1 K 2 Lurn Brot und beim Mehl angestrebt und wenigstens im großen ui ganzen durchgeführt worden. Bei den übrigen Nahrungs⸗ utteln⸗ haben wir nur lokale Verteilungsversuche beobachten . l. gorftln iche uh * Abel klrgt. Dasselbe könnte nicht nur, nein, es müßte auch bei uns aun ibeführe werden. Schwierigkeiten? Allerdings. — e würde es dabei zu überwinden geben, namentlich die, daß Der Organ für die Interessen des werktätigen Volles Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. ie Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in sießen. Der Avonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich Pfg. einschl. Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. 5 Redaktion und Expedition Giesten, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Juserate kosten die b mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 255 1 Gießen, Samstag, den 30. Oktober 1915 10. Jahrgang Zerbien Die schwarze Suppe. Von besonderer Seite wird uns geschrieben: Man hat Deutsch— las in dieser harten Kriegszeit immer und immer wieder mit eher belagerten Festung verglichen. Aber die notwendigen Slußfolgerungen aus diesem Vergleich hat man nicht gezogen, am mnigsten die Reichsregierung. Wie sie sich lange gegen die Ein— fürung der schon lm September 1914 ihr vorgeschlagenen Brot- zen gesträubt hat, so ließ sie auch später die Dinge viel zu lange een, wie sie gingen oder nicht gingen. Die einer durchgreifenden Melung der Nahrungsmittelversorgung und Verteilung ent⸗ geenstehenden Schwierigkeiten sind groß. Wir unterschätzen sie e iß nicht, aber sie konnten und können überwunden werden. „Der verantwortliche Kommandant einer belagerten Festung td dreierlei als vordringliche Aufgabe ansehen: erstens die Mige der verfsigbaxen Nahrungsmittel festzustellen; sodann diese Mige nach Möglichkeit zu vergrößern; endlich das Vorhandene ol noch Heranzuschaffende gleichmäßig, vielleicht sogar gleich— arg zu verteilen. Im Reiche bat die Nahrungsmittelstatistik, der die Lösung der en Aufgabe zugefallen wäre, versagt. Wir haben weder im Vor⸗ de genau gewußt, über wieviel Lebensmittel der verschiedenen Sten wir verfügten, noch wissen wir es in diesem Jahr: Nur so⸗ u ist bekannt, daß wir dank einer über den Durchschnitt guten Ar toffelernte und einer mindestens durchschnittlichen Getreide— ene an Vegetabilien keinen Mangel zu leiden brauchen. Wir Asien, aber auch, daß auf Futterstoffe, auf Vieh, Fleisch, Milch, ir, Fette und Oele nicht das gleiche zutrifft. Bei allen diesen rungs⸗ und Genußmitteln haben wir mit mehr oder weniger ächtlichen Ausfällen zu rechnen, weil wir stark auf die jetzt fast 3 gesperrte Einfsuhr aus dem Auslande angewiesen sind. aus ergeben sich Unbequemlichkeiten und Gefahren, die wir nur dum erträglich machen können, wenn für eine verständige„Ver⸗ küiung des Risikos“ gesorgt wird. Das bringt uns zum dritten Punkt. Ein Gleichmaß der Ver⸗ kiiung, das auch sparsamen Verbrauch gewährleistet, ist bisher nur r 1 ümen: einzelne Orte haben die von Gemeindewegen beschaffenen liisch⸗ und Fettvorräte und auch andere Nahrungsmittel auf Crmd eines mehr oder weniger umfassenden Verteilungsplaus an „ Bevölkerung abgegeben. Die Zentralbehörden haben bisher kizen solchen Versuch gewagt Und doch liegt hier das Entscheidende. Der Festungskomman⸗ ant wird seine Vorräte in Nationen einteilen und an jedermann gichmäßig ausgeben lassen. So muß es grundsätzlich auch im Aath geschehen. Es ist ein ganz unhaltbarer Zustand, daß die Asse der Minderbemittelten mit Sorgen und Not zu kämpfen ben, während reiche oder auch nur wohlhabende Leute, wenn sie ihn Geldbeutel anstrengen, heute genau so gut leben können, wie üßriedenszeiten. Mit welchem Recht kaun man sich auch jetzt noch, zan man nur Geld genug zur Verfügung hat, im eigenen oder im Vitshause auftragen lassen, was den Gaumen und die Kehle er⸗ ? Das ist nicht der„natürliche“ Zustand. Angemessen wäre mehr, wir wiederholen, die grundsätzliche, eine Berücksichtigung kunderer Umstände nicht ausschließende gleichmäßige Verteilung hn vorhandenen oder zu beschaffenden Lebensmittel. Viel besser wen wir alle gefahren, wenn wir aus dem gemeinsamen suppentopf unsere Ration zugemessen bekommen hätten. az gleich, ob Grof oder Arbeiter, ob Kommerzienrat oder Dich⸗ ob Minister oder Kutscher— der eine braucht, wenn er nicht hide krank ist nicht mehr oder nicht anders zubereitete Speise n Erhaltung seines Lebens als der andere. Will man dagegen Arnst einwenden, das gehe nicht? Warum geht es denn draußen Felde, in den Schützengräben wie in der Etappe? Den Ge. hen spendet dort die wohltätige Gulaschtauone das tägliche l, und für die Kranken wird in auderer zweckmäßiger Weise Art des Lebens körperlich und de in der belagerten b 1 0 alle erst auf diese in Ausnahmezustand. ig einzustellen hätten. Aber das Leben lung ist eben nicht das normale, sondern e l die Naß Bei den jetzt so lebhaft gepflegten Erörterungen über die e ismittelversorgung kann man immer und immer wieder 525 nwand hören, es komme darauf au, so wenig wie möglich nom zer kaltung unseres Lebens im Frieden abzuweichen. Es ee alles— wenigstens nach außen hin— so bleiben wie ich die 11 Ausbruch des Krieges war. Wir bestreiten nachdrücklich di tigkeit dieser Auffassung von den Dingen und von ee de. Unser ganzes Leben muß im Gegenteil auf den wiegen stellt werden. Einzelnen lund nicht den besten) Teilen 115 etölkerung ist ja heute, nach 14 Monaten Krieg, noch ee en geworden, daß unser Volk im schwersten Ringen und 1 (örten Opfern um sein bloßes Dasein kämpft! Nicht wei 15 sind wenden wir uns gegen das skandalös gleicher . flächliche Leben eines Teils der oberen Helps geit gu 0 weil Gedankenlosigkeit und Schlemmerei in dieser Zet 8 nz besonders schweren sozialen Verbrechen werden. Geist der In der Schule erzählte man uns von dem anten ine dDurtaner, die in einem waldursprünglichen Kommunismus, Rei tige Ernährung der Bevölkerung zur öffentlichen e d an der gemeinsamen„schwarzen h 0 bei lige fanden. Die stählerne Härte“ des Leibes verband estümen erm kernhaften Volk in feiner besten Zeit mit einer unges i wserkeit und der getreulich erfüllten sozialen Pflicht de Jasher⸗ Ehaltens. Das wird nicht allein von der schwarzen Fugen. fährt Pabzen; aber mehr als ein Symbol ist sie dach geitalen, en wohl: Was die alten Lacedämonjer schon im Frssche Maß⸗ 38 stellen den Mut finden. Die Grundregel sollte es sein, von der ab⸗ zuweichen jedesmal erst der besonderen Begründung und Recht⸗ fertigung bedürfte. Ob wir dann wirklich den allgemeinen Suppen⸗ topf einführen oder nicht, ist eine Frage der Zweckmäßigkeit und der Organisation. Aber unser ganzes Volk muß in seinen Ge⸗ danken und in seiner Gesinnung auf diesen allgemeinen Suppentopf als auf das zur Zeit Notwendige eingestellt werden. Harten Zwang würde das bedeuten. Aber für hundert Un⸗ zufriedene würde man zehntausend Zufriedene machen! Man bilde sich doch nur nicht ein, daß wir jetzt ohne Zwang alteingewurzelte Gewohnheiten, Urteile und Vorurteile ändern könnten. Nur der Zwang schafft Ordnung, wenn und solange es an der psychologischen Neueinstellung fehlt. Wer es nicht glaubt, sehe sich einmal die über⸗ legen ironische Arbeit von Prof. Schott, dem Leiter des Mann⸗ heimischen stat. Amts, über den Verbrauch von Weizenbrot im vorigen Jahre an. Damals, als die Weizenvorräte knapp zu wer⸗ den begannen, predigte man, wie überall, auch im Gemeinderate zu Mannheim mit dem Brustton innerster Ueberzeugung, daß die Bevölkerung im eigenen Interesse gut daran tue, den Weizenkonsum einzuschränken, denn das sei ein soziale, eine patriotische Pflicht, ein kleines Opfer nur auf dem Altar des Vaterlandes. Schotts Untersuchung stellte mtleidlos fest, daß in dem Haushalt dieser Ent⸗ haltsamskeits-Prediger nach dem patriotischen usw. Appell nicht weniger Weizenbrot verzehrt wurde als vorher.... Es wäre unrecht, die Mannheimer Stadtväter für schlechtere Menschen zu halten, als wir durchschnittlich alle sind. Die Geschichte beweist nur, daß es in der Tat nicht oder noch nicht ohne Zwang geht. Wir müssen uns selbst zum Besten zwingen. Und das Beste ist in diesem Augenblick die spartanische schwarze Suppe. ** *. * f 5 N Die französische Regierungskrise. Ministerium Briaud? Wie der Frankf. Ztg. aus Paris berichtet wird, hatte der Justizminister Briand mit zahlreichen politischen Persön⸗— lichkeiten Besprechungen, die sich auf die Neubildung des Ministeriums bezogen, von denen jedoch die Presse keine Mitteilung machen durfte. Mittwoch abend empfing Briand die Vertreter der Presse und gab ihnen eine Er— klärung ab, die nach der Mitteilung der Agence Havas solgenden Inhalt hatte:„Der Ministerpräsident Viviani hatte Schritte zur Verbreiterung seines Kabinetts gemacht. Ich setze sie meinerseits fort, aber ich habe keinen offiziellen Auftrag, da es keine Ministerkrise gibt. Es ist also eine Reihe von offiziösen Besprechungen, die ich mit den ver⸗ schiedenen Politikern habe. Ich bitte Sie zu sagen, daß dies der Sinn meiner Schritte ist. Darin liegt auch der Grund, weshalb ich noch nichts Genaues sagen kann. Vielleicht werde ich Donnerstag mittag mehr darüber sagen können.“ Wie Havas hinzufügt, werden die Verhandlungen zur Umbildung des Kabinetts tätig fortgesetzt. In politischen Kreisen habe man den Eindruck, daß die Lösung Donnerstag vormittag bekannt gegeben wird. Aus diesen offiziösen Mitteflungen geht hervor, daß Viviani bereits demissioniert hat, weil seine Versuche, die geheiligte Einheit wieder zusammenzuflicken. bereits gescheitert sind. Denn Briand würde nicht eine der⸗ artige Mitteilung an die Presse machen, wenn er nicht schon selbst in bestimmter Form den Auftrag der Neubildung des Ministeriums erhalten haben würde. Es handelt sich bei diesen Verhandlungen offenbar darum, auch dem rechten Flügel der Kammer eine Vertretung im Ministerium zu gewähren. Es bleibt abzuwarten, ob die Parteien der äußersten Linken es annehmen, in ein derartiges Kabinett einzutreten. Vorläufig sind die Verhandlungen noch im Gange. Aber es ist zweifelhaft, ob Briand, dem die Parteien der Linken ohnehin wenig gewogen sind, zum Ziele kommen wird. E Paris, 27. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Blätter mel⸗ den, daß der Doputierte Franklin Bouillon morgen die Regie⸗ rung über die Gefahr, die der Landes verteidigung aus der Ver⸗ zögerung der Ernennung eines Mini sters des Aeußern erwachse, zu imorpellieren boabsichtige, falls bis dahin die Kabinettskrise nicht gelöst sei. 0 Der fran ösische Gewerkschaftsbund zum Kriege. Der Sekretär des französischen Gewerkschaftsbundes, L. Jou⸗ haux, versandte in den letzten Tagen ein Rundschreiben au die Organisationen, in dem er sie auffordert, sich mit solgenden Fragen zu beschäftigen, um— unmittelbar nach Eiustellung der Feindselig⸗ keiten— an deren Lösung herangehen zu können. An erster Stelle komme in Betracht„die Verteilung der Schäden, die durch den Krieg veranlaßt wurden. Wir verstehen darunter, daß das Kapital der Arbeiter: die Arbeitskraft, vom Schadenersatz nicht ausgeschlossen sicklal bestegelt! nen die Probleme in Betracht, die mit der Reorganisation der Ar⸗ beit und der Produktionsbedingungen zum Zwecke einer fortschrei⸗ tenden Entwicklung unserer Industrie verbunden sind.“ Jouhaux hält eine stärkere Industriealisierung Frankreichs für nötig:„Die Stärkung der Produktion in allen ihren Zweigen bedeutet die Mit⸗ arbeit an der Zunahme des allgemeinen Wohls.“ An dritter Stelle müssen sich die Organisationen mit der Frage der Ein wande⸗ rung ausländischer Arbeitskräfte beschäftigen. Der Krieg hat viele französische Proletarierkräfte vernichtet, während die Belebung der franzöfischen Industrie mehr Arbeitskräfte bean⸗ spruchen wird, als Frankreich sie liefern kann. Eine Einwanderung ausländischer Arbeiter wird deshalb sicherlich erfolgen. Es gilt nun, die Einwanderung zu regeln, und zwar auf internationaler Grundlage. Die französischen Gewerkschaften sollen sich zu diesem Zwecke mit den ausländischen Organisationen in Verbindung setzen, Es soll serner darauf gesehen werden, daß die französischen Unter⸗ nehmer nicht die unorganisierten fremden Arbeiter gegen die heimi⸗ schen Arbeiter ausspielen. Schließlich sollen die Organisationen sich mit der Teuerungsfrage beschäftigen und statistische Un⸗ terlagen für eine Agitation gegen den Lebensmittelwucher schaffen „Jedem das Seine“. Dem Avanti wird aus Paris gemeldet, daß sich unterm Einfluß der Balkanereignisse die Stimmen mehren, die sich schon vorher erhoben haben, daß„Frankreich den Franzosen“ gehöre. Männer der verschiedensten Richtungen, wie Clemenceau, Pichon, Bailby vom Intransigeant, Mauras der Royalist, und andere verfechten das Prinzip. Ziemlich deut. lich hätte Henry Beranger seine Meinung gesagt:„Unser Krieg ist und soll bleiben ein nationaler Krieg. Ist nicht bekannt, daß wir es nicht waren, die ihn hervorriefen? Des- halb verteidigen wir unsern Boden, unsere Frauen, unser Heim. Verteidigen wir es selbst! Laßt nicht andere uns be. freien, damit wir uns für andere töten lassen sollen.... Jede Front ist besser verteidigt, die von eigenen Leuten verteidigt wird.... Ist das Opfer nicht süßer, wenn man für den Heimatboden leidet und stirbt?“ Daraus folge, meint der Berichterstatter:„Wenn unbedingt eine Spaltung der Kräfte für den Balkan nötig ist, so sollen doch unsere tapfern eng— lischen Freude gehen, um den Weg nach Indien zu verteidigen, während wir Franzosen die Lücken, die sie in Artois und Calais lassen, ausfüllen werden.“ Gedenkschrist der polnischen Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie Polens und Litauens 5 P. L.), die nicht zu verwechseln ist mit der Polnischen Sozialistischen Partei (P. P. S.), gab eine achtseitige Gedenkschrift heraus, die Rok Wojny Kriegsjahr; betitelt ist und sämtliche von ihr angenommenen Reso⸗ lutionen, sowie einen Jahresbericht über ihre Tätigkeit enthält. Die S. D. P. L. ist durchaus revolutionär und will von nationalen Fragen nichts wissen. s bleibt sich ihr ganz gleich, ob Rußland oder Deutschland in Polen gebietet: die zarische Knute wurde durch „die eiserne Diktatur der deutschen Soldateska“ ersetzt. Die Ge⸗ denkschrift erklärt:„Mit der Besetzung ganz Polens durch deutsche Heere treten an den polnischen Soizalismus neue Aufgaben herin: mpf gegen die Demagogie der„österreichischen Orientation“, ebenso wie früher gegen die Demogorie der Wiedergeburt Polews unter der zarischen Knute; Ringen mit der Not und dem Ruin: Kampf für die Aufrechterhaltung der Kräfte des Proletariats.“ Sämtliche Resolubionen sind von der Auffassung getragen, daß der Weltkrieg nur ein Kampf der profitsüchtigen Bourgeoisien der ver⸗ schiedenen Länder um die Weltmärkte ist. Die Kämpfe an der indischen Nordwestgreuze. London, 28.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Daily Mail veröffentlicht den Brief eines Offiziers über die Kämpfz an der indischen Nordwestgrenze am 9. September. Die Mohmands zählten danach 20 000. die britischen und indischen Truppen 10000 Mann. Die Mohmands waren sehr tapfer und schossen sehr genau. Die Engländer kamen in eine schwierige Lage und eine Brigade wurde hart bedrängt; es gelang ihr aber, eine stärkere Stellung rückwärts einzunehmen. in der sie sich sammeln konnte. Der britische Befehlshaber befahl jedoch einen allgemeinen Rückzug, da er nicht in eine Falle geraten wollte, aus der zu entkommen es schwer gewesen Ok l. wäre. Die Kampfesart des Feindes war dieselbe wie 18 britische. Alle waren in Khaki gekleidet. Sie bedrängten den britischen Rückzug auf der ganzen Strecke, wurden aber durch die Artillerie in Schach gehalten und litten durch Kavallerie, sobald sie die Ebene erreicht hatten. Die britischen Offiziere bezeichnen den Kampf als den schwersten seit 1897. Die Briten verloren 13 Offiziere und 110 Mann; die Verluste des Feindes werden auf 1250 geschätzt. Das bayerteche Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie. fein werde. Diese Frage wurde bereits zwischen den Delegferten des Gewerkschaftsbundes und der sozialistischen Partei besprochen; das Ergebnis dieser Besprechung legen wir den Orgasationen Zar Erwägung vor.“ Diese Stelle ist ziemlich funkel. Sie kann doch, von den Franzosen erwarteten Kriegsentschädigung dien wir in außerord erordentliche Maß⸗ 1 entli als außerorts 5 5 als Grundregel, Lebens fübrung. binau⸗ Iten sollen. Sonst hat diese ganze Stelle keinen logischen Sinm. erha ger geen fäbrk daun fork; n wen Stelle om nur bedeuten, daß die frauzösischen Gewerkschaften einen Teil der Am Mektwoch sand die erste Sitzung des Gemeindebeemnden⸗ gesetz-Ausschußses in der neuen Session des bayerischen Landtages statt. Die Berolung setzte ein bei dem Art. 12, der in seinen Mo⸗ tiven des Ausnahmegesetz gogen die saldemokvatie enthält. Am Ende ider längeren Geschäftsordnungsdebatte gab der Staus ministar v. Soden im Namen der Staatsregierung die folgende Er⸗ klärung ab: 8 t. 12 Abf. 1 des Entwurfes legt dax, Gemeindebeamte durch eine Betäti⸗ ig unwürdig machen würde, „Die Begründung zu Ar daß sich ein berufsmäßiger gung als Sozialdemokrat der Achtun die sein Amt erfordert und daß er deshals disziplinär zu ahnden wäre. Angesichts der vaterländischen Haltung, die im gegen⸗ wärtigen Kriege auf dem Boden der geltenden Stagtsordnung auch von Seiten der Sozialdemokraten an den Tag gelegt wurde, hält die K. Staatsregierung jene Darlegung wicht aufrecht und erachtet damit diese Stelle der Begründung als weggefallen. Hierbei steht die K. Staatsregierung auf dem Standpunkt, daß der Wortlaut des Art. 12 unverändert zu bleiben hat und hofft, daß die Beratungen über den Gesetzentwurf in Kürze zu Ende geführt werden.“ Bethmann hilf! Der Vorstand des Deutschen Landwirtschaftsrates hat an den Reichskanzler die dringende Bitte gerichtet, den nach der Auffassung des Landwirtschaftsrates„irreführenden Dar— stellungen“ in den Zeitungen und Eingaben an die Behörden über die„Wucherpolitik der Landwirtschaft“ nicht nur durch die Zensur, sondern auch durch amtliche Aufklärungen mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. In der Be gründung dieses Hilferufes der Landwirte an den Reichs- kanzler heißt es nach der Deutschen Tageszeitung: Von den landwirtschaftlichen Vertretern ist mit allem Nach⸗ druck wiederholt die Festsetzung von Höchstpreisen schon zu einer Zeit verlangt, als man so einschneidende Maßnahmen, denen aus Handelskreisen lebhaft wiedersprochen wurde, bei der Regierung noch für entbehrlich hielt. Nur zweierlei wurde dabei allerdings immer zur Voraussetzung gemacht: Einmal die Sicherheit dafür, daß diese Höchstpreise auch den Verbrauchern wirklich zu gute kommen— d. h., daß nicht, nachdem der Landwirt sich mit einem mäßigen Höchstpreise abgefunden, nachträglich auf dem dem Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ungebührliche Kriegs⸗ gewinne gemacht und Verteuerungen verursacht werden dürften; daher die Forderung von Höch stpreisen im Groß⸗ und Kleinhandel, auch für Mehl, Brot und für die übrigen wich⸗ tigsten Lebensmittel. Die zweite Voraussetzung war, daß auch eine ungebührliche Verteuerung der landwirtschaftlichen Pro⸗ duktionsmittel,(Kunstdünger, Futtermittel, Brennmaterial usw.) verhütet und Eingriffe in die landwirtschaftliche Produktion ver⸗ mieden werden, welche die regelvechte Fortführung der Betriebe und damit unsere gesicherte Volksernährung in einem späteren Zeitpunkt des Krieges in Frage stellen könnten. Wie wenig diese beiden Voraussetzungen im ersten Kriegsjahr erfüllt worden sind, ist bekannt. Dennoch hat die deutsche Landwirtschaft auch für das zweite Kriegsjahr nicht nur die gleichen, sondern noch viel weiter als im ersten Jahre gehende Beschränkungen ihrer Verkehrs- und Verfügungsfreiheit über ihre Erzeugnisse auf sich genommen und wird sie in vaterländischer Opferwilligkeit auch weiter auf sich nehmen, obgleich damit vielfach die äußerste Grenze ihrer Trag⸗ 2 Leistungsfähigkeit wohl manchmal schon überschritten wor⸗ en ist. N 1 Auch die Bekämpfung ungebührlich hoher Lebensmittelpreise durch angemessene Höchstpreise hat, noch in neuester Zeit die vollste Unterstützung der Landwirtschaft gefunden. Wogegen sich ihre berufenen Vertretungen indessen auf das allexentschiedenste ver⸗ wahren müssen, ist, daß trotz aller dieser Opfer, welche unsere Landwirtschaft auf sich genommen hat, neuerdings ein Teil unserer Presse es über sich gewinnt, der deutschen Landwirtschaft„Lebens⸗ mittelwucher“ vorzuwerfen.— Damit— das heißt mit einer so unwahren und ungerechten Beschuldigung— würde das Maß des Erträglichen überschritten werden. Es würde den berufenen 8 landwirtschaftlichen Vertretungen vollkommen unmöglich gemacht werden, weiter einer tiefen und sehr bedrohlichen Miß⸗ stimmung und Erregung auf dem Lande zu begegnen, wie sie leider schon fetzt weite Kreise— namentlich unserer bäuer⸗ lichen Bevölkerung— ergriffen hat. Der parteipolitische Bur g⸗ friede, den wir doch auf wirtschaftlichem Gebiete zu erhalten das dringendste Interesse haben, würde durch nichts stärker als durch die Fortsetzung derartiger Angriffe gegen unsere Landwirt⸗ schaft gefährdet werden.