1 better. der 195 — — 9 9 9 9 9 9 9 9 2 1 9 9 2 — rr N as Herauswachsen der Arbeiterbewegung aber aus den gte schätzen gelernt,— man hatte erkannt, daß der Aünglichkeit sich bei jeder Probe aufs Exempel erwies. der Organ i für die Interessen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. zeit Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monallich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post begogen vierteljährl. 1 80 Mk Redaktion und Expedition Giesten, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Gießen, Donnerstag, den 11. November 1915 10. Jahrgang Es ist eine schlechte Zeit für all die Jubilen, die uns dies t. Uns alle bewegen heute andere Dinge als die Feier 8 in denen sich vor 25 Jahren der Sieg der deutschen rheiterklasse über die zwölfjährige Periode des Ausnahmegesetzes erkörperte. Freilich bewahrt uns diese Gegenwart mit ihren roßen Nöten und der Ausblick auf die Zukunft mit ihren vielen ute erst mehr geahnten als erkannten Aufgaben davor, in der Er⸗ zmerung an das seit jenen Tagen vorübergerauschte Vierteljahr⸗ undert einer Jubelstimmung Raum zu geben, die keinem weniger ut anstehen würde als der Arbeiterschaft. 8 Wllrd gen wir heute das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Zeneralkomt zission der deutschen Gewerkschaften, so tun wir es in kneingeschräukter Hochachtung vor all den Kämpfen, Opfern und eistungen, die dies Vierteljahrhundert deutscher Gewerkschafts⸗ ewegung umschließt, aber wir tun es zugleich erfüllt von der Frage, was der zu sagen haben wird, der nach abermals 25 Jahren ie Bilanz der deutschen Gewerkschaften zieht. Als sich in den Novembertagen des Jahres 1890 eine Anzahl bewerkschaftsvertreter zusammenfand, um, dem Bedürfnis nach gerer Ver! indung der einzelnen Berufsorganisationen folgend, ne gemeinsame Vertretung aller Gewerkschaften zu schaffen, da Atte für die deutsche Arbeiterbewegung ein neuer Zeitabschnitt be— Innen. Ihre stählerne Energie hatte das Ausnahmegesetz über⸗ zunden. Nicht aus Wohlwollen hatte man das Gesetz fallen lassen, ndern in der Erkenntnis, daß man auf diesem Wege schließlich in ine Sackgasse geriet. Was einer kleinen, abgeschlossenen Sekte * egenüber zur Not noch möglich erschien, war gegenüber einer mil⸗ A abwaß lonenköpfigen Massenbewegung nur dann noch möglich, wenn man de letzten Folgerungen der Aechtungspolitik zu ziehen willens war. sekten⸗ ften Verhältnissen der siebziger Jahre, ihr Anschwellen zu der röße und Stärke, wie sie sich in der Streikbewegung in den tzten Jahren des neunten Jahrzehnts und dann bei den allge—⸗ ieeinen Reichstagswahlen im Februar 1890 offenbarte, war nicht r die Folge der Agitation, so viel darin auch sicherlich geleistet gurde, es war vielmehr die Wirkung der gerade damals be— annenden Umformung des deutschen Wirtschaftslebens. Rund anderthalb Jahrzehnte hatte die schleichende Krisis ge⸗ Kuert, die sich nach dem Zusammenbruch der Gründerwirtschaft elngestellt hatte. Nur langsam gelang es dem deutschen Gewerbe, du Anschluß an die Weltwirtschaft zu finden. Einfuhr und Aus⸗ ihr des deutschen Außenhandels hatten sich bis Ende der achtziger hahre die Wage gehalten. Handel und Gewerbe hatten den natür⸗ chen Bevölkerungszuwachs bei weitem nicht aufnehmen können, de Auswanderung war stark gestiegen, sie erreichte im Jahre 1881 Mt 221000 Personen ihren Gipfelpunkt, von dem sie dann 5 in herunterging. Die Produktionskräfte von Land und Volk gen wie in Fesseln, weil ihnen der Raum zur Entfaltung und Usdehnung fehlte. Handel und Gewerbe hatten noch nicht die Thigkeiten erlangt, um sich gegen die Konkurrenz der älteren Au- Istrieländer einen Platz auf dem Weltmarkt zu erobern. Die sten der achtziger Jahre brachten endlich den ersten frischen Zug die drückende Stille des deutschen Wirtschaftslebens. Sogleich shossen die schwachen Keime der gewerkschaftlichen Organisationen; sich nach dem ersten Sturm der ausnahmegesetzlichen Praris eder gebildet hatten, in die Höhe und zeigten alsbald einen Amischen Betätigungsdrang, der sich in zahlreichen Streiks ent⸗ . Im Wirtschaftsleben war die Krisis, im politischen a e a debe überwunden: es ging wie ein, Märzwind über die latsche Arbeiterschaft. fe 93 Die harte Schule des Ausnahmegesetzes und der schleichenden Urtschaftskrisis hatte der Arbeiterbewegung eindringliche Lehren Akeilt. Nicht nur, daß man den Wert der Organisation. besser nem Maße von der Art und Form der. Organisation abhing. So zlle Kraft war durch die Planlosigkeit des 8 zertan worden. So viele agitatorische Erfolge waren den. aufsationen wieder unter den Händen zerronnen. 9115 n Itliche Praxis hatte Organisationsformen erzwungen, 0 griff aum den Grundsatz der Zentralisation wieder auf, 1 1 neee ei Jahrzehnten von der politischen Organisation doarndie Vorgehens 1 Dr⸗ ate, diesmal aber unter dem Drucke der N lempf täglich offenbarte. Wohl 1 55 die ae 10 1 solgerung des Zentralisationsgedankens, 1355 5 einem so frühen Stadium der Entwicklung Tg bar ein deutlicher Ausdruck des der Gedanken eistes, der sich unverjährbares Bürgerrecht die Zusammen⸗ ett der deutschen Arbeiterschaft erworben hatte. rallonitilston be ung aller Zentralorganisationen in der 0 Weites e tete die Absage an die letzten Reste Aae en und das och in ber deutschen Arbeiterwelt stecken eee den Klasfen en ee zu der alle Berufsschranken überbrückend s tät des Proletariats. 3 ö F i 2 Hier 1 5 die Elemente, aurs denen sich die de 1918 17 1 aut des Gewerkschaftswesens bildete, he Arbeiterschaft en, daß es bis in die romanische und slavn 15 nac ein zum vielumstrittenen aber doch immere alralisation, deren bild wurde. Sie bestehen in der strafsen 1 85 an die Organi⸗ ammenhalt durch hohe Leistungen der Mia esichert ist, und in un und der Organisation an die Micgliend ie gt die Ueberlegen⸗ 1 Grundsatz der Klassensolidgrität. gonüber der phrasenreichen tlerischen Engherzigkeit der r so konnten die deutschen tung des Arbeits⸗ teht; und auch nur zierte wie ungelernte lang⸗ Erfolg in unnütz; kotwendigkeiten, die den lkommission die natürliche ber daß diese Folgerung Nilitärdiktatur in Griechenland? Arbeiter in opferbereiter Solidarität vereint. Aber auch nur so konnte sie der starke geistige und materielle Rückhalt der gewerk⸗ schaftlichen Internationale werden. Diese Entwicklung wurde ihnen nicht leicht gemacht. Als sie nach dem Weichen der anfangs der neunziger Jahre hereingebroche⸗ nen Wirtschaftskrisis wieder mit gesteigerter Kraft an die Ver⸗ besserung der elenden Löhne gingen, da stießen sie auf ein Unter⸗ nehmertum, das gerade jetzt im heißesten Wettbewerbe um seine Geltung auf dem Weltmarkte stand und darum noch weniger als sunst geneigt war, diese Erschwerung seines Gewinnstrebens ruhig hinzunehmen Heftig wandte es sich gegen die Gewerkschaften, und stürmisch verlaugte es nach der Hilse des Staates im Kampfe gegen die immer mächtiger aufstrebende Bewegung. Wohl versuchte man die Gesetzgebung zu diesem Zwecke aufzubieten, aber es gelang micht mehr— die Stellung der Gewerkschaften war bereits zu fest, um vor diesem Sturm zu weichen. Der Entwurf des„Gesetzes zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses“ fand ein ruhmloses Ende. So konnte sich die Entwicklung der deutschen Gewerkschaften, wenn auch unter oft grausamen Opfern, im allgemeinen ohne ge⸗ waltsame äußere Störungen vollziehen. Ihr Ergebnis kennen wir. Wenn die Generalkommission in den nächsten Wochen den Be vom letzten Jahre veröffentlichen wird, so wird man die Leistun fähigkeit und Widerstandskrafst der Zentralverbände zahlenmäßig belegt finden. Allerdings werden uns diese Zahlen nicht erkennen lassen, was die Gewerkschaften in diesem Vierteljahrhundert für die Lebenshaltung der Arbeiterklasse getan haben: Gewiß