der Organ für die Interessen a des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Bießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 10 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. Redaktion und Expedition Gießten, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. 4 Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 241 Gießen, Donnerstag, den 14. Oktober 1915 10. Jahrgang 2 5 2 2 9 Krieg und Weltwirtschaft. Der Krieg hat, wie wir an allen Ecken und Enden spüren, die zusammenhänge der Weltwirtschaft aufs brutalste zerrissen und itze Wiederherstellung für lange Zeit erschwert. Andererseits hat de Not des Krieges die einzelnen nationalen Volkswirtschaften gzwungen, sich mehr als früher auf sich selbst zu besinnen und ihre ehenen Produktivkräfte soviel wie möglich zu entfalten. Diese bei— 2 Erscheinungen haben nun in den Köpfen mancher Politiker und lkswirtschaftler die unglaublichsten Wirrnisse und Phantasien eseugt. Die Agrarier aller Länder träumen von einer dauern⸗ den Gegensätzlichkeit der einzelnen Volkswirtschaften und günden darauf ihre Hoffnung auf die größten Profite. Sie alle ud besonders die deutschen agrarischen Interessenvertreter wollen us klar machen, daß, wenn man nur genügend Zollschran⸗ ken ziehe und die Arbeit lohnend gestalte, die Landwirtschaft im- sinde sei, das eigene Volk durchaus zu ernähren. Manche Poli⸗ ier blasen in dasselbe Horn, indem sie glauben, wenn sie ihr Lid von dem andern abschließen, die andern Länder sehr bald nieren zu können. Besonders französische und englische Oeko— umen haben diese Tendenz gegen Deutschland vertreten, nach bschließung sie den Weltmarkt allein für englische und che Interessen reservieren wollen. So sehen wir von verschiedenen Absichten her eine Reihe gleich eker Einseitigkeiten in der Bewertung der wirtschaftlichen N gen des Krieges. Es ist erfreulich, wenn selbst in der bürger— ien Presse gegen diese Einseitigkeiten beizeiten Protest erhoben bed. Ein solcher Protest findet sich fetzt im Berliner Tageblatt; en die Selbstverständlichkeit, daß auf die Dauer keine Volks⸗ etschaft ohne die andere in dem großen Kreis der weltwirtschaft— ien Beziehungen bestehen und Fortschritte machen könne. Diese Ehrheit ist von sozialistischer Seite auch während des Heges oft genug betont worden; sie ist so bekannt, daß man kaum Wort darüber zu verlieren braucht, wie sich die einzelnen Volks⸗ A tschaften je nach ihren agrarischen oder industriellen Voraus⸗ sesungen zu einer ganz bestimmten Aufgabe innerhalb der Welt⸗ if tschaft entwickelt haben. Es ist ebenso klar, daß die Weltwirt⸗ ich ft ohne die deutsche Industrie nicht existieren kann, wie daß deutsche Volkswirtschaft auf die Dauer nicht ohne die Zufuhr südwirtschaftlicher Erzeugnisse und Rohstoffe bestehen kann. Wenn im Berl. Tageblatt nun aber eine zukünftige Eigen⸗ ardduktion Deutschlands auch aus dem Grunde bekämpft wird, daß nen damit in einen sozjalistischen Zwangsstaat hin⸗ kwachse, so liegt der Unsinn dieser Behauptung auf der Hand. Achst wenn alle die staatlichen Verteilungsmaßnahmen nach dem Hege beibehalten würden, so würde damit der Gegensatz von ital und Arbeit auch nicht irgendwie im Innern berührt oder 0 beseitigt werden. Die gegenwärtige Kriegswirtschaft erfaßt binner die Produktion überhaupt nicht, sondern nur die Ver- lung, und das sozialistische Problem fängt bekanntlich erst biider Produktson an. Andererseits ist sicher, daß, wenn wir auch 15 mit der Zeit zu einer Weltwirtschaft kommen werden und 9 hinschaftliche Maßnahmen dauernd erhalten zu sehen, keineswegs z ist damit gesagt, daß sie zur Errichtung eines sozialistischen Aunngsstaates dienen sollen. Die Sozialisten aller Länder stehen n wie vor auf dem Standpunkt, daß die wirtschaftlichen Not⸗ meidigkeiten sich unabhängig von dem Willen der Menschen durch⸗ em. Das hat sich während des Krieges darin gezeigt, daß— u niemand für möglich gehalten hatte— die deutsche Kriegswirt⸗ cet, der Not gehorchend, außerordentlich stark entwickelt wurde, ales sich nach dem Kriege darin zeigen wird, daß alle Utopien i Selbstgensügsamkeit der nationalen Volkswirtschaften durch die wachen über den Haufen gerannt werden. 5 5 Es ist gut, sich beizeiten von jeder Utopie nach beiden Seiten zuhalten. Wir verfallen in den Fehler der Franzosen und änder, wenn wir erklären, die englische Industrie könnte aus r Weltwirtschaft ausgeschaltet werden. Sie hat darin ihre be⸗ mte Bedeutung und sie ist nicht durch gute oder schlechte usche zurückgegangen, sondern durch die Entwicklung der anderen zustriestaaten. Darüber hinaus aber aus politischen Gegen⸗ Im wirtschaftliche Forderungen für die Zukunft zu ziehen, iß⸗ ilommen aussichtslos. Man darf die Zustände während des gürges nicht mit denen nach ihm verwechseln, ebenso wie die⸗ Aigen vor ihm ganz andere waren. Ebenso wie es niemand vor i Kriege für möglich gehalten hätte, daß Deutschland ohne Aus⸗ Hszufuhr auskommen würde, ebenso müssen alle derartigen Aaosen Zukunftsspekulationen scheitern. 2 Russische Transportschisse von Bulgarien 1 beschlagnahmt. 193 Wudapest, 12. Okt. Der russische Dampfer„Belgrad“, der fünf at Munition beladene Schlepper nach Serbien zu bringen versuchte, unde, wie eine Meldung aus Galatz besagt, im bulgarischen Hafen nwalanka von den bulgarischen Schiffen„Boris“ und„Zora halten und mit Beschlag belegt. Die bulgarischen Schiffe en die Kriegsflagge. Die rufsischen Schissfe„Sankt Georgia,, demania“,„Nikolaus“,„Turgenjew“ und„Serbien“ mit zusam⸗ 1 Schleppern haben sich in den Hafen Corabia ge- et. Englische und französische Sorgen. . Die verstimmte Pariser Presse. Genf, 12. Okt.(W. T B, Nichtamtlich.) Halit Iuresse der französischen Presse richtet sich auf die Balkan. e. In Erörterungen über die diplomatische, politische nit militärische Lage werden die Folgen der letzten Ereignisse A benschaftlich besprochen. Aus allen Artikeln spricht eine isiehende Erregung. Die Presse befürwortet eine scharfe pomatische Tätigkeit des Pierverbandes und erklärt, daß Das nissen, gerade die Sozialisten allen Grund haben, gewisse kriegs⸗ naten bedrohte. Kriegserklärung Bulgariens die infolge der Zusammenhanglosigkeit der bis⸗ herigen diplomatischen Verhandlungen des Vierverbandes begangenen Fehler nicht wieder vor— kommen dürften. Die Verbündeten müßten endlich nach dem Muster der Mittelmächte auf allen Gebieten Hand in Hand arbeiten. Wie in diplomatischer müsse dies auch in mili⸗ tärischer Beziehung durchgeführt werden. Die deutsche Offen⸗ sive gegen Serbien bewizse, daß eine große Expedi⸗ tionsarmee nach Mazedonien gesandt werden müsse. Frankreich, welches bisher den größten Anteil an derartigen Expeditionen übernahm, könne und dürfe jetzt seine Front nicht schwächen. Seine Reserven seien in Frankreich not— wendig. Weder Italien noch Rußland äußerten sich bisher über ihre Absichten bezüglich einer Balkanexpedition. Beide Staaten aber dürften ihre Mitwirkung nicht versagen, Italien, weil es große verfügbare Reserven besitze, Rußland, weil seine Mitwirkung von dem größten moralischen Werte wäre. Die Presse kann ihren Aerger fiber die Teilnahms⸗ losigkeit Jtaliens und Rußlands und ihren Un⸗ willen darüber, daß Frankreich vielleicht wieder den Hauptteil an der Expedition tragen soll, nicht verbergen. Man müsse hoffen, daß nunmehr auch Petersburg und Rom mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zum Erfolge bei— tragen werden. So schreiben Temps, Echo de Paris, Petit Parisien, Petit Journal, Journal und Guerre soziale. Am klarsten drückt Clemenceau im Homme enchainé diese An⸗ schauung aus. Er schreibt, weder Rußland noch Italien hätten zu wissen gegeben, ob sie an der Expedition teilnehmen wollten. Ueberall stoße man auf beredtes Schweigen. Hier⸗ aus müsse man Schlüsse ziehen. Sowohl Rußland wie Italien hätten große Interessen auf dem Balkan, deshalb dürfe man von Frankreich, welches teilweise vom Feinde besetzt sei, nicht verlangen, daß es seine Widerstandskraft schwäche, um in Serbien, wo es nur indirekt interessiert sei, wirksamer da⸗ zwischenzutreten. Selbst wenn Serbien augenblicklich eine Niederlage erleide, habe es doch seine Berge, wo es den Feind noch lange in Schach halten könne. Beschlagnahmte Pariser Zeitungen. Genf, 12. Okt. Das Komitee des Pariser Preßverbandes trat laut einer Meldung des Temps gestern zusammen und beschloß einstimmig, der Regierung eine Protestnote gegen die ungesetz— mäßige Beschlagnahme einer großen Anzahl Pariser Blätter zu unterbreiten. Der Text der Note soll morgen veröffentlicht werden. Englische Bedenken gegen eine Valkanoperation. London, 12. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der Times schreibt: Die Deutschen haben auf dem Balkan einen politischen. und militärischen Erfolg er⸗ rungen, den wir nicht verkleinern und ableugnen dürfen. Die Serben wären mit dem Einfall der Deutschen und Oester— reicher allein fertig geworden, aber die Vermehrung der Feinde durch die bulgarische Armee ist eine unheilvolle Ge— fahr, sie kommt aus unheilvoller Richtung. Die Entsendung geringer Truppenmassen der Alliierten von Salonik nach Serbien ist keine militärische Operation. Sie könne nur als Bezahlung der Ehrenschuld, als Tribut an das heldenhafte Ausharren der serbischen Verbündeten betrachtet werden. Sosche Aktion wäre aus militärischen Gründen nur gerecht⸗ fertigt, wenn sie die Vorhut einer großen Armee wäre, oder wenn die griechischen Armeen am Kampfe teilnähmen. Wenig Truppen nach Norden zu senden auf eingleisiger Bahn, die bulgarische Banden zerstören könnten, durch wegearmes Land mit unsicheren Verbindungslinien und mit einer Küsten⸗Basis in Händen eines Landes, das sich noch nicht er— klärt habe, wäre ein Akt, bei dem die Strategie der Politik untergeordnet würde. Der deutsche Angriff hat uns unvor— bereitet gefunden, der Gefahr zu begegnen, dis uns seit Mo⸗ Es ist durchaus nicht sicher, daß wir klug gehandelt haben, selbst wenn wir genügend Truppen hätten, uns der von den Deutschen diktierten Initiative zu beugen und den großen Balkanfeldzug zu eröffnen, weil Deutschland uns dorthin ruft. Der Flottenangriff an den Dardanellen war ein legitimes Kriegsrisiko; aber jede andere militärische Unternehmung im östlichen Mittelmeer außer für die aktive Verteidigung von Aegypten ist sehr bedenklich, weil unsere militärischen Mittel beschränkt sind und wir die Truppen nicht wie bisher zersplittern dürfen. Gegen den englischen Zeusor. T. U. Haag, 12. Ott. Der englische Selbourne hielt in Newyork eine Rede, worin er ausffihrte, daß die Deutschen jetzt dem britischen Reiche im Orient einen tödlichen Schlag zu versetzen suchten, ganz wie Napoleon J. als er im 18. Jahrhundert dies beabsichtigte. England steht demnach vor einer schweren Krise, welche die größten An⸗ stren gungen der Nation erfordere. Man solle sich vor Selb st⸗ täuschung und vor allen Dingen davor hüten, die Deutschen Landwirtschaftsminister; * an Serbien. Wenn der Zensor aus Preßberichten Sätze üchtigkeit einer ver⸗ zu unterschätzen. herausstreicht, worin die Ausdauer und der Deutschen hervorgehoben wird, könne dies brecherischen Dummheit gleichen.(Lokal-Anz.) 2 2 U. 8 g 22 2 Die serbisch⸗bulgarischen Feind⸗ seligkeiten eröffnet. WB. Nisch, 12. Okt. Der Ag. Havas wird von her gemeldet: Die Bulgaren haben uns auf der Front Knjazewae an⸗ gegriffen. Abreise des bulgarischen Gesandten von Nisch. Aus Nisch wird gemeldet: Gestern händigte der serbische Generalsekretär des Auswärtigen Amtes dem bulgarischen Ge⸗ sandten seine Pässe aus. Der Gesandte ist gestern mit einem Spezialzug nach Sofia abgereist. Griechenland von der Entente provoziert! I Nach einer Athener Nach richt, die über hier eintraf, benimmt sich das englisch⸗ französische Kommando des Landungskorps in Saloniki immer herausfordernder gegen die griechischen Behörden. Die größten Hotels wurden durch den französischen Generalstabs, hef gemietet, um die Bureaus des Kommandanten unterzu bringen. Der Generalstabschef erhielt gestern den Besuck eines hohen italienischen Offiziers. Der gestrige Leitartikel der Morningpost ergeht sich in scharfen unverhüllten Drohungen gegen Griechenland. Griechenland solle darar denken, daß englische Kreuzer das Mittelmeer beherrschen und daß es einen blühenden Handel zu verlieren habe. Fünf englische und französische Kreuzer im Hafen von Salonik. i T. U. Lugano, 13. Okt. Der russische Kreuzer„Askold“ kam in Saloniki an. Fünf englische und französische Kreuzer lieger im Hafen. Kühne Tat eines östern.⸗ungar. Unterseebootes Der englische Dampfer„Borneo“ wurde unweit Kreta von einem österreichisch-ungarischen Unterseeboot angehalten, dessen Kommandant die Ausladung der Passagiere in die Rettungsboote befahl. An Bord des Dampfers brach eine Panik aus, 30 Griechen ertronken. Inzwischen war ein aus Richtung Aegypten nach Mudros fahrender, mit indischen Truppen vollbesetzter Transporkdampfer erschienen. Das Unterscebodt machte sich sofort an die Verfolgung und reinigte das Deck des Trausportdampfers mit Maschinengewehrfeuer und versenkte den Dampfer. Darauf kehrte das Unterseebool zur„Borneo“ zurück, der es die Weiterfahrt erlaubte, nach⸗ dem es sich überzeugt hatte, daß die Passagiere griechischer Nationalität waren. Keine Erklärungen Viviauis über die Balkanlage. T. U. Genf, 13. Okt. Auf Poincarss Rat verzichtete Vivbiani in zwölfter Stunde darauf, in der Kammerkommission die erwarteten Aufklärungen über die Lage auf dem Balkan zu geben, weil Rußland, Italien, Griechenland und Rumänien ihn zu den sie betreffenden Mitteilungen hätten besonders ermächtigen müssen. Beschlossen wifde, daß Vivianf morgen (Donnerstag) der Kammer und bags darauf dem Senat ein nicht wesentlich Neues enthaltenes Exposee darbieten soll. Neutralitätsverletzung Schwedens durch England. Die Kapitäne zweier schwedischer Dampfer von der Reederei Svea in Stockholm erklären, daß sie bei dem Angriff eines englischen Unterseebootes auf den deutschen Dampfer „Germania“ zugegen gewesen seien. Sie hätten ge⸗ sehen, daß das Unterseeboot den Dampfer noch beschossen habe, als der Dampfer sich bereits auf schwedischem Seegebiet befunden habe, das Unterseeboot sich also einer Neutralitäts. verletzung schuldig gemacht habo. Die Pest in Mavrokko. Lyon, 12. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) La Dopssche meldet aus Madrid: Die Regierung erklärt die Nachricht aus Algeciras für unbegründet, nach der in der Nordzone von Spanisch-Maxokko, besonders in Ceuta, die Buponenpest herrsche. Tatsächlich seien etwa 20 Pestfälle vorgekommen, welche jedoch schnell isoliert worden seien, sodaß sich die Epidemie nicht ausgebreitet habe. Amerika und England. London, 12. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Morning Post meldet aus Washington vom 11. Oktober: Lansing hat heute früh dem Präsidenten Wilson die amerikanische Note an England abgeliefert, die gegen die ungesetzliche Weise, wie England den amerikanischen Handel behandelt, protestiee! Der Präsident hat die Note zum ersten Male zu Gesicht be— Kopenhagen, 13. Okt. * kommen. Wenn er sie guthetßt, wird sie dem britischen Bot— schafter zur Uebermittelung an die britische Regierung über⸗ geben werden. Wilson wünscht von England ein bündiges Versprechen zu erhalten, ehe der Kongreß im Dezember zu⸗ sammentritt, da etliche 20 Mitglieder des Repräsentanten⸗ hauses und Senatoren der Südstaaten eine Bewegung ins Leben zu rufen beabsichtigen, daß solange ein Ausfuhrverbot von Waffen wenigskens den Alliierten gegenüber erlassen werde, bis der amerikanische Handel mit neutralen Häfen nicht behindert wird. 2 Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände. Darmstadt, den 12. Oktober 1915. Am Regjerungstische die drei Minister und mehrere Kom⸗ missare. Zum ersten Gegenstand der Tagesordnung. Regierungsvorlage betr. den Entwurf eines Gesetzes, Die Wahlen zum 37. Landtag betr., führt Staatsminister Dr. von Ewald aus, die Annahme, daß die Wahlen im Spätjahr, dieses Jahres würden erfolgen können, habe sich leider nicht erfüllt. Es wird darum vorgeschlagen, die Wahlen um ein weiteres Jahr zu verschieben. Den dritten Absatz des Artikels 1 im Gesetzentwurf läßt die Regierung aber fallen, weil er etwas besagt, was bereits Rechtens ist. Denn nach dem Gefetz vom 18. 