Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volkszeitung erscheint ieden Werktag Abend in Zießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 1 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraßse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Nau 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. 00 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 180 Mk. Nr. 254 Gießen, Freitag, den 29. Oktober 1915 10. Jahrgang „ e t des Kri Der Fortgang des Krieges. Von Richard Gädke. Nach einer Pause von drei Monaten haben die Italiener ihre griffe gegen die österreichische Südwestfront im goßen Stile erneuert. Vielleicht nicht ganz freiwillig, sondern iter dem Drucke, den die Vorstellungen der Verbündeten auf ihre Feresleitung ausgeübt haben. Offenbar will diese sich an dem lkanabenteuer ebensowenig beteiligen wie an dem aussichtslosen griff auf die Dardanellen. Es mag dahingestellt bleiben, ob hirfür militärische und nicht auch politische Gründe mitwirken. Henfalls scheint der Verlauf aller drei Isonzoschlachten zu be⸗ äsen, daß schon die militärischen Gründe ausschlagend sein nten, denn er stellt sich als ein großer fortgesetzter Mißerfolg de. Im Lager der Oesterreicher sieht man diesen verzweifelten Eirmen mit einer Art geringschätzigen Mitleide zu und hält sie einen furchtbaren Massenmord. Man mag darin wohl recht ven, wenn man den großen Unterschied in der kriegerischen ichtigkeit zwischen Angreifer und Verteidiger berücksichtigt. Da⸗ zen aber kommt in Betracht, daß der erste Angriff der Italiener, am 29. Juni begann und am 5. Juli endete, mit nur 4 Armee⸗ ps, das heißt: mit offenbar zu schwachen Kräften geführt wurde. wurde der Verteidiger auf alle schwachen Punkte seiner Front merksam und gewann Gelegenheit wie Zeit, seine Verteidigungs— magen mehr und mehr auszubauen. Der zweite große Angriff setzte dann 13 Tage später mit er⸗ lichen Verstärkungen, im ganzen mit 17 Divisionen, ein und de an Ort und Stelle nach schwerer Feuervorbereitung mit er Erbitterung Tage lang fortgesetzt. Er brach überall zu⸗ men; zu einem gleichzeitigen Ansturm auch gegen die Tiroler ue Kärntner Front hatte der italieische Führer nicht den Ent⸗ Au gefunden oder nicht die zahlenmäßige Kraft zusammenge⸗ sucht. Seine Verluste in diesem schweren Ringen wurden auf 000 Mann geschätzt. Dann erlahmte die italienische Heerführung und zersplitterte e in einem Gebirgskriege kleiner und kleinster Unternehmungen. Des Ganze zur Beruhigung des italienischen Volkes, dem man jsen Tag von den tapferen Angriffen der Truppen bald hier, bald kgrund von täglich gemachten Fortschritten berichtete. Wenn man br jetzt das Ergebnis dieser lebhaften Fortschritte überschaut, so sett man sofort, haß nach den eigenen Meldungen Cadornas die Aggeschobensten Teile noch immer nur an die Grenze beider Länder Kommen sind: nur bei Monfalcone, im Küstenlande, wo die Juerreicher gleich im Beginn des Krieges freiwillig auf ihre Hizenstellungen zurückgingen, haben die Italiener in den 5 Kriegs⸗ unaten 20 Kilometer Raum gewonnen. Wenn die„Fortschritte“ spweiter gehen, wird der zehnjährige Trojanische Krieg ein kurzes Abesidyll gegen den Feldzug der Italiener sein, und selbst die Lig jugendliche Helena wird alt und gran werden, ehe sie vor die dire Wiens gelangen. Diesmal haben sie nun dem Angriff u Re gebildes und Meisters Joffre eine sehr lange Beschießung durch were und schwerste Geschütze vorausgehen lassen, ehe sie am Oktober ihre Infanterie zum Sturm losließen. Sie haben sich m zugleich bemüht, dem Angriffe eine breitere Grundlage zu ken, indem sie nicht nur an der Isonzofront, sondern auch gegen Aötirol, von Westen, Süden und Osten vorstießen. Man kann hien billig zugestehen, daß ihnen hier an einzelnen Stellen kleine folge geblüht haben, so in der Giudicaria und besonders im krro⸗Tale, westlich des Gardasees, im oberen Cordevole(östlich hien) und gegen Schluderbach. Aber auch diese Fortschritte haben auf die Fortnahme einiger österreichischer Vorstellungen be⸗ zünkt, während die Hauptstellungen noch kaum bestürmt worden e, Man braucht nur darauf hinzuweisen, daß die Italiener noch ut einmal in den Bereich der Forts von Riva, am Nordrande „Gardasees, gelangt sind. Die Festung Trient nun gar, im kozipfel Südtirols, 40 Kilometer von der Süd⸗, 20 Kilometer 1 der Oftgrenze, liegt noch im tiefsten Frieden. 5 A der Isongofront hatten sie in den ersten 4 Tagen der Fnllacht auch nicht den leisesten Gewinn zu verzeichnen. Wo sie in (elne österreichische Gräben eindrangen, wurden sie sofort oder bmpt in der nächsten Nacht wieder hinausgeworsen. Ihre Ver⸗ lie aber müssen auch diesmal sehr groß sein. e Um gerecht zu bleiben, müssen wir zugestehen, daß der Angriff modern ausgebaute Feldͤstellungen gegenüber der entsetzlichen bekung des Maschinengewehrs, der Handgranate und des schweren echtes zu den schwierigsten Aufgaben gehört, die einen hervor⸗ henden Truppe überhaupt zugemutet werden können. Die fran⸗ Ilsch⸗englischen Angriffe in Artois, in der Champagne, zwischen bas und Mosel, aber auch die deutschen Angriffe an der Mer⸗ unt haben es bewiesen. Man wird nach den bisherigen Erfab⸗ zungen ziemlich allgemein annehmen dürfen, daß ein Angriff, der ber Wucht und leberraschung des ersten Tages nicht durchstößt ins freie Feld, an den folgenden Tagen so gut wie dae; 7 15 zsichten mehr hat. Geglückt ist der Sturm auf planmäßig be⸗ sigte Feldstellungen bisher überhaupt nur den deutschen ruten; rn man darunter den völligen Sieg und nicht ni, die en me einer größeren oder geringeren Zahl von Schützengraben N derer Linie versteht. 5 Angriff Wenn die gtaliener gehofft haben, durch ihren dritten fen ge⸗ sterreichische Kräfte zu binden, die sich sonst gegen, Serbien ge⸗ lendt hätten, so liegt auch darin eine große Selbsttäuschung 6 siariff der beiden verbündeten Mächte gegen Serbien ge ee planmäßig vorbereitet worden, daß die Gesautheit der Kräfte, saman flür den Erfolg nötig hielt sofort an der Donau und Save⸗ bie versammelt wurden. Man rechnet also augenscheinlich nicht darauf, vom Südwesten oder Westen oder 9 81 1 f tere Verstärkungen heranholen zu müssen. Nach den neuesten echrichten der Hauptquartiere nd es ja nicht nur die ier kirveß und Gallwitz, die nach Serbien eingedrungen sind, aher 11 hat eine weitere Gruppe die Donau bei i 19 7 (kitten: und vom Mesten her ist über die Drina eis — 9 leutlche und nach dem Rezept ihres Sarkotis südlich der Matschwa eingebrochen und hat Valjewo be⸗ setzt. Eine dritte Abteilung hat sich an der oberen Drina des Brückenkopfes von Visigrad(noch auf bosnischem Gebiete) be⸗ mächtigt und bedroht bereits die Verbindung des serbischen Heeres mit Montenegro. Inzwischen hat die zweite bulgarische Armee sich in Neu⸗Serbien ausgebreitet, am 23. Oktober Uesküb nach hartem zweitägigen Kampfe genommen und somit die wichtige Bahnlinie Uesküb.—Nisch in breiter Front nach Norden hin überschritten. Eine dritte Armee sichert die zweite Armee gegen Süden hin, gegen die um Saloniki sich versammelnden englisch-französischen Streitkräfte. Sie ist bei Krivolae, an der Bahnlinie Uesküb, 65 Kilometer von der griechischen Grenze, 110 Kilometer von Saloniki entfernt, auf fran⸗ zösische Truppen gestoßen. Diese wollen sich„behauptet“ haben, sind also zum Angriff nicht stark genug gewesen. Für die Beurteilung der Gesamtlage auf diesem so wichtig ge⸗ wordenen Kriegsschauplatz wäre es nötig zu wissen, wieweit die Truppenlandungen der Gegner in Saloniki bereits gediehen sind und ob sie wirklich auf griechischen Einspruch hin ins Stocken ge⸗ raten sind. Die sichtbare Verwirrung, in die die Leitung des Vier⸗ verbandes geraten ist, gestattet aber auch militärische Schlüsse, die für unsere Sache günstig sind. Offenbar ist, daß sie die Darda⸗ nellen-Expedition noch nicht endgiltig aufgegeben haben, weil sie die Rückwirkung auf die mohammedanische Welt fürchten. Andererseits aber haben sie mindestens zwei französische und eine englische Di⸗ vision von dort nach Saloniki überführt— eine halbe Maßregel, die ihre Nachteile in sich trägt. Es folgt daraus ferner, daß die Ver⸗ stärkungen nach Saloniki von weiter her, zumal aus Frankreich selbst