kitung Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monallich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraßse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 259 Gießen, Donnerstag, den 4. November 1915 10. Jahrgan Die Lebensmittelpreise nach den neuen Bundesratsperordnungen. Endlich hat nun doch die Regierung dazu gegriffen, auf dem gebensmittelmarkt dem Umfang der Preistreiberei zu steuern. Die gaßnahmen treffen im wesenktlichen in ihrer Grundtendenz das ichtige; man könnte nur den einen Vorwurf erheben, sie kommen eichlich spät, ein früherer Eingriff hätte viel Erbitterung nder Bevölkerung erspart. f Die Einrichtung der Preisprüfungskommission für Lebens⸗ nittelpreise im Reichsamt des Innern, gebildet aus Parlamen⸗ griern aller Parteien mit Hinzuziehung der Händler, Vertreter er Städte und Konsumenten, sowie die städtischen Preis- [rüfungsstellen werden erst beweisen müssen, ob ihre Vor⸗ Hläge nützlich sind und ihr Einfluß ausreicht, um umfassende Re⸗ ermen anzuregen und durchzuflühren. Es ist hier der erste Ansatz u einem Nahrungsmittelamt mit seinen verzweigten Organi- tionen vorhanden, wie es von der sozialdemokratischen Fraktion in Reichstag gefordert wurde. Der Bundesrat hat sich zunächst der wichtigsten Frage, der reisregelung für Butter. zugewandt. Gegenüber ner Preislage von 3,40 Mk. für das Pfund Butter in Berlin ist dlich der Widerstand gegen Höchstpreisfestsetzungen gebrochen und hir sind durch die Verordnung schließlich auf 2,55 Mk. für beste dafelbutter gekommen. Ein Preis, noch reichlich hoch, aber doch en erhebliches Abwärts gegenüber der unerhört hohen Preislage. dabei wird man nicht stehen bleiben können. Ist der Preis für Futter festgelegt, muß der für Milch und Käse folgen. Nicht kinder wichtig ist das Verbot der Fettkäsebereitung, inmit bei dem Rückzug der Milcherzeugung die zweckmäßigste Ver⸗ endung der Milch gesichert ist. In der Kartoffelversorgung war die Gründung der Reichs⸗ lartoffelstelle durchaus zu begrüßen. Auch haben wir gleich kKrauf hinzuweisen, daß die Organisation die notwendige Ver⸗ hprgung nicht bewältigen kann, weil ihr auf dem freien Markt die sartoffeln nicht zur Verfügung stehen werden. Das Recht der nteignung fehlte nicht in den Vollmachten, aber ehe die Or⸗ ganisation zur vollen Entfaltung kam, setzte die Kälte ein, ein weres Hindernis in der Versorgung. Da wir aber un⸗ lhaft genügend Kartoffeln in diesem Jahre haben, so dürfte ir den Konsumenten ein Ankauf für einen längeren Verbrauch cht unbedingt notwendig sein, gegenwärtig umfassende Einkäufe 10 nur einen Mangel an Kas toffeln auf dem Markte hervor⸗ ufen. In der neuen Verordnung ist nun auch die Regierung dem zerlangen, das der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei und die Generalkommission der Gewerkschaften in ihrer Eingabe e das Reichsamt des Innern geltend gemacht hatten, nachgekom⸗ ten, indem sie allgemeine Höchstpreise str Produzenten und Handel stsetzte. Auch hier bedeutet der Preis von 4,05 Mk. bis 4.35 Mk. r den Zentner ein Abwärts gegen den bisherigen. Nur wird ein wenig Kampf kosten, die genügenden Quantitäten Kar⸗ Iffeln auf den Markt zu bringen. Hier darf die Regierung vor Ir entschiedenen Durchführung der Enteignung nicht zurück⸗ shrecken. 1 Daß die Regierung ferner die Preise für Kartoffelmehl und gurtoffelflocken herabgesetzt und auch die Spirituszentrale genötiar t, den Liter Spiritus von 65 Pfg. auf 45 Pfg. herabzusetzen, ist läne unbeachtliche Maßnahme. l Weniger befriedigt vorläufig die Verordnung, um Im nefschkonsum Ersparnis eintreten zu lassen. Eine Erspar⸗ I von Butter und Fleisch in den Restaurants ist wohh mit der licht angeordnet, durch verminderten Gebrauch den Markt zu dücken und damit die Preisbildung nach unten zu beeinflussen. b erscheint uns fraglich, ob die Wirkung erzielt wird. So gruß rd der Gesamtverbrauch der Restaurationen nicht sein, daß die Marktlage wesentlich beeinflußt wird. Aber man wird 9 stzlich nichts gegen die Verordnung einwenden können. Wir . daß 9575 bald eine ee eintritt, die auch für eh⸗, Fleisch und Fett Höchstpreise festlegt.. 7 Für Wild und Fische sind Wöchtwreile bereits eee Hier 155 7 7 und Lommanglverban den pie lufga 1 nuch den Berliner Richtpreisen Abschläge vorzune 8 1 Die hohe Preislage für Wild hatte auch nicht die geringste rechtigung: daß hier vorgegangen wird, ist zu ee Wir nehmen an, daß mit diesen Verordnungen die Reg 77 000 bee weiteren Bemühungen nach der Richtung nicht Ai 119 ir Reichsgetreidestelle wird bereits bezuchtet athesegt breis für Gries von 85 Pfg. das Pfund auf e e 5 vid. Wir erwarten, daß auch für Graupen, Hülsenfrüchte un diigwaren erträgliche Preise festgesetzt werben, i f 17 90 18 ing dadurch, daß Preis⸗ Die Beweglichkeit in der Preisbewegu auimständen die Preise r dem starren System Auf den einge— . wo die Bestände schränke man all⸗ n Wohlhabenden nicht, chkeiten abzuwehren. den Brotkarten beim der Verteilung 18 Stätigen Bevölkerung die 9 bleibt sie dennoch. 5 Die freie Donau. 6 ich der Zum eisernen Vestand des Völkerrechts gehärteten ei onanver tra g. Alle europässchen Großmächte baben eint 4 70 feierlich vereinbart und durch Brief und Siegel bekräftigt, daß der große Strom, der durch ganz Mittel- und Südosteuropa zieht, an dessen Ufern Deutsche, Oesterreicher, Ungarn, Serben, Rumänen, Bulgaren und Russen wohnen, und dessen Kraft die Güter aus all diesen Ländern auszutauschen, ja dem Verkehr bis tief hinein wach Asien zu dienen berufen ist, frei sein soll in Krieg und Frieden. So feierlich als nur irgendmöglich wurde die Donau internationali⸗ siert, wurden ihre Wasser der Absperrung durch einzelne Staaten entzogen und der europäischen Staatengemeinschaft unterstellt. Das war„Recht“. Es ging damit, wie mit dem übrigen Völker⸗ recht. Volle 14 Monate lang war die südöstliche Donau gesperrt und versiegelt, serbische und russische Minen und Strandbatterieen hinderten auch den kleinsten Kahn, von Rumänien und Bulgarien nach Ungarn und weiter stromaufwärts zu kommen, während ruf⸗ sische, amerikanische und anglofranzösische Kriegsmittel ungehindert von Odessa nach Kladowo und Belgrad gebracht wurden. Erst das Vordringen der Mackensenschen Armeen nach Serbien und ihre Ver⸗ einigung mit den bulgarischen Truppen änderten diesen Zustand in sein Gegenteil. Schon ist der erste ungarische Donaudampfer in dem bulgarischen Widdin angekommen, bald werden bulgarische Getreide⸗ transporte nach Wien kommen, wohl auch bulgarische Hülsenfrüchte nach Regensburg und manches Schiff mit gewichtiger Ladung wird Kruppsche und Skodasche Kriegswerkzeuge hinunterführen auf der uralten Heerstraße, die schon die Helden der Nibelungensage strom⸗ abwärts getragen haben soll. Die Dinge haben sich gründlich gewandelt: jetzt ist die Donau für Serbien gesperrt— zu Wasser und zu Lande, und die Be⸗ setzung des Hauptwaffenplatzes Kragujevae setzt den Stempel darauf. Fraglich nur, ob die Donau sich auch dem rumänischen Ge⸗ treideüberschuß öffnen wird, der uns versagt wurde, als wir ihn vielleicht hätten brauchen können. Es gab viel Arbeit um diese Verträge und ihr Abschluß wurde seinerzeit hochgepriesen. Der Seekrieg. Englisches Torpedoboot gesunken. London, 2. Nov. Reuter meldet: Das Torpedoboot 96 ist gestern an der Straße von Gibraltar infolge eines Zu⸗ sammenstoßes mit einem Hilfskreuzer gesunken. Zwei Offiziere und 9 Mann werden vermißt. * Kopenhagen, 2. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die dänische Bark„Claudia“ wurde am Sonntag in der Ostsee von dem russischen Unterseeboot„U“ angehalten, als sie auf der Reise von Gefle nach Spanien mit einer Holzladung unterwegs war. Das Unterseeboot führte die russische Flagge und hatte ausschließlich russische Besatzung an Bord. Es machte sich an der Seite der Bark fest, worauf der Kom— mandant mit einem Knaben als Dolmetscher die Bark durch— suchte. Bei der unruhigen See stieß das Unterseeboot unauf— hörlich gegen die Bark. Infolge des ihr hierbei zugefügten Schadens mußte die„Claudia“ Kopenhagen als Nothafen an⸗ laufen, um Ausbesserungen vorzunehmen. Der Kapitän ver⸗ langte beim hiesigen Seegericht Schadenersatz von Rußland. Berlin, 2. Nov. Die Vossische Zeitung meldet aus Christianiag: Wie Dagblad berichtet, ist der norwegische Dampfer„Edsiva“, rund 1000 Tonnen groß, mit Kohlen von Tyne nach Rouen unterwegs, gesunken. Ob das Schiff durch eine Mine oder durch ein Torpedo gesunken ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Schweden und Gnaland. Aus Schweden kommt die Nachricht, daß die langwierigen Ver⸗ handlungen mit England über die Ein- und Durchfuhr von Waren endgültig abgebrochen seien, und über Dänemark wird ergänzend berichtet, daß die Verhandlungen daran gescheitert seien, daß Eng⸗ land sich angemaßt habe, die schwedischen Zollstellen durch englische Kontrolleure über die Herkunft und über das Ziel der ein- und auszuführenden Waren ständig revidieren zu lassen. Der Abbruch der Verhandlungen ist als allgemeines Symptom des steigenden Selbstbewußtseins der kleineren neutralen Staaten gegenüber Eng⸗ land auf das lebhaftete zu begrüßen. Wir wissen sehr genau, daß die starke Opposition in Schweden gegen die Anmaßungen und Ueberariffe der Ententemächte, im besonderen Englands, nicht etwa aus einer einheitlichen und geschlossenen Sympathie für die Zen— tralmächte und speziell für Deutschland herrühren. Es liegt daher auch kein Grund vor, daß Deutschland über den Abbruch der schwedisth⸗englischen Verhandlungen in einen besonderen Jubel ausbricht. Ueberdies macht sich die englische Uebermacht zur See auch den Schweden gegenüber noch immer hinreichend bemerkbar und, was die Zukunft in dieser Hinsicht noch bringt, kann man nur ahnen. Es ist aber interessant, bei dieser Gelegenheit daran zu erinnern, wie sich historisch während dieses Krieges die Gegensätze zwischen England und Schweden entwickelt habem Zuerst hat Eng⸗ land Schweden fortgesetzt darüber Vorhaltungen gemacht, daß es Kohle und Getreide an Deutschland liefere, obwohl Schweden froh war, allein für sich selbst genug von diesen wichtigen Waren herein— zubekommen. Als Schweden sich schon hierüber keine Kontrolle durch englische Aufseher gefallen lassen wollte, hat England es voll- kommen zu verhindern gewußt, daß Kohle und Getreide nach Schweden in genügendem Maße für die eigene Versorgung herein— kamen. Es hat dann versucht, einerseits als Pression, anderer⸗ seits als Ausgleich bei der schwedischen Regierung durchzusetzen, daß die Waffen- und Munitionsgufuhr nach Rußland durch Schwe— den gesichert werde. Als Schweden in einer solchen Forderung und erst recht in ihrer Verwirklichung mit vollem Grund einen eltkrieg. offenen Bruch der schwedischen Neutralität sah, setzten sich die eng⸗ lischen Schikanen fort und die Uebergriffe gegen die schwedische Schiffahrt wurden zu einem regulären System ausgebaut. Man kann nur mit Genugtuung konstatieren, daß die schwedische Regie⸗ rung über die Innehaltung der schwedischen Neutralität eifer⸗ süchtig wacht, und daß sie sich weder durch Drohungen noch durch Verführungen dahin hat bringen lassen, diese Neutralität nach irgend einer Seite hin zu verletzen. Die schwedische Regierung kann diesen strengen Neutralitätsstandpunkt umso leichter durch⸗ führen, als sie von der großen Masse des schwedischen Volkes unter⸗ stützt wird. Im besonderen sind es auch die schwedischen Arbeiter, die schwedischen Gewerkschaften und die schwedische Sozialdemo⸗ kratie, wenn wir von diesem oder jenem Führer absehen, die mit großer und erfolgreicher Energie den Standpunkt einer möglichst strengen schwedischen Neutralität verfechten. Aerzte, Lehrer und Geistliche in Frankreich. Aus Mitteilungen des Berner„Bund“ geht hervor, daß der Mangel an Aerzten, Lehrern und Seelsorgern sich in Frankreich äußerst drückend fühlbar macht. Von 8000 im Militärdienste stehenden Aerzten haben 1500 ein Ablösungs⸗ gesuch eingereicht, nachdem sie 15 Monate an der Front oder in Lazaretten tätig gewesen; da jedoch im Lande nur noch etwa 600 kriegstaugliche, nicht mobilisierte Aerzte vorhanden sind, geht die Ablösung sehr langsam vonstatten. Von den französischen Lehrern ist die Hälfte, rund 30 000, mobilisiert und 10 000 sind gefallen oder kampfuntauglich ge⸗ worden. Viele Gemeinden sind auch ohne Seelsorger, weil diese mobilisiert sind, und haben sich nunmehr an die Geist⸗ lichkeit der werschen Kantone der Schweiz um Ueberlassung von Aushilfspfarrern gewandt. Aus dem Kanton Neuenburg ist eine größere Anzahl von Geistlichen bereits nach verschie⸗ denen verwaisten Gemeinden Frankreichs beurlaubt worden. Der Sozialdemokrat Paul Louis und das neue Europa. Der französische Marxist und sozialistische Geschichtsschreiber Paul Louis hat im Laufe des Jahres eine Reihe von Aufsätzen über den Krieg veröffentlicht und sie in Buchform unter dem Titel „L'Europe Nouvelle“ herausgegeben. Er hofft selbstredend auf einen Sieg der Alliierten: der Russen, Franzosen und Engländer, und erwartet von ihnen eine Umgestaltung der Karte Europas Für Paul Louis trägt die alldeutsche Politik die Hauptschuld an dem Kriege. Der Panslawismus ist ein unschuldiges Kind. Und Genosse Gustav Rouanet, der„sachliche und unparteiische“ literarische Rezensent der Humanits, stimmt ihm gerne zu. Man höre nur, wie die französischen Internationalisten über den Pan⸗ slawismus urteilen:„Der Panslawismus ist mehr muystisch als realpolitisch. Die Panslawisten träumen nicht, aus Serbien und Montenegro russische Provinzen zu machen. Der Pangermanis⸗ mus ist eine Lehre der Ländereroberung; der Panflawismus ist. eine Lehre der moralischen Eroberungen.“ Unsere französischen Genossen haben offenbar vergessen, wie die Russen sich in Bul⸗ garien nach dem russisch-türkischen Kriege betragen haben. Sie wissen nicht oder wollen nicht wissen, wie die russischen Pan⸗ slawisten ihre polnischen und ruthenischen Slawenbrüder unter drückt haben. Sie schweigen sich aus über den Russifizierungs⸗ prozeß in den Ostseeprovinzen, in Finnland und im Kaukasus. Ja, die Panslawisten sind moralische Eroberer, während die Deut⸗ schen brutale Bedrücker sind! So verlangt es die russisch-fran⸗ zösisch-englische Allianz. Nach Paul Louis und Gustav Rouanet soll der nächste Friede die Karte Europas wie folgt umgestalten: Schleswig fällt an Dänemark; in Holstein Abstimmung darüber, ob es zum Deutschen Reiche oder zu Dänemark gehören wolle; Posen fällt an ein autonomes— offenbar unter russischer Oberherrschaft stehendes— Polen; in Elsaß⸗Lothringen Abstimmung darüber, ob sie zum Deutschen Reiche oder zu Frankreich gehören wollen; viel⸗ leicht sei gar keine Abstimmung nötig: Elsaß⸗Lothringen gehöre vechtlich zu Frankreich. Oesterreich⸗Ungarn wird aufgelöst: Bos⸗ nien und die Herzegowina, Kroatien und Slawonien und Kronland fallen an Serbien; Trent, Triest und die dalmatinische Küste fallen an Italien; Galizien fällt an Polen, Siebenbürgen an Rumänien; bleiben nur noch Böhmen und Mähren, das maguarische Ungarn und das eigentliche Oesterreich, die zusammen einen Staatenbund bilden. Von Rußland verlangen Louis und Rouanet nur die Wiederher⸗ stellung der Autonomie Finnlands. Die Panflawisten— die mo⸗ ralischen Exoberer— muß man offenbar schonen, und den Zaren ebenfalls, da sie doch der westeuropäischen Kultur unzählige Mu⸗ schiks liefern, um die Deutschen zu vernichten. Die traurigen russischen Finanzen. Ein ossizieller Bericht. Die Kölnische Zeitung meldet aus Kopenhagen: In einer Denkschrift zu dem neuen Staatshaushalte Rußlands ent⸗ wirft der Finanzminister Bark ein trauriges Bild von dem Stand der russischen Finanzen und erklärt, daß es für die Staatskasse unmöglich sei, jetzt in London die fälligen kurz fristigen Schatzanweisungen einzulösen; sie müßten vielmehr unter schweren Bedingungen erneuert werden. Der Mißerfolg der inneren Anleihe. Berlingske Tidende erfährt aus Petersburg, daß die Vertreter der Großbanken die Aufnahme einer neuen inländischen Milliardenanleihe zu 5½ Prozent mit zehn⸗ jähriger Amortisationszeit vorbereiten. Die Bankvertreter übernahmen die Aufbringung von 600 Millionen Rubel. Die Anleihe soll am 15. November emittiert werden. Die erste Rate wird im November, der Rest im Januar und März 1916 eingezahlt. Der Kurs werde vermutlich 95 betragen. Wie aus Petersburg berichtet wird, spricht Djen offen die Befürchtung aus, daß die neue geplante innere Milliardenanleihe mit einem großen Miß⸗ erfolg enden werde. Det Grund liege in der unsicheren innerpolitischen Lage, die die Bevölkerung abschrecke, Geld zu wagen. Schon die letzte innere Anleihe sei auf mystische Weise zustande gekommen. Die Hoffnung Barks auf eine große Beteiligung der Sparer werde sich sicherlich als trügerisch herausstellen. Eine Barbarentat der Kosaken. Wie grausam und barbarisch die russischen Kosaken, die bren⸗ nend und verheerend zu Beginn des Krieges in Ostpreußen ein⸗ fielen, mit den ihnen übergebenen Gefangenen umgehen, dafür gibt eine von unseren Truppen abgefangene russische Meldung einen be⸗ trüblichen Beweis. Diese russische Meldung lautet in Uebersetzung: An den Kommandeur der 2. Vrigade Baron von Stempel. Mrotschki⸗Kawke, 8.