nun — * der Organ für die Interessen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. bnigen sozialisti Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Di n scheint ag Abend i Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pf, f 60 Pfg. einschl. Bringerlobhn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 105 Redaktion und Exvedition Gießsen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2908. Junserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 258 Gießen, Mittwoch, den 3. November 1915 10. Jahrgang 1 N 3 5 15 Die neue Internationale. 5 Von Heinrich Cunow. Die Parteivorstände der deutschen, dänischen und schweizerische E l 0 nisch zerischen ozialdemokratie haben in kurzgefaßten Erklärungen gegen die von hen Politikern in Zimerwald bei Ber, ene„Internationale Kon rt unternommenen zerrissenen 8 a der kriegführenden b wie zusammenzuknoten, während der Kriegsdauer inerlei Erfolg versprechen, sondern davon nur eine weitere Ver⸗ Härfung der Gegensätze innerhalb der einzelnen sozialistischen andesparteien befürchten: denn so heißt es in der dänischen Er⸗ ärung:„Jede Schlichtung von Differenzen muß unserer Aus— N ssung nach innerhalb der nationalen Parteien und danach inner⸗ alb des orgauisatorsschen Rahmens der internationalen Sozial⸗ mokratie stattfinden und nicht innerhalb zufälliger Konferenzen er zufälliger, unverantwortlicher Kommissionen.“ Diese Zurückweisung sozialistischer Ideologen, elbstüberschätz meinen, einige unbeauftragte, unverantwort⸗ iche Parteipol könnten in Gelegenheitskonferenzen die ge— Frengte Internationale wieder zusammenleimen, ist nur allzu be⸗ ichtigt. So leicht ist denn doch das Wieberzusammenknüpfen der rrissenen Fäden nicht. Alles Bedauern über den Zerfall der bis⸗ krigen internationalen Beziehungen hilft nicht über die Tatsache Inmeg daß die während des Krieges hervorgetretenen Meinungs⸗ 1 d Auffassungsverschiedenheiten zwischen den, Führern wie ischen den Massen der verschiedenen sozialistischen Parteikörper ncht durch Beschlüsse und Ermahnungen einzelner Parteiführer, Ubst wenn ihre Stimme von weit größerm Gewicht wäre, als die r Zimmerwäldler, aus der Welt geschafft werden können. Die Aternationale hat nicht nur, wie es gewöhnlich heißt, versagt, sie völlig zusammengebrochen, und es ist ein ganz vergebliches Be⸗ kihen, eine aussichtslose Sysiphusarbeit, die verspreugten Bruch⸗ le wieder zusammenkitten zu wollen, zumal setzt im Toben des Leltkrieges. Und selbst wenn das Zusammenkitten nach langer Mühe ge⸗ ige avijrde dann das überall geborstene, schlecht verheilte Organi— scionsgebilde in der jetzigen schwierigen Zeit der internationalen Ebeiterbewegung irgend welchen Dienst leisten, irgend welche nütz— lie Funktion übernehmen können? Wer das glaubt, befindet sich heiner naiv⸗ideologischen Selbsttäuschung, die vielleicht seinem aten Herzen alle Ehre macht, seinem Verständnis für volks- und Urteipsychologische Fragen aber ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Per selbst angenommen, es lasse sich durch Versöhnungsaktionen die die in naiver Mternationale in ihrer bisherigen Verfassung, das heißt in der rm, in der sie bis zum Kriegsbeginn bestanden hat, wiederher⸗ len, ist denn diese Form wirklich so wertvoll, so zweckmäßig und sneckdienlich, daß sich das Zusammenkitten auf alter Grundlage lohnt? Und nur um eine solche Rekonstruktion handelt es sich M den Zimmerwäldlern, wie denn auch die Leiter der Zimmer⸗ ulder Konferenz nachdrücklich hervorgehoben haben(Züricher ksrecht vom 20. September), daß die Tagung„keineswegs der Adung einer neuen Internationale“ dienen sollte. Waren denn alten internationalen Beziehungen so fest, die Arbeit des Inter⸗ ionalen Bureaus in Brüssel so bedeutungsvoll für den Fort⸗ ritt der sozialistischen Arbeiterbewegung aller angeschlossenen länder, daß sie wieder in alter Form hergestellt werden müssen? lid sind ferner auch nur die allergeringsten Garantien dafür ge⸗ en, daß die ganze Institution künftig bei neuen Staatenkonflik— sich besser bewähren wird? 92 8 11 Wohlverstanden, es handelt sich nicht um die Frage, ob über⸗ aupt wieder internationale Beziehungen angeknüpft werden fen oder nach Kriegsende(vielleicht auch erst nach„ assen Vernarbung heute noch schmerzlich brennender 1 % Internationale in verändertem Gefüge wieder aufgerichte Arden soll, sondern allein um die Frage, ob sie setzt. d. h. unter e heutigen Umständen, wieder in alter Form rekonstruiert wer⸗ kann und soll. Nach meiner Ansicht wäre solche Wiederher⸗ gelung vom entwicklungsgeschichtlichen Standvunkt aus ein twerer Fehler, eine ganz unnütze Krafvergendung;, denn; die ih auf dem Pariser internatjonalen Sozialistenkongraß be. indete zweite Internationale hat sich ebenso überlebt, 80 lang der siebzjger Jahren des vorigen gahrhunderks 105 5694 rternationale überlebt hatte. Ihre Organisationslo at 10 holt % wirtschaftliche und politische Entwicklung bereit? über bihr al. konnte gar nicht leisten, was man faßt allgemein. 15 5 uderte und erwartete. Nicht nur mußte jeder größere Kriegs, Uuflikt sie matt setzen, auch für die weitere Juan menfasfune 11 Waziplinterung der sozialistischen Arbeitermassen nan kapital zien das sich reckende und streckende imperialistische Finanz eie unte sie nichts Wesentliches mehr leisten. Sie war zu es 2 1* 9* schen Demonstrations⸗ Schauinstitution geworden. De 5 b 1005 ben Internationale lediglich tet wird, sie geschaffen. mer unsere ganze litiker diese über⸗ mit demselben und gar shall in London ge⸗ ationale Arbeiter⸗ form des inter⸗ 8 gewesen ist und Kulturstaaten auf haben: Aufricht Internationale, auch diese nur noch als Durchgangsform zu einem höheren, stärkeren Gebilde gelten kann, will gar manchem nicht in den Kopf, da er politisch mit ihr gewachsen und geworden ist und sich in ihren Traditionen festgewurzelt hat. Konnte die erste Internationale dem damaligen Entwicklungs⸗ stand der sozialistischen Arbeiterbewegung entsprechend nicht mehr sein, als eine Zusammenfassung der von einer gemeinsamen Zbce beseelten verstreuten sozialistischen Personen und Grüppchen zu einer sich über Rasse, Staat und Nationalität hinwegerstreckenden Propaganda- und Agitationsgesellschaft, deren Aufgabe, mochte sie auch stolz die„Emanzipation der Arbeit“ auf ihre Fahne schreiben, zunächst hauptsächlich in der Selbstverständigung über die all⸗ gemeine Richtung der aufkeimenden neuen Bewegung und in der Erziehung der ihr anhängenden Elemente zu einem gewissen Solidaritätsgefühl bestand, so konnte die zweite Internationale nichts anderes sein, als eine lose Zusammenfassung der inzwischen in den einzelnen Kulturstaaten auf nationaler Grundlage ent- standenen politisch⸗sozialistischen Arbeiterparteien zu einem lockeren Verband mit dem Zweck, sich über das gegenseitige Verhalten zu gewissen wichtigen Erscheinungen zu verständigen und möglichst eine Art äußere Richtungsparallelität zwischen den verschiedenen sozialistischen Parteien der einzelnen Länder herzustellen. Und mehr ist denn die zweite Internationale auch nie gewesen. Ste ist niemals eine wirkliche internatonale Aktions⸗ und Arbeitsgemein⸗ schaft geworden, sondern stets eine lose Verbindung einer Reihe innerlich in sich abgeschlossener, auf ganz verschiedenen Organi⸗ sütionsgrundsätzen aufgebauter, ungleichartiger, nationaler Partei⸗ körper geblieben, deren ganze Tätigkeit sich fast ausschließlich in der Wahrung einer gewissen Gleichrichtung sowie der gelegentlichen Ausgabe politischer Parolen und Veranstaltung öffentlicher Kund— gebungen erschöpfte. 