Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volkszeitung erscheint ieden Werktag Abend in Bießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 40 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. Redaktion und Expedition Giessen, Bahnhofstraße 23, Gcke Löwengasse. Telephon 2008. e enn dr Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 248 Gießen, Freitag, den 22. Oktober 1915 10. Jahrgang Im Höhepunkt des Weltkrieges. heure Wucht und die Entschlossenheit hervor, mit der sie diesmal das Krie Sglück zu erzwingen und unsere Heere aus Frankreich hinaus⸗ zuwerfen suchten. Danach allein und nicht nach ihren einzelnen — Von Richard Gädke. Erfolgen muß man das Gesamtergebnis ihrer großen Offensive be⸗ Das meiste Interesse nehmen nach wie vor die Ereignisse urteilen. Joffre hat im Artoss 31, in der Champagne 35 Diyj⸗ Serbien in Auspruch. Ob dort nun gerade die Entscheidung] sionen eingesetzt und hat zur Jusnutzung des Erfolges noch 12 In⸗ 0 Krieges sallen wird läßt sich natürlich jetzt noch nicht beurteilen, santeries und 15 Kavallerie⸗Divisionen bereitgestellt gehabt Er er eine starke Krastprobe zwischen den beiden selbst nennt das drei Viertel der französischen Streitmacht, die also en Mächtegruppen mit einer gewissen Vierverband aus 1 rd es in jedem Fall werden. Wir wer Hhannung beobachten dürfen, wie sich dort ner Lage herausziehen wird, die offenbar für ihn ungünstig und ir uns günstig zu sein scheint. Am 5. Oktober sind die ersten Ab— lungen von Franzosen und Engländern in Saloniki gelandet; At einem Heere von 300 000 Mann, ja von 400 000 bis 500 000 mun wurde der bulgarischen Regierung gedroht; man forderte in imzöftschen und englischen Zeitungen selbst noch größere Massen. weit man aber den bis zum 19. Oktober vorliegenden Nach⸗ ahten trauen darf, waren an diesem Tage noch nicht mehr als 2 4% Mann gelandet. Es ist sehr ungewiß, ob diese kleine Trup⸗ 0 macht schon ihren Vormarsch nach bien angetreten türlich würde sie nicht mehr als e Tropfen i lein bed 6 0 klesküb ten, und kaum imst 1 Die „„ -MNisch geg Das Zögern der Gegner scheint darauf z ii sie nicht fähig sind, die erforderli umacht herbelzu⸗ ffen, wenn sie nicht die Dardanellen-Unternehmung aufgehen 10 en aber sträuben sie sich aus moralischen Gründen! 1 Ansehens. Der Abmarsch aus der Halbinsel Galli- de in der ganzen mohammedanischen W̃ 0 wentliches Aufsehen erregen und bis nach Indien hinein sich fühe⸗ machen. Es kommt aber ein sehr wichtiger militärischer Grund In dem gleichen Maße, in dem die französischen und eng⸗ en ihre ruhmlosen Banner einrollen und auf Tran fe verstauen, werden auch türkische Truppen, die jetzt dort sind, für andere Aufgaben verfügbar. Der Vierverband vor sehr weittragenden Entschlüssen und seine Lage im osten wird umso bedrohlicher, als von Rußland und Italien eme wesentliche Unterstützung zu erwarten ist. Das erstere kann nacht, solange Rumänien nicht auf seine Seite tritt; Italien aber „nicht und hat wahrscheinlich Gründe dazu, die der Gang des kreges au der österreichischen Grenze durchaus begreiflich macht. Inzwischen haben die Heere der beiden Mittelmächte und Bul⸗ ens es nur mit den Serben allein zu tun: und so gestaltet sich „ Lage für diese durchaus ungünstig. Natürlich darf man seine oßfnungen nicht zu weit spannen und nicht glauben, daß Serbien 14 Tagen überrannt sein wird, denn Widerstand seiner Duppen ist offenbar ein sehr tapferer und sogar erbitterter; man bf auch die Kräfte nicht unterschätzen, bie unseren Armeen ent⸗ bentreten. Es scheint, als ob das ganze Volk oder wenigstens be kihtliche Teile außerhalb der regulären Streitkräfte sich an dem kinpfe beteiligen. An dem Ende kann das nich naht den Krieg erbitterter. 25 Nach unseren amtlichen Nachrichten sind die Hauptkräfte der ebündeten Streitmacht von Norden her über Donau und Save in n Land eingebrochen, die Armee Kövesz und die deutschen Trup⸗ E Mackensens zu beiden Seiten von Belgrad, die Armee Gallwitz ter östlich. Andere Teile sind auch über die Drina von Bosnien i vorgegangen; sie haben besonders hartnäckige Kämpfe in der keischwa, dem fruchtbaren aber nassen Lande füdlich der Save zu elt ein auf ö der 1 1 1 kiehen gehabt. Die Natur diefes Raumes, durch den überwiegend 11 nale, auf Dämmen verlaufende Wege ziehen, gestaltet den danpf hier besonders schwierig. Aber auch vor der Donau steigen eowegarmen Höhen sofort steil an und erheben sich nach Süden n zu immer schrofferem Berggelände. Das macht das Vordringen n unsere opfermutigen Truppen besonders schwierig. Am 9. Ok⸗ tec war Belgrad genommen, am 17. abends befanden sich unsere etruppen in der Linie Cvetkow—Grob Prein—Bucevac, 18 bis 0 ilometer südlich Belgrad, bezw. südlich der Donau. Das darf, slhgesagt, nicht Wunder nehmen. Wenn man hinter sich einen Ab litt hat, wie die breite, tiese und mächtig strömende Donau, dann u man nach dem Uebergang sich Brückenköpfe schafsen und die ebindung mit der Heimat in jeder Weise sichern, ehe man den 1 N 0 leemeinen Vormarsch im Feindesland antritt. 1 0 Während die deutsch⸗österreichischen Heere vom Norden und . 1 udwesten in Serbien eindringen, kommen ihnen die bulga ri? hen vom Osten und Südosten entgegen. Soweit man aus den her gelangten Nachrichten sehen kann, sind drei bulgarische Armee geht gegen das führende Bahn vor, terial von Rußland kneen gegen Serbien eingesetzt. Die erste nok⸗Tal und die dort von Nisch zur Donau die Serbien bisher reichliches Kriegsma on Ruß! gig. Die Armee scheint am 11. Oktober die Grenze überschritten gaben. Sie hat sich bes besestigten Ortes und der Stadt kazevac bemächtigt und die Bahnverbindung bei Zaseza bereits znrbrochen. Eine zweite Armee geht mit dem rechten Slügen an ehen Morava⸗Tal gegen Pirot, mit dem linken Flügel auf Egri kanka vor, um das im zweiten Balkankrieg so heiß, gekämpft lde. Eine dritte Armee endlich scheint hart nördlich der griechi⸗ ei Grenze im Strumitza⸗Tale gegen die Bahn Saloniki Ueskit mustoßen. In allen Orten ist es bereits zu Kämpfen mit serbi⸗ e! Truppen gekommen, die also überall ihre Grenze unmittelbar erxteidigen bestrebt sind. „hne sehr starke Hilfe von außen hab 5 ihr unvermeidliches Schicksal wenden zu kön barüber ohne Zweifel auch klar. Ihr Rückzug e Mitrowitza-—lesküb geplant zu sein, soweit man en bie Serben keine Aus⸗ nen, und sie sind scheint auf die nach der f K 0 f 115 egung des Regierungssitzes schließen darf. 25 440 1 ö 00 Aus der jetzt bekannt. gahl der Dipisionen, mit, f* tus, der jetz gewordenen Zohl der ee „ die Franzosen und Engländer gegen unsere⸗ eee e . bampagne und im Artois angerannt sind geht die ung . macht unsere Tr lichkeit nach wird in Wi gebenen Zahl Bevölkerut austausch statt, der ergab 110 Divisionen zu veranschlagen wäre. Nun wird man ja seinen Hinweis auf die gewaltige Truppenmenge in eins nkendem Sinne auslegen müssen; die 66 in erster Linie zur Verfügung stehenden Divisionen(1,3 Millionen Köpfe) werden wohl nicht nur in den unmittelbar zum Hauptangriff bestimmten Abschnitten, sondern auch in den rechts und links unmittelbar an⸗ se enden Nachbarabschni f. Sonst wären in der Champagne zum Beispiel auf einem Raum u 25 Kilometer 335 Divisionen vorgegangen, das heißt: jede Division hätte nur eine Frontbreite von 700 Meter zur Entwicklung gehabt. Da hätten sich die Massen mehr gehindert, als genutzt. In jedem Falle g ht man daraus, gegen welche Ueber- f 1 ingen hatten. Nur ihrer t es zu danken, wenn der olge davongetragen hat. auf nicht höher als 105 b Euer ge ach über . 