Organ für die Interessen des werktätigen Volkes J der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volksgeitung erscheint jeden Werktag Abend in Bießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 50 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post begogen vierteljährl.1. 80 Mk. 1 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraßße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. 5 Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 240 Gießen, Mittwoch, den 13. Oktober 1915 10. Jahrgang Die Kräfte zusunnenhalten! Von Heinrich Schulz. „Die beste Strategie ist immer re cht stark zu sein, zuerst erhaupt, und demnächst auf dem entscheidenden Punkl. aher gibt es außer der Anstrengung, welche die Kräfte schafft d die nicht immer vom Feldherrn ausgeht, keine höheres und kfacheres Gesetz für die Strategie als das: seine Kräfte zu⸗ umenhalten.“ So schreibt Clausewitz, der große Lehr— ster der Theorie des Krieges. Die deutsche Heexesleitung hat mit der 5 endung dieses militärischen Grundsatzes ihre besten Erfolge er— t. Als der Krieg ausbrach, war Deutschland an sich zwar eine htunggebietende Militärmacht. Aber die vereinigten Gegner ren doch an Heeres- und Flottenstärke, an Menschenmassen und ldmitteln Deutschlands zahlenmäßig weit überlegen. Da kam es die Heeresführung darauf an, auf dem entscheidenden Punkt imer recht stark zu sein. Dieser entscheidende Punkt war in den Kriegswochen der Westen. Deutschland war hier stark und eb die verbündeten Westmächte über Belgien hinaus weit nach gankreich hinein. Dann zeigte sich, daß die russischen Kräfte srker und militärisch bösartiger waren, als man angenommen e. Sofort trug die Heeresführung diesem Umstande Rechnung. n Westen wurden starke Verteidigungsstellungen eingerichtet, die Fuptkräfte aber auf dem nunmehr entscheidenden Punkt, dem Iten, eingesetzt. In den langen und wechselvollen Kämpfen im Iten wandte auch der dortige Heerführer fortwährend das höchste id einfachste Gesetz der Strategie an: er hielt seine Kräfte zu⸗ bumen und war an den entscheidenden Punkten„immer recht „ In Kürze wird sich zeigen, ob die deutsche Heeresleitung konsequenten Ark uch bei dem neuesten Abschnitt des Weltkrieges, der sich auf dem kan abspielen wird, mit der Wucht einsetzt, die einem entscheiden⸗ r Punkt zukommt.. Allerdings nicht nur diesem strategischen Grundsatz allein sind großen militärischen Exrungenschaften zuzuschreiben. Gerade iidenburg weist stets mit der Bescheidenheit des großen Mannes auf ihn einstürmenden Lobredner und Danksager an die Adresse ier Soldaten. Er weiß die Anstrengungen und Kräfte zu wür⸗ hen, die wie Clausewitz schreibt,„nicht immer vom Feldherrn hen“. Er unterschätzt ebenso wenig wie Clausewitz die neben Talenten des Feldherrn tätigen„moralischen Hauptpotenzen“ Kriegführung: kriegerische Tugend des Heeres und Volksgeist Jullte schon Clausewitz zu seiner Zeit„nicht leugnen, daß wie die Schen jetzt stehen, dem Volksgeist und der Kriegsgewohnheit des deres ein größerer Spielraum bleibt“, so gilt das in verstärktem suße für unsere Zeit und die heutige Art der Kriegführung. Einen dritten wichtigen und günstigen Vorteil bietet den Zen⸗ lmächten der Besitz der inneren Linie. Sie sind zwar umringt mur Feinden, aber sie stehen ihnen äußerlich und innerlich geschlossen genüber. Sie können ohne Behinderung durch den Feind ihre Tuppenansammlungen und vverschiebungen und die Konzentration Kräfte auf den jeweilig entscheidenden Punkten vornehmen. Ganz anders steht es bei den verbündeten feindlichen Mächten. 1 sind räumlich weit von einander getrennt, und weit klaffen sie 0 ihren inneren Wünschen und Absichten auseinander. Ebenso inig einheitlich und gleichmäßig ist es'um die kriegerische Tugend e feindlichen Heere und um den Volksgeist in den verschiedenen Andern bestellt. Neben den leidenschaftlich für ihre Vaterland inpfenden und blutenden Franzosen stehen die anders gearteten ldnertruppen der Engländer. Die ganze Front ist durchsetzt von übigen Truppen, denen das europäische Kulturbewußtsein und die ere Erkenntnis der Bedeutung des großen Ringens abgeht. seser Mangel an Einheitlichkeit äußert sich in der mangelnden lklarheit der obersten Kriegführung und in der ungenügenden achtung oder Durchsetzung des wichtigsten strategischen Grund⸗ es, am entscheidenden Punkt stets recht stark zu sein. Der große Stratege des politischen Kampfes, Lassalle, hat der üschen Arbeiterbewegung einen gleichen Grundsatz mit in die e gelegt:„Alle Kunst praktischer Erfolge besteht darin, al e aft zu jeder Zeit auf einen Punkt— auf den wichtigsten inkt— zu konzentrieren und nicht nach rechts und nicht at) links zu sehen.“ 5 Nach diesem Grundsatz hat die deutsche Arbeiterbewegung in u halben Jahrhundert ihres Daseins ihre Kämpfe geführt. Ann ginn ihres Ringens um politische Gleichberechtigung und um die Ewirklichung der Forderungen des Sozialismus war sie zahlen zig in einer hoffnungslosen Minderheit. Aber sie war doch auch mals schon recht stark im Sinne der Clausewitzschen Regel, in⸗ u sie mit unerschütterlicher Zuversicht an die Nichtigkeit ihrer htisch⸗sozialen Anschauungen und an die hohe Bedeutung ihrer eshichklichen Aufgabe glaubte. Dadurch wurde sie zu einem festen letischen Krystallisationspunkt gegenüber der zersplitternden und lösenden Tendenzen der bürgerlichen Parteigruppierung. Dann dur hat sie von Anfang an die strategische Grundregel richtig au kalandt: ihre Kräfte zusammenzuhalten und sie jeweisig auß dem scheidenden Punkte richtig einzusetzen. Das ist in einer. demo⸗ ctischen Partei freilich nicht so leicht wie bei einem militärischen manismus. Es ist deshalb bei der Strategie des proletarischen sempfes oft zu lebhaften Streftigkeiten im eigenen Lager ge— nimen, und nicht immer hat der strategische Grundsatz der Kon⸗ tration der Kräfte sich restlos durchsetzen können. Aber in der Regel und in der Hauptsache ist das ursprüngliche Alctarische Empfinden der Massen doch stets stark genag geen i füber alle Mefnungsverschledenheiten hinweg die Kräste des weletarjats zusammen zu halten und in den Kämpfen um prak⸗ he Erfolge die Befolgung des Lassalleschen Grun atze a en⸗ bngen. Der großen liebermacht der feindlichen, Partsse, gelesie bir besaß die Sozialdemokratie den Vorteil der inneren Linie, sie Imte im Vertrauen auf die Festigkeit des eigenen inneren Zu dumenhalts ihre mannigfachen und verschiedenartigen Gegner e aß Nolwendiakelt angreifen und ihre Kampflraft je nach der Ge— staltung des politischen Schlachtfeldes bald an bald wo anders einsetzen. Allerdings wären das Wachstum und die großen Errungen⸗ schaften der Sozialdemokratie nicht möglich gewesen, wenn sie sich nicht auch zugleich auf die unerläßlichen moralischen Hauptpotenzen der politischen Kriegführung hätte stützen können: auf den Geist der kämpfenden Arbeiter. Von jeher ist ber größte Wert darauf gelegt worden, wiederum auch zuerst praktisch von Lassalle, daß in jedem einzelnen Mitkämpfer die Erkenntnis vorhanden oder zu er⸗ zeugen ist, worum die großen Kämpfe gehen, für swelche politischen, sozialen und kulturellen Ziele die Arbeiter eintreten und worin die besondere geschichtliche Aufgabe des Proletariats besteht. Bei dem mangelnden politischen Interesse des Bürgertums in früheren Zeiten war der Arbeiter bisher an politischem Instinkt und an politischen Kenntnissen dem Bürgerlichen weit voraus. Neuerdings ist freilich auch im Bürgertum das politische Interesse stark ge⸗ wachsen, sodaß die Arbeiter fürderhin ein Uebriges tun müssen, wenn sie den bisherigen Vorsprung wahren wollen. 