DODrgan für der P r die Interessen robinz Oberhessen 9 des werktätigen Volkes und der Nachbargebiete. Die Sberbessische Volksgeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gieen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. Redaktion und Expedition Giesten, Bahnhofftraße 23, Ecke Löengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 233 e.. 11—— — W Gießen, Dienstag, den 5. Oktober 1915 10. Jahrgang —— Die Kampfe vor Dünaburg. pie National Tidende aus Petersburg erfährt, äußerst he 0 namentlich am Drißwiaty⸗See bei Nowo-A östlich Dünaburg wird ununterbrochen Tag und N ämpft. Schützengräben werden vielmals von den robert, von den Russen zurückerobert. Haufen von Leichen, die wegen des Granatfeners nicht weggeschaff werden können. durch die gewaltige Kanonade erschüttert. Ein Küstengefecht bei Riga. Die Times meldet aus Petersburg, daß ein Gesecht inigen russischen W düsstenbatterien westlich von Riga stattgefunden hat. ud im Geschützturm eines der russischen Schiffe explodiert, 0 ie beiden Offiziere tödlich verwundet wurden. Schiffe näherten sich darauf der Küste hpweren nonen einen Füstengeschütze. hne Havarie erhalten zu haben. Vergebliche russische Hoffnungen. wahren Hagel von Granaten ve an der Westfront: Es ist ganz klar, daß die Inaktivität unserer gerbündeten an der Westfront in Wirklichkeit nur eine Periode der Jorbereitung war, um den Streich im rechten Moment zu ver⸗ N die schon im voraus von den Ober⸗ ttzen und in der Situation, Emmandierenden erwählt und bestimmt war. Mit Aufmerksamkeit den Aufmarsch unserer nd warmer Sympathie verfolgen wir jetzt ühmvollen Freunde und Alliierten zum vollständigen Sieg. Verschleierung englischer Verluste. T. U. Rotterdam, 3. Okt. Die nun schon über vier Tage 1 1 Unterbrechung des englischen Handelsdampferver— ihrs sucht man in England, wie aus London gemeldet wird, hin zu erklären, daß deutsche Unterseeboote an r britischen Küste wiederum Minen ausgestreut hätten. In Birklichkeit scheint jedoch England den Abtransport seiner nmenge von Verwundeten aus den letzten (ämpfen verbergen zu wollen, desgleichen auch die 1 neuer Transporte nach den französischen Nordsee— fen. kalonik, die neue Operationsbasis der Entente. Aus Konstantinopel wird der Frankf. Ztg. telegraphiert: 0 tritt mit jedem Tage deutlicher hervor, daß die Entente alonik zur neuen Operationsbasis wählte. neral Lord Hamilton mit seinem Stabe weilt seit 1 Salonik, ebenso Teile des französischen Dardanellen⸗ bes. Es gewinnt den Anschein, daß die Entente der acht⸗ spnatigen Kämpfe auf der Halbinsel Gallipoli, is sämtlich an dem heroischen Widerstande der ottomanischen Le zerschellten, müde geworden ist. Mit wachsendem Mißtrauen und Ungeduld beobachtet man in Athen das Vor⸗ chen der Entente in Salonik. Sie gebärdet sich in der maze⸗ nischen Hauptstadt als Souverän ohne Rücksicht auf die ö bechischen Interessen. * Nachrichten aus Rom bestätigen, daß ein Eutentekorps baldigst aloniklanden wird, sie schweigen aber darüber, oh neben azösischen und englischen auch italienische Truppen beteiligt sind. Uprünglich war jedenfalls die Landung in Salonik nur als Hilfs⸗ ternehmen für die Dardanellen⸗Aktion aufgefaßt und deswegen V englischen und französischen Truppen vorbehalten. Es ist jedoch ehrscheinlich, daß neuerdings die Zuziehungitalienischer p pen beschlossen wurde, weil Ztalien Ueberfluß an Soldaten u während die Westmächte ihre Heere bei der neuen Offenstve zidtigen. Auch die Kriegserklärung an die Türkei, sowie die nisterkonferenzen der letzten Tage unter Teilnahme des von der tant herbeigeeilten Unterstabschefs Porro sind Symptome dafür. Die Drohungen des Vierverbandes. „(W. T. B. Nichtamtlich.) Dem Temps zufolge haben e Erklärungen der Vertreter der Vier verbands⸗ gächte in Sofia folgenden Wortlaut: 8 % Wenn die bulgarische Mobilmachung Bulgarien Aulaß geben Uallte, eine aggressive Haltung an der Seite unserer Feinde ein— nehmen, dann sind wir entschlossen, unseren Freunden auf dem alan jede Hilse zu gewählten, über die wir verfügen, so wie ihnen am besten paßt in Uebereinstimmung mit den Verhün⸗ 17 zwar ohne jede Einschränkung und ohne jeden Vor⸗ alt. Der Temps meldet, das Er VV er Truppen in Mazedonien stehe unmittel- bevor. Die Nachricht ihrer Landung in Salonik werde ien kurzer Zeit erwartet. Vertagung des englischen unterhauses. 5 G. T. B. Nichtamtlich.) Das Unterhaus ist bis 1K 1 1 f ö 0 Die Kämpfe an der Düna und am Drißwiaty⸗See sind, tig, lexandrowsk süd⸗ acht ge⸗ Deutschen Ueberall liegen große heftigen, ununterbrochenen 5 r. 5 In Düna⸗ Hurg, 18 Kilometer von Alexandrowsk, werden die Häuser 5 zwischen achtschiffen und den deutschen In 1 sem Kampf verloren Fürst Wiaremski und Kapitän Spinin das Leben. Eine verirrte Grauate war eingeschlagen wodurch Die russischen und eröffneten aus ihren auf die Die Schiffe zogen sich darauf von der Küste zurlick, Die Nowoje Wremja vom 28. September sagt über die Offen⸗ Die Angst vor Luftangriffen In London sind neue streuge inn London. 0 in euge Bestimmungen für die Ver⸗ dunkelung der Stadt erxlassen worden, die sich auf das Gebiet einer Bevölkerung von 7 Millionen Personen erstreckt. erleuchteten Zimmer müssen an selbst an Eisenbahnzügen mlüsf werden. Die Theater müssen ihre) ordentlich schwere Strafen werden bei Uebertretungen verhängt. Falls das Kriegsgericht findet, daß Lichter zu Signalzwecken für den Feind benutzt worden sind, tritt lebenslängliche Zwangsarbeit oder Todesstrafe ein. Bei gewöhnlichen Ue retungen wird immer noch Zwangsarbeit bis zu 6 Monaten und eine Geldstrase bis 100 Pfund ausgesprochen. Trotz der neuen Bestimmungen über die Beleuchtun g von London waren die Straßen belebt wie gewöhnlich. Aber die Blätter betonen, daß den Fußgängern eruste Gefahr von Kraft⸗ iben, die Londoner Alle hell⸗ den Feustern abgedunkelt werden, die Vorhänge heruntergelassen klamelichter auslöschen. Außer⸗ 6 London Bild voller geisterhafter Nachtbilder. Dunkelheit brüte auf allen Straßen, Plätzen und Gassen. Daily Mail meint, daß man seinen Weg durch die S raßen ebenso schwer finde, wie in einer Nebelnacht im Dezember. icht und konnte sich in den gewohutesten raßen nicht zur, Die Times meint, die Zeppeline würden jetzt leine dunklen Stellen mehr sehen, nach denen sie sich richten könnten. Amerikanische U-Vootslieferungen an England. Aftenposten(Christjanjg) vom 29. September meldet ohne Quellenangabe: Zehn große englische U-Boote, die in Amerika von der Bethlehem-Gesellschaft erbaut waren, konnten ohne fremde Hilfe von Amerika nach England fahren. Fünf sollen in der Nordsee, die anderen an den Dardanellen verwandt werden. 5 94** Zur Lage in Rußland. Eine russische Schilderung. London, 3. Okt. Die Daily Mail gibt die Aeußerungen von Frau Novikow wieder, jener Dame, die, wie die Daily Mail sagt, durch ihre Freundschaft mit Gladstone vielleicht zu allererst die in⸗ ternationale Freundschaft zwischen England und Rußland einleitete, und die jetzt nach 18monatigem Aufenthalt in Petersburg nach Lon⸗ don zurückgekehrt ist. Die Dame sagt: Die letzten Monate sind die ritischsten in der Kriegsgeschichte gewesen, soweit es Rußland angeht. Mit dem Fall der großen Festungen und dem Vor⸗ rücken der Deutschen schienen sogar Petersburg und Moslau be⸗ droht. Nach dem Fall von Przemysl und Lemberg brach der Pöbel los, plünderte Moskau, und die politische Lage entwickelte sich mit fast größerer Schnelligkeit als die militärische Strategie Deutsch⸗ lands. Der bisherige Mißerfolg, der durch den Mangel an Muni⸗ ht sind 0 tion hervorgerufen wurde, bedeutete ein Erstarken der Duma, aber auch gleichzeitig ein Stärker werden der revolutionären Gruppen der russischen Politik. Alle Konservativen und die meisten Liberalen wünschen, daß Rußland diesen Krieg gewinne. Aber die Sozialisten und Revolutionäre, die in der militärischen Schwäche Rußlands eine günstige Gelegenheit für sich selber sehen, sind, wenn man sich milder ausdrückt, wicht ihrer Auffassung. Während eines ganzen Monats schwebte die Gefahr der Plün⸗ derung und der Pöbelherrschaft in der Luft. So stark war die Volksmenge, daß sich die Duma vorzubereiten schien, rasch mit ihrer Politik und Reformen fortzuschreiten, und es schien mög⸗ lich, daß das russische Parlament einen unerhörten politischen Sieg dorvontragen und tatsächlich eine gesetzgebende Körperschaft würde und daß die Ministerverantwortlichkeit eingeführt würde. Jedoch Goremnkin durchschlug den Knoten, und die Duma wurde vertagt. Jnzwischen litten, litten und litten die Armeen im Felde. Rußland wurde mit zur Armut verurteilten Flüchtlingen überflutet, Es gab furchtbare Geldpaniken, da man nicht wechseln konnte, und in Petersburg wenigstens herrschte die Furcht, daß die Deutschen kämen. Die Eisenbahnbilletts wurden viele Tage im Voraus aufgekauft, und es fand ein Auszug nach den Land⸗ häusern und den entfernten Provinzstädten statt. Bei jedem Schritt, den die Deutschen näher kamen, wurde die politische Lage gefähr⸗ licher. Was für eine merkwürdige falsche Idee ist es doch, daß die Russen die Deutschen heranlockten, geradeso, wie es mit Napoleon im Jahre 1812 geschehen set, und daß, je tiefer die De hen nach Rußland hineingingen, um so schlimmer die Lage sür die Deutschen würde. Tatsache ist, daß, je weiter die Deutschen nach Rußland hereingehen, es desto schlimmer für jeder⸗ mann wird. Wenn sich Rußland zurückzieht, dann ziehen wir uns alle zurück. Das waren die urg mei als ich von Peters hinwegging: Eine furchtbare Angst um Rußland und die Hoff⸗ nung auf ein kräftiges Eingreifen im Westen.