7. v. J. ist durch Artikel 64 des Gesetzes betr. die Landstände, die Mandatsdauer aller Abgeordneten geregelt. Der Artikel 2 des Entwurfs regelt die Sicherung des Wahlrechtes derjenigen, die auch nach dem Kriege nicht alsbald in der Lage sind, ihren Steuerverpflichtungen pünktlich nachzukommen. Der Artikel 3 regelt den Begriff Kriegsteilnehmer und dehnt diesen besonders auf die Angehörige auch immobiler Truppenteile aus. Redner bittet, die Ausschußanträge anzunehmen. 0 Präsident Köhler teilt mit, der Ausschuß habe den Antrag dahin abgeändert, daß der dritte Absatz des Artikels 1 gestrichen wird. Die Vorlage wird dann dem Ausschußantrage entsprechend in dieser Fassung angenommen. Ohne Debatte werden angenommen nach den Anträgen des Ausschusses der Gesetzentwurf die Uebernahme von Wechselver⸗ pflichtungen für die Gemeinden und Gemeindeverbände durch den Staat betr. sowie die Regierungsvorlage, die Veräußerung von fis⸗ lalischen Grundstücken betr. Daun folgen längere Besprechungen über die Anträge des erweiterten Ausschusses über Maßnahmen zur Volksernährung usw. im Kriege. Abg. Dr. Osann(Natl.) stellt zunächst fest, daß der Ausschuß berfassungsmäßig berufen war, eine Tätigkeit zu entfalten. Im Gegensatz zu einzelnen Pressestimmen ist der Ausschuß mit der Re⸗ gierung der Meinung, daß seine Tätigkeit sich durchaus im Rahmen der Verfassung bewegte, f Es muß dem widersprochen werden, daß der Regierung die Initiative zusteht und der Kammer die Kontrolle. Auch die Kammer hat ein Initiativrecht und kann es durch Antrag⸗ stellung ausüben, wie es im erweiterten Finanzausschuß geschehen ist. Der Redner wendet sich dann Einzelheiten zu. Erhöhung der Brotrationen, Brotkarten durch das ganze Land, wie in Bayern, Ausdehnung des Kreises der Selbstversorger auf kleine landwirt⸗ schaftliche Betriebe, waren Gegenstand des Verlangens. In letzterem Falle wurde ein Entgegenkommen durchgesetzt. Die Preisbildung wurde verschiedentlich bemängelt. Die Beschlüsse über die Kartoffel⸗ versorgung sind durch Bundesvatsverordnung überholt. Fleisch⸗ produktion und Fleischpreis hängen im wesentlichen von den Futter⸗ mitteln ab. Das gelte auch für Milch und Butter. Zwei Lebens⸗ mittel bedürfen besonderer Erwägung, das sind Milch und Fett. Be⸗ züglich der ersten sind die Preise durch eine Verfügung des General⸗ kommandos geregelt. Es bleibe zu hoffen, daß auch der erforderliche Bedarf von der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt wird. Der Mangel an Fett sei hin und wieder schon zur Kalamität geworden. Da muß unbedingt Abhilfe geschaffen werden. Auch für Petroleum muß gesorgt werden. Der Wucher mit Bedarfsartikeln muß auf das Schärfste verurteilt, aber auch mit den schwersten Strafen belegt werden. Minister des Innern von Hombergk zu Vach: Die Be⸗ ratung der Kriegsfragen im erweiterten Ausschusse hat auch der Regierung willkommene Gelegenheit zur Aussprache gegeben und ihr einen tieferen Einblick in die Wünsche der Bevölkerung ge⸗ stattet, denen nach Möglichkeit entgegen zu kommen, sie bestrebt war. Die von der Regierung erlassenen Maßnahmen tragen im wesentlichen nur den Charakter von Ausführungsbestimmungen zu den Bestimmungen des Reiches. Es verblieb nur die Durchführung der Organisation. Bei den Verhandlungen hat sich erfreulicher Weise gezeigt, daß alle Parteien einig sind in dem Wunsche, gegen- über den großen Aufgaben der Zeit ihre Sonderwünsche zurückzu⸗ stellen. Es gelang in fast allen Fällen, den Weg einer gangbaren Mittellinie zu finden. Wir können getrost der Zukunft entgegen sehen. Der Kampf gegen die Lebensmittelteuerung wird von der E— Regierung mit allen Mitteln fortgesetzt. Alle Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern sind verpflichtet, Prefsprüfungssteln au errichten. Für das Reich ist eine solche in Berlin errichtet worden. Es steht zu hoffen, daß die neuen Einrichtungen als wirksame Waffe zur Bekämpfung der übermäßigen Teuerung sich erweisen werden. Auch in der Frage der Beschaffung von Futtermitteln sind erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen. Das die beispiellose Organt⸗ sation, um die uns unsere Feinde so beneiden, überall durchgeführt werden konnte, ist zunächst der Bevölkerung selbst zu danken. Dann aber auch der Tätigkeit sämtlicher Behörden der inneren Verwal⸗ tung, endlich auch den ehrenamtlichen Ausschüssen und Stellen. Ihnen allen den Dank der Regierung zum Ausdruck zu bringen, ist mir Herzensbedürfnis.(Beifall.) 5 8 Abg. von Helmoldt(Bbd.): Leider seien die ersten Maß⸗ nahmen der Regierung in bezug auf die Lebensmittelversorgung usw. viel zu spät gekommen. Vielfach waren schon viel zu hohe Preise eingesetzt. Die Neuregelung der Getreideversorgung sei von erfreulicher Wirkung gewesen. Die Ernte des Wintergetreides verspricht sehr gut zu werden, die des Sommergetreides war schlecht. Eine Erhöhung der Brotration sei erwünscht und auch möglich. Die Spannung zwischen Mehl- und Getreidepreisen ist im wesentlichen darin begründet, daß die Zusammensetzung des Brotes in den verschiedenen Teilen des Landes sehr verschieden ist. Die Preise für Kartoffeln sind teils zu hoch, teils zu niedrig fest⸗ gesetzt worden. Oft trägt auch die Heeresverwaltung Schuld, die viel zu hohe Preise anlegt. Eine Beschlagnahme der Kartoffeln dürfte nicht zu empfehlen sein. Wenn Höchstpreise festgesetzt wer⸗ den, müßte das über einen größeren Kreis erfolgen. An Futter⸗ mitteln herrscht großer Mangel, Die Futtermittelverteilungsstelle hat zu Unbilligkeiten geführt. Einen Höchstpreis für Milch festzu⸗ setzen, wäre falsch. Der würde zu weiterer Einschränkung der Produktion führen. 5 Abg. Molthan(Zentr.): Es ist bedauerlich, daß die Regie— rung keine Neigung zeigt, die Brotration zu erhöhen. Die Brot⸗ karten sollten für das ganze Land Geltung erhalten. Für Butter sollte ein Höchstpreis sestgesetzt werden. In Aschaffenburg kostet die Butter nur 1,70 Mk., weil Bayern Höchstpreise festgesetzt hat. Die Schwierigkeiten in der Lage der Hausbesitzer seien unver⸗ kennbar. Doch ist nicht zu verkennen, daß eine Herabsetzung oder Erlaß der Grundsteuer für viele Gemeinden bedenkliche Ausfälle bringen würde. Abg. Henrich(Fortschr. Vpt.): Zu verstehen sei der Unmut, der die landwirtschaftlichen Kreise manchmal erfaßt, wenn in der Ausführung der erlassenen Maßnahmen gar zu sehr nach dem Buch⸗ staben verfahren wird. Das ist nicht immer zweckmäßig. Beson⸗ ders hat das mit der Festsetzung der vorhandenen Getreidemengen gehapert, die nicht überall gleichmäßig gehandhabt wurde. Viel⸗ sach herrscht noch immer auf der einen Seite Not, auf der anderen Ueberfluß. Das Unerfreuliche ist aber das wahrhaft verbreche— rische Treiben einzelner, sich an den zum Leben notwendigen Dingen zu bereichern. Demgegenüber ist es als stilles Heldentum zu betrachten, daß die Gesamtheit auch das ohne Murren erträgt. Man sollte sich aber wohl hüten, hier eine allzugroße Spannung eintreten zu lassen. In einer eigentümlichen Lage befindet sich der Handel, der vielfach ausgeschaltet wird und sich schwer in seiner Existenz bedroht sieht. Dabei ist es ohne Bedeutung, daß es zweifellos auch hier Elemente gibt, die sich in ungerechter Weise bereichern und Wucherpreise künstlich hervorrufen. Sehr zu be⸗ klagen ist der Mangel an Fett, der schon zu einer großen Kalami⸗ tät geführt hat. Wenn hier eine Katastrophe vermieden werden soll, muß unbedingt etwas geschehen. Zum Schutze der Schwachen, besonders der Angehörigen der Kriegsteilnehmer, ist erfreulich viel geschehen, aber es bleibt noch manches zu tun. Am schlimmsten sind die Privatangestellten daran, die zum Heere eingezogen sind. Besser sind die Beamten daran, bis auf die Klassen, deren Ein⸗ kommen die Existenzgrenze war. Hier muß noch viel geschehen, um die Not zu lindern. Abg. Ulrich(Soz.): Im allgemeinen erkenne ich ebenfalls an, daß unsere Verwaltungsbehörden angesichts der schwierigen Verhältnisse getan haben, was ihnen zu tun möglich war. Es gibt aber doch noch eine ganze Anzahl Dinge, von denen zu wünschen wäre, daß sie anders seien. Vollkommen einig gehen wir mit den Maßnahmen, die zur Stärkung