N N 2 —ů——ů— ů 0 ö ö sie zu sorgen. ungen beseitigt oder auch nur vermindert werden tteigerung der großen Miß stim mung der Organ für die Interessen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 1 Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in 00 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. Redaktion und Expebition Gießen, Bahnhofstrastse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate losten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends? Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg. monatlich ö Nr. 256 Gießen, Montag, den 1. November 1915 10. Jahrgang — Zur Lebens mittelteuerung. Kartoffeln und Kohlen für die Kriegerfamilien. Die Vorstände der Sozialdemokratischen r tei und der Generalkommission der emen ch gaben dem Reichskanzler am Mittwoch, den 27. Oktober, folgende ae unterbreitet: 5 Die den Ange örigen der Kriegsteilnehmer zugebilli Erhöhung der Unterstützungssätze steht in keinem Wesbilee den Preissteigerungen aller Lebensmittel. Die bei weitem große Mehrzahl der Kriegerfrauen sieht mit den schlimmsten Be⸗ fürchtungen den kommenden Winter⸗Monaten entgegen. Woher sollen sie das Geld nehmen, um ausreichende Nahr⸗ ungs⸗ und Heizmittel, Kleidung, Wäsche und Schuhe für sich und ihre Kinder zu beschaffen? Zweifellos könnte von den Familien der Kriegs⸗ teilnehmer wenigstens eine sehr schwere Sorge genommen werden, wenn man ihnen für die Wintermonate No⸗ vember, Dezember, Januar, Februar und März die Kar⸗ toffeln und Kohlen auf Kosten des Reiches liefert. Das wird eine nicht unerhebliche, indes im Verhältnis zu den gewaltigen Kriegs kosten geringfügige Summe erfordern; aber gleichviel, wie hoch der Betrag sein wird, der für den erwähnten Zweck ausgegeben werden müßte— wir sind es den Familien derer, die nun schon 15 Monate lang Unerhörtes an Strapazen und Entbehrungen geleistet haben, schuldig, nach Möglichkeit für Wir müssen tun, was wir irgend können, um den Familien der Krieger Heizmaterial und ausreichende Nahrung zu ver⸗ schaffen. Die Kartoffel ist für die minderbemittelten Volkskreise neben dem Brot das wichtigste Nahrungsmittel. Nach einer überaus reichlichen Ernte haben wir sie glücklicherweise in großer Menge zur Verfügung. 5 Kein Volksvertreter kann gegen eine Forderung sein, durch die die schlimmsten Sorgen von Weib und Kind unserer Truppen bis zu einem gewissen Grade gemildert werden. Die Frauen werden aufatmen, werden mit etwas weniger Sorge dem Winter entgegen sehen. Bezugsberechtigt müßten alle Angehörigen des Heeres und der Marine sein, soweit ihnen die vom Reich geregelte Unter⸗ stützung zusteht. 5. 2 0 5 Was die Lieferung von bei so müßte für jede erwachsene Person eine bestimmte nge bewilligt werden, eben⸗ so für jedes Kind, das ein bestimmtes Alter erreicht hat. Wir sehen davon ab, über die Durchführung unserer Vor⸗ schläge an dieser Stelle Einzelheiten vorzutragen; sie wird sich mit Hilfe der Gemeinden leicht regeln lassen. Wir geben der Erwartung Ausdruck, daß unsere, Anregung baldigste Berücksichtigung findet. Sie ist diktiert von der Absicht, das Los der Frauen und Kinder zu erleichtern, deren Männern und Vätern das Reich zu unermeßlichem Danke verpflichtet ist. * Parteivorstand und Parteiaus schuß i aben von neuem über die Zustände auf dem Lebensmittelmaxkt ane gründliche Aussprache gehabt, die eine volle Ueberein⸗ immung ergeben hat. 19„ Rücksichtslose Spekulation hat die schwerste Gefahr für die Bolksernährung heraufbeschworen und in den weitesten Volks⸗ weisen eine Erbitterung sondergleichen erzeugt. 5 N C Dieser Erkenntnis hat sich auch die Regierung nicht entstehen önnen. Aber auch die am 29. d. Mts. veröffentlichten„Ver⸗ ürdnungen genügen durchaus nicht: sie bleiben Stückwerk. Mit der 1 des Abwartens und den Halbheiten muß endlich gebrochen werden. 5 Der Parteivorstand und die Generalkommission der Gewerk⸗ schaften haben seit Ausbruch des Krieges immer wieder bis ins Enzelne Vorschläge gemacht, deren Durchführung die eee gustände verhindert hätte. Um weiteres Unheil zu ee 210 daß auf Einzelheiten eingegangen werden soll, folgende Maß⸗ geln ohne Verzug durchzuführen: 50 j Nach Art der Brotversorgung sind alle wich 10 5 lebensmittel zu beschlagnahmen und an 1 [raucher zu Höchstpreisen abzuführen, die die 1 bonfunktur⸗Gewinne ausschließen und jedenfalls auch für die ninderbemittelte Bevölkerung erschwinglich sind. Die eee üssen unter Berüicksichtigung der örtlichen Lerbälente nenten, Urken für das ganze Reich, und zwar sowohl für den Produzenten, 4 5. inhä r, festge⸗ Us auch für den Großhändler, wie für den Kleinhändler, feste atzt werden. D uawilde Spekulation des privaten Handels tzt werden. Der durch wilde 5 Auslande eingeführten in die Höhe getriebene Preis des aus ringen Quantums an Lebensmitteln und ter keinen Umständen zum Maßstab für die em inländischen Lebensmittelmarkt dienen. Futtermitteln darf Preisgestaltung auf Den Gemeinden ist die Verpflichtung aufauer⸗ begen, daß sie ihre Einwohner mit Lebensmitteln versorgen. ühnen missen aber zu gleicher Zeit die dazu erforderlichen 3 ur Enteignung und Preisfestsetzung verliehen werden. 60 Ein verhaängnisvoller Irrtum ist es, ch rt 1 95 aß der Groll im Volke durch noch weite ne 2. er Presse und durch noch weitere Beschränkung ufhunte. Eine wäre vielmehr daher vor Wir warnen* 5 Massen breiten eie Kritik. * se sichere Folge solcher Maßregeln. nen. Die Lebensinteressen der zes Volkes erfordern mehr denn je die fr 1* Die Entente⸗Truppen in Salonik. zuffische Flotte au und torpedierte ein Linienschiff vom Tup Mann auf Frankreich. Während die Franzosen etwa 30 000 Mann bei Gewgeli konzentriert und 10000 Mann gegen Strumitza vorgeschoben haben, sind von den Engländern nur kleine Abteilungen zu Streitkröften in der Richtung Strumitza abgegeben worden; ihre übrigen Truppen haben vom Haupt⸗ bahnhof von Salonik bis zu den Höhen südwestlich von Ajoali ein großes Lager bezogen. Es bietet Raum für mehr als 100 000 Mann. Die Engländer führen dort mehrfach Beton- bauten auf, und englische Pioniere legen längs der Bahnlinie von Salonik nach Gewgeli eine eigene Telegraphenleitung, um sich unabhängig von dem griechischen Staatstelegraphen einzurichten. Bulgarien und Griechenland. Eine aus Vertretern des griechischen Ministeriums des Aeußern und der griechischen Nationalbank bestehende Abordnung ist in Sofia eingetroffen, um die Verhandlungen wegen Ankaufs von Lebensmitteln zu führen. Der bulgarische Minister⸗ rat hat der griechischen Regierung den Ankauf gestattet und ver⸗ schiedene Ausfuhr- und Uebergangsbegünstigungen bewilligt. Der türkische Tagesbericht. Ein russisches Linienschißf torpediert. Konstantinopel, 29. Okt.(W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: Am Vormittag des 27. Oktober griff eines unserer Unterseebvote im westlichen Teil des Schwarzen Meeres die schwer beschädigt wurde. Die nach Sebastopol des Panteleimon, welches russische Flotte zog sich darauf schleunigst zurück. Auf der Dardanellenfront dauerten am 27. und 28. Oktober die üblichen örtlichen Kämpfe an. Bei Ari Burnu und Sedd⸗ül⸗Bahr nahmen zwei feindliche Monitoren an der Beschießung teil, wurden aber durch unsere Artillerie verjagt. Auf den übrigen Fronten keine Veränderung. Obgleich an der Dardanellenfront seit einiger Zeit nur gegenseitiges ört⸗ liches Gewehrfeuer stattfindet, das für beide Teile wirkungs⸗ los bleibt, fährt der Feind weiter fort, Lazarettschiffe als Transportschiffe und Lazarettzelte für militärische Zwecke zu benutzen. So beobachteten wir deutlich am 27. d. M. bei Kutchuk Kemikli, wie euglische Soldaten Militärübungen vor Zelten, die das Rote Kreuz trugen, machten und nach Schluß dieser Uebungen die Zelte zurückzogen. Macht der Men scheuschlächterei ein Ende! Hunderttausend Mann haben die Engländer in den Dardanellen verloren. Im deutsch⸗französischen Kriege, der hundertneunzig Tage gedauert hat, betrug der deutsche Gesamtverlust 123 453 Mann, unter ihnen 40 080 Tote. Vierzigtausend Tote: das mäht heute eine Schlacht hinweg!... Und die Dardanellen sind, wie