(Frankf. Ztg.) Eine merkwürdige Hindenburg⸗Ovation. Hindenburg wurde am 2. Okkober 68 Jahre alt. diesem Anlaß wurde vor dem hölzernen Riesenstandbild des Marschalls, das jetzt in Berlin zu wohltätigen Zwecken mit Nägeln gespickt pird, eine große Feier veranstaltek. lang vorher war angekündigt, daß eine bekannte Ber Persönlichkeit die Festrede halten würde, Als diese Perst keit entpuppte sich dann der Ausland⸗ und Flottenred Tiour der Deutschen Graf h Rebentlo pw. N Aus ttüng, G 0 Selbstverständlich hat niemand etwas dagegen einzuwenden, daß dem Feldherrn, an dessen Namen sich die zweimalige Be— Taägesze 0 20. Oktober vertagt worden, um Me Kenna Zeit geben, die Jinanzbill fertigzustellen. freiung Ostpreußens von russischer Invasion knüpft, war aber auf jenen demonstrativen Ton gestimmt, der seit Monaten jede Erwähnung des Namens des Generalfeld⸗ marschalls in der Deutschen Tageszeitung und der übrigen rechtsstehenden Presse unausbleiblich begleitet. Ohgleich Marschall v. Hindenburg— was einer der sympathischesten Züge an diesem Mann ist— sich bisher stets auf seine mili⸗ tärischen Aufgaben beschränkt und niemals öffentlich versucht hat, auf die Reichspolitik Einfluß zu nehmen, wird in diesen Zeitungen und in der Rede Reventlows so getan, als ob der Oberbefehlshaber im Osten Schirm und Schutz gegen irgend: eine nachgiebige, weichliche, schwächliche, ja geradezu einen Frieden um jeden Preis anstrebende Richtung maßgebender Persönlichkeiten wäre— einer Richtung, für deren Vor⸗ handensein gerade nach den wiederholten Erklärungen des Reichskanzlers nicht der mindeste Anhaltspunkt zu finden ist. Aber darüber hinaus hat Graf Reventlow in seiner haußpt⸗ sächlich gegen England gerichteten Rede auch folgenden Satz — 7 N gebraucht: Das V 1 Volk der Lüge und der Verleum dumg, das diesen unmenschlichen Krieg über uns gebracht hat, das müssen wir hossen.“ Wenn der Redner weiterhin auch einmal zugab, daß der einzelne Engländer ein anständiger Mensch fein könne, so wünschen wir doch nicht seine Worte über das englische Volk unwidersprochen zu lassen. Die Entscheidung über Krieg und Frieden, die Führung der auswärtigen Politik war bis zuletzt in allen europäischen Großstaaten nicht Sache des Volkes, nicht einmal Sache der Volksvertretung Daß dies für Eng⸗ land ebenso zutrifft, wie für andere weniger konstitutionelle Staaten, ist genügend durch die Tatsache bekräftigt, daß der Weltkrieg in England die unter den Namen des„Komitees für demokratische Kontrolle“ marschierende Bewegung hervor⸗ gerufen hat, deren Ziel eben eine Aenderung dieses Zustandes ist und die auch die auswärtige Politik der Kontrolle des Volkes und seiner Vertretung unterzogen haben will. Be⸗ kanntlich sind wegen der englischen Kriegserklärung an Deutschland sogar mehrere Minister aus dem Kabinett aus⸗ getreten. Unausgesetzt übermittelt uns der offiziöse Draht aus England Kundgebungen gegen die Regierung, gegen die Einführung der Wehrpflicht. Wenn es uns auch verwehrt ist, heute tiefer in diese Materie einzudringen, so weisen wir es doch zurück, wenn versucht wird, die Verantwortung für den Weltkrieg zu ver⸗ schieben und durch völkerverhetzende Reden Oel ins Feuer zu gießen. Die Ententelruppen in Griechenland. Lugano, 4. Okt. Italienischen Blättern zufolge ist die Balkanaktion bereits im Gange. Natürlich werden die hierzu nötigen Truppen dem Dardanellenheer entnommen. Nach der Tribuna begann bereits die Truppenausschiffung in einem griechischen Hafen. Auch stehen russische Landungen in Varna und Burgas bevor, während in Sewastopol und Odessa ausgedehnte militärische Vorbereitungen getroffen wurden. Der Corriere della Sera rät zur größten Eile, da sich die Balkanereignisse überstürzen. Das Journal d'taliq meint, nur die umgehendste Besetzung Mazedoniens werde dem Zaren Ferdinand an einem Losschlagen verhindern. Griechenland müsse auf alle Fälle der Landung in Salonfki ruhig zuschauen. * Der im Pariser Auswärtigen Amt tätige it der Berlingske Tidende telegraphiexrt, daß die ange⸗ Kopenhagen, 4. Okt. Korrespo drohte militärische Operation der Westmächte in Mazedonien jetzt unmittelbar vor der Verwirklichung stehe. Die Jauréèsaffäre. Genf, 4. Okt. Die Anklagekammer wird nach einer Meldung Pariser Blätter am nächsten Dienstag das Aktenmaterial über den an Jaures begangenen Mord prüfen. Der Advokat Godetroy ist zum Berichterstatter ernannt. Kriegsustizen. Die Stadtverordneten ⸗Ergänzungswahlen in Groß-Berlin werden auch in diesem Jahre im November vorgenommen werden. Es sind 48 und eine Ergänzungsn wie der 2 in allen uden im Zeichen des werden keine Wahllisten neu aufgestellt nen noch Wahlkämpfe stattfinden. Gogenkandidaten werde in allen W Nur in den Bezirken, wo durch den 8 inhabers oder durch Verzicht eine Ersat ein Kandidat neu aufgestellt werden Die Wahlen werden sich, gang 6 Berlin »iedens“ voll 8 auch sollen weder 8. Mandats- lstatisinden muß, werde hin diesen Bezirken soll ein Wahlkampf dadurch vermieden werden, daß man den betreffen⸗ Ovationen bereitet werden. Die Rede des Grafen Reventlow den Bezirk der Partei vertrat, oder Fraktion überläßt, die ihn bisher In sösterreichischen Blättern dementiert das k. k. Tele⸗ graphen⸗Korrespondenzburcau ausdrücklich die„von unbelannter Seite mittels maschinengeschriebener Flugblätter verbreitete“ Nach⸗ beiterpartei folgendes Telegranem:„Tief erschüttert durch den Tod Keir Hardies sende ich im Namen des Internationalen sozialistischen Burcaus den britischen Sozialisten den Ausdruck brüderlicher Sym⸗ konstatiert werden, daß besonders die Frauest der Ver angestellten die verwaisten Posten übernommen haben. richtet z. B. der Textilarbeiterverband, daß in acht von neun schäftsstellen, die durch besoldete Augestelle verwaltet wurden, richt, daß in Wien ein Hochverratsprozeß gegen 50 Per⸗ pathien. Ehre dem Andenken dieses großen, edlen, überzeugungs⸗ 11 sonen geführt worden und dabei auch die Frau des Landtagspräsi⸗ vollen Soldaten der internationalen sozialistischen Sache.