0 1 0 4 1 65 misse des Volkes total umgewälzt wurde. 9 ae en, nach dem Urteil von 1 Organ für die Interessen des werktätig 5 en Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volksseitung erscheint jeden Werktag Abend in hießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monallich 0 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. 1 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 243 Gießen, Samstag, den 16. Oktober 1915 10. Jahrgang . 50 die komplizierte Maschine. Von Dr. Paul Lensch. 19 Am kommenden Am k 5 Montag wird die neugeschaffene Preis⸗ hiifungsstelle im Reichsamt des Innern zu Berlin ihre erste tzung abhalten. Reichlich spät; denn schon vor 14 Tagen waren d Mitglieder dieser Kommission bestimmt, und man hätte er⸗ wrten dürfen, daß in der jetzigen Zeit, wo in der Lebensmittel- jn ge jeder verlorene Tag eine ernste Gefahr bedeutet, die Be— ung dieser Kommission etwas mehr beschleunigt worden wäre. Immerhin ist sie nun da, und mit ihr ist etwas erreicht, wo⸗ nen sich der Staatssekretär des Innern, Dr. Delbrück, noch der Reichstagssitzung vom 21. August dieses Jahres mit aller rgie wehrte. In der erweiterten Budget⸗Kommission war da— 118 eine Art Nahrungsmittelamt verlangt worden, dem auch tglieder des Reichste angehören sollten, um dem Parlament en stärkeren Einfluß auf die Regierungsmaßregeln in der ensmittelfrage zu geben, Wünsche und Beschwerden schueller der gierung zur Kenntnis zu bringen und deren Maßregeln besser Furtrollieren zu können. Hiergegen wandte sich Dr. Delbrück in er Linie aus praktischen Gesichtspunkten.„Die Maschine des ütschen Reiches“, führte er damals im Plennn„„ist mehr . kompliziert. Wenn nun noch eine Kommission eingesetzt würde, ii bei der Vorberatung oder Durchführung dieser Maßregeln mit⸗ wirken hätte, so würde das Ergebnis sein, daß nach meiner ätzung bei jeder einzelnen Verordnung ein weiterer Zeitver— von 14 Tagen bis 3 Wochen entstehen würde. Wenn von den Irwürfen, die im- Laufe des Krieges gegen die Regierung und Aäne Geschäftsführung erhoben worden sind, einer objektiv richtig il dann ist es der, daß wir mit solchen Maßregeln zu spät ge⸗ 2 men find spätkommen liegt aber nicht an mangeln— 5 Dieses Zuspätk Entschlußfähigkeit, sondern an der Kompliziertheit des staats⸗ . So damals Dr. Delbrück, der also ganz mig zugab, daß in der neben den militärischen Ereignissen schlecht⸗ Ii entscheienden Frage der Sicherstellung unserer Volksernäh⸗ gung die Regierung oft nicht ctwa bloß spät, oder sehr spät, son⸗ zem zu spät eingegriffen habe. Daß hierfür in der Tat Gründe liegen müssen die nicht in der Schuld der Regierungsvertreter gen— Herr Delbrück erblickt sie in der Schuld der staats ten Schwerfälligkeit unserer Reichsverfassung; daß außerdem e Charakter der privatkapitalistischen Gesellschaftsordnung in eher Linie hierfür verantwortlich ist, übersieht er— geht schon an hervor, daß bis auf den heutigen Tag an dem„zu spät nmen“ der Regierung fast nichts geändert ist. Wir stehen vor en zweiten Kriegswinter und die Frage der Lebensmittelver⸗ Jung unseres Volkes ist ernster denn je. An sich ist das nicht verwunderlich. Die Absperrung des zeutschen Volkes dauert jetzt fünfviertel Jahre, und wenn auch der entliche Kerngedanke des englischen Planes, uns direkt aus⸗ An gern zu wollen endgültig gescheitert ist, so ist eben dieser Plan . dadurch zum Scheitern gebracht worden, daß die Ernährungs⸗ Die Brotmarke ist ja erheblich eptlichen Organismus.“ 4 1 Mfür das äußere Symbol geworden. Daß sie ganz shechter geworden ist, kann niemand leugnen. Nach Calwers Flechnungen ist der wöchentliche Nahrung⸗mittelaufwand in uche auf 34,37 Mark im Juli 1915 gegenüber 25,05 Mark im irchschnitt der Monate Januar bis Juli 1914, also um etwa 36 Anazent gestiegen, in Berlin um 59 Prozest, in Hamburg um 62 zent, in Dresden sogar um 67 Prozent gestiegen. Der bekannte m- und Sozlalstatistfker Tyska berechnet dit Steigerung, der otten für denselben Lebensunterhalt, der vor dem Kriege 67 Mk. enspruchte, auf 43 Mark. Das heißt: ein solcher Lebensunter⸗ A: würde jetzt 110 Mark beanspruchen. Das ist eine Steigerung 67 Prozent. Daß eine solche Teuerung die furchtbarsten Wir⸗ amen auf alle Klassen der Vevölkerung, die sich von ihrer Arbeit gähren müssen, ausüben muß, bedarf weiter keines Wortes. Jwpei sind die Calwerschen Berechnungen für den Juli angestellt h wischen sind die Teuerungsverhältnisse bekanntlich noch viel mmer geworden. Was mit Recht in weiten Kreisen unseres Vo lagt wird, h ist, daß man anscheinend die Lehren des ersten Kriegssahres wenig in Regierungskreisen zur Richtschnur nimmt. Mit Hilfe i Brotkartensystems ist der Verbrauch von Getreide zur mensch⸗ den Ernährung ganz außerordentlich verringert worden. Wir hen also in diesem Jahre einen beträchtlichen Ueberschuß an dutgetreide. Dasselbe gilt auch für die Kartoffeln. Hier ist die ( te nach allen vorliegenden Schätzungen sogar überreichlich aus zullen. Von einer diesen günstigen Verhältnissen. entsprochenden klisbildung für den Verbraucher ist jedoch bei beiden Artikeln uh wie vor keine Rede. Für Futterzwecke könnten unter diesen Sachkennern, rund 10 Prozent der Schweine der jetzige Zukunft tatkräftig be⸗ hatte man bekanntlich bgeschlachtet, weil die Volkes beklagt wird, eigegeben werden, damit durch Aufzucht findliche Mangel an Futter für die pft 0 könnte. Im vorigen 9 7 0 n großen Teil des Schweinebestandes a 0 koliche Bevölkerung 15 die Händlerkreise es verstanden hatten, auh Verheimlichung ihrer Kartoffelvorräte allgemein den 1 5 link zu erwecken, als ob wir einen furchtbaren. Mangel au ear ell hätten. Man hielt die Kartoffeln zurück, um die, Hücssge⸗ bößhstpreise zu ergattern, und erst als die Höchstprelse n 1 15 ezener Einfuhrstockung außer Kraft gesetzt, wurden kamen 80 artoffeln in überraschender Fülle auf den Markt. 95 7 5 1 dige?— Die Kactoffeln, die die Bevölkerung im Wigun e ver⸗ Jig hatte, sind zum großen Teil im Frühiahr und Somme 1 0 ul. Und das eingeschlachtete Schweinefleisch. Was it gan daß worden? Teflweise verdorben, teilweise im Preile gelte deisch gur Massenernährung nicht in Frage kommt.: e 1 Fett noch in großen Massen vorhanden sein müssen, ist nicht ssthaft zu bestreiten. Die Inserate in gewissen Zeitungen iechen dafür eine deutliche Sprache.— daß unter stimmung bei der Regelung der Lebensmittelversorgung zu be⸗ merken war. Man möge sich in den Kreisen der Regierung darüber klar sein, daß unsere Feinde gerade auf dem Gebiet der Volksernährung ihre echt⸗ zrieg an ahmenswertes Muster die Haltung mancher kommandierenden Generäle vorgehalten wird, denen es in ihren Korpsbezirken ge⸗ lungen sei, für mauche Bedarfsartikel erschwingliche Preise durch⸗ zusetzen. Hierbei wird freilich übersehen, daß Maßregeln, die nur das Wohl einer Provinz oder eines Bezirks im Auge haben, leichter durchzusetzen sind, als Maßregeln, die für das ganze Reich berechnet sind. Solche militärischen, kurz entschlossenen Eingriffe können für den betroffenen Bezirk oft ganz gut wirken, aber oft nur dadurch, daß die Mißstände in den benachbarten Bezirken durch sie noch vergrößert werden. Was not tut und unaufschiebbar ist, das sind nicht zersplitterte, sondern allgemein gültige, wirksame und durchgreifende Maßregeln für das ganze Reich. Zu wünschen väre freilich, daß sich die Reichsleitung dabei ein wenig von der Riicksichtslosigkeit gegen die Interessen der niederträchtigen Lebens⸗ mittelwucherer aneignen möge, die in so mancher militärischer Be⸗ Hoffnungen hegen. ihre eins daß Auf militärischem Gebiete haben sie vielfach 0 gen Erwartungen schon längst begraben. Aber sie hoffen, bie Versorgung unseres Volkes mit Lebeusmitte so große ierigkeiten hervorrufen wird, daß wir aus d Grunde uns unterwerfen müssen. Sie lauschen nur auf die„Stimmung“, und ihre Spione und Agenten haben in erster Linie die Aufgabe, festzustellen, ob in weiten Kreisen unseres Volkes Mißstimmung herrscht. Solche Mißstimmung nicht aufkommen zu lassen, ihr jebe Berechtigung, koste es, was es wolle, zu entziehen, das ist genau so wichtig, wie die Herstellung von Munition und Verbands⸗ zeug für die Truppen. Nicht alle Schwierigkeiten können über⸗ munden werden, aber ein großer Teil der Beschwerden, die heute erhoben werden, wäre bei größerer Entschlußkraft der Reichs⸗ leitung zu beseitigen. Man handle, solange es noch Zeit ist. * 5 6 Deleasse. Was wir Burgfrieden nennen, das heißt in Frankreich: „union sacrée“. Aber schon die vielen Angriffe des von dem alten Clemenccau herausgegebenen Blattes, das infolge der Zensurver⸗ bote den Titel vom„freien Menschen“ in den„gefesselten Menschen“ wandelte und in der Guerre sociale Hervés auf die Regierung, die ults der offiz Telegraph getreulich übermittelte, haben bewiesen, daß der französische Burgfrieden nicht auf den kräftigsten Beinen steht. Nun hat es auch schon eine stürmische Kammersitzung gegeben, die an den Rücktritt des Ministers des Aeußern, des berühmten Herrn Delcassé auknüpfte. In dieser Sitzung hat ein Bonapartist, Herr Pugliest Conti, Krach gemacht, indem er den streitenden Re⸗ publikanern das Vorbild einer starken autoritären Regierung, worunter die französische Reaktion einen Kaiser pdex König versteht, vor Augen hielt. Es kam sogar soweit, daß die Sitzung unterbrochen und der Saal geräumt wurde, aber der bonapartistische Redner blieb auf der Tribüne, versuchte nach Wiedereröffnung der Sitzung weiter zu reden und trat erst ab, als die Kammer die Anwendung der Zensur, s heißt, die Ausschließung des Deputierten auf eine An⸗ zahl von ungen beschloß, die bei Weigerung durch die militärische Wache der Kammer vollzogen wird. Dieser Sturm beweist schon, daß der Rücktritt Del⸗ casses ein Zeichen tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten in Frankreich ist und daß auch dieses Ereignis selbst als höchst bedeut⸗ sam betrachtet wird. Auch unsere deutsche Presse beschäftigt sich sehr angelegentlich damit. Während die einen in Delcassé einen der Haupturheber des Weltkrieges und