(21.) Juli 1945, 3,30 Nachm. Auf dem Wege Bshusy— Male—Napiorki wurde ich beim Heraustritt aus dem Walde durch feindliche Infanterie beschossen. Die 2. Sotnie unter Sotnik Tjurin und die 4. Halbsotnie unter Jessaul Paschkow attackierten und stießen bei Lachi Rasdjeluyjia auf eine etwa 40 Mann starle Schützenlinie, die attakiert wurde. Einige zu mir abgeschickte Gefangene vom 175. Regiment wurden niedergemacht, da die sie begleitenden Kosaken, als sie das Ge⸗ schrei ihrer Kameraden bei der Attacke hörten, es für nötig hielten, sich an der Attacke zu beteiligen und daher für notwendig, sich des Dienstes als Begleitmannschaft zu entledigen. Unterzeichnet ist diese Meldung von einem Oberst, dessen Name nicht zu entziffern ist. Als Soldaten sind solche Bestsen nicht zu be⸗ handeln, aber den Franzosen sind sie gerade gut genug, uns die Kultur zu bringen. Jüdische Flüchtlinge im Kaukasus. Kopenhagen, 2. Nov. Politiken meldet aus Petersburg: Der Vizekönig vom Kaukasus, Großfürst Nikolaj, ordnete an, daß die Juden, die aus den okkupierten Provinzen nach dem Kaukasus geflüchtet waren, ausgewiesen und ins Innere Rußlands abgeschoben werden sollen. Auch den jüdischen Händlern und Handwerkern wurde der Aufenthalt im Kankasus untersagt. Friedensbestrebungen in Amerika. Die Nationale Friedenssöderation in den Vereinigten Staaten hat auf Montag den 8. November an 1000 verschiedenen Plätzen der Vereinigten Staaten große Versammlungen angesagt. In den Versammlungen sollen Resolutionen angenommen werden, durch die Präsident Wilson ersucht wird, gemeinschaftlich mit den neu⸗ tralen Staaten in Europa ein Komitee zu bilden, das Friedens⸗ bedingungen entwerfen und den am Kriege beteiligten Ländern vorlegen soll. Die Lusitanfa⸗ Angelegenheit. Havas meldet aus Washington: Graf Bernstorff wird am Mittwoch eine Besprechung mit Lansing haben. Die deutsch⸗amerikanischen Verhandlungen über die„Lusitania“⸗ Angelegenheit und über andere Fragen werden wieder auf⸗ genommen werden. Die deutschen Südsee⸗Inkeln. Die Times meldet aus Tokio: Baron Shimadzu, Mit⸗ glied des Oberhauses. ist dieser Tage aus der Südsee zurück— gekehrt. Er erklärt, daß die Südsee⸗Inseln, die Deutschland weggenommen worden sind, Japan einver- leibt werden sollen. Der Baron setzte auseinander, daß diese Inseln ja vor Jahrhunderten durch Japan verwaltet worden seien.* Die Kriegsgewinnstener Der Entwurf einer Kriegsgewinnsteuer ist, wie bekannt, im Reichsschatzamt bereits fertiggestellt, daß der Bundesrat an der Vorlage noch viel ändern wird, ist kaum anzunehmen. Trotzdem, soll die Vorlage dem Reichstag jetzt nicht zugehen. Mit Recht! wirft die Deutsche Tagesztg. deshalb die Frage auf: „Bisher nahm man an, daß die Steuer allerdings erst nach dem Kriege erhoben werden solle, daß aber die Durchberatung des Entwurfs während des Krieges erfolgen werde. Es wäre dringend zu wünschen, daß das Gesetz unmittelbar nach dem Frieden in Kraft treten könnte. Ob das möglich sein würde, wenn der Entwurf dem Reichstage erst bald nach der Beendigung des Krieges zuginge, kann einigermaßen zweifelhaft sein.“ CC ĩͤv c(— Nation sei heute ebenso entschlossen, den Krieg bis zu einem er—⸗ Steuererhöhung in Preußen. Wie in Bayern und Sachsen, so wird man, wie die Täg⸗ liche Rundschau erfährt, auch in Preußen um eine Steuer⸗ erhöhung kaum herumkommen können. Die durch den Krieg. bedingten außergewöhnlichen Mehrausgaben machen eine solche Maßnahme ohne weiteres erklärlich. Für den Fall, daß eine Steuererhöhung in Preußen als unumgänglich angesehen wird, ist ein Kriegszuschlag zur Einkommensteuer in Aussicht genommen. Dieser Kriegszuschlag würde von Beginn des nächsten Rechnungsjahres an erhoben werden. Die Gemeinden werden durch die sich noch fortgesetzt steigernden Kriegslasten natürlich auch genötigt werden, ihre Steuer zu erhöhen, sodaß im kommenden Jahr mit einem recht fühlbaren Steuersatz zu rechnen sein wird. Dabei ist es recht gleichgültig, wenn diese Erhöhungen in die Form von Kriegszuschlägen gekleidet werden, denn in der Regel nehmen diese Zuschläge einen dauernden Charakter an. Zum eutscheidenden Kampfe. Nach neueren Berichten aus Sofia versuchen die von den Bulgaren verfolgten Serben sich zu sammeln, haben jedoch keine Hoffnung, mit Erfolg Widerstand leisten zu können. Die bulgarische Armee marschiert nach übereinstimmenden Berichten in verschiedenen Blättern siegreich gegen Nisch; drei Viertel der Strecke Pirot-Nisch hat sie hinter sich. 25 Die Verluste der Serben bei den großen Kämpfen um Veles werden dem Berliner Tageblatt zufolge auf 25 000 Mann geschätzt. 5 125 Daily News meldet aus Bukarest, die englischen Truppen werden in Eilmärschen nach der serbischen Front geworfen. In der nächsten Woche wird es wahrscheinlich zu einer Ent⸗ scheidungsschlacht kommen. Die Verbindung Saloniki⸗Serbien eingestellt. Die Kölnische Zeitung berichtet aus Saloniki: Der Bahn⸗ verkehr nach Serbien ist eingestellt. Die serbischen Züge bleiben in Saloniki stehen, denn man befürchtet, daß sie den Bulgaren in die Hände fallen. Die Stimmung gegen die Griechen ist in Serbien sehr unfreundlich geworden. Es ist in vielen serbischen Städten zu griechenfeindlichen Kund⸗ gebungen gekommen. Die euglischen und französischen Trausportschiffe fahren ohne Flagge. T. U. Wien, 3. Nov. Nach einem Bericht der Politischen Kor⸗ respondenz aus Saloniki ist festgestellt, daß die englischen und französischen Transportschiffe auf hoher See ohne Flagge fahren. Welagerungszustand über Griechenland. T. u. Wien, 3. Non. Die Wiener Allg. Ztg. meldet aus Athen, daß die griechische Regierung den Besagerungszustand über ganz Griechenland verhängte. Rumänien und die Entente. Haag, 3. Nov. Wie aus London gemeldet wird, ist die Entente infolge der allgemeinen Balkanlage auf eine Ab⸗ lehnung der neuen Vorschläge durch Rumänien gefaßt. Aus Bukarest eingetroffene amtliche Berichte lassen keinen Zweifel, daß Rumänien weder auf die Seite der Entente tritt, noch den Durchzug eines russischen Heeres gestattet. Der Rücktritt Sasonows bestätiat. Stockholm, 3. Nov. Die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt Sasanows wird von einer dem russischen Ministerium des Aeußern nahestehenden Seite bestätigt. Soweit bis jetzt fest⸗ staht, soll Sasonow nächstens einen läugeren Urlaub antreten. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß der frühere Botschafter in Konstantinopel, Tscharykow, zum zeitweiligen Verweser des russischen Ministeriums des Aeußern ernannt werden soll. Asquilhs große Rede im Unterhause. London, 3. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Unterhaus. Ministerpräsident Asquith gab in dem gedrängt vollen Hause, von warmem Beifall begrüßt, seine mit Interesse erwarteten Er⸗ klärungen ab. Er sagte, er werde der Nation soweit als möglich die gegenwärtige und die zu erwartende Lage schildern. Die solgreichen Abschluß fortzuführen, wie man ja auch der Regierung alle Mittel zur Erreichung dieses Zieles anvertraute.