Organ für die Interessen der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. des werktätigen Volles gie Oberbessische Volksseitung erscheint jeden Werktag Abend in (ießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. 2 5 Redaktion und Expedition Giessen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. . Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends? Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. * Nr. 252 Gießen, Mittwoch, den 27. Oktober 1915 10. Jahrgang Neue 0 ypern, ein Schacherobjekt. England hat Cypern in diesen Tagen Griechenland angeboten, ü den Fall, daß Griechenland seine Neutralität aufgibt und die Affen gegen Bulgarien und die Zentralmächte erhebt. Damit ist Cwern wieder einmal in den Mittelpunkt großer politischer Zu— se menhänge gerückt und die Augen der Welt richten sich auf diese Wel, die von jeher die Sehnsucht vieler imperialistischer Gelüste be. Die Insel ist die drittgrößte im Mittelländischen Meer und a Naturschätzen, besonders an Erzen, außerordentlich ertragreich. n besonderen beherbergt es reiche Schätze des jetzt so viel be⸗ genten Kupfers. Ihre Verwaltung ist seit dem 4. Juni 1878 nach de mit dem türkischen Sultan damals abgeschlossenen Konvention is englische, die Insel ist aber nach dem Ausbruch der Feind⸗ seigkeiten mit der Türkei am 5. November 1914 von England awektiert worden, sodaß England sie jetzt besitzt und als ein Sacherobjekt für seine Interessen verwendet. Es ist aber bei⸗ läßig bemerkt ein Irrtum, wenn in der Presse behauptet wird, der Aste Teil der Bevölkerung bestehe aus Griechen. Man will da⸗ von englischer Seite so etwas wie ein nationales Anrecht iechenlands konstruieren. In Wirklichkeit sind von den zirka 30 000 Einwohnern nur geringe Teile rein griechisch, während die e aus Mohammedanern und nichtgriechischen Christen It. Die weltpolitischen Schicksale Cyperns sind ein Musterbeispiel modernen Imperialismus, sodaß es sich auch aus diesem Cunde lohnt, in die gegenwärttige Diskussion über Cypern ein⸗ zweifen. Die Insel wurde, wie erwähnt, für die guten Dienste, MEnglaud der Türkei nach dem russisch⸗türkischen Kriege geleistet lane, im Frieden von Stefano 1878 den Engländern zur Verwal- g übergeben, um sie besser instand zu setzen, den Bedingungen Vertrages nachzukommen, die sich hauptsächlich auf den Schutz den Türkei gegen Rußland bezogen. Mit Recht erinnert der be— ürate immer sehr sachliche Orientpolitiker Trietsch in einem hreichen Aufsatz in der Balkan⸗Revue(Berlin— Balkan-Ver⸗ La daran, daß die Cypernkonvention in der Tat nichts mehr und its weniger bedeuten sollte, als ein englisch⸗türkisches Bündnis len Rußland, und daß die Verwaltung der Insel im Sinne des Wetraßses den Engländern in der Hauptfache als strategische Basis gien Rußland dienen sollte. Daneben spielte allerdings auch noch de Erwägung eine Rolle, daß die englische Verwaltung Cyperns i Art Muster abgeben sollte für die Reformen, die auch in an⸗ dein türkischen Provinzen nötig waren und, wie man hinzufügen kun, noch durchaus nötig sind. In Wirklichkeit hat aber England mit Cypern ganz andere, uwerialistische Zwecke verfolgt. Cypern als is gegen Rußland zu verwenden wäre für England, z See angreifen konnte, nur ein Umweg gewesen. hire Malta jederzeit besser entsprochen. U a Isssche Bedeutung Cypern lag für England darin, daß es von hier al die weitere Entwicklung der ägyptischen Verhältnisse be⸗ susers im Hinblick auf den Suez⸗Kanal im Auge behalten kounte un außerdem bot für England die große Nähe der syrischen und 8 un Küste— die letztere ist nur 41 Meilen, die erstere Meilen entfernt— die Gelegenheit zu allerlei weiteren Unter⸗ mungen politischer und wirtschaftlicher Art im türkischen Reiche. England hat diese Absichten in den letzten Jahren vielfach ver⸗ züklicht und das weltbritannische Interesse weit über die lokalen ressen Eypern als türkische Provinz gestellt. Auch Trietsch hebt em genannten Aufsatze durchaus hervor, daß die britische Ver⸗ ung der Jusel große wirtschaftliche und besonders technische besserungen gebracht habe. tritt aber mit großer Energie r ein, daß Cypern an die Türkei zurückfallen müsse, zu der es wirtschaftlichen und nationalen Gründen gehöre und er läßt deutlich durchblicken, daß bieselben Aufgaben, die bisher Eug⸗ für die Entwicklung der Insel von der Türkei übertragen er⸗ en hatte, nach diesem Weltkriege auf Deutschland über⸗ n müßten. 5 a Ju diesem Ausblick können wir gegenwärtig aus den bekannten unden nicht Stellung nehmen, aber wie man sich auch zu der Zu⸗ At Eypern stellen mag. soviel ist nach den sehr objektiven Qar⸗ ungen von Trietsch durchaus erwiesen, daß das gegenwärtige Auchergeschäft Englands mit Griechenland ein reines Scheu Kchäft darstellt, mit dem England nur Griechenland ködern ö 1 später an ihm ebenso treulos zu handeln, wie an der i. 0 ö * 8 die Italiener beteiligen sich an der Beschießung. Brindisi, 25. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nach einen! de eingelaufenen drahtlosen Telegramm nimmt ein italieni⸗ es Geschwader an der Beschießung und Blockade der bul⸗ chen Züste teil. „ russische Flotte bombardiert Warna und Burgas T. U. Rotterdam, 25. Okt. Der Matin meldet, daß 5 süsche Flotte die bulgarischen Hafenstädte Warna un urgas bombardiert hat. Die griechische Mobilisierung beendet. Meldung des Pester f eendet. Die ihren Be⸗ ist vor⸗ e Ser⸗ über Nachrichten liederla; strategische nde ale ach, das ja nur behandeln und zu entscheiden, die ihm politisch Diesem Zwecke Danel 0 e N df Die tatsächliche imperxia- gewiß auch nicht bei allen Diplomaten sinde. bat er sich zweifellos die größten Verdienste um das Zustandekom⸗ Gewaltsame Erpressung. Die Pariser Presse erklärt, sie habe erwartet, daß Griechen⸗ land das Angebot Englands betreffend die Abtretung Cy perns ablehnen werde und bedauert, daß es überhaupt erfolgte, da es als Zeichen der Schwäche des Vierverbandes aus⸗ gelegt werden könnte. Es sei zu erwarten, daß der Vierverband noch andere Schritte auf dem Balkan unternehmen werde, die hoffentlich durch Beweise der Kraft des Vierverbandes unterstützt würden. Die Blätter deuten an, daß energische Maßnahmen, wie beispielsweise die Blockade der griechischen Küste durch die Ententeflotten, geeigneter seien, Griechenland auf die Seite des Vierverbandes zu bringen, als die größten Versprechungen. Rußland, das Rumänien gegenüber wirksame Aktionsmittel besitze, solle seinerseits Bukarest zum Anschluß an den Vierverband bewegen. In einem Atemzuge wird einerseits erklärt, der Vierverband müsse seine Macht auf dem Balkan zeigen, um Griechenland und Rumänien von seiner Ueberlegenheit gegen— über den Mittelmächten zu überzeugen, andererseits wird erklärt, daß ohne Intervention dieser beiden Staaten der Vierverband nur geringe Aussichten auf Erfolg habe. Wenn man in Athen und Bukarest Gewaltmittel anwenden wolle, um beide Staaten zur Teil⸗ nahme zu bewegen, sei sogar ein derartiges Verfahren nicht unbe⸗ rechtigt, denn die Interessen beider Staaten stimmten ja mit den⸗ jenigen des Vierverbandes überein. Freiherr von Wangenheim gestorben. Konstantinopel, 25. Okt. Der deusche Botschafter in der Türkei, Frhr. v. Wangenheim ist heute früh 634 Uhr gestorben. Die Trauer um das Ableben des hochverdienten Botschafters ist allgemein. ö ** 0 Mit dem verstorbenen Botschafter in Konstantinopel, Frhrn. von Wangenheim, verliert die deutsche Diplomatie zweifellos eines ihrer sumpathischsten Mitglieder. Es war seit langem bekannt, daß er zu den wenigen alten Diplomaten gehörte, die selbst in schwie⸗ rigsten Situationen mit großem Erfolg für die deutsche Sache ge⸗ wirkt haben. Er war 1859 in Georgenthal in Thüringen geboren und hat dann später die Offizierslaufbahn beschritten. Sein diplo⸗ matischer Beruf führte ihn nacheinander nach Madrid, Stuttgart, Lissabon, Kopenhagen, Konstantinopel, Mexiko, Tanger, Athen und schließlich wieder nach Konstautinopel, wo er seit August 1912 als Nachfolger des Freiherrn v. Marschall wirkte. Er wird allgemein als ein Schüler dieses bedeutsamen Mannes betrachtet und man rühmt ihm eine besondere loyale Art nach, auch solche Fragen zu vielleicht nicht lagen. aneben wird seine starke Arbeitsfreudigkeit anerkannt, die man Im besonderen aber men des deutsch⸗türkischen Bündnisses erworben und um die Schnelligkeit, mit der die Türkei, in den Weltkrieg an der Seite der Zentralmächte eingegrifsen hat. Diese Vereinigung der türkischen Anteressen mit denen der Zentralmächte dient nicht nur den mili⸗ tärischen Interessen der letzteren, sondern vor allem der Erhaltung der türkischen Selbständigkeit und dem Aufbau einer besseren Zu⸗ kunft des Osmanenreiches. Darum wird der Tod des Frhrn. von Wangenheim sicherlich in der Türkei gleichfalls betrauert werden. