DDr der — gan für die Juteressen des werktätig Provinz Oberhessen und der Nach en Volles bargebiete. i Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg. monatlich N ala. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. 5 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die ömal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Vr. 236 Gießen, Freitag, den 3. Oktober 1915 10. Jap ü bergebli * Schwere Tage. Von Richard Gädke. Der Menschenfreund wird die immer weitere Ausdehnung des sbrandes tief beklagen, wird mit Bedauern wahrnehmen, daß Tag, der uns den Frieden bringen soll, immer weiter vor uns windet, wie eine gleißende Fata Morgana, je näher wir ihm hann Waffenerfolge zu kommen suchen. Der Soldat aber kann chtanders sagen, als de! daß der Krieg immer interessanter wird und shlich einem Höhepunkt zustrebt. Eine endgültige Entscheidung ist noch nirgends gefallen; ja es Aich nicht einmal übersehen, auf welchem der zahlreichen Kriegs— Kur sie schließlich fallen wird; man soll auch unserem Volke n worreden, daß auch nur einer unserer Gegner bereits kriegs⸗ id sei und demnächst den Säbel senken werde. Im Untergrunde i bolksseele mag hier oder dort die Sehnsucht nach einem Ende idlosen Ringens immer stärker anschwellen; bei den führenden den und bei den Regierungen ist davon nicht das Mindeste zu un sie wissen gut, worum es sich für sie handelt. Darum sie das Spiel noch nicht verloren, man kann wohl annehmen, e noch immer hoffen, uns und wäre es schließlich durch pfung— auf die Knie zwingen zu können. ir konnten das in Frankreich in den letzten zehn Tagen wie— cht deutlich bei der großen Wucht des Doppelangriffs in s und in der Champagne wahrnehmen. Zum ersten Male hat in so breiter Front einen Angriff mit so zahlreichen Trup⸗ ach so eingehender Vorbereitung unternommen. Mittelbar er seinem Heere in Punkt 4 seines Angriffsbefehles zu, daß heren Versuche in der Champagne, um La Bassee, zwischen Ii und Mosel, auf zu schmaler Basis unternommen worden seien aß er diesmal den Fehler gut machen wolle. In der Tat hat Front gegenüber allen früheren Angriffen ganz erheblich rt. . b 0 0 1 enn seine Angriffsfront trotzdem an beiden Stellen zu⸗ mengenommen nur den zehnten Teil der 840 Kilometer langen den Linie traf, so werden wir daraus den Schluß ziehen te, daß zu einem Mehr seine Kräfte durchaus nicht langen li. Es ist darum geradezu auffällig, daß die Franzosen jetzt nech 50 000 Mann in Toulon verfsigbar zu haben vorgeben, um ei Saloniki zu überführen. aß ihr Angriff in der Champagne mit großem Schneid aus⸗ iht worden ist und daß die Lage einen Augenblick lang scheinen konnte, dürfen wir ruhig eingestehen. Wenn sie unde gewesen wären, sofort bis zu unserer zweiten Linie istoßen, konnte ein Erfolg nicht als ausgeschlossen gelten. die Verluste ihrer Angriffstruppen müssen wohl zu Etbar gewesen sein, als daß sie noch zu weiteren Leistungen ewesen wären. Damit aber war die Hauptgefahr be⸗ tigt. Es ist unwahrscheinlich, daß ein zweiter Angriff 10 oder ge nach dem ersten die dem Gegner erwünschte Entscheidung 0 Eingen wird, weil er seine Truppen nicht so rasch wieder wird len können. Gleichwohl muß man nichtglauben, daß der m schon zu Ende sein wird. Damit würde der Oberfeld⸗ inen Mißerfolg eingestehen. Denn an seinen ursprüng⸗ lber Zielen gemessen, ist seine Operation bis jetzt ein Miß⸗ 99 g geblieben. 5 s er noch weitere Teile unserer Front bestürmen wird, muß 1 2 smurtet werden. Die Briefsperre nach der Schweiz „ und 2. Oktober gibt jedenfalls zu denken. Auf Ueber⸗ hungen müssen wir immer gefaßt sein; daß die Italiener . ust zu haben scheinen, sich an dem Dardanellen-Abenteuer i üinger zu verbrennen, scheint nunmehr wahrscheinlich zu sein. (Desterreich werden sie im Winter schwerlich sich die Lorbeeren „die ihnen der Sommer versagt hat. Es ist daher immerhin äch, daß sie sich bereden lassen, die nunmehr entbehrlich ge⸗ Aesen Teile ihres Heeres in Frankreich zur Entscheidung k inzusetzen. Ihre Freunde in Frankreich und im neutralen e suchen ihnen diesen Bissen schmackhaft zu machen.„Viribus tönt es ihnen lieblich entgegen— mit vereinten Kräften auf Azauptkriegsschauplatz das Glück zu zwingen, sei die Losung der Militärisch läßt sich dagegen ja nichts einwenden. Wir ei uns also mit gelassener Entschlossenheit durch ein Erscheinen suliener in den Vogesen und bei Belfort oder anderswo nicht heichen lassen— falls wir ihnen begegnen sollten. 0 die augenblicklich die Lage im Osten liegt, ist aus den ver⸗ ke sten Berichten schwer zu ersehen. Daß die Russen unter dem bullen Oberbefehl des Zaren den Rückzug eingestellt und sich ur zu neuer Schlacht gestellt haben, sondern zu kräftigen Au⸗ ine übergegangen sind, ist zweifellos. Von der Heeresgruppe kauen meldete der amtliche deutsche Bericht über den 29. Sep⸗ in daß sie vor umfassenden russischen Angrissen ihre Vor⸗ e hinter die Jasiolda und den Oginski⸗Kanal zurückgenom⸗ (ges sie stand also zu beiden Seiten von Pinsk. Seitdem stellt iche Bericht„keine Veränderungen“ bei ihr sest. Der linte .der Armee des Generals Eichhorn war bis Wilejko und Ahetschno vorgedrungen: setzt berichtet das Hauptquartie seit n Tagen von heftigen Kämpfen in der l.⸗Narotschsia, nordwestlich Wileka. Und zwar haben salhier versucht, die deutsche Linie zurückzuwerfen. ch große Kavallerjekämpfe haben erneut in der Gegend von und Kosfani stattgefunden, in der Verlängerung der oben bende b herune e zen der Heeresgruppe Prinz Leopold, östlich Baranowitsch, e dom rechten Flügel de bie Meldung in den Tagen gleichfalls:„keine Veränderungen“, S die rhältnisfen, wie sie sich hier heraus gestellt Strategie des Zaren völlig niche sie n Heere keine Erfolge eingetragen. ird man die Gesamtlage ringsum stgaligischen Kriegsschauplatze hatten die Russon bei Len verübergehende Erfolge errungen fen orgehen if chen Sereth und Strypa zum Slehe Gegend Smorgon⸗ gehen, sehen sich viele gezwungen, gekommen; im Norden wurden sie wieder durch die Heeresgruppe Linsingen auf Rowno zurückgeworfen. Der Name dieser Heeres⸗ gruppe findet sich zum ersten Male am 27. September in den amt⸗ lichen Berichten; der Name des Generals selber war eine geraume Zeit hindurch verschwunden. Er scheint nunmehr den Gesamtbefehl über die südöstliche Gruppe der verbündeten Heere übernommen zu haben, die nach den bisherigen Mitteilungen die Armeeen Puhalo Bochm⸗Ermolli, Graf Vothmer, Pflanzer⸗Baltin umfaßt. Von. der serbischen Grenze ist bis auf einige Vombarde— ments noch nichts zu melden. Indessen haben sich die politischen Verhältnisse hier derartig zugespitzt, daß Ereignisse kaum sern sein können. Die Landung französisch⸗englischer Truppen in Saloniki muß die Dinge zur Entscheidung treiben. Dazu kommt, daß die Truppen, die dem Gegenbunde zur Verfügung stehen, nicht als solche ersten Ranges anzusprechen sind. Man nimmt hier und da an, daß die Engländer die gute Gelegenheit benützen würden, um das Dardanellen⸗Geschäft zu liquidieren. Indessen bliebe das in jedem Falle eine Blamage und würde ihrem sehen in der mohammedanischen Welt äußerst abträglich sein. Es ist daher nicht ohne weiteres anzunehmen, daß sie die etwa 150 0600 Mann Dardanellen-Truppen nun nach Saloniki werfen. Man wird vielmehr a b warten müssen. In jedem Falle liegt in dem Auf⸗ treten der französischen und englischen Trupen in Bulgarien eine Kräftezersplitterung, die uns nur angenehm sein kann. Ueber den Ausgang des serbischen Krieges läßt sich keine Vermutung wagen. das Heer Serbiens geschwächt oder erschöpft, in seiner Stimmung niedergedrückt sei. Aber das Gleiche war kurz vor feiner kräftigen und glücklichen Dezemberoffensive der Fall, durch die es die öster— reichischen Armeen zum Rückzuge aus Serbien zwang. Auf solche Meldungen darf man nicht ohne weiteres etwas geben, muß viel⸗ mehr die serbische Truppe nach allen Erfahrungen als einen tüch⸗ tigen Gegner ansehen, der in jedem Falle seinen Mann stehen „ 2 wird. Das Gleiche gilt natürlich auch von dem bulgarischen Heeere. Wir werden darum den Ereignissen hier mit großer Spannung entgegensehen dürfen, auch der sehr weit⸗ reichenden Folgen wegen, die sie im weiteren Verlaufe haben können. Wird die Türkei die Flankenbedrohung an den Dardanellen los, dann werden ihre Arme völlig frei und ihre Heere stehen für andere Aufgaben zur Verfügung. Rußland aber bleibt dann dauernd abgeschlossen und mag in dem Ueberfluß seines Getreides ersticken. Es ist möglich, daß der Balkankrieg sich zu einer entscheidenden Bedeutung heraus⸗ wächst— wie auch die Würfel fallen mögen. ** 0 „Das Schwert hat das Wort.