(Lebhafter Veisall.) Der Horizont sei zwar teil we ise bewölkt ge⸗ wesen, aber die Aussicht habe sich wieder gebessert. Man brauche einen grenzenlosen Vorrat an Mut. Es gebe eine kleine Coterie berufsmäßiger Klageweiber, aber das Volk als Ganzes er⸗ mangele nicht der Eigenschaften, die er erwähnt habe. Asquith r eee e. sprach weiter von den bedeutenden militärischen, E ade, das niemals den Ehrgeiz besessen habe, staat zu sein. Die Flotte habe riesige Ueberseeope geführt mit einem Verlust an Menschenleben, der! weniger als% Prozent ausmache. Sie habe alle deutschen Kriegs⸗ und Handelsschiffen gesäubert. Dio Taten zur See seien auf sporadische und stets abnehmen strengungen verstohlener Untersceboote redufiert worde Lage an den Dardanellen werde von der Regier das sorgfältigste erwogen nicht. als isolierter stand, sondern als Teil einer größeren strategischen Fra durch die jüngste Entwicklung auf dem Balkan aufgeworfen Asquith wies darauf hin, daß alle Schritte mit den Alliierte tan worden seien, da wir— sagte der Premierminister— das Eigentum unserer Verbündeten hinter ihren Rücke un schachern. Es bestanden gewichtige Gründe, bis zum 1 Augenblick zu glauben, daß Grlechenland seine Vertragsverpfl 08 ungen gegenüber Serbien erfüllen würde. Venizelos ersucht 21. September Frankreich und Großbritannien um 150 000 wobei abgemacht war, daß Griechenland mobilisiere. Aber 2. Oktober stimmte Venizelos der Landung britischer und fre zösischer Truppen unter formellem Protest zu.„Am 4. Oktob klärte Venizelos, Griechenland müsse an dem Vertrag mit Serbe sesthalten. Der König ignorierte diese Erklärung und Venizel dankte ab. Die neue Regierung proklamierte die Neutral wohl sie den Wunsch ausdrückte, mit den Alliierten auf schaftlichem Fuße zu stehen. Die Engländes besestigen den Suezkan Die Kölnische Volkszeitung meldet aus der Schwe Neapel eingetroffene Passagiere berichten, daß die Eng am Suezkanal riesige hydraulische Arbeiten vorbereiten um di gegebenenfalls die Umgebung überschwemmen zu kö Auf dem Ueberschwemmungsgebiet würden sich auch! festigungswerke befinden, die durch Kanonenboote proviantiert werden sollen. Energische Maßnahmen vürd an der innerafrikanischen Grenze gegen die Senussisg Krlegsnuslizen. Zur Deckung des Fehlbetrags im Staatshaushalt soll Sachsen ein Zuschlag zur Einkommensteuer ein, flihrt werden. Einkommen unter 1400 Mk. bleiben von dem schlag frei. Die Schaffung des Zuschlags soll bei den großen kommen 20 Prozent erreichen. l Nachdem der Milchpreis in vexrschiedenen Orten der Schwe 01 gestern von 25 auf 26 Rappen erhöht wurde, beschloß eine soz demokratische Protestversammlung in Bern, den Gemeinde ersuchen, die Frage der kommunalen Milchversorgung zu p 0 Sollte der Gemeinderat dieser Forderung nicht nachkommen, i Lei wird die Arbeiterschaft die Initiative auf Einführung der kot bm munalen Milchversorgung ergreifen. 5 et Der italienische Anarchist Enrico Malatesta, der pile eite Jahre als Flüchtling in London gelebt hatte, kehrte nach Itali zurück, um— ebenso wie sein Freund Burtzeff in Rußland— den Krieg gegen die Deutschen zu wirken. Das Schicht Burtzeffs traf auch Malatesta. Wie wir dem sozialistischen Ta blatt von Limoges entnehmen, wurde Malatesta wegen eines A tikels, den er noch im Juni 1914 in der Volonta veröffentlie War hatte angeklagt und vor die Geschworen en geschickt. 2 Anklage lautet auf Herabsetzung der Staatseinrichtungen, l horsam gegen das Gesetz, Aufstachelung zum Klassenhaß und zun e Antimilitarismus.. bat Nach Mitteilungen holländischer Reisenden aus London fe Dol der König von England bei dem Sturz mit seinem ehe einen Arm gebrochen, Quetschungen am Oberschenk i Kopfverletzungen davongetragen haben. Der Köni 10 am Montag abend wieder in London eingetroffen. Die Nowoje Wremsa meldet: Das Mitglied der Di Landesen, wurde im Zusammenhang mit der vor kurzem ern folgten Verschickung des Rigaer Bürgermeisters nach Sibirien ur verhaftet. 5 nir Nach der Rietsch werden die russäschen Lehrer, die ß von der Dienstpflicht befreit und dem Landsturm zweiter Kl überwiesen wurden, nunmehr einberufen. Zu den Of schulen werden jetzt alle waffenfähigen Leute unter 43 Jah gelassen. 1 Reuter meldet aus Newyork vom 1. November: Heu der Herausgeber der Newyorker Staatszeitung, Herm Ridder, einer der Führer der prodeutschen Propaganda in d Vereinigten Staaten. 0 Die südafrikanische Arbeiterpartei hat bei Wahlen schlecht abgeschnitten. In der verflossenen Legisl. periode zählte die Arbeitersektion acht Mitglieder, jetzt nu 50 Der deutschfeindliche Arbeiterführer Creßwell, der in zwei ö 0 kreisen kandidierte, ist in beiden durchgefallen. Aber a e jenigen Arbeiterkandidaten, die gegen den Krieg sich ausspr haben keine Erfolge zu verzeichnen. Das Hauptinteresse der afrikanischen Wähler lenkte sich ossenbar auf den Kampf zw Botha und Hertzog: zwischen britisch-imperialistischen und nalen Afrikanderzielen. 5 I— een N Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 34 Von Levin Schücking. „Ich habe eine ganz andere Vorstellung darüber, wie wir zu recht aufrichtiger Freundschaft und Frieden kommen,“ fuhr ich fort.„Dann, wenn wir mit unerbittlicher Strenge zeigen, daß wir ebensoviel stolzes Selbstbewußtsein haben, wie die anderen Völker auch. Man wird dann anfangen, uns zu achten— und ohne Achtung, Doktor, dem werden Sie nicht widersprechen, gibt es keine Freundschaft und keine Liebe! Damit Frankreich uns lieben kann, müssen wir ihm zeigen. daß wir ihm ebenbürtig sind und nicht mehr der Diener des glänzenden, stolzen, aristokratischen Herrn! Die Diener der stolzen Herren Völker sind wir lange genug gewesen. Wir haben ihnen die Erfindungen gemacht, mit denen sie groß taten, wir haben wie Bedientenseelen, die sich mit ihrer Herr— schaft Kleidern herausputzen, ihre Moden angenommen, ihre Sitten nachgeäfft, ihre Sprache nachgewelscht. Kann ein anderes Volk uns so achten, uns dankbar sein, wie Sie sich ausdrücken, als ob Völker je dankbarer wären? Weshalb hat Frankreich immer gedacht uns den Rhein nehmen und, wann es ihm nur einfiele, einen Spaziergang nach Berlin machen zu können? Weil es sich für vornehmer hielt. Wenn wir ihm zeigen, daß wir ebenso vornehm sind— Sie wissen, vornehm kommt her von nehmen— wird es nicht mehr es unter seiner Würde halten, sich mit uns zu befreunden. Also: wollen wir Frankreichs Freundschaft, müssen wir ihm Elsaß und Lothringen nehmen. Wir haben ein Recht darauf, und ein ehrenhafter Mann, der etwas auf sich hält, läßt sich sein Recht nicht nehmen.„Nur die Lumpen sind bescheiden;“ nur die Lumpen achten das Ihre nicht und wissen es sich nicht zu erhalten.“ schauen, nicht aufkam. Doch nahm er's gelassen auf, lächelnd in der stolzen Sicherheit, daß sehr bald alles eine andere Wendung nehmen und die Republik die„eingedrungenen Horden“ vom„heiligen“ Boden Frankreichs mit blutigen Besen fortkehren werde. Als er gegangen war, fiel ich in meine schmerzlichen Grübeleien zurück. Der Mann hatte von der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland geredet! War sie mög⸗ lich, wenn zwei junge Serzen, die doch im Grunde nichts trennte, als daß der Krieg zwischen ihren Völkern ausge— brochen war, diese Versöhnung nicht einmal finden konnten? Der Krieg! Er war wie ein böser Genius, den die Hölle ausgesandt hatte, um sein entsetzliches Gift auf alles, was da lebte, blühte und gedieh, auszuspritzen, auf jede Frucht, auf jedes Glück, auf jeden Menschenkreis und in jedes warm schlagende Herz! Ich hatte es nie so gefühlt, nie hatte mich so ein Grauen darüber angewandelt— es war freilich sehr egoistisch, daß ich's jetzt erst so im tiefsten Innern fühlte, jetzt, wo's mich selber traf. Es drängte mich in die frische Luft, ins Weite; ich ließ mein Pferd satteln und ritt mit zweien von meinen Leuten, um über die Oignonbrücke hinaus eine Streiferei auf dem anderen Ufer des Flusses zu machen. Als ich nach einer Stunde heimkam, fand ich auf dem Tische in meinem Zimmer einen Brief liegen. Ich kannte die Hand nicht— aber es war offenbar eine Frauenhand, und in größter Aufregung erbrach ich das Kuvert. Der Brief trug die Unterschrift„Blanche“. Sie schrieb: „Ich verstehe mich und was in mir ist, selbst nicht. Ich bin empört gegen Sie und bin es gegen mich selbst. Und wenn ich's mir klar machen will, weshalb ich's gegen Sie bin, so möchte ich aus Aerger darüber weinen, daß ich's nicht kann. Ich muß mir gestehen, daß ich Ihnen ein großes gung zugefügt haben. Und doch läßt weder das eine n das andere einen Stachel in mir zurück, wie es doch nat lich wäre; und dieses Zerbrochensein, diese Schwäche der, k soll ich es nennen? der Entrüstung, der Empfindlichkeit, mir empört mich eben. Vielleicht auch ein wenig das Gefü der Hilflosigkeit, womit ich selbst nicht weiß, was ich was ich möchte. Jedenfalls haben Sie sich so stark daß es für mich keine Schande ist, die Besiegte zu se Als Besiegte will ich Ihnen Frieden bieten. Während Ihnen einräume, daß Sie mich von einer törichten achtung der moralischen Kraft in einem Manne übe selbst geheilt haben, verlange ich von Ihnen daß Sie n J K einräumen, ich habe nichts Schlechtes, nichts Unwürdie getan, als ich Sie zu täuschen suchte, als ich sogar in Abbés Vorschlag, Ihre Wachsamkeit durch ein künstlich Mittel unschädlich zu machen, einwilligte! War das unket so konnte ich doch nicht anders. Hätte es sich auch nich e das anvertraute Gut gehandelt, welches ich meinem Var lande retten wollte, ich konnte dem Verlangen nicht wit stehen, der Situation voll wechselseitigen Argwohn mich unglücklich machte, ein Ende zu machen.