das Wort sautet, ein Nebenkriegschauplatz! Im englischen Ober⸗ hause hat der Lord Milner das bissige Wort gesprochen, die Unter⸗ nehmung in Saloniki komme zur rechten Zeit, sie biete die Gelegen⸗ heit, die„Unternehmung“ an den Dardanellen zu beenden. Ofsen⸗ bar fängt man so eine„Unternehmung“ an und weiß nicht, warum, und endet sie einfach, wenn sich eine„passende Gelegenheit“ findet: inzwischen müssen aber hunderttausend Menschen ihr Leben her⸗ geben. Wenn sich England fvagt, aus welchem Grunde und zu welchem Zwecke es die„Unternehmung“ an den Dardanellen be⸗ gonnen hat: es wird keine Antwort finden. Ist im Marmarameer irgend ein englisches Interesse, sei es auch nur das entfernteste, in Gefahr gewesen? Vor etlichen dreißig Jahren hat England noch zum Kriege gerüstet, um Konstantinopel vor den Fängen der Russen zu retten: kann sich die Welt seither geändert haben, daß heute hunderttausend Engländer für den Versuch ihr Leben lassen müssen, um Konstantinopel dem Zaxen zu verschaffen? Das Dardanellen⸗ abenteuer, das in eine so gräßliche Metzelei auslief, ist im Grunde nur ins Werk gesetzt worden, weil man einen Erfolg brauchte und sich dabei einen billigen Erfolg versprach; man ging auf einen Nebenkriegsschauplatz, weil der Krieg auf dem Hauptkriegsschauplatz nichts vorwärts gehen wollte. Weil es nicht gelang, die Deutschen aus Frankreich und Belgien zu werfen, fing man an, die Türkei zu bekriegen; um den Mißerfolg in dem Kriege mit Deutschland zu bemänteln, erfand man sich die Lebenslüge, daß die Weltentschei⸗ dung in Konstantinopel liege und dort der Weltkrieg entschieden werden wird. Jetzt wird er bekanntlich wieder in Serbien ent⸗ schieden Das ist nicht mehr der Krieg, wie er wohl jedem menschlich Fühlenden schrecklich, aber doch, als eben die letzte Eutscheidung, jedem auch verständlich ist: daß man den Feind angreift, um ihn zu vernichten, daß man sich gegen den Angriff des Feindes ver⸗ teidigt, um von ihm nicht vernichtet zu werden. Das ist ein Suchen nach Erfolgen, man möchte schier sagen, nach Theatereffekten, wenn man sich nicht erinnerte, daß dabei hunderttausende Menschen ge⸗ mordet worden sind. Daß das Volk aufsteht und sein Leben einsetzt, um das Vaterland zu verteidigen: diesen Sinn des Krieges, den einzigen, der ihn zu rechtfertigen vermag, verstehen die Völker. Aber daß auf Gallipoli hunderttausend Menschen das Leben, das sie alle geliebt haben, um eines politischen Erfolges willen lassen 0 mußten, der überdies unerreichbar war und nicht erreicht wurde, Auf dem Ulege nach Konstantinopel. gen hat, so würde denen, die die„Unternehmungen“ in Szen⸗ setzen, das Spiel schon vergehen. Wie lange werden sich die Völker der Entente von der Lebens⸗ lüge des Krieges, daß nämlich nächstens oder daß an einem neuen, noch auszukundschaftenden Orte die Entscheidung fallen werde„die sie zu Siegern macht, noch narren lassen? Schließlich sind fünfzehn Monate für einen Krieg ein immerhin ausreichender Zeitraum, um den letzten Ausgang berechnen zu können; die Ergebnisse von sünf⸗ zehn Monaten sind eben schon auch Eutscheidungen. Was haben die Vierverbandsstaaten bisher erreicht? Wenn Rußland in fünf⸗ zehn Monaten, statt der von ihm gewollten Zertrümmerung Oester⸗ reichs,„erreicht“ hat, daß sein eigentliches europäisches Gebiet in der Hand seiner Gegner ist; wenn Frankreich in fünfzehn Monaten, statt der von ihm erhofften Wiedergewinnung von Elsaß⸗Loth⸗ ringen„erreicht“ hat, daß nicht nur fast ganz Belgien, sondern auch ein erklecklicher Teil von Frankreich von den Deutschen besetzt ist, nicht erst seit heute, sondern ein ganzes Jahr hindurch; wenn Eng⸗ land in fünfzehn Monaten, statt des von ihm beabsichtigten Unter⸗ liegens und Einschnürens Deutschlands„erreicht“ hat, daß die Wirbelsäule seiner Weltherrschaft in die Gefahr des Zerbrechens geraten ist: was können sie alle dann von der Zukunft erwarten? 5 Die Wahrheit zu sagen: Gar nichts! Sie können den Krieg fortführen und es herbeiführen, daß noch weitere Hekatomben von Menschen auf allen Seiten geopfert werden, daß sich Schmerz und Leid, Not und Elend noch stärker und furchtbarer verbreiten; aber erreichen im Sinne einer Wendung des Krieges und seines Standes könnnen sie nichts! Das fühlen sie und wissen sie ja alle: deshalb die krankhafte Sucht, immer neue Kriegsschauplätze zu ersinnen, auf denen die Kampfbedingungen günstiger sein sollen; was doch schon seit sehr langer Zeit ein schmerzliches Sichselbst⸗ belügen ist, eine offenkundige und bewußte Selbsttäuschung, die von dem wahren Stande der Dinge flieht und sich gegen die Erkenntnis sträubt, daß es nicht nur nicht besser wird, daßs e für die schon heute Unterlegenen nur immer schlechter werden muß! Wer unter den Mächten des Vierverbandes sein Volk liebt und es nicht verbluten und ausbluten lassen will, der müßte aufschreien vor Wut über diese Staatslenker, müßte ihnen donnernd zuxufen: Macht der Men⸗ schenschlächterei ein Ende und schließet Frieden! Die französische Kammer zur Lage. T. U. Paris, 29. Okt. Die Sitzung der Kammer wurde um einen Tag verschoben, um der neuen Regierung Gelegen- heit zu geben, sich zu konstituieren. Verschiedene Abgeordnete, die die Regierung zu interpellieren wünschten, protestierten gegen diese Vertagung. Die Teuerung in Frankreich. Die sozialistische Fraktion hat einen Gesetzentwurf über Maßregeln gegen die Teuerung eingebracht. Sie verlangt, daß in allen Ortschaften von über 3000 Einwohnern eine Kommission eingesetzt wird, die Höchstpreise für die not⸗ wendigen Lebensmittel festsetzt. Die Kommission soll auch das Recht haben, die Geschäftsbücher, Fakturen und Rech⸗ nungen der Händler zu untersuchen. Jede Ueberschreitung der festgesetzten Preise soll mit Geldstrafen von 10 bis 100 Franken bestraft werden. Die Gesamtverluste der Engländer. Amsterdam, 29. Okt. Reuter meldet aus London: Offiziell wird mitgeteilt, daß die Gesamtsumme der Verluste der Engländer auf allen Operationsgebieten bisher 493 294 betrügt. Hierunter sind 101 652 Tote, 317 465 Verwundete und 74177 Vermißte. Die Verluste der englischen Handelsmarine im dritten Quartal. T. U. Hamburg, 29. Okt. Die Times melden nach den Ham⸗ burger Nachrichten: Das Versicherungsbureau„Veritas“ schätzt die Verluste der englischen Handelsmarine während der Monate Juli, August und September auf über 100 Millionen Maxk; in der gleichen Zeit des Vorjahres zahlte die Versicherung 20 Millionen Mark Schaden. Ein Unfall des englischen Königs. London, 27. Okt. Wie das Pressebureau mitteilt, fiel bei der Inspektion über die Truppen in Frankreich der König von England vom Pferd und zog sich dabei schwere Quetschungen zu. Teuerung und Unzufriedenheit in London. Ein schwedischer Sozialdemokrat schreibt aus London: „Daß hier teuere Zeiten herrschen und mit ihnen Unzufrieden heit vorhanden ist, braucht kaum konstatiert zu werden. Eine wesentliche Erklärung dofür, daß man so wenig über die Stimmung wegen der Teuerung hört, dürfte in dem Fehlen einer täglich erscheinenden Arbeiterpresse zu suchen sein, die der tatsächlich vorhandenen Unzufriedenheit Aus— druck geben könnte und wollte.“ Der letzte Zepelinangriff auf London. Newyork, 29 Okt.