“ Budapest, 6. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nach hier ein⸗ getroffenen Sofioter Berichten veröffentlicht das Organ Rados⸗ lawows, Narodni Prava, einen Artikel, betitelt:„Das Schwert hat das Wort“, worin an das Manifest des Königs an die Soldaten vor zwei Jahren erinnert wird. Das Wort des Königs, sagt das Blatt, daß wir unsere ruhmvollen Fahnen eingerollt für bessere Tage bewahren sollen, bezog sich auf die jetzige Zeit. Wir ent⸗ falten nunmehr unsere Fahnen und die Nation schart sich um das Panier, auf das der Ruhm des Vaterlandes und die Freiheit Mazedoniens geschrieben sind. Noch ist das Zeichen zum Aufbruch nicht gegeben, aber die Luft bebt schon von dem Rufe: „Vorwärts bulgarische Soldaten!“ Die Diplomaten sind mit ihrem Latein zu Ende. Das bulgarische Schwert muß nun exweisen, daß es stärker ist als alle Umtriebe der feindlichen Diplomaten. Der feurige Appell des Blattes schließt: Bürger! Eure Sehnsucht wird in Erfüllung gehen. Das Zeichen zum Aufbruch kann nicht lange mehr ausbleiben! Deutsche Unterkeeboote im Hafen von Warna. T. U. Stockholm, 6. Okt. Birschmoja Wjedomosti meldet aus Athen, daß im Hafen von Warna vier deutsche Unterseeboote an⸗ gekommen seien, um Warna gegen einen russischen Flottenangriff zu verteidigen und eine russische Landung zu vereiteln. Das Los der Armenier. Die in Bulgarien lebenden Armenier wandten sich vermittelst einer Abordnung än den Ministerpräsidenten Radoslawow mit dei Ersuchen, zugunsten der verfolgten türkischen Armenier zu inter⸗ venieren. Die Abordnung überreichte dabei eine Denkschrift, in welcher u. a. folgendes ausgeführt wird: Vom 25. Mai ab begannen die Ereignisse sich mit erstaunlicher Schnelligkeit zu entwickeln. In Kelkit wurden sämtliche Städte und Dörfer gewaltsam von den Einwohnern geräumt, welche dann nach der Halepwüste abgestoßen wurden. Die gesamte armenische Be⸗ völkerung aus dem Erzerumer Wilajet und aus den Bezirken Trape⸗ zont, Siwas, Hartpert, Bitlis und Wan wurde nach Mesopotamien zwischen Mosul und Bagdad vertrieben. Ihr Hab und Gut eigneten sich die benachbarten türkischen Stämme an. Mitnehmen konnten sie nichts, denn alle Transportmittel wurden requiriert. In monate⸗ langen Wanderungen zu Fuß waren die Vertriebenen gezwungen, ihre neuen Aufenthaltsorte zu erreichen. Diese waren für allzu viele von ihnen nur das Grab, auch alls Wege und Gräben unter⸗ wegs seien mit Leichen bedeckt. An ihren neuen Aufenthaltsorten sind die Leute dem Hunger preisgegeben. Es handelt sich ausschließ⸗ lich um Frauen, Kinder und Greise, denn Männer im Alter von 24 bis 45 Jahren sind eingezogen und solche im Alter von 15 bis Jahren und von 40 bis 60 werden zursckgehalten und als Kriegs⸗ Arbeiter verwendet. Um den unerträglichen Martexungen zu ent⸗ hren Glauben zu ändern, und sie werden, Mohammedaner. Kriegsgerichte verkünden zahlreiche Todesurteile wegen angeblicher Delikte. Kirchen und Schulen seien beraubt und entweiht. Ueberfälle auf die Bevölkerung ganzer Ort⸗ schaften seien keine seltene Erscheinung. Erwachsene und Kinder wurden massakriert, mißhandelt und vergewaltigt. Ein ungeheuer großer Prozentsatz der armenischen Bevölkerung sei durch, Hunger, Entbehrungen und Massaker in den Tod getrieben worden. Manche Nachrichten gelangen zu uns, wonach [Angara da ist, saf nervt hat, ist leicht zu verstehen. . Nicht vergessen darf hier werden, daß die Armenier, von eug⸗ lischen und frauzösischen Einflüssen aufgestachelt, den gegen die Russen kämpfenden Türken durch einen Aufstand in den Rücken fielen, der den Tod ungezählter Tausender Türken verursachte. Englands Vorschuß an seine Verbündeten. T. U. Brüssel, 6. Okt. Wie im englischen Parlament mit zilt wurde, beliefen sich die von England an seine geld⸗ bedürftigen Verbündeten Rußland, Italien, Belgien, Serbien und Montenegro geleisteten Kriegsvorschüsse bis zum 31. Sep⸗ 15 31 tember auf rund 10(zehn) Milliarden Franken. Durzews Erlebnisse in Sibirien. sche Revolutionär Burzew schildert in der Der beg seine Erleßnisse in der sibirischen Ver⸗ er fagt u. a.: „Den Weg nach Sibirien habe ich zweimal zurückgelegt: einmal vor 30 Jahren, einmal jetzt. Jetzt wie damals habe ich fast in der⸗ selben Zelle der Peter-Paul⸗Festung, in derselben Zelle des Unter⸗ suchungsgefängnisses, in d u sibirischen Gefängnisse und auf denselben Etappen gesessen. Aber welch ein Unterschied! Vor 30 Jahren behandelte nia als politische Verbrecher, wir durften fir uns bleiben, j wurde ich aus Petersburg in einem Waggon mit Kriminalverbrechern zusammen transportiert. Warum fesselte man mich mit Handsesseln und zog mir Arrestkleider an? Aus den Zeitungen ersehe ich, daß die Reichsduma ganze Stöße von Briefen und Erklärungen von Verschickten bekommen hat— davon eine große Anzahl gerade aus der Gegend, in der ich mich befand. Aber das ist nur ein blasser Abglanz alles dessen, was ich erlebte und wovon ich Zeuge war. Die Verschickten an der ganzen Augara hungern ohne Unter⸗ schied. Die Lebensbedingungen sind ganz unerträglich. Der Polizeioffizier, der zur Beaussichtigung der Verbannten an der sagte mir persönlich:„Ich bin das Beil. Mich schwenkt man, mit mir hackt man zu. Und ich hacke schonungslos.“ Ich zitiere hier seine Worte wörtlich und kann bezeugen, daß er die er⸗ haltenen Instruktionen pünktlich ausführt. Ich habe viele furcht⸗ bare Gefängnisse gesehen— aber ein solches wie in Jenisseisk, zu⸗ gleich Kloake und Brutstätte aller Krankheiten— habe ich noch nie gesehen. Ich kann nur schaudernd an die Tage zurückdenken, die ich in dieser Kloake verbracht habe. Gefängnis und Verbannung scheinen in Rußland nicht nur Strafe zu sein, sondern auch Folter. Derselbe Polizeibeamte sagte mir:„Wenn Sie länger hier bleiben, so würden wir Sie vernichten und vertilgen.“ Und ich zweifle nicht daran, daß er sein Vorhaben ausgeführt hätte. Ich hatte nicht die Erlaubnis, auf die Dorfstraße zu gehen, und Tag und Nacht wich der bewaffnete Aufseher nicht von meiner Seite. Wie mich das ent⸗ Ich setze ausführlich berichtet hat. Wer Ohren Dinge die sibirische Presse hatte, zu hören, der hörte!