das fortwirkende Werkzeug König Eduards VII. von England und seiner antideutschen Politik sehen, wird von anderer Seite hervorgehoben, daß Delcassé wegen seines Widerstandes gegen die Entsendung frauzösischer Truppen nach dem Balkau, nach Saloniki und Serbien, gestürzt ist. Es ist sehr begreiflich, wenn das französische Volk, dessen Staatsgebiet ein so großer Teil vom Feinde besetzt ist und trotz aller opferreichen Stürme gegen die feindliche Front besetzt bleibt, jede Verminderung der französischen Heeresmacht zugunsten eines anderen und noch so fernliegenden Landes fürchtet und bekämpft. Was lann Serbien dem Franzosen sein! Was kümmert ihn der Balkan! Gerade für Frankreich, das notgedrungen mehr und mehr ltpolitischen Plänen innerlich entsagt hat, sind diese weiten Zu⸗ nenhänge, wie sie sich uns in Deutschland jetzt im Kriege immer aufdrängen, undurchsichtig. Seit Monaten hat man dem französischen Volke immer wieder von dem baldigen Sieg, von dem großen Triumph, mindestens von der Befreiung seines Territori⸗ ums gesprochen. Und nun sollen französische Truppen den Serben helfen, wo sie selbst nicht imstande sind, das eigene Land vom Feinde zu räumen. Zum Sprachrohr dieser Gefühle scheint sich in der Tat Delcasse gemacht zu haben, und so wäre sein Sturz eine Niederlage der lokal⸗französischen Interessen gegen die weltpolitisch⸗englischen. Wenn in einem Teil der Presse Delcassé als der eigentliche Kriegshetzer und Kriegsmacher hingestellt wird, so heißt das viel⸗ leicht doch, einem einzelnen Manne eine zu große Wirkung zuschrei⸗ ben. Gewiß, Herr Delcasss ist schon 1889 als junger Abgeordneter für das Bündnis mit Rußland eingetreten, er hat in seinen vielen Ministerschaften stets die Stärkung der französischen Wehrmacht gegen Deutschland verlangt und öfter durchgesetzt. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, daß die nationalistische Politik Deleasses un⸗ ausgesetzt und mit größter Schärfe von den französischen So⸗ zialisten bekämpft wurde und daß dieser Kampf einen wesent⸗ lichen Teil des Lebenswerkes unseres unvergeßlichen Jaures darstellt. Andererseits aber soll man nicht vergessen, daß Delcassé als Radikaler nicht mit den zum Kriege treibenden Reaktionären, den Bonapartisten und Royalisten in einen Topf geworfen werden kann. Die Wahrheit über seinen Sturz werden wir baum früher erfahren, als die Wahrheit über die Ursachen und das innere Ge⸗ triebe des Weltkriegs— wer weiß, ob jemand von uns die Ent⸗ hüllung dieser Wahrheit erlebt. So kann uns jetzt der Sturz Del⸗ — We Die Entente⸗Truppen in Salonik. Budapest, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Berichk⸗ erstatter des Pester Lloyd meldet aus Salonik: Die Aufnahme, die die Landung der englischen und französischen Truppen bei den griechischen Regierungsbehörden in Salonik gefunden hat, dürfte den Erwartungen des Generals Hamilton kaum entsprochen hahen. Die griechische Regierung hat in Salonik Verfügungen getroffen, die in unverhüllter und unverkennbarer Weise den Zweck haben, zu verhindern, daß die Alliterten Salonik im wahren Sinne des Wortes befetzen, wie es mit Lemnos und Tenedos der Fall war. Die gricchische Regierung hat angeordnet, daß die Landungstruppen mit der Stadt nicht näher in Berührung kommen dürfen. Nach der Ausschiffung werden sie in das in der Nähe des Bahnhofs gelegene Hafengebiet gebracht, das gewissermaßen ein Stück territorialen serbischen Bodens ist und dort bis zum Abtransport nach Serbien beisammen gehalten. Um die Engländer und Franzosen in ihrer Bewegungsfreiheit zu beschränken, hat die griechische Regierung unter anderem auch das bisher unter der Verwaltung eines fran⸗ zösischen Direktors stehende Gebäude der Hafengesellschaft für sich in Anspruch genommen. Die Alliierten hatten sich in dem Gebäude bereits häuslich eingerichtet und waren im Begriff, dort eine n für drahtlose Telegraphie unterzubringen. Ohne die hische Regierung um Exlaubnis bitten, ergriffen 30 frau⸗ zösisch Militärtelegraphisten von dem Gebäude Besitz. Die griechische Militärverwaltung forderte die Telegraphisten auf, frei⸗ willig abzuziehen und als sie sich weigerten, wurden sie mit Gewalt aus dem Gebäude entfernt. Bekanntlich wurden die Bahnlinien in Neu⸗Griechenland von der griechischen Regierung in eigene Ver⸗ waltung übernommen. In der Tat befinden sich die Linien Salo⸗ nik—Monastir, Salonik—Gewgheli und Salonik—Oktschilax seit dem 3. Oktober in staatlicher Verwaltung. Die Stadt Salonik selbst hat eine Besatzung von über 35000 Mann bekommen, damit nur⸗ ja alle verfügbaren Räumlichkeiten mit griechischen Truppen belegt werden und die fremden Laudungstruppen in der Stadt selbst keinerlei Unterlunftsmöglichkeit finden. Englische Drohungen an Griechenland. London, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Morning Post dringt darauf, daß Griechenland seinen Anteil an den Balkankämpfen auf sich nehme. Man müsse Griechenland zu verstehen geben, daß es in einer solchen Krise keine Neutrali⸗ tät geben könne, wenn sie auch noch so wohlwollend sei. Für Griechenland gebe es nur zwei Dinge: entweder die Be⸗ stimmungen des Vertrages mit Serbien zu erfüllen oder mit der Entente zu brechen. Was Bulgarien betreffe, so sei, da Bulgarien Serbien angegriffen habe, kein Augenblick zu früh gewesen, daß dem bulgarischen Gesandten in London die Pässe ausgehändigt wurden. Die Times schreibt: Veniselos habe die Lage mit einem Es sei noch nicht zu spär flir Griechenland, zu wählen. Das Blatt hofft, daß die Mehr⸗ heit der Kammer und des Volkes das griechische Kabinett dazu zwingen werde, Hellas vor einem Schaden, der nicht wieder gut zu machen wäre, zu bewahren. 8 Die deutschen U-Boote im Mittelmeer. Athen, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) In den letzten Tagen wurden im Mittelmeer folgende Schiffe durch deutsche Unterseeboote versenkt: 1. Ein englischer Trausportdampfer mit indischen Truppen 40 Seemeilen östlich von Kreta, 2. ein englischer Dampfer mit 6500 Tonnen nach Lemnos bestimmt* Kohlen, bei Kap Matapan und 3. der englische Dampf „Apollo“ aus Malta nach Port Said mit Kohlen und Kriegs⸗ material an Bord 100 Seemeilen von Kreta. Was wird Rum ien tun? Die Absicht Rußlands, Bulgarien durch rumänisches Gebiet in die Flanke zu fallen, dürfte kaum ein bloßes Gerücht sein. Ruß⸗ lands wochenlanges Stürmen gegen unsere galizisch-wolhynische Front bleibt ergebnislos, eine Landung an der bulgarischen Schwarzmeerküste, an der nach zensierten Meldungen deutsche U-Boote wachen, könnte bös ausgehen, so bleibt dem Zaren nur der Weg durch die Dobrudscha, will er Serbien zu helfen versuchen. Nach den gerade in den letzten Tagen häufig wiederholten Bukarester Neutralitätsversicherungen müßte man erwarten, daf Rumänien, deren Volksgenossen in dem ehemals rumänischen Bessarabien echt russisch behandelt werden, sich jeder Verletzung seiner Neutralität kräftig widersetzen werde. Russischen Dank haf es ja 1878 kennen gelernt, als ihm zum Lohn für die ausschlag⸗ gebende Hilfe gegen die heldenhaft kämpfenden Türken Bessarabiey abgenommen wurde. Was Rumänien tun wird, weiß heute kein gewöhnlicher Sterb licher, und wir wagen nicht zu behaupten, daß es die Diplomaten wissen. Kürzlich aber lasen wir in einem bürgerlichen Berliner Blatt, daß die rumänischen Sozialdemokraten alles tun, um gegen die Hineinziehung Rumäniens in den Krieg zu prote⸗ stieren, der seine Unabhängigkeit bedrohen würde. Sie haben dies in einer Bubarester Protestversammlung erklärt und sie haben die Arbeiter im ganzen Lande aufgefordert, örtliche Antikriegskomiteer zu gründen. Wird auch Rumänien in den Strudel hineingerissen— die So, zialisten können mit Recht die Verantwortung dafür ablehnen Wir sind auch sicher, daß ihre Gegnerschast gegen den Krieg nich, * staatsmännischen Blicke beurteilt. Es klingt sast wie eine Jronie, ist aber Tatsach, dene nach⸗ nigen Umständen der bürgerlichen Verwaltung als casses nur als eine Episode in der Tragödie Frankreichs erscheinen. das Gewährenlassen eines russischen Durchmarsches bedeuten soll mich sehen!“ rief Friedrich erschrocken aus. Rumäniens Schicksalsstunde. Der Berliner Lokalanzeiger veröffentlicht einen an⸗ scheinend offiziös beeinflußten Artikel, der sich mit der Haltung Rumäniens befaßt. Nach einem Hinweis auf die Absichten Rußlands, durch die rumänische Dobrudscha nach Serbien zu ziehen, führt der Artikel aus: „Das Beispiel Griechenlands nachahmen und unter völker⸗ rechtlichem Protest den Durchmarsch gewähren zu lassen, würde n Zentralmächten nicht gleichgültig sein können. Es wird also wählen müssen und zwar rasch und ohne Zögern. Ob für Rumänien nach einer oder der an⸗ deren Richtung schon durch bindende Verträge die Eventualität des russischen Einmarsches vorgesehen ist, ist uns unbekannt. Wohin aber die rumänischen Interessen weisen, das liegt so klar zutage, daß ein Zögern eigentlich nicht einen Augenblick denkbar erscheint. Auf Bulgarien konzentriert sich zurzeit das ganze Schwergewicht des russischen Zornes. Bulgarien, das es gewagt hat, die unheilvolle Seifenblase des Panslawismus zum Platzen zu bringen, muß vernichtet werden, vom Erdboden verschwinden, zwischen Serbien und Rußland geteilt werden. Dieser eine Ge— danke drängt heute in Rußland alle anderen in den Hintergrund. Um aber Bulgarien zu besiegen und besitzen zu können, muß auch das Zwischenland russisch werden, sei es mit Gilte oder mit Ge⸗ walt. Der Sieg Rußlands bedeutet, so wie heute die Dinge liegen, mehr als je zuvor die Vernichtung der rumäni⸗ schen Selbständigkeit. Wahrscheinlich ist das den rumän⸗ nischen Staatslenkern klar genug, sollte das aber nicht der Fall sein, sollten sie wirklich anstatt um jeden Preis die rumänische Unabhängigkeit zu wahren, dem russischen Phantom zuliebe ihre aufstrebende Industrie und ihre blühenden Fluren den Schrecken des Krieges preisgeben wollen, so würde das rumänische Volk zu denen gehören, die die Vorsehung mit Blindheit geschlagen und dem Untergang geweiht hat.