“ Mit Redensarten über die Notwendigkeit der Erhaltung des Burgfriedens ist die Lebensmittelnot nicht zu beseitigen Soll etwas geschehen und soll der Vorwurf des Lebensmittel⸗ wuchers gegen die Produzenten und Händler verschwinden, müssen eben die Lebensmittel billiger werden. Dafür soll die Landwirtschaft sorgen helfen. Von Redensarten und Eingaben an den Reichskanzler wird das Volk nicht satt. Rundschau aus Deutsch⸗Ostafrika erfährt Stelle bestätigt wird, ist unsere ostafri⸗ en und Munition in jeder Beziehung und reichlich versorgt. wird ein neuer Angriff der Eng⸗ länder dort nicht im geringsten gefürchtet, zumal die Schutztruppe und überhaupt die ganzen Kräfte in Deutsch⸗Ost⸗Afrika sich ganz bedeutend vermehrt haben. Ueber die heutige Waffen⸗ und Munitionsversorgung der auch unterrichte die sich ihnen b und Kolonie sind die Engländer zweifellos t, dagegen ahnen sie nicht die Stärke unserer Kräfte, ei einem neuen Angriff entgegenstellen würden. Die französische Ministerkrise. Geuf, 29. Okt. Die Bemühungen Vivianis, sein Kabinett neu zu bilden, eiterten endgültig. Briand über⸗ nahm die Bildung des neuen Kabinetts und wird den Vorsitz und das Ministerium des Aeußern übernehmen, mit Jules Cambon als Unterstaatssekretär. General Gallieni erklärt sich bereit, das Kriegsministerium zu übernehmen, während für den Marineminister ein bekannter Admiral in Aussicht genommen ist. T. U. Amsterdam, 29. Okt. Nach hier vorliegenden Pariser Privatnachrichten ist die Umbildung des französischen Kabinetts in folgender Weise gedacht: Briand Minister⸗ bräsident und Aeußeres, General Ga llieni, bisher Kom⸗ mandant von Paris, Kriegsminister, Viviani übernimmt die Justiz, Ribot behält die Finanzen. Admiral Lacaze wird Marineminister. Das neugeschaffene Amt eines Unter— staatssekretär des Aeußeren übernimmt Cambon. Die meisten Unterstaatssekretär sind abgeschafft, nur der Mu⸗ nitionschef, Unterstaatssekretär Thomas, bleibt. Kragußevac von der serbischen Zivil⸗ bevölkerung geräumt. T. U. Budapest, 29. Okt. Einer Bukarester Meldung zufolge hat die serbische Zivilbevölkerung Kragnjevac bereits verlassen. Die serbischen Streitkräfte ziehen sich weiter in südlicher Richtung zurück. Griechenland weist serbische Flüchtlinge zurdck. Aus Saloniki wird über Bukarest gepeldet, da die griechische Regierung mit der Möglichkeit eines Lebensmittel— mangels rechnet, hat sie die Grenzbehörden angewiesen, serbische Flüchtlinge mit ungenügenden Mitteln nicht mehr über die Grenze zu lassen. Eine unangenehme Maßnahme. Budapest, 28. Okt. Das Blatt A Vilag meldet aus Athen: Die griechische Regierung hat eine Verordnung erlassen, welche den Wert des französischen Papiergeldes mit 75, des russischen mit 70 und des englischen mit 80 Prozent sestsetzt. Die Verfügung hat in Ententekreisen Bestürzung verursacht. Eine Widervergeltung. Sofia, 28. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Da durch die Beschießung von Dedeagatsch auch sehr beträchtliches bulgari⸗ sches Privateigentum zerstört worden ist, beabsichtigt die bul⸗ garische Regierung, das gesamte in Bulgarien sich befindliche französische und englische Eigentum unter Verwaltung zu stellen, um ein Unterpfand zur Schadloshaltung der durch die Beschießung Geschädigten in der Hand zu haben. Krsegs notizen. der Saale, dem Hauptzwiebelmarkt Mittel⸗ 3000 Zentner Zwie⸗ Zentner für die Stadt In Calbe an deutschlands, wurden beschlagn ahmt: beln für die Militärverwaltung und 600 Elberfeld. Das englische Kriegsministerium, teilt mit, daß vom 6. No⸗ vember ab keine Zeitungen, Zeitschriften, Bücher und sonstigen Druckschriften, abgesehen von Handelszirkularen, mehr nach den neutralen Ländern Europas ausge⸗ führt werden dürfen, außer durch besondere vom Kriegsminister ermächtigte Agenten. 5 Nach der Rjetsch wurden wegen Zugehörigkeit zur So⸗ zialdemokratie die Arbeiter Pawlow und Kowalowsky vom findet gewesen. er wurde ein Opfer der Inquisition. Petersburger Krtegsgericht zu je a cht Jahren verurteilt... Slowo meldet: Der Rußkoje Flüchtlinge befindet sich in kein Geld hat und das um Geld ganz taub bleibt. Gesuche um Unte Aus dem Gouvernement sind 400 000 Flüchtlinge unterwegs. Sibirien lagern 5000 Flüchtlinge u Aus Dresden wird gemeldet; Innern ermächtigt die Ge zeit die Einstellung w' den Fabriken zu erleichtern, erschweren, rstü zu milde Eine Massen sationsgesuche von Heimatlande zurückkehren wollen. turalisierten bereits auf 1000. Die Guerre Sociale daß die Deutschen vor Be verloren haben. worden. der an dem deutschf Die jetzige Ankle gearbeitet haben soll Das war manité abzugewöhn der italienische Ana erhielt im Jahre 1 an die Führer des der Gründung deutschfeindliche goistigen Leiter des Wochenblatte ist es plare ab. die Pariser Massen zurzeit in Baden liegen fast jeder Sitzung des Das Resultat ist nur dem Drucke Kriegsbeginn Anstoß genommen hat. schwedische Auslandspolitik, schaftliche Aktion zu gewinnen. 0 8 t Malatesta, der viele Jahre als in London gelebt hatte; er stammt aus einer Grasenfamilie seinen sogzfal revolutionären einer 5 Gründungskapital war bald verbraucht, ba die lalisten nur eine geringe Mehrheit der fran bildeten und nicht imstande w Die Hauptstltze waren die Paviser Erdarbeite Opfer für ihr Organ brachten. vertrat die Bataille Syndicaliste die alten Grundsätze. nach wurde sie wicht mehr, als ein schwacher Abklatsch der Hut die olten syndikalistischen Redakteure wurden entl holländische Anarchist Cornelissen Tageblatte geworden und setzt gegenwär Sein Name ist jedoch ganz veraltet. Sociale müßte das Blatt Guerre Nationaliste heißen. Hervé kürzlich, daß ihm ein franzbösischer Reaktionär näher fü als ein deutscher Sozialdemokrat. 4 Diese Eveignisse aus der Par Haupta einer tragisch Mini tzung ein. Witebsk nach dem Das sächsische werbe-Inspektoren, eiblicher Arbe die Vorschriften, die rn. „Naturaliserung vo! statt. In Offenbur Bezirksrats mindest Italienern vor, vom 16. grad 60 000 Mann oder r dag Brantin reundlichen Verha ete sich auf ein San an dem age gründ Steffen z. Parteivorstande wohlb en. dem sterium gegenüber seinen Von allen Provinzabteilunge Der Ausschuß hat aber Gouvernem In der Stadt Tschelj nter freiem Himmel um in die nicht mehr Mau schätzt die Zahl der Oktober teilt ihren Le ten der Ausgeschlo die Ausgeschlossenen B. ist aber gar nicht Mita u 8. 0 en La 2 55 Ministeri der Krf itskräft, die Beschäftt 1 g ens 20 nach Italien 155 5 berg At! zwei A rderliche egen nicht 2 gs zu ve amelwerk ekannt, en g 0 Die nötigen rchist 910 eine Erbsch ft von 500 fra so 135 ein täglich d Aus! Y * zum Blattes. Der syndikalistische vom Antimilitarismus blieb kein Schatten einer Spur. Häuflein der syndikalistischen Arbeiter wagte zuweilen, Haltung des Blattes Einspruch zu erheben, jedoch ohne jed Es entzog ihm die letzte Stütze, worauf die Bataille S ihr Erscheinen einstellen mußte. Andererseits blüht Gustav Hervés Guerre Sociale Krieg); aus einem antimilitaristischen beim Kriegsaus tig an, jetzt denken. und sozialrevolutjo bruch zu einem nationa iser Zeitungswelt zeigen Wil Fl. 00 Franken 90 je ungem bruch des Kr assen 4 wu verschwalt Geis die 100 000 Austa * Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 1870-1871. Von Levin Schücking. 30 Und doch erhob ich mich, ich vermochte es nicht, so ruhig dazuliegen; der Abbé saß gebeugt, die gefalteten Hände zwischen den Knien und den Boden anstarrend, da; ich bat ihn, Friedrich zu rufen, der mir helfen sollte, mich zu kleiden; in diesem Augenblicke kam Friedrich, er meldete, daß ein Detachement unseres Regiments Chateau Giron nahe. Ich ließ mich, so rasch es bei meiner Verwundung ging, ankleiden. In kurzer Zeit ritt das Detachement auf dem Hofe auf; es war ein ganzer Zug unter Führung eines Offiziers; ich ging diesem entgegen, um ihm meine Meldungen zu machen. Er war natürlich sehr erstaunt darüber, mich verwundet zu finden, wollte die Wunde, als wir in mein Zimmer gekom⸗ men, sehen, und sprach sehr bestimmt seine Meinung dahin aus, daß ich nicht weiter hier Dienst tun könne; um nicht von ihm sofort hinter die Front in ein Lazarett gesandt zu wer— den, wendete ich meine ganze Beredsamkeit auf, bis er ein— willigte, daß ich in meinem trefflichen Quartier hier noch ein paar Tage der Ruhe pflege, um mich dann in Noroy bei unserem Kommandeur melde, damit der Stabsarzt entscheide. „Sie können dann gleich das Leutnantspatent dort in Empfang nehmen,“ sagte er;„es ist schon vorgestern beim Kommandeur angekommen, wie mir dieser auftrug, Ihnen zu sagen; für Ihren Fang werden Sie nebenbei gehörig belobt werden; und nun zu unserem Geschäft, zu dem ich hierher kommandiert bin. Wo ist das Geld?“ 5 Ich führte ihn zu meinem Schatze; er zählte die Fäßchen, verglich sie mit dem Verzeichnisse, das ich Glauroth mitge— geben, und übernahm den von mir gemachten Fund, um ihn auf einen Wagen bringen zu lassen der der kleinen Truppe nachgekommen war. Nach einer Viertelstunde konnte ich, auf das Treppengeländer vor der Haustür gestützt, sehen, wie dis Kriegskasse des Bataillons der Mobilen der oberen Saone, von unseren Ulanen umgeben, durch das Gittertor des Hofes von Chateau Giron davongeführt wurde, und konnte nun gehen, die zwei Posten aufzuheben, die ich zur Sicherung Zum Glück ließ mich Glauroth mit seiner Suada und dem Bericht über seinen Ritt und seine Erlebnisse im Stabs⸗ quartier in Ruhe— er ging mit den Leuten zum Essen— mir wurde eben in meinem Zimmer serviert; ich dankte meinem Schöpfer dafür, daß ich eine Weile allein sein konnte. Allein— mit der grenzenlos elegischen Stimmung, in der ich mich befand, und die ich mich geschämt hätte, irgend— einer Menschenseele zu verraten! Aber sie lag nun einmal auf mir; ich war nahe daran, in Tränen auszubrechen.. als der offene Bauernwagen mit dem Gelde durch das Hoftor geschwankt war, war mir zumute, als ob nicht das elende Gold, sondern ein Sarg mit einem geliebten Toten davon— geführt würde. Es tat wohl meine Verwundung, meine Er⸗ mattung, der ganze fieberhafte Zustand, worin ich war, daß ich mich so weich, so schmählich, so vollständig mutlos und niedergeschmettert fühlte! Aber es war einmal so und ich konnte es nicht überwinden. Umsonst sagte ich mir selber: Was ist dabei, was nicht Tausenden im Leben geschieht, daß sie einmal in einen Konflikt von Pflicht und Neigung ge⸗ raten? Es ist das allgemeine Menschenlos! Die Moralisten haben dicke Bücher darüber geschrieben, unsere Romane und Dramen nehmen ihre Motive von solchen Konflikten her, und wenn die Schicksale der Menschen zu Ereignissen werden, die in ihr Seelenleben greifen, dann drehen sie sich um diesen einen großen Punkt! Das ganze Leben ist eine große Lehre der Entsagung auf die Neigung um der Pflicht willen; das Ne ganze Sittengesetz ist nur dazu da, um uns zu zwingen, in diesem Konflikt die Pflicht über die Neigung siegen zu lassen, wenn wir's nicht schon aus angeborener Sittlichkeit ver— möchten. Und es ist ja auch nichts Großes... wer's nicht vermag, ist eben ein verächtlicher Mensch, ein Schwächling, ein Lump, ein ehrloses Subjekt, ein Verbrecher... was frei— lich die Welt nicht abgehalten hat, die als Helden zu preisen die großen Versuchungen widerstanden. Die Welt muß e also doch auch schwer, sehr schwer finden!