— Ihren Schritt von heute morgen haben Sie mir bewie daß mein Argwohn ein böser, völlig unbegründeter ich spreche es Ihnen offen aus— Sprechen Sie auch Ihrem Herzen von Vorwürfen frei, und wenn Sie v gehen, so denken Sie gütig und in Frieden von Blanche! Ich brauche nicht zu sagen, wie glücklich diese of großer Hast hingeworfenen Zeilen mich machten. So lich, daß ich den Mut fand, zu ihr hinaufzueilen. J Blanche inmitten des Salons stehend, als ich in di trat. Sie sah mich ängstlich an, sie rührte kein Gli näher trat, sie war regungslos wie in dem Bewuß cinem Entscheidenden, über ihr Leben Bestim Der Arzt son daß er mit seiner Art. die Dinge an'u⸗ Unrecht getan; ich fühle. daß Sie mir eine große Demüti⸗ Zusammenkunft. J(Schluß folgt.) emeinben 10 in. l ung ber! ta, u a0 9 derösser geschilt tungen,“ nhaß u 5 Londa seinen erscheult er un der er: Haul Fe Ka hen 10 Hessen für die Kriegerfamilien hat in allen, die sich mit Kriegsfürsorge auch nur oberflächlich befassen, wi alleinige Ernährer genommen ist. stehenden Müttern unverheirateter Kriegsteilnehmer ist viel— . fach dadurch jegliche Einnahme abgeschnitten. Diese Frauen j sind dann in einer ganz besonderen Notlage. Sie befinden sich meist in vorgeschrittenem Alter und waren in der Regel früher nicht erwerbstätig. schwierig, sich durch Erwerbsarbeit Einnahmen zu verschaffen. In den Arbeiterfamilien zahlen die erwachsenen Kinder für KLost, Wohnung, Wäsche usw. einen bestimmten Betrag. Dieser Familie zu finden. gedürftigen Hilfe zu bringen. und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Die Not der Kriegsmütter. Die am 1. November eingetretene wenn au so doch begrüßenswerte Erhöhung der Reichun e iterstützung Fragen der f b 8 eder ei das berechtigte Erstaunen darüber ausgelöst, daß 518. sonderen Gruppe Angehöriger von Kriegsteilnehme 5 a 985 rn wenig Beachtung bei Regelung der Fürsorge geschenkt 1090 Es sind das die Angehörigen unverheirateter Kriegsteil nehmer, vor allen Dingen ihre Mütter, deren Sohn oder Söhne ihre Ernährer waren. Diese erhalten ohne Riicksicht auf die Zahl der Söhne, die sie im Felde haben, 9 700 1 5 eine monatliche Unterstützung von 7,50 Mark. Dazu kommt gerade auf dem Lande, wo diese Kriegsmütter am zahlreichsten ind, in den meisten Fällen höchstens noch eine Kreisunter⸗ stützung, für den Kreis Offenbach z. B. 80 Pfg. monatlich für den Kreis Dieburg 3,75 Mark monatlich, und nur in den allerseltensten Fällen, wie z. B. in der Stadt Offenbach, eine örtliche Unterstützung. Der gesamte Betrag deckt aber in den meisten Fällen noch nicht einmal die Wohnungsmiete. Den Kriegerfrauen wird eine höhere Unterstützung gewährt in der Voraussetzung, daß ihnen und den Kindern durch Einziehung des Gatten und Vaters der Haupternährer, ja oftmals der Aber auch den allein Für sie ist es deshalb besonders ist meist so bemessen, daß er im Einzelfalle nicht eine Be— zahlung der Arbeit der Mutter oder eine Unterstützung an sie bedeutet. Weise zusammenwirtschaften, hatte auch die Mutter ihr Aus— kommen, und die Familien konnte sich sogar die Annehmlich— keiten einer größeren Wohnung verschaffen. mehrerer erwachsener Kinder blieb bei ihrer Arbeit für diese und für die Wirtschaft übrig. für die Mütter auch gar keine Notwendigkeit dazu gegeben war. Wo aber mehrere Familienangehörige in dieser Den Müttern gar keine Zeit für Nebenverdienst Für Kleidung sorgten die Kinder gemeinsam, so daß Nun stehen nicht selten mehrere Söhne einer Familie im Felde, und die Mütter sind mit einem Schlage jeglicher Mittel beraubt. Außerdem haben sie vielfach noch eine größere Wohnung auf dem Halse. Besondere Unterstützungen zu erhalten, ist nicht so einfach, einmal, weil die Fonds dafür sehr zusammengeschmolzen sind, und weiter, weil der Nach— weis schwer zu erbringen ist, daß die Kinder die Mütter unter⸗ stützt haben. Das, was im Einzelfalle gezahlt worden ist, war eben, absolut genommen, keine Unterstützung, sondern nur Erstattung der durch sie entstandenen Kosten. Praktisch wirkte es aber wie eine Unterstützung, besonders in größeren Fafnilien. Aehnlich, vielleicht noch schlimmer, wirken die Bestimmungen der Militärhinterbliebenenversorgung. Hier ist die Gewährung des Kriegselterngeldes ausdrücklich an den Nachweis gebunden, daß der Gefallene ganz oder teil— weise den Unterhalt der Mutter bestritten hat. Das kann unter Umständen sogar zur Ablehnung jeglichen Anspruches führen. In den angeführten Fällen besteht freilich noch die Möglichkeit, den Anspruch zu begründen. Es werden aber Fälle vorkommen, wo dies nach den geltenden Bestimmungen nicht geschehen kann und wo dennoch der Tod des Kriegsteil— nehmers die zukünftige Existenz der Mutter— manchmal auch des Vaters oder beider Eltern— vernichtet hat. Nicht selten werden alle verfügbaren Mittel in der Familie aufgewendet für die Ausbildung der Kinder, insbesondere der Knaben. Wie oft legen sich z. B. Arbeiterwitwen größte Entbehrungen auf, um die Söhne etwas lernen zu lassen, alles in der Er⸗ wartung, daß sie später dafür materiell entschädigt werden oder doch ihr Auskommen durch Zusammenleben in der Wir haben nun leider unter den Ge⸗ fallenen bereits eine ganze Anzahl, deren Ausbildung kaum oder noch nicht einmal ganz beendet war. In diesen Fällen besteht gar kein Anrecht auf Unterstützung und doch sind— ganz abgesehen von den seelischen Wirkungen, die der Tod des Sohnes, auf den alle Hoffnungen aufgebaut waren, im Wefolge hat— die Hinterbliebenen schwer geschädigt. Wo nun ein Unterstützungsanspruch anerkannt, wird, sind auch Hei der Hinterbliebenenversorgung die Mütter gegenüber den Witwen gefallener Krieger im Nachteil. Der geringste Be. trag, den eine Hrieger ine erhält, sind 400 Mark im 7 Kriegselterngeld wird nur in Höhe von 250 Mark gezahlt, ind außerdem kann hierauf kein Rechtsanspruch geltend ge. nacht werden, denn das Elterngeld gehört nur zu den akultativen Leistungen, die nach dem geltenden Recht nur gewährt werden können. f 2 8 5 Es wäre deshalb dringend notwendig, daß bei del 1 Aündigten Reform des Militärhinterbliebenengesotzes, 5 bieser Wirkungen gedacht wird, selbst auf die 7 1 der Gesamtheit dadurch größere Lasten auferlegt wer 8 Ebenso notwendig aber ist es, daß bei der un e Familienangehörigen von Kriegsteilnehmere ilch der Miitter mehr Verücksichtigung findet. 1 1 1 15 sichen Schädigungen, die der Krieg im Gefolge icht 19 0 mancherlei, und die beste Fürsorge kann auch 5 5 inen Ausgleich schaffen. Es muß deshalb 3 155 die er Hauptsache das Bestreben; darauf 1 e dn beige piezen gehören aber N iweifellos die Kriegermütter. — Dem ieh das Gute— den Mens Vertreter organisierten Landwirts chen das Schlechte. Die chaft haben bestritten, daß von agrartscher Seite Kartoffeln zurückgehalten wurden, Dabei mehren sich von Tag zu Tag die Nachrichten, nach denen— nicht von irgendwem, sondern von Amtspersonen— bestätigt wird, daß jener Vorwurf zu Recht erhoben wurde und wird. In der im Regierungsbezirk Magdeburg belegenen kleinen Landstadt Genthin hat sich dieser Tage der Bürgermeister Neumann in einer Stadtverordnetensitzung mit außergewöhnlich scharfen Worten gegen die Mißstände gewandt, die bei der Kartoffelversorgung zutage treten. Das ganze System, nach welchem die Versorgung„geregelt“ werde, sei verfehlt, die Preise viel zu hoch. Es stehe fest, daß die Landwirte die Kartoffeln zurückhalten, um höhere Preise zu erzielen. Eine Beschlagnahme führe dazu, daß den Schweinen die guten Sorten vorgeworfen würden, die Menschen aber die minderwertigen zusessen bekämen. Auch die Höchstpreispolitik des Land⸗ rats, zu dessen Kreis Genthin gehört, geißelte der Bürger— meister. 