1 Besonders durch den Krieg ißt das politische Interesse mehr als je zuvor angeregt worden. Vieles davon ist Strohfeuer, aber vieles läßt sich auch zum heiligen Feuer des politischen Kampfes entwickeln, wenn die richtigen Mittel angewandt werden. An⸗ dererseits ist durch den Krieg mancherlei überkommene politische Theorie und Praxis ins Wanken geraten. Gerade in der allzeit kritischen Sozialdemokratie wogt es an juneren Gegensätzen durch- einander. Das ist an sich kein Schade, sofern die Meinungsver⸗ schiedenheiten im Sinne der gegenseitigen Verständig⸗ ung geführt werden, solange die„innere Linie“ erhalten bleibt. Bedenklich werden sie nur, wenn sie zur gewollten oder unge⸗ wollten Zersplitterung führen. Was der politische Kampf nach dem Kriege bringt, kann man noch nicht wissen, wohl aber besteht darüber kein Zweifel, daß er lebhaft und leidenschaft⸗ lich eutbreunen wird. Das liegt in der Natur der Dinge, in der ungeheueren Aufwirbelung und Durcheinanderschüttelung aller persönlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse, wie sie der Krieg mit sich gebracht hat. Umso notwendiger ist daher für die kämpfende Arbeiterklasse, daß sie schon jetzt und erst recht nach Beendigung des Krieges bei all ihren Handlungen und Entscheidungen das oberste Gesetz der Strategie beachte: die Kräfte zusammen⸗ halten!. der einen Stelle, 2 Die Durchbruchsschlacht in der Champagie. Der Kriegsberichterstatter Genosse Dr. Adolf Köstaer schrei dem großen Hauptquartier, 5. Oktober: Das bisherige Ergebnis der Schlacht in der Champagne läßt sich heute einigermaßen überblicken, und es ist nötig, den verlogenen Meldungen gewisser französischer Agenturen die genaue gegenüberzustellen. Diese Agenturen reden von einem„Eindrücken unserer ganzen Front“. Die Champagnefront zwischen Reims und den Argonnen ist zirka 50 Kilometer lang und macht einen kleinen Bruchteil unserer Westfront aus. Auf dieser Strecke griff Joffre in einer Breite 20 Kilometern an, und nur auf einer Divisions⸗ breite von zirka 7 Kilometern gelang es ihm, nach beispiellos langer und schwerer Artillerie-Vorbereitung unsere Front einzubeulen. Diese Beule ist 1—3 Kilometer tief. Ihre Basis liegt auf der Strecke zwischen Auberive und Massig Ihre Spitze richtet sich gegen Stadt und Eisenbahnstation Somme⸗Py, die fest in unserer Hand ist. Dieser Erfolg, den wir weder bestreiten, noch verklei⸗ zern wollen, ist von dem Gegner am ersten Tage, am Samstag, den Alle Versuche, die Beule seit⸗ zu erweitern, sind an den erbitterten deutschen Gegenan⸗ griffen gescheitert. Das ist die heutige Sachlage, wie sie auch durch den Besuch mehrerer neutraler Berichterstatter aus Amerika, Holland, Argentinien und Rumänien festgestellt ist. Ueber den Gang der Schlacht selber erfahre ich noch folgendes: Die Franzosen griffen nach 70stündiger Kanonade in vier Linien an Zwischen der ersten und zweiten Linie befand sich ein Raum von? Metern, zwischen der zweiten und dritten ein erheblich größe zwischen der dritten und vierten wiederum einer von 30 Metern. Die Franzosen stürmten nicht, sondern rückten langsamen Schrittes vor. Der Angriff bewies großen Schneid und gute Vorbereitung. Mit großer Energie und Präzision wurden fort⸗ während Reserven von hinten in die Lücken geschoben. Haufen und Berge von Leichen türmten sich an manchen Stellen, wo unsere Ar⸗ tillerie einschlug. Die Franzosen waren gut ausgerüstet— alle in der neuen graublauen Uniform, alle mit Stahlhelmen bedeckt, die ihren Gestalten, als sie langsam an rückten, etwas Römisches verlieh. Ueber die eigenen und die Leichen des Gegners drang dieser Austurm unaufhaltsam vorwärts— für jede deutsche Granate, die traf, rück⸗ ten von hinten neue blaue Scharen an. Dieser Angriff zeigte, daß die Franzosen hier unerhörte Massen versammelt hatten, und daß ihr Wille zum Durchbruch definitiv war. Die deutschen Truppen, die dieser endlosen Flut standhiel⸗ ten, leisteten Unmenschliches. Niemals zurück— lautete der Befehl. Wo der Kampf noch irgendwelche Aussicht hatte, wurde bis zum letzten Augenblick gefochten. Flucht gab es nicht. Unglaubliches leistete die Artillerie. Mit dem bedrohlichen Vorrücken des Gegners schoß sie immer näher, bis sie schließlich gerade hinein in die anrückenden blauen Massen feuerte. So waren die Franzosen an manchen Stellen an 3 Kilometer vorgerückt. Durch was'm einzelnen der Stillstand dann erxeicht wurde, wird später geklärt werden. Tatsache ist, daß durch die grauenhaften Verluste gezwungen, die Franzosen an manchen Stellen Halt machten und sich eingruben. An anderen Stellen glaubten sie den Durchbruch erreicht zu haben und holten die hinten bereitgestellte Kavallerie zum abschließenden Durchstoß vor. Diese Reitermassen aber wurden in den offenen Tod geschickt. Unsere Artillerie nahm sie unter vernichtendes Kreuzfeuer. Vielleicht ward der Stillstand auch befohlen, weil der Durchstoß unserer ersten Linie auf zu kleiner Breite ersolgt war. Vergleicht man die Joffresche Champagne⸗Offeusive mit seiner aus September, errungen worden. großen Frühjahrs-Offensive bei Arras, so war die artilleristische Vorbereitung diesmal viel besser, Das System der langsam an⸗ riickenden Linien hat an Terrain mehr erobert als damals. Dafür stehen aber auch die Verluste in der Champagne turmhoch über denen an der Loretto-Höhe. Selbst der neutrale Militärkritiker des Bund schätzt die Verluste der Franzosen auf 150 000 Mann. In einem Punkte scheint Joffre aus der Arras⸗Offensive gelernt zu haben. Das tage-, wochen⸗ und monatelange Anrennen gegen dasselbe Frontstück scheint er nal nicht wiederholen zu wollen. Aus dex augenblicklichen igelangen Ruhe scheint vielmehr ge⸗ schlossen werden zu dürfen, daß er seine Kräfte zu einem neuen Generalstoß sammelt. Ob an derselben, ob an einer anderen Stelle, kann niemand heute sagen. Wir betrauern den Verlust vieler tapferen Landsleute. Aber durch ihr Ausharren bis zuletzt haben sie den Durchbruch vereitelt, Denn darfiber ist kein Zweifel und die Lekt des Joffreschen Heeresbefehls muß es jedem, der klar sehen will, bestätigen: Der Durchbruchsversuch der Franzosen in der Champagne hat ihnen taktisch im Verhältnis zu dem eingesetzten Material mäßigen Erfolg, strategisch einen vollendeten Mißerfolg eingebracht. Tviest. Die Italiener, soweit sie den Krieg gegen f mitmachen, wundern und entrüsten sich über die Stimmung der Bevölkerung in jenen österreichischen Grenzstrichen, die der ita⸗ lienischen Armee aus strategischen Gründen überlassen wurden. Die Leute dort wollen nämlich garnichts von der„Erlösung“ wissen, die ihnen nicht nur die italienische Mißwirtschaft bringen, sondern den Südtiroler Weinbau durch die übermächtige Konkur⸗ renz des süditalienischen ruinjeren und den Südtirolern und Küstenländern auch noch den von ihnen so stark besuchten deutsch⸗ österreichischen Arbeitsmarkt vielleicht sperren würde. Für die „Erlösung“ von Triest trifft all das noch in höherem Maße zu. Triest ist der einzige große Seehafen Oesterreichs, er ist durch die neuen Alpenbahnen auch zu einem wichtigen Seehafen für Süd⸗ deutschland geworden und hat in dieser Hinsicht eine große Entwick⸗ lung vor sich. Triest ist außerdem nicht rein italienisch, sondern zu einem erheblichen Teil auch von Slaven bewohnt. Käme Triest zu Italien, so würde es einmal durch die Konkurrenz Venedigs und Genuas erdrückt, es würde aber auch furchtbar darunter leiden, daß auf lange hinaus wohl ein Zustand bestehen bleiben, wird, der die österreichische Industrie, die ihren Sitz öhnedies in der Hauptsache im Norden des Reiches, also nahe der deutschen Grenze hat, noch mehr davon abhalten würde, für ihre Produkte den Weg über Triest zu wählen: durch entsprechende Gestaltung der Tarise über Hamburg könnte dies sehr wohl herbeigeführt werden. Nun gibt der französische Zeitungsgeneral Chorfiels den Italienern den Rat, da sie durch die Isonzo-Front ja sowieso nicht durchkommen, eine starke Truppenmacht in Montenegro oder Saloniki zu landen, denn der Weg nach Triest führe ü ber Konstantinopel! Der Zweck dieser Aufforderung ist natür⸗ lich nur, auch Italien zur Unterstützung der Vierverbandssache auf dem Balkan heranzuziehen. Aber gerade dafür hat man in Italien verdammt wenig Sympathien. Auf der Ostseite der Adria reicht das Slaventum bis an die Küste, und schon jetzt, noch mitten im Kriege, fehlt es nicht an serbisch-italienischen Reibungen wegen Albanien und wegen des einstweilen noch im unangefochtenen österreichischen Besitz befindlichen Dalmatien. Wie würde das erst werden, wenn Serbiens so schwer bedrohte Macht neu aufgerichtet würde. Davor werden sich die Italiener hüten, und auf die Er⸗ lösung Triests über Konstantinopel werden sie wohl Verzicht leisten müsssen. rreich innerlio⸗ Belgische Illusionäre. Die Indépendance Belge, das Zentralorgan der belgischey, Politiker und Literaten, schlägt in ihrer Nummer vom 4. Oktober dem Vierverbande vor, den Frieden auf folgende Weise einzurich⸗ ten:„Die Greuzen Deutschlands sind zu ändern: Frankreich erhält s linke Rheinufer, Dänemark— Schleswig⸗Holstein, Rußland— Ostpreußen und Polen, die Balkanländer— ihre Teile von Oester⸗ reich⸗Ungarn; die kleinen deutschen Staaten sind zu befreien: Schlesten fällt an das geprellte und reumütige Oesterreich, das ebenso tschechisch, magyarisch und slawisch wie österreichisch ist; in Preußen ist die Republik einzuführen, um es mit inneren Partei⸗ kämpfen zu füllen und die Preußen aus einem kriegerischen und ge⸗ einigten Volke eine Sammlung von streitenden Paxteiungen zu machen, die das allgemeine Interesse dem Parteiinteresse opfern,— wenn das alles geschehen ist, wird der Friede über ein erneuertes Europa wirklich herrschen.