“ Die Vorschläge des Paystes. Der Osservatore Romano dementiert die Nachricht, daß der Papst den Regierungen der kriegführenden Staaten den Abschluß eines Waffenstillstandes für den Allerseelentag vor— geschlagen habe. Dieser Vorschlag habe also auch nicht abge⸗ lehnt werden können, wie behauptet wurde. Das Blatt weist sodann darauf hin, daß durch die Ertlärung der englischen Regierung, sie halte die Hospitalisierung der kranken und verwundeten, aber zum Militärdienst noch fähigen Ge— fangenen in der Schweiz nicht für durchführbar, die Hospitali⸗ sierung der in England befindlichen deutschen Gefangenen und vielleicht auch der in Deutschland befindlichen englischen Gefangenen in der Schweiz nicht verwirklicht werden könne. Dies treffe jedoch nicht zu auf die in Deutschland befindlichen französischen und belgischen Gefangenen und die in Frank⸗ reich befindlichen deutschen Gefangenen, für die vom Heiligen Stuhl auf Veranlassung der französischen Regierung ein Vorschlag auf Hospitalisierung gemacht worden sei. Was die zum Kriegsdienst untauglichen Zivilinternierten betreffe, so habe tatsächlich der Heilige Stuhl ein Abkommen zwischen England und Deutschland zustande gebracht und für diese die Erlaubnis erwirken können, ohne Rücksicht auf das Alter in ihr Vaterland zurückkehren zu können. Der Osservatore Romano schreibt zum Schluß, daß alle Vorschläge des Heiligen Stuhls, die darauf abzielten, die Folgen des Krieges zu mildern, mit Ausnahme des Vorschlags eines Waffenstill— standes auf Weihnachten vorigen Jahres von Erfolg gekrönt waren. f Neue Schlachtschisse für Amerika. Reuter meldet aus Washington: In der Besprechung im Weißen Hause, an der Wilson, der Maxrinesekretär und der Vorsitzende des Marineausschusses und des Repräsentantenhauses teilnahmen. wurde beschlossen, daß in den nächsten Vorauschlag eine Anzahl! schneller Schlachtkreuzer einzuschließen sind. Daily Telegraph bringt eine Meldung des Washingtoner Korrespondenten der New Pork Times, nach der das Flottenpro⸗ gramm Wilsons u. a. den Bau des größten und schnellsten Schlachtkreuzers der Welt vorft der 20 Millionen Dollars kosten und eine Geschwindigkeit von 35 Knoten besitzen soll, Die Lösung des„Arabsc“⸗ Konflikts. Washington, 6. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nachdem Graf Bernstorff das Staatsdepartement besucht hatte, teilte Lansing mit, Deutschland gebe zu, daß der Angriff des Unter, bt t, — seeboots auf die„Arabic“ den erteilten Instruktionen nicht entsprochen habe. Deutschland sei bereit, jedoch ohne An⸗ erkennung einer Verpflichtung, eine Entschädigung für den Verlust der amerikanischen Menschenleben zu zahlen. In einem Schreiben, das Bernstorff Lansing überreichte, werde gesagt, die Befehle des Kaisers an die U-⸗Boot⸗Kommandanten seien so bestimmt, daß eine Wiederholung des Vorfalles aus⸗ geschlossen sei. 5 Die Frage der zu zahlenden Schadenvergütung in der Ange⸗ legenheit der„Arabic“ wird durch direkte Verhandlungen mit Bernstorff erledigt werden. In einem Briefe an Lansing teilt Bernstorff mit, der Kommandant des Unterseebootes, das die „Arabic“ versenkt hat, sei nach seinen und der Besatzung dienstlichen eidlichen Aussagen sest daon überzeugt gewesen, daß die„Arabic“ das Unterseeboot habe angreifen wollen. Die Kaiserliche Re⸗ gierung habe anderseits den eidlichen Aussagen der englischen Offi⸗ ziere der„Arabic“, die das Unterseeboot nicht gesehen haben wollten, den Glauben nicht versagen wollen und gebe danach zu, daß ein Rammversuch tatsächlich nicht vorgelegen habe. Der Angriff des Unterseebootes habe somit zu ihrem Bedauern den erteilten Instruk⸗ tionen nicht entsprochen, was dem Kommandanten mitgeteilt wor⸗ den sei. 5 5 N 5 Die Reichstagsinschrift. Der leere Raum über dem Säulenportikus des Reichs⸗ tagsgebäudes soll nun durch eine Inschrift ausgefüllt werden. Dies hat bekanntlich der Präsident Kämpf am Schluß der Sommertagung unter großem Beifall mitgeteilt. Die In⸗ schrift wird„Dem deutschen Volke“ lauten, kann also an⸗ zeigen, daß dieses Gebäude dem deutschen Volk als Gabe dar⸗ gebracht worden sei. Der Erbauer des Reichstagsgebäudes, Wallot, hatte in seinem Plan bereits eine Inschrift vorgesehen — sonst hätte ja die Freilassung des Schriftbandes keinen Sinn gehabt—, indes war dazu bisher die Genehmigung nicht zu erlangen gewesen. Inzwischen hat die Ausschmückungskommission des Reichstages, die schon so viele Jahre auch über die Ausfüllung der drei großen leeren grauen Bildflächen im Sitzungssaal vergebens berät, über die Ausführung der dem Reichstag vom Reichskanzler bestimmten Inschrift Beschluß gefaßt. In einigen Blättern der Rechten war verlangt worden, daß die Worte in der sogen.„deutschen“ Schrift(im Gegensatz zur lateinischen oder Antiqua) angebracht werde. Auf Vor⸗ schlag der Regierung hat die Kommission nun auch beschlossen, daß„gothische“ Buchstaben angewendet werden sollen und die Nordd. Allg. Ztg. hat dies mit dem Volksempfinden be⸗ gründet, das eine lateinisch geschriebene Inschrift auf dem Reichstagsgebäude nicht wünsche. 2 Wir begrüßen es, daß man dazu übergeht, dem Volks⸗ empfinden Rechnung tragen zu wollen und möchten der Er— wartung Ausdruck geben, daß dies auch bei etwas wichtigeren Dingen als der Inschriftfrage der Fall sein möge. Hier aber hat man sich über das Volksempfinden leider getäuscht, was ja kein Wunder ist, wenn man Zeitungen, die im Kampf gegen alles Demokratische stets ihre Hauptaufgabe erblickten, als Gradmesser des Volksempfindens wertete. Das deutsche Volk hat jetzt tatsächlich andere Sorgen, als die, in welcher Schrift die drei Worte auf dem Gebäude am Königsplatz stehen sollen. Uebrigens macht der bekannte Kunstschrift⸗ steller Fritz Stahl im Berl. Tagebl. darauf aufmerksam, daß die sogen. gothische oder deutsche Schrift weder etwas ur⸗ sprüngliches noch etwas allein deutsches ist; sie ist aus der lateinischen entwickelt und man findet sie ebensogut in alten französischen und englischen Urkunden, wie noch heute im Titel großer Zeitungen dieser Länder— wofür man sicher⸗ lich eine spezifisch deutsche Schrift nicht wählen würde. Es ist auch unbestreitbar, daß die eckigen und winkeligen, häufig auch etwas verschnörkelten„deutschen“ Buchstaben, zumal wenn etwa lauter große(Anfangsbuchstaben) aufeinander folgen sollten, weniger gut lesbar sind als die so klare und einfache, so recht monumentale lateinische Schrift. Man sollte überhaupt, auch bei der jetzt an manchen Stellen mit Dampf betriebenen Fremdwörterverdeutschung, bedenken, daß wir weder einen Krieg gegen andere nationale Kulturen führen, noch gegen das— Lateinische, aus dem alle europäischen Kulturen gleichviel gezogen haben. Die Würfel sind gefallen! Die Ententegesandten verlassen Sosia. W. B. Petersburg, 6. Okt. Ueber Kopenhagen. Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur aus Sofia vom 5. Oktober ist die Antwort der bulgarischen Re⸗ gierung auf das russische Ultimatum dem russischen Gesandten um 2 Uhr 40 Min. nachmittags übergeben worden. Da ihr Inhalt unbefriedigend war, hat der russische Gesandte dem bulgarischen Ministerpräsidenten den Abbruch der diplomati⸗ schen Beziehungen notifiziert. Der Schutz der Interessen der russischen Untertanen ist dem kgl. niederländischen Geschäfts⸗ träger anvertraut worden. W. B. Ro m, 7. Okt. Meldung der Agenzia Stefaui: Die Gesandten Englands und Italiens haben der bulgarischen Regier⸗ ung eine Note überreicht, in der sie sich dem von den Gesandten Rußlands und Frankreichs überreichten Ultimatum anschließen, und forderten ihre Pässe. Ministerrat in der Wohnung Radoslawows. T. U. Budapest, 7. Okt. Die Blätter melden aus Sofia, die Mitglieder des Kabinetts hielten in der Wohnung des Ministerpräsidenten Radoslawow eine Sitzung ab. Die Be⸗ ratungen dauerten von 8 Uhr abends bis spät nach Mitter⸗ nacht. Die Kabinettsmitglieder verließen das Haus des Ministerpräsidenten erst gegen 3 Uhr morgens, sodann ex⸗ schien dortselbst der Hofmarschall General Sawow, der Generalissimus im Balkankriege, und hatte mit dem Minister⸗ präsidenten eine kurze Besprechung. Darauf fuhren beide im königlichen Automobil nach dem Badeort Vranja, wo König Ferdinand zurzeit weilt. Dort angekommen wurden beide vom König sofort gemeinsam in Audienz empfangen. Die Beratung beim König dauerte von ½5 Uhr bis nach 8 Uhr. Ministerpräsident Radoslawow lud daraufhin die Gesandten Oesterreich-Ungarns, den Grafen von Tarnowski, des Deutschen Reiches, Dr. Michahelles, und der Türkei, Feti Bey, zu einer Besprechung zu sich. Die Konferenz mit den Diplomaten endete erst nach vier Stunden. Der Oberbefehlshaber des bulgarischen Heeres. Haag, 7. Okt. Der Temps meldet, daß General Jostof zum Oberbefehlshaber des bulgarischen Heeres ernannt worden ist.