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 25. Okt.(W. T. B.) Bericht des Haupk⸗ quartiers vom 24. Oktober: An der Dardanellenfront ließen bei Anaforta unsere Patrouillen feindliche Patrouillen in einen Hinterhalt fallen, töteten einen Teil und trieben die übrigen in ihre Gräben zurück. Unsere Artillerie zerstörte eine Minenwerferstellung und eine vom Feinde wiederherge— stellte Barrikade, die erst kürzlich von uns in Trümmer gelegt worden war. Bei Ari Burnu und Sedd⸗ül⸗Bahr dauert das gewöhnliche Insanterie- und Artilleriefeuer und Bomben⸗ werfen an. Ein feindlicher Torpedobootszerstörer beschoß wirkungslos einige Punkte. Saonst nichts Neues. Der Seekrieg. Ein englischer Truppentransportdampfer versenkt. Die Köln. Ztg. meldet vom 20. Oktober: An der Küste der Insel Wight wurde ein englischer Truppentransport⸗ dampfer von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Das Schiff sank sehr schnell. Zahlreiche Soldaten sprangen über Bord. Ein englischer Truppentransportdampfer bei Salonik versenkt. T. U. Athen, 25. Okt. Hiesige Zeitungen melden, der englische Truppentransportdampfer„Marketi“, mit tausend englischen Soldaten, Maultieren, Munition und Kranken⸗ pflegern, wurde bei Tsagesi an der Ostküste des Hafens von Saloniki versenkt. 83 Mann sind gerettet. Ein französischer Dampfer versenkt. T. U. Paris, 25. Okt. Nach einer Meldung des Journal hat ein deutsches Unterseeboot ein französisches Schiff mit * 50 Ambulanzen an Bord im Aermelkanal torpediert. * — er erben! Vergeltung russischer Völkerrechts⸗ verletzungen. Während der Kämpfe auf dem östlichen Kriegsschauplatz haben russische Flieger und russische Patrouillen Bekanntmachungen in die deutschen Stellungen geworfen, worin behauptet wird, daß die deutschen Streitkräfte Dumn⸗Dum⸗Geschosse benutzten; gleichzeitig werden diejenigen deutschen Soldaten, die auf Abschnitten ge⸗ sangen genommen werden, wo Dum-Dum-⸗Geschosse Verwendung finden, mit Erschießung bedroht. Wie die Nordd. Allg. Ztg. mit⸗ teilt, hat die deutsche Regierung durch Vermittlung einer neutralen Macht gegen den russischerseits erhobenen Vorwurf der Verwend⸗ ung völkerrechtswidriger Geschosse auf deutscher Seite bei der russi⸗ schen Regierung nachdrücklich Verwahrung eingelegt und darin fol⸗ gendes betont: 5 „Die deutschen Truppen bedienen sich der Dum-Dum⸗-Geschosse nicht und werden dies guch in Zukunft nicht kun. Die russischen Militärbehörden sind nicht in der Lage, den Nachweis hierfür zu erbringen. Aus der Beschaffenheit von Wunden allein könne, wie bekannt, ein Schluß auf Verwendung von Dum-Dum⸗JGeschossen nicht gezogen werden, weil unter besonderen Umständen und auf nahe Entfernungen auch ein normales Vollmantelgeschoß Verletz⸗ ungen hervorrufen kann, die denjenigen eines Dum⸗Dum⸗Ge⸗ schosses nicht unähnlich sind: besonders ist eine einwandfreie Fest⸗ 1 0 solcher Geschosse im Körper nur durch Röntgenaufnahmen möglich.. Die deutsche Regierung hat für den Fall, daß russischerseits deutsche Gefangene unter der falschen Beschuldigung der Ver⸗ wendung von Dum⸗Dum⸗Geschossen erschossen werden sollten, die schärfsten Gegenmaßregeln angedroht. Das gleiche werde geschehen, wenn, wie es in den Bekanntmachungen heißt, deutsche Soldaten lediglich deshalb erschossen werden sollten, weil in den Abschnitten, wo sie gefangen genommen worden seien, angeblich mit Dum⸗Dum⸗ Munition geschossen worden sei, also nicht einmal hehauptet werde, daß die Gefangenen selbst völkerrechtswidrige Geschosse benutzt hätten. Die deutsche Regierung hat dabei nicht unerwähnt gelassen, daß sie zur Anwendung von Gegenmaßnahmen um so eher in der Lage sei, als sich in deutscher Kriegsgefangenschaft eine ganze Reihe russischer Soldaten befänden, die nachgewiesenermaßen oder nach ihrem eigenen Geständnis mit Dum-Dum⸗Geschossen geschossen. Deutsches Mehl für Wien. Es ist gewiß eigenartig und bemerkenswert, daß die Hauptstadt des— wenigstens nach den Behauptungen der Agrarier— überwiegend landwirtschafttreibenden Oesterreich nur durch starke Zufuhr von Weizenmehl aus Deutschland im vorigen Wirtschaftsjahr von dem zwejfelhaften„Genuß“ des Maisbrotes, nachdem er lange genug gedauert hatte, be⸗ freit werden konnte. Das hat der Bürgermeister Dr. Weis⸗ kirchner ausdrücklich im Wiener Stadtrat in seinem letzten Bericht über die Mehlversorgung festgestellt. Er teilte mit, daß am 1. Juli die ersten 2000 Säcke deutschen Weizenmehls auf der Donau in Wien eintrafen. Die Zufuhr wurde den ganzen Juli fortgesetzt und Ende Juli begann die Abgabe des Mehls an die Bäcker und die Abgabe des allerdings sehr wenig beliebten Maismehls hörte auf. Bisher wurden 1490 Waggons deutschen Mehls abgegeben. Jetzt scheint die Zu⸗ fuhr deutschen Mehls eingestellt zu sein— offenbar weil bereits inländisches Mehl aus der neuen Ernte zur Verfügung steht— denn die Bäcker beklagen sehr, daß sie das deutsche Mehl nicht mehr bekommen, das zur Brotbereitung sehr gut, nur zum Kochen weniger geeignet empfunden wurde. Die Deckung der englischen Kriegskosten. England hat auch während des Krieges Vorzüge, die kein ehr⸗ licher und porurteilsloser Mensch ableugnen kann. Zu diesen Vor⸗ zügen gehört auch, wie bekannt, die Art der Deckung der Kriegs- kosten. England hat gleich nach Kriegsausbruch einen großen Teil der Kriegskosten nicht durch Anleihen, sondern durch Steuern ge⸗ deckt, und hat dadurch ein Vorbild gegeben, das durchaus nach⸗ ahmungswert bleibt. Die Agitation, die englischen Kriegslosten auch weiterhin auf diese Art zu decken, wird in England unentcdeg! fortgesetzt. Jetzt wird besonders dafür Propaganda gemacht, genen die Luxusbedürfnisse der englischen Bourgeoisie vorzugehen und die Beträge, die sie erfordern, vorweg in Geldform zu konsisz een. Auf diesem Gebiet arbeitet jetzt besonders der liberale Adgeor dure Money, der seinem Namen alle Ehre macht. Er rechnet aus, das bisher in England jährlich für alkoholische Getränke 100 Millionen Pfund, für nichtalkoholische Getränke einschließlich Tee 70 Millions, Pfund, für Tabak 35 Millionen Pfund und für Automobile 75 Mil- lionen, zusammen 340 Millionen Pfund ausgegeben würden. Da das Kriegsdefizit Englands am 31. März 1916 voraussichel ch 615 Millionen Pfund betragen werde, so könne man durch Kon⸗ fiskation von 340 Millionen Pfund im voraus die Halfte dieses Defizits illusorisch machen. Im übrigen setzte er auch sonst den eng⸗ lischen Feldzug für Sparsamkeit fort und verlangt für diefen be⸗ sonderen Zweck eine Zwangsanleihe, die allen Steueryflichtigen von einer gewissen Minimalgrenze an aufzuerlegen wäre und bei der das dem Staat zu leihende Kapital in Raten eingezahlt werden könnte. In dieser Steuer sieht er ein sehr durchgreisendes Mittel, zur Sparsamkeit zu zwingen. Auf der andern Seite sordert er aber auch, daß die Regierung nicht weiter das Geld ohne alle Rück⸗ sicht auf die Erfordernisse der Volkswirtschaft zum Fenstex hinaus⸗ werfe. Für diese Forderung führte er eine Reihe von Veispielen an, die sich auf die Art und Weise beziehen, wie die Regierung die Rekruten wirbt, wie sie hierbei ohne Sinn und Verstand in die Fabriken und landwirtschaftlichen Betriebe eingreift, wie ste im schatzamt zurzeit die besonderen beim Abschluß von Kriegslieferungsbeträgen im großen Stil vollkommen versagt habe, wie sie die Kohlenfrage vernach⸗ lässigt habe und anderes. Man kann nicht leugnen, daß Herr Money besonders in der Begründung die Kriegsausgaben durch Be⸗ steuerung und Konfiskation des Luxus, wenn diese Besteuerung wirklich durchgreift, sehr viel Wahres sagt, und wie er besonders im Rechte ist, eine starke progressiv steigende Vermögenssteuer zu fordern, die in ihren höchsten Steuersätzen nahe an eine teilweise Konfiskation der großen Vermögen herankommt. Das sind Forde⸗ rungen, die wir alle auch in Deutschland schon erhoben haben und von denen wir nur wünschen möchten, daß