“ Vevblendete Toren! 5 8 362 5 2 8 Zwei französische Parteibroschüren über den Hrieg. Verwaltungsausschuß der sozialistischen Parte Frankreichs verbreitet zwei Broschüren über den Krieg: eine ist von Professor Victor Basch verfaßt und trägt den Titel: „Der Krieg von 1914 und das Recht“, die andere ist vor Professor Hubert-Burgin und ist betitelt:„Worum ist Frank reich im Kriege?“ Wie die Humanité vom 27. September in einem Leitartikel mitteilt, führen die Broschüren den dokumentarischen Beweis, daß der schreckliche Krieg weder von Frankreich, noch von dessen Verbündeten entfesselt wor- den sei. Die Katastrophe sei mit Absicht und Ueberlegung hervorgerufen worden vom deutschen Imperialismus und Militarismus, der von Hochmut und Herrschsuchtswahnsinn berauscht sej. Die Franzosen hätten sich nur gegen einen Feind verteidigt, der, ohne Gewissensbisse und ohne Rechts- bewußtsein, sämtliche Verträge verletze. Den Franzosen sei der Krieg aufgezwungen worden, und wenn sie ihn nicht ge— Der 2. 8 55 1 1 ep Die Times berichtet:„Die Lebensmitte jetzt eine Höhe erreicht, wo die Hausfrauen finden, da führt hätten, dann würden sie sämtliche freien Länder gegenüber ist die u nbeugsame Widerstandskraft tikel, die früher als Notwendigkeiten betrachtet wurden, Europas den schlimmsten Gewalttaten ausgeliefert haben.[unserer Truppen unerschütterlich. Das ist die Wahrheit,“ bekräftigt der Leitartikler,„die aus 5 3 j Luxussachen geworden sind. Und die Tendenz ist noch imm „ 0„„ Luxus 0 5 5 5 5 25 einer Untersuchung der Dokumente hervorgeht.“ Man könnte Uẽneinigkeit im Vierverband. 5 aufwärts. Verglichen mit dagen e ae 9 19 6 l ß es si igli i 7 f 1 Ok ässi ie L Smi reise um min 8 6 roß. gestiegen. glauben, daß es sich lediglich um einen Kampf handle der Wien, 12. Okt. Nach zuverlässigen Meldungen mehren en e die Steigerung zu einer Einschränkn itteln geführt.“ 5 Belge gelang es der Genossin Nan⸗ atigen rsammlungkton mit brutalen Kräften um die Oberherrschaft der Welt ausge- sich die Mißhelli keiten im Vierverband zwischen den leitenden 1 118 5 10 5„ ö 1. 9 5 5 1—. Verbrauchs von Nahrungsy fochten werde. In Wahrheit sei es ein Kampf zwischen zwei] Stagtsmäunern. Zwischen Sir Edwa⸗d Grey und Deleasse Nach der Independance entgegengesetzten Auffassungen: der Vierverband behaupte, sollen besonders starke Meinungsverschiedeuheiten bezüglich dervelde, auf shrer mehrme 5 5 5 ü erikaß run Million Franken zur Uterstlitzung not Recht gehe⸗vor Macht, während Deutschland behaupte, Macht] der Volkaufe en bestehen, da Frankreich keine große Lust be. Franken zur 1 7 Zung 0 gehe vor Recht. Rußland, England, Frankreich und Italien] mehr zeige,! Truppen auf Gallipoli zu opfern. Auf der Die ber beabsichtigen, den größeren Teil ber 2 (aft in Paris beschwerte man sich offen über die ausstellung von San Fran eis cn, die durch den We seien die Verteidiger des Rechts, die Deutschen die Ver-] russischen Ou: 1 1 3 7 zelle Unterstützung Rußlands durch England.] ungeheuer leidet, im nächsten Jahre nach Buenos Nir teidiger der Macht. mangelnde fine: bri t findet dann die Hundertjahrseser der Repu .. 2 f e 2 2 2 ringen. fi ann die Hund 4 N Dubl. Mit diesem ch mz 5 versuchen die Führer des fr Der neue griechische Kurs.— Deese wollen die norbamerikanischen Kap ösischen Sozialismus die Arbeiter auszuklären“. ö Der griechische Gesandte in Rom hat gestern im Auftrage seiner f listen zur Verdrängung der enropäischen Konkurrenz benützen. Sympathische Russen. RNegierung dem italienischen Minister des Aeußern, Sonnino, mit⸗ 5 7 3. geteilt, daß die Politit des neuen griechischen Ministeriums dieselben 50 9 Dic echtrussischen Leute, deren Mitglied zu sein sich der Zar Grundsätze weiter besolgen werde, welche Griechenland seit Aus⸗ Parteinachrichten. bekanntlich zu so hoher Ehre anrechnet, daß er sogar einmal beis bruch des europäischen Krieges befolgt hat. Die Neutralität 3 1 einem Empfang seinem Söhnchen das Schild der Pogromisten um⸗ Griechenlands werde von nun an zur Verteidigung der Lebeus⸗ Aus der Haft entlassen. hing, haben ihre Kriegsziele bekannt gegeben: sie bitten den Zaren, interessen Griechenlands bewaffnet sein und die griechische Politik] wurden in Berkin auf Autrag ihres Verteidigers, Rechtsanwa die ungläubige, von Juden durchseuchte Reichsduma zu verjagen werde sich nach den Ereignissen richten. Das neue Kabinett ist ent⸗ gang Heine, die angeblich wegen Verbreitung 9 gegen und durch eine rechtgläubige, echt russische Versammlung von schlossen, gegenüber dem Vierverband eine Politik aufrichtigster] Krieg gerichteten Schriften verhafteten Genossen Redakteur Sem stwovertretern mit beratender Stimme zu er⸗ und wohlwollender Neutralität zu befolgen. Secolo bemerkt zu Meyer, Buchdrucker Wiegand und Zeichner Eberlein. Die setzen 2 Die Gleichberechtigung der Nationalliberalen würde dieser Mitteilung: Es geht leider aus ihr hervor, daß Griechenland teidigung ist der Ansicht, daß gegen die Freigelassenen kaum ö einer Vernichtung des rechtgläubigen einigen Rußlands gleichkom⸗entschlossen ist, Serbien keine Hilfe zu bringen; die Lage sei in⸗JAnklage erhoben werden könne. 0 men. Die Wiedereroberung Polens, das immer ein Herd der Un- folgedessen sehr ernst. Die Expedition nach Saloniki sei unternom⸗ 5 range e i zufri hei 8 f 1 e ee 5 a N 5 5 8 W e 8 Aus der französischen 5 . und der Revolution gewesen, 105. er- men worden in der irrigen Voraussicht auf die Beteiligung der u e e ee schreibt une ebens. 5 5 iel des Krieges so ie Gewi 1 iechis. jest. Sgebli 1 701 N her! 8 5 5 18 a a str wer Das Hauptziel des Krieges sollte die Gewinnung griechischen Armee(1). Da diese aber nun ausgeblieben sei, sei Wir haben bereits, an ein Dementi der fran zösischen Partei. Haliziens, dieses russischen Landes, sein.„„ eine Verstärkung der Truppen des Vierverbandes absolut not⸗ In der Tat scheint man durchaus geneigt zu sein, sich wieder] wendig. Die Fehler der Dardanellenexpedition dürften nicht wieder— gach den Echtrussen neuzuorjentieren. Das beweist die Absägung holt werden. des Ministers des Innern Schtscherbatow und des Generalproku⸗ 6 ei utliche Ursache der N f leitung anknüpfend, gesagt, welches 5 e i 5 2 5 zung, innerhalb de Opposition, oder wenn mah will de soßialistischen Partei Frankreichs ist: d 37 2 des Heiligen Synod— der obersten Staatskirchenbehörde Flucht der serbischen Regierung? 