(W T. B. Nichtamtlich.) Durch Funk⸗ spruch von dem Vertreter des Wolffschen Telegraphen-Bureaus. Reisende, die gestern mit dem Dampfer„St. Paul“ hier eingetroffen sind, berichten, daß bei dem Zeppelinangriff auf London am 13. Ok⸗ das ist schändlich und entsetzlich. Wenn die Völker nachdenken wülr⸗ 4 2 ö 1 78 000 ö Aus Salonik wird gemeldet: Bis gestern baren Mann der Entente⸗Truppen gelandet. Davon entfallen 50 000 den, welche Gestalt der Krieg mit derlei„Unternebmungen“ empfan⸗ tober 300 Personen umgekommen sind. Der amtliche Bericht gab die Zahl der Toten nur mit 56 an. Ein Passagier erklärte, an einer Stelle seien vier Bomben niedergefallen und hätten die Straßen weithin aufgerissen. Eine Bombe habe eine Gasleitung in der Nähe der Strand Street getroffen und einen mehrstündigen gefähr⸗ lichen Brand verurfacht. Die umerikanische Note an England. Die amerikanische Note an England, die sieben Monate erwogen und vorbereitet wurde, ist, wie schon kurz gemeldet, nunmehr auf dem Wege nach England. Ueberbringer ist der Sekretär der amerikanischen Botschaft in Berlin, Kirk, der über London wieder auf seinen Berliner Posten zurückkehrt. Kirk, der die Ueberfahrt auf der„Finnland“ macht, wird die Note am Montag den Gesandten in London übergeben. Sie enthält mehr als 10 000 Worte und viel Statistik; es schien darum wünschenswert, die Note nicht drahtlich, sondern durch einen Boten zu übermitteln, um Fehler bei der Uebertragung zu vermeiden. Die Sozialdemokratie zum bayerischen Ausnahmegesetz. Auf die Erklärung, die am Mittwoch im Ausschusse des bayerischen Landtages zur Beratung des Gemeindebeamten⸗ gesetzes der Staatsminister v. Soden zum Artikel 12 dieses Gesetzes gab, haben unsere Genossen am Donnerstag folgendes geantwortet: „Die Staatsregierung stellt sich mit ihrer zu Artikel 12 des Gemeindebeamtengesetzes abgegebenen Erklärung auf den Stand⸗ punkt, daß ein berufsmäßiger Gemeindebeamter durch eine Be⸗ tätigung als Sozialdemokrat sich nicht der Achtung unwürdig mache, die sein Amt erfordert und daß er deshalb disziplinär nicht zu ahnden sei. Wir erkennen an, daß damit die Staats⸗ regierung ihre Absicht bekundet hat, eine gegen eine bestimmte Partei gerichtete Tendenz aus dem Artikel 12 auszumerzen. Da indessen für die Rechtsprechung nur der Gesetzestext und nicht Re⸗ gierungserklärungen zu Gesetzentwürfen maßgebend sind, ersuchen wir die Staatsregierung, die selbstverständliche Folgerung aus ihrer Deklaration zu ziehen und dem Abs. 1 des Art. 12 des G.⸗B.⸗G. den folgenden Satz anzufügen: „Diese Achtung verletzt der Gemeindebeamte nicht durch Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte und Betätigung seiner politischen, religiösen und wissenschaftlichen Ueberzeugung.“ Griechenland gegen die Entente? Verschiedene Berliner Morgenblätter lassen sich aus Budapest melden, die griechische Regierung habe gegen die Entente endgültig Stellung genommen. Der Generalstabs— Chef Dusmanis habe im Ministerrat ausgeführt, Serbien könne man nicht retten. Wenn die Entente mit mehreren 100 000 Mann Serbien zu Hilfe eile, so drohe die Gefahr, daß die kriegerischen Operationen schon in nächster Zeit auf griechisches Territorium verlegt würden. Es sei die Pflicht Griechenlands, die Integrität und die Sicherheit des Landes zu wahren. Der Ministerpräsident habe sodann die Ge⸗ sandten der Ententemächte aufgefordert, binnen 24 Stunden mit der Abtransportjierung der gelandeten Truppen zu beginnen. Nach Ablauf dieser Frist würde die griechische Regierung nicht mehr die Verantwortung über die weitere Entwicklung der Dinge übernehmen können. Zurückziehung der Ententetruppen? Laut Berliner Lokalanzeiger melden Budapester Blätter aus Athen, die Zurückziehung der in Saloniki gelandeten Truppen habe begonnen. Zuerst seien drei Bataillone französischer Infanterie auf dem französischen Kreuzer„Trevilier“ eingeschifst, sodann fünf Bataillone englische Kolonjaltruppen und Australier. General Hamilton habe dem Korpskommandanten Prinz Nikolaus offiziell mitgeteilt, daß der alliierte englisch⸗französische Generalstab be⸗ schlossen habe, die auf griechischem Gebiet gelandeten verbündeten Truppen zurückzuzieten.— Der Berliner Lokalanzeiger bemerkt dazu: Wenn sich die Zurückziehung bestätigt, woran zu zweifeln kein Anlaß vorliegt, so ist darin ohne Zweifel ein Erfolg der besonnenen und energischen Politik König Kon⸗ tantins zu erblicken, die in den großen Fortschritien der über raschend schnell vordringenden bulgarischen Heere eine starke Stütze fand. 2 Eine Seeschlacht im Schwarzen Meer? Die Vossische Zeitung läßt sich aus Bukarest vom 23. d. M. melden: Aus Bazartschik in der rumänischen Dobrudscha Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 31 Von Levin Schücking. Es war zum Rasendwerden— gerade dieser Gedanke war mir entsetzlich. Ich konnte ihn nicht ertragen, ich mußte etwas tun, um ihn Blanche zu nehmen. Ich wälzte einen Plan nach dem anderen in meinem Kopfe, um dahin zu ge— langen; ehe ich mich für etwas entschlossen, wurde ich gestört; der Abbé kam mit einem freundlichen kleinen Herrn, den er als den Hausarzt vorstellte. Ich mußte mich ihm zur Unter— suchung und zum neuen Verbinden meiner Wunde über— lassen; auch er fand sie nicht bedenklich, aber er befahl mir, mich zur Ruhe zu begeben; er bestand darauf, daß ich wenig— stens zwei Tage den Arm so wenig wie irgend möglich bewege. Mir war diese Vorschrift ganz willkommen; ich konnte mich darauf berufen, wenn ich auf die Anzeige des Offiziers hin vielleicht doch schon früher von meinem Posten hier in Chateau Giron abberufen werden sollte, und war sehr ent— schlossen, es zu tun, falls mein Kommandeur sich anderer Meinung zeigen würde als der Premierleutnant, der mir fürs erste zu bleiben erlaubt hatte. Nach dem Arzte kam Friedrich, nach ihm Glauroth mit dienstlichen Meldungen; dieser ließ sich dann nicht nehmen, mir die Unterhaltung zu machen— ich ward ihn auch, als ich mich zu Bette gelegt, nicht los... er hatte den Faublas ausgelesen und seine Zigarre rauchend erging er sich in Be— merkungen und in allerlei Kreuz- und Querräsonieren dar— über.„Ich werde mich mehr auf die französische Literatur verlegen,“ sagte er;„es wachsen, scheint es, ungeheuer schmack— hafte Früchte in diesem Garten... ein wenig faul, aber desto schmackhafter, wie die Mispeln. Wie diese Kriegsfahrt in Frankreich hinein überhaupt bildend auf den Menschen wirkt, ist ganz merkwürdig!“ „Ich hoffe,“ versetzte ich,„Sie bilden Ihren Geschmack nicht hier zu einer Liebhaberei für Mispelngenuß aus!“ „Wer weiß,“ sagte Glauroth;„die deutschen Eicheln kommt soeben die Nachricht, daß ein türkisches Geschwader. bestehend aus der„Göben“, Breslau“ und„Hamidie“, gestern 1 if. 22 3 91** die russische Flotte angegriffen hat, die aus drei Panzer⸗ kreuzern und mehreren Kreuzern und Torpedobooten bestand. Es entwickelte sich eine erbitterte Schlacht, deren Ergebnis bis jetzt unbekannt ist. Japan schließt kei en Separatfrieden. Amsterdam, 30. Okt. Reuter teilt amtlich mit: Der japanische Botschafter in London unterzeichnete am 19. Okto⸗ ber einen Vertrag, nach dem Japan sich der Verpflichtung Frankreichs, Englands und Rußlands angeschlossen hat, keinen Separatfrieden abzuschließen. 5 g Das neue französische Kabinet. Paris, 30. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Die Agence Havas mel⸗ det amtlich: Das Ministerium ist wie folgt zusammengesetzt: Vorsitz und Auswärtiges Briand, Staatsminister ohne Portefeuille Frey⸗ eine, Bourgeois, Combes, Guesde und Denys Cochin, Justiz und Vizepräsidentschaft Viviani, Krieg General Gallieni, Marins Kontre⸗ admiral Lacaze, Inneres Maly, Finanzen Ribot, Ackerbau Meéline, öffentliche Arbeiten Sembat, Handel Clementel, Kolonien Doumer⸗ gue, Unterricht und Erfindungen, welche die Landesverteidigung be⸗ treffen, Painlavé. Der neue Arbeitsminister wird im Laufe des Abends ernannt, ebenso die Unterstaatssekretäre. Der bisherige Votschafter in Berlin, Jules Cambon, wurde zum Generalsekretär des Ministeriums des Aeußern ernannt. Die sozialistischen Kriegsliteraten. Es ist keine übertriebene Behauptung, daß die Humanité und die Guerre Sociale, die beiden angeblich von Sozialisten redigier⸗ ten Blätter, zu der kriegssüchtigsten Presse Frankreichs gehören. Während bürgerliche Blätter die Frage der fran⸗ zösischen Beteiligung am Balkankriege mit ruhiger Ueber⸗ legung behandeln, erhitzen sich die großen Staatmäunner und Strategen der Humauité und der Guerre Sociale über Dinge und Ereignisse, die mit der Befreiung Frankreichs nur in ganz losem Zusammenhange stehen. Seit zehn Tagen leitartikelt Hervé über die Notwendigkeit der Entsendung von einer halben Million Franzosen und Engländer nach Serbien via Griechenland,„das durch unsere Seeherrschaft uns zugänglich ist“. Und in der Humanité vom 22. Oktober leitartikelt der sozialistische Abgeordnete Pierre Rena udel über den Mangel an Willens⸗ kraft in Regierungskreisen, rasch zu handeln und weitere Opfer an Gut und Blut auf dem Balkan zu bringen. Er beklagt die Willens⸗ schwäche der Regierung, des Parlaments und des ganzen Staats⸗ dienstes: es sehle an der Energie, die die ganze Aktion der natio⸗ nalen Verteidigung beleben sollte. Man fürchte überhaupt, die Frage zu stellen, ob die Nation den Willen zum energischen Kampfe habe oder ihn wirken sehe. Hieraus ergebe sich das Unbehagen, das sich seit Monaten offenbare und dessen wachsende Verschärfung das Parlament empfinde.