der Organ für die Interessen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 4 Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werklag Abend in Sießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 40 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. 5 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraßßse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. r Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 242 Gießen, Freitag, den 15. Oktober 1915 10. Jahrgang Des Krieges Höhepunkt. 5 Von Richard Gädke. Noch nie vielleicht im bisherigen Verlauf des Krieges ist der mere Zusammenhang der Ereignisse auf all den verschiedenen kriegsschauplätzen derart in die Erscheinung getreten, wie gegen— ifirtig. Eine Ausnahme macht vielleicht allein Italien, das litisch wie militärisch eine Zeit der Ratlosigkeit durchzumachen beint. Der falschen Politik ist wie in den meisten Fällen eine glückliche Führung des Krieges gefolgt, und nun scheint bei den ihrenden Männern über die Ziele, die dem Heere zu stecken niren, ein arger Gegensatz zwischen dem wünschenswerten und dem glichen zu bestehen. Kein Zweifel, daß die Sonnino und Sa⸗ ndra Ende April dieses Jahres, als sie ihren Pakt mit dem ibund schlossen, sich den Verlauf des Sommerfeldzuges ganz ders gedacht haben, als er nun gewesen ist. Während Oester⸗ tich⸗Ungarn von Rumäniens und Serbiens Heeren überschwemmt id mit ihrer Hilfe die Karpathenstellungen von Westen und itten gleichzeitig aufgerollt werden sollten, sodaß Italiens Heeren verhältnismäßig leichter Spaziergang durch Dalmatien, Süd⸗ 5 10. Kärnten und Krain anvertraut werden konnte, ist nun die Hiegslage sehr verschieden von diesen überschwänglichen Hoff⸗ ungen; mit Sorgen sieht man die Zeit nahen, wo der stolze Ruf Sieges„sempre avanti Savoia!“ sich in ein klägliches:„rück⸗ Mrts, rückwärts, Don Rodrigo“ verwandeln wird. Keine Frage, daß der Einbruch der verbündeten Heere in erbien die Lage auf dem Balkan so gestaltet hat, wie sie den iteressen des Vierperbandes nicht entspricht. Das bezieht sich ächst freilich auf die politischen Verhältnisse. Wir müssen uns en, die bisher erreichten militärischen Erfolge zu über⸗ ritzen. Das ist nur ein Anfang. Daß uns die serbischen Streitkräfte den Uebergang über Save 5 Donau nicht würden verwehren können, war von vornherein, zunehmen. Das ist eine Frage der überlegenen Artillerie und Tchnik. Immerhin haben die Serben in dem zweitägigen sraßenkampf in Belgrad Zeichen ungebrochenen Mutes abgelegt. mr werden dem Hauptwiderstand erst im Innern des Landes be⸗ bmen. Belgrad ist schon einmal in der Hand der Oesterreicher scvesen, deren Heere aber beim weiteren Eindringen zu ausge⸗ bunpt waren, um noch Erfolge zu erreichen. Allerdings waren sie nals hauptsächlich durch das unwegsame Grenzland östlich der una von Bosnien aus und mit Teilen durch die sumpfige hitschwa an den Save⸗ÜUfern eingebrochen. Die Save-Donau⸗ ut von Schabatz bis Gradiste hat eine Länge von 150 Kilometern: gehen aber außerdem österreichisch-ungarische Streitkräfte von . Drina vor und es sind andererseits Artilleriekämpfe bei Or⸗ bia, an der rumänischen Grenze(da, wo die Bahn Bukarest— Imesvar-Budapest die Grenze überschreitet) gemeldet worden. Frlangsamend aber wird die Natur des Landes auf das Vor⸗ ngen unserer Heere wirken. Es ist nicht geradezu unwirtlich, tet in Friedenszeiten sogar ziemlich auskömmliche Hilfsmittel; er wir wissen, inwieweit der 15 Monate währende Krieg sie be⸗ les erschöpft hat. Das Gebirge, von dem des Land erfüllt ist, m im Norden nur als Mittelgebirge angesprochen werden; aber tlist vielfach mit ausgedehnten Waldungen bedeckt und zeigt moffe Formen. Der größte Feind für ein großes Heer ist die einge Wegsamkeit des Landes und die spärliche Zahl und eestungsfähigkeit der Bahnen. Bis Kruschevatz(150 Kilometer illich von Belgrad) führen noch zwei Linien, von da bis Nisch um man nur auf eine rechnen. Allerdings zieht von hier eine mere längs der bulgarischen Grenze zur Donau: sie kann benutzt den, sobald der Donauweg von Orsowa an frei(lund zugleich e russischen Sendungen verschlossen) wird. Weiter im Süden n; Südwesten des Landes steigen die Erhebungen dann zun! ae an und werden immer rauher: die Unterkünfte sind cht. Unsere Verkehrstruppen und Pioniere werden wieder reiches Feld der Tätigkeit vorfinden. 5 8 Die starken Angriffe der Franzosen im Westen und der Issen im Osten sind zunächst von dem Bestreben hervorge⸗ en, sich gegenseitig zu helfen. Ein solches Zusammenwirken ge⸗ ant ihnen zum ersten Male. Man soll nicht sagen, daß es ohne aun Erfolg gewesen ist. Das würde zunächst der tatsächlichen 0 ze der Dinge nicht entsprechen, wie sie aus den amtlichen Be⸗ deten des Großen Hauptquartiers hervorgeht, und auch aus den lichten Joffres, soweit sie unwidersprochen geblieben sind und ät unglaubwürdig erscheinen. Auf dem westlichen Kriegsschau⸗ sae ist den Franzosen die Besetzung von Soucheg, den Engländern 5 ei Fortnahme von Loos geglückt. Sie behaupten, auch einen Teil Hohenzollernwerkes etwa halbwegs nach Hulloch, in ihrem seitz zu haben. Diese Eroberungen haben sie bisher behauptet, eeter vorzudringen glückte ihnen nicht. Im Gegenteil scheint es, 0 seien ihre Angriffe hier nicht nur matter geworden, sondern— bläufig wenigstens— ganz eingeschlafen. Das würde die Nach beten über ihre sehr großen Verluste glaubwürdig erscheinen ssen. Ueberhaupt wird man seststellen müssen, daß die Eng⸗ nder im Angriff bisher keine sehr große Zähigkeit bewiesen bien. Man wird vielmehr wie noch immer in ihrer Kriegs“ shichte, auch diesmal die Erscheinung beobachten, daß sie ihre nen Truppen zu schonen beflissen sind— wenigstens die nativ⸗ 1„ Mit kanadischem und indischem Blute sind sie frei⸗ ziger. Größere Zähigkeit beweisen die Frauzosen in age. Dem ersten glücklichen Angriff vom 25. servordere beutsche Linie in einiger Ausdehnung kKeacht hat, haben sie seitdem weitere starle Vorstöße pte Stellung folgen lassen, sogar unter Heranziehung nen shiskonen. Nicht fiberall ölteben sie hierbei erfolglos, im„Osten e Schlachtfeldes haben sie das Dorf Tahure und den. Nauen ls und links davon genommen und sind darsiber hinaus gegen eißöhe 00 vorgedrungen. Hier haben sie hem deutschen 1155 riff allerdings wieder mehrere hundert let N e 15 eu. Ihr Gewinn beträgt der Tiefe nach Mee der Cham⸗ September, der in ihre Hände gegen die neue; Sue e e gegen 5 Sieg errungen und jener ist letzten Endes geschlagen worden. von einem Durchbruch der deutschen Stellung kann natürlich keine Rede sein. Aber die Schlacht geht, wie es scheint, weiter. General Joffre versucht seine Ziele sprungweise, von Etappe zu Etappe, zu erreichen, wobei sein Menschenverbrauch ein großer ist. Wir wer⸗ den vielleicht noch längere Zeit hindurch größere Angriffe erleben, wie die feindliche Presse ankündigt— solange bis die schon einge⸗ setzten und noch heranzuschaffenden starken Streitkräfte Schlacke geworden sind. 5 Schon in meinem letzten Bericht wies ich darauf hin, daß die Verhältnisse, die sich auf dem östlichen Kriegsschauplatze heraus⸗ gebildet haben, aus den allgemeinen Verhältnissen zu erklären sind und nicht daraus, daß Führung und Truppe des russtschen Heeres auf einmal eine Tüchtigkeit erlangt hätten, die ihnen vordem fehlte. Inzwischen ist der Donau-Uebergang der verbündeten Streitkräfte eingetreten. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze haben die Gegenangriffe der Generale Rußki und Ewert keine Erfolge er⸗ zielt, wie wortreich auch die Berichte des russischen Hauptquartiers geworden sind. Daß sie hie und da deutsche Angriffe zurückge⸗ wiesen, das Vordringen deutscher Truppen aufgehalten, an ein⸗ zelnen Stellen auch selbst Raum gewonnen haben mögen, ändert die Kriegslage im allgemeinen nicht. Sie kennzeichnet sich durch einen gewissen Charakter der Ruhe und des Gleichgewichts. In Wolhynien und Ostgalizien hingegen haben die Russen sehr entschlossen, mit zeitweise unzweiselhaft sehr überlege⸗ äften und mit der entschiedenen Absicht eines großen Sieges angegriffen. Sie haben eine zeitlang sowohl westlich des Sereth wie im Norden am Styr-Abschnitte Fortschritte gemacht, sind so⸗ gar auf das westliche Ufer des Styr vorgedrungen. Durch das Ein⸗ greifen der XI. Armee, v. Linsingen, sind alle ihre Angriffe gegen rechten Flügel und Mitte des verbündeten Heeres zurückgewiesen wörden. In Wolhynien steht der Kampf noch. Doch scheinen die Russen überall auf das Ostufer des Stur zurückgeworfen worden zu sein. Es ist ja klar, daß die Heeresführung des Feindes aus poli⸗ tischen Gründen dieser Südostfront besondere Aufmerksamkeit zu⸗ wendet; aber die verbündete Heerführung ist sich natürlich ihrer Wichtigkeit ebenso bewußt. Es ist das Vorteilhafte in unserer allgemeinen Lage, daß wir letzten Endes doch überall die Vorhand an uns gerissen haben. Die unvergleichliche Gunst unserer zentralen Lage, unter⸗ stützt durch ein treffliches Bahnnetz, kommt uns hierbei gewiß zu⸗ statten. Die Strategie der inneren Linie feiert in den gewal⸗ tigen Verhältnissen diesos Krieges ihre Triumphe. Aber si ekann es nur, weil wir im Osten wie im Westen auf Feindesboden stehen, und uns darum ohne jeden Schaden zeitweise dort in der Verteidi⸗ gung halten können. Es ist ja an den Gegnern, uns wieder hinaus⸗ zuwerfen— wenn sie können, unsere Heere dort zu schlagen. Daher sind wir imstande, den eigenen Angriff immer dort zu führen, wo wir es aus militärischen Gründen für vorteilhaft halten. Und die einzige Bedingung ist, daß wir an irgend einer Stelle die zum An⸗ griff erforderlichen Kräfte verfügbar machen können. Das ist jetzt gegen Serbien geschehen. Wenn wir dort einen durchgreifenden Erfolg erzielen, und in der Champagne uns gegen Joffres hart⸗ näckige Augriffe zu behaupten vermögen, daun haben wir 1 0 In diesem großen Ringen kann man nur die Gewichte in unserer Wag⸗ schale vermehren, bis endlich die des Gegners hoffnungslos in die Höhe schnellt. Wir müssen uns davauf gefaßt machen, daß darüber noch geraume Zeit vergehen wird dies ist kein Krieg der raschen Entscheidungen. Dazu ist er viel zu ernst und schwer und folgenreich. * 00 Die Hilse für Serbien. Aus Lyon wird gemeldet, daß die kürzlich formierte franz ö ⸗ sische Ostarmee aufgelöst, zum größeren Teil nach Salonik und zum kleineren Teil nach dem nördlichen Kriegsschauplatz befördert worden sei. 5 Nach einer Meldung aus Cetinje sind dortselbst mehrere italienische Generalstabsoffiziere eingetroffen. Es fand eine Veratung unter dem Vorsitz des Königs Nikita statt. Angeblich wird ein Durchmarsch italienischer Truppen durch montenegrinisches Gebiet vorbereitet. Nach einer Meldung des Corriere della Sera wäre es von großer Bedeutung, wenn die Russen in Bulgarien einrücken würden. 150 000 Mann Eutentetruppen könnten nicht genügen. Ebenso reiche die einzige Eisenbahnstraße Salonik—-Uesküb nicht für einen Transport größerer Massen aus. Man kann also Serbien unmöglich reiten und müßte es, so schmerzlich das Opfer auch sei, seinem Schicksal überlassen. 6 Nach einer Athener Meldung trefsen die Truppen der Verbün⸗ deten Vorbereitungen, um den Hafen von Salonik zu sperren, da Angriffe durch die deutschen Unterseeboote gefürchtet werben, die in den letzten Wochen eine erhöhte Tätig⸗ leit entfalten und durch österreichisch⸗ungarische Tauchboote Zu⸗ wachs erhalten sollen. Englische Hilferufe. Globe in London veröffentlicht einen Leitartikel, in dem es mit allem Nachdruck ausführt, daß England sein Heer an den Dar⸗ danellen zurückziehen und alles tun sollte, um die Serben mit großer Truppenmacht zu unterstützen. Jede andere Politik sei Selbstmordpolitik. Wenn es den Deutschen möglich ge⸗ macht werde, ihr Heer mit dem türkischen Heer in Verbindung zu bringen, dann könnten sie ihren Angriff gegen das Rückgrat des britischen Reiches(den Suezkanal) richten. Wenn ihnen dies ge⸗ linge, dann würde das die Dauer des Krieges um Jahre ver⸗ längern und die australischen Besitzungen Englands be— drohen. Der Nieuwe Rotterdaansche Couvaut meldet aus London: Die englischen Blätter geben heute morgen ihrer Genugtuung Ausdruck über die Mitteilung Vivianis, daß die Verbündeten Serbien kräf⸗ tige Hilfe leisten werden. Der Seekrieg. Ein schwedischer Protest gegen England. Stockholm, 13. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Svenska Telegrambyran teilt mit: Die schwedische Regierung hat ihren Gesandten in London beauftragt, gegen die Ver⸗ letzung der Neutralität Schwedens durch ein englisches Unter⸗ seeboot in der Ostsee Einspruch zu erheben. 0 Die schwedische Presse führt ohne Unterschied ihrer Partei eine außergewöhnlich scharfe Sprache anläßlich der englischen Kränkung von Schwedens Neutralität durch Beschießung des Dampfers„Germania“ und die beleidigende gründliche Untersuchung an Bord dieses Dampfers. Siockholm, 13. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Aftonbladet bringt einen Bericht des Kapitäns der„Germania“, welcher er⸗ zählte, daß das englische Unterseeboot den Dampfer noch innerhalb der Grenze des schwedischen Hoheitsgebietes verfolgt habe. Die Be⸗ satzung des Unterseebootes ging dann an Bord des Dampfers, richtete im Innern des Schiffes Zerstörungen an und versuchte auch das Schiff mit der Ladung zu sprengen. Das Ergebnis der amtlichen Untersuchung liege noch nicht vor, aber wenn diese Uebergriffe sich bestätigen, so läge, wie das Blatt hervorhebt, ein besonders schwerer Fall von Verletzung der schwedischen Hoheitsrechte vor. Eine neue Form englischer Deutschenhetze. Englische Blätter haben eine neue Art der Deutschen hetze herausgefunden; sie haben nämlich entdeckt, daß zahl⸗ reiche englische Gesellschaften, vor allem Versicherungen, in neutralen Ländern deutsche Agenten haben. Jetzt sollen diese Gesellschaften gezwungen werden, ihre Vertreter zu entlassen und an deren Stelle Engländer zu setzen. So bedauerlich diese Handlungsweise für die davon Betroffenen für den Augenblick sein mag, so bedeutet sie letzten Endes doch nur eine Schädigung der Engländer, denn es liegt auf der Hand, daß die Londoner Häuser nicht aus Deutschenliebe derartige Vertreter gewählt haben, sondern darum, weil sich die Be⸗ treffenden besonders gut geeignet haben. Wenn sie also jetzt die Auslandsdeutschen ihres Broterwerbs berauben, so zwingen sie diese, sich nach Konkurrenzvertretungen aus anderen Ländern umzusehen. Den Schaden davon wird also letzten Endes England selbst haben. Deutsche Sozkaldemokraten in Sibirien. Seitdem in der Schlacht bei Tarnowska⸗Lublin vom 7. bis 9. September 1914 Teile von Breslauer und anderen schlesischen Landwehrregimentern in russische Gefangenschaft gerieten, weilen mehrere Hunderte schlesischer Parteigenossen in den Gefangenen⸗ lagern Ostsibiriens von Irkutsk bis Wladiwostok. Eine Anzahl der schwer Heimgesuchten hat schon Karten an die Volkswacht, das Gewerkschaftshaus, an die Arbeiterturner und die Arbeitersänger gesandt, mit anderen dagegen war noch keine Verständigung mög⸗ lich. Die letzten Karten, die etwas offener in ihrem Inhalt sind, lassen darauf schließen, daß viele unserer Genossen unter furcht⸗ baren Zuständen leiden. Einige sind, so wird mitgeteilt, schon an Unterernährung, Skorbut. Flecktyphus und Ungeziefer zugrunde gegangen. Die Gefangenen in Nikolsk⸗Ussurist 3. B. erhalten jetzt nur noch Wasser und Brot, statt Tee heißes Wasser, als Lagerstatt nur Bretter ohne Decken oder Stroh. Das nicht durchgebackene Brot wird wegen des großen Hungers mii Wasser hinuntergespült, die Kleidung ist den meisten schon vom Leibe gefallen und Ersatz gibt es nicht. Viele laufen barfuß, alle fürchten sich vor dem neuen Winter mit seiner Kälte. Schon im letzten Winter haben sie in der Nacht Laufschritt uz um sich zu erwärmen und damals war ihre Kleidung noch einigermaßen in Ordnung. Einige Karten deuten an, daß sich die Bewachungs⸗ mannschaften sogar Knutenhiebe gegen unsere gequälten Genossen erlauben. Pakete aus der Heimat, mit Wäsche und dergleichen wie auch Geld wird den Gefangenen oft nach Monaten, ja nach einem Vierteljahr ausgehändigt, wenn vieles verdorben ist. Eine Inspizierung der sibirischen Gefangenenlager durch neu⸗ trale Delegierte, vielleicht aus Amerika, wäre dringend nötig. Sie könnten den Gefangenen, unter denen sich auch viele Oesterreicher befinden, vielleicht Erleichterung bringen. Die Anerkennung der Regierung Carranzas. Der Frankfurter Zeitung wird aus Newyork, 13. Oktober, telegraphiert: Nachdem Carranza Garantien dafür abgegeben hat, daß ungehinderte Ausübung religiöser Gottesverehrung stattfinden dürfe, nachdem er ferner eine Amnestie versprochen und zugesagt hat, daß eine Landreform-Konferenz der größten amerikanischen Staaten unter der Führung der Vereinigten Staaten stattfinden solle, hat die Regierung der Union be— schlossen, seine Regierung als tatsächlich bestehende Re⸗ gierung in Mexiko anzuerkennen. Alle ameri⸗ kanischen Staaten werden wahrscheinlich davon absehen, seinen Feinden Waffen und Munition