7 18 betteln um die Reste der Soldatenmahlzeit. Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Zießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich v Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. 5 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraßße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 249 Gießen, Samstag, den 23. Oktober 1915 10. Jahrgang Lebensnit Wo soll das hinaus? Zum Lebensmittelwucher. Wenn die Mächte des Vierverbandes die gerissensten ihrer Penten mit dem Auftrage nach Deutschland geschickt hätten das Tußerste zu versuchen, um die Einmütigkeit des deutschen Alkes als die stärkste Wurzel seiner Kraft zu spreng en% heten diese nichts Wirksameres anstiften können als die heuti⸗ en Zustände in unserer Volksernährung. f findlichen Staaten haben in Wirklichkeit keinen be sse⸗ in Verbündeten als jene Produzenten- und Händlerkreise zh unserem Lande, die heute ihre Besitzübermacht zu einer wahr⸗ ft empörenden Auswucherung des eigenen solkes ausnützen. Es ist natürlich falsch. wenn man, schon nicht mehr vereinzelt, der Tat den Verdacht hegt, daß hinter dem Lebensmittelwucher d Einfluß des feindlichen Auslandes stecke, daß etwa eine Gruppe usländischer Kapitalisten die Hand im Spiele habe und durch Auf⸗ umdung großer Geldmittel alle Maßnahmen der deutschen Be— heden wirkungslos mache. Aber es kennzeichnet die Gemein- ährlichkeit des gegenwärtigen Wuchers furchtbarer als die flärfsten Kraftworte, daß ein solcher Verdacht überhaupt und trotz trier augenscheinlichen Unrichtigkeit aufkommen und um sich zifen kann. Das Ausland kann man für die Teuerung nur in ingem Grade verantwortlich machen. Was Deutschland an . ensmitteln verbraucht, erzeugt es zu reichlich vier Fünfteln auf nem eigenen Boden, das Ausland liefert uns nur so geringe engen an Nahrungsmitteln, daß die Preisbildung dadurch nur ig wenig beeinflußt werden kann. Wo uns das Ausland für shrungsmittel Wucherpreise abnimmt, sind diese nur durch den 9. landswucher möglich geworden. * Die Man braucht heute keine Zahlen mehr zu nennen, um zu zeigen, ö 68 die Teuerung einen gefährlichen Grad erreicht hat. Alle Be⸗ siechtungen, die man früher in dieser Hinsicht hegte und äußerte, id weit, weit übertroffen. Es ist zumeist so, daß ein Uebel erst emen Gipfel erreichen muß, ehe man die Kraft aufbringt, ihm zu ulhren. Diesen Gipfel hat die Teuerung nun wohl hoffentlich er⸗ leicht, sie ist gegenwärtig so unerträglich, daß ohne längeres Zumen zugegriffen werden muß, wenn man die Katastrophe ver⸗ ü dern will. Millionen von Arbeiterfamilien kennen heute in hem Haushalt weder Butter, noch Schmalz, noch Eier, sie können l selbst Margarine nur noch in Arzneimengen leisten. Gemüse sd zu seltenen Feiertagsgerichten geworden. Das Brot der küegszeit und allerhand fragwürdig Frucht⸗ und Beeren⸗ lüparate bilden heute für die überwältigende Mehrheit der besitz⸗ been Klassen den Hauptbestandteil der Nahrung. Vor den Toren ie Kasernenküchen drängen sich Frauen, alte Männer und Kinder 5 Unter den Kin- ben sieht man vom Hunger gezeichnete Gesichter, bei deren An⸗ lik einen der Menschheit ganzer Jammer packt. Kurz: die Zu⸗ firide sind heute so, daß es zu einer menschlichen und na⸗ sseonalen Pflicht wird, zu reden, selbst wenn man dabei die 15 willig geübte Rücksicht auf das feindliche Ausland n ß. Man mag es beklagen, wenn das Ausland aus der Schilderung e, Elends unserer gegenwärtigen Volksernährung Schlüsse zieht, 16 uns unangenehm und schädlich sind. Aber es ist nicht darüber i streiten, daß die Verantwortung dafür auf jene Kreise fällt, die er Lebensmittelwucher zu verantworten haben. Man kann nicht langen, daß sich das Volk eine solche Mißhandlung auf die dauer gefallen lasse. Zeder, der auch nur die geringste Fühlung den Volksmassen hat, weiß, daß jedes andere Uebel kleiner ist die Folgen, die bei der Fortdauer der heutigen Zustände ein⸗ aten müßten. Man scheint von der Gärung im Volke keine mung zu haben, man scheint nicht zu wissen, wie hier jedes an⸗ eie Interesse von der Erbitterung über den Wucher in den zntergrund gedrängt wird. Hätten die Regierungen, Kenntnis en diesen Strömungen, so wäxre es nicht denkbar, daß man sich get immer noch scheut, mit schnellem und festem Griff, in das Espennest der Wucherer zu fahren. Darum muß man heute aus⸗ biechen, was ist. Stellen sich darob im Auslande für uns uner⸗ zunschte Wirkungen ein, so wolle man sich an die wirklich Schul⸗ sten halten. Das sind freilich Kreise, die sich vor dem Arigge als i allertreuesten Vaterlandsfreunde gaben, die heute in Patrio⸗ mus glänzen und die nach dem Kriege nicht verfehlen werden, it arbeitenden Klassen des Mangels an nationaler Gesinnung zu edächtigen. Und es sollte uns nicht wundern, wem diese selben eue die jetzt die allerschwerste Bedrängnis über Land und Volk 1 aben bekanntlich nicht bloß Sozialdemokraten— ungen, denen Schädigung des nationalen Interesses vorwerfen, 5 zu ihrem gemeingefährlichen Treiben nicht länger schwelgen enen. Die Regierungen erklären, daß si tedlichsten Willen haben, 1 0.„daß sie den redlichsten 1 0 en Wucher zu wehren, daß aber die Verhältnisse stärker wären als N hie Bemühungen. Wäre dem so, daß gegen die Wucherwirtschaft berhaupt kein Kraut gewachsen sei, so wäre die logische Schluß⸗ gerung für die Verteidiger des kapitalistischen Wirtschafts⸗ biems einfach vernichtend. Denn wir ständen dann. don diesen — Prinzip der sozialen Organisation, in 15 515 ondung Deutschland sei it voraus ist, hat— das chland seinen Gegnern weit 110. zige unseres Landes in diesem Kriege überhaupt erst ermögli 1125 0 bie seine sozialpolitische bung, seine wirtschaftlichen Ar. basationen, seine auf dem Wege zum Sozialismus liegende Ein. i Verteilung wichtiger Konsummittel 1 5 h e eee. feindlichen Uebermacht a. gewesen, dem Drucke der feindlich 1 ungezügelte Deutschlands das Ver⸗ auer zu widerstehen:— was heute seine Kraft 110 eine unmittelbare ieh Gefahr Bartelt, ist der ae ede dauszel des kapftalisischen Seeds 215 lag in der Anwendung sozialistischer Grundsätze, ben draht ihm von den kapitalistischen Interessen. Kapitalismus kennt keine Interessen. die seinen 5 aijgenen opfern; voraufgehen dürften; was außer ihm sein Recht behauptet, läßt ihn im innersten Wesen kalt— ganz gleich, ob es Menschlichkeit, Sitte oder Vaterland heißt. So geht der Kapitalismus auch heute rück⸗ sichtslos seinen Weg; das Volk hungert, das Land ist in den Grund⸗ festen seiner Kraft bedroht— es kümmert ihn nicht, der Wucher geht weiter. Die Dinge sind jetzt so weit gediehen, daß man selbst in den Kreisen der Großindustriellen nach Abhilfe ruft. Die Deutsche Ar⸗ beitgeber⸗Zeitung vom 17. Oktober berichtet, daß ihr zahlreiche Zu— schriften aus Arbeitgeberkreisen zeigten, wie groß die„Empörung über den herrschenden Unfug“ auch dort sei. Es stimmt zwar nicht ganz, wenn sie meint, daß„auch hier wieder“ die industriellen Unternehmer und die Arbeiterschaft die größten Lasten zu tragen hätten; denn ein guter Teil der industriellen Unternehmer kassierie aus seinen Lieferungen für den Heeresbedarf ganz respektable Ge⸗ winne ein; soweit sie jedoch von den Lasten der Arbeiterschaft spricht, hat sie vollständig Recht, zumal auch die Forderungen der Arbeiter nach Teuerungszulagen entweder— wie zum Beispiel im Baugewerbe— kategorisch zurückgewiesen werden oder eine ganz unzulängliche Erfüllung finden. Ein rheinischer Groß⸗ industrieller fordert Verkaufsgwang fr die landwirtschaft⸗ lichen Produkte zu einem Preise, den besonders zusammengesetzte Körperschaften auf Grund der Gestehungskosten festlegen sollen; seine Forderungen sind stark sozialistisch, worüber er sich aber nicht im mindesten beunruhigt. „Der in einer solchen Zwangsmaßregel liegende sozia⸗ listische Grund satz“, schreibt er,„wird durch den Krieg ge— rechtfertigt, der ja auch auf anderen Verkehrs⸗ und Lebensgebieten zu weitgehenden Eingriffen der Heeresbehörden geführt hat. Nirgendwo aber ist dieser Eingriff gerechtfertigter als im Nahr⸗ ungsmittelzweig, wo die Händler alles verdorben haben, indem sie schon den Landwirten höhere Preise boten als diese selbst ver⸗ langten odeyx erwarteten. Eine Erscheinung, die namentlich ange⸗ sichts der glänzenden Ernte an Obst, Gemüse, Kartoffeln ganz un⸗ erträglich ist. Sozialpolitische Folgerungen daraus zu ziehen, kann man ruhig den sozialdemokratischen Kreisen überlassen, die das ja auch schon redlich besorgen.“ Der gleiche Großindustrielle verrät denn auch den Grund, der ihn zur Erhebung seiner Forderungen bestimmt: die Rücksicht auf die Löhne. Zwar liegt es ihm fern, die Löhne der Teuerung wegen zu erhöhen, er befürchtet nur, daß man die etwa gewährten Teuerungszulagen nach dem Kriege nicht wieder ab⸗ ziehen kann. In Wahrheit steht aber die Sache so, daß jetzt auch die Unternehmer das Feuer auf den Nägeln fühlen. Denn es ist selbst⸗ verständlich, daß die Arbeiter, wenn der Teuerung nicht gewehrt wird, einen Ausgleich dafür suchen müssen. Wir haben bisher in Deutschland unter dem Kriegszustande keine Arbeitseinstellungen gehabt, die wenigen und ganz kurzen Konflikte, die während des letzten Jahres vorkamen, zählen dabei gar nicht mit. Die Gewerk⸗ schaften haben den in den ersten Kriegstagen gefaßten Beschluß, die bestehenden Streiks einzustellen und neue nicht zu beginnen, bisher durchführen können, obwohl es durchaus nicht leicht war. Aber darüber täusche man sich nicht: unter den gegenwärtigen Zuständen wird es täglich schwerer, den wirtschaftlichen Burgfrieden zu wahren und es ist vorauszusehen, daß es bald unmöglich sein wird. Denn ein Burgfrieden dieser Art, wo die Arbeiterschaft mit ge⸗ duldigem Schweigen zusehen soll, wie das Wucherkapital Lebensinteressen frivol vergewaltigt, ist undenkbar, jedenfalls haben die Organisationen weder Neigung noch Beruf, sich für ihn einzusetzen. Bleibts bei der Teuerung, so werden wir eines Tages große Streiks im Lande haben, Ausbrüche der Verzweiflung, in die der Kebensmittelwucher die Massen hineintreibt. Die Eingabe der Parteivorstandes und der Generalkommission ist bei dieser Lage der Dinge eine letzte und hochernste Mahnung. 