kommen müssen. Das allein wird die Versammlung der Expeditionsarmee verlangsamen und besonders die Sicherstellung ihrer vielfältigen Bedürfnisse. Auf Griechenland ist in dieser Be⸗ ziehung selbst in dem günstigen Falle nicht zu rechnen, daß dieses sich doch noch gezwungen fähe, auf die Seite des Vierverbandes zu treten. Sonach hat sich die Lage der serbischen Armee trotz ihrer tapferen Verteidigung in der letzten Woche wiederum verschlechtert. Soweit man aus dem Gange der Ereignisse schließen darf, leistet sie den stärksten Widerstand nach Osten hin, gegen die über den Timok vordringende erste bulgarische Armee des Generals Boja⸗ diew. Darum ist dieser in dem äußerst wegarmen Hochgebirge auch nur sehr langsam vorwärts gekommen: immerhin ist die Zentralfestung des Landes, Nisch, von Nordosten und Osten her be⸗ reits bedroht, während das 50 Kilometer südöstlich gelegene Pirot eingeschlossen sein soll. Auch im Norden wehren sich die Serben mit verzweifelter Euergie gegen die überlegenen Kräfte Mackensens. Am 6., 7., 8. Oktober fand der Uebergang über Donau und Save statt; am 24. Oktober hatten die verbündeten Heere die Linie Valjewo— Arandjelovae—Petrovac—Melnica, durchschnittlich 40 Kilometer südlich der Donau, erreicht, das sind auf den Tag etwa 2½ Kilo⸗ meter Raumgewinn. Man muß hierbei immer die traurigen Wegeverhältnisse und die Hemmungen berücksichtigen, die der ge⸗ birgige Charakter des Landes jedem Angreifer bereitet. An Lebens⸗ mitteln hingegen scheint es noch nicht zu fehlen. In jedem Falle sehen wir das serbische Heer auf drei Seiten von feindlichen Streitkräften umgeben, die ihm in ihrer Gesamtheit weit überlegen sind. Der ihm zur Verfügung stehende innere Raum beträgt von Norden nach Süden zurzeit noch etwa 220 Kilometer, vom Osten nach Westen— er verringert sich jeden Tag — 160 Kilometer. Der Rückzug gegen Uesküb ist, ohne gewalt⸗ samen Durchbruch i m Kampfe, nicht mehr frei; es kann, wenn ihm nicht noch im letzten Augenblick eine wenig wahrscheinliche Hilfe von außen kommt, im besten Fall noch gegen die monte⸗ negrinische Grenze weichen. Dort aber, in dem unwirtlichen Lande, das kaum den eigenen Bewohnern den notwendigen Unterhalt bietet, erwartet es ein Feind, der schlimmer ist als die verbündeten Streitkräfte: der Hunger! 0 Man sieht nicht recht, wie es seinem Schicksal noch entgehen könnte, auch wenn es sich nur langsam vollziehen sollte. Im Westen wie im Osten, Stellungskrieg! Es ist wunderlich, wie die Feinde und„wohlwollende“ Neutrale von einem Scheitern der Offensive gegen Rußland sprechen können. Daß wir so vielen Gegnern gegenüber nicht auf allen Gebieten zugleich angriffsweise verfahren können, ist doch auch für den Laien leicht einzusehen. Die beutsche Kriegskunst hat sich ringsum Ellenbogenfreiheit geschaffen, die feindlichen Streitkräfte zurisckgeworfen und schickt sich nun an, auf einer Grenze, wo die Verhältnisse besonders günstig geworden zu sein scheinen, einen endgiltigen Erfolg zu suchen. Das andere wird sich dann später finden. Von einem Scheitern unserer Pläne könnte man vernünftigerweise nur dann reden, wenn es unsere Ab⸗ sicht gewesen wäre, nach Petersburg oder Moskau zu gehen, und wir diesen Plan infolge des überlegenen russischen Widerstandes hätten aufgeben müssen. Davon kann keine Rede sein; die Heere des Zaren sind ganz unschuldig daran, daß wir auch nach Osten hin uns zeitweise auf die Festhaltung des bereits Gewonnenen beschränken. Das ist unser eigener, freier Wille! 1* * Noch fünf Tage aushalten, dann. Lyoner Blätter melden aus Nisch vom 26. ds.: Die serbische Armee ist in Anbetracht der erdrückenden Ueberzahl der feindlichen Truppen zur Defensive gezwungen. Sie benutzt indessen alle Vorteile, die das Gelände oder sonstige Umstände bieten, zu heftigen Gegenangriffen, um das Vor⸗ dringen der Feinde aufzuhalten. Die Verbündeten ersuchten das serbische Hauptquartier, höch⸗ stens noch fünf Tage Widerstand zu leisten, dann würden sie wirksame Hälfe bringen. Eine weitere Meldung vom glezen Tage hält die Lage in Serbien für fehr eenst, Sie könnte nur durch ulgaren vereint! schnelles Vorrücken der Verbündeten gebessert wer den. Serbien könne den zwischen Vranja und Krivolak be⸗ findlichen auf 10 Infanteriedivisionen mit 300 Geschützen geschätzten bulgarischen Streitkräften nur geringe, aus Soldaten der dritten Kategorie zusammengesetzte Kräfte ent⸗ gegenstellen. Englischer Pessimismus. T. U. Rotterdam, 27. Okt. Viel bemerkt wird, daß Lord Lans⸗ down im Oberhaus nicht mehr von einer möglichen Rettung Ser⸗ biens, sondern nur noch von einem Entsatz Serbiens durch die Ententetruppen sprach, woraus man schließt, daß die Entente jetzt auf alle Hoffnungen für Serbien verzichtet hat und das Land teil⸗ weise seinem Schicksal überlassen muß. Die ganze Tonart der Er⸗ klärung Lansdownes war recht pessimistisch. So bestätigt er, daß von Saloniki nur eine kleine Truppenmacht vorgerückt sei, weil mehr Truppen nicht so schnell dahin geführt werden könnten. Aber mitt⸗ lerweile werde eine große Truppenmacht für den„Dienst in Süd⸗ ost⸗Europa“— Lansdown vermied es von Serbien zu sprechen— zusammengebracht und Transportschiffe in Bereitschaft gestellt wer⸗ den, um Truppen zu überführen. Lord Lansdown erklärte weiter, es tue ihm leid, das sagen zu mitssen, aber der serbische Feldzug werde einen derartigen Verlauf nehmen, daß die serbische Armee die doppelten Angriffe durch die Oesterreichischer und Deutschen vom Norden und die Bulgaren vom Osten und Süden nicht lange wider⸗ stehen könne. Portugal soll helfen? T. U. Lugano, 27. Okt. Londoner Depeschen zufolge er suchte die englische Regierung Portugal um Ueber lassung portugiesischer Truppen, um die in Gibraltar stehenden englischen Truppen anderweitig ver⸗ wenden zu können. König Peter will nach Italien flüchten? T. U. Budapest, 27. Okt. Pesti Hirlap veröffentlicht Draht⸗ ungen aus Sofia, worin es heißt, daß aus Serbien eingenlaufenen Nachrichten zufolge man damit rechne, daß König Peter sich über Pristina nach Italien flüchten werde.— Rußland soll dem alten Herrn auch ein Asyl angeboten haben, doch kann er es nicht mehr erreichen, da Serbien von Rußland ganz abgeschnitten ist. Uebrigens wollte Peter doch nicht fliehen, sondern im Falle einer serbischen Niederlage mit seinen Soldaten sterben. Man hat sich's wohl anders überlegt. e — 2 7 5 0 Die Haltung Griechenlands. Eine Erklärung König Konstantins. T. U. London, 27. Okt. König Konstantin von Griechen land hat dem Korrespondenten der Associated Preß in Athen folgende Erklärung zugehen lassen: Griechenland zieht nur das Schwert aus der Scheide, es bedroht niemanden, könne jedoch nicht dulden, daß die Ereignisse eine Bedrohung der Unantastbarkeit des Landes und der Freiheit des griechischen Volkes bringe. Es ist meine Pflicht, das ganze Land vor der Gefahr eines Unterganges zu bewahren, in den es durch eine Hineinziehung in den europäischen Krieg gestoßen würde. Solange es mir möglich ist, werde ich Griechenland um jeden Preis vor einem solchen Schicksal zu bewahren suchen. Neue Ränke von Veniselos. Sicheren Nachrichten der Frankft. Ztg. aus Athen zufolge ent⸗ faltet Veniselos gegenwärtig eine lebhafte Agitation, um die De⸗ mobilisierung in Griechenland herbeizuführen. Zur Befürwortung seines Vorgehens führt Veniselos an, daß die Aufrechterhaltung der Mobilisation dem Lande kostspielige und unerträgliche Opfer auferlege und eine große Gefahr für das Hineingezogenwerden Griechenlands in den Kriegswirbel bedeute. Falls diese macchia⸗ vellistische Agitation von Veniselos den Sturz des Kabinetts herbei⸗ führen sollte, ist der König sest entschlossen, zur Auflösung der Kammer zu schreiten. Italien macht das Balkanabenteuer nicht mit! Eine ossene Absage an die Bundesgenossen. Rom, 27. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Tribung schreibt, Italien könne aus militärischen Gründen sich augen— blicklich nicht an der Balkan expedition beteili⸗ gen, wenn es auch politisch an der Expedition teilnehme. Durch diese Haltung verstoße Italien nicht gegen seine Ver— tragspflichten. Italien habe zwar die Pflicht, mit allen seinen materiellen und moralischen Kräften am Kriege teilzunehmen, aber über den Gebrauch dieser Kräfte habe die italienische Regierung zu entscheiden. In einem anderen Artikel unterstreicht die Tribung diese Auffassung der italienischen Vertragspflicht durch folgende Sätze:„Der öffentlichen Meinung in den alliierten Ländern kann man nicht verübeln, daß sie gern sähe, wenn Italien mit dem Schwert die diplo⸗ matischen Fehler anderer wieder gut machen würde. Aber das Recht auf die Erfüllung Seases Wunsches hat diese öffentliche Meinung nicht. Wenn Italien der mehreren Mitschuldigen hingerichtet. pflichtung.“ Schließlich bemerkt die Tribung in einem dritten Ar⸗ tikel gegenüber den Befürchtungen, daß Italiens Fernbleiben von der Balkanexpedition bei der öffentlichen Meinung der Alliierten verstimmen könnte, folgendes:„Die italienische Regierung hat nur Rücksicht auf die öffentliche Meinung Italiens zu nehmen. Außerdem hat die italienische Regierung nach außen hin nur die Pflicht, sich mit den verschiedenen Regierungen auseinanderzusetzen, nicht mit der öffentlichen Meinung. Sollte die öffentliche Meinung in England und Frankreich mit Italien unzufrieden sein, kann sie ja ihre Zufriedenheit in Griechenland oder in Venezuela suchen.“ Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 27. Okt.(W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: Auf der Dardauellenfront machten bei Anaforta unsere Patrouillen, indem sie sich den feindlichen Gräben näherten, einen Teil der feindlichen Soldaten mit Haud⸗ bomben nieder, die bei Verschanzungsarbeiten beschäftigt waren, verhinderten deren Wiederherstellung und brachten die Drahtverhaue einiger feindlicher Gräben als Beute mit. Bei Anaforta und Ari Burnu fand Artilleriekampf zwischen unserer Artillerie und den Land- und Schiffsgeschützen des Feindes statt. Feindliche Verproviantierungskolonnen, di- bei dem Ausschiffungspunkt von Ari Burnu gesichtet wurden, wurden durch unsere Artillerie zersprengt. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr warf der Feind gegen unsere Schützengräben am linken Flügel ungefähr 700 Granaten und Bomben, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Auf der Front am Kaukasus am rechten Flügel wurde nach einem Gefecht zwischen unseren Patronillen und feind⸗ lichen Kompagnien der Feind gezwungen, sich zurückzuziehen. — Sonst nichts Neues. Der Kommandant von Kowno vor Gericht. Stoctholm, 27. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Dem Rannaje Utro zufolge verhandelte das Dünaburger Militär-Begzixksgericht in Witebsk seit dem 2. d. M. unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen General Grigoriew, den ehemaligen Festungskommandanten vos Kowno, wegen Uebergabe der Festung am den Feind ohne Aus⸗ nutzung aller Verteidigungsmittel, was infolge des Verlassens der Festung durch den Kommandanten nicht geschehen sei. Die Anklage war nach einem Artikel ergangen, der die Todesstrafe vorsieht. Das Gericht verurteilte Grigoriew unter Zubilligung mildernder Umstände am 10. d. M. zur Aberkennung aller Rechte und 15 Jahren Kerker. Das Urteil bedarf noch der kaiserlichen Bestätigung. Neue Unterseebootsjäger. Newyork, 27. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der New⸗ Vork Herald meldet: Die kanadischen Vickerswerke haben den Auftrag erhalten. Unterseebootsjäger für Groß⸗ britannien zu bauen; fünfundzwanzig sind bereits abgeliefert. Acht fuhren unter eigenem Dampf über den Atlantischen Ozean. Die Schiffe sind 75 Fuß lang und besitzen eine Ober flächengeschwindigkeit von zwanzig Seemeilen und können unter Wasser fünfzehn Meilen zurücklegen. Sie führen keine Torpedos und sind hinten und vorne mit Dreizollkanonen ausgerüstet. Das Spionagemärchen vom Obersten Mjassojedow. (W. T. B. Nichtamtlich.) Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt unter der Ueberschrift:„Das Spionagemärchen vom Obersten Mjassojedow“: Die französische und englische Presse beschäftigt sich immer exr— neut mit der angeblichen großen Spionageangelegenheit, die in Rußland gespielt haben soll und als deren Hauptperson der Oberst⸗ leutnant Iwanow Iwanoff Mjassojedow genannt wird. Dieser wurde unter der Anklage der Spionage zugunsten Deutschlands mit i Das Urteil ist, wenn ech tat- sächlich erfolgt ist, gegen Unschuldige ergangen. Niemals! hat Mjassojedow oder ein ihm Nahestehender Nachrichten an Deutsch⸗ land oder Oesterreich⸗Ungarn geliefert. Den russischen Behörden wird es unmöglich sein, Beweise für das angebliche Verbrechen der Grrichteten zu erbringen.— Schon als die Verhaftung Mfasso⸗ jedows unter der Anklage des Landesverrates durch die Zeitungen EE 1 Balkanexpedition fernbleibt, so entzieht es sich keiner Ver⸗ bekannt wurde, wurde von den zuständigen deutschen Stellen er⸗ wogen, die Haltlosigkeit der Anschuldigung öffentlich zu erklären. Es wurde aber davon Abstand genommen in der Voraussicht, daß eine solche Erklärung den Angeschuldigten nichts genutzt, ihnen viel⸗ leicht im Gegenteil als ein Versuch, Schuldige zu entlasten, geschadet hätle. Auch jetzt kann die Erklärung, die wir an zuständiger Stelle eingezogen haben, daß Mjassosedow und seine Mitangeklagten un⸗ schuldig waren, ihnen nichts mehr nützen. Der Umstand aber, daß in der Presse unserer Feinde der Fall immer von neuem aufge⸗ griffen und in dem Sinne besprochen wird, daß durch ihn die deutsche Heeresleitung in der Lage war, Anordnungen zu treffen, die zu den Erfolgen der deutschen Waffen geführt haben, zwingt, össentlich zu erklären, daß diese Behauptung salsch ist und offensichtlich nur zur Entlastung der russischen Heerführung benutzt wird. Den deut⸗ schen Bchörden ist nur Mfassojedow bekannt, der als Gendarmerie⸗ Chef an der Grenze sich bis zum Jahre 1909 in der russischen Spio⸗ nage gegen Deutschlaud betätigt hat. Streiks in amerikanischen Waffensabriken. Nach einer augeascheinlich erglischen Meldung haben die deutschen und österreichischen Maschinisten einer großen Werkzeugfabrik in Chicago die Arbeit niedergelegt, weil die Firma die Anfertigung von Werkzeugen übernommen hatte, die zur Herstellung von Schrapnells— natürlich für den Vierverband, da ja Deutsch⸗ land nicht in der Lage ist, und es auch nicht nötig hat, solche Waren aus Amerika zu beziehen— dienen sollten. Der Be⸗ trieb des Unternehmens soll völlig lahmgelegt sein. Nach einer Mitteilung des Präsidenten der Unternehmervereini⸗ gung des Staates Illinois sind derartige Streiks in den letzten Wochen mehrfach vorgekommen. Es wird hervorge⸗ hoben, daß die Streikenden hierbei keinerlei wirtschaftliche Jorderungen gestellt haben. Die Unternehmervereinigung will sich an die Bundesregierung wenden.— Wir möchten gern wissen, wie die Bundesregierung die Deutschen und Oesterreicher zwingen wollte, Waffen für die Feinde ihrer Staaten zu liefern! Und wen werden Wilson und Lansing jetzt abschieben? Zeutrum und Lebensmittelpreise. Der Reichsausschuß der deutschen Zentrums paxtei hat dieser Tage in Frankfurt a. M. eine Kriegssitzung abgehalten, die sich mit den Friedenszielen, s. en Fragen, der Volksernährung und den Lebensmittelpreisen befaßt hat. Für die Friedensziele hat mam sich im Stile der nationalliberalen und konservativen Partei festgelegt, worüber im Einzelnen die beutsche Oeffentlichkeit augen⸗ 7. blicklich nichts Näheres erfahren kann. Ebenso wird im Berich Entschließung über die soziale Frage verheimlicht; destv ausführ⸗ licher aber werden Volksernährung und Lebensmittelpreise behan⸗ delt. Es ist klar, warum das geschieht. Das Zentrum hat in seinen Reihen genug Arbeiter und kleine Leute, die unter den gegen⸗ wärtigen Preisen außerordentlich leiden. Von diesem agitatorischen Zweck aber abgesehen, traf man außerordentlich anerkennenswerte Feststellungen und erhob begrüßenswerte Forderungen an die Be⸗ hörden, so auf Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffeln und umfassende Beschlagnahme zum Zweck der gleichmäßigen Vertei⸗ lung und es wird dem Reichsamt des Innern wiederholt bezeugt, daß es je länger je mehr versage. Eine Reihe von Bei⸗ spielen belegt dies: die verspätete Festsetzung von Höchstpreisen für Wolle, die ebenfalls stark verzögerte Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide, noch dazu ohne gleichzeitige Anordnung von Höchst⸗ preisen für Mehl usw. Wir haben das alles oft genug gesagt.