5 lche gigantischen Al genom, hat, geht auch aus der Zahl der vor, die zur Unterstützung bracht waren. Wie eine Windsbraut iber unsere Reihen hereinbrechen und mie ein Widder sollten die stürmenden Massen sie niedertrampeln. Wir brauchen darum garnicht mehr zu übertreiben, um die hel⸗ denhafte Widerstandskraft unserer Truppen in das rechte Licht zu setzen. Man hat von 50 Millionen Geschossen ge⸗ sprochen, die in der Champagne allein in den drei Tagen vom 23. bis zum 25. September von den Franzose des Angrifses in Stellung sollte der der Geschosse gräben geschleudert worden seien. T eine 8 Nach der— abgerundeten— von Joffre o 91 von 5006 Geschützen kamen im Durchschnitt auf jede 2 eldbatterien 20 Feldͤbatterien Danach hätte jedes Geschütz durchschnittlich 17000 Schüsse in drei Tagen verseuert— selbst völlig neue, ungebrauchte Feldgeschütze hätten das nicht annähernd ausgehalten, auch nicht annähernd verschießen können, von den ganz schweren Geschützen garnicht zu reden. Wer von den kaltblütigsten Beobachtern auf unserer Seite sollte die Zahl der einschlagenden Geschosse auch nur oberflächlich haben ein⸗ können? sieht a dieser Zahl nur das eine, wie furchtbar der uck des französischen Feuers gew sein muß! Beiläufig würde eine Zahl von 50 Millionen Geschossen einen Wert von etwa einer Milliarde Mark repräsentieren(in Anbetracht der vielen Ge⸗ schosse aus schweren Gef n)— die Hälfte des in Amerika jüngst aufgenommenen Pumps wäre dann in den drei Aufangstagen der Champagneschlacht ber berpulvert worden. Aller Wahrschein⸗ klichkeit noch nicht der sechste Teil der an⸗ verschossen worden sein, wenn man sehr hoch— auf jedes Feldgeschütz tausend Schuß für jeden Tag und auf die Festungsgeschütze weniger rechnet. Auch das ist ja immerhin eine Handvoll und ergibt immer noch einen Wert von 150 bis 200 Mil⸗ lionen Mark. Dazu käme dann noch die im Artvis verschossene Munition. Wir sehen, daß auch des Materials sosche Schlachten wie die in der Cham e nicht allzu oft wieder⸗ holt und nicht allzu lauge ausgedehnt werden können. Man muß schon monatelang für sie sammeln und sparen. Glücklicherweise! * 1 9 Das russische Manifest. T. U. Rotterdam, 20. Okt. trittes Bulgariens in den Weltkrieg eine Kundgebung, in der es heißt, daß die heimtückische und selbstsüchtige Berechnung Deutsch⸗ lands und der Bruderhaß gegen das serbische Volk über die Be⸗ müthungen Rußlands und anderer Großmächte, die König Ferdinand von Bulgarien von einem unheilvollen Schritt zurückzuhalten suchten, gesiegt habe.„Unser Glaubeusgenosse Bulgarien, der erst vor kurzem durch die brüderliche Liebe und Tapferkeit des russischen Volkes vom türkischen Joche befreit wurde, hat sich öffentlich der Aktion des Feindes des Christentums, des Slaventums und Ruß⸗ lands angeschlossen. Das russische Volk sieht mit Schmerzen den Verrat Bulgariens, das uns bis in den jüngsten Tagen so nahe stand und mit blutigem Herzen zieht Rußland das Schwert gegen den Verräter, dessen Bestrafung es der gewaltigen Hand Gottes überläßt.“ Osmanisch⸗israclisische Unson. Konstantinopel, 19. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die jüdischen Gemeinden Deutschlands haben als Zeichen ihrer Sympathie der türkischen Armee mehrere Waggons Sanitätsmaterial zukommen lassen. Dr. Alfred Nossig, der zwecks Uebergabe der Spende an die Behörden in Konstantinopel eintraf, wurde vom Sultan, dem Thronfolger Jussuf Jazedin, Enver Pascha, Talaat Bey und Hali! Bey empfangen. Während des Aufenthalts in Konstantinopel gründete ein Kreis von angesehenen türkischen Juden mit Ein⸗ willigung der Regierung eine Vereinigung„Osmanisch⸗israelitische Union“. Die Vereinigung, an deren Spitze der Deputierte Carasso steht, strebt die festere Angliederung der Juden an die anderen gruppen der Türkei an. Sie gedenkt ferner, mit den die ostjüdische Bevölkerung betreffenden Fragen gelegentlich der internationalen Verhandlungen nach Beendigung des Krieges sich zu befassen. In dieser Angelegenheit fand auch zwischen der türkischen Regierung und der deutschen Botschaft ein Meinungs⸗ daß die türkische Regierung ebenso wie isch-ungarische den Bestrebungen zur des Ostens durchaus wohlwollend und des Geldes wegen die deutsche und die öste! Besserung des Loses de gegenüberstehen. Der Zar erließ anläßlich des Ein⸗ ö eee Die neuen italienischen Kriegsstencen, Lugano, 20. Okt. Das Amtsblatt wird heute abend die Verfügung über die in der letzten Kabinettssitzung beschlosse⸗ nern veröffentlichen. Eingeführt werden eine Wehr⸗ von sechs bis mehreren hundert Lire und Gebühren postlagernde Sendungen und Telegramme; erhöht wer⸗ den die Kinosteuer und S erträgnis der neuen Maßregeln wird auf 5 auf onen an⸗ geschlagen, sodaß mit den 50 Millionen im September ein⸗ geführten Neulasten Italien bisher Millionen Kriegssteuern eingeführt hat. en Sg, Der Seekrieg. 33 Dampfer mit 125.000 Tonnen versenkt. Nach neuerlichen Feststellungen sind im September durch hundert 12 K ens mmen beträgt dieser 0 4977 Register⸗Tonnen, 14 a Verlust für die feindliche Schiffahrt 144 * 8, ut unterrichtete Kreise ver⸗ sichern, daß die wirksame Tätigkeit der deutschen und öster⸗ reichischen Unterseeboote im Mittelländischen Meere die französisch⸗englische Flotte zur völligen Untätigkeit zwingt. T. U. Paris, 20. Okt. e⸗ T. U. London, 20. Okt. Der englische Fischereidampfer „Deronian“, der am 6. September von Grimsby abgegangen war, und seitdem vermißt wird, wird nunmehr als in die Luft geflogen gemeldet. Die Besatzung von acht Mann ist ertrunken. 0 T. U. Genf, 20. Okt. Wie aus Marseille gemeldet wird, ist dort der Postdampfer„Yrra“ eingetroffen mit den Be⸗ satzungen verschiedener Schiffe, die in der letzten Zeit im Mittelmeer durch feindliche Unterseeboote versenkt wor⸗ den sind, und zwar handelt es sich um die englischen Dampfer „Haydin“,„Lillian“ und awdy“. Der Schiffsverkehr in der Ostsee. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Gegenüber den in der bresse unserer Gegner verbreiteten, weit übertriebenen Gexüchten über die Störung der Schiffahrt in der Ostsee durch feindliche U-Boote sei folgendes festgestellt: 5 5 1. Die vom russischen Generalstab gebrachte Mitteilung über das Versenken von 6 deutschen Transportdampfern beruht auf Er⸗ findung. Es sind nur Handelsdampfer versenkt worden, wie in der Presse gemeldet. 5 2. Bei dem Versenken mehrerer der vorerwähnten Dampfer ist die schwedische Neutralität auf das gröblichste verletzt. 3. Der Handelsverkehr vollzieht sich im übrigen wie bisher. In der Zeit vom 1. bis 15. Oktober sind in der Ostsee allein in steben Küstenstädten, unter denen zwei bedeutende Handelsorte wegen Fehlen der Daten noch nicht mitgerechnet sind, 1188 Handelsschiffe abgefertigt worden. Von diesen liefen ein: 568; iesen aus: 6202 ihre Gesamttonnage betrug 514 446 Registertons, davon einlaufend 244 966, auslaufend 269 480. Es sei hierbei au drücklich bemerkt, daß weder die Küstenschiffahrt der einzelnen Häf noch Fischer⸗ fahrzeuge, noch örtlich verkehrende Fahrzeuge wie Führen usw. in vorstehenden Zahlen enthalten sind. 4. Die von der deutschen Marine getroffenen Gegenmaßnahmen, über die Näheres nicht gesagt werden kann, tversichtlich er⸗ warten, daß es den feindlichen Unterscebooten nicht gelingen wird, die Ostseeschiffahrt in erheblichem Umfange zu schädigen, geschweige denn ihr Ziel— die Unterbindung dieser Schiffahrt— zu erreichen. Englische Brutalität. Aus Konstantinopel werden Einzelhefjten gemeldet über die Versenkung des englischen Truppen⸗Transportschiffes „Ramazan“, die am 19. September durch ein österreichisches Unterseeboot erfolgte. Sie werfen ein bezeichnendes Lichte auf die„menschenfreundliche“ Behandlung, die die Engländer ihren farbigen Hilfstruppen zuteil werden lassen. Als der Dampfer durch das Unterseeboot im ägäischen Meere zum Stoppen gebracht worden war, ließ die Besatzung sofort die Sc „ Rettungsboote nieder; diese wurden von der englischen Be⸗ satzung bestiegen, die hierauf davon fuhr. Der Dampfer wurde dann durch die Artillerie des Unterseebootes beschossen, und als er bereits im Sinken begriffen war, erschien plötzlich auf dem Vorschiff eine große Anzahl indischer Truppen, es mochten wohl 500 sein. Zu ihrer Rettung konnte von dem Unterseeboot wegen der großen Anzahl nichts getan werden. Rettungsboote waren nicht mehr vorhanden, denn in ihnen war die englische Besatzung davon gefahn C8 iß als sicher angenommen werden, daß diese indischen Truppen nächst unter Deck eingesperrt worden waren und erst in ihrer mj zu. tetzten Todesangst sich befreien und auf Deck kommen konnten. — So verfahren die Engländer mit ihren farbigen Hilfs- truppen und bei dieser Art der Brutalität erklärt sich auch das Verhalten der Engländer gegenüber de üutschen Unter⸗ seebootsmannschaften, die sie einfach hingemordet haben. Bulgarenprogrom in Dmitrijewsko. T. U. Wien, 20. Okt. Die Stimmung in Rußland ist seit den ketzten Tagen gegen Bulgarien sehr erregt, die noch durch allerlei Hetzmittel verschärft wird. Besondere Eutrüstung ruft in Sofia ein in der im Dongebiet gelegenen Stadt Dmitrijewsko veranstalteten Bulgarenpogrom hervor. Auf dem Markte dieser Stadt fand unter den Geschäftsleuten ein Auflauf statt, weil Kleingeld fehlte. Die Fleischhändler erklärten, an dem Mangel des Kleingeldes seien die Bulgaren schuld, die alles Kleingeld zurückhalten. Als darauf ein Bulgare einer Frau das Wechseln eines Papierrubels ver⸗ weigerte, zertrümmerte das, Volk die Läden von 22 Bulgaren, deren Waren zertreten wurden. Die Polizei erschien erst später und griff auch dann noch nicht ein. Aus der Zeit der Moskauer Uuruhen. London, 20. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der frühere Korrespondent der Times in Petersburg, Stephan Graham, schreibt in der Times: Nachdem die Duma vertagt war, weil die Regierung das Programm Miljukows, die Regierung dem Parlament verantwortlich zu machen, revolutionär ge⸗ funden hatte, fanden große A ufstände in Moskau, in den Provinzstädten und in vielen Munitionsfabriken statt—, Der Zar berief die Parteiführer zu sich an die Front und erörterte mit ihnen die Gesamtlage. Der fortschrittliche Block verzichtete daraufhin auf das Programm Miljukows und nahm ein anderes Programm an, nämlich den deutschen Ein⸗ fluß in Rußland zu bekömpfen. Um in der Kabinettsfrage ein Kompromiß herzustellen, wurde das Mitglied der Duma, Chwostow, zum Minister des Innern ernannt, dessen erste Handlung war, Moskau unter das Kriegsrecht zu stellen. Dadurch wurde die ganze Frage der Ausstände und der Auf⸗ ruhrbewegungen aufgerollt, die dort in den letzten sechs Monaten stattgefunden haben. Die bekannten Krawalle, die im Juli nach dem Falle von Przemysl und Lemberg aus⸗ brachen, leiteten den Kampf für die Pöbelherrschaft und ein inneres Chaos in Rußland ein. Die amtlichen Ziffern haben den Schaden an Geschäftshäusern mit 31 Millionen Rubel und an Privathäuser mit sieben Millionen Rubel angegeben. Unter den Betroffenen befanden sich 113 Oesterreicher oder Deutsche, 489 Russen mit ausländischen Namen und 190 Russen mit russischen Namen. Den ganzen Sommer hin⸗ durch herrschte in Petersburg und Moskau das Gefühl der Unsicherheit; wäre nicht das Wodka⸗Verbot gewesen, so hätte alles verloren sein können.— Der Korrespon⸗ dent urteilt, die innere Lage Rußlands sei gegenwärtig wich⸗ tiger als die militärischen Unternehmungen. Der Papfst und die verurteilten Belgier. Deer Osservatore Romano meldet, der Papst sei von mehreren Seiten, besonders durch die englische und die belgische Gesandtschaft, angegangen worden, sich für die Begnadigung oder Um⸗ wandlung der Todesstrase der Gräfin Belleville, des Fräuleins Thulier und sieben anderer Belgier, die der Be⸗ günstigung des Entweichens französischer und belgischer Gefangener angeklagt waren, zu verwenden. Der Papst habe durch den Kar⸗ dinal⸗Staatssekretär den Kardinal Hartmann, Erzbischof von Köln, telegraphisch ersuchen lassen, diese Bitte dem Kaiser zu übergeben und Kardinal Hartmann habe jetzt telegraphisch ge⸗ antwortet, daß der Kaiser die Hinrichtung habe auf⸗ schieben lassen und einen eingehenden Bericht über die An⸗ gelegenheit einforderte. Kaiser Muanschikkai? Seit Monaten wird aus Peking und Schanghai so etwa alle 24 Stunden mal über den Stand der monarchistischen Bewegung in China an die westeuropäischen Zeitungen tele⸗ graphiert. Aus dem ursprünglichen Wirrwar— wie: Präsi⸗ dent Muanschikkai ist unbedingt gegen die Monarchie, er will selbst Kaiser werden, er legt sein Amt nieder, wenn die monarchistische Bewegung nicht aufhört, er setzt eine eigene Kommisston ein, um die wahre Stimmung des Landes zu erforschen— beginnt langsam kristallene Klarheit aufzu⸗ steigen: Wir hörten nämlich zuletzt, daß Muanschikkai, dessen Sohn übrigens der eigentliche Leiter der monarchistischen Agitation sei, sich der Hilfe Japans zur Erlangung des Kaisertums versichert und Japan dafür so weit⸗ gehende Zusagen für seine künftige Stellung gemacht habe, daß das Reich der aufgehenden Sonne sich vollauf befriedigt sehe und nicht mehr daran denke, am europäischen Kriege teilzunehmen. 5 Das klingt nicht unwahrscheinlich: China wird japanischer Auswanderungs⸗ und Schutzstaat, womöglich mit weitgehen⸗ den Vorzugsrechten für das japanische K pital beim Absatz seiner Industrieprodukte und bei der Ausbeutung von Chinas Naturschätzen, und um diesen Zustand möglichst gegen chinesische Selbständigkeitsgelüste zu sichern, setzt Japan einen von ihm abhängigen Kaiser ein. Und das alles ohne Blut⸗ opfer und ohne die Milliarden moderner Kriegsverschuldung! Japans Beteiligung würde den Weltkrieg zwar kaum in seiner Entscheidung beeinflussen, aber ihn verlängern. Herr Muanschikkai, der höchst feierlich der Republik Treue ge⸗ schworen hat, würde sich also immerhin ein Verdienst um die Menschheit erwerben, wenn er durch die Auslieferung Chinas an Japan eine Verlängerung des Weltkriegs vermeiden, wenn auch nebenbei sich einen Kaiserthron von Japans Gnaden errichten würde— Mohrenwäsche. Die Deutsche Tageszeitung muß jetzt Tag für Tag den Versuch machen, die agrarischen Mohren weißzuwaschen. Nach diesem Blatt sind alle Vorwürfe, die gegen die Land⸗ wirte erhoben werden, einfach unbegründet. In der letzten Zeit mußten die Landwirte vielfach von amtlichen Stellen unter Strafandrohung dazu angehalten werden, die Ernte in etwas rascherem Tempo auszudreschen. Trotz dieser Tatsachen versucht die Deutsche Tageszeitung folgende Mohrenwäsche: „Wir hatten vor einigen Tagen davon Kenntnis genommen, daß die Landwirte in verschledenen Kreisen aufgefordert worden sind, den Ausdrusch des Brotgetreides und des Hafers zu be⸗ schleunigen, damit der Bedarf des Heeres und der Reichsgetreide⸗ Gesellschaft möglichst schnell gedeckt werde. Gewisse Blätter glaubten die Verzögerung des Ausdrusches damit erklären zu können, daß die Landwirte auf höhere Preise warteten, und des⸗ halb damit zögerten. Dieser häßliche Vorwurf ist so unbegründet wie nur möglich. Darauf haben wir schon früher hingewiesen. Wir haben daran erinnert, daß gerade jetzt die verschiedensten landwirtschaftlichen Arbeiten erledigt werden müßten, daß der Mangel an Kräften aller Art den schleunigen Ausdrusch ver⸗ zögere und verhindere, und daß es unbillig sei, von den Land⸗ wirten etwas zu verlangen, was beim besten Willen nicht geleistet werden könne. Völlig unsinnig ist aber die Vermutung, daß die angebliche Zurückhaltung der Landwirte ihren Grund in der Hoffnung auf spätere höhere Getreidepreise habe. Es dürfte doch allgemein bekannt sein, daß von den maßgebenden Stellen eine spätere Erhöhung der Preise rundweg und unzweideutig als aus⸗ geschlossen bezeichnet worden ist. Die Landwirte würden also unklug handeln, wenn sie durch solche falschen Hoffnungen sich irgendwie bestimmen ließen.“. 5 1 Die Landwirte kennen den Einfluß, den sie auf die Re⸗ gierung haben und gerade deshalb dürften sie auf eine Er⸗ höhung der Getreidepreise hoffen, wenn auch nur zu dem Zweck, den Ausdrusch zu beschleunigen. Die erhobenen Vor⸗ würfe sind also nicht etwa häßlich, sondern nur zu begründet. Die Kämpfe in Serbien. Die vorzügliche bulgarische schwere Artillerie. T. U. Budapest, 21. Okt. Der Sofioter Berichterstatter des Blattes A Vilag meldet: Die bulgarische Artillerie leistet in der Beschießung feindlicher Stellungen hervorragendes. Die Geschosse der bulgarischen schweren Arkiller reits in die Straßen von Pirot. Das Vorwerk Prisjan fiel nach zweitägigem Widerstande. Bei erlitten die Serben schwere Verluste. Die Bulgaren e ten eine bedeutende Menge von Kriegsmaterlal. Die widerstehen erbittert und bringen große Blutopfer. blutigsten war der Kampf bei Walandowo. Die bulgat schwere Artillerie ist hier besonders tätig. Einzelne Vorpof gelangten bis Wardar und beschießen die Brücke zwisc Mirovce und Bodanci. Auch bei Negotin ist die Lage reits zum Sturm gereift. Kotschani ist von mazedon Truppen genommen, die jetzt gegen Zlatowo marschier Am anderen Ufer der Bregelnica nahmen sie bereits Irn voce und dringen gegen Vur Sevo vor. Längs der Kri 0 marschieren die Bulgaren nach der Einnahme von Kraton gegen Kumanovo weiter. 