Organ für die Intere Provinz Oberhess der ssen des werktätigen Volles en und der Nachbargebiete. Die Oberbhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in 9 Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 0 Pfg. einschl. Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstrasse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2098. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 260 Gießen, Freitag, den 5. November 1915 10. Jahrgang England k Der serbische Kri er serbische Krieg. Von Richard Gädke. Unser ganzes Interesse wendet sich nach wie vo 1 (her Ereignisse in Ser blen gu. sich nach r dem Fortgange 5 Allerdings ist der dritte Angriff der Italiener egen die österreichische Südwestfront auch in der vergangenen Be— chtswoche noch fortgesetzt worden, gegen die Zsonzofront sogar it verstärkten Kräften. Hatten sie das erste Mal etwa 12, das weite Mal! 17 Divisionen eingesetzt, so sind in den letzten Oktober⸗ igen schließlich 25 Divisionen gegen die starke, kaum 80 Kilometer kreite, Stellung angestürmt. Ein Kräfteeinsatz, der vielleicht vor sier Monaten einen Ersolg herbeigeführt hätte, mußte jetzt vergeb⸗ ch bleiben. Er hat nur die furchtbare Zahl der Opfer ermehrt, die die Zahl von 450000 Köpfen bereits üiberschritten haben wird. Das italienische Volk muß die reulose und verfehlte Politik seiner Regierung teuer zahlen. Uns aber kommt diese Erfahrung wahrscheinlich zugute, zeil sie eine eindringliche Warnung an die Adresse der Balkon⸗ Haten bedeutet und im übrigen die Italiener abhält, sich in die iegführung gegen Serbien einzumischen. So tritt die uner- hütterliche Verteidigung des österreichischen Heeres im Südwesten kserem dortigen Feldzug mittelbar hilfreich zur Seite. Gegen ist wie gegen Südwest völlig gesichert, kann die Heeresgruppe Fackensen ihr Werl ohne Gefahr vollenden. Es ist natürlich nicht Jufgabe eines deutschen Berichterstatters, im Flusse der Ereignisse untersuchen, ob die italienische Heerft g andere 55 gehabt hätte, ihr Eingreifen in den Weltkrieg wirksamer zu alten. Wußte sie aber keine anderen Wege, dann war dieses Jorgehen nicht nur eine Torheit, sondern ein Verbrechen. N Aufmerksam machen möchte ich darauf, daß es zur See im ttelmeere beinahe ebenso steht wie im Atlantie und in der rdsee: auch dort kommt die weit überlegene Flotte der liener, Franzosen, Engländer zur Unterstützung des italienischen griffs nicht in Betracht. ler mit entschiedenem Mißerfolge. Seitdem wirkt sie nur noch urch ihr Dasein selbst— und wer weiß, wie lange selbst diese be— feidesse Wirkung noch dauern wird. In Frankreich wie in Rußland herrscht der Stel⸗ ungs krieg, nur wenia unterbrochen durch gelegentliche heftige Urstöße von der einen oder von der andern Seite. Zu einem all⸗ meinen großangelegten Angriffe hat sich die russische Heerführung auh unter der nominellen Leitung des Zaren nicht emporschwingen nen. Unter den„unerhörten Heldentaten“, die der scheidende oßfürst Nikolaus ihr mit spöttisch⸗höflicher Verbeugung vor dem hürschenden Neffen gewünscht hat, haben die deutschen Truppen her noch wenig zu leiden gehabt. Und schon werden wir wieder a das kommende Frühjahr vertröstet— wie im Winter 1914! he gute Vorbedeutung für den schließlichen Ausgang dieser neuen ftanstrengung, mit der wir im Westen wie im Osten werden lehnen müssen. 1 5 Auch die deutschen Angriffe in Frankreich wie in Rußland heilen nur örtliche Bedeutung: sie zeigen außerdem der Welt, daß Were Kriegführung dort keineswegs so passiv geworden ist, wie L Militärschriftsteller der feindlichen Länder ihre Völker möchten garben machen. 3 1 Mit großer Entschlossenheit wird die Offensive in Serbien gesetzt. Unsere Front im Norden hat nunmehr die Linie ri. Milanowac—Kragujewac bereits überschritten und steht über Uilometer südlich der Donau. Die Serben werden gegenwärtig irt noch verbliebenen Hauptkräfte hinter dem breiten Abschnitt serbischen und bulgarischen Morawa versammeln. Auch die a bulgarische Armee Bofadiesf nähert sich vom Osten her dieser e. nachdem sie in hartnäckigen erbitterten Kämpfen den Wider⸗ 5 gebrochen hat, den ihr die Serben in richtiger Abschätzung der Ae gerade dort mit starken Kräften entgegengesetzt haben. Rech⸗ In sie noch immer auf eine Hilfe von Süden, dann müßten sie sich große Bahn im östlichen Morawatale solange als möglich er⸗ bien und ihre Hauptarmee den Rückmarsch in südlicher Richtung die griechische Grenze sichern. Jetzt ist am 27. Oktober Nirot ummen, Nisch ist schwer bedroht. Die zweite bulgarische Armee on Ssiden her im weiteren Vormarsch und hat am 28. Oktober Pässe von Katschanik gewonnen, am folgenden Tage serbische Sie steht ihrerseits 140 Kilometer lsch der serbischen Morawa. So hat sich der Bewegungsraum b serbischen Heeres abermals beträchtlich verringert, damit a leich seine Hilfsmittel an Lebensunterhalt und e h Hünders eine hinreichende Ergänzung des letzteren erscheint kaum uh möglich. 5 Mack 8 Ob die serbische Hauptarmee den Kampf gegen Ma 5 Aren bisher nur mit starken Nachhuten geführt hat, wie be⸗ guet wird, ist nach dem Gange der Ereianisse mindestens a it in jedem Falle aber wird man noch mit einer e Afielten Anstrengung der Serben rechnen müssen, um, e 915 Alnge zu befreien die sich immer enger um sie legt. rreichische An her. über Visearad dringen setzt schwächore te eic ahl e die zwar nicht der ganzen e. mee; eg Ahr ihrem linken Flügel gefährlich werden können. „Deren Los hängt 17 5 355 1 dem 1 15 bündeten ab. In dieser Beziehung, ist 0 an dar ungeklärt. Allerdings scheint man sich na 5 1290 1 nanken entschlossen zu haben, der Expedition i die Aus⸗ 4, Lauf zn fassen. Wir wissen aber nicht, wie hueniger, mit ng der Truppen bereits gediehen ist, und e Griechen⸗ r Sicherheit sie auf die wohlwollende Neutra 110 5 rechnen können. Dieses hal seinen Protest g 15 nur die rg Salonikis in aller Form erneuert. Wenn a ufreundlich lichkeit vorhanden ist, daß seine Haltung Schritt lande dann kann das enalisch⸗französische Heer ge Gefahr aus⸗ ATnzerts tun, ohne sich der schwersten und dringenesnend nuch Rich ein. Inzwischen sind die Verbündeten anschei 5 ö 1 nangriffe zurückgewiesen. 1 5 t Unmittelbar hat sie nur einmal in den eng des Krieges einzugreifen gesucht: vor den Dardanellen und einmal über den Oberbefehlshaber einig und ebensowenig über das Stärkeverhältnis der englischen und französischen Truppen; jeder möchte hier gern dem andern den Vortritt lassen, denn beide müssen ihre letzten Reserven zusammenkratzen, um dieses neue Abenteuer einleiten zu können. Daß ihre Vortruppen auf serbischem Gebiete eingetroffen sind, kann wohl nicht mehr bezweifelt werden; sie scheinen aber bei Valandowo am Wardar, nur 32 Kilometer von der griechischen Grenze, in der Tat unglücklich gefochten zu haben. Auch ber Rück⸗ stoß der Serben gegen Veles, 68 Kilometer nordwestlich Valan⸗ dowos an der Bahn Salonik—Nisch, hat nach einem Augenblicks⸗ erfolg mit dem endgültigen Verlust der Stadt geendet. Der wich⸗ tige Punkt befindet sich also wieder in der Hand der Bulgaren und somit steht dem Hilfsversuch der Alliierten ein bisher ungebrochener Riegel gegenüber. Es mag sein, daß auch augenblicklich noch nicht jede Hoffnung für diese geschwunden ist, beträchtliche Teile des weichenden serbischen Heeres aufnehmen und vorläufig retten zu können. Aber jeder Tag verringert diese Aussichten, die an sich nicht groß sind. Soweit wir heutzutage die Lage übersehen können, bleibt es am wahrscheinlichsten, daß das serbische Hauptheer nicht nach Süden, sondern wenn überhaupt, nur nach Südwesten gegen die montenegrinische Grenze zu, seine Rettung wird suchen können. Diese Rettung aber kann den schließlichen Untergang nur etwas verzögern. Auͤber selbst, wenn beträchtliche Teile nach Süden entkommen sollten, hängt ihr letztes Schicksal von dem Verhalten Griechenlands ab, das dann Farbe bekennen muß. Wie man die Sache also auch betrachtet, stellt sich die Lage des serbischen Heeres als sehr un⸗ günstig dar— einen ganz unwahrscheinlichen Schlachtenerfolg aus⸗ genommen. Immerhin können wir hier zu Hause noch nicht über⸗ sehen, binnen welcher Zeit sich das Schicksal Serbiens erfüllen wird; jede Voraussage darüber wäre