— Das Bewußt⸗ sein, sagt man, das innere Glück soll dafür lohnen. O, mein Gott, ich fühle viel von Glück in mir! In der Tat, das Bewußtsein, daß ich ohne alle Rücksicht auf Blanche gehandelt und unbeirrt meine Pflicht getan, hinderte mich nicht, mich sterbenselend zu fühlen. Was half mir alles Philosophieren über die Sache, alles Denken und 8 brauchen! Wie Rätsel mit dem k starken und uner könne mich hasse Trost, Situation war f konnte. gewesen meines Fundes hatte aufziehen lassen. alles Räsonieren! Die Gründe der Vernunft und die Bei— spiele anderer machen in uns, wie ja auch die Erfahrung anderer uns Besondere und Individuelle unserer Lage übt seine wältigende Macht auf uns als sei diese Lage etwas ganz Apartes und nie Dage uns ist, als hätten wir ein ganz besonderes Recht, uns! das Schicksal zu empören und es anzuklagen. Es mochten Hunderttausende wie ich um ihrer Pf willen ihrer Neigung haben entsagen müssen— es hatt noch keiner deshalb auf ein Mädchen wie Blanche zu e sich alle Fibern meines Her doch sollte ich mein Herz losreißen von ihr; wie gla nicht mehr leben zu können ohne sie, und sollte doch meine Pflicht getan? wenn es einer gewesen wäre. ge o unglückselig, daß ich ihn gar nicht wir haben in O O, mein Gott, ns an dieses Blanche! 30e 05 gehen auf Nimmerwiedersehen! Wie war ich mir se ecken Leichtsinn, dem heiteren Ueberm selbstgefälligen Scherzhaftigkeit, womit ich mich ihr gel und die ich früher in den Verkehr mit ihr gelegtz a hatte mich so überlegen gefühlt, ich war endlich so ü geworden, bei meiner Wahrnehmung eines Spi mit mir treiben wollte... hätte ich vor ihr hinknien, sie anbeten mögen, dies h Mädchen mit ihrem edeln aufopferungsfähigen Her schrockenen Charakter. Aber ich hatte nicht einmal diesen Tro können, wie ich sie bewunderte. mir sagen konnte, auch sie müsse wenigstens mich achten sen, was ich getan, aber if n wegen def verachten, sie müsse einsehen, daß ich stark und unerse Nein, ich hatte nicht einma Unsere gegen Denn was Blanche sich jetzt sagte, was deres, als daß mein Handeln nur beweise, wie wen Wahrheit gesprochen, als ich ihr von meiner Leidensche sie geredet? Was sie don den Männern hielt, hatte oft genug gesagt; wenn sie so urteilte, konnte sie nin deres glauben, als daß ich sie von Anfang an nu wollte, um ihr Vertrauen zu erschleichen, ihr Geh zu entlocken, daß es mir nur um dies verfluchte G' (GGortsetzung folgt) solchen Lagen wenig Eindruck 1 so kindisch übermütig! War es ein Trost, daß nichts hilft. 5 imer das G —.————— wie klamme Mädchen eles, d Und! zen, ih st, ihr sagen rschütte war e 1 3 Beilage zur Ob gessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Zu Zweien. Wir grüßen noch einmal die trauten Wände, Tasten voll Wehmut über die Bände 45 Im Bücherborde. Jetzt gilt es nicht Worte, 5 Befreiende, suchende Worie zu sagen, Nur schwer zu tragen. 1 Kopf hoch, Genosse! Wir müssen den Dingen ö Die große Treue entgegenbringen. 11 Wir haben ja nichts, als die eine Welt Und unsern Glauben, daß einmal fällt, Was zwischen Sehnsucht und Sonne steht: Wenn's auch durch Bluten und Sterben geht! Artur Zickler. Der deutsche Arbeitsmarkt. Ueber die Lage des deutschen Arbeitsmarktes im Sep— Amber 1915 berichtet das vom Kaiserlichen Statistischen Amte hrausgegebene Reichs⸗Arbeitsblatt in seinem Oktoberheft ne folgt: Die Widerstandskraft, welche von der deutschen Volks- urntschaft bisher gegenüber den ungünstigen Einflüssen des Hieges bewiesen worden ist, hat auch im September nicht nchgelassen. Mit welcher Geschicklichkeit und Schnelligkeit siy unser Wirtschaftsleben neuen Lagen anpaßt, welche durch de im militärischen Interesse notwendigen Eingriffe ge— affen werden, hat wiederum die Produktionseinschränkung ih der Textilindustrie bewiesen. Nach vierzehnmonatiger auuer des Krieges ist die Lage unserer Industrie im großen ud ganzen immer noch so günstig, daß der Plan unserer finde, unsere wirtschaftliche Kraft durch diesen Krieg zu krnichten, als endgültig gescheitert gelten kann. Am günstigsten ist nach wie vor die Lage im Bergbau, aich die Eisen⸗ und Metall⸗ sowie die Maschinenindustrie sind berwiegend rege beschäftigt. Die Berichte über die übrigen dustrien geben kein einheitliches Bild; in jedem Gewerbs— beige stehen Betriebe, die stark, ja teilweise bis an die (renzen ihrer Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen id, neben solchen, die nicht voll beschäftigt sind. Als Bei⸗ ele gut beschäftigter Gewerbe seien genannt die Gerbstoff— brikation, die Betriebe, welche Geschoßkörbe herstellen, die gqgarrenfabriken, die Berliner Konfektion, die Fabrikation um optischen Gläsern und Konservengläsern und die frtonnagenfabriken. Nicht befriedigend ist die Lage im eyinnstoffgewerbe mit Ausnahme einiger Zweige, wie der sͤlesischen Leinenindustrie, im Baugewerbe und im Bau— stffgewerbe. Aus dem Verkehrswesen ist eine wesentliche kesserung der Rheinschiffahrt zu berichten. Die Berichte der Arbeitsnachweisverbände lassen er⸗ ünneß, daß sich der Arbeitsmarkt für die männlichen Arbeit⸗ henden nach wie vor sehr günstig entwickelt, während für de Frauen die Lage weniger befriedigend i Eine Besserung des ganzen Arbeitsmarktes wird für echlesien, die niedersächsischen Gebiete und das Rheinland, delle Besserung des Arbeitsmarktes für Männer für Pommern, KLssen⸗Nassau, Bayern und Württemberg berichtet. Wenig gändert hat sich die Lage in Berlin und Brandenburg, der Povinz Sachsen, Hamburg, Westfalen und Baden; günstig hutet der Bericht aus Schleswig⸗Holstein. Für die Frauen i der Arbeitsmarkt in Hamburg und in der Provinz Sachsen biser geworden, in Schlesien, Bayern und Baden hat er sich örrschlechtert, in Pommern ist er für kaufmännisches Personal, * Rheinland für Textilarbeiterinnen ungünstiger geworden. us Schleswig⸗Holstein wird für die Frauen unveränderte ge gemeldet. Die Berichte der Arbeitsnachweisverbände In Berlin und Brandenburg, die Provinz Sachsen, die tedersächsischen Gebiete, Westfalen, Rheinland und Baden ithalten diesmal bereits Angaben über die anderweitige Unterbringung derjenigen Arbeiter und Arbeiterinnen, die ch die Produktionseinschränkung in der Textilindustrie geworden sind. Es wird hervorgehoben, daß es bei den innern, namentlich soweit sie zum Verlassen ihres bis- igen Wohnortes bereit waren, leicht war, sie in anderen dustrien unterzubringen; größere Schwierigkeiten, machte de Unterbringung der Frauen oder derjenigen Arbeiter, die inter allen Umständen an ihrem bisherigen Wohnorte bleiben bollten. Ueber die Beschäftigung von Kriegs beg ch ä ⸗ dgten liegen aus Schlesien, Westfalen, dem Rheinland und Freut baden Nachrichten vor; sie lauten überwiegend günstig Wir könnten also über die nächste wirtschaftliche Zukunft Deutschlands recht beruhigt sein, wenn nicht der Kriegswucher t Lebens⸗ und Bedarfsmitteln am Marke unseres Wirt⸗ gaftslebens fräße und dieser wirklichste aller inneren Feinde ies bald bis an den Rand des Abgrundes drängen würde. Kriegswaisen. Der preußische Minister des Innern hat. 5 r zung an die Verwaltungsbehörden erlassen, die soc lebt 15 Uterbringung der Waisen beschäftigt, eine Frage, p Ver⸗ 9 kriege einen besonders aktuellen Charakter hat. In 1 thalt gung weist der Minister auf die Tatsache hin, daß der s 116 50 er Waisenkinder in Familien sich in hohem Maße n auf gktterscheide von dem Aufenthalt in Anstalten, und darum brin ung 5. dieser Erfahrungen nach Möglichkeit zur ee ee er Kriegswaisen in Familienpflege geraten. Der Unterschi i stalts- und schied zwischen Anstalts⸗ und aben heute soeben eine Ver⸗ Familienerziehung ist ein so ißt verwunderlich. Nur wenige Menscher! lubes warmes Herz, daß been, vielen 1 5 iner Anstalt sind, Sonne geben können. Ahr, diebe, die die Eutwicklung eines Kindes iger ut 1 Kindes notwendiger als Menschen den be⸗ reiche Kindesseele zu bilden sucht und damit denn, e d Gießen, Samstag, den 30. Osttober 1915 Aae en„Auf diesem Gebiete bietet die Zentrale für Jugend⸗ 0 urge in Dresden viel Gutes. Seit Jahren ist sie mit der unentgeltlichen Unterbringung von Kindern in Familien beschästigt, aber leider bleibt die so große Zahl der unehelichen Kinder 0 e Herkunft fast ganz unbegehrt und ganz besonders die kleinen unehelichen unter 2 Jahren. Da tritt das alte Vorurteii unserer bürgerlichen Welt wieder deutlich zutage und um so mehr ist es da Aufgabe des aufgeklärten Proletariats, hier helsend ein— zugreisen. 5 Auch gar manche proletaxische Familie muß jetzt um den Ver⸗ lust eines Sohnes, vielleicht des einzigen trauern. Da bietet solch 8385 unentgeltliche Aufnahme eines jener ärmsten der armen Kin- i unehelichen Gelegenheit, die Lücke zu füllen und 597 Herzenswunden vernarben zu lassen. Das würde in so höherem Maße geschehen, je mehr sich auch die Städte jener Verlassenen an⸗ nehmen, je mehr sie zu ihrer Vermittelung beitragen würden. So handelt es sich bei diesen Kindern um große Zahlen, also gilt es ein großes Stück Volksentwicklung, ein großes Stück Zukunft. Lebensmittelpolitik und Kinderkrankheiten. Ueber die Einwirkung der sozialen Lage auf Krankheits und Sterblichkeitsverhältnisse der Bevölkerung ist in Frie⸗ denszeiten viel geredet und geschrieben worden. Wir be— sitzen wertvolle Aufzeichnungen und Untersuchungen aner⸗ kannter Forscher auf diesem Gebiete, und es war uns längst geläufig, daß mangelhafte Wohnungsverhältnisse, große Wohndichtigkeit, Alkoholmißbrauch, Kinderarbeit, Frauen⸗ arbeit in gesundheitsschädlichen Gewerben, Unterernährung und manches andere den größten Anteil an der Verbreitung vieler Krankheiten, besonders in den ärmeren Schichten der Bevölkerung haben. Es war natürlich, daß während des Krieges das meine Interesse sich zunächst mit den direkt durch den Krieg hervorgerufenen Krankheitsfällen beschäftigte: den Ver- wundungen und den in den Schützengräben etwa erworbenen Krankheiten. Dabei hat man die Untersuchung der Ursachen von Erkrankungen der nicht im Heeresdienst Stehenden, der Frauen und Kinder, etwas vernachlässigt. Die Oeffentlichkeit scheint ihre Bedeutung