— König Konstantin wird in den nächsten Tagen nach Saloniki gehen. Die Eröffnung der Feindseligkeiten gegen Serbien am 3. oder 9. Oktober? T. U. Von der französischen Grenze, 7. Okt. Man meldet aus Saloniki der französischen Presse, daß man nach dortigen Nachrichten aus Sofia die Eröffnung der Feindseligkeiten des bulgarischen Heeres gegen Serbien am 8. oder 9. Oktober erwartet. Zusammenziehung der Truppen im Piräus. T. U. Budapest, 7. Okt. Eine Depesche des Az Est aus Athen besagt, im Piräus werden 100 Dampfer zum Abtransport von Truppen und Kriegsmaterial konzentriert. Im Marinearsenal wird fieberhaft gearbeitet, um Kriegsschiffe in Bereitschaft zu setzen.(B. Morgenp.). Die Ausschiffung der Truppen in Salonik. T. U. Christiania, 7. Okt. Pariser Blätter berichten, die Ausschiffung der französischen Truppen begann am 5. Oktober morgens 4 Uhr. 18 000 Mann sind bereits gelandet. Fünf große Transportdampfer liegen im Hafen, ununterbrochen gehen Züge nach Serbien ab. General Hamilton in Salonik. T. U. Berlin, 7. Okt. Dem Berl. Tagbl. wird aus Sofia unterm 4. Oktober gemeldet: Gestern früh erschien ein englisches Kriegsschiff im Hafen von Saloniki, das den Befehlshaber der ver⸗ bündeten Streitkräfte vor den Dardanellen, General Hamilton mit seinem Stabe, an Land setzte. General Hamilton begab sich zu den griechischen Behörden und teilte ihnen mit, daß die Verbündeten Truppen landen werden, die Serbien zu Hilfe kommen sollen. Jedec Widerstand von griechischer Seite würde die schwersten Folgen nach sich ziehen. Später erschienen zahlreiche F fahrzeuge mit Trup⸗ n bend 5 san Land gebre Verbün 25 etwa 80 ens lassen französische Truppen landen Offenbar handel 1. um jene Truppen, die, 7551 worden war, in Marseille zusammengezagen wer scheint aber, daß die Verbündeten diese Landung auc benutzen wollen, um ihre Truppen soweit als mö haltbaren Positionen auf Gallipoli zuriickdr. wird das allerdings nicht ganz leicht und i f auszuführen sein. 2 7 Bildung eines neuen russischen Heeres? T. U. Lugano, 6. Okt. Aus Petersburg 90 Corriere della Sera gemeldet, daß die Russen im Bezirk! Petersburg eifrigst mit der Aufstellung eines neuen Heer beschäftigt seien. Es soll sich um 1% Mill Mann handel Einberufung der Landwehr l. und 2. Aufgebo f 5 in Rußland. 8. 3 T. U. Von der französischen Grenze, 7. Okt. Die russische Bot⸗ schaft in Paris gibt 1 daß nach kaiserlichem Ukas vom 16. bi 29. September folgende Wehrfähige sich sofort zu ihren Tru teilen zu begeben haben: Die Landwehr 2. Aufgebots der Jahr 1916 bis 1912 einschließlich, mit Ausnahme der die den Truppe körpern der Gouvernements von Warschau, und des Amur, sow des Kaukasus und des Gouvernements von Cholm ane nen die Landwehr 1. Aufgebots, menonitischen Bekenntnisses, ie Jahrgängen 1916 bis 1898 einschließlich angehören, mit Aus! ahm ebenfalls derjenigen, die den Truppenkörpern der oben genannte Verwaltungsgebiete angehören.— Kriegsuslizen. Der Bundesrat gab dem Autrage des Bundesanwalts st gegen den Redakteur Allessandri, Direktor des tessinischen sozial schen Parteiorgans Avvenire del Lavoratore wegen Beleidi⸗ gung des deutschen Kaisers durch einen am 18. Sep veröffentlichten Artikel die Voruntersuchung zu eröffnen. Die Londoner Behörden haben die unverzügliche Einfüh einer Verordnung bewirkt, die die Schnelligkeit der Autos it Straßen nach Einbruch der Dunkelheit herabfetzt. da sich e hat, daß infolge der starken Verdunkelung in den Stra große Gefahren für den Wagen⸗ und Fußgängerv kehr entstand. Es wurden sehr zahlreiche Unglücksfälle zum mit tödlichen Ausgang gemeldet. 5 Die Spionenfurcht in Rußland nimmt, wie Rjeis schreibt, bereits einen derartigen Umfang an, daß ein Mann von hysterischen Weibern der Spionage bezichtigt war, beinahe lyncht wurde. In Petersburg trat plötzlich ein Zuckerma gel 80 000 Pud Zucker liegen auf der Eisenbahn und würden nicht gegeben, da alle Dokumente fehlten. 3 Die Nowoje Wremja meldet aus Moskau, daß au der Uni verfität keine Vorlesungen stattfinden. Auf den Straß vor der Universität ist eine verstärkte Polizei abteil aufgestellt. Auch an der Anstalt für höhere weibliche Kurse ebenfalls an der baiserlichen technischen Lehraustalt werden Vorlesungen gehalten. Partei⸗Nachrichten. Beileidskundgebungen zum Ableben Keir Hardies. Der englische Arbeiterabgeordnete und Unterrichtsmini thur Henderson erhielt von Andreas Fisher, dem Ministerpr Australiens, folgendes Telegramm:„Mit Schmerz erfahre Tode meines alten Freundes Keir Hardie. Er war tapfer und: und führte das Volk den Weg, den er für richtig hielt, ohne Rfickst auf persönliche Gefahren. Ich ersuche Sie, den trauernden Hin bliebenen meine Sympathie auszusprechen.“ Holman, der Min präsident von Neufüdwales, ersuchte Henderson, der englischen beiterpartei das tiefste Beileid der Regierung von Neu; zum Ableben Keir Hardies auszudrücken.„Der Verlust, den britische Arbeiterklasse erlitt, wird uch in der Kolonie in Kreisen empfunden.“ Der Sekretär der Arbeiterpartei erhielt Vandervelde folgendes Telegramm:„Tief gerührt durch den Keir Hardies. Im Namen des Juternationalen Sozialistif Burcaus sonde ich allen britischen Soziglisten die brüderliche pathie. Ehre dem Andenken des großen, edlen und treuen So der sozialistischen und internationglen Sache.“ Herr Joh mond, der Führer der irischen Fraktion, drahtete an Frau „Empfangen Sie meine aufrichtige Sympathie zum Ableben Mannes, der ein standhafter Freund Irlands war und von Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit ich stets die größte Acht hegte.“ Der Sekretär der sozialistischen Partei Frankreichs sh gigen Arbeiterpartei Taue an den Sekretär der Unabhäng gramm:„Die französische sozialistische Partef trauert mit den Tod Keir Hardies, des Pioniers der soziglistischen Org in England.“ — Pulver und Gold. 0 Roman aus dem Kriege 18701871. 11 Von Levin Schücking. Sie konnte nicht anders, als dies wahrnehmen; meine Anrede war so stockend hervorgestottert— ich hatte meinen Faust völlig vergessen und ja auch im Salon liegen lassen; es war sehr liebenswürdig von ihr, so rasch meiner Verlegenheit durch die Worte ein Ende zu machen: „Sie verschmähen also nicht, unserer kleinen Bücher— sammlung einen Besuch zu machen, obwohl Sie hier ins Herz Frankreich gelangen? Dies alles rundum sind französische Bücher... Sie deutete auf die dunklen Eichenholzschränke an den Wänden—„das Herz Frankreichs ist nicht Paris sondern es ist da, wo die Gedanken der großen Geister unseres Landes in ihren besten Werken vereinigt sind. Sie können Paris nehmen, aber auf dieses Herz Frankreichs können Sie die Hand nicht legen; es wird immer mit derselben Kraft und Wärme schlagen, durch alle Zeit und Zukunft, wie der Pendel an der Weltenuhr, deren Zeiger den Völkern zeigt, wann die Stunde einer neuen großen Entwicklung zum Schönen, eines neuen mächtigen Fortschritts zur Freiheit gekommen ist!“ Ich mußte sie wohl mit einem eigentümlichen Mienen— spiel angesehen haben; anfangs imponierten mir ihre Worte, im nächsten Augenblicke mußte ich auflachen. Sie sah mit einem bitterbösen Blick zu mir auf. „Weshalb lachen Sie?... scheint Ihnen das auch ein falsches„Dogma“?“ „Werden Sie darum nicht böse,“ versetzte ich—„aber ich konnte nicht anders. Was Sie sagten, war sehr schön, schwunghaft, sonor— es war eines jener Worte, die in Ihrer Presse, in Ihren Volksversammlungen, Ihren Kammern zünden; bei denen das Gemüt eines Franzosen von einer edlen und schönen Regung für sein Vaterland ergriffen wird und sich aufs Erhebenste erweitert fühlt, und bei denen sich solch eine kalte kritische Seele, wie sie in uns Deutschen steckt, „Nun, ist es nicht wahr?“ „Nein! Weder Italien, als es Dante, Raffael, Michel⸗ angelo hervorbrachte, noch England, als es Shakespeare der Welt gab, noch Deutschland, als es die Buchdruckerkunst er⸗ fand, die Reformation vollzog, Kant und Goethe gebar, haben nach der französischen Uhr gesehen, ob dazu die Stunde ge⸗ kommen!