zu liefern. Villa erklärt demgegenüber, daß die Anerkennung Carranzas noch vie! Blutvergießen verursachen werde. Paris, 13. Okt. Aus Washington meldet die Agence Havas: Präsident Wilson erklärte, or billige die Vorlage betr. die An⸗ erkennung der Regierung Carranzas in Mexiko. bei einer Tafelrunde einer nach dem anderen cine Runde zu zahlen Rücktritt Greys? Wien, 14. Okt. Wie aus Rotterdam hiesigen Blättern gemeldet wird, stehe der Rücktritt Greys unmittelbar bevor; er empfange bereits keine Besuche mehr. Zum Rücktritt Delcassés. Die heutigen Berliner Morgenblätter beschäftigen sich zum größten Teil mit dem Sturz des französischen Außenministers Delcasse und äußern ihre Befriedigung darüber, daß bereits einer der Anstifter des Weltkrieges in der Versenkung verschwunden ist. So schreibt der Berl. Lokalanz.: Delcassé ist zurückgetreten, weil seine Stellung unhaltbar geworden war. Einer der Anstifter des Weltkrieges ist als Opfer der Balkankrise gefallen. Er hat den erwarteten Krieg erlebt, aber nicht den Sieg, den er nie erleben wird. Der erste der Anstifter des großen Weltbrandes ist gefallen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der zweite jenseits des Kanals in nicht zu ferner Zeit sein Schicksal teilen wird. Das Berliner Tagebl. sagt: In jeglichem Falle bedeutet der Rücktritt Delcasses das unfreiwillige Zugeständnis, daß das Gebäude der französtischen Außenpolitik einen gefährlichen Riß bekommen habe. Delcassé hinterläßt seinem Nachfolger eine bittere Erbschaft. Revolution in Albanien. Die Gazetta del Popolo meldet, in ganz Albanien herrscht eine revolutionäre Bewegung. Im Einverständnis mit Bul— garien bereiten die Albaner eine Erhebung vor, zur Ver⸗ jagung der Serben und Montenegriner und Wiedereinsetzung des Fürsten von Wied(2), der sich bereits bei dem deutschen Einfallheer befindet. Der Mittelpunkt der Erhebung ist Dibra. Sechs große deutsche Haubitzen zurückerobert. Schweizer Blätter melden aus London, ein Telegramm des Daily Chroniele aus Nordfrankreich berichtet, daß sechs große deutsche Haubitzen von den Deutschen durch einen Gegenangriff mit Handgranaten zurückerobert wurden. Die Haubitzen hatten kurz vorher zwischen den englischen und deutschen Linien zurückbleiben müssen. Abkommen zwischen Deutschlaud und l Großbritannien. T. U. München, 14. Okt. Zwischen dem Deutschen Reiche und der großbritannischen Regierung ist laut bayerischer Staatszeitung eine Verständigung dahin getroffen, daß den beiderseitigen dienstuntauglichen männlichen Zivilpersonen im Alter von 17 bis 55 Jahren die Abreise in ihr Heimatland gestattet wird. Antijapanische Bewegung auf Formosa. Aus Tokio wird der Petersburger Telegraphen-Agentur ge⸗ meldet, daß auf der Insel Jonnosa eine japanfeindliche Revo⸗ sution ausgebrochen sei. Nach dem Slowo sind alle Beamten er⸗ mordet worden. Die blutige Unterdrückung der Bewegung ist im Gange. riegsuslizen. Der deutsche Konsul in Suez, Georg Meinacke, ist nach einjäh⸗ riger Internierung auf Verwendung des Auswärtigen Amtes frei⸗ gelassen worden und bereits in Deutschland eingetroffen. In einem von der Tägl. Rundsch. veröffentlichten Brief des Berichterstatters Lindenberg von der österreichischen Südwestfront finden wir folgende erschütternde Mitteilung: Einer der dort su den Bergen des Karstes und Dolomiten kämpfenden Ungarn aus der Tiefebene schrieb an seine Frau daheim, sie solle doch den Stein am Ziehbrunnen— wahrscheinlich den einzigen Stein weit und breit— fortnehmen, damit er ihn nicht mehr nach seiner Riickkehr finde:„Denn Steine kann ich nicht mehr sehen!“——— Die Begnadigung Derflingers wird von der Gazette de Lausanne und anderen Blättern der Westschweiz, die nicht den Ruf großer Deutschfreundlichkeit haben, mit lebhafter Befriedi⸗ gung aufgenommen als Beweis, welchen Wert man in Berlin auf die bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutsch⸗ land und der Schweiz lege. Das Blatt benutzt die Gelegenheit, den tvagischen Fall jenen Landsleuten warnend vor Augen zu führen, die durch Lockungen ausländischer Agenten in Versuchung geraten. In London wurde am Montag zum ersten Male die neue königliche Verfügung in Kraft gesetzt, die es verbietet, zu traktieren. Es ist eine allgemein übliche Sitte in London, daß hat, wodurch Außerordentliches im Getränkekonsum geleistet und viel Geld hinausgeworfen wird. Die neue Verfügung erfolgte, um zur Sparsamkeit anzuhalten. Die Strafen für die Uebertretung der Verfügung sind außerordentlich schwer: sie sind 6 Monate Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 18701871. 1 U Von Levin Schücking. So waren wir eine halbe Stunde geschritten; wir näherten uns dem Weiler mit der Mühle, dessen ich erwähnt habe; er lag friedlich, lautlos, wie im tiefsten Schlummer begraben da; aber zu meiner Ueberraschung sollten wir nur zu bald den Beweis erhalten, wie sehr wir uns über den Schlummer täuschten. Als wir die Mühle passiert hatten und bereits dem Ende des Ortes nahegekommen waren, wo die Chaussee eine Wendung machte, sahen wir einen breiten Streifen Licht auf unseren Weg fallen. Er kam aus einem größeren, dem letzten oder vorletzten Hause, dessen Tür offen stand; wir hörten laute, durcheinandereifernde, wie trunkene Stimmen; zugleich stürzte sich ein Bauernhund aus der offenen Tür uns mit wütendem Gebell entgegen; dies lockte ein paar Männer in blauen Blusen mit der Armbinde der Franktireurs auf die Schwelle; wir mußten durch die Lichtzone vor ihnen an dem Hause vorüberschreiten; sie erkannten uns, sie erhoben ein Geschrei, stürzten ins Haus zurück, in dem ein unbeschreib— licher ärm folgte— wir beschleunigten natürlich aufs ⸗äußerste unseren Schritt, im Gehen unseren Säbel, die ein— zige Waffe, die wir führten, lockernd; aber wir waren nicht vierzig Schritte weitergekommen, als ein Schuß fiel, eine Kugel über uns dahinpfiff— dann noch eine, dann zwei, dann ein halbes Dutzend— mir war, als erhielt ich eine flüchtige Berührung am linken Oberarm; im übrigen waren die Kugeln harmlos, sie pfiffen weit über unseren Köpfen in die Luft dahin. Friedrichs Fortbewegung war längst aus dem Schritt in den gestrecktesten Trab übergegangen— in der Tat war an Widerstand wider einen solchen Haufen Menschen mit Feuer— waffen nicht zu denken; ich sprang ihm nach, und wieder an der Seite meines Begleiters rief ich ihm zu: „Am Ende werden wir doch getroffen, wenn wir ihnen sichtbar auf der Chaussee bleiben— wir müssen uns trennen — lauf du rechts, ich Will mich links durch die Weinberge da 1 . und 100 Lst. Geldstrafe. Die Kellner sind ebenfalls trafbar. 5. 1 l Nach einer Meldung des Nouvelliste de Lyon aus Paris ist dort ein französisches Flugzeug in der Nähe des Trocadero abgestürzt; das Flugzeug wurde vollkommen zertrümmert. Von den beiden Insassen, 5 1 einer tödlich, der andere sch i Die zahlreichen gassauten sind ohne Schaden davongekommen. 2 Wie Reuter meldet, ist in Mymensing(Bengalen) dor Polizeisuperintendent Jatindra, der dem Untersuchungsgericht ein Leutnant und ein Unterleutnaut, ist(Widerspruch.) Auch seder Offizier Vorwürfe, die Ulrich gegen einzelne Stände gerichtet sonders gegen die Landwirtschaft, seien nicht berechtigt. ung des ganzen Volkes sei einzig dastehend in der Westgeschichte. Das kann durch unangenehme Einzelerscheinungen nicht beein⸗ trächtigt werden. Auch der Behauptung des Abg. Ulrich. daß die Arbeiter am schwersten durch den Krieg getrossen werden, muß widersprochen werden. Die Arbeiter werden fast durchweg nach dem Kriege alsbald wieder ihren Lebensunterhalt finden, was bei weiten Kreisen des Mittelstandes, der Privatangestellten, nicht der Fall sein dürfte. Um Konkurse noch dem Kriege zu vermeiden, werden wir einen besonderen Antrag einbringen, der die gericht⸗ liche Zwangsaufsicht über gefährdete Betriebe zu einer Art frei⸗ willigen Aufsicht gestalten und ein neues Akkordverfahren schaffen Die Halt⸗ soll. Wenn es heute nicht mehr möglich ist, Deutschland wirt⸗ schaftlich zu zerschmettern, ja nicht einmal es zu schwächen, so isl daran nicht zuletzt die lange Friedensarbeit Schuld, besonders die Schutzzollpolitik, die Sozialpolitik und die allgemeine Volks⸗ bildung. Zur Milchversorgung der Minderbemittelten mit Milch müsse der Staat den Gemeinden einen Zuschuß gewähren. Abg. Wolf⸗Stadecken möchte dem Vorwurf entgegentreten, daß die Landwirtschaft Wucher treibe. Den direkten Verkehr im Handel zwischen Produzent und Verbraucher hat die Regierung vor dem Kriege sehr zum Schaden der