755 5 510 7 1 5— Samarin und ihre Ersetzung durch untadelig reaktionäre Tschi⸗ e 5 1— gleich die Unabhängigkeit ihver Aktsg ein en nuwniki. Mit der ide e obehung Polens hat es ja auch fene Der Corriere della Sera meldet die Uebersiedelung der Gegenwärtig wird die Betefligung an der Regierung der guten Wege und auf Galizien wird Väterchen noch warten dürfen, serbischen Regierung nach Krajujewae zum Kronprinzen. desverteidrgung lebhaft kritisiert und die Opponenten lehne Solfdarität mit dieser Handlung ab, indem s en, daß die 0 liebrigens sind die 7 Millionen Menschen, die Galizien vor dem Der Secolo warnt davor, Serbien im Stiche zu lassen, da auf g Na 1 545. g 4 1 1 0 F 1 9 alt brenn ei e nachtr 4 Billigung d Kriege bewohnten, je zu einem Drittel Polen, Juden und Ukrainer, 8 90 8 selbst nicht befragt worden sei. Die nachtr cle 15 l 0 und von diesen letzteren betrachtet es die gewaltige Mehrheit als die Einnahme Belgrads wohl bald ein Friedensangebot folgen den Natjonalrat sei nur erfolgt, weil man die fraglichen Genosee 0 ärgsten Schimpf, für einen Russen gehalten zu werden. werde. talieni 7 8 nicht 1 150 1 men weil 1 25 1 10 fon 5 a N 1 5 It sche Ten i Orient. Tatsache gestellt, diese nicht mehr ungeschehen machen 1 1 Schierstädt und Strachwitz. g 15 3 5 enisch 55 1 0 für Nn. 2 0„lich 95 Wunsch, die Lande⸗ erte igung angesichts der Mie erinnerlich, waren im Herbst vorigen Jahres die] T. U. Athen, 12. Okt. Die Hestia erfährt: Eine großs sichen Okkupation nicht durch eine Ministerkrise au schwächen, Mitglieder einer deutschen Patrouille unter Führung des Zahl italienischer Truppen habe sich in den letzten Tagen Billigung der Haltung der Parteileitung geführt 8 3 Schierstä öchi ö nach Bari und Brindisi begeben, wo sie auf 12 große Trans⸗ Die Parteileitung beruft sich dagegen auf diese einn Ff c we e N 1 5 g. f Billigung und lehnt aus den angeführten Gründen eine prinzipie Versuchen, ihren Truppenteil wieder zu erreichen, in fran⸗ Horkschiffe geschafft wurde.„Die Truppen tragen durchweg Aenderung der palltischen Haltung ah; zösische Gefangenschaft geraten und von einem französischen Tropenhelme, woraus man schließt, daß sie zu einem Feldzug Wie kam die ministerielle VBetefligung Kriegsgericht wegen angeblichen Plünderns zussan einem Punkte des Orients, wahrscheinlich an der Küste] deutet sie? Man erinnere sich z schweren Freiheits⸗ und Ehrenstrafen verurteilt worden. Die] Kleinasiens, bestimmt seien. sie sich vollzog. Es von der deutschen Regierung unternommenen Schritte zur Arbeiterverfolgungen in Rußland. an der Marne. Es schien, als ob die fr Beseitigung der Wirkungen des ungerechten Urteils haben Kopenhagen, 12. Okt. Die Petersburger Polizei verhaftete sammenbruch erleiden würde wie 1870. 1 nunmehr zum Erfolge geführt. Der Leutnant v. Schier-seine Anzahl Fabrikbefiger, weil sie Arbeitern gestattet hatten, in menbruch. 1 00 1 städt, der durch die Behandlung als Strafgefangenen den Fabriken Versammlungen abzuhalten. Mehrfach draug die e e ö W 5 0. 0 %%%%% Ü M,, letzten Austausch Schwerverwundeter aus der französsesschmieden. In Wirklichleit behandelten sic ihre wirtschaftliche Lage Wenn es möglsch gewesen wäre, ein Parteireferendum darüber schen Gefangenschaft entlassen worden und nach bei der gegenwärtigen Teuerung und die Verhütung von Lohn⸗ zunehmen, hätte sich die Partei zweifellos mit erdrückender Deutschland zurückgekehrt. Die übrigen Mitglieder derf drückereien durch den Massenzuzug von Flüchtlingen. heit für den Eintritt der Sozialisten in dle Regierung au Patrouille, darunter der Leutnant Graf v. Strachwitz Sri 5 sprochen. Nur wenige hätten in diesen Stunden der höchsten 0 15. 55* riegsnolizen. fahr kalt abwägend die Konseguenzen eines solchen Schrittes sind aus dem Gefängnis nach den gewöhnlichen Kriegs-. i 1. N aussehen können. Man appellierte an den Mut, an die Selb gefa ngenenlagern überführt worden. Sie wer⸗ A d de eee 11785 Senat 1915 keit, den revolutionären Patriotismus der französischen Sodig l den dort, wie durch den Beauftragten einer neutralen Ver-[Redakteur des tschechischen anarchistischen Berg⸗ 5 e n Aas dig lea tretung bei einem Besuch der Gefangenenlager sestgestelltsar e Wenzel Draxel, in Dux in Böhmen die Wei 105 arten balen wü worden ist, ihrem militärischen Range entsprechend und wie a 0 255 b de sehr sind wir überzeugt, daß sie heute, wenn das Geschehe die übrigen Kriegsgefangenen behandelt. Zur Ver⸗ eve 0 aue n e e ee Fehr geschehen wäre, eine Beteiligung au der Regierung 110 geltung für die Behandlung unserer Heeresangehörigen v. Bifsing in dankenswerter Weise vorgegangen. Der würl⸗ 1 nee ablehnen 18 8 kennt ent ae 2 2 7 1 3 2 5„ 27212 1 1 e 1 1975 gen. 5 l ger un m. 5 9 haus t, b 0 waren sechs französische Offiziere in ein Militär- tembergische Bund für Vogelschutz hatte sich an den General⸗ innere fortefleben konzentriert sich gepemwürtig um die eine gefängnis verbracht worden. Sie sind jetzt in ihre alten Purete meer Muc gowandc dae dag ac blonde Fer Wie komm die Partei aus der Silugton die sie der Aktien Lager zurückgeführt worden. Singvögel in Belgien fernerhin nicht mehr dulden zu wollen. Der hne sich selbst zu desavouferen? 0 TT Generalgouverneur hat die ihm unterstellten Behörden aufgefor⸗ 2 F. 4 10 6 1 8 0 Vi in Käfi 1 ie Pariser Parteforganisation hatte vor kurzem liber Erlahmen der frauzösischen Offensive. eee e een e n ee e ee Frage zu entscheiden. Nach der feindlichen Okkupation sind es 1 ö 1% 3 Nals 9 6 werkschaften beschloß, erneut einen Protest einzureichen liche Meinung beschäftigen. Der Föderationsrat des Seineder N en 15 Köln. Volk szta eee e gegen die fortwährenden Einschränkungen der Versammlungsfrei⸗ 5 dobeschastig 0 0* meldet seinem Blatte aus dem Großen Hauptquartier: Die heit der Eisenbahner und aller anderen Arbejterorganisationen. Ministern ein Ultimatum stellte, bis zu einem gewissen Zeitpun ö haben unbestreitbar ein deutliches Nachlassen dersassy les Moulineaur, die jetzt für die Landesverteidigung arbeitet,] Militärlieseranten durchzusetzen, oder Ju— demissionieren. 2 e französischen Stoßkraft gezeitigt, trotz Einsatzes erfolgte in einem Nebengebäude eine heftige Erplosion. 14 Antrag wurde ein anderer entgegengestollt, der im wesentlich neuer Regimenter und einer Munitionsverschwendung, für; pegriffener 5 705. 1 5 g g. 0 55 5 egriffener Brand konnte bald gelöscht werden. Die Ursache der 2 0 mit 5100 gegen 3000 Stimmen für das Ultime die geradezu phantastische Zahlen genannt werden. Dem⸗JExplosion soll Kurzschluß sein. 1 55 ae. 5 ,]ͤ],]§é- ᷑ñͤ e e Der nach dem westlichen Kriegsschauplatz entsandte Das„Aktionskomitee“ der französischen Partei und Ge⸗Zenfur⸗ und Militärlieferantenskandale, die am stärksten die ments hatte über einen Antrag abzustimmen, der den sozialssisch allerletzten Kämpfe in und um Tahure in der Champagne Der Temps meldet: In der früheren Patronenfabriks die Aufhebung der Zensur und die Verösfentlichung der K Arbeiter wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Ein im Entstehen] selben Forderungen enthielt, jedoch ohne ein Ultimatum 0 ließlich angenommen. P 80 G U Lach einer Pauso sagte sie:„Nun, geben Sie mir recht?“ Fräulein Blanche mit einer gewissen Zerstreutheit oder, f ulver und 0 d. b„Recht? Worin? Habe ich Ihnen nicht gesagt, daß ichsses so auszudrücken, Traumverlorenheit ganz meiner Führ eee 18701874. 15 in einer so tiefen Friedensstimmung bin, daß ich allen Krieg überließ, nahm eine geraume Zeit in Anspruch. Als wir vergessen habe und jedermann recht gebon möchte? Sind wirlich unten angekommen waren, flammte uns Licht aus S. 1 Von Levin Schückin e en e h f b ö 0 8. N f 0 1 g. b in etwas verschiedener Meinung? 5 Papillon entgegen; durch die offene Eingangstür sahe J Wir fuhren auf den Hof der„Ferme“, in welchem die„O, in tausend Dingen, denk ich,“ versetzte sie mit einemfseine brennende Lampe, die einen gedeckten Tisch beleuch ö sinkende Nachmittagssonne bereits sehr tiefe Schlagschatten] weicheren, milderen Tone, als ich ihn noch von ihr ver- Friedrich, schien es, hatte das alles ganz hübsch arrang ö 1 warf. Bei einer kleinen Beratung, welche entstand, ob wirf nommen. der Einfall, ein hellprasselndes Kaminfeuer in dem k 0 zuerst in den Pavillon einkehren oder gleich den Weg zur Burg„Und doch könnte ich über kein einziges mehr mit Ihnen] Salon anzuzünden, rührte jedoch wohl von den Pächter 0 hinauf antreten sollten, bat ich dringend um das letztere, daf streiten. Wenn ich auch tausendmal vecht dabei hätte, was] leuten her. Jedenfalls erhöhte es bedeutend die Behagl ic 1 der Weg die beträchtliche Höhe hinauf viel Zeit in Anspruchs nützte es mir? Sie wissen, daß Macht vor Recht geht— und keit des hübschen, mit einer bescheidenen, aber zum Bewoh 0 zu nehmen und der Abend zu kommen drohte. Man gab mir] die Macht haben Sie!