— Sehr interessant ist die Stellung zur Landwirtschaft. Es wird den Landwirten wieder einmal vom Zentrum lebhaft zugeredet, doch ja micht den Bogen zu überspannen, da der Verdacht sowieso schon hinreichend bestehe, daß die Landwirte übermäßige Preise auf Kosten der Allgemeinheit forderten. Das Zentrum hat genug Land⸗ wirte in seinen eigenen Reihen, um gerade darüber sachverständig urteilen zu können. Alle diese Bedenken und Angriffe konzen⸗ tvieren sich aber immer wieder auf das Reichsamt des Inmern und auf seinen Chef Herrn Delbrück, dessen Stellung— was kein Geheimnis mehr ist— allerdings als außerordentlich er⸗ schüttert gilt. Gegen die Lebensmittelteuerung. Berlin, 27. Okt. Der Reichskanzler hat heute die Fraktionsvorstände des Abgeordnetenhauses empfangen, um sich mit ihnen über die Frage der Lebensmittelteuerung und über die von der Regierung zu ergreifenden Maßnahmen auszusprechen. Dabei wird der Reichskanzler ihnen auch mitgeteilt haben, daß Maßnahmen unmittelbar bevorstehen auf dem Gebiete des Verkehrs mit Butter, Milch, Käse und f. nsti n Fetten, ferner mit bestimmten 1 en, Eiern, Wild, Fischen und Kakao. diesem Gebiet zu erwartenden Veränderungen if regierung in dieser und in der vorigen Woche an! prüfungsstellen herangetreten, und diese kürzlich neu Körperschaft hat sich eingehend mit den betreffenden 3 befaßt. Es ist zu erwarten, daß vielleicht morgen schs Verordnung über die Einführung von Höchstpreisen Lebendgewicht bei Schweinen ergehen wird. Wir den Wunsch daran, daß diese beabsichtigten Höchstpreise Schweine wirklich nur den Gestehungskosten Rechnung tr und nicht von der Rücksicht auf irgendwelche speku Marktpreise zu sehr beeinflußt sind. 5 Auch die Beratungen über die Milchversorgung su ziemlich abgeschlosen. Der Hauptwert ist dabei darg worden, daß für die Wöchnerinnen, Säuglinge und der vorhandene Milchvorrat in erster Linie zur Verfi stehen muß. Den Kommunen wird die Pflicht aufer den, solche Maßregeln zu ergreifen, daß die Milchve gerecht erfolgt und es nicht etwa dahin kommt, daß Personen Milch erhalten, die das nötige Geld dazu Wahrscheinlich wird diese Regelung auf die Einführun) Milchkarten oder Milchmarken hinauslaufen. l Bulgarische Siege. 9 Budapester Blättern zufolge greift General Boj in der Urovica⸗Stellung die sich erbittert verteidigend Serben an. Im Nischawa⸗Abschnitt sind die Bulgaren steten Vordringen. Die von Uesküb her angreifenden Bu garen gelangten hart an Tetovo. Um die Stellungen u dieser Stadt wird gekämpft. Die bulgarische Artillerie unt stiitzt kräftig die Angriffe der Infanterie. Die serb Linien kommen nacheinander ins Schwanken. Die Ma donier kämpfen mit Kraft und Todesmut. Vor Prilep [der Kampf. Auch in der unmittelbaren Nähe der Strumitza drängen Mazedonier und Türken kräftig rückenden französischen und englischen Kräste zr bulgarischen und türkischen Bergbatterien err Vorteile über die Feinde, die auch den ungestümen m schen Sturmangriffen kaum standhalten können. Daß die Serben auf ein so rasches Vordringen k garen nicht rechneten und förmlich über rumd wurden, geht aus der Meldung in verschiedenen Bläte hervor, die Bulgaren hätten fast überall riesige de räte an Kriegsmaterial und Lebens mit vorgefunden. i a Rufsischer Landungsversuch an der bulgat Küste aufgegeben. T. U. Kopenhagen, 28. Okt. Der russische Land such an der bulgarischen Schwarzen Moer⸗Küste ist nac letzten Pariser Nachrichten nun endgültig aufgegeben word Rußland werde dagegen bei der rumänischen Regierung einmal in nachdrücklichster Form die Forderung stellen. Durchmarsch russischer Truppen zu gestatten. N 0 Ein russisches Erpeditionskorpßs. Wie aus Sofin gemeldet wird, hat der Zar auger daß eine Expeditionsarmee vou 250 000 Maun aus den Mi tärbezirken Odessa, Cherson und Jalta unter dem Kommas des Generals Dawidow für Serbien bereitgestellt werd Französische Ministerkrise. c T. U. Genf, 28. Okt. Die letzten Depeschen aus melden, daß das Kabinett Viviani aufs allerschwe ste fährdet ist. Die Unterredung, die der Ministerpräsi Viviani gestern vormittag mit dem Präsidenten Poi gehabt hatte, hat das Vorhandensein einschneidender sätze zwischen dem Präsidenten und dem Kabinett aufg Die Sonderausschüsse der Parteien des Senats und Kammer sind in aller Eile zusammenberufen worden. Ma hält es nicht für ausgeschlossen, daß heute noch der des gesamten Kabinetts erfolgt. * 3 D NN— — Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 1870-1871. 29 Von Levin Schücking. Es war Fräulein Blanche, die ihn aufnahm, die ihn rasch in den Raum schaffen ließ, wo er am besten aufgehoben scheinen mußte, in das Zimmer, worin Herr Kühn seine Geld— mittel und seine Wertpapiere aufbewahrte, das eiserne Schränke und Gitter vor dem Fenster hatte, dessen Tür durch zwei Schlösser zu sichern war... es war so natürlich, daß man in der Hast nur an diesen Aufbewahrungsort dachte. Nachdem die kleinen Fässer dorthin getragen und so fürs erste geborgen waren, atmeten die Franktireurs auf; ihre Sorge war von ihnen genommen, ihr Mut kehrte zurück, und da sie Ihnen an Zahl ungefähr gleich waren, beschlossen sie, sich gegen die anrückenden Ulanen zu verteidigen; wenn diese vor dem Hause ankamen, wollten sie Ihnen durch das Gitter des Hoftores eine Salve geben und sich dann in unser Haus werfen, um die Feinde aus den Fenstern niederzuschießen. Sie können sich unser Erschrecken über dieses Vorhaben denken; auch wäre es sicherlich zu einer solchen Szene gekom— men, wäre nicht Blanche gewesen, die sie beschwor, abzuziehen, weil das Ende des Kampfes sein würde, daß unser Haus niedergebrannt werden, daß ihre Mutter von solch einem schrecklichen Ereignis den Tod haben würde... sie stellte den Leuten vor, wie ein Blutvergießen ganz unnütz sein werde, weil die feindliche Streifpartie vorüberziehen werde, wie sie schon in der Nacht zurückkommen könnten, ihren Geld— transport weiterzuschaffen— sie setzte hinzu, daß sie, Blanche, mit allem, was sie habe, den Leuten bürge für ihre Geld— fässer— wenn sie nur rasch verschwänden und nicht an einen Kampf dächten, dessen Wirkung auf ihre kranke Mutter Blanche mehr fürchtete als alles.“ „Und auf diese Bürgschaft hin ließen sich die Leute be⸗ reden?“ fiel ich erregt ein. „Sie ließen sich beschwichtigen und durch Mare, den Gärtner, durch unsere Gärten führen, durch welche sie ver— schwanden— es war Zeit, denn die Hufschläge Ihrer Pferde schallten bereits aus der Allee herüber. Sie kamen und kün⸗ digten uns zu unserem Schreck an, das Sie bleiben würden zu unserem noch größeren nahmen Sie und Ihr Diener diese Zimmer für sich, und durch diese Zimmer führte doch die einzigen Wege zu diesem Gelde!“ „Ah,“ rief ich aus,„wie unglücklich sich das alles für Sie fügte! Sie kamen den Abend deshalb zu uns, um mich zu sondieren, wie lange wir bleiben würden! Und als ich Ihnen eine für Sie keineswegs beruhigende Antwort gab, entschloß sich wohl Fräulein Blanche zu jener Wanderung im Mondschein, auf der ich ihr begegnete... sie war gegangen, die Franktireurs zu bedeuten, daß sie nicht in der Nacht hoffen dürften, ihre Fässer abholen zu können...“ „So ist es— sie mußte diese Leute, die sich in den Ge⸗ büschen hinten am Oignonflusse verborgen hielten, entfernen — un sie zu beruhigen, gab sie ihnen ein Blatt, auf dem sie bezeugt hatte, daß sie die Geldsumme in Verwahr genommen und dafür einstehe. Damit gelang es ihr, die Leute fortzu⸗ senden, die gerne bereit und entschlossen waren, einen nächt⸗ lichen Ueberfall auszuführen und Sie alle zu ermorden!“ „Wir waren ein wenig wider einen solchen nächtlichen Ueberfall auf der Hut,“ unterbrach ich ihn;„aber wer weiß, wenn auch Fräulein Blanche dies alles nur getan hat aus Rücksicht und Sorge für ihre Mutter— vielleicht hat sie doch mehreren von uns und besonders mir, der ich hier getrennt von meinen Leuten wohne, das Leben gerettet!