1 Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Fraukreich. 1 Trotz der im Depeschenwechsel Vivianis und Grens anläßlich Demission Delcasses zum Ausdrug gebrachten vollen Harmo beider Kabinelte, bestehen, wie wohlinformierte Mitglieder dez französischen Kommission für das Auswärtige Amt und die Ar versichern, starke Meinungsverschiedenheiten zwar auf d iplomatischem wie auf militärischem biete. Tief beklagt auch die französische Presse, daß die Angelegen, heit der obersten Heeresleitung auf Gallivoli und in Saloniki ein Wendung nehme, die kein Gefühl der Sicherheit aufkommen läßt Ans der Türkel. T. U. Sofia, 18. Okt.(Verspätet eingetroffen.) Reisende au Konstantinopel berichten, daß die große deutsche Brücke über daß Goldene Horn durch einen einfahrenden Kohlendampfer beschädig worden ist. An ihrer Wiederherstellung wird eifrig gearbeite Der Verkehr geht einstweilen über die alte Brücke. N Die bulgarischen Operationen werden freudig begrüßt. Masse haft melden sich Arnauten zum freiwillgen Eintritt ins tü Heer. Konstantinopel stellt 5000. Man ist der Ansicht, daß in halb drei Wochen die Vereinigung der Deutschen mit den Bulgare vollzogen sein werde. 5 Es ist festgestellt, daß die Türkei Rohmaterial für Kri zwecke für fünf Jahre besitzt. 1 Deutsche Flieger über Belsort und Nauen Lyon, 21. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie d, Progrés aus Belfort meldet, wurde am Sonntag vor mite! gegen 9 Uhr die Bevölkerung durch den üblichen Alarm he nachrichtigt, daß sich deutsche Flugzeuge Belfort näherte Obwohl die deutschen Flugzeuge von den Befestigungswerke heftig beschossen wurden, näherten sie sich sehr schnell m überflogen die Stadt, die sie mit Bomben belegten. Nach 6 füllung ihrer Aufgabe entflohen sie. Neue Flugzeuge kame So ging es bis 3 Uhr nachmittags. Viele Bomben auf die Stadt und in Gärten; eine große Zahl platzte nit Ein Mechaniker und ein Soldat wurden getötet, mehn andere Personen verletzt. 1 Lyon, 21. Okt.(W. T. Nichtamtlich.) Dem Nous liste de Nancy zufolge überflogen am Donnerstag nachm zwei Tauben Nancy und warfen Bomben ab, ohne S anzurichten. Am Freitag nachmittag wurde die Mitte Stadt Nancy von deutschen Flugzeugen mit drei Bomb belegt. Ihr Platzen verursachte lebhafte Erregung unter 9 Bevölkerung. Man gibt bekannt, daß eine Person verwun wurde. Diese Luftangriffe waren die Ursache des Verg tungsangriffes der französischen Flieger gegen Trier. Hrieasustizen. 3 Die holländische Regierung hat den englisch Agenten, die qualifizierte Arbeiter in Holland für englische französische Munitionsfabriken anwarben, das werk gelegt. Nach einer Meldung aus dem Haag dürsen techn Arbeiter, Schlosser, Heizer, Maschinisten, Schiffsbau⸗ und Maschi bau⸗Ingenieure usw. Holland nicht mehr ohne besondere Erlaubt des Kriegsministeriums verlassen. Dreizehn Arbeiter, Vlissingen mit dem Dampfer„Mechelen“ nach England g B . 10 N wollten, wurden zurückgehalten. Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 1870-1871. Von Levin Schücking. Blanche veränderte plötzlich ihre Farbe; es war ein scheuer Blick der Verlegenheit, den sie auf mich warf; dann aber sah sie mich fest und offen an und sagte:„Ich kann nicht unwahr sein, und es würde mir am Ende nichts nützen, wenn ich leugnete. Sie würden mir nicht glauben. Nun wohl denn, es ist so!“ „Und was bezweckten Sie durch diese kleine List, in der für mich so viel Demütigendes liegt? Ich war froh für Ihre Güte über diesen Beweis von Freundschaft, mich zu Ihrem romantischen Besitztum zu führen; wie tief es mich kränkte, die Entdeckung machen zu müssen, daß Sie einen besonderen und geheimen Beweggrund dabei hatten, will ich Ihnen nicht schildern.“ 0 Sie sah zu Boden und legte die Hände in den Schoß. Ich tat es nicht gern!“ sagte sie mit einem Tone, der tief aus ihrer Seele zu kommen schien, wie überhaupt alles, was sie sagte, heute einen so ganz anderen Ton hatte als gestern; gestern war etwas Feindseliges, Spöttisches in ihrem Tone, wenigstens bis zu unserer Wanderung auf die Burg- ruine— und sie schien über das Bewußtsein, daß in mir ein Feind ihr gegenüberstehe, nicht fortzukommen, und wie mit sich selbst im Hader zu sein, daß sie diesen Feind anhöre, und ihn mit anscheinender Güte anhöre; heute dagegen war sie, wohl durch das Ereignis der Nacht, umgewandelt, in einer eigentümlichen Weise mild und ernst, als ob eine Bewegung des Gemüts sie beherrsche, und sie viel zu sehr beherrsche, um daran denken zu können, es zu verbergen. „Weshalb taten Sie es denn?“ fragte ich.„Machen Sie meinen großen Schmerz und Kummer, daß ich düpiert werden sollte, wieder gut, indem Sie mir anvertrauen, was Sie dazu bewog! Sie bergen mir irgendein Geheimnis; Sie haben irgendeine Sorge, die Ihnen durch meine Anwesenheit in Ihrem Hause, in diesen Zimmern erwachsen ist. Sagen Sie mir, was es ist, und wie ich Ihnen helfen kann. Glauben Sie mir, daß ich alles tun werde, was ich irgend vermag, um Ihnen Ihre Sorge zu nehmen.“ Sie schüttelte stumm den Kopf. Mer Got“ bee ic Irze n u fark- iabο= 23 denn nicht, welches Gefühl Sie mir einflößen und wie Sie von diesem alles, was Sie wollen, verlangen können? Sie selbst sind ja überzeugt, daß ein Mann einer solchen Leiden⸗ schaft jedes Opfer bringt. Bauen Sie auf diese Leidenschaft, verlangen Sie von Ihr, werfen Sie Ihre Sorge auf sie— o wie glücklich würde es mich machen, wenn Sie mir ver⸗ trauten!“ Sie sah mich mit gerunzelten Brauen scharf an; ihre Lippen bewegten sich, und doch sprach sie nicht; sie verschluckte, was sie sagen wollte. War es vielleicht eine Frage, die ihr auf den Lippen lag, die Frage:„Lügen Sie mir dies Gefühl, diese Leidenschaft nicht vor, um mir mein Vertrauen zu ent⸗ locken, und dann es als Feind zu mißbrauchen?“— Vielleicht war es das, was sie jetzt sich selber fragte; und konnte ich es am Ende ihr verdenken, ich, der das ganz gleiche Mißtrauen in die Güte gesetzt, welche sie mir bewiesen? Solche Gegen⸗ seitigkeit des Argwohns, solch eine Wiedervergeltung, von ihren Gedanken gegen die meinen geübt, hätte ja etwas sehr Verzeihliches gehabt. Und doch hätten sie mich empört, und ich glaube, ich wäre in eine wahre Verzweiflung geraten, wenn sie dieselbe mir gestanden. Ein ehrliches Herz ist so reizbar gegen Verkennung, und ein verliebtes ist oft so un⸗ gerecht. Nach einer Pause beruhigte sie mich mit den Worten: „Ich vertraue Ihnen gern— ich gäbe Ihnen sehr, sehr gern einen Beweis meines Vertrauens; diesen kann ich Ihnen nur nicht geben; wir bergen gar kein Geheimnis vor Ihnen in diesem Hause...“ „Und weshalb sollte ich die Nacht über dann in Colomier gehalten werden? Sie müssen gestehen, daß ein Zweck damit verbunden war.“ „Es ist hart von Ihnen, daß Sie mich drängen, es zu gestehen,“ versetzte sie, tief errötend,„vielleicht wollte ich Sie nur auf die Probe stellen und erfahren, ob ich so viel Einfluß auf Sie üben könne, oder ob Sie Ihrer Pflicht untreu zu machen seien, wie alle anderen!“ Es lag etwas in diesem Bekenntnis, was auch mich er⸗ röten ließ und mich glücklich machte. Und doch war es sehr töricht von mir, mich dadurch beglückt zu fühlen. Denn war der Argwohn in mir begründet, daß Blanches ganze Freund⸗ schaft für mich nur ein listiges Spiel sei, dann waren ja auch ada art H ain schlaues Ratrügen O gewiß waren sie das; ich wußte ja, daß man ganz andere Motive hatte, m Colomier zu halten. 