 1 zerbricht, was eigentlich der Anlaß 31 Staaten außerordentlich bloßstellt. Kabylen an der Küste von Ceuta und in der Nähe von Velez Internationale stört, der deutsche U-Boote mit Lebensmitteln und Petroleum versorgen. Englische Drohungen gegen Schweden. Aus Stockholm wird der Frankf. Ztg. vom 16. Nov. ge⸗ schrieben: Drohende Aeußerungen der Times, die gestern den Abendstunden bekannt wurden, exregten das größte Auf sehen, umsomehr, als man sich in schwedischen Kreisen den Kopf der anmaßenden Sprache sein könne, die England als den angeblichen Beschützer der kleinen Wahrscheinlich ist es nicht Zu⸗ fall, daß sich die Times den Tag der Ankunft des deutschen Prinzen Max dafür ausgedacht hat, diesen Meinungskampf vom Zaune zu brechen, der diesmal aber den wenigen Englandfreunden, die Schweden noch vorhanden sein mögen, schwere Verlegenheiten be⸗ reitet. Man weiß, daß sich die in dem Times⸗Artikel zutage treten⸗ den Anschauungen gründen auf einen kürzlich erschienenen Aufsatz in der Fortnightly Review und auf den Stimmungsbericht des amerikanischen Korrespondenten Wasburn, der von einer ansehn⸗ Times, um Warnungsrufe über Kriegsabsichten auszustoßen. Während der langen, ereignisreichen Kriegsdauer ist eine der⸗ artige Herausforderung eines neutralen Landes, das allerdings den englischen Forderungen gegenüber Rückgrat be⸗ wiesen hat, noch nicht vorgekommen. Die Zeitungsqußerungen lassen erkennen, daß die schwedischen Politiker aller Richtungen darin inig sind, daß derartige Einschüchterungsversuche Englands angebliche schwedische stark gewandelt haben wird, sie ist doch belastet mit den unendlichen Aufrechterhaltung der Neutralität bis zum Ende des Schandtaten ihrer Vorgängerin, der Ostindischen Handelskompa in der einst alle Brutalitäten des frühen Kolonial⸗Kapitalismus ihren Höhepunkt erreichten. Das war nichts spezifisch Englisches allerdings— wir wissen, wie die Spanier des Cortez und der an⸗ deren Conquistadoren in Amerika gehaust haben, und„Multatuli“ es Dekker) hat uns Schauderhaftes genug aus dem holländischen Kolonsalreich berichtet. Und wie lange ist es her, daß die Kongogreuel und die Schrecken des Putumayo in Südamerika alle Welt auspeitschten. Aber litten unter diesen Zuständen zumeist wilde Völkerschaften, Neger und Indianer, so handelt es sich bei den Indern doch um ein uraltes Volk von ungewöhnlich wertvoller Kultur. Freilich, es kann fast kaum von einem Lindischen Volke“ ge⸗ sprochen werden. Diese Hunderte Millionen Menschen sind höchstens eine Rassengemei waltige Verschiedenheit der Sprachen und der Sitten, selbst durch starke äußerliche Unterscheidungen und— wenn ein Vergleich erlaubt ist— zw ünfstromlandes, Schweizer. Dazu kommen noch die stark mongolisch gemischten Berg⸗ r des Nordostens, die malaiisch beeinflußten Bewohner der en Reiche usw.— Vor allem aber bestand der Gegensatz 800 Aber das große Erwachen des Ostens, das in Japaus unvoer⸗ gleichlichem Aufstieg seinen blendenden Ausdruck fand, scheint auch Indien stark beeinflußt zu haben. In den letzten Jahren vor dem Kriege hörte man mehr und mehr von selbständigen Parteibildu gen in Indien— wie in Aegypten— von Attentaten auf englise Beamte und Polizisten: man erinnert sich des Bombenwurfs gegen Lord Hardingue beim feierlichen Einzug in Dehli. Es wurden auch immer mehr Verfolgungen und Hinrichtungen gemeldet, die aber den 5 ro er We 2 ongresse erst recht unersetzlich, um zu den Massed der Welt zu pprechen, um Einheitlichkeit und Zusammenhang iu d inzelnen internationalen Organisationen e 15 a die Teile in der Hand, aber es fehlt ihnen eue de eistige Band. b Dieses Band will Cunow zerschneiden. Organe der Internationale dadurch zu stärke naß er ihnen das nimmt, was erst ihr zwecke 1 Zusauunenwirken ermöglicht und durch das d Organen erst als Organismus sich betätigt: den 1a 5 zu schaffen, soll die be⸗ And um für diesen kopflosen Rumpf Platz zu schaffen, ttehende Internationale beseitigt werden 1 Cunow scheint freilich zu meinen, eine Funktionieren zu achaffen, sei leichter, als die bestehende ee schr ringen. Er erinnert daran, daß die erste 117715 8 jetzt auch die den mußte, um der zweiten Platz zu maallele etwas bewiese, so iweite verschwinden. Aber wenn 190 955 zicht das, was Cunow beweisen will. n Zwies nach dem alls die de Internationale an innerem wsofort gie dwelte Ariege von 1870 zugrunde giug, folgte i ner Stagnatson außer⸗ Interugtipnale, sondern eine Periode allgenanmenhanglosigkeit, und galb Deutschlands und internationaler Zuse bolich, eine neue In⸗ arst 1889 wurde es mit unsäglichen Mühen N 1 zernationale zu schaffen. Er glaubt die einzelnen n, aber er sieht nicht, und einheitliches Vereinigung von ges eue Juternationale zu Weit schwieriger auer verschiedenen Län⸗ die versehsededen Eleente des Prolelce a der großen tallischen, ber under einen Hut zu bringen, angesiche Gegensätze, die der Hrgantsatorischen, grundsätzlichen, nationale Weltkrieg zwischen ihnen aufgerissen hat. derbelebung der Inter⸗ Diese Gegensätze sind es, die eine Winan könne ihrer leichter nationale so erschweren. Glaubt Cunow, e e e Herr werden, wenn man auf die besteheuga ngen? Leichten Herzens um auf einer neuen Basis von neuem Wange! Aber wenn die ruft Cuno: Es lebe die dritle Nene; sondern ein halb Zweite fällt— dann folgt ihn Nen beanspruchen wird, die Dutzend Juternationalen, von eil. Das„neue stärkere einzig wahre dritte Juternateo ale zur deshalb selbst, wenn nicht Gebilde“, das Eunow anstrebt, wäre schon deshalb, as Wirken der Ohne sie auglo! opf, den Geist. texroristischen. Kampf der indischen Nationalisten nur zu steigern schienen. In diesem Zusammenhang mag auch das rscheinen in⸗ discher Abgesandter au opäischen Sozialistenkongressen und die mutige Agitation des jüngst verstorbenen Keir Hardie gegen das System erwähnt sein. Inwiefern die Hinopferung Tausender und Abertausender Inder für Englands Interessen auf den Schlachtfeldern von Flandern und Gallipoli die Erregung in Indien gesteigert hat, ist zurzoit noch nicht zu erkennen. War so schon genug des Zündstoffs aufgehäuft und gingen in den Bergen nördlich Peschawar die Gewehre und Kanonen von selber los, so brauchte das alles noch nicht allzuhoch eingeschätzt zu werden. Nun aber will die Frankf. Ztg. erfahren haben, daß das japanische Kabinett sich mit der indischen Lage befaßt habe, und daß dies die englische Regierung um so mehr beunruhige, als sie wisse, daß die Unruhen in Indien von japanischen Agenten geschürt werden. Das mußte in London freilich blasses Entsetzen hervorrufen— moralisches über das Verhalten des Bundesgenossen und materielles wegen der ernstlichsten Bedrohung der englischen Herrschaft in Indien. Es mag schon unheimlich sein, hinter dem Autlitz des Brahma die bekannte lächelnde gelbe Maske auftauchen zu sehen. Sie könnte die Friedensgeneigtheit auch bei den anderen Leuten als bei den Lords Loreburn und Courtney erwecken. Englisch⸗sranzösisches Ge chwader vor Malta f unter Dampf. T. U. Rotterdam, 16. Nov. Exchange Telegraph läßt sich schwader vor Malta unter Dampf liege. Auf der Suche nach den U⸗Boot⸗ Stützpunkten. Französische Blätter melden nach dem Madrider Im pareial: Eugland ersuchte die Madrider Regierung um eine schärfsere Be⸗ wachung der spanischen Küsten, vornehmlich der Küste von Marokko, einschaft; sie sind voneinander getrennt durch eine ge⸗ aus Paris drahten, daß nach dort eingelangten Mitteilungen ein aus mächtigen Kreuzern bestehendes englisch⸗französisches Ge⸗ lie, Weltkrieges zu erleichtern. 