Ober der Organ für die Interessen des werk Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 1 3 tätigen Volles — Die Oberbessische Volksseitung erscheint jeden Werktag Abend in GSießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg. monatlich 80 Pfg. einschl. Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mek. 5 Redaktion und Expedition Giessen, Bahnhofstrasse 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends? Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 227 Gießen, Dienstag, den 28. September 1915 10. Jahrgang Forderungen und Widerslände. 1 Nichts ist 5510 August 5 innig. 0 ichts ist natürlicher als das steigende Unbehagen, das vac seit einigen Monaten in gewissen Kreisen des Gaga ber 5 zums beobachten kann. Es fehlt dort etwas, mit dem sich früher so bequem leben ließ, das nie versagte, wenn man einen besonderen Trumpf gegen die Arbeiterbewegung ausspielen wollte. In der Tat— die Haltung der Arbeiterschaft zu den großen Fragen der Kriegszeit hat manchen Leuten das Kon zeptgründ⸗ Jahr lich verschoben. Urplötzlich sah man sich des sichersten Agi— e alt tationsmittels beraubt. Wie war es vordem so leicht gewesen, un⸗ g bequeme Ansprüche der Arbeiter mit dem Hinweis auf die anti⸗ ation a le Gesinnung der Arbeiterbewegung zu Fall zu bringen! Bei jeder sozialpolitischen Forderung der Arbeiter kam aus gewissen Uẽternehmerkreisen der Ruf, daß die Gewährung eine„weitere“ Lonzession an den organisierten Staatsfeind, eine weitere Stärkung der Elemente des Umsturzes sei. Diese Agitation war keineswegs harmlos: wir haben allzuoft erfahren müssen, wie unfehlbar ihre Argumente wirkten,— nicht zum Wohle des Ganzen! 0 2 Die Ereignisse des 4. August und was ihnen als Konsequenz folgte, haben denen, die an der Isolierung der Arbeiterbewegung ünteressiert sind, diese Trümpfe aus der Hand ge schlagen. Mit dem Schreckgespenst der Staarsfeindschaft der Arbeiterbewegung läßt sich künftig kaum noch ein halbwegs anständiger Hund hinter Diem Ofen hervorlocken. 9 Es hatte einen eigenen Reiz, zu beobachten, wie diese Erschei⸗ Aiungen auf der anderen Seite wirkten. Für einige kurze Wochen 19 ließ die tragische Größe der Zeit dort alle die gewohnten Töne ver⸗ gegen, ftummen. Als man dann aber merkte, daß die Vertretungen der tie Arbeiterschaft hier und da einigen Einfluß auf wichtige Entschließun— n n geen der Regierungsbehörden ausübten, fand man die Sprache bald ubrelte wieder. Das 8 1 der 90 twendigen Neuorien⸗ kerung erxegte das stär Unbehagen. So lange es eben un in Wort blieb, hielt 3 del nd ich, und erst als man ihm raktisch Folge geben wollte, als man den Spitzen des großen Unter— ehmertums zumutete, mit Arbeitervertretern gemeinsam über be⸗ angreiche Maßnahmen zur wirtschaftlichen Kriegsrüstung zu be⸗ zaten, trat die völlige Abgeneigtheit dieser Kreise ffen hervor, Nichts da von Neuorientierung! An dem alten ewährten Standpunkt wollte man nicht rütteln lassen! „Die Deutsche Arbeitgeber⸗Zeitung gewährt hin und wieder einen inblick in die Anschauungswelt jener Kreise. Wichtiger als die sedaktionellen Leistungen des Blattes sind jedoch die gelegent⸗ lichen Zuschriften, die meist von Leuten stammen, die tat⸗ üchlich als Wortführer des großen Unternehmertums angesehen erden müssen. Nach diefen Aeußerungen scheint es, als ob die Er- ahrungen der Kriegszeit mit ihren mancherlei Umwertungen und 0 euschöpfungen im Leben des deutschen Volkes hier ohne jede N KEirkung vorüber gegangen wären. Schon die schlechthin selbstver⸗ ändliche Regelung der Stellung der Gewerkschaften im h ereinsrecht hat dort scharf verstimmend gewirkt und hee—beußerungen entrüsteten Tadels geweckt. Die Aussicht, daß man lei aich verfassungsrechtlich die Konsequenzen der neuen Lage ziehen, laß insbesondere im führenden Bundesstaate mit den ärgsten solitischen Versteinerungen aufgeräumt werden Unnte, erregt ehrlichstes Grauen. Entschiedener fast noch wendet han sich gegen etwaige Absichten auf öffentliche Organi⸗ ation der Arbetsvermittlung; hier findet man tuch ganz die alten Töne wieder. Die sozialdemokratische Ar⸗ Element des 1 e leiterbewegung ist und bleibt nun einmal ein ent de 3 Umsturzes, und darum hieße die öffentliche Organisation de: Seis Arbeitsvermittlung unter der nicht zu umgehenden Mitwirkung zune! er Berufsvereine einfach Stärkung der Staatsfeinde, Aus⸗ leserung, der Interessen der Industrie an die geschworenen Feinde ter Gesellschaft.* 5 f Nichts ist, wie gesagt, natürlicher als diese Erscheinung. Kein 40 U urheiterpolitiker hat etwas anderes erwarte, Was man da⸗ bedauern mag, ist, daß diese Stimmen fetzt hon wieder laut berden, wo es das allgemeine Interesse verbietet, die notwendige Zzuseinandersetzung mit der gebotenen Schärfe zu führen. Man Fbuß sich darauf bschränken ihnen die Ansprüche der Arbeiter⸗ kasse gegenüberzustellen. Ist man dort über die teilweise Säuber⸗ big des Vereinsgesetzes von gewerkschaftsfeindlichen Bestimmungen migehalten, so ist es unsere Sache, demgegenüber zu betonen, daß ir darin erst den Anfang einer Reformarbeit auf dem Ge⸗ bete des Koalitionsrecht sehen, dem noch manches andere folgen fuß, nicht zuletzt die Beseitigung des Ausnahmerechts, das im 453 der Gewerbeordnung liegt. Aber es handelt sich nicht allein n die Beseitigung schädlicher Bestimmungen, 805 dburüber hinaus fordert die Arbeiterklasse ihre Gleichberech⸗ ligung mit Industrie, Handel, Handwerk und Landwirtschaft öffentlichen Korporationswesen. Was man ihr heute als eine un Fall zu Fall eintretende Gun sst gewährt, die Mitwirkung bei 10 fentlichen sozialen Angelegenheiten, will sie als ihr Recht in 9 Asspruch nehmen können. Und gleichviel, ob es dem großen 1 lternehmertum genehm ist oder nicht, ste wird diesen Anspruch ute ic aller Kraft und Zähigkeit verfechten. 228 55 5 ne eber die von der Arbesfterschaft geforderten ver fassungs⸗ lacht lichen Reformen sst kein Wort zu verlieren. Wer da hubt, die Masse des werktätigen Volkes auch ferner noch aus rt staatsbürgerlichen Gemeinschaft ausschließen u können, hat sich mit dieser Masse auseinanderzusetzen, wenn sie zrückkehrt von den Feldern auf denen sie das Schicksal des 15 endes mit den Bafonetten sicherstellte. Nach 0 3 1. 