der r die Juteressen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volkszeitun int a erscheint jeden Werktag Abend i Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Wfa, 1 60 Pfg. einschl. Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mt Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraßße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Juserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 257 Gießen, Dienstag, den 2. November 1915 10. Jahrgang . Der Kampf um China. Eine Meldung, die aus Washington kommt, beleuchtet grell s ganze Hin und Her um die Wiedereinführung der Monarchie * China. wovon seit Wochen und Monaten in den Zeitungen die ede ist. Es soll nämlich Herr Wil son, durch den Willen der ation Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, an errn Mu anschikkai, den Diktator der sogenannten Republik ina, ein Telegramm gerichtet haben, worin er darauf hinweist luß die Vereinigten Staaten, die als erste und höchft bereitwillig de republikanische Staatsform in China anerkannt haben, nicht zünschen könneu, daß China wieder Monarchie werde und der ein⸗ che Bürger Manschikkaf— Kaiser im Reiche der Mitte, womit er seitherige Präsident wohl auch zum„Sohn des Himmels“ bancieren würde. 1 An diesem— bisher nicht dementierten— Wilso terd zunächst bei oberflächlicher Betrachtung nur ein ganz unzweideutiger Eingriff Nordamerikas in die inneren kigelegenheten Chinas ist. Das ist besonders hübsch in einem genblick, wo der Botschafter Oesterreich-Ungarns nach Wien F rückkehrt— ausgeladen von den Herren Wilson und Lansing zig darum, weil er seinen Landslenten überm großen Teich Urzustellen versucht. daß sie gegen die Straspesetze ihres Geburts⸗ liides fehlen, wenn sie Waffen, Munition und Kriegsmaterjal für sene Feinde herstellen. Diese Apostrophierung der amerikanischen Lesterreicher und Ungarn durch den Vertreter ihrer Regierung war Im Herren inn Weißen Hause zu Washington se eine unerträg⸗ lte Eir mischung in innere United⸗States⸗Verhältnisse—— aber in Chinesen vorschreiben, welche Staatsform sie haben sollen: das eben was anderes, damit verficht man doch nur die erhabene Inokratische republikanische Ueberzeugung. Indessen— sehen wir ülher zu! Es ist kaum eine Woche her, seitdem uns aus Peking berichte terd, Herr Muaonschikkai habe Fapan für die„Anerkennung“ mer Kaiserkrone so erhebliche Vorteile in China geboten, daß; pan sich hierdurch vollkommen gesättigt fühlen würde und end⸗ altig auf seine so oft angekündigte und ebenso oft ausgebliebene krkere Beteiligung am europäischen Kriege verzichte. Was hier pans Anerkennung genannt wird, dürfte wohl in Wirklichkeit ans Hilfe bedeuten: Hilfe gegen die sehr entschiedenen Reyn⸗ aner Siidchinas, gegen Losreißungstendenzen dort und viel—⸗ licht auch in anderen Provinzen des immer noch— auch ohne die zübständige“ Mongolei— riesigen Reiches. Hilse gewiß auch bei inneren Einrichtung des kommenden chinesischen Kaiserreiches. zun Mlanschikkai, fiber dessen Bedeutung wohl auch im fernen wopa kaum jemand im Zweifel sein wird, dürfte längast erkannt en daß nur ein Resorm⸗Kaisertum in China Aussichten auf lage Dauer hat, eine Monarchie, die sich wohltuend von der Miß⸗ wrtschaft der verflossenen Mandschu⸗Dynastie und ihrer Mandarine MWerscheidet, die die Naturreichtümer des Landes in moderner Vise erschließt, den Kuli-Millionen den— Himmel des Fabrik- meiterdaseins erschließt und durch die Hebung der Konsumkraft uch den Massen der Landwirte zwischen Turkestan und der Uendschurei aufhilft. 580 5 Bei dieser unausbleiblichen Eingliederung Chinas in das Allker⸗ und Staatenleben von heute, mit dem Ziel der Versorgung e lichen innerchinesischen und weiterhin auch des g müssen ungeheure Profite für dasjenige Land. ne Kapitalisten und seine Finanzkraft abfallen, das zuerst auf n Plan erscheint und sich dauernd zu behaupten versteht. Darum Jahren der stille Kampf der europäischen Großstaaten 0 Fatz an der Sonne“ und darum jetzt, wo der Europa- 0 lugt, auf den fernen Osten zu verzichten, ihm ihre Kräfte Anziehen zwingt: der Kampf Japans und Nordamerikas. „ It Nordamerika auch in wirtschaftlicher Kraft ungeheuer über een, so ist es dafür fern und feindlich(die Chinesen wissen wohl, is ihre Landsleute in der Unjon gelten); Japan aber ist nahe, gat überflüssige Menschen, für die es Land und Arbeit braucht, ies ihm in Nordamerika mit gutem Grund versagt wird. Die igen Japans Zu⸗ llen die Japaner, utelegramm auffallen, daß zu sind ostasiatisches Land. schen Chinesen werden Japaus! een herausexerzieren! 8 *. 2 1 jnesische Kaiserfr in So betrachtet, erscheint die ganze chinesische Kaiserfrage i dum andern Licht. Der Machthunger und vielleicht 115 11 amiliensorgen eines Günstlings der Geschichte begegnen starten“ n Bedürfnis des japanischen Imperialismus nach einer 0 0 1 5 won ihm regierten— Regierung, während dem ie ich als technisch-organisatorisch vordringenden. Ee auitalismus eine möglichst in autonome Teilrepubli 9 199951 ehublik weniger Widerstand entgegenzusetzen 170 1 01 14917 den Kaiser Muanschikkai ebensowenig aus 1 1115 Präsi⸗ Güte des monarchischen Prinzips, wie Nordameri Es eht dort ten Puanschikkai aus Vorliebe für die Republik. geht außen im Ssten um Höheres; ums Geschäft. 4. 19 0 „Ausgezeichnete Stimmung“ der Serben. 2 75 ist 1e Havas meldet; Wie aus Nisch mitgeteilt 11 15 1 feimmung der ferbischen Armoanter Ord.⸗ eichnet. Jeder Rückzug vollzieht sich in g! leltkrieg. neuerdings, daß es zur Entsendung von Hilfe noch nicht zu spät sei, und daß die Serben mit den von den Ver— bündeten bis jetzt erhaltenen Verstärkungen die Deutschen und Oesterreicher mehrere Wochen lang in Schach halten könnten. Fortdauer der Truppenlandungen. T. U. Sofia, 31. Okt. Die Truppenlandungen in Salo— niki dauern weiter an. Die Zahl der bisher ausgeschifften Truppen soll bereits die Höhe von 70 000 erreicht haben. Da die Eisenbahn oberhalb Gevgeli abgeschnitten ist, müssen die Truppen zu Fuß nach Serbien marschieren. 8 D Havas meldet aus Salonik: Auf eine aus London einge— troffene Weisung hin sind die englischen Truppen nach der Front abger ei st und haben ihre Vereinigung mit den serbischen Truppen ausgeffihrt Nach einer Meldung der Bukarester Minerva erklärte der russische Konsul in Turn-Severin, Slilokosits, daß Rußland mit allen Mitteln die Landung von Truppen in Burgas und Warna versuchen werde. Wiederaufnahme der Schiffahrt auf der Donau. T. U. Bukarest, 31. Okt. Die deutschen, österreichischen und ungarischen Schiffahrts-Gesellschaften beschlossen, die Schiffahrt auf der unteren Donan zu eröffnen. Die im Kanal Mitzin seit Kriegs⸗ ausbruch befindlichen Schiffe warten weitere Anweisungen ab. Oesterreichisch-ungarische Dampfer begannen mit der Säuberung der Donau. Man glaubt, daß diese Arbeit ungefähr 10. Tage in Anspruch nehmen wird.. Italienische Balkausorgen. Der militärische Mitarbeiter Corriere della Sera schreibt, daß die Nachrichten vom serbischen Kriegs- schauplatz nicht schlechter lauten könnten. Besonders be— denklich erscheine das Vordringen der Bulgaren zur oberen Morava, da darnach nur noch ein langwieriger Weg zwischen dem serbischen Heere in Altserbien und den Ententetruppen in Mazedonien offenbleibe, während der gleichzeitige kon— zentrische Vormarsch der Deutschen, Oesterreicher und Bul⸗ garen auf den anderen Fronten die Serben mit einem Ring einschließe, der nur gegen Südwesten, nach Novibazar, noch offen sei. Eine Hoffnung auf Rettung be— stehe nur dann, wenn die Serben bis zum Eintreffen des Ententekorps aushielten. Doch habe Sarrail ganz richtig beschlossen, den eigentlichen Kampf erst aufzunehmen, wenn das ganze Expeditionskorvs versammelt sei, was wegen der Schwierigkeiten einer Landung auf beschränkten Anlagen in Salonik und wegen der geringen Leistung der Wardarbahn geraume Zeit erfordere. Hoffentlich hielten die Serben bis dahin aus, da sonst die Aufgabe der Entente ins Riesenhafte! wachsen und wahrscheinlich ihre Kräfte übersteigen würde. Mattino deutet in einem Leitartikel an, daß die eng⸗ lische Aufforderung an Italien zur Hilfeleistung am Suezkanal von einem Angebot begleitet sein müsse. Italien wolle seine Aetiopischen Träume verwirklichen. Wenn Italien aus seinem nationalen Krieg in einen, Weltkrieg ein⸗ treten solle, müsse es dafür entsprechend entschädigt werden. Aus dem enalischen Parlament. London, 31. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) In der Sitzung des Unterhauses vom 30. Oktober antwortete Bal⸗ four t auf eine Frage, daß die Verteidigung von Lon⸗ des don durch Geschütze und Flugseuge Gegenstand großer Be— mühungen sei und beständig verbessert werde. Auf eine weitere Frage führte Balfour aus, die Regierung beabsichtige London ebensogut gegen Luftschiffe zu verteidigen, wie Paris verteidigt werde; er glaube aber nicht, daß die Luftschiffe Paris leichter erreichen könnten als London. Healy fragte, ob die Mitglieder des Kabinetts dieselbe Gefahr liefen wie jedermann und daher ebenso bedacht seien, sich zu schützen. (Heiterkeit.) Balfour sagte weiter, Admiral Scott sei für die artilleristische Verteidigung Londons die Admiralität und das Kriegsamt für den maritimen und militärischen Flugzeugdienst. Die Admiralität sei für die ersten Nachrichten über das Herannahen der Zeppeline auf Beobachtungen an der Küste oder auf See angewiesen. Bal— four berief sich auf die vor einiger Zeit von Sir John Simon vorgebrachten Gründe gegen eine vorherige Warnung des Publikums. Auf eine Frage Outhwaite lehnte John Simon es ab, das Publikum vorher zu warnen. Outhwaite fragte, ob es Simon nicht bekannt sei, daß sich gestern Abge— ordnete aus dem Unterhause in wilder Flucht entfernt hätten, weil sie von einem Zeppelinangriff hörten.(Zwischenrufe.) Der Sprecher sagte, Outhwaite dürfe nicht von wilder Flucht sprechen. Outhwafte bat wegen des ; 7% eind if icht an eng. Die Armee ist intakt. Der Feind dee e erste serbische Verteidiaungslinie aelanof. M verantwortlich, Ausdrucks um Entschuldigung. Lloyd George sagte, Asquith werde eine große Zahl der an ihn gerichteten Fragen in seiner Rede am Dienstag beantworten; es werde sich daran eine Debatte anschließen, wie das Haus sie zu wünschen scheine. Abbruch der wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen Schweden und Englang. Die seit Juli fortdauernden Verhandlungen zwischen Schweden und Großbritannien wegen Vereinbarungen über gewisse Fragen ökonomischer Natur sind, wie die Kölnische Zeitung erfährt, ergebnislos verlaufen und werden nicht weiter fortgesetzt. Die Kriegsgefangenen in Italien. Wien, 30. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Bezeichnend für die Behandlung unserer Kriegsgefangenen in Italien ist ein in Wien eingelangtes Schreiben eines gefangenen österreichisch-ungarischen Offiziers, das folgende Stelle enthält:„Uns geht es hier nicht gut. In Stein leine österreichische Strafanstalt) lebt man sicher viel besser als hier. Wir befinden uns auf einem 2000 Meter hohen Berg. Es ist kalt. Wir frieren sehr und bekommen kein Holz, um Feuer zu machen. Das Essen und Wohnen ist sehr schlecht und die ganze Be⸗ handlung ist nicht die von Offizieren.“ Die Zenfur in Frankreich. Aus Paris wird gemeldet, daß die erste Maßregel des neuen Ministeriums die Aufhebung der politischen Preßzensur sein werde. 5 Das Journal, dem der Zensor die den anderen Blättern gestattete Veröffentlichung der neuen Ministerliste verboten hatte, sagte bereits eine offene Rebellion gegen die Zensur an und erklärte in einer redaktionellen Note, daß es künftig in politischen Dingen sein eigener Zensor sein werde. Spionage in Belgien und Nordfrankreich. (W. T. B. Amtlich.) In Belgien und Nordfrankreich sind in den letzten Tagen wieder zwei neue große Spionage⸗ unternehmungen aufgedeckt worden. In Belgien handelt es sich um eine weitverzweigte Organisation, der insgesamt 21 Festgenommene angehörten. Nachdem sie sich monatelang auf die Vermittelung von Spionagenachrichten über Holland nach Frankreich beschränkt hatten, gingen sie im September auch dazu über, Sprengattentate auf Cisenbahnbauten, Brücken und andere Kunstbauten vorzubereiten. Nebenbei be⸗ trieben sie die Beförderung von Wehrpflichtigen aus Belgien nach Frankreich. Unter der Zahl der Festgenommenen be- finden sich wiederum vier Frauen, die mit in erster Linie die gegen die Sicherheit des deutschen Heeres gerichteten Verbrechen begangen haben. Die in Nordfrankreich aufgedeckte Spionageorgani⸗ sation wurde von der Frau eines in der französischen Armee dienenden Offiziers geleitet, die in Paris persönlich von der Militärbehörde für ihre Aufgaben unterrichtet und nach Nord⸗ frankreich entsandt wurde. Unter ihren festgenommenen Helfern befinden sich zwei weitere weibliche Personen. In welchem Maße die Spionage organisiert ist. geht aus dem Umstande hervor, daß die Festgenommenen vom französischen Nachrichtendienst unter hohen Nummern in seinen Listen geführt wurden. Auch die in dieser Sache Verhafteten sind bereits überführt, daß sie in zahl⸗ reichen Fällen durch die Beförderung militärischer Nachrichten nach Frankreich sich eines Verbrechens der Spionage schuldig gemacht haben. In einer dritten Spionageangelegenheit in Belgien ist am 26. Oktober das Urteil gefällt worden, das gegen neun der Ange⸗ klagten auf Todesstrafe lautete. Dieses Urteil ist gestern vollstreckt worden. Unter zehn weiteren zu Zuchthausstrafen verurteilten Schuldigen befinden sich wiederum drei weibliche Personen. Die Antwort der Konserva ven. Auf die Beschlüsse des sozialdemoleatischen VParteivorstandes und des Parteiausschusses zur Lebensmittelteuerung antwortet die Kreuzztg. mit folgender Drohung: 5 „Es ist das alte Schema: Nicht innere Gründe, sondern die Spekulation ist schuld an der Teuerung, die durch undurchführbare Maßnahmen(Beschlagnahme der Viehbestände!) beseitigt werden. soll. Werden solche Auffassungen von der Presse vertreten, so kann das allerdings nur aufpeitschend wirken. Und dieser vergiftenden Agitation wird man schließlich doch ein Ende zu machen gezwungen sein, wenn die nationalen Interessen nicht schwer geschädigt werden sollen.“ Das konservative Rezept lautet also: Nicht Beseitigung des Natstandes, sondern gewaltsame Unterdrückung des Kampfes gegen die Teuerung. g Die Gleichberechtigung der Sozialdemokratie in Bahern. Das bayerische Ministerium hatte im Landtagsausschuß für das Gemeindebeamtengesetz die Erklärung abgegeben, daß künftighin Sozialdemokraten als Gemeindebeamten bestätigt werden würden, d. h. daß die Regierung einige Sätze in der Begründung zu den Bestätigungsparagraphen des Gemeinde- beamtengesetzes, auf welches sich die Nichtbestätigung von Sozialdemokraten stützen sollte, zurückziehe. In der Freitagsitzung des Ausschusses für das Gemeinde⸗ beamtengesetz gab nun der Vorsitzende der Zentrumspartei eine Erklärung ab, die im direkten Widerspruch zu den Zu⸗ London und wird wahrscheinlich sagen der Regierung und zu der Darlegung des der Zen⸗ trumspartei angehörenden Referenten für den Gesetzentwurf stand, der sich der Regierung angeschlossen hatte. Anscheinend eingeschüchtert durch diesen Vorstoß des Abg. Held, des Vor- sitzenden der Zentrumsfraktion, schränkte nun der Minister des Innern, Frhr. v. Soden, die Regierungserklärung wesentlich ein. Durch diese Erklärung wird die zugesagte Gleichberechtigung der Sozialdemokratie wieder aufgehoben. Sozialdemokraten und Liberale wandten sich scharf gegen die Regierung; die Weiterberatung wurde ausgesetzt, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, zu der neuen Situation Stellung zu nehmen. 5 Nach Münchener Meldungen der Berliner Blätter soll der Vorgang so ernst sein, daß eine Krise im Ministerium wie im Abgeordnetenhause befürchtet wird. Die katholische Internationale. Der Erzbischof Andrien von Bordeaux hat an den Bischof Chavon von Nigza ein Glückwunschschreiben zu dessen Schrift „Frankreich und Deutschland vor der katholischen Lehre über den Krieg“ gerichtet. In dieser Schrift heißt es: „Deutschland will uns veranlassen, zu verzichten auf die Ver⸗ ehrung des wahren Gottes und uns zwingen, anzubeten und zu dienen seinem„alten Gotte“, der kein anderer als es selbst ist. Man muß Deutschland auf Leben und Tod bekämpfen mit dem Kriegsruf:„Gott will es!