Allgemeinheit vernach⸗ lässiat. Um den Mangel an Fett und Milch abzustellen, ist es not⸗ wendig, den Verbrauch auf ein Mindestmaß zu beschränken. Dem Abg. Ülrich möchte er erwidern, daß es doch eine ganze Reihe von Kriegerfrauen gibt, die sehr zufrieden sind. Aber es gebe auch solche, die sich putzen und das Geld für unnütze Dinge ausgeben und dann ihren Männern Briefe ins Feld schreiben, die ungerecht sind. Auch die Reichs wochen hilfe wird vielfach von Frauen in Anspruch genommen, die in Lackschuhen und mit Schleier einher⸗ gehen. Dem Antrag Henrich könne er nicht zustimmen, er meine Wir hatten eben ein links von der Chaussee zwischen dieser und den Weinbergen schräg auflaufendes Terrain er⸗ reicht— ich warf mich da hinein und eilte zwischen den hin⸗ dernden Rebenpfählen, durch Rankenwerk, über kleine Scheide⸗ mauern der Weinberge, über hundert Hindernisse fort... ich hatte wenigstens die Sicherheit, daß ich nicht gesehen wurde, und so dem weiteren Feuer der Verfolger nicht aus— gesetzt sei; aber ich hatte freilich die schwierige Aufgabe, trotz aller meiner Hindernisse schneller zu sein als sie, die die freie Chaussee vor sich hatten— ich hörte sie mit Schreien und Rufen da unten toben und rennen. „Schießt— schießt— schießt auf die Hunde— schießt — Tod den Prussiens!“ hörte ich sie unter mir brüllen; nach einer Weile fielen wieder zwei Schüsse, die aber, wenn sie nicht etwa auf Friedrich gezielt worden waren, völlig ins Blaue gingen; ich vernahm wenigstens nichts von den Kugeln; das alles jedoch war völlig hinreichend, um mich mit dem äußersten Aufgebot meiner Kräfte über den fatalen Boden von Kies und Geröll, der gar keinen festen Schritt tun und mich alle Augenblicke gegen die Rebenpfähle an— fahren ließ, weiterrennen zu machen. Ich mußte, um mich zu retten, durchaus das Ende dieser Weinpflanzungen eher erreichen als meine Verfolger; kam ich später als sie an, mußte ich vor ihren Augen wieder auf die Chaussee hinunter, so war ich verloren. Es war eine entsetzliche Jagd. Ich war zuweilen, wenn ich das wüste Gerufe der Franktireurs hörte, nahe daran, das Wettrennen aufzugeben und mich niederzuwerfen, mit der Hoffnung, daß sie mich da ruhig liegen lassen würden, un weiterzulaufen. Aber ich hörte hinter ihnen dann den Hund bellen; die Bestie würde mich gewittert haben; ich mußte weiter, mit schon halb gebrochener Kraft, mit geschwundenem Atem, vorwärts, solange meine Knie mich trugen! Zum guten Glück war die von Weinbergen bedeckte Terrainstrecke lang— vielleicht eine Viertelstunde und noch länger; als ich das Ende erxeicht hatte und nun einen steilen Hang, der zur Chaussee niederführte, hinab mehr stolperte oder flog, als lief, hatten meine Verfolger die Jagd aufge⸗ geben; ich hörte nichts mehr von ihnen, als nur dann und Hen retten!“ wann das Anschlagen des Hundes— es schien, sie kehrten zu Lasten des Krieg haben die Unterb ls Feldwebel, kein Stand erträgt die Vielfach heute a wielmehr, leichter, als die Beamten. 8 Militäranwärter waren un. N 5 vertreter oder Feldwebelleutnaut Dienst tun, und nicht einn wie sie sie nie vorher gehabt 9. habe es 1 als Wan angestellte, der eingezogen sei und lein Einkommen hal mindesten müsse gefordert werden, daß jeder unverheiratet amte auf sein ganzes Gehalt verzichtet. Ministerialrat Hölzin ger wendet dich Ausführungen des Redners. Die Regierung mi Felde stehen, Einkommen, e dagegen f 1 ä 1 it Fr i 1 8 1 5 angehörte, e r s cho 9 en ee ee 9 100 Frau und Kind seu e ont wird, daß nicht auch der Beamtenstand 5 an der Tafel saß. Auch das Kind wurde getötet. voll und ganz seine Pflicht in diesem Kriege tue. 8 2. Abg. Breidenbach: Er nie e en ie 7 5„ Abschlachtung von Schweinen gesagt wird. An deu Weaugel an Hessischer Landtag. 0 190 cb 75 Landwirte die Schuld, sondern der große ö (Zweite Kammer.) Futtermangel.. 5 0 Darmstadt, 13. Oktober 1915. Abg. orell⸗ Ingelheim: Von 605 decene 90 Am Regierungstische die drei Minister und Regierungs-⸗PTPlenum für die kommende neue esetzgebung 1. N N e 9 gstisch 5 schaftlichen Verhaltnisse könne ter sich nicht 1 aun g b Das Haus setzte die Geueraldebatte über die Anträge zu im Lande draußen hin und wieder laut werdenden 125 en 1 Maßnahmen der Voltsernährung mancherlei Maßnahmen oder deren Uaterlasiung, te zue 175 1 usw. im Kriege fort. fim Parlament die Feststellung entgegen benen, 0 aß 91 9 1 Abg. Korell-Angenrod(Bbd.): Die wunderbare Organi- alles Menschenmöglsche getan Wenden ist. fich biken. hten 12 sation, auf der unser Wirtschaftsleben jetzt in abgeschlossener Un⸗ griffen gegen die Produzenten. sollte man dich. ich 0. 8 abhängigkeit vom Auslande beruht, sei anfangs nicht ohne Fehler einem Obstwucher kann im. allgemeinen ui 5 gelwroen 1 rden gewesen, sodaß nicht verhindert werden konnte, daß einige Per⸗ Die Preise sind vielfach allein durch die Schuld d. Wee 0 sonen sich schwer bereicherten. Vielfach waren die Maßnahmen die Höhe getrieben worden. Und zwar N 98 beson ers 95 einseitig, was auf Unterlassungen in der Friedenszeit zurückzu- wohlhabenden Hausfrauen, die in der Anast, daß sie 1 führen ist. Für Mehl und Futtermittel sind die Höchstpreise zuf bekommen könnten, die Preise trieben bie dann auch die ärmer. spät festgesetzt worden. Den verschledenfachezt Vorwürfen gegen] Frauen bezahlen mußten. Auch die Militärverwalkang ist oft an di die Landwirtschaft möchte er doch entgegenstellen die Tatsache, daß der Preissteigerung schuld gewesen, da sie ohne Grund infolge t weite Kreise der Landwirtschaft zu den größten Opfern bereit sind. früherer Bestimmungen viel zu hohe Preise anlegte. Dare n Allerdings haben diese aber auch ihrerseits entsprechende Unter- ein Mangel an zweckmäßigen Verteilungsmaßnaßmen.“ Ba 1 stützung zu erwarten. Die Kriegsgetreidegesellschaf der konsumierenden städtischen Arbeiterschaft vielfach 9 größte g hat sich nicht bewährt. Er möchte die Regierung bitten, gegen die Not tatsächlich herrscht, das darf nicht verkaunt werben, Wenn de 4 f weltfremd anmutenden Verordnungen, betr. das Winterkorn, in] Abg. Calmann davon gesprochen hat, daß bie Linke umlernen müsse p Berlin energisch einzutreten. Notwendig ist, daß bei der praktischenf nach dem Kriege, so meine cr, habe die Rechte das gerade so nöti 50 Durchführung der erforderlichen Maßnahmen auch die Praxis ge⸗ Man sollte boch nicht vergessen, daß gerade die Arbeitermaf 15 hört wird, daß alles Bureaukratische vermieden wird. Die neu- sind, die diesem Krieg mit zu einem günstigen Siog verbelsen. f geschaffene Kartoffelstelle kann segensreich wirken, wenn Abg. Raab(Soz.): Der Abg. Hirich scheint gestern doch n 0 sie auf einheitliche Regelung der Preise hinwirke. Das Abschlachten ganz verstanden worden zu sein. Wenn er von dem gesunle 90 von Schweinen, diese Professorenweisheit, die sehr zum Schaden Geldwert gesprochen hat, so konnte ee eben nichts andere eme 90 der Allgemeinheit gewirkt hat, sollte man nicht mehr mitmachen. haben, als eben die gesunkene Kaufkraft des Geldes. Wenn Abg. Dr. Calmann(Natl.): Es sei nicht richtig, daß die diese schwere Zeit überwinden wollen, ist es un ch. daß a do Arbeiterlöhne durch den Krieg nicht in sehr erheblichem Maße ge-] Kreise davon durchdrungen sind, daß einer für den t stiegen sind, oder daß die Steigerung nicht angehalten hat. Auch zustehen hat. Aber es gibt unter den Besitzenden im 10 heute noch feien Lohnerhöhungen bis 30 und 50 Proz. in Kraft, da⸗ zelne, die das nicht einsehen wollen. Das darf hier se 0 ie zu sei die Zahl der Arbeitslosen erheblich gesunken gegenüber den] den, damit die Lehörden darauf hingewiesen werden. Nichts 1 Friedenszeiten. Daß der Geldwert sehr gesunken sei, dem müsse deres wollte der Abg. Ulrich tun. stritten gibt es auch ge 0 ganz entschieden widersprochen werden, schon um im Auslande lein r falsches Bild entstehen zu lassen. Tatsächlich kann der Abg. 17 auch das garnicht gemeint haben. Er habe wohl nur sagen wollen, daß die Kaufkraft des Geldes gesunken sei. Das sei a anderen Ländern ebenfalls der Foll, denn fast alle Länder haben unter der Teuerung zu leiden, die der Krieg verursgcht. 140. hat, bee Durchhalten gewesen. t. Was Abg. Calmann über die darüber zu sprechen wird später Zeit und Gelegenheit sein. Abg. Wolf hat dem Vaterlande sicher keinen Dienst damit erwie wenn er hier sagte. es gebe Kriegerfrauen, die ih Geld versub N und dann ihren Männern schlechte Briefe ins Feld schreiben. G wiß mag es Ausnahmen geben, aber im allgemeinen ist gerade di Haltung unserer Frauen bewundernswert, sig tun allen, uns deim e Durchhalten zu helfen.