könnte mau alle buchmäßigen Verbesserungen des Arbeitsverhältnisses, wie sie in der jährlichen Streikstatistik enthalten sind, zusammenzählen und hätte dann sicher sehr ansehnliche Ziffern. Aber man hätte noch nicht die Fernwirkung der Gewerkschaftsarbeit, die sich in Lohnerhöhungen für Berufe und Gegenden äußert, auf die den Organisationen jeder unmittelbare Einfluß versagt ist. Die Gesamtwirkung der gewerk⸗ schaftlichen Tätigkeit entzieht sich jeder Schätzung, wo ein Vergleich der materiellen Volkskultur von heute mit der von 1890 eine Hebung für die Gegenwart ergibt, da haben die Gewerkschaften den größten Anteil daran. Damit ist der Inhalt des vergangenen Zeitabschnittes gewiß noch nicht erschöpft. Zwar haben die Gewerkschaften die Fort⸗ bildung der sozialistischen Theorie stets den dazu Berusenen über⸗ lassen; aber wer möchte bestreiten, daß sie nicht auch die Gedanken⸗ welt des deutschen Arbeiters tiefwirkend beeinflußt haben? Der alte Erlösungsgedanke, der mit gläubigem Vertrauen dem großen Tage entgegenharrt, der einmal alle Schuld sühnen und alle Ent⸗ erbten beglücken soll, er ist in erster Linie unter dem Einflusse der Gewerkschaftsarbeit zurückgetreten und hat dem Gedanken des un⸗ ablässigen Aufbauens Raum geben müssen. An der Gesamtheit dieser Entwicklung hat die Generalkom⸗ mission keinen geringen Anteil. Wohl hätten die Gewerkschaften ohne die Blüte der Industrie niemals ihre heutige Größe erreichen önnen, und auch das, was wir heute ihr geistiges Wesen nennen können, wäre ohne die Vorarbeit und Mitwirkung des wissenschast⸗ lichen Sozialismus nicht möglich gewesen. Aber dadurch wird das Verdienst der Generalkommission nicht aufgehoben. Es besteht darin, daß sie die durch die Verhältnisse gegebenen Möglich Notwendigkeiten frühzeitig erkannte und sich mit würdiger Zähigkeit für sie einsetzte, ohne der Widerstände zu achten, die Vorurteil und Einsichtslosigkeit ihr entgegentürmten. Wer in den älteren Gewerkschaftsschriften blättert, wird oft finden, wie früh da schon Gedanken ausgesprochen wurden, die sich erst viel später durchsetzten und heute zur Binsenwahrheit geworden sind. Wann immer dies erste Vierteljahrhundert der deutschen Zentralverbände gewürdigt wird— man wird stets— und später vielleicht mehr als heute— der Arbeit der Generalkommission und hier besonders der Arbeit Carl Legiens, der seit ihrer Grün⸗ dung ihr Vorsitzender ist, einen beträchtlichen Anteil an den Ergeb- nissen zuerkennen müssen. Man wird ihr zu ihrem Jubiläum nichts besseres wünschen können, als daß sie ihren Aufgaben in aller Zukunft im gleichen Maße gewachsen sein möge wie in dieser Zeit der großen Not. * 15* Der serbische Rück zes. T. U. Wien, 9. Nov. Die Reichspost erhielt von ihrem Sonder⸗ berichterstatter folgende Depesche: Die serbischen Armeen wälzen sich gleich einem wirren Haufen von Kurchumlija-Prokopia nach Pri⸗ stina. In einem ungangbaren Gelände stauen sich Artillerie, In⸗ fanterie und Volksmassen. In einem unbeschreiblichen Jammer rufen sie um die Hilse ihrer Verbündeten. Im unwirtsamen albani⸗ schen Gebiet werden die Trümmer eilten serbischen Ruhmes bald begraben sein. Die Situation in Griechenland. Eine antidynastische Bewegung. Wie das Blatt Republicain aus Saloniki meldet, sei dort in den letzten Tagen eine antidynastische Bewegung wach— gerufen worden, welche an die Bewegung vom Jahre 1907 erinnert. Die Agitationsherde befinden sich auf Kreta(die Heimat Venizelos), Korfu und Mytilene. In Kandia sagt man offen, der König müsse abdanken und in die Ver— bannung gehen, da er der nationalen Politik Venizelos abhold sei. In Korfu zertrümmerte die Menge einen Teil des Achileions. In Larissa und Korinth fanden Versamm⸗ lungen statt, in denen Tagesordnungen angenommen wur— den, worin die Absetzung des Herrscherhauses gefordert wird. * Eine Bestätigung der obigen Nachricht bleibt abzuwarten, aber jedenfalls hat eine antidynastische Bewegung dieser Art keinen besonderen Schrecken. Man darf nicht vergessen: Der König kann sich auf den Generalstab und auf die Armee stützen und auf einen ansehnlichen Teil sogar des jetzigen Parlaments. Daß man in England, Frankreich und Rußland antidynastische Tumulte und Unternehmungen in Griechenland nicht ungern sehen würde, leuchtet ein und geht auch aus Aeußerungen englischer Blätter un⸗ verhohlen hervor. Nach allem, was das Geld der Entente⸗Mächte zur Bearbeitung von Volksströmungen und Erregung von Straßenaufläufen in Italien und Rumänien geleistet und in Bul⸗ garien zu leisten versucht hat, muß man einigermaßen verwunderlich und andererseits erfreulich, wie wenig bisher davon in Griechenland versucht, oder vielleicht sagt man richtiger: geglückt ist. Die Militärdiktatur in Aussicht? T. U. Kopenhagen, 9. Nov. Aus Athen wird tele⸗ graphiert, der König erklärte, wenn Venizelos und seine An⸗ hänger fortfahren sollten, der Neutralitätspolitik der Re⸗ gierung Widerstand entgegen zu setzen, so werde er die Militärdiktatur erklären. Eine Auflösung werde nicht stattfinden, da Neuwahlen unter den jetzigen Verhältnissen nicht wünschenswert seien. Die Entente verliert den Krieg. graphiert an den Dailn Telegraph aus Athen vom 6. November: Dank der wunderbaren deutschen Presse-Organisation, n Alliierten nichts entgegenzusetzen haben, sind König Konstantin, der Generalstab und ein großer Bruchteil der Abgeordneten ebenso, wie eine einflußreiche Minderheit des Volkes fest überzeugt, daß die Vierverbandsmächte den Krieg verlieren müssen.. Die Mission Kitcheners. Tagblatt, wird die Sendung Kitcheners nach dem Orient als der beste Beweis dafür angesehen, daß England erkannt hat, fahr dadurch begegnen, daß es eine einheitliche Oberleitung aller Operationen in den Mittelmeerländern schaffe in der Person Kitcheners.— Der Haager Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung erfährt aus diplomatischer Quelle, daß so⸗ wohl in Paris wie in London tungen über die Haltung Rumäniens und Griechenlands herrschen; man traue dort ihren Ver⸗ sicherungen der wohlwollenden Neutralität nicht und besorge, daß sie an die Seite der Mittelmächte treten könnten, falls Serbiens Schicksal besiegelt würde. Die wirtschaftlichen Pläne Bulgariens. ö u und, bewunderns⸗ überrascht Die Korrespondenz Piper veröffentlicht eine Unterredung mit dem in Berlin weilenden bulgarischen Finanzminister. Dieser äußerte: Wir haben jedes Interesse und die feste Absicht, mit Griechenland die besten und freundschaftlichsten Beziehungen zu unterhalten. Dasselbe gilt für Rumänien. Nach dem Kriege wird Bulgarien einer Periode der größten wirtschaftlichen Entwicklung entgegengeführt werden. Eine der Grundbedingungen für diese ist die Entwick⸗ lung seiner Schiffahrt. Bulgarien wird zu einer halb⸗ maritimen Nation werden. Hierzu bedürfen wir natürlich der besten Hafenanlagen und der Schassung einer für alle Zwecke aus⸗ reichenden Bahnverbindung nach innen hin. Darum sind die ge⸗ plante Anschlußbahn nach Porto Lagos, dessen natürliche Verhält⸗ nisse für die Schaffung eines Flotten⸗ und Handelshafens sersten Ranges gar keine günstigeren sein konnten, und die Er⸗ richtung entsprechender Hafenbauten daselbst von allergrößter Be⸗ deutung. Die Arbeiten, deren Gesamtkosten für Bahn und Hafen auf 50 Millionen Franks veranschlagt werden, und deren Aus⸗ führung einem bulgarischen Konsortium unter Führung der Dis⸗ kontogesellschaft übertragen ist, werden sofovt nach Friedensschluß mit aller Energie betrieben werden. Bisher hatte Bulgarien nur eine Schiffahrtsgesellschaft, die bul⸗ gaxische Socisté Maritime, der nur eine geringe Zahl nicht großer Schiffe zur Verfügung stand. Wir hatten auch eine Subventions⸗ vereinbarung mit der deutschen Levantelinie, die beendet ist. Aber es ist das regste Interesse