“ Sie wurde rot, ich ebenfalls, in der Furcht, sie erzürnt zu haben. „Ach,“ sagte sie,„ich glaube gar nicht, daß solcher an alte abgetane Geschichten und Namen sich klammernder Wider— spruch etwas just nur Deutsches sei... man kann ihm hier in Frankreich auch begegnen...des ist eben nur Wider⸗ spruchsgeist; im Grunde fühlen Sie doch, daß ich recht habe. Und so bin ich weit entfernt,“ setzte sie, den Kopf aufwerfend, hinzu,„Sie in diesem Augenblick als das, wofür Sie sich ausgeben wollen, den Repräsentanten der deutschen„Kritik“ gelten zu lassen, die jeden Schwung der Seele, jeden schönen Enthusiasmus totmacht!“ „Desto besser,“ sagte ich,„die Kritik hat selten das Glück, zu gefallen!“ „Etienne,“ wandte sie sich zu dem Geistlichen,„Sie müssen jetzt unserem Gast die einzelnen Abteilungen der Bibliothek zeigen; sehen Sie, dort,“ sagte sie, auf einen der großen Schränke deutend,„finden Sie die geschichtlichen Werke.“ Ich näherte mich dem bezeichneten Schranke und las die Rückentitel der darin aufgestellten Bücher. Neben dem Schranke hing ein schmaley Wandspiegel über einem halb⸗ runden kleinen Marmortische, auf dem eine schöne Bronze⸗ büste stand; als ich darauf hinsah, fiel mein Blick in den Spiegel und ich sah, wie der Abbé eilig mit dem jungen Mäd⸗ chen eine leise geflüsterte Mitteilung machte, die etwas wie einen Zug von Aerger oder Verlegenheit in ihren schönen Zügen hervorrief. Sie sahen sich eine Weile schweigend an— der Geistliche flüsterte dann rasch einige Worte, Fräulein Kühn senkte wie nachdenklich den Kopf— er sprach wieder in sie hinein; end⸗ nur sofort fragt: Ist das auch wahr?“ lich nickte sie, wie einwilligend. Der Abbs verließ sie nun und kam zu mir, um wieder den Führer an den Büche ken zu machen. Nach einigen flüchtigen Blicken in die nächsten Schrät machte ich mich von ihm los und ging zu Fräulein Kühn rück, die noch über ihrer Mappe gebeugt stand. Sie blättert jetzt darin und brachte ein Heft zum Vorschein, das sie gu schlug. Es enthielt eine Reihe landschaftlicher Szenerien i Farbendruck.. „Hier ist ein illustriertes Werk, welches die am malerischen Punkte der Franche Comts enthält,“ sa es mir zuschiebend.„Nicht wahr, es sind Landschaften sehr großer Schönheit darunter?“ „Der Künstler hat jedenfalls ein großes Gefüh Schönheit gehabt,“ versetzte ich, nachdem sie mir die Blätter gezeigt,„aber doch auch wohl stark idealisiert. diese Gegenden wirklich so großartig in ihren Linien farbenreich in ihren Einzelheiten sind, kann ich freilich beurteilen.“ „Ah— Sie bewundern sie nicht, Sie bringen au diese Natur hinein Ihre deutsche Kritik,“ rief Fräulein gereizt aus.„In der Tat, das ist stark! Ich möchte Widerspruchsgeist beschämen, indem ich Ihnen eine di Partien zeigte, die wenige Kilometer von hier abwärts au Oignon liegt, es ist diese hier,“ sie schlug in dem Hefte und schob das Bild, als sie es gefunden, vor mich hin. müssen gestehen, daß es ein reizender Punkt ist, und wir Sie dahin führten, würden Sie sehen, daß der ihm nicht geschmeichelt, ihn nicht idealisiert hat! Was men Sie, Etienne?“ 15 „Ganz gewiß, wir sollten Monsieur dahin führen, der Abbé mit einer auffallenden Lebhaftigkeit aus, würden ihn da sicherlich beschämt sehen, wenn er alt n Schönheit unserer Gegend zweifelt; Monsieur aber i sich für die Mühe des Weges überreichlich belohnt sehen du die seltenen Reize der Landschaft“ (Fortsetzung folgt.) —ůůů brß es in Anbetracht der außerordentlich „ Hessen und sympathisch aussehen, sirtoffeln frei Keller zu bezahlen. Linkellerung des gesamten arten bis die endgültigen Beschlüsse Air Kartoffelversorgung veröffentlicht werden.— Der Preis f 1 diteis festgesetzt werden. rxtaillons. und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. —— * 17 8 N Militarismus und Jugenderziehung. Die Frankfurter Zeitung(Nr. 167) veröffentlicht zu iesem Thema den Brief des Kommandeurs eines bayerischen Infanterie-Regiments, eines Herrn, der auch nach dem sonstigen Inhalte des Briefes Sinn für die Volkspsyche zu haben scheint. Der Regimentskommandeur schreibt unter anderem: „Militärische Formen in solche Jugendorganisation. dauernd, also auch unter den nicht zum Ernste ständig 10 Friedensverhältnissen hineintragen, führt zur Afferei, zur Hans⸗ wursterei. Der Krieg macht auch die Jungen alt, drum schadets nichts, wenn im Kriege eine engere und engste Anlehnung un⸗ serer Jugendorganisation an die Formen des Heeres Platz greift Aber rasch damit weg, wenn milder Friede wieder die Jugend und deren gesetzlich verbriefte Eselei zu ihrem ehernen Rechte kommen. Dazu sind die Formen der Armee zu heilig, als daß sie bei halbernstem Kinderspiel herhalten dürften. Ein Junge, der sich mit seinen sechs Jahren einen Papierhelm mit Gockel⸗ feder aufs Haupt stülpt und ein Holaschwert gürtet, mag drollig f„ ein Vierzehnjähriger mit den Ab⸗ zeichen, den Allüren und der(deplazierten)„Strammheit“ eines Unteroffiziers wirkt wahrscheinlich bei vielen seiner Mitlaus⸗ buben, gewiß aber bei allen verständigen Exwachsenen unange⸗ nehm. Die deutsche militärische Disziplin ist etwas so Hohes, Heiliges, Hehres, daß sie in ihrer ganzen Größe nur Männer erfassen, ausüben und verlangen können. Wir rütteln an den Grundfesten des deutschen Volksheeres, wenn wir es mit einem Nachwuchs durchsetzen, der in bester Absicht, aber in Verkennung des Wesens deutschen Soldatengeistes sich einige Jahre mit Pseudodisziplin und Soldatenspielerei belustigt hat.“ Recht hat er, durchaus recht. Wie der Krieg das Un⸗ ormale ist, so ist es auch der ganze Militarismus. Nur die hn gebärende Not rechtfertigt ihn. Wenn militärischer wang entbehrt werden kann, dann ist es erwünscht. öndividuelle Freiheit, freie Natur, ist die Grundlage von Mienschenglück und Leistung. — Nochmals Kartoffeln und Kartoffelpreise. Die Köln. zolksztg. veröffentlicht eine Zuschrift des Generalsekretärs er christlichen Gewerkschaften. in welcher auf die Verhand⸗ ingen zwischen Vertretern der westdeutschen Konsumenten und dem Reichsamt des Innern hingewiesen wird. Einzel⸗ eiten könnten über diese Verhandlungen noch nicht ver⸗ ffentlicht werden, aber es könnte einstweilen den Konsu— ßenten nur geraten werden, unter keinen Um⸗ änden mehr als 3,50 Mk. für den Zentner gute Speise⸗ Für den Fall, daß für esen Preis gute Kartoffeln nicht zu erhalten sind, mit der Bedarfs noch so lange zu des Bundesrats n 3,50 Mk. ist für das rheinische Industriegebiet gedacht. für unsere Gegend ist dieser Preis viel zu hoch; höher 8 6 Mk. frei Keller darf hier der Doppelzentner keinesfalls ten, angesichts der Ernte muß das als ein hoher Preis be⸗ f ö lichnet werden, wie bereits im gestrigen Blatte gesagt wurde. Gegen den Kartoffeleinkauf der Gemeinden ö endet sich der Reichsverband deutscher Städte. Er machten darauf aufmerksam, guten Kartoffel- Inte- nicht ratsam sei, daß die Gemeinden Kartoffelvorräte herstellen. Er fürchtet, daß derartige Maßnahmen zu einer lreistreiberei führen könnten, wie sie im vorigen Jahre bei m Masseneinkauf von Fleisch durch die Gemeinden einge⸗ sten ist. Er ist der Annahme, daß die Kartoffelangelegen— it bei den großen Vorräten wie in Friedenszeiten behandelt erden könne.— Letzterem kann man nicht ohne weiteres stimmen, sondern es wird schon etwas zur Regelung der Artoffelfrage geschehen müssen. Sonst wird der Wucher f die Spitze getrieben. Beschlagnahme der für genschliche Nahrung notwendigen Vorräte und Festsetzung Arnünftiger Höchstpreise wird kaum zu vermeiden sein.