„Es sehlt der Wille, der unbiegsa— und unerbittliche Wille, der die Unfähigen hinwegfegt, der die Schuldigen straft, der die Schwachen beseitigt, der die Erhebung der Sonderinteressen über die Gemeininteressen nicht duldet, der den kleinlichen parlamentarischen Manövern Trotz bietet, der auf klaren Wegen direkt aufs Ziel losgeht im Namen der heiligen Interessen der Nation, die für ihre Freiheit kämpft.“ Die kanadischen Truppen. Die Times melden aus Toronto, daß Kanada im Dezember 200 000 und im nächsten Frühjahr 250 000 Mann im Dienst oder ausgebildet haben wird. General Hughes erklärte, daß die Ausbildung und Aus vüstung einer so großen Zahl von Truppen in diesem Zeitraum eine mili⸗ tärische Unmöglichkeit ist. 5 N Der Mörder Jaurés. Genf, 30. Okt. Der Prozeß gegen den Mörder Jaures, der in der zweiten, Hälfte des November stabtfinden sollte, wurde wieder verschoben, da der Angeklagte Raoul Villain gegen den Beschluß der Untersuchungskammer Berufung eingelegt hat. Kriegsusd zen. 25 Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt dem Titel:„Ein falsches Gerücht“: Das von einzelnen holländischen Zeitungen mitgeteilte Gerücht, daß neuerdings einige ͤͤreißig Belgier wegen Kriegsverrats und Spionage in Lüttich zum Tode verurteilt worden seien, beruht auf freier Erfindung. In Lüttich sind in letzter Zeit weder Todes⸗ ürteile wegen Begünstigung des Eintritts von Belgiern in feind⸗ liche Armeen ergangen, noch ist dort überhaupt ein Verfahren in einer derartigen Strafsache anhängig. Aus Amsterdam wird der Agence Havas gemeldet: Nach einer Blättermeldung wohnte der deutsche Kaiser auf dem Friedhofe von St. Quentin der Einweihung eines Denk⸗ mals bei, das zur Erinnerung an die in den Spitälern an ihren Wunden gestorbenen französischen und deutschen Soldaten errichtet worden ist.* unter 2 * le Auswechslung verwundeter deckten Schlitten übers Eis statt. In einem Petersburger kammer gestohlen ist. Männer für untauglich zu erklären. redend hierbei um reiche„Patrioten“, konnten es sich leisten, die Summe von zösischen Armeeärzten bevor. Mieter geführt. In London fanden, ungswucher zu lenken. ow t gegen die Forderungen der Hauseigentümer. Regierung hat bereits eine Kommission nisse zu regeln. Annahme der Gesetzesvorlage über das Das „Merkwürdige Zahlen“. ländischen Gewerkschaftsbund ausgezahlten von 47000 Mark aus dem Auslande. bleibt gegenüber Deutschland, wo die Nachfolgendem hervor. Es kamen aus: 255 Frankreich 5 Dänemark. Schweden. Norwegen. Deutschland Oesterreich Rumänien „ — — — — * * . 3 e 1 schein. selben Gattung füllen ließen. Wer einmal reiches Material zusammentragen können. Die im Zentralverband der Bäcker gehilfen hatten von den Bäckerinnungen eine von durchweg 15 Proz. In der Bäckerei zahl, gewährt. mehr. der Lage sei. rusfischer Kriegsgefangener wird 7 wieder aufgenommen und während des Monats Nove ber setzt. Dann soll die Auswechslung bis Anfang Februar Zwischen Tornea und Haparanda findet die Ueberführung i t. Pfandhaus wurde dieser Tage la Rjetsch ein Brillantkollier sür 60 000 Rubel versetzt, d indessen einen Wert von 300 000 Rubel hat, weshalb man maßt, daß es aus irgend einem Museum oder i Man vermutet, 8 0 das der Sammlung der Prinzessin Louise von Sachsen Brilaant hat 484 Karat und ist der lechstgrößte der Welt. Großes Aufsehen erregen in Paris die Verhaftunge von Armeeärzten, die beschuldigt werden, Beste chung; gelder erhalten zu haben, um militärpflichtige und waffenfä Es handelt sich denn 1000 Franken Franken für ein Untauglichkeitsattest zu zahlen. Londoner Blätter berichten, stehen weitere Verhaftungen von fre Die Erhöhung der Wohnungsmieten in britannien hat zu einer starken Protestbewegung d öffentliche lungen statt, um die Aufmerksamkeit der Behörden auf den Wohn⸗ In Glasgow streiken jetzt Von Glasgow gref die Bewegung nach allen Städten Schottlands. beschlossen, sich den Exmittierungen gewaltsam zu widersetzen. ernannt, die untersuchen, und im Unterhause erklärte der Minister des Inner daß gesetzliche Maßnahmen nötig sein dürften, Aus Wellington(Neuseeland) wird berichtet: Infolge Verbot der Beschäf⸗ tigung deutscher Lehrer wurde der deutsche Professor am Victoria-College in Wellington nach 14jährigem Dienst entlassen Brofessoren-Kollegium sprach sich gegen die Entlassung aus und erhob Einspruch gegen das Gesetz, aber die Regierung, unter⸗ stützt durch das Publikum, erzwang die Entlassung. Der Professor erhielt das Gehalt für die nächsten 12 Monate. ö Arbeiterbewegung. Unter dieser Ueberschrift lesen wir in dem holländischen Partel⸗ blatt„Friesch Volksblad“(Nr. 27, 1915): Von den durch den hol⸗ 0 Unterstützungen fir die streikenden und ausgesperrten Tabakarbeiter kam ein Betrag 0 Dabei ist typisch, wenn man den Beiträgen aus den einzelnen Ländern nachgeht, wie Frankreich, das Land der syndikalistischen Gewerkschaftsbewegung, sehr moderne 0 bewegung den meisten Einfluß hat. Das geht deutlich genug 3363.23„% 2243.40%¼ 3361.34% 30 000.— 4 8 472.87 Wo bleibt da die Solidarität, deren Monopal angeblich die „Freien“ Syndilkalisten) zu besitzen vorgeben. sischen Genossen kommt sie nicht gerade sehr glänzend zum Vor Das holländische Blatt hätte noch hinzufügen können, daß sich noch einige Spalten mit derartigen„merkwürdigen Zahlen“ der⸗ Praxis der Internationale“ beschreibt, wird darüber 10 Prozent gefordert. Diese Erhöhung wurde zwar abgelehnt, nach einigem Hin und Her hat aber die Bäckerinnung jetzt beschlossen, eine Zulage von 2 Mk. in der Woche zu gewähren. Die Wands⸗ beker Bäckerinnung hat die zehnprozentige Zulage gewährt. In den Zuckerwarenfabriken erreichte der Verband a deut am U einer Schatz⸗ Kollier u gehört. Ein selb solche Le bis 200 Sie Pariser nur Groß Volksversamm 10 000 Mie Die Mieter haben Die Lage z die Mietsverhä Gewerkscha 80.— Bei den franzö die„Theorie und sehr lehr⸗ Teuerungszulage für Bäckergehilfen in Hamburg. 1 organisierten Bäcker⸗ Lohnerhöhung von eine Lohnzulag „Vorwärts“ werden monatliche Teuerungszulagen von 5 bis 11 Mk., je nach der Kinder ü Die Brotfabrikanten zahlen 2 Mk. in i Die Verwaltung des Konsumvereins„Produktion“ die Zulage ab, da sie nicht nur den Bäckern, sondern allen Ange⸗ stellten gezahlt werden müßte, wozu die Verwaltung jetzt nicht in e i. Der Lohn sei ohne Teuerungszulage höher, als in anderen Betrieben mit Teuerungszulage. 1 der Woche lehnte immer noch mögen viel nahrhafter und gesünder sein, aber Sie müssen einräumen, daß man sie unverdaulich finden kann!“ „Sagen Sie, Glauroth,“ unterbrach ich ihn,„um von etwas anderem zu reden, Ihr Vater ist Kaufmann, nicht wahr?“ f „So ist es, er ist Kaufmann und arbeitet hauptsächlich für die Pflege des deutschen Gemüts mit wollenen Nacht⸗ mützen, Unterjacken, Kamisölern; er„macht“ in allem, was der Mensch sich dicht und warm ans Herz legt... weshalb fragen Sie? Wollen Sie die Firma als großmächtiger Gönner mit den für den kommenden Winter willkommenen flanellenen Wohltaten beschenken?“ „Nein, nicht deshalb, sondern weil ich voraussetzte, daß Ihnen alsdann vielleicht der Name irgend eines großen und soliden Bankgeschäfts in der Schweiz, in Basel oder Bern be— kannt sei!“ „In Basel oder Bern?“ sagte Glauroth nachdenklich. „Warten Sie... wer ist in Basel?— Ach, dort ist ja das alte Haus Gebrüder M..„ und in Bern...“ „Genug, rief ich aus,„Gebrüder M...— der Name ist bekannt und genügt mir vollkommen!“ „Wollen Sie Geldgeschäfte machen?