sie auch in Deutschland endlich und gründlich berücksichtigt werden. Vorarbeiten ie Kriegsgewinnsteuer. Wie die Frankfurter Jeltung erfährt, werden im Reichs- arbeiten und Berechnungen vorge— nommen, auf die sich die geplanten Kriegsgewinnsteuern stützen sollen. Als Grundlage wird voraussichtlich die zum Zweck der Wehrsteuer am 1. Januar 1914 abgegebene Ver— mögensdeklaration dienen, sowie der Durchschnitt der letzt— jährigen Einkommensteuerveranlagungen. Davon ausgehend wird festgestellt werden, wie weit die Einnahmen der Kriegs- jahre über die der normalen Zeiten hinausgegangen und inwieweit etwa übernormale Vermögensansammlungen statt— gefunden haben, denn nach den Informationen der Ein— schätzungskommission besteht die Absicht, nicht nur erzielte Kriegsgewinne, sondern auch den während des Krieges ent— standenen oder entstehenden Vermögenszuwachs durch die neuen Steuern zu erfassen. Die Steuern werden zwar nicht wie in England 50 Prozent betragen, immerhin werde man sich aber auf hohe Sätze gefaßt machen müssen. Die Steuer soll staffelförmig sein. Bulgarische Erfolge. Sofia, 25 Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der amt⸗ liche Bericht über die Operationen am 24. Oktober besagt: Unsere Truppen nahmen Negotin und den Donauhafen Prahovo. Die bis jetzt bekannte Beute ist: Ein Verpflegungs— magazin, 20 Waggons mit Kriegsmaterial; Gefangene: 1 Offizier, 270 Mann. Auf dem Schlachtfelde wurden 300 serbische Leichen aufgefunden. Prinz Cyrill und der Armee— kommandant wurden in Uesküb sehr feierlich empfangen. Die Stadt war mit unseren Fahnen und Teppichen ge— schmückt. Die gesamte Bevölkerung beteiligte sich an dem Empfang und weinte vor innerer Rührung. Die Begeiste- rung war unbeschreiblich. Das Schicksal König Peters von Serbien. Rotterdam, 26. Okt. Die englische Presse fürchtet für das Schicksal König Peters, der in Nisch, wo er augenblicklich weilt, von jeder Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten sei. Die Daily Mail rechnet mit der Möglichkeit seiner Flucht nach Montenegro. Der Kriege zustand in Griechenland. Wien, 26. Okt. Hier vorliegende Bukarester Meldungen besagen, der König von Griechenland unterzeichnete ein De— kret durch das der Kriegszustand angeordnet wird. Alle wichtigen ostserbischen Donauhäfen sind im Besitz der Bulgaren. Jede weitere Zufuhr aus Rumänien ist daher abgeschnitten. Die deutschen U-Boote vor der bulgarischen Küste. Rotterdam, 26. Okt. Die Morning Post erfährt aus Athen, daß laut Bukarester Meldungen zwei deutsche Unterseeboote im Hafen von Varna eingetroffen sind, um russische Landungsver⸗ suche zu beobachten. Am Südteil der rumänischen Küste sei ein drittes deutsches Unterseeboot erschienen. 400 000 Kirgisen—„die neuen Kulturretter“ T. U. Stockholm, 26. Okt. Nowoje Wremja meldet, daß man die Wehrpflicht der Kirkisen diskutiert habe. Von den Kirkisen könnte man 400 000 Mann guter Kavallerietruppen bekommen. Neue Kardinäle, Haag, 26. Okt. Die Morning Post meldet: Auf Ersuchen der Mittelmächte wird der Papst die Nuntien von München und Wien zu Kardinälen ernennen. Beide sollen dann unmittelbar nach Rom Ar de dort bleibenden Aufenthalt zu nehmen. Die Ernennung ieser beiden Kardinäle bedeute eine große Verstärkung des deut— schen und österreichischen Einflusses am Vatikan. eigenem Entschluß aus Krlegsus ten. b Der Reichsanzeiger veröffentlicht Bekanntmachungen aus Berlin, Hanau, Köln und Saarbrücken, in denen die Namen von Geschäftsleuten veröffentlicht werden, denen wegen Verstoß gegen die Wucher⸗Verordnung der Gewerbebetrieb untersagt worden ist. 5 Der Gouverneur der Festung Köln hat eine Verordnung er⸗ lassen, nach der die Abhaltung von Versammlungen von Nus ländern— auch wenn es sich um Besprechung von Arbeitsverhältnissen eines bestimmten Werkes handelt ver boten ist, ebenso ist die Einladung zum Besuche solcher Versamm⸗ lungen verboten. Die Leiter von Verfammlungen sind verpflichtet, darauf zu halten, daß auwesende Ausländer sich vor Eintritt in die Beratungen entfernen. Unter dleses Verbot fällt auch Sie Gründung von Vereinen und die Veranstaltung von geselligen Zu⸗ sammenkünsten jeder Art. Zuwiderhandlungen werden— sofern die Strafgesetze keine höheren Strafen bestimmen— mit Gefäng⸗ nis bis zu einem Jah re bestraft. 2 8 Aus der militärischen Schutzhaft entlassen murde am Samstag in Berlin der Genosse Piek, der Anfang August wegen Verdachtes der Anstiftung zu einer Straßendemon⸗ stration verhaftet, nach Erledigung diefer Angelegenheit— aber ohne Angabe von Gründen, in militärischer Schutzhaft gehalten wurde. Gen. Piek hat Gestellungsorder erhalten und muß nun seiner Militärpflicht genügen. 5 Die französiche Regierung ließ durch den Präsidenten des internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf an das preußische Kriegsministerium die telegraphische Mitteilung ge⸗ langen, daß das seit Ende Juli bestehende Verbot des Post⸗ verkehrs zwischen Deutschland und den im französischen Operationsgebiet befindlichen deutschen Kriegsgefange⸗ men aufgehoben sei. In den letzten zwei Wochen wurde das Erscheinen folgender Parifer Blätter auf zwei bis vier Tage verboten: Rappel, Radical, Guerre Soziale, L Homme Enchainé, L' Oevre. Wie die Humanits mitteilt, hielt der Pariser Presseverein eine Versammlung ab und beschloß einmütig, gegen das Zensurverbot„einer großen Zahl Pariser Blätter“ Einspruch zu erheben. 3 Der Verband italienischer Journalistenver⸗ eine hielt am 17. Oktober eine Sitzung ab, in der er gegen die Unterdrückung des freien Wortes durch die Zensur protestierte und gegen die Behandlung des Avanti, der im Kriegsgebiet und einigen anderen Gegenden verboten ist und dem durch absichtliche Verzögerung der Spedition und ähnliches die größten Schwierigkeiten gemacht werden. In Pisa sah nach dem Avanti vom 18. Oktober ein 75jäh⸗ riger Straßen verkäufer ein Regiment Soldaten vorbei⸗ ziehen und sagte:„Dies Regiment ist aufgerieben worden, und diese hier ziehen zum Ersatz hinaus.“ Das genügte, den alten Mann inhaftieren zu lassen und ihn wegen Verbreitung unzu⸗ treffender Nachrichten zu 3 Monaten Haft zu verurteilen. Nach der Rietschwidersetzen sich die russischen Bauern kräftig der vom russischen Landesverband geplanten Errichtung von Hospitälern auf dem Land. Die Bauern fürchten, die Hospitalärzte würden die Cholera mitbringen. Partei⸗Nachrichten. Ein Düsseldorfer Parteiveteran gestorben. Am Mittwoch starb in Düsseldorf im Alter von 51 Jahren nach kurzem Krankenlager der Genosse Ernst Erbert, Ange⸗ stellter der Volkszeitung. Der Verstorbene gehört zu den Grün⸗ dern der Düsseldorfer Partei- und Gewerkschaftsorganisationen und war(1889) Mitbegründer des dortigen Parteiblattes. Erbert kam Mitte der 8ber Jahre nach Düsseldorf und hat seit dieser Zeit ununterbrochen in der Düsseldorfer Arbeiterbewegung und deren Vexrtrauensämtern gewirkt. Im Geheimbundsprozeß vom Jahre 1888 wurde er zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Bis in die letzten Jahre hinein war er Beisitzer am Kaufmannsgericht und am Reichsversicherungsamt. Die Düsseldorser Arbeiterschaft wird dem Mitbegründer ihrer Organisation und Institutionen ein ehrendes Andenken bewahren. Revision im Prozeß Walcher. Die Genossen Walcher, Görtsch und Totmeyer waren in Berlin wegen Verbreitung des Flugblattes„Hinter den Kulissen in großer Zeit“ angeklagt. Die Strafkammer hatte sie von der Anklage der Anreizung zu Gewalttätigkeiten verschiedener Klassen der Be⸗ völkerung freigesprochen, wegen Verstoß gegen§ 9b des Be⸗ lagerungszustandsgesetzes aber zu drei Monaten, zwei Monaten und sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Gegen das Urteil haben die Angeklagten und der Staatsanwalt Revision angemeldet. Der württembergische Landtagsabgeordnete Hoschka und die Genossen seines Wahlkreises. Als während der letzten Tagung des württembergischen Land⸗ tags die Fraktion„Sozialistische Vereinigung“ ins Leben trat, be⸗ fand sich unter ihren drei Mitgliedern auch der Abg. Hoschka, der den Oberamtsbezirk Schorndorf vertritt. Hoschka war aus der Sozialdemokratischen Fraktion ausge- bleibt abermals dividendenlos. Die Aussichten sind weni ferenz für den Bezirk; men nun die Genosse zulegen. Genosse Keil. Erklärung zum Ausdruck: 5 b 1„Di a stellt fest, daß der Abg. Hoschla der Einlad des Kreisvorstandes und des Ortsvereins Schorndorf zur Bersche erstattung über den Landtag nicht gefolgt ist. Die Sozialdemo tische Partei des Bezirks Schorndorf hat Hoschka in den Landig gesandt in der selbstverständlichen Erwartung, daß er sein Ma als Mitglied der Sozialdemokratischen Landtagsfraktion a werde. Da Hoschka aus freien Stücken und ohne jeden Grund der Sozialdemokratischen Fraktion ausgetreten ist, können ihn Parteimitglieder des Bezirks Schorndorf als ihren Vertreter mehr anerkennen. Die Konferenz ist der Ansicht, daß es in jetzigen ernsten Zeiten heiligste Pflicht den in der Heimat bliebenen Parteigenossen ist, bei allen Meinungsverschiedenh in Einzelfragen, die Geschlossenheit der Organisation, zu w Am schärfsten zu verurteilen ist jeder Versuch der Organiß zersplitterung, der von Personen ausgeht, die durch das der Parteigenossen in öffentliche Stellungen gelangt sind. H hat durch sein Verhalten das Vertrauen der Parteigenossen Bezirks Schorndorf verscherzt. 