verfrüht, weil sie der not⸗ wendigen tatsächlichen Unterlagen entbehrt. Die vorstehende Dar⸗ stellung hat gezeigt, daß immerhin noch eine Reihe von unbekann⸗ ten Größen in dieser Gleichung vorhanden ist. Lassen wir also die Ereignisse selber sprechen. Allzulange wird es ja nicht mehr dauern, daß sich die Lage auf diesem Kriegsschauplatz genügend aufklärt, um uns auch ein abschließendes Urteil zu gestatten. ** Ungehenere Schwierigkeiten in Serbien, Der Berichterstatter Schmidtbonn schreibt der Frankf. Ztg. über die ungeheuren Schwierigkeiten des Vor⸗ marsches in Serbien: Beim Abendessen, das, wie es die serbischen Verhältnisse mit sich bringen, im Saale stattfand, der noch einige Tage vorher als Pferdestall gedient hatte, äußerte sich General von Köveß zu mir über die in der Heimat unbekannten und unvorstellbaren Schwierigkeiten, die durch die schlechten Straßen in Serbien geschaffen werden. General v. Köveß. dem Energie aus den Augen leuchtet, betonte, daß durch den unerhört schlechten Zustand der Gebirgs- straßen der Krieg mit Serbien wohl das Schwerste von allem sei, was dieser Krieg bisher gebracht habe. Selbst die schlimmsten Verhältnisse Galiziens sind hier weit übertroffen. Auf der Fahrt zum deutschen Korps, das der Armee Köveß angegliedert ist, hatte ich erst Gelegenheit, mich staunend und erschreckt von der unbeschreiblichen Art dieser Straßen zu überzeugen. Eine Fahrt brachte mich in zwei Tagen so weit wie ich auf einer sonst in Europa üblichen Straße in einer Stunde gekommen wäre. Die Straßen sind von ½ Meter hohem Schlamm bedeckt, dabei ist ein ewiger Wechsel in dem ansteigenden und abfallenden Gelände mit notdürftigen Brücken. Kraftwagen bleiben im Schlamm stecken, Karren stürzen um. Tote, vor Erschöpfung niedergebrochene Pferde liegen in den Gräben. Die Menschen leisten Unerhörtes in diesen Strömen von Schlamm, in denen sie sich fortbewegen müssen. Aeußerste Anstrengung wird von ihnen gefordert, das Wenigste an Obdach und Nahrung kann ihnen gegeben werden. Mit den österreichisch-ungarischen Truppen ertragen die Mannschaften des deutschen Korps in weiter strömendem Regen Strapazen und Entbehrungen in einer nicht genug zu bewundernden Ausdauer, wie solche in diesem Maße dieser Krieg sie noch von keiner Truppe gefordert hat. Jeder teilt das letzte Frühstück mit den anderen, deckt sich nachts mit nichts anderem zu als mit seinem nassen Mantel, schleppt sich am Tage bis an die Knie durch die Schlammberge hinan.„Nur vorwärts!“ ist die allgemeine Losung, von der die Offiziere und die Mannschaft in gleicher Weise durch— drungen sind. Ru'sische Besoranisse. Der Petersburger Sonderberichterstatter des Petit Parisien drahtet, daß man in russischen Kreisen über die Lage in Serbien äußerst beunruhigt sei. Zwar vollziehe sich das deutsche Vorrücken langsam, weil die beteiligten Effektivbestände nicht bedeutend seien; indessen nehme das Fortschreiten ständig zu, wobei sich wieder ganz besonders die schwere Artillerie bewähre. Die Folgen davon, daß jetzt die direkte Verbindung Berlin—-Konstantinopel infolge der Vereinigung der deutschen und der bulgarischen Truppen lergestellt sei, seien gar nicht auszudenken. Die nächste Zukunft Serbiens erscheine trotz der Tapferkeit der serbischen Truppen sehr schwarg. Die serbischen Heere seien gezwungen, zurückzuweichest. ümpft bis zum Siege! Durch die Unterbrechung der Linie Salonik—Nisch sei ihre Verpflegung sehr schwer. Als äußerst hart werde auch die Aufgabe der französischen Hilfstruppen im Süden angesehen. Die öffentliche Meinung Rußlands sei niedergeschlagen wegen der großen Schwierigkeiten, in denen Rußland sich befinde und die ei sofortige energische Intervention unmöglich machten. 1 Ueber Bosnien teilt der Kriegsberichterstatter Oplatka im Berl. Lok.⸗Anz. auf Grund von Auskünften einer hochgestellten, mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen Bosniens seit langem vertrauten Persönlichkeit und mit Genehmigung der K. und K. Kriegspresse⸗ quartiers mit, daß gewiß nicht alle Anhänger der großserbischen Idee an Verschwörungen beteiligt waren, daß aber unter dem Ausnahmezustand die nationalen Hetzer ebenso wie die Ver⸗ schwörer leiden müssen, denn die Unterscheidung sei zu schwierig. Es wird weiter gesagt, daß die großserbische Bewegung hauptsäch⸗ lich mit der Rückständigkeit der Agrarverfassung agitierte, nämlich mit dem Gegensatz zwischen der in Bosnien noch bestehenden, nur wahlweise ablösbaren Zehentverpflichtung(7 des Ertrages!) der bosnischen Bauern an die mohammedanischen Grundherren und der in Serbien längst durchgeführten Bauernentlastung. Beschlagnahme des amerikanischen Dampfers „Hocking“ durch England. T. U. Amsterdam, 3. Nov. Reuter meldet aus Washington: Nachdem Staatssekretär Lansing den Protest des Reeders des Dampfers„Hocking“, Wagner, empfangen hatte, trug er dem amerikanischen Botschafter in London, Page, telegraphisch auf, Erklärungen zu verlangen, warum England des Schiff beschlagnahmte. Die Frachtenpreise in England. 5 Die Times teilt mit, daß neue Rekorde in den Preisen auf dem Frachtenmarkt erzielt worden seien. Für Getreide von Nordamerika nach der Westküste Englands seien 12 Sh. 9 D. bezahlt worden, während der Preis zu Anfang des Krieges 2 Sh. 6 D. war. Ein Frachtsatz von 67 Sh. 6 D. wurde für Getreide von Bombay nach Hull bezahlt gegen 15 Sh. im Juli letzten Jahres. Auf allen Märkten mangele es an Schiffen. Man wisse, daß die Regierung noch weitere Schiffe für ihre eigenen Zwecke einfordern werde. Italienische Schuldner und deutsche Gläubiger. Mailand, 3. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Professor Luzzatti beschäftigt sich im Corriere della Sera mit den deutsch-italienischen Geschäftsverbindun⸗ gen und den Wünschen der italienischen Geschäftsleute, von der Regierung eine besondere gesetzliche Maßregel zugunsten italienischer Schuldner gegen deutsche Gläubiger zu erlangen. Luzzatti bemerkt, daß dies gegen Artikel 23 der Haager Kon⸗ vention verstoße. Italien sei Deutschland gegenüber in einer merkwürdigen Lage, die vielleicht bis zum Kriegsende an⸗ dauern würde. Den deutschen Gläubigern ein gerichtliches Vorgehen gegen italienische Schuldner zu verweigern, würde die Suspendierung der Arbeiterpensionen, die Deutschland regelmäßig durch Vermittelung der Schweiz an italienische Arbeiter auszahle, zur Folge haben. Konferenz russischer Sozialisten über den Krieg. Die in Paris unter der Redaktion von Plechanow, Alexinskn und anderer erscheinende sozialistische Zeitschrift Prisiw berichtet in ihrer Nummer vom 1. Oktober von einer in Rußland stattge⸗ fundenen Konferenz, an der sämtliche Volksgruppen, die Trudowiki (Arbeiterpartei), die Sozialrevolutionäre und die Volkssozialisten teilgenommen haben, und die folgende Resolution angenomen hat: 1. Nachdem die Konferenz ihre Stellungnahme zum Weltkrieg reiflich erwogen hat, findet sie, daß der gegenwärtige Krieg das Ergebnis zweier Faktoren darstellt: des ganzen Entwicklungs- ganges der kapitalistischen Staaten und ihres Kampfes für poli⸗ tische und wirtschaftliche Machtstellung einerseits, und des unge⸗ nügenden Einflusses der Demokratie auf die Leitung der inneren Angelegenheiten in den betreffenden Ländern andererseits. 2. Gleichzeitig damit drückt die Konferenz ihr lebhaftes Be⸗ dauern darüber aus, daß ein gewisser Teil der Sozialistischen Internationale sich von jeher dagegen sträubte, in dessen Programm praktische Maßregeln behufs Verhinderung eines drohenden Kriegs⸗ ausbruches aufzunehmen. 3. Und daher müssen sämtliche Arbeiterorganisationen Ruß⸗ lands mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln und aller Energie danach streben, die internationale Solidarität der sozia⸗ listischen Organisationen, die Einstellung des Krieges bezweckend, in kürzester Frist wiederherzustellen; gleichzeitig damit aber muß anerkannt werden, daß, solange diese Solidarität ausbleibt, die Beteiligung an der Verteidigung des Landes gegen die äußere Ge⸗ walt, eine unvermeidliche Aufgabe bildet. J. Die Konferenz hält es für geboten, die Forderung aufzu⸗ stellen, daß sämtliche Regierungen sich von ihren eroberungssüch⸗ tigen Plänen und der gewaltsamen Annektierung fremder, er⸗ oberter Gebiete lossagen, und besteht ausdrücklich darauf, daß der Bevölkerung der umstrittenen Gebiete das Recht zuerkannt wird, selber ihre staatsbürgerliche Stellung nach dem Kriege zu bes stimmen. 