4 Damit will ich selbstverständlich weder der ersten, noch der zweiten Internationale einen Vorwurf machen. Sie waren, was sie den geschichtlich gegebenen Entwicklungs bedingungen ihrer Zeit nach sein mußten und haben, soweit es diese Bedingungen ge— statteten, ihre Aufgabe erfüllt. Aber für grundverkehrt halte ich das Bemühen, die zusammengebrochene zweite Inter⸗ nationale wieder zusammenzuflicken. damit sie im alten Geleise ihre bisherige, Aufgabe fortsetzen könne. Die wirtschaftliche Ent⸗ wicklung ist indeß um ein recht respektables Wegestück vorwärts geschritten, große internationale Kapitalverbände, Trusts und Kar⸗ tells sind entstanden, und nach dem Kriege kommen wir unzweifel— haft erst recht in eine Periode imperialistischer Weltwirtschaft und ausgedehnter internationaler Verflechtungen des Kapitalismus hinein, und diesenn kommenden expansiven kapitalistischen Inter⸗ nationalismus gegenüber kann der Arbeiterklasse eine Institution wie bie zusammengebrochene zweite Internationale recht wenig nützen! Was wir gebrauchen, ist eine ganz andere Organisation: eine internationale Aktions⸗ und Arbeitsgemeinschaft. Ich ver⸗ stehe darunter die Errichtung von internationalen Gewerkschafts verbänden bezw. ⸗kartellen mit gemeinsamen internationalen Sekre⸗ lariaten, Verständigungs- und Aktionsausschüssen, die Errichtung von sozialistischen Vermittlungs- und Arbeitsausschüssen zum Zweck des Zusammenwirkens der verschiedenen sozialistischen Landes⸗ parteien bei wichtigen Gelegenheiten, Einsetzung interparlamen— tarischer Kommissionen, gegenseitige Förderung und Unterstützung des sozialistischen Bildungs- und Unterrichtswesens in den einzel⸗ nen Ländern, Schaffung internationaler Preßausschüsse und Nach⸗ richtenbureaus usw. kurz die Herstellung einer gewissen internatio⸗ nalen Arbeitsgemeinschaft, auf deren Vasis sich dann immerhin noch als Zentralleitung eine Art von internationalem Hauptbureau erheben könnte. Das sind natürlich Einrichtungen, die nicht von heut auf morgen geschaffen werden können, obgleich teilweise, besonders auf gewerkschaftlichem Gebiet, schon mannigfache Ansätze dazu vorhan⸗ den sind. Sie müssen aus der kommenden Wirtschaftsgestaltung selbst als notwendige Institutionen herauswachsen. Die Wieder⸗ zusammenkittung und künstliche Galvanisierung der zweiten Inter⸗ nationale aber vermag diesen Prozeß lediglich aufzuhalten. Nicht von Radikalismus zeugen die Wiederbelebungsversuche der Zim⸗ merwäldler, sondern von einer starken Dosis konservativ-doktri⸗ närer Rückständigkeit. Auf dem internationalen Sozialistenkongreß in Paris 1889 schilderte der alte Liebknecht das Verhältnis der zweiten zur ersten Internationale mit den Worten:„Die Internationale Arbeiter- assoziation hatte, nachdem sie den Arbeitern aller Länder das ge— meinsame Ziel gezeigt, sie die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns und Kämpfens gelehrt hatte, ihre Mission erfüllt. Sie, ist nicht tot, sie ist übergegangen in die mächtigen Arbeiterbe⸗ wegungen der einzelnen Länder und lebt in diesen fort!“ Das gilt jetzt auch in gewissem Sinne von der zweiten Internationale Auch sie hat heute ihre Mission erfüllt; aber als ihre Nachfolgerin wird aus dem Entwicklungsprozeß eine neue, größere, mächtigere Arbeiter-Internationale erstehen. Es lebe die dritte Internationale! 2 Das Schicksal der Bulgaren in den Entente⸗ ländern. T. U. Sofia, 1. Nov. Nach hier eingetroffenen, die größte Entrüstung hervorrufenden Nachrichten beschloß England. die bulgarischen Untertanen nach den Kolonien zu deportieren. Frankreich erklärte die Bulgaren als Zivilgefangenen. In Rußland werden die schutzlosen Bulgaren den unerhörtesten Grausamkeiten des Pöbels ausgesetzt, wobei viele bis auf den Tod gemartert werden. Die Besitzungen der Bulgaren werden ausgeplündert. Als Gegenmaßregel wird Bulgarien die Untertanen der feindlichen Staaten nach Nationalität in besonderen ihnen angewiesenen Städten konzentrieren. Die * Behörden der Konzentrationslager haben den Auftrag er⸗ halten, für humane Behandlung der Internierten zu sorgen. Die Behondlung der Gefangenen durch die Serben. Budapest, 1. Nov. Bei der Eroberung von Uesküb wurden dort auch etwa zwanzig österreichisch-ungarische, von den Serben dort internierte Soldaten befreit. Die Gefangenen, zumeist Tschechen und Slowenen, waren körperlich sehr herab⸗ gekommen. Sie wurden nach Sofia gebracht, wo sie aussagten, daß die Serben mit den ungarischen Gefangenen u nmenschlich umgehen. Die Gefangenen werden demnächst nach ihrer Heimat befördert. Vernichtung rumänischer Waren durch die Serben. Budapest, 1. Nov. Auf der Eisenbahnlinie Salonik-Nisch wur⸗ den bei Ausbruch des serbisch-bulgarischen Krieges große Mengen rumänischer Waren von den Serben teils vernichtet, teils ver⸗ schleppt. Auf dem Bahnhof Saitschar wurden zehn für das rumä⸗ nische Fliegerkorps bestimmte elektrische Scheinwerfer zerstört. Joffre in London. Die Times meldet, der Besuch des Generals Joffre in London habe zur Folge gehabt, daß eine vollkommene und endgültige Uebereinstimmung bezüglich der militärischen Politik auf dem Balkan erzielt worden sei. Pariser Blättern ist zu entnehmen, daß der Besuch Joffres in London in erster Linie bezweckte, die englische Re⸗ gierung zur Entsendung größerer eigener Truppenkontin⸗ gente auf den Balkan zu veranlassen. Die unmittelbare Ver⸗ anlasfung zu der eiligen Reise des französischen Generalissimus war der Hilferuf, den Paschitsch aus Nisch nach Paris gerichtet habe. Joffre lehnte die Verantwortung ab, falls weitere französische Truppen nach dem Balkankriegsschauplatz ab⸗ gegeben würden. Er fand dabei die Unterstützung des neuen Kabinetts, in dem Briand und Cambon auf größere Unab⸗ hängigkeit gegenüber London dringen. Aus London erfahren Pariser Blätter weiter, daß Joffre in London die Einsetzung eines geschäftsführenden engeren Rates, bestehend aus Asquith, Kitchener und Balfour durchsetzte, mit dem allein die französische Heeresleitung und Regierung künftig zu ver⸗ handeln haben wird. Die wirtschaftliche Bedeutung der Balkankämpfe, In der Neuen Züricher Ztg. lesen wir: Es ist eine unanfechtbare These, daß Krieg in seinem eigent⸗ lichen Sinne nichts anderes ist als Politik mit Gewaltmaßregeln ge⸗ trieben und da man heutzutage Politik lediglich zu wirtschaftlichen Zwecken betreibt, so ist der Krieg überhaupt nichts als ein wirt⸗ schaftspolitischer Kampf. Im Anfang des Weltkrieges haben daher viele Politiker in demselben ein endgültiges Duell zwischen den beiden größten Faktoren des Welthandels, zwischen England und Deutschland gesehen. Man sagte, England hätte sich mächtige Ver⸗ bündete erkoren, um die Zentralmächte in einem eisernen Ring zu bannen, wirtschaftlich von der übrigen Welt abzuschneiden und so der Wirtschaftspolitik derselben dauernde Fesseln anzulegen. Wenn man in den Ententeländern diesen Gedanken auch nicht aussprach, dem Krieg vielmehr vor den Massen ideale Beweggründe, besonders im nationalistischen Sinne zu geben trachtete, so ist es dagegen sicher, daß von der Politik Berlins und Wiens in dem ganzen Feld⸗ zugsplane der wirtschaftlichen Seite die hauptsächlichste Be⸗ deutung zugemessen wurde. So hat der Stoß nach Westen im Som⸗ mer und Herbst 1914 den Zentralmächten eine Art von Kohlen⸗ monopol auf dem Kontinent gegeben und England die ungeheure Last aufgebürdet, die Kohlenversorgung seiner sämtlichen Verbün⸗ deten zu übernehmen, abgesehen davon, daß diese rasche Besetzung Belgiens und Nordfrankreichs ungeheure sonstige wirtschaftliche Hilfsquellen erschloß. Der zweite Stoß, jener nach Osten, der im Mai 1915 einsetzte und die Truppen der Zentralmächte bis an die Dlinalinie und weit hinein nach Inner-Rußland brachte, hat das Getreideproblem für Deutschland und Oesterreich-Ungarn gelöst. Hinter den Kolonnen Hindenburgs, Leopold von Bayerns und Mackensens zogen andere Kolonnen mit Dampfpflügen und Dampfeggen, welche die verlassenen, fruchtbaren Riesengründe des russischen Tieflands bearbeiteten, um die besetzten Gebiete Rußlands schon für den Sommer 1916 zu einer Vorratskammer des neuen Besitzers zu gestalten. Und ebenso hat auch der dritte Stoß, jener, den gegenwärtig Mackensens Scharen in Verbindung mit den Bulgaren in Serbien vollziehen, eine ungeheure wirtschaftliche Bedeutung. Der freie Weg nach dem Orient, der hier erkämpft wird, eröffnet gewaltige Produktionsgebiete den Zentralmächten, die ihnen bisher verschlossen waren und deren Produkte zu mangeln begannen. 