1 0 Druck auf Griechenland. Der Pariser Korrespondent des Genfer Journals erhielt die Information, daß das britische Kabinett am 10. Oktober in Bukarest und Athen einen bedeutsamen Schritt unter⸗ nommen habe. Während er in Bukarest keinen drohenden Charakter hatte, wurde in Athen eine sehr energische Sprache geführt. Man gab der Athener Regierung eine kurze Frist, ihre bestimmte Absicht kundzugeben, und ließ durchblicken, daß, wenn der griechisch-serbische Vertrag nicht erfüllt würde. diese Haltung üble Folgen für die Beziehungen des Vierver⸗ bandes zu Griechenland haben könnte. Vorläufig finden die Landungen noch unter der Garantie der von Veniselos ge— machten Versprechungen statt und kraft des serbisch⸗griechi⸗ schen Vertrages, der Serbien für den Warentransport ein bestimmtes Gebiet in Salonik einräumt. England will aber präzise Garantien, um den Nachschub der Expedition zu sichern. T. U. Amsterdam, 21. Okt. Auch Daily Telegraph er⸗ fährt aus maßgebender Quelle, die englische Regierung habe Griechenland offiziell Cypern ange boten, wenn Griechenland sich sofort an die Seite der Verbündeten stellt. Kein Durchmarsch russischer Truppen durch NMumänien. T. U. Bukarest, 21. Okt. Die hiesigen Blätter melden, der rumänische Gesandte in Rom, Ghika, erklärte römischen Journalisten gegenüber, die Lage Rumäniens gestatte nicht den Durchmarsch russischer Truppen. Rumänien müßte nach zwei Fronten, und zwar gegen Ungarn und gegen Bulgarien kämpfen. Selbst eine russische Armee könnte Rumänien in ihre hucherer— Helfershelfer der Feindt! diesem Falle nicht besonderen Schutz bieten. Rumänien sei daher genötigt, sich dem russischen Wunsche zu widersetzen. In Regierungskreisen wurde diese Aeußerung mit Befrem⸗ den aufgenommen. Die sranjösi iche Balkankrise. Unser französischer Korrespondent schreibt uns vom 14. Oktober: Es wird nicht viel Leute in- und außerhalb Frankreichs geben, die die treibenden Ursachen der französischen Balkankrise heraus⸗ finden werden, die nach einigen bewegten Zwisch nfällen zur De⸗ 5 un neu angefüllten, im itzung geführt haben. en Deutschland eine und wenige Politiker geben, die aus gen— und zukünftigen Abkehr, oder wenigstens auf den politik„bis ans Ende“ schließen J 1 Mini eußern, auf eine Anfang einer Abkehr der Krit werden. Die Wirklichkeit i Wir erinne denz über die tradition haben. Das Bündu Frankreichs 8. ud sollte Frankreich vor einem deutschen Augrifs schützen. Delcasse war vielleicht der erste Minister des Aeußern, der erkannte, zu welcher Vasalleurolle diese Politik Frankreich führt. Jedenfalls war er der erste Minister des Aeußern, der Frankreich von dieser„Politik a 4a suite“ zu emanzi⸗ pieren suchte. Um sich mit Deutschland zu verständigen? Nein, keineswegs. Delcassé ist ein von Nationalstolz geblähter Franzose und seine Fanfarenmanieren waren es, die Jaurés stets frritierten. Was Delcassé wollte, war an Stelle der Russe üÜpolitik eine fraugösische Natlonalpolitik zu setzen und deshalb, die Politik seiner Vorgänger umwerfend, verständigte er sich mit Eng⸗ land. Statt der Russenpolitik die westeuropäische Politik. Am Ende dieser Politik wäre unvermeidlich die Verständigung mit Deutschland gewesen, wenn die deutsche Diplomatie nicht die Spitze dieser westeuropäischen Politik gegen Deutschland gelenkt hätte, als sie die Marokkokrise hervorrief.(2 Red.) Man erinnere sich schließlich, daß Deleasse wenige Monate vor dem Ausbruch des euro⸗ päischen Krieges seine Demission als französischer Botschafter in Petersburg gegeben hat— wie er gestern seine Demission als Mi⸗ nister des Aeußern gab— und man wird der Wahrheit auf der Spur sein. Um was handelt es sich in Wahrheit? Die Sperrung der Dardanellen, die für Rußland unerträglich war, ließ England im Grunde kalt. Was dieses kümmerte und was in einer Depesche vom 7. August 1914, die Grey dem englischen Botschafter in Kon⸗ stantinopel schickte, bereits mit unzweideutiger Klarheit zutage tritt, ist die Sorge um Aegypten und also den Suezkanal. Die Einfahrt in den Dardanellen der deutschen Kriegsschiffe„Göben“ und „Breslau“ datiert vom 10. August, die Schließung der Dardanellen vom 3. Oktober; aber noch am 11. Oktober telegraphierte Greiz dem englischen Botschafter in Konstantinopel:„. Ich bin völlig Ihrer Ansicht, daß die Regierung Sr. Majestät(England) vermeiden müßte, die Türkei zu verletzen, selbst wit einem plausiblen Grund.“ Erst als die engli Regierung eine von der Türkei unterstützte und organisierte Empörung in Aegypten entderkt hatte, entschloß sie sich zum Bruch. Auf die Versicherung ihres türkischen Bot⸗ schafters, daß es der Türkei an Kohlen, Munition und Geld mangle, vertrauend, versuchte die englische Regierung die Dardanellen zu forzieren. Diese Politik allein hat Deleassé sekundiert. Für Rußland handelte es sich jedoch nicht um ein Ablenkungs⸗ manöver eines türkischen Angriffs auf Aegypten und den Suez⸗ kanal, sondern um Konstantinopel. Rußland versuchte also die englisch-⸗französische Diplomatie zu veranlassen, die Balkanvölker gegen die Türkei und seine Verbündeten in Bewegung zu setzen. Deleasse verfolgte dagegen seine westeuropäische Politik. Durch die Aussicht, aus der Adria ein geschlossenes italienisches Meer zu machen— was keineswegs im Interesse Serbiens, und also Rußlands, liegt— vermochte ex es, Italien zum Kriege zu verleiten. Wenn Rußland nachgab, so nur, weil es die Aussicht hatte, über Konstantinopel eine direkte Verbindung mit dem Mittelmeer zu haben. Mit dem Eintritt Italiens in den Krieg fiel eigentlich schon die von Rußland profektierte Koalition der Balkan⸗ völker gegen die Türkei und Oesterreich-Ungarn. Griechenland war mißtrauisch gemacht gegen Italien. Serbiens Ambitionen waren FItalien geopfert und es war also wenig disponiert, noch Mazedonien zu opfern. Daß Bulgarien und Rumänien wenig be⸗ geistert waren, in den Krieg zu ziehen, damit Rußland sich am Goldenen Horn sestsetze, ist natürlich. Wenn noch Rußland bereit gewesen wäre, durch eine sofortige Abtretung von Bessarabien an Rumänien einen rumänisch-bulgarischen A leich wegen der Dobrudscha zu ermöglichen! Aber dazu war Rußland nicht; zu haben. Es war nicht einmal freigebig mit dem, was ihm nicht ge⸗ hörte und wollte nichts von einem Abtreten von Czernowitz an Rumänien wissen. England griff in den Beutel und erreichte damit eine„wohlwollende Neutralität“ Rumäniens. 8 war alles Der bulgarisch⸗türkische Vertrag, Offensive gegen Serbien, die man bis zur letzten“ behandelte, haben Frankreich und England vor die sache gestellt, entweder den Serben 500 000 Maun zu 8 oder eine definitive Niederlage Rußlands auf dem B stecken. Die Wahl des Heren Delcassé konnte uicht Für ihn kommt Frankreich zue rst. 1 5 500 000 Mann, d. h. das Aufgeben der Offensive in Frankreich. Die Engländer, die nach Aegypten schielen, schwankten unschlüssig hin und her. In den sonstigen maßgebenden politischen Kreisen Frankreichs— wir präzisieren absichtlich nicht— war man für die Fortsetzung der traditionellen Politik, die wir kurz Russenpolitik nennen. Deshalb ging Herr Delcassé. 1 — Olle Die zu schicken. kan einzu⸗ Die Erklärung Vivianis, die Debatten in der Kammer und der Presse, reden und schreiben um den Kern der Sache herum. Man weiß nur, daß Italien keine Truppen schickt, daß Frankreich und England 150 000 Mann schicken wollen— aber noch nicht geschickt haben, daß Rußland Truppen schicken will.— Wir wagen eine ro zeiung: Delcasse wird Recht behalten. Eine russische Kriegsanleihe. Amsterdam, 21. Okt. Laut einer Meldung der Times aus Petersburg beschloß die russische Regierung, eine neue innere An⸗ leihe von einer Milliarde Rubel zu 5 Prozent auszugeben. Ein vergeblicher Friedensschritt des Papstes. Laut der Kölnischen Volkszeitung schreibt der Secolo, der Papst habe an den König der Belgier appelliert, er möge die Initiative ergreifen, um dem euro päischen Kriege ein Ende zu bereiten. Papst Benedikt er⸗ innert dabei an sein apostolisches Amt und an seine Pflicht, nichts unversucht zu lassen, um den Frieden zu erlangen. Er fügte hinzu, er halte es für zweckmäßig, sich an einen katho— lischen, vom Kriege so schwer geprüften Monarchen zu wen⸗ den, damit er sich mit ihm zum Friedenswerke vereinige. Der Papst habe den Heldenmut des Königs und des belgischen Volkes anerkannt. Die Bewunderung der Welt würde nicht geringer werden, wenn der König sich ernstlich um den Frie— den verwende. Die dieser Tage beim Kardinalstaatssekretär eingetrof— fene Antwort sei, so meldet das italienische Blatt weiter, abschlägig ausgefallen. Der König danke darin dem Papst für sein Belgien bzeigtes Interesse und erkläre, auch er neige zum Frieden, der aber nicht geschlossen werden könne, solange sich noch ein deutscher Soldat auf belgischem Boden befände. Die Sache Belgiens sei übrigens die des Vierverbandes. Er halte es nicht für zweckmäßig, die Initiative zum Frieden zu ergreifen. Arbeiterbewegung in England. Wie die Times mitteilt, ist die Baumwollernte für diese Saison auf 11 Mill. Ballen zu veranschlagen, während die für den Verbrauch notwendigen Baumwollmengen auf 15 Mill. veranschlagt werden. In Lancashire ist eine neue Bewegung der Spinnerei— und Webereiarbeiter zu erwarten. Den Spinnern war bekanntlich eine Kriegszulage von 5 Prozent zugebilligt worden, und eine gleiche Kriegszulage wird nun von den Webern verlangt. Die Ar⸗ beitgeber lehnen dies strikte ab und haben beschlossen, sämtliche Ar⸗ beiter auszusperren, falls auch nur in einer Fabrik ein Streik stattfinden sollte. Es würden hierbei 200 000 Arbeiter