5. Zur selben Zeit muß die russische Demokratie die freie und unbehinderte Behandlung aller mit dem Kriege im Zusammen⸗ hange stehenden Fragen erkämpfen— darunter auch die Behand⸗ lung der Frage über die Bedingungen eines den Idealen der Demokratie entsprechenden Friedens. 6. Wie bereits ein Jahr des Krieges vor aller Augen dargetau hat, ist die russische Regierung vollständig unfähig, die sonders dringender Aufgaben auf dem Gebiete der Volksernährung und auch für die Vorbereitung der Reichs⸗ 7 Verteidigung des Reiches zu organilteren⸗ dem kämpfenden Heere unnütze Opfer an Menschenlebe n en erspane und der scharfen wirtschaftlichen und finanziellen Krise donne beugen, da sie unwillig ist, die lebendigen Kräfte des Volkes an eine verantwortliche Arbeit heranzuziehen. 5 7. Daher besteht die Konferenz mit allem Nachdruck darauf, daß die Bestrebungen der russischen Demokratie darauf ausgehen sollen, eine neue Staatsgewalt zu schafsen, eine Staatsgewalt, die auf dem Wege des allgemeinen Wahlrechts zustande käme und für ihre Maß⸗ nahmen verantwortlich wäre. Atts der schwedischen Sozialdemokratie. In einem offenen Briefe an die sozialdemokratische Parteileitung, die kürzlich drei angesehene Mitglieder, Professor Gustav Steffen, Dr. Jaer te und Dr⸗ Larsson wegen sogenannter„aktivistischer Haltung“ aus- schloß, schreibt Prof. Steffen:„Ich erkläre mich ausdrücklich schuldig der in den Augen der Herren Hedeen und Branting unverzeihlichen Todsünde, daß ich Deutschlands Sieg als eine notwendige Voraus etzung für Fortschritt, Demokratie. Pazifismus, sowie für Schwedens Annäherung an Deutschland nach dem Krieg und als eine Vorbedingung für das unangetastete Weiterbestehen des schwedi⸗ schen Staates ansehe.“ Die spanischen Sozlalisten und der Weltkrieg. Madrid, 3. Nov. Der zehnte Kongreß der spanischen Sozialisten, der gestern endigte, beschloß mit 4000 gegen 1200 Stimmen, eine Sympathieadresse an den Vierverband zu richten.— Darüber wird sich der ruf sische Heukerzar gewiß herzlich freuen. Helfen können ihm die Sympathien der spanischen Sozialisten in seinen jetzigen Nöten freilich auch nicht. Keine sofortige Berufung des Reichstags. Berlin, 3. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die sozial⸗ demokratische Fraktivn hat, wie bekannt, beim Reichskanzler diesoforkige Berufung des Reichstags beantragt. Obwohl die Berechtigung des Wunsches, die wichtigen 1 15 der Volksernährung im Parlament zu erörtern, vom Reichskanzler nicht verkaunt wird, sieht er sich doch ver⸗ hindert, dem Kaiser die sofortige Berufung des Reichstages vorzuschlagen. Ausschlaggebend ist dabei, daß das Reichsamt des Innern, wenn der Reichstag ver⸗ sammelt ist, seine Kräfte fast ganz der parlamentarischen Ar⸗ beit widmen muß, gerade jetzt aber füe die Erledigung be⸗ tagssitzungen unbedingt noch einige parlaments⸗ freie Wochen braucht. Da der Reichstag ohnehin Eude November seine Verhandlungen wieder aufnimmt, würde voraussichtlich auch eine sofortige Berufung seinen Zusammen⸗ tritt kaum um mehr als etwa eine Woche beschleunigen können. Die Gründe für die Ablehnung der Forderung auf sosortige Einberusung des Reichstags erscheinen uns nicht stichhaltig. Es sollte der Regierung bezw. dem mit der Frage der Volksernährung jetzt so sehr beschäftigten Reichsamt des Innern doch nur sehr erwünscht sein, die Meinung der Volks⸗ vertretung zu erfahren und ihre Mitwirkung bei den schweren Aufgaben auf diesem Gebiete zu bekommen. Selbst wenn durch die sofortige Berufung der Zusammentritt des Reichs⸗ tags auch nur um eine Woche beschleunigt würde, würe das schon ein Gewinn. Die Ablehnung der sofortigen Einberufung aus den vom Reichskanzler angegebenen Gründen sieht aus, als ob man den Reichstag bei der Ecledigung dieser unge— heuer wichtigen Frage ausschalten wolle. Das wird den aller⸗ schlechtesten Eindruck machen auf die schon tief verstimmten Volkskreise, nicht nur auf sozialdemokratische Arbeiter, sondern auf alle die Millionen, die unter der unerhörten Teuerung schwer leiden. Und das sind nicht nur Arbeiter, sondern auch breite Kreise des Bürgertums und der Beamten. Schadenersatzvrozeßz gegen ein Generalkommando. Der kommandierende General des 7. Armeekorps in Münster, Freiherr v. Geyl hat im Laufe seiner Tätigkeit als Nachsolger des jetzigen Generalgouverneurs v. Bissing eine sehr große Zahl von Verboten auf Grund des§ 9b des Belagerungsgesetzes erlassen, von deren Notwendigkeit im Interesse der öffentlichen Sicherheit die Betroffenen selten überzeugt waren. So verbot er, Inserate aufzu⸗ nehmen, in denen andere als approbierte Medizinalpersonen auf dem Gebiete der Heilkunde Reklame machen oder Waren zu Heil⸗ zwecken anboten. Durch dieses Verbot fühlte sich der Inhaber eines * Er strengte beim Landgericht Elberfeld eine Klage auf Schadensersatz gegen den General v. Gayl an. Seinen Schaden berechnet der Kläger auf 200 Mark monatlich, Delmnstitutes in Elberfeld geschädigk. die rechtliche Seite der Sache gründet der Anwalt des Klägers darauf, daß die Verkündung des Belagerungszustandes nicht in vor⸗ geschriebener Form erfolgt sei;§ 9b des Belagerungsgesebes gebe. dem Militärbefehlshaber nicht das Recht, Verbote irgendwelcher Art zu exlassen, er enthalte nur die Strafbestimmungen für Uebertretung von Verboten, die der Befehlshaber auf Grund der allgemeinen Be⸗ stimmungen des Gesetzes und der Gesetze zu erlassen berechtigt sei, und zwar nur im Juleresse der össentlichen Sicherheit. 5 Das von dem Beklagten an die Zeitungen gerichtete Verbot, Anzeigen über Heilung von Krätze und Suphilis aufzunehmen und das Verbot der Behandlung von Geschlechtskrankgeiten durch andere als approbierte Aerzte sei kein solches, das im Interesse der durch den Krieg gefährdeten öffentlichen Sicherheit erforderlich erscheine. Die Verhandlung findet bereits in einigen Tagen statt. Das Verbot selbst mußte Herr v. Geyl schon früher einschränken. Die Inserate von Zahntechnikern dürfen wieder erscheinen. Die Hoffnung Serbiens. T. U. Budapest, 4. Nov. Der Pester Lloyd läßt sich aus Sofia drahten: Der serbische Rückzug nach Montenegro wird immer wahrscheinlicher, weil der Vierverband großes Inter⸗ esse für die Erhaltung der serbischen Armee bis Friedensschluß hat. Hinzu kommt noch die Hoffnung der Serben, daß die Lage auf dem Balkan durch ein Eingreifen Griechenlands doch noch eine Wendung zu Serbiens Gunsten annehmen könnte. Bulgarischer Vormarsch. London, 4. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Times meldet aus Athen: Die Bulgaren, die von Köprülü gegen Monastir vorgerückt sind, haben das Babunagebirge erreicht. Die Serben haben sich bis hinter Prilep und Monastir zurück⸗ gezogen. Die Bevölkerung von Monnstir ist auf griechisches Gebiet geflüchtet. 5 Briands Erklärung in der Kammer. Paris, 4. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.] Meldung der Agenee Havas. Die Sitzung der Kammer wurde unter dem Vor⸗ sitze Deschanels eröffnet. Unter den Zuhörern befanden sich die Botschafter Rußlands, Englands und Italiens. Die Tribünen waren dicht besetzt. Briand verlas die ministerielle Erklärung, deren Ende allgemeinen Beifall fand.(Sie ist kurz, phrasenhaft und nichtssagend. D. Red.) Die Regierung nahm die sofortige Be⸗ sprechung der Interpellationen an. Der Sozialist Baronowski billigte die Erklärung der Regierung. Er erklärte, die Abge⸗ ordneten würden der Regierung folgen, wenn sie eine wirklich starke Regierung sei, welche regiere. Der Redner bat die Re⸗ gierung dringend, einen Kriegsrat zu errichten, welcher den Alliierten gestatte, einen gemeinsamen Plan zu verfolgen. Er sorderte schließlich die Einführung geheimer Sitzungen. Rameil interpellierte über die Handhabung der Zensur. Der Liberale Constant fragte, welches die Absichten der Regierung bezüglich der in Frankreich gebliebenen Oesterreicher und Deutschen seien. England und Schweden. s Stockholm, 4. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Stockholms Dagblad veröffentlicht einen scharfen Artikel gegen die neuen englischen Bestimmungen über die Versorgung neutraler Schiffe mit Bunkerkohle und erklärt, diese Bestimmungen seinen besonders gegen Schweden gerichtet, da England in den abgebrochenen Verhandlungen mit Schweden seinen Willen nicht habe durchsetzen können. Eine Unterwerfung unter die englischen Bestimmungen sei gleichbedeutend mit der Annahme der englischen Vormundschaft. 0 Falsche Friedensgerüchte. Die Nordd. Allg. Itg. schreibt: Das Haager Korrespondenz⸗ bureau veröffentlicht folgendes unter der Ueberschrift„Deutsche Friedensvorschläge“: Von glaubwürdiger aber nicht offizieller Seite wird uns versichert, daß einige Mitglieder des deutschen Reichstages vor kurzem in Amsterdam geweilt haben. Einer der Herren hat bei Vesprechungen erklärt, der Reichskanzler habe als Bedingungen, unter denen Deutschland geneigt sein würde, Frieden zu schließen, bezeichnet, die Erwerbung der belgischen Maaßlinse durch Deutsch⸗ land sowohl vom militärischen als auch vom industriellen Gesichts⸗ punkte; die Annexion Kurlands durch Deutschland und eine Kriegs⸗ eutschäbigung von 30 Milliarden Mark. Wir wissen nicht, woher das Haager Korrespondenzbuxeau seine Information geschöpft hat. Man muß aber seststellen, daß sie jeder tatsächlichen Grundlage entbehrt. Der Reichskanzler hat keinerlei Friedensbedingungen zu sprechen. Wenn trotz dieser wiederholten Feststellung immer wieder Nachrichten über die Geneigtheit und das Bedürfnis Deutschlands, Frieden zu schließen, ausgestreut werden, so läßt das nur auf plumpe Versuche unserer Gegner schließen, zur Hebung der Stimmung im eigenen Lande Deutschland als friedens⸗ bedürftig hinzustellen. ö eee Jugend. derartige Aeußerungen getan, wie es überhaupt verfrüht wäre, von Vereinbarung die Lfebesgaben für die Flotte leinschließl freude zu Teil wird.. * 8 Lichtuot in Petersuurg. T. U. Kopenhagen, 4. Nov. Nach der Now soll, um elektrische Kraft zu sparen, in Petersbu Ladenschluß eingeführt werden. Nur die geschäfte dürfen bis 8 Uhr offen haben. Nur s Theater können bis 11½½ Uhr spielen, während die a Theater, Kinos, Konzertsäle und Zirkusse um 11 Uhr schli müssen. Das Stadtpräsidium erwägt die Einschrän n Straßenbeleuchtung. Deutscher Dampfer von Italien requir Mailand, J. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich. Der meldet aus Cagliari: Der deutsche Dampfer„Spitzfeld Ausbruch des Krieges im Halen von Cagliari Juflucht su von der italienischen Regierung requiriert worden Dienst der staatlichen Schiffahrtslinien verwendet werde Besatzung, bestehend aus Deutschen und Ostasiaten, wurde schifft und heimbefördert. g f* MNriegsuslizen. Für die im Bereiche des 7, Armeekorps bevorslehenden S verordnetenwahlen hat das Generalkommando Wahlkampf verboten. 5 5 Die Bezirksämter aller badischen Städte erließe Verordnungen zur Aufrechte rhaltung der Zuch Kindern unter 15 Jahren wurde das Verwei Straßen und Plätzen ohne Begleitung Erwachsener nach 7 U abends sowie das Rauchen verboten. 1 l 5 Der bekannte Reichsverband gegen die Soz demokratie berichtet, daß er seit September 1914 seine O sation in den Dienst der Kriegs wo hlfahrtspfloge habe. Die Auskunftei habe im ersten Berichtsfahre 9000 Bes Auskunft erteilt und 1500 Schriftsätze angefertigt. In 33 set von Rechtsanwälten kostenlos Auskunft gegeben worden. Weihnachtsgaben für unsere hessischen Soldaten Vom Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz wird u schrieben: g Es ist unsere Pflicht, zum Weihnachtsfest unsere fern der 9 mat befindlichen Feldgrauen zu beschenken. Die Ausführung scheint jetzt schwieriger wie im Vorfahr, weil die Kopfzahl deutend erhöht hat, und weil die Gaben auch an zahlreiche, gwischen neu gebildete Truppenkörper so zu leiten sind, daß kei Truppe übergangen wird. 4 Zur Behebung der Schwierigkeiten haben sich die Org sationen des Roten Kreuzes für das Großherzogtum Hessen, Frankfurt a. M. und für den Regierungsbezirk Wiesbaden d geeinigt, daß sie alle Truppen und andere Formationen, die Friedensbereiche des 18. Armeekorps aufgestellt worden sind, meinsam und gleichartig versorgen wollen. Ini Einverstän mit dem stellvertretenden Generalkommando in Frankfurt a. wird eine militärische Behörde alte Kisten mit Gaben entgegen nehmen und sie nach einem nur dieser Behörde bekannte teilungsplan so abfenden, daß keine Truppe vergessen wird m daß die Gaben rechtzeitig ankommen. 7 Die Vereinbarung mit Fraukfurt und Wiesbaden geht welt dahin, daß jeder Teil eine bestimmte Anzahl sogenannter Einh listen zu den noch festzusetzenden Fristen zu liefern ha,“, Die Einheitskiste soll die Liebesgaben für je 100 Mann au nehmen. Der Name des spendenden Zweigvereins usw. ist einz brennen oder mit Schablone auszuzeichnen. Es empfiehlt si im Innern der Kiste den Zweigverein und die Namen der nen Spender kenntlich zu machen. Ueber den Inhalt einer solch Kiste geben unsere Jweigvereine und die Materialien-Abte in Darmstadt, Altes Palais, gerne Auskunft. 1 Um auch den Offizieren eine Weihnachtsfreude zu bereiten, beabsichtigt, Offizierskistchen, bestimmt für je 5 Offiziere,. stellen, enthaltend Zigarren, Zigaretten, Handschuhe, wi Westen, Briefpapier usw. 1 Endlich ist geplant, eine Anzahl Weinkisten, zu je 10 Fla zu spenden. 5 Es gehen die Gaben in 6 Sendungen ins Feld, beginnend U 15. November und endend am 15. Dezember. Die Herren Vertreter der Vereine vom Roten Kreuz ih Worms, Darmstadt, Offenbach, Friedberg und Gießen ha abredet, daß sie für Weihnachten 1915 es unterlassen w die in ihren Städten garnisonierenden Truppen oder fü Truppenteile gesonderte Liebesgaben ins Feld zu senden bitten dringend darum, im ganzen Lande cbenso zu verfahren, wel jonst eine Bevorzugung einiger und eine Benochteiligung andes Truppen, mithin eine Ungerechtigkeit stattfinden würde. 5 Selbstverständlich steht es den Angehörigen frei, neben Gabe an das Rote Kreuz ihren Lieben im Feld Christgesc 0 durch die Post zu senden. 1 Endlich bemerken wir, daß laut einer zwischen dem§ Landesverband des Deutschen Flottenvereins und uns getro U-Boote) bereits sichergestellt sind, sodaß es weiterer Fürsorge d Roten Kreuzes in dieser Richtung jetzt nicht bedarf. Bitte helfen Sie uns, damit unseren das Vaterland v genden Soldaten als Liebesgruß aus der Heimat eine Wei Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 35 Von Levin Schücking. Dies Wesen dämpfte, ich muß es gestehen, ein wenig meinen Mut und es mochte sehr beklommen lauten, als ich sagte: „Blanche... können Sie denn glauben, ich hätte etwas anderes als Bewunderung für Ihren Mut, Ihre Stärke, Ihre Geistesgegenwart, Ihre Hochherzigkeit? Etwas anderes in mir als Verzweiflung über das, was ich Ihnen zufügen mußte? O ja, lassen Sie uns Frieden machen. Wir können es! Sie sagen, Sie haben gesehen, daß Ihr Argwohn unbe— gründet, daß mein Gefühl für Sie nichts Erheucheltes, son— dern daß es stark, wahr und tief sei! Zeigen Sie mir, daß auch mein Argwohn ein Frevel war, zwingen Sie mich, ihn auf den Knien Ihnen abzubitten...“ „Welchen Argwohn,“ sagte sie halblaut, zu Boden blickend. „Den Argwohn, daß Ihre Güte, daß all Ihre Teilnahme für mich— Ihnen nur von ihrem Patriotismus eingegeben sei und berechnet, mich willenlos zu machen und mich zu unterjochen!“ „Sie können das jetzt nicht mehr glauben,“ antwortete sie leise, aber rasch..„doch ja, Sie könnten es mit dem selben Recht glauben, womit ich Mißtrauen gegen Sie hegte. Wohl denn, ich will Ihnen den Beweis geben, den Sie ver— langen. Sie haben mich gebeten, nach dem Frieden zu uns zurückkehren zu dürfen... Sie hatten dann vor,“ setzte sie mit einem leisen Anflug von Lächeln hinzu,„mir allerlei zu sagen, ich weiß es nicht mehr was! Ich erlaube Ihnen, wenn der Friede geschlossen ist, und Sie noch denken, fühlen wie Ich ergriff voll inneren Jubels ihre Hand und drückte glühende Küsse darauf. „Dank, Dank,“ sagte ich dabei—„und nun ist mir, als sei der Friede bereits geschlossen, ein voller, für beide Kämpfer gleich rühmlicher, seliger Friede! Soll ich Ihnen deshalb nicht jetzt schon alles das sagen dürfen, was Sie„vergessen“ haben?