1 Die Times trifft mit der Berührung der innerpolitischen Angelegenheit die empfindlichste Stelle des Volksempfindens, wo die ausländische Einmischung leicht zu Folgen führen kann, die den beabsichtigten Wirkungen entgegen⸗ 7 9 1 ch auch den Engländern 185759 die Nicderwerfung des heiten abwarten, 1 erklärlichem Zynismus die Rechte der Neutralen verletzt, gesetzt sind. Svenska Dagblad nennt den Aufsatz eine Phantasie und eine Drohung in schöner Mischung und erinnert an die ten⸗ denziös entstellenden Auslassungen der Times über die Invaliden⸗ transporte, die seinerzeit durch die Erklärungen des Prinzen Karl als Vorsitzenden des schwedischen Roten Kreuzes abgetan wurden. Stockholms Dagblad erwähnt die in den Ententeländern herrschende fixe Idee von der deutschen Propaganda, während tatsächlich weit⸗ aus der größte Teil der Literatur, womit man die öffentliche Meinung zu bearbeiten suche, der Entente entstamme. Die Times spiele sich als Retter Schwedens und ganz Skandinaviens vor der angeblichen Kriegsgefahr auf, eine Rolle, die ihr nicht zu⸗ komme. Als ein Gefühlsausbruch und als ein Zeichen, was man in England zu wissen glaube, verdiene immerhin die Aeußerung Aufmerksamkeit. Amerika und die Versenlung der„Ancona“. Newyork, 16. Nov. Washingtoner Regierung be⸗ trachtet die italienische Veröffentlichung über die Versenkung der„Ancona“ als ungenügend und will ausführlichere Einzel⸗ bevor sie bei Oesterreich⸗Ungarn Protest erhebt. Die Zeitungen äußern sich ruhiger. ö Roosevelt über die Haltung Amerikos. T. U. Paris, 16. Nov. Der Expräsident Roosevelt hat in einer Unterredung mit dem Newyorker Korrespondent des Petit Journal uch über die Haltung der Vereinigten Staaten während des jetzigen Weltkrieges ausgesprochen. Merkwürdig sind, abgesehen von seinen bekannten Ausfällen gegen Deutschland, die nur mehr wenig versteckten Angriffe gegen den Präsidenten Wilson, die deutlich er⸗ kennen lassen, daß Roosevelt erneut bei den Präsidentschaftswahlen als Bewerber um die höchste Würde aufzutreten beabsichtigt. Er sagt: Ich selbst habe deutsches Blut in meinen Adern und bin auch ein überzeugter Bewunderer der deutschen Wissenschaft und der Organisation. Aber nach der Verletzung der Neutralität Belgiens und den Vorfällen von Löwen, Dinant und Reims, sowie den Luftangriffen auf Paris und London, ferner der Torpedierung der „Lusitania“ bin ich bekehrt worden. Die Deutschen haben mit un⸗ die zu schützen, die Unionsregierung auf sich genommen hat. Die Ver⸗ einigten Staaten haben ihre Pflicht, die sie durch die Unterzeichnung der Haager Konvention übernahmen, nicht erfüllt. Wenn ich zurzeit der„Lusitania“⸗Angelegenheit Präsident der Vereinigten Staaten gewesen wäre, so würde ich mich entschieden an unsere Verpflicht⸗ ung gehalten haben. Der jetzige Präsident hat die Gelegenheit, eine große und würdige Rolle zu spielen, unbenutzt gelassen. Neue russische Fenauzechwierigkeiten. Amsterdam, 16. Nov. Die russische Regierung hat sich neuerdings an England gewandt, um eine Anleihe oder ein größeres Darlehen zu erhalten. Die 86 Millionen Rubel, die England vor einigen Wochen an amerikanische Lieferanten für Rußland bezahlt hat, haben die russischen Finanzverhält⸗ nisse natürlich nicht aufbessern können. Das beschaffte neue Artilleriematerial ist jetzt an der deutsch-russischen Front ein⸗ getroffen, doch weist Rußland in seiner neuen Forderung an England auf den Ernst der Lage hin, betonend, daß es dringlich erforderlich, ihm die Mittel zur Fortsetzung des Krieges zur Verfügung zu stellen. Bark hat sich Politikern gegenüber geäußert, daß er und auch noch andere Minister ihre Entlassung nähmen, wenn die Verbündeten Rußland die Hilfe versagen. N 2 Die Hr in 1 N ichen aktivistischen Minderheit in S redet. Das genü 15 er des Mahdi⸗Aufstandes im lichen aktivistischen Minderheit in Schweden redet. Das genügt der eutsprochen wird. den, ehe ein zerstörtes Anwesen wieder * N 1 252 225 i Eine Kriegslüge. Der Pariser Temps veröffentlicht einen Artikel des Glos Polski, der an die Leichtgläubigkeit seiner Leser ganz besondere Zumutungen stellt. Nach ihm soll in Wilanow, dem berühmten Schloß des Königs Sobieski bei Warschau, ein ganzes bayerisches Armeekorps lagern. Um das Schloß zu verwalten, sei eine Kommission von Zivil- und Militärbeamten gebildet, an deren Spitze der Konservator der Ber⸗ liner Museen von Erdmann stehe. Dieser Herr habe sämtliche Sammlungen, Bilder und sonstige Kunstgegenstände in Kisten ver⸗ packen lassen und nach Berlin geschickt, angeblich, um sie genau zu untersuchen.. Diesen Lügen gegenüber wird amtlich festgestellt: 1. Der Besitzer von Wilanow, Graf Kaver Branicki, hat vor dem Einmarsch der deutschen Truppen die berühmten Sammlungen des Schlosses nach seinem Stadtpalais in Warschau(Neue Welt 18) schaffen lassen, um sie den Gefahren eines Gefechtes zu entziehen. 2. Niemals hat ein bayerisches Armeekorps in oder bei Wila⸗ now gelagert. 3. Das Schloß Wilanow und der Park sind ganz unversehrt, ebenso die nach Warschau übergeführten Kunstsammlungen. 4. Einen Konservator der Berliner Museen namens von Erd⸗ mann gibt es überhaupt nicht. Weder im Staatsdienst noch im städtischen, noch im Privatdienst oder auch nur in der deutschen kunst⸗ historischen Wissenschaft ist dieser Name vertreten. Der mitteleuropäische Wirtschaftsblock, Eine Generalversammlung des Bundes österreichischer Industrieller nahm eine Entschließung an, in der es heißt. „Dringend geboten erscheint die sofortige Fühlungnahme mit dem Deutschen Reich über die Frage der künftigen Ge— staltung der handelspolitischen Beziehungen der Monarchie zu Deutschland. Die österreichische Industrie steht hierbei auf dem Standpunkt, daß ein inniges Wirtschaftsbündnis zwischen den beiden verbündeten Reichen unter Bedachtnahme auf unsere besonderen volkswirtschaftlichen Interessen anzu⸗ streben wäre, durch das die Gemeinsamkeit der Handelspolitik vertragsmäßig festgelegt wird. Hierbei wäre wünschenswert, daß die Neuregelung unseres handelspolitischen Verhält⸗ nisses zum Deutschen Reiche derart erfolgt, daß eine An⸗ gliederung anderer Staaten an den zu schließenden Wirt⸗ schaftsbund der Zentralmächte vorgesehen und somit die Grundlage für den mitteleuropöischen Wirtschaftsblock fest⸗ gelegt wäre.