(Lebh. Zustimmung.) Cs gibt noch 1 ganze Anzahl von Gemeinden, die nicht richtie erkannt haben, ihre Pflicht ist, und die zur Milderung der Kriegsnot nicht a tun, was zu tun ist. Diese Gemeinden misssen auf ihre Pflich gewiesen werden. Oft haben die Gemeindeverwaltungen nicht Mut, ein paar Mark Kriegsschulden zu machen. Ich bitte die gierung, alles zu tun, auf diese Gemeinden hinzuwirken, daß fe Pflicht haben, die gegenwärtige Not zu lindern; später wi schon Rat finden. Abg. Wün zer: Festgessellt ist, daß auch die Beamten vo ganz ihre Schuldigkeit tun, wie das gesannte deutsche Volk. 0 ral unverantwortlich ist es, wenn der Abgeordnete Wolf gauze G von Beamten herausgrcift, und es so darstellt, als ob sie nur Gehälter einstreichen und nicht ihre Pflich! tun. Damit schloß die Generaldebatte. a In der Einzelberatung wurden die 1 1 bis 5 den Anträgen des Ausschusses angenommn Die Waiterbergt wurde dann auf Donnerstag vormittags 9 Uhr vertagk. 4 s = —— e= 5 N 5 7 W r ihrem Weiler, ihrer Schenke zurück, und ich konnte aufa Vergebens sah ich mich nach meinem Burschen um. lauschte... dann rief ich halblaut— lauter... aber n war zu hören. Ich schritt eine Weile langsam fürbaß; rief ich wieder— endlich antwortete mir ein leiser Pfiff der unser Signal„Sammeln!“ nachahmte. Erneut aut wortete ich; ein„Ich komme!“ schallte von drüben des Flusse herüber. Rasch ging ich zum Gewässer hinab; als ich Rand erreichte, sah ich von der anderen Seite her Friedrih tapfer hineinstapfen,— das Wasser reichte ihm bis an Knie und schäumte um seine Schenkel; ich streckte ihm Säbelscheide entgegen; er ergriff das Ende, und im nä Augenblick war er glücklich an meiner Seite. „Gott sei Dank, daß Sie heil und lebendig geblieben sagte er aufatmend.„War das ein Dauerlauf! 5 mich, als wir auseinanderliefen, gleich durch das Wasser stürzt; ich wußte schon, die Kerle würden es mir nicht machen! Das Franzosenzeug hat etwas von der Katzenne durchs Wasser geht es nicht, und wenn's regnet, läßt es Ohren hängen! Diese verfluchte Spitzbubenbande! Ich d nur dem Himmel, daß ich Sie so bald wiedergefunden habe Sie haben wohl heillos Fersengeld gegeben? Sie waren! Nu aus den Augen, als unser Rennen anging; ich macht schon bittere Vorwürfe, daß ich Sie verlassen habe, als Sie eben nicht gleich wiederfand; wenn Ihnen e 0 stoßen wäre... aber gottlob, wir sind heiler Haut tückischen Räubergesindel entkommen.“ 5 Friedrich sprudelte das alles in großer Aufregung vor, während wir von dem Bachufer aufwärts gingen, un? Chaussee wieder zu erreichen. 2 Ich sagte, im Gehen ein wenig hinter ihm zuvückbleih. weil ich mich plötzlich furchtbar ermüdet fühlte:„So hi Haut bin ich, fürcht ich, nicht davongekommen.. i einen schändlichen Schmerz an meinem linken glaube, daß es weniger ein harmloser Rheumatismus der Nachtkühle, als die Wirkung einer Chassepotkugel k ich ganz ohne Absicht und bösen Willen in der bet „rasanten Flugbahn“ gestört habe!“ — 0 (Fortsetzung folgt.) eee eee ö ß ße 9 1 1 nicht übersehen. Milch, sowie größere Mengen von Nährzwieback und schem Kindermehl angekauft wurden. pbreiswerte Ernährung der Bevölkerung 1 Jahres sichergestellt. Die angekauften Waren werden in den 7 2 Waren verderben Dann ist aber auch die Gefahr nicht gang von der. Weisen, daß, wenn alle Städte Nabrungsmittel in großen und Nach bargebiete. Gießen und Umgebung. Hessen Licht⸗ und Schattenseiten der Darlehnskassen. Offiziös ist bekanntgegeben worden, daß die Absicht be⸗ stehe, die Darlehnskassen auch noch einige Zeit nach dem Kriege weiterbestehen zu lassen. Das wird sich wohl aus einer ganzen Reihe von Gründen empfehlen, die freilich heute ihrer Gewichtigkeit nach nicht übersehen werden können. Kommt es doch ganz darauf an, in welchem Maße die Kassen noch in Anspruch genommen werden müssen. Bis jetzt sind die Beleihungen noch nicht sehr hoch gewesen, aber schon die dritte Kriegsanleihe dürfte eine wesentlich stärkere Bean— spruchung mit sich gebracht haben. Für diejenigen Kreise, die durch Inanspruchnahme der Darlehnskassen Mittel flüssig machen, um Kriegsanleihe zahlen zu können, ist es daher nicht gleichgültig, in welchem Tempo späterhin die Rück⸗ zahlungen bei den Darlehnskassen zu erfolgen haben. Mit Rücksicht auf diese Kreise ist denn auch die Mitteilung in der Presse erfolgt, daß die Darlehnskassen in der Zeit des Ueber⸗ ganges in den Friedenszustand noch bestehen bleiben würden. Noch ein anderer Grund dürfte aber zwingend sein, um die Darlehnskassen noch längere Zeit nach Kriegsschluß be⸗ stehen zu lassen. Nach dem Kriege wird Kapital einiger⸗ maßen knapp sein, namentlich im Hinblick auf den dann an allen Enden und Ecken entstehenden Bedarf. Ist es unmög⸗ lich, diesen Bedarf zu befriedigen, so würden weitgehende wirtschaftliche Hemmungen entstehen, die sich für die Be— völkerung sehr nachteilig bemerkbar machen würden. Bieten die Darlehnskassen aber auch dann noch die Möglichkeit, sich auf Grund von Beleihungen Betriebsmittel zu verschaffen, dann wird der Uebergang in den Friedenszustand sich leichter vollziehen können. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, daß die Mithilfe der Darlehnskassen während und nach dem Krieg auch ihre Schattenseiten aufweist, die sich freilich in ihrer Schärfe erst während der Zeit des Abbaues der durch sie vermittelten Beleihungen ergeben werden. Die Bedenken dürften noch zunehmen, wenn man nach dem Krieg in der ersten Zeit auch Betriebsmittel auf Grund von Beleihungen vermitteln wird, weil dann die Darlehnskassen sehr leicht⸗ sinnig in Anspruch genommen werden könnten und es sehr schwer sein dürfte, die Beleihungen so individualistisch zu be⸗ handeln, daß Mißstände vermieden würden. Es ist daher leider mit einem gewissen Mißbrauch zu rechnen, aber im Effekt werden doch die Vorteile, die aus der Mittelbeschaffung für rein wirtschaftliche Zwecke resultieren, überwiegen. Es handelt sich eben um einen Notbehelf, der nur in außer⸗ gewöhnlichen Zeiten sich rechtfertigen läßt. In normalen Zeiten geht man nicht aufs Leihhaus, aber ungewöhnliche Umstände machen den Gang nicht nur entschuldbar, sondern lassen ihn als angezeigt erscheinen. Es ist über das Institut der Darlehnskassen, die schon 1848, dann 1866 und 1870 in Tätigkeit waren, sehr viel hin⸗ und hergestritten worden. Die preußische Regierung hatte namentlich 1848 und 1866 einen schweren Stand mit den Kassen, freilich zum Teil nicht ohne eigne Schuld. Die Ver⸗ ordnung von 1866 wurde namentlich von Schulze⸗Delitzsch sehy scharf kritisiert. Er führte aus:„Die Regierung stand an der Schwelle eines europäischen Kriegs von den aller⸗ größten Dimensionen und sagte selbst, sie könne seine Dauer Nun, meine Herren, in solcher Lage, wo jeder im Privatleben seine Geschäfte einschränkt, sich wohl hütet, auf neue Engagements einzugehen, die ihn namentlich finanziell verpflichten, unternimmt die Regierung ein Bank⸗ geschäft, denn etwas anderes ist diese Darlehnskassenoperation nicht.“ Trotz dieser Verurteilung, die die Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses teilte, schuf man 1870 aber⸗ mals Darlehnskassen, und Schulze ⸗Delitzsch beteiligte sich diesmal sogar an der Einzelberatung über die Errichtung der Darlehnskassen. Theoretisch haben auch späterhin die Darlehnskassen manches absprechende Urteil über sich ergehen lassen müssen, aber das hat nicht verhindert, daß sie 1914 ssofort wieder auf der Bildfläche erschienen sind und eine Mög⸗ lichkeit der Mittelbeschaffung bieten, wie sie nun einmal in Zeiten außergewöhnlicher Verhältnisse vorhanden sein muß. Nach der ersten Uebergangszeit in den Friedenszustand wird man dann dafür Sorge zu tragen haben, daß die Liquidation der Kassen und die Einziehung der Scheine in einer Weise und jn einem Tempo erfolgt, wie sich dies mit den zunehmenden Kräften des in der Erholung begriffenen deutschen Wirt⸗ sschaftslebens verträgt. — Vorsorge einer Stadtverwaltung. In- Walkers⸗ hausen, einer kleinen Stadt im Gothaer Ländchen, hat die Stadtverwaltung einen größeren Vorrat der notwendigsten Nahrungsmittel zur Weitergabe an die Einwohner ange⸗ schafft, und zwar unter anderem folgende: 550 halbe ge. räucherte Schweine, 150 Zentner gesalzenes Rindfleisch, 150 Zentner geräucherten dänischen Speck, 200 Zentner ameri- kanischen Speck, 100 Zentner skandinavische Molkereibutter, 300 Zentner amerikanisches Schweineschmalz, 120 Zentner Holländischer Käse, 400 Zentner Zucker, 160 Zentner Wurst und Sülze in Dosen, 200 Zentner Hülsenfrüchte, 100 Zentnor Maismehl, 150 Zentner holländisches Kartoffelmehl, 25 Zentner Kakao, 85 Sack Kaffee, 10000 Dosen Sardinen, 200 Zentner Heringe. Auch für die Ernährung der Stuglinge st Vorsorge dadurch getroffen, daß 3000 Dosen e Auf diese Weise ist die bis Ostern nächsten Läden von 8 Kaufleuten und in 3 st ädtischen n taufsstellen an die Einwohnerschaft abgegeben.