betroffen. In Südwales kommt es noch immer zu Streiks, da sich die Arbeiter trotz der Verabredung ihrer Führer mit der Regierung fortgesetzt weigern, mit nichtorganisierten Arbeitern zusammenzuarbeiten. So streiken auf der Kohlengrube von Penrhiweeiber 1500 Bergarbeiter, weil 100 nichtorganisierte eingestellt worden waren. Gleichzeitig find in der Kohlengrube von Bobrypridd 2000 Arbeiter zum Feiern gezwungen, da in den Häfen nicht genug Schiffe bereit liegen und die Wagen zum Transport der Kohlen mangeln. Die Levolutionäre Bewegung in Rußland. Das sozialistische holländische Blatt Tribüne veröffent— licht folgenden Artikel: Die wachsende revolutionäre Bewegung in Rußland geht aus dem Blatt des Zentralkomitees der russischen So— zialdemokratie hervor, das folgende Tatsachen aneinander— reiht:„Im März 1915: Eine Anzahl von Anhängern so⸗ wohl des revlutionären Zentralkomitees, wie des mehr oppor— tunistischen Organisationskomitees werden in Petersburg gefangen genommen. Das kurz zuvor gegründete un— gesetzliche Organ. Die proletarische Stimme wird unter— drückt. April: Große Proteststreiks zur Erinne⸗ rung an das Blutbad, das unter den streikenden Goldgräbern am sibirischen Fluß Lena durch den Zarismus veranlaßt wurde. Am 1. Mai streiken 25 000 Arbeiter, 300 werden gefangen gesetzt. Jun i: In Petersburg wirtschaftliche Streiks, vor allen Dingen unter den Metallarbeitern, also unter den Munitionsarbeitern, 15 000 Streikende; 400 wer— den gefangen gesetzt, 300 wieder freigelassen, die andern be— straft z. B. dadurch, daß man 30 von ihnen nach der Front schickt. In Kostroma nordöstlich von Moskau an der 8 1 Wolga streiken die Textilarbeiter. Das Militär schießt, vier⸗ zehn Arbeiter werden getötet, viele verwundet. In Moskau Aufruhr, zwanzig Personen getötet und verwundet. Juli 5 Die Bewegung nimmt einen ausgesprochen politischen Charakter an. In Jwanowo Wosne sensk, südlich von Kostroma, ein durch Revolutionäre geführter Streik. Zu gleicher Zeit große Demonstrationen mit roten Fahnen und Absingen revolutionärer Lieder; 100 getötet, 40 ver⸗ wundet. Aug ust: Große Proteststreiks wegen des Blut⸗ bades in Jwanowo Wosnesensk. In Petersbur 9 streiken 15 000 Arbeiter. Infolge des Versuchs der Bourgeoisie, die Industrie zu mobilisieren, um die Munitionsproduktion zu vergrößern, finden große Versammlungen in den Munitions- fabriken statt, an denen sich bei Putilow 15 000, bei Leßner 6—7000 Arbeiter beteiligen. Die Arbeiter verwerfen mit großer Mehrheit einen Vorschlag, sich am Kriegskomitee zu beteiligen. Vor der Vertagung der Dumasitzung werden eine Anzahl von Arbeitern, vor allem Vertreter der Krankenkassen, gefangen gesetzt. Als der Bericht der Vertagung bekannt wurde, begannen neue politische Streiks, die noch zunahmen, als die Duma nach Hause geschickt wurde. Die Parole ist: Einberufung der Duma und weg mit der Regierung. Ein Streik von drei Tagen wurde proklamiert. Trotzdem der Kommandant von Petersburg gedroht hatte, die Streikenden vor ein Kriegsgericht zu bringen, wurde durch das Peters⸗ burger Komitee dennoch der Streik für einen Tag prokla⸗ miert. In Petersburg streikten darauf 150 000, nicht 15 000 Mann, wie die bürgerlichen Blätter behaupteten, in Nischni⸗ Nowgorod 25000 Mann. In Moskau selbst und in Char- kow und Jekaterinoslaw nahmen die Streiks auch einen großen Umfang an. 5 Das sind die Taten der Vorhut des revolutio⸗ nären Proletariats, das begreift, daß der Feind im eigenen Lande zu suchen ist.“ Die Wahlen in Südafrika. Reuter meldet aus Kapstadt: Im ganzen Lande ist die Be⸗ teiligung bei den Wahlen außerordentlich stark. Um Mitternacht waren die Resultate der Wahlen bekannt: 30 Unionisten(Eng⸗ länder), 14 Südafrikaner(Ministerielle), 4 Arbeiter und 1 Natio⸗ nalist. Potchefstroom, von dem der Aufstand ausgegangen ist, hat einen Bothakandidaten mit einer Mehrheit von 50 Prozent gewählt. Der Arbeiterführer Creßbell wurde nicht gewählt. Kapstadt, 21. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Am Vorabend der Wahlen hat Botha eine Erklärung erlassen, in der er darauf hinweist, daß die Wahl der kritischste Augenblick in der Geschichte Südafrikas sei. Ein jeder Fehler könne unheilbare Folgen haben. Ein Teil der Bevölkerung, der durch die Ereignisse in Europa in Aufregung versetzt sei, und das geistige Gleichgewicht verloren habe, sei zu bewaffnetem Protest übergegangen, ja selbst zur Revolution. Die Leute würden durch deutschfreundliche Gefühle beherrscht. Die verfassungsmäßigen Freiheiten gerieten in eine Gefahr, der man nur dadurch entgehen könne, daß man seine Regierung unterstütze. Waffenlieferungen an das Ausland. Ein im Felde stehender Mitarbeiter der Voss. Ztg. hat die eroberte Festung Nowo-Georgiewsk besucht. In seiner Schilderung der Beute heißt es u. a.:„Besonders fallen groß— kalibrige Stücke auf, deren Lafetten und Bettung gelb ge— strichen ist. Krupps Fabrikzeichen sind in die Stahlwände gegraben und daneben japanische Schnörkel eine unerfreu⸗ liche Zusammenstellung, die sich in der Zukunft hoffentlich nicht wiederholt.“ Wir können nicht wissen, ob diese Hoffnung in Erfül⸗ lung gehen wird. Tatsache ist, daß im Frieden auf Angriffe wegen Kriegsmateriallieferung an ausländische und selbst solche Staaten, mit denen ein künftiger Krieg wahrscheinlich war, immer erwidert wurde, daß die gewaltigen Fabrik— anlagen nur dadurch die höchste Leistungsfähigkeit für das Vaterland erlangen könnten. daß sie auch fürs Ausland lieferten. Hier klafft allerdings ein innerer Konflikt, der vielleicht nur durch die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie wird gelöst werden können. * Ein beschränktes Kohlenaus fuhr nach der Schweiz. Deutschland hat kürzlich gegen 42 Schweizer Jabr drei Faser Farbeberke, die Auilinfarben nach Englan und 39, meist in der Westschweiz gelegenen, Fabriken, material für die Gegner der Zentralmächte herstell schränktes Ausfuhrverbot für Kohlen erlassen. handlungen der Bundesbehörden mit der deutschen Regier die Rückgängigmachung des Kohleuboykotts sezweckten 5 jetzt die Frankfurter Zeitung erfährt, nicht zum Ziele gefü Deutschland verharrt dabei, den betreffenden Fabriken Kohfen m abzugeben, falls sie erklären, dem Feinde keine Anilinfarben Kriegsmaterjal mehr liefern zu wollen. a Beklemmung der Entente. Nisch, 21. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die A Havas meldet: Die Lage wird immer ernster. Auf der No front halten die Serben die Linie Rasanac—Aleksandroygh⸗ Golobowi—Azanja, Kosonaf und das rechte Kolubara 1 Auf der Ostfront halten sie die Linie Zajotschawi—n zevac—Vlassina. Aber die Bulgaren nahmen die St Vranja und Volassa ein und schnitten die Eisenbahnli diesen beiden Stellen ab. Der Widerstand der Serben äußerst erbittert und heldenmütig. Aber der starke Du der Oesterreicher und Deutschen im Norden und die bulgem schen Massen im Osten bedrohen ernstlich die serbische A die augenblicklich von Saloniki abgeschnitten ist. Di 2 kunft der verbündeten Truppen wird mit Beklemmung wartet. b 5 Serbien zum Frieden geneigt? Wie dem Elberfelder Generalanzeiger aus Genf b wird, soll der Tribund zufolge Serbien die Entente vor Entscheidung gestellt haben, Griechenland sofort zur Hi veranlassen, andernfalls werde Serbien in seinen Eutschlüf frei sein. 1 Die Serben in die dritte Verteidigungslit gedrängt. 3 T. U. Wien, 22. Okt. Der Pester Lloyd meldet: Mit oberung der Linie Bojerac-Obrenorac durch die Armee rals von Gallwitz haben wir die zweite Verteidigungsstel U Feinde entrissen. Der zurückgehende Feind verfügt jedoch nu mehrere vorbereitete Stellungen, doch sind die weiter zurück. nur unvollkommen ausgebaut und auch die Front veren l stusenweise; außerdem fehlen alle Verkehrsmöglichkeiten. Im ravatal haben die Serben kaum irgendwelche Verteidigungsln und sind von den Bulgaren vollständig abgeschnitten. Unter Gefangenen befinden sich viele Frauen. Der U-VBootkrieg im Mittelmeer. Haag, 22. Okt. Die Agentur Depeche de T meldet, daß in den letzten vierzehn Tagen im Mittellän Meer englische, französische und italienische Dampfer insgesamt mehr als 85000 Bruttotonnen durch deut che österreichische Unterseeboote versenkt worden seien. als 30 Dampfer aus den Häfen des Mittelländischen sind seit acht bis vierzehn Tagen überfällig. *. Wie der Londoner Berichterstatter der Stampa seinet drahtet, geben sich die englischen Techniker zurzeit A den Erfahrungen an den Dardanellen, wo englische Schiffe deutschen Unterseebooten zum Rückzug gezwungen wurden, zu konstruieren, die eine bessere Ueberwachung des Mittelme möglichen. Die neuen Unterseeboote sollen 25⸗Zentimeter⸗ schütze mit einer Tragweite von 27 Kilometern führen. Russisches. b Moskau, 21. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Ruß Slovo meldet aus Moskau: Hier ist wieder ein Ausstand! Straßenbahnangestellten ausgebrochen. Die Stadt verw tung hat dagegen strenge Maßregeln ergriffen.— Bruns aus Riga, dem vorgeworfen wird, die Bevölke gegen die orthodoxe Religion aufgehetzt zu haben, zum Verlust des Predigeramtes und zur Verbannu Sibirien verurteilt. f Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 24 Von Levin Schücking. Ich hatte nicht den Mut, weiter zu reden; nicht den Mut, ihr diesen Argwohn geradezu auszusprechen; denn war mein Argwohn unbegründet, waren die Beweise von Freundschaft, die Blanche mir gegeben, wirklich nur der Ausdruck eines Interesses, die Folgen einer keimenden Neigung, so würde ich sie zu grenzenlos beleidigt, ihr das ganze Herz umgekehrt und mir für immer entfremdet haben. Sie war erschrocken beim Anfang meiner Rede aufge— sprungen— jetzt setzte sie sich wieder und sagte mit einer Stimme, die leise zitterte:„Von welchem Argwohn reden Sie? Mein Gott, haben Sie mich nicht versichert, daß Sie nicht den geringsten Argwohn hegten?