1 Die Konferenz erklärt sich mit der Haltung der Sozialdem tischen Landtagsfraktion durchaus einverstanden.“ g Ein politischer Prozeß wird am Mittwoch mittag vor der 6. Strafkammer des Landgerichts verhandelt. Angeklagt ist der frühere Redakteur d Schwäbischen Tagwacht, Genosse Walcher, der 0 m Schriften der Parteiopposition verbreitet haben soll. Er w teidigt von dem Genossen Rechtsanwalt Weinberg, der au Verteidiger der kürzlich aus der Haft entlassenen Genosse dakteur Meyer und Eberlein ist. Genosse Wolfgang Heine ver teidigt den in der letzten Sache mitverhafteten Genossen But drucker Wiegand. 4 1 Diskussion über die Zimmerwalder Konferenz in der Schwei Das Züricher Volksrecht polemisiert in einem Leitartikel gegeg die Stellungnahme des schweizerischen Parteivorstandes zu Zimmerwalder Konserenz. Diese Haltung widerspreche der rie denskundgebung vom 3. 10., die unter Mitwirkung des Parteipor standes in der ganzen Schweiz veranstaltet worden sei. 5 Eine Parteiversammlung in Zürich beschäftigte sich mit gleichen Thema. Die gesamte Geschäftsleitung der schweizerise sozialdemokratischen Partei nahm an der Versammlung teil. Mat einer lebhaften Aussprache, an der im Sinne des Parteivor ande teilnahmen; die Genossen Greulich, Seidel, Sigg, Pflüger un Walter, während von der Opposition u. a. die Genossen Flattes Nobe, Rieter sprachen, wurde eine Nesolution mit 229 gegen Stimmen angenommen, welche sich mit der Zimmerwalder ferenz einverstanden erklärt und vom nächsten schweizerischen g teitag die Anerkennung der Konferenz und die ideelle und terielle Unterstützung ihrer Beschlüsse fordert. 90 Die Schweizer Sozialdemokratie im Kriegsjahr. Die Schweizer Parteiblätter bringen einen Bericht übe Mitgliederbewegung im verflossenen ersten Kriegsjahr. Dauach die Mitgliederzahl in 20 Kantonen abgenommen um 3673 N der, während eine Zunahme nur in zwei Kantonen zu verze war und auch nur um ganze 20 Mitglieder. Die gesamten Orga sationen der Schweiz zählen 29 585 Mitglieder.— Die sozialdeme kratische Fraktion der Bundesversammlung hat ihren Bestand vo 19 Mitgliedern das ganze Jahr durch behalten. Zwei Part 1 f. blätter sind im Laufe des Jahres eingegangen und zwar die Volt b wacht am Jura und die Appenzeller Volkswacht; die Abonnent wurden von anderen Parteiblättern übernommen. Die noch sehr schwache Jugendorganisation hat an Mitgl. zugenommen; sie zählt in 69 Vereinen 2200 Mitglieder g im Herbst 1913. Das Organ der Jugend erscheint in einer von 6000 Exemplaren.. Industrie und Volkswirtschaft. Buchdruckereien im Kriege. Die Buchdruckerei Strauß Al. gesellschaft in Berlin bezeichnet im Geschäftsbericht flir 1914,15 verflossene Betriebsjahr als das ungünstigste, das die früh Strauß⸗ bezw. die frühere Marfels-Gesellschaft seit ihrem Ben gehabt hat. Die Gesellschaft mußte die Erscheinungsweise un Umfang ihrer Zeitungen nicht unwesentlich beschränken. Die nahmen an Inseraten und Abonnements betrugen in, em schäftsjahr nahezu 600 000 Mk. weniger als im Vorjahre. Do ließen sich die Unkosten für die Herstellung der Zeitungen n herabsetzen. Der Betriebsgewinn ist auf 824 035 ne 1262 445 Mk.) gesunken. Das Aktienkapital von 2 Mills Pulver und Gold. 0 Roman aus dem Kriege 18701871. 27 Von Levin Schücking. Blanche schlug dabei mit einem leisen Schrei die Hände vors Gesicht— sie sah ihre letzte Hoffnung, den Schatz zu retten, geschwunden— sie ging wankenden Schrittes, ohne mich auch nur anzublicken, davon... durch Friedrichs Zim— mer zu der Tür, die in diesem Augenblicke mit splitterndem Krachen aufgesprengt wurde, rief den hereinstürzenden zwei Männern einige hastige Worte zu und war verschwunden in der Dunkelheit des Korridors. Der Abbe und der Gärtner standen vor mir, beide offen— bar nicht wissend, was zu beginnen; der Gärtner trug eine Doppelflinte in der Hand— er hätte, wenn er seinem In— stinkt hätte folgen können, sie sicherlich auf mich abgefeuert— aber ein Rest von Besinnung, vielleicht auch ein Befehl Blanches, mochte ihn zurückhalten. Auch war der Abbé vor ihn getreten und schrie mir auf französisch entgegen: „Herr, Sie sind ein Ehrenmann— Sie sind kein Räuber — Sie rauben das Geld nicht— Sie—“ „Herr Abbé,“ sagte ich, ihn an der Schulter zurück— schiebend,„es tut mir leid, daß ich Ihnen als solcher Räuber erscheinen muß. Ziehen Sie sich zurück... meine Leute wer— den gleich hier sein— Sie können hier nichts mehr hindern, nichts retten, nichts ungeschehen machen!“ Mit einem furchtbaren, wie eine Kinderklapper rasseln— den Seufzer erhob sich in diesem Augenblicke Friedrich; das Einbrechen der Tür schien doch über sein merkwürdig energi— sches Ruhebedürfnis den Sieg davongetragen zu haben. Mit einem tiefen Aufatmen fuhr er empor, setzte sich aufrecht und starrte die Szene, auf welche seine weit aufgerissenen Blicke fielen, an. Der Abbe warf mir in großer Heftigkeit eine Antwort entgegen; Ausruse und Ilüche des Gärtners mischten sich darin— ich verstand den Abbé, der in seiner Erregung nur noch französisch sprach, ebensowenig wie den Gärtner; sie welschten viel zu heftig und schnell dazu; doch gewann Fried— rich währenddes Zeit, ausfzuspringen, zu seinem Karabiner zu greifen und schlaftrunken an meine Seite zu taumeln. „Sie sehen,“ nahm ich wieder das Wort,„Sie können nichts mehr retten, Herr Abbe— wollten Sie einen Kampf mit uns beiden wagen, Sie würden nichts erreichen, und meine Leute würden kommen und Sie überwältigen, wenn wir zwei es nicht vermöchten. Gehen wir friedlich ausein— ander. Beugen Sie sich unter das Unvermeidliche, für Sie nicht mehr zu Aendernde, wie ich mich unter das Gebot meiner Pflicht beuge. Glauben, es sei mir weniger schmerz— lich und schwer?“ Er murmelte etwas, beide geballten Hände erhoben; dann wandte er sich, wie um aufzuhorchen... in der Tat wurden draußen auf dem Hausflur Schritte und klirrende Sporen laut. Einer der Ulanen, der vor den anderen bei der Hand war, kam schon herangestürmt und rüttelte drüben an meiner verschlossenen Tür; Friedrich lief in mein Zimmer, ihm dort zu öffnen. Der Abbé und der Gärtner verschwanden unterdes in der Dunkelheit des Korridors. Ich nahm nun die Lampe, um meinen, einer nach dem anderen, herbeieilenden Leuten zu leuchten; bald war ein halbes Dutzend zur Stelle, unter ihnen Glauroth, mit ihren Fragen mich bestürmend; es war eine merkwürdige Gruppe, diese aufgeschreckten, halb— bekleideten Leute, Karabiner, entblößte Säbel in der Hand und so mich, der, die Lampe in der erhobenen Rechten, mitten zwischen ihnen stand, anstarrend und umdrängend. „Wo ist der Feind?“ rief Glauroth aus...„was ist geschehen? Auf wen haben Sie geschossen? Wahrhaftig, Sie sehen aus wie Wallenstein zu Eger in der Mitte seiner Mörder... blaß, gesträubten Haares, von blanken Schwertern Atürrin get „Ich will euch den Feind zeigen, Kameraden,“ sagte ich — bes ist jedoch kein Feind von Fleisch und Blut— es handelt sich nur um den bekannten bösen Feind des Menschen— geschleckes der die Seelen verdirbt, den vermaledeiten„unge⸗ rechten Mammon“!