— Also sie hat die Leute fortgeschickt... mit einer schriftlichen Bürg⸗ Wa „Es ist ihr damit gelungen... der Gendarm ist nach Vesoul heimgeritten, um seinem Präfekten Bericht abzustatten und ihm Blanches Schrift einzuhändigen; die Franktireurs haben sich auf Besancon zurückgezogen. Wir hätten nun den Verlauf der Dinge abwarten können, wenn nicht die Sorge gewesen wäre, daß Sie unser Geheimnis, dem Sie so nahe waren, entdecken könnten... wenn Sie nicht selbst endlich Blanche erklärt hätten, daß Sie dies Geheimnis argwöhnten; dies ließ Blanche nicht Ruhe, nicht Rast mehr; wir mußten den Plan machen, dessen Ausführung in der vergangenen Nacht den unseligen Verlauf hatte, den Sie kennen!“ „Und Fräulein Blanche,“ sagte ich nach einer stum Pause,„hält sich nun für verpflichtet, die ganze Sumn ersetzen? Das wäre in der Tat schrecklich!“ „Sie haben recht,“ entgegnete der Abbe,„es ist schreckli Was Herr Kühn den Seinigen vermacht hat, beträgt g hunderttausend Franken für seine Witwe und ebensov seine Tochter; dies Haus, die Ferme von Colomier g ursprünglich der Madame Kühn und sind einem sohne derselben, einem älteren Halbbruder von Blanche, in Liverpool als französischer Konsul lebt, verschrieben. e sehen, daß es sich um das ganze Vermögen des F Blanche handelt!“ „Ah... unmöglich!“ 8 „Was ist unmöglich?“ 1 „Daß man von ihr verlangen wird, ihr Vermögen zugeben, alles, was sie besitzt, um den Staat zu entf .. der Staat muß die Verluste tragen, die der Kri er gewollt hat, ihm bringt...“ 9 „Sie kennen meine Cousine nicht!“ antwortete der Au trübe lächelnd. 0 12 „Nein, nein,“ fuhr ich in der tiefsten Erschütterung ser „das kann nicht sein... es ist nicht möglich, daß das zumute, daß man sie zwinge, sich zu opfern!“ „Des Zwanges wird es nicht bedürfen. Sie selbst k. es nicht anders wollen... sie hat sich verbürgt und nun dafür einstehen; es gilt die Sache ihres Vat und Frankreich ist heute nicht in der Lage, auf die O willigkeit seiner Kinder verzichten zu können; es ist u Zeit, wo seine Kinder ihre Pflichten gegen nehmen können!“ Ich war stumm. Der Kopf wirbelte mir dem danken an das Unheil, das ich über Blanche geb fühlte einen unwiderstehlichen Drang, zu ihr h sie zu beschwören... um was., das wußte ich der Abbe hatte ja nur die Wahrheit gesagt, ich ja nur zu gut, daß Blanche viel zu groß und edel nicht gerade so handeln zu wollen, wie er sagte. (Fortsetzung folgt.) 5 — und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Energische Maßnahmen zur Regelung der versorgung sollen in Aussicht stehen. Für die nächsten Tage sind nach einer offiziösen Meldung Maßnahmen des Bundes. rats für folgende Lebensmittel bestimmt zu erwarten: Wan Milch, Küse und sonstige Speisefette, verschiedene Arten Fleisch, Eier, Wild, Fische, Gemüse, Kakao und Zucker Nach Berliner Zeitungen soll es sich bei dem Fleisch um abeine fleisch handeln, eine Meldung spricht von der Festsetzung 1 Höchstpreisen für Schweine im Lebendgewicht. Es wird 9805 sichert, daß die Maßnahmen außerordentlich durchgreifend sein sollen. Warten wir's ab, jedenfalls wäre es die höchste Zeit daß wirklich einmal ordentlich und Erfolg versprechend zu. gepackt wird. — Von der Butterversorgung. Bei Festsetzung Höchstpreises für Butter in der Stadt und dem Kreisel richtete man sich nach den Frankfurter Preisen, weil man be⸗ fürchtete, daß sonst die Butter aus unserer Gegend nach Frankfurt„abwandern“ würde. Ob diese Befürchtung be⸗ gründet war oder nicht, wollen wir dahingestellt sein la das eine steht jedenfalls fest: daß wir in Gießen zu hohe Butterpreise haben. In allen Nachbarkreisen sind die Preise erheblich niedriger; z. B. in Marburg 1,90 Mark, in Wetzlar Friedberg, Alsfeld 1,70 Mark für das Pfund Landbutter, die bei uns 2,10 Mark kostet, 40 Pfg. mehr! Der Gießener Preis kann die Wirkung haben, daß er in den Nachbarkreisen preis- treibend wirkt. Man sollte daher eine baldige Herabsetzung erwägen. Ein Fehler ist es auch, daß ausländische Butter nicht dem Höchstpreis unterworfen ist; die Vermutung liegt nahe, daß hiesige Butter als„ausländische“ zu höheren Preisen verkauft wird.— Vom Kom mu nalverband soll in den nächsten Tagen Kühlhausbutter— Süßrahm⸗ butter— zu 2 Mark das Pfund verkauft werden, die auch im Konsumverein zu haben sein wird. Diese Butter wird in Stücken zu einem halben Pfund verpackt abgegeben. — Wir möchten noch darauf hinweisen, daß der festgesetzte Preis von 2,10 Mark der Höchstpreis ist, nicht der Normalpreis, wie es mancher auffaßt. Wenn man für 2 Mk. Süßrahmbutter erhalten kann, wäre es höchst töricht, für Landbutter noch mehr zu zahlen. Man beachte das am morgigen Markttage! 1,70—1,80 Mark ist reichlich genug für Landbutter. Lebensmittel. 1 des ise Gießen ssen; — Sparsamkeit in der Schule. Vor längerer Zeit hat die badische Unterrichtsverwaltung ne Verfügung an die Direktoren der Volksschulen und auch der höheren Schulen erlassen, in welcher die Schulvorstände aufgefordert werden, alle irgend vermeidbaren Ausgaben während des Krieges zu unterlassen. Es sollen keine neuen Schulbücher eingeführt werden, damit die jüngeren Schüler die gebrauchten Schulbücher ihrer älteren Geschwister noch benutzen können. Die Schule soll keinen Schüler auffordern, besonderes teuere Bücher, z. B. einen neuen Atlas oder ein anderes teueres Unterrichtsmittel zu kaufen.— Man wird dieser Verfügung im allgemeinen zustimmen müssen. Vor dem häufigen Wechsel der Schulbücher wurde vor dem Kriege viel geklagt; fast jedes Jahr gabs eine neue Auflage und oft genug unter⸗ schied sich die neue nur wenig von der alten. Selbstverständ⸗ lich dürfen keine veralteten Lehrmittel benutzt werden, man wird vielmehr verlangen müssen, daß diese auf allen Gebieten den Fortschritten und Errungenschaften der Neuzeit ent⸗ sprechen, aber wie gesagt, oft unterscheiden sich die einzelnen Auflagen kaum von einander und verursachten nur den Eltern Kosten und brachten den Verlegern Gewinne. Auch die Ge— meinden, welche den Volksschulen die Lehrmittel liefern, sind dabei erheblich interessiert; sie haben bedeutende Kosten dafür aufzuwenden, die durch öftere Neuerungen noch erhöht werden. — Die Preisprüfungsstelle der Stadt Gießen erläßt im heutigen Blatte eine Bekanntmachung, auf die wir hinweisen. Danach werden Mitteilungen über Verstöße gegen die Vor⸗ schriften über Höchstpreise und übermäßige Preissteigerungen im Handel mit Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs täglich auf der Bürgermeisterei im Zimmer 11 zu den ange- gebenen Zeiten entgegengenommen. Man soll derartige Ver⸗ stöße unbedingt und ohne Rücksicht zur Anzeige bringen; natürlich muß man auch der Sache sicher sein und darf nicht Dinge mitteilen, von denen man nicht genau weiß, ob sie zutrefsend sind. Jeder muß aber mithelfen, die Preistreiberei zu bekämpfen. 5 9 — Neue Brotmarken kommen am morgigen Samstag an den bekannten Stellen zur Ausgabe. Eine Ae nd erung hat bezüglich des 8. Bezirks stattgefunden; für diesen Bezirk findet die Markenausgabe jetzt im Gebäude der vor⸗ maligen Ohrenklinik, Ecke Frankfurter⸗ und Liebig⸗ straße, statt. 125 Kriegsschwindel. Der Schwindel, der von gerissenen Gaunern mit Konserven getrieben wird, scheint einen ganz bedenklichen Umfang angenommen zu haben, denn schon wie⸗ der ergeht von amtlicher Seite eine energische Warnung. Diese Konserven, die in enormen Mengen als Liebesgaben ins Feld geschickt werden, enthalten vielfach absolut ungenieß⸗ bares Zeug. Besonders schlimm steht es mit Genußmitteln, die als Milchersatz, als Grogwürfel, als Punsch, Teepunsch⸗ Grog⸗ und, Tabletten in den Handel gebracht werden. Auch bei der Herstellung dieser Liebesgaben wird oft mit 3 ren Mitteln gearbeitet. Das Publikum wird maßlos über⸗ teuert und die Ware besteht oft aus ganz 11 1 5 raten. Diese Warnungen haben wenig Zweck. Abhilfe ist nur möglich, wenn gesetz lich vorgeschrieben wird daß aus der Umhüllung der Name und Wohnort des Herstellers ferne die Zufsammensetzung und das„ dun hans zu ersehen sein muß. Nur auf diele„ en Schwindlern beizukommen.: A Grfalfene aus Oberhessen und mae Musketier Wilhelm Reitz aus Gießen, Inf⸗Reg 3 254 Freiwilliger Bernhard Weber aus Gießen, Inf- Reg.. — Zum Kartoff 5 r Köll, S tor Versa win ung e e 5 1 7 5 4 besitzer Bollig aus: e en und würdige den Unmut, der weile Kreise der 5 ucher ergreift wegen der Höhe der Preise für Kartoffeln und 5 9 71 ber Schwierigkeit, überhaupt Kartoffeln beschafsen