2 Es war eine verzweifelte Situation, und ich wußte wie sie enden und wie herauskommen! Sollte ich noch wel gehen, als ich schon getan, noch unumwundener Blanche mei Leidenschaft gestehen? Mein Gott, ich hatte es schon so af, und klar getan— und ward nicht klüger dadurch! Und war etwas in mir, was mich unwiderstehlich drängte, diesem selben Wege noch weiter zu gehen; es kam ein she misches, leidenschaftliches Gefühl über mich, das mich schweigen ließ: als ob ich das Peinliche der Situation eng könne, wenn ich diese einer Katastrophe zudrängte, rief aus: „Mag das wahr sein, was Sie da sagen, Blanche, 9 mag es nicht wahr sein, Sie gestehen mir ein Interesse daß ein, und dies Geständnis gibt mir den Mut, ganz ohne N halt zu Ihnen zu reden. Ihre Erscheinung hat vom ert Augenblicke an einen Zauber auf mich geübt, wie ich ihn! empfunden; seitdem ist aus diesem Gefühl eine Leidensch geworden, die ich nie werde besiegen können. Sie haben te darin bin ich ein Mann, und ich fühle, daß ich dieser Leide schaft Sklave von jetzt bis an meines Lebens Ende sein Ich werbe jetzt— denn ich weiß, wie wenig der Auge dazu da ist— nicht um Ihr Herz; ich bin nicht blind alles das, was heute noch zwischen uns liegt. Aber der 5 wird zurückkommen; wenn das Allgemeine des einzelnen mehr bedarf, wird der einzelne sein Leben für sich wieder!“ ginnen können; ich werde dann zu Ihnen in einem anden, Kleide als meinem jetzigen, das Sie an die Kluft,! zwischen uns liegt, erinnern muß, zurückkehren— nut!“ die geit, Blanche, lassen Sie mir die Hoffnung, daß Sie n. alsdann freundlich aufnehmen und alles anhören werd was ich sagen kann, um Ihr Herz zu gewinnen 9 gehen Sie nicht, wenden Sie sich nicht so erschrocken ab— ich Ihnen sage, kann Sie nicht überraschen, und Sie tragen die Schuld, wenn ich schon jetzt es Ihnen so 9 sage! Ich möchte damit ein Verhältnis des Vertrauens. der rückhaltlosen Offenheit gewinnen, ich möchte das trauen in Ihnen, das mich mehr peinigt, als ich es sagen kann, enden... nur das möcht ich für heute, für die! Augenblick schon: ich will, ich muß den unseligen Arg aus meinem Herzen reißen können, der mich quält!“ Fortsetzung folat.] — .. N 1 und Nachbargebi Hessen Gießen und achbargebiete. Dir Reihemaßnahmen gegen den Buter⸗ und Fleischwucher. Wie das Wolffbureau meldet, hat der Reichskanzler mit dem Staatssekretär des Reichsamts des Innern, Staats— minister Delbrück, über die Frage der Lebensmittelversor— gung eine längere Besprechung gehabt, und es sollen nun⸗ mehr baldige Beschlüsse des Bundesrats in der Angelegen— heit in Aussicht stehen. Vor allen Dingen wird es sich um eine Regelung der Butter- und Fleischfrage handeln. So wird berichtet, daß auf Grund der Verhandlungen der neu— errichteten Reichsprüfungsstelle die dem Bundesrat voraus— sichtlich noch im Laufe dieser Woche zugehende Verordnung über den Butterverkauf eine Preisgestaltung für Hersteller Groß- und Kleinhändler vorsieht. Da die Landwirtschaft und der Butterhandel sich schon in Friedenszeiten nach den Berliner Marktverhältnissen zu richten pflegten, hat man in Aussicht genommen, einen jeweilig für Berlin festzu⸗ setzenden Preis als Grundpreis für das ganze Reich gelten zu lassen. Die Festsetzung dieses Berliner Grundpreises wird einer Kommission übertragen, die sich aus Landwirten. Buttergroßhändlern und „Kleinhändlern sowie aus einem Reichskommissar als Vorsitzenden zusammensetzt. Alle zwei Wochen, voraus— sichtlich jeweilig am 1. und 15. eines jeden Monats, wird diese Kommission zusammentreten und der Regierung auf Grund der jeweiligen Marktlage entsprechende Vorschläge für die Gestaltung des Großhandelspreises für Butter am Berliner Markt unterbreiten. Der hiernach in Kraft tretende Grundpreis wird abgestuft nach den im Großhandel üblichen drei Qualitätsgruppen. Es kann angenommen werden, daß dieser Grundpreis vorerst etwa 240 Mark für 50 Kilogramm betragen wird. Von diesem Grundpreis ausgehend, regelt die Regierung alsdann den Preis für die Hersteller und Zwischenhändler durch entsprechende Zuschläge oder Abschläge. Für den Kleinhandel wird die Preisrege— lung durch Festsetzung von Höchstpreisen erfolgen.— Hoffen wir, daß dieser Bericht falsch ist, denn ein Butterhöchstpreis von 2,40 Mk. ist nicht zu bezahlen, dabei soll das der Grund— preis für den Großhandel sein, im Kleinhandel würde sich der Preis also mindestens in der Höhe der jetzt für Berlin festgesetzten Höchstpreise von 2,80 Mk. bewegen; das bedeutet für Neunzehntel der gesamten Bevölkerung den Ausschluß des Buttergenusses. Einigermaßen wird ja vielleicht diese Preishöhe für unsere Gegend dadurch herabzumildern sein, daß nach dem Entwurf der Verordnung Zuschläge und Ab— schläge gegenüber dem Berliner Grundpreise für die übrigen Teile des Reiches zugelassen werden sollen. Ferner sollen die größeren Gemeinden, also Gemeinden mit etwa über 10000 Einwohnern, verpflichtet sein, in Anlehnung an diese Großhandelspreise Höchstpreise für den Klein- handel unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse festzusetzen. Die kleineren Gemeinden sollen dazu berechtigt sein. Die Landesregierungen sollen das Recht bekommen, wiederum besondere Höchst⸗ und Mindestgrenzen für die Festsetzung dieser Höchstpreise anzuordnen. Die Erwägungen über die Regulierung der Fleischver⸗ orgung sind noch nicht abgeschlossen, aber es sind auch hier— für einschneidende Maßnahmen zu erwarten. Es wird zur Zeit auch geprüft, ob es nicht zur wesent⸗ lichen Ersparnis an Fett und Butter führen würde, wenn für zwei Tage in der Woche für die Hotels und Restaurants das Braten des Fleisches verboten würde, sodaß es an diesen Tagen nur gekochtes Fleisch geben würde. Noch nicht geklärt ist auch die Frage, ob für den Bezug von Milch besondere Milchkarten oder Milchmarken ausgegeben werden sollen. Jedenfalls sind aber für die allernächsten Tage auf den ver⸗ schiedensten Gebieten des Lebensmittelmarktes weitgehende Regulierungen in Aussicht genommen. Zu fordern wäre dabei, daß die Vorstellung der Konsumentenausschüsse bei diesen Regulierungen mehr Beachtung fänden als bisher. So hat der Reichskriegsausschuß auch in einer Eingabe an das Reichsamt des Innern eine allgemeine, über das ganze Reich sich erstreckende Festsetzung von Höchstpreisen für Milch gefordert, die aber in enger Verbindung mit einer Preis. begrenzung für Butter und stäse stehen muß. Ohne die Festsetzung von Höchstpreisen für Butter und Käse würde bei der Landwirtschaft nur der Anreiz entstehen, größere Mengen von Milch für die Butter- und Käsebereitung zur Verfügung zu stellen und damit das für den Konsum zur Verfügung stehende Quantum Milch verringert werden. Es wird ferner verlangt, daß die Herstellung von Käse aus Vollmilch ver⸗ boten wird. Befürwortet dagegen wird die Herstellung von Käse aus Magermilch. Dabei würde der Eiweißgehalt der Magermilch der menschlichen Nahrung zugeführt, während leider gegenwärtig der größte Teil der Magermilch zur Vieh⸗ fütterung benutzt wird. Bei dieser Verwendung der Mager⸗ milch geht nur/ des Eiweißgehaltes in die Fleischproduk. tion über. Bei dem Mangel an eiweißhaltiger Nahrung ist es dringend notwendig, daß die Nahrungsmittel mit größe⸗ rem Eiweißgehalt vollkommen der menschlichen Nahrung zur Verfügung gestellt werden. i Was die praktische Durchführung des Vorschlages anbe⸗ trifft, so beruft sich die Eingabe auf die Verordnung des Generalkommandos in Bayern, die von der Bevölkerung recht zustimmend aufgenommen wurde. Aber auch bei dieser Verordnung zeigt sich bereits, daß ohne eine Regelung für das ganze Reich die Durchführung Mängel aufweist. Vor allem klagen die Bezirke, die früher Milch und Produkte der Molkerei aus Bayern bezogen haben, daß ihnen durch die Beschränkung der Ausfuhr aus Bayern große Schwierig. 