“ völlig hinreichenden Einrichtung versehenen Raumes. nach und wir begannen die Wanderung, während Friedrich„Die Macht hätte ich?“ sagte sie rasch und erglühte dann nahmen an dem runden Tische in der Mitte Platz der A ö mit seinem das Vesperbrot enthaltenden Korbe den Auftragsin jedem mädchenhaften Erröten, in jener Verlegenheit über] machte die Honneurs des kleinen Mahles und schenkte g erhielt, sich den Pavillon von den Leuten der Ferme öffnen ein zu rasch gesprochenes Wort, das eine Antwort hervorlocken dabei von einem feurigen Burgunderwein ein, welcher ö zu lassen und dort vorsorglich alles herzurichten. kann, die man durchaus nicht hervorlocken möchte. unserer mühsamen Fußwanderung doppelt verführerisch we 1. Ich brauche unseren Weg nicht zu beschreiben; man weiß,„Die Macht haben Sie— die Macht, mich alles andere] Fräulein Blanche aß und trank wenig; sie wandte sich bal 0 5 daß alte Burgruinen mit einiger Anstrengung der Knie“ wvergessen zu machen, als den einen Wunsch, eine Brücke[ab, der Flamme zu, in deren Flackern und Prasseln sie b 1 muskeln und der Lungen genommen sein wollen. Ich sagef schlagen zu können über— jeden trennenden Abgrund, und ssie überließ uns Männer; unserer lebhaften Unterhaltung ö. nur, daß es ein ganz heilloser Ziegenpfad war, den wir zu wär er weit wie der zu unseren Füßen!“ 5 0 welche der Abbé mit großer Redseligkeit im Schwung h erklimmen hatten; desto heiterer war die Stimmung, die er„Das ist unmöglich!“ es schien, als ob der feurige Burgunder ihn völlig aufgetaut hervorrief; ich wagte es, Fräulein Blanche den Arm zu bieten„O, es ist alles möglich— wenn man seine ganze Kraft,] habe. Nur zuweilen streifte mich Fräulein Blanche mit und sie nahm ihn ohne Zögern. Als wir endlich oben im Be- seine Seele daransetzt!“ einem wie forschonden Blicke, der nichts dazu beitrug dal reich der Ruine angekommen waren und durch das noch wohl— Der Abbe trat dichter heran und störte das Zwiegespräch, Gefühl von innerem Glücke zu mildern, das ich in dite erhaltene Portal, das die ehemalige Vorburg von der Haupt-] das ich gern fortgesetzt hätte; wir sprachen von anderen] meiner traumhaften Situation empfand Denn war es ni burg geschieden, in den Hof traten, eröffnete sich uns ein] Dingen; der Geistliche nannte die einzelnen Punkte und Orte,] in der Tat, als ob ich mich in einem Traume befinde— hier prachtvoller Ausblick über das dunkle, tannenumhegte Tal, welche wir in der Ferne erblickten. Er wurde dabei sehr be⸗ her in dies stille ferne Felsental gezaubert wo das Rauschel den sich windenden Flußlauf tief zu unseren Füßen, die näch-] redt und ausführlich; ich sah zu meiner Beunruhigung, wie der Tannen im Abendwinde und das Schäumen des 8 sten Höhen und ein gutes Stück des alten schönen und reichen] die Sonne dem Horizont zusank und ihr unterer Rand bei] Berggewässers sich zu einem eigentümlichen Liede von durgundischen Landes. n nahe schon die blaue Wellenlinie der fernsten Höhen im Westen Zauber der fernen Fremde verband, und Fräulein Blau Ich war in einer ganz eigentümlichen Erregung, in etwas berührteg mit ihrer hinreißenden Schönheit als die Zauberin dasaß, oon einem seligen Rausche daß Blanche mit einer Art von Endlich unterbrach ich ihn, um an die Rückkehr zuf mit der der bewegte Schein der Kaminflamme im neclif Hingebung, welche vielleicht nur Folge der Ermüdung war,] mahnen. Blanche schien sich nicht losreißen zu können; sie Spiele scherzte der das Tannenrauschen seine gehei 0 ihren Arm in dem meinen ließ, hatte sicherlich seinen Teil stand noch lange wie gefesselt von dem Anblick des vor uns] vollen Weisen vorsang der das Gurgeln nd Schäume daran. Wir standen lange stumm, jeder wie mit dem schönen] ausgebreiteten Bildes, dem der Sonnenuntergang mit seinen] Gewässers dunkle Kunde zurief dem 1 W Bilde vor uns beschäftigt, von ihm erfüllt und entzückt; aber] magischen Tinten eine wunderbare Schönheit gab. Als wir] draußen im tiefen Gestein von allem was ich berge 57 1 daß ich im Grund nur an sie dachte, nur 5 0 den Rückweg antraten, dämmerte es bereits: das] dunklen Felsklüften⸗ 5 6 1 on ihr erfullt war. U schwierig; Ni f 550* 5 schwierig, Niedersteigen auf unserem Bergsdege, wobei sich(FJortsetzung folgt.] * Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. 2 gr 42 5 5 77 5. 2„ Aue Arheitsbedingungen unter dem Ciguß des Kriegeh. Aus wenn auch noch so zahlreichen Einzelberichten läßt sich schwer ein sicheres Bild über den Einfluß gewinnen 9 der Krieg auf die Arbeits-, insbesondere die Lohnverhältnisse gusgeübt hat. Wird einerseits von Riesenlöhnen— wöchent⸗ lich 200 Mark und mehr— erzählt, die einzelne Arbeiter, vor allem in der Militärlieferungsindustrie, verdienen sollen, so wird andererseits über Rückgang der Arbeitsgelegenheit und der Löhne infolge Brachliegens ganzer Industriezweige ge⸗ klagt. Demgegenüber bieten die allvierteljährlich im Reichs— arbeitsblatt veröffentlichten Mitteilungen der Leipziger Ortskrankenkasse über die Zugehörigkeit ihrer Mit— glieder zu den einzelnen Lohnklassen einen zuverlässigen Maßstab für die tatsächlichen Verschiebungen, die die Arbeits bedingungen einer als typisch großstädtisch anzusehenden Arbeiterschaft während des Krieges erfahren haben. Wir wollen in nachstehendem die Feststellungen vom Juni 1914, also des vorletzten Monats vor Kriegsausbruch, und vom Junf 1915 vergleichen. Was die Zahl der in diesen beiden Monaten der Kasss angehörenden Pflichtmitglieder anbelangt, so hat die der männlichen Mitglieder eine Verminderung von 122842 auf 72 241, oder um 40 Prozent erfahren. Aber auch die Zahl der wefblichen Pflichtmitglieder ist zurückgegangen: sie sank von 63.028 im Juni 1914 auf 53055 im Juni 1918, d. h. um 16 Prozent. Diese Mitglieder verteilten sich auf die einzelnen Lohnklassen in folgender Weise. Von je 100 Mitgliedern ge— hörten der Klasse an: N männliche weibliche Lohnklasse Juni 1914 1915 1914 1915 J.(5.5 1 u. mehr) 40,8 41,0 1,3 1,4 II.(5.01 5.50 Mek.) 10,6 10,6 6,„4 0,5 III.(4.515,00 wk.) 12,1 10,7 1,6 174 IV.(4.01—4 50 Mk.) 9,1 6,7 1.9 1„9 V.(3.51 4.00 Mk.) 8,2 9,„8 85 9,1 VI.(3.26 3.50 Mk.) 3,6 3,6 8,6 8.2 VII.(2.51—3.25 Mk.) 2,„2 3,0 9 20,5. VIII.(2.50 u. wenig männl.) 5,0 450 5. (5.01 2.50 Mk. weibl.)— 75 22,1 20,5 IX.(1.51 2.00 Mk. weibl)—— 15,9 16, X.(Jug, Kind unt. 14 J.) 7,4 1155 18,4 20, Diese Tabelle zeigt vor allen Dingen, daß die einge— tretenen Verschiebungen nicht allzu erheblich sind. Bei den männlichen Mitgliedern hat die oberste Lohnklasse eine etwas stärkere Besetzung erfahren, wenn auch nur um 0,2 Prozent Würden nur die erwachsenen Arbeiter berücksichtigt, so wäre die Steigerung allerdings etwas bedeutender. Die mittleren Lohnklassen— von 3,51—5,00 Mark— sind zurückgegangen. Dagegen weist die niedrigste Klasse, sowie die der Jugend— lichen und Kinder unter 14 Jahren, eine Zunahme auf. Diese ist jedoch nur eine relative; in den absoluten Ziffern ist die Besetzung auch dieser Klassen zurückgegangen. Bei den weib⸗ lichen Mitgliedern sind die eingetretenen Verschiebungen so gering, daß sie überhaupt nicht Anlaß zu einer Betrachtung gieten. i Angesichts dieser Ziffern, die sich, wie oben erwähnt, auf eine großstädtische Arbeiterbevölkerung beziehen, die also in bͤsonders hohem Maße Anteil an der lohnenden Kriegsarbeit hat, läßt sich nicht der Satz aufrecht erhalten, daß den enormen Steigerungen der Preise aller Bedarfsartikel eine auch nur entfernt entsprechende Steigerung der Arbeitslöhne gefolgt sej. Der wirtschaftliche Druck des Kriegszustandes lastet mit aller Schwere auf der Arbeiterschaft. Städtische Viehschlachtungen. Kürzlich hat die Stadt verwaltung in Schöningen(Braunschweig) eine Probeschlach⸗ tung vorgenommen, um festzustellen, ob die von den dortigen