— lie aus Berlin berichtet wird, soll eine Reichskar⸗ ffelstelle gegründet werden, die als Vermittlungsstelle ur Zeitschrift Kommunale Rundschau . rken soll. Bei dieser sollen die Kommunalverbände ihren bedarf an Kartoffeln anmelden. Wenn es nicht gelinge, ge⸗ gend Ware im freihändigen Einkauf zu bekommen, so Ird zur Enteignung geschritten und dafür ein bestimmter Mannschaften des Landsturm⸗ Von jetzt ab wird die Wache des Gefangenen⸗ mers nicht mehr auf der Liebigshöhe, sondern aus der neu⸗ bichteten Küche des Landsturmbataillons verpflegt. Die Ver⸗ fung der Mannschaften aus den Bürgerquartieren nach en Lager dürfte in etwa 14 Tagen erfolgen, bis zu welcher it die Baracken fertiggestellt sind. — Verlegung von Brotmarken-⸗Ausgabestellen. Nach iter Bekantmachung des Oberbürgermeisters wird die Brot⸗ Urken⸗Ausgabestelle des 1. Bezirks, bisher in der Gewerbe⸗ hiale, nach Asterweg 9 J. verlegt; diejenige des 11. Bezirks en der alten Aliceschule nach Asterweg 25, part. 105 — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten: asketier Ehristian Stoos aus Allendorf a. Eda. Inf. igt. 49.— Res. Heinrich Döll aus Borsdorf, Inf-Regt. . 140.— Res. Karl Gckstein aus Hopfgarten bei Alsfeld, J(ld-Art.⸗Regt. 21.— Wehrmann Wilhelm Brück aus Atzlar, Res.⸗Inf.⸗Regt. 81.— Ers.⸗Res. Hans Neff aus itzlar, Res.⸗Inf.⸗Regt. 81. 8 — Besitzende und Ni dem Lande. Das Kreis⸗ 0 Born erlich, eee Bekanntmachung sucdie Bülrgermeister, aus der zu ersehen ist, wie weit das llichtbewußtsein der Besitzenden gediehen ist und * in es u. g. heißt:„Uns sind aus verschiedenen Gemeinden lagen darüber zugegangen, daß Landwirte gegen ü ber in ortsanfäfsigen Minderbe mittelten(ärbei⸗ er namentlich aber auch Kriegerfrauen) mit Hauptlebeusmitteln Verkauf zurückhalten, oder daß sie die Lebensmittel zu sehr hohen Preisen an Minderbemittelte abgeben. s wird darauf e daß Landwirte ihre Erzeugnisse i ungern in kleineren Ouantitäten abgeben, sie vielmehr nur n sizem an Großkonsumenten oder Händler verkaufen wollen, um kurch einen entsprechenden höheren Gewinn zu Gdblen, er auch nur aus Beguemlichteit, um nur in größeren Mengen Verpflegung der 7 verfügen zu müssen. Wir weisen deshalb wiederholt eindringlich darauf hin, daß in dieser schweren Zeit, in der der Bestand des Vaterlandes von der Opferwilligkeit der Zurückgebliebenen nicht weniger abhängig ist, wie von der Tapferkeit unserer Soldaten, jeder einzelne die Pflicht hat, an seiner Stelle alles das an persön⸗ lichem Gewinn im Interesse des Ganzen hinzugeben, mit dem er eine Erleichterung des Durchhaltens ermöglichen kann. Es unter⸗ liegt keinem Zweifel, daß die Teuerung aller notwendigen Lebens⸗ mittel auf dem Lande und in der Stadt für die minderbemittelten Klassen, insbesondere aber auch für die Frauen der Männer, die draußen im Feld stehen, eine zum Teil ganz außerordentlich drückende Last bedeutet. Hier ist es die Pflicht der Besitzenden, mit allen ihnen noch in reichem Maße zur Verfügungen stehenden Kräften den Minderbemittelten einen auskömmlichen Unterhalt während des Krieges möglich zu machen. Niemand erwartet von unserer Landwirtschaft, daß sie Opfer bringen soll, die über das Erträgliche hinausgehen. Wohl aber darf man erwarten, daß überall dort, wo der einzelne Besitzende Bedürftigkeit steht, er mit erhöhtem Pflichtbewußtsein in dieser schweren Zeit zu jeder billigen Hilfe bereit ist. Deshalb steht es im Widerspruch mit all dem, was von unserem Volk während des Krieges gefordert wird, wenn je⸗ mand um seines persönlichen Gewinns willen dem Minderbemittel⸗ ten die für dessen Unterhalt notwendigen Lebensmittel, obwohl er sie zum Verkauf bereit hat, nicht oder doch nur zu unangemessen hohen Preisen abgeben will. Sollte auf diesem Wege eines güt⸗ lichen Appells an den Gemeingeist und die Vaterlandsliebe ein ge⸗ nügender Erfolg nicht erzielt werden, so wird die Notwendigkeit besonderer Maßnahmen ins Auge zu fassen sein.“— Hier⸗ aus geht mit aller Deutlichkeit hervor, wie es mit der Opferwillig⸗ keit und der Vaterlandsliebe eines großen Teiles der Besitzenden bestellt ist. Das Gezeter über die aushungerungslustigen Eng⸗ länder ist nicht am Platze, wenn man sieht, wie die„Engländer“ in Deutschland den Krieg im persönlichen Interesse ausnützen. Ob aber die Mahnung des Kreisamts etwas fruchten und auf die Be⸗ sitzenden Eindruck machen wird, dürfte höchst fraglich sein. — Witwenrente und Familienunterstützung. Das herausge⸗ gebene Reichsgesetzblatt veröffentlicht das vom Reichstag und Bundesrat angenommene Gesetz über Einfügung eines Absatzes 6 im 8 10 des Gesetzes betreffend die Unterstlützung der Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften vom 28. Februar 1888. Da⸗ nach ist als Abs. 6 zuzufügen: „Die Familienunterstützung wird während dreier Monate über den Zeitpunkt hinaus, von dem an die den Hinterbliebenen auf Grund des Gesetzes vom 17. Mai 1907(Reichs⸗Gesetzbl. S. 214) zu zahlenden Hinterbliebenenbezüge zuständig sind, weiter gewährt. Etwa darüber hinaus gazahlte Fami⸗ lienunterstützungen gelten als Vorschußzahlungen auf die Hinter⸗ bliebenenbezüge und sind bei deren Auszahlung einzubehalten. 5 Dies Gesetz tritt am 20. Oktober in Kraft. Von spätestens diesem Zeitpunkt ab dürfen also von den Witwen⸗ und Kinderrenten Familienunterstützungen nur abgezogen werden, soweit sie für mehr als drei Monate neben den Hinterbliebenenrenten be⸗ zahlt wurden. — Jungeustreiche. In der letzten Zeit kann man öfter be⸗ obachten, daß Jungen auf Wagen der elektrischen Straßenbahn aufspringen, ein Stück mitfahren und wieder abspringen. Daß dabei leicht ein Unglück passieren kann, ist ohne weiteres klar. Dem Wagenführer ist es auch gar nicht möglich, etwas dagegen zu tun und die Buben abzuwehren. Wird aber mal ein Junge überfahren, dann wird unter Umständen dem Wagenführer die Schuld gegeben. Alle Eltern sollten ihre Kinder ganz energisch vor solchem Unfug warnen und auch das Publikum sollte aufmerksam sein und man sollte sich gar nicht genieren, einem solchen dummen Jungen einen Klapps zu verabfolgen. Vielleicht wäre es gut, daß die Lehrer in der Schule auf die Gefahr aufmerk⸗ sam machen und eindringlich warnen. Kreis Marburg⸗Kirchhain. Zeugen aus läugst vergangener Zeit. Am Abhange des höchsten Punktes des Lahngebirges, dem etwa eine Stunde füdlich der Stadt Marburg gelegenen Frauenberg mit der gleich⸗ namigen Ruine, wurde eine Wohnstätte nebst einigen Gräbern aus der sog. Hallstatt⸗Zeit, also einige Jahrhunderte vor unserer Zeit⸗ rechnung, bloßgelegt und auch interesfante Funde zu Tage gefördert. Vor einer Reihe von Jahren wurden am sog. Gold⸗ berg bei dem jenseits des Ebsdorfer Grundes gelegenen Dorfe Mar- dorf im Kreise Kirchhain ähnliche Funde gemacht. Ein Beweis, daß diese fruchtbare Gegend schon lange besiedelt war. Von Nah und Fern. Teuere und verfälschte Butter. In Kassel wurden drei Butterhändlerinnen zu 100, 50 und 10 Mark Strafe verurteilt, weil sie Butter mit sehr hohem Wassergehalt verkauften. Sie enthielt 36, 29 und 21 Prozent Wasser. “ Henkerarbeit. Gestern früh wurden in Köhn die beiden Ar⸗ beiter Fritz Wagner und Heinrich Müller aus Saarbrücken, die vom dortigen Schwurgericht im Oktober 1914 und Februar 1915 zum Tode verurteilt waren, hingerichtet. Wagner, der bei Miiller in Kost gewesen war, hatte im vorigen Jahre in Saar⸗ brücken den Schwiegervater des Müller ermordet und beraubt. Müller, der den Wagner zu der Tat angestiftet hatte, war auch bei der Ausführung des Mordes behilflich. Todesurteil gegen zwei Gattenmörder. Das Schwurgericht in Bochum verurteilte am Dienstag nach zweitägiger Verhand⸗ lung den Bergmann Theodor Burmann aus Höntrop und die Witwe Böckmann von dort wegen Mordes an dem Ehemann der Ange⸗ klagten, bezw. wegen Anstiftung zu diesem Verbrechen, zum Todo und zu dauerndem Ehrverlust. Außerdem wurde gegen die Auge⸗ klagte Böckmann wegen eines früher begangenen Mordversuchs an ihrem Ehemann auf 8 Jahre und gegen Burmann wegen Beihilfe hierzu auf 4 Jahre Zuchthaus erkannt. Die Verhandlung warf grelle Schlaglichter auf die sittlichen Gefahren des Kostgängerwesens. Telegramme. Laltaberict bes Grose Haupttuartiers Die französische Offensive in der Champagne Sechs Massenangriffe zusammengebrochen. Ueber die Drina, Save und Donau. W. B. Großes Hauptquartier, 7. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Die französische Offensive in der Cham; pagne nahm ihren Fortgang. Nach starkem, nach und nach bis zu äußerster Heftigkeit gesteigertem Artilleriefeuer, setzten gestern mit Tagesgrauen die Angriffe wieder ein. Nordwestlich Sou ain brachen unter schwersten Verlusten und Einbuße von zwei Offizieren und 180 Mann an Ge⸗ fangenen sechs Massenangriffe der Franzosen zu⸗ sa m men. Westlich der Straße Somme Py⸗Souain in Richtung Ste. Marie konnten Teile von zwei neu einge⸗ troffenen Divisionen au einer Stelle über unsere vorderste Linie vordringen. Durch sofort einsetzenden Gegenangriff wurde der Feind wieder hinausgewor feu. Zwölf Offiziere, 29 Unteroffiziere, 550 Mann blieben als Ge⸗ fangene in unserer Hand. Zwei Maschinengewehre wur— den erbeutet. Oestlich der genannten Straße konnte der Feind bei seinen Massenangriffen keinen neunens⸗ werten Erfolg erzielen. Gegen ein kleines Grabenstück östlich des Navarin⸗Gehöftes, in dem er sich halten konnte, ist der Gegenangriff im Gange. Nur bei und nördlich Tahure gelang es dem Feinde nach hin⸗ und herwogendem Gefecht, etwa 800 Meter Raum zu gewinnen. Der Angriff kam durch unsere Gegen⸗ angriffe zu m Stehen. ö Die Versuche des Feindes, die Stellung nördlich und nordöstlich des Beauséjbur⸗Gehöftes zu durchbrechen, schei⸗ terten gänzlich. Wo der Feind bis in unsere Gräben vorstoßen konnte, wurde er niedergemacht oder ge⸗ fangen genommen. Die Stellung ist restlos in unserem Besitz. 3 Offiziere, 300 Mann wurden als Gefangenen abgeführt, 3 Maschinengewehre dem Feinde abge⸗ nommen. Einem heftigen, aber erfolglosen Angriff in den die Briqueteri⸗Stellung Morgenstunden gegen nordwestlich von Ville⸗sur⸗-Tourbe folgten im Laufe des Tages nur schwächere Vorstöße, die abgewiesen oder durch Artilleriefeuer im Keime erstickt wurden. Nördlich von Arras fanden nur bedeutungslose Handgranatenkämpfe statt. Im Aisne⸗Tal bei Sapigneul mißglückte ein schwächlicher französischer Ueberfall auf einen vorspringenden Grabenteil.. Oestlicher Kriegsschauplatz. 8 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Vor Dünaburg drangen unsere Truppen in meter Breite in die feindliche Stellung ein. Südlich des Dryswjaty⸗Sees ist der Feind weiter zu⸗ rückgedrängt; eine attackierende russische Kavallerie⸗ Brigade wurde zusammengeschossen. Zwischen dem Boginskolje⸗See und der Gegend von Smorgon wiederholten die Russen ihre verlustreichen Durchbruchsver⸗ suche, die ohne Ausnahme, zum Teil nach Nahkampf, ge⸗ scheitert sind. Es sind 11 Offiziere, 1300 Mann zu Ge⸗ fangenen gemacht. ö Bei Raggasem(au der Rigaer Bucht), wurde ein russi⸗ sches Torpedoboot durch unsere Landbatterien schwer beschädigt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts neues. 7 Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. In den Kämpfen bei Czartorysk ist der Feind aus den Waldungen westlich dieses Ortes geworfen. Balkankriegsschauplatz. Deutsche und richt ec z ungarische Truppen haben die Drina, die Save und Don au an mehreren Stellen überschritten und auf dem östlichen Drina⸗ und südlichen Save⸗ und Donau⸗Ufer festen Fuß gefaßt. Oberste Heeresleitung. Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Russische Angriffe zurückgeschlagen. Der Vormarsch in Serbien. Wien, 7. Oktober.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart. 7. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplattz. An der bessarabischen Grenze und bei Krzemie⸗ niee in Wolhynien wurden mehrere russische Angriffe abge⸗ wiesen. Sonst herrschte an der ostgalizischen Front und an der Ikwa Ruhe. Nördlich von Dubno und an der Putilowka setzte der Feind an zahlreichen Punkten unter großem Munitions⸗ aufwand starke Kräfte zum Angriff an. Er wurde überall unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Stellenweise kam es zu einem erbitterten Handgemenge, so bei Olyka, wo den Russen die Linzer Division in gewohnter Kaltblütigkeit entgegentrat. Wir nahmen etwa 800 Mann und mehrere Offiziere gefangen, Nord⸗ östlich von Kolki beiderseits der von Sarny nach Kowel führenden Bahn ist der Feind an einzelnen Stellen auf das Westufer des Styr vorgegangen. Ein von österreichisch⸗ungarischen und deutschen Kräften geführter Gegenangriff schreitet erfolgreich fort. Oester⸗ reichisch⸗ungarische Bataillone entrissen den Russen das zäh ver⸗ teidigte Dorf Kulikowice am Styr, wobei 200 Gefangene einge⸗ bracht wurden. Deutsche Truppen vertrieben den Gegner aus seinen Stellungen bei Czartorysk. Bei den k. k. Streitkräften an der oberen Szezara nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. 5 Die Gefechtstätigkeit an der Südwestfront beschränkte sich gestern auf die gewöhnlichen Geschützkämpfe. Nur gegen den Nord⸗ teil der Hochfläche von Doberdo bei Petteano versuchten Abteilun⸗ gen eines italienischen Mobil⸗Miliz⸗Regiments anzugreifen. Dieses Unternehmen scheiterte vollständig. Unsere Truppen jagten den Feind in der Nacht bis über seine Vorpostenaufstellung zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oesterreichisch⸗ungarische und deutsche Streitkräfte erzwang gen sich gestern zwischen der Mündung der Drina und dem Eisernen Tor an zahlreichen Punkten den Uebergang über die Save⸗ und Donau⸗-⸗Linie. Die serbischen Vortruppen wur⸗ den zurückgeworfen. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. * Vergebliches Bemühen! Aus dem immer erneuten Anrennen gegen unsere Westfront kann man erkennen, wie außerordentlich wichtig gerade im gegen- wärtigen Zeitpunkt dem im Auftrage der Entente Diplomatie handelnden französischen Genera⸗ lissimus ein Durchbrechen unserer Linien erscheint. Joffre will mit allen Mitteln, und koste es auch die größten Blutopfer, verhindern, daß deutsche Truppen aus dem Westen nach anderen Kampffronten abgeschoben werden. Ein vergebliches Bemühen! Das wird der Vierverband aus dem heutigen Großen Hauptquartiersbericht am besten ersehen können, denn darin wird mitgeteilt, daß deutsche und österreichisch— ungarische Truppen den Kampf an der ganzen serbischen fünf Kilo. Front erfolgreich aufgenommen haben. Alle die ungeheuren Menschenopfer, die die Franzosen und Engländer in den letzten Wochen gebracht, haben unsere oberste Heeresleitung nicht bewegen können, den großen Plan für die Balkauaktion auch nur im mindesten abzuschwächen. Das wird die weitere Ent⸗ wicklung der Dinge zeigen. Gegen Serbien! Der militärische Mitarbeiter der Frankf. Ztg. schreibt; Die Armeen der Verbündeten sind über die Grenzflüsse nach Serbien eingebrochen. Die Donau, die Save und die Dring sind von den vereinigten Streitkräften 4 der Zentralmächte, die schon seit geraumer Zeit für, diese Aufgabe bereitstanden, an mehreren Stellen über⸗ schritten worden. Längs der ganzen ungarisch⸗serbischen Grenze wurde der Angriff erfolgreich eröffnet, der ganze mordwestliche Grenzwinkel Serbiens und die ganze rund 300 Kilometer lange Nordgrenze von Ratscha bis zum Eisernen Tor ist zur Angriffsfront für eine gro ßangelegte Operation der Verbündeten gemacht worden: der ganze Norden des serbischen Königreichs ist durch einen aus zwei Richtungen konzentrisch vorgetragenen Angriff be⸗ droht. Das Knie der Morawa, wo der westliche und der süd⸗ liche Flußlauf dieses Namens ineinanderfließen, ist das Zentrum der Angriffslinien In jenem Flußwinkel, im Raum von Kragujewatz, war schon beim Feldzug Potiorets der Mittelpunkt der serbischen Verteidigungsstellungen; dor! hatten sich die serbischen Armeen zusammengeballt, unt zum letzten verzweifelten Ansturm vorzubrechen. Dort muß auch unser erstes Ziel sein. Hinter dieser Festung— gewaltige Rüstungen haben den ganzen Norden des Landes zu einer waffenstarrenden Burg werden lassen— liegt Nisch, und durch jenes Tal der südlichen Morawa führt die große O rientlinie nach Sofia und Konstantinopel. Der Stoß geht ins Herz der Serben. 