“ Sie ließ ihre Hand in der meinigen, schüttelte aber heftig den Kopf und rief lebhaft aus:„Nein, nein, noch nicht, noch nicht! Sie sollen nicht von mir fordern, daß ich so rasch alles vergesse, mich über alles fortsetze! Solange der Krieg zwischen unseren Völkern wütet, dürfen wir nicht egoistisch sein und nur unseren Gefühlen leben wollen. Verlangen Sie nichts mehr von mir. Es würde nicht gut sein, weder für Sie noch für mich! Die Brücke,“ fügte sie anmutig lächelnd hinzu, „welche Sie bauen wollten, darf nicht das Werk einer Stunde sein, wenn sie dauerhaft und fest werden soll...“ „Sie soll ja nur uns, nur uns beide tragen, Blanche, und ich, was mich angeht, fühle mich so leicht, als ob mich Wolken trügen!“ Sie schüttelte wieder mit demselben Lächeln den Kopf und sagte dabei:„O nein, die Brücke muß auch sehr, sehr schwere Bedenken, sehr ernste Vorsätze und sehr wichtige Ein— würfe, welche die Meinigen mir machen werden, tragen können!“— Ich brauche nicht zu erzählen, daß ich trotz dieses Verbots meiner Beredsamkeit keinen Zügel anlegte! Wie wäre das möglich gewesen, wenn das Herz von innerem Glück und Jubel überströmt? Im übrigen aber mußte ich mich Blanche fügen. Unser Bund mußte den Ihrigen geheim bleiben— sie gab mir zum Trost nur die Erlaubnis, täglich mehrere Stunden zu ihr kommen zu dürfen, um ihr— den Faust auszulegen! heute, zu:(zukehren...“ Ich habe getreulich den Faust ausgelegt, aber ich fürchte, ich bin dabei sehr ketzerisch geworden und noch weit über Ulanenarianismus Glauroths hinausgegangen. Vi wär's nicht einmal nötig gewesen, denn der Abbe mied von nun an ohnehin. Weshalb? Ich glaube es zu era Doch wenn der Friede da ist, wird auch er sich, hoffe söhnen lassen. 8 Ja, wenn nur erst der Friede da wäre!— Nicht Woche währte es und ich war mit meinem Kommando gerufen von Chateau Giron. Das Regiment marschiel weiter südwärts; wir hatten uns bei Dijon zu schlagen, wil den bis Nuits vorgesandt, hatten zu rekognoszieren und furagieren, wurden endlich als Deckung einer Batterie in blutigen Gefechte bei Nuits in einer sehr exponierten S gebraucht... Glauroth traf dort ein Granatsplitter an rechten Wade, der nebenbei sein Pferd unter ihm 1 bekam wenige Minuten nachher ebenfalls die mir Kugel, sie ging durch den rechten Arm unmittelbar u Achselhöhle durch— gottlob, ohne den Knochen zu be und so sind wir beide denn auch zur Heilung in ane selbe Stadt fernab vom Getümmel des Krieges gesandt, u hier mit den täglich wachsenden Kräften der N tägliche Stoßgebet zu sprechen: Wenn doch erst Fri Blanche schreibt mir auf dem Wege über die S acht Tage... sie hat ihrer Mutter schon unser gestanden und ist glücklich, bei dieser auf viel weniger stand gestoßen zu sein als sie fürchtete. Auch hat allgemeinen Auflösung der Dinge in jenem Teile kein Beamter und keine Behörde gefunden, welche tigt geglaubt, von ihr den Ersatz der von mir aufg Geldsumme zu verlangen oder anzunehmen— und ft diese Last von meinem Herzen genommen. 2 Ende. — bel, deu ü ßen dan sen uu ber sit 1 fend versi, ili 0 10 10 Hossen und Nachbargebiete. SGießen und Umgebung. * 2 Krieg und Krüppel. Tausende und Abertausende hat der rie Krüppeln gemacht, Tausende werden noch zu K den. Da ist es wohl an der Zeit, dafür zu f stens die junge Generation zu gefunden, Menschen wächst. Gar viel können in dieser Beziehung schon die E 5 tun. Jeder Mensch ist als Vierfüßler 11 7 5 915 und Rumpf bilden einen nach hinten konvexen Bo en die Extremitäten(Beine und Arme) sind wie beim Vierfüßler in allen Gelenken gebeugt und in diese Vierfüßerstellung Feen die Gelenke und die Wirbelsäule bei irgend welchen Krank. heitsstörungen oder bei Ermüdung leicht zurück. Darum heißt es für die Eltern, in dieser Beziehung vorsichtig zu sein Man darf die Kinder nicht zu früh aufsetzen, nicht eher als bis die Muskulatur genügend gekräftigt ist. Noch schlimmer als das Setzen ist das frühe einseitige Aufnehmen der Kinder weil infolge des schräggehenden Armes der Mutter leicht eine Schiefstellung des Beckens und damit eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule möglich ist. Die natürliche Lage des Sutz lings ist die Bauchlage. Sie garantiert am ersten eine ge⸗ sunde Entwicklung der Muskeln und des Skelettsystems. Aus dieser Lage wird der Vierfüßergang des Kindes, aus dem dann von selbst der aufrechte Gang und Stand entsteht. Leider wird in dieser Beziehung von den Eltern noch viel gefündigt. Und wenn man früher annahm, daß die Schule uns die Skoliose(Verkrümmung) in so erschreckendem Maße gebracht hat, so hat man jetzt festgestellt, daß jene Skoliose durch die unnatürliche körperliche Er⸗ ziehungdes Kindes mit in die Schule gebracht worden ist und daß die Schule im allgemeinen nur die bloßen Haltungsanomalien und die leichteren Skoliosen schafft. Das aber legt auch unseren Kommunen neue Pflichten auf. Sie haben orthopädische Fürsorgestellen zu schaffen, die jenen Gefahren vorzubeugen haben durch Auf⸗ klärung und vorbeugende Behandlung. Das Gebiet der Säuglingsfürsorge muß damit spezialisiert werden. Ohne eine derartige Frühbehandlung werden wir auf diesem Ge— biete schwerlich zu einer Besserung gelangen. Dann muß natürlich auch auf eine Beseitigung jener Schäden Bedacht genommen werden, die uns die Schule bringt. Haltungsunregelmäßigkeiten und leichte Rückgrats⸗ krümmungen dürfen in den Schulen nicht mehr möglich sein. Das Turnwesen in unseren Schulen hat eine entschiedene Besserung zu erfahren. Das Turnen muß mehr System zeigen, vollkommen im Sinne jenes Zweckes gestaltet sein und auch auf die individuelle Leistungsfähigkeit. Rücksicht nehmen, was bisher wenig oder gar nicht geschieht. Jeder Tag bringt unserem Volke in diesem Kriege neue Krüppel. Da dürfte es wahrhaftig angebracht sein, daß man 0. bereits zu rüppeln wer⸗ orgen, daß wenig⸗ gerade gebauten eine derartige Vorbeugung des Krüppeltums mit aller Ent⸗ schiedenheit betreibt. Herabsetzung der Schweinefleischpreise. Mit der letzten vom Bundesrat erlassenen Verordnung über die Einschränkung des Fleisch- und Fettverbrauchs sind, wie bürgerliche Blätter melden, die geplanten Maßnahmen auf dem Gebiet der Fleischversorgung noch nicht abgeschlossen. Denn die bis jetzt vorgenommene Regelung bezweckt lediglich eine Einschränkung des Verbrauchs an Fleisch und Fett, durch die Ersparnisse an den vorhandenen Vorräten gemacht werden sollen. Eine nennenswerte Einwirkung auf die Preise wird diese Verbrauchseinschränkung jedoch nicht haben. Um diese zu erreichen, steht der Erlaß einer neuen Bundes⸗ ratsverordnung bevor, die voraussichtlich noch in dieser Woche bekanntgegeben wird. Sie bezweckt, den Kleinhandelspreis für Schweinefleisch so zu regeln, wie die Rücksichten auf die eer zustande kam. Bei Aktiengesellscha 1680 00 Mk.(600 000 Nek.) erforder Ernährung der Bevölkerung es erfordern. Der Kleinhandels. preis für Schweinefleisch dürfte dabei gegenüber den Preisen der letzten Zeit ziemlich erheblich herabgesetzt werden. Eine Regelung der Preise für Rindfleisch ist einst⸗ weilen noch nicht in Aussicht genommen. „Reelle“ Geschäftsgewinne. Jede Hausfrau weiß, wie rapid der Preis für Speiseöl in die Höhe geht. Weder der Produzent noch sonst jemand will Urheber dieser Teuerung sein. Mangel an Rohstoffen wird vorgeschützt, wie wenn die Quantität sich vermehrte, wenn der Preis sich ins Unge⸗ messene steigert. Wo die Urheber der Teuerung sitzen, wird allgemach bekannt. Es sind die Spekulanten, die dem Volke den Beutel leeren, und wer aus Spekulationsgeschäften Vor teile zieht, das wollen wir nachstehend an einem von den vielen Fällen zeigen. Den genannten Zahlen wolle man allergrößte Beachtung schenken. Der Verein Deutscher Oel⸗ fabrikanten Mannheim erzielte für 1914/15 einen Fabri. kationsgewinn von 3 236 321 Mark(im Vorjahre 2294 485 Mark), wozu 231536 Mark(181 482 Mark) Gewinnvortrag und diesmal auch 34 321 Mark Zinseneinnahme abzüglich der Ausgaben für Obligationen, Kontokorrent und Wechsel⸗ zinsen, Bankprovisionen, Wechselstempel und dergleichen treten, während im Vorjahre außer den Einnahmen für diese Zwecke noch 265 238 Mk. an Zinsen aufzuwenden waren. Die Generalunkosten haben sich vermindert; sie erforderten 379 323 Mk.(430 225 Mk.) und Verlust auf Ausstände 13 755 Mk.(21 862 Mk.), so daß sich ein Bruttogewinn 15 3109 009 Mk.