bei uns für eine energische Entwickelung der Handelsschiffahrt vorhanden, und wir haben auch bereits vos mehreren großen ausländischen Schiffahrtsgesellschaften Anerbiefun⸗ gen erhalten. Auch über diese Fragen kann natürlich erst nach dem Friedensschlusse eine Entscheidung getroffen werden. Von gans besonderer Wichtigkeit ist für uns die Entwicklung reger kommerzieller Verbindung mit Deutschland. Der Import Deutschlands hat einen höchst bemerkenswerten Auf— schwung bereits zu verzeichnen. Bulgarien wird dieser Entwicklung gern die größte Aufmerksamkeit zuwenden, und wir können die er⸗ freulichsten Fortschritte als sicher voraussetzen. Bei einer Besprechung über die natürlichen Hilfs⸗ quellen Bulgariens wies der Finanzminister besonders auch auf die reichen mineralischen Schätze des Landes hin, namentlich auf die Kupfervorkommen. Etwa 40 Kilometer von Sofia entfernt, in Elisena, besteht eine sehr ergiebige Kupfermine mit gut organisiertem Betrieb. Der Prozentsatz an Kupfer beträgt nicht weniger als 72 Prozent. Die Mine gehört einem Russen, der das Land verlassen hat, und der Betrieb ist für jetzt eingestellt. Er könnte aber bei der guten Organisation un⸗ schwer sofort wieder eröffnet werden, und man könnte sicher leicht zu einem Arrangement kommen, damit der Betrieb in kürzester Frist wieder aufgenommen wird. Ein zweites sehr wichtiges Kupferlager befindet sich bei Widin, dicht an der Donau. Es gehört einem Herrn S ow in Plewna. Der Betrieb ist noch nicht organisiert, aber die Ausbeutung könnte und sollte gleich nach Friedensschluß in die sogar sagen: Es ist der Kammer London, 9. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Doktor Dillon tele⸗ dem die In hiesigen unterrichteten Kreisen, schreibt das Berner es gehe im Orient num ans Leben. England wolle der Ge⸗ ernste Befürch⸗ Wege geleitet werden, da die Verbindungen nach dieser Mine hin schworenen Aussagen einiger Leute des wünschten so vortrefflich sind. Zur Lage in Italien. Hetze zum Krieg mit Deutschland. Aus Lugano wird der Frankf. Ztg. gemeldet: Die Be⸗ wegung, um die Regierung zu veranlassen, an Deutsch⸗ land den Krieg zu erklären und am Balkan⸗ feldzug teilzunehmen, tritt nunmehr nach genügender Vorbereitung durch die Presse in das ausführende Stadium ein mit Hilfe derselben extremen Gruppen, die im vergangenen Mai durch Straßenkundgebungen die Kriegs⸗ erklärung an Oesterreich durchgesetzt haben. Eine Entschließung des nationalistischen Zen⸗ tralausschusses ermahnt das Parlament, nicht den im vergangenen Mai offenbarten Volkswillen zu verraten, und fordert die Regierung auf, den Krieg so zu führen, wie es die nationalen Interessen und die Treue gegen die Ver— bündeten erforderten. Auch diese Metaphern bedeuten das Verlangen einer Kriegserklärung gegen Deutschland und die Teilnahme am Balkanfeldzuge. Die U-Boote im Mittelmeer. Genf, 9. Nov. Der Sonderberichterstatter des Petit Journal drahtet aus Salonik: Man erfährt hier, daß ein neues italienisches Dampfschiff von einem feindlichen U-Boot versenkt wurde. Der Name des Dampfers ist noch unbekannt. ü Baralong. Der deutschen Botschaft in Washington sind jetzt die be⸗ amerikanischen Schiffes „Nicostan“ zugegangen, das von einem deutschen Unterseeboot an⸗ gegriffen worden war, worauf sich ein als Amerikaner bezeichnetes Schiff näherte, das sich als das englische Kriegsschiff„Baralong“ entpuppte und das U-Boot durch Geschüfeuer zerstörte. Bis hierhin könnte man das Vorgehen des„Baralong“ zwar als eine gemeine und verächtliche, aber immerhin doch noch als eine Kriegslist ansehen. Die Zeugen haben aber weiter beschworen. daß die sich ergebenden und Rettung erwartenden Ueberlebenden des U-Bootes auf Befehl des„Baralong“-Kapitäns William Me Bride grausam getötet wurden. Sie wurden teils beim Be⸗ treten des englischen Schiffes, teils im Wasser treibend erschossen, der Rest, der sich auf dem„Nicosian“ befand, wurde dort von einem Kommando des„Baralong“ gejagt und ermordet. Ein roh gewaltsam Handwerk ist der Krieg, schrieb unser Schiller. Selbst von der Vermenschlichung durch internationale Verträge ist nicht viel übrig geblieben. Aber die traurige Höhe des gemeinsamen Mordes an Wehrlosen ist doch erst jetzt erreicht: an Schiffbrüchigen hier, an deutschen Gefangenen in Rußland— dort, weil sich die eskortierenden Kosaken an einer Attacke zu beteiligen Wir wollen hoffen, daß sich in England, wo man z. B. das vor⸗ nehme Verhalten der heute vor einem Jahr totgehetzten„Emden“ allgemein laut anerkannt hat, gewichtige Stimmen gegen die infame Schandtat des Me Bride erheben werden. Wir haben vorläufig auch keinen Grund, der Erwartung zu entsagen, daß die englische Regierung den Me Bride zur Verantwortung ziehen wird. Es wäre schlimm für Groß⸗Britannien, geschehe das nicht, was der gerade dort so gern berufene Geist der Menschheit fordert. Vielleicht interessiert der Fall auch Herrn Wilson, zumal ja der „Baralong“ die Sterne und Streifen als Maske benutzte. Die Reichsduma. 8 Stockholm, 8. Nov. Laut Nowoje Wremja bestätigt sich immer mehr, daß die künftige Dumasession sich nur auf einige Tage beschränken wird, wobei die Hauptarbeit die Prüfung des Budgets bilden werde. Die Regierung will keine längere Session dulden, damit die linken Parteien nicht wieder eine Agitation entwickeln können wie in der letzten Augustfession. Der Fall Cavell. (W. T. B. Nichtamtlich) Der von der englischen Re⸗ gierung über den Fall Cavell veröffentlichte Schriftwechsel hat bekanntlich unzutreffende Angaben enthalten über angebliche Zusicherungen, die der amerikanischen Ge⸗ sandtschaft in Brüssel im Laufe des Verfahrens von den deut⸗ schen Behörden in Belgien gegeben, später jedoch nicht ge⸗ halten worden sein sollten. Diese den Tatsachen wider⸗ sprechende Darstellung war auf die inkorrekte Berichl⸗ erstattung des als Justitiar bei der amerikanischen Gesandt⸗ schaft in Brüssel angestellten belgischen Staatsangehörigen de Leval zurückzuführen. Die Kaiserliche Regierung hat da⸗ her Veranlassung genommen, durch ihren Botschafter in Washington die amerikanische Regierung darauf aufmerksam machen zu lassen, daß die bezüglichen in der englischen Ver⸗ öffentlichung enthaltenen Angaben mit dem wahren Sach⸗ verhalt in Widerspruch stehen. Sie erhob wegen der inkorrekten Berichterstattung Levals Vorstellungen. Gleich⸗ zeitig hat auch der amerikanische Gesandte in Brüssel, Whitlock, von sich aus die amerikanische Regierung über die tatzächlichen Vorgänge aufgeklärt. Whitlock teilte nunmehr im Auftrage der Regierung der Vereinigten Staaten der zuständigen Behörde in Brüssel mit, daß das Washingtoner Kabinett von der Angelegenheit Cavell keine Kenntnis ge⸗ habt hat, daß vielmehr die Schriftstücke ohne vorherige Ver⸗ ständigung mit dem Staatsdepartement durch das Auswärtige Amt in London veröffentlicht wurden. Gleichzeitig hat die amerikanische Regierung Leval seiner Stellung enthoben. Disziplinarverfahren gegen kriegsfreiwillige Beamte. Wie dem Berliner Tagebl. aus Leipzig geschrieben wird, heißt es in einer vom sächsischen Ministerium erlassenen Verfügung, in der Grundsätze über die Weiterbezahlung von Bezügen an die zum Kriegsdienst einberufenen Staatsbediensteten aufgestellt werden, betreffs der kriegsfreiwilligen Beamten:„Nach den Umständen des Falles würde nur zu erwägen sein, ob eine disziplinelle Ahndung seines eigenmächtigen Vorgehens herbeigeführt werden soll.