weniger hoch einzuschätzen. Und doch ist es nötig, daß wir uns auch mit ihnen beschäftigen, umso⸗ allge— mehr, als die Erhaltung der Gesundheit von Frauen und Kindern zu den wichtigsten Aufgaben des Staates gehören muß. Sie bilden den Grundstein für den Aufbau der kom⸗ menden Generationen. Wir haben bereits hin und wieder auf die bedenkliche Erscheinung des Krieges hingewiesen, daß der Krieg eine un— geheure Belastung der Frauenarbeitskraft, verbunden mit einer mangelhafteren Ernährung mit sich gebracht habe, und wir haben davor gewarnt, diese Tatsache leicht zu nehmen, da sie wahrscheinlich ernste Folgen nach sich ziehen werde, die man erst nach einiger Zeit werde feststellen können. Wir be⸗ fürchteten Unterleibserkrankung und Schwächung der Frauen, was einen unheilvollen Einfluß auf die Gebärfähigkeit haben muß, und wir erinnerten daran, daß unterern ährte Kinder leicht zu Krankheiten geneigt und weniger widerstandsfähig sind als kräftige Kin⸗ der. Nun sehen wir eine Ausbreitung der Diphtherie, die größer ist, als in den vergangenen Jahren, wenn auch die Krankheitsziffern nicht an die des Jahres 1911 heran⸗ reichen. Das Jahr 1911 war sehr heiß und wie man nach dem Statistischen Jahrbuch für das deutsche Reich feststellen kann, stiegen die Großhandelspreise einer Reihe wichtiger Nahrungsmittel beträchtlich. Ueber die Preise im Kriegsjahr 1915 brauchen wir nicht zu reden. Sie sind so hoch, daß es fast unbegreiflich erscheint, wie Familien mit niedrigem Einkommen noch Mahlzeiten herstellen können, die sättigen. Die Kost, die in den Fa⸗ milien der unteren Schichten heute gereicht wird, ist fettarm, sie besteht meist aus Brot mit Marmelade, Kartoffeln und ohne oder doch nur mit einem minimalen Zusatz von Fett gekochtem Gemüse. Ist es ein Wunder, wenn die Kinder in den Arbeitervierteln elend aussehen und wenn ihr Körper die Widerstandsfähigkeit gegenüber Epidemien stark verliert? Wir lesen in einem Aufsatz des Charlottenburger Stadt- rats Dr. med. Gottstein über„Aufgaben der Gemeinde— und der privaten Fürsorge“ in Band IV des Samimelwerkes „Krankheit und soziale Lage“, daß„den regen Bestrebungen der Gemeinden... die durch Maßnahmen der Gesetzgebung geförderte Teuerung der wichtigsten Lebensmittel“ entgegen— wirke, und etwas später heißt es:„So muß jede erhe b⸗ liche Verteuerung der Nahrungsmittel zu einer Verschlechterung der Volksgesundheit führen, deren Abwendung gerade die Maßnahmen der sozialen Therapie dienen sollen.“— Es ist überhaupt recht angebracht, die in diesem Werk von namhaften Aerzten zu⸗ sammengetragenen Berechnungen noch einmal durchzusehen. Wir erfahren da z. B., daß Bertillon bei der Masern- und Keuchhustensterblichkeit in den verschiedenen wohlhabenden Stadtdistrikten von Paris ein de zunehmenden Armut fast genau paralleles Verhalten sah; die Todesfälle an Diphtherie waren ferner in den armen Quartieren viel zahlreicher als in den übrigen, und Gleiches ergab sich auch für das in Paris im allgemeinen sehr seltene Scharlachfieber. Kaiser, der seine Untersuchungen auf Diphtherie und Scharlach beschränkt hat und nicht von der Einkommenhöhe ausging, sondern eine Rangordnung des Berliner Stadtbezirks nach ihrer Wohl— habenheit aufstellte, fand, daß auf 1000 unter 5 Jahre alte Kinder in den drei reichsten Bezirken im Durchschnitt 0,46 an Scharlach, 0,95 an Diphtherie, in den drei ärmsten 0,71 an harlach, 1,14 an Diphtherie verstarben. Dr. med. Für st, Schularzt in Hamburg, hebt in einem anderen Aufsatz die Wichtigkeit einer guten Ernährung für den Gesundheitszustand und die Aufnahmefähigkeit der Schul- kinder hervor. Er verurteilt u. a., daß infolge der Mehrung der Molkereien und Käsereien auch aus dem ländlichen Haus wdunmenden Charakter gi it ist mit Recht die ö f gibt. Und damit ist m . eziehuna für unsere Krieaswafsen so notwendig. . 0 1 halt Misch und Milchprodukte immer mehr vom Tisch ver⸗ Es handelt sich nun aber darum, die Kinder auch den Familien erhessischen Volkszeitung Nr. 255 sem Zusammenhang den Bericht schwinden und zitiert in die eines Amtsarztes: „Mit Zunahme der Dampfmolkereien und Käsereien verschwindet bei den Kleinsöldnern auch der letzte Tropfen Milch ohne Rücksicht auf den Bedarf für die heranwachsende Jugend, die Säuglinge und die Armen, für welche die Mischmilch aus den Molkereien um 15 Pfg. pro Liter zu⸗ rückgekauft werden muß; außerdem erhalten die Säug⸗ linge Mehlbrei, die übrigen Kinder statt Milch Wasser⸗ suppen, sog. Kaffee oder Brei. Der Milchmangel verschlech⸗ tert die Säuglingsernährung, begünstigt im 2. bis 5. Jahre Rachitis, bei den Adoleszenten(Heranwachsenden) Zurück⸗ bleiben des Knochenwachstums, bei den Aelteren Nachlassen, der Widerstandskraft gegen Schädlichkeiten.“ Außerdem wird auf den schädlichen Einfluß durchnäßter und kalter Füße infolge defekter Fußbekleidung hingewiesen. In einem Berliner Schularztbezirke habe sich damals heraus- gestellt, daß 12 Prozent der Kinder mit zerrissenen Schuhen in die Schule kamen. Aber übereinstimmend wird die große Gefahr mangelhafter Ernährung für die Kinder betont. Selbstverständlich muß man in Kriegszeiten einen an⸗ deren Maßstab an die Ernährung legen als in Friedenszeiten. Das Fehlen der aus dem Ausland bezogenen Lebensmittel. macht eine Einschränkung notwendig. Zu fordern aber bleibt, daß die vorhandenen Waren nicht unnötig verteuert werden, und daß von der Sparsamkeitspolitik alle Bevölkerungs- schichten gleichmäßig betroffen werden. Sind nicht genügende Mengen von Milch, Fett, Butter und dergleichen vorhanden, gut, so setze man fest, wie groß der Anteil ist, der auf jeden entfällt und treffe Vorsorge, daß niemand mehr beziehen kann als das ihm zugeteilte Maß. Vor allem aber muß da⸗ neben der Preis so festgesetzt werden, daß arme Familien überhaupt die Möglichkeit besitzen, ihren Anteil zu erstehen. Uns scheint, daß das die erste Vorbedingung für die so nötige Neuorientierung in der Bevölkerungspolitik ist. Der Butterwucher und seine Bekämpfung. Butter ist ein Nahrungsmittel, das wegen der hohen Preise schon seit langer Zeit für die weniger bemittelten Schichten des Volkes nur noch in sehr beschränktem Umfange in Betracht kam. Nur der Umstand, daß alle anderen Arten von Fetten— und Fett bildet nun einmal ein außerordentlich wichtiges Nahrungsmittel— ebenso rar und ebenso teuer geworden sind, hat das Interesse an der Butter trotz den zu mehr als unverschämter Höhe getriebenen Preisen in den letzten Wochen auch bei den gering- und unbemittelten Hausfrauen wieder reger werden lassen. Aber die Empörung, die der Butter⸗ wucher gerade unter den ärmeren Hausfrauen in diesen Tagen oft mit elementarer Wucht zum Ausbruch gebracht hat, ist auch noch durch einen anderen Grund bedingt: Im Butter⸗ wucher müssen wir mit Recht den krassesten, äußerlich am eindringlichsten sich bemerkbar machenden Typus des Kriegs- wuchers mit Nahrungsmitteln überhaupt erkennen. Molke⸗ reien und Händler arbeiten hier mit staunenswerter Innig⸗ keit Hand in Hand. Gewiß ist es richtig, daß unsere inländische Produktion schon in Friedenszeiten bei höheren Milcherträgen als den derzeitigen nur den kleineren Teil unseres Butter- bedarfs decken konnte, und daß deshalb die Einfuhr aus Dänemark und Holland wie in Friedenszeiten so auch jetzt im Kriege einen hohen Einfluß auf den Buttermarkt üben mußte. Aber eine Berechtigung, die Preise für inländische Butter auf die Spekulationshöhe der ausländischen zu bringen, wie das in den letzten Wochen mit so klarer Schärfe sich gezeigt hat, kann nun und nimmermehr anerkannt werden. Hier dürfen nur die eigenen Produktionskosten maßgebend sein. Die sind aber keineswegs so viel höhere ge⸗ worden, daß sie Preise von 3 Mark oder auch nur von 2,40 Mark für Tafelbutter und 2,10 Mark für Land- butter rechtfertigen. Wir wissen, daß oberhessische Molkereien, die nicht wissen, was für geschwollene Preise sie im allge⸗ meinen Butterhandel fordern sollen, einem Teil ihrer Kund⸗ schaft immer noch Butter für 1,60 Mark liefern können, sicher doch nicht zu ihrem eigenen Nachteil. Und wir wissen weiter, daß die Produzenten einiger Gegenden ausdrücklich erklärt haben, daß sie den Butterwucher nicht mitmachen können und ihre Butter für 1,60 Mark liefern wollen, sicher doch auch nicht unter eigenem Schaden. Und wir erfahren ferner, daß in Hanau dem Butterhändler Joh. Gg. Pflug der Geschäfts⸗ betrieb auf Grund des Unzuverlässigkeitsparagraphen unter⸗ sagt worden ist, weil er in der Zeit vom 1. bis 18. Oktober das Pfund Molkereibutter für 1,90 Mark ohne Frachtver⸗ gütung bezogen und dieselbe vom 1. bis 11. Oktober im Klein⸗ handel bis 2,40 Mark das Pfund und nach dem 11. Oktober bis 3 Mark das Pfund verkauft hat. Alles Beweise, daß Produzenten wie Händler die inländische Butter wesentlich billiger liefern könnten, und daß auch die für Gießen geltenden Höchstpreise noch zu hohe sind. Das wird auch vom Schaumburg⸗Lippischen Staatsministerium in einer aintlichen Veröffentlichung bestätigt, nach der man dort„an sich in der Lage gewesen wäre, den Butterpreis nur um ein Kleines gegenüber dem Friedenspreise zu erhöhen“. Aber das Auf⸗ käuferunwesen im Lande habe das verhindert. Hier wird auch die Tatsache bestätigt, daß die Höchstprelse in der Regel den zur Zeit ihrer Festsetzung geltenden Preisen sich anpassen und deshalb, weil sie meistens erst sehr spät festgesetzt werden, nachdem die freie Preisbildung schon sehr weit fortgeschritten ist, den Produzenten und Händlern immer noch unberechtigt hohe Gewinne sichern. Das läßt sich auch aus der Tatsache erkennen, daß in einer Anzahl westfälischer Gemeinden in den letzten Tagen amtliche Höchstpreissestsetzungen vorgenommen worden sind, die einen Unterschied sowohl bei bester wie bei Landbutter von 60 Pfg. aufweisen. Einige Landratsämter halten 190 bis 2,20 Mark als Höchstpreis für Molkereibutter für völlig ausreichend.