“ „Nicht den geringsten, daß Sie mich in Colomier den Franktireurs in die Hände liefern wollten; aber Sie werden einräumen, daß wir ein verstecktes Spiel gegeneinander treiben; und dies Spiel, das uns alle offene Unbefangenheit nimmt, wird mir unerträglich.“ „Welches Spiel meinen Sie?“ „Sie wünschen mich aus diesen Zimmern fortzubringen, und ich, dies durchschauend, halte fest darin.“ „Wenn das so wäre,“ entgegnete sie, während ihr voll— tönendes Organ sich eigentümlich wie mit einem leichten Schleier von Heiserkeit bedeckte,„dann könnte ich ja gerade in Argwohn verfallen und denken, alle die schönen Sachen von Ihrem Gefühl und Ihrer Leidenschaft seien nur gesagt, um ein leichtgläubiges Mädchenherz zu umgarnen, um mich zu betören und mir den Grund zu entlocken, weshalb ich Sie nicht ebenso gern in diesem wie in jedem anderen Zimmer des Hauses wohnen sähe!“ „Sehen Sie, sehen Sie,“ rief ich leidenschaftlich aus, „das ist das Gräßliche, was mich foltert— dieser Spielraum, den der böseste Argwohn zwischen uns hat; o Blanche, nur um das eine!“ „Sie hoben recht,“ versetzte sie nachdenklich;„enden Wir es; ich will Ihnen ja gestehen, daß es auch mich quält. Enden Sie es.“ „Ich?“ ö „Ja, Sie. Es liegt ja nur an Ihnen „Und wie an mir?“ „Verlassen Sie diese Zimmer!“ Ich sah sie erschrocken an. „Wollen Sie es?“ fuhr sie fort. „Nein,“ sagte ich.„Ich darf es nicht... oder doch nur dann, wenn Sie mir die heilige Versicherung geben, Ihre Versicherung auf Ehre und Gewissen, daß ich durchaus nichts tue, was wider meine Dienstpflicht ist.“ Sie blieb stumm. Ihre Gesichtszüge waren sehr blaß geworden. „Ich kenne Ihre Dienstpflicht ja nicht,“ versetzte sie dann nach langer Pause.„Was weiß ich davon! Nein, nein, da Sie es nicht wollen, diesem„Spiele“ ein Ende zu machen,“ setzte sie gezwungen lächelnd hinzu,„so will ich es; ich werde morgen weiter mit Ihnen davon reden, wenn Sie versprechen, jetzt ruhig zu sein und durch einen tiefen Schlaf diese Nacht Ihrer Wunde Zeit zur Heilung zu geben!“ Damit stand sie auf und verschwand. Recht ruhig sein, empfahl mir Blanche. Ich war durch⸗ aus nicht ruhig. Das Ende der Unterredung, die mir Ruhe und Klarheit geben sollte, hatte mir durchaus keine Ruhe, aber wenigstens die Klarheit gegeben, daß meine Pflicht mir gebot, jetzt das schwere Schloß in Friedrichs Kammer zu sprengen und mich zu überzeugen, was dahinter verborgen sei. Blanche hatte mir zu augenscheinlich verraten, daß meine Dienstpflicht es gebiete; und nun mußte ich, und ging all mein Glück darüber in Scherben, in dies Geheimnis blicken, ich mußte mir mit Gewalt den Weg dazu bahnen! Schon morgen wollte ich es, sobald ich die Kraft hatte zu solch einer Untersuchung.— Der Abbé kam nach einiger Zeit. Er fand meinen Puls sehr erregt und glaubte, es werde in der Nacht das Wund— fieber kommen. Ich hätte ihm den erregten Puls erklären können, zog aber vor, ihn bei seinen Wundfieber⸗Ideen zu lassen. Er batte oben bei Frau Kühn Pulver, welche dieser 177 nehmen sollte. Er kam damit zurück, mischte es mir und stellte es unter vielen Anpreisungen seiner Tugend einem Glase auf den Nachttisch. Dann leistete er mir 6 schaft, während ich etwas von meinem Nachtessen, das Fr rich brachte, verzehrte. Gegen neun Uhr ging er. räumte ab, Glauroth kam noch, um mir Bericht über s dienstliches Walten als Vizehaupt unseres kleinen Korps erstatten, und als er gegangen, um mir Ruhe zu lassen,! auch Friedrich um Urlaub, sich zurückziehen zu dürfen fühlte sich von den Anstrengungen der vergangenen Nacht 0 ganz entsetzlich müde, wie er sagte, und so schläfrig, w in seinem Leben nicht gewesen. Ich entließ ihn, schraub das Licht meiner Lampe niedriger und streckte mich Schlafen aus— ich vergaß über all den Gedanken, die, f bald ich allein war, auf mich einstürmten, des Abbes Pulp und all seine Tugenden vollständig. Fürs erst war es m durchaus nicht darum zu tun, mich diesen Gedanken zu en ziehen und schlafen zu können. Doch mußte mir der Schlummer nach einer Weile 9 kommen sein, ein halbwacher Traumzustand wenigstens; an einem solchen fuhr ich auf, als ich die Schläge der Schloßen von draußen her vernahm, wie sie heiser durch die stille Nag!“ schwirrten. Ich lauschte auf das leise Verstummen der eherne Töne; eine Weile darauf glaubte ich über mir oder doch l der Nähe das leise Oeffnen eines Fensters zu vernehmel vielleicht bewegte der Wind eine Jalousie. Von drüben, ber den Ställen her kam eben das Wiehern eines unserer Pferde wahrscheinlich kehrte eine Streifpatrouille zurück, wie wi nachts aussenden mußten. Ich legte mich zurück, um w einzuschlafen; aber es gelang mir nicht; mir fiel des Abb Pulver ein; ich dachte daran, es einzunehmen und schob Docht der vor mir brennenden Lampe höher; in di Augenblick hörte ich ganz unfern von mir ein Get b wenn langsam und leise ein Holz splittert; wäre das stärker gewesen, so hätte man es ein Krachen nenn —so ab or kann ich es nur beschreiben, indem i lichst lerser Aufbrechen i deines 400 ———8 g fbrechen irgendeines 9 3 14 Hessen und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. Im Herbst. 1 15 Der Wald wird falb, die Blätter fallen, N f Wie öd und still der Raum! Die Bächlein nur gehn durch die Buchenhallen Lind rauschend wie im Traum, Und Abendglocken schallen Fern von des Waldes Saum. Was wollt ihr mich so wild verlocken In dieser Einsamkeit? 10 Wie in der Heimat klingen diese Glocken 5 Aus stiller Kinderzeit— 1 ch wende mich erschrocken Ach, was mich liebt, ist weit! So brecht hervor nur, alte Lieder, Und brecht das Herz mir ab! 5 0 Nur einmal grüß ich aus der Ferne wieder, * Was ich nur Liebes hab. Mich aber zieht es nieder '01 0 Vor Wehmut wie ins Grab. Eichendorff. ah.; 5 1. Wie wird eine Kriegsbeschädigung abgeschätzt? Die Heeresangehörigen erhalten für Dienstbeschädigun— en eine Rente. Als Dienstbeschädigungen gelten Gesund— heitsstörungen, die infolge einer Dienstverrichtung oder durch e dem Militärdienst eigentümlichen Verhältnisse verursacht ber verschlimmert sind. Voraussetzung des Anspruchs auf ersorgung ist eine meßbare Verminderung der Erwerbsun— gkeit. Dabei ist es belanglos, ob der Schaden in einer iußeren Verletzung oder einer inneren Erkrankung(wie Gcheumatismus) usw. besteht. Bei der Beurteilung des Gra— s der Erwerbsunfähigkeit ist der von dem Verletzten vor er Einstellung in den Militärdienst ausgeübte Beruf zu rücksichtigen. Hat der Verletzte keinen besonderen Beruf tesgeübt, so erfolgt die Beurteilung nach der allgemeinen kEwerbsfähigkeit. Unter diesem Begriff ist„die zur gewöhn— lien auf Erwerb gerichteten Arbeit erforderliche körperliche ird geistige Befähigung“ zu verstehen. Der dem Einzelnen Erch die Beschränkung in der Ausnützung seiner Arbeitskraft d Arbeitsbefähigung erwachsende wirtschaftliche Schaden ist li der Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit ebenso zu berück— stztigen, wie die eigentliche Einbuße an der rohen Arbeits⸗ t. Augenfällige Entstellungen, Beschränkungen in der ahl der Arbeitsgelegenheit, dadurch bedingte Herabsetzung i Fähigkeit zum wirtschaftlichen Wettbewerb mit andern Abeitern usw. sind in Betracht zu ziehen. Als geschädigt gelten alle Personen, die in ihrer Er— berbsfähigkeit um mehr als 10 Prozent beschränkt sind. Teil⸗ wise Erwerbsunfähigkeit liegt bei einer Beschränkung um bis 90 Prozent vor. Völlige Erwerbsunfähigkeit liegt vor bis Personen, die auch nach Abschluß der ärztlichen Behandlung lperlich um mehr als 90 Prozent beeinträchtigt sind oder e bef Wiederaufnahme der Erwerbsfähigkeit eine Verschlim⸗ wrung des Leidens zu gewärtigen haben. Die Feststellung des Maßes und Grades der teilweisen Arbeitsfähigkeit wird bl den Aerzten vorgenommen. Wie aus dem Gesagten schon servorgeht, gibt es für die einzelnen Leiden und Verletzun— an keine feststehenden Entschädigungssätze. Im Laufe der güt haben sich aber doch durch die Rechtsprechung usw. An⸗ letspunkte herausgebildet. Hier sind einige Beispiele; die Rfern bedeuten in Prozenten den Schaden, den man als lroch die Verletzung begründet, angenommen hat: Verlust des ußten Daumens 30 bis 35, Steifheit des Daumens 15 bis J Verlust des linken Daumens 20 bis 30, Steifheit 15 bis Verlust des rechten Zeigefingers 10 bis 20, Verkrüppelung bir Steifheit desselben ebensoviel, Verlust des Nagelgliedes e linken Zeigefingers 10 bis 20, Verlust der Hälfte des eiten Mittelfingers 10, Verlust des ganzen Mittelfingers b.bis 15, Verlust des linken Mittelfingers 10, Verlust des umens, Zeige⸗ und Mittelfingers der rechten Hand 50, zeifheit des rechten Daumens und Zeigefingers 25, Verlust beiden ersten Glieder des Zeigefingers sowie des ganzen Kutelfingers 33 J völlige Versteifung der rechten Hand und Handgelenks 60 bis 665, Verkrüppelung der linken Hand Verlust des rechten Daumens und der Hälfte des linken umens 40, gänzlicher Verlust der rechten Hand 65 bis 75, zlicher Verlust der linken Hand 50 bis 60, Verlust des zeiten Armes 70 bis 80, Gebrauchsunfähigkeit und Steifheit Armes 70, Verlust des linken Armes 60 bis 75, völlige kkäfheit dieses Armes 50 bis 60, Verlust der großen rechten de nichts oder 10, Verlust des größeren Teiles des linken uizes 38, Verlust des linken Fußes 50 bis 60, Verlust des aten Fußes 60, Amputation des linken Beines unterhalb Kniegelenks 50 bis 60, Verlust des rechten Unterschenkels Amputation des rechten Beines im Oberschenkel 70 bis 75, ige Steifheit des rechten Beines 33, Versteifung eines megelenks 33, Verlust eines Auges 33 ¼, Verlust eines zuges mit Herabsetzung der Sehschärfe des andern 50, Trii⸗ ett. d Die so Geschädigten erhalten nun einen Teil der Voll Arte, die für einen Gemeinen 540 Mark, Unteroffizier 600 1 beträgt. Ist so tritt Für Gießen, Samstag, den 23. Oktober 1915. Hand, eines Fußes, der Sprache, des Gehörs Ohren monatlich je 27 Mk., bei Verlust oder Erblindung beider Augen 54 Mk. Bei geringeren Verstümmelungen wie dem Verlust eines Auges, der Störung der Bewegungs- und Gebrauchsfähigteit einer Hand, eines Armes, eines Fußes, eines Beines usw. kann Zulage gewährt werden. Ist die Schädigung so schlimm, daß die Erwerbsfähigkeit um mehr wie 66 Prozent beeinträchtigt ist, so tritt zu den Renten vom Staate noch die Invalidenrente aus der Invali⸗ denversicherung. Nehmen wir an, ein gewöhnlicher Kriegs⸗ teilnehmer hätte das rechte Bein völlig verloren und er hätte die hierfür höchste Rente von 80 Prozent zugebilligt erhalten. Er erhält nun: Grundrente pro Jahr 424 Mk., pro Monat 35,0 Mk. Kriegszulage ee Verstümmelungszulage 2700 Invalidenrente aus der Invalidenversicherung 16,00 zusammen pro Monat 93,0 Mk. Die Grundrente kann und wird gekürzt werden, wenn nach einiger Zeit Besserung oder Gewöhnung festgestellt wird. Der Arbeitsverdienst allein soll hier ohne Einfluß sein. andern Zulagen bleiben. Es könnte nur noch die Invaliden⸗ rente wegfallen, wenn angenommen wird, daß die Erwerbs— beschränkung weniger wie 662¾ Prozent beträgt und Inva— lidität nicht mehr vorliegt. Es steht zu erwarten, daß die einschlägigen Gesetze nach dem Kriege geändert werden. 