“ Jah wandte mich und ließ sie folgen. Als sie in den Raum, in den ich sie führte, gekommen, war das Ersta und der Jubel groß. Die Schwere der Fässer wurde gepril die einzelnen Geldpakete betrachtet, die Deckel der Fäßch beleuchtet und die Aufschriften studiert; dazwischen wurde ich mit Fragen bestürmt; Glauroth berechnete mit großer Schnelligkeit die ganze Summe, und ein allgemeines Hurt folgte seiner Erklärung, daß, wenn die auf die Fässer schriebenen einzelnen Beträge richtig seien, das Ganze auf hundertfünfundneunzigtausend Franken belaufe. f sorgte dafür, daß Friedrich aus einem Zimmer ein Bla Papier bringe, auf das wir die Anzahl der Tönnchen und di einzelnen Summen schrieben; das summarische Protokol wurde von mir, Glauroth und zwei anderen Ulanen unter zeichnet; dann faltete ich das Blatt zusammen und gab ez Glauroth. i „Sie müssen aufsitzen, Glauroth,“ sagte ich,„und sosort nach Noroy reiten, um dem Kommandanten une Fund zu melden. Nehmen Sie einen Mann zum Begleiter mit. Der Major wird Ihnen Leute mitgeben, um den Schatz einzu— holen; machen Sie ihn aufmerksam darauf, daß es ohne einen Wagen nicht gehen wird. Eilen Sie! Reden Sie nicht von meiner Verwundung! Hören Sie?“ g 1 Glauroth war durch den Fund viel zu erregt, um mit mehr als halbem Ohre zu hören. 8 i „Ich werde den Major aufmerksam darauf machen, daß wir alle mindestens das Eiserne Kreuz verdienen für die G fangennahme eines solchen Feindes,“ rief er. 55 Zwei von den anderen stellte ich als Posten auf, den einen im Hofe, den anderen im Korridor des Hauses; u dann war das Nötige getan; Glauroth ging, sich zu seinelt Ritt anzuschicken; die übrigen suchten ihr Lager wieder auf, machen, schlossen. „Wie war es möglich,“ sagte ich dabei zu Friedrich du so fest schliefst, ärger als ein Bär im Winterschla nachdem ich die Tür zu dem Geldzimm glaubte, du seiest mindestens tot!“ 8(Fortsetzung folgt.] 4 n 77 und ich hieß Friedrich das gleiche tun, um es dann ebense u und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. — Kriegsnot. Große Teuerung und bescheideneres Einkommen als zur Frie— denszeit, beides, ja, beides vereint finden wir heute bei unzählt 90 Mitmenschen, beides vereint bei vielen, vielen, die in ihrem Leben bisher nie an solche Zeit gedacht. Tausende jener satten Pharisäer fühlen jetzt, was Hungern heißt, Tausende jener kurzsichtigen Zu⸗ friedenen, daß es auch eine andere Welt auf Erden gibt, eine Welt der Not, und ihnen allen beginnt es jetzt vielleicht zu dämmern daß in dieser Welt von heute das Schlechte eine Naturnotwendig— keit ist. Wie haben sie stets verächtlich den angeschaut, der sich 1 05 zufrieden mit dem Heute, nach einem besseren Morgen sehnte, noch verächtlicher den, den die Not des Lebens vom heutigen Wege der Ordnung abtrieb, und nun stehen sie diesen Verächtlichen selbst so nahe. Die Kriegsnot zeigt auch ihnen jetzt, welch ein bedeutungs⸗ voller Faktor im Menschenleben die matexielle Not ist J Da sind wieder andere, die haben noch zu leben. Sie brauchen nicht zu hungern oder wenigstens nicht unterernährt zu sein. Aber ihr Geist muß hungern, ihr Gefühl lechzen. Sie können wohl essen aber geistig nicht mehr teilnehmen an den Segnungen der Kultur. Die Pflege der Wissenschaften, der Genuß der Kunst sind ihnen ver⸗ schlossen, auf so manche Annehmlichkeiten des Lebens müssen sie verzichten. Ob auch sie nun anders denken als bisher? Oder ob sie annehmen, daß geistiges Bedürfnis und Sinn für Kultur nur bei dem Geldsack zu finden sind? Mögen auch viele von jenen Phaxisäern noch so sein wie sie waren, einer großen Zahl von Mitmeuschen offenbart die jetzige Kriegsnot ohne Zweifel ein neues edleres Land, das Land jenseits von Gut und Böse. Sie werden nicht mehr verständnislos den Hungernden verdammen und den Darbenden, wenn er für bessere Tage kämpft, sie werden nicht mehr verächtlich den Mitmenschen von sich stoßen, dem das heutige Leben nicht erlaubte, gut zu sein Gar vielen wird die jetzige Zeit den dunklen Schleier des Vor- urteils von ihren Augen reißen und sie von einer höheren Warte ins gemeinsame Menschenland schauen lassen. Und vielleicht wird dieses Band gemeinsamen Leidens, das sie jetzt mit ihren darben— den Brüdern verbindet, gar manchen von ihnen auch weiterhin im Leben an ihre Mitwelt fesseln. Denn sie werden sehen, daß sie alle auch wenn sie gerade nicht zu darben brauchen, das gleiche Los er⸗ tragen, das gleiche Abhängigkeitsverhältnis von unserer heutigen Oroͤnung. Und so wird die allgemeine Kriegsnot ohne Zweifel zu einer weiteren Erkenntnis und zu einer Vertiefung in die Zu⸗ sammenhänge des Lebens beitragen. Da gilt es, diese neuen Fühlenden und Staunenden an uns zu ketten und sie zu neuen Kämpfern für unsere bessere Welt zu machen. — Gegen die Lebensmittelteuerung. Der Gießener Ausschuß für Konsumenteninteressen hat in seiner letzten Sitzung, an der auch Vertreter anderer Organisationen teil— nahmen, folgende Resolution beschlossen, in der bestimmte Maßnahmen zur Linderung der Lebensmittelteuerung ver— langt werden. Diese Resolution wurde an das Ministerium und an das Kreisamt gesandt und gebeten, Maßnahmen im Sinne derselben zu treffen. Sie lautet: Die gemeinschaftlich tagenden Vorstände des Kriegs— ausschusses für Konsumenteninteressen, als Vertreter von 20 großen wirtschaftlichen Vereinen, der Stadt Gießen, des Hausfrauenvereins⸗Gießen und des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins Ortsgruppe Gießen, sind der Ueberzeugung, daß die gegenwärtigen Verhältnisse auf dem Lebensmittel— markt eine ernste Gefahr für die Ernährung und den inneren Frieden des deutschen Volkes und damit für seine Kraft und seinen Willen zum Durchhalten bedeutet. Nach eingehender Aussprache sind sie zu der wohl begründeten Ansicht gekom— men, daß die bisherigen Verordnungen und Maßnahmen des Bundesrats und der unterstellten Behörden nicht aus— reichen, um die bereits bestehende, fast unerträgliche Lebens- mittelteuerung zu mäßigen bezw. einer noch drohenden Steigerung derselben vorzubeugen. Die Anwesenden glauben, daß erträgliche Verhältnisse erst dann eintreten, wenn es gelingt, den Bundesrat zu veranlassen, daß er unverzüglich Anordnungen nachstehenden Inhalt trifft: 1. Herabsetzung der jetzigen ungerechtfertigt hohen Preise für die notwendigsten Lebensmittel auf angemessene Höhe durch Festsetzung von Höchstpreisen für ganz Deutsch⸗ land nach größeren, bestimmt abgegrenzten Bezirken bei gleichzeitigem Ausfuhrverbot aus den Bezirken. 2. Sofortige Beschlagnahme aller Fette und Oele. 3. Sofortige Beschlagnahme aller Kartoffelvor⸗ täte bei Händlern und Erzeugern, die mehr als 3 Hektar mit Kartoffeln bepflanzt haben. 2 J. Festsetzung von Gefängnisstrafen für Verheimlichung don vorhandenen Vorräten. 1 5. Ausgabe von Verbrauchsmarken, wie sie für Brot und Mehl mit vollem Erfolg schon seit Jahresfrist im Gebrauch sind. — Ein bedeutender Gelehrter, der unserer Partei nahe steht, der berühmte Philosoph Hermann Cohen, seit 18731912 Professor der Philosophie an der Universität in Marburg, feiert heute sein 50jähriges D oktor⸗ Jubiläum. Als Vertreter und Begründer des modernen wissenschaftlichen Idealismus bekennt sich Cohen zum Sozialismus und in allen seinen Schriften, die ethische und ästhetische Probleme behandeln, hebt er die Bedeutung des Arbeiterproblems hervor:„für den sittlichen Geist einer Nation besteht das entscheidende Kriterium in seinem Verhalten zur Arbeiterpartei“. In seiner vor kurzem erschienenen kleineren Schrift„De utschtu mund Judentum“(Verlag Töpelmann in Gießen. Preis 1 Mk.), die wir unseren Lesern auf das wärmste empfehlen können, bezeichnet Cohen den Kapitalismus als die Gru ud. ursachee kriegerischer Konflikte. DerMilitarismus ist nu eine Frucht des allherrschenden und allbezwingenden Kapitalis. mus mit seinen Expansionsbestrebungen. Cohen und seine wissenschaftlichen Freunde und zahlreiche aus aller Fee Länder stammenden Schüler sind in der philosophischen Literatur unter den Namen der„Marburger: Schule bekannt. Der Jubilar gilt als Begründer und Führer dieser den reinen Idealismus und Humanität lehrenden Schule. 1 — Kartoffelversorgung. Noch immer müssen sue⸗ i Sanleffln Pre delt Ion, die nach Lage 5 2 ise bezeichnet werden, können. Es wer cu ür das Malter gefordert! Diese Prad ücthaltung der Kartoffeln gehalten; es wir N uns mitgeteilt— was ja auch ganz erklärlich ist— daß auf den Dörfern mit vorwiegendem Kartoffelbau riesige Mengen in Kellern und Mieten lagerten. In Reichelsheim in der Wetterau werden die Vorräte auf 150 Waggons oder noch mehr geschätzt. Es ist unbegreiflich, daß die Regierung nicht eingreift und eine solche Ausbeutung des Volkes in dieser Zeit zuläßt. * Sofortige Enteignung der Kartoffeln forderte die K lner Stadtverordnetenversammlung von der Regierung. Ein Stadtverordneter, Oekonomierat und Gutsbesitzer, ver— sicherte, daß weiteste Kreise der Landwirtschaft des Westens selbst Höchstpreise und nötigenfalls Enteignung wünschen. Oberhürgermeister Wallrat erklärte, er habe den Eindruck, e großer agrarischer Einfluß in der Regierung geltend mache. 