“ Frauen der Angestellten an die Stelle ihrer Männer getreten a denten von Mähren, Gräfin Seremji, geborene Gräfin Harrach, Wie die Dailn News berichten, soll in Keir Hardies Bezirk] In anderen neun Fällen haben die Frauen der Einberufenen di verurteilt worden sei. Es war u. a. behauptet worden, daß Graf] Merthya ein Arbeiterkandidat aufgestellt werden. Die Unionisten] ehrenamtliche Leitung von Verwaltungsstellen übernommen und 0 ung von 1 Seremji vergebens einen Fuß fall vor dem Kaiser getan wollen ihm keinen Gegenkandidaten entgegensetzen, sofern die Libe⸗ hunderten von Stellen haben sie andere Funktionen übernommen. f 218 rden e. die Gräfin zu 5 Jahren] ralen nicht mit einem eigenen Kandidaten auftreten. Eine Denkschrift der österreichischen Gewerkschaftskommissinn 0 Bis jetzt wurde an 45 Gymnafien und Realschulen Ungarns Die Stimmung in der französischen sozialistischen Partei. die dem Minister des Innern vom Sekretär Genossen f die deutsche Sprache als obligatorischer Unter- Fast gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Tagesordnung dem Schriftführer der Reichstags frabtson, 5 richtsgegenstand erst von der dritten Klasse ah und nur] na den Kongreß, den die sozialiftische Partei Frankreichs zu Weih⸗ Seit, überreicht wurde gibt he 42 1 drei Stunden wöchentlich gelehrt. Nach einer Verordnung des nachten abhält, dementiert das Exekutivkomitee einen in der Verner Oesterreich insb⸗sondere auch r e ae f ungarsschen Kultusministeriums und nach dem neuen Lehrplan, der 1 5 5 Artikel, der 150 in 105 frauen an n 8 55 Senee segnese ere f 4 voraussichtlich schon im nächsten Frühjahr in Kraft tritt, schen Partei schildert. Das Erekutiwkomitee behauptet demgegen⸗ guten nisusden) sie Palblahr an; Die scharse eee deutsche Untericht wit wöchentlich ae Skunden bereits in ds über, daß in der französischen Partei volle Einmütigkeit bestehe. Fein enbenlagte imserstan Halbjahe 17 aur auc, eee 0 ersten Mittelschulklasse beginnen. Man hofft dadurch zu erreichen, Eine Resolution, welche die bisherige Politik der Parteileitung und Gemeinden es endlich mit einem Anfang zu einer kommun 1 9 daß die Schüler nach Zurücklegung der acht Mittelschulklassen das der Kammerfraktion billige, sei im Nationalrat einstimmig agen Arbeitslosenunterstützung zu versuchen: die größte dieser 8 Deutsche gründlich beherrschen. nommen worden und auch die Pariser Organisation habe mit 9523 meinden— Gras„ stellte 6000 Kronen dafür in border 0 a Aus Brüsse! wird der Vlaamschen Stem geschrieben: Seit 2 5 1175 Stimmen und bei 159 Stimmenthaltungen die pe der 5 Wien, pute Brünn usw. war man% 65uls nich 0 angem hatte man nichts mehr von den Folgen gehört, die der Er⸗ arteileitung gebilligt. Auf dieses Dementi antwortet der fran wägungen mit größtenteils verneinendem grgautetslosigkei g laß des Generalgouverneurs vom 16. Jan. hatte, wodurch die steuer⸗ zösische Korresvondent des Basler Vorwärts das folgende: gekommen. Die mit Kriegsbeginn einsetzende Arbeitslosigkest ver⸗ r fähigen Flüchtlinge aufgefordert wurden, bis zum 1. März zu⸗„Die Tatsachen, die das Dementi anführt— Billigung der minderte sich bald ebenso wie in Deutschland. Ende 1914 hatten die 0 rückzukehren, widrigenfalls sie mit a ußerorden tlichen] Politik der Parteileitung, sei es einstimmig, sei es mit erdrückender] Zentralverbände nur noch 240 681 Mitglieder; ihre Ausgabe 00 9 e würden. Man hatte schon gehofft, daß es bei e 85 1255 richtig. Das Exekutivkomitee, b jedoch e 1 5 ieser Bedrohung bleiben würde. Das ist jedoch nicht der Fall. ht die Tatsache, daß innerhalb der sozialistischen Partei eine iesem Jahre bei 8,2 Mi„ 85 Wie man hört, ist jetzt die Liste der in Frage kommenden Flücht⸗ Opposition gegen seine Politik vorhanden istt um die Dinge ins weniger a 9 und t linge endgültig festgestellt. Sie enthält 3610 Steuerschuldner, die richtige Licht zu setzen, führen wir zunächst einige Tatsachen au. del zusammen einen Vetrag von 4 201 400 Franken zu bezahlen haben.] Der Nationalrat ist einberufen worden infolge eines Protest⸗ waren die meisten Verbände zur tel e ee sehr viele steuerkräftige Flüchtlinge der Auf⸗. der Föderation des„ 1 Vienne, sehr we e e fir orderung rechtzeitig gefolgt, um nicht ihr Geld zu verlieren. Bis allen Organisationen zuging und worauf das Exekutivkomitee sehr en n sehr eindringlichen fun zum 1. März, dem letzten Tage der Frist, sind nicht weniger denn gereizt antwortete. Die Föderation des Departements Haute fordert die Denkschrift ein rechtzeitiges Ei 0 18 990 Personen, die als wohlhabend gelten können, nach Belgien Bienne ist einer der stärksten Parteiverbände. Auch in anderen] Vorbereitung der Zurückführung der V 0 zurückgekehrt. f Organisationen wurden ähnliche Resolutionen angenommen Die Friedenszustand: es wird für den 8 Von Patrignani, Zakristan des Doms von Ancona, Kammerfraktion selbst ist keineswegs einstimmig. Die jüngste Dele⸗ Wiederaufleben der Abwanderung gerad gar wurde wegen Verbreitu⸗ nicht offiziell gestempelter Triegs⸗ gierung eines ihrer Mitglieder in die Regierung wurde nur mit beiter nach den Ländern mit vorge t 1 fh nachrichten zu 6 Monden Gefängnis verurteilt. Patrignani Zweidrittelmehrheit beschlossen. Soweit die Annahme der Reso⸗(Deutschland, England) vorausgesagt. Die Gewerkschaftskom⸗ 5 ume 1 1 15 wegen(ichtsignale der Spionage angeklagt, aber 1 7 1 0 des 1 in i— bezüglich der Seine⸗ meine 1 daß die n 1255 lich mant r ge dr damals freigesprochen. Föderation(Pariser Organisation) stellt das Dementi selbst die] gründeten, finanziell schon so außeron entlich stark in Anspruch ge⸗ a testen die Arbeit nie: ee eme ee et— kam deren Annahme zustande: nommenen Hewerdschafen zur milarberit n dieser ausschlag 0 der als Protest gegen die Einstellung nichtorganisterter Arbeiter. 5 weil von der Parteileitung 55 Opposition scheinbar erhebliche gebend wichtigen Arbeit des Staates bereit sind. 5 i 9 l 7 8 1 1 2 Kon- 5 8 3 die 5 jo fer⸗— 1 2 1 e e ee Gunhild e— 0 1 0 95 0„— 1 0 1 15„ 2; 1 1 Streikenden die Arbeit wieder aufnahmen. 1 nossen nicht desavouieren und vor allem die Parteieinheit auf⸗ entnehmen wir das solgende: Dem Selretarigt und pal ran 5 Das russische Polizeidepartement hat vorgeschlagen, daß eine rechterhallen wollten. Schließlich befand und befinde ich Feen 1 95 1 welle een eu der Ecce 0 ganze Reihe der höheren Polizeichargen in Riga, darunter zöstsche Partei im Irrtum über die Situation in der Internationale. schlossen. desterreich Ungarn, Schweden und der Schwan zu der Polizeimeister Nieländer, verabschidet werden' solle, da Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß in der fran⸗ schlossen. Mit Amerika wurden die Beziehungen reger. Die do 20 sie Träger von deutschen Namen und Lutheraner sind.„ zösischen Partei eine starke Mißstimmung vorhanden ist, so genügt bene leisteten sogar erhebliche Unterstützungsbeiträge füt 910 Nach Petersburger Meldungen teilt die Simbirskajg Gazeta es, die Einberufung des Parteikongresses mit dem Tagesordnungs⸗ bedürftige Kriegerfamilien europälscher. Maler: ein schönes Bei- e ee ele ene er unde Singe üben bit feet nach 1 Kriegs Arlene anzuführen. Es fiel irtemattegeler weichen ende en Kriege hie Polizeibehörde, ihm keine administrativ verurteilten Personen würde überflüssig sein, nach 1½ Kriegsiahren diese Frage zu dis⸗ Mitgliederzahl der angeschlossenen Verbände ast im Kriege erhebe“ sibe nehr zu senden, da das Gefängnis mit Ber un d kutieren, wenn darüber Einstimmigkeit herrschen würde. lich zurückgegangen in der Schweiz um 66.6, in Oesterreich um a5 branntweinhändlern überfüllt sei d kutke zn. wollen mit diefen Fesksillungen keineswegs dagen, daß krug an Jah e ansges amt noch 3804 208, Wegen, de 5 das Exekutivkomitee der französischen Partei die Internationale trug am Jahresschluß insgesamt noch 38 642. Der Bericht, der mit fle Partei⸗Nachricht„verraten“ hat. Die Partef hat auf keinen Fall gegen die Grund⸗. ee schließt, ist von dem Interna, 0 1 en. sätze der Internationale gehandelt, wenn sie die Verteidigung des] dalen, 155 retär, Genossen O. Streine, Hamburg, Claus⸗Groth⸗ Nat Gegen die Liebknecht⸗Gruppe un d Vaterlandes als Pflicht erklärte. Die„Delegierung“ Straße 1, zu beziehen. ie . 58 f 8 75. von Parteigenossen in die Regierung war nichts anderes, oder 1 ö Unter dieser Spitzmarke lesen wir in der Germausa: f ichts es 55 557 001 ies Yfli l 17 ait b eser e wir 110 nja: sollte nichts anderes sein, als die letzte Konseguenz dieser Pflicht. N 1 8 5 9 dee ist. 5 amtliche Stellungsnahme] Die Parteileitung und die Tae haben nicht N Industrie und Vo liswirtschaft. a 8 een 159 e en, Bee 9 ehen, daß sie sic damit an die Regierung binden und ihre eigene Die chemische Industrie in Deutschlaud. ö Bülselborf und einigen anderen Orten im Bereich des A nun krämp pete dan h 11 5 1 macht Nach dem Bericht der„Berufsgenossenschaft der chemiechen n korps⸗ i en 1„nu npfhafte Versuche aus dieser Zwickmühle herauszukommen. dustrie“— der die Betriebe dieser Industrie für die Goecke der a 1 1 be e e 1 des] Daher die Opposition. Sie wird mit Dementi nicht aus der Welt] Unfallgesetzgebung angehören müssen 3 7 51 1914 in 15 042 die des Krieges weder in öffentlichen 1 eee e geschafft* 8 55 900 m e e 1 b 1 18 720 125 3 don rund 6000 Apotheken stieg die Zahl der Betriebe im 10 Zerner 19 Per jede Berbel e be eier Unstimmigkeiten in der französischen Partei be⸗ jahre stark. 5 a 2 5 1 Eine Zuwiderhandlung gegen eines dieser Verbote hat spfenine ec en das Züricher Volksrecht:.. e 1913 waren ihrer nur 9147 mit 249 819 Arbeitern der Beru iin Schutz hast für die ganze Dauer des Krieges zur Folge. Ausdrügt⸗ Kan inen tiefgehenden Zwiespalt zwischen der sozialistischengenossenschaft angeschlossen. Der Durchschnittsverdienst aller ver?