1 1 1 . U ben diesen Kan d der Sozialdemokrati üben dieser Tage dem Reichskanzler eine Zuschrift un Inhalts übermittelt: lit Ew. Exzellenz auf die unerträgliche Erhältnisse diktiert, noch weniger sind sie als unvermeid li ch h Mk. und Schmalz 2,40 Mk. kosten, so bedeutet Organ für die Interessen des werktätigen Volles. der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 460 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 180 Mk. Redaktion und Expedition Giesen, Bahnhofstraßse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. N Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 245 Gießen, Dienstag, den 19. Oktober 1915 10. Jahrgang Gegen den Lehensmitlelwucher. Die Generalkommission der Gewerkschaften schen Partei folgen⸗ „Die Unterzeichneten nehmen erneut Anlaß, die Aufmerksam⸗ . Preissteigerung unserer zuhrungsmittel zu lenken. Unser Volk steht vor einer ernsten Ge⸗ ihr, die abzuwegden eine wichtige Aufgabe der inneren Politik ist. u den vielen Oßfern, die das deutsche Volk heute bringt, sind die im hier auserlegten nicht aus dem Zwange der wirtschaftlichen bezeichnen. An Lebensmitteln haben wir gegenwärtig erfluß, aber doch auch soviel zur Verfügung, daß wir im allge⸗ beinen vor einer Hungersnot geschützt sind. Wir werden auf den lonsum einiger Artikel in höherem Maße Verzicht leisten eil hier die Inlandsp keinen icht, daß die Bevölkerung zur Sparsamkeit im Konsum erzogen Jonge en. Wenn gegenwärtig in Verlin das Pfund Butter bereits 4 diese Preis⸗ gerung, daß die ärmere Bevölkerung pom Konsum der Butter nid Schmalz ausgeschaltet wird, ohne daß die Wohlhabenden zur knschränkung gezwungen wären. Es ist einfach unmöglich, ß von den Arbeitern, den Angestellten und weiten Kreisen des nbürgertums solche Preise gezahlt werden. Unerträglich wird „ Zustand noch dadurch, daß Margarine im Preise von 0450 Mk. für das Pfund schon den Preis erlaugt hat, den die Lutter früher erreichte. Speck steht im Preise der Butter gleich ulld ist deshalb nur noch selten im Haushalte des Armen, wie alle icrigen Fette und Fleisch. Kann es da einem Zweifel unterliegen, baß unsere Bevölkerung Einbuße erleidet an eiweiß⸗ und fett⸗ hetiger Nahrung, das heißt, unterernährt ist? Fürchtbar sind die Klagen der Familien der Kriegs⸗ lilnehmer, die fortgefetzt an uns gelangen. Alle private Fohltätigkeit vermag nicht die Not zu lindern, die vielfach hier üingetreten ist. Verzweiflungsvoll wird die Lage, wenn Kraukhei: ider Familie den Verdienst der Frau schmälert, oder die Krank⸗ het der Frau ihn vollständig aufhebt. Wie soll mit der geringen Itterstützung ohne Verdienst der Frau die Familie durchkommen? bi den jetzigen Preisen ist es unmöglich: hier kehrt Hunger i Entbehrung in die Familie ein, und das zu all dem Leid, * Sorge und Angst um den, der draußen sein Leben einsetzt für s Wohl und Wehe des Landes! Mit allen den Notleidenden müssen wir den bitteren Vor⸗ fdurferheben, daß es in Deutschland leider eine große Inter⸗ sntengruppe gibt, die achtlos an diesem Jammer vorübergeht, ja, suen diese Preislage noch nicht hoch genug ist. Klingt es nicht wie ein Hohn auf die Lage der ärmeren Alksklassen, wenn heute eine Aktiengesellschaft nach der anderen zer hoch gesteigerten Gewinne aus der Nahrungsmittelindustrie be⸗ lunt gibt? Das ist ein Beweis, wie fkrupellos die wirtschaftliche klage ausgenützt wird und wie dringend notwendig der ener— N lemmissionen über Preisfeststellungen usw. schützen uns nicht 3 Aclleichwege sind viele und die Grenzen für zulässige 1 71 1 ö iche Eingriff des Reiches ist.. Die Androhung mit dem Wuchergesetz, die Einsetzung von, ist; der Uebervor⸗ Preistreibereien, weil der Wucherer nicht zu fassen tung sind weit gezogen. j g Wir bestreiten aber auch mit aller Entschiedenheit, daß die budwirtschaft auf diese hohen Preise für ihre Produkte An⸗ hr u ch hat. Es ist nicht wah r, daß die Landwirte erheblich ge⸗ egerte Produktionskosten haben. Wir haben durch eine Umfrage u einer Anzahl großer Güter in der Provinz Brandenburg fest⸗ ellt, daß stellenweise die Löhne gleichgeb lieben sind. hnerhöhungen über 20 bis 30 Pfa. pro Tag zu den tenheiten gehören. An die Stelle des Mannes ist die ligere Frauenarbeit getreten, ganz zu, schweigen von Vorteilen, die aus der Bereitstellung der Gefangenen die Großgrundbesitzer besonders erwuchs. 5 zorfef Ein Beispiel dafür, wie die Marktlage im freien Vorkehr von Landwirtschaft ausgenützt wird, geben uns die Viehpreise. Nach der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats d 7. September wurden im August d. Is. auf dem Berliner elachtviehmarkt folgende Preise im Vergleich zum August 4914 den Zentner Lebendgewicht notiert: Au g ust 1915 August 1914 Ochsen e e 51,25% 1 45,88% . 40,83% Kälber b. 83,19% 52,17% ö e. 74,88 ¼ 47,17 10 5 39,50% 606,38% 0 Schweine b. 173,75% 48,51% 6. 169,54% 48,71 5 „„ 4775. 7 N 5 e. 146,—% e 9 die Buchstabenbezeichnungen sind die bei den Notierungen lichen Einteilungen nach Qualität des Viehes. 5 5 „Die Schweinepreife sind somit über das Dreifache e⸗ esen. Wir haben in unseren früheren Eingaben darauf 1 en, wie notwendig Höchstpreise für Vieh sind, denn die e Marktlage muß hier eine wüste Preistreiberei hervorrusen, is nalsirlich au einem genügenden Augebot fehlt. Nieneand koa aupten, daß für die Schweinezucht die Landwirte beute das Dreifache aufwenden müssen. die 5 Nein, es ist nützung der Notlage, die zu solchen Wucherpreisen führt. Landwirte die freie Marktlage ausnützen wollen, um diese Preise zu skrupellose Aus⸗ Daß die erzielen, widerspricht den Interessen des Landes; diese Bestreb⸗ ungen müssen durch Festsetzung von Höchstpreisen zurückge- drängt werden. Für die Regierung muß das Wohl des Landes und nicht das unberechtigte Begehren von Leuten maßgebend sein, die immer nur im engen Bannkreis ihrer Intexessen sich bewegen. Im übrigen verkennen wir nicht, daß nicht alle Landwirte sich mit diesem Zustand einverstanden erklären, ihn vielmehr als beklagens⸗ wert anerkennen. Entsprechend den Viehpreisen sind die Fleischpreise ge⸗ stiegen. Schweinefleisch ist gegenwärtig in Berlin nicht unter 2,10 Mk. das Pfund zu haben, für Wurst ist der Preis bis auf 3 Mk. gestiegen. Schmalz und Rückenfett ist bis auf 2,40 Mk. er⸗ höht. Selbst der minderwertige Schweinebauch erlangt einen Preis von 1,90 Mk. das Pfund. Wie soll mit diesen Preisen eine Arbeiterfamilie ihren Haushalt einrichten? Dabei ist das Ende der Preistreiberei noch nicht abzusehen, wir haben mit weiterem Hinaufschrauben der Preise zu rechnen. Der Mangel an Fleisch und Fetten läßt es notwendig erscheinen, auch hier ein Verteilungssystem einzuführen, wie bei der Brotversorgung. Wir sind uns dabei bewußt, daß diese Ver⸗ teilung für die ärmere Bevölkerung wenig Wert hat, weil sie schon auf kleine Rationen gesetzt ist, aber es muß den Wohlhabenden auch klar werden, daß Krieg ist, und auch dort Einschränkungen ge— bjeterisch gefordert werden. Große Sorge bereitet uns die Milchproduktion, und die Preissteigerung für dieses so wichtige und unentbehrliche Nahrungs⸗ mittel. Wir hatten bei früheren Besprechungen im Reichsamt de Innern empfohlen, daß durch Vermittlung von dieser Stelle mit den Organisationen der Milchproduzenten verhandelt werde, um ihre Anforderungen zurückzudrängen. Anscheinend ist nichts unter⸗ nommen, denn wir haben bereits die befürchtete Preissteigerung. Im engen Zusammenhang damit steht die Verteuerung der Fabrikgerste. Der hohe Preis von 350 Mark für die Tonne, dee der Deutsche, Landwirtschaftsrat mit der Gerstenverwertungsgesell⸗ schaft vereinbart hat, bringt für den Landwirt den Anreiz, seine Gerste zu verkaufen, anstatt sie für die Viehhaltung zu verwerten. Mit der weiteren Steigerung des Wertes der Gerste wird neuer Antrieb für die höheren Viehpreise gegeben. Eine andere Folge dieser riicksichtslosen agrarischen Be⸗ strebungen ist, daß für gebrannte Gerste und für Graupen hohe Preise angelegt werden müssen. Gerade Nahrungs⸗ und Genuß⸗ mittel der ärmeren Volksklassen werden hier durch Preistreiberei besonders getroffen. Für gebrannte Gerste