— Arbeiten so bei der Verteuerung der inländischen Butter Erzeuger und Händler Hand in Hand, so machen bei der ausländischen Einfuhr naturgemäß die Händler die Sache allein. Aus Dänemark und aus Holland sind bittere Klagen darüber laut geworden, daß die deutschen Aufkäufer dort die Preise in unerhörter Weise in die Höhe treiben, und dieser Zusammenhang läßt sich recht deutlich aus der Tatsache erkennen, daß, als die Festsetzung der deutschen Höchstpreise bekannt wurde, die allgemein zu— nächst auch auf die ausländische Butter bezogen wurden, die deutschen Aufkäufer das Interesse daran verloren, hohe Preise den dänischen und holländischen Molkereien zu bieten, und daß infolgedessen dort nicht nur eine erhebliche Ermäßigung der Ausfuhrnotierungen, sondern auch ein gewaltiger Rückgang der Kleinverkaufspreise die Folge gewesen ist. Der Preis für ein Pfund Butter ist z. B. in Kopenhagen inner— halb 24 Stunden von 2,05 Kronen auf 1,70 Kronen, also um 35 Oere, d. h. etwa 40 Pfennig, gefallen. Von der Kartoffelnot. Im hessischen Landwirtschafts- ministerium wird bekanntlich die Auffassung vertreten, daß die Landwirte zur Zeit nur deshalb keine Kartoffeln zur Stadt bringen, weil sie ihre Gespanne noch zur Feldbestellung gebrauchen, obgleich in anderen Jahren die Kartoffelanfuhr um diese Zeit ihren Höhepunkt überschritten hatte. Und aus einer Meldung, daß der deutsche Landwirtschaftsrat an die zuständigen Stellen die dringende Bitte gerichtet habe, für die Ablieferung von Kartoffeln die erforderliche Anzahl von Eisenbahnwagen zur Verfügung zu stellen, könnte man schließen, daß ein gewisser Eisenbahnwagen-Mangel die Schuld an der gegenwärtigen Kartoffelnot trägt. Aber solch ein Wagenmangel war auch in früheren Jahren um diese Zeit vorhanden, und jedenfalls erklärt er nicht die Tatsache, daß viele Landwirte auf Bestellungen alter Kunden— ein Darm— städter höherer Beamter und Abgeordneter kann z. B. auch als einer der vielen darüber ein Lied singen— überhaupt auf Anfragen wegen Bestellungen keine Antwort geben. Und im Ried ist es Leuten, die am vergangenen Sonntag an verschie— denen Orten mit sehr guter Ernte versuchten, Kartoffeln zu kaufen, überall, wo sie an die von dem Bürgermeister des Ortes aufgegebenen Adressen kamen, passiert, daß ihnen eine absagende Antwort zuteil wurde. Wie dem aber auch sein möge, in keinem Falle wird durch den gegenwärtigen Mangel an Transportmitteln die Erscheinung gerechtfertigt, daß die zu Markte gebrachten Kartoffeln nur zu Preisen zu erhalten sind, die jene des Vorjahres noch weit übertreffen, und daß die Bauern sie lieber wieder nach Hause nehmen, als sie billiger herzugeben. Darin liegt jener Kartoffelwucher, vor dem selbst der bayerische Bauerndoktor Heim in scharfen Wor⸗ ten warnt und gegen den mit Schärfe vorzugehen sogar das Alzeyer Organ des Bundes der Landwirte die Regierung auf⸗ fordert. Es muß wirklich schon weit gediehen sein, wenn ein Oekonomierat und Gutsbesitzer in der Kölner Stadtverord— netensitzung versichern konnte, daß sogar weite Kreise der Landwirtschaft des Westens selbst Höchstpreise und Enteignung wünschen. Und ebenso bemerkenswert ist es, daß der Ober— bürgermeister von Köln den Mut fand, zu erklären, es habe den Eindruck, daß sich großer agrarischer Einfluß in der Re— gierung geltend mache; man werde erst weiterkommen, wenn, wie bei den Militärbehörden, ein einziger starker Wille, eine Art Diktator des Wirtschaftslebens, einfach verfüge. Wie der Hessische Jagdklub die Preistreibereien des Hessischen Jagdklubs im voraus beurteilt hat. Angesichts des von uns bereits besprochenen Versuchs des Hessischen Jagd— klubs, eine Verteuerung des Wildes bis zum Doppelten des bisherigen Preises dadurch herbeizuführen, daß das Wild nicht mehr nach Stück, sondern nach Gewicht zum Pfundpreise von achtzig Pfennigen verkauft werden soll, verdient ein im Mai dieses Jahres von demselben Jagdklub an die Tagespresse zur Veröffentlichung geschicktes Rundschreiben Beachtung, das die Ueberschrift„Wildschaden und Volks— ernährung“ hatte und den Landwirten nahe legte, zum Schutz gegen den Wildschaden nur ein Verwitterungsmaterial zu verwenden, daß der Klub kostenlos zur Verfügung stelle. Das Rundschreiben ist wegen seines Urteils über die volkswirt— schaftliche Bedeutung des Wildes als Nahrungsmittel und wegen des Urteils über die Produktionskosten des Wildes sehr bemerkenswert. Es heißt in ihm: Die Zahlen zeigen, welche große Rolle das Wild in der Volkswirtschaft und bei der Fleischnahrung spielt, speziell Kaninchen, Hasen und das billige Großwild sind ein bedeutender Faktor in der Volksernährung, und wenn auch im übrigen das Wild hauptsächlich in der Küche wohlhabender Leute Verwendung findet, werden eben so viele Pfund Fleisch von zahmen Tieren dadurch für den Volksverbrauch frei. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus ist aber die Produktion von Wildbret, dem Fleisch von zahmen Tieren vorzuziehen, denn ein recht erheblicher Teil des Wildbrets wird kosten los erzeugt, was bei zahmen Tieren nicht der Fall ist usw. Durch derartige Maßnahmen (Verwendung von Vexrwitterungsmaterial) wird der Nahrungs— mittelversorgung des deutschen Volkes mehr genützt, als durch unvernünftigen, zu weitgehenden Abschuß von Wild, der jeden— falls viel mehr Schaden als Nutzen bringt.“ Also die Bedeutung des Wildes im Kampfe gegen die Aushungerungspläne des Feindes ist groß und die Erzeugung des Wildes ist fast kostenlos, trotzdem will derselbe Jagdklub, der das im Mai festgestellt hat, jetzt im Oktober, den Ver— kaufspreis auf das Doppelte treiben. Soll man das etwa auch nicht Wucher nennen? Und wer verhetzt nun wieder: derjenige, der Wucherpreise herbeiführen will, oder derjenige, der solches Treiben als Wucher geißelt? Die„Einschränkung“ des Fleisch- und Fettverbrauches. Wolffs Bureau meldet:„Nunmehr hat der Bundesrat über die Verordnung zur Einschränkung des Fleisch- und Fett- verbrauches Beschluß gefaßt. Danach dürfen ab 1. No- vember Dienstags und Freitags Fleisch, Fleischwaren und Fleischspeisen nicht gewerbsmäßig an Verbraucher verabfolgt werden. Montags und Donnerstags dürfen in Wirtschaften aller Art, Fleisch, Wild und Geflügel, Fische und sonstige Speisen, die mit Fett oder Speck gebraten, gebacken oder ge— schmort sind, sowie zerlassenes Fett nicht verabfolgt werden. Samstags darf kein Schweinefleisch verabreicht werden. Ein Verbot des Genusses von Fleisch und die Verwendung von Fett an den bezeichneten Tagen in den Einzelhaushaltungen ist zunächst nicht ausgesprochen, da von der Einsicht der besser⸗ bemittelten Bevölkerungskreise erwartet werden muß, daß sie sich willig entsprechende Beschränkungen in der Verwen— dung von Fleisch und Fett selbst auferlegen werden. Der Zweck dieser Verordnung ist im wesentlichen der einer sozialen Verteilung der an sich ausreichenden Fleischvorräte. Sie wird unter Umständen nur vorübergehend erforderlich sein, wenn es gelingt, zu einer Verbrauchsregelung des Fleisches zu kommen, zumal da die neueste Viehzählung vom 1. Oktober eine erfreuliche Zunahme der Schweinebestände ergeben hat. Um zu verhüten, daß die Beschränkung der Fleischverwen⸗ dung zu einer Steigerung der Wild- und Fischpreise infolge erhöhter Nachfrage führt und um der schon vorhandenen übertriebenen Erhöhung der Preise zu begegnen, ist in einer weiteren Bundesratsverordnung der Reichskanzler ermäch⸗ tigt, Preise für Fische und Wild im Großhandel am Berliner Markte(Grundpreise) nach Anhörung von Sachverständigen festzusetzen. Diese Preise sind für das Reichsgebiet maß⸗ gebend, sofern nicht die Landeszentralbehörden zur Berück⸗ sichtigung besonderer Marktverhältnisse einzelner Wirtschafts— gebiete Abweichungen anordnen. Insoweit Grundpreise fest— gesetzt sind, sollen Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwoh— nern die Kleinhandelshöchstpreise festsetzen.“— Wir haben bereits nachgewiesen, daß durch die Verordnung deren Zweck einer„sozialen Verteilung der an sich ausreichenden Fleischvorräte“ nicht erreicht werden kann. Wer das nötige Geld hat, wird seine Fleisch- und Wurstbedürfnisse für den Dienstag eben am Montag und für den Freitag am Donners⸗ tag beim Metzger einkaufen, und wenn er Sonntag einen Schweine- oder Sauerbraten essen will, dann wird er ihn nicht Samstag abend, sondern Sonntag früh holen lassen. Die Minderbemittelten aber werden von dieser sozialen Ver— teilung keine Wirkung verspüren. Die Einschränkungen für die Speisewirtschaften werden auch keinen großen Erfolg bringen, denn die meisten derer, die sonst in Wirtschaften essen, die jungen und unverheirateten Leute, stehen jetzt im Felde und die Speisewirtschaften zeigen in der Regel gäh⸗ nende Leere. l — Das Gießener Stadtwappen soll eine Aenderung er— fahren. Wohl die wenigsten Bürger werden sich darüber besondere Gedanken machen, ja, wir glauben sogar, daß man getrost die Behauptung wagen darf, daß kaum die Hälfte der Gießener Einwohnerschaft unser Stadtwappen kennt. Es ist allerdings ein höchst merkwürdiges Gebilde. Ein auf— recht auf den Hinterbeinen stehender, geflügelter Löwe wird von einem Buchstaben umrahmt, der ein„G“ sein soll. Man kann das Ding aber auch für etwas anderes halten. Jeden— falls sind schon viele Gießener Bürger zu Grabe getragen worden, die bis an ihr seliges Ende nicht wußten, was das Gießener Stadtwappen zu bedeuten hat, deswegen sind sie aber doch in Frieden gestorben. Aber nicht alle denken darüber so gleichgültig; es gibt Sachverständige, welche be— haupten, daß dieses unser Wappen der reine Hohn auf die Gesetze der Heraldik sei und es deshalb geändert werden müsse. Aktuell ist die Sache geworden durch Verleihung einer goldenen Amtskette an den Oberbürgermeister; diese muß natürlich das Stadtwappen tragen, aber ein ordentliches, dessen sich Gießen und sein Oberhaupt nicht zu schämen braucht. Mehrere Amtsstellen haben sich mit dieser Frage befaßt und ausführliche Gutachten erstattet, auch Vorschläge gemacht, die aber von anderen wieder bekämpft werden; man weiß also noch nicht, zu welchem Ende die Sache führen wird. Am sympathischsten erscheint jedenfalls der Vorschlag, einen Hering ins Wappen zu nehmen; das ist ein sehr volks⸗ tümliches Tier, sein Anblick regt zum Nachdenken an, erinnert an etwa begangene Sünden und fördert gute Vorsätze, also in jeder Beziehung empfehlenswert. Zugleich wäre das eine, Erinnerung daran, daß die Heringe in diesem Jahre so tener siunsdsnd Nicht gefallen. In Daubringen erhielten die Angehörigen zweier Kriegsteilnehmer, Frey und Walter, Mitteilungen von diesen aus der Gefangenschaft, obwohl deren Tod bereits amtlich gemeldet worden war. Walter befindet sich in russischer, Frey in französischer Gefangenschaft. Der Verband zur Wahrung der Interessen der Krankenkassen im Großherzogtum Hessen hielt am 24. Oktober seine 9. ordentliche Mitgliederversammlung in Nidda ab. Nachdem Rechnungsrat Harth-Darmstadt den Geschäfts- und Kassenbericht erstattet hatte, wurde vom Geschäftsführer Steul in Heppenheim a. B. über die Krankenversicherungspflicht der in landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern tätigen Kinder reseriert. Zu dieser Sache ergrifsen Direktor von Krug und der Ausschußvorsitzende der Landkranken⸗ kasse Nidda Moogk das Wort. Ueber die Reichs wochenhilse berichtete Schnellbächer-Darmstadt