“ n lich ist hervorgehoben worden, daß sich diefe Maßnahme nicht Kammergruppe und den aus ihr hervorgegangenen Kabinettsmit⸗ sicherungspflichtigen Arbeiter— d. h. solche, die unter 3000 Mar 0 f gegen te sogtaldemokratische Partei, sondern gegen e e e 1 5 Budgetreden 155 1920 e haben— betrug in Berlin 1912: 1194 Mk. 1913: 0 die Unter zei 8 a un an 5 zig 0 geordneten er Ihre Vorwürfe wegen des 1228 Mk., 914: 1238 Mk., in Breslau in densel hre 8, 983, und Fraktion, 199 15 e e e ee en 1. i 3 5 971 Mk., in Frankfurt 1357, 1350, 1371 M. 0 Wee del Verbot wird aufgehoben, wenn der damit Bedachke dem General- T ten sich auch g en e 1 Die Ausgaben ber Geuossenschaft— alle Veiträge sind von den Ne kommando oder der Polizei schriftlich erklärt, er 2 14 155 1 1 55 Thomas. Sie wären vorgestern, zurückgetreten, wenn Unternehmern allein zu leisten 75 betrugen 1914: 4,27 Millionen 95 ihrift mit Bedauern zurück... greise Nh die Pee ba 1 7 beritschen d agenblic n ee, 6 5 1 „ 5 Ril voren hätte, in dem kritischen Augenblick, wo Unfallentschädigungen usw. Für jeden Versichert den c 0 Trauerkundgebungen für Ke. 7 8 Sfägtabestz auf Spi 8 fallentschadigungen nsw. Für jeden Bersherne wurde 105 Der Tod Keir 1 9 55 hat 155 15. englischen Ar⸗ 15 0 e 19270 1 5 125 8 0 15 95 60 0 5 5 5 glise. 5 irde für den Ar 8 zwischen 10 3 279 Un g seldet ge 40 1 ihre 1913. ee den. e Bei⸗ Flügel des Kabinetts und der Opposition hergestellt.“ Dieser Rückgang ist f Betri 556 175„ 0 en 0 8 n Politiker r verschiedensten Richtungen Hälfte des Ja ückzuführei ö rä i sich 112 an 91 5 Witwe gelangt. So von dem trländischen Führer e 7 5 enen 100 eee chien N 1 edmond, der Keir Hardie als Freund Irlands würdigt. Hender⸗ 90 iterb Hebennsche 76 Pompfkesf Kue ere son hat eine Beileidsdepesche vom australischen Ministerpräftdenten Arbeiterbewegung. 122 e 5 un Ane ee 50 1 0 run 1 1 0 Keir Hardie war ein wackerer, Franendienste in den Gewerkschaften. mene usch Wee e 5 1 redlicher Mann, der das Volk ohne Rücksicht auf die persönlich In vi Zewerkschaf i f 8 i zinbe⸗ 1 1 7 en, 1 855 rpstde Weg füge en er für. hielt Auch 15 hungen ee 1 0 een Sele gr perten, Audenhul en 15 er inisterpräsident von Neu-Südwales Holman hat Henderson das treten und versehen nunmehr ihren Dienst im Interess 0 Pra 5 Ader ain e eee 1 1 8. 5 f der 8 9 hen 2 t se der Ge⸗Prozen 0 ö. N Beileid ausgesprochen. Vandervelde richtete an die britische Ar⸗ werkschaftsorganisationen aufs beste. Es kann mit Genugtuung oe 1 1. 1— 5 hinzu:„Denn wenn Sie mit solcher Beredsamkeit for n. 2 Fur 0 u ver und Gold hinzu:„Denn S solcher Beredsamkeit fortfahren, so wie in dem Dogma von der Unfehlbarkeit seiner K ö alle meine Voraussetzr über 0 e erfe solche f ine Staat 9 0 113 g 8 8 1 5 10 gen de d zu werfen und solche Dogmen bilden seine Staatsreligion. Wo ab 0 0 118 15 0 8 8 das Arme friedfertige Frankreich 0 e 10 88 S 5 3 85 Si den 0 on Levin ücking. f 8 eee 3 zu] Warum Sünde; der Glaube ist das Gute, der Zwei f 2 2 90 5 5 9 hindern, als das große Weltlicht die Strahlen der Gesittung] Böse; auf dem Katheder 9 90 giti il de„ Zwe Ful 5 Ich 1 0 122 7 sie ihre Stickerei von sich geworfen]kauszuströmen und über die Völker der Erde zu ergießen jo] Wenn man liest, wie die Kirche 1955 Gen und nun ein Paar Halbhandschuhe, die vor ihr lagen, anzog, muß ich mich wohl entw ffne Il inüberzie! ie Ki ine 5 1 g„ e ihre Hände ein wenig zitterten; 10h schloß daraus, dag s b lassen 1 5 h woh affnen und zu Ihnen hinüberziehen die Kirche immer die Wahrheit; wenn man hört— ich 0 5 impressionable Natur sei; das Entgegentreten eines„Fein— Ihr Gesicht erhellte sich, sie sagte, ohne sich durch meine schichte dee r 1 0 we N d des“, wie ich war, schien sie z ebens 915 JJ 7 8 schichte darstellt, so hat Frankreich immer recht und— e mich die n wie Aa buen lächelnd:„Es scheint doch, meine Sieg! Nur die Gottlosen und die Verräter zweifeln daran! 10 i IA 8 ter& bkeitspflicht gegen] Behauptungen haben Sie ein wenig erregt, und so müssen] An dieser kirchli 1110 1 jesem 00 e willigen Gastfreunde. e venig t, l An dieser kirchlichen und politischen Orthodoxie, an diese 0 5 yr sein, denn nur die Wahrheit ma 8 D ins, an dies 55 r f i stott 290 hoffe, Sie gestatten mir,“ begann ich ein wenig] auf uns!“ rh cht Eindruck 438 5 0 an diesem Köhlerglauben an sich 0 otternd und unsicher,„persönlich Ihnen die Velästi f Wollen Sie mir nicht böf Fräulein,“ f ae 1 0 . ud ur„ 1 gung ab⸗„Wollen Sie mir nicht böse werden, Fräulein,“ 8511 W be 5 5 zubitten, die wir gezwungen sind...“ ich,„wenn ich widerspreche? Nicht die e f 5 S. a ver 77 weh 0 „Ah,“ unterbrach sie mich,„wie könnten wir Belästigun⸗ Frankreich Eindruck, sondern nur der Schein. Wir Deulschen 1 8 ee, 1 1 gen zu fürchten haben von Leuten, die nur auf moralische] mit unserem einfach nüchternen Verstande stehen hier be 1 Tann Ihnen auf dies alles nicht so antworten, i Eroberungen ausgehen— mein Vetter, der Abbs hier, hat troffen, völlig erstarrt darf ich sagen, vor dem 0. N ich bin nicht gelehrt genug dazu— Sie 4 0 mir von seiner Unterhaltung mit Ihnen erzählt und hat Rätsel: Wie ist es möglich, daß eine ganze gebildete und edle e 1 5 8 8 15 1 zu dem Werne 80 meine Mutter und mich sehr beruhigt; meine arme Mutter Nation so durchaus blind für die Wahrheit sein kann!“ Dieser hatte still mit seinen unterschlächtigen, Blicke 0 ist leidend; sie konnte nicht reisen; so mußten wir denn hier„In der Tat, und welche ist diese Wahrheit?“ fra le N beoba tend gesessen; das blasse, asketische Gesicht mi U uf iner neten 5 ein eng e heit? gte sie dem über die Mitte des Kopfes laufenden Scheitel zeigte Ul Was ich als ein großes Glück für uns betrachte,“ fiel„Die, daß Frankreich geschlagen ist und nicht einsi dane 1 ziemlich lebendiges Mienenspiel.„ ich ein.„Was aber die moralischen Er g ie g 8 f Schauspi ö eee Mein Gott, was k ch 1 b .„Was 1 moralischen Eroberungen angeht, fo wie sehr es wohltäte, das Schauspiel, wie es fortwährend ge-] diefe. a 1 5 ich darauf antworten!“ sagte 5 00 5 15 zuversichtliches Wort, das ich nicht mehr ge schlagen wird, durch einen raschen Frieden zu enden; daß es„diese Herren, scheint es, wollen Frankreich seine Kirche nei 10 9 81 15 e, wenn ich vorher Gelegenheit gehabt hätte,] so hartnäckig darauf besteht, dieie Tragödie seines Unter- m sie ihm den Kaiser genommen haben, und w 1 0 Ihnen zu begegnen, mein Fräulein, wie es erst nachher im] liegens ins Endlose zu verlängern— das ist eine Politik, ob mussen adden ee e e en Unten 0 Garten geschah, wo ich einsah, daß ich vielmehr Gefahr laufe,] der uns der Verstand stillsteht!“ hren ee 2 1 10 e 9 8 1 5 ö„Und Sie haben keine Erklärung dafür in unseren Hoff-] wir„Es ist nicht so schlimm gemeint, hochwürdiger Hert 0 Sie schlug das Auge zu mir auf: es lag etwas von ent⸗ nungen, daß das Blatt sich wende?“ fiel jetzt der Geistliche ei ir sind weit davon entfernt, so böse Absichten zu hegen rüsteter Verwunder dem Bli fie curf niich bei 8 istliche ein.] wir geh ich J f 1 ische, ni 55 ter Verwunderung in dem Blicke, den sie auf mich heftete. Hoffnungen beruhen eben auf der Verk. gehen, wie ich Ihnen sagte, bloß auf moralische, micht ö Ich fühlte, daß ich etwas gesagt, was sie gründlich miß ef de eit, die uns jo rät bat dt Doch.“ fuhr 3 auf dogmatische Eroberungen aus!“ 5 1 0 verstand, und errötete deshalb. In Deutschland wäre keine]„würde ich eine Erklärung dafür wagen 3 ich nicht N 5 Haben Sie Michelets Geschichte von Franktel 1 Dame auf den Gedanken gekommen, daß ein wildfremderf tete, bei Ihnen zu sehr als Ketzer in Mißkredit zu 5 fürch, lesen? fragte das Fräulein mich, 1 N 5 junger Mensch, eine feindliche Einquartierung, sich einfallen„Ich bitte, reden Sie immerhin N sagte der Geistliche mi 4 wei 0 .„Ich möchte wissen, was Sie darüber agen.“. lassen könne, so sofort mit einer Art Liebeserklärung zu be— Sie, die Französin, hatte mir offenbar diese Fad⸗ ginnen. einem nachsichtigen Lächeln. „Frankreich ist in dem Dogma aufgezogen, „Ah, wie können Sie ein so abscheuliches Buch en heit zugetraut, und geärgert dadurch, setzte ich rasch und scharf unbesiegliches und alle Nationen übertreffendes es sei ein] len?