“ Denn das ist ein Kreuzzug, weil wir in der Verteidigung unseres Vaterlandes unseren Glauben ver⸗ teidigen.“ Dazu bemerkt der Badische Beobachter, Hauptorgan der badi⸗ schen Zentrumspartei(Nummer 498): „Wodurch unterscheidet sich die eigenartige Kreuzzugspredigt des Herrn Kardinal von Bordeaux noch von dem mohammedani⸗ schen Glaubenssatz, daß der beste Kampf(mit der Waffe) der Kampf gegen die Ungläubigen sei, wobei allerdings der Moham— medaner das vor dem Kardinal voraus hat, daß die Feinde gegen die er kämpfen soll, wirklich Nichtmohammedaner sind, während der französische Kardinal zu einer einem nicht selbst hysterischen Menschen albernen Fiktion seine Zuflucht nimmt. Französische Kirchenfürsten, wie der Kardinal von Bordeaux, welche ihren 0 5 5 Er blieb die Antwort schuldig⸗ T. U. Amsterdam, 1. Nov. Im Unterhause hatte, wie ge⸗ meldet, Bryce die Regierung interpelliert über die Gerüchte wegen bevorstehenden Friedensverhandlun⸗ gen, worauf Lloyd Georges au sweichend geantwortet hatte. Jetzt gibt der Sitzungsbericht des Unterhauses ganz am Schlusse an, daß Bryce fragte, ob die englische Regierung zum Beginn der Friedensverhandlungen erm utigen würde, worauf der Minister die Antwort gänzlich schuldig blieb. Er ist„unwohl“. T. U. Stockholm, 1. Nov. Djen sagt, daß in politischen Kreisen versichert wird, Sasonow werde nicht zu der Pariser Konferenz der diplomatischen Leiter der Ententemächte abreisen. Sasonow fühle sich nicht ganz wohl. England im Orient. Die Blätter melden aus Bagdad: Englische Soldaten, die von den Türken gefangen genommen sind, erzählen, daß überall in Indien Unruhen ausgebrochen und daß in den letzten Tagen an der afghanischen Grenze bewaffnete Konflikte vorgekommen seien. Infolge dieser Ausstände halten die Engländer die Truppen in Indien zurück und senden den in Mesopotamien kämpfenden Truppen keine Verstärkungen mehr. Die mesopotamischen Stämme beunruhigen fort⸗ während die englischen Truppen, deren Schwäche sie erkannt haben. Um die Enpsendung von Verstärkungen vorzutäuschen, bringen die Engländer während der Nacht einen Teil der Truppen auf Schiffe und setzen sie am nächsten Tage an einem anderen Punkte ans Land. Es verlautet, daß die Engländer im letzten Kampfe am Tigris über 2000 Mann verloren haben. f Ein deutscher Großindustrieller in Mailand verhaftet. katholischen Geist verleugnen und nur noch fanatische er ee bezw. Deutschhasser sind, die verächtliche Landesverräter, wie Wetterle, auf ihren Kanzeln sprechen lassen, sind Kirchenverwüster statt Kirchenfürsten, sind ein Kreuz für die katholische Kirche und für den Vater der katholischen Christenheit, sind ein schlechtes Beispiel für die Katholiken der ganzen Welt und ein tief zu be⸗ klagendes Aergernis für alle Gläubigen. Die erbische Armee vor dem Zufammenbruch? Budapest, 1. Nov. Der Kriegsberichterstatter der Pesti Hirlap meldet: Die serbische Armee ist nicht in der Lage, sich in die Berge zurückzuziehen, da es keine Wege gibt und die Munitionsversorgung unmöglich ist. Wenn Serbien den Kampf noch aufnehmen will, erfolgt die Entscheidung im Moravatale oder vor Kragujevac. Ser— bische Divisionen haben Verluste bis zur Hälfte ihres Be— standes erlitten. Die Aufstandsbewegung in Serbisch⸗Mazedonien. 18 T. U. Konstantinopel,. Nov. Die Aufstandsbewegung in Serbisch⸗Mazedonien hat, nach Salonikier Privatdepeschen, einen gefährlichen Umfang angenommen. In vielen Städten waren die serbischen Behörden zur Flucht gezwungen und die mazedonischen Banden sind unbestrittene Herren des Landes. Beschießung von Nisch. Berlin, 1. Nov. Der Berichterstatter Aram meldet dem Berliner Lokalanzeiger aus Sofia unterm 29. Oktober: Die bulgarische Artillerie beschießt, von Knjazevac und Pirot vor— gehend, die Außenforts von Nisch von Osten und Nordosten her. Aus den Kämpfen um Pirot, das die Festung Nisch schützen sollte, wird noch bekannt, daß die Serben reichlich mit amerikanischer Munition versehen waren. Joffres Besprechungen i London. Kristiania, 31. Okt. Es wird angenommen, daß der Be⸗ such Joffres in London in Verbindung mit den Bemühungen steht, eine größere Einheitlichkeit in der Führung der militärischen Oeperationen der Alliierten zu schaffen. Joffre bleibt auch heute in d w die englischen Truppen bei London besichtigen. Dailh News meint, daß der Besuch Joffres mit der Vorbereitung einer neuen großen Offensive auf der West⸗ front in Verbindung steht. Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 1870-1871. Von Levin Schücking. Ich hätte ihr mit einem Gefühl tiefer Rührung, das mich bei ihrem Anblick überkam, die Hand entgegenstrecken mögen; ihr Blick scheuchte dies Gefühl zurück und ich nahm den Sessel ein, auf den sie deutete. Der Abbé war draußen zurückgeblieben. „Ich habe Sie zu sprechen gewünscht,“ sagte sie mit jener Verschleiertheit, die sich über ihr so glockenhelles und sonores Organ zuweilen legen konnte,„weil ich eine Frage an Sie richten muß... Versprechen Sie mir vorher auf Ihre Ehre, die volle Wahrheit zu sagen!“ „Ich verspreche es Ihnen,“ versetzte ich sehr beklommen. „Welche Frage ist es?“ „Eine sehr indiskrete Sind Sie sehr reich?“ „Ich reich?“ „Weshalb macht diese Frage „Weil sie mich in eine große Verlegenheit bringt.“ „In einige Verlegenheit... ja, das begreife ich,“ ant— wortete Blanche mit einem harten, fast zornigen Tone. müssen gestehen, daß Sie es sind, sehr, sehr reich— und dann auch gestehen, daß Ihr Schritt furchtbar taktlos und ver— letzend für mich ist... Sie senden mir da eine Anweisung von hundertfünfundneuizigtausend Franken auf ein Basler Bankhaus— Sie, mir! Und Sie glauben, ich würde solch ein Geschenk von Ihnen annehmen?“ „Ich dachte,“ fiel ich betroffen ein,„ich hätte Ihnen in meinem Briefe gesagt, daß ich nicht gemeint habe, Ihnen ein Geschenk zu machen! Es ist mir eine solche Kühnheit nicht eingefallen. Der Abbs hat mir gesagt, daß Sie diese Summe und damit Ihr ganzes Vermögen an den Staat hingeben müßten und würden; da ich aber der Unglückliche bin, der Sie in diese Notwendigkeit gebracht, so habe ich nicht gezögert, Ihnen diese Summe Pieder zu ersetzen. Sie sind bei der 2 1 und doch auch sehr natürliche! Sie so bestürzt?“ S5 „Sle Der bisher in Mailand ansässige deutsche Großindustrielle Röchling wurde bei einer Besprechung, die er in der neutralen Zone bei Chiasso mit seinem Mailänder Prokuristen hatte, von stalienischen Polizisten festgenommen. Die Verhaftung erfolgte im Hause der Zollwache, wo Röchling wegen des Regenwetters Zuflucht gesucht hatte. Zwei Zeppeline über Riga. T. U. Stockholm, 1. Nov. Birschewije Wjedomosti be⸗ richtet, daß zwei Zeppeline zum ersten Mal Riga am 23. Oktober heimgesucht haben. Einer warf 40 große Bomben herab, die große Sprengkraft entwickelten. Der Schaden ist sehr groß, doch gestattet die Zensur nicht, Einzelheiten darüber zu veröffentlichen. Hriegsnosizen. Die Bemühungen von Mitgliedern des preu ßischen Ab⸗ geordnetenhauses um eine Einberufung des Landtages in November haben, wie der Deutsche Kurier mitteilen kann, beim Reichskanzler keinen Erfolg gehabt. Der Landtag wird erst nach Neujahr einberufen werden. Nach der preußischen Verfassung wäre der 15. Januar der letzte Termin gewesen. Nach welschen Blättern will der belgische Minister Vander⸗ darin eine unerwünschte Einmischung und protestiert dagegen, daß Minister kriegführender Länder in der Schweiz Vorträge halten und Propaganda machen. Das Petit Journal behauptet, in Deutschland seien die Zwei⸗ undfünfzigfährigen zu den Waffen gerufen worden; dies habe zu schweren Ausschreitungen der Bevölkerung geführt! Partei⸗Nachrichten. Die unverzügliche Einberufung des Reichstags hat der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion beim Reichskanzler beantragt, weil die Lebens m A elfrag e und der Belagerungszustand eine schleunige Er⸗ örterung erheischen. 