zu können. Bei einer Gosamtkartoffelernte von nach mäßigen Schätzungen über 50 Millionen Tonnen, mehr als eine Milliarde Zentner, und bei Mee, zur menschlichen Ernährung nur benötigten Menge von 16 Mille Tonnen ist os freilich nicht zu begreifen, daß einmal in den großen Konsumgcbieten Mangel an Kartoffeln herrscht, anderseits Preise von 4950 Mk. und wehr angelegt werden müssen. Die Maß⸗ ahmen der Regierung erfüllen anscheinend nur unzureichend ihren Zweck, hi ru sind sie nicht durchgreisend genug, und vor allem die großen Konsumgebiete des Westens kommen dabei zu kurz. Ich darf mich eius wissen mit den weitesten Kreisen der westlichen Land⸗ wirtschaft, die den berechtigten Unmut der städtischen Verbraucher in der mangelnden Versorgung mit Kartoffeln begreift und es bitter empfindet, daß dieses Gefühl sich auf die Landwirtschast des Westens überträgt, die ihrerseits gewünscht hatte und noch wünscht, daß die Königliche Slaatsregierung durch Festsetzung non Höchstpreisen mit mäßig steigenden Zuschlägen, die den Kosten für die Aufbewahrung und Gewichtsvorlust eutsprechen, und die eine spätere Erhöhung des Höchstpreises ausschließen, und nötigenfalls im Wege der Enteig⸗ 2 e Ahniffen hätte, die eine Sicherstellung des Be⸗ darse der städtischen Bevölkerung an Kartoffeln zu mäßi Preisen ermöglichen.“ 0 völkerung an Kartoffeln zu mäßigen Preisen 2 Das ist schon vor Monaten in unserer Presse gefordert worden, Jotzt wäre es höchste Zeit, ganze Arbeit zu machen! — Minderwertige Konserven. Die Heeresve waltung warnt vor Ankauf minderwertiger oder gesundhei Sschädlicher Kon⸗ serven. Ju einer Zuschrist sagt sie:„Konserven aus Fleisch, Schinken, Schmalz, Obst, Fleisch nit Gemüse usw., die unseren Sol⸗ daten von ihren Ange örigen als Licbesgaben ins Feld gesandt werden, sollen vielf, geringe Mengen genießbarer Nahrungsmittel endhalten ode glich ungenießbar sein. Größte Vorsicht beim Aukauf ist daher ann Platze, damit nicht durch die Uebersendung minderwertiger oder schädlicher Konserven bei unser Kriegern Enttäuschungen oder Gesundheitsstörungen werden, Gegen Fabrikauten und Händler aber, die in betrügerischer Weise Konserven in den Handel bringen, sollte jeder einzelne im Interesse der Allgemeinheit auf das schärsste vorgehen. Derartige Fälle gehören unbedingt por den Staatsanwalt.“ Kein Jeuer im Walde anmachen! Der Wiesbadener Re⸗ gierungspräsident weist darauf hin, daß trotz Warnungen wieder⸗ holt Waldbrände vorgekommen scien, die durch leichtfertiges Feuer⸗ anzünden durch Privatpersonen, zum Teil durch Jugendvereine, Wandervögel, Jungdeutschland, Pfadfinder zwecks Abkochens ent⸗ standen seien. Wegen Leutemangels während des Krieges sind Waldbrände besonders jetzt eine besondere Gefahr. Die Forstschutzbeamten sind angewiesen, jedem Feneranmachen im Walde durch Personen, die nicht beruflich tätig sind, mit aller Strenge entgegenzutreten und Zuwiderhandelnde rücksichtslos zur Anzeige zu bringen. Der Lederverbrauch der kriegführenden Armeen. Wenn man den mannigfaltigen Gebrauch in Erwägung zieht, den das Leder bei der Ausrüstung des Soldaten findet, wird man begreifen, daß es sich bei der Lederbeschaffung für das Militär um ungeheure Summen handelt, und man wird die Riesenzahlen, die eine Statistik einer amerikanischen Fachzeitung für den Lederverbrauch bei den gesam⸗ ten Heeren aufweist, gar nicht einmal erstaunlich hoch finden. Der Statistiker baut seine Berechnung auf der Voraussetzung auf, daß sich zurzeit 20 Millionen Menschen unter den Waffen befinden. Nimmt man an, daß jeder Soldat im Jahre drei Naar Stiesel braucht, so würde das einen Bedarf von 60 Millionen Paar aus⸗ machen. Der Durchschnittspreis der Militärstiesel beträgt rund 14 Mark für das Paar, so daß die Gesamtsumme, die für die Fuß⸗ bekleidung der unter den Fahnen befindlichen Soldaten ausgegeben wird, auf 840 Millionen Mark zu berechnen ist. Der Soldat braucht aber nicht nur Stiefel, sondern auch Säbelkoppel, Pat ronentaschen, Sättel und andere Dinge der Ausrüstung, von den Besätzen und Um⸗ säumungen, zu denen Leder gebraucht wird, gar nicht zu reden. Man geht deshalb nicht zu weit, wenn man den Betrag, den die krieg⸗ führenden Staaten für Lederausrüstungen benötigen, auf rund zwei Milliarden Mark berechnet. — Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1. bis 15. November an die Angehörigen der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt: a) Reichs⸗ und Kreisunterstützung an die⸗ jenigen, deren Namen beginnen mit KK, Montag den 1. No⸗ vember, I.—2 Dienstag den 2. November. bp) Städtische Unter⸗ stützung(Mietszuschuß) an diejenigen, deren Namen beginnen mit K Mittwoch den 3. November, I— 2 Donnerstag den 4. No⸗ vember. c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen, Freitag den 5. November. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. — Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß die für Sonntag abend angesetzte Vorstellung von L'Arronges„Doktor Klaus“ im Abonnement nicht wiederholt wird. Von Nah und Fern. Alzey, 28. Okt. Das Schweinefleisch wird billiger. Die hiesige Metzgerinnung gibt bekannt, daß sie beschlossen hat, den Preis für Schweinefleisch und sämtliche Wurstwaren um 20 Pfg. per Pfund herabzusetzen. Wie von einem Landmetzger versichert wird, rechnet man für den Winter mit einem weiteren ganz erheblichen Nlickgang der Schweinefleisch- und Wurstpreise, da die Ställe der Landwirte gegenwärtig wieder sehr aut mit fetten Schweinen ange⸗ füllt sind und die Nachzucht durch Jungschweine gerade jetzt infolge der reichen Kartoffelernte sehr eifrig betrieben wird. Schnee. In verschiedenen Gegenden Deutschlands, so im Thüringer Walde, Berlin und Umgegend und an der Ostseeküste, ist gestern zum ersten Male in diesem Herbste Schnee gefallen. Ein Taifun auf den Philippinen. Aus Manila(Süssee) kommt die Nachricht, daß dort ein Taifun(furchtbarer Wirbel⸗ sturm) große Verheerungen anxichtete; 200 Personen wurden ge⸗ tötet, 800 verwundet. Die Hanf- und Reissaaten wurden stark be⸗ schädigt. Telegramme. Lugesheritt des Giusen anptnnartier, Nu sische Angriffe auf allen Fronten erfolglos. Zajezar und K jazevac den Serben entrissen. W. B. Großes Hauptquartier, 28. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Keine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nordöstlich des Ortes Garbunomwksa sind neue Fort⸗ schritte gegen russische Angriffe behauptet. Der Kirchhof von Szaszali ist wieder in unserem Besitz, zwei Offiziere, einhundertfünfzig Mann wurden gesangen genommen. Unser schwer zu bekämpfen; sie bedeuten deshalb] Tr E Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. g Bei Schtscherssi(am Njemen) nordöstlich von Nowo⸗ Gro dek scheiterte ein starker russischer Augriff. Heeresgruppe des Generals v. Liusin gen. Westlich von Czartorysk wurde Rudka genommen, Balkankriegsschauplatz. ö Die Armeen der Generäle v. Köveß und v. Gallwitz sind im weiteren Vordringen. f Die Armee des Gencrals v. Gallwitz hat seit dem 23. Ok⸗ tober zweitausenddreiunddreißig Gefangene gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Die Armee des Generals v. Bjodjaneff hat Zaje zar genommen. Nördlich von Kujaze vac wurde der Ti mok iu breiter Front überschritten. Kujazevac ist in bulgari⸗ scher Hand, mehrere Geschütze wurden erbentet. Die Höhe der Dreuova—Glava(25 Kilometer nordwestlich von Pirot) ist besetzt. Oberste Heeresleitung. 8 Beginn der russisch⸗bulgarischen Feindseligkeiten. Zwei rufsische Kriegsschisfe vernichtet. W. B. Sofia, 28. Okt. Meldung der Bulgar. Dep.