betrug der Preis vor dem Krieg 20 Pfg. das Pfund, gegenwärtig 60 Pfg. Der Arme muß 200 Prozent mehr zahlen für seinen Kaffeeersatz, während der Reiche für seinen Kaffee 5 Prozent Aufschlag zahlt. Alles das geschieht, ohne daß von der Regierung diesem Treiben mit Erfolg Widerstand entgegen⸗ gesetzt worden wäre. Die Autwort, welche Euer Exzellenz dem Vorstande der sozial⸗ demokratischen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses auf seine Eingabe erteilt hat, läßt zwar die Absicht erkennen, die schwierige Lage namentlich der unbemittelten Bevölkerung durch Regelung der Lebensmittelpreise und der Lebensmittelbeschaffung zu mildern. Die bisher ergriffenen Maßregeln erscheinen aber nicht ge⸗ eignet, dieses Ziel zu erreichen. Die neuerdings zur Regelung der Kartoffelver⸗ sorgung berufene Organisation kann auf ihrem besonderen Ge— biete gewiß mancherlei Gutes schaffen, zu einer wirksamen Bekämpfung des Lebensmittelwuchers wird auch sie nicht imstande ein. Von der größten Wichtigkeit wären nicht nur Preisbestim⸗ mungen für Groß- und Kleinhandel, sondern auch für den Produ⸗ zenten. Die Produzentenpreise sind gegenwärtig viel zu hoch: bei der günstigen Ernte hat die Bevölkerung ein Anrecht auf weit herabgesetzte Kartoffelpreise. Das ist umso notwendiger, als bei der Preislage für alle anderen Nahrungsmittel die Kartoffel für die ärmere Bevölkerung zu mäßigen Preisen auf den Markt ge⸗ langen muß. Dringend ersuchen wir um eine weitere Herabsetzung der Höchstpreise für Kartoffelmehl und Kartoffel⸗ präparate. Die hohen Preise, die heute über den Roggenmehl⸗ preisen stehen, sind keineswegs gerechtfertigt; sie sichern den Unter⸗ nehmungen nur unerhörte Gewinne. Die hohe Preislage für diese Produkte dient nur zur höheren Bewertung der Fabrik- kartoffel, und damit wieder zu Preistreibereien für die Eßkartoffel. Wir sind weit entfernt, der Landwirtschaft die höheren Pro⸗ duktionskosten nicht in Anrechnung zu bringen— aber diese Preise gehen weit Über berechtigte Ansprüche hinaus; sie bedeuten Kriegs⸗ gewinne, und nicht geringer Axt. Dagegen erheben wir Einspruch. Wir betonen noch einmal, daß die Preissteigerung, die uns die einheimische Landwirtschaft auferlegt, unsere Volksernährung in ernste Gefahr bringt. Das zu verhüten, verlangen wir, und wir bitten, daß die Regierung auch dann keine Bedenken gufkommen läßt, wenn sich ihre Maßnahmen gegen eine starke politische Inter⸗ essengruppe im Reiche richten. Das Wohl des gesamten Volkes er⸗ fordert, daß wir zu erträglichen Zuständen in der Lebensmittel⸗ versorgung kommen.“ — Die Preistreiberei auf dem Lebensmittelmarkte wird von Tag zu Tag schlimmer. Die Zahl derer, die von der Regie— rung verlangen, daß sie nun endlich ohne Rücksicht auf die ge— wissenlosen Preistreiber mit fester Hand zugreift, wächst immer mehr. Es sind längst nicht mehr allein die Vertretun⸗ gen der Arbeiterschaft, die sich an die Regierung um Abhilfe wenden und Anklagen erheben. Auch in den Kreisen des Mittelstandes und der weniger hoch besoldeten Beamtenschaft nimmt die Unzufriedenheit mit dem zögernden Vorgehen der amtlichen Stellen ersichtlich zu. Wahrhaftig, es wird die höchste Zeit, daß energisch eingegriffen wird. Sofort nach dem Ausbruch des Krieges haben die Gene⸗ ralkommission der Gewerkschaften und der Vorstand der so⸗ zialdemokratischen Partei der Regierung ihre Vorschläge zur Verhütung einer Lebensmittelnot unterbreitet, immer und immer wieder haben sie später auf die zunehmende Ver⸗ schlimmerung der Zustände auf dem Lebensmittelmarkt hin⸗ gewiesen und Abhilfe verlangt. Alles, was geschehen ist, go⸗ schah entweder zuspät oder nur halb. Die Verhältnisse haben jetzt derart zugespitzt— nicht gel an den upt wendigen Nahrungsmitteln, sondern Folge der gewissenlosesten Spekulation!—, daß für das ganze Volk die größten Gefahren heraufbeschworen werden, wenn nicht auf die unauf ichen„Erwägungen“ ingen verzichtet undo ndlich zur Tat geschrit⸗ ben id ius J nls *„ * Die Entente⸗Truppen in Salonik. In Salonik sind bisher 45000 Mann Ententetruppen, die überwiegende Mehrzahl Frauzosen, gelandet. Unter diesen befinden sich mehrere Zugvenregimenter. Ein Teil des französi⸗ schen Landungskorps ist von der Südspitze der Dardanellen bei Sedd⸗-ül⸗Bahr weggenommen worden. Die französischen Kontingente stehen unter dem Oberbesehl des Generals Baillaud. Während sich die Franzosen sichtlich bemühen, freundschaftlich mit der einheimischen Bevölkerung zu verkehren, ist die Haltung der Engländer auffallend reserviert, teilmeise schroff. Die Lebens⸗ mittel sind in Salonik seit Wochenfrist um 100 Prozent gestiegen. Havas meldet aus Athen: Nach hier eingetroffenen Nachrichten haben die Streitkräfte der Verbündeten Salonik verlassen, um sich een serbische Front an der serbisch-bulgarischen Grenze zu be⸗ geben. Neue Landungen. Wien, 17. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Die Südslawische Kor⸗ respondenz meldet aus Salonik vom 15. Oktober: Gestern und heute liefen neue Transportschisse im Hafen ein und landeten weitere Kontingente englischer und französischer Truppen. Im Hasen wurde die französische Flagge gehißt. Die Franzosen organj⸗ sierten ein Hafenkapitanat und ein Gendarmeriekorps. Kleine Truppenkontingente portiert. Die Blockierung der bulgarischen Küste. London, 17. Okt. Amtliche Mitteilung. Der kommandierende Vizeadmiral der Flotte der Verbündeten im östlichen Mittelmeer hat, mit Wirkung vom 16. Oktober, vormittags 6 Uhr an, die Blockade über die bulgarische Küste im Aegäischen Meere verhängt. Von der Blockierung an werden den neutralen Schiffen 48 Stunden N eingeräumt, um die blockierte Zone zu verlassen. Bulgarien und Griechenland. Nach einer Budapester Meldung der Voss. Ztg. berichtet Vilag aus Salonik: Der bulgarische Gesandte Pasarow er⸗ chien bei dem griechischen Ministerpräsidenten Zaimis und teilte ihm mit, daß Bulgarien sich im Kriegszustande mit Serbien befinde, und daß die bulgarische Regierung Gewicht darauf lege, wiederholt und nachdrücklich ihren freundschaft⸗ lichen Gefühlen für Griechenland Ausdruck zu geben. Zaimis nahm die Erklärung zur Kenntnis und dankte namens der griechischen Regierung für die Bereitwilligkeit, mit der die bulgarische Regierung zur Abhilfe des infolge der Blockade der griechischen Küste drohenden Notstandes zu Hilfe ge⸗ kommen sei. Zaimis stellte weiter mit Freude fest, daß der Zeitpunkt gekommen sei, wo die beiden Nachbarstaaten zum Bewußtsein ihrer bisherigen Irrtümer gekommen wären und freimütig eingestehen, einander mißverstanden zu haben. Von nun an müßten beide Staaten eine Richtung einhalten. 9 Numänien lehnt das russische Durchzugs⸗ verlangen ab. Nach einer Sofioter Meldung der Zeitung Viläg macht der russische Gesandte in Bukarest gemeinsam mit dem eng⸗ lischen Gesandten die äußerste Anstrengung, die Zustim⸗ mung der rumänischen Regierung zum Durchmarsch russischer Truppen durch die Dobrudscha nach Bulgarien zu erhalten. Die rumänische Regierung hat das Verlangen freundschaftlich aber entschieden zurückge⸗ wiesen. Die Gesandten erklärten schließlich namens der russischen Regierung, alle rumänischen Forderun⸗ gen für die Gestattung des Aufmarsches der russischen Trup⸗ pen in der Richtung der Linie Varna, Sumen, Rustschuk be⸗ willigen zu wollen, Bratianu erklärte jedoch entschieden, jeden Versuch der russischen Truppen, rumänischen Boden zu betreten, als einen gegen Rumänien gerichteten feindlichen Akt aufnehmen zu müssen. sind bereits in Richtung Gewgheli abtrans⸗ 5 Die Türkei und Bulgarien. Die Agente Havas berichtet aus Athen: Man meldet aus Sofia, 51 die von der Türkei an Bulgarien abgetretenen Gebiete jetzt vollständig von den bulgarischen Behörden in Besitz genommen seien. Bei dieser Gelegenheit habe Enver Pascha an Radoslawow eine Depesche gerichtet, in der er ihm versicherte, daß die Türkei diese Gebiete in der festen Ueberzeugung abgetreten habe, daß ewige Freundschaft die Türkei und Bulgarien verbinden werde, und daß das Opfer, das die türkische Regierung gebracht habe, den Aus- gangspunkt einer neuen Aera auf dem Balkan bilden werde. Neue Opfer unserer U-Boote im Mittelmeer. Athen, 17. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) In den letzten Tagen sind folgende Schiffe durch deutsche und österreichisch-ungarische U-Boote versenkt worden: 1. Englischer Tankdampfer„H. C. Henry“(4219 Brutto⸗ kegistertonnen) mit Teeröl nach Lemnos; 2. englischer Dampfer„Haydn“(4000 Bruttoregister⸗ konnen); 3. italienischer Dampfer„Cyrene“ 3296 Bruttoregister⸗ tonnen); J. englischer Dampfer„Sailor Prince“(3144 Brutto⸗ kegistertonnen); 5. englischer Dampfer„Halyzones“ 5092 Bruttoregister— tonnen); 6. englischer Dampfer„Thorpwood“ 3184 Bruttoregister— tonnen); 7. englischer Dampfer„Apollo“(3774 Bruttoregister— tonnen). Der Gedauke ist nicht von der Hand zu weisen, daß die enarmen Dampferverluste der Verbündeten während der letzten Wochen die eigentliche Ursache für die gemeldete Stockung der Truppenlandungen in Salonik sind. Ein englischer Transportdampfer versenkt. T. U. Konstantinopel, 17. Okt. Aus Salonik wird ge⸗ meldet, auf der Fahrt nach Mudros ist ein italienisches Trup⸗ pentransportschisf mit 3000 Mann an Bord torpediert worden. * T. U. Chiasso, 17. Okt. Secolo meldet aus Kairo: Der ägypti⸗ sche Dampfer„Borollos“ ist auf der Fahrt von Piräus nach Alexandrien von einem deutschen Unterseeboot beschossen worden. Es entstanb eine Panik an Bord: 30 Personen ertranken, darunter zwei Matrosen vom Dampfer„Sailor Prince“, der kurz zuvor von dem gleichen Unterseeboot gestellt worden war. An Bord des „Borollos“ befand sich Prinz Mahmud Hamidi, der Bruder des gegenwärtigen Sultans von Aegypten, welcher den Kapitän des U-Bootes ersuchte, das Schiff mit den 220 Passagieren freizu— geben. Nach Einsicht der Papiere und nachdem eine Menge Benzin vom Dampfer requiriert worden war, gestattete der Kapitän die Weiterfahrt. 5 5 4 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 16. Okt.(W. T. B.) Das Große Haupt⸗ quartier meldet: An der Kaukasusfront warfen wir die Russen, die einen Ueberraschungsaugriff auf unsere Stel⸗ lungen versuchten, in der Gegend westlich von Kentek zurück und fügten ihnen schwere Verluste zu. An der Dardanellen— front örtliche Feuergefechte. Sonst nichts von Bedeutung. Bei Sebd⸗ül⸗Bahr zerstörte eine Mine, die wir in der Gegend des Kercvizdere zur Explosion brachten, unter Mitwirkung unserer Artillerie ein feindliches Blockhaus. Sonst keine Er— eignisse. Die englischen Verluste an den Dardanellen. Paris, 16. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Aus London erfahren die Blätter, Unterstaatssekretär Tennant habe im Unterhause er⸗ klärt, daß von den Verlusten an den Dardanellen bis zum 9. Okto⸗ ber, die 96 899 Mann betragen, 1158 Offiziere und 17.772 Soldaten tot, 2632 Offiziere und 66 220 Soldaten verwundet sind, und 383 Offiziere und 8707 Mann vermißt werden. Der Seekrieg. Das Mittel gegen die deutschen U-Boote. London, 17 Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Flot⸗ tenmitarbeiter der Daily News berichtet, die britische Flotte verfüge jetzt über neue Minenfischer und Unter⸗ seebootszerstörer; diese seien auf Grund der bis⸗ herigen. Erfahrungen gebaut worden, besäßen eine außer⸗ ordentliche Geschwindigkeit und seien imstande, sehr scharfe Wendungen auszuführen. Meldung des London, 17. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) deutsche Reuterschen Bureaus: Am 2. Oktober sind d ch t Fischer fahrzeuge nach Grimsby aufgebracht worden, am 9. Oktober 13. Alle waren eifrig mit Fischen beschäftigt.„Von Minenlegen war keine Rede. Die 13 Fischerfahrzeuge hatten Fisch⸗ ladungen, die in Grimsby verkauft wurden. Die Besatzungen sind interniert worden. Die Ermordung einer deutschen U-Boot⸗ Besatzung. Berlin, 17. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Die von der amerikani⸗ schen Zeitung World verbreitete Nachricht von der Ermor⸗ dung der Besatzung eines deutschen Tauch⸗ bootes durch englische Streitkräfte hat der Kaiserlichen Re gierung Anlaß gegeben, sofort geeignete Maßnahmen zur Aufklärung des Tatbestandes zu treffen. Die Regierung behält sich vor, die danach notwendigen Schritte zu tun. * Amsterdam, 17. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Aus amerikanischen Blättern. Nach einer in Newyork eingetroffe⸗ nen Privatnachricht war der große britische Transportdampfer, der bei Kreta torpediert wurde, der Cunardidampfer „Transsylvania“(14000 Registertonnen). Die amerikanischen Rüstungen. einer Armee von einer Million nach dem Neuseeländer Miliz⸗ system. Bryan ist gegen die Verstärkung der Armee(Fr. Z.) Spanien verlangt Tanger. Der spanische Ministerpräsident Dato hat sich zu einem Ver⸗ treter der Madrider Zeitung Imparcial ausgesprochen. Er be⸗ teuerte Spaniens Wunsch, neutral zu bleiben, ja sogar, den europäi⸗ schen Friedenskongreß in seinem Lande zu sehen.(Hoffentlich schrecken die Spuren von Algeciras nicht!) Aber, so sagt Herr Dato, Spanien wird sich vielleicht doch auch an dem allgemeinen Völkermarsch(wohin?!) insofern beteiligen, als es ein berechtigtes Interesse an Tanger habe. Dieser Wink richtet sich natürlich gegen Frankreich, dem ja Marokko als Ausbetungsobjekt über⸗ wiesen war. Nun sieht Spanien Frankreichs Sonne sinken und rechtzeitig meldet es seine Ausprüche an— zuerst zaghaft, nur auf Tanger. Aber es kann auch noch anders kommen. Schließlich wäre ja Spanjen bei einem marokkanischen Besitzwechsel der Nächste. Freilich könnte man glauben, daß Spanien zunächst noch einige iumere Aufgaben zu lösen hätte. Aber man hofft vielleicht in Madrid durch Sicherung eines reichen und nahen Kolonialgebietes am ehesten der inneren Schwierigleitsn Herr zu werden. Indessen haben die Marokkaner schon dem weit stärkeren und reicheren Frankreich verdammt harte Nisse zu knacken gegeben; sie können kaum noch andere Leute reizen, sich die Zähne auszubeißen. Für eine„pénétration pacifique“(friedliche Durchdringung) scheint es den kriegerischen Söhnen Maghrebs und des Atlasgebirges noch an Verständnis zu fehlen. Demission des spanischen Kabinetts? Paris, 17. Okt. Havas meldet aus Madrid: Der Heraldo berichtet, daß der am Samstag versammelte Ministerrat be⸗ schlossen hat, zu demissionieren. Der Ministerpräsident Dato wurde ermächtigt, dem Könige die Demission des Kabinetts zu überreichen. Griechenland protestiert weiter! Turiner Blätter berichten aus Saloniki, daß bis Don⸗ nerstag abend keine Truppenzüge aus Saloniki abgegangen sind und zwar infolge eines dritten Protestes Griechenlands in Paris und London. Dazu läßt sich das Neue Wiener Jounal aus Budapest drahten, die ungarische Korrespondenz (bekanntlich ein offiziöses Organ) erfährt aus Saloniki, daß der dortige griechische Kommandant eine Verordnung erließ, worin er mit Rücksicht auf die Anwesenheit fremder Truppen erlaubt, Waffen zu tragen. Jeder wird bestraft, der nicht der = 9. November einberufen worden. Newyork, 16. Okt. Präsident Wilson plant die Schaffung gegenüber Angriffen ährt. Diese Verord- fremdländischen Ko. einheimischen Bevölkerung fremden Truppen genügend Schutz gew nung richtet sich hauptsächlich gegen die lonialtruppen. Entwaffnung englischer Feldgeundarmen dure griechische Soldaten. 55 T. U. B st, 18. Okt. Dem Pester Llond wird aus ic ge. Wr e Solomti und Dedsagatsch e getroffenen Meldung entwaffncten griechische Soldaten mehrere englische Feld⸗ gendarmen. In der Bevölkerung herrscht große Erbitterung gegen England. 0 a Revolution in Kiew. 1 Czernowitz, 18. Okt. In Kiew wurde die Skadtverwal tung durch die Militärmacht ersetzt. Sämtliche Schulen, Ver. waltungsbehörden und Banken wurden unter Kontrolle ge⸗ stellt. Ueber die Stadt wurde der verschärfte stand verhängt. Verhaftungen sind an der Tagesordnung Die 17jährigen müssen am 15. November a. St. zum Milit einrücken. Die Bevölkerung ist tief erbittert. Massen vergiftung wegen Trinkens von Holzspiritus. g T. U. Kopenhagen, 18. Okt. In Nischninowgorod wurden 100 Transportarbeiter mit dem Ausladen einer großen Sendung von Holzspiritus beschäftigt, dabei erbrachen si ein Faß und betranken sich dermaßen, daß sämtliche Arbeiter an 15 schweren Vergiftung erkrankten. Der Zustand sämtlicher Kranken wohl keiner von den 100 Vergifteten mit dem Leben davonkommeß 5 dürfte. 