5 War militärisch in erster Linie der Grund für den Balkanfeld⸗ zug maßgebend, die Türkei und Bulgarien mit der diesen Staaten mangelnden Munition zu versehen, von welcher zur Stunde bereits zahllose Schiffe die nunmehr freigewordene Donau durch die Fels⸗ berge des Eisernen Tores hinabfahren, so lag demselben anderseits der Gedanke zugrunde, alle jene Gegenstände, die in Deutschland, Oesterreich und Ungarn zu mangeln begannen, von dort herbei⸗ zuschaffen. Die nahezu vollendete anatolische Eisenbahn bildet ein wichtiges Bindeglied, um die Kupfererze des Taurus, die. Baunm⸗ wollvorräte Ziliziens, die Wolle Syriens, Anatoliens und Meso⸗ potamiens, die seit Jahresfrist von dort nicht verkauft werden konnte, nach Mitteleuropa zu versvachten. Doch auch Vodürfnisse der ersten Notwendigkeit werden durch diese Verbindung schon in Bälde den Reichen der Zentralmächte zugeführt werden. Bulgaxiens 1 1 diesem Kriege zwei Zwecke verbinde: einerseits jenen, durch die Er⸗ lichen territorialen, direkten Anschluß an Oesterreich-Ungarn zu er⸗ halten. Damit ist als sicher anzunehmen, daß nach bem Kriege lein Reichtum an Schafen ist bisher für die Volksernährung durchaus noch nicht genügend herbeigezogen worden. Wenn man die große Fleischnot. die zurzeit speziell in Oesterreich herrscht, in Betracht zieht, so kann man ermessen, welche Bedeutung die Verbindung mit einem Lande, das solchen Ueberfluß an Fleisch hat wie Bulgarien, gerade setzt haben wird. Der Reichtum an Schasen in Bulgarien ist so groß, daß kurz vor Ausbruch des Krieges eine Riesenanlage für Schlachtung und Kühlung bulgarischer Schafe in Varng zu er⸗ richten beabsichtigt war, welche nicht nur die türkischen Städte mit Gefrierfleisch versehen, sondern sogar in Aegupten die Konkurrenz mit dem australischen Gefrierfleisch hätte aufnehmen sollen. Hat in dieser Weise der Vorstoß auf dem Balkan in erster Linie eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für den gegenwärtigen Justand, so ist dies in noch weit höherer und umfassenderer Weise für die Zeit nach dem Kriege der Fall. Ministerpräsident Radoslawow hat be⸗ reits in ganz unzweidentiger Weise erklärt, daß Bulgarien mit oberung Mazedoniens seine nationale Einheit herzustellen, ander⸗ seits einen, für die Entwicklung der Kultur Vulgariens unerläß⸗ hinderndes Zwischenland auf dem Weg von Mitteleuropa nach dem Orient mehr bestehen darf. Anderseits aber kann man heute schon, wie auch immer der Ausgang des Weltkrieges sein wird, als be⸗ stimmt voraussetzen, daß auf lange Zeit nach dem Friedensschluß nicht mehr ein Europa, sondern zwei, nach Anschauungen wie Teu⸗ denzen getrennte Europa vorhanden sein werden, nämlich jenes der Westmächte, und jeunes der Zeutralmächte nebst dem nähern und ferneren Orient, an welch letztere Gruppe sich früher oder später aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch Rußland anschließen muß. So erkennt man, daß der Balkanseldzua eine noch ungleich höhere und besonders eine bleibende Bedeutung für die wirtschaft⸗ liche Gestaltung der Zukunft haben wird. Wenn England der wirt⸗ schaftlichen Expansion der Zentralmächte manche Absatzgebiete in Zukunft verschließen wird, wie es droht, so eröffnet anderseits die Straße nach dem Orient dem zentraleuropäischen Wirtschaftsleben ganz neue Richtlinsen. Oesterreich-Ungarn sieht seinen alten Wunsch des offenen Orienthandelsweges, den ihm kein Geringerer als Fürst Bismarck suggeriert hatte, endlich erfüllt: Deutschlaud steht für seine Riesenproduktion der lauge vorbereitete Weg nach dem Orient offen! In den Orientländern aber eröffnet sich der Geldkraft und der Schaffensfreudigkeit Mitteleuropas in ganz anderm Sinne als bisher ein weites gewaltiges Feld, da noch Schranken von mancher Art sich derselben entgegenstellten. Wenn man hierzu noch in Betracht zieht, daß nach dem Kriege ein wirtschaftlicher Zusammenschluß zwischen dem neuen Vierver⸗ dand der Zentral- und Balkanreiche in engerer oder weiterer Form doch zustande kommen wird, so eröffnen sich hier wirtschaftliche Per⸗ spektiven von ganz grandiosem Umfang und sollte endlich auch das äußerste Ziel der Zentralmächte erreicht und der englischen Herr⸗ schaft am Suezkanal und in Aegypten ein Ende bereitet werden, so geht man nicht fehl, den soeben begonnenen Balkankrieg als den Be⸗ ginn einer vollständigen Neuorientierung des Weltverkehrs zu be⸗ trachten. Angesichts solcher Betrachtungen aber kann man jenen nur recht geben, welche den Balkankriegsschauplatz als den wichtigsten von allen Kamyfplätzen erklären und annebenen, daß dort die Ent⸗ scheidung des Weltkrieges überhaupt sällt. W N 5 9 Neue Ministerkrise in Rußland? Reuter meldet aus Petersburg: Wie verlautet, ist Goremykin zum Reichskanzler ernannt worden. Die Börsenzeitung teilt mit, daß er mit der obersten Führung der auswärtigen Angelegenheiten betraut wird und dabei durch den früheren Botschafter in Wien, Schebeko, unterstützt wird. Weiter wird berichtet, daß der Zar das Rücktrittsgesuch der Minister Sason ow, Charitonow und Kriwof chein angenommen habe und daß Chwostow Ministerpräsident werde. Protest gegen den Fliegeranariff auf Venedig. Die drei in Rom beglaubigten Botschafter der Entente er⸗ ließen nach einem Telegramm des B. T. namens ihrer Völker, also auch des hochzivilisierten Rußlands, einen flam⸗ menden Protest gegen den Fliegerangriff auf Venedig und der barbarischen Zerstörung des Gemäldes von Tiepolos in der Soali-Kirche. Die italienischen Sozialisten und der Krieg. Nach Mitteilungen aus Lugano beauftragt die sozialisti— sche Partei Turati, bei Wiedereröffnung der Kammer den Standpunkt der Partei zum Kriege, insbesondere zu den wirtschaftlichen Folgen des Krieges darzulegen. Die sozialistische Partei hofft, daß die Kammer Turati an⸗ hören wird, fürchtet aber, daß die Kriegsmehrheit jede Dis— kussion ersticken werde, obschon sich die Regierung den Anschein gibt, daß sie ihrerseits eine solche Diskussion sogar wünsche. 7 Zum Abbruch der schwedischen Verhandlungen mit England, der bereits gemeldet wurde, schreibt, Sydsvenska Dagbladet Snaellposten u. a.: Die Nachricht vom Abbruch kommt nicht ganz. unerwartet. Die englischen Forderungen wurden in solcher Weise verschärft, daß es für Schweden unmöglich war, sie anzunehmen. Sie betrafen nicht mehr einzelne, sondern grund- sätzliche Fragen, die nach Englands Verlangen einfach von Schwe⸗ den angenommen werden sollten. Ihre Annahme war aber für ein selbständiges neutrales Land, das auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen das Recht hat, Waren aus neutralen Ländern zu be⸗ ziehen, vollkommen unmöglich. Darin war die schwedische Regie- rung mit den schwedischen Vertretern durchaus einig. Es besteht auch Grund zur Annahme, daß die Engländer selbst ihren Stand⸗ punkt als für Schweden unannehmbar ansahen. Protest Oesterreich Ungarns in Wafhington. Die Morning Post meldet aus Washington unterm 29. Oktober: Oesterreich-Ungarn erhob neuerdings Einspruch gegen die Ausfuhr von Munition an die Alliierten. Das Staatsdepartement wird in der Antwort seine bisherige Haltung nicht ändern. Schildwache im äußersten Osten! Paris, 1. Nov. Der japanische Ministerpräsident erklärte einem Vertreter des Matin, daß Japan, das nicht über die nötigen Transportschisse verfüge, um den Verbündeten Truppen schicken zu können, daß es ihnen aber seine maritime und militärische Un⸗ terstützung durch die Mobilisierung der Arsenale ge⸗ liehen habe. Japan versehe auch die Rolle einer Schildwache im äußersten Osten, um die Feinde zu verhindern, daß diese die muselmanischen Völker zur Erhebung veranlassen. Es wache ferner darüber, daß die transsibirische Eisenbahn, die zur Verproviantierung Rußlands diene, nicht zerstört werde. Der Fall Cavell. Ein Brüsseler Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung, der Miß Edith Cavell persönlich gekannt hat, schreibt, daß es zwar den Freunden Miß Cavells ein vollständiges Rätsel sei, wieso die fast 50 jährige Vorsteherin des Krankenhauses der Brüsseler Vorstadt Saint Gilles dazu gekommen sei, sich gegen die Vorschriften der deutschen Militärverwaltung in Belgien so schwer zu vergehen, daß aber ihre Schuld einwand⸗ frei dargetan und unbestreitbar sei und unter die schwerste Strafe des Kriegsrechtes falle. Sofern man jedoch nicht die Verurteilung, sondern die Vollstreckung des Ur teils Deutschland zum Vorwurf mache, sei zu bedenken, daß die Vollstreckung vielleicht unterblieben wäre, wenn nicht gerade in der jüngsten Zeit so viele Frauen an ganz ähnlichen Unternehmungen beteiligt gewesen wären, wie Miß Edith Cavell. Offenbar habe dieser Umstand die deutsche Militär⸗ behörde veranlaßt, in der Verurteilten, die von allen ihren Geschlechtsgenossinnen am schuldigsten gewesen sei, ein ab⸗ schreckendes Beispiel festzustellnn. Denn wäre es zur ständigen und unabänderlichen Gewohnheit geworden, Zu— widerhandelnde gegen das Kriegsrecht bloß deshalb zu be— gnadigen, weil sie dem weiblichen Geschlechte angehörten, so wäre die Gefahr gewesen, daß man zum Spionieren und An⸗ werben von Kämpfern für die Deutschland feindlichen Heere eben ausschließlich oder der Hauptsache nach Frauen ver— wenden würde. N 0 Ein pruch Rumäniens gegen russische Truppenlandungen. Budapest, 2. Nov. Die Absicht der Russen, bei Baltschik Truppen zu landen, ist gescheitert, da die rumänische Re— gierung hiergegen Einspruch erhoben hat. Die rumänische Regierung gegen die Kriegshetzer. Wien, 2. Nov. Aus Bukarest wird dem Neuen Wiener Journal berichtet, daß die rumänische Regierung Take Joneseu und Filipescu drohte, daß sie bei einer Andauer der Straßenkundgebungen sich gezwungen sehen würde, den Be— lagerungszustand zu erklören. Englischer Dampfer versenkt. London, 1. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der britische Dampfer„Toward“ ist versenkt worden; die Besatzung wurde gerettet. EEC ͤ ²˙ ß]ðV. g Gegen die französische Zenst 5 Lyon, 1. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Luon N 5 meldet aus Paris: Die Zeitungen Rappel, Oeuvre, L arb Eclair, Figaro und Journal geben bekannt, daß sie ihre mationen und politischen Artikel der Zensur nicht mehr breiten werden. 8 8 5 Grenzkämpfe in Indien. Amsterdam, 2. Nov. Ueber neue, Grenzkämpfe in Indi richtet das Reutersche Bureau unter dem 28. Oktober aus Unsere Truppen in Tschakdare marschierten gestern nach Nox den Adsieson⸗Bezirk und griffen eine Bajori-Bande von 2000 3000 Mann an, de dort am Abend vorher eingerückt war, Stämme im oberen Sawat⸗Tale zu beunruhigen. Wir v einen Toten und drei Verwundete. Die Verluste des sind schwer. 1 Gegen die Nussen in Persien. Konstantinopel, 2. Nov. Persischen Zeitungen 3 haben sich Nomaden in der Umgebung von Schahruw ge die Russen erhoben, um für das barbarische Vorgehen lands in Bushir Rache zu nehmen. Tausende von Turkm, marsicherten gegen Schiwar und griffen dort die Russen wobei es zu einem sehr heftigen Kampf kam. Die R hatten viele tausend Tote und Verwundete, flüchteten ließen große Mengen Lebensmittel und Munition sowi gut erhaltene Maschinengewehre zurück. Auf der Flucht den die Russen auch von anderen turkmenischen Nomg verfolgt. ö f Mehlschwindler. eile Der Schöneberger Polizei gelang es, einem selt langer 8 0 betriebenen Mehlschwindel auf die Spur zu kommen. Die 7 0 Kosterlitz war vom Magistrat mit Mehllieferungen für die 8 pesel Durch minderwertiges Mehl, das sie in Verkehr gest Dabei brachte e größeren Vorraf händler betraut. 5 brachte, wurden die Verbraucher geschädigt. Firma fertig, unter der Hand sich einen gr 5 Mehl zu verschaffen, als ihr nach der Zahl ihrer Abnehmer en stand, wodurch die Allgemeinheit benachteiligt wurde. Der st vertretende Inhaber der Firma wurde gestern festgenommen, die Polizei die Schließung des Geschäfts verfügte. Kriegs notizen. dt Die Handelskammer zu Berlin hat einen Beschluß bez des Ersatzes von Kriegsschäden in den deut Schutzgebieten gefaßt und dem Herrn Staatssekretär Reichskolonialamts übermittelt. Sie hält es für geboten, daß g Deutschen, die in den deutschen Schutzgebieten Schaden au ihren] fen Vermögen infolge der kriegerischen Ereignisse erlitten haben, En schädigungen nach denselben Grundsätzen gewährt werden, welch für die Geschädigten im Deutschen Reiche gelten. l In Hochstüblau bei Preußisch⸗Stargard ermordeten qu einer Erziehungsanstalt entwichene Zöglinge die Mutter, df Ehefrau und zwei Söhne des im Felde befindlichen un Mühlenbesitzers Schwendowski. Sie zündeten dann das“ Haus an, in dem die Leichen verbrannten. Der dritte Soh 50 Schwendowskis wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingel N Die Täter sind entkommen. a f Der Landtag für Sachsen-Weimar tritt am 8. Noven ber zusammen. Der Landtag für Sachsen-Meiningen i zum 15. November, der für Sachsen-Altenburg zun 2. November einberufen worden. In allen Fällen handelte es fit um kurze Kriegstagungen. 5 1 Das Schöffengericht in Köln verurteilte den dortigen G schlächter Peter TLummerzheim zu 14 Tagen Gefängnis, wel er Rinderfett pro Kilo für 4 Mk. angeboten und schließlich fi 3,60 Mk. abgegeben hatte, aber erst, nachdem ihm der Käufer einen halben Ochsen abgekauft hatte. Das Gericht nahm sich der Angeklagte einen übermäßigen Gewinn verschafft hat. Kriegsinvalide Eisenbahnbedienstete haben Baden— nach einer neuesten Verfügung der dortigen Generg direktion der Staatsbahnen— sofort nach Beendigung des Heil verfahrens und Entlassung vom Militärdienst, ihre frühere Täth keit wieder aufzunehmen. Ist dies nicht möglich, müssen de sih) dem Eisenbahndienst im allgemeinen wieder zur Verfügung stellen⸗ de Geschieht auch dies nicht, dann erlischt die staatliche F m1 T lienbeihilfe mit dem Tag, an dem der Eisenbahnangestellh, den Dienst hätte aufnehmen können. 3 Deutsche Geschäftsreisende, die jetzt nach del Schweiz reisen, werden, wie der Konf. mitteilt, mit der Ta au rechnen haben, daß der Grenzverkehr zwischen Deutsc land und der Schweiz zurzeit erheblichen Beschr kungen unterliegt und Reisende aus der Schweiz in der näch Zeit vielleicht auf die Dauer von 14 Tagen— nur sehr schwe 1 die deutsche Grenze kommen. Der Güterverkehr ist d 9 nicht eingeschränkt; auch die Dampfschiffe von und na Friedrichshafen über Lindau über den Bodensee verkehren. Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 33 Von Levin Schücking. Dann eilte sie davon und war im nächsten Augenblich zum Zimmer hinaus. Ich stand, meiner Sinne nicht recht mächtig. Meine Ge— danken wirbelten mir durch den Kopf; ich wußte nicht recht, was geschehen und was die ganze Szene bedeute; ich fühlte mich selbst nur den Tränen nahe. So ging ich hinab in meine Zimmer, mit einer Art von Wut die Tränen, die in mir aufstiegen, niederkämpfend. Wut richtete sich gegen mich, den Soldaten, der den Kopf oben behalten und kaltblütig bleiben muß, wenn er inmitten von Tod und Verderben steht und tausendfaches Elend rings um sich her sieht; und nun ließ ich mich übermannen und nieder— beugen durch den Anblick von ein wenig Herzeleid, das ich über diese Französin, die doch obendrein noch eigentlich eine Deutsche war und es schmählich verleugnete, gebracht! Wie war es denn, um was es sich handelte? Ich hatte ihr einen Haufen von dummem, ekelhaftem Geld nehmen müssen— und wollte ihn ihr ja noch obendrein ersetzen. Konnte sie den Ersatz nicht von mir annehmen? Warum nicht? Und wenn nicht, was lat's, was ging unsere Seelen der Mammon an? War es nicht arg genug, daß dieser verborgene Haufen Geld uns zu einem Spiele wechselseitiger Ueberlistung gezwungen? Und wenn ich dabei auch gesiegt, wenn ich ihn ihr genommen, hatte sie nicht seinetwillen die Komödie von Colomier mit mir gespielt, hatte sie mich nicht mit dem Schlaftrunk des Abbés unschädlich machen wollen, dessen Wirkungen ich an Friedrich hatte wahrnehmen können? Hatte ich nicht tagelang um dieses dummen ekeln Mammons willen schon die Stachel und die Pein des bösesten Argwohns in mir wühlen gefühlt? War es nicht elend, klein, engherzig, solch einen Verlust als etwas zu betrachten, was uns auf ewig auseinanderriß? Was kann solch ein erbärmliches, äußeres Ereignis dem Herzen, der Die fühlte, wenn sie nicht verzeihen und nicht begreifen konnte, daß ich ohne Schuld war, wenn sie sich nicht sagte, wie schwer ich selber unter dem litt, was ich aus Pflichtgefühl tun hatte müssen— dann, nun dann mußte ich auch auf sie verzichten können! Es war ein Räsonnement wie alle, welche sich Verliebte machen. Sehr logisch, sehr schlagend und von zweifelloser Richtigkeit in seiner Schlußfolgerung! Und doch zieht man nicht einen Tropfen Trost daraus, und in all seiner Logik liegt kein Atom von Beruhigung!— Ich zerriß den jetzt unnützen Brief, den ich an meinen Geschäftsmann geschrieben, und warf mich auf einen Diwan, um nachzudenken, was ich beginnen, ob ich noch bleiben oder mich von diesem Posten hier unter dem Vorwand meiner Ver— wundung zurückberufen lassen solle. Gewiß, das letztere war das beste, das einzige, was ich tun konnte! Der Arzt kam nach einer Weile und nahm mir beinahe den Vorwand, in— dem er mir versicherte, daß ich, wenn ich nur noch zwei Tage lang fortfahre, meinen Arm in der Schlinge zu tragen und ihn ruhig zu halten, wegen der Wunde weiter keine Sorge zu haben brauche. Eigentlich war es mir angenehm, daß er mir den Vorwand abschnitt— im tiefsten Grunde meines Herzens zog ich doch vor— zu bleiben! Das Menschenherz ist ein widerspruchsvolles Ding!