“ Griechenland gegen Italien. In Budapest eingetroffene Meldungen aus Athen besagen: Die griechische Regierung verlangte wiederholt von der italieni— schen Regierung die Abbeförderung der italienischen Truppen von 25 Dodekanesos und die Einstellung der Besetzung der zwölf nseln. Die griechische Regierung erklärte, sich nicht darein fügen zu können, daß griechisches Gebiet unter dem äußeren Schein der Freundschaft verstimmelt werde. Sie würde mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, wenn in ihrem Bestreben, die Unverletzbarkeit des Landes zu wahren, sie zur Anwendung von Mitteln greifen müßte, die sonst unter Staaten, die mit einander in freundschaft— lichem Verhältnisse stehen, nicht üblich seien. Der Seekrieg. T. U. Athen, 14. Okt. Auf funkentelegraphischem Not— signal des englischen Dampfers„Ajax“ von 7040 Register— tonnen, in Richtung westlich Kreta, lief ein griechischer Kreuzer am 10. Oktober zur Hilfeleistung aus, der aber den Dampfer nicht mehr vorfand. Es ist anzunehmen, daß der Dampfer gesunken ist. T. U. Amsterdam, 14. Okt. Die Morningpost meldet, daß der schwedische Dampfer„Norbotten“, 8011 Tonnen, mit einer Ladung Eisen von Narvik nach Philadelphia unterwegs, mit der gesamten Besatzung vun 42 Mann an der kanadischen Küste gesunken ist. 5 Die innere Lage Rußlands. Petersburg, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die rechts⸗ stehende Presse ist sehr gereizt darüber, daß ihr die liberale Presse vorwirft, ste drängte zu einem Sonderfrieden. Njetsch stellt diesen Aeußerungen die folgenden Ausführungen der Zeitung Semsch— tschina entgegen: Wenn anan nach den Wünschen des liberalen Blocks das Kabinett verändern wollte, wären alle Opfer umsonst ebracht. Es wäre dann nicht der Mühe wert, den Krieg überhaupt ortzusetzen. Rjetsch meint, die Reaktionären hätten damit ganz offen gesagt: Entweder Erhaltung des bisherigen Ministeriums oder Einstellung des zwecklosen Kampfes. Rjetsch bezeichnet dies als einen Staatsverrat. Die ganze liberale Presse befürchtet, daß in reaktionären Kreisen tatsächlich verräterische Pläne eines Sonderfriedens erörtert werden. Die furchtbare Kette. Eine furchtbare Kette, die Frankreich am Halse hänge, nennt das Berner Tagblatt das Londoner Ab— kommen, das die Franzosen hindere, mit Deutschland Frieden zu machen, nachdem sie die Unmöglichkeit einsähen, Deutschland zu besiegen. England, das auf seiner Insel noch kein Bedürfnis nach Frieden habe, hätte es nun in der Hand, den Todeskampf Frankreichs nach Belieben in die Länge zu ziehen. Wie das Blatt hört, wäre die Geschichte des Abschlusses dieses Vertrages folgende: Nach dem ersten Vorstürmen Deutschlands erkannte der damalige Kriegs- minister Messimy, daß Frankreich einer Niederlage entgegen⸗ gehe, und war deshalb dafür, rasch Frieden zu machen. Er hatte schon halb und halb den Präsidenten für seine Idee ge⸗ wonnen. Da war es Delcassé, der rasch mit England und Rußland jenen bösen Vertrag abschloß. Während im Mini⸗ sterium darüber hin und her verhandelt wurde, ließ Delcassé den Vertrag durch die Presse verbreiten, und die Regierung war gebunden. Nun drückt er als schwere Kette Frankreich zu Boden, dessen Regierung Männer enthält, die sehr wohl einsehen, daß es im Interesse ihres Landes läge, sich mit Deutschland zu verständigen. Anmeldung des in Deutschland befindlichen feindlichen Vermögens. Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine Verordnung des Bundesrats über die Anmeldung des in Deutschland befindlichen Vermögens der Angehörigen feindlicher Staaten. Zweck der Ver⸗ ordnung ist, eine Uebersicht über die Höhe dieser Vermögens⸗ bestände zu gewinnen, zu denen auch die Forderungen gehören, die Angehörige feindlicher Staaten an deutsche Staatsbürger haben. Vermutlich besteht die Absicht, aus diesen Summen u. a. die ein⸗ wandfrei festgestellten Forderungen zu begleichen, die Deutsche an feindliche Ausländer haben, die wegen der Zahlungsverbote nicht erledigt werden konnten. Die Situation Serbiens. Ein Vertreter des Pariser Journal meldet aus Nisch: Der Zustand an der serbischen Front wird von Tag zu Tag kritischer. Die Deutschen führen nicht allein riesige Massen Artillerie mit sich, sondern sie erhalten Verstärkungen auf Verstärkungen. In Kreisen der Regierung wird erklärt, daß die Oesterreicher und Deutschen über die Leichen von 500 000 Mann gehen müßten. Aber wenn die Verstärkungen der Entente zur rechten Zeit kämen, so sei das serbische Ober⸗ kommando des Sieges sicher. Serbien habe die Zusicherung der griechischen Regierung erhalten, daß diese alles tun werde, um die Ausschiff und Zusendung der Truppen nach Serbien zu fördern.(2) Die Mazedonier für Bulgarien. Die Zahl der Mazedonier, die sich freiwillig zum Eintritt in das bulgarische Heer gemeldet haben, beläuft sich, so heißt es, auf 90000 Mann. Man hatte im günstigsten Falle mit 30 000 gerechnet. Befestigung der bulgarischen Schwar:⸗Meerhäfen. T. U. Stockholm, 15. Okt. Die Birchemija Wjedomosti erfährt aus zuverlässiger Quelle aus Sewastopol, daß die bulgarischen 5 Meer-Häfen Warna und Burgas eifrig und eilig be⸗ festigt werden. Die Einfahrt in den Hafen sei allen Schiffen ver— boten, den Einwohnern strengstens untersagt, abends Licht zu machen. Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 14. Okt.(W. T. B.) Das Hauptquartier berichtet: Ein Teil unserer Flotte hat vor einigen Tagen vor Sebastopol die russischen Dampfer„Cadia“ und„Ahestron“ versenkt; ersterer hatte eine Zuckerladung an Bord, der letztere Butter. An der Dardanellenfront bei Anaforta beschädigte unser Feuer am 13. Oktober ein feindliches Flugzeug, das öst⸗ lich Tuzlagöl niederstürzte und schließlich von unserer Artillerie vernichtet wurde. Bei Ari Burnu eröffnete der Feind ein zeitweise aussetzendes und wirkungsloses Feuer gegen alle unsere Stellungen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr zwang unsere Artillerie ein feindliches Torpedoboot, das unseren linken Flügel von der Höhe von Kerevisdere zu beschießen versuchte, aus der Meerenge zu fliehen.— An den anderen Fronten hat sich nichts verändert. 0 Englische Repressalien. Wie der Hamburger Korrespondent meldet, soll England das mit der früheren griechischen Regierung getroffene Ab⸗ kommen auf freie Tabak⸗ und Rosinenver⸗ schiffung nunmehr plötzlich für ungültig erklärt n e * N r e, haben. Diese Meldung wird in griechischen Han als ein bezeichnendes Symptom für die Verschä f englisch⸗griechischen Beziehungen angesehen. Die englische Regierung hat nach versch iedenen Mo blättern bereits alle Vorbereitungen zur Internierung in England lebenden Bulgaren getroffen. 3 Die allgemeine Wehrpflicht in England. T. U. Christiania, 15. Okt. In der vorgestrigen Kammer sitzung verlangten Lloyd George, Churchill, Bonar Law 1 Carson, wie Daily News bestätigt, die sofortige Annahme der allgemeinen Wehrpflicht. Falls die übrigen Kabinettsmit⸗ glieder den Kabinettsvorschlag nicht unbedingt unterstützen würden, drohen Lloyd George und die drei anderen Minist mit dem Rücktritt, wenn auch nicht sofort. In den Kabinet sitzungen würden die Minister die Forderung wiederholen. Die Cholera in Deutschland? Berlin, 15. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die von er lischen Zeitungen gebrachte Meldung, daß in Liel eine ernstl Choleracpidemie ausgebrochen sei und daß die Fälle schwerer seien, ist eine starke Uebertreibung. Von einer Choleraepidemi in Kiel kann gar keine Rede sein. Tatsächlich sind nur drei v einzelte Fälle vorgekommen, die auf Einschleppung von dem öst⸗ lichen Kriegsschauplatz zurückzuführen sind, in einer und derselben Familie unter der Zivilbevölkerung. Für strenge Isolierung betreffenden Familie ist Sorge getragen. N Zur Torpedlerung des Lübecker ampfers„Julea⸗ T. U. Lübeck, 15. Okt. Der Lübecker Erzdampfer„Juleg“, 3 Tonnen groß, der von einem englischen Unterseeboot torpediert versenkt sein' sollte, ist tatsächlich unbeschädigt bei dem Gjed Feuerschiff auf Strand getrieben worden. Auf Anruf des e lischen Unterseebootes hatte die Maunschaft den Dampfer verlag Das abgefeuerte Torpedo ging an dem Dampfer vorbei. enalische Unterseebsot entfernte sich sofort nach dem Abseuern Schusses. Bergungsdampser bemühen sich bisher vergebens, „Julea“ abzubringen. Die Besatzung ging wieder an Bord Dampfers. Nriegsuslizen. 3 Die Slabtverordneten in Brezzau wählten den Valkswach, Redakteur, Stadtverordneten Neukirch, dessen beide Söhne als Kricgsfreiwillige gefallen sind, einstimmig— bei 7 wei Stimmzetten— zum ersten sozialistischen unbesold Stadtrat Breslaus. Noch der Breslauer Zig. wurde von Breslau, Oppela, Thorn, Graudenz. Danzi liche Handelsstelle ündet co Zel der Einfuhr deutscher Erzeugnisse dein bese ten Gebiet und umgekehrt, sowie zur leichteren Eintreibung Außenständen daselbst. Beabsichtigt ist die Einrichtung von turen in den sechs größten Städten Russisch⸗Polons. Gegen den Zeichner Adolf Aden a und sechs Genus Aultlage wegen Verbreitung des Fluablattes„Der Ha ch im eigenen Land“ erhoben worden. Die Aullage lautet auf A u reigzung zu Gewalttätigkeiten. Die sünf mäun Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft, die b weiblichen Angeklagten wurden auf srejem Fuß belassen, we Kinder zun stillen haben.— Das Versahren gegen den E nossen Pieck, der zum Militär eingezogen ist, wurde cingestellt. Die württembergischen Gemeindewahlen, normalerweise im Dezember vorzunehmen wären, werden in d meisten Gemeinden des Landes in Rücksicht auf den Krieg wie vorigen, so auch in diesem Jahr verschoben werden. ministerieller Erlaß erteilt den Gemeinden die Ermächligung Verschiebung.. 7 5 Es wird ein Gesetz in Konstantinopel vorbereitet, N91 4 durch die Wegnahme von beweglichen und unbeweglitz Gütern der feindlichen Staats angehörigen Schaffung eines Betrages ermöglichen soll aus dem Bewohne Türkei zu entschädigen sind, für Verluste bei den völlerrechtswidrigen Veschießungen durch die feindlichen Fh ö Jef Kenpferg. Self die beste Lilienmilch- Jef von Bergmann* Co., Radebeul, für zarte weiße Haut und 4 4 Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 18 Von Levin Schücking. „Ah... Sie sind doch nicht verwundet? Lassen Sie Ich lauschte, bevor ich stehen blieb; es war nicht das mindeste Geräusch mehr zu hören... nur ganz in der Ferne das Bellen des Hundes noch und unter uns das Rauschen des Flüßchens. Wir konnten ruhig innehalten und uns die Zeit gönnen, meinen Arm zu untersuchen. 