125 HKriegsnslizen. 2 Der sächsische Landtag ist zu einer Kriegstagung auf den Nach einer vom französischen Unterrichtsministe i veröffentlichten Statistik sind von den französischen Volk schullehrern 30 000 seit Beginn des Krieges zum Feld dienst einberufen worden, d. h. ungefähr die Hälste aller Lehrer. Von diesen 30 000 sind 2000 gesallen und 8000 kampf⸗ unfähig geworden. 5 J Der Provinziallandtag von Ferrara tragte Absendung eines Huldigun gstelegramms an den König und Salandra mit der Begründung ab, daß er mit dem Krieg und der damit zusammenhängenden Politik der ita⸗ lienischen Regierung nicht einverstanden sei. 1 5 Die Polizei in Florenz verhaftete auf Antrag des Kriegs⸗ gerichts in Venedig die Gräfin Maria Voniovich aus Ragusa wegen Spionageverdachts. 5 8 8 Nach dem Volletino Militare wurden weitere zwei ita⸗ lienische Generale abgesetzt, wodurch die Zahl der seit September geopserten Geuerale auf 35 steigt. 1 Parteinachrichten. Ein Jubiläum. 4 Als Festtag des Proletariats würde wohl der 18. Oktober dieses Jahres gefeiert worden sein, wenn nicht durch den blutig Weltkrieg und dessen Folgen jede Feierstimmung unterdrückt wür An diesem Tage vor 25 Jahren trat die auf dem Parteitag zu Halle geschaffene Neuorganisation der Sozialdemokratischen Pan Deutschlands in Kraft. Von ben in den Vorstand und in Kontrollkommission gewählten Genossen ist Alwin Gerisch de einzige, der bis zum heutigen Tage der Körperschaft angehört, welche er 1890 zum ersten Male gewählt wurde. 1 Jahrzehnte hatte er das vielbeneidete Amt als Kassieret. Er wurde zwar nicht beneidet wegen der gewaltigen Arbeit, die er zu bewältigen hatte. Beneidet wurde er von den Kassierern allet politischen Parteien und wohl auch von Finanzministern, So oft Gerisch seinen Jahresbericht veröffentlichte, kam in den Zeitt aller Parteien der Neid mehr oder weniger offen zum Vorsche denn kein Kassierer einer anderen Partei und selbst die mei Finanzminister der Staaten konnten über so günstigen Stan Finanzen berichten, wie Gerisch in der Regel berichtete. 130 Die Genossen, die Gelegenheit hatten, die aufreibende Tä keit des pflichteifrigen Genossen kennen zu lernen, bewunderte Zähigkeit, mit der er große Hindernisse überwand und die schw Arbeit bewältigte. Durch Krankheit wurde er vor einigen Jahren gezwungen, den Kassiererposten abzugeben. Im Vorstand blieb er und setzt seine ganze Kraft ein, das Wohl und den Fortschritt der Partei zu fördern. 2 Wir wünschen, daß dem Jubilar noch viele Jahre beschieden sind, zur Mitarbeit an dem Werk, dessen Aufbau er seine Lebenz⸗ kraft gewidmet hat. 5. Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 20 Von Levin Schücking. „Er müßte ein außergewöhnlicher Mann sein, nicht allein durch seine Bildung, sondern auch ein fester, ja starrer Charakter, der seine Leidenschaften zu besiegen und zu be— herrschen verstände.“ „Doch mit Ausnahme der Leidenschaft für Sie!“ Sie sah mich an, wie um den leisen Ton von Spott zu bestrafen, mit dem ich gesprochen. „Nein“, antwortete sie scharf,„er müßte auch die Leiden— schaft für mich mit unerschütterlicher Kraft zu beherrschen und zu unterdrücken wissen, wenn die Vernunft oder die Pflicht es von ihm verlangten.“ „So weiß ich doch, auf was ich meine Wünsche richten muß— auf die Gelegenheit, vor Ihnen erscheinen zu können als solch eine Art Herkules, der die lernäische Schlange seiner Leidenschaft bezwingt, als eine Art Tierbändiger, der die Tiger seiner bösen Neigungen zu Boden ringt!“ „Ich spreche mehr im Ernst, als Sie zu glauben scheinen.“ „Und in meiner Seele, Blanche, ist ebenfalls mehr Ernst, als meine Worte verraten mögen!“ sagte ich, ihre Blicke suchend. Sie sah mich wie betroffen über die vertrauliche Anrede an, wandte dann rasch die Augen zur Seite und sagte: „Ich muß Ihnen doch den Ueberfall, dessen Opfer Sie wurden, erklären. Ich vernahm alles bereits in der ersten Morgenfrühe von dem Pächter in Colomier. In dem Weiler, durch welchen wir fuhren, hatte Ihre Erscheinung ein großes Aufsehen, eine bedeutende Aufregung hervorgerufen. Man hatte sich am Abend in der Schenke zusammengefunden; dort Jatten sich die Köpfe erhitzt, unter dem Einflusse unseres feurigen Landweines war man in eine Erregung geraten in welcher die Worte und Reden nicht mehr genügten, sondern sich durch irgendeine Tat austoben mußten— und die Tat, ein Rekognoszierungsmarsch auf Colomier gewesen, um zu erfahren, was aus den Herren Preußen, die nicht von dort zurückkehrten, geworden, was sie dort begännen, und ob sie nicht etwa mich oder den Abbs, die sich zu ihrer Begleitung hergegeben, erwürgt und von dannen geführt. Ein Haufe von einem Dutzend oder mehr Burschen setzte sich also in Be— wegung und trabte mit den Waffen, die man an einen Teil der Bevölkerung verteilt hat, durch den dunkelnden Abend gen Colomier. Etwa zehn Minuten vor unserem Gute stießen sie auf unseren Pächter, der eben heimkehrte; dieser hatte Mühe, ihren kriegerischen Eifer zu dämpfen und ihnen deut— lich zu machen, daß die preußischen Soldaten von seiner Herrschaft als Gäste behandelt würden und in bester Ein— tracht die Nacht unter ihrem Dache zubringen würden; er be— schwor sie, ruhig heimzukehren; er drohte ihnen mit den Nach— teilen, welche es für sie haben würde, wenn sie einen Ueberfall der fremden Soldaten ausführten, und so gelang es ihm, sie zu überreden, heimzugehen. In ihrem Weiler daheim müssen sie jedoch zuerst wieder die Schenke aufgesucht haben, und das Unglück hat gewollt, daß sie Ihrer ansichtig geworden sind, als Sie durch das Dorf wanderten. Ich brauche Ihnen nicht zu schildern, wie fürchterlich ich erschrak, als der Pächter heute morgen in der Frühe mir den ganzen Hergang erzählte. Was aus Ihnen geworden, wußte er nicht; so eilten wir, mein Vetter und ich, in größter Eile hierher— Ihr Diener war, als wir kamen, bald zur Hand und konnte wenigstens die Beruhigung geben, daß Sie lebend heimgekommen— aber es blieb die Angst um Ihre Verwundung und— über das, was Sie von uns denken konnten!“ „Ich sollte Ihnen dankbar sein für diese Sorge,“ er⸗ widerte ich;„ich wäre es auch aus tiefster Seele, wenn Sie nicht diesen Zusatz machten! Es liegt darin für mich etwas furchtbar Kränkendes!“ „Mein Gott, Ihr Argwohn wäre so natürlich gewesen..“ „Nein; Argwohn, Mißtrauen, der Glaube an eine ab⸗ scheuliche Heimtücke in meiner Brust gegen Sie wäre das Unnatürlichste, was es geben kann. Fühlen Sie das nicht? Sie müssen sehr blind, sehr taub gewesen sein, wenn Sie nicht welche man beschloß, war eine allgemeine Bewaffnung und wahrgenommen hätten, daß das nicht möglich ist!! Ich sagte das sehr bestimmt, fast, fürchte ich, mit einem leidenschaftlichen Ausdrucke— wenigstens antwortete si lächelnd: 5 9 „Und das erbittert Sie so? Wenn ich blind und taub war, so war das ja nur desto schlimmer für mich, die sich deshalb unnütz ängstigte, und es ist sehr undankbar von Ihnen, mir vorzuwerfen, daß der Gedanke mich geschmerzt habe, ich könne von Ihnen falsch beurteilt werden!“ 5 „Und doch ärgert mich furchtbar, daß Sie es denken konnten. Es gibt eben Gefühle, welche ihre eigene Logil haben!“ 1 Sie errötete wieder flüchtig— einer Antwort wurd überhoben, denn Glauroth trat ein. Er hatte von Friedrich gehört, daß ich erwacht und verbunden sei, und wollte sich jeht von selbst von meinem Ergehen überzeugen. Blanche benußlh die Gelegenheit, um stumm zu verschwinden. 