— Es war eigentlich ein gesprächiger und gescheiter kleiner Mann, der Doktor aus Noroy; wenn er das erstemal, wo er gekommen, ziemlich schweigsam seines Amtes bei mir ge— waltet, so war er heute schon vertrauter und zu Mitteilungen aufgelegter. Er begann vom Kriege zu reden, von den philo— sophischen Deutschen, die so unphilosophisch nicht lieber nach⸗ gäben, als sich mit einem so edeln Volke wie die Franzosen schlagen zu wollen; von der seltsamen Marotte Bismarcks: „ce Monsieur Shylock“, wie er sich ausdrückte, zu wähnen: er könne aus dem lebendigen Fleische Frankreichs ein Stück herausschneiden, just wie der abscheuliche Jude von Venedig. „Weshalb,“ rief der kleine Doktor aus,„haben die Deut— schen nicht Frieden gemacht nach der Schlacht von Sedan, Menschenseele. anhaben, und wenn sie das nicht einsab. nicht nachdem sie sich diesen Empereur, der ibnen den Krieg er⸗ klärte, cette„incapaeite meconnue“, eingefangen und u ae davon befreit? Wir wären dann durch die Dankbarkeit ff immer an sie gefesselt und Hand in Hand wären wir z Völker auf der Bahn zu den gemeinsamen Zielen der Mel heit weitergeschritten!“ 1 Ich war nicht sehr aufgelegt, auf eine Debatte daf einzugehen, aber ich konnte mich nicht enthalten, lebha antworten: b „Freilich, Doktor, dann wäre Deutschland in seiner a* bescheidenen Rolle geblieben, die es dahin gebracht hat, du es überall die Sympathien gegen sich hat; das Hollä be Belgier, Schweden, Schweizer, all das kleine Völkergesinde auf uns herabsehen, uns den Sieg mißgönnen und unsere Ruhm benagen. Deutschland, müssen Sie wissen, ist endli durch Erfahrungen ein wenig klüger geworden. Es hat Fr reich schon einmal von einem Empereur befreit und es unverletzt gelassen und keinen Zollbreit von seinen früh Grenzen verlangt, nicht einmal Straßburg, diesen Kn 0 punkt, deutschen Lebens! Wie dankbar Frankreich dafür wa haben wir im Laufe der Jahre zu empfinden bekommen e hat fortwährend unseren Rhein verlangt und uns mit Kei bedroht und mehr als einmal gezwungen, uns krie zu machen, und jetzt hat es uns plötzlich die Kriegsfae Gesicht geschleudert. Nennen Sie das Dankbarkeit?“ „Frankreich von heute ist nicht mehr das von 1814 1840!“ warf der Doktor ein. 1 „Ich will Ihnen das Vergnügen machen, Doktor, setzte ich,„Frankreich einen Löwen zu nennen, den wir lichen Deutschen nun einmal leider zum Nachbar be 1 haben. Dem Löwen saß eine Hornis im Fell und machte. so wütend, daß er uns anbrüllte und seine Krallen wi ausstreckte und uns verschlingen wollte. Nun haben niedergerungen und ihm die Hornis nebenbei aus dein gezogen. Aber sollen wir es nun machen wie der Androclus, und auf seine Dankbarkeit dafür bau wäre sehr töricht! Sicherer ist, wir schneiden Krallen ab!“ Der Doktor zuckte mit den Achseln. — er —— (Fortsett sekretht in, daß n an haber, rden, deten utter indlith dann ninga burg andelt g ——— ————̃ ͤ F—2— 7 8 e Vonmen, die sie tief in ihr Seelenleben hineintrugen. bem geistigen Auge die Dinge schauen konnten. Systeme von Welten sind, deren einzelne uns icht angugehören scheint. zierkenswertes Ergebnis gezeitigt. S dieren Licht perodisch wechselt. . dessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Durch Preußen und durch Polen. Durch Preußen und durch Polen ging's Wer nennt uns Weg und Gassen? 5 O Städte, Dörfer, rechts und links, Verloren und verlassen. Ein Lied erklang, ein Lied zerrann, Viel Räder sind zerbrochen, Im Graben liegt manch Reitersmann Zerschossen und erstochen. Die Blätter wurden gelb und rot Und sielen müd zu Erden: Dein junges Los heißt junger Tod— Bald mußt' es Winter werden. Ihr Gräber rechts, ihr Gräber links, Der Schnee verweht euch leise— „Durch Preußen und durch Polen ging's“ Singt die Soldatenweise. Eine kräftige Epistel an die Landwirte. Auf der Generalversammlung des Kreisvereins Warendorf(i. W.) hielt der Zuchtinspektor Brünning von der Landwirtschaftskammer in Münster eine die Oeffentlichkeit gewiß sehr interessierende Rede. Er warf den Landwirten vor, daß sie im vorigen Jahre in d Angabe ihres Kartoffelbestandes sehr vorsichtig ge⸗ wesen seien. Durch die unrichtigen Angaben der Bestän de sei später die ganze Viehhaltung schwer getroffen worden, und bekanntlich hätten unsere Schweine schließlich den„Sack lappen“ müssen. Zu niedrige Bestände angeben, sei die größte Dummheit, die der Bauer machen könnte. landwirtschaftlichen 7 Jo e niedriger man die Bestände angebe, desto mehr würde später beschlagnahmt werden, und schließlich habe man einen Kartoffelüberschuß, der sich nicht verwerten läßt. Die Land— wirte sollten nicht im Trüben fischen und nicht selbstsüchtig sein, und der Bevölkerung Kartoffeln zu normalen Preisen zur Verfügung stellen.„Hüten Sie sich davor,“ so fuhr der Redner fort, „daß wieder solche Verhältnisse auf dem Kartoffelmarkte⸗ Platz greifen wie im vorigen Jahre! Verkaufen und ver— füttern, das ist das Richtige. Meine Herren Landwirte! Tun Sie Ihre Pflicht in der Versorgung der Stadtbevölke— rung mit Kartoffeln, womit diese ihr Leben fristen muß. Fallen Sie unsern Soldaten nicht in den Rücken! Wenn Sie wollen, daß später zum Ruhme der deutschen Landwirtschaft gesagt werden möge, die Bauern hätten einen Hauptverdienst an der Rettung des Vater— landes in Zeiten schwerer Gefahr, dann richten Sie Ihre Handlungsweise jetzt danach ein! Ihr Losungswort muß lauten: Tritt gefaßt hinter der Frontl, damit sie späterihrenaus dem Feldzuge heimkehren⸗ den Angehörigen ruhig ins Auge sehen können. Ich beneide nicht den Vater, der nach dem Kriege an dem Grabe seines auf dem Felde der Ehre ge— fallenen Sohnes steht und sich sagen muß: Dein Sohn ruht hier, weil du daheim deine Pflicht nicht getan hast, weil du dem Vaterlande infolge deines schnöden Eigennutzes nicht das gegeben hast, was es von dir verlangte! Tritt zu halten hinter der Front ist heute Pflicht eines jeden deutschen Mannes, eines jeden deutschen Bauern.“ Eine solche Aufklärung, wie sie Herr Brünning den Münsterländer Bauern zu Teil werden läßt, täte den Land⸗ wirten im ganzen Reiche not. Selbstverständlich dürfen folche Reden nicht wirkungslos in die Winde verhallen. Von den Himmelserscheinungen im November. Der große Jammer der Himmelskunde war es von je, daß man nicht räumlich in die Welt hinauszublicken vermochte, sondern alles slatt sah. Hätte man den Himmel als das gesehen, was er ist, als ine Welt mit leuchtenden Körpern, die nicht in gleicher Entfernung. sondern in den unterschiedlichsten Weisen von uns abstehen, so wären Alle die Irrnisse und Wirrnisse vermieden worden, die gerade von bier ihren Ausgangspunkt genommen haben. Es ist ja nicht 17050 die Himmelskunde selbst, die von dem Schein des Himmelsbildes be⸗ influßt worden ist, sondern hier haben die Menschen ie e sroße Welt und die innere unsichtbare und unzugängliche berührten ch, und die Sterne spielten in beiden eine wesentliche Rolle. 5 ö eit ist das j 3 ligstens bei denen, die mit Erst kurze Zeit ist das ja anders, wenigs a e daß ene leuchtenden Pünktchen am Firmament so gewa tige Körper i f 0 ö it hinter sich lassen, ja daß sie nd, daß sie unsere eigene Welt weit hinter s e der sbensolche Welten sind wie unsere Erde, die die Menschheit solange für die 9 1 Welt hielt, wie einst der ungllickselige b 5 einen engen Turm. Die Geometrie der Sternenwelt 0 uns 3 benig vertrauter geworden, so wenig von ihrer Mechani lich Huf 41 zoch erkundet haben. Aber wir wissen doch, daß sie 955 e assen ist und wie sie ungefähr aussieht. Die e 55 17 0 bellen Lichtpunkte aber zueinander ist uns noch i 1 0 11 3 5 Siegeln. Erst wenige mechanische Beziehungen ha 700 wesen schleiert, weil gerade diese Dinge der forschenden u der eine der 1 f 10 Schwierjgbeiten machen. Aber eine stronomie gewaltige Schwierigkeiten aumte vom Himmel an, an geuesten Erkenntnisse knüpfen an alte Bekannt st seder Mensch kennt ie berühmten Bärensterne, die einzigen, die fa kenn und einmal näher betrachtet hat. Professor Lud 15 1. 1 i f 1 1 dolsdam, ein Bruder des Mannes, der age, 1 Bärensterne läufig gemacht hat, hat zuerst nachgewiesen, daß 2 1 Lela. Gamma, Delta, Epsison und Zeta zu, derung sigte Sirius. wegung durch den Raum schreiten. Und Faroe 3 gota im Fuhrmann und Gemma hinzu. 91 75 93 1 faber emlich genau in einem Hauptkreise der Kugel, fen 1 ie Sonne gehenden Ebene, während die Sonne se ager haben nun ein be⸗ 118 1 gaben, 17 ei 0 i änderliche sind, also Sterne, terne und fanden, daß sie zieren erte hw lüb wird hervor. 