8 Die Chrysanthemen. Zu unseren beliebtesten Herbstblumen gehört das Chrysanthe⸗ mum, das jetzt mit Tausenden von Blüten Gärten und Anlagen schmückt. Die Heimat der Blume ist Japan; sie wird dort in vielen Abarten gezogen und ist die Lieblingsblume der Japaner. Eine nahe Verwandte des Chrysanthemum ist die bei uns heimische „Wucherblume“ oder„weiße Wucherblume“, die in manchen Gigen⸗ den auch„Sternblume“ genannt wird. Wir sagen„das Chry⸗ santhemum“, und wenn es sich um mehrere handelt,„die Chry⸗ santhemen“; manche gebrauchen die aus dieser Mehrzahlform gebil⸗ dete Einzelform„die CEhrysantheme“. Diese Bezeichnung ist an sich unrichtig; es gibt aber manche Bildungen dieser Art, die unser Sprachgebrauch schon längst gebilligt hat. Wir sagen„der Typus“ und bilden davon die Mehrzahl„die Typen“; aus dieser ist die Einzelform„die Type“ hervorgegangen, der wir dann eine ganz andere Bedeutung verliehen haben als dem Wort„der Typus“. Aus Gründen der Sprachrichtigkeit sollten wir freilich darauf achten, daß wir an der Einzelform„das Chrysauthemum“ festhalten. Zur gefl. Beachtung! Unsere Träger werden wiederholt ersucht, all monatlich bis zum 29. ihre Bestellungen auf den ihnen zitgeftellten Karten zu machen. Wir können nicht einfach die Zahl des Vormonats senden, da gerade jetzt durch die Einberufungen die Abonneutenzahl sehr häufig wechselt. Deshalb müssen wir unbedingt auf regel⸗ mäßiger Bestellung besteheu. Ferner bitten wir die Träger, die noch im Rückstande sind, sofort mit uns abzurechnen. Oberhessischen Volfozeilung. Die Erpdition, de — 2 2 In den Auslagen der Blumenhandlungen findet man jetzt über⸗ all Chrysanthemen mit Riesenblüten, die oft die Größe eines Kinder⸗ kopfes erreichen. Allgemein hält man diese großen Blumen für eine Abart des gewöhnlichen Chrysanthemums. Das ist aber ein Irr⸗ tum; es handelt sich um ein und dieselbe Pflanze. Die Riesen⸗ chryfanthemen sind durch Hypertrophie(Ueberernährung) zu ihrer eigenartigen Form gelangt. Jeder kann dies zu Hause durch einen interessanten Versuch seststellen, indem er zwei gleichartige junge Chrysanthemumpflanzen in zwei Blumentöpfen nebeneinander auf den Balkon stellt. Die eine Pflanze behandelt man auf dieselbe Weise wie alle übrigen Balkonblumen, und sie entwickelt sich zu einem Strauch, der viele Blüten trägt. An der anderen Pflanze aber läßt man nur einen einzigen Stengel aufkommen und beläßt auch an diesem nur einige wenige Blätter. Zeigen sich die Blüten⸗ knospen, so werden diese bis auf eine einzige abgeschnitten. Die zarte Pflanze wird ferner überreichlich gedüngt, und man sieht bald, daß die dicken, fleischigen Blumenblätter der einzigen Blüte eine ungewöhnliche Länge erreichen; infolge ihrer Länge und Schwere können sich die Blumenblätter nicht aufrecht erhalten, und sie hängen gleich langen Locken von der Blüte herab, die selhst einen ungewöhn⸗ lichen Umfang annimmt. Dazu tritt noch der Einfluß der starken Düngung. Das, was jeder auf seinem Balkon im kleinen vornehmen kann, tut der Gärtner in seinem Treibhaus im großen. Lohnhöhe und Kriegsrente. Immer wieder tritt bei den Unternehmern die Tendenz zutage, den Kriegsverletzten ihre Renten auf den Lohn in Anrechung zu bringen. Das ist sicher eine offenbare Un⸗ gerechtigkeit, die, wenn sie von einzelnen Unternehmern ver⸗ übt wird, schon schärfste Zurückweisung fordert. Anscheinend treffen jetzt aber Unternehmerverbände solche Anweisungen an ihre Mitglieder, wie nachstehender Fall zeigt: Ein Arbeiter, der im Kriege ein Bein einbüßte und jetzt ein künstliches Bein trägt, übte vor dem Kriege in einer Dresdener Fabrik eine Spezialarbeit aus, für die es bisher nur eine kleine Anzahl Arbeitskräfte gab. Seinem früheren Arbeitgeber war es sehr lieb, den geübten Arbeiter wieder zu bekommen. Die Firma kam dem Arbeiter in der ersten Zeit mit Erleichterungen in der Arbeitszeit entgegen, damit sich seine Verkrüppelung erst an die meistens im Stehen aus⸗ geübte Tätigkeit gewöhnen sollte. Schon nach einigen Tagen ergab sich die volle Arbeitsfähigkeit des Arbeiters, wodurch er auch dig regelrechte Arbeitszeit einhalten konnte und in der auf beiden U Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 249 Güte wie auch in der Menge das volle Arbeitsergebnis wie vor dem Kriege erreichte. Für die Zeit seiner Einrichtung war ihm ein um 11 Mark niedrigerer Lohn, als er vor dem Kriege bezogen hatte, angesetzt worden. Während sonst in dieser Fabrik jede Einstellung der Arbeiter von dem zu⸗ ständigen Betriebsabteilungsleiter vorgenommen wird, wurde dieser im vorliegenden Falle ausgeschaltet und die Verhand- lungen über die Wiedereinstellung nur vom Direktor geführt. Dabei wurde dem Arbeiter auch der Militärschein mit dem Rentenvermerk abgefordert. Nach ausdrücklicher Feststellung seiner normalen Leistungen forderte der Arbeiter nun die Zahlung des vollen vor dem Kriege bezogenen Lohnes. Es wurde ihm gesagt, daß darüber nur mit dem Direktor selbst gesprochen werden könnte. Der Arbeiter hatte nun zweimal, Auseinandersetzungen mit dem Direktor, der dabei folgendes sagte:„Wenn Sie 21 Mark bekommen, haben Sie mit der Rente 44 Mark die Woche und das ist doch ein schöner Lohn.“ Auf die Frage, was denn die Rente mit dem Lohne zu tun habe, es käme doch nur die Arbeitsleistung in Betracht, er⸗ klärte der Direktor:„Kein Arbeitgeber wird die Rente aus⸗ lassen bei der Lohnfestsetzung. Das will der Industrie⸗ schutzverband nicht haben.“ Da der Arbeiter die Rechtmäßigkeit solcher Entlohnung bestritt, erklärte der Direktor:„Der Industrieschutzverband will es nicht haben, daß zu der Rente auch noch der volle Lohn bezahlt wird. Ich kann es nicht, ich komme mit dem Industrieschutz⸗ verband in Konflikt. Das ist so festgesetzt.“ Als der Arbeiter sofort festnagelte, der Industrieschutzverband verlange also, die Arbeitgeber sollten sich an den Kriegs- krüppeln bereichern, schwenkte der Direktor etwas ein und sagte:„Nun, das will ich nicht sagen. Aber kein Arbeitgeber wird Ihnen den vollen Lohn zahlen und das muß ich auch so halten.“ Schließlich bot der Direktor 3 Mark mehr, er wollte 24 Mark Lohn geben, wobei er bemerkte:„Dann mache ich Sie zum Vorarbeiter, damit ich es verantworten kann.“ Der Hinweis auf den Industrieschutzverband ist bei der Unter⸗ redung mehrfach gefallen und zuletzt die Aeußerung:„Ich lann nicht anders, ich gehöre dem Industrieschutzverbande an.“ Der Arbeiter bedankte sich für solchen Dank an die Vaterlandsverteidiger, er kündigte und hörte wieder auf. Aus dem Vorgange ergibt sich mit hoher Wahrscheinlich⸗ keit, daß der deutsche Industrieschutzverband seinen 5328 an⸗ geschlossenen Betrieben die Anweisung gegeben hat, kriegs⸗ beschädigten Arbeitern unter allen Umständen, also auch bei voller Arbeitsfähigkeit, niedrigere Löhne zu zahlen als den anderen Arbeitern. Um nicht zu viel solche Personen in diese Methode einzuweihen, soll nur der Unternehmer bezw. der oberste Fabrikleiter selbst die beschädigten Arbeiter annehmen und deren Löhne nach der Höhe der Kriegsbeschädigtenrente sestsetzen. Um dieses Rentenanrechnungsprinzip so gut wie möglich durchzuführen, hat der Industrieschutzverband einen eigenen Arbeitsnachweis für Kriegsbeschädigte errichtet, trotz- dem er auch in bürgerlichen Kreisen und bei Staats⸗ und Stadtbehörden damit Verdrossenheit erregte. Das unbedingte Rentenanxechnungsprinzip muß jedenfalls von jedem recht⸗ lich und sittlich empfindenden Menschen in jeder Hinsicht als verwerflich angesehen werden. Die Rente soll nicht dem Unternehmertum Extraprofite ermöglichen, sondern in vollem Umfange den Kriegsverletzten zugute kommen, die auf den Schlachtfeldern ihre gesunden Glieder eingebüßt haben. Demgegenüber ist das Verlangen durchaus berechtigt, daß der durch eine Kriegsverletzung in der Erwerbsfähigkeit Beschränkte nicht allein nach der militärischen Charge, sondern“ auch nach seinem bisherigen Lohneinkommen eine Entschädigung bekommen müßte. Also eine Rentenberech⸗ nung analog der in der Unfallversicherung. Zur Geschichte der Butter. Wir sind gar keine starken Butteresser, wie man glauben sollte, wenn man täglich darüber klagen hört, daß die Butterpreise in die Höhe gehen und damit dem Volke ein unent⸗ behrliches Nahrungsmittel versagt wird. Nach fachmännischer Schätzung ist der Verbrauch in Deutschland auf 18 Gramm für den Kopf und Tag berechnet, was 13% Pfund im Jahr, also etwas über ein Pfund im Monat ausmachen würde. Die Tatsache mag richtig sein, man muß aber im Zusammenhang damit den Verbrauch an anderen Speisefetten. Margarine und Schweineschmalz, berechnen und bedenken, daß diese beiden nicht mehr wie vor dem Kriege zu den billigen Nährstoffen gehören, ja überhaupt