2 Ich mußte Glauroth mein Abenteuer, obwohl er es lang von Friedrich gehört, noch einmal erzählen; die Konjekturen, die er machte und die viel von dem Mißtrauen enthielte das Fräulein Blanche bei mir vorausgesetzt, schnitt ich ab, indem ich ihn nach seinen Erlebnissen am gestrigen Tate fragte. Er versicherte, ohne Unterbrechung meine Zimmer ge hütet zu haben; sein Souper babe er sich heren. lassen; der Gärtner, der es ihm serviert, sei nachber wulet allerlei Vorwänden mehrmals hereingekommen— er sei end lich zwischen neun und zehn Uhr noch mit einem Mädchen zurückgekehrt, und diese babe offenbar in der Abficht, Glau- roth zum Fortgehen zu bewegen, begopnen, aufzutäumen An auszukehren— der Gärtner habe ihm dabei bedeute, die Zimmer müßten jetzt, da ich jeden Augenblick Warren könne, endlich aufgeräumt, ausgestäubt, die Betten gemoch werden, was, da Glauroth den ganzen Tag darin gchhie bis jetzt nicht habe geichehen können; mein Stelsvort reer darauf sehr freundksch genickt, wie er sagte, und wor ge war auch vor dem furchtbaren Lärm und Staich, beiden machten, nicht geflohen; er war keinen Nirge dem Zimmer gewichen. (Fortsetzung folgt.) lehnte die bean⸗ Ausnahmezu. ist so kritisch, daß * und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. a Hessen 6 Der Wert des Menschen. Dem Leben vernichtenden Kriege muß, wenn die Ver⸗ luste auch nur zu einem Teil ausgeglichen werden sollen, in allen Ländern eine ausgedehnte und tiefgreifende Bewegung für den Bevölkerungsschutz folgen, wenn nicht eine große Menschenarmut in Europa eintreten soll. Es erscheint sinn⸗ los, von der Behütung des Lebens zu reden, während Tau— sende und Abertausende draußen auf dem Schlachtfelde ver— bluten oder als Krüppel in die Heimat zurückkehren. Jeder der weiter schaut, als nur bis heute oder morgen, muß ein. mal fragen: wie wird Europa nach dem Kriege aussehen wieviel ist von seiner männlichen Bevölkerung übrig ge blieben, wie steht es mit der Kraft seiner Frauen? Und wenn man sich auch jetzt im allgemeinen kein klares Bild von dem Umfang der Verluste machen und sich nicht vorstellen kann, welche Wirkungen der Tod so vieler blühenden Jünglinge und Männer im Alltagsleben nach dem Kriege haben wird, so fühlt doch jeder, wie furchtbar die Blutopfer sind, die jeder Nation auferlegt werden und wie schwerer Anstrengungen es bedarf, um wenigstens bis zu einem Teil diese Verluste auszugleichen.— Der Wert der Frau und des Kindes steigt, man muß sich bemühen, die Frau kräftig und leistungsfähig zu erhalten, damit diejenigen, die noch zur Ehe gelangen, Mütter gesunder Kinder werden. 5 Der Gedanke an die kommenden Generationen be— schäftigt heute schon viele, Aerzte, Sozialpolitiker, Fürsorge⸗ organisationen. Ueberall spürt man die Bemühungen, an der Erstarkung der Frauen und dem Schutz der Kinder zu arbeiten, wenn auch meist die Zusammenhänge zwischen der verfehlten Lebensmittelpolitik während des Krieges und der Entkräftung zahlreicher Frauen und Kinder nicht genügend beachtet werden. Sogar in dem Jahresbericht der Berlin— Wilmersdorfer Ortskrankenkasse wird ein großer Teil der Frau als Erzeugerin neuen Lebens gewidmet und werden die Gefahren, die ihr drohen, untersucht. 12 von 72 Seiten be⸗ handeln die Ansteckungsgefahr durch im Felde an Syphilis erkrankten Männern, die Schaffung von Entbindungs— anstalten und die Möglichkeit der Erleichterung der Geburten auch für unbemittelte Frauen durch die in Freiburg erprobte Methode des Dämmerschlafes. Ausführlich werden diese drei Fragen besprochen und sicher sind sie von großer Wichtigkeit für die Frauen und für die Zukunft des ganzen Volkes. Aber was nützen alle Erleichterungen, denn die Mütter denken müssen, daß sie vielleicht einst den Sohn in seinem schönsten Alter wieder hingeben müssen, damit er draußen im fremden Lande falle! Für sie gibt es einen Trost und einen lichten Ausblick in die Zukunft, den, daß sie alle berufen sind, daran mitzuarbeiten, daß nie wieder ein Krieg in Europa möglich wird, daß wir nie wieder eine so ungeheure Menschenver— geudung zu erleben brauchen, wie im Kriege. Der„Waffenstillstand“ des Lederspekulanten. „Eine Villa in vornehmer Lage zu kaufen gesucht.“ Ich traf ihn in der Kaiserstraße. Da ich ihn über ein Jahr nicht mehr gesehen hatte, fiel mir natürlich seine Veränderung so⸗ fort auf. Seine Hose war immer etwas zu kurz gewesen, die Kra— wektte rutschte in der Regel hinten am Kragen empor und der Hut verriet, daß er manchen Sturm erlebt hatte. Ich war daher über⸗ rascht, als ich ihn jetzt vor mir sah, im nagelneuen, tadellos sitzen⸗ den Anzug. An der goldenen Uhrkette baumelte ein Anhängsel, das die Gestalt eines Eisernen Kreuzes hatte, am Rock trug er eine kleine Schleife mit den Farben des Reiches und des Landes. 1 Er winkte mir herablassend zu.„Na, wie geht's, wie steht's? rief er mir zu und seine Lippen umspielte ein zufriedenes Lächeln. Ich brauchte ihn nicht nach seinem Befinden zu fragen, man sah es ihm an, daß es ihm sehr gut ging. Vertraulich steckte er seinen Arm unter den meinigen.„Kommen Sie ein paar Schritte mit, ich muß da vorne eine Annonce aufgeben.“ Er zog mich mit, denn ex hatte offenbar das Bedürfnis, mir von seinem Glück zu erzählen. „Tia, der Krieg!! Ich habe mächtig viel arbeiten müssen, aber es hat gefleckt. Bis zum August vorigen Jahres gingen die Geschäfte schlecht, na, Sie wissen ja selber. Es ist mir tatsächlich nicht zum besten ergangen. Die meisten steckten nicht in besseren Schuhen wie ich: wie soll man da beim Handel was verdienen. wenn keiner Geld hat. Da kam der Krieg, und ich warf mich auf das Leder. Na, ich will von meinen Geschäftsgeheimnissen nichts reden, Sie interessteren sich doch nicht dafür, dazu sind Sie viel zu ideal veranlagt. Aber es hat gefleckt, es hat gefleckt. Ich habe viel gearbeitet. Sie dürfen es mir glauben. Ich war in Berlin und dann hier, immer hin und her. Aber man wußte. doch, wofür man sich plagte. Doch da sind wir ja bei der Expedition. 0 Er zog aus dem Umschlag nochmals seine Offerte und über⸗ las es. Ich konnte lesen:„Villa in vornehmer Lage, zu kaufen ge 1 Er klebte den Umschlag zu und warf die Offerte in den Briefkasten der Expedition.. 0 „Wissen Sie,“ fuhr der Redselige fort,„ich suche nach einem kleinen bequemen Heim, um mich ein wenig auszuruhen. Die Ge⸗ schäfte haben mich etwas nervös gemacht. Aber jetzt will ich raus aus dem Schwindel, ist will nichts mehr wissen von Arbeit. Vor⸗ erst habe ich sozusagen einen Waffenstillstand geschlossen. Gang kann ich den Betrieb von heute auf morgen nicht einstellen, mee nneue Aufträge nehme ich nicht mehr an. Ich will meine? 110 (haben. Auch das Geschimpfe in den Zeitungen bekommt man. 55 1 Es ist ja wahr, ich mußte die Preise etwas hoch stellen, 1 0 ist der Krieg! Und hätte ich's nicht genommen, so hätte 0 92 ein anderer eingesteckt. In Geldsachen, wissen Ste, 15 11 75 Moral auf, und man hat doch auch ein Risiko, nicht? 10 91 Sie mich denn so komisch an? Ach richtig, Sie kleiner 520 9555 i fällt's mir brühwarm ein. Ich habe Sie vor einem Ja 8 0 15 ist's schon länger, um zehn Mark angepumpt., Kommen Sie mit, sich lade Sie ein. Sie wollen nicht? Na gut.““ 8 5 langte seine Brieftasche heraus und übergab Zehnmarknote. 1 Nichts für ungut, aber ich war ja so starb elch ia 9915 in Berlin, bald hier, ich habe Sie eben nicht mehr gesehen. 5 0 mir eine suchen Sie mich, wenn ich meine Villa eingerichtet habe. Auf Wiedersehen.