“ Die Kriegsgewinnstener. Von verschiedenen Seiten ist bereits verlangt worden, die Re⸗ gierung möge den bereits sertiggestellten Entwurf einer Reichs⸗ sewinnsteuer den Reichstage sofort vorlegen. Wie die Tägl. Rund⸗ schau aber hört, soll keine Aussicht bestehen, daß diesem Verlangen Die Kriegsgewinnsteuer soll unmittelbar nach eenbigung des Krieges den Reichstag beschäftigen, aber uscht früher! Bieses folge aus dem ganzen Ausbau der Vorlage. Sie wolle, genau genommen, nicht den Kriegsgewinn, sondern den während des Krieges eingetretenen Vermögenszuwachs treffen. Einer Besteuerung des Kriegsgewinns stehen angeblich die größten Schwierigkeiten entgegen. Den Kriegsgewinn schon während des b auch nur annähernd festzustellen, würde kaum möglich sein. n Kriegsgewinn bereits während des Krieges feftzustellen, 1 7 die Beratung des Gesetzes garnicht nötig. Jetzt hat der ichs tag eit, das Gesetz mit aller Sorgfalt durchzuberaten, nach dem Krießse wird aber eine solche Hochflut parlamentarischer Ar- beiten über ihn ergehen, daß eine gründliche Beratung doch sehr in Frage steht. Disziplinarverfahren gegen Kriegsfreiwillige. Nach Mitteilungen, die dem B. T. zugegangen sind, hat man sowohl in Sachsen wie in Preußen Beamten und Lehrern, die freiwillig unter die Fahnen geeilt oder zur Krankenpflege gegangen sind, einen Vorwurf daraus ge⸗ macht, daß sie nicht einen Urlaub dafür nachgesucht haben und sie wurden aufgefordert, das seither bezogene Gehalt n weitere Gehaltzahlung sollte nicht mehr statt— inden. Es gehört sich natürlich, daß Beamte ihrer vorgesetzten Behörde rechtzeitig von ihrem Abgang vom Amt Mitteilung machen, schon damit für Ersatz gesorgt werden kann. Aber die Familien durch Gehaltentziehung zu bestrafen, scheint doch sehr bedenklich, zumal wegen des schlechten Beispiels für Privatunternehmer. Allzu bureankratisch. findet selbst die Kreugzeitung den Wiederaufbau Ostpreußens organisiert. Eine Unzahl von Behörden muß dort erst gefragt wer⸗ aufgebaut werden kann. Und die eigentliche Entscheidung hat immer der Oberpräsident. Das konservative Blatte tritt dafür ein, ein eigenes Wiederaufbau⸗Amt zu errichten, das mit allen nötigen sachverständigen Beratern aus⸗ gestattet sein und endgiltig entscheiden soll.— Uns könnte es recht ein, wenn mit dem Wiederaufbau Ostpreußens der Anfang zur urchführung jener längst verheißenen, aber in„Erwägungen rr ere rr— 0 8 1 schwebenden“ Verwal ungs form gemacht würde, die mit dem Vureaukratismus abr, Es wird sich darum handeln, die Selbstverwaltung auszubauen und den Einfluß des mündigen Volkes auf seine Verwaltung zu sichern. Zaänkende Ente teführer T. U. Athen, 15. Nov. Der Korkespondent der Neon Asty in Saloniki telegraphiert seinem Blatte, daß die Spannung zwischen dem englischen und französischen Generalstab in Saloniki ständig zunimmt. Die Meinungsverschiedenheiten sind derart groß, daß nur eine Verständigung zwischen der englischen und der französi⸗ schen Regierung über die Verwendung der Landungs⸗ truppen ein weiteres Zusammenarbeiten er⸗ möglichen kann. Absperrung Indiens. Amsterdam, 17. Nov. Nach Berichten aus Batavia ist der Post⸗ und Telegraphenverkehr zwischen Niederländisch⸗ Indien und dem Königreich Indien auf Veranlassung der englisch-indischen Behörden eingestellt worden. Euglandfeindliches aus Persien. Rotterdam, 17. Nov. Das englische Ministerium des Aeußern behauptet, daß Angriffe auf englische Konsular⸗ beamte in Teheran stattgefunden haben. In Schiras sei auf zwei Sekretäre der Gesandtschaft geschossen worden; einer wurde getötet. Der englische Konsul und der Direktor der englischen Bank seien gefangen genommen worden. Rußland und MNersien. Stockholm, 17. Nov. Nach Petersburger Meldungen wird Ruß⸗ land von Persien die Aufhebung der Kapitulationen mit der aus⸗ ländischen Gendarmerie in Teheran fordern. Fast alle russischen Staatsangehörigen verlassen Persien. muhe an den Dardanellen. T. U. London, 17. Nov. Reuter meldet amtlich: Zwischen dem 1. und 15. November ist an den Dardanellen nichts wich⸗ liges vorgegangen. Beide Parteien verstärken ihre Vertei⸗ digungsstellung und legen Laufgräben an. Die bo en U-Boote. T. U. Paris, 1. Nov. Der Madrider Spezialberichterstatter des Temps berichtet, daß der Gouverneur von Gibraltar in Sevilla mit dem Generalkapitän Andalusiens eine längere Besprechung hatte, bie sich angeblich um die Gerüchte drehte, wonach der deutsche Konsul in Cadix mit der Verproviantierung der deutschen Unterseeboote be⸗ auftragt sei, die zwischen Kap Trafalgar und Kap Gata operieren. Tie Einberufung der Duma verschoben. T. U. Christiauia, 17. Nov. Tidenstegn berichtet aus Petersburg, die Einberufung der Duma, die im November stattfinden sollte, wurde vom Ministerrat wegen Verzögerung in der Fertigstellung der Budgets auf den 8. Dezember ver⸗ schoben. Die Tagung soll noch vor Weihnachten fertig sein. Der verbotene„Weibsteufel“. Wie der Direktor des Hamburger Deutschen Schauspielhauses telegraphiert, wurde die Aufführung von Schönherrs„Weibsteufel“, die Dienstag abend stattfinden sollte, mittags verboten. In Ham⸗ burg gibt es keine Zensur. Das Verbot ist demnach vom Ober⸗ kommando erlassen. Kriegsnosizen. Die Vorzensuür ist seit Montag, den 15. November wieder über unser Braunschweiger Parteiblatt, den Volksfreund, ver⸗ hängt worden. Einige Artikel, darunter die Wiedergabe eines Re⸗ ferats des Genossen Antrick über den Lebensmittelwucher, wodurch der innere Frieden in hohem Maße gestört und im feindlichen Aus⸗ lande unerwünschte Wirkungen hervorgerufen würden, wurde als Grund angegeben. ö Bei den Stadtverordneten wahlen in Königs⸗ berg si. Pr., die im Zeichen des Bürgfriedens stattfanden, wurden sieben Sozialdemokraten und neun Bürgerliche in der dritten Abteilung gewählt. Die sozialdemokratische Fraktion besitzt wieder neunzehn Mandate. Wie der Berl. Lok.⸗Anz. von zuständiger Stelle erfährt, sind di Zeitungsmeldungen von der teilweisen Zerstörung de Achileions auf Korfu erfunden. Die Landwirtschaftskammer für Westfalen teilt mit, daß vo raussichtlich„‚deutschrussische Kriegsgefangene dem⸗ nächst als Knechte, Viehwärter und Arbeiter für die Kriegsdauer gegen mäßige Entschädigung, einzeln ohne Bewachung unter persönlicher Verantwortung des Arbeitgebers zur Verfügung gestellt werden.