1 8 0 en⸗ 4 Es ist dringend zu wünschen, daß der Widerstand der Fu⸗ 5 lütrieherren gegen die öffentliche Organisation der A 15 f dits vermittlung überwunden werde, und wenn irgend⸗ ia 1, dann ist wohl hier zu erwarten, daß sich das Al lgemein⸗ uktteresse gegen das Sonderinteresse einer einzelnen 1 icht durchsetzt. Allerdings haben die Arbeiter bei dieser For⸗ N rung zunächst die Ausschaltung des übermächtigen und verderb— lichen Einflusses der berüchtigten Zwangsnachweise der 0 Unter⸗ nehmerkoalition im Auge. Aber es liegt sonnenklar auf der Hand, daß hier, wie in so manchen Falle, das Allgemeininteresse mit dem Interesse der Arbeiter zusammenfällt. Die deutsche Volkswirtschaft, die durchaus nicht nur von der Schicht der Industriellen wird, fordert hier, bei der Verwaltung unseres kostbarsten nalen Gutes, das die lebendige Arbeitskraft trotz aller nehmerphilosophie ist, größte Planmäßigkeit, volllommenste Or⸗ gauisation. Bei der grundsätzlichen Ablehnung des paritätischen Zusammenarbeitens durch die maßgehenden Unternehmerorgani⸗ sationen ist diese eben nur auf öffentlich-rechtlicher Grundlage zu erreichen. Der erbitterte Widerstand gegen diese Forderung er⸗ hält ein besonderes Relief, wenn man sich vorstellt, welche Auf— gaben die Arbeitsvermittlung nach Friedensschluß zu bewältigen haben wird. Die für diesen Zeitpunkt zu erwartende Lage rückt auch die schon vor dem Kriege dringliche Frage der Arbeitslosenfür⸗ sarge in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Man kann aus zwingenden Gründen die Erfüllung dieser sozialen Pflicht künf⸗ tig noch weniger als früher von den Gewerkschaften oder gar von der allgemeinen Wohltätigkeit erwarten. Beide Faktoren werden jedenfalls auch dann tun, was in ihren Kräften steht; aber wir dürfen nicht vergessen, wie sehr diese Kräfte während der Kriegszeit beansprucht worden sind. Der Friedensschluß wird, selbst bei vor⸗ sorglicher Rücksichtnahme auf seine nüchsten wirtschaftlichen Wirkun⸗ gen, Zustände auf dem Arbeitsmarkt schafsen, die eine kräftige öffentliche Arbeitslosenfürsorge mit unerbittlichster Strenge fordern. Sicherlich wird die Arbeiterschaft auf den scharfen Widerstand der Unternehmer stoßen, wenn sie verlangt, daß man dauernde Einrichtungen für die Unterstützung der Arbeitslosen schaffe. Vielleicht, oder sehr wahrscheinlich, wird sich dieser Wider⸗ stand nicht nur auf Unternehmerkreise beschränben. Da darf dann die Arbeiterschaft als der Wortführer besten Deutschtums ihre Forderung vertreten. Was mehr als vieles andere die viel bewunderte Stärke Deutschlands ausmacht, ist seine verhältnismäßig hochentwickelte soztale Okganisation. Will man beste deutsche Eigenart sehen, so sindet man sie in unserm sozialen Organisationswesen, das mehr als jedes andere Element unseres öffentlichen Lebens seine Kraft aus dem eigenen inneren Wollen des Volkes geschöpft hat. Ohne den Dingen irgendwie Gewalt anzutun, kann man in der Ausbildung und Verbreitung des Prinzips der sozialen Organisation die geschichtliche Sendung des deutschen Volkes sehen, und wenn man die Eigenschaft deutschen Wesens sucht, die der Welt Genesung von schweren Gebresten bringen kann, dann ist sie hierin zu finden. Allerdings wird die Arbeiterschaft gut tun, sich nicht nur auf die Trefflichkeit ihrer Argumente zu verlassen. Was sie bei der Verfolgung ihrer Ziele vor allem nötig hat, das ist Eigenkraft, das sind sturmfeste Organisationeu. Soweit heute ein Urteil darüber möglich ist, muß man sagen, daß die Gewerk⸗ schaften die schwere Probe der Kriegszeit im allgemeinen nicht schlecht bestanden haben. Aber selbstperständlich hat der Krieg von ihnen gewaltige Opfer gefordert. Erfaßt die n im Lande weilende Arbeiterschaft ihre Aufgabe, so wird sie alles daransetzen, den Kräfteverlust wieder auszugleichen. Mit der Stärke unserer Or⸗ ganisation stehen und fallen unsere Forderungen, siegen oder fallen die Widerstände. N getragen natio⸗ Unter⸗ * 2 8 Zusammentritt des griechischen Parlaments. Aus Athen wird gemeldet: Das Parlament wird am Mittwoch zusammentreten, um das Kriegsges gesetz zu prokla⸗— mieren, den Belagerungszustand über Mazedonien zu ber— hängen und verschiedene andere durch die Lage gebotene Moß⸗ nahmen zu treffen. Französischer Kredit für Griechenland. Athen, 24. Sept.(W. T. B. Nichlamtlich.) Der Messager d'Athenes erfährt, daß Frankreich sich bereit erklärt hat, der griechischen Regierung einen Kredit von 100 Millionen Fraues zur Deckung militärischer Ausgaben zu eröffnen. Die Mobilmachung Bulgariens. Sofia, 25. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtliche Mitteilung der Agence Bulgare. Der Eintritt Bulgariens in den Zustand der bewaffneten Neutralität ist nach der Auf— fassung amtlicher Kreise aus den Veränderungen zu erklären, die kürzlich in der politischen und mili⸗ tärischen Lage sentstanden sind. Bulgarien hat kein er⸗ lei feindliche Absichten, ist aber fest entschlossen, seine Rechte und seine Unabhängigkeit Gewehr bei Fuß zu wahren. Nach dem Muster von Holland und der Schweiz, die nicht gezaudert haben, von Beginn des Krieges an zu dieser Maßregel zu greifen, sieht sich Bulgarien in Anbetracht der Truppenbewegungen bei seinen Nachbarn genötigt, die bewaffnete Neutralität auszusprechen, in der es jedoch die Beratungen und Verhandlungen mit den Vertretern der beiden kriegführenden Gruppen fortsetzt. * Newyork, 25. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Der Sonderbe⸗ richterstatter der Associgted Preß drahtet aus Sofia: Die Mobili⸗ sierung schreitet glänzend fort. Die eingerückten Mannschaften sind vortrefflich gekleidet und mit warmen Uniformen und sehr guten rer Nr arne en Entrüstunng der Entente. Paris, 26. Septbr.(W. T. B. Nichtamtlich() Der Petersburger Korrespondent des Temps meldet, daß die Haltung Bulgariens in Petersburg lebhafteste Entrüstung hervorgerufen habe. Man messe die Schuld an der Haltung Bulgariens nur dem König Ferdinand und seiner Regierung bei. Die amtlichen russischen Kreise warteten ab, ob die bulgarische Nation für oder gegen ein neues Abenteuer des Herrschers Stellung nehme. g London, 26. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Times schreiben in einem Leitaufsatz: Die unaufrichtige Polit! des Hofes von Sofia hat längst den tiefsten Argwohn der Alliierten verursacht, aber diese bemühten sich, einen billigen Ausgleich der Ansprüche Bulgariens zu verbürgen, wofern es seinen Anteil in Sachen der Freiheit Europas übernehme. Sie wiederholten ihre Angebote in der letzten Woche in einer in Sofia überreichten Note. Aber gerade dadurch scheint die Krisis heraufbeschworen worden zu sein. Paris, 26. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Temps erklärt, daß von der Diplomatie der Alliierten vorgesehene Maßnahmen, um sich der deutsch⸗bulgari⸗ schen Verschwörung zu widersetzen, bevorstehen. Alle Franzosen fordern einmütig, daß man schnell handle. Die Lehre der Dardanellen darf nicht verloren sein. Wir haben nicht, so schreibt der Temps, das Recht, neue Ueberraschungen an uns herantreten zu lassen. Die schnelle Geste, welche wir hoffen, bald ankündigen zu können, wird ganz das Vertrauen wiederherstellen. Türkische Befriedigung. Konstantinopel, 25. Sept.