“ inauf. Dabei Er grüßte und tänzelte die Frankfurterstraße hinauf d ein patriotisches schwang er vergnügt pfiff in Stöckchen und Liedchen. daß Städtische Lebensmittelversorgung. Te, grbfon die Teuerung, die fast stündlich wächst, um so dringlicher wird 5 Pflicht der Gemeinden, alles an die Linderung dieses Rel t fübels zu setzen, das den Volkskörper fast noch kränker mach aals die von der männermordenden Schlacht verursachte Ver- michtung der wertvollsten Menschenkräfte. Wer in seiner eigenen Gemeinde nun auf dem Gebiete der Lebensmittel⸗ versorgung möglichst Großes erzielen will, muß immer wieder nach den Beispielen anderer Städte sehen. Das wollen wir auch heute, wie schon des öfteren, wieder tun. So ist in München eine Lebensmittelversorgung München G. m. b. H. gegründet worden. Gesellschafter des Unternehmens sind die Stadtgemeinde, die Handelskammer, der Handelsverein, Ver— treter von Großhändlern, Getreidehändlern, Konsumvereinen usw. Man darf hoffen, daß von einer solchen Vereinigung, in der alle Interessenten vertreten sind, Ersprießliches ge— leistet werden kann. Sehr vernünftig scheint die Stadt Augs— burg als Landwirtin gewirtschaft zu haben. Sie hatte alle städtischen landwirtschaftlichen Grundstücke mit Kartoffeln bestellt, und nun ergibt sich aus der reichen Ernte, daß der Zentner die Stadt auf 1,85 Mark zu stehen kommt. Die Stadt wird dadurch gewiß preisregulierend wirken, da der Marktpreis schon mehr als 4 Mark beträgt. Ferner hat der Magistrat der Stadt Augsburg vor einiger Zeit städtische Milchverkaufsstellen eingerichtet, in denen beste Milch zu 22 Pfg. das Liter abgegeben wird. Dadurch wurden ver— schiedene Milchhändler gezwungen, mit dem Preis ebenfalls herabzugehen. Die Milchhändler versuchten nun, die Lieferanten scharf zu machen, daß sie für die städtischen Ver— kaufsstellen Milch nicht mehr liefern. Als dieser Versuch mißlang, stellten die Milchhändler an den Magistrat den Antrag, die städtischen Verkaufsstellen aufzuheben und einen höheren Milchpreis als gerechtfertigt zu erklären, anderen— falls sie die bisher nach der Stadt Augsburg gebrachte Milch nach München oder Stuttgart abwandern lassen würden. Der Magistrat hat nun einstimmig beschlossen, dem Antrage der Milchhändler nicht nur nicht stattzugeben, sondern vielmehr die Zahl der städtischen Milchverkaufsstellen zu erweitern, außerdem aber die Errichtung einer städtischen Milchzentrale in die Wege zu leiten und mit den hierzu nötigen Vorarbeiten sofort zu beginnen. In einzelnen Gemeinden ist auch in der Butterfrage etwas geschehen. Der Rat der Stadt Chemnitz hat beschlossen, mit aller Schärfe die Preistreiber zur Verantwortung zu ziehen und bei der Regierung dahin vorstellig zu werden, daß sie sich für die Festsetzung von Höchstpreisen beim Bundesrat verwende. Auch der Gouver— neur der Festung Köln hat Schritte eingeleitet, um die Wucherer unschädlich zu machen. Es wird dort in Fällen, in denen eine unangemessene Preissteigerung festgestellt worden ist, das Strafverfahren eingleitet werden. Außerdem wird mit Schlioßung der Geschäfte gedroht. — Städtischer Wildbret-Verkauf. Wie wir vor kurzem mitteilten, wird die Stadt einen Verkauf von Wildfleisch errichten, der Metzgermeister Fr. Schreiner, Seltersweg, über— tragen worden ist. Das Wild wird in den Kühlräumen des städtischen Schlachthofes aufbewahrt. Schlachthof-Direktor Modde übernimmt die tierärztliche Untersuchung des Fleisches. Eine Anzahl Jäger haben die Lieferung des von ihnen er⸗ legten Wildes an die Stadt zugesagt. Die Verkaufspreise werden sich voraussichtlich in folgender Höhe bewegen: Reh— fleisch das Pfund: Ragout(Bauchlappen usw.) 40 Pfg.; Vorderblatt(Bug) 80—90 Pfg.; Keule und Ziemer 1/10 bis 1,30 Mk.— Hasen das Stück je nach Größe bis zu 4 Mk.— Der Verkauf beginnt Ende dieser Woche. Man darf erwar— ten, daß das Wildfleisch viele Abnehmer findet. Kartoffellieferung aus Polen. Der Verwaltungschef beim Generalgouvernement Warschau hat bekanntgemacht, daß sämtliche Kartoffeln und Kartoffelfabrikate in den Gouverne⸗ ments Kalisch und Plock, den Kreisen Wloclawec, Nieszawa, Gostynin, des Gouvernements Warschau, sowie den Kreisen Czenstochau, Bendzin, Lask, Lodz und Brzeziny des Gouverne— ments Petrikau beschlagnahmt sind. Für die Ankäufe der Zivilverwaltung wird der Kartoffelpreis frei Waggon nächster Bahnstation auf 1,28 Mark für den Zentner festgesetzt. Bei einer Entfernung von über 6 Kilometer zwischen Hof und Station wird eine Anfuhrvergütung von 1 Pfennig für den Zentner und Kilometer gewährt. Der Preis von 1,25 Mark gilt zugleich als Höchstpreis.“ Für ausgesuchte Eßkartoffeln kann der Kreischef bis 2 Mark bewilligen. Mit Genehmigung des Kreischefs(Polizeipräsidenten) können ausgesuchte Eß⸗ kartoffeln zu höchstens 2 Mark nach Deutschland geliefert werden, letzteres nur durch die Hand der Zivilverwaltung. n. Ein Kind ertrunken. Am Sonntag fiel das zwei Jahre alte Söhnchen des Feldwebels Stritzke von der Unter⸗ offizierschule in eine mit Wasser gefüllte große Tonne und ertrank, ehe Hilfe zur Stelle war. — Die Kindesleiche im Bahnhofe. Wir werden um Auf— nahme des Folgenden ersucht: Am 16. Oktober wurde im Damen-Abort der 3. Klasse des hiesigen Bahnhofes eine männliche Kindesleiche gefunden, die in braunem Pack— papier verpackt war, auf dem geschrieben stand:„Es wird ge⸗ beten, in der Klinik abzugeben.“ Außerdem war die Leiche in zwei Teile von Frauenhemden, wovon der eine aus grobem Bauernleinen, der andere aus feinem Shirtingstoff bestand, sowie in ein weißes und gelbgeripptes Packpapier einge— schlagen. Nach ärztlichem Befund hat das Kind gelebt und ist wahrscheinlich durch Einflößung größerer Mengen Spiri— tus getötet worden. Etwaige Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Freiwilliger Hans Hansel aus Gießen, Inf. Regt. 116.— Musketier Georg Mattern aus Leihgestern, Inf. Regt. Nr. 116.— Wehrmann Adolf Hillgärtner aus Allerts- hausen, L. Inf.-Regt. 118.— Matrose Emil Fey aus Lollar, 1. Matrosen-⸗Art.-Regt.— Musketier Friedrich Gladen aus Ehringshausen, ee 1185 1 0 5 — 1 ung der Kartoffeln durch die Bauern. Der Fr. e 5 00 geschrieben, das auch für Gießen vollständig zutrifft: Es scheint schon jetzt festzustehen, daß die Kartoffelverordnung des Bundesrats ihren Z3we d nicht erreicht. Obwohl auch die hiesige Gegend eine Rekord⸗ Kartoffelernte gehabt hat, kann die städtische Bevölkerung, die hier meistens von Produzenten dixekt kauft, keine Kartoffeln zu ange- messenen Preisen erhalten. Auf dem letzten Wochenmarkt war nur ein Wagen mit Kartoffeln erschienen. Die Bauern lehnen es ab, zu dem festgesetzten Höchstpreis zu ver⸗ „Städter schon andere Preise zahlen müßten“. Vor der Beschlag⸗ nahme glauben sie sicher zu sein, da diese nach der Bundesrats⸗ verordnung erst bei einer Kartoffelanbaufläche von mehr als 10 Hektar zulässig ist. Solche landwirtschaftlichen Betriebe gibt es aber in hiesiger Gegend, wo dex Kleinbetrieb wie auch im ganzen Westen vorherrscht, nur ausnahmsweise. Soweit sich Bauern zum Verkauf bereit erklären, halten sie sich nicht an dem Höchstpreis. Dieser schreibt nur die Anfuhr bis zum nächsten Güterbahnhof vor; da aber die meisten Transporte weiter sind, so berechnet man derartige Ansuhrkosten, daß dadurch der ganze Höchst⸗ preis illusorisch wird. Auch treiben auswärtige Händler die Preise in die Höhe, da sie mehr als den Höchstpreis zahlen. Geht es so weiter, so wird man hier mit der ungeheuerlichen Tatsache rechnen miissen, daß die hiesige Gegend fast im Kartoffelsegen er⸗ stückt, die konsumierende Bevölkerung aber solche zu angemessenen Preisen nicht erhalten kann und man schließlich zum Bezuge aus dem Osten schreiten muß, während hier unterdessen wieder Tausende von Zentnern ver faulen.— Das ist, wie gesagt, vollständig richtig und die Regierungen haben alle Veranlassung, ganz energisch einzuschreiten, sonst treiben wir Zuständen entgegen, bei denen die 1 verhungert, die Nahrungsmittel aber in Massen ver⸗ erben. Verwahrlosung der Jugend. Daß die Jugenderziehung durch den Krieg erheblich leidet, ist bekannt und sehr begreiflich. Die. Wirkungen machen sich jetzt schom geltend; die Straffälle der Zugend⸗ lichen mehren sich, öfter als sonst werden Kinder und Jugendliche in Zwangserziehung geschickt. Unserer Stadtvertretung lagen in der letzten Sitzung eine ganze Anzahl Anträge auf Verhängung der Zwangserziehung vor. In vielen Familien fehlt es au dem nötigen Respekt, wenn der Vater nicht da ist, da viele Mitter zu nachsichtig, sind. Wo eine richtige und vernünftige Erziehung herrschte, wird es allerdings nichts ausmachen, ob der Vater zu Hause ist oder nicht.— Vor Kurzem veröffentlichte der Vorsitzende des Berliner Jugendgerichts, Amtsgerichtsrat Köhne, die Statistik für 1914. Danach hatten sich nicht weniger als 1040 Jugendliche, darunter 203 weibliche, vor dem Jugendgericht zu verantworten, und mur 96 konnten freigesprochen werden. Unter den Angeklagten be⸗ sanden sich 75 Knaben und 11 Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Der unheilvolle Einfluß der mangelnden elterlichen Auf⸗ sicht erhellt aus der Tatsache, daß sich unter den jugendlichen Sün⸗ dern 132 Halbwaisen, 23 Ganzwaisen und 53 Kinder befinden, deren Eltern getrennt leben. 