“ rief der Geistlich it ei e rief der Geistliche mit eig Volk, drein Kühn.. e N 5 S XXV * 22293 ůͤ — Hessen und Nachbargebiete. Sießen und Umgebung. Statistit der Lebens mittelpreise. Nach den von Richard Calwer herausgegebenen M. iche uege e ider Lehen zn spree miesen die Prei a mittelmarkt im Juli ds. Js. eine weitere Steigerung auf. Im Reichsdurchschnitt war jedoch die Erhöhung der Kleinhandelspreise für Lebensmittel etwas geringer als im Juni, in dem ebenfalls schon eine wesentliche Abschwächung der Aufwärtsbewegung eingetreten war. Die den diesbezüglichen Berechnungen zugrunde liegende drei⸗ sache Marinesoldatenration, die zur Ernährung einer vierköpfigen Arbeiterfamilie(zwei Erwachsene und zwei Kinder) als ausreichend angenommen wird, setzt sich wie fosgt zusammen: 0 Nindfleisch.... 2400 f Kartoffelnn. 99000 f Schweinefleisch,. 2250 f Brot 15700 f Hammelfleisch..... 2400 f Butter 1365 Neis. 450 6 Zucker 1020 8 e e eee e 18 f Erben 990 8 Kaffee 315g eee, 63 Backpflaumen. 600 g Essi g 0,331 Die Preise dieser Einheiten stellt das Caswersche statistische Bureau jeden Monat nach ziemlich zuverlässigen und einhei Erhebungen der Kleinhandels⸗ oder Maxkthallenpreise in ewa 200 deutschen Städten(Groß⸗, Mittel⸗ und Kleinstädte) fest und ermit⸗ telt daraus u. a. den Reichsdurchschnitt. Auf diese Weise wurden für jeden einzelnen Monat in den letzten Jahren folgende Wochen⸗ summen als Kostenpreis einer dreifachen Marinesoldatenvation in Mark und Pfennigen ermittelt: . ee dee 8s 131 eee 26,01 25,57 29,65 + 20,1% Februar. 24,83 25,86 25,29 31,49 4. 2678 000 Mär.„ 25,8 25,83 25,08 32,00 J. 30,6 0% Aptk„ 42% 89,6 24,96 34, 4. 33,7 0% Ma, 2952 25,43 24,70 36,49 15 40,9 0% 8 25,35 24,73 37,36 + 44,5% 6 258% August 206,66 25,83 26,41—— 5 September.. 26,63 25,78 26,14— 5 Dogern 280,26 25,73 27,09—— November.. 26,08 25,08 27,86—— Dezember. 26,03 25,46 28,72—— Jahresdurchschnitt 25,80 25,69 25,97 34,35 + 33,1% Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, daß dle Kaufkraft des Geldes auf dem Lebensmittelmarkt im Durchschnitt der ersten sieben Monate des laufenden Jahres um 33,1 Prozent geringer war als im Jahre 1912, dem ersten Jahre der gegenwärtigen Tarif⸗ periode in unserm Gewerbe. Im Juli ds. Is. belief sich diese Ver⸗ schlechterung des relativen Geld⸗ oder Lohnwertes sogar auf 45,8 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich in diesen Ziffern auch der Grad der Macht, den die an einer Steigerung der Lebensmittelpreise inter⸗ essterten Kreise im Gegensatze zu allen Bestrebungen haben, die die willkürlichen Preissteigerungen der notwendigsten Lebensmittel als Begünstigung volks⸗ und staatsfeindlicher Interessen bekämpfen. Doch Höchstpreise für Kartoffeln? Eine Besprechung, die am Donnerstag im Reichsamt des Innern stattfand, hat, wie die Tägliche Rundschau zu berichten weiß, ein endgültiges Ergebnis nicht gezeitigt. Wahrscheinlich ist, daß Höchstpreise für Kartoffeln sowohl für die Erzeuger als auch für die Groß— händler festgesetzt, und daß den Städten gewisse Rechte auf Ankauf eingeräumt werden. Bevor diese entsprechenden Be⸗ stimmungen ergehen, soll noch mit den verschiedenen Inter⸗ essenten verhandelt werden. Am Freitag waren die Vertreter der Kartoffelgroßhändler zu einer Besprechung nach dem Reichsamt des Innern geladen, die unter dem Vorsitz des Geheimrats Richter stattfand.— In der Tat sind die Kar⸗ toffelhöchstpreise mit Enteignungsrechten der Gemeinden unbedingt nötig. Kartoffeln gibt es in Hülle und Fülle. Im Lahngebiet werden z. B. auf den Morgen(25 Ar) 150 Zentner geerntet. Und doch fangen die Kartoffelerzeuger und Großhändler bereits wieder das Spiel vom vorigen Jahre— Preisüberbietungen und Vergraben— an. Hier muß eingegriffen werden, ehe es zu spät ist. — Generalversammlung des Konsumvereins Gießen. In der im gestrigen Blatte bereits kurz erwähnten Generalver— sammlung des Konsumvereins gedachte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Vetters, zunächst des im Frühjahr verstorbenen Vorstandsmitgliedes Niewisch, sowie der Mitglieder, die Opfer des Krieges geworden sind. Soweit bekannt geworden ist, sind gefallen: A. Wißner, K. B. Hormann, Paul Zeidler aus Wieseck, Dr. A. Klein, B. Christner aus Gießen und Sch. Euler aus Leihgestern. Die Versammlung ehrte das An— denken der Gefallenen und Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen.— Hierauf erstattete der Vorsitzende den Bericht des Aufsichtsrats. Er führte aus, daß trotz der schwierigen Zeiten im letzten Geschäftsjahr die Genossenschaft eine günstige Entwicklung genommen habe. Sowohl habe die Zahl der Mitglieder erheblich zugenommen als auch der Um⸗ satz. Wie notwendig der Zusammenschluß der Konsumenten sei, habe das letzte Jahr gezeigt. Unerhörte, noch nie dage⸗ wesene Preise müssen für Lebensmittel und die Waren des täglichen Bedarfs im Haushalte bezahlt werden; gegen den Wucher sind sogar die Regierungen ohnmächtig. Natürlich hatte darunter auch der Konsumverein zu leiden; die Ge⸗ schäftsleitung hatte mit der Warenbeschaffung erhebliche Schwierigkeiten, es gelang ihr jedoch noch immer die er⸗ sorderlichen Waren herbeizuschaffen und die Preise nach Mög. lichkeit auf mäßiger Höhe zu halten.— Die Revisionen der Bücher und Kasse ergaben, daß alles sich in bester Ordnung befand; die Geschäftsführung sei in keiner Weise zu be anstanden und dem Vorstand, sowie den Angestellten müsse Anerkennung für die geleistete Arbeit ausgesprochen werden. Daran ändere auch die Differenz nichts, die im Laufe des Geschäftsjahres zwischen Aufsichtsrat und Vorstand ausge brochen war. Auch der Verbandsrevisor, der den Gießener Verein dieses Jahr zu besuchen hatte, fand alles in Ordnung. — Viel sei noch auf dem Gebiete der Konsumenten-Organi⸗ sation zu tun, besonders müsse Wert auf die Eigenproduktion Zelegt fberden.— Geschäftsführer Keßler schilderte eingehend die Schwierigkeit der Warenbeschaffung. Nicht bloß unter der bbreissteigerung habe der Verein zu leiden gehabt, sondern es 5 3 sei öfters überhaupt nicht möglich gewesen, Waren au be⸗ schaffen. Die Folge sind Vorwürfe von den Mitgliedern, die den Sachverhalt nicht kennen. Redner führte dann die 1 0 lieigerung einer Reihe viel gebrauchter Waren und f ließ mit der Versicherung, daß die Verwaltung jederzeit bemüht gewesen sei, die Genossenschaft vorwärts zu bringen. Kassierer Koppe erläuterte die Ziffern der Bilanz sehr eingehend und berichtete über die Produktion der Bäckerei. An Maschinen, Inventar usw. wurden erhebliche Abschreibungen vorge— nommen, trotzdem konnte noch 8700 Mk. Gewinn eingestellt werden. Die Versammlung hatte zu den Berichten nichts zu bemerken. Ebenso wurde die von der Verwaltung vorge— schlagene Verteilung der Erübrigung genehmigt. Eine längere Debatte entspann sich über den vom Mitglied Noll eingebrachten Antrag, die Zahl der Vorstandsmitglieder von 3 auf ö zu erhöhen. Vom Vorstand wurde dies als ein Zeichen des Mißtrauens aufgefaßt, während der Antragsteller und diejenigen, welche ihn unterstützten, dies entschieden be⸗ stritten. Schließlich wurde der Antrag mit großer Mehrheit angenommen. In den Vorstand wurden gewählt: Beckmann, Richner und Gg. Schmidt.— Die Ergänzungswahl des Auf⸗ sichtsrats ergab die Wahl von Volz und Laudenbach, als Er⸗ satzleute wurden gewählt: Noll, Gg. Fischer und Böttger.— Hierauf schloß die Versammlung nach etwa vierstündiger Dauer. N — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ers.⸗Res. Karl Walter aus Wetzlar, Inf.-Regt. Nr. 81.