25 Jahre. Auch die Volkswacht in Breslau blickt in diesen Tagen auf ein 25jähriges Bestehen zurück. Am 1. November 1890 loste sie als täglich erscheinendes Blatt rr ee 2 — e. ftr— leiden! Vielleicht habe ich taktlos gehandelt. Es ist möglich. Ich kann es in meiner jetzigen Gemütsverfassung nicht klar beurteilen. Ich war in Verzweiflung über das, was mir der Abbs gesagt hatte, und ich wußte nicht, was anderes tun!“ „Ich werde Ihre Anweisung wenigstens nicht annehmen!“ „Das betrübt mich mehr, als ich Ihnen sagen kann. Würden Sie sie annehmen, so würde ich denken, Sie verziehen mir, was ich hier tun mußte, Sie hätten keinen Argwohn irgendeiner Art mehr gegen mich; Sie würden mich beruhigen, und ich würde Ihnen ewig dankbar sein, daß Sie, wenn viel⸗ leicht auch mit Widerstreben, etwas getan, um mir meine Ruhe wiederzugeben... tun Sie es, Fräulein Blanche, wenn es Ihnen auch schwer wird; haben Sie so viel Güte für mich, der sich sehr unglücklich fühlt, jetzt so von Chateau Giron scheiden zu müssen, und noch zehnmal mehr unglücklich sein würde, wenn Sie das zurückweisen, womit er sich bei Ihnen wenigstens ein versöhntes Andenken erkaufen möchte!“ „Unglücklich?“ sagte sie mit verächtlich aufgeworfener Lippe,„wenn man ein junger Mann und solch ein Millionär ist wie Sie, so hat das Unglück nicht lange Bestand. Nehmen Sie Ihre Anweisung zurück!“ „Sie sind in der Tat sehr hart,“ versetzte ich mit zucken⸗ der Lippe.„Besinnen Sie sich, Blanche, ob es Ihnen nicht möglich ist, von mir wieder zu nehmen, was ich Ihnen ge— nommen habe...“ „Nein,“ sagte sie mit derselben Schärfe.„Gesetzt auch, Sie machten sich Vorwürfe, oder besser, es beunruhigte Sie, daß sie ein Unheil über mich bringen mußten— so würden Sie doch gar zu verschwenderisch handeln, mit solch einem Geschenk eine kleine Unruhe von Ihrem Gewissen abschütteln zu wollen. Um eine Sache, die ihn ein wenig peinigt, von sich abzuschütteln, gibt kein verständiger Mann so viel Geld aus. Selbst für einen Millionär sind zweihunderttausend Franken eine große Summe, Und ich will zu solcher leichtsinni⸗ gen Verschwendung nicht helfen!“ Sie sprach das mit einer außerordentlichen Bitterkeit „Hören Sie mich an, Blanche.“ versetzte ich.„Sie be⸗ velde in Pruntrut(Westschweiz! einen Vortrag zu⸗ gunsten Belgiens halten. Das Berner Tagblatt erblickt die bereits bestehenden Schlesischen ganzen Sache doch unschuldig und Sie dürfen nicht darunter Nachrichten ab, die wöchentlich erschienen. Mit ki denen sich noch 5000 Leser einer Wochenausgabe z Ihr Verbreitungsgebiet stimme in Frankfurt a. O. etwas eingeeengt. Von den Schlesien bestehenden Parteiblättern sind die Görlitzer zeitung und die Schlesische Bergwacht aus der Volkswacht gegangen. 5600 und 11000 Leser konnten sie di am Beginn mit ins Leben geben. Aber so viel Leser sie a neugegründete Blätter abgab, wuchs doch die eigene Lef immer noch rascher. Die Volkswacht steht damit heute in der Ri unserer Parteiblätter an zehnter Stelle. Als Kopfblatt gibt noch die Liegnitzer Volkszeitung heraus. a Die Feier des 25jährigen Bestehens ihres Organs hatte die Breslauer Genossen anders gedacht. Die Errichtun eigenen Druckerei war geplant, und an diesem Tage sollte öffnet werden. Das Grundstück war erworben, alle Pläne als plötzlich der Krieg hereinbrach. Run mußte die Ausfü des Plans bis zum Frieden verschoben werden. in unserer Partei stets als besonders Boden und in ihrem Jubiläums⸗Artikel weist die Volkswacht d auch darauf hin, daß in den 25 Jahren rund sechzehn Jahre eschadet. 15 Das Ende eines Preßprozesses. 8 n Bayreuth hatte vor Beginn des Krieges der Vorsitzent des diberalen Mahrkreisvereing, Reallehrer Dr. Hiendlmay verantwortlichen Redakteur des dortigen Parteiblattes, die d kische Volkstribüne, Gen. Hacke, wegen Beleidigung vertagt, Prozeß wurde veriagt, weil der Beklagte sowohl wie der Kl zum Kriegsdienste einberufen wurden. Inzwischen sind zwei n tige Zeugen des Beklagten und auch der⸗ Kläger im Felde gefa Das Verfahren wurde daher jetzt eingestellt und die Kosten h. die Erben des Privatklägers zu tragen. Arbeiterbewegung. Der Sattler und Porteseuiller-Verband. 5 Wohl keine zweite Gewerkschaftsorganisation., hat während der Kriegszeit ein so großes Auf und Ab der Mitgliederbewegung verzeichnen, wie der Sattlerverband. Die durch den Krieg b starke Beschäftigung dieser Industrie ist die Ursache dafür. Schlusse des dritten Quartals in diesem Jahre zählte der Verban 11426 männliche und 1692 weibliche Mit lieder, gegenüber 10 50 bezw. 908 am gleichen Tage des Vorjahres. Seit Beginn d Krieges sind dem Verbande 9211 männliche und 2300 weibliche Mi glieder beigetreten. Infolge des jetzt. verringerten Bedarfs a Lederausrüstungsstücken wurden die meisten neuerxichteten Bet von denen mehrere weit über 1000 Personen beschäftigten, geschlossen. Die hierdurch hervorgerufene Arbeits losigkeit fast ausschließlich nur Berufsfremde, die jetzt in anderen Ge Unterkunft suchen oder bereits gefunden haben. Die gelernten e ler sind noch vollbeschäftigt und arbeiten vielfach noch mit U stunden. Mit der Arbeitsaufgabe in der Ausrüstungsindustrie h die neugewonmenen berufsfremden Mitglieder auch das Inte für den Sattler- und Portefeuillerverband verloren. Da raus klären sich auch die Massenausschlüsse wegen restierender 8 6888 männliche und 1608 weibliche gingen auf diese Weise dem bande wieder verloren. 5 Bis zum 30. September wurden 3521 Verheiratete und, Ledige zum Heeresdienst eingezogen, von denen 189 bereits als fallen gemeldet sind. N 8 Die Lederwaren⸗, Reiseartikel⸗, Auto⸗ und Treibriemenbr zur Verfügung stehenden Arbeits glieder 423 arbeiteten verkürzt. Zeit 3. August 1914 bis 30. September 1915 wurden 258 542 Mark Unterstützungen ausgegeben, davon 121 310 am Arbeitslose N 113 591 Mark an die Familien der Kriegsteilnehmer. 5 Trotzdem Streiks während des Krieges nicht geführt wurden, konnte doch manche Lohnerhöhung durchgesetzt werden. Abge⸗ sehen von den Kriegszuschlägen in der Lederausrüstungsindusttie wurden mit den Vereinigungen der Lederwarenfabrikanten in Ossen bach und Nürnberg Teuerungszulagen vereinbart, wohingegen di Berliner Industriellen, wohl eine Notlage anerkannten, aber von schristlichen Vereinbarungen nichts wissen wollten; nur von Fall zu Fall wollten sie sich die Entscheidung vorbehalten. Allgemein wird auch hier eine Teuerungszulage gewährt. 5 Der Reichstarif für die Lederausrüstungsindustrie hat sich bewährt. Unternehmer, die da glaubten, sich an die tariflichen Be⸗ stimmungen nicht halten zu brauchen, wurden durch Schlichtungskom⸗ missionsentscheidungen verurteilt, zu wenig gezahlte Löhne machzu zahlen. In einigen Fällen belief sich die Nachzahlungssumme au mehrere tausend Mark. 1 8 dürfen des Vermögens. Eine junge Dame, in Verhältnissen aufgewachsen, wie Sie, bedarf des Vermögens, für sie ist es eine Lebensbedingung! Für mich ist es ganz etwas anderes Wenn Sie diese Summe von mir annehmen, so bleibt m noch völlig genug, um ein oder auch zwei Jahre lang bequem, ja glänzend leben zu können; mehr bedarf ich nicht, denn ich habe für niemand zu sorgen und in einem oder zwei 00 habe ich eine Anstellung im Justizdienste, und der Saal sorgt für mich!“ 1 Sie sah wie betroffen auf und mich an. 5 „Sind Sie denn kein Millionär?“ fragte sie hastig. „Nein. Ich bin ein jüngerer Sohn; mein älterer Bruder hat von meinem Vater ein einträgliches Gut ererbt; ich vo meiner Mutter beinahe sechsundfünfzigtausend Taler. Anweisung dort beträgt ungefähr zweiundfünfzigtausen Taler— Sie sehen, daß genug für mich übrig bleibt, z Jahre zu leben!“ Sie sah mich mit einem Blick unverhohlener Bestürzunt an, dann erblaßte sie noch tiefer und nahm langsam die Ay weisung von ihrem Tische und begann diese eben so langsan in kleine Stücke zu zerreißen. Ihre Hände zitterten daben die Muskeln ihres Gesichts zuckten— es war ein eigentüm liches Spiel in ihren Mienen, dessen Bedeutung mir voll ständig entging.. 5 „Blanche!