— Das st von der Waltershänser Stadtvertretung ja ganz»orseg⸗ ich ee Aber die Sache hat doch auch ihre Schatten, ann sehr leicht passieren, daß Fleisch, Käse und oder doch minderwertig werden. der Hand zu seiten. Es davon 3842 Mengen aufhäufen würden, die Preistreiberei noch mehr be— günstigt werden würde. Das Kündigungsrecht der Hinterbliebenen. Der Bundes— rat hat eine Verordnung über das Kündigungsrecht der Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern erlassen. Die Ver— ordnung ermächtigt die Erben des Mieters, das Mietverhält⸗ nis trotz entgegenstehenden Vertragsbedingungen unter Ein— zu kündigen, wenn der Tod des Mieters infolge seiner Teil— nahme am Kriege eingetreten war. Die gleiche Befugnis ist der Witwe des Kriegsteilnehmers eingeräumt worden, die den Mietsvertrag mit abgeschlossen hatte. Um die Sache der Vermieter zu wahren, und zu verhüten, daß eine vorzeitige Lösung des Mietsverhältnisses auch da Platz greife, wo dies sachlich nicht gerechtfertigt ist, gibt die Verordnung dem Ver⸗ mieter das Recht, binnen einer Woche beim Amtsgericht gegen die Kündigung Widerspruch zu erheben. Das Gericht ent⸗ scheidet dann, unter billiger Abwägung der Umstände, in einem einfachen und beschleunigten Verfahren darüber, ob die Kündigung wirksam ist. Dabei ist es Sache der Hinter⸗ bliebenen, die Gründe ihres Abgehens vom Vertrag zu recht⸗ fertigen. Kann im Einzelfalle nicht angenommen werden, daß ihnen die Fortsetzung des Mietsverhältnisses einen un⸗ verhältnismäßigen Nachteil brächte, so ist die Kündigung vom Gericht für unwirksam zu erklären. Die Verordnung findet auch Anwendung, wenn der Kriegsteilnehmer bereits vor ihrem Inkrafttreten gestorben war. — Wucher mit Gemüse. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie ein gewisser Teil der Landwirte und des Groß— handels die Kriegskonjunktur wahrnimmt zum schsderen Schaden für die konsumierende Bevölkerung, liefert der Weiß⸗ kohl. Dieses Produkte wird reichlich namentlich im Rhein⸗ lande erzeugt. Ein Großeinkäufer für den unmittelbaren Konsum berichtet der Elberfelder Freien Presse über seine Erfahrungen mit dem„Kappes“, wie Weißkraut im Rhein⸗ land genannt wird. In normalen Jahren kostet der Zentner davon ab Station durchschnittlich 80 Pfg. Im vorigen Jahre stieg dieser Preis schon auf- 90 Pfg. bis 1,20 Mk. Dieses Jahr nun wird durchweg für den Zentner der geradezu ungeheuer⸗ liche Preis von 4 Mark gefordert! Das ist also eine Steige⸗ rung von 500 Prozent. Eine Begründung dafür geben die Produzenten und Großhändler überhaupt nicht, wohl, weil sie wissen, daß ein derartiger Wucherpreis einfach nicht anders zu begründen ist, als mit nacktester Gewinnsucht. Hier wäre ein weiterer Punkt, wo die Regierung unbedingt ein⸗ greifen müßte. Bleibt es bei diesem Preise, wie nur zu sehr zu befürchten, dann kostet der Zentner im Kleinhandel mindestens 6 Mark. Das ist darauf zurückzuführen, daß einmal noch Fracht und Spesen auf den Einkaufspreis kommen, dann aber, daß gerade beim Weißkohl stets durch Abfallen von Blättern und natürlichen Schwund ein großes Manko entsteht, etwa 10 bis 15 Zentner pro Waggon. Dieses wichtige Volksnahrungsmittel ist also auch auf einer uner⸗ schwinglichen Preishöhe angelangt.— Unerhörter Wucher trotz aller Regierungsverordnungen! — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ersatzreservist Hermann Winter aus Launsbach, Inf.⸗ Reg. 118.— Reservist Wilhelm Bayer aus Gießen, Inf.⸗ Reg. 98. Ersatzreservist Wilhelm Schneider aus Großen-Buseck, Inf.⸗Reg. 222.— Musketier Adolf Drescher aus Krofdorf.— Landsturmmann Otto Steih aus Maul⸗ bach, Inf.⸗Reg. 141.— Ersatzreservist Lorenz Hedrich aus Wetzlar⸗Niedergirmes, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116.— Wehrmann Wilhelm Weber aus Dutenhofen, Inf.⸗Reg. 81.— Musk. Wilhelm Eichhorn aus Braunfels, Inf.⸗Reg. 87.— Musketier Friedr. Arabin aus Ulm, Kreis Wetzlar, Inf.⸗Reg. 253. — Milchpreis⸗Erhöhung. Die Milchproduzenten von Gießen und Umgebung geben bekannt, daß der Milchpreis„vorerst nur“ um 2 Pfg. der Liter erhöht wird.„Vorerst nur“, das heißt also, daß später noch weiteres nachfolgt. Daß eine Notwendigkeit zu der Preiserhöhung vorliegt, werden wohl die Landwirte selber nicht im Ernste behaupten wollen; da alle Lebensmittel im Preise steigen, oder richtiger gesagt, in die Höhe getrieben werden, darf die Milch auch nicht zurückbleiben. Von Futtermangel kann doch jetzt nicht die Rede sein.— Die Götter mögen wissen, wo die Preis⸗ treiberei noch hinführen soll. — Neue Brotmarken werden morgen an den bekannten Stellen ausgegeben und zwar in den Stunden von 8—12 und 2—6 Uhr. — Eine schwierige Arbeit wurde in den letzten Tagen in der Grünbergerstraße ausgeführt. Dort wax eine der großen Platanen, die an der Ecke der Roonstraße stehende, abgestorben und mußte gefällt werden. Wegen des dort herrschenden Verkehrs und weil die Leitungs- und Befestigungsdrähte der Straßenbahn in der Nähe des Baumes gespannt sind, war das nicht so leicht. Man nahm erst die große Schiebleiter der Feuerwehr zu Hilfe und schnitt die Aeste ab, dann mußte man noch die danebenstehende Gas⸗ laterne wegnehmen und erst dann konnte der Baumstamm umge⸗ legt werden.— Die Bäume dort mögen vielleicht 180200 Jahre 0 e ganze Stadtvertretung auf Reisen. Die Stadt Stukt⸗ gart hatte eine Erbschaft gemacht. Die im Juli in Tutzing am Starnberger See verstorbene Gräfin Laudberg hatte ihr Vermögen, bestehend in Wertpapieren, Juwelen, Grundbesitz in München und verschiedenen Gemeinden am Starnberger See, in Gebäulichkeiten, Waldungen usw., hinterlassen, mit der Verpflichtung, aus Mitteln dieses Vermächtnisses ein Kinderheim am Bodensec zu errichten. Entgegen dem Vorschlag des Oberbürgermeisters, zur Besichtigung dieser Erbschaft eine Kommission von fünf Mitgliedern zu entsenden, hat der Gemeinderat in seiner Mehrheit beschlossen, an der Besichtigungsreise mit sämtlichen Mitgliedern teilzunehmen. So ließen sich denn 28 von den 34 Stadtvätern mit dem Reisegeld von je 100 Mark versehen und traten in zwei Gruppen die Besichtigungs⸗ reise an. Ueber den Verlauf hat man noch nichts Näheres gehört; aber nachträglich ist sie ihnen schlecht bekommen. In der Bürger⸗ schaft ist man allgemein entrfistet darüber, daß in einer Zeit, wo das Geld nicht auf der Straße liegt— eben jetzt ist wieder eine Sammlung für städtische Kriegshilfe im Gange— solch bostspielige Reisen unternommen werden. — Im Stadttheater wird nächsten Sonntag der Schwank „Herrschaftlicher Diener gesucht“ gegeben, der auf an⸗ dern Bühnen bereits großen Erfolg hatte. Diese Neuheit wird ouch im Abonnement gegeben. Weitere Abonnements werden jederzeit ausgegeben. Nachträglich hinzukommende Abonnenten er⸗ leiden keinerlei Nachteil, da sie füx etwa erledigte Abonnementsvor⸗ stellungen kostenlos Gutschelne erhalten. Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Großherzogtums Hessen weist für den Monat September 1915 laut eee n Auen 1 8 Rohbraunkohlen wurden geförder, onnen, verkauft wurden 0 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten er⸗ zeugt 1030 Tonnen Braunkohlenbriketts und 1628 Tonnen Naß⸗ preßsteine; außerdem wurden in Hessen 10 300 Tonnen Preßsteine aus Steinkohlen erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Vor⸗ monaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbst⸗ verbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig 910 Tonnen Rohbraunkohlen, 101 Tonnen Braunkohlenbriketts und 4381 Tonnen Braunkohlen-Naßpreßsteine, zusammen 5392 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 66 800 Mark. — Lollar. In den letzten Tagen kam die Nachricht, daß unser Parteigenosse Emil Fey, der schon seit vorigem Jahre als Land⸗ wehrmann eingerlsckt ist, in Brügge in Belgien durch einen Un⸗ glücksfall sein Leben eingebüßt hat. Er ist von einem Wagen der elektrischen Bahn überfahren worden. Wir werden ihn in gutem Andenken behalten. 