— Landst-⸗Rekr. Karl Weimer aus Aßlar, Inf. Regt. 143. Eis bedenklicher Vorschlag. Mehr als in früheren Zelten be⸗ schäftigt man sich gegenwärtig mit der Fürsorge für die Kriegs verletzten. Das hat seine Ursache eines Teiles in der enorm hohen Zahl von Kriegsverletzten, die nach diesem Krieg in Frage kommen, andererseits darin, daß die Wissenschaft heute so große Fortschritte gemacht hat, sodaß viele Verletzte durch Lieserung künstlicher Glieder in die Lage kommen, ihrem früheren Beruf wieder nachzugehen. Das Bestreben, für die Kriegsverletztem im weitgehendsten Maße zu sorgen, ist unter allen Umständen zu unter⸗ stützen. Bedenken muß aber ein Vorschlag auslösen, den Justizrat Dr. Waldschmidt in der Zeitschrift Recht und Wirtschaft macht. Er empfiehlt nämlich, die Fürsorge für die Kriegsverletzten den Berufs⸗ genossenschaften zu übertragen und diesen Organifationem die ent⸗ stehenden Kosten aus Mitteln des Reichs zu erstatten. Der Verfasser des Artikels ist der Meinung, daß die Berufsgenossenschaften hierzu deshalb besonders geeignet sind, weil ihnen auch die Fürsorge für die Unfallverletzten obliegt. Dabei wird übersehen, daß zwischen Unfallverletzten und Kriegsverletzten doch zunächst ein sehr großer Unterschied besteht. Außerdem haben die Berufsgenossenschaften leine Betriebswerkstätten, in denen Kriegsverletzte angelernt wer⸗ den könnten. Die Berufsgenossenschaften schichen heute einen großen Teil ihrer Verletzten in Heilanstalten, die sich in den Kreisen der Arbeiterschaft die wenig rühmende Bezeichnung„Rentenquetsche“ errungen haben. Für die Berufsgenossenschaft kommt es darauf an, den Grad der Erwerbsfähigkeit möglichst herabgesetzt zu sehen, um eine geringere Rente bezahlen zu können. Dieser Gesichtspunkt darf aber nicht in den Vordergrund geschoben werden, wenn es sich um die Fürsorge für Kriegsverletzte handelt. Hier kommen doch wesent⸗ lich andere Gesichtspunkte mit in Frage, und gerade deshalb muß der Vorschlag, den Justizrat Dr. Waldschmidt macht, glatt abgelehnt werden. Nichts wäre geeigneter, die Kriegsverletzten mit Unruhe zu erfüllen, als wenn sie sich mit dem Gedanken vertraut machen sollten, daß ihr Wohl und Wehe in Zukunft zu einem erheblichen Teile in die Hände der Berufsgenossenschaften gelegt wird. Zu allem Ueber⸗ fluß dürften sich die Berufsgenossenschaften auch ganz entschieden dafür bedanken, die Aufgabe zu übernehmen, die ihnen hier zuge⸗ wiesen werden soll. Wenn Organisationen für solche Aufgaben, wie es die Fürsorge für Kriegsverletzte ist, als völlig ungeeignet be⸗ zeichnet werden müssen, dann sind das zweifellos die Berufsgenossen⸗ schaften, die es in ihrer langjährigen Tätigkeit noch immer nicht ver⸗ standen haben, sich das Vertrauen der verletzten Arbeiter zu er⸗ werben. — Viel Dumme gibt es noch immer, die sich von Wahr⸗ sagerinnen und Kartenlegerinnen aulügen und das Geld abnehmen lassen, so viel auch vor dem Schwindel gewarnt wird. Manchmal wird aber auch noch schlimmeres Unheil ange⸗ richtet, wie eine dieser Tage im Essen durchgeführte Strafkammer⸗ verhandlung zeigte. Zu den abergläubischen Frauenspersonen, die ihre Zukunft und ihr Schicksal gern in den Karten lesen möchten, gehörte auch die Ehefrau des Arbeiters Reuter in Kettwig bei Essen. Sie begab sich wiederholt zu der Angeklagten in die Wohnung und stets wiesen die Karten auf den Ehemann Reuter hin, der seit Aus⸗ bruch des Krieges im Felde steht. Treulosigkeit und Lieblosigkeit las die Angeklagte immer wieder aus den Karten. Der Mann trage sich mit dem Entschluß, sich scheiden zu lassen, nachdem er in Feindes⸗ land eine andere kennen gelernt habe, die er zu heiraten gedenke. Er halte die eheliche Treue nicht und gebe in der Front seinen Kameraden sämtliche Briefe zu lesen, die seine Frau ihm schicke. Dieses und ähnliches Gewäsch raunte die Angeklagte aus den Karten der bekümmerten Frau in die Ohren. Unter dem Eindruck der ver⸗ hängnisvollen Angaben wurde die tief unglückliche Frau langsam krank und siech, sodaß sie ihrem Berufe nicht mehr nachgehen konnte. Dazu kam, daß sie hernach in Schwermut verfiel. Als die Tuch⸗ fabrik, bei der die kranke Frau beschäftigt gewesen war, von dem Sachverhalt Kenntnis erhielt, erstattete sie Anzeige. Die Straf⸗ kammer verurteilte die gemeingefährliche Kartenlegerin zu 1 Woche Gefängnis, viel zu wenig für eine solche Schwindlerin. Die Erhöhung der Löhnung für Verwundete und kranke Sol⸗ daten tritt nun endlich in Kraft. Die betreffende Kabinettsordre ist nunmehr ergangen; sie lautet nach der Mitteilung der letzten Num- mer des Armeeverordnungsblattes:§ 21 Absatz 1 der Kriegsbesol⸗ dungsvorschrift erhält folgende Fassung: Den in das Lazarett auf⸗ genommenen Mannschaften verbleibt die für das laufende Monats⸗ drittel bereits gezahlte Löhnung. Jeder Lazarettkranke, der sich am 1., 11. und 21. ds. Mts. in einem Militär⸗, Marine⸗ oder Vereins⸗ lazarett irgend einer Art in einer lazarettähnlichen Einrichtung, wie 3. B. Lazarett⸗(auch Hilfslazarett⸗) Zug oder Lazarettschiff, Ge⸗ nesungsheim, Kuranstalt usw. befindet, erhält ohne Rücksicht auf die Dauer seines weiteren Verbleibens daselbst die für immobile For⸗ mationen vorgesehene Kriegslöhnung für ein volles Monatsdrittel, und bei seiner Entlassung aus dem Lazarett usw. ist ihm, sofern er bis dahin noch nicht immobil geworden ist, für die Tage bis zum Schlusse des laufenden Monatsdrittels die für mobile Formationen vorgesehene Löhnung unter Anrechnung der für diese Tage bereits empfangenen Löhnung nach dem Satze für immobile Stellen zu, zahlen. Zahlung und Verrechnung erfolgt durch das Lazarett usw. Im Anhang der Kriegsbesoldungsvorschrift ändert sich: Anstelle der bisherigen Krankenlöhnungssätze(Anlage 2) ist zu setzen bei Zug⸗ führer 19 Mark, Zugführerstellvertreter 16,50 Mk., Sektionsführer 11,20 Mk., Krankenpflegerinnen 9,30 Mk., Kramkenpfleger usw. 5,80 Mark. Der Nachlaß der Heeresangehörigen. Es wird darauf hinge⸗ wiesen, daß die Nachlaßsachen preußischer Heeresangehöriger nicht vom Zentral⸗Nachlaßbureau, sondern von der Zentralstelle für Nachlaßsachen im preußischen Kriegsministerium in Berlin be⸗ arbeitet werden. Alle Schriftstücke in Nachlaßangelegenheiten so⸗ wie die Nachlaßsendungen sind nur an diese Stelle zu richten. — Im Ruhestand. Der Professor der Forstwissenschaft an un⸗ Fee Universität, Geh. Forstrat Dr. Wimmenauer, ist in den stuhestand getreten. Seit Jahren gehört Prof. Wimmenquer der Gießener Stadtverordnetenversammlung an. Bon Nah und Fern. Ein kleiner Kriegsroman. Vor Jahren zog die Tochter des begüterten Oelonomen J. Bach in Mellrichstadt(Unter⸗ franken) ein unternehmungslustiges Mädchen, nach Frankresch und Se Heiratete dortselbst einen Franzosen. Als der Krieg ausbrach, mu dieser, wie viele andere, mitziehen und wurde gefangen genomme⸗ Als sein Schwiegervater dies erfuhr, verpflichtete er sich unter Eid und Verbürgung seines ganzen Vermögens, daß der Franzose nicht fliehen und nichts Feindliches gegen Deutschland unternehmen werde, wenn er ihm als Arbeitskraft für ständig zugewiesen werde Es wurde ihm genehmigt, und ohne landsturmmännische Bewachung kam der Mann zu seinem Schwiegervater, den er auf diesem un⸗ gewöhnlichen Wege zum ersten Male kennen lernte. Als seine Frau dies erfuhr, hatte sie nichts Eiligeres zu tun, als sich auf den nach Deutschland zu machen. Aber als nunmehrige Französin ö sie nicht über die Greuze. Sie wartet nun in der Schweiz sehn⸗ flichtig, daß ihr Gesuch zum Betreten des Reichsgebiets und zum Aufenthalt in ihrer alten Heimat genehsrigt wird, und es steht zu erwarten, daß die deutschen Behörden ihr mitfühlendes Herz hier zeigen und diejenigen in Deutschland wieder vepeinigen werden, bie der Krieg in Frankreich getrennt hat 255 Die Typhus⸗Epidemse in Jena. Bisher sind in Jeng 4 Typhusfälle vorgekommen, zwei Todesfälle kamen vorige Woche vor Wie unser dortiges Parteiblatt mitteilt, haben die Ermittlung nach der Kraukheitsursache bisher noch kein greifbares Ergebni gezeigt. Der anfangs im Vordergrunde stehende Verdacht auf eine Verbreitung durch Milch hat sich bis jetzt nicht bestätigt. Auch di verschiedensten Wasseruntersuchungen haben nur günstige Ergebnisst gehabt. Nicht ganz von der Hand zu weisen ist der Verdacht, das über die Stadt hereingebrochene Unglück doch wohl mit Kriegsverhältnissen in Zusammenhang steht. Täglich gehen sendungen aus dem Felde an die Angehörigen ein. Der Inhalt dieser Sendungen— meist wohl gebrauchte Wäsche und derglei entzieht sich jeder Kontrolle. Die Behörden haben alles zur Ver⸗ hinderung der Ausbreitung der Seuche getan. Bayerische Gesindeordnung in der Kriegszeit. Aus Re⸗ gensburg berichtet die Münchener Post: Schwere Strafen wegen Dienstentlaufens. Die Dienstmagd se Lermer von Riekofen hat den Dienst bei der Bauersfrau Maria Stadler in Rogging ohne Grund verlassen und sich dadurch gegen die Verfügung des stellvertretenden Generalkommandos des 3. Ar moeekorps verfehlt. Sie wurde von der Strafkammer zu vier Wochen Gefängnis verurteilt.— Die gleiche Strafe traf die Dienstmagd Walpurga Wiesmüller von Hohenschambach, die bei der Gürtlersfrau Rosing Ostermeier in Hohenschambach den Dient ohne Grund verlassen hat. * 1 8 9 3 N Tahesbericht des Großen Huunthurtitz Abgeschlagene Angriffe in West und Ost. f W. B. Großes Hauptquartier, 4. Okt., vorm.