“ sagte ich mit flehender Stimme, und von einer plötzlichen Rührung übermannt, über deren Grund un mir in diesem Augenblicke schwer hätte Rechenschaft gebe können. Ich stand auf, um ihre Hand zu ergreifen.. Mit Heftigkeit entriß sie mir ihre Rechte und drüg, beide Hände vor das Gesicht. Ich sah, daß sie weinte, daß Tränen zwischen ihren Fingern hindurchquollen; sie Schluchzen aus und wandte sich, um fortzueilen. 5 0 Ich hielt sie fest, indem ich meinen Arm um ihre legte und sie dann an mich ziehen wollte. Aber sie mir mit äußerster Heftigkeit.„Nein, nein, gehen Sie mir nichts, nichts!“— rief sie aus.„o gehen Sie!“ d 1 [Fortsetzung folat.] S. — 2 e—. D 2 E..... en d 0 9 essen und Nachbargebiete. Hießen und umgebung. Kommune und Konsumverein. Der Krieg hat die Gemeinden vor neue Au 9810 hat ihnen die ganze Größe ihrer wirshaftüchen fte, gezeigt, damit aber auch neue Wege zum Ziele. So 2 5 1 auch die Selbstverwaltung der Städte ist, ste allein geniigt nicht gegenüber jenen großen Aufgaben. Wie stets 1 91 mag auch hier nur die Organisation großes zu leisten 570 Organisierung der selbständigen Gemeinden. Die eren bedeuten losgelöst nebeneinander trotz ihrer Selbstverwaltun für weite Gebiete eine wirtschaftliche Zersplitterung 810 können wohl viele wirtschaftliche Aufgaben selbst 5 lösen Sollen sie aber ihre wirtschaftlichen Pflichten im vollen Um. fange erfüllen, so muß für viele Gebiete eine kommunale Wirtschaftsgemeinschaft vorhanden sein. Das hat man 10 auch schon im Frieden erkannt und z. B. gemeinsame Wasser. oder Elektrizitätswerke gegründet. Der Krieg aber hat den Gemeinden gezeigt, daß auch für eine gesunde Lebens- mittelversorgung kommunale Wirtschaftsgemein⸗ schaften nötig sind, und uns bereits mehrere Gemeinde. verbände als Städte⸗Einkaufsgenossenschaften gebracht. Und jetzt soll auch ein großer Verband der Einkaufsgesellschaften 1 5 in diesem Sinne wirken. 5 uf die Bedeutung dieser Entwicklung wiesen wir kürz⸗ lich bereits hin. Es wird durch sie ein neues Mittelglied ge. schaffen zwischen dem Wirtschaftsleben des Staates und dem der Stadt, ein Bindeglied zwischen diesen beiden so entfernten Polen. Und dieses Bindeglied ist besonders deshalb zu hoher Bedeutung berufen, weil es für eine gesunde Produktion durch die Gesellschaft, wie wir sie erstreben, unentbehr— lich ist, denn es gibt ja weite Produktionszweige, für die der Staat zu groß und schwerfällig und die Stadt zu klein ist und zu wenig Rentabilität versprechend. Wenn uns der Krieg also jene kommunalen Verbände zum gemeinsamen Einkauf von Lebensmitteln gebracht hat, so ist es unsere Pflicht, nicht nur dafür zu sorgen, daß sie immer mehr Nachahmung finden, sondern auch, daß sie ihr Augenmerk mehr und mehr auf jene Entwicklung zu Produktionsträgern richten. Und da warten ihrer auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung, dem wichtigsten von allen, große Aufgaben. So sind große Räuchereien zu schaffen, Wurstfabriken, Margarinefabriken, Bäckereien, Nudelfabriken und was es nicht sonst noch alles gibt. Weiter aber auch große Farmen zur Tierzucht, Schweinemästereien, Hühnerfarmen, große Kühl⸗ und Lagerhallen für Eier, Fleisch und andere Lebensmittel. Natürlich können und müssen manche großen Städte sich solche Einrichtungen allein leisten. Aber im allgemeinen kann— und das gilt durchweg für kleinere Gemeinden— nur der Zusammenschluß eine wahr— 25 nutzbringende Einrichtung verbürgen und damit billige Preise. Bekanntlich haben die Konsumvereine als starke und große Organisationen diesen Weg schon längst beschritten. Sie haben bereits eigene Bäckereien gegründet, die weite Schichten in einer ganzen Reihe von Gemeinden mit Brot versorgen, eigene Fischräuchereien, eigene Selterswasser⸗ fabriken und dergleichen. Auch sie beschreiten damit jenen Weg zur Produktion durch die Gesellchsaft. Da gilt es denn für die Konsumvereine einerseits und die Gemeinden und Gemeindeverbände anderseits, Fühlung miteinander zu nehmen. Sie sind zwei Wege zu einem Ziele. Da darf nicht auf beiden Wegen das Gleiche zum Ziele gebracht wer⸗ den, sodaß es nachher doppelt vorhanden. Hat der Konsumverein die Margarine-⸗ und Wurst⸗ fabrikation noch nicht in die Hand genommen, so hat sich der kommunale Wirtschaftsverband ihr zuzuwenden. Hat der Konsumverein bereits eine gute eigene Bäckerei, die aus. dehnungsfähig ist, so würde eine Neugründung für die Stadt Brotpreis nur verteuern. Und wenn an jenen, Einrichtungen vorläufig auch noch nicht alle teilnehmen, so ist zu beachten, daß ihnen wenigstens die bedürftigen Volksschichten zum großen Teile angehören und in steigendem Maße angehören werden. 5 Natürlich müssen auch die Konsumvereine mit dieser Ent⸗ wicklung rechnen. Sie dürfen sich nicht als besondere eng⸗ begrenzte Gebilde ansehen, deren Produktion eben für so und so viel tausend ihrer Mitglieder bestimmt ist und weiter nichts. Die Konsumvereine sollen auf ihrem Wege die Vergesellschaftung anbahnen, ihre Produktionsräume sollen — das ist für jeden Weitsichtigen das Ziel— einmal die Produktionsräume der Gesellschaft werden, der Kommune oder des Kommunalverbandes einer neuen Zeit. 5 Da haben sie nicht auf eng begrenztem Raume alles beieinander 31 haben, Verwaltungsgebäude und Kaffeerösterei und Bäckerei und was es sonst noch t. Jede einzelne Einrichtung ist zu Hohem berufen, für alle Schichten einmal bestimmt und da hat sie Platz nötig, viel Platz zu ihrem Ausbau. Gewiß denken wir in dieser Kriegsnot bei der Versorgung mit Lebensmitteln durch Konsumverein, Stadt und Kommunal- verband zunächst an die Gegenwart, doch dürfen wir dabei den großen Gedanken nicht aus dem Auge verlieren, 55 dieser Entwicklung, wie sie gerade jetzt im Kriege so rapi e zu Tage tritt, zugrunde liegt. Das gilt vor allem für uns Sozialisten, das heißt als den berufenen Vertretern eines fest vorgezeichneten Zukunftsweges. Vom Heringswucher. Im Anschluß an die Ausfllhrungen, die m 19 2 05 1 Ueberschrift über den Heringshandel brachten, 9 W . Volkswsllen entnommen waren, wird u 8 4 kreisen folgendes geschrieben: a 1 f „In eee geen hat Süldwestbeutschlan 1 19 1 Vollheringen fast nur in Holland gedeckt und 9110 besse W der holländische Hering ist zarter und geschmaglech n e schottssche und norwegische. Da die beiden 3 1 1 was billiger waren als holländische, wurden e„Gesellschoft nichts erwallungen durch die Zentrol⸗Einkaufs it nichts anderes bezogen. angeboten wurde, von vielen Geschäften nebenbei Es trifft zu, daß die holländischen Fänge, wie aus nachfolgen⸗ der Statistik hervorgebt, recht befriedigend waren: Holländischer Heringsfang von 1912 bis 30. September 1913. 1912: 1121 Schiffe mit 220 939 Kantjes⸗Preis f. Volle Fl. 18,70 bis „ 19,90 1913: 1371 Schiffe mit 383 158 Kantjes⸗Preis f. Volle Fl. 17,90 bis 1914: 1308 Schiffe mit 214136 Kantjes⸗Preis f. Volle Fl. 24,.— 1915: 1578 Schisse mit 321 705 Kantjes⸗Preis f. Volle Fl. 43,— bis . 9,.— Trotz diesen guten Fängen haben die Holländer hohe Preise verlangt, wie sie sich alle Lebensmittel, die noch nach Deutschland qusgeführt werden dürfen(Kakao, Tee, Kaffee, Zwiebeln, Käse, Butter) mit Phantasiepreisen bezahlen lassen! Diese Preise er⸗ höhen sich aber noch durch den hohen Guldenkurs, der heute 2,06 steht, nicht, wie irrtümlich angegeben, Mk. 1,60—1,70. Die hol⸗ ländischen Waren stellen sich also schon um die Kursdifferenz(d. h. 25 Prozent) teurer wie in Friedenszeiten! Holländische Heringe waren anfangs Oktober ganz vorüber⸗ gehend billigst von erster Hand mit 97 Mark, Mitte Oktober schon mit 115 Mark ab Holland angeboten; heute verlangt Holland schon 130 Mark und noch mehr pro Tonne! Bei elner Stückzahl von 800 in der Normaltonne stellt sich also Mitte Oktober ein Fisch bereits auf 14—15 Pfennige bei direktem Bezug. Norwegische Heringe resp. Sloesulls und Hochseesuls in Tonnen von zirka 600 Stück, wurden von der Herings⸗Handels⸗Akt.