“ In Betracht kämen Landwirte, in deren Be⸗ 0 2 8 die Familie des Arbeitgebers aufgenommen 8 „ 8 5 80 1 „* 1 Denkt über die Arfachen nach! Das Berliner Tageblatt veröffentlicht folgende Zuschrift von Ellen Paasche unter dem Titel„Deutsche Frauen und der Friede“: Im Tag vom 16. Oktober schrieb Dr. Käte Schir⸗ macher einen kleinen Auffatz unter der Ueberschrift „Geduld“. Sie beschreibt darin die Vorteile, die der Krieg mit sich bringt. Ich gebe ihre Worte wieder: „Wir Deutschen hatten mit einer Anzahl übler Friedens⸗ gewohnheiten des Wohl⸗ und Genußlebens zu brechen; der lange Krieg besorgt das gründlicher als ein kurger. Wir hatten noch allerlei Gegensätze und Reibungen innerhalb des deut⸗ schen Stammesbewußtseins zu überwinden— das geschieht wohl endgültig in der schon über ein Jahr währenden treuen und sieg⸗ reichen Wafsenbrüderschaft aller Deutschen an allen Grenzen un⸗ seres Landes und bei seinen Bundesgenossene Was früher geo⸗ graphischer Name war, wird jetzt Anschauung und Besitz. Daß Süd und West den Ost und Nord mit ihrem Blut verteidigen, ist dauernder Gewinn für unser Volkstum, seine Einigkeit. Auch daß die östlichen Probleme dem Süd⸗ und Westdeutschen so nahe gerückt 9 8 Diese Erziehung und Vertiefung gibt nur ein langer rieg. Bringt er uns eine Höherwertung des Ostens, so eine Minder⸗ wertung des We tens. Die Legende von Frankreichs überlegener Kultur und Zivi 119055 stirbt in den schmutzigen Quartieren, die unsere Truppen gleich anfangs auf frangösischem Boden beziehen mußten. Daß mit uns die Grundbegriffe von Ordnung, Rein⸗ lichkeit und Behagen in diese französischen Landstriche erst ein⸗ ziehen mußten, ist eine Lehre, die der lange Krieg dem Einfachsten unverlöschlich in die Seele brennt. Auch betreffs franzbösischen Geschmacks, geistigen und sittlichen Durchschnitts der Bevölkerung macht selbst der Ungelehrte in diesen Monaten gründliche Studien. Hergebrachte Urteile und Verblendungen zerrinnen.“ Es ist mir fast unmöglich, die Gefühle zu schildern, die ich beim Lesen dieser Zeilen empfand. Dazu also die un— Am Samstag 5 1 1 in Irlaud 1 5 der 5 13 5 Anzahl von Schiffen wu an cha Stͤdte Du b 10 nn und Kingstown haben großen S litten.. 8 Die B. Z. a. M. meldet aus Amsterdam: Das Sturmwekter der vorigen Woche hat den Schiffen lichen Schaden zugefügt. Der französische Dampfer„Sain a schlug fünf Meilen nördlich Guernsey um. Die Basatzung pon? Mann versank. Weitere 2 1 5 chiffe sind an verschiedenen g der Frischen See zerschellt. 1 1 2 Jul eile don eln neuer Skandal wegen Mi lieferungen, in den der römische Zourhalist Bonaretti Advokat Timoneini verwickelt seien, bevorstehen. Neue erregende Verhaftungen werden erwartet. 7 Arbeiterbewegung. Tarifverhandlungen für die Militärschneider Die Verhandlungen über die Festsetzung von für die in der Kabinettsorder vom 21. September d gesehenen neuen Friedensuniformstücke, die in der vor Woche unter dem Vorsitz von Unparteiischen in N stattfanden, haben am Samstag nach viertägiger Dat Ende erreicht. Bezüglich des feldgrauen Waffenrocks zwischen den Parteien Uebereinstimmung darüber, gleich den alten bunten zu entlohnen ist; nur für de daß die Bekleidungsvorschriften dahin geändert werden, die Seitennaht heruntergeführt wird, soll nach dem spruch der Unparteiischen für Handnähen ein Zuschlag ii Höhe eines Stundenlohnes gewährt werden. Ein weiter Schiedsspruch besagt, daß die Einjährigen⸗ und Fi junkermäntel alter und neuer Art nach den jetzigen sätzen zu entlohnen sind und daß ein Abzug für den Wegfg von Seitenleiste und Spiegel nicht stattfinden darf. Für neuen Offiziersmantel sollen von den Tarifsätzen Stunden abgezogen werden. Mit Rücksicht darauf, daß Verschlechterung der bisherigen Lohnbedingungen unzu ist, ist insoweit durch Abrechnung der Lohn für den reihigen Mantel niedriger zu stehen käme als der bis Fahnenjunker⸗ bezw. Einjährigenmantel, auch für Offiziersmäntel der Lohn für letzteren zu bezahlen. Während über diese beiden Positionen sehr bald ein Einigung erzielt war, nahm die Festsetzung des Lohnes ih den kleinen Rock und die neue Bluse allein mehrere Tage i Anspruch. Es handelt sich hierbei um neue Stücke, N man einen Lohn unter Zugrundelegung der Lohnsätze fl bisher gefertigte andere Kleidungsstücke nicht gut festleg kann. Auch die Parteien selbst sind in der Schätzung des wandes von Arbeitszeit zu ganz ungewöhnlich weit von ander abweichenden Ergebnissen gekommen. Die parteiischen haben deshalb einen völlig neuen Weg ge sie haben den Lohn für die Bluse so festgesetzt, daß er erhel⸗ lich unter dem bisher für den Feldrock gezahlten Lohn stehl, und andererseits haben sie den Lohn für die Litewka e erhöht, um eine Annäherung zwischen Bluse und Lit herbeizuführen. Bei aller Anerkennung der Bemühung der Unparteiischen haben die Arbeiter diesen Einigung vorschlag dennoch abgelehnt, weil nach einer von ihnen gemachten Berechnung die prozentualen Abzüge von den Jeldrocklöhnen in gar keinem Verhältnis stehen zu den gering. fügigen. Erhöhungen der Löhne für die Litewka. Die Uh parteiischen berieten infolgedessen noch einmal unter sich, s modifizierten ihren Einigungsvorschlag etwas und u breiteten ihn den Parteien als Schiedsspruch. Ueber nahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs haben nach den! bestehenden Vorschriften die örtlichen Organisationen dall letzte Wort zu reden. Von Interesse war es, im Laufe der Debatte von Ar, beiterseite zu erfahren, daß der Vorstand des Arheitgeber⸗ verbandes seine Ortsgruppen bereits angewiesen hatte, sich auf keinerlei örtliche Verhandlungen oder Sonderabmachum: gen einzulassen. Zwar bestritt der Vorstand des Arbeitgeber, verbandes, eine solche Anweisung erlassen zu haben, aber seint Behauptung wurde durch die Vorlegung eines Exempla des an die Ortsgruppen gesandten Zirkulars durch den Von treter des freien Verbandes schlagend widerlegt— f 8 2 — — 2 2 2 2. 2 — — = — 2 1 S rA S2.* = . e S Sea e —— b zähligen Opfer, das Blut, der Jammer, die Tränen? Wie ist es möglich, daß eine Frau ihr Gemüt so verhärtet hat? Wie ist es möglich, daß eine Frau schreiben kann:„wir waren so tief im Wohlleben drin, daß nur ein längerer Krieg uns davon befreien kann“? Es fehlte nur noch, daß Fräulein Schirmacher schrieb: „Wie herrlich, daß so viele Deutsche jetzt endlich einmal an die frische Luft kommen!“, oder„daß der Tangorummel auf⸗ gehört hat“, oder„daß die Großstadtdamen, die sonst vor Langeweile zugrunde gehen, jetzt endlich, endlich etwas zu tun bekommen! Sie müssen Tees und Bazars zum Besten erblindeter Krieger abhalten, sie müssen Komitees bilden, um Lotterien für die Kinder gefallener Soldaten zu veran⸗ stalten—— welch herrliche Zeit, die unseren Damen diese Schaffensmöglichkeit gibt!“... Dr. Käte Schirmacher hat kein Wort für die Schrecken dieses Krieges. Ob sie in dem ganzen langen Kriegsjahr wohl um keinen Menschen gezittert hat? Und wenn sie in der beneidenswerten Lage ist, kein Familienmitglied verloren zu haben, denkt sie nicht an die unzähligen, weinenden Hinter⸗— bliebenen unserer und der feindlichen Gefallenen? Es ist ein schlimmer Augenblick, wenn die Nachricht kommt:„Ihr Mann, Ihr Sohn ist in dem Gefecht... gefallen.