eingehend, auch beantwortete er alle hierauf gerichteten Anfragen. Nachdem Rechnungsrat Harth noch eine Reihe Eutscheidungen höchster Gerichtshöfe erörtert hatte, zwecks Anwendung in der allgemeinen Verwaltungspraxis, wurde Heppenheim a. B. als Ort der nächstjährigen Mitgliederver— sammlung gewählt. Postverkehr mit russischen Kriegsgefangenen. Da sort⸗ während Klagen einlaufen, daß Briefe und Postkarten an deutsche Kriegsgefangene in Rußland nicht ankommen, vermittelt nun das Rote Kreuz die Korrespondenzen mit den Kriegsgefangenen in fol— gender Weise: In der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Kaiser⸗ straße 61, sind Postkarten erhältlich, zu deren Ausfüllung mündlich nähere Anweisung erteilt wird. Die Beförderung dieser Post— karten wird ebenfalls durch das Rote Kreuz besorgt. Liebesgaben für„Alleinstehende“. Wir werden ersucht, folgende Notiz zu veröffentlichen: Die Bestrebungen, Soldaten, die keine Sendungen für ihre Person aus der Heimat erhalten, mit Liebes— gaben zu versorgen, treten immer häufiger in die Erscheinung. Es haben sich daher einige große Organisationen der freiwilligen Krankenpflege der dankenswerten Aufgabe unterzogen, in ihrem Besitz befindliche Adressen dieser„Einsamen“ an solche Personen abzugeben, die sich an dieser Art der Liebestätigkeit für unsere Truppen zu beteiligen bereit sind. Um aber möglichst alle dieser „Alleinstehenden“ durch aus der Heimat kommende Gabenpakete zu erfreuen, hat die Heeresverwaltung angeordnet, daß die staatlichen Abnahmestellen freiwilliger Gaben, deren Verzeichnis in allen Postämtern aushängt, Liebesgabenpakete, die ihnen für„Allein⸗ stehende“ zugehen, abzunehmen haben, sofern sie nicht eine persön⸗ liche Adresse tragen. Diese Pakete werden auf dem vorgeschrie⸗ benen Dienstwege den Truppenteilen mit der Weisung zugeführt, sie nur an solche Soldaten zu verteilen, die sonst nie oder doch nur äußerst selten Sendungen aus der Heimat erhalten. Zu diesen— Zweck werden die Pakete vor der Weitersendung von den Ab⸗ nahmestellen durch Aufkleben auffallender Zettel„Für Allein⸗ stehende“ besonders kenntlich gemacht. Es bleibt dem einzelnen Spender unbenommen, den Paketen Grüße, Zettel und die Adresse des Absenders beizulegen. wodurch sich in vielen Fällen Be— ziehungen aubahnen werden, deren Pflege und 8 Sache des einzelnen ist. Frachtsendungen, die mit der B „Freiwillige Gaben“ an die Abnahmestellen aufgegeben werden von allen Bahnen frachtfrei befördert. Bessere Fürsorge für Kindernahrung. Auch die Haferfl und andere Haferpräparate, die für die Ernährung von Ki und Kranken unentbehrlich sind, sind ganz ungeheuerlich im P gestiegen und sogar ganz aus dem Handel verschwunden. 2 Schutzverband der Aheinisch⸗westfälischen Lebensmittelhändl. sich deswegen an das Reichsamt des Innern gewandt und er genügend viel Hafer zur Herstellung dieser Nahrungsmittel 0 Fabriken zur Verfügung zu stellen. Das Reichsamt des Inne hat dem Schutzverband mitgeteilt, daß es nach Prüfung der Sach⸗ lage die Eingabe der Reichsfuttermittelstelle gegeben hat. Hoffent⸗ der lich gibt diese Stelle nur Hafer her, wenn die Fabriken pflichten, auf Konjunkturgewinne zu verzichten.. J Die Briefumschläge werden teurer. Wie die Köln. Ztg. melde hat der Verein deutscher Briefumschlagfabrikauten beschlossen geltenden Listenpreise vom 15. November an um 30 Prozent erhöhen. 7 — Neues Hotel. Der Neubau des„Hotel Einhorn“ am Lindenplatz ist jetzt nach ziemlich langer Bauzeit vollendet. Der Bau macht einen gefälligen Eindruck und trägt ohne Zweifel zu Verschönerung des Platzes und des Straßenbildes bei. Der alte Name des Gasthauses hat auch einem neuen Platz machen müssen: in goldenen Buchstaben protzt die Firma„Hotel Fürstenhof“ dem Beschauer entgegen. Bei uns in Deutschland muß es immer kaiserlich, königlich oder wenigstens fürstlich sein, sonst gehts nicht. Na, wünschen wir dem Inhaber, daß die Ergebnisse des Betriebs der Bezeichnung entsprechen mögen. — Tödlicher Unfall an der Dreschmaschine. Am Donnerstag nachmittag geriet ein auf dem Appenborner Hof bei Kesselbach bee schäftigter junger Mann in das Getriebe der Dreschmaschine. Ehe noch die Maschine zum Stehen gebracht werden konnte, wurden ihm die Beine abgerissen und der ganze Körper ins Getriebe gezogen, die Verletzungen waren so schwer, daß der Verunglückte m kurzer Zeit star b. Er soll aus Unterseibertenrod stammen. — Nachdenkliches. Nach einer Schätzung soll die Gesamt zahl der Toten des ersten Kriegsjahres 2625000 Mann betragen. Schätzt man den Arbeitswert eines jeden Gefallenen mit 3000 Mark jährlich ein, so bedeutet das einen Verlust von 7 Mil⸗ liarden und 875 Millsonen Mark in einem Jahre. Nimmt man nun an, daß jeder Gefallene noch 10 Jahre lang wertschaffende Ar⸗ beit geleistet hätte, so hat Europa in einem Jahre für 78 Mil⸗ liarden 750 Millionen Mark allein an menschlicher Arbeits vernichtet in den Kriegsgefallenen.— — Stadttheater. Die Neuheit, die der nächste Dienstag bri „Die Venus mit dem Papagei“, nennt der Verfa Lothar Schmidt„keine erotische Komödie in 3 Akten“. Diese nennung stimmt, denn im Mittelpunkt der Handlung steht e Venusbild van Dyks und der moderne Kunstsnobismus ist es, auf der Anklagebank sitzt. Wir entnehmen folgendes einer aus wärtigen Besprechung des Werkes:„Die Handlung rollt sich 3 wohlproportionierten Akten recht munter und vor allen Dingen überaus witzig ab, ohne gekünstelte Situationen oder geschraubte Pointen in Anspruch zu nehmen. Der Dialog ist frisch, flott, ung zwungen, geistvoll, atmet neben dem Spott über das lächerliche ö brechen unserer Zeit ein so lustiges Behagen, daß man sich aut außerhalb der schlagenden Satire von der Komödie als solcher durch ihre feine Artistik gefangen nehmen läßt.“ — In der Gemälde⸗Ausstellung des Kunstvereins Turmhause am Brand ist jetzt die bereits öfters besprochene Hans Bock⸗Gedächtnisstiftung— eine Sammlung Gemälden— in einem besonders dafür hergerichteten Raume u gebracht und kaun täglich besichtigt werden. Außer dieser Sa lung sind noch eine erhebliche Anzahl von bedeutenden Werken, Oel. gomälden, Aquarellen, Radierungen hervorragender Künstler aus⸗ gestellt, die zum Teil Landschaftem aus der Umgebung Gießens dar⸗ stellen.— Sonntags ist die Ausstellung von 11 Uhr vormittags bis Uhr wachmittags geöffnet. reis Friedberg⸗ Büdingen. Bad⸗Nauheim. Bis zum 28. Oktober 1915 sind 21884 Kurge angekommen. Bäder wurden bis dahin 2941513 abgegeben. Von Nah und Fern. Nieder⸗Saulheim, 27. Okt. Der Herr Quart ier mache Einen dreisten Schwindel vollführte ein fremder Gauner in seld⸗ grauer Uniform in hiesiger Gemeinde. Der Bursche, der die Uni⸗ form eines Unteroffiziers trug, meldete auf der Bürgermeisterei, ü daß die Gemeinde vom 25. ds. Mts. ab 220 Mann des ge en Regiments in Quartier erhalte. Er selbst sei mit der Bestellung der Quartiere beauftragt. Jedermann kam den Wünschen des sehr, sichet auftretenden Gauners bereitwilligst entgegen. Seitens der Bürger⸗ meisterei wurde die Quartierliste aufgestellt, und der„Unteroffizier“ schrieb von Haus zu Haus die Zahl der einzuquartierenden Mann⸗ schaften an die Hoftore. Nach Beendigung seiner Arbeiten bezog der Herr Quartiermacher im besten Wirtshaus, das nebenbei auch eine Metzgerei enthält, selbst Quartier, wo er drei Tage lang herr⸗ lich und in Freuden lebte und auf die große Schlußabrechnung zechte. Während am Montag mittag die Mannschaften aus Worms vergeb⸗ lich erwartet wurden, verschwaud am Vormittag der„Quartier meister“ auf Nimmerwiedersehen. Eine amtliche Anfrage stelle später fest, daß man einem Schwindler zum Opfer gefallen war. verschwand in der Richtung nach Mainz, konnte aber noch nicht er“ mittelt werden. 5 Bekanntmachung Inhabern von Schweinemästereien soll nach einer Bekam machung des Bundesrats vom 2. Oktober 1915 Schrot durch dt Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt überwi werden. Weiter kant von dort an Milchwirtschaften, die in d Hauptsache auf Kraftfutter angewiesen sind und ihren g 90 der herrschenden Futterknappheit nicht im vollen Umfang aufrecht erhalten können, Schrot abgegeben werden. g 8 Stadthaus. Be. Anmeldungen werden innerhalb 3 Tagen auf dem Zimmer Nr. 6, entgegengenommen. Gießen, den 28. Oktober 1915. Der Oberbürger meister. Keller. verleiht ein zartes reines Gesicht, rosiges jugendirisches und ein blendend schöner Teint.— Alles dies erzeugt Steckennferd- Seife D. Kaminka, Gießen Marktplatz Il. Ubrmacher und Goldarbeiter f Von den Apotheken in Giessen ist am Sonnte den 31. Okt. von 3 Uhr nachmittags an und die Na hindurch geöffnet die Pelikan- Apotheke. die 8 Telegramme. Teberiht ee Grofen Hauptsuntttng Keine Veränderung in West und dst. 1 In Serbien weiter vorwärts. W. B. Großes Hauptquartier, 29. Okt., vorm.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. 5 An einzelnen Stellen der Front lebhafte Artillerietätig⸗ da keit, Minen⸗ und Handgranatenkämpfe; keine Ereignisse von N 1 4 5 1 Bedeutung 1 Oestlicher Kriegsschauplatz Die Lage ist überall unverändert. . 5 Balkan. Bei Drisnsko(südlich von Visegrad) wurde der Gegner geworfen, östlich davon über die Grenze zurückge⸗ drängt. 5 Westlich der Morawa ist die allgemeine Linie Slow kovica—Rudnik—Cu mic—Batonica erreicht. Südöstlich von Svilajnac wurden die feindlichen Stellungen beiderseits der Reseva gestürmt. Ueber ein— tausenddreihundert Gefangene fielen in unsere Hand. Vor der Front der Armee des Generals Bjodjanoff ist der Feind im Weichen. Die Armee verfolgt. Oberste Heeresleitung. * 52 2 5 4 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Erfolglofe Stürme der Italiener. Wien, 29. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz,. Nichts Neues. Jtalienischer Kriegsschauplatz. Gestern nahmen die italienische zweite und dritte Armee den allgemeinen Angriff mit aller Kraft von neuem auf. Die Schlacht war somit an der küstenländischen Front wieder im Gange. Den Infanterieaugriffen ging eine Artillerievorbereitung voraus die sich in mehreren Abschnitten bis zum Trommelfen er steigerte und namentlich gegen den Gör zer Brückenkopf eine noch nicht dagewesene Heftigkeit erreichte. Aber weder dieses Feuer noch die folgenden Stürme vermochten unsere Truppen zu erschüttern. Abermals wiesen sie den Feind an der ganzen Front blutig ab und behaupteten ausnahms⸗ os ihre vielfach zerschossenen Stellungen. Drang der Gegner da vder dort in einen Graben ein, so wurde er durch unverzüglichen Gegenangriff wieder daraus entfernt. Dem schweren Tage, der mit einem vollen Mißerfolg der Italiener endete, folgte eine ruhige Nacht. Auch an der Dolomitenfront dauert — e eee —— 5 AW—————————— die feindliche An⸗ e inz l. 8 5 roche? kriffstätigkeit unvermindert fort. Hier richtet der Gegner seine mlung 1 seftigsten Anstrengungen gegen den Col di Lana, vor dem nun aum u schon so viele und auch gestern zwei neue Angriffe zusammen⸗ bo rachen. 