“ Ich antwortete nicht, sondern sprach von anderen Dingen und sandte Glauroth endlich unter dem Vorgeben fort, daß ich nun ruhen wolle. Ich ruhte auch; ich schlief gesund und lange in dieser Nacht, wie ein körperlich und seelisch ermüdeter Mensch schläft, wenn ein fester und starker Entschluß seiner Seele wenigstens Ruhe gegeben hat. Ich erwachte am anderen Morgen erfrischt und gekräftigt. Ich konnte mich erheben und, nachdem Friedrich für meine Wunde gesorgt und den Arm hübsch in eine Schlinge gelegt, ausgehen, um nach meinen Zwölf Paladinen aus dem arianischen Ulanenstamm und ihren Rossen zu schauen. Nachdem ich mit Glauroth den Dienst für den Tag besprochen, kehrte ich in mein Zimmer zurück und schrieb zwei Briefe. Den ersten an Fräulein Kühn. Daß er erst nach drei, vier wieder zerrissenen Ent— würfen zustande kam, brauche ich nicht zu erwähnen. In den f überreichen. von mir annehmen würde.. mir zu kommen.“ „Sie sehen mich gekräftigt aufbegeben?“ Oben führte er mich durch und ihre Anrede erwartete. auf einem kleinen Arbeitstisch. (Fortsetzung folgt.) Brief schloß ich ein Dokument ein, welches mir weniger Mühe machte zu stilisieren, denn es war sehr kurz gefaßt. 1 Nachdem ich den Brief versiegelt, rief ich Friedrich herbel und sandte ihn ab, meine Depesche Fräulein Kühn selber zu Das Herz klopfte mir, während er seinen Auf- trag ausrichtete; ich fragte mich ängstlich, ob sie einen Brief n Friedrich kam zurück, mein erster Blick nach seinen Händen zeigte mir, daß sie leer war daß Blanche mein Schreiben angenommen. a Ich schrieb den zweiten längeren Brief an meinen Ge⸗ schäftsmann und Verwalter daheim. Ich wollte den Arzt, der heute noch einmal zu kommen versprochen, bitten, das Schr ben mitzunehmen und in Noroy der Post zu übergeben. Ich war eben damit zustande gekommen, als der Abbe eintrat und mir mitteilte, daß Fräulein Blanche mich zu sprechen wünsche; daß, wenn ich noch zu schwach sei, zu ihr hinaufzusteigen, sie sich gern herunterbegeben wolle, um zu Sie 5 N und halb genesen,“ unter brach ich ihn,„darf ich mich sogleich zu Fräulein Blanche hin⸗ Der Abbs machte mir eine Verbeugung— er war in all seinem Wesen und seiner Haltung förmlicher und gemessener als die Tage zuvor— und schritt vorauf. Ich folgte ihm in einer nicht leicht zu beschreibenden Gemütsverfassung. 1 5 den mit bekannten Salon in das Kabinett, in welchem ich bei meinem ersten Besu Madame Kühn hinter den herabgelassenen Portieren vermut hatte. Es war ein sehr hübsches Boudir, in welches ich ein. trat, und mir gegenüber Blanche am Fenster sitzen sah, bleich mit Augen, die Spuren des Weinens trugen. Doch w. die Tränen in diesem Augenblick verwischt, sie sah mich 1 einem sehr trockenen und harten Blick an, als ich vor ihr Meine Schreiberei lag v 7 9 . ˙wꝛY folge h eich essor 7... u Pulk den ke. igen s u Ven enn 1 rankiet aße 5 U 0 1 lich b. ö üb zum N — T... „ daß F len“ E. eorie ehr 1 9 e ung n lehnt beschlsa Du idie Stimmung im Lande und für sives Bemühen, wo immer es angängig ist, a Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Kriegsbeschädigte— billigere Arbeitskräfte für die Landwirtschast. Der Kommandierende General des 20. Armeekorps 2 Allenstein weist öffentlich die Landwirte darauf hin, daß sie wenn sie Kriegsbeschädigte einstellen, billigere Ar- beitskräfte bekommen. Er teilt mit, daß er Versorgungs⸗ abteilungen eingerichtet habe, die den Kriegsbeschädigten ice angemessene Verwendung in der Heimat verschaffen und sie für diesen Beruf praktisch und theoretisch ausbilden sollen. Sodann schreibt er: „Die Bestrebungen dieser Abteilungen haben bisher sehr günstige Ergebnisse geliefert, zunächst nur im Interesse der arbeitsuchenden Kriegsbeschädigten. Sie werden noch bessere Ergebnisse zeitigen, wenn die Arbeitgeber im Bedarfsfalle sich von den Versorgungsstellen unmittelbar ihren Bedarf holen. Dort, wo die geforderte Arbeitskraft bei einer Ver⸗ sorgungsanstalt nicht vorhanden ist, wird sich diese mit anderen Versorgungsstellen in Verbindung setzen. Auf diese Art erhalten die Arbeitgeber, namentlich auch die über Ar— beitermangel klagenden Landwirte, nicht nur ein zuverlässiges und sogar billigeres Arbeitspersonal(die Leute sind wohl nicht voll arbeitsfähig, aber im Besitz einer Rente), sondern sie handeln bei der Beschäftigung und Verwendung dieser Kriegsbeschädigten auch im vaterländischen und volkswirt⸗ schaftlichen Sinne und tragen dazu bei, daß dem bisherigen Arbeitermangel in der Provinz abgeholfen und für die weitere Zukunft auch durch Seßhaftmachung der Familien die Provinz wieder reichlicher und günstiger bevölkert wird. Diejenigen Arbeitgeber, die weniger auf diesem idealen Standpunkt stehen, mache ich darauf aufmerksam, daß er— fahrungsgemäß auch die schwerer Kriegsbeschädigten durch die Gewohnheit in der Regel sehr bald bedeutend bessere Arbeits⸗ leistungen erzielen, als zu Anfang.“ Die Löhne in der Landwirtschaft sind sehr gering; sollen die Kriegsbeschädigten noch niedrigere Löhne erhalten, so wird man damit den Arbeitermangel nicht beseitigen. Aber noch aus einem wichtigeren Grunde kann den in dem Erlaß zum Ausdrucke kommenden Ansichten und Bestrebungen nicht entschieden genug Widerstand geleistet werden. Bekanntlich wird immer wieder in den Ausschüssen der Kriegsbeschädigten⸗ fürsorge und in allen Veröffentlichungen und Belehrungen darauf hingewiesen, daß die Kriegsbeschädigtenfürsorge jeden Versuch, die Kriegsinvaliden zur Lohndrückerei zu ver— wenden, unbedingt ablehnen müsse. Hier aber wird direkt die lohndrückende Tendenz der Kriegsinvalidenarbeit von einem Armeekommando den Arbeitgebern gewissermaßen als Lockmittel vorgehalten. Demgegenüber muß immer wieder der Standpunkt aller gewerkschaftlichen Organisationen und aller einsichtigen Sozialpolitiker aufs schärfste betont werden, daß die Kriegsinvaliden bei gleicher Leistung An— spruch auf den gleichen Lohn wie die unbeschädigten Arbeiter haben, und daß die Dankbarkeit gegen die Kriegsbeschädigten dazu führen muß, diesen ihre Rente über die volle Arbeits- entlohnung hinaus als Entschädigung für ihre Aufopferung gelten zu lassen. Höchstpreise für Kartoffelerzeuger. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 28. Oktober den Reichskanzler er⸗ mächtigt, allgemeine Erzkugerhöchstpreise für Kartoffeln fest⸗ zusetzen. Der Reichskanzler hat diese Höchstpreise durch eine Bekanntmachung des gleichen Tages nach den bisher üblichen Preisgebieten getrennt und bestimmt, wie dies in der Kar⸗ toffelperordnung vom 9. Oktober hinsichtlich der sogenannten Grundpreise geschehen war. Die Erzeugerhöchstpreise be⸗ wegen sich also zwischen 55 und 61 Mk.(2,75 bis 3,05 Mk. für den Zentner). Kleinhandelshöchstpreise festzusetzen sind alle Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern verpflichtet, die anderen Gemeinden und die Gemeindeverbände berechtigt, Der Kleinhandelshöchstpreis darf den Erzeugerhöchstpreis des Gebietes, in dem der Kleinhandel ausgeübt wird, um höch⸗ stens 1,30 Mk. übersteigen. Der Großhandelspreis wird sich nach den örtlichen Verhältnissen zu richten haben. Durch die Verordnung wird die Möglichkeit der Enteignung bei allen Besitzern von mehr als einem Hektar Kartoffeln Anbaufläche gegeben. Die Enteignung darf sich bei diesen aber nur auf höchstens 20 vom Hundert der gesamten Kartoffelernte des einzelnen Kartoffelerzeugers erstrecken. Als Kleinhandel gilt der Verkauf an Verbraucher, soweit es sich dabei um weniger als, 10 Zentner handelt. In der Kartoffelverordnung vom 10. Oktober ist ferner die Aenderung getroffen, daß zukünf⸗ tig alle Landwirte von mehr als einem Hektar Kartoffel. anbaufläche 10 vom Hundert der gesamten Kartoffelernte bis zum 29. Februar 1916 für den Gemeindeverband vorzu⸗ behalten haben. Bisher war diese Verpflichtung nur den Besitzern von mehr als 10 Hektar auferlegt.