“ Er⸗ schüttert steht man davor: Es ist unmöglich, es kann ja nicht sein! So frisch und fröhlich zog er aus, jetzt tot und irgend⸗ wo, in fremdem Land von einem Menschen, den ich nicht hassen kann, erschossen! Und niemand von uns dabei, der ihm noch einmal, zum letzten Male für alles dankt, was er uns in seinem Leben an Gutem und Schönem gab! Es ist ein schlimmer Augenblick, Fräulein Schirmacher, und danken Sie Gott, wenn Ihnen kein Lebenskamerad, kel lieber Bruder, kein treuer Freund fiel. Es gibt Menschen, die diesen Krieg für durchaus no wendig hielten und halten. Aber hoffentlich denken auch al diese Menschen:„Vie wieder, nie wieder auf Erden sobi Jammer und Tränen!“ Und darum meine ich, muß di Friedensbewegung in Deutschland nach dem Krleg ins Ungeheure wachsen. Und wer ist berufener, a diesem Werke mitzuarbeiten, als die Frauen? Ihr Frauen, die ihr euer Liebstes hergabt, iht Mütter, die ihr euern einzigen Sohn, ihr Mlltter, die ihr alle Söhne gabt, ihr Schwestern, denen nie wieder ein kreuet Bruder zur Seite stehen wird, denkt an die Zukunft! Sollen wir jungen Frauen, die wir frische blühende Kinder um uns herum spielen haben, ste auch in zwanzig Jahren opfern! Es darf nicht sein! Wer mag da noch mit reiner 10 Kinder großziehen? Oder sollte es Frauen geben, die iht Kinder für den Krieg gebären? Es wird mir schwer, das anzunehmen. 3 Die deutschen Frauen milssen jetzt viele Kinder gebären um die Lücken wieder auszufüllen, aber nicht für einen Krieg sondern für einen ewigen segensvollen Frieden. 1 Drum sage ich: Weg mit aller Halbheit, denkt über die Ursachen nach und ihr alle, die ihr in ig Jahren etwas zu verlieren habt, lebt nicht in den Tag h sondern helft, an dem Friedensgedanken arbeiten,. Phantastegebilde ist, ebensowenig wie die Abstinenz d Bodenreform es ist! Und ihr, die ihr nichts mehr lieren habt, denen der Krieg alles nahm, ich bitte el an uns und helft uns Jüngeren, damit uns der Jam der Kummer später erspart bleibe!“ 1 705 1 ard de tifsäten tauf, dc gen unge füt de der bit nuch fit alen. ehr bal es Loh f itzung da weit bet . De 1 Weg g daß er eh ten Lohn Literta 1 und dig Bemühn en Eine don ihnen e üge bon zu den gaz „ Fleisch⸗ und Butterkarten in Sicht. durfte dem Bundesrat schon dieso Woche vorgelegt wer nehme des Verbrauchs kaum bewirkt. Ein Man e if kicht vorhanden; im Gegenteil hat die debte Webzine . hte endgültigen Ergebnisse liegen freilich noch nicht 15 9 9 eine sehr wesentliche Zunahme der Bestände, namentlich an Schweinen, Schafen und Ziegen, festgestellt. Die„Rationie⸗ gerechte Bevorzugung der bessergestellten Kreise verhüten, eine getroffene Uebereinkommen über kennung der Brotmarken kist nun auch auf das Königreich fslächsischen Reisebrotmarken. füddeutschen Staaten wird flir Suchsen neben der sächsischen Gast⸗ Frage der Erhaltung und Mehrung der deutschen Volkskraft gabengebiete schon vielfach, wenn auch noch ungenügend be⸗ schäftigt hat, stand man diesem Aufgabenkreise in den meisten Frau auch bei dem Vorhandensein von Kindern ihrem Ge⸗ en und Nachbargebiet . Gteßen gebiete. Wie das Berl. Tageblatt hört, steht nun doch die Ei heung von Aleisch- und Speck, sowie von Gukteckare K as Reichsgebiet in Aussicht. Ein dahinzielenber attac Die Butterkarte soll vermutlich der Streckung 5 50 Winter naturgemäß beschränkten Milcherzeugung dienen Sg Einführung einer Fleischkarte soll nicht so sehr eine Perm; derung, als— wenn man so sagen darf— eine Verla 5 samung ber Konsumtion bezwecken. Die„fleischlosen“ 8 0 baben sich zwar schnell eingeführt und bewährt, aber eine Ab. tung“ des Verbrauchs soll daher im wesenklichen nur eine un⸗ möglichst gleichmäßige Vertetlung ermöglichen, vor allem aber uigunsten verstärkter Fetterzeugung wirken. 0 Gegenseitige Anerkennung der Brotmarken. Das zwischen Württemberg, Bayern, Baden und Hohen . ö Hohenzoller dien gegenseltige' Mner⸗ Sachsen ausgedehnt worden, hinsichtlich der Allerkennung der * er Entsprechend den Gasthrotmarken der hausbrotmarke zu 25 Gramm, die vorläufig nicht außer 6 gesetzt werden soll, ebenfalls eine Nelsebrotlsakte d 0 1 7199 geschafsen werden. Weitere Bundesstaaten, besonders thüringische werden sich der Verelnbarung ebenfalls auschließen.— Und Hessens — Hier gelten die Brotmarken noch nicht mal außerhalb der Stadt! Die Hebung ber Volkskrast und der Kommune. ImsSitzungssaale des Reichstags fand kürzlich die 8. Tagung der Zentralstelle für Volkswohlfahrt statt, die sich mit der beschäftigte. Es ist klar, daß diese Frage, wie schon jetzt, so besonders nach dem Kriege eine der wichtigsten Fragen des Tages sein wird und darum gilt es, die staatliche und kont⸗ munale Entwicklung, die ja auch jetzt im Kriege nicht still steht, unter diesem Gesichtswinkel zu betrachten und zu be⸗ einflussen. Den Gemeinden fallen hierbei zwei Aufgabengebiete zu. Einmal haben sie für Einrichtungen zu sorgen, die die Ge⸗ fundheit von Mutter und Kind zu heben geeignet sind, so für Schwangeren ⸗ und Wöchnerinnen⸗ hilfe, Stillprämten usw., dann aber haben sie weiter für Einrichtungen Sorge zu tragen, die es den Frauen er⸗ möglichen, überhaupt Mütter zu werden und Kinder zu haben. Und während man sich in der Praxis mit jenem Auk⸗ unserer Kommunen noch recht fern. Das heutige soziale Leben bringt es mit sich, daß viele Tausende von Frauen täglich, wie der Mann, der Berufs⸗ arbeit nachgehen müssen, daß sie in der Ehe ebenso wie der Mann arbesten müssen, wenn der nötige Lebensunterhalt geschaffen werden soll. Da muß natürlich entweder auf Kinder verzichtet werden. oder der Lebensunterhalt wird durch den Ausfall des Frauenerwerbes zum Nachteil für die Gesundheit der Eltern und Kinder verkürzt. Und wenn die werbe nachgeht, so leidet auch dann dle Gesundheit, da die Frau nicht für ein gesundes Essen sorgen kann, abgesehen don den Nachteilen der mangelnden Erziehung. Auf den Erwerb eines guten Einkommens auch ohne die Frauenarbeif hat die Kommune in der Regel keinen Einfluß, wohl aber vermag sie die Mißstände zu beseitigen, die sich durch den Beruf der Frau für die Gesundheit und Erziehung der Kinder ergeben, und die Mittel hierzu sind einmal kom⸗ munale Kilchen und dann kommunale Kinderheime. f Die rau, die ihrem Erwerbe nachgehen muß, hat nicht Zeit, für ein gesundes Essen für hte Kinder wie für die Eltern selbst zu forgen. Sie kocht etwas, das schnell zu kochen ist, so daß die Ernährung einseitig und mangelhaft und dazu noch unverhaltnismäßig teuer ist, da ia allein die Schnellig⸗ keit der bestimmende Faktor ist. Es muß der arbestenden Frau darum eine kommunale Küche zur Verfügung stehen, aus der sie das Essen für sich und ihre Familie regel, mäßig bezieht. 