5 Die Entfernung meiner Kleider bereitete mir einen doppelt heftigen Schmerz. Friedrich führte Zündhölzchen in der Westentasche; als er ein paar entzündet, nachdem ich das Hemd von der Schulter niedergezogen und langsam vom Oberarm gelöst hatte, entdeckten wir eine Streifschußwunde, die nach allem, was ich fühlte, durchaus nicht tief gehen konnte, aber recht häßlich aussah und schmerzte. Friedrich stürzte fort, um in seiner Mütze Wasser zu holen und mir damit den Oberarm zu waschen; dann diente mein Taschen⸗ tuch zum Verband; ich zog die Kleider darüber, Friedrich ließ sich nicht nehmen, aus seinem Taschentuch mir eine Binde zu machen, in welcher ich den linken Arm tragen mußte; den rechten schob er unter den seinen, damit ich mich darauf stützen und von ihm führen lasse... und nun schritten wir aufs neue in die dunkle Nacht hinein. Friedrich war ein anstelliger und gewandter Mensch, der aber wie eine Million anderer so ziemlich roh und unbeküm⸗ mert in den Tag hineinlebte. Und doch war er plötzlich wie ein Bruder für mich; doch entwickelte er eine Teilnahme, einen Eifer zu helfen, eine Sorge, die mich mit einem Go— fühle der Rührung erfüllte. Wie viel Güte, Brüderlichkeit, aufopfernder Hilfseifer und warme Teilnahme schlummert für uns in den Herzen von Tausenden, nein, von fast allen, von der großen Mehrzahl der Menschen, und ist hier immer und fortwährend vorhanden, wenn dies auch nur sich verrät und erwacht in dem Augenblicke, wo es sich ihnen aufdrängt, wie sehr wir ihrer bedürfen! Und weil der Krieg tausende solcher Augenblicke schafft, ist er, der roh macht und ver— wildert, auch wieder ein großes Apostolat des Gemüts, eine Propaganda der Brüderlichkeit und Menschenliebe, wie es keine nachhaltigere, eindringlichere auf Erden gibt. Ich habe in der Tat nirgendwo mehr Fähigkeit gefunden, weicheren Gemütseindrücken nachzugeben, als unter— alten Soldaten! Wir erreichten das Ende unseres Felsentales und ge— langten in das weitere Tal des Oignon. Das kalte Wasser hatte meine Schmerzen gelindert, ich suchte meine Müdigkeit zu vergessen und so gelangten wir weiter; sehr mühsam frei⸗ lich und, je mehr wir uns Chateau Giron nahten, desto weniger rasch; aber wir nahten ihm und wir erreichten es auch glücklich; erleichtert atmete ich auf, als wir, am Anfang der Allee angekommen, ein mattes Licht durch die Fenster meiner Zimmer schimmern sahen. „Glauroth ist auf seinem Posten geblieben!“ rief ich aus. „Gottlob! ich hätte es ihm kaum zugetraut!“ Wir erhielten gleich darauf einen weiteren Beweis von Glauroths Diensteifer und Umsicht. Er hatte eine Streif— patrouille von zwei Mann nach uns ausgeschickt, die beim Zu— rückkommen in der Allee vor dem Schlosse auf uns stieß. Als ich dann mein Zimmer betrat, fand ich Glauroth nichtsdesto— weniger in meinem Bette tief in den Armen des Morpheus— vorausgesetzt, daß sein entsetzliches Schnarchen nicht den Gott längst veranlaßt, sein Amt irgendeiner unglücklichen Unter⸗ gottheit zu übergeben. Auf dem Nachttisch brannte eine flackernde Lampe; der Chevalier von Faublas lag, von der Decke niedergelitten, auf dem Teppich. Glauroth fuhr, als wir ihn schüttelten, mit dem Gurgeln einer Wasserorgel in die Höhe und behauptete, keinen Augenblick geschlafen zu haben. Ich drückte ihm meine völlige Gläubigkeit in Be⸗ ziehung auf diesen Punkt aus und bat ihn nur, mir sein Lager zu überlassen. Zehn Minuten nachher lag ich mit einem Gefühle tiefer Dankbarkeit für meinen Schöpfer, mich auf den Kissen ausstreckend, hatte Glauroth kurz die Situation erklärt und sandte ihn von dannen, alle Hilfeleistungen ab— lehnend. Was mir nottat, was meine Natur gebieterisch er⸗ heischte, war nichts als Ruhe, ungestörte Ruhe, das Heilmittel Schlaf! Ich fand ihn sehr bald, trotz der Schmerzen, die ich n immer fühlte, diesen heilkräftigen Schlaf, einen Schlaf, so fest und tief, daß der Tag sehr weit vorgerückt sein„ als ich am andern Morgen erwachte. Es war wohl kaun Morgen mehr, sondern fast Mittag. Es wurde mir schwer, mich zu besinnen, was geschehen, wo ich sei, und ob es ein Traumbild oder wirklich Fräulein Blanche sei, was mir gegen über auf einem Sofa saß, über ein Buch gebückt, und jetzt, wo ich erwachte, sich erhebend, einem Klingelzuge in der Ecke zuschreitend und, nachdem sie diesen gezogen, auf mein Bett zukommend, um sich in den Sessel am Fußende niederzu lassen. 3 „Sie sind es?“ sagte ich verwirrt zu ihr aufschauend. „Wie fühlen Sie sich,“ fragte sie erregt.„Gottlob, daß Sie erwacht sind— daß man Sie verbinden kann, ich wollte nicht zugeben, daß man Ihren Schlaf unterbreche, und num, wurde mir doch angst bei diesem langen Schlaf...“ Ehe ich meine Gedanken so weit sammeln konnte, um zu antworten— wußt ich denn selbst schon, wie ich mich fühlte?“ — trat der Abbs ein, gleich nach ihm Friedrich. „Verstatten Sie mir, daß ich Ihre Wunde untersuche, sagte der Abbe;„ich bin ein Stück von einem Arzt, von einem Wundarzt wenigstens— ich hoffe, das Nötige tun zu kö 1 bis der Hausarzt kommt, der wohl vor morgen, wo er ohne- hin Madame Kühn besucht, nicht anlangen wird— er iu 15 1 aus Noroy herüber machen und ist so schwer zu en!“* Dabei und während Fräulein Blanche verschwand, machte sich der Abbe, wie mir schien mit ziemlich geschickten Händen, an die Entblößung meiner Wunde von ihrem Notberbande! Friedrich schleppte Wasser und das Verbandzeug, welches 3 im Zimmer bereit lag, herbei— ich unterwarf mich schweig der Behandlung. f (Fortsetzung folgt.) f 5 3 ——„ 32 ³˙Üü³³; ñ¶— 1 * * ei gebietet es, ihnen wie 1 Frage Jisher die Kriegsunterstützung beziehen, dessen und Nachbarge e Gießen und Umgebung. Kriegsehespruch. Volk wider Volk läßt Volk zu Tode mähn— ihr blickt euch an, im Auge fromm Verstehn. Haß jagt und Mord wild übers Erdenrund— ihr schließt voll Weihe tiefsten Lebensbund. Dioch wendet euch nicht von dem Zeitengrau, seht Mine, Handgranate, Drahtverhau. Fühlt all die Schrecknis dieser Weltenmacht, erahnt in zwei'n, was einzig selig macht: Verbundenheit! Sie Sehnsucht, Ziel wie Pflicht! Nur wenn die Liebe lodert, lacht uns Licht. Drum pflegt in euch, was menschlich, zart und wahr! Seid allem Edlen treustes Hüterpaar! Josef Luitpold. Um die außerehelichen Kriegerwaisen. An den Reichstag soll von Behörden, Vereinen und Ein— Ilpersonen auf Veranlassung des Archivs Deutscher Berufs— Ormünder folgende Eingabe gerichtet worden: In der denkwürdigen Sitzung des Reichstages vom August 1914 wurde auf Anregung des Archivs Deutscher berufsvormünder beschlossen, den unehelichen Kindern, deren käter vor dem Feind stehen, dieselbe Kriegsunterstützung wie en ehelichen Kindern zu gewähren. Man beabsichtigte dabei eineswegs, an der Rechtsstellung der unehelichen Kinder Egenüber den ehelichen etwas zu ändern— davon ist nie die ede gewesen—; man wollte nur auch ihnen gegenüber die Fflicht des Vaterlandes erfüllen, das die Angehörigen der krieger vor Not und Elend zu schützen entschlossen war. Dazu 2 bei den unehelichen besonderer Anlaß vor, weil sie nach Sterblichkeit, körperlicher und geistiger Entwicklung wie Ver⸗ bvahrlosung und Gefährdung den ehelichen gegenüber stark im Lachteile sind und der Schutz für sie bei uns im Deutschen eiche noch ungenügend entwickelt ist. Nachdem viele der unehelichen Väter bereits gefallen sind, und noch mehr fallen werden, erscheint es geboten, die weitere 5 zu regeln, ob man nach dem Kriege diese Kinder, die sich wieder selbst überlassen soll. Die Pflicht der Dankbarkeit und Gerechtigkeit ö den Familienangehörigen verheirateter Gefallener weiterhin behilflich zu sein und ihnen auch die Kriegswaisenrente zu gewähren. Vertreter verschiedener Parteien wie der beteiligten Abteilungen der Reichsregierung haben bereits ihr Einverständnis damit erklärt. Bei der gohen Wichtigkeit indessen, die eine zweckmäßige Regelung der Angelegenheit für das Gedeihen tausender von schutzbedürf⸗ rigen Kindern hat und bei der Bedeutung, die einer einfachen And übersichtlichen gesetzlichen Regelung zukommt, schlagen dir vor, in den Gesetzen über die Witwen⸗ und Waisenver⸗ ssorgung statt des Wortes„ehelicher oder legitimierter Kinder“ zu setzen„Kinder“ und in den Verhandlungen klarzu⸗ legen, daß damit die unehelichen Kinder, soweit sie eben gesetzlich als Kinder des Betreffenden anzusehen sind, also im Rahmen der Bestimmung über die Kriegs⸗ unterstützung berücksichtigt werden sollen. Damit würde auch am einfachsten dargelegt, daß an keine Aenderung der Bestimmung des B. G. B über die unehelichen Kinder gedacht ist und keinerlei Bedenken nach dieser Rich⸗ tung erhoben werden können. Das uneheliche Kind hat nach dem Tode seines Vaters micht denselben Schutz wie das eheliche, das seinen Vater ver⸗ Hor, denn ihm fehlt dann auch eine feste, gesellschaftlich aner⸗ kannte und gesicherte Familie, die es schützen würde. Selbst wo ihm zufällig wie so vielen ehelichen aus dem Erbe des Vaters einiges Geld zufallen sollte, bliebe es immer viel schlechter gestellt als das eheliche; stets ist es viel größeren, Gefahren ausgesetzt und wird leichter zugrunde gehen und verwahrlosen. Es wäre daher im Interesse des Staates und der Gesellschaft höchst verderblich, ihm eine geringere Rente als dem ehelichen Kinde auszusetzen. Abweichende Beseim⸗ mungen für uneheliche zu treffen, würde nicht nur unnötige Schwierigkeiten ins Gesetz und seine Anwendung hinein⸗ tragen, sondern auch dazu führen, daß die Unehelichkeit des Kindes durch diese Abweichungen ihrer Rente von der der ehelichen bei jeder Gelegenheit besonders betont und so die Entwickelung des Kindes häufig gefährdet und oft geschädigt würde. Hat doch die Regierung aus diesem Grunde schon lange Vorkehrungen getroffen, die Geburtsurkunden der un⸗ ehelichen denen der ehelichen anzugleichen, weil allein schon die Erinnerung an die Unehelichkeit seiner Geburt dem Kinde schaden kann. 1 8 0 Ein Grund dazu könnte doch höchstens darin liegen, daß man das uneheliche Kind für den Fehltritt seiner Mutter strafen wollte. Das wäre aber nicht nur im höchsten Maße ungerecht, wo es sich um einen Fehler der Mutter, nicht des Kindes handelte, sondern es wäre auch Unrecht gegen den Vater. Hat dieser doch in derselben Weise sein Leben für f Volk gelassen wie der eheliche Vater, so sollte die Gesellschaf nicht noch nachträglich bestrebt sein, statt seiner, den sie doch nicht mehr erreicht, sein Kind zu strafen und zurückzusetzen.. Im Interesse der Gesellschaft, des ganzen Volkes, e auch ihre Väter in den Tod gingen, kann man den unebelt hen Kindern um so eher diese Hilfe gewähren., als der e Rechtszustand bereits Vorkehrungen getroffen hat, daß i Rente nur dem Kinde, nicht aber der Mutter zugute„ 5 Die Verwaltung dieser Gelder steht nach dem Gesetz 0 15 . 