“ Man wird es natürlich nicht billigen können, wenn Beamte da⸗ für disziplinarisch bestraft werden sollen, daß sie sich bei Kriegs⸗ ausbruch freiwillig gestellt haben. Trotzdem kann man in der Be⸗ urteilung des einzelnen Falles recht verschiedener Meinung sein. Es haben sich nämlich eine Menge Beamte mit Gehältern bis zu 3600 Mk. bei Kriegsausbruch zu Stellen in der Verwaltung ge⸗ meldet und sind auch angenommen worden. Sie beziehen nun nicht nur ihr Gehalt unverkürzt weiter, sondern erhalten auch das Ge⸗ halt der Stelle, die sie in der militärischen Verwaltung bekleiden, mit allen Nebenbezligen noch extra dazu. Beamte dieser Art stehen sich weit besser als ein Leutnant, der in der Front vor dem Feinde steht. Ueber diese Dinge wird nach dem Kriege im Reichstag noch recht eingehend zu reden sein. Am Suezkanal die Entscheidung des Weltkriegs? In Schweizer Kreisen, die geschäftlich mit England in Verbindung stehen und deshalb auch über die in der Londoner City herrschende Stimmung häufig gut unterrichtet sind, wird nach der Köln. Ztg die Reise Kitcheners dahin gedeutet, daß der englische Kriegsminister zum Oberbefehlshaber der englischen Streitkräfte in Aegypten ausersehen sei, und daraus der Schluß gezogen, daß man in England, entgegen den vorliegenden Zeitungsmeldungen, die Bedrohung des Suezkanals als sehr ernst ansieht. Man glaubt auch, daß die Engländer ganz gewaltige Anstrengungen zur Verteidigung des Suezkanals gemacht haben. Seit einigen Wochen sind zahlreiche Transportschiffe mit Soldaten und Munition nach Aegypten geschickt worden und noch unter— wegs. Man glaubt auch in England, daß auf dem Donau⸗ wege eine große Anzahl deutscher Mannschaften und Munition nach Konstantinopel ginge, um die türkische Armee in Syrien zu verstärken. Darüber, daß das ägyptische Volk sehr unzu⸗ aktion auf das ägyptische Volk ungünstig gewirkt habe. In der Londoner City ist man der Ansicht, daß der Suezkanal 2 E r eee N ,, n zum Angelpunkt des Weltkrieges werden wird am Suezkanal der ganze Krieg entscheiden werde. Der erste deutsche Zeppelin in Sofie T. U. Sofia, 9. Nov.(Meldung der T. UI.) Von un lichem Jubel begrüßt, erschien heute früh bei schönem Herb der erste deutsche Zeppelin über der Hauptstadt Bulgarien deutsche Luftschiff war in Temesvar aufgestiegen und hatte die ü 300 Kilometer lange Strecke von Temesvar nach Sofia in unb schreiblich schneller Fahrt zurückgelegt. An Bord des Luftschiff befand sich Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg. Der Za von Bulgarien war mit dem gesamten Gefolge und vielen Offi⸗ zieren an der Landungsstelle erschienen. 0 Zusammenkunft der Könige von Griechenland Rumänien und Bulgarien. 5 T. U. Bukarest, 9. Nov. Depeschen melden überei stimmend aus diplomatischer Quelle, daß augenblicklich bereitungen zu einer Zusammenkunft der Könige v Rumänien, Bulgarien und Griechenland getroffen we Die Entrevue der drei Herrscher bezweckt eine freundschaf liche Beratung der Balkanfragen. Die Zusammenkunft so in Bukarest stattfinden. 1 England lehnt die amerikanische Note ab. T. U. Haag, 10. Nov. Eine halbamtliche Meldung aus London besagt, daß England die letzte Note Wilsons geg die englische Blockadepolitik ablehnen und nichts an seine bisherigen Standpunkte ändern werde. Aus dem englischen Oberhause. 5 T. U. Austerdam, 10. Nov. Im englischen Oberhause schuldigte Lord Milner die Regierung, daß sie alle Berichte op mistisch färbe und klagt darüber, daß die englischen Offiziere deutschen Berichte als zuverlässiger betrachten als die englis Lord Courzon sagte im Namen der Regierung verschiedene formen zu. Der bejahrte Lord Courtney sprach von Friedensver⸗ handlungen durch Vermittlung von Neutralen, erhielt aber keine Antwort. Er wollte Greys Worte, daß ein Ansichtenaustausch über die freie See nach dem Friedenschluß stattfinden sollte, dahin um⸗ geändert haben, daß sie die Basis eines Vergleichs sein sollten. Bombenattentat gegen die italienische Gesandtschaft in New⸗ York. 5 T. U. Genf, 10. Nov. Ein Bombenattentat gegen d e italienische Gesandtschaft ist nach einer Havas⸗Meldung g Sonntag verübt worden. Eine Bombe, die nach Vermutung der Polizei aus einem Automobil geschleudert wurde, fiel in eine Gruppe italienischer Reservisten, die vor dem Konsulat warteten und explodierte unter ihnen. Nach einer Meldung des Corriere della Sera wurde bei dem Attentat niemand verletzt, nur die Fensterscheiben des Konsulats wurden ze trümmert. Die Täter sind noch nicht bekannt.— Es scheint Kriegsnotizen. Als ein gutes Zeichen betrachten die Blätter, daß bei der Berliner Sparkasse seit Anfang dieses Jahres rund 102,6 Millionen Mark eingezahlt wurden, zurückgezahlt sind 77,2 Mil lionen, darunter 34,8 Millionen Mark von Sparern gezeichnete Kriegsanleihe. Auch die Arbeitsnachweise, die ste igen den Ver⸗ kehrsziffern und die erhöhte Abgabe von Gas und elektrischen Mengen bestätigen die Besserung der gesamten Geschäfts⸗ lage in Berlin.„ 3 Der bayerische Ministerprästdent Graf Hertling hat einiger Zeit im bayerischen Landtag erklärt, daß über den bekam Erlaß, der den Eisenbahnern das Koalitions rec nimmt, eine Verständigung zwischen den deutschen Eisenbah verwaltungen herbeigeführt werden soll. Diese Konferenz am 4. und 5. November in Berlin stattgefunden, einigte sich aber dahin, die gefaßten Beschlüsse in der Eisenbahnerfrage vorläufi heim zu halten.— Diese Geheimhaltung kündigt für die Eisenbaß nichts Gutes. 7 Gestern kamen 38 aus englischen Internieru ngslage entlassene Deutche in Vlissingen an. Ihre 3 über die Behandlung sind sehr verschieden. In einigen Lagern war sie sehr gut, in anderen schlecht. . Ste Der Schiffbrüchige. Erzählung von W. W. Jacobs. (Nachdruck verboten.) Frau Rogenbuck schob ihren Schwiegersohn beiseite, legte eine bescheidene Gabe auf den Tisch und nahm dann den Arm ihrer Tochter und führte sie hinaus. Die Strobels folgten ihnen, und Herr Kröger, nach einem unentschlossenen Blick in der Richtung des biederen Herrn Liebermann, folgte eben— falls ihren Schritten und bildete den Nachtrab. Die Voran⸗ gehenden setzten eine Zeitlang ihren Weg schweigend fort. bis Herr Strobel, auf den die Sache einen gewaltigen Ein— druck gemacht hatte, sich dahin hören ließ, daß, wenn es nur mehr Wahrsager in der Welt gäbe, es auch eine Masse mehr bessere Menschen geben würde. Herr Kröger machte sich an seine Frau heran. doch mal, Beta,“ begann er. „Red' nicht mit mir,“ sagte seine Frau und schmiegte sich enger an ihre Mutter,„ich antworte dir doch nicht.“ Herr Kröger lachte bitter.„Das ist ja eine reizende Heimkehr,“ bemerkte er. Er blieb wieder zurück und setzte wütend seinen Weg fort, wobei seine Stimmung durchaus nicht gebessert wurde, als er bemerkte, daß Frau Strobel, ohne Zweifel weil sie an das Sprichwort„Schlechtes Beispiel verdirbt gute Sitten“ glaubte, ihren Mann fest beim Arm hielt. Seine Stellung als Verstoßener trat klar zutage, und er knirschte vor Wut mit den Zähnen, als er die tugendhafte Geradheit von Frau Rogenbucks Rücken bemerkte. Als sie das Haus erreichten, befand er sich in einer Verfassung wahnsinniger Sorglosigkeit, die viel weiter vorgeschritten war, als die ihm von dem Stern— deuter angedichtete. Seine Frau warf ihm einen solch fragenden Blick zu, als er im Begriff war, ihr ins Haus zu folgen, daß er mit seinem Fuß auf der Schwelle stehen blieb und sie stumm ansah. „Hast du drinnen etwas vergessen?“ fragte sie, Herr Kröger schüttelte den Kopf.„Ich wollte nur'rein— kommen und ein offenes Geständnis ablegen,“ sagte er mit seltsamer Stimme;„dann will ich gehen.“ Frau Rogenbuck trat zur Seite, um ihn passieren zu „Hör lassen, und Herr Strobel konnte es sich nicht versagen, mit seiner schwach protestierenden Gattin dicht hinter ihm einzu⸗ treten. Sie nahmen in einer Reihe an der Wand Platz, und Herr Kröger, der ihnen wie ein Verbrecher gegenüber saß, warf ihnen in seinem Grimm verächtliche Blicke zu. „Na, und?“ sagte Frau Kröger schließlich. „Alles, was er sagt, stimmt,“ sagte der Gatte trotzig. „Nur hat er bloß die Hälfte erzählt. Im ganzen habe ich drei braune Mädchen geheiratet.