⸗Ges., der Vertreterin der Zentral⸗Einkaufs⸗Gesellschaft, Berlin, vor kurzem den Stadtverwaltungen noch mit 64 Mark ab Stettin an⸗ geboten! Infolge Waggonmangel kanen diese Fische aber sehr langsam herein und heute teilt die genannte Gesellschaft bereits mit, daß ihre Vorräte geräumt seien, und sie erst anfangs Dezember wieder an den Markt käme. Wenn es sich bei den von den Itzehoer Nachrichten erwähnten großen Heringsfängen um einigermaßen konservierungsfähige Fische handeln würde, wäre es unverständlich, warum die Zentral⸗Ein⸗ kaufs⸗Gesellschaft diese Waren dem Konsum durch die Herings⸗Han⸗ dels⸗Akt.⸗Ges. nicht zuführte! Bis jetzt sind diese angeblich billigen Fische weder dem Konsum durch die Zeutral⸗Einkaufs⸗Gesellschaft noch dem freien Handel durch die Heringsfischereien angeboten wor⸗ den, so daß doch wohl anzunehmen ist, daß es mit den großen Fisch⸗ mengen, die„um ein Geringes als Dünger abgesetzt werden müssen“, einen Haken haben muß. Jedenfalls sind die Kleinhandelspreise, wie sie von dem leistungsfähigen Kleinhandel und dem Konsumverein zur Zeit hier verlangt werden, im Vergleich zu den Einkaufspreisen nicht nur als angemessen, sondern als billig zu bezeichnen.“ Zugegeben, daß die holländischen Heringe recht erheblich schon in ihrem Ursprungslande im Preise gestiegen sind. Aber wir wissen doch auch, daß die Hauptschuld an den Preistreibereien die deutschen 5 3 8 tragen. So oder so— er bleibt eben beim Herings⸗ wucher. 0 Die Versorgung mit Gries. Es ist bereits gemeldet, daß in nächster Zeit eine vollkommen ausreichende Versorgung des Marktes mit Gries stattfinden wird. Für den Kleinver⸗ kauf hat die Reichsgetreidestelle für ganz Deutschland einen einheitlichen Preis, nämlich 45 Pfennig für das Pfund, fest⸗ gesetzt. Gegenwärtig ist Gries nahezu im Handel nicht mehr zu haben; noch vor kurzem war in einer Reihe von Groß— städten der Preis bis auf 75 bis 85 Pfennig gestiegen. Der festgesetzte Preis bedeutet also eine erhebliche Verbilligung dieses notwendigen Lebensmittels. Von Bedeutung ist, daß den Griesmühlen soviel Getreide zur Verfügung gestellt wird, wie sie überhaupt verarbeiten können. Jede Produktionsein⸗ schränkung ist also ausgeschlossen und infolgedessen wird ein Mangel an Gries nicht mehr eintreten. — Kartoffelversorgung. Von der Stadt ist eine große Menge Kartoffeln beschafft worden, mit deren Abgabe an die Verbraucher noch diese Woche begonnen werden soll. Wie schon früher mitgeteilt, werden die Selbstkosten berechnet, zu denen natürlich Kosten für Fracht, Fuhrlohn usw. treten. — Der Reichskanzler v. Bethmann⸗Hollweg wurde von der theologischen Fakultät der Gießener Universität zum Ehrendoktor ernannt. — Wechsel⸗Ausgabe für die Gemeinden. Durch Gesetz vom 23. Oktober d. J. ist der hessische Staat ermächtigt worden, zugunsten der Gemeinden während des Krieges Wechselverbindlichkeiten einzugehen. Diese Ver⸗ bindlichkeiten sollen zum Zwecke der Kreditvermittlung für die Gemeinden und Gemeindeverbände dienen; sie können zwecks Einlösung von Wechseln, die bei Beendigung des Krieges noch umlaufen, bis zum Ablauf des auf den Frie— densschluß folgenden Rechnungsjahres erneuert werden. Ein Ausführungsgesetz soll, wie der Fr. Ztg. geschrieben wird, demnächst erlassen werden.— Ob den Gemeinde— finanzen durch Pumperei auf Wechsel besser gedient ist, wird man erst abwarten müssen. — Bei einer Messerstecherei, die am Freitag abend sich auf der Steinstraße abspielte, wurde ein Unteroffizier erheb—⸗ lich verletzt. Er wurde in einer nahen Wirtschaft, in der er vorher gewesen war, vom Arzt verbunden und dann ins Lazarett gebracht. Was den Angreifer, einen hiesigen Tape— zierergehilfen zu der Tat veranlaßt hat, ist noch nicht festge— stellt worden. 5 — Herabgesetzte Fleischpreise. Aus Marburg wird uns ge⸗ schvieben, daß dort vom 1. November an die Preise von Schwei iwe⸗ fleisch auf 1,60 Mk. pro Pfund(bisher 1,80 Mk.) herabgesetzt worden. Das ist eine erfreuliche Nachricht, die aber erst die Arbeiter interessieren wird, wenn noch weitere folgen.— Unser Korxvespon⸗ dent bemerkt dazu: Von interessierter Seite ist bis jetzt als Ursache der hohen Fleischpreise gestiegene Produkttonskosten(Futtermittel usw.) angegeben. Sind nun in der letzten Zeit diese gefallen, oder haben die Interessenten den Mangel an schlachtreifen Tieren benutzt und benützen ihn moch, um sich in„patriotischer“ Weise zu bexeschern? — Hoffentlich gibts auch bald in Gießen einen Abschlag des Schlachtvieh bann doch im nahen Marburg nicht um soviel billiger sein als in Gießen?. — Im Stadttheater ging am Sonntag abend das bekannte Lust⸗ spiel„Doktor Klaus“ fber die Bretter, das von dem gutbe— setzten Hause recht beifällig aufgenommen wurde. Manchmal tat man sogar mit dem Beifall des Guten etwas zu viel und wirkte störend. Doch das Stlick verdient die freundliche Aufnahme, die es auch diesmal wieder fand: der Doktor, der nicht bloß ein tüchtiger Arzt, sondern auch ein guter, treu- und offenherziger Mensch ist, der mit seiner ehrlichen Meinung niemals zurückhält, erobert sich stets die Sympathie des Publikums, besonders wenn er so wahr und natürlich dargestellt wird, wie das hier von Wilh. Hell⸗ muth geschah. Viel Heiterkeit erregte Herr Gol! als Kutscher und Diener des Doktors, der seinem Herrn die ärztliche Kunst ab— gulauschen und nachzumachen sucht, dabei aber Fremdwörter und Patienten arg mißhandelt. Er richtet dabei glücklicherweise weni⸗ ger Unheil an, als es schon mancher Wunderdoktor getan hat, zu dem gläubige Seelen in Scharen stlirmten.— Den reichen Juwelier Griesinger, Schwager des Doktors, gab Albert Stettner ganz vorzüglich; dasselbe ist von seiner„in Ehren grau gewordenen“ Haushälterin zu sagen, die Else Jüngling prächtig darstellte. Hervorzuheben sind noch: Martha Schild als liebenswürdige ung nachsichtige Gattin des Gutsbesitzers, Auguste Frenzel, die Frau des Doktors und Else Burghoff, dessen Tochter, die nach eini⸗ gen Schwierigkeiten vom Referendax Gerstel als Braut heimge⸗ flihrt wird.— Die wohlgelungene Vorstellung wurde von Otto Conradi geleitet.. — Stadttheater. Lothar Schmidts Komödie„Die Venus mit dem Papagei“, die heute hier zum ersten Male gegeben wird, ist fast auf allen größeren Bühnen Deutschlands mit Erfolg in Szene gegangen, so auch am Schauspielhause in Frankfurt a. M. Am Königl. Hoftheater in Berlin hat das witzige Werk eine ganze Reihe von Aufführungen erlebt und auf mehreren Bühnen steht es in Vorbereitung. In Hauptrollen sind hier beschäftigt die Herren Goll, Steinhofer, Dworkowski und Hellmuth, 8205 die Damen Burghoff, Frenzel, Jüngling und D 1. Harbach(Oberhessen), 28. O—fnt. Vom Mühlrad er⸗ drosselt. Von einem recht schweren Unglück wurde die ge⸗ achtete Familie des Müllers Bräuning in der Kolbenmühle zwischen Harbach und Ettingshausen betroffen. Dieser Tage, mittags, als die Familie zu Tische saß, fehlte deren 16jähriger Sohn. Man suchte nach ihm und sand ihn in der Mühle tot vor. Die Welle des Rades hatte seine Kleider erfaßt, so daß ihm das Hemd die Kehle zuschnürte und er so einen schrecklichen Tod fand. Die Familie ist umsomehr zu bedauern, als sie bereits einen braven Sohn in den Karpathen auf dem Felde der Ehre verloren hat; ihr dritter Sohn kämpft mit unseren Truppen gegen Serbien. Kreis Metlar. n. Erhöhung der Kriegsunterstützung. Der Wetzlarer Landrat gibt bekannt, daß ab 1. November bis einschließlich April die Reichs⸗ Familienunterstützung infolge der außerordentlichen Preissteigerung aller Lebensmittel erhöht wird. Ehefrauen haben jetzt 15 Mark und sonstige unterstützungsberechtigte Personen 7,50 Mark pro Mo⸗ nat zu beanspruchen. Das war für die Kriegersamilien sehr nötig, zumal im Kreis Wetzlar wesentlich niedrigere Anterstützungen ge⸗ mährt werden zur Staatsunterstützung als in Nachbar⸗ und anderen Kreisen. Die allermeisten Gemeinden leisten überhampt keinen Zu⸗ schuß, nur Krofdorf und eimige andere Orte machen eine Aus⸗ nahme. n. Kartoffeln bietet die Stadt Wetzlar ihren Einwohnern am Wor seinen Winterbedarf an Kartoffeln noch nicht gedeckt hat, kann seine Bestellung auf dem Rathaus, Zimmer Nr. 19, gufgeben. Die Stadt will Kartoffeln zum Preise von 3,50 bis 3,60 Mark den Zent⸗. ner beschaffen.