7 sondern dem Vormunde des 5 zu; dadurch be⸗ teht eine starke Gewähr, daß diese Gelder. 5 Ziel dienen, dem Vaterland 1 tüchtiges Glied zu erziehen. achbargebiete. wirklich allein dem Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung N Gießen, Samstag, den 16. Oktober 1915. Wir sind gewiß, daß die vaterländische Gesinnung und gerechte Menschlichkeit, von der der Hohe Reichstag bei der ersten Bestimmung über die Kriegsunterstützung sich leiten ließ, ihn zu der gleichartigen Anwendung der Bestimmung über die Kriegswaisenrente in dieser Hinsicht bestimmen werden.“ Unterschriften und Zustimmungserklärungen werden baldigst erbeten an Archiv Deutscher Berufsvormünder Frank⸗ furt a. M. 6 1.* Der Herbst als Winterprophet. Dias Landvolk, das in unmittelbarer Verbindung mit der Natur steht, bewahrt die Wettererfahrungen seiner Vorväter aus alter Zeit als einen sicheren Weisheitsschatz. Nach ihm beurteilt es die Blüte des frühen, die Früchte des späteren Jahres im voraus, und auch von der Zeit der toten Natur macht es sich schon im Herbst ein be⸗ stimmtes Bild. Und so denkt das Volk über den Herbst: Ist der Anfang des Herbstes klar, so folgt ein„windiger“ Winter.„Hart“ wird dieser sein, wenn das Laub„ungern“ von den Bäumen fällt, und„gemeiniglich lang“, wenn der Herbst warm und naß, ist. Da⸗ gegen währt die Kälte nicht lange, wenn das Laub„bald“(rasch) abfällt. Gibt es um Michaelis(29. September) viel Eicheln, so fällt viel Schnee um Weihnachten. Sind un diese Zeit die Eichäpfel in⸗ wendig schön und frisch, so bedeutet es, daß künftigen Sommer die Früchte wohl geraten werden; sind sie naß und faul, so verkünden sie einen nassen, sind sie mager und dürr, einen heißen und schlechten Sommer. Findet sich darin eine Mücke, so bedeutet es ein mittel⸗ mäßiges Jahr. Mitte Oktober kommen noch in der Regel einige warme Tage, die man den„Gallen⸗Sommer“ nennt. Fliegen die Kraniche und Wildgänse weg, so bleibt auch der Winter noch lange „außen“. Bedeutungsvoll ist der Tag, an dem es im Oktober zum erstenmal schneit. Es wird im nachfolgenden Winter gerade so viel mal schneien, als Oktobertage vor dem ersten Schneefall vergangen sind. Schneit es z. B. am 30. Oktober, so ist demgemäß ein dreißig⸗ maliger Schneefall zu erwarten. Nach der Art des ersten Obtober⸗ schnees läßt sich aber auch auf den Winter oder seine Dauer schließen. Bleibt jener lange liegen, so wird dieser lange anhalten. Dagegen wird es so viel mal Tauwetter geben, als man vom ersten Schuee⸗ fall im Oktober bis zum„nächst⸗künftigen“ Neumond Tage zählt. Wenn es donnert, während Sonne und Mond im Zeichen des Skor⸗ pion stehen,„so soll ein großer Hunger entstehen“. Für den November ist es ähnlich. Allerheiligen bringt„ge⸗ meinfglich“ noch einen kleinen Nachsommer. An diesem Abend pflegen die Landleute einen Span von einer Birke zu hauen und danach das Wetter zu beurteilen; ein trockener Span zeigt an, daß der Saft schon in die Wurzel gewichen und ein kalter Winter folgen werde; ist jener aber feucht, so soll keine große Kälte zu befürchten sein. Bringt der Martinstag(411. November) einen bewölkten Himmel, dann soll ein beständiger, jedoch„leidentlicher“ Winter folgen. Regnets, so bedeutet es einen unbeständigen Winter. Klarer Himmel mit Sonnenschein zeigt einen harten Winter und große Kälte an. Drei Tage vor Martini geht, nach Meinung der Land⸗ bewohner, der„Wolfsmonat“ an. Er endigt am 7. Dezember. Fällt im November der erste Schnee in den Kot, so soll es eine Teuerung bedeuten; fällt er aber auf trockenes Erdreich, dann wird ein frucht⸗ bares Jahr vermutet. Wie das Wetter im Wolfsmonat ist, so soll es auch„wittern“ im künftigen März. Nach dem Bauernkalender sind dann noch der Andreastag(9. November) und der Katharinen⸗ tag(25. November) nicht unwichtig. Wenn sich der Katharinentag bei einem Gewitter zeigt,„also soll sich der Christmonat im Jauuar verspüren“ lassen. Und wie der 26. November ist, so soll auch der Hornung(Februar) sein. Donner am 22. November, wenn die Sonne im Zeichen des Schützen steht, bedeutet ein fruchtbares Jahr. Ein enger Gesichtskreis. Der Stuttgarter Beobachter druckt eine Zuschrift von der oberen Donau ab, die sich mit Menschen von sehr engem Ge⸗ sichtskreis beschäftigt. Die Zuschrift besagt: „Werden da an einem Sonntag nachmittag—'s gist ja kein Wunder!— die manchmal ins Wirtschaftsleben gar arg einschneidenden Vorsichtsmaßregeln der Regiexung in einer ländlichen Wirtschaft besprochen. Dabei kam Die Rode auch auf die Teuerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Was ich da hörte, hätte wohl einem Engländer alle Ehre gemacht, nicht so aber einem deutschen Landwirt, der nicht zu wissen scheint, daß es auch noch andere Menschen gibt, die das Glück nicht genießen, in dieser schweren Zeit, umgeben von eigenem „eßbarem Getier“ und von eigenen Erzeugnissen leben zu können. Daß aber lediglich die Maßnahmen der Regierstge an der Preissteigerung die Schuld tragen, * darüber ließe sich sehr wohl streiten. In dieser Wirtschaftsunterhaltung aber wurde, wohl als naturnotwendige Folge gewisser Preß⸗ äußerungen, von einem Anwesenden diese Ansicht mit aller Entschiedenheit vertreten und ausgerufen:„Was brauchen die Herren Eier fressen; künftig frißt eben nur mehr der Eier, der Hühner hat, der andere soll schauen, wie er durchkommt, und so viel Sauen, als der Bauer ins Haus braucht, kann er sich noch aufziehen, was brauchen die anderen Schweinefleisch fressen, wenn nur der Bauer seinen Speck hat.“ Gerne hätte ich etwas hierzu gesagt. Aber wie ich es hörte, versagte mir die Sprache zur Erwiderung, und da ich auch nicht gern mit den Händen spreche, so entfernte ich mich stillschweigend und das um so mehr, als die Aeußerungen auch von den anwesenden Gästen mit— beifälligen Bemerk⸗ ungen und zustimmendem Kopfnicken als auch nach ihrer Meinung zutreffend anerkannt worden sind. Das sind die Früchte einer gewissen, auch in den Zeiten des„Burgfriedens“ nicht ruhenden Agitation!“ Aehnliche Beobachtungen kann man auch in unserer Gegend machen. So haben dieser Tage zwei Offenbacher im „Riesen“ zu Seligenstadt mit 11 5 gesprochen, die fast wörtlich die gleichen Ansichten bertreten haben, wie jene von der oberen Donau. Die Aufklärungsarbeit„gewisser Kreise“ schlägt eben sehr bedenkliche Bahnen ein. Es ist nicht möglich, noch der Versicherung zu glauben, daß diese Tätigkeit eine sachgemäße Belehrung der Bevölkerung zum Ziele habe. Bei gutem Willen kann den Produzenten unschwer gesagt werden, daß sie die Verhältnisse von wesentlich anderen Gesichtspunkten aus betrachten müssen, als es vielfach geschieht. Die Meinung zeugt von einem sehr engen Horizont, daß die Produzenten von Nahrungsmitteln von dem Schicksal der übrigen Be⸗ völkerung nicht berührt seien. Wer aufklärend tätig sein Will, en Zusammenhänge aufzeigen und auf die Gefahren hinweisen, die ein völliges Gehenlassen und der muß die wirtschaftlich ein Standpunkt, wie er aus der vom Beobachter veröffent⸗ lichten Zuschrift hervortritt, nicht zuletzt für die landwirt- schaftliche Bevölkerung zur Folge haben müßte. Statt dessen findet man nicht selten, wie eine verbitterte Stimmung noch genährt wird. Gewiß leidet auch der Produzent in mancher Beziehung unter den durch den K rieg verursachten Verhält⸗ nissen; aber er kann nicht verlangen und erwarten, daß ihm der Krieg das Festhalten an seiner ganzen vorherigen Wirt schaftsweise und an allen seinen Gewohnheiten während die Millionen anderer die schwersten Beschränkungen und die größten Opfer auf sich nehmen müssen. Für die Verbraucher wäre es ebenfalls von großem Vorteil, wenn der Landwirtschaft z. B. Futtermittel in beliebiger Menge zur Verfügung gestellt werden könnten. Sopdeit diese im Inland erzeugt werden, stehen sie aber nicht zur Verfügung. Wir müssen erkennen lernen, wie stark unsere Ernährung vom Weltmarkt abhängt, der uns durch den Krieg verschlossen ist. Es mag sein, daß es manchem schwer fällt, sich mit solchen Tatsachen abzufinden. Manche Vorgänge lassen auch er⸗ kennen, daß man sich auf bestimmten Seiten von der Er⸗ haltung und Vermehrung der Mißstimmung in landwirt⸗ schaftlichen Kreisen in bezug auf die Vorschriften über die Volksernährung gewisse Vorteile verspricht. Im Interesse des Volkes im ganzen liegt aber eine Tätigkeit nicht, die einem Berufsstand einredet, daß ihm durch Verfügungen Unrecht geschehe, die sich in Rücksicht auf die Sicherung der Volksernährung nicht umgehen lassen. 5 — Wieder ein Kind vom Straßenbahnwagen üb erfahren. Gestern vormittag gegen 10 Uhr ereignete sich auf dem Seltersweg ein schweres Unglück, dem das 7jährige Söhnchen des Schuhmachermeisters Rosenkranz zum Opfer fiel. Das Kind war von seinen auf dem Kreuzplatz wohnenden Eltern ausgeschickt worden, um einiges einzuholen. Es war aus dem Laden von Bäckermeister Henning gekommen, dort von dem nach dem Marktplatz zu fahrenden Wagen erfaßt, über⸗ fahren und etwa 15 Meter weit geschleift worden. Wahr⸗ scheinlich gingen die Räder über den Körper, oder dieser wurde derart gequetscht, daß der Tod sofort eintrat. Ob in diesem Falle— den zweiten in einer Woche!