derjenigen ergriffen werden, die unter diesem Kriege am meisten zu leiden haben. Das sind die ge⸗ ringen Einkommen, in erster Linie die Arbeiter. Es sind nur wenige Arbeiterkategorien, und unter diesen nur wenige Einzel⸗ personen, die an dem Kriege etwas verdienen. Wo das geschehen ist, waren es nur Ausnahmen, die jetzt schon wieder verschwunden sind. Wenn für alle Arbeiter überall so gesorgt würde, wie die Herren meinen, dann wäre ja unsere Kriegsfürsorge überflüssig. Das amtliche Material der Lohnstatistik beweist schon, daß dem nicht so ist. Man darf die Löhne der Arbeiter nicht so ein⸗ schätzen, wie früher. Der Wert des Geldes ist seit 1912 um 20 bis 45 Prozent vermindert worden. Angesichts dieser Tatsachen ist es wohl zu begreifen, daß die Arbeiter schon jetzt eine Erhöhung ihrer Löhne anstreben, und wenn einzelne Unternehmer dem folgen, so ist das sehr erfreulich, aber es reicht nicht aus, um durchgreifend 2 zu helfen. Die Landwirtsch aft ant keineswegs dem Vorwurfe der Ausschlachtung der Notlage. Im die Haltung der Landwirtschast wohl anzuerkennen, abe zelnen hat das Gebaren der Landwirtschaft zu schwere geführt. Wir haben mehrfach fürchten müssen, daß es Märkten zu Krawallen kommt. Kurz nach Ausbruch des stiegen die Kartoffeln bis auf 16 Pfg. fürs Kilo und die hielten sie künstlich zurück. Wir haben in Offenbach Ka feln gekauft und sie zu 8 Pfg. abgegeben. Die Höndler ha wieder heraufgetrieben. In einem Falle, da es 1 5 nicht m war, rechtzeitig auf dem Markte zu erscheinen, in Stunde bis auf 16 Pfg. Wir haben zahlreiche Zriese aus den Schützengräben bekommen, in denen die Krieger sich bitter beklagten, daß ihre Frauen keine Kartoffeln bekommen. Aehnlich ist es mit Fleischpreisen. Auf der anderen Seite hat der g ein wahres Goldfieber 2 hervorgerufen. Berichte der einzelnen Aktiengesellschaften spiegeln das wieder Einkommen einzelner Personen sind ins Ungemessene gestiegen. Oz begegnete man den Nachrichten, daß der eine oder andere g Summen für die Kriegsfürsorge gezeichnet, was an und für sit natürlich sehr dankenswert ist, aber wenn man einmal nachpy sah man bald, daß das den Spendern sehr leicht gefallen war, sie hatten viele Hunderttausende durch Kriegslieferungen verd Bi zu 100 Prozent sind die Einnahmen gestiegen und ganz horrend Ab cht, die noch viel höher sind, als d ——— Dividenden. Es sollte unbedingt im Bundesrat darauf hingewir werden, daß die ungeheuren Kriegsgewinne entsp wenn diese 8 Ich stehe auf de Standpunkt, daß kein deutscher Staatsbürger sich an diesem bereichern dürfte, daß alles, was erzielt wird, wieder dem 890 nu ich recht tten lassen keine Unterstützung nötig. in diesen Gemeinden nachsehen zu wollen. geworden, daß das nicht stimmt. Anderseits kommt es auch 8 in einzelnen Gemeinden Bedürftigkeit künstlich konstrusert wird das muß ebenfalls vermieden werden. Ich stelle ausdrücklich daß die Regierung sich in außerordentlich dankenswerter Wei müht hat, allen gegebenen Anregungen nachzukommen. Un überzeugt, daß, wenn der gute Wille da ist, auch noch ein weiteren Besserung gefunden werden wird. 2 Auch dahin sollte im Bundesrat gewirkt werden, daß die sammlungs- und Redefreiheit bald wieder he wird. Es braucht und soll nicht über militä ische Dinge gespt werden, aber es gibt sehr viele Fragen wirtschaftlicher Art zu örtern, was man nicht unterbinden sollte. Schon jetzt sollte m lichste Freiheit erstrebt werden, wenn einmal die Frage der Kri ziele erörtert werden muß. Daß die Meinungen au ande sehen wir ja jetzt schon. Auf die Dauer läßt sich das Verbot Erörterung der Kriegs ziele doch nicht aufrecht er Man muß unbedingt hier mehr Freiheit geben. Bei der Petroleum verteilung haben sich Mißstäs zeigt, die Verteilung war nicht gleichmäßig. Vielleicht läßt eine Petroleumkarte einführen, gleich der Brotkaxte. Die der Hausbesitzer ist vielsach sehr schwierig. Ich halte für richtig, daß der Hausbesitzer durch den Ausfall an Mieten. schädigt wird, während der Hypothekengläubiger unter allen ständen gesichert ist. Vielfach werden die letzteren die lachen Erben sein, wenn zum Schutze der Hausbesitzer nicht etwas g Dieser Krieg ruiniert sicher eine Menge mittlerer Existenzen. Festsetzung der Grundpreise für Kartoffeln war zu hoch, Land haben erklärt, daß sie bei einer Mark weniger auch noch ei Geschäft gemacht hätten. Es wird notwendig werden, Kleinhandelspreis festzusetzen. Auch der Preis des Mehles Brotes ist noch viel zu hoch. Ebenso die Fleischpreise. Der von 22 Pfg. für Milch ist so hoch, daß man den Produzenten wohl zumuten kann, damit zufrieden zu sein. Wir müssen allen Umständen verhindern, daß die Kindersterblichkeit wä oder nach dem Kriege zunimmt infolge mangelnder Ernähr stillenden Mütter. Es ist notwendig, zu zeigen, daß wir entsch sind, nicht nur nach außen zu siegen, sondern auch nach inn (Bravo!) N Darauf wird die Sitzung auf Mittwoch 9 Uhr vertagt, Schluß 2 Uhr. 5 rc Er Tr e Pulver und Gold. Roman aus dem Kriege 1870-1871. 16 Von Levin Schücking. Ich muß gestehen, ich hatte nie in meinem Leben eine Stunde, in welcher ich das Herz so erfüllt fühlte von der Poesie vomantischer Schwärmerei, von so süßer Traumseligkeit, von solchem Glückvertrauen. Ach, weshalb mußte so bald Friedrich in der Tür er— scheinen und mir Blicke voll stummer Mahnung zuwerfen? Aber freilich, er hatte recht; es war sicherlich sehr spät; ich sah nach der Uhr, sie zeigte zehn und ein Viertel! Das war freilich mehr, als ich erwartete. Der Abbs füllte mein Glas und reichte auch Friedrich eins, als ich an den Aufbruch gemahnt; dann sah er nach seiner Uhr und sagte: „Es wird halb elf werden, bevor die Pferde eingespannt sind und wir abfahren können. Wir haben bis nach Hause zwei Stunden zu fahren; wir würden also erst um halb ein Uhr ankommen. Was denken Sie dazu, Blanche?“ „Wenn es so spät ist, können wir nicht mehr heimfahren,“ persetzte sie.„Wir dürfen nicht mitten in der Nacht ankommen und die Mutter stören... sie hatte gestern eine so üble Nacht, wir dürfen ihr den stärkenden Schlaf der jetzigen nicht rauben!“ „Sie haben recht, Cousine,“ fiel der Abbs eifrig ein,„wir sind ja hier ganz wohl aufgehoben. Wozu noch heimkehren?“ „Aber ich darf nicht über Nacht meinen Posten verlassen,“ warf ich ein wenig erschrocken über diesen Entschluß ein. „Ihr Posten ist in vollständiger Sicherheit, mein Herr,“ antwortete der Abbé;„ich gebe Ihnen mein Wort darauf, daß zu Hause nichts geschehen wird. Deshalb unterwerfen Sie sich ruhig der Entscheidung unserer Dame. Wir haben wohleingerichtete kleine Schlafzimmer hier, genug für eine größere Gesellschaft, als wir drei bilden; sehen Sie hier das Ihre!“ ganz hübsches Schlafkabinett, mit einem Bett in einer Mauer⸗ vertiefung, worein er mich blicken ließ. Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich schon viel zu sehr im Banne meiner Zauberin lag, um lebhaften Protest zu erheben. Wer hätte auch eine solche Stunde abkürzen mögen, ehe es nötig; wer das Motiv, daß die leidende Mutter so spät nicht gestört werden dürfe, bekämpfen können? Ich ließ mich bereden, ich leerte das neugefüllte Glas; ich nahm, da Fräulein Blanche zuredete, auch die Zigarre, die der Abbe mir bot. Wir begannen von neuem zu plaudern; aber sehr bald schon erhob sich Fräulein Blanche, um uns gute Nacht zu wünschen und sich in das Mansardenstockwerk nach oben zurückzuziehen, wo ihre Gemächer lagen; der Abbs hatte für sich ein ähnliches Kabinett wie das meinige, und diesem gegenüber zur Seite des Salons liegend. Blanche warf, als sie an mir vorüberging und mir mit einer Verbeugung gute Nacht wünschte, einen ganz eigentüm⸗ lichen Blick auf mich. Seltsam— es lag etwas von Mißvergnügen, Unzu⸗ friedenheit, fast möchte ich sagen Verachtung in diesem Blick und den dabei unmerklich aufgeworfenen Lippen... was hatte ich verbrochen? Der Zauber der Stunde war verschwunden, als sie ge— gangen; ich war still, ich ließ den Abbé reden, und als er mich aufforderte, ebenfalls die Ruhe zu suchen, beeilte ich mich, ihm zu gehorchen. Friedrich, der sich in der Nähe der Tür aufgehalten, war sofort zur Hand, mir beim Auskleidens be⸗ hilflich zu sein, und wir waren bald in meinem Schlafkabinett allein. „Die haben's gleich darauf angelegt, uns hier zu halten,“ sagte Friedrich.