(W. T. B. Nichtanitlich.) Die gesamte Presse nimmt einmütig und mit lebhafter Be⸗ friedigung die Nachricht von der allgemeinen Mobili⸗ sierung Bulgariens auf, die beweise, daß Bulgarien endlich entschlossen sei, auf den Plan zu treten und die Un⸗ gerechtigkeit des Bukarester Vertrages gut zu machen. Des⸗ gleichen beglückwünschen die Blätter Bulgarien zu der Einigung aller Parteien, die sich in diesem Augenblick kund⸗ tue, wie aus einem Artikel des Mir hervorgehe, der alle Bulgaren zur Einigkeit auffordere. b Bulgarien und Rumänen. T. U. Budapest, 26. Sept. Wie aus Bukarest gemeldet wird ist die Telephon verbindung zwischen Bulgarien und Rumänien ein⸗ gestellt worden. In Bukarest empfing der König vorgestern die Fifhrer der Oposition. Filipeseu und Jonescu erschienen gemein⸗ sam vor dem König. Die Lage in Rußland. Generalstreik in Moskau. i Kopenhagen, 25. Sept. Laut Rjetsch stellten alle Fabriken und Werkstätten in Moskau den Betrieb ein. Der Stadt⸗ präsident und der Bürgermeister veröffentlichen einen Auf⸗ ruf, in dem sie die Arbeiterschaft flehentlich zur Vaterlands⸗ liebe ermahnen, gleichzeitig aber die strengsten Strafen en⸗ drohen, wenn die Arbeit und der Verkehr nicht wieder auf⸗ genommen werden. Die Zeitungen erscheinen nicht. D Straßenbahnverkehr ist wegen des Ausstandes eingestellt. Der Erzbischof warnt die Bevölkerung vor Fortsetzung der Un⸗ ruhen. N Protest der Petersburger Aubeiterschaft. T. U. Kopenhagen, 26. Sept. Die Sozialisten der Ar⸗ beitergruppe der Duma haben ihre Mitglieder zu einer Protestversammlung zusammenberufen, um gegen den letzten strengen Erlaß des Kommandanten des Petersburger Militärbezirks, der den Arbeitern für den Eintritt in einen Streik während des Krieges lebenslängliche Zuchthausstrafe androht, Stellung zu nehmen. Der Erlaß rief unter den Arbeitern die größte Erbitterung hervor. Da Unruhen be— fürchtet werden, so werden in der Nähe der Fabriken an⸗ dauernd starke Kosakenabteilungen bereit gehalten. Rußland ohne Lebensmittel! Kopenhagen, 26. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Unter der Ueberschrift„Schädliche Erscheinungen!“ beschwert sich die Rjetsch über die unglaubliche Tatsache, daß die Hauptstädte Ruß⸗ lands wieder ohne Lebensmittel seien. Der Munitions⸗ mangel sei in der Rückständigkeit der russischen Industrie be⸗ gründet, aber Rußland habe doch Deutschland in Friedenszeiten mit Getreide und Lebensmitteln versorgt. Man verfolge, so lange der Krieg dauere, aufmerksam die Lebeusmittelkrise Deutschlands Stiefeln versehen. Man erwartet, daß die bulgarische Armee in sehr wenigen Tagen seldbereit sein wird, es ist jedoch klar, daß keine große Eile vorliegt. und müsse nun plötzlich unerwarteter Weise sehen, daß Deutschland diese Krise überwunden habe, während sie in Rußland in allen großen Zentren den denkbar schlimmsten Charakter angenommen des Orients in die Kraft und Energie unserer Eukschlüssa Unterbrechung der Telephon verbindung zwischen Der Krieg hat unseren großen Krebsschaden enthüllt, habe. Wir frieren trotz unseres Holzreichtums, hungern nach der allerbesten Ernte, haben Mangel an Zucker, während Eng⸗ land mit unserem Zucker in Friedenszeiten die Schweine fütterte. den völligen daß man Mangel an Organisation. Es ist fürchterlich, da aussprechen im 2 5 Kriegsjahre diese vergeblichen Wünsche muß. Aufdeckung eines Attentates gegen den russischen Zaren? Die Bukarester Moldava meldet, daß in den jüngsten Tagen ein Attentat gegen den Zaren ausgeführt werden sollte, welches jedoch vereitelt werden konnte. Als in Peters⸗ burg und Moskau die Nachricht von der Aufdeckung des Planes und der Verhaftung des Attentäters bekannt wurde, brachen Unruhen aus, zu deren Unterdrückung mehrere Regimenter aufgeboten werden mußten. Der Seekrieg. Torpediert. Progres meldet aus Dünkirchen: Das französische Schiff „Saint Pierre“ wurde in der Nacht vom 22. zum 23. September im Pas de Calais torpediert. Es versank sehr schnell. Der Kapitän und vier Mann der Besatzung wurden gerettet. Lloydsbureau meldet: Der britische Dampfer„Hasione“, 3663 Tonnen groß, ist von einem Unterseeboot versenkt wor—⸗ den. 22 Mann der Besatzung wurden gerettet, 19 werden vermißt. Im Libyschen Meer wurde ein französischer Dampfer namens„Ravitailleur“ von einem Unterseeboot ver⸗ senkt. Er hatte 5000 Tonnen Raumgehalt und führte eine Kohlenladung von Malta nach Cypern. Das Unterseeboot führte die österreichische Flagge. Die Besatzung des Dampfers wurde vor der Beschießung aufgefordert, die Boote zu besteigen. Dice deutsche Regierung hat dem norwegi⸗ schen Gesandten in Berlin mitgeteilt, daß der im Juli gesunkene norwegische Dampfer„Rym“ nicht durch ein deutsches U-Boot versenkt worden sei. Die deutschen U-Boote im Schwarzen Meer. Budapest, 25. Sept. Wegen des Auftauchens von deuk⸗ schen Unterseebooten im Schwarzen Meer wurde der Schiffs- verkehr Odessa⸗-Reeni eingestellt. Oesterreichische Note an Amerika. T. U. Wien, 26. Sept. Als Antwort auf die amerikanische Note oom 16. August, richtete die österreichisch-ungarische Regierung an die Unionsregierung eine Note, in der folgendes betont wird: Die Regierung ist der Meinung, daß der übermäßige Export von Kriegs⸗ material nicht einmal dann zulässig wäre, wenn ein solcher nach den Ländern beider kriegführenden Parteien sich vollzöge. Die von der österreichischen Regierung in Ausehung der Zufuhr von Lebens⸗ mitteln und Rohstoffen gemachte Anregung galt lediglich dem Zweck, dem Wafhingtoner Kabinett darzutun, daß es in der Hand der Bundesregierung liege, auch mit den Zentralmächten Handel zu treiben. Weiter verweist die Note darauf, daß der Präzedenzfall des Burenkrieges schon deshalb nicht zutrifft, weil die damalige Ausfuhr von Kriegsmaterial aus Oesterreich-Ungarn die Grenze der Zulässigkeit niemals überschritten hat. Die Note erklärt end⸗ lich, daß die Erörterung der Bundesregierung über die Verpropfan⸗ — von Kriegsschiffen augenscheinlich auf einem Mißverständnis eruhe. Abberufung Dumbas. Paris, 26. Sept. Havas meldet aus Washington: Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Wien wurde beauf— tragt, der österreichisch-ungarischen Regierung mitzuteilen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten auf der Ab⸗ berufung von Dr. Dumba bestehe, da eine Beurlaubung allein nicht ausreiche. Deutsche Baumwollkäufe. London, 25. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Der Korrespondent der Morning Post erfährt von einer der größten Baumwollfirmen, daß deutsche Firmen in Newyork und anderen Städten Roman aus dem Kriege 18701871. Von Levin Schücking. b Ich ritt vor, der Schloßtreppe zu; der Geistliche, ein Mann in noch jungen Jahren, mit scharfen Zügen und bleichem Teint und jenem unterschlächtigen Blicke der dunkeln Augen, welcher eher vor Vertrauen waynt, als dazu ermutigt, stieg die Treppenstufen herab, mir entgegen. Zugleich sah ich die Dame bei unserer Annäherung sich wenden und in das Innere des Gebäudes zurückgehen; doch hatte ihre Be— wegung nichts Fluchtähnliches; sie ging so ruhig die paar Schritte über den breiten Perron und in das offenstehende Portal hinein, als ob es sich bei der Verhandlung mit uns um ein Alltägliches handle, das sie den Leuten überlassen könne. „Was ist des Herrn Begehren?“ sagte der Geistliche, auf ber umtersten Treppenstufe stehen bleibend, in gutem, nur bom elsässischen Dialekt gefärbtem Deutsch. „Der Krieg, ehrwürdiger Horr,“ versetzte ich, aus dem Sattel springend,„bringt unterschiedene Gäste; zwölf Rosse, zwölf Reiter; ich selbst bin der verhängnisvolle dreizehnte; für die Rosse begehren wir Futter und Stall, für die Reiter Kost und Quartier; auf wie lange, das wissen wir nicht; hoffentlich lange genug, um Ihnen den Beweis zu geben, wie liebenswürdige und anspruchslose Leute wir sind, wenn man uns liebenswürdig und freundlich entgegenkommt.