Metzgermeistern für Rindfleisch geforderten Preise ange⸗ messen sind. Es wurde ein Bulle im Lebendgewicht von 950 Pfund geschlachtet. Das Schlachtgewicht des Tieres be— trug 485 Pfünd. Das Fleisch wurde mit 45 bis 50 Pfennig billiger verkauft als bei den Metzgern. Die gesamten Aus⸗ gaben, der Kaufpreis des Bullen sowie die übrigen Unkosten betrugen 620,10 Mark. Der Gesamterlös aus dem Verkauf belief sich auf 653,11 Mark, so daß ein Naktoüberschuß von 38,01 Mark erzielt wurde. In der darauffolgenden Woche hat die Stadtverwaltung wiederum Rindviehschlachtungen vornehmen lassen, und zwar wurden dieses Mal zwei Tiere im Lebendgewicht von zusammen 2095 Pfund geschlachtet. Die Verkaufspreise waren dieselben wie bei der ersten Schlachtung, und es wurde bei dieser Schlachtung wiederum ein Ueberschuß erzielt, der sich auf 10422 Mark belief. Trotz den städtischen Viehschlachtungen gingen die Rindermetzger mit ihren Preisen nicht herab. Aus dem Grunde hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, die Schlachtungen bis auf weiteres fortzusetzen In der vorigen Woche wurden bereits vier Tiere geschlachtet. Bisher wurde das Fleisch nur an minderbemittelte Einwohner abgegeben. Jetzt sind jedoch alle Einwohner berechtigt, Fleisch von den fete Schlachtungen zu kaufen. Das Vorgehen der Stadtver⸗ waltung von Schöningen verdient Nachahmung. In, allen Orten, wo feststeht, daß die von den Metzgern geforderten Preise für Fleisch und Wurst, unter Berücksichtigung eines angemessenen Verdienstes, zu hohe sind, sollten die Stadtver. waltungen selbst Viehschlachtungen vornehmen lassen. Die Wirkung auf die Regelung der Fleisch- und Wurstpreise würde gewiß nicht ausbleiben— und würde für die wirt⸗ schaftlich schlechter gestellten Kreise bei der herrschenden Teuerung eine kleine Erleichterung sein. 1 Die Folgen des Butterzolles. Der Weltkrieg hat be: wiesen, daß die deutsche Landwirtschaft nicht in der Lage ist, die Lebensmittelversorgung des deutschen Volkes fern stellen. Am schlimmsten steht es mit Fleisch und Butter. Auf diesem Gebiete ist die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft direkt gesunken, Deutschland hat bisher große Mengen Butter aus Rußland bezogen, außerdem kam in beschränktem Umfange Dänemark in Frage. Der deutsche Butterzoll 1 20 Mark war der Einfuhr aus Dänemark hinderlich und ha die danische Landwirtschaft veranlaßt, sich auf den Export nach England einzurichten. Daß die dänischen Landwirte nicht geneigt sind, ihren Handel mit England einzuschränken und nach Deutschland zu liefern, ist erklärlich, denn nach dem Krieg tritt der Butterzoll wieder in Kraft und der deutsche Markt geht wieder verloren. Die gegenwärtige Butterknapp⸗ heit und die mit ihr eng verbundene Butterteuerung könnten nicht solchen Umfang annehmen, wenn wir Butterzufuhr vom Auslande hätten. Daß wir solche nicht haben, ist aber, wie sich hier zeigt, letzten Endes nichts anderes als eine Folge unserer hochagrarischen Schutzzollpolitik imm Frieden. Und trotzdem drängen die bekannten wirtschaftlichen Verbände schon jetzt wieder darauf hin, daß dieses Schutzzollsysteim nach dem Kriege noch eine Verschärfung erfahren soll. — Zu dem Todschlag, von dem wir im gestrigen Blakte kurz berichteten, sei noch folgendes mitgeteilt: In der Wirt⸗ schaft am Asterweg, wo sich der Täter und der Getötete auf⸗ hielten, ist die Tat nicht geschehen, sondern im Hausflur oder auf der Straße vor dem Hause. Es handelt sich um die beiden Tagelöhner Appel und Becker, die beide als Landsturm— leute oder Ersatzreservisten eingezogen sind. Appel war iin Felde und befand sich auf Urlaub. Seine Frau war eben falls mit in der Wirtschaft und als man sich anschickte, diose zu verlassen, soll Becker zu Appel eine Bemerkung in be guf des letzteren Frau gemacht haben, wodurch er audeulete, daß er, Becker, Beziehungen zu dieser unterhalten hahe. Hierüber geriet A. in Wut und st ach auf den Becker ein. Dieser lief auf die Straße, brach aber dort tot zusammen, der Stich hatte die Halsschlagader getroffen. Appel lief dann seiner Frau nach, welche in die Wirtschaft zurückgeflüchtet und die Treppe hinauf gelaufen war, und brachte der Frau ebenfalls einen Stich in den Rücken bei. Sie wurde in die Klinik gebracht, während Appel durch eine Patronille ver— haftet und ins Militärarresthaus gebracht wurde. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Philipp Wehrum aus Gießen, Inf.-Reg. 14.— Pionier Ludwig Hilberg aus Daubringen.— Unteroffizier Wilhelm Kauß, Gastwirt aus Burkhardsfelden, Landw. Inf.⸗Reg. 116.— Gefreiter Wilhelm Orth aus Hainbach, Kreis Alsfeld, 2. hess. Landsturm⸗Batterie.— Joh. Hain⸗ bächer aus Grebenau, Grenadier-Reg. 5. Niedriger Lohn ist ein Verstoß gegen die guten Sitten. Die Kammer J des Gewerbegerichts in Berlin hatte unter bein Vorsitz des Justizrats Jansen die Frage zu entscheiden, ob die Zahlung un⸗ gewöhnlich niedriger Löhne ein Verstoß gegen die guten Sitten ist. Den Anlaß dazu gab die Klage einer Heimarbeiterin, welche für die Firma Rosendorf Militärdrelligcken angefertigt und dafür einen Lohn von 30 Pfg. pro Stück erhalten hat, wobei sie 14 bis 15 Mask in der Woche verdiente. Nach Augabe des Vertreters der Klägerin ist der vom Bekleidungsamt vorgeschriebene Lohn für diese Jacke 1,17 Mark pro Stück. Unter Berllcksichtigung des Umstandes, daß einzelne kleine Nebenarbeiten von der Klägerin nicht gemacht wor⸗ den sind, hält sle einen Stücklohn von 92 Pfg. für angemessen, und fordert deshalb 257 Mark Nachzahlung mit der Begründung, daß der Arbeitsvertrag, welcher einen Stücklohn von 30 Pfg. sestsetzt, gegen die guten Sitten verstoße. Diesen Standpunkt erkannte die Kammer nach langer Beratung an. Sie verurteilte den Beklagten, an die Klägerin 115,20 Mark zu zahlen. In der Urteilsbegründung murde unter anderem gesagt, daß es jedem überlassen bleiben muß, ob er sich an die vom Bekleidungsamt vorgeschriebenen Löhne halten wolle oder nicht. In allen Fällen, wo andere Löhne vereinbart sind, kommen nur diese in Betracht und der Tarif scheidet aus. Auf der andern Seite kommt aber in Betracht, daß jeder Vertrag, der gegen die guten Sitten verstößt, nichtig ist. Die Kammer hat sich aus eigener Sachkenntnis auf den Standpunkt gestellt, daß ein Lohn von 60 Pfg. pro Stück angemessen ist. Die Spannung zwischen 60 und 30 Pfg. ist eine unverhältnismäßig große, der Lohn von 30 Pfg. steht in keinem Verhältnis zur Leistung. Eine Näherin, die Arbeit für einen so unverhältnismäßig niedrigen Lohn an⸗ nimmt, muß sich in einer Notlage befunden oder aus Unerfahren- heit oder Leichtsinnigkeit gehandelt haben. Es liegt also der Fall vor, daß durch Ausbeutung der Notlage, der Unerfahrenheit oder des Leichtsinns eines andern ein Arbeitsvertrag zustande gekom- men. Die Vereinbarung über Lohnhöhe ist hinfällig, an ihre Stelle tritt der Lohn, den das Gericht sür angemessen hält. Wo beginnt der Wucher? Trotz der Wucherveroroͤnung des Bundesrates ist es den Lebensmittelproduzenten und den Händ— lern immer noch möglich, die Lebensmittelpreise lustig weiter in die Höhe zu treiben. Man kann vielen Wucherern in der Regel nicht gut nachwelsen, wo der Wucher eigentlich beginnt. Das ist hauptsächlich dann der Fall, wenn die Produzenten von Nahrungs— mitteln und die Händler zwar systematisch, aber mit verhältnis⸗ mäßig nur geringen Aufschlägen die Preise hoch schrauben. In solchen Fällen müssen die Konsumenten die Lebensmittel immer teuerer bezahlen; aber den Preistreibern kann man nicht an den Kragen gehen, wenn Höchstpreise nicht bestehen. Jetzt hat nach die— ser Richtung das Schöfsengericht in Kulmbach ein sehr beachtens⸗ wertes Urteil gefällt. In der Stadt Kulmbach war bisher der übliche Marktpreis für Butter 75 Pfennige für ein halbes Pfund. Ein Höchstpreis war jedoch nicht festgesetzt. Auf dem Kulmbacher Wochenmarkte verkaufte nun eine Bäuerin ihre Butter für 80 Pfg. das halbe Pfund. Der dortige Stadtmagistrat stellte deshalb Strafantrag und das Gericht verurteilte die Butterverkäuferin zu einer Geldstrafe von 3 Mk. Das