— jemand die Schuld trifft, ist noch nicht festgestellt worden; es müßte aber doch einmal die Frage eingehender geprüft werden, ob es nicht möglich ist, eine gut wirkende Sicherheitsvorrichtung an den Wagen anzubringen. Vielleicht sind auch die Wagen⸗ führer dadurch zu viel in Anspruch genommen, daß sie die Fahrgäste kontrollieren, wenns verlangt wird, Geld wechseln müssen usw., wodurch ihre Aufmerksamkeit von der Strecke abgelenkt werden kann. Jedenfalls muß alles getan werden, was irgend möglich ist, um Unfälle zu vermeiden.— Im vorliegenden Falle war der Führer des Wagens ein älterer Mann, der vorsichtig zu fahren gewohnt war. Anderseits wollen Zeugen beobachtet haben, daß auch das Kind langsam seines Weges gegangen sei.— Wie wir hören, liegt der Führer des Straßenbahnwagens, der am Sonntag das Unglück mit dem Kind hatte, noch immer an einer Gemütserschütterung erkrankt darnieder. — Gefallene aus Musketier Hans Franz Christoph Oberhessen und Nachbargebieten. aus Gießen, Inf.⸗Reg. 49.— Rohrbach aus Großen⸗Buseck, Philipp Heinrich Frey aus — Musketier Aug. Lang aus Reinrod, Inf.⸗Reg. 254.— Grenadier August Thiel⸗ 5.— Gefreiter Wil⸗ 81. konservativen bittere Denn dadurch wird eine Saat der Ver⸗ ärgerung und Verb itterung gesät, die erst in Friedens- zeiten, wenn die notwendigen Früchte trägt. Es will uns scheinen, als ob Stellen über die Stimmung des Volkes zu diesen Fragen nicht ge⸗ nügend unterrichtet ist. Für die Kriegszeit werden wir uns nun wohl damit abfinden müssen, daß ein großer Teil notwendiger Ge⸗ brauchsgegenstände unnötig verteuert wird unter der Wirkung des Dogmas, daß der Krieg alles verteuern müsse(Cui bono= zu welchem Nutzen?). Möchte man aber jetzt schon anfangen, auf Mittel und Wege zu sinnen, daß mit dem Frieden wieder normale Preisverhältnisse bald wiederkehren und der Wucher mit ciserner Faust gepackt wird.“— Der Pfarrer illustriert seine Klage mit einer Reihe von Angaben, über sehr hohe Kriegs- gewinne. — Stadtheater. Der neue Schwank„Herrschaftlicher Diener gesucht“ von Burg und Taufstein macht mit großem Erfolge jetzt die Runde über die deutschen Bühnen. Seiner harmlosen Liebens⸗ würdigkeit wegen, die sich in einer f ehr flotten Aufführung bot, war der auch vergangenen Sommer in Nauheim sehr beliebt. Die Neu⸗ heit, die morgen, Sonntag Abend, zum ersten Male gegeben wird, gelangt auch an den Abonnementsabenden zur Aufführung. Stadttheater Gießen. Spielplan. Sonntag, den 17. Oktober, abends 7½ Uhr,„Herrschaftlicher Diener gesucht“. (Neuheit!) Schwank in 3 Akten von Eugen Burg und Louis Tauf⸗ stein. Ende 9% Uhr.(Gewöhnl. Preise, ermäß.) Dienstag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, 1. Dienstags⸗Abonnement⸗Vorstellung: „Komtesse Gucker.“ Ende 10% Uhr. Gewöhnl. Preise(ermäß.). — Freitag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr, 2. Freitags⸗Abonne⸗ ments⸗Vorstellung:„Mein alter Herr.“ Lustspiel in 3 Akten von Franz Arnold und Viktor Arnold. Ende nach 10 Uhr. Gewöhnliche Preise(ermäß.).— Sonntag, den 24. Oktober, nachmittags 3% Uhr,„Die spanische Fliege“ Kleine Preise. Ende 5½ Uhr. Abends 7% Uhr,„Filmzauber“. Ende gegen 11 Uhr. Kl. Preise. — Oberhessischer Kunstverein. Die zur Ausstellung angemel⸗ deten Gemälde sind zum größten Teil eingetroffen, sodaß die Er⸗ öffnung der Ausstellung am Sonntag, den 24. Oktober, erfolgen kann. gestattet, schienene Bekanntmachung befaßt sich mit der Bestandsaufnahme von elektrischen Maschinen. Transformatoren und Apparaten. Nach dieser Bekanntmachung sind alle Besitzer von elektrischen Ma⸗ schinen, Transformatoren und Apparaten, die sich auf Lager be⸗ finden oder während des Krieges entbehrlich sind, verpflichtet, diese Bestände der„Verteilungsstelle für elektrische Maschinen des Kriegsministeriums“ Berlin SW. 11, Königgrätzerstraße 106, unter Benutzung der vorgeschriebenen Meldekarte anzumelden. Die Meldung hat zu erfolgen: bis zum 25. Oktober, sofern die zu mel⸗ dende Anzahl an elektrischen Maschinen, Transformatoren und Apparaten 100 Stück oder darunter beträgt; und bis zum 30. Okto⸗ ber 1015, sofern über 100 elektrische Maschinen. Transformatoren und Apparale zu melden sind. Die Verteilungsstelle für elektrische Maschinen ist der Fabriken⸗Abteflung des Kriegsministeriums an⸗ gegliedert. Sie vermittelt die Deckung des Bedarfs an elektrischen Maschinen. — Weihnachtspakete nach Amerika. bekannt gegeben: Es empfiehlt sich, nach den überseeischen Ländern, mit denen ein Paketverkehr zurzeit möglich ist, namentlich nach den Vereinigten Staaten von Amerika, schon Anfang November bei der Post einzuliefern, da⸗ mit die rechtzeitige Aushändigung dieser Sendungen an die Empfänger gesichert ist. — Anlagemusik. Sonntag, Von seiten der Post wird den 17. Oktober, vormittags 11½ Uhr in der Süd⸗Anlage, ausgeführt von der Kapelle des Land⸗ sturm⸗Jnfanterie⸗Ersatz-Bat. Gießen. Spiel⸗ Folge: 1. Choral„Eine seste Burg ist unser Gott“, Dr. M. Luther. 2. Ouver⸗ ture zur Oper„Die Verlobung bel der Laterne“, F. Offenbach. 3. Arie aus der Oper:„Das Glöckchen des Eremiten“, Maillart, 4.„Rastelbinder“-Walzer, nach Motiven der gleichnamigen Operette, Franz Lehär. 5.„Im 7. Himmel“, Potpourri, Fetras. 6.„Aus großer Zeit“, Deutscher Soldatenlieder-Marsch(neu), C. Krauße, Großh. Musikdirektor a. D., Gießen. Kreis Friedberg⸗ Büdingen. Bad⸗Nauheim, 16. Okt. Bis zum 14. Oktober 1915 sind 21378 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 14. Oktober 1915 282 185 abgegeben. Kreis Wetzlar. n. Freigabe der Waldungen zum Sammeln von Früchten. Nach Bekanntmachungen des Landrats ist das Einsammeln von Eicheln, Bucheckern, Linden- und Ahornfrüchten usw. in den Gemeindewäldern erlaubt. Es können auch Schafe und Schweine in die von der Forstbehörde dazu freigegebenen Waldteile eingetrieben werden. 5 1. Launsbach. Die Angabe im gestrigen Blatte bezüglich der Gesallenen bedarf insosern der Berichtigung, als nicht 6, sondern im ganzen 7 Gefallene aus unserem Orte zu verzeichnen sind. Es kommt noch Wilhelm Bechthold hinzu, der allerdings in Gießen ver— heiratet war. Außer den sieben ist noch der von hier stammende Ernst Pfeiffer gefallen, der in Krofdorf verheiratet war. n. Krofborf. Aus unserer Gemeinde sind bis jetzt 22 Mann dem Kriege zum Opfer gefallen. Es sind dies: Ernst Pfeiffer saus Launsbach), Adolf Drescher, Ludwig Schneider, Wilhelm Schleen⸗ becker, Wilhelm Niebch, Eduard Heyer, Karl Schieferstein und Wil— uelm Schieferstein(Brüder), Willi Staubach, Karl Mandler, Wil⸗ helm Leib und Karl Leib(Brüder), Paul Weil. Karl Leib, Fritz Amend, Karl Hahn, Willi Protextor, Jakob Michel, Ferdinand Schupp, Wilhelm Schmidt, Heinrich Wagner und Adolf Drescher, Hessischer Landtag. .(Zweite Kammer.) 1 13. Sitzung vom 14. Oktober. Am Regierungstische die 3 Minister und 6 Kommissare. Das Haus fetzt die Spezjalberatung über die Anträge betr. die 1 1 Maßnahmen zur Volksernährung bei dem Kapitel„Allgemeine Fragen Ariegsgewinne, Hausbesitz, Beam te)“ fort. Abg. Henrich kommt nochmals kurz auf die gestrigen, An⸗ grisse gegen die Beamten zurück, die er sehr bedauert, Staatsminister Dr. v. Ewald: Der Abg. Wolf hat gestern im Laufe seiner Ausführungen auch den Wunsch ausgesprochen, daß die Beamten, die kriegsverwendungsfähig sind, ausgetauscht werden gegen solche, die nur garnisonverwendungsfähig sind. In dseser Hinsicht hätte sich Abg. Wolf beruhigen können. Das, was er wünscht, geschieht bereits. Die Regierung steht mit dem General- kommando in dauernder Korrespondenz darüber, welche Beamte, die als kriegsverwendungsfähig unabkömmlich erklärt wurden, er⸗ setzt werden können durch garnisonverwendungssähige Beamte. Dieser Austausch kann allerdings nicht auf einmal erfolgen, er muß nach und nach geschehen, weil sonst erhebliche Störungen in allen Abteflungen hervorgerufen würden.(Zustimmung.) Damit schließt die Beratung. Sämtliche Anträge werden au— genommen. Das Haus beschließt, die beiden Anträge der Abg. Dr. Schmitt und Genossen betr. ie Mindestunterstützung der Familien von Kriegsteilnehmern und der Abg. Ulrich und Raab, betr. Kriegsbeihilfen an bedürftige Kriegerfamilien zusammen zu beraten. Abg. Leun(Bbd.) weist auf die im Lande sehr verschieden gehandhabte Prüfung der Bedürftigkeit hin, die vielfach zu schwer empfundenen Härten für die Betroffenen führte. Die Kammer solle daher die Regierung ersuchen, im Bundesrat dahin zu wirken, daß im§ 1 des Gesetzes betreffend die Familienunterstützung die Worte z im Falle der Bedürftigkeit“ und im§ 6 das Wort„endgültig“ ge⸗ strichen werden, daß ferner eine Berufungsinstanz endgültig ent⸗ scheidet und daß die Unterstützungen unter Berücksichtigung von Vermögen und Einkommen in Abstufungen bewilligt werden. Abg. Raab: Der Antrag Schmitt und Genossen geht dahin, daß die gegenwärtig vom Reich gewährte Unterstützung den erhöhten Lebensbedingungen entsprechend erhöht werden möge. Dagegen ist natürlich kein Wort zu erinnern. Wir haben bei der Abfassung un⸗ seres Antrages von einem gleichen Zusatz nur Abstand genommen, weil der Antrag Schmitt bereits vorlag. Unser Antrag geht dahin, daß zu der Reichsunterstützung ein entsprechender Zuschuß gewährt wird, wo diese nicht ausreicht. Es ergibt sich bei der Behandlung der schwierigen Materie die Notwendigkeit, daß die verschiedenen Gesuche um Unterstützung individuell, und nicht alle nach einem Schema behandelt werden. Die Fälle liegen oft so verschieden, daß die Reichsunterstützung das nicht trifft, was sie eigentlich treffen soll. Da kann nur geholfen werden, wenn in den einzelnen Gemein⸗ den die Unterstützung ausgleichend gewährt wird. Ich gebe ohne weiteres zu, daß in einer großen Anzahl hessischer Gemeinden segens⸗ reich gearbeitet wird, und man auch einen Ausgleich versucht. Da⸗ gegen aber haben einzelne Kreise es nicht filr notwendig gehalten, nachzuprüfen und sie haben es den