„ „Glaubst du? Und woran siehst du das?“ „Sehen Sie's nicht.. das Bett ist ja aufgemacht, die Spreite abgenommen; das muß die Pächtersfrau, schon ehe wir kamen, getan haben.“ Ich setzte mich und blickte das aufgemachte Bett mit der fortgenommenen„Spreite“, wie Friedrich das nannte, sehr tiefsinnig fragend an. „Was denkst du, Friedrich?“ se.. Er stand auf und öffnete eine Seitentür; es war ein „Daß man uns aus unserer Wohnung chase t und daß dort jetzt etwas geschieht, was wir, weng wären, vielleicht nicht geschehen ließen.“ 5 „Glauroth wird die Zimmer nicht verlassen!“ „Ob auch über Nacht nicht? Wer weiß!“ „Meine Dienstpflicht verlangt, daß ich nicht über von meinem Posten fort bin; also mag das Bett aufge sein, wann und wozu es will, es ist sicher, daß ich nicht schlafen werde; wir müssen marschieren, Friedrich, und de sogleich.“ 1 „Wir werden heimkehren?“ rief Friedrich aus. „Hast du daran gezweifelt?“ 1 „Herr Vizewachtmeister, es ist ein sehr langer Spaz gang durch die Nacht!“ 5 „Freilich; aber die Nacht ist ziemlich hell und der gut. Also komm!“ a „Ohne Abschied?“ 5„Sollen wir sie stören und erschrecken und am End zwingen, aus Höflichkeit auch heimzukehren, was sie ungern tun? Geh hinüber, sag den Leuten auf dem hofe, wir seien gezwungen, zu gehen; bring mir bei die Gelegenheit meinen Mantel, der im Wagen liegt, und fol mir damit. Ich gehe vorauf.“ f Ich nahm Mütze und Handschuhe und verließ möglie geräuschlos den Pavillon. Friedrich eilte davon un hal mich sehr bald, nachdem er meinen Auftrag ausgeführt, wier eingeholt. ö Wir schritten rüstig vorwärts. Es war kein Monde schein, der Himmel auch nicht wolkenfrei, doch sternenh genug, daß wir unseren Weg und die nächste Umgebung den lich erkannten. Die Kühle der Nacht erleichterte das Gehn so wanderten wir in einem wahren Attackenschritt voran, d Säbel in den Scheiden um des leichteren Gehens willen schultert, mit den Sporen auf dem Chausseepflaster, das in das Felsental von Colomier sich erstreckte, klirrend. Bergfluß rauschte rechts neben uns, unter uns; von links! verdunkelten die Felswände unseren Weg; ein leiser 8 wind, der das Tal durchstrich, flüsterte in den Baum Stauden und dem Gestrüpp auf den Bergwänden obe (Fortsetzung folgt.] 4 * rütit U E uud! in N 1 Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Von Briefen, die nicht ankamen. in einem Aufsatz in der Deutschen Verkehrs⸗Zeitung b N 90 0 Lachmann in Liegnitz die unbestellbaren Postfenbane ie Arbeit, die durch sie der Postverwaltung erwächst, und das Schicksal dieser Sendungen, die eben— wenn der Absender nicht zu ermit⸗ teln ist— vernichtet werden müssen. Danach lagen an einem Tage in einer der 41 Oberpostdirektiovnen bei dem wöchentlich zweimal tagenden„Ausschuß für unbestellbare Postsendungen“ Sendungen vor, die für das Jahr ergaben 49 972 Stück, wovon 63 vom Hundert unanbringlich blieben. Im ganzen Reichspostgebiet sind nach der letzten darüber herausgegebenen amtlichen Statistik vom Jahre 1910 an die Ausschlisse eingesandt: 4 119 910 Stück, wovon 2030 190 gleich 60,7 vom Hundert unbestellbar blieben. Das sind bei 5297 Millionen Gesamtlieferung zwar nur 394 Stück auf jede Million, aber von den ganzen 2030 190 Stück, die sich jetzt auf 2 564 227 Stück berechnen hätte nicht eine einzige Sendung unanbringlich zu bleiben brauchen, wenn ein jeder Absender seine Adresse genau angesehen hätte. Statt dessen finden sich in den in dem Aufsatz als Beispiel angeführten Fällen, wo es sich um Briefe und Postkarten handelt, die am Be⸗ stimmungsorte wegen ungenauer Aufschrift unbestellbar oder vom Empfänger wegen Portos verweigert oder infolge der kriegsmäßigen Bestimmungen unzulässig waren bperschlossene Briefe nach dem Auslande, nach Elsaß⸗Lothringen, postlagernde Chifferbriefe), lauter unzulängliche Unterschriften:„Deine Helene“,„Euer Fritz“, Deine Dich liebende Tante“ ufw. Leider finden sich unter den unanbring⸗ lichen Sendungen mit unzureichender Absenderangabe auch viele Feldpostbriefe und ⸗Päckchen. Großen Segen könnte die Privat⸗ industrie, die sich mit der Herstellung von Briefumschlägen, Ansichts⸗ karten und dergleichen befaßt, dadurch stiften, daß sie auf ihnen einen Vordruck für Namen, Wohnung usw. des Absenders anbrächte; bis jetzt geschieht dies nur vereinzelt. Die Ansichts⸗, namentlich die Ausflugskarten mit fehlendem Wohnort usw. des Absenders bilden einen großen Teil der Ausschußsendungen. Das Publikum geht im allgemeinen offenbar noch viel zu gern von der Erwägung aus: Der Empfänger weiß ja meine Adresse genau; er würde es sonderbar finden, wenn ich als Braut, Mutter oder Bruder meine volle Adresse augäbe. Nun, man denke also künftig stets an die Fälle, daß der Empfänger verreist, verzogen, eingezogen, versetzt, verwundet, ver⸗ mißt, gefallen sein kann usw. und an die Folgen, die eine ungenaue oder undeutliche Angabe in der Aufschrift sie kann auch erst während der Beförderung undeutlich werden!— oder eine für andere schwer leserliche Handschrift bei der postdienstlichen Behand⸗ lung nach sich ziehen kann. Man denke auch an die unvermeidliche Hast des Postbetriebsdienstes und an die vielen Tausende von unge— übten Leuten, die die Postverwaltung infolge Abberufung ihres Stammpersonals zum Heeresdienst heutzutage im Bestelldienste be— chäftigen muß. Zur Versorgung Kriegsbeschädigter. Während die Ar— beiterorganisationen, Behörden und andere Korporationen bemüht sind, den Kriegsbeschädigten eine ihren Fähigkeiten entsprechende Beschäftigung nachzuweisen und die Opfer dieses fürchterlichen Ringens nach Möglichkeit vor gewissen— loser Ausbeutung zu schützen, sind auf der anderen Seite Leute am Werk, einen möglichst großen Vorteil aus den Kriegsbeschädigten herauszuschlagen. So erschien in der Vakanzenzeitung vom 4. September d. J. folgendes für Kriegsbeschädigte„verlockende“ Angebot:„Bei der Geschäfts⸗ stelle der Land- und der Allgemeinen Ortskrankenkasse des Kreises Soldin bietet sich für einige Kriegsbeschädigte Ge— legenheit zur Einarbeit. Eine Entschädigung bis zu 50 Mark monatlich kann sofort gewährt werden. Spätere Erhöhung der Entschädigung sowie eventuelle Anstellung als Assistent kann bei guten Leistungen in Aussicht genommen werden. Bewerber mit Vorbildung im Burecaudienst werden bevor— zügt. Bewerbungen mit Lebenslauf und etwaigen Zeugnis⸗ abschriften sind umgehend einzureichen an die Allgemeine Ortskrankenkasse in Soldin.“ Wie der Kriegsbeschädigte mit der in Aussicht gestellten Entschädigung von 50 Mark sein Leben fristen soll, ist leider nicht dabei gesagt— — Kartoffelversorgung. Es ist ja jetzt wieder eine Ver⸗ ordnung über die Kartoffelversorgung herausgegeben und auch Söchstpreise sind festgesetzt. Soweit wäre alles in Ord⸗ nung. Aber— Kartoffeln bekommt die Bevölke⸗ rung trotzdem keine! Es fällt den Landwirten gar nicht ein, welche zu Markt zu bringen; die Händler haben schon vorher höhere Preise angeboten und nun wollen sie die Bauern nicht hergeben, nachdem Höchstpreise festgesetzt sind. Es werden eben noch andere Mittel in Anwendung gebracht werden müssen, wenn dem Volke Nahrung zugeführt werden soll. Der festgesetzte Höchstpreis ist so hoch, daß die Land: wirte damit sehr wohl zufrieden sein können, die übrigens jetzt wirklich fette Zeiten haben. Das beweisen die ganz be⸗ deutenden Einlagen in die ländlichen Spar— und anderen Kassen. Die Regierung muß hier schleunigst eingreifen und einfach die Beschlagnahme verfügen. Wird noch lange ge— zögert, so kann's wieder gehen wie im Vorjahre. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Musketier Heinrich Simon aus Odenhausen.— Wehrmann Hermann Jakob aus Inheiden, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116.— Reservist August Theis aus Rainrod, Inf.⸗Reg. 222.— Musketier Otto Schauermann, Inf. Reg. 172.— Wehr⸗ mann Heinrich Frank aus Rudingshain, Landw.⸗Inf.⸗ Reg. 116.— Leutnant der Reserve Wilhelm Fockel aus Lauterbach, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116.