— Bei uns würde also der Doppelzentner nicht mehr als 7,40 Mk. im Klein⸗ handel kosten dürfen. f 1 — Ein neuer Reichsverband. Vor etlichen Tagen war der Vorwärts in der Lage, einen Geheimerlaß des preußischen Ministers des Innern, v. Loebell, zu veröffentlichen. den dieser unterm 19. April dieses Jahres den Landratsämtern hat zugehen lassen. Der Erlaß behandelt die e sung der Presse durch die Regierung. Eingangs des Erlasses heißt es: 5 4 1 „Die großen und mannigfachen innerpolitischen 115 gaben, die alsbald nach dem Kriege zu erwarten sind, erfor 92 auch seitens der Behörden eine besondere Aünmee 5 ziehungen zur Presse, eine gesteigerte Aufmer samkein e publizistischen Strömungen und eee 1 der Presse Einfluß zu gewinnen. Das gilt insbesondere auch . f ü r bon der kleinen Kreis- und Lokalpresse, W ndem Einfluß ist. künftiger Wahlen von enen Mittel haben Die besonders von der Regierung angewan weder dem Bedürfnis der kleinen Zeitungen genügt, noch auch eine nachhaltige politische Beeinflussung sicherstellen können.“ Es wird dann des Näheren dargelegt, wie diese Beein— flussung möglich gemacht werden soll; es soll dafür ein Kor— respondenz⸗Apparat geschaffen werden, der beson— ders den Bedürfnissen der kleinen Provinzpresse entspricht, Am Schluß des Erlasses heißt es: „Der Text dieses gesamten Korrespondenzapparates wird von meinen Referenten überwacht und nachdrücklich be— einflußt. Eure Hochwohlgeboren ersuche ich, mit den Zeitungsverlegern und Redaktionen, soweit sie Ihrem Ein⸗ fluß zugänglich sind, Fühlung zu nehmen, sie auf die er⸗ wähnten Korrespondenzen aufmerksam zu machen, ihnen die Benutzung ans Herz zu legen und ihnen des weiteren zu empfehlen, sich mit dem„Zentralbureau für deutsche Presse“ (Berlin SW. 48, Friedrichstraße 16) wegen der Bezugsbe— dingungen der Korrespondenzen in Verbindung zu setzen.“ Das heißt also, daß dem Volke täglich die Regierungs⸗ meinung in tausend Pressekanälen zugeführt werden soll; ob freilich die Volks meinung damit immer übereinstimmt, dürfte höchst fraglich sein. Angesichts dessen muß die sozial⸗ demokratische Arbeiterschaft nach Möglichkeit auf den Aus- bauihrer Presse bedacht sein. — Auf dem Buttermarkte zeigte sich am letzten Sams⸗ tage ein etwas anderes Bild als die vorhergegangenen Marktage. Die Butterverkäuferinnen wurden nicht mehr so belagert, als es sonst der Fall war, gegen Schluß des Marktes war noch Landbutter feil, aber trotzdem wurde der Höchst⸗ preis von 2,10 Mk. verlangt. Wie wir hören, sollen heute oder morgen andere, niedrigere Preise für Butter in ganz Hessen festgesetzt werden.— Beeinflußt wurde der Markt durch den Butterverkauf des Kommunalverbandes, der das halbe Pfund Molkereibutter für 1 Mk. abgab und lebhaften Absatz fand. Zwar wurde mehrfach behauptet, daß diefe Butter von geringer Qualität sei, doch darf man ohne weiteres annehmen, daß der Kommunalverband bei dem ein geschäftliches Interesse nicht vorliegt, sich über die gute Beschaffenheit der von ihm verkauften Ware vergewissert haben wird. Es ist sehr möglich, daß abfällige Urteile darüber von Butter⸗ händlern aus Konkurrenzneid verbreitet worden sind. Wir wollen und können ein Urteil nicht abgeben, daß muß sachver⸗ ständiger Prüfung überlassen bleiben. Jedenfalls ist es an⸗ zuerkennen, wenn sich der Kommunalverband bemüht, dem Buttermangel abzuhelfen und der Preistreiberei, entgegen⸗ zuwirken und das kann wirksam nur auf diesem Wege ge⸗ schehen. — Beschlagnahme von Metallen. Die Frist zur An- meldung der beschlagnahmten Gegenstände aus Kupfer, Messing und Reinnickel dauert nur noch bis zum 16. l. Mts. Wer seither nicht freiwillig abgeliefert hat und auch seiner Anmeldepflicht noch nicht nachgekommen ist, muß die An- meldung bis spätestens zu dem oben angegebenen Tage be⸗ wirken. Bei Unterlassung wird durch eine neue Bekannt⸗ machung Gefängnis bis zu 6 Monaten oder zehntausend Mark Geldstrafe angedroht. Die Nachtragsbekanntmachung des Stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armee⸗ korps vom 29. v. Mts. liegt in unseren Geschäftsräumen zur Einsicht offen. Reichswochenhilfe auch im Frieden. Ausreichende allge— meine Reichswochenhilfe als dauernde Friedenseinrichtung ist für 20 Pfg. Wochenbeitrag pro Frau durchführbar. Dieser Standpunkt wird in einer mit genquen Berechnungen beleg⸗ ten Petition der Deutschen Gesellschaft für Mutter- und Kindesrecht e. V.(Berlin) an die Bundesregierung, den Bundesrat und den Reichstag vertreten. Die Eingabe der Gesellschaft stützt sich auf einen vor einigen Monaten erschie— nenen Aufsatz ihres Vorstandsmitgliedes Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Mayet„Reichswochenhilfe nach dem Kriege“ und ver— langt im wesentlichen folgendes: Die Leistungen der eben für die Kriegszeit eingerichteten Reichswochenhilfe sollen im Frieden dauernd bestehen bleiben, also Entbindungsbeitrag von 25 Mk., 8 Wochen lang Wochengeld von 1 Mk. täglich, 12 Wochen lang Stillgeld von 50 Pfg. täglich, bis 10 Mk. Beihilfe für Hebamme und Arzt bei Schwangerschaftsbeschwer⸗ den. Alle Frauen und Mädchen zwischen 16 und 45 Jahren sollen eingeschlossen sein und 20 Pfg. wöchentlich zahlen. Dies würde nach genauen Berechnungen auf Grundlage der Geburtenzahl und Bevölkerungsstatistik von 1910 völlig zur Kostendeckung genügen, wenn das Reich, entsprechend der Sozialversicherung, ein Drittel der Kosten übernimmt. Die durch die Allgemeine Reichswochenhilfe entlasteten Kranken⸗ kassen sollen dafür andere ergänzende Regelleistungen für ihre Mitglieder übernehmen, zunächst: 6 Wochen Schwangern⸗ beihilfe zur Beschaffung von Vorernährung in Höhe von 50 Pfg. täglich, Verlängerung des Stillgeldes von 12 auf weitere 26 Wochen, ein Schwangerngeld für alle Stillfähigen in Höhe von 1 Mk. täglich während 6 Wochen. Daneben sollen die Kassen gewisse freiwillige Mehrleistungen für ver— sicherungsfreie Ehefrauen ihrer Mitglieder gewähren dürfen. Für die genannten Leistungen genügen die bisherigen Ein— nahmen. Es kann somit bei Erhebung eines neuen Bei— trages von nur 20 Pfg. wöchentlich von der Gesamtheit der gebärfähigen Frauen das große Werk einer alle umfassenden Friedenswochenhilfe geschaffen und überdies für die versiche— rungspflichtigen Kreise, ohne Mehrbelastung der Kassen, eine sehr erhebliche Verbesserung herbeigeführt werden— zum Segen des ganzen Volkes. Die Beibehaltung der Reichs- wochenhilfe auch nach dem Kriege ist sowohl in der neuen Ge— sellschaft für Bevölkerungspolitik wie auf dem Kongreß der Zentralstelle für Volkswohlfahrt als eine der wichtigsten Vor— bedingungen zur Sicherung der Volksvermehrung und zur Verhütung weiteren Geburtenrückgangs nachdrücklich ge— fordert worden. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Landsturmmann Heinrich Schmidt aus Nieder-Breiden⸗ bach, K. Alsfeld, Inf.⸗Regt. 81.— Wehrmann Heinrich Groß aus Holzhausen, Kr. Wetzlar. Inf-Regt. 118.— Heinrich Rauber aus Waldgirmes, Inf.⸗Regt. 262.— Hauptmann Dr. Anton Schmitt. Staatsanwalt aus Gießen, Inf. Regt. 168.— Freiw. Emil Bingel aus Gießen, Inf. Regt. 221.— Wehrmann Ludwig Hofmann aus Heuchel⸗ heim, Landwehr⸗Inf.⸗Regt. 116.— Unteroffizier Walter, Stud. phil., aus Laubach, Landsturm-Regt. 10.— Wehrmann Karl Hofmann aus Zell, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116.— Musk, Heinrich Büttner aus Wetzlar, Inf.⸗Regt. 149. — Vorsicht! Das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps teilt mit: Eine Reihe von Vorfällen und Klagen zeigen, daß sich auf dem Lande Reisende den Familien gefallener Soldaten aufdrängen, um Aufträge auf photographische Vergröße⸗ rungen von Bildern und Lieferungen von Rahmen zu unreellen Preisen und Bedingungen zu erhalten. Es wird vor dieser ge⸗ wissenlosen Ausbeutung gewarnt. Vor allen Dingen sei man mit dem Unterschreiben bei derartigen Ge⸗ schästen vorsichtig und wende sich lieber an bekannte Geschäfte, die für gewissenhafte Arbeit und solide Preise Gewähr leisten. — Vom Gießener Hausfrauen⸗Verein wird uns geschrieben: Zu der Aula des Gymnasiums fand am Donnerstag die zweite Mit⸗ gliederversammlung statt. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand ein Vortrag eines Mitgliedes des Vereins. Die klaren und lehrveichen Ausführungen der Vortragenden behandelten die auf dem Buttermarkte herrschende Teuerung und die Mittel, ihr zu be⸗ gegnen. Die sich an den Vortrag anschließende Aussprache war sehr lebhaft. Nachdem auch die übrige Tagesordnung erledigt war, ließ der Vorstand Proben der Krummmschen Vollkost verabreichen. Diese Vollkost besteht aus Teigwaren, Gemüse, Hülsenfrüchten, Maismehl, Fleisch usw. und soll hohen Nährwert besitzen. Nähere Angaben über Bezugsquellen und Zubereitung werden demnächst an den An⸗ schlagtafeln des Vereins zu sinden sein. Briefmarken als Kleingeld. Um dem bestehenden Mangel an Kleingeld abzuhelfen, hat die Postverwaltung zu dem Mittel ge⸗ griffen, daß an den Postschaltern kleine Beträge mit Briefmarken gezahlt werden. Weigert sich jemand, für 30 oder 40 Pfg. Brief⸗ marken anzunehmen, dann genügt meist ein kurzer Hinweis, daß die Kriegszeit von jedem Opfer verlange, die Annahme von Brief⸗ marken aber doch nur eine Kriegsgefälligkeit bedeute. Still⸗ schweigend werden dann die Briefmarken eingesteckt. Auch Waren⸗ häuser und größere Geschäfte haben sich ansehnliche Posten von 5⸗ und 10-Pfennigmarken besorgt, um sie an Stelle von Geld als Zahlungsmittel zu verwerten. ö Kreis Wetzlar. — Gleiberg. Hier werden vielfach Klagen laut, daß die bisher verabreichten Brotmarken keineswegs ausreichen, besonders wird von den außerhalb beschäftigten Arbeitern die ihnen zugeteilte Brotmenge als viel zu gering erachtet, da diese auf Brotnahrunc den ganzen Tag angewiesen sind. n. Krofdorf. Durch einen recht unbedachten Schritt, für den nicht die geringste Veranlassung gegeben war, hat hier ein junges, 16fähriges Mädchen ihre Angehörigen in tiefe Trauer versetzt. Am Donnerstag fand es ihre Schwester auf dem Speicher erhängt vor. Das Mädchen arbeitete in einer Zigarrenfabrik in Gießen als Sortiererin und verdiente für ihr Alter ganz guten Lohn. Es machte im Anschluß an eine unbedeutende Differenz, die es im Ar⸗ beitsverhältnis hatte, eine Bemerkung, daß es das Leben satt habe, doch niemand nahm die Bemerkung ernst. Aus einigen hinterlassenen Briefen des Mädchens ist auch keim eimleuchtender Grund zu dem betrübenden Schritte zu entnehmen; es bleibt nur die Vermutung übrig, daß hochgradige Erregung die Veranlassung war der Familie steht im Felde. Von Nah und Fern. Strafe für Lebensmittelwucher. Wegen Ueberschreitung der Höchstpreise für Gemüse sind dem Kölner Schöffen⸗ gericht zwei Marktfrauen zu Gefängnis von fünf Tagen und einer Woche verurteilt worden. Amtsanwalt Beutelstahl hatte drei Wochen und eine Woche beantragt und betont, daß es sich um Lebens⸗ mittelwucher und Gewissenslosigkeit schlimmster Art handele. Zur Begründung des Urteils führte der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Dr. Küpper, aus: Das Gericht hat die zahlreichen Fälle der Ueberschrei⸗ tung der Höchstpreise als eine Teilerscheinung der leider vielfach unheilvoll wirkenden, gesetzwidrigen Erwerbsgier bei Ausnutzung der durch den Krieg geschaffenen anormalen Verhältnisse zu betrach⸗ ten und dabei zu berücksichtigen, da die sachgemäße richterliche Be⸗ handlung dieser volksvergiftenden Straftaten auch bei solchen Ver⸗ gehen ähnlichen Charakters hemmend wirken kann. Das bewußte Ucberschreiten der Höchstprejse— hier für Gemüse— stellt eine dreiste, niedrige und heute besonders bösartige Verneinung der Staatsautorität dar und verrät eine krasse Verständnislosigkeit für die Nöte anderer und für wichtigste Allgemeinintevessen. Unser Volk, das in ungeahnter Weise willig und einmütig die höchsten Opfer für unsere vaterländischen Ziele bringt, kann wahrhaftig wirkungs⸗ vollen Schutz vor unnötigen Lasten und Kümmernissen beanspruchen. Zur unabweisbaren Pflicht wird hier dem Gericht unnachsichtige Strenge, zunehmend mit sortschreitender Zest und erbarmungslos beim Rückfalle. Lagesberigledescroßen Hauptguartiers. Russische Orte in Wolhynien gestürmt. Unaufhaltsames Vordringen in Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 30. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Keine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nordöstlich von Mitau wiesen unsere Truppen bei Plakanen auf das Nordufer der Misse vorgeschobene Kräfte, zwei starke Nachtangriffe ab und zogen sich vor einem weiteren Angriff in die Hauptstellung auf das Südufer zurück. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. 1 Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Westlich von Czartorysk wurde die russische Stel⸗ lung bei Komarow und der Ort selbst genommen; ein nächtlicher russischer Gegenaugriff blieb erfolglos. Kamienucha, Huta, Lisowska und Bielow wurden erstürmt. Achtzehn Offiziere, nuenhundertneunund⸗ zwanzig Mann sind gefangen genommen, zwei Maschinenge— wehre erbeutet. Ein russisches Kampfflugzeug wurde bei Kuklhi untergeschossen. Balkankriegsschauplatz. Die Armeen der Generäle v. Köveß und v. Gallwitz haben feindliche Stellungen gestürmt, über tausend Serben ge— fangen genommen, zwei Geschütze, ein Maschinengewehr er beutet und sind in der Vorbewegung geblieben. Die Armee des Generals Bjodjanoff setzt die Verfolgung her⸗ fort. Oberste Heeresleitung. Der Vater W. B. Großes Hauptquartier, 31. Okt., vorm.(Amtlich.) * Westlicher Kriegsschauplatz. Bayerische Truppen setzten sich nordöstlich von Neu⸗ bille in Besitz der französischen Stellung in einer Aus dehnung von elfhundert Meter, machten etwa zweihundert Gefangene und erbeuteten vier Maschinengewehre, drei Minenwerfer. Ein feindlicher Gegenangriff wurde abends abgeschlagen. In der Champagne ist ein weit vorspringendes deut⸗ sches Grabenstück nördlich von Le Mesnil in der Nacht vom 29. zum 30. Oktyber durch überwältigenden Angriff gegen die dort stehenden n an die Franzosen verloren gegangen. Bei Tahure s griffen nachmittags unsere Trup⸗ pen an. Sie stürmten die Buttede Tahure (Höhe 192 nordwestlich des Ortes). Der Kampf dauerte die Nacht hindurch an. Einundzwanzig französische Offiziere, darunter zwei Bataillonskommandeure, eintausendzwei⸗ hundertund fünfzehn Mann wurden gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Durch unser konzentrisches Feuer wurden die Russen ge— zwungen, den Ort Plankanen auf dem Nordufer der Misse wieder zu ränmen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Der Angriff westlich von Czartorysk erreichte die Linie Ostrand von Komarvw⸗Höhen östlich von Podgacie. Die er⸗ reichten Stellungen wurden gegen wiederholte russische Nacht. angriffe in teilweise erbitterten Kämpfen gehalten. Etwa hunderundfünfzig Russen von elf verschiedenen Regimentern sind gefangen genommen. Balkankriegsschauplatz. Deutsche Truppen der Armee des Generals v. Köveß haben Gru. Milano vac genommen. Nordöstlich da⸗ von wurde der Feind an der Straße Satornja—Kragujevac nus seinen Stellungen südlich der Srebrnica geworfen. f Die Armee des Generals v. Gallwitz drängte beider— seits der Morava den Gegner weiter zurück. Sechs⸗ hundert Gefangene wurden eingebracht. Von der Armee des Generals Bojadjeff liegen keine neuen Nachrichten vor. Oberste Heeresleitung. Der Frankfurter Zeitung wird geschrieben: Die Erst ür mung der Butte de Tahure durch deutsche Truppen hat die Franzosen eines der wertvollsten lokalen Gewinne beraubt, die der große und allgemeine Angriff unseren Gegnern während der letzten fünf Wochen in der Champagne eingebracht hat. Der 192 Meter hohe, im Nordwesten des Dorfes Tahure gelegene Hügel überragt ein gut Teil des umliegenden Geländes und gehörte mach Angabe der sranzösischen Heeresleitung zu dem System der zweiten deutschen Verteidigungslinie in jenem Abschnitt. Tahure selbst liegt vollkommen in der Feuerlinie; wer das zerschossene Dorf besitzt, hat schwerlich Nutzen davon. Von großem Wert ist dagegen, der r emporragende Kopf von Tahure. Unsere Stellungen, in der Champagne haben sich auch ohne den Besitz dieser Höhe als stark und den gewaltigen Angriffen gewachsen erwiesen. Aber die Wiederbesetzung des Gipfels verstärkt naturgemäß unsere Front er⸗ heblich. Die eigentliche Bedeutung unseres Erfolges bei Tahure ebenso wie des glücklichen Sturms bayerischer Truppen nordöstlich von Neuville, also im Raume der vielgenannten Vinyhöhe, liegt weniger in dem gewiß sehr mützlichen Raumgewinne und der beträcht⸗ lichen Beute, als in dem ganz außerordentlich wertvollen moralischen Erfolg: Eines der am meisten von den Franzosen gerühmten Stücke ihrer Siegesbeute aus jenem in ganz kollossalen Maßstäben angeleg⸗ ten Generalangriff, aus einem Angriff, der alles bisher Dagewesene durch seine Wucht und seine technischen Mittel in den Schatten ge⸗ stellt hat, ist durch einen sogenannten improvisierten und nur aus dem Erfordernis oder der Gelegenheit der Stunde heraus entstan⸗ denen Gegenstoß der Deutschen in unsere Hände zurückgefallen. Dieser klare und umbestreitbare Unterschied, diese grundsätzliche Verschiedenheit des Handelns und des Könnens ist so eindringlich und überzeugend, daß es sich wohl denken läßt, die Franzosen müßten doch allmählich irre werden im Glauben an die Unfehlbarkeit ihrer mathematischen Rechnung, in dem„der Sieg in Etappen“ nicht nur ein ungewisser Faktor, sondern ein sinnlos ein⸗ gesetzter Götze ist. Der österreichisch· ungarische Tages bericht Wien, 31. Oktober.