Gemeinden überlassen. Da liegen denn die Dinge recht mißlich. Ju Gemeinden, aus deuen derartige Klagen kommen, sollten die Kreisbehörden ihren Einfluß mehr. geltend machen, damit etwas geschieht. Man sollte diese Gemeinden darauf hinweisen, daß es ein verkehrter Standpunkt ist, wenn sie sich scheuen, jetzt einige Schulden zu machen. Wenn man in der gegen⸗ wärtigen schweren Zeit unterläßt, alles zu tun, um eine Unter⸗ ernährung zu verhindern, dann wird oft die Jahrzehnte lange Ar⸗ beit zur Bekämpfung der Volkskrankheiten Aluforisch gemacht. Sie Gemeinden werden sich dann nicht vor erheblich höheren Leistunßen in der Zukunft schützen können. Abg. Calman beantragt, den Antrag des Ausschusses abzu⸗ ändern dahin, daß es austatt„in den Landgemeinden“ heißt„überall im Lande“. Es ist doch auch in den Stadtgemeinden nicht alles so, daß der Autrag sich nicht auch auf diese beziehen könnte. Abg. Molthan: Wir sind auch für den Antrag Raab. Es scheint auch uns, als ob in den verschiedenen Gemeinden eine gang Beschlagnahme von elektrischen Maschinen. Eind soeben er⸗ die Weihnachtspakete —— 3 2 ee e * 3 verschiedene Praxis gehandhabt wird. Er verspreche sich von einer Berufungsinstanz wie der Abg. Leun will, recht wenig, schon weil diese den lokalen Verhältnissen doch fern steht. Auch würde eine recht unljebsame Verzögerung in der Erledigung der Gesuche entstehen. Viel größeren Wert lege er darauf, daß seitens der Regierung den Kreisämtern mitgeteilt wird, nach welchen Grundsätzen sie im ein⸗ zelnen zu verfahren haben. Er bitte die Regierung im Bundesrat auf eine möglichst rasche Erhöhung der Reichsunterstützung hinzu⸗ wirken. 0 Abg. Wiegand tritt ebenfalls warm für die Auträge ein. Die Verhältnisse liegen in den einzelnen Familien verschieden, darum ist es notwendig, daß die Lieferungsverbände helfend ein⸗ treten. Es ist nicht richtig, daß diese Lieferungsverbände alle paar Wochen eine Summe zur Unterstützung auswerfen und dann jedes⸗ mal erneut den Nachweis der Bedürftigkeit verlangen. 5 . Ministerialrat Hölzinger: Unsere Ausflührungsanweisungen gehen heute schon weiter, als das Gesetz es ursprünglich zuließ. Die Anweisung an die Lieferungsverbände setzt fest, in welcher Weise die Bedürftigkeit geprüft und festgestellt werden soll. In dieser An⸗ weisung ist gesagt, daß die Frage der Bedürftigkeit wohlwollend zu prüfen ist, daß alles sern gehalten wird, was niederdrückende Empfindung auszulösen imstande ist, daß die Unterstützungspflicht bis zur Hebung der Bedürftigkeit besteht und dabei als Ziel tunlichst die Erhaltung des Hausstandes anzusehen ist usw. Wir müssen an⸗ nehmen, daß darnach in gerechter Weise verfahren wird. Wir in Hessen haben bis Ende August bereits 12½ Millionen Mark für Unterstützungen ausgegeben. Diese Summe spricht doch dafür, daß getan ist, was getan werden konute. Die Regierung glaubt kaum, daß sie mehr tun kann. Sie muß es ablehnen, einen Zwang auf die Gemeinden auszuüben, es würde mit Dank begrüßt werden, wenn der dahingehende Antrag nicht angenommen wiirde. Der Antrag der Abg. Schmitt und Genossen betreffend die Erhöhung der Reichs⸗ unterstsitzung darf als erledigt angesehen werden, weil die Roichs⸗ regferung das bereits getan hat. Die Reichsregierung hat mit Wirkung vom 1. November ab vorerst bis 1. April nächsten Jahres die Mindestgrenze der Unterstützung für die Ehefrau auf 15 Mark, für sonstige unterstützungsberechtigte Personen auf 7,50 9 (bg. Hauck: Die Unzufriedenheit wird sich aber nit vermeiden lassen, wenn man die Zuschüsse auch noch so seh t. Wo sie begründet ist, da ist vielfach auch die falsche Belehrung Schuld. Die Leute wissen nicht, daß sie weitergehen können und schimpfen dann auf die Regierung. Er sei grundsätzlich gegen eine Berufungsinstanz.. Abg. Wünzer teilt als Berichterstatter mit, daß der Aus⸗ schuß den Abänderungsautrag des Abg. Calmann zu dem seinen ge⸗ macht hat, und weiter diesen Antrag dahin abändert, daß hinter Kreisämter eingeführt wird:„erneut“. Abg. Raab: Es ist uns ganz gleichgültig, in welcher Forn Sie den Antrag annehmen, die Hauptsache ist, daß überhaupt etwas geschieht. Letzten Eindes müssen ja doch in jedem Falle die Blürger bezahlen. Wenn etwas mehr von der Regierung auf die Kreise und Gemeinden hingewirkt wird, das wird schon Frlichte tragen. Abg. Leun vertritt nochmals seinen Autrag. Daß durch die Berufungskommission eine Verzögerung eintritt, das will wenig bedeuten, denn es handelt sich doch um abgelehnte Anträge. Der Begriff Hilfsbedürftigkeit ist sehr dehnbar, es müßte unbedingt ein einheitliches Verfahren eingeführt werden. Abg. Calmann wünscht, daß erneut Instruktionen an die Blürgermeistereien ergehen im Sinne des vom Regierungsvertretr erwähnten Ausschreibens. (bg. Ulrich: Welch merkwürdige Zustände bestehen, davon mehrere Beispiele. So wird z. B. im Kreise Darmstadt Unter⸗ stützung bezahlt an Leute, die ein Vermögen von 30 bis 40 000 Mk. haben, während im Kreise Dieburg die Unterstützusng versagt wurde für Leute, die ein angebliches Vermögen von nur 19 000 Mk. haben, das aber kein Einkommen abwirft. Man hat in einem Falle so⸗ gar den Betreffenden geraten, ein Darlehen aufzunehmen, damit ihre Notlage behoben wird. Da müßte die Regierung doch die Möglichkeit haben, auf die Kommissionen einzuwirken, daß solche Fälle vermieden werden. Was in diesen Zeiten einmal verkauft ober verpfändet wird, das wird den zursckkehrenden nehmern schwer fallen, wieder zu erwerben. sich, durch eine Konferenz der Vorsitzenden der Kommissionen eine einigermaßen gültige Norm zu schaffen. Es ist grundfalsch, die Unterstlitzung zu versagen, wenn noch ein kleines Vermögen oder ein kleines Einkommen vorhanden ist, wir haben vielmehr alles Interesse an der Erhaltung dieser Existenzen. Ich meine, die Re- girung hätte vielsach Grund, Nachzuprüfen und die Bürgermeister zu veranlassen, ihre Pflicht voll und ganz zu tun. Er sei nicht der Ansicht, daß der Krieg bald zu Ende sein wird, und auf die Dauer kann die herrschende Unzufriedenheit gefährlich werden. Abg. v. Brentano: Die große Reihe von Klagen ist nicht auf ein Verschulden der Regierung zurückzuführen, sondern ledig⸗ lich auf die Kommissionen. Die Regierung sollte es sich überlegen, ob sie es bei dem Erlaß bewenden lassen will, oder ob sie doch gegen die betreffenden Bürgermeistereien vorgehen soll. Die Re⸗ gierung möge auch erwägen, daß die Bürgermeistereien die Leute nicht genügend belehren. den Mut haben, weiter zu gehen und die Schuld einfach der Re⸗ gierung beimessen. Der Begriff Vermögen ist sehr verschieden zu deuten und zu handhaben. Wenn eine Frau en eigenes Haus hat, und sonst keine Einnahmen, so lann sie eben,: leben ohne Unter— stützung. Wir haben allen Grund, die here denden Unzufrie⸗ denheiten zu verhindern. Abg. Henrich: Als Mitglied einer sion kenne er die Schwierigkeiten, den Begriff Vermögen gerecht und richtig zu definjeren. Es sind sehr wohl Vermögen denkbar in der Höhe, die der Abg. Ulrich er⸗ wähnte, die aber doch die Unterstützungsbedürftigkeit nicht aus⸗ schließen, weil sie gewissermaßen in der Luft hängen und keinerlei Einkommen abwerfen. Wenn ausreichende Instruktionen an die Kommissionen ergehen, kann man sich davon wohl Abhilfe ver⸗ sprechen. Damit ist die Beratung geschlossen. Sämtliche Anträge werden in' den Ausschußfassungen ange— nommen. Es folgt Beratung des dringlichen Antrages der Abg. Brauer, Lang und Gen. betr. den Ausfall der Fortbildungsschule auf dem Lande während der Dauer des Krieges. Geheimer Oberschulrat Dr— Nodnagel möchte namens der Regierung dem Hause die Mitteilung machen, daß dem Ausschrei— ben an die Kreisschulkommissionen noch folgender Zusatz hinzuge— fügt worden ist:„Die Kreisschulkommissionen werden angewiesen, durch die Bürgermeistereien in den Gemeinden feststellen zu lassen, wieviel fortbildungsschulpflichtige Schüller nicht ohne Schaden für den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Familien zum Fortbildungs- unterricht herangezogen werden können. Wenn diese Erhebungen ergeben, daß mit der dann noch verbleibenden Schütlerzahl ein ge⸗ ordneter Unterrichtsbetrieb nicht aufrecht zu erhalten ist, ist die' Fortbildungsschule zu schließen“ Damit haben wir die Ueber- zeugung, daß allen Wünschen Rechnung getragen worden ist. Abg. Brauer begründet seinen Antrag. Es liegt ihm be— sonders daran, festzustellen, daß sich sein N trag nicht gegen die Fortbildungsschulen überhaupt richtet. Cs sollte nur mit allen Mitteln den Daheimgebliebenen erleichtert werden, ihre Betriebe aufrecht zu erhalten zum Wohle und Besten des Ganzen. Da das durch die Erklärung des Herrn Regierungsvertreters in ausreichen— dem Maße erreicht wird, ziehe er seinen Antra zurfick. Abg. Lang bittet, die Regierungserklärung und das Aus- Unterstützungskommis— die sich ergeben, namentlich um e Kriegsteil⸗ Vielleicht 1 Es ist richtig, daß die Leute dann nicht]! 3 VV trages. Man sollte Offizieren, die nicht verwundet bochsten Mage echolundsbedestig sind, A5 Reisen von der Front aus ihrer Tasche zu bezahlen. chreiben betreffend die Beurlaubung der Mannscha. Keen e sollte besonders in den Lazaretten beka f geben werden, die es vielfach noch nicht zu kennen scheinen. Der Ausschußantrag, den Antrag für erledigt zu erkl, wird dann angenommen. 8 05 22 ö Es folgt 1 des Antrages des Abg. Henrich betreffend die Fakultative Einführung der türkischen Sprache in den Le 1 der höheren Lehranstalten. 8 4. N 905 75 i 4 gibt nochmals eine kurze Begründung des Au. tages. Nach einiger Debatte wird der Ausschußantrag ang. nommen. 5. 1 0 Der Rest der Tagesordnung, eine Anzahl Vorstellungen rein 0 lokaler Bedeutung, wird nach den Ausschußanträgen ohne. Debattt 1 erledigt. 1% Dann hält Prästdent Köhler eine Schlußausprache in der en. den baldigen Sseg und Frieden unserem Volke wünscht, worauf das 1 Haus auscinandergeht. 8 en 8 0 Briefkasten. 1 0 V... 5 Der zweite Brief ist nicht eingetroffen, 5 11 2 in Vereinskalender. 1155 5 Samstag, 16. Oktaber.