(2 388 643 Mt.) beziehungsweise e 25 Mark(542 948 Mk.) Abschreibungen ein Reingewinn 115 b i 1 53 M Divi„ Prozent(im Vorjahre 8 Prozent) 5 d diesmal 14. lf lionen Aktienkapital, gegen 12 Millionen Ma 10 W Daran teilnahmen. Der außerordentlichen Rück 5 12 115 281 Mk.(43 210 Nek.) zugeführt. Dieser chan AVV 0 cher haben gespürt, wie eee alten läßt sich der Ge⸗ winn öffentlich nachweisen, nicht aber bei einfachen Handels gesellschaften. Abschlüsse, wie der obige, zeigen aber, daß an der allgemeinen Auswucherung auch durchaus„anständige“ Unternehmungen beteiligt sind und es eine undankbare Ar— beit ist, den„reellen Handel“ von Sünden reinwaschen zu wollen. Sie nehmen alle, wo sie es kriegen können. Mahnung an Kartoffelproduzenten. Amtlich wird mit⸗ geteilt: Wie sich aus verschiedenen Anzeichen ergibt, bestehen im Publikum vielfach irrige Auffassungen über die neue Ver⸗ ordnung betr. Regelung der Kartoffelpreise vom 28. Oktober 1915. Die Produzentenhöchstpreise gelten für alle Sorten Kartoffeln, also auch für Saat⸗, Salat⸗, Eierkartoffeln und dergleichen. Sie gelten auch nicht nur für die bis zum 29. Februar 1916 für die Kommunalverbände zu reser⸗ vierenden Vorräte(10 Prozent), sondern für die gesamte Kartoffelernte. Sogenannte Reports, Verwahrungs⸗ gebühren usw. gibt es nach der neuen Verordnung nicht. Es ist also ratsam, die Kartoffeln so rasch wie möglich an den Markt zu bringen, da ein längeres Aufbewahren keinerlei Vorteile, sondern Nachteile für den Landwirt bringt. — Kartoffel⸗Höchstpreise. Für die Stadt Gießen sind nunmehr Höchstpreise für Kartoffeln im Kleinhandel sestgesetzt. Danach darf bei Abgabe von Mengen bis 20 Pfd. nicht mehr als 4 Pfg. für das Pfund gefordert werden; bei größeren Mengen bis zu 10 Zentner 7,50 Mk. für den Malter frei Keller des Verbrauchers. Für den Großhandel, das heißt den Verkauf von größeren Mengen als 10 Zentner durch andere Personen als den Erzeuger erklärt die Preis- prüfungsstelle 6,70 Mk. für den Malter als angemessenen Preis. Wohlgemerkt: die angegebenen Preise sind Höchst— preise, über die nicht hinausgegangen werden darf; es ist damit nicht gesagt— wie es vielfach fälschlich aufgefaßt wird — daß diese Preise als die normalen zu gelten hätten. sind im Gegenteil in Anbetracht der reichen Ernte viel zu hoch. — Vom städtischen Wildfleischverkauf hört man wenig Erfreuliches. Von seiten der Stadt waren bekanntlich mit einer Anzahl Jagdpächter Verträge abgeschlossen worden, nach welchen das erlegte Wild zu festgesetzten, mäßigen Preisen an die Stadt geliefert werden sollte. Metzgermeister Schreiner hatte die sachgemäße Zerlegung des Wildes und den Verkauf übernommen und es war alles ganz vortrefflich geregelt. Es kam aber anders, als es gedacht war. Die Wild- lieferung war nämlich so kümmerlich spärlich, daß mit dem Verkauf überhaupt nicht begonnen werden konnte. Wie kam das? Gab's auf einmal so wenig Wild, wegen dessen Ueber⸗ handnahme doch aus allen Ecken geklagt wurde, oder waren die betreffenden Jäger so wenig glücklich, daß sie nichts er⸗ wischen konnten? Nein, es gab genug und wurde auch viel geschossen. Aber die Wildbrethändler, die mehr be⸗ zahlten als die Stadt, bekamen es und letztere hatte das Nachsehen. Die Händler finden sich in der Regel auch gleich mit den Wagen zu den Jagden ein, um das gekaufte Wild gleich abfahren zu können. Für die Jagdpächter ist dies erstens sehr bequem und zweitens bekommen sie ihre Beute besser bezahlt. So wurde die schön ausgedachte Sache, womit man die Fleischversorgung der städtischen Bevölkerung zu unterstützen hoffte, zu Essig. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Friedrich Walker aus Leun, Inf.-Regt. 80.— Musketier Karl Schmirmund aus Rainrod b. Alsfeld, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116.— Musketier Karl Valentin aus Oberlemp, Kr. Wetzlar, Inf.-Regt. 166. — Beim Kartoffelkauf tut der Käufer gut, auch auf das Ge⸗ wicht zu achten, wenn er seine Karoffeln nicht von jemand bezieht, auf den er sich unbedingt verlassen kann. Es dürfte noch in innerung sein, daß voriges Jahr über Mindergewicht öfter Klage geführt wurde, einige Bauern kamen deswegen auch vor das Ge⸗ richt. In Darmstadt erlebte, wie unserem Frankfurter Partei⸗ blatte berichtet wird, ein dortiger Metzgermeister einen drastischen Fall. Er hatte 10 Malter Kartoffeln erhalten und es stellte sich Nie daß bei jedem Sack ein Manko vorhanden war, das zu⸗ ammen ein ganzes Malter ausmachte. Der zuerst in Verlegen⸗ heit geratene Landwirt gab den Schwindel erst zu, als man mit der Polizei drohte. Er behauptete:„Mei Weibsleit hawe die Kartoffel gewoge!“ Als er sein Geld hatte, erklärte er:„Wann ich mei Kartoffel nur noch emal auf meim Wage hätt!“ In einem anderen Fall fehlte an dem zu bezahlenden Quantum ein Gewicht von etwa 70 Pfund. Als der entsprechende Betrag abgezogen werden sollte, fand das Bäuerlein plötzlich auf dem Wagen unter den leeren Säcken noch einen gefüllten Sack, den er angeblich vergessen hatte und nun das fehlende Gewicht genau ergänzte.— Zahlreiche ähn⸗ liche Fälle ereignen sich: lelder werden sie nicht alle bekannt. Kriegsindustrie und Arbeiterinnenschutz. Je mehr die Frauen⸗ arbeit in den für die Kriegsbedürfnisse arbeitenden Fabriken sich ausdehnt, um so weniger ernst glauben es manche Unternehmer mit den Bestimmungen zum Schutze der Arbeiterinnen nehmen zu dürfen. Darum ist es gut, wenn die Gerichte diese Leute von Zeit zu Zeit in die gesetzlichen Schranken zurückweisen. Das hat z. B. dieser Tage das Frankfurter Schöffengericht getan. In der Gra⸗ natenfabrik, die der Kaufmann Karl Mayer, der Privatmann An⸗ selm Wolf und der Kaufmann Ludwig Strauß zusammen mit einem Vierten, der sich jetzt im Felde befindet, eingerichtet hatten, hat man sich um die Vorschriften der Gewerbeordnung blutwenig gekümmert. Am Frankfurter Schöffengericht wurde festgestellt, daß die Ar⸗ beiterinnen länger als zehn Stunden am Tage gearbeitet haben, daß die einstündige Mittagspause nicht gewährt wurde, daß an Tagen vor Sonn⸗ und Festtagen länger wie 8 Stunden gearbeitet wurde, daß die Nachtarbeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens dauerte und daß einer jugendlichen Arbeiterin die Frühstücks⸗- und Vesper⸗ pause beschnitten wurde. Die Gewerbeinspektion nannte dieses Ver⸗ fahren einen krassen Fall von Ausbeutung menschlicher Körper⸗ kräfte. Das Gericht erkannte wegen Vergehens gegen die Gewerbe— ordnung auf je 120 Mark Geldstrafe für Mayer und Wolf und auf 60 Mark für ihren Werkmeister Emanuel Stephann. Strauß, der sich nur um die kaufmännischen Angelegenheiten zu kümmern hatte, wurde freigesprochen. — Oeffentliche Bücherhalle. Im Oktober wurden 2630 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Literatur 1477, Zeit⸗ schrüften 263, Jugendschriften 215, Gedichte und Dramen 55, Lite⸗ raturgeschichte 21, Länder⸗ und Völkerkunde 38, Kultrgeschichte 32, Geschichte und Biographien 156, Kunstgeschichte 40, Naturwissen⸗ schaft und Technologie 130, Heer⸗ und Seeewesen 39, Haus⸗ und Landwirtschaft 16, Gesundheitslehre 29, Religion und Philosophie 59, Staatswissenschast 24, Sprachwissenschaft 14, Fremsprachliches 28 Bände. Nach auswärts kamen 50 Bände. 64 000 Mark Goldeinnahmen bei den Rennen in Neuß. Die Goldsammlung bei den Eintrittsgeldern bei den letzten Reunen in Neuß ergab 15000 Mark. Au den sechs Reuntagen konnten ins⸗ gefsamt 64000 Mark in Gold der Reichsbank zugeführt werden. Sie FIr⸗ r⸗ Daraus ersieht man wieder, daß es immer noch eine große Augahl von ängstlichen Gemütern gibt, die sich von ihrem Gold nicht trennen können. Das Festhalten der Goldstücke ist töricht und beeinträchtigt nur die deutsche Wirtschaftskraft. Daher muß auf diesem Gebiete fortgesetzt aufklärend gewirkt werden. 7 Nreis Friedberg⸗Büdingen. Schwerer Unfall bei der Arbeit. In einem Steinbruch bei Ebers⸗Göns wurden am Dienstag gegen Abend drei dort beschäf⸗ tigte Arbeiter, A. Schepp und A. Volk aus Pohlgöns und Fr. Rühl aus Kirchgöns, von herabfallendem Gestein getroffen und zwar so unglücklich, daß Rühl, dem durch einen Stein der Kopf zer⸗ schmettert wurde, sofort tot blieb, während Schepp auf dem Trans⸗ port nach dem Krankenhause in Niederweisel starb.