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz, 0 Gestern früh erschienen vor Seebrügge fünf Moniz tore und legten ein wirkungsloses Feuer auf die Küste. Drei belgische Bewohner fielen dem Feuer zum Opfer. Unsere Küstenbatterie traf einen Monitor, der schwer beschädigt ab⸗ geschleppt werden mußte. g Gegen die englische Front nördlich von Loos, auf der nachts ein vergeblicher Ausfall gegen unsere Stellung westlich von Haisnes unternommen wurde, machten die Angriffs⸗ arbeiten weitere Fortschritte. 9 Südlich des Spuchez-Baches konnten sich die Fran⸗ zosen in einem kleinen Grabenstück an der Höhe nordwestlich Givenchy setzen. Südlich dieser Höhe wurden französischt Augrifse abgeschlagen. Das 40 Meter lange Grabenstück nord⸗ östlich von Neuville wurde von uns wiedergewonnen. In der Champagne setzten gestern nachmittag die Franzosen in der Gegend nordwestlich von Massiges un nurdwestlich von Ville⸗sur⸗Tourbe vergeblich zum An⸗ griff an. Ihre Ansammlungen wurden unter konzentrisches Feuer genommen. Ein starker Nachtangriff gegen unsere Stellungen nordwestlich von Ville⸗sur⸗Tourbe brach im Artilleric- und Maschinengewehrfeuer unter schweren Ver⸗ lusten zusammen. 0 Der Bahnhof Chalons, der Hauptsammelork des Nackzuges für die französischen Angriffsgruppen in der Cham⸗ pagne, wurde heute nacht mit sichtbarem Erfolge von einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt.* Oestlicher Kriegsschauplatz. 7 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 7 Die Russen schritten gestern nach ausgiebiger Artillerie⸗ vorbereitung auf der ganzen Front zwischen Po st a wy und Smorgon in dichten Massen zum Angriff, der unter un⸗ gewöhnlich blutigen Verlusten zusammenbrach. Nächtliche Teilunternehmungen blieben ebenso erfolglos. 5 Auch südwestlich von Lennewaden(an der Düna) wurde ein feindlicher Vorstoß abgewiesen. K Bei den anderen Heeresgrupßpen ist die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung.? Der österreichisch ungarische Tagesbericht Wien, 4. Oktober.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 4. Oktober 1915:= Russischer Kriegsschauplatz. 2 Der gestrige Tag verlief ohne besondere Ereignisse. Die Lag blieb unverändert. e Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Front entfalteten die Italiener eine leb⸗ haftere Tätigkeit, die auf den Hochflächen von Vilgereuth und Lafraun zu größeren und andauernden Kämpfen führte. Im Tonale⸗Gebiet wurde ein nach heftigem Artilleriefeuer gestern abend angesetzter Angriff des Feindes auf die Albiolo⸗Spitze blutig abgewiesen. Auf der Hochfläche von Vilgerenth standen unsere Stellungen auf dem Plaut(nördlich des Marenia⸗ Berges) seit frühem Morgen unter dem Schnellfeuer schwerer und mittlerer Geschütze. Vormittags gingen von der bereitgestellten feindlichen Infanterie schwache Abteilungen zu einem vergeb⸗ lichen Angriff vor. Abends erneuerte der Gegner diesen An⸗ griff mit starken, hauptsächlich aus Bersaglieri- und Alpini⸗Truppen zusammengesetzten Kräften und kam nahe an unsere Hindernisse heran. In der Nacht gelang es ihm, einen feldmäßigen Stützpunkt zu nehmen. Unsere Truppen warfen ihn jedoch nach hartnäcki⸗ gem, bis in die Morgenstunden währenden Kampfe wieder hin⸗ aus. So blieben alle Stellungen in unserem Besitz. Auf der Hochfläche von Lafraun zwang schon unser Geschützfeuer die vor⸗ gehende Infanterie zu verlustreichem Rückzuge. Auch im Raume von Buchenstein wurde das Vorgehen schwächerer Abteilungen Rane An den übrigen Fronten keine wesentlichen Er; eignisse.* Südöstlicher Kriegsschauplaßz. unteren Drina lebhafteres Geplänkel. Sonst keine Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 8 von Höfer, Feldmarschalleutnant. 2 An der Ereignisse. habe anscheinend weder Munition noch Reserven genug zur Fort⸗ Neutrale Urteile über die Offensive. Ein dänisches Urteil: In einem Leitartikel schreibt Politiken: Der letzte Durchbruchs⸗ versuch der Alliierten scheine nach geringen Fortschriten im Sande zu verlaufen. Nach der Eroberung der ersten deut⸗ schen Linie in der Breite von 25 Kilometer und stellenweisem Vor⸗ dringen der Franzosen bis zur zweiten Linie sei der Angriff ab⸗ geflaut. Er beschränke sich jetzt auf die gewöhnlichen Kämpfe um einige hundert Meter Schützengräben. Wenn der Durchbruchsver⸗ such wirklichen Ersolg haben sollte, wäre die Durchführung Schlag auf Schlag erforderlich gewesen. Die Deutschen häten nicht Zeit bekommen dürfen, sich zu reorganisieren und Verstärkungen herbei⸗ zuziehen. Die Angreifer müßten Munition genug haben, ein zweites und ein drittes Eisengewitter rasch auf das erste folgen zu lassen und neue, frische Truppen zum Sturm vorzuwerfen. Joffre setzung der Offensive. Gin schweizerisches Urteil: Der militärische Mitarbeiter des Berner Bund zieht folgen⸗ des Fazit der englisch⸗französischen Offensive: Nicht nur den ersten schlimmen Moment, sondern auch die erste schlimme Woche hat die deutsche Defensive überstanden und ihre Linie verstärken, ihre Reserven bereitstellen und sogar zu Gegenstößen übergehen, kurz der englisch⸗französischen Generaloffensive in einer Weise be⸗ gegnen zu können, die dieser die Bedeutung einer entscheidenden Kriegshandlung zugunsten des Vierverbandes nimmt. Gelingt das vollends— es muß nach wie vor mit einem neuen Generalsturm Joffres aus der eroberten Stellung in der Champagne gerechnet werden— so schlägt die Operation Joffres in einen schweren strategischen Nachteil der Angreifer um, da unge⸗ zählte Opfer umsonst gebracht wurden und die zuerst gesteigerte Moral zuletzt unter das Niveau gedrückt würde. Die taktischen Er⸗ folge, die in dem Gewinn eines Raumes von 20 bis 30 Kilometer Breite und 4—5 Kilometer Tiefe bestanden, sind für die Angrifer unverwertbar und mit Verlust von mindestens 130 000 Mann weit ülberzahlt, wenn ihnen keine strategische Auswirkung folgt. Sie sind schlimmer als Pyrrussiege, da sie dem Angreifer nicht einmal Be⸗ wegungsfreiheit lassen, sondern ihn auf der Stelle festbannen. Be⸗ sitzt die oberste deutsche Heeres leitung, gestützt auf die richtige Verteilung der Kräfte in Ost, West und Süd, volle Be⸗ wegungsfreiheit, so kann sie nach endgültigem Abschlagen der eng- lisch⸗französischen Offensive trotz der großen Opfer, die auch der Verteidiger im Artois und in der Champagne bringen mußte, der Entwicklung der Dinge ruhig entgegensehen. könnte dann auch an der Donau den Dingen ihren Lauf lassen, wo das russiche Ultimatum wohl zu spät kommt, zumal da es nicht von Waffenerfolgen unterstützt wird. Die Achtzehnjährigen in Frankreich. Paris, 1 Okt. Wie bekannt, wird das Kriegsministerium der Kammer einen Gesetzentwurf vorlegen, wonach am 15. Oktober 1915 die Jahresklasse 1917 unter die Waffen gerufen werden soll. Dieses Vorgehen ruft unter den französischen Aerzten schweres Bedenken hervor, da man befürchtet, daß die 75.8 Sie jungen Leute die Anstrengungen der militärischen Ein— übungen während des Winters nicht ertragen können. Die hygienische Kommission wird sich deshalb noch über diesen Punkt auszusprechen haben.(Frankf. Ztg.) Die französischen Verluste. Luyoner Blätter berichten, daß in den letzten Tagen etwa 30 Lazarettzüge auf der Strecke Chamberny passierten mit franzö⸗ sischen Verwundeten von den jüngsten Kämpfen im Westen. Ein sinkender englischer Hilfskreuzer nach Dover geschleppt. Maasluis, J. Okt. Am Mittwoch wurde ein englischer Hilfskreuzer, der im Sinken war, von zwei Fischdampfern nach Dover geschleppt. ul⸗Bahr vor unserem rechten Flügel eine Mine springen, die eine feindliche Gegenmine zerstörte.— An den anderen Fronten nichts Wichtiges. 