„ N g Gießen. Gemeinde⸗ und Staatsarbeiterver⸗ I 0 Can d. Abends 129 Uhr Versammlung im Gewerkse.. Von den Apotheken in Giessen ist am Sountag 9 den 17. Okt. von 3 Uhr nachmittags an und die Nacht hindurch geöffnet die Hirsch-Apotheke. ö —— ñV——— 4 8 7 9 Reichhaltiges Lager in hren, f 2 Kalinka Gie( Gold und Siibertwaren, 5 0 7 Lieferant des a 3 Gießen u. Umg. und des Efe. arkiplatz l. bahn⸗Konsumvereins. 0 W nbamachee uud Goidarbtüer,—. Wan verfange Rabatte. Verstorbene. Fran Lina Pfeiffer geb. Wisker in G8. — Frau Christine Petri Gack in Berghausen bei W Seger Witwe in Wetzlar. 4 Jeheige Schantenkalle dich Die Beiträge zur Kranken⸗ und Invaliden. versicherung für Monat August 1915 können noch bis zum 28. Okt. 1915 ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 15. Okt. 1915. Der Vorstand J. A.: Alb. Lentz. — OF. Café Besitzer: Budwig Müller Bahnhofstrasse 52a, Neben Noe geh hält sich der geehrten Einwohnerschaft von Giessen und. Umgegend zu gelegentlichem Besuch bestens empfohlen. Stetsla Backwaren b. Burckhardt in Gießen.— Wi 0 lar, 46 Jahre alt.— Frau Ph 2 Lelchälts-Verlegung. Mein Geschäft befindet :: sich von jetzt ab:: 77 Jakob Schupp Fahrräder, Nähmaschinen, Reparatur⸗Werkstätte. Marlin Krug, Giesen Schulstraße 5 Zigarren ⸗Spezial⸗Geschäft empfiehlt beine aus rein überseeischen Tabaken hergestellten Fabrikate bestens 5 g Jiguustten. Zigarrilog, Nun, Kab U. Shaft. 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Großes Hauptquartier, 15. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschanplatz f Nordöstlich und östlich von Vermethes sind die Eng⸗ länder aus ihren Stellungen wieder hinausgeworfen. Nur am Westrande der sogennanten Kiesgrube konnten sie sich in einem kleinen Grabenstücke noch halten. In der Champagne hoben fächsische Truppen östlich von Auberive ein Franzosennest aus, das sie in unserer Stellung seit dem großen Angriff noch gehalten hatten, machten 5 Offiziere und 300 Mann zu Gefangenen und er— beuteten mehrere Maschinengewehre. In der Nacht vom 13. zum 14. Oktober wurden die für die im Gange befindlichen Operationen militärisch wichtigen Bahnhöfe von Chalons und Vitry⸗le⸗-Vranc bis von einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Südwestlich und südlich von Dünaburg griffen die Russen gestern mehrfach erneut an. Südlich der Chaussee Dünaburg—Nowo⸗Alexandrowsk wurden sie unter ungewöhnlich schweren Verlusten zurückgeschlagen. Ebenso brachen Teilangriffe nordöstlich Wesselowo zu⸗ sammen. Bei einem dritten Vorstoß gelang es den Russen, hier in Bataillonsbreite in unsere Stellung einzudringen. Gegenaugriffe sind im Gange. Eines unserer Luftschiffe belegte den Bahnhof Minsk, auf dem zurzeit große Truppenausladungen stattfinden, aus⸗ giebig mit Bomben. Es wurden fünf schwere Explosionen und ein großer Brand beobachtet. Heeresgruppen Prinz Leopold von Bayern und von Linsingen. Nichts Neues. Balkankriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Operationen ihren planmäßigen Bei der Mackensen nahmen die Verlauf. Südlich von Belgrad und von Semendria sind dir Am 17. September starb infolge schwerer Verwundung im Lazarett Antonowa der treu- sorgende Vater seines Kindes, unser hoffnungs- Voller Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Otto Wacker Musketier im REs.-Inf.-Reg. 254, II. Komp. im Alter von 24 Jahren. Wieseck, den 15. Oktober 1915. Die tieftrauernden Hinterbliebenen . N.: Familie Wacker Ida Rotenhausen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass mein lieber, her zensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser braver Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Eümund Helhing Wenrmann im aktiven Inf-Reg. 14. 3. Komp. am 24. Sept, in Feindesland durch Kopfschuss den Heldentod fürs Vaterland gefunden bat. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Heuchelheim, den 15. Oktober 1915. Wispelmstrasse 31. In tiefem Schmerz:. Elisabeth Helbing, geb. Jung, und Kind nebst allen Angehörigen. stunden. GEORG K. ASNH AIZ! Br j . a Serben weiter zuruckgedrangt. Es wurden 450 Gefangene gemacht, 3 Geschütze, darunter 1 schweres, erobert. N Die Werke auf der Südfront von Pozarevac sind 918 gestürmt. Die befestigte Stadt fiel damit in unsere Hand. 0 Die bulgarische 1. Armee begann den Angriff über die serbische Ostgrenze. Sie nahm die Paßhöhen zwischen Be⸗ logradeik und Knjazewac in Besitz. Oberste Heeresleitung. . 6 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 15. Ott.(W. B.) Amtlich wird verlautbart, 15. Ok⸗ tober 1915. Nussischer Kriegs schauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 4 Ftalienischer Kriegsschauplaßz. An der Tiroler Front hält das starke feindliche Artilleriefeuer au Infanterie⸗Angriffe versuchte der Gegner nur auf der Hoch⸗ fläche von Vilgereuth, wo mehrere italienische Kompagnien um Mit⸗ ternacht gegen unsere Stellungen vorstießen, jedoch nach kurzem Jeuerkampf zum Zurückgehen gezwungen wurden. Ebenso scheiterte ein nochmaliger Annäherungsversuch in den Morgen⸗ An der Kärntner Grenze und im Küsten lande ist die allgemeine Lage unverändert. Einzelne Abschnitte dieser Front stehen unter dauerndem feindlichen Artilleriefeuer. Eine am Plateaurande nächst Peteano vorgehende italienische Abteilung wurde durch Gegenangriff geworsen und erlitt große Verluste. Serbischer Kriegsschauplatz. 5 Die über den Erino Brdo vordringenden K. und K. Truppen warsen den Feind über den bei Vinca in die Donau mündenden Bolieia⸗Bach z u r ii ck. Die beiderseits der unteren Morava vorrückenden deutschen Streitkräfte nahmen Pozarevac im Kampf. Die bulgarische 1. Armee hat den Angriff über die serbische Ostgrenze begonnen und die Paßhöhen zwischen Belogradocik und Kujazevae in Besitz genommen. Der Stellvertreter des Chess des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. * Russische Angrisse blutig abgeschlagen. Dem Berl. Tagebl. wird aus dem Kriegspressequartier gemeldet: Der Druck der Russen auf dem rechten Flügel der Armee Bothmer macht sich neuerdings wieder bemerkbar. Die Russen suchen mit allen Mitteln den ihnen wichtigen Brückenkopf Tarnopol außer Bedrohung zu bringen und griffen deshalb beiderseits der Straße nach Jecierna und dem deutschen Frontabschnitt Cebrow⸗Kozpow an. Nach großer artilleristischer Vorbereitung schob sich die erste Schwarmlinie folgenden beroen Rerhen durch ote Lucken in den Vrayr⸗ verhauen einzudringen versuchten; sie wurden jedoch zu⸗ sammengeschossen und flüchteten unter Hinterlassung von Hunderten von Toten. Die Durchbruchsversuche der Russen an der bessarabischen Front gescheitert. Die russischen Durchbruchsversuche an der bukowinisch⸗ bessarabischen Front sind nunmehr als vollständig ge⸗ scheitert zu betrachten. Außer schweren Verlusten büßte der Feind einen wichtigen Stützpunkt im Raume Dobronoutz ein, von wo aus die Russen unsere rechte Flanke bedrohten. Dieser Stützpunkt, von den Unsrigen im Sturm genommen, ist fest in unserer Hand. Verlegung der serbischen Hauptstadt. Lugano, 15. Okt. Nach einer Meldung des Mailänder Secolo aus Bukarest wurde die serbische Hauptstadt nach Mitrowitza verlegt. Die Teilnahme Italiens am Balkan⸗ unternehmen. T. U. Chiasso, 15. Okt. In den politischen Kreisen Roms legt man der Reise des Ministerpräsidenten zum König außer⸗ ordentliche Bedeutung bei und erwartet von ihr die Klärung bezüglich der Frage der Beteiligung Italiens an der Aktion des Vierverbandes auf dem Balkan. Man weiß, daß die Vierverbandsmächte einen großen Druck auf Italien aus⸗ üben, um es zur direkten Beteiligung zu veranlassen, aber man weiß auch, daß der Oberkommandierende der italienischen Armee, Cadorna, bisher dem entschieden widersprochen hat. Die Entscheidung erwartet man nunmehr von der Reise Salandras zum Hauptquartier und der nächste Ministerrat/ der wahrscheinlich morgen oder in den allernächsten Tagen stattfinden wird, muß darüber Gewißheit bringen. Ein französischer Truppentransport versenkt. Unterseeboot versenkte nach Athener, in der Nähe der Insel Kythera am Ein deutsches Zeitungsmeldungen 7. Oktober einen Von 2000 Mann Besatzung konnten nur 100 gerettet werden Nach der gegebenen Orts- und Zeitbestimmung ist die Versenkung dieses Schiffes bisher noch nicht gem eldet. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 5 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. heran, wobei die Beste SAKTIENSEFSELLSCMYFT Dents Gießen ⸗Wetzlar. 2 pf. Ciqa Deutsches fab c.—— cher Banarbeiter⸗ Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. O grelte rikot Trustfrei 1 5 * 2 r Verband Dem Weltkrieg zum Opfer sie ten weiter unsere Mitglieder: Ludwig Nikolai, Willi Steinmüller, Hilfsarbeiter, Wilhelm Biehl, Maurer, Steindorf. Philipp Launs pach, Hilfsarbeiter, Ludwig Wagner, Hilfsarbeiter, Karl Mulch, Hilfsarbeiter, Naunheim. Ehre ihrem Andenken! Geg. Ungeziefer schützen sich unsere Krieger durch 5 1 Lausopud“(Kresol- 1 Gr S8 0 5 ine 1 7 e 5 4 2 0 8 90 Piennig. 9 Vo 1 1 ät e 5„Lausol“(Aetherische a 111 19 r 50 Pig ider- ausapas t!“ Gaphto. 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Um hier helfend eingreifen zu können, wenden wir uns an die so oft bewährte Opferwilligkeit unserer Mitbürger mit der dringenden Bitte, uns gebrauchte Schuhe aller Art zur Verteilung an bedürftige Kriegerfamilien freundlichst zuweisen zu wollen. Die Entgegennahme erfolgt im städtischen Hospitalgebäude, Seltersweg 11. Auf schriftliche Mitteilung läßt die städtische auch in den Wohnungen der Geber abholen. Gießen, den 6. Oktober 1915. Kriegsfürsorge die Gaben Städtische Kriegsfürlorge Keller. g ute, Nützen dale Aeagen Lende e. 1 Dr. Ebel. 0 2 f u d f Slricklumpen? 1 1 25 2 und Schafwolle 2 nehmen zu höchsten Preisen an 8 L. Nosenbaum& Jakob 175 Tel. 171. am Oswaldsgarten. 575 .— Händler erhalten Vorzugspreise.— 1 1 r aer W Berttedern 8 grau per Pfd. von 95 Pf. an L. Rosenbaum& Jacob am Oswaldsgarten. ö F 8 Seltersweg 52 Marhurg 0 Neustadt 13 75 BRI 0 empfiehlt grosse Auswahl Regenschi l sowie 0 Reparaturen und Neubeziehen. 2. d—— J. 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