5 1 5 aber imüssen in den Städten kommunal“ Säuglings⸗ und Kinder heime vorhanden. soin in denen die Kinder wäbrend der Arbeitszeit der Mutter untergebracht werden können, Die Heime miissen überall int den verschiedenen Stadtteilen zu finden sein, damit die Frau nicht noch vor und nach der Arbeit lange Wege zu machen braucht. Außerdem ist der hierdurch, möglichen ae Kinderzahl in den Heimen eine individuellere Behan lung möglich. Selbst in Offenbach wäre da noch manches mehr 21 1 18 1 d. 5 a eu d d de das, ge e sammen wirken, indem die kommunale Küche durch wan, haltende Külchenwagen das Essen für die einelnon 1 in den verschiedenen Rinderhiigen ar von wo es die Mütter eich mit ihren Kindern 5 a e 0 145 ist es möglich, daß 1525 90 der arbeit eine gesunde Ernährung und Pflege 195 5 1 damit unserem Volke ein gesundet 1 0 95 1 0 Gewiß gibt es noch andere Mittel zur e nücht dene don vermenen an ef 100 5 erfullt find. So lange beiden fundamentalen Poraussetzung anmäßig angelegtes ein pl es nich! kommunale Küchen und ein b en worden die arbeltenden Frauen 5 9 0 n gibt, 170 oder aber die Ernährung doc Kinber veszich a gadaft. eine sich den bundesrätlichen Bestimmungen besser anpassende Als Einricheung der Kriegshilfe hat man a schon viel fach städtische Speisehallen eingerichtet und e Ahnen von Kinderheimen sst ja auch nicht neu. Wäre es da fllt unsere Kommunen nicht leicht, schon jetzt in diesem Sinne gestaltend votzugehene Wenn auch die Kindermüdigkelt gewisser Kreise dadurch nicht beseiligt wied, so dient solche kommunale Fürsorge doch der Volkskraft in ihrem utsprüng⸗ lichsten Sinne; dem lebendigen, tätigen, schaffenden Volke N leistet ste damit einen überaus wertvollen Zukunfts⸗ Dienst. 7 Zur Buttersrage. Im hessischen Ministerium fand am Dienstag unter dem Vorsitz des Ministers des Innern von ombergk wegen den Mißständen im Bulterhandel eine Sitzung statt, an der außer Vorttetern der Landwirtschaft, von, Molkereien, Abgeordnete und auch die Bürgermeister der Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen beiwohnten. Nach eingehender Aussprache über die durch die hessische Ministerialvberordnung zur Butterfrage erlassenen Verordnungen entstandenen Mißverhältnisse, die gur Folge hatten, daß die hessischen Molkereien ihre Butter nach anderen Großstädten verschickten, da die dortigen Höchstpreise höher waren wie bei uns, sodaß in den hessischen Städten Bukter⸗ mangel eintrat, fand man einen Ausweg dahin, daß die hessische Mintstertalberorbnung wieder aufge hoben und Verordnung erlassen wird, um einheitliche Preise zu erzielen und Butterabfluß aus Hessen zu verhindern. Wie wir hierzu erfahren, dreht es sich bei obiger Beratung nur um die Molkereibutter, die Landbutter wird davon nicht berührt. Wenn durch„einheitliche Preise“ der Butterabfluß aus Hessen behoben werden soll, dann heißt das, daß unsere Preise erhöht werden sollen, damit sie den hohen Prelsen jenec Städte gleichkommen, nach denen die Landwirte jetzt aus Gewinnsucht ihre Butter versenden. Warum der Butterpreis ilbrigens in eine solche Höhe gegangen ist, dafür kann kein vernünftiger Grund beigebracht werden. — Mehlabgabe durch die Stadl. Das vom Kommunal, verband zur Verfügung gestellte Weizenme h l soll nächste Woche in den Brokmarken⸗Ausgadestellen zur Ausgabe gelangen. Wie früher bereits mitgeteilt, erhalt jeder Brotmarken⸗Empfänger ein Pfund, eine Familie erhält also soviel Pfund, als sie Köpfe zählt, aber nur gegen Rück⸗ gabe der Bezugskarten, die bei der letzten Brotkartengusgabe verabfolgt worden sind. Das Pfund dieses Mohls Fostet 20 Pfg., es wird in Tüten von 1, 2 und g Pfund verpackt ab⸗ gegeben. unterricht im Gebrauche der Köchkiste. Wik welsen auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Blatte hin, nach welcher vom nüchsten Montag ab Unter⸗ weisung in der Handhabung der Kochkiste erteilt wird. Wer daran teilnehmen will, soll sich Freitag und Samstag int alten Schulgebäude in der Neustadt 68 anmelden. Es ist zu wünschen, daß recht viele Frauen eine Einrichtung kennen lernen, die eine Ersparnis für den Haushalt bedeuteß, — Produzentenmärkte. Die Stadt Halle hat dersucht, dadurch den Preistreibereien zu steuern, daß sie Märkte ein⸗ führte, auf denen nur die Erzeuger der Waren zugelasson waren. Da sich auf den regelmäßigen Wochenmärkten dels Händlertum fast kingmäßig organisiert hat unb die Auf käufer die schlimmsten Preistreibereien begingen, sollen jetzt an den drei bisher marktfreien Wochentagen die Landleute der Umgegend eingeladen werden, sich einzufinden und ihre Erzeugnisse direkt and ie Verbraucher zu verkaufen. Händler dürfen weder kaufen noch verkaufen. Den Bauern wird für die Tage der Produzentenmärkte kein Standgeld abgenommen. Die Landwirtschaftskammer hat ihre Unter⸗ stützung für diese Neueinrichtung insofern zugesagt, däß sie die Bauern veranlassen will, die Produzentenmärkte auch wirklich zu besuchen. Die städtische Polizei hat außerdem die Anordnung getroffen, daß auch auf den bisher üblichen Wochenmärkten Händler vor 10 Uhr fruh nicht einkaufen dürfen. Die Kohlenprobuktion in Hessen. Dle itongtliche Skatlstik der Kohlenproduktion des Großherzogtums Hessen weist laut Darmstädter Zeitung für den Monat Oktober 1915 folgende Zahlen nacht An Rohbraunkohlen wurden gefordert 31045 Tonnen, verkauft wurden davon 3766 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Vetarbeitungzbestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schweleretprodutten erzeugt 1495 Tonnen Braunkohlenbriketts und 910 Tonnen Naßpreßsteins; außerdem wurden in Hessen 9265 Tonnen Preßftelne aus Steinkohlen erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus! monaten übernommenen Bestände, sowie des Absatz Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähtg 1229 Tonnen Rohkohlen, 289 Tonnen Briketts und 4280 Tonnen Naßpreßsteine, zusammen 5748 Teunen Braun⸗ kohlen und Braunkohlenprodukte im Gesanehlvert von 69 370 Mark. Wie die Konsumvereine als Prelsregulatoren wirken, zeigt recht eindringlich eine Erhebung, die der Kriegsaus⸗ schuß für Konsumenteninteressen in Stuttgart kürzlich veranstaltet hat. In rund zwanzig Artikeln der täglichen Lebenshaltung stellte der Ausschuß in den verschiedenen Ge⸗ schüften der Stadt Vergleiche an. Dabei zeigte sich dus folgende Ergebnis: Den niedrigsten Satz mit einem Gesamt⸗ preis von 35,15 Mark wies ein großes Kolonialwarenspezial⸗ geschäft auf, das keiner Organisation angehört. Dann folgte der Konsumverein mit 37,65 Mk., darauf die Gescheifte, die dem Großeinkaufsverein für Kolonialwarenhändler ange⸗ bören, mit 40,67 Mk, und schli⸗ lich die Geschäfte, die Mit⸗ glieder des Spezerelhändlervereins sind, mit dem höchsten Preife von 40,77 Mk. Das eralbt di; interessante Tatsache, daß die Waren in den kleinen Geschästen am teuersten sind. Beim Konsumwverein, der am ee de ahschneidet, ist zu beachten, daß er seinen Mitgliedern zurzeit 8½ Prrtent zurückverglütet. Unter Berllckfichtigung diefes Umstandes it. Haushalts. Nach Abzug der Rilckbergntungen stellt sich nam lch