1 0 in der Versorgung entstanden 19 1 Handel zu abermaligen Preissteigerungen benutzt werden Die Eingabe bestreitet, daß die Landwirtschaft die gegen wärtige Preissteigerung begründen oder mit Recht foren kann. Die hohen Preise für Butter lassen sich nur erklären Molkereiprodukte. Ohne eine Preisfestsetzung ist den weiteren Preistreibereien kein Ziel zu setzen. f Die Erste Kammer der Stände hielt Dienstag vormit⸗ tag eine Sitzung ab, die kaum eine Viertelstunde dauerte und in der die drei Positionen der Tagesordnung ohne jede De— batte angenommen wurden. Es waren dies die Regierungs— vorlagen über die weitere Verschiebung der Wahlen zum 37. Landtag, ferner über die Veräußerung von fiskalischen Grundstücken, und der Gesetzentwurf über die Uebernahme von Wechselverpflichtungen für die Gemeinden und Ge— meindeverbände durch den Staat. Darauf wurde das Haus auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Brotversorgung Deutschlands. Amtlich wird bekannt gegeben: Vor kurzem ging durch die Zeitungen die Nachricht, daß die Reichsgetreidestelle in diesem Jahre drei Millionen Tonnen Brotgetreide über die zur menschlichen Ernährung im Rahmen der jetzigen Verbrqauchsbeschränkung erforder— lichen Vorräte hinaus verfügbar habe. Sie könne und müsse daher zur Linderung der Futtermittelknappheit statt der 200000 bis 300 000, die sie bereits in Form von Futterschrot abzugeben beschlossen habe, mindestens eine Million Tonnen für Zwecke der Viehverfütterung bereitstellen. Diese Nach⸗ richt bedarf der Richtigstellung dahin, daß mit dem bezeich⸗ neten Ueberschuß jedenfalls gegenwärtig nicht gerechnet wer⸗ den kann, denn vorläufig steht ziffernmäßig nur fest, was zur menschlichen Ernährung sowie als Saatgut und als Reserve gebraucht wird, während der Gesamtertrag der diesjährigen Brotgetreideernte bisher nur schätzungsweise ermittelt wurde. Danach kann zwar die menschliche Ernährung ohne Zweifel als sichergestellt angesehen werden, aber die Höhe des tatsäch⸗ lichen Ueberschusses ist noch unsicher. Infolgedessen ist es eine unbedingt gebotene pflichtgemäße Vorsicht der Reichs- getreidestelle, daß sie gegenwärtig keinesfalls mehr Brotge— treide der menschlichen Ernährung entzieht, als sie nach Maß⸗ gabe dieser Berechnungunterlagen verantworten kann. Erst die bevorstehende Vorratserhebung Ende November d. J. wird ein übersichtliches klares und einwandfreies Zahlenbild des Ergebnisses unserer neuen Ernte liefern, so daß auch erst dann mit einiger Sicherheit beurteilt werden kann, ob etwa noch mehr Brotgetreide für menschliche Ernährungszwecke entbehrlich sind. Jedenfalls aber darf die Abstellung des Futtermangels nicht allein oder hauptsächlich von Maßnahmen der Reichsgetreidestelle erledigt werden. — Die Eier haben jetzt bekanntlich geradezu Phantasie⸗ preise. Niemand wird behaupten wollen, daß etwa deren „Produktionskosten“ in der Weise gestiegen wären, daß sie die wahnwitzigen Preise auch nur entfernt rechtfertigten. Man kann behaupten, daß die Produktionskosten über⸗ haupt nicht gestiegen sind und die unerhörten Preise infolge schandbarer Preistreiberei erreicht wurden. Vom Kommunalverband werden jetzt Eier zu 17½ Pfg. das Stück verkauft, das ist erheblich billiger als auf dem Markte, aber immer noch viel zu teuer.(Nebenbei bemerkt, sollen die Eier aber frisch und gut sein.) Wie aber von der Regierung und den von ihr geschaffenen Organisationen selbst zur Ver⸗ teuerung beigetragen wird, geht aus einer Zuschrift hervor, die ein Dresdener konservatives Blatt von einem Hotel- besitzer erhält. Dieser schreibt: „Ein Wiener Großhändler, welcher in Friedenszeiten 5000 bis 6000 Kisten Eier monatlich in Deutschland einführte, machte mir auf seiner Reise nach Berlin in dieser Angelegen⸗ heit folgende Angaben. Oesterreich hat dem Deutschen Reich gestattet, monatlich 150 Waggonladungen Eier auszuführen, sofern Deutschland das Wagenmaterial stellt, und zwar aus Oesterreich-Ungarn 120 Waggons und aus Galizien 30 Waggons monatlich. Die deutsche Regierung übergab den An⸗ und Verkauf an die Zentral⸗Einkaufs⸗Ge⸗ sellschaft, G. m. b. H., Berlin, Bernstraße 21. Die Ge⸗ sellschafter, welche keine Fachleute sind, nahmen sich vier Eierhändler, die pro Kiste für Ein- und Ver⸗ kauf 10 Mark erhalten. Für eine Kiste Eier ent. haltend 1440 Stück oder 24 Schock, wurden in Galizien 200 Kronen— 146 Mark bezahlt. Die Fracht in Waggonladungen stellt sich pro Kiste auf 4 Mk. bis Berlin. Dort wurde auf dem Wege der Auktion() die Kiste auf 220 bis 240 Mk. getrieben. Zu bemerken wäre noch, daß sich der Verkauf der Eier nur durch die Zentral-Einkaufs-Gesellschaft abwickeln kann. Die vier Eier-Ein⸗ und Verkäufer verdienen ohne jedes Risiko 150000 Mk. monatlich, wäh⸗ rend der Gesellschaft ein monatlicher Nutzen von/ M il lion Mark bleibt. Nach Angaben der Eier-Impor⸗ keure, die jetzt mit ihren früheren Kunden infolgedessen keine Geschäfte direkt abwickeln können, wird dem deutschen Volke dieses wichtige Nahrungsmittel, ein Ei, um 5 bis 6 Pfg. verteuert.— Soeben wird mir die Nachricht, daß den Eierhändlern von der Regierung inzwischen gekündigt wor⸗ den ist, und diese jetzt nur mit einem Fixum von 700 Mark monatlich angestellt sind.“ Das sind wirklich Zustände, die zum Himmel schreien. Die Zentral-⸗Einkaufs⸗Gesellschaft scheint ihre Aufgabe ja höchst merkwürdig aufzufassen. Was mag mit dem riesigen Gewinn der Gesellschaft geschehen? Sache der Reichstags⸗ abgeordneten wäre es, sich mal eingehender um die Dinge zu kümmern. 4 Von einem glänzenden Geschäft eines Butter⸗ händlers wird noch aus Solingen folgendes berichtet: Ein Molkereibesitzer hat dort vor Monaten, als die Butter noch 1,75 bis 1,80 Mark kostete, einen großen Posten Butter aufgekauft und die Ware im städtischen Kühlhaus unterge- bracht, sie also zurückgehalten. Die Butter wäre sicher noch länger im Kühlhaus liegen geblieben, wenn nicht unter dem Drucke der öffentlichen Meinung eingegriffen worden wäre. Der Eigentümer der Butter hat sich jetzt bereit erklärt, die Butter zu 2,40 Mark das Pfund abzugeben. Die städtische Preisprüfungsstelle beschloß, die Butter den Kriegerfrauen zu diesem Preise zugänglich zu machen. Es handelt sich um einen Posten von 10 000 Pfund. Der Händler hat also, tro 18 8 Oelen und aus der ungünstigen Marktlage. Es fehlt an Oel f Jetten und dieser Mangel wirkt preistreibend für Milch und erwünscht war, noch 6000 Mark an der Butter durch das Zurückhalten vom Markte verdient. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten! Karl Dietzel aus Gießen, Garde-Regt. Nr. 4.— Mus“ ketier Karl Walter aus Daubringen, Inf. Regt. 49. 77 Musketier Karl Pfeffer aus Großen-Buseck, Inf.Regt. 81. — Pionier Ludwig Lemmer aus Mainzlar, 12. Pionier⸗ Regt.— Wehrmann Wilhelm Weisensee aus Albach Inf.⸗Regt. 116.— Musketier Wilhelm Block aus Obborn/ hofen, Inf. Regt. 88.— Musketier Karl Meier aus Eudorf, Inf.⸗Regt. 221.— Musketier Karl Fermer aus Alsfeld, Inf.⸗Regt. 13.— Musketier Heinrich Fiedler aus Rain rod b. Alsfeld, Inf.-Regt. 140.. »Neue Bergwerksanlagen werden au der preußisch⸗hessischen Grenze in der Nähe von Lsttzellinden geschaffen. Unter Leitung des Bergwerksdsrektors Müncker⸗-Gießen wurden dort erfolgreiche, Bohrungen auf Manganerze vorgenommen und die Ergebnisse waren so gut, daß man kürzlich zum bergmännischen Abbau der gut anstehenden Erze vorgegangen ist. Die erworbenen Grubenfelder, liegen an der Grenze der Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg⸗ werke vorm. Fernie. 0 — Gemeinbesteuer⸗Rückstünde. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des 3. Zieles Gemeindesteuern und Kanalgebühren. Die Zahlung kann noch bis einschließlich 19. November bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Bei⸗ treibung, wobei die Pfändungskosten erhoben werben. — Stadttheater. Auch die Freitagsvorstellung bringt ein für Gießen neues Lustspiel„Mein alter Herr“ von 5 Arnold. Das liebenswürdige Werk hat zum Schluß der Sommer- spielzeit in Bad⸗Nauheim einen großen Erfolg erzielt, an dem in erster Reihe beteiligt waren die Herren Goll, Steinhoser, Hellmuth und die Damen Schild, Burghoff und Rubens. — Auf den Künstlerabend der Freilichtbühne, der morgen, abend in der Aula stattfindet, sei nochmals an dieser Stelle hinge⸗ wiesen. Das Programm war im Inserat des gestrigen Blattes zu ersehen. 75 Kreis Wetzlar. —Gleiberg. Wieder haben wir einen Genossen durch den Krieg verloren. Dieser Tage lam die Nachricht, daß Carl Lautz gefallen ist. Er war Mitglied des Arbeiterturnvereins und hat stets unsere Sache zu fördern gesucht.