— Die Leute arbeiteten erst einige Tage in diesem Steinbruche. Kreis Marburg⸗ Kirchhain. Kinder mit Schußwaffen. In Weidenhausen bei Mar⸗ burg wurde am Montag das achtjährige Söhnchen der Eheleute Thomas beim Spielen mit einer Schußwaffe von einem anderen Kinde so in den Kopf getroffen, daß es in der Marburger Klinik st a r b. Von Nah und Fern. Monzernheim, 4. Nov. Seinen Bruder erschlagen. Am 29. Oktober wurde der Handarbeiter Johann Schmitt in seiner Scheuer tot aufgefunden. Da er dem Trunke ergeben war, nahm man an, er wäre von der Scheuerleiter abgestürzt und hätte sich dadurch so schwer verletzt, daß der Tod eingetreten sei. Das Gut⸗ achten des Kreisarztes Med.-Rats Dr. Schäffer ging aber dahin, daß kein Unglücksfall, sondern ein Totschlag stattgefunden habe. Bei Vernehmung seines Bruders Konrad Schmitt gestand dieser ein, daß er seinen Bruder mit einem Karst erschlagen habe. Sie seien in Wortwechsel gekommen, worauf er seinem Bruder zweimal mit dem Karst auf den Kopf und in das Gesicht geschlagen hätte. Schmitt wurde verhaftet. Uugeöbrict des Hrofen Hunptzunrtier. Im Westen ein französischer Graben genommen. Russische Angriffe erfolgreich abgewiesen. In Serbien weiterer Vormarsch. W. B. Großes Hauptquartier, 4. Nov., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Massiges stürmten unsere Truppen einen nahe vor unserer Front liegenden französischen Graben in einer Ausdehnung von 800 Metern. Der größte Teil der Be⸗ satzung ist gefallen. Zwei Offiziere(darunter ein Major) und fünfundzwanzig Mann wurden gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. 55 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls, v. Hindenburg. 0 Vor Dünaburg wird weitergekämpft. An verschiedenen Stellen wiederholten die Russen ihre Angriffe. Ueberall wurden sie zurückgeschlagen. Besonders starke Krüfte setzten sie bei Garbunowka ein. Dort waren ihre Verluste auch am schwersten. Das Dorf Mikulischki konnten sie im Feuer unferer Artillerie nicht halten. Es ist wieder von uns besetzt. 5 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine wesentlichen Veränderungen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die Russen versuchten gestern früh einen Ueberfall auf das Dorf Cuphoska⸗Wona. In das Dorf eingedrungene Abteilungen wurden sofort wieder hinausgeworfen. Ein aber⸗ maliger Versuch des Feindes, durch starke Gegenangriffe uns den Erfolg westlich von Czartorysk streitig zu machen, scheiterte. Bei den vorgestrigen Kämpfen wurden insgesamt fünf Offiziere, elfhundertundsiebenzehn Mann als Gefangene und elf Maschinengewehre eingebracht. Bei den Truppen des Generals Grafen von Bothmer wurde auch gestern in und bei Siemikowea gekämpft. Die Zahl der bei den Dorfkämpfen gemachten Gefangenen hat sich auf dreitausend erhöht, Russische Angriffe südlich des Ortes brachen zusammen. Balkan. Gegen zähen feindlichen Widerstand sind unsere Truppen beiderseits des Koslanik⸗Berglandes(nördlich von Kraljevo) im Vordringen. Oestlich davon ist die allgemeine Linie Zakuta⸗Vk. Celien⸗Jagodina überschritten. Oestlich der Morava weicht der Gegner; unsere Truppen folgen. Es wur⸗ den sechshundert Gefangene gemacht. Die Armee des Generals Bojadjieff hat Valakonje und Boljevac(an der Straßse bei Bajecar-Parcin) genommen und im Vorgehen von Syrljig auf Nisch den Kalaft(10 Kilo⸗ meter nordöstlich von Nisch) erstürmt. Oberste Heeresleitung. Kriegs-Kornfranck ist ein vorzüglicher und billiger Ersatz für Bohnenkaffee. Das große Paket kostet 50 Pfennig. Kriegs-Kornfranck schmeckt schr gut; er hai eine schone Kaffee- Farbe. Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht grinischen Grenzstellungen im Gange. Raume von Kragujevac und bei Jagodina wurde ge⸗ brochen. Der Feind ist im Zurückweichen. Von der gedenkt, falls nicht im letzten Augenblick noch Hilfe Heftige Kämpfe an der Stirypa. Wien, 4. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 4. November 1915: - Russischer Kriegsschauplaß. Der Feind setzte seine Angrisse gegen die Strypa⸗Front fort. Die gegen die Stellung bei Wisniowezyk und Burkanow ge⸗ richteten Angrifse brachen vor unseren Hindernissen zusam⸗ men. Vor den Schützengräben zweier Bataillone wurden 500 russische Leichen begraben. Im Dorfe Siemikowee nördlich von Bieniawa wird nach wie vor heftig gekämpft. Oesterreichisch⸗ ungarische und deutsche Truppen gewannen den Ort fa st ganz zurück. Die Zahl der in diesem Raum eingebrachten Ge⸗ fangenen beträgt 3000. Auch am unteren Styr wurden zahlreiche Vorstöße des Gegners abgeschlagen. Bei den vorgestrigen Kämpfen westlich von Czartorist hat ein aus Truppen beider Heere zu⸗ sammengesetztes Armeekorps insgesamt 5 russische Offiziere und 1117 Mann gefangen genommen und 11 Maschinengewehre er⸗ beutet. Jtalienischer Kriegsschauplatz. Die Angriffe der Italiener auf den Gör zer Brücken⸗ kopf und die Nachbarabschnitte dauern fort. Gestern waren die heftigsten Stürme gegen Zagora, die Podgora⸗Höhen und den Monte San Michele gerichtet. Wieder wurde der Feind über⸗ all abgewiesen. Auf den Podgora⸗Höhen wird um einzelne Gräben noch gekämpft. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Trebinje ist ein Angriff gegen die montene⸗ Oestlich von Bileca und süd⸗ lich von Aptovac wurden in den dort erkämpften Positionen seind⸗ liche Vorstöße abgeschlagen. Auf dem Berg Bobija kam es zu Handgranatenkampf. Der serbische Wiberstand im Armee des Generals von Köveß rückten österreichisch⸗ungarische Streitkräfte über Pozega hinaus. Die Verbindung zwischen Uzice und der östlich von Visegrad kämpfenden Gruppe ist hergestellt. Südwestlich von Cocak warfen wir den Feind von den bas Tal be⸗ herrschenden Höhen. Andere österreichisch⸗ungarische Kolonnen nahmen die Höhen Stolica und Lipnica Glavieg und drängen die Serben auf den Drobnja⸗Rücken zuriick. Deutsche Truppen rückten in Zagodina ein. 5 Von den bulgarischen Krästen drang eine Kolonne bis Boljevae südwestlich von Zasecar vor. Eeine andere nahm den Berg Lipnica nordöstlich von Nisch. Die Angriffe der Bulgaren südwestlich von Pirot gewinnen Raum. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 5 0 4 Serbien vor der Katastrophe. T. U. Sofia, 4. Nov. Das Blatt Utro meldet aus Bukarest, daß der dortige serbische Gesandte ein chiffriertes Telegramm von der serbischen Regierung erhielt, in dem der serbische Gesandte von der verzweifelten Lage Serbiens ver— ständigt wurde und verschiedene daraufbezügliche Mitteil⸗ ungen enthielt. Der serbische Gesandte suchte daraufhin den Ministerpräsidenten Bratianu auf, bei dem er über eine Stunde verweilte. Nachrichten aus Kreisen, die dem Mi— misterpräsidenten nahestehen, besagen, der serbische Gesandte habe ausgeführt, daß Serbien gezwungen sein werde, von den Zentralmächten und Bulgarien Frieden zu verlangen, um wenigstens das zu retten, was Serbien noch zu erhalten komme. Bratianu erteilte dem serbischen Gesandten die Antwort, daß Rumänien Serbien nicht zu Hilfe kommen könne. Sicht⸗ lich verzagt verließ der serbische Gesandte das Ministerium und begab sich in die russische Gesandtschaft, wo er gleichfalls längere Zeit verweilte. In Sofia ist in ernster Form die Nachricht verbreitet, daß Serbien einen Sonderfrieden von Bulgarien und den Zentralmächten verlangt habe. Sollten diese Gerüchte auf Wahrscheinlichkeit beruhen, so würde dem— nach Serbien bereit sein, auf ganz Mazedonien zu verzichten und ebenso auch die von den Zentralmächten besetzten Ge— bietsteile aufgeben, um wenigstens als politische Einheit er— halten zu bleiben. * Petit Parisien meldet aus Salonski, daß auf Befehl des Generalstabes die französische Intendantur über Monastir mehrere Züge mit Mais, Getreide und Mehl nach Ochrida, Tetowo und die Grengtäler von Albanien sandte, um die serbische Be⸗ völkerung zu verproviantieren. Mehrere Tausend Tonnen Getreide wurden ebenfalls nach Albanien geleitet. Aus Korsu wird gemeldet, daß eine irreguläre Truppe in den Distrikten Kitschewa und Kalkandelen erschienen sei. Es würden noch fortgesetzt serbische Flüchtlinge in Florin a und Salonik ankommen, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse äußerst schwierig werden, da Geld und Nahrungsmittel mangelten. Die französischen Landungstruppen geschlagen? Die Kölnische