⸗Agentur; Die Jestung Zajezar ist in die Hände der Bulgaren gefallen. Heute morgen erschien ein russisches Geschwader vor Barn a und begann nach den Weisungen eines Wasserflugzeuges die Stadt und den Hafen zu beschießen. Unsere Küsten batterien erwiderten das Feuer. Zwei russische Schiffe von der Klasse Tri⸗Swiatitelja wurden von Granaten oder Torpedos getroffen und versenkt. Die anderen Schiffe zogen sich vor Unterseebosten zurück. Der Be⸗ schießung fielen einige Zivilpersonen zum Spfer. Außerdem wurden einige Gebäude beschädigt. Es wurde nur geringer mili, tärischer Schaden angerichtet. * 2 Der Erfolg des Angriff auf Warna, ber auf die wachsaue Bereitschaft der bulgarischen Verteld, A gestoßen ist, kommt ciner empfindlichen Niederlage Rußlands gleich. Erkeicht bahen seine Schiffe nichts, außer einigen militärisch bebeutungslosen Beschädigungen. Dafür hat die Schwarzmeerflotte zwei ren großen Einheiten verloren. Die Schiffe der wiatitelja⸗Klasse, die Anfangs der 90er Jahre erbaut, vor drei Jahren aber modernisicrt wurden, kaben einen Raumgehalt von 11200 Tonnen(Georgi⸗Pobjedonosscz), 11,400 sinop) und 13500 Tonnen(Tri⸗Swiatitelja); sie fahren 16 Secmailen in der Stunde und stellen mit ihrer Bestückung von 4—6 Geschi Zentimeter e 1 Schwar 1 „Panteleimon“, dessen senkuug durch ein türk wird, mit eingerechnet ist. 5 mur zwei je 6800 Tonnen sassende g Kreuzer dazu. Aus dem hulgaxischen Kampfbericht geht nicht hervor, ob die russischen Schiffe dem Feuer der Küstenbatterien oder dem Torpedo zum Opfer ge⸗ fallen sind und vielleicht wird dies nicht mehr festzustellen sein. Die Verfolgung der nach den schweren Verlusten weichenden russischen Flotte durch Unterseeboote läßt aber darauf schließen, daß diese modernste Waffe anch hier ihre Geltung behauptet, daß die deutsche Flotte unseren neuen Verbündete folgreiche Waffenhilfe Ff Erßahrungen vor den arzmeerflotte sich te Ver⸗ stritten kommen Bo hützter Hafe der kleinasiatischen Küste beschränkte, vor einer Wied dieser nutzlosen und gefährlichen Versuche hüten. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Erneute Angriffe der Italiener. Wien, 28. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart; 28. Oktober 1915. 4 Russischer Kriegsschauplatz. Die bei Czartoryst kämpfenden verbündeten Kräfte haben gestern das Dorf Rudka erstürmt. Sonst im Nordosten nicht Neues. Italienischer Kriegsschauplaß. Das feindliche Artilleriefener war gestern an der Isonzofront wieder lebhafter. Die italienische dritte Armee erneuerte den An⸗ griff auf die Hochfläche von Doberds bisher nicht. Dagegen setzte die nördlich anschließende zweite Armee strengungen gegen unsere sesten Stellungen mehrfach fort und dehnte sie auch auf das Flitscher Becken aus. Je eine weitere Armee greift die Dolomitenfront und Südtirol an. Im Abschnitte von Chiva sind Einleitungskämpfe im Gange. Auf der Hochfläche von Lafraun geht der Feind mit Sappen vor. Ein Angriffs ⸗ versuch gegen unsere Stellungen nördlich des Werkes Lusern scheiterte in unserem Artilleriefeuer. Vor dem Col di Lang brachen gestern nachmittag sechs Stürme der Italiener zusammen. Ebenso miß langen kleinere feindliche Angeifse gegen Tresasß. die Jans⸗Stellung und den Nordausgang des Travenanzes⸗Tales. 5 Im Raume von Flitsch schlugen die Verteidiger am Westhange des Javoreck Angriffe an den Hindernissen blutig ab. Gegen unsere Linien süböstlich des Mrzli Vrh und gegen Dolje gingen abermals starke Kräfte vor. Sie wurden gleichfalls abgewiesen, Nur um einzelne Grabenstücke ist der Kampf noch im Gange Auch ein abends gegen den Raum nördlich Selo angesetzter feind⸗ licher Angriff brach zusammen. Uebergangsversuche der Italiener nördlich Canale wurden vereitelt. Der Gör zer Brücken⸗ kopf stand wieder unter schwerem Feuer. Ein vereinzelter Vor⸗ stoß des Feindes gegen den Monte Sabotino miß lang voll⸗ ständig. Mehrere italienische Bataillone, die gegen den Ab⸗ schnitt nördlich des Monte San Michele vorstießen, mußten in unserem Artillerie- und Maschinengewehrseuer in ihre Deckungen zurückflüchten. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die östlich von Bisegrad vor bringenden k. u. k. Truppen haben den Feind beiderseits Karaula Balva über die Grenze zu⸗ rückge worfen. Zwei flankierend angesetzte Gegenangriffe einer montenegrinischen Brigade wurden abge⸗ schlagen. Der aus österreichisch⸗ungarischen Kräften zusammeugesetzte rechte Flügel der Armee des Generals v. Köveß Kolubara in breiter Front überschritten. Die Deutschen erstiegen die Gebirgskette nördlich von Rudnik. Oestlich davon dringen auf gleicher Höhe österreichisch⸗ungarische Kolonnen beiderseits der Straße Topola⸗Kragujevac vor. Die Armee des Generals v. Gallwitz gewann das Ge⸗ lände westlich der Eisenbahnstation Lapowo und vertrieb den und füd⸗ Gegner unter schweren Kämpfen von den Höhen södlich östlich von Svilajnac. Die bulgarische erste Armee hat Zajecar und Kajageval erobert und kämpfterfolgreich auf den Höhen des linken Timokufers. In Knjazevac wurden vier Geschütze und sechs Munitionswagen erbeutet. hat die obere Artilleriefeuer ließ einen feindlichen Angriff südlich von Leutnant Karl Keßler aus Wetzlar. Reservist Ludwig Benler qus Abbach. Anf.-Nen. 81. * 19 Garbunowka nicht zur Entwicklung Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabes. von Wöfer, Feldmarschalleutnan“ ö ihre vergeblichen An⸗ Kladowo verbrannt! „Nach einer Meldung des Bukarester Universul aus Turn Severin haben die Serben, bevor sie Kladowo verließen, 15 Sol⸗ daten mit dem Auftrag zurückgelassen, die Stadt beim Herannahen der österreichisch-ungarischen Truppen in Brand zu setzen. Die Soldaten kamen diesem Auftrag nach und die österreichisch⸗ungari⸗ schen Soldaten hielten zwischen brennenden Häuserreihen ihren Einzug in Kladowo. * Bulgarischer Bericht. 5 f Festung Pirot erobert! Sofia, 28. Okt.(W. B.) Meldung der bulgarischen Telegraphen⸗Agentur: Nach langen blutigen Kämpfen haben die bulgarischen Truppen Pirot ein genom- men, wo sie heute ihren siegreichen Einzug hielten. Die bulgarische Armee hat mit der österreichisch-ungari— schen und deutschen die Verbindung hergestellt. * Die Serbenfestung, die den Zugang von Bulgarien nach, der Kriegshauptstadt Nisch deckte, das mit schwerer Panzerung modern⸗ ster Art stark befestigte Pirot ist dem bulgarischen Ansturm, der schon gestern den Feind von den beherrschenden Höhenstellungen im Nordwesten der Stadt herunterwarf, nach blutigen Kämpfen erlegen. Die Einnahme von Pirot, die dem Zentrum der bulgarischen Streit⸗ kräfte den Weg durchs Nischawatal öffnet, in dem etwa 65 Kilometer stromabwärts Nisch liegt, die serbische Hauptstadt, wird die strate⸗ gische Lage, die sich von Tag zu Tag mit unerbittlicher Logik ent⸗ wickelt, noch schneller zur Reife bringen als die bisherigen, in stürmi⸗ schem Lauf errungenen Siege der verbündeten Armeen. Serbiens Schicksal. Knjazevatz und Saitschar sind im Besitz der Bulgaren. Die Festung Pirot ist von Norden her schwer bedroht. Die verbündeten Truppen der Orsova-Gruppe haben die enormen Schwierigkeiten des nordöstlichen Teiles des serbischen Erz— gebirges überwunden und sind in den Raum von Brza⸗ Palanka herabgestiegen, während die längs der Donau über Sip und Kladowo vorrückenden Teile Ljubizevatz erreichen. Das wichtigste Ereignis der Vereinigung der verbündeten Zentralmächte mit der tapferen bulgarischen Armee ist somit vollzogen. Die serbischen Stellungen südöstlich von Orsova, welche die Verbindung Bulgariens und der Türkei mit den Zentralmächten störten und den direkten Verkehr mit diesen Staaten unmöglich machten, sind vom Feind gründlich ge⸗ säubert, der damit eine Anzahl von Geschützen, durch deren Ueberlassung England, Rußland und Frankreich ihrer Bünd⸗ nispflicht zu genügen glaubten, sowie viel Munition, Be— kleidungs⸗ und Verpflegungsartikel und Kriegsmaterial aller Art den Händen der Verbündeten überließ. Schon sind zahl⸗ reiche Fahrzeuge an der Arbeit, Hindernisse und Minen hin⸗ wegzuräumen, die noch die Schiffahrt im Donaustrome ge⸗ 1 0 und in kürzester Frist werden die blauen Wellen der onau wieder von Fahrzeugen aller Art, welche die Farben der Verbündeten tragen, befahren sein. Die Donau ist frei, der Weg nach Salonik und Kon⸗ stantinopel zu Wasser und zu Lande offen. Vom Wardar, südöstlich von Strumitza bis zur Drina, reicht jetzt die mäch⸗ tige Front, die sich in weitem Bogen ünaufhaltsam vorwälzt, um das Schickfsal des Urhebers des Weltbrandes zu vollenden. Die groß angelegte Offensive auf drei Fronten mit ihren großartigen Erfolgen läßt nun die Welt endlich die Ueber⸗ legenheit des neuen Vierverbandes sowohl in militärischer wie in diplomatischer Beziehung erkennen. Der konzentrische Druck von drei Seiten wird immer kräftiger. Die Serben weichen gegen Südwesten und sind auf keiner Front mehr in der Lage, ihrem vordringenden Gegner nachhaltig entgegenzutreten. Die Bahnlinie von Krusevaz nach Uschize ist auch schon unterbrochen. Die Fort⸗ schaffung des bedeutenden Kriegsmaterials aus Kragujevatz geht unter großen Schwierigkeiten vor sich. Unsere Streit⸗ kräfte sind bis in die Nähe dieser Festung herangelangt. Die serbischen Behörden von Monastir haben sich nach Ochrida zurückgezogen. Mit Ausnahme der telegraphischen Linie nach Monastir sind alle Verbindungen Griechenlands mit Serbien unterbrochen. Zwischen Salonik und Serbien ist schon seit einigen Tagen eine telegraphische Verbindung unmöglich. Rücktritt des ferbischen Qberbefehlshabers. Paris, 27. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Der Matin meldet aus Salonik: Man bedauert einmütig, daß der Wojwode Putnik aus Gesundheitsrücksichten den Oberbefehl über die serbische Armee babe niederlegen müssen. Die russische Aktion gegen die bulgarische 7 0 0 Sebastopol und Odessa nach der bulgarischen Küste des Schwarzen Meeres abgegangen. Die Schiffe werden von zwei Dreadnoughts, drei Kreuzern und mehreren Torpedo⸗ booten begleitet. Auf den Schiffen sollen angeblich über 100 000(2) Mann sein. Zwischen Wakri und Maronna hat türkische Artillerie den Versuch von acht feindlichen Kreuzern, an der bulgarischen Küste Truppen zu landen, vereitelt.: Bukarest, 28. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Universul meldet, daß das russische Geschwader, das Warna beschoß, aus 16 Einhei russisches Geschwader habe schossen. Die Jahresklasse 1917 in Frankreich. Genf, 28. Okt. Die Hygienekommission der franzö⸗ sischen Kammer sprach sich gegen die Einberufung der Jahres klasse 1917 zum 15. November d. Is. aus und empfahl, die Ein⸗ ziehung dieser Jahresklasse zum Heeresdienst erst zum 15. März 1916 vorzunehmen. Ein gescheiterter englischer Panzerkreuzer. Aus London wird gemeldet: Der englische Panzer⸗ kreuzer„Argyll“ hat an der Ostküste von Schottland Schiffbruch gelitten. Da es sehr stürmisch ist, fürchtet man, daß der Kreuzer als verloren gelten muß. Die Mannschaft ist gerettet. Der Kreuzer hat 10 850 Tonnen- Die Bewaffnung besteht aus 4 Kanonen von 19 Zentimeter und 6 von 15,2 Zentimeter Kaliber. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Offenbach a. M. Vereinskalender. Samstag, 30. Oktober. Altenbuseck. Freie Tur nerschaft. Versammlung abends 9 Uhr bei Witwe Becker. g ten bestanden habe; ein anderes zu derselben Zeit Burgas be⸗ Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 9 Uhr: Versammlung bei Wirt Fr. Volkmann. Sonntag, 31. Oktober. Volksverein. Nachmittags 3 Uhr: Ver⸗ Wichtige Tagesordnung.! Bekanntmachung. Mitteilungen über Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über Höchstpreise und übermäßige Preissteigerungen im Handel mit Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs werden Montag bis Freitag 11/ bis 12 Uhr und Samstag 10 bis 12 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 11, entgegengenommen. Mitteilungen dieser Art können an die Prüfungsstelle auch durch Vermittelung ihrer Mitglieder gerichtet werden. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. Gießen, den 28. Oktober 1915. Preisprüfungsstalle 15 Stadt Gießen. Leit. Bekanntmachung. Die Zinsen der Friedrich Heyer von Rosenfeldschen Stiftung mit 67,20 Mk. sind am 21. Dezember 1915 an solche evangelische würdige Stadtarmen zu verteilen, die selbst und deren Eltern und Großeltern in Gießen geboren sind und das Bürgerrecht besitzen oder besaßen. Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Asterweg g, bis 15. November d. Is. entgegen. Gießen, den 28. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister. (Armenverwaltung.) Kerle Die Ausgabe der Brotmarken für den Bezirk 8(Lukassaal) findet am kommenden Samstag in dem Gebäude der vorm. Ohren- klinik, Ecke Frankfurter- und Liebigstraße statt. Gießen, den 28. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister. Ke l Leer. Be'laun machung. Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1.—15. No⸗ vember an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: 2) Reichs- und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit K Montag, den 1. November, 1.2 Dienstag, den 2. November. b) Städtische Unterstützung(Mietszuschuß). An diejenigen, deren Namen beginnen mit A Mittwoch, den 3. November, N I. Donnerstag, den 4. November. c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen: Freitag, den 5. November. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus, Zimmer Nr. 16, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen * . Bekanntmachung. N Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. tober d 15. N enber 1015 bon 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöfft Gießen, den 26. Oktober 1945.. Der Oberbürgermeister. g 5 Keller. Verpachtung von 75 7* 22 2 7 städtischen Grundstücken. Montag, den 1. November und Dienstag, den 2. November 19015 sollen die nachstehenden Grundstücke an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden und zwar 133 2. Montag, den 1. November: 1 1) Vormittags 9 Uhr 23 Grundstücke auf dem Nahrungsberg(früher Müllersche Acker) auf die Dauer von 3 Jahren, 1 Vormittags 10% Uhr 6 Grundstücke in. der Stephansmark zwi⸗ schen Goethe⸗ und Lessingstraße auf die Dauer von 6 Jahren.“ Vormittags 1031 Uhr 12 Grundstücke an der früheren Aktien⸗ brauerei oberhalb der verlängerten Wilhelmstraße auf 6 Jahre, ebenso werden dort 5 Haufen Weidenholz versteigert.* J) Nachmittags 2 Uhr 14 Grundstücke am Güter bahnhof gegenüber der Viehwagenreinigungsanstalt und 9 Grundstücke unter halb der Margaretenhütte auf 6 Jahre. 8 1 Nachmittags 4 Uhr 3 Grundstücke an der alten Marburgerstraße in der Nähe des Friedhofs auf 6 Jahre. d b. Dienstag, den 2. November. 255 Vormittags 9 Uhr 7 Grundstücke hinter dem Schlachthof auf der Hohleiche auf 6 Jahre. a 2 5 Vormittags 10 Juhe 2 Grundstlicke auf dem hinteren Hardtberg auf 6 Jahre. 1 2 Vormittag 117 Uhr 4 Grundstücke am alten Krofdorfer Weg in der Nähe der Gail'schen Wollspinnerei. 9 Gießen, den 25. Oktober 1915. e f Der Oberbürgermeisterr. J. V.: Grünewald. 3 9. 3 Konfumverein Gießen l. Aug. Vom Montag, 1. November ab werden die Verteilungsstellen D morgens um 8 Uhr 2 ö geöffnet. d — 2 N n 2 5) 1 1) 2) 27 0 Der Vorstand 5 EAA TIE EAI NIE Neu erschienen: In französischer N 9 Kriegsgefangenschaft 1914/15. 1 Aufzeichnungen und Erinnerungen von Hans Horst, Briefträger in Gießen, Wehrmann im Laudwehr⸗Inf.⸗Regt. 116. Preis 50 Pfg. i 50 Zu haben: Buhhandling Obenseftshe Volkgettun Gießen, Bahnhofstraße 23.„ Telephen 2008. EKR EEE 3 Jigunenmachtr u.) Hadlhenter lasse 1 Wickelmacherin Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, den 29. Okt. 1915, bei Tariflohn für die Egnessen⸗ 0 bei Tarifle N bends 8 uhr: 1 schaftsfabrik gesucht. Mitglieder 7855 f der Genossenschaft bevorzugt. 3. Freitags ⸗Abonn.⸗Vorstellung e schriftlich oder münd⸗ Herrsch aftlicher Diener gesucht Schanzenstraße 18, 1. Schwank in 3 Akten von Eugen Burg und Louis Taufstein. Ende nach 9½ Uhr. Gewöhnl. Preise(erm.) Sonntag, den 31. Oktober 1915 nachmittaas 3½ Uhr: 9 Filmzauber Posse mit Gesaug und Tanz ink Bildern von Rudolf Bernauer un Rudolph Schanzer. Musik von ö Walter Kollo u. Willi Bredschneder Ende nach 6 Uhr. Kleine Preife, Abends 7½ Uhr: Doktor Klaus Rheumatis- mus, Ischias u Gicht können Sie selbst bekämpfen. Ich Will nichts verkanfen. Für Aus- kuntt Freimarke beifügen Brandt, Kriegschulbeamter a. D. Halle a. S. 438, Jakobstr. 44. Schöne 3 Zimmer⸗Wohnung 2. Stock, mit allem Zubehör auf 0 ö 0 Küste. oe 0 Oktober 1915 1. November zu vermieten Budapest, 28 Okt. Nach einem in Konstanza einge⸗ e 0 Sberbürgermeister: Sonnenstraße 5, 1. St. Lustipiel in 5 Aten troffenen Funkentelegramm sind Militärtransportschiffe aus Keller. ende 10% 1 Laleine wiel 1 0 2 ö. e„un re Na rine“ 0 N i 6 0 n S 1 5 725 8 N 0 25 13 B 2 f 1 1 . 1 este 2Pf. Cigarette 1 Deutsches Fabrikat- Trustfrei. SEH ORG A. OA SHE AKIIENSESELLSCHYFEI ö 0 ——. 8 11 1 1 f 2 7 8 1 zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Dureh den Besuch desdewerkschaftshauses un- terstützt der Arbeiter sein eig. Heim 1a Speisen u. Getränke. Billig Legs