“ Jeder außer Herrn Sttobel schauderte vor Entsetzen. „Dann heiratete ich ein weißes Mädchen in Australien,“ fuhr Herr Kröger nachdenklich fort.„Ich muß mich wundern, daß der alte Liebermann das nicht in der Schale sehen konnte; das ist mir ein netter Wahrsager!“ „Was sie bloß an ihm finden!“ flüsterte der erstaunte Herr Strobel seiner Frau zu. „Und hast du auch das hübsche Mädchen auf der Photo— graphie geheiratet?“ fragte Frau Kröger mit zitternder Stimme. „Jawohl,“ sagte ihr Gatte. „Gemeines Frauenzimmer!“ schrie Frau Kröger. „Ich heiratete sie,“ sagte Herr Kröger nachsinnend,— „ich heiratete sie in Bremen, achtzehnhundertdreiundneunzig.“ „Dreiund neunzig!“ sagte seine Frau entsetzt. „Aber das ist unmöglich. Du hast mich doch erst vierund⸗ neunzig geheiratet.“ „Was hat das damit zu tun?“ fragte das Scheusal ganz ruhig. Frau Kröger erhob sich kreideweiß von ihrem Stuhle, starrte ihn mit entsetzten Augen an und versuchte vergeblich zu sprechen. „Du Schurke!“ schrie Frau Rogenbuck wütend. hab' dir nie getraut!“ „Ja, das weiß ich,“ sagte Herr Kröger ruhig. „Du hast Bigamie begangen!“ schrie Frau Rogenbuck. „Wieder und wieder,“ gab Herr Kröger freudig zu. „Das ist das reine Steckenpferd für mich geworden.“ „Lebte die erste Frau noch, als du meine Tochter heiratetest?“ fragte Frau Rogenbuck. „Ob sie lebte?“ sagte Herr Kröger. Sie lebt noch— Gott sei Dank.“ Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück und betrachtete mit 8 Genugtuung die entsetzten Gesichter seiner Gegen⸗ 15 ch „Natürlich lebte sie. „Dafür— dafür sollst du ins Gefängnis kommen,“ schrie Frau Rogenbuck atemlos.„Wie ist die Adresse von deiner ersten Frau?“ 1 „Ich verweigere die Antwort auf diese Frage,“ sagte ihr Schwiegersohn. 4 „Wie ist die Adresse von deiner ersten Frau?“ wieder⸗ holte Frau Rogenbuck. a J „Frag' doch den Wahrsager,“ sagte Herr Kröger 0 höhnischem Lächeln.„Und dann laß ihn als Zeugen vor⸗ laden, kleine Porzellanschale und alles. Er kann dir mehr sagen, als ich.“ ö 1 „Ich verlange ihren Namen und Adresse zu wissen, schrie Frau Rogenbuck und legte ihren knöcherigen Arm die Taille der zitternden Frau Kröger. 5 „Und ich weigere mich, sie zu nennen,“ sagte Herr Kröger mit großer Bestimmtheit.„Ich werde doch nicht selbst so gegen mich arbeiten; außerdem ist es auch gegen das Gesetz, daß man sich selbst eines Verbrechens beschuldigt. Geh man hin und verklag mich wegen Bigamie und gib den alten Rot f äugigen als Zeugen an.“ N Frau Rogenbuck blickte ihn sprachlos vor Wut an und beugte sich dann nieder und flüsterte aufgeregt mit Jau Strobel. Frau Kröger ging zu ihrem Gatten hinüber. „Oh, Hinrich“ klagte sie,„sag, daß es nicht wahr ist, sag, daß es nicht wahr ist.“ 3 Herr Kröger zauderte.„Was hat das für einen Zweck, daß ich was sage?“ sagte er mürrisch. 5 0 „Es ist nicht wahr,“ beharrte seine Frau.„Sag, daß es nicht wahr ist.“„ „Was ich dir erzählte, als ich heute abend ins Haus kam war alles wahr,“ sagte ihr Gatte langsam.„Und was ich Euch eben erzählt habe, ist ebenso wahr, wie das, was dern alte Lügenbold von Wahrsager Euch erzählt hat. Du bonn 4 N es halten, wie du willst, was du glauben willst.“ 8 „Ich glaube dir, Hinrich,“ sagte seine Frau. 9 Heeerrn Krögers Antlitz erhellte sich und er zog sie auf sein Knie. 5 „Das ist recht,“ sagte er vergnügt.„So lange, als d mir glaubst, ist es mir egal, was andere Leute denken. Und ehe ich viel älter bin, werde ich schon herausfinden, der alte Gauner die Namen der Schiffe wußte, wo Bord war. Es scheint mir, als ob da jemand geschwa Ende. 0 eine recht harmlose„Bombe“ gewesen zu sein. 1 urden z teilung vor: stellungen aber wurden bei Hessen und Nachbargebiete. f Gießen und Umgebung. 50 bis 60 Prozent Zuckerdividenden! Während seit 15 Monaten die Verbraucher 8 zum Schutze gegen Bewucherung nach Höchstpreisen verlehter sicherte die Regierung den Zuckerindustriellen schon 9 7 1 5 ginn des Krieges die Möglichkeit ungeschmälerter pr ite durch Festsetzung von Mindestpreisen. Die Erfolge 91 85 fürsorglichen Politik zeigen sich jetzt in den Jahresabschlüssen. Zu denjenigen Gesellschaften, die einen er ee 15 Nutzen aus der Kriegskonjunktur ziehen konnten gehört 10 Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikatton Weghäusel. Nach dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht ergibt sich nach Abrechnung der allgemeinen Unkosten n schließlich der Belohnungen an Arbeiter und Beamte, der satzungsmäßigen Abschreibungen, sowie der Gewinnanteile für Aufsichtsrat und Vorstand, ein Reingewinn von 2393 467 Mark gegen 1 053 321 Mk. im Vorjahre. Dabei ist eine Ver⸗ schiebung insofern eingetreten, als von der vorjährigen Rein⸗ gewinnziffer die Tantiemen(125 471 Mk.) noch zu kürzen waren, während sie diesmal schon im voraus in Abzug ge⸗ bracht worden sind. Die Gesellschaft schlägt folgende Ver. 500 000 Mk.(250 000 Mk. i. B.) Sonder- abschreibung auf Gebäude und Maschinen, 250 000 Mk.(0) Zuweisung an die Sonderrücklage, 10 000 Mk.(0) Rücklage für Außenstände, 250 000 Mk.(0) für Neuanlagen, 100 000 Mark(0) für die Unterstützungskasse, 250 000 Mk.(0) für die Kriegs⸗ und Dispositionskasse, 35000 Mk.(20 000) für die Steuer und Erneuerungsscheine, 990 000 Mk. für 21 Proz. (12,83 Proz.) Dividende.— Wenn die übertriebenen Ab⸗ schreibungen nicht gemacht worden wären, hätte die Zucker⸗ fabrik Weghäusel in diesem Kriegsnotjahr über 50 Prozent Dividende verteilen können. Die Bilanz der Zuckerhandelsunjon Ham- burg beweist, daß diese Zucker⸗Großhandelsgesellschaft bei insgesamt 2 Millionen Mark Aktienkapital nicht weniger als 1166 676 Mk. Verdienst hatte, gegenüber 23 458 Mk. im Vorjahre, was einem Reingewinn von 60 Prozent gleich⸗ kommt. Infolge übertriebener Abschreibungen wurde der Dividendensatz aber auf 25 Prozent herabgedrückt. Das darbende Volk wartet noch immer sehnsüchtig auf vernünftige Höchstpreise für Zucker. Was wir versäumen „Haß ist dazu nicht nötig, er trübt nur den Blick; derjenige Deutsche, der alles Vorzügliche einsieht und anerkennt, was auf dem englischen Wege erreicht wurde, steht weiser und stärker da als derjenige, der wüst verständnislos schimpft und herunterreißt. In dieser Beziehung finde ich die sonst so anerkennenswerte Haltung der deutschen Presse nicht ganz einwandfrei: ein schwerverwundeter deutscher Offizier, der bis zu Genesung und Austausch in einem englischen Lazarett lag, schilderte ausführlich die hingebend liebe⸗ volle Pflege, die er dort genoß, sowie die unzähligen Freundlich⸗ keiten, die ihm erwiesen wurden— meines Wissens hat kein deut⸗ sches Blatt das Manuskript zum Druck angenommen; ein deutscher Kavallerieoffizier, der verwundet vorübergehend in englische Ge⸗ fangenschaft geriet, erzählte mir den rührenden Zug, daß beim Vorstürmen ein englischer Soldat sich den Mantel auszog, um ihn über den im eisigkalten Regen Liegenden auszubreiten; genau ebenso hätten auch andere Engländer gehandelt. Wie viel edler und wie viel weiser wäre es, wenn unserer Oeffentlichkeit auch solche Dinge mitgeteilt würden! Jener Krieg aber, von dem ich rede, bliebe nichtsdestoweniger bestehen; im Gegenteil, wir würden ihn dann um so deutlicher erblicken; denn ihm liegt nicht Boshaftig⸗ keit zugrunde, sondern die beiderseitige Ueberzeugung, daß es ums Leben geht. Wir verrücken den Augenpunkt, indem wir immer nur die Perfidie König Eduards— der dem angeerbten Preußenhaß Luft macht—, die Niedertracht englischer Staatsmänner und der von ihnen besoldeten Presse sowie andere Uebelstände des Augen⸗ blicks betonen: der Kern des Streites liegt viel tiefer. Feindliche Brüder stehen sich gegenüber: das ist die entsetzliche Wahrheit. Alte Liebe oder wenigstens Brüderlichkeit, nie getrübt durch Streit und Kampf, ist nach und nach in Verständnislosigkeit, in