dei ihm der Preis filr die Vorgleichsarttkel auf 84,37 Mt. also noch nahezu 1 Mk. niedriger als bei dem billigsten Spezialgeschäft und um über 6 Mk. billiger als bei den Ge⸗ schäften, die dem Spezereihändlerverein und dem Groß⸗ einkaufsverein angehören. Der große Vorteil, den die Ver⸗ braucher vom Konsumverein haben, geht daraus deutlich hervor. Ein anderes muß aber noch dazu in Rechnung ge⸗ stellt werden. Die Bevölkerung verdankt es zum guten Teile dem Vestehen der leistungsfähigen Konsumvereine, daß die Lebensmittelpreise allgemein nicht noch eine größere Höhe erreicht haben. Die Vereine, die unter den Schwierigkeiten des Einkaufs ebenfalls leiden, wirken in hohem Grade preis- regulterend. Sie wären dazu noch weit mehr imstande, wenn ihnen die Verbraucher, die ihnen noch nicht angehöten, schon in Friedenszeiten beigetreten wären. Das Geschüftszimmer der Presseabtellung det stellver⸗ ttetenden Generalkemmandos des 18. Armeekorps befindet sich vom Donnerstag den 18. d. M. ab Frankfurt a. M., Reuterweg 10. , Tolensountag. Am nächsten Sonntag findet, als am soge⸗ nannten Totensonntäg, keine Theatervorstellung statt. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. al, Lanbenhausen. Der Weltkrieg hat unserem ungelähr 00 Einwohner zählenden Dorfe schon blutige Wunden geschlagen. Den seldgrauen Nock tragen annähernd 170 Jünglinge und Männer. Von diesen sind bereits fünfzehn gefallen und zwar: Georg Glitsch, Gerch, Georg Hofmann, Konrad Dechert, Johannes Bloch, Philipp Hildebrand und Zost Hildebrund(beide Brüder), Georg Füg, Johannes Döring, Konrad Renker, Karl Braun, Heinrich Lang, Karl Abelph, Karl Schrimpf und Christian Henkel. Ver⸗ ißt werben seit Juni: Johannes Hohmeier und Karl Biihl, welche man auch als tot betrachten kaun. In faugenschast befinden sich: Johannes Sthad, Heinrich Falk und Wliheln Füg. Verwundet sind annähernd 25 Mann, davon schon mehrere 2—3 mal, Unfall bei der Jagd. Vor ellichen Tagen entluh sich in Pfordt bei Schlitz während der Jagd das Gewehr des auf Urlaub zweilenden Sergeanten Möller. Das Geschoß drang in den Fuß Möllers und verletzte ihn schwer. Der junge Mann har beweits im Kritge ein Ange eingebüßt. N Mesterwald ung Unterlahn. cößle 310 Morgen 5 ausgefischt racht wurdest. um haf. Es waren dies Arbßien Teil flir das Kilo 1 k ant Plahe 80 Pfg. kostete. Letzter gtemkich hoher bezeichnet werden. Kaähte ausgeftscht. das halbe für eis muß jedenfalls als ein Diese Weiher werden alle drei Einen töblichen Unfall! erlitt 17e Steinbrucharbelter Karl Luck hau 5 ribellder Harkstein⸗Industrie in Rieder⸗ eim gemeinssmen Schweißen schwere Hammer abglitt re iunere Verletzungen er⸗ esschen Krankenhause dahier 8 Darmsrabl, 13 Ain 3. 5. n. der 33 Je ber in den Betriebe von Eisen eineni? und den L. am Unt b kak, 08 folgten, denen L. am Samstag erlegen ist. Sehmeestürme im Schiparzwald. Jin bolhen fünf Grab Kälte, Der Schwarzwald toben seit drei Tagen heftige Schucestsürie bei Nenschnee liegk bis einen halben Meter hoch, Zur Ausvechterhaltun e 175 erheß des Verkehrt fahren Schlitten.. Ver Tagesb acht des 6 1 Lan fi. Lagesbericht des Großen Hauptgnartiers. Im Westen Artillerie- und Minenlämpfe. Im Gebirge über 2000 Serben gefangen. W. Z. Großes Hauptquartier, 17. Rob., vorm.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz, Abgesehen von Artillerie- und Minenkümpfenn au einigen Stellen der Front ist nichts von Bedeutung zu be⸗ richten. 8 Oestlicher Kriegsschauplak⸗ Russische Zerstörer beschossen gestern an der Nordspitze von Kurland Petegge und die Gegend sütdwestlich davon Sonst ist die Lage unvetändert. Balkan. Die Verfolgung im Gebirge macht workers güte Fort. schritte. Die Serben vermochten hier niegends neunens, werken Aufenthalt zu bereiten. Ueber zweltaufend Gefangene, ein Maschinengewehr und zwei Geschllze blieven in unserer Haud. Sberste Heeresleitung. — 1 Krlegs-Kornfranck ist der Ersatz für Bohnen- Kaffee. Das ganze Paket kostet nur 50 Ff. In seiner Ausgiebig- keit liegt seine Billig- keit. Heufzusage muß jede Hausfrau sparen. wie der Konsumentenausschutz feststellt, ber Konsumverven Und beldes dient . e i dot 3 1 ehrung der Volkskraft. und Mflege nicht der rhea tung die billigste Bezugsquelle füt dis läglichen Bedürfnisse des französischer Ge⸗ inden „ 1 72—— Dib Festung auf Prilep und Monastir morschiere, Der österreichisch uugarische Tagesbericht Die Montenegriner zurückgeworfen. Flugzeuge üver Brescia. 6 Wien, 17. Nov.(D. T. B.) Amtlich wird 17. November 1915. 5 5 Nussischer Kriegsschauplaßz.* Nicht Neues.. 5 Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern sanden im Görzischen keine größeren fanterielämpfe statt. Auch bie Tatigkeit der italienischen Artillerie mar im Nergleich zu den früheren Tagen bedeutend ge⸗ ringer. Die Lage ist an der ganzen Sudwestfrant unver⸗ 5 e ändert. Vorgestern belegte eines unserer Flugzeuggeschvader glieder des Kabinetts ri Vresbia mit Bomben. Di beobachten. Alle Flugzeuge siud glatt gelandet. Süböstticher Kriensschauplatz. Die zu ßer Sandschalgrenze den Lin zurück. 0 gesetzt. Die gegen Szeniea vordringenbe verlaulbart: 0 Zu ⸗] Regierung am Mittwoch den 10. d. M. ein Kriegsrat abge⸗ ie Flieger konnen starke Brände keiten und Abschluß eines Waffenstillstandes mit den Zentral⸗ 0 kämpfenden k. und k. Truppen 0 wee sen die letzten monleuegrinischen Nachhuten ü her Nordostfront di 5 Di fol 2 ird 1 f Nor do 5 zun Eintreffen der Hilfstruppen Die Nersolcung der Serben wird überall fort. Nordostfront bis zum Eintreffen der Hilfstruppen österreichisch⸗ungarische Kolonne warf den Feine aus selnen zäh verteidigten Gehirgs⸗ stellungen nördtich von Javer. Die Generals von Aöbeß stonden get von Rasla estfesg!. ku tuen. deutschen Truppen de⸗ 1* abend einen halben Tagmarsch In Kursumlja ist es zu Ortskämpfen Der Stenpertreter des Chese des Generalstabes. 