4 Mark für einen Zentner Kartoffeln sei viel zu hoch, ebenso 2,70 Mark für ein Pfund Butter, wie auch der Preis der Milch mit 25 Pfg. pro Liter für den Hersteller(ö)) und 26 Pfg. für den Verkäufer. Die Höchstpreise seien doch zum Schutze der Konsumenten geschaffen und nicht zum Schutze der Landwirtschaft, damit diese recht hohe Preise erziele. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde von den Stadtverordneten eine Resolution angenommen, in der von der Regierung die Sicherstellung der Versorgung der Be— völkerung mit Nahrungsmitteln verlangt wird.— In einer Landstadt ist man sicherlich über die Verhältnisse auf dem Lande einigermaßen insormiert. Wollen die Agrarier nicht gelten lassen, was die Presse und was Großstädter sagen, so haben sie hier einmal ein Urteil eines Landbürgermeisters. g Die Reutenansprüche der Kriegsbeschädigten. Sehr viele kriegsverwundete und kranke Soldaten sind über ihre An— sprüche auf Invalidenrente nicht richtig unterrichtet. Wer die Anwartschaft aus seiner Invalidenversicherung erhalten hat und wenigstens 200 Beitragsmarken durch verwendete Marken, anrechnungsfähige Kranken- oder Militärdienst⸗ zeiten nachweisen kann, hat auch in folgenden Fällen An⸗ spruch auf a) Invalidenrente, wenn er infolge Kriegsver⸗ wundung oder Kraukheit dauernd mehr als“ erwerbsbeschränkt ist, vom Beginn dieser dauernden Erwerbsbeschränkung ab; b) Kranken rente, wenn er länger als 26 Wochen oder nach Wegfall des Krankengeldes noch vorübergehend mehr als/ erwerbsbeschränkt oder in Lazarettbehandlung bleibt, für die fernere Dauer dieser Erwerbsbeschränkung.— Diese Renten werden auch neben der Militärrente gezahlt. Auf sie haben auch Personen, die bei Kriegsbeginn ihrer aktiven Militärpflicht ge⸗ nügten, Anspruch. Der Antrag auf Bewilligung dieser Renten von Kriegs⸗ beschädigten, die in Offenbach wohnen, sich in hiesigen Laza⸗ retten befinden, oder sich bis zum Wiedereintritt in die Truppe hier befunden haben, ist zweckmäßig beim hiesigen Versicherungsamt, Frankfurterstraße 63 II., anzubringen. Die letzte Invalidenquittungskarte, wenn möglich auch Ge⸗ burtsurkunde oder Traubuch, sind dabei vorzulegen. Weil diese Renten für solche Zeiten, die länger als 1 Jahr vor der Antragsstellung liegen, nicht nachgezahlt werden, empfiehlt sich frühzeitige Anbringung des Antrags. — Kartoffelbezug durch die Stadt. Wie wir hören, sollen in den nächsten Tagen die bei der Stadt bestellten Kartoffeln zur Ausgabe gelangen. Diejenigen, die eine größere Menge bestellt haben, sollen nicht gehalten sein, diese auf einmal abzunehmen, sondern es soll gestattet sein, das bestellte Quantum nach und nach abzurufen, natürlich muß das Gelieferte sofort bezahlt werden. Die Kartoffeln werden zum Preise von 7,40 Mk. bis 7,50 Mk, für den Doppelzentner frei Keller geliefert.— Ferner soll noch Dörrfleisch von der Stadt beschafft werden und später soll auch Fischverkauf ein⸗ gerichtet werden, wie das früher bereits mitgeteilt wurde. — Bezüglich der Schweinefleischpreise enthielt unsere gestrige Notiz einen kleinen Fehler. Richtig ist, daß der Preis um 10 Pfg. ermäßigt wurde; dieser betrug aber nicht 1,80 Mk., wie es in unserer Notiz hieß, sondern 1,90 Mk. Nach der„Ermäßigung“ kostet also Schweinefleisch 1,80 Mk. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Musketier Heinrich Lepper s aus Altenbuseck, Inf.-Regt. 81. — Unteroffizier Heinrich Hofmann aus Lollar, Res.⸗Inf.⸗ Regiment 116.— Landsturmmann Wilhelm Happel aus Hausen, Inf.-Regt. 118.— Landsturmmann Wilhelm Haus⸗ mann aus Röthges, Inf.-Reg. 349.— Reservist Wilhelm Seipp aus Ober-Bessingen, Inf.-Regt. 253.— Grenadier Otto Müller aus Lang⸗Göns, Inf.-Regt. 262. — Die Zwiebeln sind in diesem Jahre unerhört teuer, wie mit allen Bedarfsartikeln sind auch bei diesem die Preise in wuche⸗ rischer Weise in die Höhe getrieben worden. Im einzelnen kostet das Pfund hier bereits 25 Pfg., das um diese Jahreszeit vor dem Kriege flir 8—10 Pfg. zu haben war. Anderwärts empfindet man diese Preistreiberei ebenfalls höchst unangenehm; so wurde vor einigen Tagen vom Konsumenten-Ausschuß in Saargemünd gegen einen Zwiebelgroßhändler aus Herxheim(Pfalz) Strafan⸗ trag wegen Forderung unberechtigt hoher Preise gestellt. Der Händler hatte in verschiedenen Zeitungen des Saargebiets und der Westpfalz Zwiebeln zu 20 Mark den Zentner angeboten. In Friedenszeiten kostete der Zentner 4 bis 6 Mk., auf den großen Zwiebelmärkten Zabern, Wasselnheim und Brumath nur 1,50 bis 3,50 Mk. Die diesjährige Zwiebelernte ist im allgemeinen ganz gut ausgefallen, ein fünf- bis sechsfach höherer Preis als in Frie— denszeiten also keineswegs begründet. Es gibt doch noch patriotische Bauern. Wie das Kreisblatt von Delmenhorst mitteilt, liefern zahlreiche Landwirte in der Um⸗ gegend von Delmenhorst an ihre langjährigen Abnehmer in der Stadt Delmenhorst die Butter zu den der Jahreszeit entsprechen⸗ den Preisen(1,60 Mk. bis 1,90 Mk.) weiter, da sie an dem Treiben auf dem Buttermarkt keinen Anteil haben möchten und im Hinblick damit, daß alle Kreise der Bevölkerung sich das Durchhalten gegen— seitig erleichtern müßten. Deshalb wollten sie für ihre Butter lediglich Preise nehmen, mit denen sie auskommen könnten.— Also mit 1,00 Mk. kann man auskommen. Alles was darsiber hinaus gefordert wird, ist Wucher. Es ist nicht rühmlich für das Bauern⸗ tum, daß solche Nachrichten wie die von Delmenhornst und vor einiger Zeit die von Iserlohn so selten kommen. Kreis Wetlar. = Kartoffelhöchstpreise sür Preußen. Nach 8 3 der Bundes⸗ ratsverordnung vom 28. Oktober über die Regelung der Kartoffel— 0 sind die Landeszentralbehörden befugt, Abweichungen von en durch den Reichskanzler angeordneten Groß⸗ und Kleinhandels⸗ höchstoreisen für Kartoffeln festzusetzen. d. h. sie können diese Preise nicht erhohen, wohl aver für einzelne Wirtschaftsgebiete usw. ermäßigen. Von dieser Befugnis hat jetzt die preußische Staatsregierung für den größten Teil der Monarchie in einem an die Oberpräsidenten ergangenen Ministerialerlaß Gebrauch gemacht. Für Berlin, Brandenburg, die Rheinprovinz, Westfalen und die Hohenzollernschen Lande bleibt es bei der Spannung von 1,30 Mark pro Zentner zwischen dem Erzeuger- und dem Kleinhandels⸗ preis, d. h. bei einem Höchstpreise von 4,05 Mk. pro Zentner, für alle übrigen Provinzen wird ein neuer, verschieden abgestufter, aber durchweg niedrigerer Kleinhandelspreis festgesetzt.