“ Die Gesichtszüge des Geistlichen hatten sich während * Pulver und Gold. und einlagern, um zu verhindern, Baumwolle aufkaufen. 0 Vorräte in die Hände daß der ganze Ueberschuß der amerikanischen der englischen Fabrikanten gerate. Der Mangel an Farbstoffen. London, 26. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Economist schreibt: Der Mangel an Farbstoffen wird in Amerika noch stärter als in England empfunden. Der Präsident des Färberver⸗ eins in Philadelphia erklärte im Journal of Commerce, a5 die vorhandenen Farbstoffe nicht für je ein Kleidungsstsck der fte der Bevölkerung der Oststaaten ausreichten. Man werde bald weiße Anzüge, Hüte und Stoffe tragen müssen. b Mentereien indischer Truppen. Konstantinopel, 26. Sept.(W. T. B. Nichtamklich.) Nach einer Meldung des in Bagdad erscheinenden Blattes Sada⸗il⸗Islam sind unter den indischen Truppen des enj⸗ lischen Kriegsheeres Meutereien ausgebrochen. Das eug⸗ lische Kommando mußte, deshalb mehrere Bataillone nach Indien zurückschicken. 2 28 res Ar Die englisch⸗französische Offensive. Der militärische Mitarbeiter des Berliner Lokalanzeigers schreibt: Das Endergebnis der Kämpfe im Westen am ersten Tage, die sich nun von Tag zu Tag mit immer gesteigerter Heftigkeit fortsetzen werden, bis der Feind ermattet ist, war für den Gegner zweifellos enttäuschend. Wenn wir auch darauf gefaßt sein müssen, daß er Loos und Perthes zu Er⸗ folgen aufbauschen wird, sei es auch nur, um für den Osten politisches Kapital daraus zu schlagen. Wir können diese Versuche ruhig mit ansehen, denn wir wissen, daß es der Wucht der Gegner, mit der der Angriff einsetzte, nicht gelang, durchzubrechen und wir können vertrauen, daß es ihm nie gelingen wird. * Bis Oktober hinein, so meinen Pariser die vorgestern bei Arras und Ppern und in gonnenen heftigen Kämpfe dauern, an denen. b französische Armeekorps beteiligt sind. Di Hauptziele waren Ge⸗ ländegewinn zwischen Suippes und der Aisne, sowse nördlich von Arras, doch soll auch an allen anderen Abschnitten nach Möglichkeit Tag und Nacht vorgegangen werden. Die französischen Kritiker heben hervor, daß die Deutschen an keinem Punkte der Augriffs⸗ front zwischen Middelkerke und dem Schratzmännle überrascht worden seien. Joffre und French müßten damit rechnen, daß die Deutschen ihre Hauptkräfte für die unmittelbar bevorstehende Gegenoperotion aufsparen werden. Frankreich vor der Entscheidung. Paris, 26. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Die Hu⸗ manité erklärt, es sei ein Fehler, wenn man Deutschland als erschöpfte Nation hinstelle. Die Wirklichkeit sei ganz anders. Deutschland sei in industrieller, sinanzieller und wirtschaft⸗ licher Beziehung glänzend organisiert. Nordfrankreich und Polen seien in deutschen Händen. Die Humanité fragt, was in Frankreich geschehen solle. Das Parlament sei berechtigt, dies zu erfahren. Es handle sich darum, daß die Regierung vor dem ganzen Parlament klare und genaue Aufklärungen über Hilfsquellen und Menschenmaterial gebe, welche zur Verfügung stünden. Die Erklärungen vor den Kammer- gruppen und in den Ausschsissen genügten nicht mehr, und wenn die öffentliche Debatte aus Gründen der Landes⸗ verteidigung gefährlich scheine, müisse man schließlich doch zu geheimen Kammersitzungen greifen. Das Elend der russischen Flüchtlinge. T. U. Lemberg, 27. Sept. Kurjer Lwowski entnimmt, russischen Blättern die Mitteilung, daß sich unter den 12 Millionen Flüchtlingen in Rußland ungefähr drei Millionen Polen befinden. Diese ungeheure Menge von Flüchtlingen wurde wochenlang nach vier Richtungen in das Innere Rußlands geschafft. Das Elend ist unter den meisten dieser Flüchtlinge entsetzlich und die Not eine furchtbare. Viele Tausende mußten in den Wäldern im Freien rasten und sch reckliche Epidemien rafften viele Tausende hinweg. In Nischni⸗ nowgorod kampieren über 100 000 Flüchtlinge im Freien, weil ihnen der Eintritt in die Stadt verboten ist. Bei Smolensk be⸗ finden sich zirka 60 000 Flüchtlinge, die nicht fortgeschafft werden können. Fachkritiker, werden der Champagne be mehrere englische und „es sei denn, Sie hätten den Haufen Franktireurs, den wir vorhin wahrnahmen, hier im Hause verborgen. Es würde alsdann unserer Einquartierung eine kleine Störung des Hausfriedens vorhergehen müssen, den wir sonst in keiner Weise zu unterbrechen gedenken.“ „O nein, mein Herr,“ fiel der Geistliche ein,„diese Leute haben sich vor Ihnen geflüchtet; sie sind durch unsere Gärten gelaufen, um auf das andere Ufer des Oignon zu kommen; vielleicht haben sie zu ihrem besseren Schutze sogar die Brücke unzugänglich gemacht.“ „So so,“ sagte ich, den Herrn„Cure“ fixierend.„Selt⸗ sam, daß sie alsdann nicht geradeaus der Chaussee folgend über diese Brücke geeilt sind, sondern den bedeutenden Um⸗ weg rechtsab über diesen Hof, dieses„Schloß“, gewählt haben!“ Der Geistliche zuckte mit den Schultern. „Was hatten sie in jenem Karren geborgen?“ „Ihre Tornister, ihre Munition 822 „Und das haben sie hierher in Sicherheit gebracht?“ „Nur den Karren. Sie hatten den Karren mit zwei Pferden gestern morgen hier requiriert und haben ihn hierher wieder abgeliefert; den Inhalt haben sie unter sich verteilt und mit sich genommen.“ „Ihre Franktireurs sind außerordentlich ehrliche Leute,“ sagte ich;„auf eiliger Flucht vor uns scheuen sie doch den Umweg nicht, das requirierte Gefährt seinem Eigentümer zurückzustellen; und sie senden nicht etwa den Fuhrknecht da⸗ mit heim, sondern begleiten ihn selbst zu größerer Sicherheit, bis sie ihn richtig an seiner Stelle sehen..“ dieser Mitteilung verlängert und waren womöglich noch Daß sie den Umweg machten, scheint mir doch natür⸗ bleicher geworden. Auch sah ich, daß die Gruppe von Leuten, dem Aeußeren nach Domestiken, auf dem Perron über mir in eine gewisse Bewegung geriet— sie flüsterten wie erschrocken zusammen. Es mußten also mehrere unter ihnen sein, die Deutsch verstanden. „Sie wollen sich hier einquartieren auf mehrere Tage?“ fragte der Geistliche, viel weniger laut, als er anfangs ge— prochen. „ lich,“ entgegnete der Geistliche;„auf der Chaussee wären sie bald von Ihnen eingeholt worden: durch unsere Gärten und Gehölze dahinterlaufend waren sie sicher, von Reitern nicht verfolgt werden zu können!“ 8 Diese Bemerkung war richtig. Es ließ sich nichts darauf erwidern. Meine Kameraden, die länast abgesessen waren und unter das Linnendach des Karrens geblickt hatten, be⸗ stätigten, daß er entladen sei, es lagen noch ein paar alte Die Stadtduma von Moskau. 