Urteil ist sehr mild: aber es it doch durch Gerichtsurteil festgestellt, daß der Begriff„Wucher“ bei jeder ungerechtsertigten Preissteigerung gegeben ist. Die eisernen Fünspfennigstücke. Die Vorbereitungen für die Ausprägung der Füunfpfennigstücke aus Eisen sind nunmehr abge⸗ schlossen. Die Ausgabe der Stücke ist noch für die zweite Hälfte dieses Monats zu erwarten. Die vorbereitenden Prägungsarbeiten haben verhältnismäßig lange Zeit in Auspruch genommen, da man Wert darauf gelegt hat, die Stücke vor Rost einwandfrei schützen zu können. Das jetzt angenommene Verfahren schaltet die Möglichkeit einer Beeinträchtigung dieser Stücke durch Rost und Abnutzung voll⸗ ständig aus. — Teurere Zigarren! Wie wir im Samstagsblatte mitteilten, beabsichtigen die Zigarreufabrikauten Erhöhung der Zigarreypreise. Dazu schreibt das Organ des Tabakarbeiterverbandes: Daß eine Verteuerung in der Herstellung eingetreten ist, kann heute auch wohl von Konsumenten nicht mehr bezweifelt werden, aber ein Aufschlag von 10 Prozent ist keine Kleinigkeit und will seine zutreffende Be⸗ gründung haben. Nun sind wohl alle zur Zigarrenfabrikation be⸗ nötigten Rohmaterialien im Preise gestjegen, so daß sich auch die Fabrikanten fast allgemefn genötigt gesehen haben, höhere Engros⸗ preise zu fordern; wenn aber in der Begründung dieser Preis⸗ erhöhungen immer die Erhöhung der Arbeitslöhne angeführt wird, müssen wir doch, den Tatsachen entsprechend, ein nicht so kleines Fragezeichen machen. Zunächst einmal: Wie viele Betriebe haben denn bis jetzt ihren erbeitern und Arbeiterinnen eine Lohn- bezw. Teue rungszulage gewährt? Nach ben Au der Tabakberufsgenossenschaft gibt es rund 5400 Zigarrenfabriken. Sollten davon wohl 2000 oder 3000 die Arbeitslöhne seit Beginn des Krieges erhöht haben? Wir glauben es nicht und können es nach den Meldungen der Verbände erst recht nicht glauben, wenn wir auch zugeben, daß ein Teil der Zulagen nicht an die Vorstände mitgeteilt wird. Und dabei lehrt die Erfahrung, daß vielfach kleinere und gauz kleine Firmen eher als große zur Lohnerhöhung daß also auch ber Zahl geuelgt sind. Und so geht es also a 05 der beschäftigten Arbeiter nach keine Lohnerhöhungen bezw. Teuerungszulggen in diese lt. Demnach muß man sagen, daß also in den alleymessten Fällen die Begründung, wenn sie sich auf gesteigerte Arbeitslöhne bezieht, ungerechtfertigt ist. Sie ist aber auch noch insosern ungerechtfertigt, als dee von diesem kleineren Teil der Betriebe bewilligten Lohn⸗ bezw, erung⸗zulagen das Reden nicht wert sind, 10, 20, 25 für bas Tausend hr, was ist denn das? g brogent Teuerungs⸗ zulage, machen die etwa ben zt: Kaum und will t Verbindung aterialpreisen bung von 10 reinige wenige erungszulage an isten Fabrikanten entlich in jenen er die Waren dieser : Erhöhte Arbeitslöhne! a gläubigen Konsu⸗ zahlen, daß die mehr essen⸗ können, ein⸗ 0 100 r und Arbeiterinnen gewä haben sich aber bis jetzt überhaupt gebrückt, Gegenden, wo die Orgauksatton fehlt. Firmen segeln auch unter S lelnd wird der Prei menten und vielleicht aue urmen Tabakarbelter eln gestrichen —— Stabltheater. In ber (Uhlands„Herzog Eruft von S aufschlag ündler in Stiick Brot Eröffnungsvorstellung am Freitag aben“) werden drei neue Mit⸗ glieder in größeren Aufgaben beschäftigt sein; einmal Frl. Aug. Rubens vom Bremer Schauspielhaus, die neue erste Lieb⸗ haberin als Kalserin Gisela, daun Herr Eruft Theil ing vom Hamburger Schillertheater in der Heldenxolle des Ernst von Kiburg und Herr Wilhelm Hellmich, der neue Väterspieler 5 Adalbert von Falckenstein. Alle drei Mitglieder haben größere, ikbare Aufgaben. Die Titelxolle liegt in den Händen des Herrn ein hof er, Interessenten und Abonnenten können in dem äftostunden an der Tageskasse kostenlos einen Prospekt er⸗ der Angaben über Mitglieber und Spielplan enthält. rohe. Vor kurzem gelangte die Nachricht hierher, daß der Gastwirt Schwarz, der schon seit Begiun des Krieges im Felde steht, auf dem westlichen Kriegsschauplatz gefallen ist. Obwohl von unserem kleinen Orte verhältni ig viele eingezogen wor⸗ den sind, ist Schwarz das erste Opfer, daß der Krieg aus den An⸗ gehörigen unserer Geyreinbe gefordert hat Westerwald und Anterlahn. * Zuchthäusler in Uniform durchgebraunt. In Diez g. Lahn entflohen zwei Strafgefangene, Jaujs und sser, zwei schwere Jungen, die wegen Straßen- und Kirchenraubs mehrjährige Zucht⸗ hausstrafen zu verbüßen haben, auf eigenartige Weise. In der Schneiderei der Strafanstalt waren sie mit der Anfertigung vom feldgrauen Uniformen beschäftigt und brachten es dabei fertig, für sich selbst Uniformen auf bie te zu schaffen. Schließlich hielten sie die Zeit gekommen, um„a sicken“. Es gelang ihnen, in die Waschküche Gitter des Fensters aus⸗ S haf halten, einander und gelangken durch das Feuster, das nur eine geringe Höhe über der Erde liegt, ins 0 grau trugen, hofften sie, der Polizei nicht zu sch zu fallen. Sie eilten sich, aus Diez gortz unterwegs in aten, die sie hinter sich 0 ache schön gegangen, inter den beiden„Kriegs⸗ in Laurenburg, wo var ein weiterer do in Holzheim her noch nicht gefaßt werden.. ben Dörfern von all hätten und noch vorhaben. die Polizei war aber auch sehr Sowe it chu Zuchthäus durchbram Ein schwerer Eisenbahn⸗Unfall exeig⸗ cankfurter Hauptbahnhof. Infolge sahrsignals fuhr ein von der Richtung Zug⸗Zusammenstoß. nete sich gestern früh im F unrichtiger aus Worms l erz etztes Gleis. Eine Maschine und acht Wagen eutgle en schwer beschädigt. 9 Der auf dem einfahrenden Zug Worms erlitt schwere Verletzun Krankenhause überwiesen we rialschaden ist recht erheblich. * Das Spielen mit Schußwaffen hat in Rüdesheim a. Rh. ein Opfer gefordert. Ein zehnjähriger zunge, namens Dries spielte mit elner Vogelflinte und schoß dabei seinen dreijährigen Bruder ins Herz. Das Kind war sofort tot.— Schußwaffen so schlecht aufzubewahren, daß sie die Kinder erlangen können, ist eine unerhörte Fahrlässigkeit,. Wilh. Spang aus rt dein Städtischen entstandene Mate⸗ Der „sod mußte. D Tagesbericht ges Großen Sauptzuartietz. Vergebliche Teilvorstöße der Franzosen. Vorwärts vor Dünaburg. Semendria in unserem Besitz. W. B. Großes Hauptquartier, 12. Okt., vorm.(Amtlich) Westlicher Kriegsschauplatz, Nürdlich von Arras setzten die Frauzosen griffe fort. Zwei Teilangriffe gegen die vou ihre Ans its am 8. Oktober südwestlich von Loos zurückeroberten Gräben wurden ab⸗ gewiesen. 8 Stärkere Augriffe gegen die Front nodsöstlich von Souchez bis östlich von Neuville brachen stellenweise unter sehr erheblichen Verlusten für den Feind zusammen. Nur an zwei kleineren Stellen gelangten die Franzosen bis in unsere vorderste Linie. Auch in der Champagne endeten frauzösische An⸗ griffe beiderseits Tahure mit einem empfindlichen Rück⸗ zuge für den Feind. Trotz starker Artillerievorbereitung ver⸗ mochte er gestern nirgends einen Geländevorteil zu erringen. Seine Versuche, heute früh an derselben Stelle durchzustoßen, scheiterten ebenfalls. ö Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Auf der Westfront von Dünaburg führte unser Angriff, zur Erstürmung der feindlichen Stellungen westlich Illuxt in 2½ Kilometer Frontbreite. 3 Offiziere, 367 Maun sind ge⸗ fangen genommen, 1 Maschinengewehr ist erbeutet. Russische Gegenangriffe wurden abgeschlagen. 0 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die feindliche Kavallerie bei Jezierey räumte das Feld. Die Lage bei den deutschen Truppen der Armee des Genergls Grafen Bothmer ist unverändert.. Balkankriegsschauplatz. Auf der ganzen Front machte unsere Vorwärtsbewegung, gute Fortschritte. Stadt und Feste Semendria sind gestern von unseren Truppen genommen. 5 Oberste Heeresleitung, Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht wird an ganzer Front angegriffen. Geplänkeln mit montenegrinischen Abteilungen. Uebersetzung der Infanterie, die sick sofort am Ufer festsetzte Angriff an der ganzen serbischen Front. Wien, 12. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 12. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Im Raume südlich von Burka⸗ now 8schlugen wir drei russische Angriffe ab. Die Abwehr eines vierten, der gegen ein Frontstück von 2 bis 3 Kilometer gerichtet war, ist noch im Gange. Am Korminbach und nördlich von Bafalowka am Styr unternahm der Feind gleichfalls einige er⸗ folglose Vorstöße. Jtalienischer Kriegsschauplatz. Keine Aenderung. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südlich der Save und ber Donau und an der unteren Drina Die aus Belgrad vordringenden K. und K. Truppen erbeuteten bei der Erstürmung des östlich der Stadt und der Laudon⸗Schanzen aufragenden Berges Lipar drei Geschütze und einen Scheinwerfer. Alle Höhen im Umkreise von Belgrab, die die Strom⸗Uebergänge auf Feld⸗ geschützertrag beherrschen, sind im Besitz der Verbündeten. Die Deutschen eroberten Semendrig und drängen den Feind auf Posarewatsch zurück. Auf der Grenze zwischen der Herzegowina und Montenegro kam es an mehreren Stellen zu Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. on Höfer, Feldmarschalleutnant. 2 Aus Wien wird der Frantf. Ztg. telegraphiert: Im Raume zwischen Schabatz und Velki⸗Gradisch(rund 140 Kilometer in der Luftlinie) haben die Verbündeten sämtliche Streitkräfte auf das serbische Flußufer gebracht und die behrrschenden Höhen erstürmt. Ein Erfolg von hervorragender Bedeutung ist erzielt! Die Landseite östlich von Belgrad nahmen Truppen der Armee v. Köveß, die Höhe im Süden der serbischen Metropole erstürmten deutsche Truppen. Die Beschießung der Festung Belgrad begann in der Nacht vom 4. auf den 5. d. M. Oesterreichisch-ungarische Monitore eröffneten bei Einbruch der Dunkelheit auf die Werke derselben ein intensives Feuer. Die auf dem linken Ufer bei Semlin postierten schweren Batterien und jene auf der von uns früher besetzten Zigeuner— insel stehenden beschossen die serbischen Stellungen bei Top⸗ schider. Dann begann im heftigsten feindlichen Feuer die und energisch gegen die unteren Befestigungen und die Stadt— forts vorging, um deren Besitz ebenso wie um die Zitadelle während zweier Tage und Nächte erbittert gerungen wurde. Sowohl die untere wie die obere Festung ist durch die Be— schießung sehr mitgenommen. Trümmerhaufen, wo⸗ hin der Blick reicht, in der Stadt sowohl, als auch am ehemaligen Park, am Kalimegdan, der zu einer starken Stellung ausgebaut war. In den weiteren Kämpfen eroberten unsere Truppen östlich der Stadt die 271 Meter hohe Tragach⸗Höhe, östlich von Mirijewo den 249 Meter hohen Velki⸗Vratzar und den 258 Meter hohen Lipak. Die Deut⸗ schen erstürmten südlich der Stadt Toptschider, das könig— liche Lustschloß, südlich davon die 208 Meter hohe Höhe Dedinje, sowie den Ort Zarkowo mit dem 206 Meter hohen Banawo⸗Berge und die kulminierende Höhe 215, knapp nörd— lich des Dorfes. Eine ganz bedeutende Tat ist die Erstürmung der 370 Meter hohen Anathema-Höhe bei Ram, welche die Donau zwingt, ein Knie nach Norden zu bilden, durch Truppen der Armee Gallwitz. Zwischen der Donau und der Straße von Poscharevatz nach Gradische er— hebt sich hier ein isoliertes Bergmassiv, dessen höchster Gipfel die Anathemahöhe ist, nach Südosten und Westen weit— hin das Land beherrschend. Die Deutschen eroberten über— dies Semendria und drängen den Feind auf Poscharevatz zurück. An der ganzen Front südlich der Save und Donau und an der unteren Drina wird nunmehr angegriffen. Die serbischen Verluste. Budapest, 12. Okt. Nach Bukarester Meldungen haben die Ser⸗ ben bisher schon enorme Verluste t erlitten. Die meisten ihrer Batterien sind zerschossen. von den Deutschen sechshundert serbische Soldaten beerdigt. In den Straßen Belgrads liegen noch jetzt die Leichen zahlreicher serbischer Krieger. aus den Belgrader Straßenkämpfen. Den Sanitätsdienst in den Sckitälern haben österreichisch-ungarische und deutsche Truppen libernommen. 5 Kriegserklärung Bulgariens. Die Kölnische Zeitung meldet aus Zürich: Die Neuen Zürcher Nachrichten wollen aus bester Quelle erfahren haben, daß gestern Mittag 11 Uhr Bulgarien Serbien die Kriegser— klärung zugestellt habe. Eine Bestätigung der Nachricht fehlt, sie dürfte aber doch richtig sein. Beginn der bulgarisch⸗serbischen Feindseligkeiten. Die Times meldet aus Athen: Die Bulgaren haben gestern Nachmittag den Angriff gegen Serbien bei Kadi Bogas in der Richtung nach Knasjevac begonnen. Ferner meldet Reuter aus Athen, daß der Angriff mit zwei bulgarischen Divisionen unternommen worden sei. Bulgarien und die Türkei. Aus Athen wird dem Tag über Kopenhagen gemeldet: Auf der Zigeunerinsel allein wurden 0 Die Spitäler sind überfüllt von serbischen Verwundeten 50 Armeekorps zur Verfugung. Als Gegenleistung überließ Bulgarien der Türkei bedeutende Kohlenläger, eine große Menge Eisenbahnwagen und Kriegsmaterial? ferner kann die Türkei über die bulgarischen Häfen im Schwarzen Meer frei verfügen. Der Sultan erteilte allen in Europa weilenden Mohammedanern die Erlaubnis, in das bulgarische Heer einzutreten. Mehrere türkische Torpedoboote und Torpedo— jäger kreuzen vor Burgas. Versenkung feindlicher Truppen⸗ transporte. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der Kapitän des griechischen Amerika⸗Dampfers„Patris“ berichtet, er habe vorgestern nacht den drahtlosen Hilferuf des französischen Truppen⸗ transportdampfers„Samblin Haver“ erhalten, der von einem deutschen Unterseeboot torpediert wurde und sich etwa 100 Seemeilen östlich von Malta mit über 2000 Mann algerischer Schützen an Bord in sinkendem Zustand befand. Als die „Patris“ die Unfallstelle erreichte, war der Dampfer „Samblin Haver“ mit allen an Bord befindlichen Truppen gesunken. Englischen Torpedobooten gelang es nur, 90 Mann, zum größten Teil Verwundete, zu retten.„Samblin Haver“ war vor der Katastrophe auf der Fahrt nach Mudros begriffen.. (W. T. B. Nichtamtlich.) Wie ich erfahre, mehren sich die Fälle der Torpedierung englisch⸗französischer Transporte in der Aegäis. Jedoch treffen nur dann und wann zuverlässige Nachrichten hierüber ein, da die eng⸗ lische und französische Admiralität aus militärischen Gründen in den meisten Fällen nichts darüber verlauten lassen. In den letzten drei Tagen wurden je ein englischer u 1d ein französischer Transport versenkt. Der französische Trausport befand sich, wie einwandfrei festgestellt worden ist, und wie bereits gemeldet wurde, auf dem „Samblin Haver“ zwischen Malta und Kreta 2000 französischen Soldaten an Bord. 3 Die Entente⸗Truppen in Salonik. Wien, 12. Okt. Für die Beurteilung der Kr egslage die aus erster Quelle stammende Meldung der Südslawisch Korrespondenz wichtig, das in Salonik bisher nuret 20000 Mann Ententetruppen ausgeschifft. worden sind, ohne daß sie den Vormarsch angetreten haben.“ 2 5 T. B. Nichtamtlich.) Nach Meldungen, die der Südflawischen Korrespondenz von unterrichteter Seite aus Salonik zugingen, liefen am 5. Oktober 8 Uhr morgenz vier Transportdampfer,„Australia“,„Britannia,„Media“ 9 „Djewead“ im Hafen ein, die insgesamt 8000 Maun französischer Truppen an Land setzten. Die gelandeten Mannschaften kamen aus Wien, 12. Okt.(W. Sedd⸗ül⸗Bahr. Am selben Tage traf ein englischer Panzerkreuzer J. ein, der etwa 1000 Mann englischer Truppen landete. Am folgen 9 den Tage landeten 5000 Franzosen, 5000 Algerier und Maro. 990 kaner, sämtlich von den Dardanellentruppen und 2000 Engländer, insgesamt also 20000 Mann, welche die Division Baillaud bilden. 75 Außer diesen landeten keine Mannschaften. Am 9. Oktober traf der Befehl ein, daß eine Brigade nach Serbien abgehen solle. 0 Im letzten Augenblick kam Gegenbefehl. Die Engländer ver⸗— suchten inzwischen Karaburun und die Spitze des Hasens zu be⸗ setzen, wurden aber durch die Griechen daran gehindert. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 5 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Bekanntmachung. Die Beiträge zur Landwirtschaftskammer für das jahr 1915 können in den nächsten 8 Tagen noch ohne M. die Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 11. Oktober 1915. Der Stadtrechner. Mäser. 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