— Für 1 sind jedenfalls die für die Rheinprovinz festgesetzten Preise viel zu hoch. n. Die Landwirtschaftliche Winterschule in Wetzlar wird dieses Jahr nicht eröffnet, da der Krieg keine genügende Schlilerzahl auf⸗ kommen ließ. Kreis Marburg⸗Kirchhain. Höchstpreise für Butter. Im Kreise Biedenkopf dürfen die Produzenten nicht mehr wie 2,10 Mark für Molkereibutter und 1,60 Mark für Landbutter nehmen. Von Nah und Fern. — Verurteilung wegen Lebensmittelwuchers. Das Schöfsen⸗ gericht in Köln verurteilte den dortigen Großschlächter Peter Lummerzheim zu 14 Tagen Gefängnis, weil er Rinderfett pro Kilo⸗ gramm für 4 Mark angeboten und schließlich für 3.60 Mk. abgegeben hotte, aber erst, nachdem ihm der Käufer auch einen halben Ochsen abgekauft hatte. Das Gericht nahm an, daß sich der Angeklagte einen übermäßigen Gewinn verschafft hat. — Einen großen Mehlschwindel kam die Schöneberger Polizei auf die Spur. Die Firma Kösterlitz war vom Magistrat mit Mehllieferungen für die Kleinhändler betraut. Durch minder⸗ wertiges Mehl, das sie in Verkehr brachte, wurden die Verbraucher geschädigt. Dabei brachte es die Firma sertig, unter der Hand sich einen größeren Vorrat an Mehl zu beschaffen, als ihr nach der Zahl ihrer Abnehmer zustand, wodurch die Allgemeinheit benachteiligt wurde. Der stellvertretende Inhaber der Firma wurde gestern festgenommen, da die Polizei die Schließung des Geschäfts verfügte. — Beli der Geschichte sind auch zwei Magistratsbeamte beteiligt. Der stellvertretende Geschäftsinhaber soll die Leute bestochen haben. Mord im Polizeibureau. Als Dienstag nachmittag der Polizei⸗ beamte Luedecke im Bureau des Elberfelder Polizeigefängnisses zwei Einbrecher vernahm, die in Essen 1100 Mark gestohlen hatten, feuerte plötzlich einer der beiden Burschen drei Revolverschüsse auf den Beamten ab, die ihn auf der Stelle töteten. Die Verbrecher ver⸗ suchten, zu entfliehen, wurden aber noch im Hausflur des Gebäudes festgenommen. Die Burschen, die 15 und 18 Jahre alt sind, geben sich als Gebrüder Neumann aus Essen aus. Mord und Brandstiftung. In Hoch stüblau bei Preußisch⸗ Slargard sind die Schwiegermutter, die Ehefrau. ein vierjähriger und ein fünfzehnjähriger Sohn des Müllers Schwedowsky letzte Nacht ermordet worden. Die Mörder zündeten das Haus an, so daß alle Leichen verbrannten, Ein siebzehnjähriger Sohn des Mlillers wurde von den Mördern schwer verletzt, rettete sich aber durch einen Sprung aus dem Fenster und wurde dann ins Krankenhaus gebracht. Die Mörder sind vermutlich drei entwichene Zöglinge der Erziehungsanstalt Konitz. Ugesberict bes Großen Hauptgunrtiers. Im Westen ein englischer Flieger abgeschossen. Fortgesetzte Kämpfe im Osten. 8 Weitere Siege und Siegesbeute in Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 3. Nov., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Veränderungen. Am Souchezbach nordöstlich des gleichnamigen Ortes) wurde ein vorge⸗ schobenes der Umfassung ausgesetztes Grabenstück von etwa 100 Meter Breite nachts planmäßig geräumt. Oestlich Pieronne mußte ein englischer Flieger im Feuer unserer Infanterie landen. Der Führer(Offizier) ist ge⸗ fangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Vor Dünaburg setzten die Russen ihre Angriffe fort. Bei Illuxt und Dardomask wurden sie abgewiesen, viermal stürmten sie unter außergewöhnlichen Verlusten gegen unsere Stellungen bei Gateni an. Zwischen Sventen- und Ilsen⸗ See mußte unsere Linie zurückgebogen werden, es gelang dort den Russen, das Dorf Mikulischki zu besetzen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Am Opynski⸗Kanal wurde ein feindlicher Vorstoß gegen die Schleuse von Osaritschi abgeschlagen. Beiderseits der Straße Lisowo-Catysk sind die Russen erneut zu weiterem Rückzug gezwungen, fünf Offiziere, sechs⸗ hundertsechzig Mann sind gefangen genommen, fünf Maschinengewehre erbeutet. Bei den Truppen des Generals Grafen von Bothmer wird noch im Nordteile von Siemikowee gekämpft. Balkan. Usice ist besetzt. Die Straße Cacack-Krakujewac ist über⸗ schritten. Beiderseits der Morava leistete der Feind hart— näckigen Widerstand. In Krakujewac wurden sechs Geschütze, zwanzig Geschütz⸗ rohre, zwölf Minenwerfer, mehrere tausend Gewehre, viel Munition und Material gestern erbeutet. Die deutschen Truppen der Armee des Generals von Koeveß machten dreihundertfünfzig Gefangene und erbeuteten vier Geschütze. Die Armee des Generals von Gallwitz nahm in den letzten drei Tagen elfhundert Pferde gefangen. Die Armee des Generals Bojadjeff hat westlich von Plaeinica beiderseits der Straße Zajajezar-Paracin den Svrljig genommen, den Svrljiski-Timok überschritten und und vier Geschütze erbeutet. Südwestlich von Knajacevge verfolgen die bulgarischen Truppen, haben den Brückenkopf Svrljig genommen, den Svrljiski-⸗Tiomk überschritten und dringen über den Ples-Berg(1327 Meter) und den Guli⸗ janska(1369 Meter) nach dem Nisavatal vor. Dreihundert Gefangene und zwei Maschniengewehre fielen in ihre Hand. Die im Nisavatal vorgegangenen Kräfte wichen überlegenen Angriffen aus. Der Brgov-Berg(1154 Meter) westlich von Bela⸗Palanka ist behauptet. Oberste Heeresleitung. — Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht 955 Erfolge gegen die Russen. Die italienischen Angriffe auf Görz. Wien, 3. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 8. November 1915: Rufsischer Kriegsschauplaßz. Die Kämpfe an der Strypa dauern an. Die Russen setzten Verstärkungen ein. Nördlich von Buczacz brach ein russischer An⸗ griff unter unserem Feuer zusammen. Nördlich von Vieniawa wurde den ganzen Tag erbittert um den Besitz des Ortes Sie mi⸗ kowee gekämpft. Der gestern mitgeteilte Gegenangriff öster⸗ reichisch⸗ungarischer Truppen führte nach wechselvollem Gefecht in den Nachmittagsstunden zur Vertreibung der Russen aus Dorf und Maierhof. In der Nacht griffen neue russische Kräfte ein, sodaß einige Häusergruppen wieder verloren gingen. Heute wird weiter gekämpft. Auch am Teich nördlich von Siemikowcee sind Kämpfe im Gange. 5 Die unter dem Befehl des Generals v. Linsingen stehen⸗ den österreichisch⸗ungarischen und deutschen Streitkräfte brachen mit ihrer Stoßgruppe bei Bielgow, westlich von Czartoeysk in die russische Hauptstellung ein. Es wurden fünf Offiziere und 660 Mann gefangen genommen und drei Maschinengewehre erbeutet. Sonst ist die Lage im Nordosten unverändert. Atalienischer Kriegsschauplatz, Die Italiener setzten ihre auf Görz gerichteten Anstrengungen an der Front von Plava bis einschließlich des nördlichen Abschnit⸗ les der Hochfläche von Doberdo ununterbrochen fort. Gestern griffen wieder sehr starke Kräfte an. Sie wurden überall ab⸗ gewiesen. In den Kämpfen verloren mehrere italienische Regi⸗ menter die Hälfte ihres Bestandes. Heute nach Mitternacht warf ein Lenkluftschiff zahlreiche Bomben auf die Stadt Görz ab. An den übrigen Teilen der Südwestfront fanden keine be⸗ merkenswerten Ereignisse statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die gegen Montenegro kämpfenden österreichisch⸗ungari⸗ schen Streitkräfte erstürinten südlich von Avto vac die auf feind⸗ lichem Gebiet liegende Höhe Bobija und drei andere von den Montenegrinern zäh verteidigte Berggipfel. Beim Sturm auf die Bobija⸗Stellung wurde ein 12 Zentimeter⸗Geschütz italienischer Herkunft erobert. Von den in Serbien operierenden verbündeten Streitkräf⸗ ten rückte eine österreichisch-ungarische Kolonne in Üzice ein. An⸗ 5 575 und K. Truppen stehen südlich und südöstlich von Cacak im efecht. 2 Südlich der von Cacak nach Kragujevae führenden Straße und auf den Höhen südöstlich von Kragujevge und nördlich und nord⸗ östlich von Jagodina gewinnen die Angriffe der österreichisch⸗ ungarischen und deutschen Streitkräfte trotz des zähesten gegnerischen Widerstanbes überall Raum. In Kragujevae wurden sechs Geschütze, zwanzig Geschützrohre, zwölf Minenwerser, einige tansend Gewehre und viel Munition und Kriegsgerät erbeutet. Der Siellvertreter des Chess des Generalstabek. von Höfer, Feldmarschallentnant. * Die Balkanpläne der Entente. Aus Konstantinopel wird der Frankf. Ztg. tele⸗ graphiert: Die Berichte der letzten Tage aus der rumaän ischen und der griechischen Hauptstadt stimmen darin überein, daß die Vertreter der Entente⸗-Diplomatie, beson—⸗ ders aber der Englands, vor den dortigen Kabinetten jetzt tagtäglich entschiedenen Wert darauf legen, zu betonen, daß militärische Operationen größten Stiles zum Entsatze Serbiens und zur Niederwerfung der Gegner auf dem Balkan im Zuge sind. Den erhofften Eindruck haben diese Versicherungen bisher weder in Athen noch in Bukarest hervorgebracht. Es wird angenommen, daß die Ententestaaten eine ko m⸗ binierte Aktion ernstlich vorbereiten. Rußland wird ein Eingreifen an verschiedenen Punkten zugedacht. Es kann auch als sicher gelten, daß Rußland seine Truppen— kontingente in Bessararbien nunmehr dicht an die Grenzen Rumäniens heranschiebt. Der Durchbruch durch Ru— mänien zählte immer schon zu den russischen Kombinationen. Indessen liegt eine Reihe bedeutsamer Anzeichen vor, daß Rumänien einer solchen Forcierung nicht mit verschränkten Armen gegenüberstehen wird. Frankreich und England haben außer Landungen in Kawalla oder Dedeagatsch im Auge. ist der albanische, jetzt Griechenland gehörende Hafenort Santi Quaranta zur neuen Operationsbasis gewählt. Hun⸗ dert Eisenbahnzüge mit Truppen