Abneigung, vielerorten in Haß umgeschlagen“... Das liest man ir, der Leip⸗ ziger Abendzeitung. Und wer hat es geschrieben? Houston Chamberlain, der deutschnationale Schriftsteller, den die von Eng⸗ landhaß Besessenen so gern zum Schwurzeugen ihrer Schimpfereien vorführen möchten! Armeelieferanten und Arbeitslöhne. Die Bekleidungsämter haben Bestimmungen getroffen, nach denen bei Militärlieferungen angemessene Löhne gezahlt werden müssen. Obwohl die Unternehmer an diesen Liefe- rungen unzweifelhaft einen reichen Gewinn machen und sich viel besser stehen als in Friedenszeiten, wird immer wieder festgestellt, daß sie darüber hinaus sich durch Uebervor⸗ teilungen der Arbeiter noch weiter zu bereichern suchen. Die Akten der Gewerbegerichte enthalten bereits ein ane lee Material über das Treiben dieser besonderen Art „Patrioten“. f i 1 In Kö Un hat dieser Tage der Gauleiter des Schneider. verbandes, Fulfs, in einer Versammlung Mitteilungen ge. macht, wonach von einer Anzahl Firmen 97 5 85 55 zige die vorgeschriebenen Löhne für a e 38 171 säcken gezahlt hat. Es mußten für f de Fest⸗ n 5900 Köln vergebenen 3 Mil⸗ lionen Säcken mindestens 60 000 Mark, ß da e innen vorschriftswidrig das Garn selbst za 41 N u wenig gesamt mindestens 75000 Mark e ahlte gezahlt.— Bei der Herstellung von Dudem Be⸗ eine Firma(Rosenwald) statt der ble dane ewt barge schriebenen ant 2570 Matt 33 Pfg. Eine Arbeiterin erhielt 1 188 e e Lohn nur 945 Mark, wurde mithin um ligt. Diese Firma nahezu zwei Drittel ihres Lohnes eee 15 e beschäftigt noch eine ganze Anzahl an ie Genosse Fulfs Neben diesen Armeelieferanten gibt 1 e ausführte, noch viele, die nicht den 1 0 1 755 1 Lohn zahlten. Die Versammlung besch 22 l nehmer aufgefordert werden sollen, die 5 igung der Kriegs⸗ Ueber Maß und moralische We worden. innen bei Armeelieferungen ehrlich verdient werden, ist ein Zweifel noch nicht laut geworden. Dennoch wagen unersättliche Unternehmer, sich an dem Lohne, der vielfach unter Mithilfe aller Familienangehörigen, auch der Kinder, und unter Verzicht auf Erholungspausen und Nachtruhs er— worben wird, schamlos zu bereichern. Wann dürfen die Bauern den Kartoffel⸗Höchstpreis überschreiten? Es sind Zweifel darüber laut geworden, ob Landwirte, die unter Ausschluß der Großhändler ihre Kartoffeln direkt an den Konsumenten verkaufen, neben dem Produktions- Höchstpreis noch die dem Händler zugebilligten Zuschläge verlangen dürfen. Zur Klärung dieser Zweifel wird von zuständiger Stelle zu der Frage bemerkt: Nach§ 1 der Ver⸗ ordnung vom 28. Oktober d. J. gelten die Höchstpreise für Lieferung ohne Sack und bei Barzahlung. Die Höchstpreise schließen die Kosten des Transportes bis zum nächsten Güter⸗ bahnhof oder bei Wassertransport bis zur nächsten Anlege— stelle des Kahnes oder Schiffes ein. Außerdem sind die Kosten der Ladung in den Höchstpreis einbegriffen. Alles, was an Leistungen darüber hinaus von dem Produzenten verlangt wird, kann er besonders berechnen. Es dürfen in diesem Falle aber nur die wirklich verausgabten Unkosten berechnet und nicht etwa schlechthin die Händlerzuschläge in Ansatz gebracht werden. Unter allen Umständen dürfen die Kartoffeln ein⸗ schließlich aller etwaigen Unkosten nicht über den Klein⸗ handels⸗Höchstpreis verkauft werden. Höchstpreise für Butter im Kreise Gießen. Nach einer Bekanntmachung vom 8. November werden durch das Kreis⸗ amt Gießen folgende Höchstpreise für Butter für die Landgemeinden des Kreises Gießen festgesetzt: Süßrahm butter: Grundperkaufspreis für den Hersteller ein⸗ schließlich Verpackung frei Empfänger: nicht abgeformt 204 Mark für den Zentner, in Mengen unter einem Zentner nicht abgeformt 2,05 Mark für das Pfund, in 1 Pfund⸗Packung abgeformt 2,08 Mark für Pfund. in ½ Pfund⸗Packung abgeformt 1,04 Mark für halbe Pfund. Verkaufspreis für den Händler bei Abgabe an den Verbraucher: nicht abgeformt 217 Mark für den Zentner, abgeformt 2,20 Mark für das Pfund, 1,10 Mark für das halbe Pfund. Landbutter: Grundverkaufspreis für den Hersteller ein⸗ schließlich Verpackung frei Empfänger: a nicht abgeformt 170 Mark für den Zentner, in Mengen unter einem Zentner nicht abgeformt 1,70 Mark für das Pfund, in Ballen oder in Pfund-Packung abgeformt 1,73 Mark für das Pfund. Verkaufspreis für den Händler bei Abgabe an den Verbraucher: nicht abgeformt 1,82 Mark für das Pfund, abgeformt 1,85 Mark für das Pfund, 93 Pfennig für das halbe Pfund. Weiter heißt es in der Bekanntmachung: Alle diese Preise sind Höchstpreise. Sie haben nur die Bedeutung einer Obergrenze. Auch wird besonders darauf hingewiesen, daß in der Spannung von 15 Pfennig, wie sie in den obigen Preisfestsetzungen zwischen dem Grund⸗ verkaufspreis für den Hersteller und dem Verkaufspreis für den Händler zum Ausdruck kommt, der ganze Ver⸗ dienst sämtlicher am Zwischenhandel beteiligter Personen enthalten ist. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschriften wer⸗ den nach§ 6 des Höchstpreisgesetzes mit Gefängnis bis zu 1 Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark bestraft. Es ist zu erwarten, daß für Gießen die Preise etwa in gleicher Höhe festgesetzt werden; wie sie übrigens für ganz Oberhessen gelten. — Fleischabschlag. Wie wir hören, soll von morgen ab eine Ermäßigung der Schweinefleischpreise eintreten. Schweinefleisch und Solberfleisch soll 1,50 Mark kosten; die Wurstpreise sollen entsprechend festgesetzt werden. Genaueres teilen wir noch mit. — Nahrungsmittelabgabe durch den Kommunalverband Gießen. In den nächsten Tagen wird von seiten des Kom⸗ munal-Verbandes Gießen Weizenmehl abgegeben wer⸗ den, das bei der Mehlverteilung erspart wurde. Es handelt sich um bestes Weizenmehl, von welchem jeder Empfangs⸗ berechtigte 1 Pfund erhalten soll. Dazu werden Bezugs⸗ karten bei den Brotmarken-Ausgabestellen ausgegeben, gegen welche das Mehl zu einer noch zu bestimmenden Zeit im alten Schulhaus in der Neustadt verabfolgt wird. Das Pfund soll 23 Pfg. kosten. Wir weisen auf die Bekannt⸗ machung des Oberbürgermeisters im heutigen Blatte hin.— Ebenfalls vom Kommunalverband soll in einiger Zeit R eis zum Preise von 55 Pfg. das Pfund verkauft werden. Davon stehen 600 Zentner zur Verfügung. Weiter gibt der Kommunalverband bekannt, daß er 400 Zentner weiße Kernseife bezogen habe, welche den Gemeinden zu 69 Pfg. das Pfund erhalten. Im Kleinverkauf soll diese Seife nicht teurer als 76 Pfg. verkauft werden. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Gardefüsilier Albert Kreiling aus Heuchelheim, Lehr⸗ Inf.⸗Reg.— Landsturmmann Karl Magold aus Elpenrod, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116.— Musketier Karl Becker aus Kessel⸗ bach, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116. — Wahrsageschwindel. Eine Entscheibung des Ober⸗ Under F r an Ft apt die diaet. den Bahre schwindel, der das größte Unheil anzurichten imstande ist, mit dem „Groben Unfugs“⸗Paragvaphen zu Leibe zu rücken, unter den die das das öffentliche Ankündigung der Wahrsagekunst fallen oll. So hatte die 0 Albertine Schmitz einen Stvafsettel von 50 Mark wegen gewinne ist schon viel getdracd darbeiter und Arbeiter- HChefran Darüber aber, daß die Löhne der groben Unsugs erhalten, weil sie im Zeitungsinseraten einem ver⸗ ehrlichen Publico ihre Dienste als Phrenologin oder Charaktercolo⸗ gin angeboten hatte. Sie hatte richterliche Entscheidung beantragt und machte am Schöffengericht geltend, daß sie sich nicht mit dem Hokuspokus der Wahrsagerei befasse, sondern eine Wissenschaft aus⸗ übe. Wissenschaft hin oder her, sagte das Gericht, die Art der Aus⸗ nützung und Ausübung, wie sie durch die Beweisaufnahme sest⸗ gestellt ist, unterscheidet sich jedenfalls in nichts von dem üblichen Wahrsageschwindel. Darum ist eine Geldstrafe von 50 Mark wegen groben Unfugs gerechtfertigt. Weil Frau Schmitz auch nebenbei in zwei Fällen für Krankheiten Rezepte gegeben hatte und in dem einen Falle dafür bezahlt worden war, wurde sie zu einer weiteren Geldstrafe von 30 Mark verurteilt, weil sie als nicht approbierte Person die Heilkunst ohne Anmeldung ausgeübt hatte. — Die Gießener Wochenmarkt⸗Ordnung ist wieder dahin ge⸗ ändert worden, daß der von der Stadtverordneten⸗Versammlung zurzeit beschlossene 8 14 b in Kraft bleibt. Danach ist der ge⸗ werbsmäßige Einkauf von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs, die von außerhalb zum Markt gebracht werden, während der ganzen Markttage sowohl auf dem Marktplatze als auch außerhalb desselben im ganzen Bereich der Stadt Gießen verboten. — Stadttheater. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufführung der Lothar Schmidt schen Komödie„Die Venus mit dem Papagei“ in der morgigen Freitags⸗Abonnements⸗ vorstellung voraussichtlich die letzte des Werkes sein wird. Die Erstaufführung des eigenartigen Werkes ist bekanntlich mit leb⸗ haftem Interesse aufgenommen worden. Von Nah und Fern. X Ein alter Herr. In Offenbach feierte am Dienstag der Rentner Georg Haus in völliger geistiger und körperlicher Frische seinen 93. Geburtstag. Er ist der älteste Einwohner Offenbachs. Tahesbericht des Großen Hauptguartiets. Ein russischer Durchbruchsversuch gescheitert. Die Beute in Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 10. Nov., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz, Keine besonderen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. f Westlich von Riga wurde ein russischer Vorstoß gegen Kemmern zum Stehen gebracht. Westlich von Jakobstadt wurden stärkere, zum Angriff vorgegangene feindliche Kräfte zurückgeschlagen. Hundertundsiebenzehn Mann sind in unserer Hand geblieben. Vor Dünaburg beschränkten sich die Russen gestern auf lebhafte Tätigkeit ihrer Artillerie. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern, Nichts Neues! 5 Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Ein russischer Durchbruchsversuch bei und nördlich von Budka(westlich von Czartorysk) kam vor pstpreußischeu, kurhessischen und österreichischen Regimentern zum Stehen. Ein Gegenstoß warf den Feind in seine Stellung zurück. Balkan. Die Verfolgung ist überall im rüstigen Fortschreiteu. Die Beute von Krusevac beträgt nach der nnumehrigen Fest⸗ stellung hundertunddrei fast durchweg moderne Geschütze, große Mengen an Munition und Kriegsmaterial. Die Armee des Generals Bojadjieff meldet dreitausend⸗ sechshundertundsechzig serbische Gefangene, als Beute von Nisch 100, von Leskovac 12 Geschütze. Oberste Heeresleitung. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Das Zurückweichen der Serben. Wien, 10. Nov.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 10. November 1915. Rusfischer Kriegsschauplatz. 0 In Ostgalizien herrscht seit dem Mißlingen der letzien russi⸗ schen Angriffe gegen unsere Strypa⸗Front wieder Ruhe. Ein russischer Durchbruchsversuch westlich von Czartoryst wurde unter heftigen Kämpfen durch deutsche und österreichisch⸗ ungarische Truppen vereitelt. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit der italienischen Artillerie war gestern im all⸗ gemeinen wieder lebhafter. Feindliche Angriffe auf den Südteil der Podgora ⸗Stellung, gegen Zagora, bei Plava und auf den Col di Lana wurden abgewiesen. Auf Nabresina abgeworfene Fliegerbomben töteten mehrere Zivilpersonen, darunter eine Frau und drei Kinder. 1 Ssdöstlicher Kriegsschauplatz. Oesterreichisch⸗ungarische Truppen der Armee des Generals von Köveß haben südwestlich von Jvanjica die stark be⸗ setzte Höhe Okolista genommen und auf Eldoviste, dem Süd⸗ ausläufer der Zelica Planina, eine aus mehreren hintereinander liegenden Schüßengräben bestehende Stellung gest ür mt. Südwestlich von Kraljewo dringen deutsche Streit⸗ kräfte beiderseits der Ibar vor; südwestlich von Krusevae ge⸗ wannen sie den Raum von Alexandrovac. * Die Bulgaren werfen den Feind bei Nisch und Aleksinaz auf das linke Ufer der südlichen Morawa zurück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. * Der letzte Ausweg verlegt? Aus Wien wird der Frankf. Ztg. telegraphiert: Nicht nur Lekowatsch, sondern auch Aleksinaz ist bereits in den Händen der Bulgaren und damit das ganze fruchtbare und an natürlichen Hilfsquellen reiche Becken der Binacka⸗Morawa. Da die Bulgaren den Feind bei Nisch und Aleksinaz auf das linke Ufer der südlichen Morawa zurück⸗ gedrängt haben, sind die Serben hiermit ganz in das west⸗ serbische Gebirgsland hineingeworfen, das samt seinen Aus— läufern zumeist mittleren Gebirgscharakter hat und nur an der unteren Wolisca und Binacka-Morawa als kultiviertes Berg- und Hügelland endet. Die über Kurschumlje fliehen ⸗ den feindlichen Kolonnen werden jetzt in die durchschnittlich 1400 Meter hohe, Alpengebirgscharakter tragende Kapaonika— Planina gedrängt und müssen sich sehr beeilen, diese zu passieren, damit ihnen die von Norden heranrückenden Ver— bündeten nicht den letzten Ausweg abschneiden. Schon sind den verbündeten Armeen überall Gruppen feindlicher Streit- kräfte in die Hände gefallen, die den Anschluß an ihre zurück— weichende Hauptkolonne versäumt haben. Die Schnelligkeit, mit der dieser Rückzug geschah, trägt auch wohl die Schuld an den großen Verlusten von Geschützmaterial, die einen erheblichen Teil der serbischen Gesamt⸗Artillerie umfassen. Die Serben ver— suchen gegen den Sandschak abzuschwenken. Die Ein⸗ nahme von Tetowo ist ein bedeutendes Ereig⸗ mis. Die vollkommene Trennung Serbiens von Mazedonien ist dadurch vollzogen. Der Weg nach Südalbanien durch das Tal des oberen Wardar ist verlegt. Der Raum zwischen der Wardar⸗ und Morawa⸗Bahn ist in den Händen der Bulgaren. Der Zug des Elends. a Reuter meldet: Ein englischer Ingenieur namens Jenkins, der im April nach Serbien ging. um dort als Freiwilliger in den englischen Hospitälern zu arbeiten, gibt in der Daily News eine Be⸗ schreibung des Elends in Serbien: a „„Als Belgrad geräumt wurde, strömte die Menge in südlicher Nichtung längs der Wege, auf denen man fußtief im Schlamm ver⸗ sank. Regen und nasser Schnee fielen ohne Unterlaß. Frauen zogen ihre Schuhe und Strümpfe aus und wateten bis an die Kuje im Wasser. Unter der Menge befanden sich viele Säuglinge und Kinder. Diese und alte Männer kamen mit zwischen die Herden von Rind⸗ vieh, Schafen und Schweinen. Manchmal blieb ein derartiger Zug hoffnungslos stecken, aber keinerlei Anzeichen von irgendwelcher Panik wurde wahrgenommen, sondern nur eine schweigende Er— gebenheit. Sie irrten viele Tage lang umher, ohne zu wissen, wohin ihr Weg führte. Sie schienen sich mehr vor den Bulgaren, als von den Oesterreichern zu fürchten. Man weiß nicht, wie diese Leute ihre Nahrung bekamen, da die wenigen Herbergen nichts mehr hatten. Viele Kinder starben. Die Leichen wurden am Wegraude zurlickgelasfen. Unter diesen Verhältnissen kam ich am 15. Oktober in der Stadt Nisch an, wo jeder Zoll breit Boden von durchnäßten und müden Menschen besetzt war. Als die Barriere geöffnet wurde, strömten Hunderte nach dem Zug. Die Luft durchschwirrte das Schreien der Frauen und Weinen der Kinder. Auf den Bergen ringsum wurde überall Schießen gehört und allenthalben hörte man die Klage: Werden die Verblindeten niemals kommen? Die Offensive gegen Montenegro. 