1 Dorsicht, blaue Bohnen! Morgen, am Donnerstag, sowie am Freitag hält das hiesige Ersatzbataillon Scharf⸗ schjeßen im Gelände zwischen Annerod, Steinbach, Albach, Oppenrod und der Ganseburg ab. Von 9 bis 3 Uhr ist das gefährdete Gelände gesperrt und ebenso der Verbindungs— weg Annerod-Steinbach durch den„Fernewald“ für den Verkehr. 8 Unermüdliche Zerstörungswut zeigen mehrere Roh— linge, die sich darin gefallen, die am Wege nach dem Philo- sophenwald bei der Wieseckbrücke aufgestellte Ruhebank in die Wieseck zu werfen. Wohl schon ein Dutzenmal ist das geschehen; gestern lag die Bank wieder im Wasser, von Unter⸗ sekundanern der Oberrealschule, die einen Ausflug unter⸗ nosanien hatten, wurde sie mit vieler Mühe wieder heraus⸗ gebracht und an ihren Platz gestellt. Für viele ältere oder kränkliche Spaziergänger sollte die Bank einen Ruheplatz bieten, was diese auch sehr zu schätzen wußten; umso verwerf⸗ licher find die immer wiederholten Bubenstreiche. Merk— würdig, daß die Burschen nicht mal erwischt werden; ein ge— höriger Denkzettel wäre für sie sehr am Platze. Es müssen ihrer mehrere sein, einer ist nicht imstande, die schwere Bank fortzubewegen,. Gefallene aus Oberhessen Philipp Werner aus Wißmar. Ersatzreservist Karl Schäfer aus Schwabenrod, Inf.⸗Reg. 81. Kar! Schmidt aus Schwabenrod, Fuß⸗Art.⸗Reg. 3.— Wehr⸗ mann Heinrich Naumann aus Niedergirmes, Inf-Reg. 81. Unteroffizier Heinrich Schatz aus Blasbach, Inf.⸗Reg. 116. — Die erste Ledigensteuer hat jetzt die sächsische Stadt Oschatz eingeführt. Die dortige Stadtverwaltung hatte erst beschlossen, daß nur dem mäunlichen Hagestolz für sein Alleinsein auf des Lebens Flur ein besonderer Obolus für den Stadtsäckel abverlangt werden sollte, nunmehr wurde der erste Entwurf auch auf das Fräulein, das vergeblich auf den Freier gewartet hat, ausgedehnt. Also hat der Kreisausschuß in Leipzig beschlossen. Nach mancherlei Wenn und Aber zwar, die sich auf die gewiß vorhandenen Härten einer solchen Steuer bezogen und die es schließlich auch bewirkten, daß die Steuer nur auf Widerruf genehmigt wurde. Die einzigen, die auch fürderhin steuerfrei bleiben, sind die katholischen Geistlichen. Die Übrigen aber, Männlein und Weiblein, soweit der goldene Reif am Ringfinger sie nicht drückt, müssen sich einen Zuschlag zur Gemeindeeinkommensteuer gefallen lassen, der bei einem Einkommen von 1800 bis 2400 Mark 5 Prozent, von 2400 bis 4000 Mark 10 Prozent, von 4000 bis 6300 Mark 15 Prozent und bei einem Einkommen von über 10000 Mark 25 Prozent beträgt. So will es der Rat der Stadt Oschatz, die neue Steuerquellen braucht. Auf daß nun aber nicht allzuviel Stadtväter im Deutschen Reiche ebenfalls nach dieser steuerlichen Wünschelrute greifen, teilte der Oberbürgermeister von Leipzig mit, daß nach seiner wohl über⸗ legten Ansicht die Einführung einer Umverheiratetensteuer in größeren Städten unmöglich sei. — Wucher im Kleinhandel. Folgender Fall wird uns mitge⸗ teilt: In einem Laden in der Bahnhofstraße wollte ein Kind für seine Eltern einen Liter Salatöl kaufen. Der Ladengehilfe brachte das Gewünschte, wofür er 3 Mark forderte. Als der Besitzer des Geschäfts hinzukam, nahm er die Flasche dem Kinde wieder weg mit der Bemerkung gegen den Gehilfen:„Wie oft habe ich gesagt, nur für Kundschaft 3 Mk. für andere vier Mark!“— Weitere Verteuerung der Zündhölzer in Sicht. Aus Inter⸗ essentenkreisen geht Berliner Blättern die Mitteilung zu, daß der Verein deutscher Zündholzfabrikanten die Schaffung eines Syndi⸗ kats anstrebt. Der Verein sei bereits eingetragen worden, um die Uebernahme der der Industrie zur Verfügung gestellten Roh⸗ materialien einheitlich zu ermöglichen und auch gleichzeitig die Verteilung entsprechend durchzuführen. Es komme dies hauptsäch⸗ lich für die Uebernahme des von der Militärbehörde zur Ver⸗ fügung gestellten Aspenholzes aus dem besetzten Litauen und Kur⸗ 7 7 und Nachbargebieten. land in Frage. Der Notiz wird hinzugefügt:„Die Frage einer Festsetzung von Höchstpreisen für Zündhölzer erscheint insofern überholt, als bereits eine Anzahl Oberkommandos den gegen⸗ wärtigen Preis von 40 Pfg. für das Paket als Höchstpreis einge⸗ setzt haben und im allgemeinen eine weitere Exhöhung der Preise seitens der Zündholzindustrie bestimmt nicht mehr zu erwarten ist.“ — Also 40 Pfg. soll der Normalpreis werden! Wenn alle schröpfen, können die Zündholzfabrikanten nicht untätig sein. Verkäufliche Fleisch⸗ und Fettmarken? In der, Frankf. Ztg. macht eine Frau folgenden Vorschlag:„Brotmarken sind eingeführt, aber das trifft sozusagen nur die minder Bemittelten. Warum führt man nicht auch Fleisch- und Fettmarken ein und setzt Höchst⸗ preise fest? Ich denke mir die Sache so: Bis alle statistischen Er⸗ hebungen gemacht sind, bewilligt man auf den Kopf der Bevölker- ung das notwendigste und möglichste Quantum. Da nun die armen Leute zum weitaus größten Teil überhaupt kein Fleisch kaufen können, verhilft man ihnen zu einer kleinen Ration, indem die Marken zu einem bestimmten Preis veräußerlich sind, so daß also derjenige, der mit seinem Quantum nicht auskommen kann oder will, durch Ankauf der Marken von armen Leuten diesen das Geld zu einer bescheidenen Ration bezahlt. Auch Wirte hätten auf diese Weise die Möglichkeit, ihren Fleischbedarf zu decken, und die Leute mit großem Geldbeutel könnten nicht mehr gewissenlos durch uneingeschränkten Verbrauch diese Preise immer mehr in die Höhe treiben.“ „Warum soll denn das gerade nicht teurer werden?“ Eine Frau kommt in die Apotheke— so berichtet die Breslauer Volkswacht— und verlangt ein Glas Mineralsalz. Als sie im Dezember 1914 solches Salz kaufte, zahlte sie dafür 1,30 Mark. Sie legt auch jetzt 1,30 Mark hin und denkt, dafür das Salz zu bekommen.„Nein, liebe Frau,, sagt der Apotheker,„das kostet jetzt zwei Mark“. „Was, zwei Mark?“ erwidert die Frau,„das ist wohl nicht möglich. Muß denn auch dieses Salz im Kriege teurer werden?“ Gelassen meint der Apotheker:„Warum soll denn das gerade nicht teurer werden!“— Das ist so die rechte Händlermoral im Kriege! Jeder, der etwas zu verkaufen hat, schlägt einsach auf, denn warum soll gerade seine Ware nicht teurer werden. Das Volk kann's ja be⸗ zahlen! Bleiweißverbot. Der Bundes vat hat auf Grund des§ 3 des Gesetzes Über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen verboten, die Außenseiten von Häusern, sowie Mauern oder Zäune mit Farben angustreichen, zu deren Herstellung Bleiweiß 5 und Leinöl verwendet ist. Der Reichskanzler kaun Ausualanen zulassen. Zuwiderhandlungen gegen das Verbot sind mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder mit Gefängnis bedroht. Die Verordnung tritt am 25. Oktober in Kraft. Hoffentlich wird die Verwendung von Bleiweißfarben bei Bauten aus gesundheitlichem Interesse auch nach dem Kriege allgemein verboten werden. ruhigung und um Schmerzvollen zu finden, das j wenden.— Zwei bedeutende Werke zweier Gewaltigen im Reiche der Töne, Voethoven und Chopin, beherrschtam das reichhaltige Pro⸗ gramm des Abends. Die Ausführung lag in den Händen eines noch jungen, aber boch schon ganz Großen: Wilhelm Backhaus. Und so⸗ mit erübrigt sich sast über das„Wie“ der Ausführung zu schreiben. — Eine klare, ruhige Sommernacht, der silberne Mond spiegelt sich in den Wellen des Sees und ein Lied klingt über den Wassern. Das ist die Stimmung des crsten Teiles der Beethoven'schen sogenannten „Mondschein“⸗Sonate. Ein herrlicher Traum! Die Wellen steigen und fallen, die Ruhe ist fort... Malt uns in Tönen der letzte Satz der Sonate.— Einen Kampf auf Leben und Tod schildert uns Chopin in seiner großen Sonate, deren Mittelsatz einen gewaltigen und packenden Trauermarsch darstellt. Tragisch mutet uns dieses Tonwerk an, tragisch, wie der Kampf auf den Feldern... Und nur hie und da wird die düstere Stimmung unterbrochen durch weh⸗ mütiges Klagen, durch sehnsüchtiges Erinnern.. Da konnte Backhaus seine große Künstlerseele und sein vollendetes Können zeigen. Aber der Große bleibt auch im Kleinen groß. Und so zauberte Backhaus auch in den kleineren Werken von Chopin, Men⸗ delssohn, Brahms u. a. uns wunderbare Tonbilder vor.