aus Frankreich passierten von Marseille über Italien nach Bari. Wegen der starken durch die deutschen Unterseeboote zugefügten Verluste wurde dieser Landweg gewählt. Die Mehrzahl dieser Truppen will man von Santi Quaranta über Goritza nach Monastir be— fördern. Nur sehr langsam werden sich diese Aufmarsch— operationen vollziehen können. Die schwierigen, unwirtlichen, fast Hochgebirgswege jener Gegenden, machen den Trans— port großkalibriger Artillerie unmöglich, ebenso muß auch der Verpflegungsnachschub den fühlbarsten Hindernissen be gegnen. Salonik auch Ferner Griechische Stimmung. Die Sofioter Kambana betont bei Besprechung der Lage auf dem Balkan, es sei wichtig, daß der griechische König und dessen Generalstab bereits in Salonik weilen. Dies sei der erste Schritt der griechischen Re gierung gegen die Entente. Griechenland sei entschlossen der brutalen Verletzung seiner Neutralität ein Ende zu machen und, wenn notwendig, die französischen und eng— lischen Truppen mit Waffengewalt hinaus zujagen. mit, daß Deutschland für die territoriale In⸗ tegrität Griechenlands gutstehe.. Nach einer weiteren Athener Meldung stellte der griechische Kriegsminister die Nachrichten von einer Abrüstung Griechenlands in Abrede. Erstere Meldung würde im Falle ihrer Bestätigung einen Verzicht Bulgar iens auf griechische Gebiete enthalten. Der Corriere della Sera meldet aus Athen: Gestern sollte in der griechischen Kammer eine Anfrage betr. die Mobilisation erörtert werden. Der Mimister⸗ präsident hatte Vertagung der Besprechung verlangt. Da die Anfragenden auf sofortige Besprechung drangen, ver⸗— weigerte Zaimis die Antwort. Die Verteidigung des Herrn Asquith. Am Dienstag hat im englischen Unterhause die große Debatte über die Regierungspolitik und die militärischen Mißerfolge Eng⸗ lands aus der letzten Zeit begonnen. Sie wurde eröffnet durch eine große und wirkungsvolle Rede des Ministerpräsidenten Asquith. Die advokatorische Geschicklichkeit. die ihn aus seinem früheren Beruf auszeichnet, hat, soweit der Bericht bis jetzt vor⸗ liegt, einen großen Triumph davongetragen. Die Rede trug das internationale Charakteristikum aller Ministerpräsibentenreden, die starke Zuversicht, den eisernen Willen und die kräftigste Agitation für den endlichen Sieg des eigenen Landes. Daher werden auch diejenigen, die gerade im englischen Parlament infolge der steigen⸗ den Enttäuschungen über die englisch⸗französische militärische Lage eine Art Ernüchterung erhofften, und darauf einige Hoffnung für einen baldigen Abschluß dieses furchtbaren Völkerringens setzten, ihre Zukunftsträume stark einschränken müssen. Herr Asquith hat auch nichts von irgendwelcher Einwirkung gezeigt, die die oppo⸗ sitionellen Regungen in der englischen Presse und im englischen Volte ebenfalls bei einigen hoffnungsfreudigen Leuten erwarten ließen. Im Gegenteil, er hat nicht nur die feste Entschlossenheit seiner Regierung, den Krieg zu einem guten Ende zu führen, aufs stürkste unterstrichen, sondern ist auch mit allen Nörglern an seiner und der Regierung Haltung sehr bös verfahren. Im einzelnen ver⸗ teidigte er das Dardanellenunternehmen, über dessen Mißglücken auch in England niemand mehr im Zweifel ist, und verbreitete sich am ausffhrlichsten über die Leistungen der englischen Hilssvölker und dann, was mit besonderem Beifall aufgenommen wurde, über die sichere Unterstützung der Serben. England werde dafür sorgen, führte er aus, daß Serbien seine volle Unabhängig⸗ keit wiederbekomme und diese Forderung werde nunmehr eins der wichtigsten Kriegsziele werden. Wir haben damit also zu den vielen Kriegszielen ein neues hinzubekommen. aber eins, über das Herr Asquith nicht mehr allein entscheidet. Für Deutsch⸗ land ist in der Rede des Herrn Asquith nicht das Einzelne wichtig, und nicht dieser oder jener Irrtum und das neue besondere Kriegs⸗ ziel, sondern der ganze Ton, auf den diese Rede gestimmt war, und die einheitliche Tendenz, die sie Tender ein Ende des Krieges de Nücksichten, nicht an Schonung von Gut und Blut der Men Daher ist die große Rede Asquiths eine große Enttäuschu für alle, die den Erfolg der deuischen Waffen und ihrer apfe Verbündeten schon soweit gediehe gen und sicheren Frieden zu denken sei. er bringen uns die Gewißheit, daß die engli rung und das hinter ihr stehende Volk noch nicht ibane durchzog. Dieser To le f* n ken, nicht an Verhandeln ode ren 1 n hofften, daß an einen bald Falsche Friedens gerüchte. Das Berliner Tageblatt schreibt: Es sind in der Zeit wieder, besonders in der Publikum allerlei Gerüchte über Friedensverhandlungen 5 getaucht. Die privaten Erhol Staatsmännern sind so gedeutet worden, als sollten sie irgend. welchen Verhandlungen dienen keil, mit der die angeblich“ aus auter Quelle informierten 0 Zeitungen und Personen an diese Erzählungen festhalten, se geen gesagt, daß alle Gerüchte diese rithen. Madrid, 3. Nov. Agence Havas. daß Fürft Bülow beabsichtigt h die möglichen Grundlagen eines Friedens zu prüfen. 2 5 Der Schweizer Reise des ehemaligen bulgarischen Ge⸗ sandten in Rom waren in Verbindung mit Fürst Bülow? Aufenthalt in Luzern und Einsi worden, die der Hoffnung auf e sprangen. Wie indes das Bernt Kreisen erfährt, kehrt Stanz i o w vornehmlich darum nicht nach f Bulgarien zurück, weil er eine Framzösin zur Frau hat und allen 1 Mißverständnissen aus dem Wege * 5* Die Versenkung der französischen U-Bootes Die deutsche Botschaft stellt formell in Abrede, been se, aber auch i Auslandspref ungsreisen von Ministern u n. Angesichts der Hartnäckig⸗— ei r Art auf freier Erfindung be Nichtamtlich.) Meldung der abe, mit Madrid und Washington— edeln allerlei Gründe angedichtet inen baldigen Friedensschluß eut⸗ er Tagblatt aus diplomatischen gehen will. * „Turquoise“. g 0 Paris, 3. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Marine- 0 ministerium bestätigt, daß das französische Unterseebook t ver „Turquoise“ im Marmarameer beschossen und versenkt wor. ile den ist. Zwei Offiziere und 2 1 Matrosen sind gefangen. lle E Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 1 M0 Verlag von Krumm& Eie., Gießen. 1 b bei Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a aanehr Verstorbene. Frau Katharin Heuchelheim, 55 Jahre alt. le Hardtmann geb. Löber eule Soeben erschienen! Vo steht der Preis nur 50 HSSS SSS S SSS SS SSS SSS S Veste Kriegs karte! Krieg am 8. Oktober 1915. 4 Fauptkarten, 14 Spezialkarten. Die Karte enthält dieses Mal auch eine Spezialkarte vom 8 Strbischen Kriegsschauplaß. 2 Pfg. Aleinverkauf: Oberhesssche Volkszeitung, Bahnhofft. 23. e eee eee Neu! Neu! Persand⸗Karton (D. R.⸗Patent 130568) für Gelee, Honig, Butter, Schmalz, Fleischwaren ꝛe. 250 J Konkurreyzlos! Pokischer, vorteilhafter und billiger als lech oder Glas⸗Pack ung. 25 Pfg · Preis für 1 Pfund⸗ Packung nur Oberhessische Jolkozeitung Gießen Nach einer Sofioter Meldung teilt die Athener Athina Bahnhofstraße 23. 88 Se S Se e eee Aonsumperein diggen und Umgegend. In unserem Lager, Schanzenstr. 16 so lange der Vorrat reicht: Aelss rau im Zentner Mk. 5.60 pfundweise 6 Pfg. Nachmittags von 2—5 Uhr. Der Vorstand. Rheumatis- mus, Ischias u, Gicht können Sie selbst bekämpfen. Ich Will nichts verkanfen. Für Aus- kKuntt Freimarke beifügen. Brandt, Kriegschulbeamter a. D. Halle a. S. 438, Jakobstr 44. 0 wulen! N. fl 2 5 2 Fütterl. W derem Lieu! Giessen 0 0 Bahnhofstrasse 34 4 l 0 1 Telephon 2077 N fene 80 f 3 190 Grösstes, elegantestes 6 und modernstes lan Lichtspiel-Theater am Platzes. 86% eden Mittwoch u. Samslaß Programmwechsel. ene 22 4 Lagen; 27 8 5 une e 1 4 Inden a 5 7. M I ngese Ĩ Lic 1 Von f 1 * 5 I ser Alteisen, Lumpen, Knochen, Papier, Kupfer, Messing, 3 Zinn, Blei, bei 8 Louis Rothenberger fa Neuenweg 22. aadddhgader ese, Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, den 5. November 1915, abends 8 Uhr: 58 4. Freitags⸗Abonn.⸗Vorstellung. Ein Fallissement. Schauspiel in 5 Aufzügen von here Björnstjerne⸗Björnson. 5 Ende gegen 11 Uhr. N Gewöhnl. Preise(ermäßigt“) — — Wee FFF 5. mite au verkehren, ist Pflicht eines jens organisierten Arbeiters. Dureh de Besuch desdewerkschaftshauses* terstützt der Arbeiter sein eig Leim