7 Kreis Wetzlar. r. Launsbach. Dieser Tage traf die Nachricht ein, daß unser Parteigenosse Hermann Winter im Felde gefallen ist. Mit ihm ist uns ein treuer, eifriger Genosse entrissen worden, der für unsere Bewegung tat, was in seinen Kräften stand. Auch um die Freie Turnerschaft hat er sich Verdienste erworben und suchte sie stets zu fördern. Wir werden sein Andenken in Ehven halten.— Aus un⸗ serem Orte sind jetzt im ganzen 6 Mann gefallen: die Brüder Karl und Wilhelm Bechthold, noch ein Karl Bechthold, Ernst Bechtholbd, Ferd. Rau, Hermann Winter. Vermißt sind: Otto Bechthold, L. Leib, Karl Pfaff. Bon Nah und Fern. Der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Dr. Ferd. Götz ist in Leipzig im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war einmal Reichstagsabgeordneter und gehörte der nationalliberalen Fraktion an. In früheren Jahren war er vevolutionär und verbrach Ge⸗ dichte, die ihm oft vorgehalten wurden. Später wurde er stockreak⸗ tionär und betrieb die Sozialistenvernichtung in der Deutschen Turnerschaft sehr lebhaft. 1 Opfer der Bergarbeit. Auf der Zeche„Concordia“ bei Essen ereignete sich am Mittwoch eine Schlagwetter⸗Explosion, bei welcher zwei Bergleute getötet und zwei schwer verletzt wurden. * Ganze Familien frißt der Krieg! Aus Pößneck in Th. wird der Frankfurter Zeitung geschrieben: Besonders tragisch hat der Krieg in das Schicksal der hiesigen Familie Rahm eingegriffen. Nachdem die Frau des städtischen Sparkassenkassierers Friedrich Rahm vor einiger Zeit verschieden war, blieb im November vorigen Jahres der jüngste Sohn auf dem Felde der Ehre im Kampf gegen die Russen, während bald darauf der ältere Sohn schwer verletzt wurde. Jufolge der vielen Aufregungen fiel der Vater in eine schwere Krankheit, die bald seinen Tod herbeiführte. Er war kaum beerdigt, als hier die Nachricht einlief, daß nun auch der wieder ins Feld gezogene ältere Sohn den Heldentod gefunden hat. Mit dem Tode dieses Sohnes ist nun die ganze Familie Rahm aus⸗ gestorben. Parteinachrichten. Genossin Klara Zetkin aus der Haft entlassen! 0 Genossin Klara Zetkin, die unter der Anklage des Landesver⸗ rats seit Ende Juli in Karlsruhe in Untersuchungshaft war, ist aus der Haft entlassen worden.. Karl Liebknecht verletzt. Wie das Züricher Volksrecht mitteilt, hat Genosse Karl Lieb⸗ knecht, der als Armierungssoldat in der deutschen Ostarmee dient, vor einigen Tagen beim Baumfällen eine Augenverletzung er; litten, die ihn zwang, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Agesberittt des Großen Hauptguartiers. Lebhafte Angriffstätigkeit der Westfeinde erfolglos. 5 8 Deutsche Erfolge bei Dünaburg. Unaufhaltsam vorwärts in Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 14. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Während feindliche Monitore die Küste bei Westende und die feindliche Artillerie unsere Stellungen nördlich von Ypern ohne Erfolg beschossen, setzten die Engländer fast auf der ganzen Front zwischen Npern und Loos hinter Rauch⸗ und Gaswolken zum Angriff an, der gänzlich scheiterte. An mehreren Stellen schlugen die Rauchwolken in die feindlichen Grüben zurück. Nur nordöstlich und östlich von Formelle konnten die Engländer in unseren vordersten Gräben an kleinen Stellen Fuß fassen, aus denen sie größten Teils mit Handgranaten schon wieder vertrieben sind. Fünf Angriffe ohne Benutzung von Rauchwolken, aber mit starken Krüften gegen die Stellungen westlich von Hulluch sind unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen. Südlich von Angres wurden dem Feinde im Gegen⸗ augriff 2 Maschinengewehre abgenommen. Bei der Säu⸗ berung der kleinen Nester, die die Franzosen auf der Höhe östlich von Souchez noch besetzt hielten, blieben 400 Mann als Gefangene in unseren Händen.* In der Champagne setzten die Franzosen ihre An⸗ griffe beiderseits von Tahure mit äußerster Erbitterung fort. Fünf Angriffe südlich, zwei nördlich der Straße Tahure— Souaui brachen unter schwersten Verlusten für die Angreifer zusammen. Nächtliche Angriffsversuche er⸗ stickte unser Artilleriefeuer im Keime. Bei der Combres-Höhe wurde Graben von 120 Meter Länge gesprengt. In den Vogesen versuchten die Franzosen die ihnen am 12. Oktober am Schratzmännle abgenommene Stel⸗ lung zurückzunehmen. An unseren Hindernissen brach ihr Angriff nieder. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Westlich und südwestlich Illuxt warfen wir den Gegner aus einer weiteren Stellung, machten 650 Gefangene und erbeuteten 3 Maschinengewehre. Russische Angriffe westlich und südwestlich Dü na burg wurden abgewiesen. Heeresgruppen Pring Leopold von Bayery und von Linsingen. Nichts Neues. Deutsche Truppen des Generals Grafen Bothmer nah. men Rajwaronka(südlich Bur kan ow) und warfen ein feindlicher die Russen über die Strypa zurück. 5 Balkankriegsschauplatz. Südlich von Belgrad sind unsere Truppen im weiteren Vorgehen. Die Werke der West-, Nordost⸗ und Südfront des festungsartig ausgebauten Ortes Pozarevac sind ge⸗ nommen. Die Agence Havas, das amtliche Nachrichteunorgan der französischen Regierung, wagt zu behaupten, der im deutschen Tagesbericht vom 3. Oktober veröffentlichte Befehl des Gene⸗ rals Joffre sei deutscherseits erfunden. Demgegenüber wird festgestellt, daß mehre Urabschriften des Befehls in deutschen Händen sind, und daß eine große Anzahl gefangener Offiziere und Mannschasten ihre Kenntnis des Befehls, den sie übrigens verschiedentlich in Abschrift auch bei sich führten, unumwunden zugegeben haben. Oberste Heeres leitung. 6 Ein neuer Luftangriff auf London. W. B. Berlin, 14. Okt.( Amtlich.) Unsere Marineluft⸗ schiffe haben in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober die Stadt London und wichtige Anlagen in ihrer Umgebung sowie die Batterien von Ipswich angegriffen. Im einzelnen wurde bie City von London an mehreren Stellen, die Londondocks, das Wasser⸗ werk von Hampton bei London und Wolwich ausgiebig mit Bomben und Sprengbomben belegt. An allen Stellen wurden starke Sprengwirkungen und große Brände beobachtet. 4 Trotz heftiger Gegenwirkung, die zum Teil schon an der Küste einsetzte, sind alle Luftschiffe unbeschädigt zursickgekehrt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. 6 Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Siegreiches Vordringen gegen die Serben. Wien, 14. Okt.(WW. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 14. Oktober 1915. ö Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind griff gestern unsere Stellung westlich von Tarno⸗ pol an. Er stürmte drei Glieder tief, wobei er die Männer des ersten Gliedes nur mit Schutzschilden ausgerüstet hatte. Unsere Truppen schlugen ihn zurück; er erlitt große Ver luste. Sonst im Nordosten keine besonderen Ereignisse. Jtalienischer Kriegsschauplatz. Dias lebhafte Artilleriefeuer gegen unsere Stellungen auf den Hochflächen von Lafraun und Vilgereuth und gegen einzelne Stütz⸗ punkte der Dolomitenfront hält an. Ein Alpini⸗Bataillon, das gegen eine Vorstellung südlich von Riva vorstieß, wurde durch unser Geschützseuer vertrieben. An der küstenländischen Front haben wir im Gebiete von Japorcek ein Stück italienischen Schützengrabens besetzt. Zwei italienische Angriffe auf den Mrzli Brh, die nach heftiger Feuervorbereitung bis an unsere Hindernisse herangekommen sind, wurden abgeschlagen. An den anderen Teilen der Jsonzofront wie gewöhnlich Geschützfeuer. Serbischer Kriegsschauplaßz. Unsere Truppen stürmten gestern aus der Gegend von Belgrad nach Südosten vordringend die sestungsartig stark ver⸗ schanzten Stellungen auf dem Erino⸗Bido, dem Cunak und der Stazara. Der Feind, der, wie Gefangene aussagen, den Befehl hatte, sich bis auf den letzten Mann zu halten, ging in regelloser Flucht gegen den Avalaberg und den Raum öst⸗ lich davon zurfick. Seine Verluste sind außerordentlich groß. Unsere schwere Artillerie hatte wie immer bei ähnlichen Kriegshandlungen, auch an diesem Erfolg rühmenswerten Anteil. Gleich günstig schreiten die Angriffe unserer Verbündeten an der unteren Morawa fort. Wir entrissen dem Gegner die Ver⸗ schanzungen au der West⸗, Nord- und Ostfront von Pozarevac. 0 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. . v von Höfer, Feldmarschalleutnant. 