1 Ultimatum Nußlands an Bulgarien. Der Wortlaut: „Der russische Gesandte in Sofia hat den Auftrag er⸗ halten, ohne Verzug dem Ministerpräsidenten Radoslawow folgende Note zu überreichen: Die Ereignisse, die sich in diesem Augenblicke in Bul⸗ garien abspielen, beweisen den festen Entschluß der Regierung und des Königs Ferdinand, das Schicksal des Landes in die Hände Deutschlands zu legen. Die Anwesenheit deutscher und österreichischer Offiziere im Kriegsministerium und im Generalstabe der Armee, die Konzentration von Truppen an der Grenzzone von Serbien und die ausgedehnte finanzielle Hilfe, die vom bulgarischen Kabinett von unseren Feinden angenommen wurde, lassen keinen Zweifel über das Ziel be⸗ stehen, das mit den gegenwärtigen Vorbereitungen von der bulgarischen Regierung ins Auge gefaßt wird. Die Mächte der Entente, welche die Verwirklichung der Aspirationen des bulgarischen Volkes wohlwollend erwogen haben, haben wiederholt Radoslawow davon in Kenntnis gesetzt, daß jeder Akt der Feindseligkeit gegen Serbien als gegen sie selbst gerichtet betrachtet würde. Die übertriebenen Versicherungen des Chefs des bulgarischen Kabinetts in Beantwortung der Noten der Ententemächte stehen im Widerspruch mit den Tatsachen. Der Vertreter Rußlands, das mit Bulgarien durch das untilgbare Andenken an dessen Befreiung vom türkischen Joche verbunden ist, kann nicht durch seine Anwesenheit die Angriffsvorbereitungen gegen ein flawisches und verbündetes Volk gutheißen. Der Gesandte Rußlands hat iufolgedessen den Befehl erhalten, Bulgarien mit dem gesamten Personal der Gesandtschaft und der Konsulate innerhalb 24 Stunden zu verlassen, wenn nicht die bulgarische Regierung offen mit den Feinden der flawischen Sache und Rußlands bricht und wenn sie nicht unverzüglich zur Entfernung jener Offi⸗ ziere schreitet, die Staaten angehören, welche mit den Mächten der Entente im Kriege stehen.“ 4 N Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Unter Hinweis auf die tember 1915 fordere ich hiermit halten, wenn das Gewicht jeder trägt, auf, diese sofort unter Gefängnis bis zu 6 Monaten Mark bestraft. 83 9 f Bekanntmachung. Verorbnung des 0 5 80 0 26. August 1915 und die öffentliche Aufforderung vom 10. S 0 1 ale dee een mit Beginn de 1. Oktober ds. Js. Erbsen, Bohnen oder Linsen 1 Art 1 Doppelzentner oder mehr be⸗ Benutzung des vorgeschriebenen mulars auf dem Stadthaus, Zimmer 9, 0 f Wer die Anzeigen 2275 in der ate eie eme 11 5 5 vissentlich unrichti ollständige Angaben macht, u a Seen p d donate 1 mit Geldstrafe bis zu 15 000 im Gewahrsam For⸗ 9, anzumelden. Gießen, den 4. Oktober 1915. 5 Der Oberbürgermeister. Keller. Hriegs-KHornfrand ist der Ersaiz für Bohnen- Kaffee. Er ist gut und billig. Das ganze Paket kostet 30 Pf. Hriegs-Hornfranck ist be- kömmlich und anregend. 11 Besonderer Beachtung Frscheint wöchenllien 5 3 zb:: emplohlen zz 5:: einmal: E emplgblenswerter Gerchäkte Bekanntmachung. Betr.: Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl; hier. die Streckung des Brotmehls durch Gerstenmehl. Es ist nicht zulässig, daß Landwirte, die keine Selbstversorger sind, jedoch Gerste geerntet haben, ihrem Bäcker zur Vermehrung der ihnen zustehenden Brotmenge Gerstenmehl zur Verfügung stellen. Nach§ 6 der Verordnung über den Verkehr mit Gerste ist den Landwirten trotz der Beschlagnahme die Verwendung von Gerste nur in den eigenen landwirtschaftlichen Betrieben gestattet. Hierunter kann die Abgabe von Gerstenmehl au Bäckeret⸗ betriebe umso weniger fallen, als der von den Landwirten ange— strebte Zweck nur burch Vermischung mit dem dem Bäcker zur Brot⸗ versorgung der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten Roggen- und Weizenmehl erreicht werden könnte. Die Kontrolle der Bäckerei⸗ betriebe würde hierdurch auch sehr wesentlich erschwert. Land⸗ wirte, die als Nichtselbstversorger Brotkarten erhalten, haben des⸗ halb nur Anspruch auf Brot in derjenigen Zusammensetzung, wie es die übrige versorgungsberechtigte Bevölkerung erhält. Gießen, den 24. September 1915. Der Oberbürgermeister. ere Rigas Räumung. T. U. Wien. 4. Okt. In Riga sind, wie die Korrespondenz Rund⸗ schau meldet, alle Telephone abgenommen. Die Aktien-Gesellschaft der Rigaischen Straßenbahn, die gegen die Räumung der Stadt Ein⸗ spruch erhoben hatte, erhielt von dem Vorsitzenden des Rigaischen Evakuations⸗Komitee den Befehl, unverzüglich mit der teilweisen Räumung ihrer Betriebe zu beginnen. Die geräumten Gegen⸗ stände werden nach Petersburg gebracht. Dieser Tage sollen auch alle Tuche, Kleider, und Pelze aus Riga weggeführt werden, sogar die in den Leihhäusern verpfändeten Sachen werden weggeschafft. Es ist eine polizeiliche Verfügung erlassen worden, wonach verboten wird, Goldgeld zurückzuhalten. Die Konsuln Englands, Frankreich und Belgiens sind von Riga abgereist. Russische Franktireurs. Die Morning Post enthält einen Bericht ihres Peters— Gurger Korrespondenten vom 29. September, aus dem her— vorgeht, daß die Russen einen regelrechten Frank- tireurkrieg in den sumpfigen Gegenden bei Pinsk or— ganisiert haben. Es heißt wörtlich in diesem Bericht:„In verschiedenen Distrikten sind bereits Guerillabanden, die aus der örtlichen Bauernschaft sich zusammensetzen, und deren Heimstätten verbrannt worden sind,(von dem auf dem Rück— zuge befindlichen russischen Heere) unter der Führung von ausgewählten wagemutigen Kosaken an der Arbeit, und sie tun den Deutschen ernsthaften Schaden. Beispiele ihrer Kühnheit werden selbst in den Distrikten von Wilna gemeldet, aber in dem Sumpflande von Pinsk müssen die deutschen Streitkräfte besonders unter ihnen gelitten haben. Allein die einheimische Bauernschaft, und selbst von dieser nicht alle kennt genau die Kniffe und Tricks dieses Sumpflandes, dessen Beschaffenheit auch noch mit dem Eintreten der Regenzeiten sich ändert.“ Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 4. Okt.(W' T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: An der Dardanellensront ist nichts be— deutendes vorgefallen. Außer Gefechten zwischen Er— kundigungsabteilungen gab es den gewöhnlichen Artillerie⸗ zund Infanteriekampf. Am 2. Oktober ließen wir bei Sedd— Aufforderung. Alle diejenigen, die ihren Bedarf an Saathafer und Saatgerste für die Ernte 1916 noch nicht gedeckt haben, fordere ich hiermit auf, diesen sofort auf dem Stadthaus, Zimmer g, anzumelden. Gießen, den 1. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Alle diejenigen, die Wiesenheu, Klee- und Lutzernheu am 25. September ds. Js. in Gewahrsam hatten, fordere ich hiermit auf, dieses sofort auf dem Stadthaus, Zimmer 9, anzumelden. Wer die Anzeige nicht in der angegebenen Frist erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 15 000 Mark bestrast. Gießen, den 2. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Erennmaterlalien Joh. Fischer Alicestraße 28/0 Brauerelen und Bler handlungen . rg bo 0 Telephon 1 Blerbrauerei mit eigener Malzerei 1 Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Georg Quht G. m. b. H. Wetzlar. Gerlach& Euler vormals J. Luy . 5 5 Telephon 72 Hohlen, Kotks und Briketts. RSlöntafwaren Heinrich Möser, Gießen Weizen- u. Roggenmehle Sümtliche Futferartikel ondtos Büböl, Leinöl en detail N elne; IKö a Christian Inderthal Likörfabr. u. Weinhandlung Gießen Neuen-Bäue 27, Diezstr. 14. 785 Neid Wee ee ndes J. Baer sr . Niesen etalzl. Lean Taher waren ges An. Slar * . Hedl. L. Schleier, Labs. 2 L Er W, a eischenesen 2 Marktpl. 19, bens far Ale Kalb-u. Schwnemetzg. Dr i L ee ee 5(D. R.⸗Patent 130568) für Gelee, Honigs, Butter, Schmalz, Fleischwaren ꝛe. 1 Geländeverpachtung der Stadt Gießen. Mittwoch, den 6. Oktober 1915 findet die anderweite Ver⸗ pachtung leihfällig werdender Grundstsicke der Stadt, des Stadt⸗ erweiterungsfonds und der Armenkasse statt und zwar: a) vormittags 9 Uhr beginnend mit Zusammenkunft an der Wirt⸗ schaft im Philosophenwald 33 Triebviertel bei den Torflöchern auf 6 Jahre 10 Grundstsücke gegenüber der Provinzial-Siechenanstalt auf 1 2 Jahre 12 Grundstücke am alten Feldweg, im Heegstrauch Schiffenbergerweg. b) nachmittags 2% Uhr mit Zusammenkunft am Erdkauterweg bei Zimmermeister Schubecker eine größere Zahl Grundstücke am Sandkauterweg und Grüninger Pfad, am Ohleberg, in den Rödern, am Leih⸗ gesternerweg, im Schlagenzahl, auf dem Beltersberg und bei der Margaretenhütte auf die Dauer von 6 Jahren. Gießen, den 30. September 1915. Der Oberbürgermeister. J. V.: Grünewald. Adam Uhl, Rentner in Gießen.— und am Verstorbene. Leopold lech oder Glas⸗Hackung. Preis für 1 Pfund⸗ Packung nur N fe. 9 OHberhessische Bolkszeitung Gießen Bahnhofstraße 23. I Uf. RHheums mus, Ischias u. Gicht können Sie selbst bekämpfen, Ich nichts verkanfen. Für Aus- kuntt Freimarke beifügen. Brandt, Kriegschulbeamter a. D. Alteisen, Lumpen, Knochen, Vapier, Kupfer, Messing, Zink, Zinn, Blei, bei Louis Rothenberger Ramspeck in Alsseld, 72 Jahre alt. Neuenweg 22. Halle a. S. 438, Jakobstr. 44 —— .. zu verltehren, ist Plicht einss jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuch desdewerkschaftskauses un: terstütat der Arbeiter ein eig Heim Praktischer Fegwelser Konlurrenzlos! Nen 1 Pralklischer, vorteilhafter und biliger als 1