— Bis jetzt sind aus unserem Orte f ganzen acht Mann dem furchtbaren Kriege zum Opfer gefallen. Bon Nah und Fern. Tod beim Kriegsspiel. In Lübeck kamen kürzlich zwel Knaben beim Kriegsspiel ums Leben. Die Kinder hatten sich während der Ferien auf verschiedenen Plätzen der Stadt Schützen⸗ gräben gebaut und hierbei auch Untersttnde errichtet. In diesen Gräben wurde nun eifrig Krieg gespielt. Dabei stürzte ein solcher Unterstand ein und begrub zwei 12 und 13 Jahre alte Knaben. Als man sie befreite, waren sie bereits erstückt. Rache der Verschmähten. Aus Wien wird der Fr. Ztg. be⸗ vichtet: Fräulein Kamilla R. verübte Sonntag nachmittags in ihrer Wohnung auf den bei ihr zu Besuch weilenden Prinzen Leopold von Sachsen⸗Coburg ein Attentat, indem ste ihn eine ätzende Flüssigkeit gegen das Gesicht schüttete und daraufhin einige Revolverschüsse gegen ihn seuerte. Nach Verübung diefer Tal richtete sie die Wafse gegen sich und tötete sich durch einen Schuß ins Herz. Als Motiv ihrer Hanblung bezeichnet sie in hinter⸗ lassenen Briefen, daß der Prinz die mi: ihr längere Zeit hindurch gepflogenen Beziehungen lösen wollte. Die Verletzungen des Prinzen durch die Schüsse und Verätzungen sind ernster Natur, jedoch nicht lebensgefährlich. a Die Schußwasse in Kinderhänden. 05 Der fünf Jahre alte Knabe Georg Mathes in Kauernberg (Oberfr.) kam mit einem anderen vier Jahre alten Knaben in eim Zimmer, in dem ein geladener Zimmerstutzen hing. Während die beiden mit dem Stutzen spielten, ging plötzlich ein Schuß los und traf den Knaben Mathes so unglücklich hinter dem Ohre in den Kopf, daß der Tod alsbald eintrat. „ Telegramme. Tagesbericht des Gußen Halptlutitz. Die untere Düna erreicht. Vorwärts in Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 21. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz, Keine besonderen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nordöstlich von Mitau gewannen wir die Düna⸗Ufer von Borkowitz bis Bersemünde. Die bisherige Beute der dortigen Kämpfe beträgt im ganzen 1725 Gefangene, 6 Ma⸗ schinengewehre. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Oestlich von Baranowitschi wurde ein russischer Angriff durch Gegenangriff zurückgewiesen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Am Styr in der Gegend von Czartorysk nahmen die örtlichen Kämpfe einen größeren Umfang an. Vor erheb⸗ licher Ueberlegenheit mußte ein Teil einer dort kämpfenden deutschen Division in eine rückwärtige Stellung zurückgehen, wobei einige bis zum letzten Augenblick in ihrer Stellung ausharrend Geschütze verloren gingen. Ein Gegenangriff ist im Gange. Balkankriegsschauplatz. Die verbündeten Truppen folgen auf der ganzen Front dem langsam weichenden Fein de. Aus der stark befestigten Stellung südlich und östlich von Ripanj sind die Serben in südlicher Richtung geworfen. Unsere Vortruppen erreichten Stepojevac—Leskovac— Baba, Westlich der Morawa dringen deutsche Truppe über Selevae und Saraorei, östlich des Flusses über Valaskido, Rasauige und auf Ranovac vor. Bulgarische Truppen kämpften bei Regotin. südlich erreichten sie die Straße Zajecar—Knazevgc. Oberste Heeresleitung.. Weiten dem er den Preis nicht in der Höhe festsetzen konnte, die ihm — 0 N* Der österveichisch ungarische Tages bericht Die Einnahme von Sabae. Wien, 21. Oktbr.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 21. Oktober 1915. 8 Rullischer Kriegs schauplatz.. Westlich und südwestlich von Czartorist wurde auch gestern den ganzen Tag über heftig gekämpft. 5 Südöstlich von Kulikowice wehrten österreichisch⸗ungarische und deutsche Truppen starke russische Angriffe ab. In den gestrigen Kämpfen am Styr wurden 1300 Gefangene und 3 Maschinen⸗ gewehre eingebracht. Bei Nowo⸗Aleksiviece wurde heute früh ein Vorstoß des Gegners vereitelt. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der ganzen Sübwestfront sind Kämpfe großen Stils im Gange. der Italiener an unseren festen Stellungen zusammen. So schlugen unsere Truppen auf der Hochfläche von Vilgereuth in der vorver⸗ gangenen Nacht sechs Angriffe ab und wiesen gestern tagsüber den anstürmenden Feind breimal ab. Das gleiche Schicksal hatte dort ein heute nacht mit sehr starken Kräften geführter Angriff des Jeindes. Auch in den Dolomiten sind neue italienische Angrisse am Col di Lang, am Monte Siey und bei der Grenzbrücke südöstlich Schluderbach abgewiesen worden. Der Feind, der sich in diesem Gebiete schon tagelang abmüht, kounte nirgends auch nur den geringsten Erfolg erzielen. Am Karnischen Kamm wurde westlich des Wolayer⸗Sees ein Angriff italienischer Alpentruppen zurück⸗ geschlagen. zm Küsten lande hat sich das feindliche Artillerie⸗ feuer zu größter Heftigkeit gesteigert und hielt tagsüber gegen die ganze Isonzofront an. Annäherungsversuche feindlicher Infanterie und technischer Truppen scheiterten in unserem Infanterie- und Maschinengewehrfeuer. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen rückten in Sabae ein. Die Ebene der Macva ist vom Feinde gesäubert. Die Armee des Generals der Infanterie von Köveß und die beiderseits der Morava vorgehenden deutschen Streitkräfte dringen in engem Zusammen⸗ schluß immer tieser in das serbische Gebiet vor. . Von den österreichisch⸗ungarischen Truppen des Generals von Köveß rückte die westliche Kraftgruppe auf den Höhen der Kolubara bis in das Mündungsgelände der Turiia vor, indessen die östliche südlich von Grocka unter Kampf die Ralja⸗Niederung überschritt. g Die Bulgaren gewannen zwischen Zajecar und KAnjazevae das Timo tal und näherten sich östlich von Pirot den Ostwerken auf Geschützertrag. Eine ihrer Armeen erkämpfte sich gestern mit den Vortruppen den Austritt in das Becken von Kuma⸗ nowo und in das Wardartal. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Söller. Feldmarschalleutnant. Bulgarischer Bericht. Große Beute bei Vranja. Ovtsche Polje in bulgarischen Händen. Sofia, 20. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die gestrigen Operationen: Unsere im Timoktale Schritt für Schritt vordringenden Truppen stehen schon vor Negotin, wo sie die Serben zurückgeschlagen haben. Diese flohen, von Panik ergriffen, und ließen einen Offizier, 50 Mann als Gefangene und einen Offizier, 150 Mann tot im Timoktale zurück. Unsere Truppen erreichten die Linie Tscherni Vrh und Wetren-(500) Petru— schitza⸗Grasischkatfcouka(907)- Gredvaglava(893)- Tachoi— nitza(795) Dorf Viberci, 5 oder 6 Kilometer östlich Kina— zevac⸗Jassen(800) und Gabar(875). Bei Pirot nahmen un— sere Truppen nach einem erbitterten Kampfe sehr wichtige strategische Punkte ein. Auf dem Vidlie Planina bei Vranja setzten sich unsere Truppen fest und säuberten das Tal der bul— garischen Morawa in einer Ausdehnung von 21 Kilometern nach Norden und Nordosten hin, Die Beute von Vranja ist noch nicht gezählt. Man weiß nur, daß sie unter anderem zwei Millionen Patro— nen des Systems Berdan einbegreift, ferner Tabak für eine Million Frances. Auf dem Bahnhof von Bojanowitz fand man ungefähr eine Million Kilogramm Heu. Unsere über Egri— Palanka vordringenden Truppen griffen eine starke Stellung an und schlugen die Serben zurück, die wir in Eile auf Ku— manowo verfolgen. Im Tal der Bregalnitza schreitet unsere Offensive mit blitzartiger Schnelligkeit vorwärts. Das ganze Tal, ebenso die Ebene von Oytsche Polje, ist in unseren Hän— den, auch schon die Städte Kotschana, Radowischte, Tipkilisse und Nikrstowo. Unsere Kavallerie, die die auf dem Rückzuge befindlichen Serben verfolgte, erreichte sie bei Kisseli und zer— streute sie vollständig. Ungefähr 2000 Serben wurden zu Gefangenen gemacht, andere konnten nur dank der Dunkelheit der Nacht entweichen. Die Bevölkerung in dem von dem serbischen Joche befreiten Gebiete nimmt unsere Truppen mit unbeschreiblicher Begeisterung auf. Ueberall bedeckt man un— sere als Befreier wiederkehrenden und lang ersehnten Sol— daten mit Blumen. Sie sind der Gegenstand von begeistertsten Kundgebungen. Einstellung des Vormarsches der Ententetruppen nach Serbien? T. IU. Paris, 21. Okt. Hiesige Blätter erhalten aus Saloniki die Bestätigung, daß infolge der Besetzung von Vranja durch die Bulgaren und die damit zusammenhängende Sperre der Eisenbahnlinie Nisch— Saloniki der Vormarsch des Expeditionskorps nach Serbien eingestellt worden sei. Die Blockade der bulgarischen