— Unteroffizier Heinrich Köhler aus Storndorf, Landw. Inf. Reg. 116.— Land⸗ sturmmann Heinrich Born, Bäckermeister aus Homberg a. Ohm, Inf.⸗Reg. 222.— Unteroffizier Georg Meurer aus Wetzlar— Musketier Friedrich Loh aus Dutenhofen, Inf.⸗Reg. 172. Er. me(Nickel). Die bestehende 1 10 ee 1 Lesch lagnahme von M 5 zallen vom 1. Mai 1915, die sich nur au Gewerbe⸗ und Handeltrei⸗ bende(nicht an Privatpersonen) wendet, wurde zum ersten Male am 14. August 1315 durch eine Nachtragsverfügung n bezug auf Aluminum in Fertigfabrikaten ergänzt und erweitert. Jetzt hat sich die Notwendigkeit ergeben, durch eine neue Nachtragsverordnung, die mit dem 5. November 1915 in Wirkung tritt, die Verwendung von Nickel, weiter einzuschränken. Es ist von jetzt ab verboten, Nickel nach den Bestimmungen des§ 6b Zifser. 1 u een fügung zu Kriegslieferungen im eigenen oder fremden Betriebe, 705 notwendigen Ausbesserungen in einem, mit Kriegslieferungen 905 schäftigten Betriebe oder zur Aufrechterhaltung ene landmirtschast. lichen Betrlebes zu verwerten. Vielmehr ist für jede Verwendung aus beschlagnahnnten Nickelvorräten eine besondere Freigeke fg. derlich, die auf dem vorgeschriebenen Vordruck bei der Sektion M. Kriegsministeriums, der Kriegs-Rohstoff-Abtei! es Kgl. Preuß. hstoff⸗Abteilung des Kgl. 0. beam Berlin SW. 45, Verlängerte Hedemannstraße 9. wen den muß. Daneben bleibt zulässig die Veräußerung von Nickel an die Kriegsmetall-Aktiengesellschaft und ferner die Ablieferung der pon der Verordnung über„Beschlagnahme, Meldepflicht und Ab⸗ lieferung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel“ betroffenen Gegenständen (Haushaltungsgegenstände) an die kommunalen Sammelstellen. Alle näheren Einzelheiten sind aus dem Wortlaut der Nachtragsver⸗ ordnung zu ersehen, die am Bürgermeistereigebäude in Gießen angeschlagen ist. 1 Abkürzung der Angestelltenversicherungs⸗Wartezeit. Mit dem 31. Dezember ds. Js. läuft die Frist nach§ 395 des V. f, A. ab, zunerhalb der Anträge auf Abkürzung der Wartezeit gestellt werden können. Für Kriegsteilnehmer ist die Frist bis zum Schlusse des Kalenderjahres verlängert, welches auf das Jahr folgt, in welchem der Krieg beendet ist. Die Wichtigkeit und Bedeutung dieser gesetz— lichen Bestimmung hat den Rentenausschuß Berlin veranlaßt, ein besonderes Merkblatt aufzustellen, das eine Belehrung über die Vorteile der Abkürzung der Wartezeit und die Form der Antrag⸗ stellung enthält. Auskunft über dieses Merkblatt, sowie auch jede weitere sachdienliche Erklärung erteilt die Geschäftsstelle des Or ausschusses für die Angestelltenversicherung Frankfurter Straße 56 parterre. 55 Heiraten der Militärpersonen. Aus dem Felde werden vielfach Maunschaften zwecks ihrer Verheiratung in die Heimat beurlaubt. Wenn diese Mannschaften jetzt während des Krieges noch ihrer aktiven Dienstpflicht genügen, wie z. B. auch die Mannschaften, die im Herbst 1914 und 1915, wenn der Krieg nicht gekommen wäre, ihre gesetzliche ein-, zwei- oder dreijährige Dienstzeit abgeleistet hätten, aber nun eben infolge des Krieges noch nicht zur Resexve icbergeführt worden sind, so bedürfen sie einer schriftlichen Er⸗ laubnis zur Verheiratung leines Heixratsscheins). Diese Erlaubnis erteilen, soweit nicht besonders festgesetzt, die Regimentskomman⸗ deure oder die Vorgesetzten, denen die Disziplinarstrafgewalt eines solchen verliehen ist. Vor Antritt eines Urlaubs zur Verheiratung ist der dem Standesbeamten vorzulegende Heiratserlaubnisschein diesen Mannschaften auszuhändigen. Mannschaften der Resexve (Ersagreserve), der Landwehr und des Landsturmes brauchen keine militärische Heiratsgenehmigung 5 Stadtverordneten⸗Lersammlung. Für die Sitzung Freitag, 15. Oktober, nachmittags 5 Uhr, ist folgende ordnung vorgesehen: 1. Mitteilungen. 2. Errichtung von kaufshäuschen auf dem Grundstück Seltersweg 83 durch Franz Schmidt. 3. Gesuch des Bäckermeisters Karl Sommer um Er⸗ laubnis zum Betrieb einer Kaffeewirtschaft im Haus Bismarck⸗ straße 26. 4. Desgleichen des Gerhard Kampen zum Betrieb einer Schankwirtschaft im Hause Kanzleiberg 5. 5. Herstellungen im städtischen Gebäude Wolkengasse 11. 6. Kreditbewilligung für die am Tages⸗ Ver⸗ Teuer⸗ und Diebstahl⸗Versicherung der Dr. Hans Bock⸗Gedächtnis⸗ Stiftung. 7. Gesuch des Ausschusses für die militärische Aus⸗ bildung der Jugend um Gewährung eines Zuschusses für die Be⸗ schaffung von Uebungskleidung. 8. Einführung des 1 Uhr-Laden⸗ schlusses an Sonntagen. 9. Welterversicherung städtischer Arbeiter bei der Ortskrankenkasse. 10. Kreditbewilligung für Kriegszwecke. — Was man früher nicht für möglich gehalten hätte. In unserem Leipziger Parteiblatte lesen wir:„Montag nachmittag wurde das neu eröffnete Genesungsheim für Kriegsverwundete in der Volkshausherberge, Braustraße(Leipziger Gewerk⸗ schaftshaus Red. d. Oberh. V.), von dem Präsidenten des Rolen Kreuzes, Prinzen Zohaun Georg und Gemahlin, besichtigt. Die freundlichen und gesunden Räume erregten das Wohlgefallen der Besichtigenden, und die Einrichtungen fanden ungeteilten Beifall. Die Beköstigung wurde ausgezeichnet befunden. Nach einem Aufenthalt von sast einer Stunde verließen die Besucher, nachdem sie den Garten in Augenschein genommen hatten, das Genesungs— heim mit dem Ausdrucke der Anerkennung für das, was von dem Volkshause geleistet wurde durch das Haupttor des Volkshauses, nor dem sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte.“— Daß ein Prinzenpaar ein Gewerkschaftshaus besucht und sich über dessen Einrichtungen anerkennend ausspricht, hätte vor zwei Jahren gewiß kein Parteigenosse geglaubt. Wer aber etwa glaubt, daß da⸗ mit nun eine neue Zeit angebrochen wäre, dürfte sich nach dem Kriege bald wieder zu anderer Auffassung bekehren müssen.“ — Vernichtung von Lebensmitteln. Aus Barmen wird be⸗ richtet, daß dort auf dem städtischen Schlachthofe für etwa 40 000 Mark Fleischkonserven verbrannt worden seien. Die Ware soll von einem Kölner Engros-Händler stammen, der sie nach Barmen zum Verkauf geschickt hatte; weil sie aber verdorben war, wurde sie von der Polizei beschlagnahmt. Jedenfalls wollte der Händler mit den Fleischkonserven Wucher treiben und hat sie daxum zurückgehalten; mit der Zeit ist das Zeug aber versault. Man fragt sich, wie es möglich ist, daß in einer Zeit, wo viele Tausende Familien kein Stückchen Fleisch kaufen können, eine solche Menge Nahrungsmittel dem Verderben preisgegeben werden konnte! Gegen die Schuldigen sollte die Behörde mit aller Strenge vor⸗ gehen.— Es ist anzunehmen, daß auch jetzt noch große Mengen Lebensmittel zum Zwecke der Preistreiberei zurückgehalten wer— den. Für Kartoffeln sind zum Beispiel Höchstpreise festgesetzt, aber es kommen keine, oder nur wenig auf den Markt. Hier heißt es energisch nachgeholfen und zwar sobald als möglich! — 50 Mark Belohnung. In der Nacht zum 13. Oktober wurde aus der Schießhalle des hiesigen Schützenvereins durch Einbruch ein Jagdgewehr, Schrotflinte mit 2 Läufen, 100 Patronen mit Messinghülsen, 30 Patronen mit Eichel⸗ hülsen, entwendet. Da vor einiger Zeit dort ein gleicher Diebstahl ausgeführt wurde, ohne daß man des Täters, dem da⸗ mals auch ein Gewehr in die Hände fiel, habhaft werden konnte, so hat der Besitzer eine Belohnung von 50 Mk, angesetzt, die die— jenige Person erhält, die den Täter so namhaft macht, daß er ge— richtlich belangt werden kann. Sachdienliche Mitteilungen werdet an die Kriminalpolizei erbeten. — Verbot eines Antisemiten⸗Organs. Wie die Redaktion der Hamburger Deutschvölkischen Blätter— früher Deutschsoziale Blätter— bekannt gibt, ist das fernere Erscheinen des Blattes bis auf weiteres verboten. Einer der Hauptmitarbeiter an diesem Blatte war der Abgeordnete für den Gießener Wahlkreis, Dr. Werner, dessen Lob dort in allen Tonarten gesungen wurde. Im übrigen betrieb es die wüsteste Judenhetze und scheute vor keiner noch so gehässigen Verdächtigung unserer Partei zurück. — Die Auszahlung der Reichs⸗ und Kreisunterstützung für 16. bis Ende Oktober 1915 an die Familien der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt: an diejenigen, deren Namen beginnen mit A Samstag, den 16. Oktober 1915, 2 Montag, den 18. Okt. 1915. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 16. Zahlstunden von 8—1 Uhr vormittags. — Stadttheater. Trotz der = Schwierigkeit, die der Mangel an technischem Personal verursacht, hat der Spielleiter der Eröffnungs- vorstellung(Direktor Steingoetter) Sorge getragen, daß die 9 Bilder des„Herzog Ernst von Schwaben“ sich am Freitag in rascher Folge abwickeln werden. Auch sonst wurde die Vorstellung sorgfältig vor⸗ bereitet und für die Masken der Hauptdarsteller z. B. wurden Ab⸗ bildungen von Siegeln und Münzen zu Rate gezogen, da andere Uleberlieferungen für die betreffende Zeit versagen. — Dr. Lindemann als Stadtratskandidat in Frankfurt a. M. Der Stuttgarter Beobachter berichtet: Aus Frankfurt a. M. wird uns gemeldet, daß der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Dr. Lindemann dessen Habilitierung an der Technischen Hoch⸗ schule in Stuttgart, wo er in dem kommenden Wintersemester über Kommunalfragen lesen will, von seinen Fraukfurter Genossen als Nachfolger des verstorbenen Stadtrats Dr. Flesch im Stadtrat in Vorschlag gebracht worden ist— Von Nah und Fern. Eine seine Sorte Milch. Bei dem in Düsseldorf woh⸗ nenden Milchhändler Franz Sternberg wurden von Beamten der Gesundheitspolizei Milchproben entnommen, die auf 100 Teile Milch 175 Teile Wasser enthielten. chemiker Dr. Loock bekundete vor Gericht, daß gegenwärtig auf dem Milchmarkte derart schlimme Verhältnisse herrschen wie nie zuvor, und daß bei den ohnehin hohen Milchpreisen mit einer Dreistigkeit gefälscht werde, die ace suche. Sternberg, der wegen Milchfälschung schon mit 300 N. vorbestraft ist, erhielt diesmal am Schöffengericht 500 Mk. Geldstrafe.— Dem gemein⸗ gefährlichen Treiben der Milchsälscher ist unseres Erachtens nur mit Gefängnisstrafe beizukommen. 7 Telegramme. 5 Lugtslerict des Großen Hatzurtiek Feindliche Augrisse in West und Ost abgewiesen⸗ Fortschritte bei Linsingen und Mackensen. W. B. Großes Hauptquartier, 13. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschanplattz, Englische Vorstöße nordöstlich von Formelles wurden leicht abgewiesen. Oestlich von Souchez verloren die Fran⸗ zosen wieder einige Grabenstücke, in denen sie sich am 11. Okt. noch halten konnten. In der Champagne scheiterte gestern abend ein fran⸗ zösischer Angriff südlich von Tahure. Ein an derselben Stelle heute früh wiederholter, in mehreren Wellen geführter Angriff, brach gänzlich zusammen. In den Vogesen büßten die Franzosen am Westhange des Schraczmänn le deinen Teil ihrer Stellung ein. 7 Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmar v. Hindenburg. Westlich Dünaburg brach ein russischer Angriff in un⸗ serem Artilleriefeuer zusammen. 1 Versuche des Gegners, sich der von uns besetzten Inseln, des Miadziol⸗Sees zu bemächtigen, scheiterten. Ein russischer Angriff nordöstlich Smorgon, der bis au unsere Hindernisse gelaugte, wurde abgewiesen. Eines unserer Luftschiffe belegte in vergangener Nacht. die befestigte, mit Truppen angehäufte Stadt Düna burg ausgiebig mit Bomben. g Feeresgruppe des Geueralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. g Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Der Feind wurde aus seinen Stellungen bei Rudka, Bielsko, Wolskaja vertrieben, sowie über die Linie Alexandria-Höhe nördlich davon zurückge⸗ schalls M. H. worfen. Deutsche Truppen der Armee des Generals Grafen Both mer warfen den Gegner nordwestlich Hajworonks(adweslich Burkanow) aus mehreren Stellungen. f Balkankriegsschauplatz. Der Widerstand der Serben konnte unsere Vorwärts bewegung nur wenig aufhalten. g ö Südlich von Belgrad wurde das Dorf Zule zu i! und Höhen östlich beiderseits der Topciderska gestürmt. Der Augriff auf Pozare vad ist in günstigem Fortschreiten. Die Straße Pozarevar—Gradiste ist in südlicher Richtun überschritten. O berste Heeresleitung. 8 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 13. Ott.(W. T. B.) Amtlich wird wee 13. Oktober 1915: 5 Russischer Kriegsschauplatz. ö Bei Bur kanow an der Strypa wurde auch der vierte 5 gestern mitgeteilten russischen Angriffe durch österreichisch⸗ungarisch und deutsche Bataillone abgeschlagen. Sonst im Nordoste keine besonderen Ereignisse. e Jtalienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag begannen die Italiener ein lebhaftes Ge⸗ schützfeuer aus schweren und mittleren Kalibern gegen die Hoch⸗ fläche von Lafraun. Auch gegen einzelne Abschnitte der küsten⸗ ländischen Front entfaltete die feindliche Artillerie eine erhögte ö Tätigkeit. Annäherungsversuche italienischer Infanterieabteil⸗ ungen gegen Vrsie und den Tolmeiner Brückenkopf wurden abge⸗ Am nordwestlichen Teil der Hochfläche von Doberdo wiesen. 5 zum fluchtartigen Verlassen 75 zwang ein Feuerübersall den Feind feiner vordersten Deckungen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Angriffe schreiten trotz heftigster Gegenwehr des Feindes überall vorwärts. An der unteren Drina warfen unsere Truppen die Serben aus mehreren Gräben. Südlich von Belgrad wurden dem Gegner einige Zäh, verteidigte Stützvunkte enkrissen. Serbische Gegenstöße scheiterten stets unter großen Verlusten für den Feind. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 75 8 Deleassé gestürzt. Viviani Minister des Aeußern. Paris, 13. Okt. Der französische Minister des Aeußern, Delcassé, hat seine Eutlassung gegeben. Eine offizielle Note der französischen Regierung teilt mit, daß der heute unter dem Vorsitz des Präsidenten Poincars abgehaltene Minister⸗ rat die Demission Deleassés angenommen hat und daß der Ministerpräsident Viviaui endgültig wieder die Leitungder auswärtigen Politik übernimmt. Ob das französische Parlament mit der Beseitigung des Herrn Delcassé, als dem Schuldigen an dem Balkanmißerfolg, sich genügen lassen wird, ist sehr zu bezweifeln. 1 Einen Nachruf für Delcassé bringt die Frankf. Ztg. in folgender Betrachtung: Die Nache richt vom Rücktritt Delcasses wird in Deutschland, ja in der ganzen Welt ein starkes Echo finden. Denn selten war ein Name so eng mit einer Politik verknüpft wie der seinige. Er ist identisch mit dem haßerfüllten Plan der Umzingelung und Vernichtung unseres Vaterlandes, der gewiß nicht sein aus⸗ schließliches Eigentum war, aber doch der Gedanke, in dessen Dienst man ihn seit einer Reihe von Jahren unablässig beg müht sah. Herrn Deleassés Geschichte allein liefert schon ein Der Stadt: entscheidendes Kapitel zu der welthistorischen Irage den gewannen rasch genug die Oberhand. 3 f 72 Ministeriums Herrn „Schuld am Kriege“. Es sei heute nur ere de er es war, unter Saen die auswärtige Politik Frank⸗ reichs vor acht Jahren bereits einen solchen Grad des Uebel— ollens gegen Deutschland erreichte, daß der damals in Frank⸗ reich noch vorhandene Wille, es nicht zum Bruche kommen zu lassen, sich nur mit Delcasses Verabschiedung durchzusetzen vermochte. Doch die Strömungen, die er in engem Anschluß an die russischen und englischen Feinde Deutschlands vertrat, Bald wurde Delcassée wieder regierungsfähig, wenn man ihm auch, um den Schein zu wahren, nicht das Portefeuille» der auswärtigen Ange⸗ legenheiten überwies. Sein Einfluß auf die Richtung von Frankreichs internationaler Politik war deshalb nicht ge⸗ sringer, und als er schließlich als Botschafter nach Rußland ging, war die Mission, die er dort zu erfüllen dachte, für niemand mehr zweifelhaft. Das Ziel, war nahe, und als es endlich erreicht war, erschien es allen als etwas Selbstverständliches, daß die Liste des„nationalen“ Delcassé als Minister des Aeußern auf⸗ wies. Wenn dieser Mann heute zurücktritt, so ist das natür— lich eine schwere Erschütterung 05 das Prestige der Re— gierung, in der sein Name so viel bedeutete. Der Krieg am Balkan. Das Vorrücken in Serbien. Aus Wien schreibt man der Frankf. Ztg. vom 13. Oktober: Immer weiter dringen unsere und die verbündeten Truppen in das Innere Serbiens ein. Das erfolgreiche Vorrücken im Raume Belgrad— Gradischte ist von besonderer Wichtig⸗ keit. Die verbündeten Truppen gelangten durch der Höhe von Anathema in den Besitz einer Stellung, sie liegt sieben Kilometer südlich von Ram, und kul⸗ miniert in dem stirssegisch bedeutenden Höhenrücken, der 65 Kilo⸗ meter östlich von elgrad die Uebergangsstellen von Baziak⸗ Palank bei Ram zwischen der Mlawa und der Ebene von Gradischte überragt. Mit der Einnahme von Semendria ist ein militärisch wichtiger Ort in die Hände der Verbündeten gelangt. der auch für den Vormarsch der gegen Pozarevatz vorrückenden Truppen von Einfluß ist. Semendria ist der nördliche Endpunkt der Morawa— talbahn, die 40 Kilometer weiter südlich den Anschluß an die Bahn Belgrad— Sofia und durch die Linie Temevara(Temes Kubin) eine Verbindung mit den südungarischen Bahnen hat. Südlich von Belgrad wurden dem Gegner einige hartnäckig verteidigte Stütz— punkte entrissen. Serbische Gegenstöße mißlangen, wobei der Feind beträchtliche Verluste erlitt. Letzte Nacht ist es nun zum Zusammenstoß zwischen serbi— schen und bulgarischen Truppen gekommen und zwar an der Eisenbahn nördlich von Nisch und an einem Punkte etwa 20 Meilen südöstlich von Nisch. 