1110 die hellen umkreisen wie q. B. Allemal, wenn sie gibts eine teilweise 0 en immer 7 0 de Verfinsterungsveränder⸗ he scchen Methode, die das Licht 10 1 gestattet, kann mam sehr 1 zurch Umsetzung in Elektrizität zu 0 i Lane Ac ee duden aun keiltellen 1 auf diele Weise ir Untrsuchungen von Guthnick Kenntuts der Vahnebenen gelangen, in denen jene fernen Einzel— susteme liegen. Dabei hat sich nun ergeben, daß diese Vahnebenen übereinstimmen mit der Ebene des ganzen großen Systems, sodaß hier etwas Aehnliches zu beobachten ist wie bei den meisten größeren Körpern im Sonnensystem, daß also auch ein innerer mechamischer Zusammenhang vermutet werden muß. Durch die Verbindung rein messender und mechauischer Methoden mit andern physikalischen ge⸗ langen wir so zu wichtigen Einzelerkenntnissen, in deren Fortschral⸗ ten sich hoffentlich nach und nach die ganze nähere Welt auftut. Wir würden so tlefe Blicke in den Bau des Himmels tun, allerdings auf gvoßen Umwegen über verhältnismäßig komplizierte physikallsche Methoden hinweg, da die sichtbare Räumlichkeit unsern Blicken ver⸗ borgen ist. Von den Planeten sind dle beiden sichtbaren äußersten die Herr⸗ scher: Jupfter und Saturn. Saturn, der ringumkränzte, ist ja jetzt die ganze Nacht hindurch am Himmel zu sehen, in der Mitte dos Monats nahezu elf, am Eude über 12 Stunden lang. Schade, daß erst ein Fernrohr seine Gestalt sichtbar macht, sonst würde auch hier mancher leicht aus der Welt des Scheins i die der Wirklichkeit hinübergeführt werden. Jupiters Sichtbarkeit beträgt noch acht Stunden in der Mitte und 7½ Stunden am Ende des Monats. Auch hier würde das Splel der Monde, wenn es dem bloßen Auge bereits sichtbar wäre, machtvoll aufklären und die galileische Erkenntnis vielen zu Gemüte führen, die jetzt noch immer so wenigen nur zu⸗ gänglich ist. Auch Mars wird übrigens zusehens giünstiger beob⸗ achtbar. Am Ende November sieht mam sein rötliches Licht bereits 8% Stunden am Himmel leuchten. Venus wird zu Anfang des Monats des Abends im Südwesten sichtbar; am Ende des Monate etwa eine halbe Stunde lang. Sogar Merkur läßt sich wieder ein⸗ mal blicken, allerdings nur am Morgenhimmel. In den ersten Tagen des Monats nimmt seine Sichtbarkeit bis zu mehr als 84 Stunden zu, doch schon in der zweiten Monatshälfte wird er wieder unsichtbar. Kommunale Lebensmittelfürsorge in Hessen. Die Stadt⸗ verwaltung Darmstadt hat in einem Ueberblick die wichtigsten Maßnahmen zusammenstellen lassen, die seither in dem Ge— biete der Lebensmittelfürsorge dort beschlossen sind und zur⸗ zeit noch durchgeführt werden. In der Milchfrage ist es ge— lungen, die verlangte Preiserhöhung von 4 Pfennigen abzu⸗ lehnen. Es trat eine Preiserhöhung von nur 2 Pfennig ein. Dabei wurde zum Vorteil der städtischen konsumierenden Be— völkerung der Eintritt der Preiserhöhung erst kürzlich aus⸗ gesprochen; die verlangte Preiserhöhung sollte nach den Ver— handlungen in einem früheren Zeitpunkte eintreten. Auch in der Butterfrage haben die Städte Frankfurt g. M., Wies⸗ baden, Mainz. Darmstadt, Offenbach a. M., Hanau und die bengchbarten Kreise sich zu einem gemeinsamen Vorgehen ge— einigt. Es darf nach dem Ueberblick der Darmstädter Stadt— verwaltung darauf hingewiesen werden, daß auch in anderen Städten, nicht nur in Darmstadt, fast nur noch ausländische Butter auf den Markt gebracht wurde. Es dürfte ausreichend bekannt sein, wie schwerwiegend die Milch und Butterknapp⸗ keit derzeit in allen Städten empfunden wird. Auch bei ein— heitlichen Regelungen im Reiche liegen besondere Schwierig— keiten vor. Niedere Preise können nur für die Gebiete in Betracht kommen, die gleichartige Verhältnisse mit geringen Produktionskosten haben. Es ist bekannt, daß die Regierung genötigt war, für Berlin den Butterpreis auf 2,80 Mk. fest⸗ zusetzen. Auch ist es unbestimmt, ob der Rückgang der Butter— produktion aufgehalten werden kann. Selbst das Mittel der Preissteigerung konnte sich als nicht geeignet erweisen. Zum Schlusse muß auch hier die Selbsthilfe der Verbraucher ein— treten, die mit der Einschränkung beginnen muß. Einschrän⸗ kungen sind aber nach allen Erfahrungen nur bei Zwangs— maßnahmen durchzuführen. Es ist daher durchaus berechtigt, daß die Städte Darmstadt, Gießen, Hanau, Höchst, Hom⸗ burg v. d. H., Offenbach a. M. Wiesbaden und Worms und die Landratsämter Hanau, Höchst und Homburg, am Freitag, 29. Oktober, in Frankfurt a. M. zu einer Konferenz zusammentraten, um die Fragen des Zwanges zur Einschrän— kung und die Einführung von Milchkarten zu beraten. Be⸗ züglich der aus dem Ausland stammenden Butter weist der Ueberblick darauf hin, daß hier die Entscheidung von Fall zu Fall getroffen werden kann. Die Stadtverwaltung Darm⸗ stadt kontrolliert diesen Verkauf eingehend und stellt auch den geringen Verdienst des Zwischenhandels fest. Die starre Festsetzung von Höchstpreisen für die aus dem Ausland stam⸗ mende Butter könnte nach Ansicht der Darmstädter Verwal⸗ tung unter Umständen die Gefahr hervorrufen, daß die Zu— fuhr aus dem Auslande eine wesentliche Einschränkung er⸗ fährt. Die Gefahr ist um so größer, als England bestrebt ist, Butter zu den teuersten Preisen in Holland aufzukaufen. Auch in dieser außerordentlich wichtigen Frage darf die Hoff⸗ nung ausgesprochen werden, daß es der Reichsregierung ge— lingt, bezüglich des Ankaufs und des Vertriebs der aus dem Ausland stammenden Butter durch Organisationsmaßnahmen eine Aenderung zum Vorteil der konsumierenden Bevölkerung herbeizuführen. — Die Schweinefleischpreise erfahren vom heutigen Tage ab eine Emäßig ung um 10 Pfg. das Pfund, das also jetzt„nur“ 1,70 Pfg. kostet. Für Wurst usw. tritt noch keine Verbilligung ein, weil die Ware bei vielen Metzgern noch aus teuer eingekauftem Fleische hergestellt ist. Also wird sich diese Verbilligung kaum bemerkbar machen, hoffentlich folgt bald eine weitere nach. Die Hauptsache wäre aber, daß die Viehpreise auf ein erträgliches Maß herabgesetzt würden und zwar durch Festsetzung von Höchstpreisen. Es ist übrigens unverständlich, warum das noch nicht geschehen ist. Soll das Volk immer weiter darben, während sich die Agrarjer bereichern? — Beschlagnahme von Kupfer usw. Durch die Bekannt— machung M. 1/7. 15. K. R. A.(in Kraft getreten am 20. Juli 1915) ist eine Bestandsmeldung von Fertigfabrikaten, die ganz oder teilweise aus reinem Kupfer bestehen, angeordnet worden. Die Verfügung über Kupfer aus Fertigfabrikaten wurde darin gewissen Beschränkungen unterworfen, doch ent⸗ hielt die damalige Anordnung noch keine Beschlagnahme— Neuerdings werden nun durch die„Bekanntmachung, betref⸗ fend Beschlagnahme und Nachmeldung von Kupfer in Fertig— fabrikaten“, Nr. M. 5395/9. 15. K. R. A. vom 2. November 1915 eine Reihe der in Bekanntmachung M. 1. 15. K. R. A. aufgezählten Gegenstände der Beschlagnahme unterworfen. Es handelt sich nach§S2 der Bekanntmachung hauptsächlich um gewerbliche Anlagen und Apparate, sodaß unter normalen Umständen Privatpersonen und Haushaltungen von der Beschlagnahme nicht betroffen werden. Für alle Personen, die ihrer Meldepflicht bisher nicht genügt haben, wird eine neue Meldefrist bis zum 30. November 1915 gesetzt. Es wird dringend davor gewarnt, diese Nachfrist ungenutzt verstreichen zu lassen, da ein Unterlassen der Meldung straf— rechtliche Verfolgung nach sich zieht. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Leutnant d. R. Wilhelm Braunewell aus Wieseck, Inf. Regt. 11.— Hartmann Gaub aus Alsfeld, Vizefeldwebel im Inf.-Regt. 186.— Gefreiter Friedrich Schäfer, An⸗ streichmeister aus Naunheim, Inf.