Zeitung meldet aus Sofia: Nach sicheren amtlichen Mitteilungen sind die französischen Landungstrup— pen jetzt nordöstlich von Prilep von den Bulgaren, die von Gradisko und Negotin(Mazedonien) her angegriffen hatten, vernichtend geschlagen und teils zersprengt, teils gefangen ge— nommen worden. Die französischen Gefangenen sind schon in Küstendil angekommen. Ministerkrise in Griechenland? Paris, 4. Nov. Havas berichtet aus Athen: Die Be— handlung der Militärfragen rief in der Kammer einen Zwischenfall zwischen dem Kriegsminister und der veniselisti— schen Mehrheit hervor. Der Ministerpräsident Zaimis stellte die Vertrauensfrage. Veniselos erklärte, daß es den Liberalen unmöglich sei, eine Regierung zu unterstützen, deren Politik den Interessen des Landes verhängnisvoll sei. Alle Partei— führer ergriffen nacheinander das Wort. Die Regierung unterlag mit 147 gegen 114 Stimmen. Man betrachtet somit die Ministerkrise als eröffnet. Nach einer Meldung des Londoner Star habe Zaimis erklärt, daß er dem König seine Demission anbieten werde. Keine Demobilisatiou Griechenlands. Die von einigen Blättern gebrachte Meldung von einer bevorstehenden teilweisen Abrüstung Griechenlands wird amtlich als unrichtig bezeichnet. Nea Himera fügt er⸗ läuternd hinzu, daß eine teilweise Abrüstung auf technische Schwierigkeiten stoßen würde. Die griechische Demobilisierung gegen Serbien ab. Griechenland würde zugleich mit Bul⸗ garien abrüsten, was nach 1½ Monaten, wenn nicht unvor⸗ hergesehene Ereignisse dazwischen kommen, geschehen werde, weil dann die serbische Defensive endgültig vernichtet sein dürfte. Doch würde auch dann möglicherweise Griechenlands Demobilisierung nur teilweise sein können, solange der Durchzug der Franzosen durch griechisches Gebiet andauere. Unruhen in Petersburg und Moskau? Sofia, 4. Nov. Von Rußland werden Revolutions⸗ bewegungen gemeldet, was die Regierung veranlaßte, zum Schutze von Petersburg und Moskau Truppen von der Front wegzunehmen. f Die Nachricht ist natürlich mit allem Vorbehalt aufzu⸗ nehmen, da ihre Herkunft sich nicht nachprüfen läßt. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. 9 2 27 8 Höchstpreise für Kartoffeln. Auf Grund der Bundes ratsverorbnung über die Regelung der Kartoffelpreise vom 28. Oktober 1915 und der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers über die Festsetzung der Höchst⸗ preise für Kartoffeln und die Preisstellung für den Weiterverkauf vom 28. Oktober 1915 werden für den Kleinha ndel mit Kar⸗ toffeln in der Stadt Gießen folgende Höchstyreise estgeseth,. 175 9 bei Abgabe in Mengen bis 10 Kg. einschließlich 8 Pfennig für das Kilogramm: 2) bei Abgabe in Mengen von mehr als 10 Kg. 7,50 Mark für 100 Kilogramm frei Keller des Verbrauchers. 5 Nach der Bundesratsverordnung vom 28. Oktober 1915 gilt als Kleinhandel der Verkauf an den Verbraucher, soweit er nicht Mengen von mehr als 500 Kg. zum Gegenstand hat. Diese Anordnungen treten sofort in Kraft. Gießen, den 4. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Für den Großhandel mit Kartoffeln. d. h. für den Verkauf von Kartoffeln in größeren Mengen als 500 Kg. durch andere Per⸗ sonen als den Erzeuger, wird ein Preis von höchstens 6,70 Mark für 100 Kg. als augemessen erklärt. Gießen, den 4. November 1915. 5 5 eee Stadt Gießen. Leist. Bekanntmachung. Aus der Echternach⸗Stroh⸗ und der Louis Labroisse⸗Stiftung kommen demnächst etwa 140 Zentner Kohlen an Stadtarme zur Ver⸗ teilung. 5 Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Asterweg 9, bis 20. November d. J. entgegen. Gießen, den 4. November 1915. Der Oberbürgermeister. (Armenverwaltung.) Keller. Bekanntmachung. Die Besitzer von Obstbäumen der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge sämt⸗ liche Obstbäume bis Mitte November gehörig abkratzen und mit Kalkmilch(gelöschtem Kalk, der mit viel Wasser verrührt ist) be⸗ streichen zu lassen. Gießen, den 27. Oktober 1915. 5 Der Oberbürgermeister. J. V.: Grünewald. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing Eheleute sind am 7. Januar 1916. 180 Mark an zehn in Gießen geborene, würdige Witwen in gleichen Teilen zu verteilen. 5 5 Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Asterweg 9, bis 20. November d. J. entgegen. Gießen, den 4. November 1915. 5 Der Oberbürgermeister: (Armenverwaltung). Keller. Städtischer Wohnungsnachweis Gießen. Es sind zu vermieten: 1 Haus zum Alleinbewohnen„10 Zimmer, Bad, Küche und Zu⸗ behör; 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentral⸗ heizung; 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern; 4 herrschaftliche Wohnungen von 6 Zimmer; 6 Wohnungen von 5 Zimmer; 12 Woh⸗ nungen von 4—5 Zimmer; 3 Wohnungen von 3 Zimmer; 1 Woh⸗ nung von 3 Zimmer, mit oder ohne Laden: 1 Wohnung von 3 Zim⸗ mer, möbliert; 4 Wohnungen von 2 Zimmer: 3 Wohnungen von 1 Zimmer; 2 Ladeuräume mit je 1 Zimmer; 1 Lager⸗ oder Fabrik⸗ raum; 5 Lagerräume mit 1 Arbeitsraum; 12 möblierte Zimmer, davon 2 nebeneinanderliegende; 1 Zimmer, möbliert oder un⸗ möbliert; 2 leere Zimmer; 2 Stallräume mit Burschenstube. Zu mieten gesucht: 1 Städtischer Arbeitsnachweis Gi ö es können eingestellt werden: h) bei hiesigen Arbeitgebern: 5 Dreher, 3 Installateure, 5 Bauschlosser, 5 Elektromon Güterbodenarbeiter, 2 Schuhmacher, 5 Bauhilfsarbeiter, 2 arbeiter, 2 Hilfsarbeiter, 1 Hotelhausdiener, 2 Arbeiter, 1 für Heil- und Pflegeanstalt, 10 Frauen für Fabrikarbeiten. b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 5 2 Viehfütterer, 1 Dreher als Meister, 7 Schlosser, 2 Schmiede, 3 Maschinenschlosser, 5 Fabrikarbeiter, 2 Spengler, 1 Müller, 1 Fri⸗ seur, 2 Maurer, 1 Zimmermann, 5 Bauhilfsarbeiter, 10 Wärter für Heil⸗ und Pflegeaustalt, 1 Heizer für eine Heilanstalt, 10 Zigarren⸗ arbeiter und einige Kaufleute. f 1 Es suchen Arbeit: 5 2 2 Lehrlinge für Feinmechanik, 2 Schreiner, 1 Schneider, 1 kauf⸗ männischer Lehrling, 1 Bureaugehilfe, 1 Kellnerlehrling. 15 Putz⸗ und Lauffrauen, 3 Arbeiter, 1 Haushälterin, 2 Lehrmädchen für Schuhgeschäfte, 5 Dienst⸗ und Zimmermädchen, 1 Verkäuferin, 1 Lehrling für Polster⸗, Tapezier⸗, oder Sattlerarbeit, der nahezu ausgelernt hat. 33 Gießen, den 2. November 1915. Praktischer Wegweiser empfehlenswerter&sschäfte 9 Besonderer Beachtung empfohlen Erscheint wöchentlich einmal d Brauerelen u. Bierhdlg. Brennmaterlallen J. H. Mriag, Laßt 0 Joh. Fischer Telephon 1 8 Bierbrauerei Alicestraße 28/0 mit eigener Mälzerei Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Georg Guht G. m. b. H. Meglar. Gerlach& Euler vormals J. Luy Wetzlar Telephon 72 5 Hohlen, Roks und Briketts. Kolonlalwaren Heinrich Möser, Gießen Welzen- u. Roggenmehle Sämtliche Futterartikel engros Rüböl. Leiuol en detail e, Llkörg cheistsan inderthaf Likörfabr. u. Weinhandlung ließ en Neuen-Bäue 27, Diezstr. 14. 2 f Alsgeld ieh ee Carne N r Heeger een 5 e A g. a g 1. Für Wirte! Für W Wir empfehlen 9 Spielkarten 2 in allen Preislagen aus der Spielkartenfabrik Frommann& Bünte, Darmstadt. Oberhessische Volkszeitung, Gießen Bahnhofftraße— Auuerben 20% D 7 — che gehn merunt in die ful N tine! f. E e und loben Neu! Neu! Versand⸗Karton (D. R-⸗Patent 130568) e. für Gelee, Honig, Butter, N Schmalz, Fleischwaren ꝛe. Prakkischer, vorteilhafter und billiger l. „ hlech oder Glas⸗ Packung. 25 Obethesssche deltgtitnng Gehn Bahnhofstraße 23. Konkurrenzlos! Preis für 1 Pfund⸗ Packung nur 3 Alber 0 Soeben erschienen! Vo steht der Preis nur 50 hänge von dem Abschluß der deutsch⸗bulgarischen Expedition Se SSE Sees Ses Veste Kriegskarte! am 4. November 1915. 4 Hauptkarten, 14 Spezialkarten. Die Karte enthält dieses Mal auch eine Spezialkarte vom 2 Setbishen Ktiegzschauplut. T. Aleinverkauf: Oberhessisce Volkszeitung, Bahnhofftr. 23. SSSSSSSSSSES n 20 Wohuungen von 1—5 Zimmer. 5 f SGS SSS Se dalbeder enn Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, den 5. November 1915 abends 8 Ubr: 4. Freitags⸗Abonn.⸗Vorstellung. Ein Fallisement Schauspiel in 5 Aufzügen von Björnstjer ne Björnson. Ende gegen 11 Uhr. N Gewöhnl. Preise(ermäßigt) den Sonntag, den 7. November 1915 nachmittags 3½ Uhr: die fünf Frankfurt Ende 5 ½ Uhr. Kl. Preise. Abends 7½ Uhr: Herrschaftticher Diener gesucht Ende gegen 9 ½ Uhr. Krieg Pfg.