99 Nach einer Meldung der Köln. Ztg. aus Peter f trat in Moskau wegen der dort herrschenden um 95 g reichen Ausstandsbewegung und der 1 roh lichen Lage die Moskauer Stadtduma und sämt che Semstwos des Gouvernements Moskau zusammen. Kriegsnotizen. Der nationalliberale Landtagen e W Hagen, dessen Tätigkeit als Prosse⸗ f egeben hat, lorps Aulnß zu 12 bhaften B esch we rde 1 e 5 jetzt nach dem Berl. Tageblatt um eine an ber wee e Verwendung gebeten. a 5 Ve l e Die Regierung im Herzogtum Alten burg wird dem Land⸗ tage, der voraussichtlich Anfang November zu, eine anden Ae tagung einberufen wird, eine Vorlage zur Gen zmigng breiten, nach der wie in ben übrigen Bundesstgaten auch in Alten 5 burg die Neuwahlen zum N erst nach dem Friedensschluß stattfinden sollen. ö i. Die i en Behörden veraulaßten wiederum die Ver⸗ haftung mehrerer VPersonen, die si Kriegslage geäußert hatten. 3 Die Poltzeiben 5 beschlaanah mite den, i „Luis Vives“ aus Barcelona und vor haftete den Kapitän Lorca, weil an Bord 100 000 Franken in Gold zur Ausfuhr bereit gefunden wurden.„ 5 Mailänder Zensurbehörde hob das bisherige Ver⸗ Die 1 T 75 t für den Fi f. der darstellt, wie deut sche Truppen bot für den Film auf, der darstellt, wie: i Knaben irgendwo in Feindesland einen sieben jährigen ermorden, der scherzweise sein Spielgewehr auf sie angele hat. Der Film kann nunmehr im Patacekino seinen edlen Zwech Cremer 7. Armee⸗ Dr. Wie das fraunzösische Ackerbauministerium mitteilt, ist die Karto. 9 üseernte schlecht ausgefallen. n eee Einflüsse, wie Mangel an Arbeitern 7 fuhr von Gemüse und Kar⸗ 55 17 d ziere, Frankreich verlassen. 5 die in der een mit dem Vorbehalte der Verabschiedung im Falle einer Mobilisierung im Heimatlande Dienste nahmen, wurden gelöst. 855 5 f Nach einer Mitteilung der Nowoßje Wremja werden alle Ge⸗ bäude der Messe in Nischninowgorxod für den Winter zum Aufenthalt für 10000 Flücht linge benutzt. Die b liche Veränderung der Meßbuden und Meßhäuser wird 100 000 Rubel kosten.. In Odessa werden die Flüchtlinge orthodoxen Glau⸗ bens in Klöstern untergebracht, wo sie ihren Lebensunterhalt erhalten.„ f Das der russischen Gesandtschaft nahestehende Bukarester Blatt Epocg meldet, daß die russische Regierung darm gehe, zur Vergrößerung der Munitionser zeugung die jetzt wegen Alkoholverbotes ruhenden Spiritusdestillerien zur Mnunitionserzeugung zu adapkieren und einen Teil d Apparate zu Munitionszwecken zu verschmelzen. 1 Partei⸗Nachrichten. Keir Hardie gestorben! Einer der edelsten und besten unserer internationalen Vorkämpfer, der englische sozialistische Arbeiterführer Keir Hardie, ist nach einem Telegramnt des W. T. B. in Glasgow gestorben. Er war seit längerer Zeit schwer leidend Bis zuletzt hat Keir Hardie die Beteiligung seines Vater⸗ landes am Weltkrieg in der entschiedensten Weise bekämpft. Nicht nur für England, sondern für die Arbeiterschaft der ganzen Welt ist der Tod Keir Hardies ein unersetzlicher Verlust. a 1 Soziales. Eine Schneiderwerkstätte für Kriegsbeschädigte a will das Kriegsbelleidungsamt des 14. Armeekorps in Karls ruhe errichten. Es sollen nicht nur gelernte Schneider Be⸗ schäftigung finden, sondern auch soche Kriegsbeschädigte, die früher anderen Berufen angehörten, diesen aber wegen ihrer Verwundung nicht mehr nachgehen können. In Betracht kommen bei der 2 nahme entlassene Kriegsbeschädigte, also Rentenempfänger; sie er halten als Anfangslohn den ortsüblichen Tagelohn für ungelernt Arbeiter. Eine Kürzung der Militärrente findet nicht statt. 1 Ueberreste von Brot und Käse, alte Zeitungen, eine französi sche Feldflasche von der großen, mit grünem Tuche über⸗ zogenen Art, und ein rotes Militärkäppi darauf. Das waren nun freilich keine Beutestücke, um sich weiter darum zu kümmern, und wir wandten uns den Ställen zu; sie lagen in dem niedrigen Gebäude rechts, und über i nen in einem Kniestock vier oder fünf Kammern für Kue oder Gesinde; der Mann, welcher uns das Tor geöffnet, ze sie uns, und nachdem wir die Ackerpferde unten entferne lassen und die unseren untergebracht, nahmen wir Bet davon— es war eine vortreffliche kleine Kaserne, in der wir Quartier gefunden, ein Alarmquartier, wie wir es wünschen mußten; die Tiere unten, die Mannschaft darüber, und a dicht beieinander. Für mich selbst und den ehrlichen Krieg gefährten, den der Offizier seinen Burschen, der Unteroffiz und Freiwillige seinen„Putzkameraden“ nennt, bat ich, eit besseres Quartier im Herrenhause auswählen zu dürfen, und fand gleich beim Eintritt in das Haus ein im ersten Stoch über dem Souterrain liegendes, sehr schön und reich möblier⸗ tes Empfangszimmer, hinter dem ein Fremdenzimmer mit einem großen Himmelbette lag; in einer Garderobe, die daran stieß, ließ ich meinen Kameraden einlogieren, um in meiner Nähe zu halten. Dem geistlichen Herrn, der mich führte, schien diese Wahl sehr störend— vielleicht fand er es sehr anmaßend, daß ich so ohne weiteres okkupierte; achtete nicht darauf und machte ihn mit dem bekannt, was uns als Verpflegung zukomme. f Eine Stunde später wurde uns denn auch in dem grohe Gesindezimmer neben der Küche ein gutes und reichliches Nachtessen aufgetragen. Der Knecht bediente uns, der* liche Teil der Dienerschaft ließ sich nicht blicken; als wir fast zu Ende waren und, nachdem der geschärfte Appetit gestill die Ermüdung unserer Glieder von dem langen scharfen Ritt doppelt zu empfinden begannen, trat noch der Geist iche ein; er kan zu mir, verbeugte sich und fragte mit einer sanften und wohllautenden Stimme, ob wir zufrieden seien oder noch Wünsche hätten. Dabei holte er einen Stuhl her⸗ bei, den er neben den meinen ans obere Ende des Tisch stellte, wie um eine längere Unterhaltung zu beging „Sie brauchen nicht darüber zu erschrecken,“ versetzte ich, Flinten mit Steinschlössern, ein paar Pferdedecken und die (Fortsetzung folgt.) unter⸗ ch pessm istisch über die SS S S D — —. und Nachbargebi Hessen 5 1 uch bargebiete. Auch während der Kriegszeit, wo die Gedanken von den furchtbaren, aller Vernunft und aller Kultur hohnsprechenden Exeignissen in Anspruch ge⸗ nommen werden, die sich täglich abspielen, dürfen unsere Parteigenossen ihre Sache nicht aus dem Auge verlieren. Die Grundsätze der Freiheit und Menschlichkeit, für die wir jederzeit gekämpft haben, können durch den Waffenlärm und das Massen⸗Menschenmorden nicht erschüttert werden. Für sunsere großen Ziele müssen wir weiter mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften eintreten und immer neue An— hänger für unsere Sache werben. In erster Linie müssen wir zu diesem Zwecke für Veybreitung unserer Presse sorgen. Obwohl Tausende unserer Leser ins Feld gezogen sind, gibt es noch sehr viele zur arbeitenden Klasse Gehörige, welche als Leser der Oberhessischen Volks⸗ zeitung gewonnen und unsexer Bewegung zugeführt wer— den können. Unsere Freunde allerorts ersuchen wir, in diesem Sinne tätig zu sein. Mit Eintritt des Winterhalb⸗ jahres pflegt das Lesebedürfnis zu steigen; benutze jeder diese Zeit, unserem Parteiblatte, dem einzigen Arbeiterblatte in Oberhessen und den Nachbargebieten, in seinen Bekannten⸗ kreisen weitere Verbreitung zu verschaffen! — Aufnahme der Kartoffelernte. Eine Bekanntmachung des Kreisamts Gießen fordert alle selbständigen Landwirte oder Leiter von landwirtschaftlichen Betrieben auf, den Er⸗ trag ihrer Kartoffelernte sogleich zu ermitteln und inner— halb einer Woche nach Beendigung der Ernte der Bürger⸗ meisterei anzuzeigen. Abzüge für Schwund und Verderb