nur noch schwer zu haben sind. Seit wann die Naturbutter zu den mitteln gehört, ist sehr schwer festzustellen. Unsere ältesten Litera⸗ turdenkmäler berichten nichts darüber. Selbst Homer, in dessen Umwelt die Viehzucht eine so große Rolle spielt, weiß nur von Käse und immer wieder Käse zu erzählen. Käse und Brot und saftiges fettes Fleisch vertilgen seine Helden genug; aber niemand denkt ans Buttern. Gelehrte wollen wissen, daß auch die Römer noch nicht gebuttert haben und daß diese Kunst erst von ihnen in Germanien gelernt sei. Aber auch hier gibt die Literatur keinen Anhalt. Tacitus erwähnt wohl das Bier und die Wildbraten der alten Deutschen, aber von Butter weiß er auch nichts. In den ersten Jahrhunderten des Mittelalters muß es mit der Butter noch schwach bestellt gewesen sein, denn nichts wird zu ihrem Ruhme verkündet. Nur läßt sich mit Bestimmtheit voraus⸗ setzen, daß sie zahlreiche Liebhaber hinter den Klostermauern ge— funden hat. Nichtsdestoweniger haben die geistlichen Herren auch in ihren inhaltsreichen Folianten die Butter nicht erwähnt. Be⸗ zeichnend ist auch, daß in den mittelalterlichen Städten unter den Namen der Plätze zunächst der„Milchmarkt“ und erst später der „Buttermarkt“ auftaucht; nicht minder, daß in den Rechnungen für die großen Gastereien, die der Rat zu Nürnberg während des Karnevals 1496 dem Markgrafen Friedrich von Ansbach und an⸗ deren Fürstlichkeiten gab, die Ausgabe für Butter fehlt, obwohl alle gelieferten Nahrungs- und Genußmittel genau spezifiziert sind, darunter auch 1002 Pfund Schmalz, das Pfund zu acht Pfennig. Möglich, daß ein Teil dieses Schmalzes mit Butter identisch ist, denn in spätmittelalterlichen Polizeiverordnungen ist öfter von „Milchschmalz“ die Rede. Später, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, spricht Hans von Schweinichen von„Butterschmalz“. Sein Bericht über die Hochzeit des böhmischen Edelmannes Wilhelm von Rosenberg zählt wahre Chimborassos aller möglichen Fressa— vielleich. menschlichen Nahrungs- lien auf: an Butterschmalz allein wurden 117 Zentner verbraucht In den ältesten gedruckten Kochbüchern findet sich die Butter und 1908, joniert werden mußte, und auch danach wieder mit 1 5 5 angeführt. Seit 5. 35 5 8 7 1 Unterbilanz arbeitete, gehört zu denjenigen, in Gedichten vorkommt, hat sie dann im feineren Haushalt u 5 die e eieg aus ihrer Kalamität herausgebracht d und mehr Aufnahme gefunden. Anstelle der Morgensuppe tritt schon N N e in der 5 Hälfte des 17. Jahrhunderts Gebäck und Butter.] die Lage versetzt hat, neben beträchtlichen Abschreibungen Das trockene Brot weicht mit dem wachsenden Wohlstande dem zum ersten Male einen Gewinn zu erzielen, der ihr die Zah⸗ i Zutterbrot. Seitdem ist die Butterbemme in der deutschen Fa⸗[ lung einer Dividende ermöglicht. Ueber das Ergebnis milie ein iieer Hausgenosss gediehen, and iche W äußert sich der Bericht der Verwaltung unter anderem: Als thes Werk so deut d vertraut an, wie die Szene im]! f. f l F „Gerber,, da tte Wen Geschwistern die Butterbrote zur m Laufe des Jahres die Kriegsgetreidegesellschaft einsetzte, Abendmahlzeit austeilt. schloß die Gesellschaft mit ene 5 . 5 5. außerdem gelang es ihren Bemühungen, an erweit Mahl⸗ f Für die Hinterbliebenen der 11 8 5 1 3 aufträge zu erhalten. Im neuen Geschäftsjahre ist die Ge⸗ dung sehr. 595 e 15 15 558 Krieg den sellschaft der Reichsgetreidegesellschaft angeschlossen, ferner engen ee gen ener ei ans, bat sie durch W 85„ 0. 7915 a us,] Zentrale G. m. b. H. in Charlottenburg volle Beschäftiguns reichend erfolgen, 975 sie eee e 115 en ihrer Grießmühle gesichert. Wenn nicht unvorhergesehene i ee veg en den ne de er ah en dene ek ebe webe 7 5 5 5„jahr ein günstiges Ergebnis erwartet werden. währung von Zusatzrenten für die Hinterbliebenen von. 3 255 8 5 5 5 Gr; ö e N N i— Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten: 55 Kriegsteilnehmern auf gesetzlichem Wege zu regeln. In der] e 0 e ö ö:: 3 o; ch] Wehrmann Friedrich Eckhard aus Wetzlar, Inf.⸗Regt. 87. Zwischenzeit soll den Hinterbliebenen nach Möglichkeit durch, Reserwist Otto Schaaf aus Heimertshausen, Kr. Alsfeld 1 Gewährung einmaliger Zuwendungen geholfen werden. Zu uf He 1 116 5 1 5 5 f 7 diesem Zwecke sind besondere Mittel beim Kriegsjahresetat] 1 8 1 0 V 0 4. 2 55 2 i 1 1 85 8 5 3 zur Verfü n gestellt worden. Die näheren e stellung im Turmhaus Am Brand ist nun die neue Einrichtung, und Bedingungen, unter denen solche Zuwendungen an die] worin die Sammlung der Dr. Haus Bock⸗Gedächtnis⸗Stiftung 4 Hinterbliebenen der Unterklassen bewilligt werden können, untergebracht ist, fertiggestellt und morgen, Sonntag, zum ersten⸗ 1 0 sind den Behörden bekannt gegeben und die betreffenden 4 558 N dee 00% 5 15 5 1 1 5 5 f sol en] die 2 usstellung noch weitere gemälde bekannter Meister, deren 105 Kassenbeamten sind mit Anweisung e 92 0 105 Bilder ebenfalls der Ausstellung ein künstlerisches und vornehmes e 1897 1 9680(außer Samstag, von i 1, N w o nach f tags —— halten, entsprechende Auskunft, insbesondere auch über diesauchnoch von 3 bis 5 Uhr und an Sonntagen von 11 bis 3 Uhr 0 zur Erlangung der Zuwendungen erforderlichen Schritte, ununterbrochen. 5 5 5„ 7 zu geben— Im Stadttheater kam 10 n 117 recht i une 10 1 27 5 7447 8 Lustspiel zum ersten Male in Gießen zur ufführung, das unter 1 Landwirtschaft und Patriotismus. Zur Beschlagnahme Leitung von Direktor Steingoetter vom Publikum recht freundlich * von Hafer und Enteignung der Hafervorräte mußte der aufgenommen wurde. Alle Mitwirkenden hatten den Beifall auch Kommunalverband des Kreises Groß-Gerau schreiten, da die 1 1 5 nicht bloß an e e 5 ee e i ö und gewiß ehrlich gemeint war.„ ein alter Herr“ heiß 1 0. e e 7 5 8 die Uleberschrift des heiteren Stiückchens, das uns eine höchst merk⸗ ꝙiê 1 5 5 r Le[G o prächtig dargestellte lebsüchtige Baron v. Troß⸗Zellin si ö verteurer sind sehr vielseitig, um den bezweckten Erfolg für a 85 e 1 1 10 1 1 1 817 1. is• und wirtschaftlichen Sohnes. Dieser aber heiratet ein tertelfahr 167 die eigenen weiten, Taschen zu erzielen. In der Oberhessischen später die Mutter seiner nunmehrigen jugendlichen Stiefmutter! Zeitung in der Nummer vom 13. Oktober befindet sich fol-] Ein alter Stoff zwar, aber er ist in ganz geschickter Weise ver⸗ Giessen 1 Seltersweg 52 Marhurg Neustadt 13 empfiehlt grosse Auswahl 0 2 a Regenschirme sowie 5 g Reparaturen und Neubeziehen. Martin Krug, Gießen 8 Schulstraße 5 N Zigarren Spezial⸗Geschäft 5„ empfiehlt N g 1 seine aus rein überseeischen Tabaken hergestellten Fabrikate bestens 1 Ziunetten u. Zigartilos, Nau ul. Shluntubkk. let grau per Pfd. von 95 Pf. an L. Rosenbaum& Jacob am Oswaldsgarten. Ig bench frame“ Ortsgruppe Gießen. Grosse 0 1 gendes Inserat: arbeitet und es ergeben sich daraus die komischsten Szenen. Neben] 5 Auskunft ell 1 1 5 30000 Zentner Speisekartoffeln Goll waren Wilh. Hellmuth, Ferd. Steinhofer und Ernst Orräte 6 435 5 ftst e 3 s f gesund, weißfleischig, handverlesen oder geharft, Theiling die Hauptdarsteller; ersterer wußte den im vor⸗ 0 0 ür! srauenberu e,, 6 1 0 5 ucht gerückten Alter befindlichen geschäftsgewandten Kommerzienrat 5. 2 e 100 zur Versorgung von süddeutschen Städten, den v. Schimmelmann vortrefflich wiederzugeben, während Steinhofer 5 In Frauen und Mädchen erhalten“ 10 Zentner zur Mk. 3.00 ab oberhessischen Stationen, als flotter Leutnant gefiel, der mit der Gewinnung der Tochter des Kleider- Stoffen un Mere 1 g sofort einzukaufen. Kommerzienrats— von Frl. Burghoff gespielt— seine Rathaut M 111 rufe in ee ö 8„ 1 5. 2 ee 5 95 haus, Marktplatz 14. Diens⸗ 0 0 Der Verband deutscher Gemüsezüchter, Schulden los wird. Martha Schild war als junge Frau des Bl Si f tags nachm. bon 6½.—7½ Uhr. „ Berlin⸗Friedenau, Evastraße 3. alten Herrn sehr liebenswürdig, was auch von Anna Rubens zu USen⸗ Olen 13 10. F sagen ist. 85 f ö Die Frankfurter Volksstimme gibt dazu folgende Er⸗— Stadttheater. Im Spielplan überwiegen zur Zeit die Stücke Kostüm Stoffen Rechtsschutzstelle. läuterung:„Der naive Leser wird sich auf Grund des Inse⸗ e 1 1155 a e eee 0 ra ö in Süddeuts⸗ sche; 5 Kar-] teils seststehen und daher gute ufführungen verbürgen; ernste 3 8 5 5 3 a lamea“ werden vorbereitet.— Die morgige, Sonntagabend⸗Vor⸗ kommen, daß dahinter eine skrupellose Preistreiberei steckt.] stellung gibt in„Filmzauber“ der neuen feschen Soubrette Frl. Wer ist aber dieser P. Buhl, dem die Not der süddeutschen] Hertha Zonderpan vom Magdeburger Stadttheater und dem] tädte so sehr am Herzen liegt? Herr P. Buhl ist der Vor- heat d 5 Herrn Eu een Fa Aden Stadt⸗f 0 1 8; g 8 heater Gelegenheit, sich in ausgesprochenen Fachrollen zu zeigen stzende des Provinzialverbandes der Landwirte in Hessen⸗ Der Nachmittag bringt den bekannten Schwank„Die spanische. Nassau, der gleichzeitig beim Bunde der Landwirte Deutsch⸗[Fliege“, der erst jüngst wieder bei einer Aufführung im Nau⸗ lands eine Sekretärstelle bekleidet. Auf diese Weise und heimer Kurtheater, die hauptsächlich von Militär besucht war, die durch solchen Aufkauf werden in einer rein ländlichen Gegend stürmische Heiterkeit unserer Feldgrauen erweckt hat. die Kartoffelpreise willkürlich in die Höhe getrieben.