„ Kreis Marburg⸗Kirchhaln. 1 Stadtverordneten⸗Wahlen. Der Marburger Magistrat hat die diesjährigen Ergänzungs wahlen zur Stadtverordneten⸗ Versammlung auf den 15. November anberaumt. Sie werden voraussichtlich im Zeichen des„Burgfriedens“ stattfinden. Westerwald und Unterlahn. * Lohnzulagen. Die Eisenbahnarbeiter der staatlichen Werk⸗ stätte in Betzdorf erhalten jetzt infolge der allgemeinen Teuerung eine Kriegs⸗Lohnzulage. Ledige Arbeiter bekommen 7 Mark, ver⸗ heiratete ohne Kinder 10 Mark, bis zu 3 Kindern 15 Mark und über 3 Kinder 20 Mark. Sonderbarerweise sollen die Familien der zum Kriegsdienst einberufenen Arbeiter leer ausgehen. Bon Nah und Fern. Lindheim i. Oberh., 28. Okt. Ein weiblicher Barbier von 85 Jahren. Mit vielem Tamtam— so schreibt man aus dem Vogelsberg— wurde dieser Tage von Berlin aus die Nach⸗ richt verbreitet, daß dort der erste weibliche Barbier in die Innung aufgenommen und damit in Deutschland den Frauen ein neuer Beruf erschlossen sei. Das stimmt nicht. Das kleine Vogelsberg⸗ dörfchen Lindheim— bekannt durch seine Hexenprozesse— hat in seiner„Lippe⸗Hannese-Marie“ bereits seit einem halben Jahr- hundert einen weiblichen Barbier. Eine kleine, jetzt 85 Jahre alte Greisin, so schwingt die„Lippe⸗Hannese-Marie“, wie sie mit ihrem Mädchennamen von jung und alt genannt wird, noch heute wacker das Schaumbecken. Familiendrama. In Lauen bei Bad Schönau hat die Frau des wegen Betrügereien im Gefängnis sitzenden Arbeiters Ackerleim ihren drei Kindern das Leben genommen, indem sie ihnen mit einem Rasiermesser schwere Schnittwunden am Halse beibrachte. Die Frau, die sich selbst schwer verletzte, liegt hoffnungslos im Krankenhause. Sie soll die Tat aus Verzweiflung über das Vergehen ihres Ehe⸗ mannes verübt haben. Telegramme. Lagksberict des grofen Huupthuatfierk Die Oktober⸗Beute im Osten. W. B. Großes Hauptquartier, 1. Nov., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz, In der Champagne schritten die Franzosen bei Tahure nachmittags zum Gegenangriff. Sie wurden ab⸗ gewiesen. Die von unseren Truppen am 30. 10. gestürmte Butte de Tahure sist fest in unserer Hand ge⸗ blieben. Die Zahl der in den letzten beiden Tagen ge⸗ machten Gefangenen ist auf einunddreißig Offi⸗ A ce eintausendzweihundertundsieben⸗ siebzig Mann gestiegen. Bei Combres kam es Nahkampfmitteln. Leutnant Bpelcke hat am 30. 10. südlich von Tahure einen französischen Doppeldecker zum Absturz ge⸗ bracht und damit das sechste feindliche Flugzeug außer Ge⸗ fecht gesetzt. In der Gegend von Belfort fanden mehrere für die deutschen Flieger erfolgreiche Luftgefechte statt. Oestlicher Kriegsschauplatz,. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Beiderseits der Eisenbahn Tuckum Riga gewannen unsere Truppen im Angriff die allgemeine Linie Raggasem Kemmern(westlich von Schlok)—Jaunsem. Feindliche Gegen⸗ stöße wurden zurückgeschlagen. Westlich und südwestlich von Dünaburg wurden starke russische Angriffe abgewiesen. Zwischen dem Swenten⸗ und Ilsen⸗See war der Kampf besonders heftig; er dauert dort an einzelnen Stellen noch an. Vereinzelte feind. liche Vorstöße nördlich des Dryswjaty-Sees scheiterten eben⸗ falls. Der Gegner hatte große Verluste. Bei Olai(südwestlich von Riga) wurde ein russisches Flugzeug zur Landung gezwungen; Führer und Beob⸗ achter sind gefangen genommen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Oestlich von Baranowitschi wurde ein russischer angriff nach Nahkampf abgeschlagen. zu lebhaften Kämpfen mit Nacht, Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Ein feind⸗ licher Gegenstoß nördlich von Komarow hatte keinen Erfolg. Deutsche Truppen der Armee des Generals Grafen v. Bothmer wurden bei Siemikuwee an der Strypa(nörd⸗ lich von Burkanow) angegriffen und stehen dort noch im Kampf. 5 Balkankriegsschauplatz. 7 In Fortsetzung des Augrifses wurden die Höhen südlich von Gru. Milauovac in Besitz genommen. In Richtung auf Kragujevac ist der Feind über den Petrovackar- und Levenica⸗ Abschnitt zurückgeworfen: Kragufevac ist in deutscher Hau d. Oestlich der Morava ist gegen zähen Widerstand der Serben der Trivunovo⸗ Berg ge⸗ nom men. Es wurden einige Hundert Gefangene gemacht. Die Armee des Generals Bojadjieff war am 30. 10. ziere, 6600 Mann, unter Nachhutkämpfen dem Feinde bis in die allgemeine Linie Höhen von Plauinica(südwestlich von Zajecar)— Slatin(nordwestlich von Kujazevac— östlich von Syrljiig— westlich von Bela-Palanka— östlich von Vlasotince gefolgt. * Die Zahl der im Oktober von deutschen Truppen im Osten eingebrachten Gefangenen und die von ihnen gemachte Beute beträgt: Erbeutet: Maschinen gewehre Maschinen⸗ gewehre Maschinen⸗ gewehre Maschinen⸗ gewehr 23 Geschütze“) u. 16 Maschinen⸗ gewehre. 23 Geschütze 80 Maschinen⸗ gewehre. 1) Abgesehen von ciner großen Zahl aufgefundener Geschütze älterer Fertigung. Gefangen: 98 Offiziere 14,482 Mann 32 Offiziere 4134 Mann 56 Offiziere 8871 Maun 3 Offiziere 1525 Mann 55 Offiziere 11,937 Mann Bei der Heeresgruppe von Hindenburg: Bei der Heeresgruppe Prinz Leopold: Bei der Heeresgruppe von Linsingen: Bei der Armee des Grafen v. Bothmer: Bei der Heeresgruppe von Mackensen: — 4 Zusammen: 244 Offiziere 40,949 Mann Oberste Heeresleitung. 4 ö Kragujcwatz, die alte Hauptstadt der serbischen Könige und die zentrale Festung des nordserbischen Verteidigungssystems, ist in den Händen unserer deutschen Truppen. Die Festung ist der Kern der ganzen Besestigungslinie, die über das Bergmassiv des großen Morawaknies gezogen ist. Die nahezu 1200 Meter hohen Rudnik⸗Verge sind ihr als natürliches Bollwerk nordwestlich vor⸗ gelagert, die Höhenstellungen von Gorna Milauovatz, die gleichfalls erstitrmt worden sind, decken die westliche Flanke, während im Nor⸗ den der schwierige Abschnitt der Stremska-Poljaua im Quellgebiet der Natza von unseren Truppen überwunden werden mußte. Nach⸗ dem vorgestern diese Hindernisse zum größten Teil bezwungen waxen, konnte der Fall der Festung, der die Einschließung drohte, nicht mehr lange ausbleiben. Die Serben mußten Kragujevatz räumen und diesen wichtigen Waffenplatz, der der Sitz großer Arsenale und Magazine ist, dem stärkeren Feind überlassen. Dem tapferen serbischen Heer bleibt ja nichts anderes übrig, als zäh und standhast sechtend, langsam gen Südwesten abzuziehen, um so zit retten, was noch zu retten ist, denn der Druck der bulgarischen Armee an der Ostgrenze Serbiens ist seit dem Fall der Timok⸗ Festungen müchtig angewachsen. Unsere Verbündeten gewinnen dort schnell an Raum. Der Zeitpunkt für die letzte ent⸗ scheidende Schlacht— eine Schlacht, die nach menschlicher. zuessen kaum anders als mit dem Zusammenbruch des serbi⸗ schen Heeres enden kann— scheint nun unmittelbar bevor⸗ zustehen, wenn die Serben ihren mehr passiveg Widerstand überhaupt noch einmal in eine große aktive Schlachthandlung ver⸗ wandeln können und wollen. Sie haben bisher getan, was sie konnten: sie haben mehr als drei Wochen lang Stand gehalten und ausgeharrt, aber sie warten vergebens, denn diese Zeit ist ver⸗ strichen, ohne daß etwas geschehen wäre, was den Serben eine ernst⸗ hafte Hoffnung auf Rettung durch ein Hilfsheer der Entente hätte bringen können.(Frankf. Ztg.) * Das Ziel des serbischen Generalstabs. Havos meldet aus Athen: Die Operationen in Serbien dauern an. Der bulgarisch⸗deutsche Plan besteht da⸗ rin, dem Gros der serbischen Armee den Rückzug nach Süden abzuschneiden. Das Ziel des serbischen Generalstabes ist, einen wohlgeordneten Rückzug auf die neue Verteidi⸗ gungslinie zu sicher n. Die militärischen Kreise Griechenlands sind der Ausicht, daß die Lage der serbischen Armee, wenn auch schwierig, so doch keineswegs verzweifelt sei. Die Wiedereroberung von Neles durch die Bulgaren wird bestätigt. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Ueber 150 000 Italiener kampfunfähig. Die österreichische Oktoberbente. Wien, 1. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 1. November 1915: 5 Italienischer Kriegsschauplatz. Der am 18. Oktober eingeleitete, am 28. mit frischen Truppen erneute dritte Ansturm der Italiener gegen unsere klüstenländische Front beginnt zu erlahmen. Gestern stieß der Feind zwar noch gegen den Nordrand der Hochfläche von Doberdo mit starten, an mehreren anderen Stellen mit schwächeren Kräften vergeblich vor. Sein Angriff ist jedoch nicht mehr allgemein, mag der Kampf auch nochmals aufflammen. Die van der italienischen Heeresleitung mit großen Worten angekündigte, an der Hauptfront mit wenigstens 25 Infanterie-Divisionen versuchte Offensive ist an der unerschütterlichen Mauer unserer siegessicheren Truppen zu⸗ sammengebrochen, die zwe iwöchige Jsonzoschlacht für unsere Waffen gewonnen, unsere Kampffront durchweg unverändert. Ebenso behielten die Verteidiger von Tirol und Kärnten ihre seit Kriegsbeginn heldenmütig behaupteten Stellungen sest in Händen. Durch diese Erfolge hat unsere bewaffnete Macht neuerdings bewiesen, Reserve aufgenommen werden, wie eitel und haltlos alle An⸗ sprüche des einstigen Verbündeten auf die südwestlichen Grenz⸗ gebiete sind, die er durch hinterhältigen Rückenangriff. leichthin er⸗ obern zu können vermeinte. In den Kämpfen der zweiten Oktober⸗ hälfte verlor der Feind mindestens 150 000 Mann. a Südöstlicher Kriegsschauplaz. Im Raume westlich der großen Morava haben die ver⸗ blündeten Streitträfte unter stellenweise heftigen Nachhutkämpfen die Höhen süblich und südöstlich Grn. Milanovac und Kragujevac erreicht. Zwischen 7 und 8 Uhr vormittags wurden heute auf dem Arsenal und der Kaserne von Kragusevae die österreichisch⸗ ungarische und kurz nachher die deutsche Fahne gehißt. Im Flußwinkel zwischen der Morava und Resava haben deutsche Truppen nach heftigen Kämpfen die beheerrschende Höhe Trivunovo⸗Brdo genommen. 5 Bulgarische Kräste haben auf der Straße nach Höhen westlich Palanka und im Nisava⸗Tal die Höhen Bela⸗Palanka erkämpft. 25 Die bisherige Gesamtbeute der deutschen und österreichisch⸗ ungarischen Truppen des Generals von Koeveß beträgt: 20 Offi⸗ 32 Geschütze, 9 Maschinengewehre, über 30 Mu⸗ viele Gewehre und Ar⸗ Ueberdies wur⸗ nach Parazin die westlich pitions⸗Fuhrwerke, einen Scheinwerser, ele tilleriemuniton und sehr viel Infanteriemunition. den 45 alte und gesprengte Geschützrohre erbeutet. Kufsischer Kriegsschauplaß, An der Szezara haben kaiserliche und königliche Truppen einen Nachtangriff nach heftigem Handgemenge abgewiesen. An der Koeminfront haben wir mehrere starke Nachtangriffe ab⸗ geschlagen. Nördlich Blenlawa an der Strypa entwickeln sich nach einem abgewiesenen Angriff neuerlich heftige Kämpfe. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauylaß beträgt die Oktoberbeute der dem kaiserlichen und königlichen Oberkom⸗ mando unterstehenden Armeen 142 Offiziere, 26 000 Mann, 44 Ma⸗ schinengewehre, 1 Geschütz, 3 Flugzeuge und sonstiges Kriegs⸗ material. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 2 Keine Gebietsabtretung Oesterreichs an Italien. Wien, 1. Nov. Die heute veröffentlichte Erklärung der hiesigen offiziösen Telegraphen-Agentur zum italienischen Kriege ist aus dem Wunsche der Regierung hervorgegangen, ihre unbedingte Ablehnung jeder Gebiets- abtretung an Italien außer Zweifel zu stellen. Die Klar⸗ stellung richtet sich natürlich in erster Linie an Italien selbst, wo etwa irgendwelche vordem neutralistische Politiker auf den Gedanken kommen könnten, sich auf der Basis der Ver⸗ handlungen des letzten Winters um den Frieden zu bemühen. Weniger auffällig sind ähnliche Erklärungen schon gleich nach. Ausbruch des italienischen Krieges abgegeben worden. Wenn sie jetzt mit so großer Bestimmtheit wiederholt werden, so kann man annehmen, daß sich die Wiener Regierung auch in dieser Sache mit dem deutschen Bundesgenossen durchaus eins weiß. Mit vollem Recht beruft sich die Er⸗ klärung auf die einhellige Stimmung in der Monarchie. Tat⸗ sächlich gibt es hier niemanden, der für territoriales Ent⸗ gegenkommen an Italien jetzt noch Verständnis hätte, zumal nach den großen Erfolgen der Zentralmächte im letzten Halb⸗ jahr. Bulgarischer Kriegsbericht. Sofia, 1. Nov.(W. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt über die Kämpfe am 30. Oktober. Unsere Truppen setzten die Verfolgung des Feindes fort. In Richtung Sait⸗ schar-Boljevatz vorrückende Abteilungen nahmen nach hart⸗ näckigem Kampfe die Höhen 482 und 492 westlich des Dorfes Planinitza und erbeuteten eine Batterie Feldgeschütze mit Be⸗ spannung. Die im Nisavatal vorrückenden Truppen bemäch⸗ tigten sich der Stadt Bela-Palanka und erreichten die Linie Dorf Sadovitze— Dorf Vragudinatz, Höhe 499— Borgourh. Im Moravpatal nördlich von Vranja rückten unsere Truppen⸗ abteilungen infolge des erbitterten Widerstandes des Feindes nur langsam vor. Auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz ist die Lage unverändert. 5 Peter von Serbien ausgerissen? Budapest, 1. Nov. Aufenthalt des Königs Peter seit einigen Tagen un be⸗ kannt. Der König ist mit dem Kriegsministerium, dem Thron⸗ folger und dem Generalstab gemeinsam aus Kraaujewatz abgereist. In Podujewo wurde der König zuletzt gesehen. Seither fehlt seine Spur. Griechenland und die Entente. London, 1. Nov. Der New Statesman sagt, daß die Aussichten für eine griechische Intervention an der Seite des Vierverbandes in der letzten Woche immer ungünstiger ge— worden seien. In Paris könne man sogar offen ankündigen hören, daß die griechische Regierung nur auf einen günstigen Augenblick warte, um ihre Neutralität fallen zu lassen und sich den Zentralmächten anzuschließen. In Rom liefen Ge⸗ rüchte um über einen geheimen griechisch-bulgarischen Ver⸗ trag. Derartige Gerüchte müßten jedoch mit der größten da in Griechenland erstens eine große Mehrheit hinter Veniselos stehe, die griechische Regierung kein Geld habe und Griechenland sehr gut wisse, daß die griechische Halbinsel etwaigen Angriffen bloß— gestellt sei. Die französische und britische Flotte würden sofort vor Athen erscheinen und zahllose andere Unannehmlichkeiten würden für Griechenland bei einem Krieg mit dem Vierverband entstehen. Inzwischen sei zu befürchten, daß Serbien durch den gewaltigen gleichzeitigen Angriff Oesterreichs, Deutschlands und Bulgariens zugrunde geht. Im Augenblick könne England nicht mehr für Serbien tun als früher für Belgien. Nach neueren serbischen Nachrichten ist der Türkische Truppen in Bulgarisch⸗Thrazie Die Agence Havas berichtet aus Athen: Man m Konstantinopel, daß die erste Reservedivision der f Truppen von den Dardanellen nach Bulgarisch⸗Thrazien g. schickt worden sei. 7 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verl Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1.—15. No⸗ vember an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: 3 2) Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit Montag, den 1. November, I Dienstag, den 2. November. b) Städtische Unkerstützung(Mietszuschuß). An diejenigen, deren Namen beginnen mit Mittwoch, den 3. November, 1.2 Donnerstag, den 4. November. 5 c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen: 0 Freitag, den 5. November. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus, Zimmer Nr. 16, statt. 1 Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. 7 Gießen, den 25. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister: Kelle Verstorbene. Frau Lisette Debus, geb. Lingelbach, in Gießen, 63 Jahre alt.— Frau Anna Kath. Baum, geb. Kraft, in Gießen, 72 Jahre alt.— Phil. Zimmermann in Lich, 76 Jahre alt.— Frau Mathilde Schmidt, geb. Kreiling, in Lich.— Mus⸗ ketier Philipp Hahn aus Kirtorf, Inf.⸗Regt. 186. Nen: Konkurrenzlos? Nen! Versand⸗Karton (D. R.⸗Patent 130568) für Gelee, Honig, Butter, Schmalz, Fleischwaren re. Praktischer, vorttilhafter und biliger 15 Blech- oder Glas⸗ Packung.. 25 S— ——— Preis für 1 Pfund⸗ Packung nur Pfg · Bahnhofstraze 23. 1914/15. Aufzeichnungen und Erinnerungen von Hans Horst, Briesträger in Gießen, Wehrmann im Landwehr⸗Inf.⸗Regt, 116. Preis 50 Pfg. 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