141 Beschuldigte waren sogar schon vor⸗ bestraft, darunter 23 jugendliche Sünder zweimal und 3 drei⸗ und mehrmal. Als Art der Vergehen lommt meistens Diebstahl und Unterschlagung in Betracht. — Die Vergütungen für die im Monat September in Blüirger⸗ quartieren untergebrachten Mannschaften der Landsturm-Infanterie⸗ Ersatzbataillone Gießen werden bezahlt an die Empfangsberechtigten, deren Namen beginnen mit: AF Donnerstag, den 21. Oktober 1915, GK Freitag, den 22. Oktober 1915, I.-R Samstag, den 23. Oktober 1915, S—2 Montag, den 25. Oktober 1915, jedesmal von 8—12 Uhr vormittags und 2—5 Uhr nachmittags. Die Zahlstelle ist im Stadthaus, Zimmer Nr. 4. Es wird dringend ersucht, die Be⸗ träge an den genannten Tagen abzuholen. — Stadttheater. Die erste Dienstag⸗Abonnementsvorstellung bringt in„Comtesse Gucker!“ eines der liebenswürdigsten älteren Lustspicle von Schi und Koppel⸗Ellseld. Sie gibt wiederum drei der neuen Mitglieder Gelegenheit, sich in größeren Rollen zu zeigen: Frl. Rubens als„Comtesse Guckerl“, Herrp Hell⸗ muth als General Suwatschoff und Herrn Eugens als Leopold Mittersteig.— Der schöne Exfolg der ersten Vorstellungen hat be⸗ wirkt, daß noch nachträglich Abonnementsanmeldungen einlaufen. Das Stadttheater muß unter den gegenwärtigen Umständen auf weitgehende Unterstützung von seiten der Bürgerschaft rechnen und die Entnahme von Abonnements bedeutet in erster Linie eine solche Unterstützung. Es sei deshalb nochmals betont, daß neuen Abon⸗ nenten für erledigte Vorstellungen kostenlos Gutscheine geliefert werden. Arbeiterbewegung. Der Tabakarbeiterverband im Jahre 1914. 1 Wie manche andere Gewerkschaft, hatte auch der Deutsche Tabak— arbeiterverband im vorigen Jahre einen Rückgang der Mitglieder- zahl. Ende 1913 wurden 31713(davon 15 499 weibliche) Mitglieder gezählt, 1914 waren es nur 23 615(davon 11139 weibliche), so daß ein Verlust von 8098(davon 4310 weibliche) Mitgliedern einge- treten ist. Die Jahresbilanz zeigt eine Gesamteinnahme von 627 924 Mk., eine Gesamtausgabe von 648 555 Mk. Dabei ist zu bemerken, daß im Berichtsjahre noch ein Schuldposten von rund 100 000 Mk.(vom großen westfälischen Kampf herrührend) getilgt worden ist.— An Lohnbewegungen konnte, zumal die dafür günstige Periode für die Tabakindustrie erst im Spätsommer mit der Hebung des Geschäfts beginnt, nicht viel geleistet werden. Immerhin wur⸗ den noch 90 Lohnbewegungen in 184 Betrieben mit 9179 Be⸗ schäftigten verzeichnet. Erfolreich waren 82 Bewegungen in 137 Betrieben mit 8724 Beschäftigten, erfolglos 8 Bewegungen in 47 Betrieben mit 455 Beschäftigten; doch ist zu berücksichtigen, daß 6 Bewegungen in 20 Betrieben mit 436 Beschäftigten infolge des Krieges abgebrochen werden mußten, und daher erfolglos blieben. Die Tarifverträge haben eine kleine Abnahme erfahren. Es be- standen am Schlusse des Jahres 1914 260 Tarifverträge mit 879 Betrieben, in denen 5759 Personen beschäftigt waren; 1913 waren es 269 Tarifverträge mit 931 Betrieben und 6175 beschäftigten Personen. Tahesbericht des Großen Hatha Vergebliche Offensive der Engländer und Franzosen. Fortischritte bei Riga und Dünaburg. W. B. Großes Hauptquartier, 18. Okt., vorm.(Amtlich.] Westlicher Kriegsschauplatz, Das in die feindliche Stellung weit vorspringende Wers nordöstlich Vermelles wurde von den Engländern wieder⸗ holt mit starken Kräften angegriffen. Alle Angriffe schlugen unter sehr schweren Verlusten für den Gegner fehl. Das Werk blieb fest in unserem Besitz. Angriffsversuche der Franzosen bei Tahure wurden durch Feuer nieder gehalten. Ein neuer feindlicher Vorstoß zur Wiedereroberung der verlorenen Stellung südlich von Leintrey blieb erfolglos, kostete die Franzosen aber neben starken blutigen Verlustew 3 Offiziere, 17 Unteroffiziere und 73 Jäger an Gefangenen Am Schratzmännle konnte der Feind im Angriff trotz Einsatzes einer erheblichen Menge von Munition keinen Fuß breit Bodens wieder gewinnen. Deutsche Fluggeschwader griffen gestern die Festung Belfort an, vertrieben die feindlichen Flieger und belegten die Festung mit 80 Bomben, wodurch Brände her⸗ vorgerufen wurden. Oestlicher Kriegsschauplatz J Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Der Angriff südlich von Riga machte gute Fort⸗ kaufen; sie erklären, die Kartoffeln bei so„niedrigen Preisen“ lieber verflitteru, oder bis zum Frühlahr warten au wollen. wo die. schritte, zwei Offiziere, 280 Mann blieben als Gefangene in unferer Hand., n Russische Angriffe westlich von Jakobstadt wurden Abgewiesen. Westlich von Illuxt bemächtigten wir uns in ctwa drei Kilometer Frontbreite der feindlichen Stellung. Weiter südlich bis in die Gegend von Smorgon wurden mehrfache, mit starken Kräften unternommene russische Vorstöße unter starken Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Es wurden zwei Offiziere und 175 Mann zu Gefangenen gemacht. a 5 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Ein russischer Angriff beiderseits der Bahn Liachowitschi —Baranowitschi brach 400 Meter vor unserer Stellung im Feuer zusammen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Am Styrflusse von Rafalowka bis Kulikowiczy haben sich neue örtliche Kämpfe entwickelt. l Balkankriegsschauplatz. An der Matschva beginnt der Feind zu weichen. Auf dem Höhengelände südlich Belgrad sind unsere Truppen im Vorschreiten gegen Evetkov—Grob und den Ort Prein, süd— östlich von Pozarevac sind Ml. Ernice und Bozevac genom— men. Bulgarische Truppen haben die Höhen des Muslin— Percin und Babin— Zub besetzt. Weiter südlich dringen sie über Egri—Palanka vor. Oberste Heeresleitung. 0 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Die Serben im Rückzug. Schwere Verluste der Russen und Italiener. N Wien, 18. Ott.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ sauibart, 18. Oktober 1915. — Russischer Kriegsschauplaß. 5 In Ostgalizien an der Itwa und dem Wolhynischen Festungs⸗ gebiete auch gestern keine besonderen Ereignisse. Am Kor minbach und am unteren Styr führte der Feind eine Reihe heftiger Angriffe aus. Bei Kulikowiczy, Nowo⸗Sielki und Rafalowka wird noch ge⸗ kämpft. An allen anderen Punkten war der Gegner schon gestern abend blutig abgewiesen. Seine Verluste sind groß; am Kormin räumte er in voller Auflösung unter Zurücklassung von Gewehren und Rüstungsstücken das Gefechtsfeld. Auch die an der oberen Czara stehenden K. und K. Streitkräfte schlugen einen stärkeren xnssischen Vorstoß ab. Italienischer Kriegsschauplaßz. An der Isonzofront entwickeln die Italiener wieder eine leb⸗ hafte Tätigkeit. Es kam auch gestern abend im Nordwestabschnitt des Plateaus von Doberdo bei Peteano zu heftigeren Kämpfen. Starke italienische Infanterie griff neuerdings unsere dortigen Stellungen an, gelangte teilweise bis nahe an die Hindernisse heran und wurde schließlich unter schweren Verlusten zurückgejagt. Sonst 15 im Küstenlande sowie im Tiroler Grenzgebiete Geschützkämpfe. 2 Südöstlicher Kriegsschauplaß. 255 Die im Avala⸗Gebiete geschlagenen serbischen Divisionen weichen beiderseits der nach Süden führenden Straße zurück. Unsere Trup befinden sich im Angriff auf die noch nördlich der Ralja stehenden feindlichen Abteilungen. Auch in der Macva wurde der Gegner zum Rückzug gezwungen. Beiderseits der unteren Morawa gewannen die deutschen Divisionen abermals Raum. Die Bulgaren haben die Höhen des Muslin⸗Perein und des Babin⸗Zub besetzt. Weiter südlich dringen sie über Egri Palanka vor. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hö 10 r, Feldmarschallentnaut. Der bulgarische Tagesbericht. Der Vormarsch in Mazedonien. Vranja Glava besetzt. Sofia, 18. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Dem Be⸗ richt des bulgarischen Großen Generalstabs vom 15. Oktober ist folgendes zu entnehmen: In Mazedonien schreitet unser Vordringen gegen die obere Brejalnica fort. Unsere Truppen haben die Linie Drancsac—Sukavolac und die Berggegend von Kapka und Golak Planina erreicht. Unsere Truppen er⸗ oberten Zarevoselo, Pehtschsvv und Herovo. Auf dem west— lichen Abhang des großen Balkans erreichten unsere Truppen die Linie Novokorito—Zlainac—Hepugnica—Rovnobucse— Tscherni Vrh. Unsere Truppen besetzten im Morava-Tale das strategisch wichtige Vrauja Glava. * Paris, 18. Okt. Das Petit Journal veröffentlicht eine Depesche uus Salonik, die besagt: Es geht das Gerücht, daß die Bulgaren nach Vranja vorgedrungen seien. Es sei ihnen gelungen, die Bahnlinie Salonik— Nisch abzuschneiden. Die Erstürmung des Avalabergs. Die Einnahme des Avalaberges im Raum nächst von Belgrad, war der Erfolg furchtbarer Kämpfe. Vom Norden her brachen österreichische Infanterie-Regimenter in die Avalastellung und erstürmten die Kuppe 515, von Westen her nahmen deutsche Truppen den Hauptrücken in Besitz. Die Serben kämpften mit verzweifelter Hartnäckigkeit. Es kam zu wütenden Bajonettkämpfen. Tag und Nacht dauerte das Ringen, bis der Feind besiegt war. Die im Raume um den Avalaberg geschlagenen serbischen Truppen sind beiderseits der Straße nach Vilti-Mladenowatz in vollem Rückzug. Was moch nördlich der Ralja steht, wird energisch angegriffen. So dürften die Höhen Ljuta-Strana im Höhenzuge der Lipo— witza⸗Planina, mit 381 Meter kulminierend, westlich dieser Straße, sowie die Ripanj⸗Höhe in dieser Straße schon in den Händen der Verfolger sein. Südlich der Ralja steigt wieder ein zirka 300 bis 400 Meter hoher Bergzug auf, der, unter dem Gesamtnamen Kosmaj bekannt, aus mehreren Höhen— punkten gebildet wird, deren bedeutendste der 418 Meter hohe Visberg und der 365 Meter hohe Vlasko-Brdo die Straße nach Velki⸗Mladenowatz beherrschen. Dort dürften die Serben wohl neuerdings Widerstand leisten. Die enttäuschten Pariser. T. U. Kopenhagen, 18. Okt. In Paris waren gestern Alarm⸗ nachrichten vom serbischen Kriegsschauplatz verbreitet. Die serbischen Soldaten sollten angeblich bei Bielogradeik die bulgarische Grenze liberschritten und bei Küstendil die Bulgaren geworfen haben. Zum Ueberfluß sollte die Armee Gallwitz aus Serbien gedrängt worden sein und über die Donau geflohen sein. Der dann am Abend ver⸗ öffentlichte amtliche serbische Bericht aus Nisch enthielt nichts von allen diesen schönen Dingen und enttäuschte sehr. Kriegszustand zwischen Frankreich und Bulgarien. Paris, 17. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Agence des gegen einen der Meddle Frankreichs den Krieg be⸗ gonnen hat, stellt die Regierung der Republik fest, daß vom 16. Oktober 6 Uhr morgens durch Verschulden Bulgariens der Kriegszustand zwischen Bulgarien und Frankreich besteht. Serbische Verzweiflung. T. u. Lugano, 18. Okt. Der Korrespondent des Secolo in Nisch telegraphiert: Serbien sei von wilder Angst erfaßt und schreit verzweifelt nach der Ententehilfe, die nicht komme. Englisch⸗französischer Protest gegen das a Balkanabenteuer. „Furchtbare Perspektiven“. Clemenceau fährt in seinem Homme Enchains fort, vor der Erpedition nach Salonik in nachdrücklichster Weise zu warnen. Er stellt zunächst fest, daß die Regie⸗ rung durch die ihr ergebene Presse die Begründung der Expe⸗ dition geändert hat. Zuerst wurden sentimentale Gründe beigebracht, nämlich die Notlage der heldenmütigen Serben, die man nicht im Stiche lassen dürfe, jetzt handelt es sich aber schon nicht mehr um die Serben, sondern um einen großen Feldzug gegen die Armeen der Zentralmächte und Bulgariens, um dem Feinde die Verbindung mit der Türkei abzuschnei⸗ den. Ein derartiger Feldzug eröffnet die furchtbarste Perspektive, denn sobald einmal dieser Feldzug mit Einsetzung von französischen und englischen Truppen be⸗ gonnen ist, so werden immer größere Nachschübe not⸗ wendig, was einer Entblößung der französischen Front gleich⸗ kommt und verhängnisvoll werden muß. Wenn die Eypedition wirklich den Zweck hat, den Weg nach Konstanti⸗ nopel zu verlegen, so wäre es in erster Linie nötig gewesen, daß Rußland und Italien sie unternehmen, deren Interessen im Balkan größer sind als die Frankreichs und Englands. N 2 Die angesehene englische Nation protestiert gegen eng⸗ lische Truppensendungen nach Serbien. Sie sagt: Unsere Hilfe würde zu spät kommen, und unser Heer, dessen Operationsmöglichkeiten von einer einzigen Verbindungslinie ab⸗ hängen, würde vermutlich die Serben nur hindern. Ein Guerillakrieg wird wahrscheinlich das Beste für Serbien sein. Das Argument, daß England in Serbien Aegypten und Indien am besten verteidigen könne, nennt das Blatt eine Torheit. Unsere beste Verteidigungslinie ist dort, wo für den Feind die schlechtesten Angriffsmöglichkeiten bestehen. In Serbien kämpft der Feind dicht vor seiner Tür mit seinem eigenen guten Eisenbahnnetz im Rücken. In Aeaypten haben wir unsere Zufuhr leicht und den Kanal und die Wüste vor uns, und der Feind muß dort in einem Abstand von Hunderten von Meilen von seiner Basis angreifen. Beteiligt sich Italien? Dem Petit Journal wird aus Ro m gemeldet: Nach⸗ richten aus autorisiertester diplomatischer Quelle besagen, daß die Mitwirkung Italiens auf dem Balkan heute als durchaus sicher angesehen werden könne. Sie werde wahrscheinlich mit einer maritimen Aktion im Aegäi⸗ schen Meere einsetzen. Die sonst interventionslustige Idea Nazionale weist da⸗ U Apost für Hobos meldet amtlich: Da Bulaarien an der Seite des Fein * gegen alle Vorwurfe und Pressionen der Ententepresse Italien zurück und schiebt vielmehr die Verantwortun den Balkanmißerfolg den anderen Mächten zu, welch weigerten, die Empfindlichkeit Griechenlands gegen die w begründeten Ansprüche Bulgariens zu verletzen, wass ei welchen Delcasséß mit dem Italien ft festzusetzen..— Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 13 der Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Bekanntmachung. Die Vergütungen für die im Monat September in Bürger⸗ quartieren untergebrachten Mannschaften der Landsturm⸗Infanterie⸗ Ersatzbataillone Gießen werden bezahlt: 0 3 an die Empfangsberechtigten, deren Namen beginnen mitz Donnerstag, den 21. Oktober 1915. ö GK Freitag, den 22. Oktober 1915. g LR Samstag, den 23. Oktober 1915. a 15 87 Montag, den 25. Oktober 1915, 12 1 jedesmal von 8—12 Uhr vormittags und 2—5 Uhr nachmittags. Die Jahlstelle ist im Stadthaus, Zimmer Nr. 4. N Es wird dringend ersucht, die Beträge an den genannten Tagen Druck: Verlag 15 7 abzuholen.. 5 f 83 Gieen, den 18. Oktober 1915. 25. 15 Der Oberbürgermeister. 9 4 Kellerr?r?: Verstorbene. Karl Krämer, Metzgermeister in Gießen, 94 Jahre alt.— Wilhelm Caspary in Wetzlar, 74 Jahre al.— Frl. Katharine Fuhr in Wetzlar, 76 Jahre alt.— Elisabelse Fung Wwe. geb. Bücking in Kleinlinden, 66 Jahre alt.— Frau Karoline Schröder in Wetzlar, 75 Jahre alt. Weinschenk geb. Rautenstrauch in Wetzlar. Achtung! lchtung! Treffe am Mittwoch zum Markte auf Oswalds N Garten mit einem Waggon 1 3 Fraukfurter feuerfestem ein und verkaufe zu d 25 pbpilligsten Preisen. 1 Achtungsvoll ab. g — Frau Elise Der Verein hat über 3000 Mitglieder und einen Umsatz von lager, Dampfbäckerei und Mineralwasserfabrik. Gefl. Be⸗ werbungen mit Angabe der bisherigen Tätigkeit, des Alter“ Für Wir empfehlen Frommann& Bünte, Darmstadt. — Spielkarten 2 Oberhessische Volkszeitung, Gießen 1 2 -Karte Eier-, Wurst-, Kuchen-, Flaschen- u. Büchsen-Versand 5 in allen Grössen äusserst billig. g Oberhessische Lolkszeitung Bahnhofstrasse 23. Oberhessische Volkszeitung, Gießen, Bahnhofstraße 23. Wirte! Für in allen Preislagen aus der Spielkartenfabrik Bahnhofstraße 23. Telephon 2008. 1 N 5 Dir.: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 19. Okt. 1915, abends 8 Uhr: 1. Dienstags⸗Abonn.⸗Vorstellung Lustspiel in 3 Akten von Frau von Schönthan u. Franz Koppel Ellfeld. „ Ende a e Gewöhnliche Preise ermäßigt, Freitag, den 22. Oktober 1915, „abends 8 Uhr: 1 2. Freitags⸗Abonn.⸗Vorstellung. Mein alter Her Zustspiel in 3 Akten von Franz Arnold und Viklor Arnold. Ende nach 10 Uhr. mus, Ischias u. Gicht Kanne Sie selbst bekämpfen, len wil nichts verkanfen. Eür A kuntt Preimarke beifügen, lheamter Braudt, Kriegschu 10 Halle a. S. 438. Jakobstr. 8 Hehn ca. 700 000 Mark. Er unterhält 10 Verteilungsstellen, Zentral 9 Teer e 5 Comtesse Gucker! Rheumatis- Wirte! Gewöbnl. Preise ermäßigt. 75 14