5 T. U. Wien, 10. Nov. Die Kriegsberichterstatter hiesiger Blätter berichten aus dem K. und K. Kriegspressequartier: alte, nunmehr zerstörte Ruine trägt, sind genommen. Die Offensive gegen Montenegro dat mit voller Wirkung ein⸗ gesetzt. Der Berg Triglair, worauf die montenegrinischen Batterien standen, der Orlovac und der Wardar, der 1 8 er Marsch gegen Mikschitsch ist der erste Schritt zu dem Vorstoß in das Herz Montenegros. Der italie, ische Ueberseedampfer„Ancona“ d versenkt. Unterseeboot versenkte zwischen Sizilien und Sardinien bei dem Kap Carbonara den über Gibraltar nach Newyork fahrenden großen überseeischen Dampfer„Ancona“, der der Neapeler Schiffahrts⸗Gesellschaft angehört. Von 500 Passagieren sind 160 und zehn Matrosen durch Hilfe von der algerischen Küste gerettet. 1* Ein österreichisches Lugano, 10. Nov. Der von ben Oesterreichern am vergangenen Sonntag versenkte Dampfer„Ancona“ der Reederei„Italia“ trug nach einer tunesischen Meldung des Corriere della Sera 500 Aus⸗ wanderer. Die„Ancona“ versuchte, beim Anblick des Untersee⸗ boots mit Volldampf zu entfliehen, wurde jedoch eingeholt, stoppte beim ersten Kanonenschuß und sank dann schnell, da die Bordwände von zahlreichen Schüssen durchlöchert wurden. Sie konnte jedoch noch vorher durch Funkenspruch von Biserta Hilfe anrufen; mit den von Biserta gesandten Schaluppen wurden 160 Fahrgäste und 10 Matrosen nach Ferryville gebracht. 1 l lich auch auf die Rettungsschaluppen geschossen haben. Die Aus⸗ wanderer waren meist Apulier und Venetier. Die italienische Presse zeigt sich entrüstet über diese„Barbarentat“.(Frkft. Ztg.) Amerika entrüstet sich! Aus Biserta berichtet Lloyds, daß 360 Passagiere der „Ancona“, zum größten Teil Frauen und Kinder, er⸗ trunken sind. Es sollen einige Amerikaner an Bord des Schiffes gewesen sein. Reuter berichtet aus Washington: von dem Ingrundbohren der„Ancona“ hat Aufsehen erregt. Man glaubt, daß ein ähnlicher kriti scher Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Oester⸗ reich entstehen werde wie bei der„Lusitania“-Angelegenheit mit Deutschland. 2 Uisere Mehnaehts-Prä N 0 Alg. endscher Trauepperein Ortsgruppe Gießen. Auskuunftstelle für Frauenberufe. Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Alis⸗ kunft für alle Berufe im alten Rathaus, Marktplatz 14. Diens⸗ fags nachm. von 6½—7½ Uhr. Rechtsschutzstelle. N 2 Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns bieten können. Dieses Mal sind es 70 U 7 1 herausgegeben von Dr. Egbert Schmitz in neuer i 14 — ihresgleichen haben. * — Kunstform und Gedankentiefe aus. Die Tagebücher bieten einen sei es als Geschenk. sei es für das eigene Heim. Solange der Vorrat rei Bahnhofstrasse 23.* AE Friedrich Hebbels zwei eleganten Prachtbänden für den durch Massenauflagen ermöglichten äusserst billigen Preis von nur 3 Mk. judith Agnes Bernauer— Nibelungen und andere zeigen die gewaltige Grösse des genialen Dramatikers. 1 wie„Das Kind“,„Das Gebet“ und viele mehr . Gedichte sind von einer Tiefe und Zartheit die kaum Die Erzählungen u. Sprüche ank dle liefen Einblick in die Seele des Dichters. Seine jammervolle Jugend, seine zähe Ausdauer, sein ernstes Streben nach dem Höchsten lernen wir kennen. Al dies devaläge, dl dies Schöne, dd dieses Grosse enhält unsere Ausgabe. Einem jeden, ob jung oder alt, bietet sich durch diese neue illustrierte Aus- gabe die Möglichkeit, diese wertvollen, dabei unterhaltenden und belehrenden Werke, ist das Werk zum obigen Preise in unserer Haupt- Expedition erhältlich Oberhessische Volkszeitung, Giessen IJ versand nach auswärts gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich 60 Pig. Porto. (Jachn. 25 Pig. extra.)— Auf ein Paket gehen 2 Exemplare. Unsere Zeitungsträger nehmen Bestellungen entgegen! Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechts angelegenheiten im alten Rathaus Marktolatz 14 Mittwoch nachmittags von 6˙0/. bis 8 Uhr. —x 55 S 22 2 8 S8 . 8 2 ——.— — 2 2 — 2 . lückgabe stelle, 3 Pfennig pro Pfund. sgabe beginnt, wird noch besonders bekannt 0 Brotmarkenausgabe en R von 8 bis 12 und 2 bis 6 Uhr, 2 Keller. digen Brotmarkenausgabestellen verabfolgt. Mehls erfolgt geg ii Der Oberbürgermeister. 8 8 ds. Mts., des erke IIustrierter Ausgabe in den 13. Einmalige Mehlzuw isun. Wunsch in den zust Jeder Brotmarkenempfänger kann demnächst gegen sondere Bezugskarte 500 Gramm Weizenmehl erhalten. Gießen, den 10. November 1915. Die Bezugskarten werden bei der Wann die Mehlau Samstag, gegeben. . 1 1 Rheumatis- mus, Ischias u Gicht können Sie selbst bekämpfen. Ich will nichts verkanfen. Für Aus- kunit Freimarke beifügen Brandt, Kriegschulbeamter a. D. alle a. S. 438, Jakobstr. 44. salshener Hessen Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, 12. November 1915, abends 8 Uhr: 5. Freitags Abonn.⸗Vorstellung. Die Venus mit dem Papagei 7 Keine erotische Komödie in 3 Akten 2 ichnen sich anzuschaffen. cht, Telephon 2008. von Lothax Schmidt. Ende nach 10 Ubr. Gewöbnliche Preise. 0 Soldalen vom Feldwebel abwärts 4 SE i e J ablen bei allen Vorstellungen auf 2. U. 3. Sperxsitz nur halbe Preise. Das Unterseeboot soll angeb⸗ Die Meldung U 1 Milttarische Musterung im Kreise Wetzlar. Die Musterung und Aushebung der im Jahre 189 borenen Wehrpflichtigen, sowie der vorläufig, zurückges Militärpflichtigen(Jahrgänge 1894 und 1895) für den Wetzlar wird am 12., 13., 15., 16., 18. und 19. November 191 im„Schützengarten“ in Wetzlar in nachstehender Or mung stattfinden: f 1 a Freitag den 12. November 1915: 1. Bürgermeisterei Aßlar, 2. aus der Stadt Wetzlar die vorläufig zurückgestellten Militärpflichtigen; 1. Bürgermeisterei Atzbach, 2. Bürgermeisterei Launs bach; 5 Montag den 15. November 1915: 1. Bürgermeisterei Braunfels(Stadt und Land): i Dienstag den 16. November 1915: 1. Bürgermeisterei Hohensolms, 2. Bürgermeisterei Rechtenbach; Donnerstag den 18. November 1915: 1. Bürgermeisterei Greifenstein, 7 2. Bürgermeisterei Schöffengrund: 5 Freitag den 19. November 1915: Aus der Stadt Wetzlar die 1897 geborenen pflichtigen. J ö borherigen Aufrufs wegen um. 8 Uhr anzutreten. 1894 und 1895 gebotenen Samstag den 13. November 1915: 4 4 Wehr⸗ Das Geschäft beginnt für alle Bürgermeistereien um i 8½% Uhr morgens. Die Gestellungspflichtigen haben f des Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. ö Verlag von Krumm& Cie., Gießen. platz eintreffend: Bratschellfsche.„ 40 Mittel⸗Kabeljau„ 52. Große Schellfische.. Pfund 65 8 Kabeljau ohne Kopf Pfund 60 Neue Bismarckheringe 2 Stüc 37. Schellsische in Gelee Pfund 62 in 1 Pfund⸗Blechdosen, zum Feldpost⸗ 65 3 1 versand geeignet 25 5 Bereit Pud⸗ Magnet⸗Speisenmehl u erslanmerdn Nur⸗ läufen und dergl.— Voller Ersatz für das 3 1 ausländische Mondamin u. Maizena. Paket 4 Ohne Brotkarten erhältlich: OH-Zwieback aus beschlagnahmefreiem Mehl hergestellt, Pak. 18 2 1 Neu eingetroffen:. Kraftsleisch in 1⸗Pfund⸗Dosen.. Mk. 1.50 Zum Brotaufstrich empfehlen wir: Gemischte Verschied. Sorten feine Zwetschen Marmelade Marmeladen u. Gelees Pfund 48 Pfg. 8 cGemischte Marmelade in großen Wasseraläsern 2 Pfund 48 Pfg. Glas 65 Pfg. Apfelaelee, nur Apfelsaft Feine Marmeladen D Johannisbeer, Himbeer, und Zucker Pfd. 50 Pfg. Kunsthonig, mit feinstem Dreifrucht⸗Marmelade) in 1 Pfd. ⸗Schraubengläsern, 5 Glas 80 Pfg. Kristallszucker hergestellt, in 1 Pfd.⸗Blechdosen zm lose Pfd. 45 Pfg. Feldpostversand geeignet, Großes Wasserglas 50 Pfg. 0 Dose 80 Pfg.[ 2⸗Pfund⸗Küchendose 1.00 Ia holländ. Zwiebeln... Pfund 22 Citronen, groß und saftig..... Stück 8 Neue Eß-Kastanien. Pfund 35 4 Eier⸗ Verkauf des Kommunalverbandes 5 Giesten. das Stück 17½ 5 55 Verkaufsstellen: Bahnhofstrasse 26, Lud wir- strasse 20, Walltorstrasse 24. 18 e Neu erschienen In französischer g 1914/15. 5 Aufzeichnungen und Erinnerungen von Hans Horst, Briesträges in Gießen, Wehrmann im Landwehr-⸗Jnf.⸗Regt, 116. Preis 50 Pfg. 1 1 Zu haben: 5 8 44 Buchhandlung Oherhessische Volkszeiln Gießen, Bahnhofstraße 23. Telephon 2005. Drug: Verlag Offenbacher Abendblatt G. u. b. O. Offenbach a. W. 7 r 5 2 a 4 Donnerstag frisch vom See E 8 cui cher f J berbih m 90 Cube agli Kriegsgefangen schaft