dürfen nicht vorgenommen werden. Dagegen ist möglichst genau festzustellen, welcher Teil der Ernte auf kranke oder verdächtige Knollen entfällt. Wer die Auskunft, zu der auf Grund der angezogenen gesetzlichen Vorschrift verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder wissentlich un⸗ richtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Ge⸗ fängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Auch können Vorräte, die ver⸗ schwiegen sind, für den Staat verfallen erklärt werden. — Eine Ausstellung von Kindergärtnerinnen⸗Arbeiten hatte in den letzten Tagen das unter Leitung von Frl. Möĩser stehende Gießener Fröbel⸗Seminar veranstaltet. Es handelte sich um Arbeiten, welche die Kindergärtnerinnen selbst angefertigt haben und die sie in ihrem künftigen Be⸗ rufe den ihrer Erziehung anvertrauten Kindern lernen sollen. Da sieht man allerliebste Sächelchen zum praktischen Ge— brauche, sowie auch zum Spielen hergestellt. Die gewöhnlichen weiblichen Handarbeiten, Nähen, Sticken usw. waren in ganz hervorragenden Proben vertreten, weiter wurden aber auch Zeichnungen, Silhouetten(Schattenrisse), Modellierun⸗ den, Flechtarbeiten in großer Anzahl und vorzüglicher Aus⸗ führung gezeigt. Bewundernswert ist bei den meisten der zu Spielzwecken angefertigten Arbeiten, mit wie einfachen Mitteln diese hergestellt werden, zum Beispiel sah man die verschiedenartigsten Gegenstände, welche in sehr geschmack⸗ voller Weise aus— Streichholzschachteln zurechtgezaubert waren! Aus Papier, Holz usw. waren ganze Landschaften und Bauwerke naturgetreu nachgebildet, unter anderem ein Bleichplatz, Kinderspielplatz, Schwimmbad, Theater mit einer Szene aus Dornröschen, Laden eines Putzgeschäfts und noch anderes. Alles, was zu diesen Dingen gehörte, Figuren ustv., haben die Schülerinnen des Seminars bis ins kleinste selbst gemacht. Allen Arbeiten sah man an, daß sie den Zweck ver⸗ folgen, zur Anregung und Belehrung der Kinder zu dienen und dazu sehr geeignet sind. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Grenadier Hermann Neu aus Stockhausen bei Wetzlar, Inf.⸗Reg. 261. — Die Musterung der„dauernd Untauglichen“ ging mit heute zu Ende. Es werden von diesen noch viele Soldat geworden sein, die es sich nie hätten träumen lassen.— Die vor einiger Zeit Aus⸗ gemusterten des Jahrganges 96 werden jetzt eingezogen. — Die Gewerkschaften im Kriege. Nach einer von dem Kor⸗ tespondenzblatt der Generalkommission veröffentlichten Tabelle wurden von den über 2½ Millionen Mitgliedern der freien Ge⸗ werkschaften nicht wensger als 1061 404 zum Kriegsdienst einge⸗ zogen, wobei diejenigen, welche aus irgend einem Grunde wieder zurückgekehrten, nicht mitgerechnet sind, An die Fa⸗ milien der Kriegsteilnehmer wurden von den Gewerkschaften ins⸗ gesamt— von Kriegsbeginn bis 31. Juli 1915— nicht weniger als 10 421 584 Mk. Unterstützung bezahlt. Die Ausgaben ür Unterstützungen aller Art, die von den Gewerkschaften in der Zeit vom 3. August 1914 bis 31. Zuli 1915 geleistet wurden, betragen über 36,7 Millionen Mark!— Vom Holzarbeiter⸗Ver⸗ band allein sind bisher 88 000 Mitglieder zum Heeresdienst ein⸗ gezogen, von denen bereits viertausend gefallen sind. Kreis Alsfeld⸗Laulerbach. g. Tod infolge Verbrühung. Vor etlichen Tagen ereignete sich in Ruppertenrod ein schwerer Unfall, durch den die Be⸗ sitzerin der Brückenmühle, die Witwe Marie Finkernagel, ihr Leben einbüßte. Die Frau war auf einen Stuhl gestiegen, um einen Topf auf den Schrank zu stellen. Beim Heruntersteigen trat sie unglücklicherweise in einen in der Nähe stehenden Kessel kochen⸗ den Wassers, wodurch Fuß und Bein derart verhrüht wurden, daß die an den erlittenen Brandwunden am andern Tage starb. Kreis Wetzlar. 1 u. Ein städtischer Wohnungsnachweis ist in Wetzlar errichket worden. Alle leere en 0 9. freiwerdenden Wohnungen, möbliert oder unmöbliert(einzelne möblierte Zimmer sind ausge schlossen), sind unter Angabe des Mietpreises und der Anzahl der Räume dem Bürgermeisteramt bekannt zu geben. Näheres ist auf Zimmer 23 zu erfahren. 9 n. Gegen Kartoffel⸗Preistr ei von seiten der Landwirte wendet sich der e ukürchen in einer amtlichen Bekanntmachung. Es heißt darin: 5 8 „Es ist bemerkt worden, daß vielerorts mit dem Aus nehmen der Kartoffeln zu früh begonnen wird. Die frühe Erute scheint Hauptsächlich vorgenommen zu werden, um möglichse bald mit aus⸗ wärtigen Händlern Verkaufsabschlüsse über große Menn ag hohen Preisen säligen zu können. Ich mache die mepolearieg dringend darauf aufmerksam, daß das vorzeitige Aus nehmen den ist, besonders in der jetzigen Kriegszeit, sich von derartigem ver⸗ werflichen Tun sern zu halten.“ Schließlich werden die Polizeibehörden angewiesen, darüber au wachen, daß nur ausgereifte Früchte zum Verkaufe kommen, und serner wird an die„patexländische Gesinnung“ der Kreiseingesesse⸗ nen appelliert, daß sie durch ihre eigene Haltung weitere Maß⸗ nahmen unnötig machen.— Es ist gewiß zu begrüßen, daß der Landrat gegen die Preistreiberef mit dem wichtigsten Nahrungs⸗ mittel energisch vorgeht. Von der vaterländischen Gesinnung wird man wohl nicht viel erwarten dürfen, die Landwirte sind jeden⸗ falls mit der Laterne zu suchen, die aus vaterländischer Gesinnung die Kartoffeln auch nur um 5 Pfg. den Zentner billiger verkaufen. 5 Daß es jetzt zu früh mit der Ernte sein und die Kartoffeln noch nicht ausgereift sein sollten, ist wohl nicht ganz zutrefesnd; dagegen 1 5 sicherlich versucht, frühzeitig Abschlüsse zu hohen Preisen zu machen. Tagesbericht des Großen Hauptguartiers. Die französisch⸗englische Offensive erlahmt. Vorwärts bei Hindenburg. W. B. Großes Hauptquartier, 27. Sept., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Küste herrschte Ruhe. Nur einzelne Schüsse wurden von weit abliegenden Schiffen wirkungslos auf die Umgegend von Mittelkeerke abgegeben. Im Ppernabschnitt hat der Feind seine Angriffe nicht wiederholt. Südwestlich von Lille ist die große feindliche Offen⸗ sive durch Gegenangriffe zum Stillstand gebracht. Heftige feimdliche Einzelangriffe brachen nördlich und südlich von Loos unter stärkster Einbuße für die Engländer zusammen. Auch in der Gegend von Souchez und beiderseßts Arras wurden alle Angriffe blutig abgeschlageu. Die Ge⸗ fangenenzahl erhöhte sich auf 25 Offiziere, über 2600 Mann, die Beute der Maschinengewehre auf 14. Die französische Offensive zwischen Reims Argonnen machte keinerleß weitere Fortschriftte. liche Angriffe des Feindes, die besonders an der Straße Somme Py—Suippes sowie Beau ⸗Sejour⸗ Ferme—Massiges und östlich der Aisne heftige waren, scheiterten unter schwersten Verlusten für ihn. Die Gefange⸗ nenzahl erhöhte sich hier auf über 40 Offiziere, 3900 Mann. Drei feindliche Flugzeuge, darunter ein französisches Groß⸗Kampfflugzeug, wurden gestern im Luftkampf nord⸗ östlich Npern, südwestlich Lille und in der Cham⸗ pagne, zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Anutillerie⸗ und Gewehrfeuer südwestlich Lille und in der Cham⸗ pagne zum Absturz gebracht. Feindliche Flieger bewarfen mit Bomben