8 Eine peinliche Ueberraschung. Die Times sagt über den Rücktritt Delcasses: Es ist eine peinliche Ueberraschung, zu hören, daß mitten in diesem Kampf auf Leben und Tod Meinungsverschiedenheiten über die Kriegsführung zwischen Viviani und den übrigen Mitgliedern des Kabinetts und dem Minister des Aeußern auf der anderen Seite entstehen. Daß dies der Fall war, geht deutlich aus den Erklärungen des Ersten Ministers vor der Kammer hervor. Viviani sagte wenigstens, daß der Minister des Aeußern in der vergangenen Woche, als er selbst in London war, nicht zu erkennen gegeben habe, daß er die Politik seiner Kollegen nicht billige. Andererseits scheint Delcasse schließ⸗ lich seine Entlassung genommen haben, weil er mit der Politik der Regierung nicht genügend übereinstimmte. Mann kenne den Text seines Briefes nicht, da der Erste Minister sich weigerte, ihn in der Kammer zu verlesen, wobei er als Grund angab, daß es sich um eine persönliche Mitteilung handle und daß es gegen den Wunsch des Schreibers sei, den Brief vorzulesen. Es sei nun leicht begreiflich, daß ein Mißverständnis in der Frage entstehen konnte, ob einige Ausdrücke des Briefes als Protest oder als Bemerk— ungen eines überarbeiteten und vielgeplagten Mitgliedes des Kabi⸗ netts an die Adresse seiner Kollegen aufgefaßt werden müßten. Die Times hält es für ihre Pflicht, sich gegenüber diesen Be⸗ merkungen Delcassés bei dem jetzigen Stadium des Konfliktes jedes weiteren Kommentars zu enthalten. Die Hoffnung auf Rußland. Paris, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die fran⸗ zösische Presse drückt die Hoffnung aus, daß die russische Armee, die jetzt wiederhergestellt sei, genügend Munition be— sitze und kräftig zum Angriff schreiten werde, um die deutschen Linien zu durchbrechen und dadurch für andere Fronten Luft zu schaffen.— Der Temps schreibt: Jetzt ist für die Russen der Augenblick gekommen, zum Angriff überzugehen. Das russische Heer muß jetzt in der Lage sein, die Deutschen über den Haufen zu rennen. Wir würden eine große Enttäuschung erleben, wenn unsere Verbündeten eine so schöne Gelegenheit nicht ausnützen würden. Die schwarzen Hilfsvölker. f Paris, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Temps meldet: Um der Rekrutierung in Französisch-Westafrika einen größeren Umfang zu geben, wurde durch Erlaß festgesetzt, daß allen Einge⸗ borenen von über 18 Jahren gestattet sein soll, sich für die Kriegs— dauer als Freiwillige zum Senegalschützenkorps zu melden. Die Eingeborenen werden außerhalb des Gebiets Westafrika dienen. Die Stellung als Freiwilliger gibt Anrecht auf eine Prämie von zweihundert Franken. Den Familien gefallener Senegalschützen wird eine jährliche Entschädigung ausgezahlt. Der wirklich britische Krieg. Manchester, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Manchester Guardian schreibt in einem Leitartikel: In ge— wissem Sinne hat der wirklich britische Krieg erst jetzt be— gonnen. Bisher brachten wir gewaltige Opfer für Europa Frankreich, Belgien und Rußland. Aber sobald Bulgarien von den Mittelmächten gewonnen und die Möglichkeit, Berlin mit Bagdad zu verbinden, eröffnet wurde, war unsere ge— Der oder die flüchtige Fata Morgana vom Gleichgewicht der Mächte, sondern für eines der ältesten britischen Interessen. Die Engländer müssen von diesem Gesichtspunkt die Frage der militärischen Unternehmungen im nahen Osten beurteilen. — Der Globe schreibt: Wenn Deutschland im nahen Osten er— folgreich ist, wird seine endgültige Besiegung so gut wie un⸗ möglich sein. 5 N 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Schriftsteller Wenn Serbien untergeht, für uns verloren. London, 8 Seton Watson sagte in einem Vortrage: wäre die Türkei gerettet und die Dardanellen U Die Nachricht würde wie ein Blitzlicht den ganzen Orient durch⸗ fliegen. Unser Ansehen in Aegypten wäre zu Ende und unsere Stellung in Mesopotamien bedroht. Jeder Bazax Indiens würde von diefer Nachricht widerhallen und Persien in Waffen stehen. Eine Finauz⸗Sensation. Das Hollandsche Nieuwe Bureau meldet aus London: Finanzsekretär Montagu verursachte im Unterhause, als die zweite Lesung des Finanzgesetzes vorgenommen wurde, eine Sensation, indem er erklärte, daß jeder Bürger sich vor— bereiten müsse, mindestens die Hälfte seines Ein- kommens entweder für Steuern oder auf Anleihe zur Verfügung des Reichs zu halten. Bulgariens Kriegserklärung. Berlin, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die bul⸗ garische Gesandtschaft hat die offizielle Mitteilung erhalten, daß die bulgarische Regierung infolge Ueberfalles durch serbische Truppen bei Köstendil, Trn und Bjelogradschik vom 14. Oktober 8 Uhr früh an sich im Kriegszustande mit Serbien befindet. Ein Manifest König Ferdinands. Sofia, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der bulgarischen Telegraphen-Agentur. Ein königliches Manifest ruft das Volk und die Armee zur Verteidigung von heimtückischen Nachbarn, des besudelten heimatlichen Bodens und zur Befreiung der unter serbischem Joche schmachtenden Brüder auf. Das Manifest gedenkt der vom König und der Regierung zur Erhaltung des Friedens ent— falteten Bemühungen, die den Zweck hatten, das Ideal des bulgarischen Volkes auf dem Wege der Neutralität zu ver— wirklichen und die Anerkennung des Unrechts seitens der beiden kriegführenden Gruppen durchzusetzen, das den Bul— garen durch die Teilung Mazedoniens zugefügt wurde, dessen größter Teil nach den Zugeständnissen sowohl der Verbandsmächte wie der Zentralmächte Bulgarien ge— hören soll. Wir werden, sagt das Manifest, die Serben gleichzeitig mit den tapferen Armeen der Kaiserreiche Mittel— europas angreifen. Die Einigkeit in Bulgarien. Sofia, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare: Nach dem Preporez, dem offiziösen Organ der demokrati— schen Partei, bespricht nunmehr auch Mir, das Organ der Geschow— partei, die Notwendigkeiten der Läge, die angesichts der anmaßen— den Haltung der serbischen Regierung die Einigkeit aller Bulgaren gebiete. Das Blatt schreibt: Die Würfel sind ge— fallen, es gilt nun, den Sieg zu organisieren. Griechenland lehnt ab, Serbien zu helfen. Die Times berichtet aus Athen: Die griechische Regierung hat auf die Aufforderung Serbiens, die im Vertrage von 1913 vorgesehene Hilfe zu leisten, eine verneinende Antwort erteilt. Die Times bemerkt hierzu: Da Veniselos, der Führer der Mehrheit in der Kammer, keine Antwort gegeben hat, als der Erste Minister die Hoffnung aussprach, daß die Regierung auf die Unterstützung der Mehrheit werde rechnen können, so ist es klar, daß das Kabinett sich auf die schweigende Zu— stimmung der Mehrheit stützen kann. 0 Reuter meldet aus Athen: Die serbische Regierung hat am Sonntag vor Beginn der bulgarischen Feindseligkeiten die Aufforderung an die griechische Regierung ergehen lassen, ihre Haltung bekanntzugeben. Die griechische Antwort ist heute eingetroffen. Griechenland erklärt, daß der serbisch— griechische Vertrag Kraft behalte, daß er aber nicht auf den gegenwärtigen Zustand anzuwenden sei. Denn die Teind— seligkeiten auf dem Balkan seien die Folge einer natürlichen und allgemeinen Erweiterung des Kriegsschauplatzes, und der Angriff gegen Serbien bilde nach der Auffassung der griechischen Regierung nicht einen easus foederis. Druck: Verlag Offenbacher 2 Praklischer Wegweiser I Besonderer Beachtung Erscheint wöchentlich 1 : empfohlen:::: eunpfellenswerter Ueschäfte::: einmal A e 7 Brennmazerlallen 1 1. ri, ban Joh. kicker! Bierbrauerei mit eigener Hälzerei Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Georg Guht G. m. b. H. Wetzlar. 0 derlach& Euler vormals J. Luy Waetzlar Ronlen, Koks und Briketts. 5 Nolonflaswaren Heinrich Möser, Gießen Weizen- u. Roggenmehle Sämtliche Futferartikel U engros Rübl Leindl en deteil g christian üerthal egen INeuen-Bäue 27, Diezstr. 14. 1s 7 Nsfesd I Warenhaus ö. 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Jetzt kämpfen wir zum ersten Male nicht für das abstrakte Prinzip der Gerechtigkeit Wenn Liebe könnte Wunder tun Und Tränen Tote wecken, Dann würde Dich gewiß nicht fern Die fremde Erde decken. Dem Weltkrieg zum Opfer fiel am 5. Oktober mein innigstgeliebter Gatte, der treu—⸗ Hermann Winler 8. Kompagnie, Inf.-Regt. Nr. 118 Frau Helene Winter, geb. Schieferstein, und Kinder nebst allen Angehörigen. Reinecke 1 Fahnen Hannover 4 Vereins-Bedartsartikel“ R 3 de en Freitag, den 15. Oktober 1915, abends 8 Uhr: 8 Etöffnungs⸗Vorstellung. 1. Freitags-Abonn-⸗Vorstellung. 5 Gewöhnliche Preise(ermäßigt, fist, Herzog zun Sehnabeh Dramatische Dichtung von 5 9 110 0 1 2 nde gegen 1 r Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen au N II. u. Ul. Parkett nur halbe Preise. 1 Sonntag, den 12. Ottober 1915 0 abends 7½ Uhr: a 0 0 Herrschaftlicher Diener gesucht Schwank in 3 Akten von 0 Burg und Louis Taufst Ende Gif, br. Gew. Presse ken