40 Kilometer nördlich von Kujazevatsch am Timok liegt die Festung Zaftschar, an der Mündung der Cerna in den Timok, und führt eine Straße in westlicher Richtung nach dem 60 Kilometer entfernten, im Tale der großen Morawa liegenden Aleksinatz. Hönig Peter verläßt Serbien? Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Buda pe st: Wie aus Prischtina gemeldet wird, haben die Aerzte dem König Peter empfohlen, sich mehr Ruhe als bisher zu gönnen und sich nach einem Badeort Süditaliens zu begeben. Die griechische Presse glaubt nicht an die Meldung von der Krankheit König Peters und ist der Ansicht, daß man den König vor dem bevorstehenden Zusammenbruch des Landes in Sicherheit bringen wolle. K Erbitterung in Salonik. Aus Bukarest wird der Natzonalzeitung gemeldet: Nach Be⸗ richten aus Salonik läßt die Disgiplin der dort gelandeten Truppen der Entente sehr zu wünschen übrig. Die griechische Regierung hat sich bereits genötigt gesehen, an das Oberkommando der Landungstruppen das Ersuchen zu richten, für strenge Ordnung unter den Truppen Sorge zu tragen, da in den letzten Tagen zahl⸗ reiche Einbrüche, sogar in Privatwohnungen verübt worden seien. Besonders zuchtlos sind die Angehörigen der Kolonialtruppen, die in der Stadt und in den umliegenden Dörfern in zahlreichen Fällen Frauen und Mädchen auf offener Straße über- fallen haben. 5 Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Salonik: In]? Verbandspresse ist die vollem Gegensatz zu den Mitteilungen der Tatssache sestzustellen, daß die Anwesenheit der Verbands struppen in Salonik, sowohl in der Bevölle rung, als auch im griechischen Heer, ein wachsendes Unbehagen hervorruft. In Kreisen der griechischen Offiziere, die die Offiziere des Vierverbandes nicht grüßen, herrscht geradezu Erbitterung über die Eindring⸗ inge, die um so mehr anwächst, als die Leitung der Expeditions- rmee alle Anstalten trifft, die auf ein längeres Verbleiben in (Salonik hindeuten. Die bulgarische Kriegserklärung. 65 Dem Petit Parisien wird aus Bukarest gemeldet: Man erfährt, daß die Kriegserklärung Bulgariens an Serbien im 5 des Abends durch Anschlag bekanntgegeben werden wird. N auf das er zustreßte,: die Eroberung beherrschenden Ein Aufruf an das bulgarische Heer. Sofia, 13. Okt. Die Morgenblätter bringen einen Aufruf des Sberbesehlshabers General ZJetow an die Armee, worin die be garischen Soldaten„Kinder des stolzen Balkans“ genannt werd Die eee werden siegen! 1. Christiania, 13. Okt. Der Salonikier Korrespondeßt der T Tinte dene nach einer Mel dung aus Sofia sagte König Ferdinand in der Abf chiedsaudienz des französsischen und englischen Gesandten, seine Politik sei auf der Ueber⸗ zeugung aufgebaut, daß die Zentralmächtes egen werden. Ein Untersuchungsausschuß für den 5 Dardauellen-Feldzug.. Das Handelsblad meldet aus London: Einige liberale hausmitglieder haben beschlossen, die Regierung aufzu— chung Untel fordern, einen Ausschuß zu bilden, der eine Untersi über Beginn, Durchführung und gegenwärtigen Stand des Dandanelle n⸗Feldzuges 8 einzule iten habe. Eine„Nationalversammlung“ in 9 Frankreich. Die sozialistische Kammergruppe beschloß laut Temps gestern in einer vor der Kammertagung abgehaltenen Sitzung, am nüchsten Donnerstag einen ihr von dem Abg. Renaudel Donnerstag frisch vom See- platz eintreffend: Pfund 42 Pfg. a„ nditge Vollheringe. S 1 Norweg. Riesen⸗Vollheringe 16 Vollsaftiger Schweizerkäse 8 40 Tilsiter Küise„Pfund 6 Vollfetter Edamerkäse, ind 38 Ia Cervelatwurst d 70 Mettwurst, weiche ed 70 9 Halberstädter Delikatess- Würstchen mit Kraut in Dosen, enthaltend 2 Paar Würstchen. 85 8 Menge Sauerkraut 05 Dose M 1.25 Sehr zu empfehlen für den Feldpostversand. 5 Neu eingeführt: c 5 Gössel's Fayama⸗Fleisch Ersah? 1 Pfund⸗Dose 70 1 Verkaufsstellen: Bahnhofstrasse 20, strasse 20, Walltorstrasse 24. Ludwig- unterbrriteten Vorschlag zu Ne der auf ein einigung beider Kammern zu einer Nat versammlung während der Kriegszeit abzielt. Neue frauzösische Anleihen in Amerika. Laut Standard erhält das französische Gesetz betr. die A. Leipe in den Vereinigten Staaten die Bestimmu daß die Regierung zur Emission von einer oder mehreren Anlef in den 1 Vereinigten Staaten zu bestmöglichen Bedingungen mächtigt wird. Die Regierung hat somit Blankovollmacht ü sucht bei von 200 Millionen weitere Anleihen in Amerika erhalten. Aus Newyork wird gemeldet: liesigen Bankiers einen Exportkredit Dollars nach, unabhängig von der englisch⸗ französischen Anleihe. Der türkische T e Konstantinopel, 13. Okt.(W Frankreich verursachte schwere Verluste. Bombenfeuer. unternahm, von uns herabgeschossen. erbeutet, die Insassen gefangen genommen. zu melden. 5 Beginn der Südstürme an den Dardanellen. T. U. Konstantinopel, 13. Okt. wind auf Gallipoli hat mit solcher Heftigkeit t hochgelegene Palaca-Hotel in den Nachtstunde zitterte. Wenn er andauert, Truppen auf Gallipoli unmöglich. 2 T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: An der b delben beschoß unsere Artillerie 115 feindliches Lager in der Gegend von Buyunk Kemikli und Bei Ariburnu und Seddeül⸗ Vahr war gegenseitiges schwaches Infanterie, Artillerie- und Am 10. Oktober wurde ein feindlicher Flieger, der in der Gegend östlich von Elarich einen Erkundungsflug Das Flugzeug wurde Sonst ist nichts Der längst erwartete Süd⸗ daß das vollständig er⸗ wird eine weitere Landung von Verantwortlicher N F. Vetters, Gießen. erlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Bekanntmachung. 5 Die Auszahlung der Reichs⸗ und Kreisunterstützung für 16. bis Ende Oktober 1915 an die e der zum Heeresdienst Einbe⸗ deren Namen beginnen mit. den 18. Okt. Zahlstunden von 8—7 f rufenen findet statt: An diejenigen AK Samstag, den 16. Oktober 1915, 3 1915. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer 16. Uhr vormittags. Gießen, den 13. Oktober 1915. . Der e Kell J Montag, Feld post⸗ Inhalt: 5 Briefbogen, 5 Kuverts, Stück 10 Pfg. Sehr lohnender Artikel für Wiederverkäufer ö empfieht 60 Oberhesische Volkszeitung Giessen, Bahnhofstraße 23. Mappen 5 Srwoftesf 1 Moderne Ledergamaschen in verschiedener Ausführung .: Hermann Steingoetter. N 15 den 15. abends 8 Uhr: sowie eine Partie guter Erüfuungs⸗Vorstellung. Ledergamaschen ae altere Muster IIIgl Ferzag Jun Selxabey Dramatische Dichtung von Ludwig Uhland. Ende gegen 10½ Uhr. werden zu bedeutend er— mäßigten Preisen ab⸗ gegeben. Lederhandlung Mall. Pant. iznstz Teldgoel-Zengedteh in jeder Größe zu beziehen durch die Buchhandlung Oberhess. Volkeztg. Bahnhosstraße 23. D nichts verkanfen. Wir bitten unsere Träger, Bestellungen sofort aufzugeben. — der Oberhessis chen Volkszeitung Gießen, Nahnhosstr. 28 skalend ist erschienen. er für 1916 Preis 40 Pfg. Telephon 2003. zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuch desdewerkschastshauses un- La Speisen u. Getränke. Billig Logis Feilen ben Oktober 1915, Soldaten vom Feldwebel abwällg zahlen bei allen Vor dtellungen auf 1 mr elle Woeise⸗ 1 Reumatis- 0 mus, Ischias u. Gicht können 4 Sie selbst belcämpfen. Ich will Für Aus- kunt Freimarke beifügen Brandt, Kriegschulbeamter a. 0, Halle a. S. 438, Zuko terstützt der Arbeiter sein eig. Heim. ö