Peronne, wo 2 Frauen und 2 Kinder getötet weitere Einwohner schwer verwundet wurden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Im Rigaischen Meerbusen wurden russische Kriegsschiffe, darunter ein Linfenschiff, durch deutsche Flieger angegriffen. Auf dem Linienschiff und einem Torpedoboots⸗ zerstörer wurden Treffer beobachtet. Die russische Flotte dampfte schleunigst in nördlicher Richtung ab. Auf der Südwestfront von Dünaburg wurde dem Feinde gestern eine weitere Stellung eutrissen. Es sind 9 Offiziere und über 1300 Mann zu Gefangenen gemacht und 2 Maschinengewehra erbeutet. Westlich von Wilajka wird unser Angriff fortgesetzt. Südlich von Smorgon wurden starke feindliche Gegenangriffe abgewiesen. Zwischen Krewo—Wischnewo machten unsere Trup⸗ pen Fortschritte. Der rechte Flügel und die Heeresgruppe Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern haben die Westufer des Niemen von Schtscherssy bis Serwetsch und der Schtschaua vom Feinde gesäubert. Oestlich von Baranowitsch hält der Feind noch kleine Brückenköpfe. Der Kampf auf der ganzen Front ist im Gange. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die Lage ist uverändert. Oberste Heevesleitung. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Die russische Gegenoffensive in Wolhynien gebrochen. Abgewiesene italtenische Angrisfe. Wien, 27. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: 27. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Aehnlich wie in Ostgalizjen und an der Ikwa ist nun auch im wolhynischen Festungsgebiet die russische Gegenoffensive gebrochen. Der Feind räumte gestern seine Stellungen nordwestlich von Dubno und im Styr⸗Abschnitt bei Luck und weicht in östlicher Richtung zurück. Der Brückenkopf östlich von Luck ist wieder in unserer Hand. An unserer Front füdlich von Dubno gab es stellenweise Geschsitzfeuer und Ge⸗ plänkel. und den Sämt⸗ die Stadt und 10 des Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Versuche des Feindes, an unsere Stellung auf dem Monte Piano heranzukommen, wurden ab⸗ gewiesen. Am Nordrande der Hochfläche von Doberdo brach ein Angriff einer Bersaglieri⸗Abteilung an unseren Hindernissen zu⸗ sammen. 5 105 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. . von Höfer, Feldmarschalleutnant. * Die gescheiterte englisch⸗französische Offensive. Die große englisch-französische Offensive im Westen kann schon jetzt als verfehlt bezeichnet werden. Wie dem Berl. Lok.⸗Anz. von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sind an allen Punkten, die den heftigen Angriffen des Gegners aus⸗ Kartoffeln eine schwere Schädigung der Volkswirtschaft beden 10 Schädigung tet und daß es vaterländische Pflicht eines jeden benin Landwirte gesetzt waren/ rechtzeitig die nötigen ⸗Reserxen aue 1 wesen. Die Möglichkeit eines feindlichen Durchbruches be⸗ steht nicht mehr. Franzosen wie Engländer haben groß Verluste erlitten, besonders die Engländer bei Loos. Wenn in französischen Meldungen die Zahl der deutschen Ge fangenen auf 20 000 beziffert wird, so ist das selhstoerständ⸗ lich übertrieben. Wie hoch sie in Wirklichkeit ist, läßt sich noch nicht sagen. 5 Die Heftigkeit der Nahkämpfe in der Champagne, namentlich in dem der Straße von Souain benachbarten Ge⸗ lände, forderte beiderseits gleich schwere Opfer während westlich der Argonnen die Zahl der Toten und Ver⸗ wundeten auf französischer Seite doppelt so groß war wie auf deutscher. Ein furchtbarer Kampf. f Der Frankf. Ztg. wird zu den furchtbaren Kämpfen im Westen geschrieben:. Die Nachrichten, die innerhalb der letzten vierundzwanzig Stunden zu uns gelangt sind, lassen keinen Zweifel darüber, daß auf dem westlichen Kriegsschauplatz ein Sturm losge⸗ brochen ist, der an Wucht alles überbietet, was in diesem Kriege bisher geschehen ist. Die Kämpfe im Westen sind an sich schon stets mit kaum zu überbietender Energie und Intensität geführt worden und waren nach der ganzen Natu der Kampfbedingungen wohl meistens, wenn vielleicht auch nicht blutiger, so doch erbitterter als die Schlachten auf den anderen Kriegsschauplätzen, aber was sich nun ereignet, hat eine Größe erreicht, die man sich nur schwer vorstellen kann. Ist es wirklich möglich, einer fast drei Tage und drei Nächte andauernden Beschießung mit Artillerie aller Kaliber Stand zu halten? Ist es möglich, dann noch einem Sturm tapferer Angreifer zu widerstehen? Es ist kaum zu erfassen. Und doch ist es geschehen! f Die ersten Stürme liegen hinter uns. Das Schwderste ist vielleicht schon überstanden. Die Schlacht wird weiter toben, aber der überraschende Durchbruch ist nicht gelungen. An keiner Stelle. Die gewaltige, dreitägige Kanonade hat den Erfolg, den sie suchte, nicht errungen. Millionen von Ge⸗ schossen haben die Mauer zwar verletzt, aber nicht entscheidend durchbrochen. Der Feind ist an mehreren Stellen in unsere Positionen eingebrochen und hat zwei Divisionen aus ihren Gräben zurückgedrängt, aber durch ist er nirgends. Das ist unser großer, ganz überaus wichtiger Erfolg! Wir können in Ruhe den Fortgang erwarten, unsere Reserven werden alle Lücken zeitig verstopfen. Was ist der Unterschied zwischen Gorlice—Tarnow und der Schlacht im Westen? Dort brachen die Deutschen, so wie sie es wollten, zur bestimmten Stunde und am vorbestimmten Ort durch die russischen Linien, in ununterbrochenem Sturmlauf, hier aber im Westen blieben Engländer und Franzosen hängen, sobald sie aus der Zone, die durch die Sprengkraft ihrer Grnaten verwüstet war, heraustraten. Das ist der entscheidende Unterschied: die Granaten können sie uns nachmachen, aber nicht die Menschen. Und diese Gewißheit gibt uns das feste Vertrauen, daß unsere Truppen aus diesen schweren Probe, in der sie jetzt stehen, siegreich hervorgehen werden; guf ein paar Kilometer Landes und ein paar Stellungen soll es uns nicht ankommen. Die können wir uns wieder holen! Die französische Darstellung. Paris, 26. Sept. Die amtlichen Berichte vom Sonntag lauten: Nachmittags 3 Uhr: Im Artois haben wir im Laufe der nächsten Nacht die gestern eroberten Stellungen, umfaffend das Schloß zu Carleul, den Friedhof von Souchez und die letzten Gräben, die der Feind noch im Osten der befestigten Stellung, ge⸗ nannt Labyrinth, besetzt hielt, behauptet. In der Champagne dauern die hartnäckigen Kämpfe an der ganzen Front sort. Unsere Truppen drangen auf einer Front von 25 Kilometern und in einer Tiefe von 1 bis 4 Kilometer in die deutsche Linie ein. Wir haben im Laufe der Nacht alle errungenen Stellungen behauptet. Die bis jetzt gezählten Gefangenen übersteigen an Zahl 12 000. Auf dem Reste nichts zu melden, ausgenommen eine Ueberraschungs⸗ aktiom unserer Artillerie auf die deutschen Werke in der Gegend von Launois und in Ban⸗de⸗Sapt. Abends 11 Uhr: Unsere Angriffe im Norden von Arras haben neue Fortschritte gebracht. Wir haben die ganze Ortschaft Souchez mit Gewalt besetzt und sind nach Osten in der Richtung auf Givenchy vorgerückt. Weiter südlich haben wir den Norden der Ortschaft Thelus erreicht. Wir haben im Verlauf des Kampfes etwa 1000 