“— Der Konzert⸗Verein veranstaltet am morgigen Sountag ffelpreif ch i ie Höhe getri ben sein erstes Konzert in diesem Winterhalbjahr in der Universitäts⸗ — Mit den Verhältnissen auf dem Milch- und Butter-] Aula. Und zwar wird der in Gießen bestens bekannte Künstler 8 markte beschäftigte sich gestern eine Versammlung des Land—⸗ 8 7 50 ckhaus einen 25 a v 10 a 19 binchen gegn wirtschaftlichen Lokalvereins Gießen, die im Sender servorragendsten Tonkünstler, Beethoven, Mendelssohn, 2 Schi 5 Sie 5 Schubert, Weber, Chopin, zum Vortrag gelangen. Musikfreunden Lokale des Hotel Schütz stattfand. Sie war von etwa 60 wird daher auch diesmal, wie bei allen Veranstaltungen des Personen besucht, worunter sich auch Vertreter des Konsu-] Konzertvereins, ein hoher Genuß geboten, den sich keiner gern enk⸗ menten⸗Ausschusses und Hausfrauenvereins befanden. Ueber gehen lassen wird. die Milch- und Futtermittelfrage sprach Gutspächter Petry— Anlagenmusik. Sonntag, den 24. Oktober, vormittags 111 von Hof Albach, über den Buttermarkt Molkereibesitzer Uhr in der Süd⸗Anlage ausgeführt von der Kapelle des Landsturm⸗ 10 6 1 Tad 41; f., df; i„Infanterie⸗Ersatz⸗Bataillons Gießen. Spielfolge: 1. Choral: Wie Grieb. An die Referate schloß sich eine Diskussion, an der schön leuchtet der Morgenstern“. 2. Ouverture z. Op.„Nabucadono⸗ Frauen und Mädchen! ö erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechts angelegenheiten im alten Rathaus Marktplatz 14 1 Mittwoch nachmittags von 6% bis 8 Uhr. Seiden- Stoffen : Sammeten Viele Reste von Woll- und Baum- wollstoffen noch sehr billig Lina derart Rnismarekstrasse 6. Zuckerhonig garantiert rein, ausserordent- lich wohlsckmeckend und be- kömmlich, durch grossen 1 8 bert Hg 25 sich zahlreiche Redner beteiligten. Man kann nicht sagen,] or“ von Verdi. 3. Pilgerchor und died. an den Abendstern aus 8 0 5 Kilo- Postkolli gegen Nach- daß dabei viel herausgekommen wäre; auch in den Referaten]„Tannhäuser“ v. R. Wagner. 4.„Mondnacht auf den Alster“ Walze nahme Mk. 4. 25 wurden keine Vorschläge irgendwelcher Art gemacht. Der von Feétras. 5. Kaiser Wilhelm J. Gruß an sein Volk, Charakter⸗ f 5 9 erste Referent schloß mit der Versicherung, daß die Landwirte stück von Eilenberg. 6. Abschied der Gladiatoren, Marsch von Man verlange Preisliste. 43 1 4 8 Blankenburg.. alles tun, um Nahrungsmittel herbeizubringen, daß sie aber 4 dafür auch die Unterstützung der Konsumenten forderten. 4 eee Mittwoch in 5 An die 2 5. 0 2 5 d. äude. Als st 9 h in] 10 1 0 bestehen soll, sagte 55 nicht. Der Betrieb genommen worden. Doch sind die Unterführungen nach den zweite Referen wies auf die Tatsache hin, daß bisher 124 Bahnsteigen noch nicht sertiggestellt, es wird vorläufig noch ein an⸗ Millionen Kilogramm Butter aus dem Auslande eingeführt] derer Weg dorthin benutzt.— Die Strecke nach Grebenau soll am wurden, die natürlich jetzt fehlen. Aus Holland und Däne⸗] 1. November in Betrieb genommen werden. 5 mark, komme auch nur wenig. Im übrigen wurde von 555 Brand in 1 1 Gestern vormittag de e„dem vielen auf die! 1 dene„ 80„Wohnhaus von W. Koch III. in der„Hofstatt“ Feuer, das den Dach⸗ sagten 1 1 10 e Fin mel en andere Redner stuhl des Gebäudes ergriff und in Asche legte. Es gelang schließlich 0 gten Wieder, daß Futtermittel genug vorhanden wären. durch die Bemühungen der Feuerihehr und des Landsturmbatail⸗] Weiter wurde festgestellt, daß die Milchproduktion überall lons, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Doch ist das Ge zurückgehe und daß die Verbraucher sich die größte Einschrän⸗ bäude fast völlig zerstört. Das Feuer hätte bei weiterem Umsich⸗ kung auferlegen müßten. Daß etwa Milch und Butter 81 in diesem Stadtteile ganz bedeutenden Schaden anrichten billiger werden könne, davon war nicht di i ede* 5 5 5 8 2 5 020 5005 geringste Rede. Verstorbene. Elisabethe Schmidt aus Wieseck, 18 Jahre alt.] — Höchstpreise für Butter. Gestern sind sowohl vom— Giessen Bahnhofstrasse 34 Telephon 2077 G0 LAckerfabrik br.- Berau (Hessen). 1 Ankauf,, Uatteisen, Lumpen, Knochen Papier, Kupfer, Messing, Zink, 6 Zinn, Blei, bei. 5 Louis Rothenberger ö Nenenweg 22. und modernstes Lichtspiel-Theater am Platze. Oberbürgermeister der Stadt Gießen, als auch vom Kreis— Wochenmarktpreise in Gießen amt Gießen Höchstpreise für Butter festgesetzt worden. am 16. Oktober 1915 1 5 Sie sind in der Stadt wie im Kreise die gleichen; 2,40 Mk. Puter ver Pfd. 1.99, 290 Jur. Hanne made 77.50 Alf 5 2 1 für Süßrahmbutter und 2,10 Mk. für Landbutter. Aus⸗ e Sti 1 0 0 er ü 6 Lehrling oder 0 ländische Butter darf nur von Händlern verkauft werden, die] Gänseeier Stück— Pfg.] Zwiebeln per Pfund 15—18 Pig. 5 i 1 5 7 die Genehmigung des Oberbürgermeisters haben; für] Käse Stück 8—9 Pfg. 5 1 r 1 Pfg.]! Le K ü 1 diese Butter dürfen höhere Preise verl Käsematte 2 Stück 5.—6 Pfg.] Weißkraut d. Haupt 10—50 Pfg. m ell f fen höhere Preise verlangt werden. Man Talben per Paar 1.30.—1.50 M. Rotkraut b. Haupt 10—25 Pig. 1 IN sehe sich aber vor, daß nicht etwa einheimische unter auslän- Hi N 255 f 5 8 3. 8 ühner per Stück 1.80— 2.30 Mk.] Wirsing p. Haupt 10—45 Pfg. discher Flagge segelt und teurer verkauft wird! Die Ver⸗ Hahne 155 Stück 1.50—2.50 Mk.] Kohlrabi! ver Stück 6—8 Alg. gegen sofortige Vergütung 1 käufer solcher Butter müssen die Verkaufsbedingungen in]Gänse Pfd. 1— 1.15] Sellerie per Kopf 8—12 Pfg.] Es wi 7 gesucht. 1 5 5 0.. 15.6. kohf 5—43 Pfg. wird kalt! f ihrem Verkaufsraum aushängen. Wer mehr als die Höchst. Ochsenfkeisch per dfb. 4.20—f,2 mf. wirren 15 7005 112 Pig. Sade ee Näheres Marktplatz 112 preise fordert, wird bestraft, ebenso der, welcher mehr bezahlt.] Kaindl id. 120.124 lg.] Aepfel. Pfun 6.12 fg ins Feld! i e. a Wohl kt, es sind das di ö chf 1 e Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 110-116 Pfg.] Falläpfel Pfund 4 Pfg. ins Feld! 8 a ohlgemerkt, es sind das ie Höchstpreise, billiger darf] Schweinefleisch Pfd. 180490 Pfg. Nüsse 100 Stück 4045 Pfg.] e Num natürlich verkauft werden. Sie sind für Gießen überhaupt een diel zu hoch; man hat sie aus gewissen Gründen den Frank— Von den Apotheken in Giessen ist am Scuntag. furter Preisen angepaßt.— Frankfurt hat in Berlin gegen den 24. Okt. von 3. Uhr nachmittags an und die Nacht den Höchstpreis protestiert, der dort 2,80 Mk. beträgt. hindurch geöffnet die Engel-Apotheke. Magenbitter ete. 0 Zu haben in Feldpost⸗ briefen bei: — Mühlenprofite. Die Wesermühlen-A.-G. in Hameln, 5 Reichbelliges Lager in Uhre Lebensmitelhaus Cishen mus, Ischias u. die im Vorjahre mit einem Verlust abschloß, erzielte diesmal D Kaminka Gießen 5 Marktstraße 14. Sie selbst beämp einen Reingewinn von 987 317 Mk., woraus nach Abtragung“ 4 mans Lieferant des Konsum⸗ Vereins Eisen · des Verlustwortrages 6 Prozent Dividende gezahlt werden. Marktplatz ll.. Die 1898 gegründete Gesellschaft, die bereits zweimal, 1903 Uhrmacher und Godbarbeile. en tende Nakattmrarfen.— Ia bögdae in Naschen 7) z, bun Fei a B trie * on Ml. 1 lis Ml. 3. Halles 8.4 9 Aagesbericht des Gußen Hauptguartierz Jroß. Telegramme. Die Russen bei Czartorysk zurückgeworfen. Unaufhaltfamer Vormarsch gegen die Serben W. B. Großes Hauptquartier, 22. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz N Keine besonderen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Starke russische Angriffe gegen unsere Stellungen in den Seenengen bei Sadewe(südlich von Kosjan 9) wur⸗ den abgewiesen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Auf breiter Front griffen die Russen nordöstlich, östlich und südöstlich von Baranowice an. Sie sind zurückge⸗ schlagen; östlich von Baranowice wurden im erfolgreichen Gegenangriff acht Offiziere, eintausendeinhundertundvierzig Mann gefangen genommen. 5 Heeresgruppe des Generals v. Linseingen. Unser umfassend angesetzter Gegenstoß westlich von Czartorysk hatte Erfolg; die Russen sind wieder zurück— geworfen, die Verfolgung ist angesetzt. In den Kämpfen der letzten Tage fielen dort neunzehn tussische Offiziere, über dreitausendsechshundert Mann in 81 Hand, ein Geschütz, acht Maschinengewehre wurden er— beutet. Der gestern gemeldete Verlust einiger unserer Geschütze wurde dadurch veranlaßt, daß russische Abteilungen Nachbar⸗ trupepn durchbrachen und im Rücken unserer Artillerielinie erschienen. Es sind sechs Geschütze verloren gegangen. Balkan. Von der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen hat die Armee des General v. Köveß die allgemeine Linie Arnajewo bis Slatina⸗Dorf erreicht. Die Armee des Generals v. Gallwitz drang bis Sele vac, Savauovac⸗Truoca sowie bis nördlich Ran o var vor. Die Armee des Generals Bojadjeff ist nördlich Kujazevac im weiteren Vorgehen, von den übrigen Teilen der Armee sind die Meldungen noch nicht eingetroffen. Von den anderen bulgarischen Heeresteilen ist Ku ma⸗ nowo besetzt, Veles ist genommen; südlich von Strumica ist der Feind über den Varda geworfen. Oberste Heeresleitung, Englische Beschießuua der bulgarischen Küste. W. B. Sofia, 22. Okt. Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗ agentur: Die englische Flotte hat heute Dedeagatsch beschossen, ohne wesentlichen Schaden anzurichten. Der österreichisch· ungarische Tages bericht Die große dritte italienische Offensive gescheitert. (N. T. B.) Amtlich Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien herrschte Ruhe. Bei Nowo⸗Aleksiniee setzten die Russen ihre Angriffe fort. Unsere Front wurde vor dem Druck überlegener Kräfte in einer Breite von 5 Kilometer auf 4000 Schritt zurückgenommen. Alle Vorstöße, die der Feind gegen diese neue Stellung führte, brachen ebenso wie andere auf unsere Front östlich von Zaloeze unter dem Kreuzfeuer unserer Batterien zusammen. Die Kämpfe am Styr nahmen an hatten, starke Kräfte aufbietend, in den Czartorysk einen Keil in die Fron reichisch⸗ungarischen Stellungen getrieb nach Heranführung von Reserven zum f! Der Feind wurde bei Okonsk von drei Seiten gefaßt und geworfen. Seine Versuche, diesen bedrängten Abteilungen durch Angeiffe nordwestlich von Czartorysk und gegen Kolki Luft zu machen, scheiterten am Widerstand der deutschen Truppen. Die füdlich von Kolki kämpfenden Truppen des Generals Graf Herberstein brachen zuletzt selbst überraschend aus ihren Gräben vor und trieben den Gegner, zwei Offiziere und 600 Mann gefangen nehmend, in die Flucht. 