— Dank sei dem großen Künstler, der uns vergessen läßt all' die alltäglichen Sorgen des Lebens und Schrecken der Zeit und unsere Seele sättigt mit soviel Schönem! Das Schöne ist zugleich das Gute. Und so bedeutet die Kunst ein Mittel zum kulturellen Aufstieg des Menschen⸗ geschlechts.— Der Gießener Konzertverein ist dafür bekannt, daß seine Veranstaltungen stets das Beste bieten; es sei deshalb auf die noch folgenden hier besonders hingewiesen. — Altenbuseck. Der Volksverein hält nächsten Sonntag. nachmittags 3 Uhr, eine Mitgliederversammlung ab, auf welche die Genossen auch an dieser Stelle aufmerksam gemacht werden. Es wird erwartet, daß alle Mitglieder sich dazu einfinden. Kreis Weglar. r. Wißmar. Unser Arbeitergesangverein„Eintracht“ hat wie⸗ der einen Verlust erlitten, der Genosse Philipp Werner ist dem Kriege zum Opfer gefallen. In der Blüte seiner Jahre mußte er sein Leben lassen: wir werden ihm ein gutes Andenken bewahren. Von Nah und Fern. Im Bergwerk erstickt. Aus Beuthen(Oberschlesien) wird be⸗ richtet: Auf der Karsten-Zentrumgrube der schlesischen Aktiengesell⸗ schaft für Bergban und Zinkhüttenbetrieb wurden sechs Leute durch Stickgase getötet. Sie hatten an untertägigen Maschinen Repara⸗ turen vorzunehmen. Unbefugterweise und in Unkenntnis der Ge⸗ fahr öffneten sie, um zur Arbeitsstelle zu gelangen, eine am Tage zuvor zur Absperrung gegen Brandgase geschlossene abgedichtete Dammtür. Telegramme. Augesberigt des Großen Hauptsnurffer Im Illurtabschnitt wieder vorwärts. Weitere Fortschritte bei Linsingen und in Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 26. Okt., vorm.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz Nördlich von Souch ez wurden feindliche Handgranaten. angriffe abgewiesen. In den Kämpfen vom 24. Oktober sind an der vorsprin⸗ genden Ecke nördlich von Le Mesuil, in der Cham⸗ pagne, etwa zweihundertfünfzig Meter unserer Stellung vorübergehend in Feindeshand gekommen. Gestern wurden die Franzosen wieder daraus vertrieben. Füuf Offiziere und über einhundertfünfzig Mann blieben gefangen in unserer Hand. Nordöstlich von Le Mesnil hält der Feind noch einen kleinen deutschen Graben besetzt. 5 Auf der Combreshöhe hatten unsere Sprengungen guten Erfolg. Französische Sprengungen im Priester⸗ Walde blieben ergebnislos.- Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Der Illuxt-Abschnitt, nördlich von Il luxt ist wieder überschritten. Das bereits vorgestern vorübergehend genommene Gehöft Kasi⸗Mirschki ist fest in unserer Hand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Russische Augriffe östlich Baronowitschi und gegen unsere Kanalstellung südlich des Wygonowskoje⸗Sees sind abgeschlagen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Oestlich von Kukli(westlich von Czartorysk) wurde in der Nacht zum 25. Oktober die feindliche Stellung gestürmt. Ein allgemeiner russischer Gegenangriff blieb erfolglos. Gestern wurden weitere Fortschritte gemacht. Der Feind ließ vier Offiziere, eintausendvierhundertfünfzig Mann und zehy Maschinengewehre in unserer Hand. Balkankriegsschauplatz. Oestlich von Visegrad ist die Höhenlinie Suha— gopa Panos erreicht. Der Angriff der Armeen der Gene— rale von Köveß und von Gallwitz schreitet gut fort. Südlich von Palanka sind die Nordhöhen des Ra ca⸗Tales in unserem Besitz. Weiter östlich sind Markovac, Vk. Laole, Kucevo genommen. In den letzten drei Tagen sind neun hundertsechszig Serben gefangen genommen. Von der Armee des Generals Bojadjeff liegen keine neuen Meldungen vor. Oberste! Heeres leitung. 0 558. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht i Der Vormarsch in Serbien. Das Bombardement Venedigs. Wien, 28. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 20. Oktober 1915. a Rufsischer Kriegsschauplatz. Die südwestlich von Czartorysk kämpfenden K. und K. „Truppen wiesen mehrere Angriffe russischer Schützendivisionen a b, wobei sie zwei Offiziere und 500 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten. Deutsche Regimenter warfen den Feind beider⸗ seits der von Nordwest nach Czartorysk führenden Straße. Insge⸗ 5 samt ließen die Russen in diesem Raume gestern vier Offiziere, 1450 Mann und zehn Maschinengewehre in der Hand der Ver⸗ bündeten. Sonst blieb im Nordosten die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Schlachttag verlief im Verhältnis zu den voran⸗ gegangenen an der Hochfläche von Doberdo ruhiger. Dagegen wurde um unsere Brückenkopfstellungen von Görz und Tolmein, so⸗ wie im Abschnitt nördlich Tolmein bis zum Krn wieder äußerst heftig gerungen. Alle diese Kämpfe endigten mit dem vollen Mißerfolg des angreifenden Feindes. Am Kru brachen drei Vorstöße der Italiener in unserem Feuer zusammen. Vor dem Mrzli Vrh scheiterte ein feindlicher Nachtangriff. Gegen den Tolmeiner Brückenkopf bereitete nach⸗ mittags ein besonders lebhaftes Artilleriefeuer neue Angriffe starker Kräfte vor. Spät abends schlugen unsere Truppen einen solchen Angriff auf die Höhe westlich von St. Luzia, heute zeitlich früh einen zweiten gegen die Stellung nördlich von Cocarsce, der bis zum Hanbgemenge führte, unter schwersten Verlusten für ben Feind zurück. Der Raum von Descla stand zeitweise unter Trommelfeuer. Ein schwächlicher italienischer Angriff gegen Zagora wurde leicht abgewiesen. Der M. Sabotino, vor dem der Gegner in den letzten Tagen mindestens 2500 Mann verlor, wurde gestern nicht mehr an⸗ gegriffen, wohl aber von der italienischen Artillerie heftig be⸗ schossen. Zahlreiche Granaten fielen auch in den Südteil von Görz. Abends griffen sehr starke feindliche Truppen die Po d⸗ gora⸗Höhe an. Es half ihnen nichts, daß sie Bomben mit giftigen Gasen verwendeten. Sie wurden blutig zurückge⸗ schlagen. Gestern ließen sich die Verluste der Italiener bei ihren Angriffen gegen die Hochfläche von Doberdo stellenweise über⸗ sehen. So liegen vor der Front eines unserer Infanterie-Regi⸗ menter 3000 Feindes leichen. An der Tiroler Front wiesen die Verteidiger der Lafraun⸗Stellung einen Angriff des italienischen 116. Infanterie⸗ Regiments ab. Südöstlicher Kriegsschauplaßz. Die östlich von Visegrad vorgehenden österreichisch⸗ungari⸗ schen Streitkräfte warfen den Feind an die Grenze zurück. Unter den Gegnern befanden sich neben serbischen Bataillonen auch montenegrinische. Die im Nordwestwinkel Serbiens operierenden K. u. K. Trup⸗ pen der Armee des Generals von Köveß nähern sich der oberen Kolubara und der von den Serben vor unserer Reiterei ge⸗ räumten Stadt Valjevo. Die von Obrenovac südwärts ent⸗ sandten österreichisch⸗ungarischen Divisionen entrissen dem Gegner nach erbitterten Kämpfen die starken Höhenstellungen südlich und süd⸗ östlich von Lazarevac. Deutsche Truppen trieben den Feind über Arang⸗ l zurück. In Topola und auf den Höhen östlich davon ehen österreichisch⸗ungarische Kräfte im Gefecht. Die beiderseits der Morava vordringende deutsche Armee bemächtigte sich der Höhen nördlich Naca des Ortes Mar⸗ kovac und weiterer serbischer Stellungen südöstlich von Petro⸗ vac. Das Gebirgsland an der Donauschleife östlich der Klissura⸗Enge ist zum größten Teil vom Feinde gesäubert. Es wurden hier drei von den Serben verlassene Geschütze einge⸗ bracht, darunter ein schweres. ö Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. g Ereignisse zur See. Am 24. Oktober, nachmittags, suchte ein italienischer Flieger die Stadt Triest mit Bomben heim, wobei er, ohne einen Materialschaden anzurichten. drei Einwohner tötete und mehrere verwundete. Der Besuch wurde wenige Stunden später durch unsere Marineflieger in Venedig erwidert, wo sie von 1211 Uhr nachts bis 1 Uhr früh in rascher Folge Arsenal, elektrische Zentrale, den Bahnhof, einige Festungswerke und andere militärische Baulichkeiten ausgiebig und erfolgreich mit Bomben mittleren und schwersten Kalibers belegten und zahl⸗ reiche Brände verursachten. Am nächsten Morgen um 8 Uhr griff ein Seeflugzeuggeschwader neuerdings Venedig an, wo noch ein vom nächtlichen Bombardement herrührender Brand emporloderte. Außer den früher aufgezählten Gebäuden wurden diesmal auch Flugzeughalle und Kriegs fahrzeuge er lolgreich bombardiert. Schwächliche Versuche zweier feind licher Flieger, unsere Aktionen zu stören, wurden durch unser Ge wehrseuer in kürzester Zeit vereitelt. Bei beiden Unternehmungen wurden unsere Flieger von starker Artillerie heftig, aber ganz er⸗ solglos beschossen. Alle kehrten unversehrt zurück. Flottenkommando. Der Heldenkampf in der Champagne. Der schwäbische Dichter August Reiff in Stuttgart erhielt auf ein den Helden in der Champagne, im Artois und in Flandern gewidmetes Gedicht von dem Generalobersten von Einem ein Schreiben, in dem es heißt: „Empfangen Sie meinen wärmsten Dank für Ihre markigen Verse und für Ihr treues Gedenken an uns hier in der blutgetränkten Champagne, wo mehr Blut geflossen ist(französisches und deutsches), als an irgend einer anderen Stelle französischen Gebiets. Sie haben es geschildert wie es war, den furchtbar ringenden Kampf, der in der Kriegsgeschichte einmal die höchste Bewunde— rung finden wird. Während ich diese Zeilen schreibe, brüllen wieder die Kanonen. Für uns heißt es immer moch standhalten. Wir werden es tun mit festem Willen, starkem Herzen, um der Liebe willen zu unserem teuren Vaterland.