25 dieser Feldzug in erster Reihe bringen soll, ist zwar nur die freie Bahn durch die Nordoststecke des Landes, durch den Das, was Dauanksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode und Begräbnis unseres lieben Ent schlafenen sagen auf diesem Wege herzlichsten Dank. Wegweiser Praktischer eiupfeplenswerter desthätte Besonderer Beachtung r: empfohlen 22:: 2: einmal 8 Brauereien und EBrenn materialien Slerhanlungen 1 fü Fi U 3 J. N. Mring. bien Joh. Fischer; e Aegerden f Nene B Kohlen. Koks und Eriltetts. mit eigener Malzerel Anerlcannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Georg Quht Gerlach& Euler vormals J. Luy Nosonsalwaren Heinrich Möser, Gießen Weizen- u. Roggenmehle Sämtliche Futterartikel engros Büböl, Leinél en detail Christian inderta Likörfabr. u. Weinhandlung Glegen Neuen-Bäue 27 Dlezstr. 14. N NIsfefd garien trennt, abe kaum 70 Kilometer breiten Streifen, der Ungarn von Bul⸗ r wenn wir die neue, uns günstige Wendung auf der Balkanhalbinsel zu einem dauernden Gewinn machen wollen, dann müssen unsere Truppen bei diesem Feldzug ganze Arbeit machen, dann muß Serbien zu Boden geworfen werden. Und diesem Ziel gilt die groß- angelegte Operation, an deren Anfang wir stehen. Werden die Serben im Norden Stand halten, oder wer⸗ den sie dem Druck der Angreifer weichen und uns den Zu⸗ gang nach Bulgarien preisgeben? Wird sie die Sorge zum Rückzug zwingen, sie möchten durch einen Einmarsch der Bulgaren in Mazedonien von der Verbindung mit Salonik und Griechenland abgeschnitten werden? Oder stärkt sie die Hoffnung, ein Hilfsheer der Entente werde ihren Rücken decken, oder Rumänien werde das bulgarische Heer um Schach halten? Jede dieser Möglichkeiten müßte den Kriegsplan des serbischen Generalstabs entscheidend beein⸗ flussen. Es sind ernste Stunden für die Freunde des russische Zaren angebrochen. Der Eisenbahnverkehr zwischen Nisch und Sosia eingestellt. T. U. Sofia, /. Okt. Der Eisenbahnverkehr zwischen Nisch und Sofia ist eingestellt. Serbische Blätter treffen nicht mehr ein. Der türkische Tagesbericht. Seiten au einzelnen Stellen. f 1 5 5 Drei feindliche Torpedobo näherten sich der Mündung des Kerewisdere und beschosse unseren linken Flügel. Durch Gegenfeuer unserer Batterien am asiatischen Ufer entstand an Bord eines Torpedobootes ein Brand, worauf sich die Boote entfernten. Im übrigen nichts Neues. 3 Verantwortlicher Redakteur; F. Vetters, Gießen. 5 5 Verlag von Krumm& Cie., Gießen.„ Druck: Verlag G. m. b. H., Offenbach a. M. Offenbacher Abendblatt, Bekanntmachung. Die im September 1898 geborenen Landsturmpflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. Oktober ds. Js. vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im Rathaus am Markt⸗ platz zur Landslurmrolle melden. Auswärts Geborene haben ihrer Geburtsschein vorzulegen. 5 1 Gießen, 6. Oktober 1915. Der Oberbürger meister. Keller. Bekanntmachung. Betrifft: Die Bildung der Schöffen⸗ und Schwurgerichte. Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt von Samstag, den 9. Oktober bis Samskag, den 16. Oktober l. Is, auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 8, zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb der Offeulegungsfrist kann gegen die Richtigkest und Vollständigkeit der Urliste Einspruch erhoben werden. Gießen, den 6. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister: a Keller. Verstorbene. Frau Elisabethe Nesseldreher geb. Reh in Konstantinopel, 7. Okt.(W. B.) Mitteilung des Hauptquartiers von gestern abend. An der Dardanellenfront nichts von Bedeutung außer gelegentlichem Fener von beiden Heuchelheim. 64 Jahre alt.— Johannes Stühler in Großen⸗ Buseck. 93 Jahre alt.— Friedrich Piscator, Metzger in Leun, 52 Jahre alt.— Kaspar Ferber IV. in Waldgirmes. 9 fe am 25. September mein treuer Gatte, unser lieber Soh In tiefer Prauer: Carl Busch u. Frau Adam Hohmeier, zurzeit im Felde, u. Frau Als Opfer des Weltkrieges fiel bei einem Sturmangriff in Feindeslaud Carl Busch Landwehr-Intfauterie-Regiment Nr. 116. Friesdorf bei Godesberg und Giessen, den 7. Oktober 1915. Else Busch WWòWe., geb. Wicke Ta Ta Refon- Wuschpulver kostet 1 Pfund nur 25 Pfg. Reformhaus Kreuzplatz 5. 1 n, Bruder und Schwager Sof. ges. möbl. Wobhn⸗ u. Schlaf., evtl. 1 gr. Sim⸗ mer mit 2 Betten, Be⸗ ding. Gasbel. und Koch Lina, geb. Busch. 5 ö 5 gel. Off. mit Preis a. d. — Konsunwerein Gießen Exped. d. 25l.. 15 .. 10 Verteilungsstellen Bäclerei, Mineralmasser⸗Fabrik 6. G. f. h. H.) ö 5.. 3320 Mitglieder n 9—— Die Auszahlung erfolgt in Gießen an nachstehenden Tagen im Bu itung in Höhe von L. e eee g reau Schanzenstraße 16, nachmittags von 2—5 Uhr: t * Weta eenhads ö. Daer 2 Tak. aldschmt eri J. aten Mella. Aal Tabel e. 1 cee Wetzlar 1 dr. legler wap dend f Hel. I. Sckeier, Lahnstr. 1 Heer EEE rr eren Montag, ee ,, Nr. 1— 300 J Freitag, den 15. Oktober.. Nr. 12011500 Faber Dienstag, den 12. Oktober Nr. 301— 600 Montag, den 18. Oktobeer Nr. 15012000 N lige! Mittwoch, den 13. Oktober Nr. 601— 900 Dienstag, den 19. Oktober 0 Nr. 2001-2900 0 1 Donnerstag, den 14. Oktober Nr. 9011200[ Mittwoch, den 20. Oktober. Nr. 2901-3300 Donnerstag, den 21. Oktober Nr. 3391 bis Schluß. eee 5 a Schuhwaren d- EFA r Ste dle E Billigste Preise. In Wismar erfolgt die Ausgahlung am Freitag, den 22. Oktober: in Kleiulinden am Montag, den 25. Oktober, von à bis s Uhr; in den übrigen ländlichen Verteilungsstellen geschieht die Auszahlung durch die Lagerhalter in derselben Reihenfolge .. 5 und zu derselben Zeit wie in Giesten. 8 Die Auszahlung erfolgt nur gegen Rückgabe der Qulttung. An schulpflichtige Kinder wird nichts ansgehändigt. Die Mit⸗ glieder wollen die Reihenfolge genau einhalten; ber starkem Andrang sind wir genötigt, die noch nicht an der Reihe befindlichen g 8 08 5 Nummern zurückzuweisen. 5 Zur Beachtung! Jolaende Firmen stehen nicht mehr mit uns im Rabattverhältnis, geben also unseren Mitgliedern keine 8 25 N n mehr: H. Kaes Nachf. W. Horn: Gebr. Baer: K. Döring: H. Pöller: Fr. Neumeier: „Süß, d 10 0 G.&* Schuchardt: L. Leisler Wwe.: Dauiel Schuchardt: Warenhaus Goldschmidt; Von-Eiff: G. Müller; serner in Wiefeck: H. Weller; A. Rau; L. Löwenstein: Phil. Wacker II. In das Rabattverbältnis neu eingetreten sind folgende in guter dauerhafter Ware. Firmen: Carl Hensel, Eisenwarenhandl, Walltorstr. 10; Lang & Wiederstein, Glas⸗ und Porzellanwaren. Marktstx. 4; Geschw. Marktplatz 2 neben der Engel— 9 Apotheke. N eee rber 8 eee Student, Manufaktur- und Kurzwaren, Marktstr. Ecke Wettergasse. Das ge ten⸗Verzeichni fi ich i t 5 ann 5 D nte Lieferanten-Verzeichnis 1 neuesten Geschäftsbericht; derselbe ist in sämtlichen Verteilungsstellen zu Raben 17 e eech eee 5 Aufhe Der Vorstand. ben! i 2 Diese Veröffentli 2 Beachtenswert! Damen⸗ Mädchen- Kinder- mit neuesten Garnituren kauft man am Wilhelm Roll Die schönsten billigsten bei Giessen 306 Seltersweg 36 Meine Hüte zeichnen sich als äusserst kleidsam besonders aus! Hüte in jedem Geschmack! Hüte zu jedem Preise! Grösste Auswahl am Platze! Kriegsteilnehmer in allzuvielen Fällen nur sehr schwer oder überhaupt nicht mög⸗ 5 langen nach Gewährung von Schuhen für Erwachsene und Kinder erhoben. bewährte Opferwilligkeit unserer Mitbürger mit der dringenden Bitte, uns f 8 Unter den Gegenständen, die durch den Krieg am meisten verteuert worden sind, befindet sich das Schuhwerk, dessen Beschaffung heute den Familien der eum Schuhe. lich ist. Bei der städtischen Kriegsfürsorge wird daher immer häufiger das Ver⸗ Um hier helfend eingreifen zu können, wenden wir uns an die so oft, gebrauchte Schuhe aller Ark zur Verteilung an bedürftige Kriegerfamilien freundlichst zuweisen zu wollen. 35 Entgegennahme erfolgt im städtischen Hospitalgebäude, Seltersweg 11. Auf schriftliche Mitteilung läßt die städtische Kriegsfürsorge die Gahen auch in den Wohnungen der Geber abholen. 5 N Gießen, den 6. Oktober 1915. 1 Städtische Kriegsfürsorge Keller. Dr. Ebel. b