71 von Höfer, Feldmarschallentnant. * Die Situation in Serbien. des ge⸗ der ehe⸗ S drungen und warfen den Feind aus seinen zäh verteidigt Gebirgsstellungen nördlich von Javor. Die beiderseits der tiefen Ibarschlucht gegen Raschka und im tceiteren Verlauf gegen Nowibazar vorrückenden deulichen fte standen gestern bereits einen halben Wegmarsch Raschka entfernt. Sie haben in ihrem weiteren Vorrt sehr schwieriges Gebirgsgelände zu über⸗ „e Bewältigung des Gebirges gilt es dann noch Nowibazar niederzuringen, welche die Straße, die nach Montenegro führt, sichert. Sie ist für den Rückzug 15 des sesbischen Heeres von besonderer Wichtigkeit. Sie soll in verhältnismäßig gutem Zustande sein, hat eine alte Zita— delle, 7 Forks, die hauptsächlich an der Nordfront und Nord⸗ ostfront liegen; zwei weitere sperren die von Kurschumlja kommende Straße. Die Bulgaren rücken von Osten her un⸗ gestüm weiter vor. Von Crokuclje aus haben sie bereits das Arabanskatal, das bei Dolni⸗Toponitza in die Toplitza ein⸗ mündet, erreicht. Weiter füdlich erreichten sie den Ort Bresiowatz und südlich davon im Tale der Medwegya den wichtigen Straßenknotenpunkt Lebane. Die Schlacht am Babunadefilee. Ein Telegramm des Corriere della Sera aus Fioring meldet nach der Frankf. Ztg, daß die Schlacht am Babunadefilee von den Serben verloren wor— den sei. Zwei serbische Regimenter, die 16 Tage lang die Stellung gehalten hätten, seien von 50000 Bulgaren um⸗ stellt und in Gefahr gewesen, durch das bulgarische Heer, das vom Rückzug abge⸗ schnitten zu werden. Die Reste der serbischen Truppen ziehen ge⸗ ö Pie Vierverbandstrunnen F ETC Der aus Mitrowitza über Albanien. in Salonik eingetroffene Gesandtschaftssekretär der russischen Gesandtschaft in Serbien, Jakomschew, den der Korrespondent des Matin ausfragen konnte, hält Altserbien für vollständig verloren und die Lage Neuserbiens für aufs höchste gefährdet. In Mitrowitza berrsche größtes Elend und Hungersnot. Serbi che Stimmen für den Frieden. T. U. Lyon, 17. Nov. Hiesige Blätter erfahren aus Saloniki, daß unter Beisein aller Mitglieder der serbischen cheidungen wurden bezüg getroffen. Mehrere? i zur Einstellung der Feindselig⸗ Bedeutende Ent g des Krie halten wurde. lich der Weiterführun mächten und Bulgarien, er daß ein w stand unnütz sej. Die Krieg i stimmte j sodaß schließlich beschlossen wurde. den Widerstan bündeten fortzusetzen. 0 Nach einer Meldun⸗— Truppen, die 1 sta rv k als die Alliier ibungen mit den Kaufleuten wegen der Lieferung von auch sollten die Griechen den Trausporten ten machen. Im Augenblick könnten täglich nicht mehr als 5004(daten der Alliierten landen, die Aus⸗ schiffung von 300 000 Mann würde also 2 Monate dauern. Hilfe für General Sarrail! Paris, 17 Nog n. Nichtamtlich.) fordert in der Gu Sociale dringende Hilfe Arniee des General rrail. Man habe seit Krie bruch so viele Fehler begehen sehen, daß die Oeffentli 0 jetzt berechtigt sei, die Regierung zu warnen. Man dürfe VVVVVVVVJVVVVVVTCC Sitzung im Gewerkschaftshause. scheinen. von Montag, den 22. November ab abends 8 Uhr Unterweisungen in der Handhabung der Kochliste unentgeltlich für jedermann statl Samstag, den 20. von 9 bis stadt 61 amnelden. Griechenlands Vergewaltigung e den Vierverband. Laut einer Pariser Meldung hat England die aller in englischen Säfen befindlichen griech Dampfer verboten bis zum Eintreffen einer feiedigenden Antwort der Athener Regierung auf die au rst energischen Schritte des Vierverbandes, der sich für das i Salonik gelandete Expeditionskorvs volle Aktionsfreihent sichern, sowie gegen den Plan der Entwaffnung der serbischen oder verbündeten Truppen bei einem Rückzug auf griechisches Gebiet Garantien erlangen will. i Die Daily Mail meldet, daß die britischen Behörden in Liberpool und Newcastle 90 griechische Dampfer zurückhalten. Brieffasten. 3 S.⸗Landenhausen. Wer haben bisher keine Auszeichnungen von N Kriegsteilnehmern gebracht und können jetzt auch nicht damit an⸗ fangen. Es geht auch so! 75 75 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 5 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 7% Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Offenbach o. M Vereinskalender. E Donnerstag 18. November. 9 1 Gewerkschaftskartell. Abends 8½ Uhr: Alle Delegierten wollen er 0 J — Rekaunntmachu nag. 9 ö ö N 1 Gießen. In der städtischen Haushaltungsschule, Neustadt 61, finden Wer hieran teilnehmen will, wolle sich am Freitag, den 18. und 1 12 Uhr im städtischen Schulgebäude Weu⸗ I Gießen, den 17. November 1915. a Der Oberbürgermeister. Keller. . nicht glauben, daß die serbische Armee sich in guter gin die Berge zurückziehe, um einen plötzlichen Vor⸗ n die Oesterreicher und Deutschen zu unternehmen. Das serbische Heer, das auf beiden Flügeln von der Um⸗ klammerung bedroht sei, müsse sich gegen die albanische Küste oder Griechonland zurückziehen. Die letztere Rückzugslinie sei wahrscheinlich, da in Griechenland die Allfierten stünden, um zu helfen. Es sei ganz klar, daß die Oesterreicher, Deuk⸗ schen und Bulgaren gegen Salonik marschierten. Wenn man nicht schleunigst große Verstärkungen nach Salonik sende, wo nichts für den Widerstand vorbereitet werden könne, gehe man einer schlimmeren Katastrophe entgegen, als der Fall von Antwerpen für die Alliierten gewesen sei. Herbs schließt seinen Artikel mit der Frage: Was macht Italien, was Rußland? ö Donnerstag frisch vom See- platz eintreffend: Bratschellsische„ 46, sich südlich von Prilep im Cernatal gegen Wonastir zurück, wo vielleicht die letzte mazedonische Schlacht stattfinden werde. Zwischen den bulgarischen Vorhuten und den serbischen Nach⸗ huten werde auf den Höhen längs der Straße von Veles nach Prilep erbittert mit den Messern gekämpft. Die Bulgaren beherrschten schon die Babunaberge, seien der Stadt Prilep sicher und bedrohten Monastir. Die Serben aus dem Kreise Monastir seien auf der Flucht nach Griechenland. Der Korre⸗ spondent gibt zu, daß die örtlichen Erfolge der Franzosen am Wardar gegenüber den Zusammenbruch der Serben in Mazedonien wirkungslos seien. Er habe von serbischen Offizieren, die nach Salonik eilten, gehört, daß Serbien derloxen sei. Die Kämufe bei Katschauik. Laut Meldungen aus Salonik vom 16. ds. ist eine mörde— rische Schlacht in Katschanik im Gange. Die Serben disten verzweifelt Widerstand gegen bedeutende bulgarische, öster⸗ chische und deutsche Streitkräfte, doch dürfte dieser bald gebrochen „i, da der Feind, der sich einen von Norden kommenden Weg ge⸗ „Inet. die Möglichke!“ hat, sich weiter zu verstärken. Der Kampf am ungang dieses Defilees ist von größter Wichtigkeit. Die Serben verlangen daher mit Nachdruck einen kräftigen Vorstoß der nach Norden ie ser Umgegend von Weles operierenden französi⸗ schen und englischen Truppen, was zur Entlastung der serbischen krmeen bedeutend beitragen würde. Ihre einzige Hoff⸗ zung besteht darin, auszuhalten, bis die Alliierten ihre Verbindung; unter sich durchgeführt haben. Die Franzosen am Wardar zurückgeschlagen. T,. U. Sofia, 17. Nov. Westlich von Leskovac haben die Mulgaren die ihnen von einer Ueberzahl entrissene Stellung wieder eingenommen. Die Franzosen sind westlich des Warbar abermals blutig zurückgeschlagen worden. Französi— sche Flieger sind von Saloniki zur Front aufgestiegen. „Weniger verzweifelte Lage“. General Sarrail bezeichnete auf die Frage des Korrespon— denten des Corriere die Lage der Serben als zwar„immer noch 1 . dor augenblicklich weniger verzweifelt als zuvor.“ Mittel⸗Kabeliau 6 Holl. Vollheringe.... Stück 18 L Jeinste Rollmöpse... Stüc 14 la Wismarckheringe z billigst. Tagespreis. Feinste pomm. Cervelatwurst pfund 2.70 Ia Blutwurst. Pfund 1.704 Sopang⸗Fleischersgh 707 Gemüse⸗Rudeln.... Pfund 50% Ia Kraflst isch in iund⸗Dosen. 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