5 Ein italienischer Flieger bedachte das Schloß Miramar mit Homben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die südöstlich von Visegrad auftretenden montenegrini⸗ ichen Abteilungen wurden bei Drinsk und auf der Suha Gora ge⸗ chlagen. Die deutschen Divisionen der Armee des Generals non Köveß drangen in die Gegend von Rudnik vor. Oesterreichisch⸗ Ingarische Kräfte dieser Armee überquerten im Angriff die durch undauernden Regen fast ungangbar gewordenen Niederungen an ber bbersten Rara, warfen in erbitterten Kämpfen den Feind von ber Cumisko⸗Höhe und erstürmten die Kirche und das Dorf Cumie. Die Armee des Generals von Gallwitz überschritt im Raume von apovo die Lepenica und machte südöstlich von Spilejnac weitere Fortschritte. Die bulgarische erste Armee eroberte Pirot; der Feind hat vor ihrer ganzen Front den Rückzug angetreten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. * Der bulgarische Bericht. 1 Der Feind überall geworfen. Sofia, 29. Okt.(W. T. B.) Amtlicher Bericht über die Freignisse am 27. Oktober: Nach viertägigen hartnäckigen Kämpfen schlugen unsere Truppen im Timok⸗Tale und vor Pirot operierende serbische Urmeen auf der ganzen Front. Die Serben befinden sich ett imallgemeinen Rückzuge in westlicher Richtung, Wir verfolgen energisch den Feind. Wir sind schon im gesitz von Negotin und Brza⸗Palanka(auf dem echten Donauufer, wo unsere Kavallerie mit den verbündeten Truppen in Berührung kam), Zajecar, Knjazevac und zahl⸗ zeichen Dörfern im Timok⸗Tale. Wir erbeuteten auf ieser Front 16 Geschütze, große Mengen Munition und viel Proviant. 5 Im Tale der Nischawa erstürmten unsere Truppen ie füdlichen Werke der Festung Pirot und gelangten bis zur Stadt selbst; aber die Nacht unterbrach die Operationen. Der Feind wird auf der ganzen Front verfolgt. Die Einwohner der Städte Negotin, Brza⸗ galanka, Zajecar und Knjazevac bereiteten mseren siegreichen Herren begeisterte Hu 1 d i gun 95 Diese Städte sind mit bulgarischen Fahnen beflaggt. Die Zevölkerung begrüßte unsere Truppen mit Rufen:„Es lebe zer Zar Ferdinand! Es lebe Bulgarien! Es lebe die tapfere zulgarische Armee!“ Vn der Ebene von Kossovae 5 ie Gegend nördlich Katschanik und die obere stlich Gilani. 1 Die durch reguläre serbische Truppen gegen die m garische Bevölkerung von Uesküb bei der Räumung dieser Stadt begangenen Greueltaten wurden gestern von zen Behörden festgestellt, die darüber in Gegenwart der konsuln von Rußland und Griechenland und 5 e chen Mission unter Lady Paget und zahlreicher e eiten dieser Stadt ein Protokoll aufnahmen. Es 15 5 hotographische und kinematographische Aufnahmen dee Zreuel gemacht.— Die französischen Truppen, 3 talandowa gegen Tschepeli⸗Balkan vorgingen, wurden din 5 zie Bulgaren mit großen Verlusten gestern zurückgeschlagen. rreichten unsere Truppen Morawa 0 ö beschoß es während zwer Stunden. Zur gleichen Zeit warfen drei Wasserflugzeuge Bomben auf die Stadt; ein feindlicher Flieger wurde getroffen. Neun Einwohner wurden getötet, darunter drei Frauen, neun verletzt. Serbische Verzweiflung. 100 Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Bukarest: Ueber en vor etwa zehn Tagen erfolgten Rücktritt des serbischen Geweralisstmus, des Woiwoden Putmik, erfährt man von unter⸗ richteter Seite: Die Angabe, als ob Putnik aus Gesundheitsrück⸗ sichten seine Stellung niedergelegt habe, ist unrichtig. Die Gründe 892 den Rücktritt Putmis waren die, daß Putnik infolge der Haltung des Vierverbandes, insbesondere durch den Verlauf der Landung in. Salonik, die Putnik im letzten Kriegsrat als eine mili⸗ täris che Komödie bezeichnet hat, die weitere Verantwortung für die Führung der serbäschen Armee nicht tragen wollte. Verläßliche Informationen diplomatischer Kreise besagen, daß in Ser bien die Haltung des Vierverbandes, insbesondere das Vorgehen Rußlands, eine derart schwere Enttäu⸗ s ch u ug hervorgerufen hat, daß man mit allen Möglichkeiten rech⸗ nen muß. Es wird offen erklärt, daß Rußland und die Alliierten schen fliehen über die Grenze nach Rumänsen Das Elend unter den Flüchtlingen ist sehr groß. Nach einer Meldung des Vilag soll König Peter nicht mehr in Serbien weilen. In den letzten Wochen sei der König von Melancholie befallen worden, und man habe ihm geraten, eine ausländische Kuranstalt aufzufuchen. Der König habe den Weg über Albanien genomanen. In das Herz Serbiens. und Griechenland. langer festzusammenhängender Front in das Herz Serbiens vor. Im Westen, im bosnischen Grenzgebiet, westlich der oberen Drina, wo die serbische, die montenegrinische und die bosnische Grenze einen Winkel bilden, wurde der Feind in neuen Kämpfen über die serbische Grenze geworfen. Gegen Osten dringen die zur Westgruppe der Armee des Generals von Köveß gehörigen österreichischen Truppen im Gebiete von Valjovo vor. Die Armee Gallwitz führt erfolgreiche Kämpfe südlich Svilajnac durch. dem Kabinetts überreicht. Poincaré hat die Demission an⸗ genommen und de nen n Havas folgende Note: Herr Briand verwenbete k 10 Serbien zum Opfer bringen und es zwecklos verbluten lassen. Wenn nerstag, um bei den bedeutenbsten politischen Persönlichkeiten vor- auf die dringende Bitte V Werk zu verwirklichen, das infolge gewisser Schwierigkeiten von Viviani selbst nicht zu einem konnte. Briands handelt es sich darum, in der Regierung, die sich einzig mit der nationalen Verteidigung beschäftigen soll, die bestqualifizierten Vertreter des Landes zu vereinigen, tis Meinung sei. Briand hat sich bereits die Mitarbeit der ehemaligen Ministerpräsidenten Freycinet, Leon Bourgeois, Com⸗ bes und Mélines, sowie des Abgeordneten Den ys Cochin Bulgarische Vergeltung gegen die Entente. Das Organ des Ministerpräsibenten Radoslawow, Naraduf Prava, deutet an, daß die nach der Kriegserklärung in Bulgarien verbliebenen englischen und sranzösisch und in Städten der Aegäischen Küste untergebracht werden. en Staatsbürger internier: (Die bulgarischen offenen Küstenstäbte sind kürzlich von der Ententeflotte völker rechtswidrig beschossen worden, wobei mehrere bulgarische Zivilpersonen ums Leben kamen.) Das Ende der französischen Ministerkrise. Briand Ministerpräsident. Paris, 29. Okt. Der Ministerpräsident Viviani hat heute Präsidenten Poincaré die Demission des herigen Justizminister Briand abinett betraut. 2 Ueber die gestrigen Schritte Briands verbreitet die Agenge ganzen Don⸗ mit der Neubildung des die serbische Armee auch bis zuletzt sich auf das tapferste wehre, so zusprechen., Dieselben Besprechungen wurden vor einigen Tagen geschehe dies doch ohne Hoffnung. In Serbien herrsche Pank, schon von Vivian unternommen, um das inett aufrecht zu er⸗ am Hofe und bei der Regierung Verwirrung. Tausende von Men⸗ halten. Sie werden jetzt von Briand weitergeführt. Es geschah ipianis, daß Briand versuche, dieses geführt werden, nach derjenigen glücklichen Ende Nach der Ueberzeugung Vivianis wie was auch deren politische er 176 8 9 driegsyresse ter 7 9 72 2 79 1 7 5 472 f 1 Berl. Tagebl. wird aus dem Kriegspressequartier gesichert. Er wird von den bisherigen Ministern Viviani, gemeldet: Die unter der Führung des Generalfeldmarschalls[ Ribot, Sembat, Guesde, Malvy und Doumergue von Mackensen stehenden verbündeten Truppen dringen in beibehalten. 28 Die französische Kammer zur Lage. T. U. Paris, 29. Okt. Die Sitzung der Kammer wurde um einen Tag verschoben, um der neuen Regierung Gelegen⸗ heit zu geben, sich zu konstituieren. Verschiedene Abgeordnete, die die Regierung zu interpellieren wünschten, protestierten gegen diese Vertagung. 9 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M Herren- billigen Preisen. Stoffe führe ich sümtliche Unterkleider etc. . Am 27. Oktober erschien die russische Schwarze Meer- lotte mindettens 15 Einbeiten stark, vor Warna und finden Sie in drei Stockwerken: u. Rnaben-Kleider in allen erdenklichen Ausführungen zu alten Damen- u. Mädchen-Mäntel in grosser Auswahl zu wirklich billigen Preisen Kostüme Kleider Blusen Unterröcke Besätze— Spitzenkragen. S lde Daumual Maren alte Vorräte, weit unter heutigem Preis. Für unsere Krieger Qualitäten und verkaufe diese, dem Zweek ent- sprechend, denkbar billig. Lichspiehaus Giessen Bahnhofstrasse 34 Tefephon 2077 G Erösstes, elegantestes und modernstes Lichtspiel-Theater am Platze. 8 08 Jeden Mittwoch u. 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Es werden deshalb alle Knaben, die während der drei letzten Jahre aus der Volksschule zu Gießen enzlassen wurden, sowie die Schüler aller höheren Schulen, die nach Ablauf des achten Schuljahres austreten, ohne mindestens ein Jahr der Obertertia angehört haben, aufgefordert Dienstag, den 2. November, nachmittags 2 Uhr im Schulhaus der Stadt mabenschule— Westanlage Nr. 43— pünktlich zu erscheinen, um Stundenplan und andere Mitteilungen entgegen zu nehmen. Aach alle diesenigen Schüler aus anderen Gemeinden, die hier in Gießen wohnen— also polizeilich ange— meldet und der hiesig en Jortbildungsschule überwiesen worden sind — haben ebenfalls en genanntem Tage zu erscheinen. Alle anderen auswärtigen Fortbildungsschulpflichtigen jedoch, die täglich in ihren Heimatsort zurückkehren, werden wegen Mangel an Platz und Lehrkräften in die hiesige Fortbildungsschule nicht aufgenommen. Gießen, den 23. Oktober 1915. Der Schulvorstand. 3 e 1 le er. 1 2 Aare, een. Nachruf. Als Opfer des blutigen Völkerriugens fiel in Frankreich unser treuer Sangesbruder „ 12 · 0 Philipp Werner im Alter von 52 Jahten. 0 Die Mitglieder werden sein Andenken in Ehren halten. Der Vorstand. 31 3 5 4 f 5 5 5 5 5 frischendste Brauerei. 2 E EEE EEE EEE — 5 eises Pran Giessen, Wetzsteinstrasse. .: Bei der Brauerei Spezial- Ausschank.:: Mein Weizenbier Weizenmalz hergestellt. Kohlensäure, und besonderen Eigenschaften wegen gerade das hervorragendste, best bekömmlichste und er- Vollständig neu renoviertes Lokal. .—— ite, Mützen iän, agel Hraaden erna ee 2 2 ers e. Besitzer: Hans Kirzinger. aus bestem Münchener Alkoholarm, reich an sanitären Beziehungen ist EEE und seiner Getränk. Ausschank nur bei der EE 1 Uilitür-Artikel Militär-Mützen FE Besonders ermässigte Preise. F * e ee z Stricklumpen; und Schafwolle nehmen zu höchsten Preisen an 7 L. Nosenbaum& Jakob e Tel. 171. am Oswaldsgarten. 228 — Händler erhalten Vorzugspreise.— IEEE 10 Pg. 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