-Regt. 234. — Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. In der letzten Zeit ist in vielen Orten unserer Gegend die Maul- und Klauen⸗ seuche wieder aufgetreten. Wenn die gefährliche Seuche auch nicht bösartig auftrat und meistens bald wieder erlosch, so bringt sie doch allerhand Unannehmlichkeiten und Verluste mit sich. Da ist es angebracht, auf eine Erfindung hinzuweisen, die ein Partei⸗ genosse, Martin Wimmer in Lindau, gemacht hat. Es handelt sich, wie die Münchener Post mitteilt, um sichere und schnelle Hei⸗ lung der Maul- und Klauenseuche durch Impfung. Eine Sache. die nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für gang Deutschland von der allergrößten Bedeutung ist. Es liegen eine Reihe von Zeugnissen, deren Unterschriften durch die Behörden bestätigt sind, vor, wonach Herr Wimmer in wenigen Tagen die Heilung der bis jetzt vergebens bekämpften Maul- und Klauenseuche durch Impfung erzielt hat. Die Sache erscheint uns wichtig genug, daß sie die in Betracht kommenden Regierungsstellen veranlassen sollte, in eine ernste Prüfung des Verfahrens einzutreten. Zugegeben muß allerdings werden, daß man derartigen Erfindungen, von denen schon viele auftauchten, ohne daß sie die erwarteten Erfolge ge— bracht hätten, nicht allzuvieles Vertrauen entgegen zu bringen ge⸗ neigt ist. — Das Gefangenenlager erhielt vorgestern abend starken Zu⸗ wachs. Es kamen gegen 11 Uhr etwa 1200 bis 1300 Franzosen au, die bei den letzten Kämpfen in Gefangenschaft gerieten. Alle trugen die neuen grau-blauen Uniformen. Es soll sich um Reserve⸗ truppen handeln, die noch nicht lange im Felde stehen können, denn ihre Uniformen befanden sich noch in sehr gutem Zustande. Viele große, stattliche, etwa in den 30er Jahren stehende Leute waren darunter, aber auch eine erhebliche Anzahl Jugendliche. — Die Gefahren des Schülerrauchens. Die Schäblichkeiten des Tabakrauchens sollen den Schülern der oberen Klassen künftig im naturwissenschaftlichen Unterricht vor Augen geführt werden. In dem Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung wird eine Verfügung des Regierungspräsidenten zu Düsseldorf zur Kenntnis der Lehranstalten gebracht. Es wird auf die schädlichen Wirkungen des Rauchens auf den jugendlichen Organismus hin⸗ gewiesen. Gegenüber diesen Gefahren ist es die Pflicht aller Kreise, durch Belehrung der Jugend gegen dieses Uebel anzu— kämpfen, und jetzt um so mehr, als es gilt, die heranwachsende Jugend gesund und kräftig zu erhalten und die Verluste, die der Krieg unserer Volkskraft zufügt, möglichst schnell zu überwinden Kriegsgewinne einer Molkerei. Die Magdeburgische Zeitung be⸗ richtet aus Herzberg an der Elster; In der letzten Stadtverord⸗ netenversammlung kam es zu einer interessanten Besprechung der hohen Milch⸗ und Butterpreise. Bürgermeister Gerischer teilte mit, daß das Pfund Butter jetzt 2,40 Mk. koste, und daß gerüchtweise dieser Preis binnen kurzem noch erhöht werden solle. Er brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, daß die hiesige Molkereigenossenschaft, die für die Preisfestsetzung hier maß⸗ gebend sei, an der Preistreiberei ohne jede innere Berechtigung teilnehme. Daß der Preis von 2,40 Mk. für Butter durch die gegen früher immerhin erhöhten Herstellungskosten nicht gerechtfertigt sei, gehe deutlich daraus hervor, daß die Molkereigenossenschaft im Ge⸗ schäftsjahr 1913/14 einen Reingewinn von nicht ganz 9000 Mark, im Jahre 1914/15 einen solchen von über 32 000 Mark er⸗ zielt habe. Ein derartiges Geschäftsgebaren müsse angesichts der herrschenden Schwierigkeiten geradezu als wucherisch be⸗ zeichnet werden. Die Stadtverordnetenversammlung schloß sich ein⸗ stimmig den Ausführungen des Bürgermeisters an und faßte eine Entschließung, mit der sie den Magistrat ersucht, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu versuchen, eine den Verhältnissen ent⸗ sprechende Herabsetzung der Butterpreise herbeizuführen. g Vom Kohlenmarkt. Die allgemeine Lage des Kohlenmarktes hat sich im September nicht verändert. Die Nachfrage blieb fort⸗ gesetzt lebhaft. Die Förderleistung der Zechen hielt sich auf der Höhe des Vormonats. Nach dem Syndikatsbericht ist der Rück⸗ gang, den das Absatzergebnis in Kohlen und Briketts erfahren hat, auf den erhöhten Kohlenbedarf für die Kokserzeugung zurückzu⸗ flihren. Der Koksabsatz weist eine weitere erhebliche Steigerung auf. Der Gesamtabsatz in Kohlen einschließlich des Kohlenbedarfs flir die Koks- und Briketterzeugung sowie des Bedarfs für die eigenen Betstebszwecke der Zechen belief sich auf 6 457 752 To.: gegenüber der 6 331 704 To. betragenden Förderung ergibt sich dem⸗ nach ein Mehrabsatz von 126048 To., der auf die aus den Lager⸗ beständen ber Zechen abgesetzten Mengen(hauptsächlich Koks) ent⸗ fällt. Die Förderung stellte sich auf insgesamt 6 331704(Vor⸗ monat 6 331066, Vorfahr 5 509 528) To. oder arbeitstäglich auf 243 527(Vormonat 243 503, Vorjahr 211905) To. Brauereiausfälle. Im Großherzogtum Hessen sind nach der amtlichen Zählung im Rechnungsjahr 1914/15 100 320 Hektoliter Bier weniger hergestellt worden, als im Vorjahre. Das steuerpflichtige Gewicht der verwendeten Braustoffe beträgt dementsprechend 24734 Doppelzentner weniger als im Vorjahre. An diesem Rückgange sind mit Ausnahme von wenigen kleineren und mittleren Betrieben alle Bierbrauereien beteiligt. Die Tage im November nehmen täglich um rund drei Minuten ab. Während sich am 1. November der Sonnenaufgang um 6,56 Uhr vollzieht, geschieht der Sonnenuntergang am 1. Dezember erst um 7,49 Uhr. Der Sonnenuntergang, der am 1. November um 431 Uhr stattfand, vollzieht sich am 1. Dezember schon um 3,49 Uhr. Almanach des Deutschen Holzarbeiter⸗Verbandes für das Jahr 1916. Taschenkalender für die Verwaltungen und Mitglieder des Verbandes. Im Auftrage des Verbandsvorstandes herausgegeben von Theodor Leipart. Siebzehnter Jahrgang. Verlagsanstalt des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes G. m. b. H. Preis 1 Mark. mreis Friedberg⸗Büdingen. Ein Wüstling. In ganz niederträchtiger Weise hat sich der ver⸗ heiratete Kantinenwirt an den Infanterieschießständen H. Schlegel Darmstadt an der 16jährigenpflegetochter, einem blühenden Mädchen, vergangen. Nicht genug damit, daß der Verkehr nicht ohne Folgen blieb, er hat auch das Mädchen, da er schon längere Zeit gefährlich geschlechtskrank ist, angesteckt. Er wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Darmstadt in seiner Heimat Wenings, wo er bei seinen Eltern zu Besuch weilt, sestgenommen und in das Darmstädtex Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Kreis Wetzlar. —Kinzenbach. Zwei Kriegsteilnehmer von hier, die Ersatz⸗ reservisten Wilhelm Viehmann und Karl Hofmann, waren seit Ende September vermißt. Jetzt haben beide geschrieben, daß sie sich in französischer Gefangenschaft befinden. Von Nah und Fern. Neunzehn Kinder verbranut. In Peabod in Massachusetts sind bei einem Brande in Annenschule neunzehn Knaben und Mädchen umgekommen; eben— soviele wurden verletzt. Es befanden sich 700 Kinder in der Schule, als plötzlich eine Explosion stattfand und Flammen empor— schlugen. Die Ursache des Brandes ist noch nicht mit Sicherheit sestgestellt. der — —— 0 1 1 N 10 Angriffe dem Bergland südlich Grn. Milanowac in das Tal nordwest⸗ .—— Lebhafte Artilleriekämpfe zwischen Maas a und Mosel. Ueber 3100 russische Gefangene Sofia: Der serbische Gesandte in Petersburg, Spalaikewitsch, erschien im russischen Ministerium des Aeußern Siegesmarsch durch Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 2. Nov., vorm.(Amtlich.)] mit, daß, a 0 f N massen nach Bulgarien schickt, daß der wesentliche Teil der Westlicher Kriegsschauplatz Alͤugesehen von starken feindlichen Feuerüberfällen auf serbi Butte de Tahure und lebhaften Artilleriekümpfen auf der ei, 5 Front zwischen Maas und Mosel ist nichts von Bedeutung zu Sonderfrieden zu schließen. berichten. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Südlich der Bahn Tuckum—Riga hat ßeiderseits der Aa weitere Fortschritte gemacht. Vor Düna⸗ burg wird noch heftig gekämpft. Mehrfache starke russische sind blutig abgewiesen. Die Kämpfe zwischen Sventen⸗ und Ilsensee sind noch im Gange. Ueber fünf— hundert Gefangene sind in unserer Hand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die Russen versuchten unser Vorgehen Bei Seemikowce war es den Russen vorübergehend ge-] bei trat Bratiauus Absicht klar hervor, lungen, in die Stellungen der Truppen des Generals Grafen] rungen der deutschen Rogierung auch dann zu erfüllen, wenn Ruß⸗ Durch Gegenangriff gewannen land dies nicht genehm sein sollte. v. Bothmer einzudringen. wir unsere Gräben zurück und nahmen über sechshundert Russen gefangen. Der Ort Seemikowee selbst wurde nach er⸗ bitterten Nahkämpfen heute morgen zum großen Teil wieder wirtschaftliche, politische, aber auch militärische Vordeile gemacht reicht. Besonders wird die Küstenverteidigung der bulgari⸗ schen Ufer durch schnelle Herbeischaffung wichtiger Verteidig⸗ erstürmt, wobei weitere zweitausend Gefangene wurden. Balkan. Nördlich und nordwestlich von Cacak ist der Austritt aus lich Golizska Morava erzwungen. Cacak ist besetzt. Die Höhen südlich von Kragujewac sind genommen. Beiderseits der Morava ist die allgemeine Linie Bagrdan⸗Despotowac überschritten. 31. Oktober die Bejdan⸗Höhe westlich von Slatina in bey Straße Knjazevac⸗Scekok⸗Banja und die Höhe beiderseits Turija östlich von Splaig genommen. Im Nasawa⸗Tal nordwestlich von Bela-Polanka wurde Vrandol überschritten. Oberste Heeresleitung. Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Kämpfe am Styr und Strypa. 2000 Gefangene. Der Vormarsch gegen Montenegro. Wien, 2. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 2. November 1915: Ruffischer Kriegsschauplatz Die Kämpfe an der Strypa⸗Front dauerten auch gestern M N 1 den ganzen Tag über an. Der Feind führte starke Kräfte zum An⸗ Fü E K Pfund griffe vor und brach in tief gegliederten Sturmkolonnen bei Gefangene in unserer Hand ließ. Im Gebiete des unteren Styr drängten wir die Russen weiter zurück. Ein unter großem Munitionsaufwand unternommerner russischer Gegenangriff brach zusammen. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern wurde im Görzischen wieder heftig gekämpft. Hierbei traten auf Seiten der Italiener mehrere von der Tiroler und Kärntner Front herangebrachte Insanterie-Brigaden auf. Unter Einsatz dieser Verstärkungen versucht der Feind, um jeden Preis bei Görz einzubrechen. Die gestrigen Angriffe richteten sich sowohl gegen den Görzer Brückenkopf selbst, als auch gegen die Näume von Plava und beiderseits des Monte San Michele. Unter schwereren Ver lusten denn je wurden die Italiener überall zurückgeschlagen. Auf der Podgora⸗Höhe ist der Kampf um einzelne Grabenstücke noch im Gange. Südöstlicher Kriegsschauplaßz. An der montenegrinischen Grenze gingen unsere Streitkräfte an zahlreichen Stellen zum Angriff über. Wir er⸗ oberten die Grenz⸗Höhen Troglab und Orlovge südöstlich von Aptovac und die beherrschende Höhenstellung auf dem Vardar nord⸗ östlich von Bileca. In der von uns erkämpften Linie südöstlich von Visegrad wiesen wir montenegrinische Gegenstöße ab. Die Armee des Generals der Infanterie v. Koeveß gewann den Raum nördlich von Pocega und überschritt die Linie Cacal—Kragu⸗ jevac. Die Armee des Generals von Gallwitz steht auf den Höhen östlich von Kragujevac und nördlich von Jagodina im Kampf. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. * von Höfer, Feldmarschalleutnant. ** Die Lage Serbiens. Keine Vereinigung der Ententetruppen mit dem serbischen Heer. Gegenüber den Lügenmeldungen der Ententeblätter stellt der Sofioter Spesfalberichterstatter des A; Est ausdrücklich sest, die Mel⸗ dung, den Landungstruppen der Ententemächte sei es gelungen, eine Verbindung mit dem serbischen Heere herzustellen— der Passus im serbischen Communique, in dem es hieß, in Mazedonien kämpfen wir Schulter an Schulter mit unseren Verbündeten— sei eine ebenso lächerliche wie plumpe Lüge. Die französisch-englischen Trup⸗ pen wurden vor einigen Tagen bei Strumitza geschlagen und am Samstag wurden die Franzosen bei Walandowo zurückge⸗ drängt. Wohl dauern die Truppenlandungen in Saloniki auch jetzt noch an, bis aber eine genügende Angahl eingetroffen ist, wird der serbische Feldzug bereits zu Ende sein. Zu spät zur Rettung. T. u. Lugano, 2. Nov. Der Londoner Korrespondent des Giornale d'Italia fragte dem Militärkritiker der Times, Oberst Repington, nach seiner Meinung über die Lage in Serbien. Repington antwortete, daß nach seiner Ueber⸗ Sieniawa in unsere Stellungen ein. Unsere Reserven war⸗ a7 N 0 ö sen ihn aber in raschem Gegenangriff wieder zurück, wobei ö er in erbitterten Ortskämpfen große Ver luste serlitt und 2900 I 0 7 fl. Ja Pfund 6 1 5 1472 zeitig 5 1 1 um Serbien zu retten. Auch eine Landung der Tagesbericht des Großen Hauptguartiers. isse en de. d Serbiens wäre nutzlos. Kräften vorgehen können, jetzt sei es zu spät. nötigt sei, mit den Zentralmächten und mit Bulgarien einen Verfolgung des Feindes 0 Sokobania noch ein Gebirgsgeschütz. Auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz ist die Lage ohne merkliche Veränderung. langen des deutschen Gesandten hin erklärte die rumänische Regie⸗ rung sich bereit, die Bürgschaft dafür zu übernehmen, daß zwei in Turn⸗Severin liegende russische Torpedoboote und ein bestückter 7975 russischer Donaudampfer westlich von schriften behandelt würden. Die Armee des Generals Bojadjeff hat auf örtliche Feuergefecht an. Ein Linienschiff nahm in der Um⸗ Auf der Kaukasusfront schlugen wir in der 1. November verzweifelt unternommene Angriffe des e an verschiedenen Stellen ab. f 2 — Sonst nichts neues. 5 f 5 Die englischen Truppen an den Dardanell Berlin, 2. Nov. Die Vossische Zeitung berichtet aus e ö 0 nopel: In der letzten Zeit ist ein weiterer Abtransport englischer 0 Truppen von Gallipoli nicht wahrgenommen worden. Alles weilf N darauf hin, daß sich die Engländer vielmehr auf einen Verteidi⸗ gungskrieg einrichten. 2 J Verantwortlicher Redakteur; F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 1 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. Die Marttpreise für Bieh und Frucht 5 und die Gießener Fleisch und Brotpreise am 1. November 1 zur Unterstützung mit größeren adriatischen Ostküste Italien hätte dort Die Serben wollen Frieden machen. T. U. Budapest, 2. Nov. Das Blatt A Vilag meldet aus und teilte Truppen⸗ wenn Rußland nicht bald solche schen Truppen befreit wird, die serbische Regierung ge⸗ Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 2 Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Schlachtviehpreise zu Fleischpreise in Gießen Bericht vom 31. Oktober: Die Tätigkeit auf dem serbischen Frankfurt a. M. 3 ; 5 Kriegsschauplatz wird mit dauerndem Erfolg fortgesetzt. Im Ochsen 50 Kg Schlachtgewicht 118142 ME(/ 1g 120—124 Pfg. unser Angriff Morapatale eroberten wir vier Schnellfeuergeschütze und bei] Kälber 1% 5 9 5 119137 Pf%„ 1201 a Schweine/„„%„190000 Getreidepreise in Mannheim. Brotpreise in Gießen Weizen 100 kg 27.00 Mk. Höchstpreis] Weißbrot 2 kg fg. Roggen„„ 23.00„ Höchstpreis Schwarzbrot 2„ 68 1 41 Versteigerung von Birken⸗Besenreiser. Samstag, den 6. November 1915, vormittags 11 Uhr, werden im Stadthaus, Gartenstraße 2, die in den Waldungen der Stadt Gießen sich ergebenden Birkenbesenreiser in verschiedenen Losen 4 de 160-178„ von Knjazevac in der Richtung Russische Torpedoboote auf der Donau festgehalten. Die Kölnische Zeitung meldet aus Bukarest: Auf das Ver⸗ gengu nach den internationalen Vor- Damit ist ein Angriff dieser Schiffe meistbietend versteigert. 1 1 Zeartorgst durch Gegenangriff auf breiter Front und in dich⸗[auf etwa vorüberfahrende Dampfer ausgeschlossen, und der Ver⸗ Gießen, den 29. pere 94 ten Massen zum Stehen zu bringen. Sie sind unter schweren] kehr auf der Donau ist gesichert. Es scheint, daß es der rumäni⸗ 1 J. V. Grünewald.„ 11 Verlusten zurückgeworfen. Unser Angriff wurde darauf 1770 h 10 1 1 9 85 sei, n 1 sie 110 3 5 05 875 9 e 0 russischen Kriegsschifse auf der Donau unschädlich machen wolle, Verstorbene. Frau Marie Schlabach geb. Husicker in Gießen N sorkgesetzt. ob durch Entwaffnung oder in irgend welcher anderen Art. Hier⸗ 1 en 1 g f. 1 0 82 Jahre alt. die berechtigten Forde⸗ Danksagung. Für die bei dem Tode meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Anna Kath. Baum uns bewiesene Teilnahme sprechen wir unseren herzlichen Dank aus. 5 3 7 Giessen, den 2. November 1915. 1 Der Donauweg. Bukarest, 2 Nov. Durch die Säuberung der Donau sind ungsmittel verstärkt und dadurch Bulgariens Sicherheit erhöht. Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 2. Nov.(W. T. B.) Bericht des 8 1 Hauptquartiers: An der Dardanellenfront hielt gestern das Andreas Baum nebst Kinder. J Lell! i d Dbaelbu gegend von Kemiklikiman, ein Torpedoboot bei Ari Burnu erfolglos an dem feindlichen Feuer auf dem Lande teil. Unsere Artillerie beschädigte einen Schlepper von feindlichen Schaluppen, die westluh von Ari Burnu infolge des Sturmes scheiterten. Wir machten eine Mine unbrauchbar, die der Feind bei Sedd⸗ül⸗Bahr auf dem linken Flügel legte. eee Deuesche Handersgesellschaft Starinvo gel j f 8 Dieutsche Handelsgesellscha urmvogel frisch eintreffend: f b Gebr. Grüttner 72 Berlin⸗Halensee 141. — 2 —— Große Schellsische... Pfund 544 10 4 Kabliau ohne Kopf.... Pfund 58. Ia Bismarckheringe... 2 Stüc 37 4 Ia hoff. Vollheringe.... Sti 16 4 b Neuer Rollmops.... Stie 13 e Schellsische in Gelee.... Piund 62.4 in 1 Pfund⸗Blechdosen, zum Feldpost: 6 8 versand geeigne Dofe 65/ 4 Giessen Bahnhofstrasse 34 Telephon 2077 60 Crösstes, elegantestes Moderne edekganlashen Delikateß-Sanerkraut Pfund 15% und modernstes f 8 4 1 Neue Salzgur ken Stück 810 Lichtspiel-Theater in verschiedener Ausführung ö 0 b sowie eine Partie guter Ohne Brotkarten erhältlich: am Platze. 1 Ledergamaschen ältere Muster werden zu bedeutend er mäßigten Preisen ab⸗ 1 gegeben. Lederhandlung ih hal, d: 0 eden Mittwoch u. Samstag 5 Programmwechsel. 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