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 31. Oktober 1915: Nufsischer Kriegsschauplatz. Gegenüber unserer Strypa⸗Front legte gestern der Feind er⸗ höhte Tätigkeit an den Tag. Er bedachte unsere Linie in verschie⸗ denen Räumen mit starkem Artilleriefeuer und versuchte auch an einer Stelle über die Strypa zu kommen, was wir durch unser Feuer vereitelten. Sldöstlich von Luck wurde abermals herabgeschossen. 5 Unsere Angriffe westlich von Czartorysk gewinnen schritt⸗ 1751 Raum. Starke russische Gegenangriffe wurden abge⸗ wiesen. Sonst im Nordosten nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Auch gestern wiederholten die Italiener ihre Angriffe gegen die meist umstrittenen Punkte der Brückenköpfe von Tolmein und Görz, sowie an mehreren Stellen der Karsthochfläche von Doberdo. So kam es wieder zu erbitterten Nahkämpfen, die mehrfach auch Nachts andauerten und allenthalben damit abschlossen, daß unsere Truppen ihre Stellungen im Besitz behielten. An der Tiroler Front wurden abermals feindliche Angriffe im Tonale⸗Gebiet blutig abgewiesen. Im Vorseld unserer Befesti⸗ gungen auf dem Col di Lana trat Ruhe ein. Wie überall, so ist nuch hier die Hauptstellung fest in unsern Händen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Visegrad drangen unsere Abteilungen auf serbisches Gebiet vor. Die von Valjewo südwärts vorrückenden Kolonnen des Gene⸗ rals von Köveß trieben bei Racana feindliche Reiterei zu⸗ rü dk. Unmittelbar nordwestlich von Grn. Milanovac erstürmten österreichisch⸗ungarische Truppen mehrere stark befestigte feindliche Stellungen, wobei vier Geschütze und drei Munitionswagen er⸗ beutet wurden. Das Egerländer Landsturm-Bataillon Nr. 46 hat an diesem Erfolg ruhmreichen Anteil. Gleichzeitig kämpften sich deutsche Streitkräfte von Norden und Nordosten gegen Gen. Milanovac heran und drangen in diese Stadt ein. Der Angriff unserer Truppen im Ge⸗ lände nordwestlich von Kragujevac gewinnt überall Raum. Die südwestlich von Lapovo aufragende Höhe Strazenica ist in deutsche m Besitz. Die Bulgaren sind in der Verfolauna allerorts gegen ein feindlicher Flieger Bei Slatina westlich von Knjazevae Westen vorgedrungen. leistete der Feind vorgestern noch Widerstand. Neuere Nachrichten fehlen. Eine von Pirot entsandte bulgarische Kolonne näherte sich Zeitpunkt Vlasotinca. 8 a Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschallentnant. 8 Der bulgarische Bericht. Sofia, 31. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Heeresbericht über die Operationen vom 28. Oktober. Nach der Einnahme von Zajecar, Knjazevac und Inovo fuhren unsere Truppen fort, den Feind in westlicher Richtung zu verfolgen. Am Morgen des 28. Oktober ist eine Abteilung, die in der Nähe von Pirot die Nacht zugebracht hatte, in diese Stadt eingedrungen und verfolgt den geschlagenen Feind weiter. Die englische und französische Flotte haben die Be⸗ schießung der Aegäischen Küste wieder aufgenommen. Kragujewae. T. U. Bukarest, 31. Okt. Die verbündeten nähern sich von allen Seiten Kragujevac. Die Armee Generals von Gallwitz dringt nach der Einnahme von Batacina auf beide Ufer der Letenica auf Kragujevac vor. Die Armee des Generals von Köveß schreitet auf der Land⸗ straße Arangyelovac—Kragujevac östlich und westlich vor⸗ wärts. Bulgarisches Getreide für Deutschland. Die Köln. Zeitung meldet aus Sofia: Abgesandte der vom Berliner Reichsamt des Innern eingerichteten Getreide⸗ einkaufsgesellschaft sind hier eingetroffen und haben unter weitgehendem Entgegenkommen der Regierung ihre Ar- beiten begonnen, die den Zweck verfolgen, Deutschland und Oesterreich-Ungarn eine genügende Zufuhr von Brotgetreide und Hülsenfrüchten zu sichern. Wiederaufnahme der Schiffahrt auf der Donau. T. U. Bukarest, 31. Okt. Die deutschen, österreichischen und ungarischen Schiffahrts⸗Gesellschaften beschlossen, die Schiffahrt auf der unteren Donau zu eröffnen. Die im Kanal Mitzin seit Kriegs⸗ ausbruch befindlichen Schiffe warten weitere Anweisungen ab. Oesterreichisch-ungarische Dampfer begannen mit der Säuberung der Donau. Man glaubt, daß diese Arbeit ungefähr 10 Tage in Anspruch nehmen wird. Geflüchtete Serben. Budapest, 31. Okt. Nach Bukarester Meldungen beträgt die Zahl der Serben, die auf rumänisches Gebiet flüchteten, etwa 12 000. Auf die Versicherung der Konsuln, daß sie in ihrer Heimat den Schutz der österreichisch-ungarischen, deutschen und bulgarischen provisorischen Behörden genießen würden, sei ein großer Teil der Flüchtlinge wieder zurückgekehrt. Der türkische Tagesbericht. Ein französisches U-Boot versenkt.— Ein Transportschiff getroffen. Konstantinopel, 31. Okt.(W. B.) Bericht des Hauptquartiers von gestern: An der Dardanellenfront ver⸗ senkte unsere Artilerie heute das französische Unterseeboot „Turquvise“. Wir machten die Besatzung, die aus zwei Offizieren und 24 Mann bestand, zu Gefangenen. Der Feind begann auf drei Teilen der Front mit zunehmender zu dem gleichen Truppen des Heftigkeit Artilleriefeuer und Bombenwerfen. Wir erwiderten kräftig. Einige feindliche Schiffe nahmen an diesem Feuer teil. Bei Anaforta traf unsere Artillerie ein feindliches Transportschiff am Vorderteil. Das Schiff entfernte sich, in dichten Rauch eingehüllt. Bei Arirwarika verur⸗ sachte eine unserer Bomben in den feindlichen Schützengräben einen Brand, der zwei Stunden dauerte. Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr zerstörte unsere Artillerie zwei Minenwerferstellungen auf dem rechten Flügel und in der Mitte. Sonst nichts Neues. Der englische Hilfskreuzer„Hythe“ gesunken. T. U. London, 31. Okt. Reuter meldet amtlich: Der Hilfskreuzer und Minenzerstörer„Hythe“ ist in der Nähe der mit einem Von der aus 250 Köpfen 153 Mann Halbinsel Gallipoli nach einem Zusammenstoß anderen Kriegsschiff gesunken. bestehenden Besatzung werden zwei Offiziere, vermißt. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Verstorbene. Wilhelm Thöf in Gießen, 51 Jahre Frau Marie Wilhelmine Henkel, geb. Wolf in Lauterbach, 73 Jahre alt. alt.—! 1 Leun uripreise in, i an Oktober 1915 Versteigerung von Birken⸗Besenreiser. Samstag, den 6. November 1915, vormittags 11 Uhr, werden im Stadthaus, Gartenstraße 2, die in den Waldungen der Stadt Gießen sich ergebenden Birkenbesenreiser in verschiedenen Losen meistbietend versteigert. 1 Gießen, den 29. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald. Statt besonderer Meldung. 8 Todes-Anzeige. am Samstag abend 6 Uhr verschied nach Kurzer schwerer Krankneit meine liebe Frau. unsere gute Mutter, Schwieger- und Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante n Anna Kath. Baum, geb Hal im 72. Lebensjahre. 1 Von dieser Trauernachricht geben Wir Freunden und Be- kannten mit der Bitte um stille Teilnahme hierdurch Kenntnis, diessen(Schillerstr. 20). den 1. November 1913. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen . Andrens Baum u. Einder. Die Beerdigung findet am Dienstag. den 2. November, nachm. 2 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt Für Wirte! Für Wirte! Wir empfehlen 2 Spielkarten 2 in allen Preislagen aus der Spielkartenfabrik Frommann& Bünte, Darmstadt. 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