Küste. T. U. Sofia, 21. Okt. Die Blockade gegen Bulgarien begann gestern. Eine diesbezügliche Verfügung der französischen Admirali— tät wurde von dem Admiral Gauliot auf der„Jeanne d'Arc“ unter— schrieben. Binnen kürzester Frist müssen alle neutralen Schiffe die bulgarischen Häfen im Aegäischen Meer verlassen. Eine Katastrophe? Der bekannte schwedische Reichstagsabgeordnete und Historiker Professor Rudolf Kjellen schreibt, daß die Un- ruhe der Ententemächte auf Bulgariens Eingreifen hin den Charakter hoffnungsloser Verwir-⸗ rung anzunehmen scheint, und daß es das definitive Indie— luftfliegen der Wagschale für die acht Alliierten bedeutet. Es ist die Katastrophe, die in dem gigantischen Schau⸗ spiel naht. 8 Genf, 21. Okt. Meldungen Pariser Blätter sprechen von der bevorstehenden Räumung Nischs und der Kon⸗ entrierung der serbischen Kräfte im Westen. Eine entscheidende ntervention der französisch-englischen Streitkräfte sei im Brega— Iitzatal zu erwarten. In Tirol brachen gestern zahlreiche starke Angriffe Zahlreiche türkische Abteilungen, von starker Artillerie unterstützt, sollen sich längs der bulgarisch-griechischen Grenze im Anmarsch gegen Serbien befinden. Rußland und Bulgarien. Sofia, 21. Okt. Von militärischer Seite wird mitgeteilt, daß der Angriffsplan Rußlands noch in Dunkel gehüllt sei. Der ur⸗ sprüngliche Plan Rußlands, nach dem Bombardement von Warna dort eine Truppenlandung vorzunehmen, sei verschoben worden. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die russischen Schiffe aus Angst vor den Unterseebooten flüchteten. Die russische Flottte verschwand, wie man von Warna aus beobachten konnte, in nordöstlicher Richtung. Vom Hafen Vasiliko aus wurden gestern früh drei russische Panzerkreuzer gesichtet, die, von Norden kommend, über eine halbe Stunde dort manövrierten und dann in nördlicher Richtung zurückkehrten. Es ist anzunehmen, daß Rußland seine Aktion erst dann beginnen will, wenn die Ententetruppen starke Kräfte der bulgarischen Armee binden und dadurch der Küstenschutz schwächer wird. Die bulgarischen Häfen am Schwarzen Meer werden eiligst be⸗ festigt, wobei alle modernen Befestigungsmittel zur Anwendung gelangen. Zurzeit ruht die Aktion auf dem Schwarzen Meer und die russischen Schiffe erscheinen nicht mehr vor den bulgarischen Häfen.. Zwei weitere Truppendampfer versenkt. Athen, 19. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Blatt Embros meldet, es verlaute gerüchtweise, daß zwei Trans⸗ portdampfer mit Truppen der Alliierten von einem U-Boot versenkt worden seien. Schwere Explosionskatastrophe in Paris. Die Agence Havas verbreitet folgende Meldungen: Paris, 20. Okt. Eine heftige Explosion ereignete sich heute nachmittag in einer Fabrik an der Rue de Tolbiac. 8 gab zahlreiche Opfer. Der Präsident der Republik und der Minister des Innern haben sich an die Unglücksstelle begeben. Paris, 21. Okt. Die Explosion in der Rue Tolbiac forderte etwa vierzig Opfer an Menschenleben. Außerdem würden zahlreiche Personen verletzt. Jede Böswilligkeit ist aus⸗ geschlossen. Die Explosion war so hestig, daß benachbarte Ge bäst⸗ lichkeiten einstürzten und alle Fensterscheiben des ganzen Viertels zerbrachen.. Nach Blättermeldungen wurden in der Fabrik Granaten Nachruf. Am 9. Oktober fiel auk dem Schlachtfelde in 2 Feindesland unser lieber Turngenosse 5 Karl Lautz Grenadier im Garde-Alexander-Regiment Nr. 1 Lautz war stets ein tüchtiger, braver Kamerad, 5 dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. hergeste II. In den Werkstätten waren 200 Frauen. 115 5 Leute beschäftigt. Ein sechsstöckiges Nachbarhaus ist volltohmm zerstört worden. Andere Nachbarhäuser wurden schwer beschä Ein neues Explosionsunglück in Frankrei Zürich, 21. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Zürcher Zeitung meldet aus Genf: In der Munitio fabrik Chedde in Hochsavoyen ereignete sich eine Ex po sion, durch die mehrere Personen getötet wundet wurden. Einzelheiten schweigen bewahrt wird. Verantwortlicher Redakteur: F. ers erlag von Krumm& Cie., Gießen. 13 Druck: Verlag Bekanntmachung Mahnung des 3. Zieles Gemeindesteuern und Kanalgebühren 7 für das Rechnungsjahr 1915. 3 Das im Mon zu entrichten. treibung, wodurch Pfändungskosten entstehen. treibungskosten erhoben werden.. Gießen, den 21. Oktober 1915.! 1 Der Stadtrechner. 5 7 85 Mäse r.“ 5 Praktischer Ffegwelser ein a bflpfeblenswerter lieschätte e e 1 J Sen und 7 Brennmszerlallen 9 eee 7 J. N. ring, Lich] Joh. Fischer Telephon 1 1 Arelerhen 2* a mit E Roklen, Ralks und le. 9 Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Georg Uuht Kofonlfaswraren Heinrich Möser, Gießen Welren- u. Roggenmehle Sämtliche Futterartikel engros Rüböl, Leinöl en detail G. m. b. H. Wetzlar. Uerladi& Euler Likörfabr. u. e U 9 3 Taras J. aer weren ö i Tadlladd S. Baer 0 Habt. Walchehet en 1 L en ei A a e eee 6 lelscheresen 2 Sia 5 f Ahr. Nebler bee ensden 0 Fozl. L. Ahrefef, Lane. 21 DDr rr rr NN N= Die Neug oder ver⸗ fehlen, da möglichst Still- Vetters, Gießen. Oitenbacher Abendblatt. G.. b. O., Offenbach g. N. 2* at September ds. Is. fällig gewesene 3. Ziel Ge⸗ meindesteuern und Kanalgebühren kaun noch bis zum 13. November ds. Js., einschließlich ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstande sind, werden hler⸗ mit gemahnt, die Abgabe bis zum 13. November an die Stadtkasse Vom 15. November an gelangt das 3. Ziel zur Bei⸗ Ueberweisungen im Bankverkehr müssen am 19. November ds. Js. chenfalls bei der Stadtkasse gutgeschrieben sein, andernfalls die vorgeschriebenen Bei⸗ 5 eine, 78 5 8 55 Christian n 1 Neuen-Biue 27. Niezetr. 14. ;ÜðÜngñZʒ Neu erschienen: In franzöfscher Kriegsgefangenschafl ö 1914/15. Aufzeichnungen und Erinnerungen von Rans Horst, Briefträger in Gießen, Wehrmann im Landwehr-Juf.⸗Regt. 116. Pfg. Zu haben: Buchhandlung Oherhessische Volkszeitung Preis eee ee rer 0, he El b, 8 deu! Konkurrenzlos! Versand⸗Aarton 50 (D. R.⸗Patent 130568) 5 für Gelee, Honig, Butter, Schmalz, Fleischwaren ꝛe. Vraklischer, vorteilhafter und biliger als lech oder Glas⸗Backung. Preis für 1 Psund⸗ Packung nur Auf Grund des Gesetzes, betreffend Höchstpreise der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1 prüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 2 folgendes angeordnet: als 2.10 Mk. gefordert und geꝛahlt werden. verkauft werden von denjenigen Händlern, welche hie Die festgesetzten Bedingungen sind in dem Verkau hängen; der Aushang muß mit meinem Dienstsiegel Diese Bestimmungen treten am 23. Okto verwiesen. Gießen, den 21. Oktober 1915. Der Oberbürgerme Salonik wurde von einem deutschen Flieger überflogen, der die Truppentransporte beobachtete. Keller. Verbindung mit der Bundesratsverordnung über die Errichtung von Preis⸗ Im Kieinverkauf darf im Gebiet der Stadt Gießen für„in Pfund Süßrahmbutter(Tafelbutter, Molkereibutter) kein höherer Preis als 2.40 Mk., für ein Pfund Landbutte Ausländische Butter darf bei Abgabe im Kleinverkauf zu höherem Preise erhalten und sich den von mir festgesetzten Verkaufsbedingungen unterwerfen. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden nach § 6 des eingangs erwähnten Höchstpreisgesetzes und 8 und§ 17 der gleichfalls oben erwähnten Bundesratsverordnung vom 25. September 1915 bestraft. Außerdem wird auf die Bus desratsverordnung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. Sept. 1915 ister Lehrling oder Lehrmädchen gegen sofortige Vergütung gesucht. ö Näheres Marktplatz 17. vom 4. August 1914 in 914/21. Januar 1915 in acheter bissel Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, den 22. Oktober 1915, 9. abends 8 un: Freitags⸗Abonn.⸗Vorstellung. „ Mein alter Herr Lustspiel in 3 Akten gon Franz Arnold und Viktor Arnold. Ende nach 10 Uhr. Gewöhnl. Preise ermäßigt. Sonntag, deu 24. Oktober 1915 nachmittaas 3½ Uhr: Ni spanische Fliege Schwank in 3 Akten von Frau Arnold und Ernst Bach. Ende 5¼ Uhr. Abends 7½ uhr: Filmzaube 5. September 1915 wird r kein höherer Preis rzu meine Genehmigung fsraum sichtbar auszu⸗ versehen sein. f ber 1915 in Kraft. 5 Abs. 1 Satz 2 Neu! Kleine Preise. 1 5 888 3