“ Die Räumung von Minsk. T. U. Stockholm, 26. Okt. Auf Besehl des Generalstabschef Alexejew soll die Räumung von Minsk nunmehr bis Donnerstag beendet sein. Die dort befindliche Direktion der Libau-Romny⸗ Bahn ist bereits nach Moskau verlegt worden. Das Minsker Adels-Marschallamt wurde ebenfalls bereits geräumt. Den in Minsk noch arbeitenden Fabriken wurde von der Militärbehörde eine zehntägige Frist eingeräumt, die Stadt zu verlassen. Für Flüchtlinge werden täglich 10 Züge bereitgestellt. Griechenland leistet Widerstand. Die Antwort Griechenlands. T. U. Athen, 26. Okt. Der englische Gesandte überreichte en der eigenwilligen Inter⸗ mit dem Abbruch der freund schaftlichen Bezieh⸗ ungen gedroht wird. Der griechische Staatssekretär Caratma überreichte dem englischen Gesandten nun die Antwortnote der griechischen Regierung, welche feststellt, die Entente m iß verstehe die Politik Griechenlands. Griechenland sei gewillt, unter allen Umständen den Landfrieden zu sichern. Die bul⸗ garische Regierung habe bereits wegen der willkürlichen Truppen⸗ landung der Entente Protest erhoben und in einer Note be⸗ tont, daß, insofern die gegen Bulgarien gerichteten Kriegs⸗ operationen von griechischem Gebiet ausgehen, Bulgarien bei der Zurückdrängung der feindlichen Ententetruppen gegen ihren Landungsplatz die Verfolgung unbedingt bis zum die Grunde der Entscheidung sehe sich Entente⸗ pen griechisches Gebiet betreten und dort herbeigeführt werden müßte. Aus diesem Griechenland genötigt, gegen die Truppenlandung mächte neuerlich Verwahrung einzulegen. 8 T. Uu. Budapest, 26. Okt. Nach einer weiteren Meldung aus Athen halten dortige politische Kreise die Lage für äußer st kritisch. Der Inhalt der Antwortnote an die Entente findet allgemeine Zustimmung. Nur einige Blätter meinen, die Stellungnahme der Regierung könnte gefährliche Jolgen haben. Die Gesandten der Entente hätten namentlich betont, daß die Ententetruppen nicht zurückgezogen, die Landung so⸗ gar trotz der Drohungen fortgesetzt werden würden. Briefkasten. Wir haben am 1. Oktober deshalb keine Fahr⸗ mit einer baldigen Aenderung Fahrplanheftchen dann wieder W.⸗Wißmar. pläne herausgegeben, weil damals gerechnet werden mußte und das wertlos geworden wäre. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. VBereinskalender. Sonntag, 31. Oktober. Altenbuseck. Volksverein. Nachmittags 3 Uhr: sammlung im Lokale von Wwe. Becker. Wichtige Tagesordnung.! Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln. Diejenigen Einwohner, die sich mit Speisekartoffeln noch nicht versorgt haben und ihren Bedarf durch Vermittelung der Stadtver⸗ waltung decken wollen, werden hiermit ersucht, ihren Bedarf an guten Speisekartoffeln bis spätestens Freitag, den 29. Oktober 1915, nachmittags 6 Uhr bei den zuständigen Brotmarkenausgabestellen mündlich oder schriftlich auzumelden. Die Ausgabestellen sind zu diesem Zwecke Mittwoch, den 27., Donnerstag, den 28. und Freitag, den 29. Oktober von 8—12 und 2—6 Uhr geöffnet. Der Anmeldende ist zur Abnahme der angemeldeten Menge verpflichtet. Die Abgabe erfolgt zum Selbstkostenpreis der Stadt. Gießen, den 25. Oktober 1915.. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Nach Beschluß des Schulvorstandes soll der Unterricht in der allgemeinen Fortbildungsschule am 2. November ds. Is. beginnen. Es werden deshalb alle Knaben, die während der drei letzten Jahre aus der N zu Gießen entlassen wurden, sowie die Schüler aller höheren Schiken, die nach Ablauf des achten Schuljahres austreten, ohne mindestens ein Jahr der Obertertia angehört haben, aufgefordert zu l „ Mittwoch und Donnerstag frisch eintreffend: Brülschelfsce. 32 Mittel⸗Kabeljau. 40 Große Schellstsche... Piund 48 Kabliau, obne Kopf.... Pfund 52 a Frisch geräucherte Mückinge zum billiasten Tagespreise. Schellstsche in Gelee... Pfund 62 in 1 Pfund⸗Blechdosen, zum Feldpost⸗ ien 5 Dose 65% Versanid geeigne!k!k! Ia neue Nollmöpse... Stück 13 Kraflsteisch in Dosen 1 Pfd.⸗Dose geeignet 1.50 1.40 zum Feldpostvers. Mk. Zum Brotaufstrich als Ersatz für teuere Butter empfehlen wir:, Apfelgelee, nur Saft und Zucker, Pfund 50 Pfg. lose Pfund 48 Pfg.[ Kunsthonig, mit feinstem 5 Pfund⸗Eimer Mk. 2.40 Kristallzucker hergestellt, 0„- 5 700 Pfund 45 Pfg. Bemischte Marmelade e Gem 17805 Pfund 48 Pfg. Großes Wasserglas 50 Pfg. 5 Pfund⸗Eimer Mk. 2.50 2 Pfd.⸗Küchendose M. 1.00 10 5 4.80 2. l Feinst. naturreiner Bienenhonia ee e 5 5 7 50 2 Pfund⸗Eimer Mt. 1.% Plund⸗Glas§o Pfg. 2 1 Pfund⸗Glas M. 1.40 im Ausschnitt, Pfund Mk. Gemischte Zwetschen⸗Marmelade „„. .„ Stachelbeer mit Aepfel 2 Pfund⸗Eimer Mk. 1,10 Ia holländ. Zwiebeln... Pfund 24 Citronen, saftis Stück 9 und haltbar 7 2 9 8 Ludwix- Verkaufsstellen: Bahnhofstrasse 26, strasse 20, Walitorstrasse 24. Ende durchführen werde, ungeachtet, ob bulgarische Trup⸗ Ver⸗ Dienstag, den 2. November, nachmittags 2 1 im Schulhaus der Stadtknabenschule— Westanlage pünktlich zu erscheinen, um Stundenplan und andere Mittei un entgegen zu nehmen. Auch alle diejenigen Schüler aus ande Gemeinden, die hier in Gießen wohnen— also polizeilich meldet und der hiesigen Fortbildungsschule überwiesen worden — haben ebenfalls an genanntem Tage zu erscheinen 1 1 Alle anderen auswärtigen Fortbildungsschulpflichtigen jedoch, die täglich in ihren Heimatsort zurückkehren, werden wegen Mangel an Platz und Lehrkräften in die hiesige Fortbildungsschuls nicht aufgenommen. 8 0 Gießen, den 23. Oktober 1915. Der Schulvorstand. Keller. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teinnahme sowie für die reichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unseres teueren entschlafenen Gatten und Vaters lachten Aliglist Lautz sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Gleiberg, den 26. Oktober 1915. 6 l Frau Karoline Lautz Wwe. nebst Kinder. Gießener N 1 Hausfrauen ⸗Verein Donnerstag, den 28. Oktober, abend 8 Uhr in der Aula des Gymnasiums 1 Eingang: Bismarckstr.. Tagesordnung: 1. Satzungen, 2. Vortrag d 3. Verschiedenes 1 Kostprobe der„Vollkost?“? Es wird gebeten, Tellerchen und Löffel mitzubringen. demeinnützige Baugenossenschaft. Giessen, E. G. m. b. I. Donnerstag, 4. November 1915, abends 8 Uhr im Hotel Schütz 195 f Tages-Ordnung: l. Geschäfts- und Kassenbericht 2. Geländeerwerb, 3. Verschiedenes. i Um vollzähliges Erscheinen unserer Mitgliede? Wird gebeten. f Der 1. Vorsitzende des Aufsichtsrates Dr. Rosenberg. 9 2 Pelkbleum⸗Ersag liefert J. Sonn. rdanlage 13 4 0 Pneumatiks, Taschen⸗ lampen, alle Zubehörteile in großer Aus⸗ wahl. Katalog gratis. Zu erfragen bei den einschlägigen Handlungen. 7 Deutsche Handelsgesellschaft Sturmvogel Gebr. Grüttner Berlin⸗Haleusee 141. * Moderne Ledergamaschen in verschiedener Ausführung sowie eine Partie guter Ledergamaschen ältere Muster werden zu bedeutend er mäßigten Preisen ah gegeben. Lederhandlung Lehrling oder Lehrmüdchen gegen sofortige Vergütung Zaimis eine neue Note, in der 11 in pretierung des serbisch⸗griechischen dnisses durch Griechenland gesucht. Näheres Marktplatz 17. 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