1 4 Iusgesamt wurden bei den noch nicht abgeschlossenen Kämpfen am Kormin und am Styr seit dem 18. Oktober 15 russische Offiziere und 3600 Mann als Gefangene, ein Geschütz ind acht Maschinengewehre als Beute eingebracht. Auch gegen unsere Streitkräfte in Litauen unternahm der Feind mehrere Angriffe, die zum Teil bis an unsere Stellungen führten, aber alle restlos abgewiesen wurden. Ftalienischer Kriegsschauplat. 5 Wie erwartet, hat gestern vormittag nach mehr als 50 stündiger Artillerievor bereitung der allge⸗ meine Ansturm der Hauptkräfte des italienischen Heeres geger. unsere Stellungen im Küstengelände begonnen: der dine in fünfmonatiger Kriegsdauer.. 1 fes Auf dem Kn an en Stellungen des Tolmeiner Brückenkopfes und namentlich am Plateaurande von Doberdo wird erbittert ge⸗ kämpft. Der gegen den Krn⸗Stützvunkt angesetzte Angriff den Mobil⸗Miliz⸗Regiments Nr. 119 brach unker außerardentlich schweren Verlusten zu sam men. Ein zweiter Angriff in diesem Naume scheiterte im Feuer unserer tapferen Verteidiger nach kurzer deln des Ber feld der ionischen Stellungen ist mit ita: dienischen Leichen bedeckt. 1 i ie sei Am Tolmeiner Brücken kopf richteten sich die 50 lichen Angriffe hauptsächlich gegen den Mrzli Veh und 1 70 75 21 unserer Verleidigungsfront. Alle Angriffe wurden bluseg an geen wiesen. An einzelnen Stellen, wo der Gegner beim ersten Sturm in unsere vordersten Linsen eindrang, warf ihn ein Gegenangefff wieder zurück. Auch hier sind die Verluste der Italiener sehr feindliche Kräfte am Durch den folgenden Die früheren Wien, 22. Oktbr. wird verlautbart: 22. Oktober. Heftigteit zu. Die Russen letzten Tagen westlich von t der deutschen und öster⸗ en. Gestern gingen wir Gegenangriff über. Am Monte San Michele drangen starke Nachmittag in unsere Schügendeckungen ein. e 1 sie überall 1 0 ungen sind wieder in unserem Besitz. g Nach mehrfachen i elang es den Italienern, auch im 3 N rab e 11 e in unsere Schützengräben ein⸗ gemenge. Die Werluste des Feindes sind hier vesonders schwere. Während der eben perflossenen Nacht dauerten die Kämpfe 111 der Hochfläche von Doberdo mit un verminderter Heftigkeit fort. N In Kärnten wurden schwächere Angriffe am Hochweißen⸗ stein(Monte Peralba] in der Plöckengegend und im Seebach⸗Tale abgewiesen. An der Tiroler Front nach wie vor heftige Geschützkämpfe. In den Dolomiten brachen sich neue italienische Angriffe an unseren festen Stellungen. Suüdöstlicher Kriegsschauplatz. „Die Offensive der Verbündeten in Serbien machte auch gestern überall Fortschritte. Oesterreichisch-ungarische Truppen der von General von Köveß befehligten Armee erstürmten, gegen die Kosmanj⸗ Stellungen vordringend, die füdlich der Ralja aufragende Höhe Slatina. Die beiderseits ber unteren Morava vordringenden deutschen Streitkräfte gewannen die Räume nörd⸗ lich von Palanka und Petrovac. Vranje, Kumanowo und Velez im Vardar⸗Tale sind in der Hand der Bulgaren. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 9 Der bulgarische Feldzug. Aus Wien wird der Frankf. Ztg. geschrieben: Kumanowo, Weles und die Hochebene des Owtsche-Polje ist von den Bulgaren erobert. Diese ungemein wichtige Zentralstellung in Mazedonien im Raume Radovischta—Istip—Kumanowo, beiderseits der Bregalnitza ist vollkommen in bulgarischem Besitz. Zwischen der Rado⸗ vitza und Bregalnitza heißt dieses Hochland Jueruek⸗Hane und ist im Mittel 800 Meter hoch. Westlich der Bregalnitza erstreckt sich das durch den zweiten Balkankrieg bekannt ge⸗ wordene Owtsche-Polje. Mit überraschender Schnelligkeit haben die Bulgaren sich dieses so wichtigen Abschnittes bemächtigt. Der Vormarsch dahin geschah in mehreren Kolonnen. Unter fort⸗ während erfolgreichen Gefechten drangen die Bulgaren aus dem Raume Bosligrad—Küstendil und Zarevoselo durch das untere Bregalnitzatal, sowie aus dem Raume um Petschewo und Berovo konzentrisch gegen diese Zentralstellung vor. In energischen Anlauf nahmen sie die starken Stellun⸗ gen beiderseits von Egri Palanka, erstürmten die 1901 Meter hohe Kikahöhe, eroberten auf der Osogovska⸗ Planina den 2104 Meter hohen Car Vrh und bemächtigten sich drei Kilometer nördlich von Egri Palanka der 1031 Meter hohen starken Kiselica-Stellung. Bei diesen Angriffen, die den Bulgaren fünf Geschütze als Beute brachten, kam es zu wilden Bajonettkämpfen an allen diesen durch Beton⸗ und Eisenbauten festungsartig ausgebauten Stellungen. Durch die Tapferkeit der Bulgaren gelang es, die Stellungen in einem Tage zu bewältigen und noch etwa acht Kilo⸗ meter über dieselben nach Westen hinaus bis auf die Höhen beiderseits Mostanitza den abziehenden Feind zu verfolgen, wo dann bei Anbruch der Nacht ein Lager bezogen wurde. Ebenso erfolgreich waren die südlich davon über Zarevoselo vorrückenden Kolonnen gegen die Ebene von Kot⸗ schana, nach deren Eroberung die Bulgaren sofort ihre Offensive weiter gegen Westen fortsetzten. In kürzester Zeit setzten sich die Bulgaren bei dieser stürmischen Offensive, erbeuteten und den geschlagenen Feind gegen Kumanowo verfolgten, in den Besitz dieser wichtigen Stadt. Nachdem die Bulgaren Ralje und 18 Kilometer südwest⸗ lich davon die Eisenbahnstation Ujanovze eingenommen hatten, säuberten sie das obere Morawa tal in einer Aus⸗ dehnung von 20 Kilometer vom Feinde, setzten sich in Besitz wichtiger Punkte des Wardartals, wo bereits Ue küb, das von der Zivilbevölkerung schon geräumt ist, bedroht wird. Das Timoktal haben sie von Knjazevatz bis zur Mündung in Händen. In 14 Tagen haben sie diese geradezu großartigen Erfolge erzielt und dadurch die Ententemächte in starres Er⸗ staunen versetzt. Die Flucht der serbischen Regierung nach Krajewo. (W. B. Nichtamtlich.) Der Indépendance Roumaine zu⸗ folge ist der Sitz der serbischen Regierung nach Krajewo verlegt worden, da der Weg nach Monastir nicht mehr frei ist. Griechenland und die Entente. Die Griechen lehnen ab! Köln, 22. Okt. Der Köln. Zig. zufolge meldet die Times aus sehr guter Quelle, daß Griechenland das Angebot Cypern verworfen habe. Truppenlandungen. Nach einer Athener Meldung des Blattes Vilag verständigte der vorläufig 80 000 zur Unterstützung der Entente beabsichtige. daß Italien 1 1 lonik und Kavalla zu landen Mann in Sa die eine Landung evtl. Slricklumpen und Schafwolle nehmen zu höchsten Preisen an 72. Nosenbaum& Jakob Tel. 171. am Oswaldsgarten. — Händler erhalten Vorzugspreise.— ll ** dringen; keiner von ihnen kam zu rüc,' Die Südwe ar gleichfalls der Schauplatz 4 Wine die* 11 Hahrlen vielfach zum Han d⸗ rr nachdem sie in Anwesenheit ihres Königs starke Stellungen bei Strazin genommen hatten, wobei sie zwölf Geschützd Widerstand Griecheulandh gegen italienische italienische Gesandte den Ministerpräsidenten Zaimis, Zaimis gab daraufhin die kalegorische Er klärung ab, daß 51 0 versuchenden Truppen dem Wider stand DDD N 20 8 n 220 a 12 2 1 n 7 der grlechrschen Kustengeschütze begegnen wer dem Aufsehen erregt das Eintreffen eines italienischen Sens rals in Salonik. Er hatte längere Konferenzen mit den übrigen Ententegeneralen und den Vertretern der Entente in Athen. Die Stadtpräfektur forderte den italienischen General auf, seinen Reise⸗ paß zur Vidimserung zu übersenden, da der Aufenthalt auf dem griechischen Territorium nur durchreisenden Fremden gestattet wer⸗ den könnte. Der General hat bisher der Aufforderung nicht ente sprochen. Der türkische Tagesbericht. Konstautinopel, 22. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Hauptguartier teilt mit: An der Dardanellenfront nichts von Bedeutung, nur örtliche Feuergefechte. An den anderen“ Fronten keine Veränderung. 5 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 2 8 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Ialer-Waduag Herren und Knaben Damen u. Mädchen f N Herren- Knaben- Anzüge Anzüge Paletots Paletots Ulsters Pyjacs Pelerinen P 10 3 Jphant. elerinen Hosen Sweaters ete. Mädchen- f etc. Damen- 5 Jacken e Mäntel Mäntel Kleidchen Normal-Wäsche Arbeiter- Hemden Sümtliche Bedarfs-Artikel für unsere Krieger. Nur beste Qualitäten zu alten billigen Preisen J demüe 8 Marktstrasse 8. J. 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September 1915 wird folgendes angeordnet: Im Kieinverkauf darf im Gebiet der Stadt Gießen für in Pfund Süßrahmbutter(Tafelbutter, Molkereibutter) kein höherer Preis als 2.40 Mk., für ein Pfund Landbutter kein höherer Preis als 2.10 Mf. gefordert und gezahlt werden. Ausländische Butter darf bei Abgabe im Kleinverkauf zu höherem Preise derkauft werden von denjenigen Händlern, welche hierzu meine Genehmigung erhalten und sich den von mir festgesetzten Verkaufsbedingungen unterwerfen. Die festgesetzten Bedingungen sind in dem Verkaufsraum sichtbar auszu⸗ hängen; der Aushang muß mit meinem Dienstsiegel versehen sein. Diese Bestimmungen treten am 23. Oktober 1915 in Kraft. f Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden nach § 6 des eingangs erwähnten Höchstpreisgesetzes und§ 5 Abs. 1, Satz 2 und§ 17 der gleichfalls oben erwähnten Bundesratsverordnung vom 25. September 1915 bestraft. Außerdem wird auf die Bundesratsverordnung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. Sept. 1915 verwiesen. Gießen, den 21. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister Keller. an 1 cl. Ina— legt— Militr-Artikel Militär-Mützen — 2 905 79 Geg. Ungeziefer schützen ich unsere Krieger durch „Lausopud“ Anisol- Puder), 30 Pfennig. „Lausol“ (Kresol- Spritzdose Besitzer: Ludwig Müller Bahnhofstrasse 52a, gelen Hotel det hält sich der geehrten Einwohnerschaft von Giessen und Umgegend zu gelegentlichem Besuch bestens empfohlen. Stets la Backwaren (Aetherische Oelmischung). Glas 50 Pig „Lausap ast“(NJaphto. salbe). Büchse 1 Mark erprobte, sicher wirkende Mittel- Adler- Drogerie Seltersweg 39. Otto Schaaf. 1 EEE ˙- ETI TELE EE 1 vrerkaufe zu 5, 6, 7, 820 1 Giessen, Wetzsteinstrasse. Mein Weizenbier ist Weizenmalz hergestellt. Kohlensäure, frischendste Getränk. Brauerei. 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