Gefangene gemacht. In der Champagne haben unsere Truppen fortgefetzt an Terrain gewonnen. Nachdem wir fast auf der ganzem Front zwischen Auberive und Ville⸗sur⸗Tourbe ein mächtiges Werk von Gräben, Verbindungsgräben und Feldbefestigungen, die vom Feind seit Monaten hergerichtet und vervollkommnet worden waren, überschritten haben, sind wir gegen Norden vorgerückt und haben die deutschen Truppen gezwungen, sich auf die Gräben zweiter Linie zurückzuziehen, 3 bis 4 Kilometer hinter den anderen. Der Kampf dauert an der ganzen Front an. Wir haben Epine de Vedegramge (halbwegs Hilaire⸗Souplet. D. Red.) erreicht und die Hütte an der Straße Souain⸗Sommepy fberschritten, sowie die Baracke an der Straße Souain⸗Tahure. Weiter östlich halten wir die „Häuser von Champagne“ besetzt. Der Feind hat in unserem Feuer und im Handgemenge sehr beträchtliche Verluste erlittew und im den von ihm verlassenen Gräben ein beträchtliches Kriegs⸗ material zurückgelassen, das noch micht gesichtet ist. Bis jetzt meldet mam die Erbeutung von 20 Feldgeschützen. Die Zahl der Gefange⸗ nen wächst immer mehr und überschreitet zur Stunde 16 000 Mann Nichtverwundete, darunter mindestens 200 Offiziere. Im ganzem und auf der ganzen Front haben die verbündeten Truppen iw 2 Tagen über 20 000 unverwundete Gefangene gemacht. g Ein neutrales Urteil. Der militärische Mitarbeiter des Berner Bund erblickt im Beginn der englüsch-französischen General⸗ offensive den Eintritt des europäischen Krieges in eine Entscheidungsphase. Er warnt vor einer vorschnellen Einschätzung des Enderfolges oder Endmißerfolges der riesigen Operationen, die mit langen Fristen rechneten und erst in der Entwicklung begriffen seien.„Bis jetzt,“ schreibt er,„ist der Kampf moch nicht zu überblicken. Wie immer unter solchen taktischen Verhältnissen ist der Angreifer in die zerschossenen ersten Gräben des Veteidigers eingedrungen. hat enorme Blutopfer bringen müssen, ohne das Endergob— nis sichergestellt zu haben. Dieser Durchbruchsversuch ist, sowohl was strategische Auswahl der Angriffspunkte als auch die Vorbereitungen und die Zahl der eingesetzten Truppen betrifft, der größte, der bisher erfolgt ist, größer selbst als der vom Dunajec, da er in weitreichender Kong bination an zwei 200 Kilometer voneinander entfernten Stellen angeordnet worden züt. Gebomateedie enatischrkron⸗ 3 21 K 35sische Generaloffensive bis vor die dritte und stärkste deut⸗ sche Verteidigungslinie, die zahlreiche permanente Stütz⸗ punkte aufweist, so wächst der Durchbruch in die Entscheidung und muß entweder mit einer Katastrophe der Angriffstruppen oder mit einem allgemeinen Rückzug der Deutschen enden. Die Entwicklung wird lehren, ob es überhaupt soweit komnit und wie diese entscheidende Kraftprobe im Westen endet.“ Zur Beschießung des Spitals in Görz durch die Italiener. Der B. Z. wird aus dem K. und K. Kriegspressequartier ge⸗ meldet: Die Nachricht von der Beschießung des Reservespitals in Görz durch die Italiener hat überall in der Armee tiefste Ent⸗ üstung hervorgerufen. Die Spitäler an der Südwestfront sind daß der Feind durch seine Flieger wissen muß, wo sich unter dem Schutze der Genfer Konvention stehende Gebäude befinden. Daß die Italiener, die auf das Spital schossen, dies mit Absicht taten, geht aus der großen Präzt⸗ sion hervor, mit der die Geschosse einschlugen. Der völkerrechts⸗ widrige Akt kann nur als Ausdruck blinder Wut über die bis⸗ herigen Mißerfolge am Isonzo gedeutet werden. 5 überall zu gekenntzeichnet, Uebereinstimmung zwischen König und Kabinett in Griechenland.- (W. T. B. Nichtamtlich.) Der Berichterstatter des Corriere della Sera drahtet aus Athen: Von Samstag abend bis gestern mittag hielten die Zeitungen aller Parteien den Rücktritt von Veniselos für unvermeidlich. Die öffentliche Erregung in Athen war sehr stark. Große Volksmengen umlagerten die Redaktionen. Die Ministerien waren ge⸗ schlossen. Gestern morgen um 10 Uhr begab sich Veniselos, in das Königsschloß von Dekelia, um dem König die Lage zu schildern. Kurz vor 12 Uhr kehrte der Ministerpräsident zurück. Bald darauf wurde eine amtliche Mitteilung her⸗ ausgegeben, daß die Ansichten des Kabinetts und des Königs über die getroffenen künftigen Maßnahmen vollkommen übereinstimmen. Bulgarien und Serbien. Sofia, 27. Sept. Der russische Gesandte hat die bulgarische Re⸗ gierung ersucht, ehe sie zu weiteren Maßnahmen schreitet, eine Note Serbiens abzuwarten, die Serbien auf Wunsch der Entente am 25. September, abends abgesandt haben soll. Bulgarien soll darauf erklärt haben, zwischen Bulgarien und Serbien beständen so schwer⸗ wiegende Differenzen, daß jetzt auf dem Wege des Notenaustausches keine Aenderung der Lage herbeigeführt werden könne. Der Stand der Dardanellenerpedition. Paris, 27. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Petit Parisien veröffentlicht eine Zuschrift des Deputierten Merlin, der namens des Hygiene⸗Ausschusses der Kammer in der Kontrollkommission nach den Dardanellen gesandt worden war. Merlin legt in einer Zuschrift dar, daß die Dardanellen⸗ expedition schlecht eingeleitet wurde und nunmehr zum Still⸗ stand gekommen sei. Gerade die Dardanellenexpedition sei für die Verbündeten von höchster Wichtigkeit. Es sei not⸗ wendig, ein neues Programm und einen neuen Plan für die Expedition aufzustellen, sie drohe sonst ruhmlos im Sande zu verlaufen und das Ansehen der Verbündeten im Orient und bei den Mohammedanern zu schwächen. Englische Studenten begrüßen ihre österreichischen Genossen. Die Freie Vereinigung sozialistischer Studenten in Wien erhielt von den sozialistischen Studenten Amerikas folgenden Brief: . Werte Genossen! Die in Barrow House abgehaltene Jahresversammlung der University Socialist Federation of Great Britain(Verband der sozialistischen Studenten Großbritanniens) ersucht uns, den österreichischen Studenten ihre Grüße zu übermitteln. Wir, die Intercollegiate Socialist Society of America (Organisation der sozialistischen Studenten Amerikas) schließen uns den herzlichen Grüßen der englischen sozia⸗ listischen Studenten an und hoffen, daß in nicht zu ferner Zeit es uns allen möglich sein wird, gemeinsam einen Kongreß abzuhalten zur Förderung unseres gemeinsamen Zieles, eine bessere Zukunft herbeizuführen. 7 25 Mit sozialistischem Brudergruß 5 Harry W. Laidler, Sektretär. Die Freie Vereinigung sozialistischer Studenten hat hier⸗ kuf die amerikanischen Genossen gebeten, den englischen Ge— nossen den herzlichsten Dank und brüderliche Grüße der sozialistischen Studenten Oesterreichs zu übersenden. Briefkasten. K. St.⸗Krofdorf. Nach dem Gesetz betreffend die Unterstützung don Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften(p. 28. 2. 1888) war Unterstützung von Angehörigen der ihre aktive Dienst— zeit ableistenden Leute nicht vorgesehen. Eine gegen Ende vorigen Jahres erlassene Bundesratsverordnung hat aber angeordnet, daß auch den Angehörigen der aktiv Dienenden Unterstützung gewährt werden soll. wenn auf sie die Voraussetzungen zutreffen, unter denen die Familien der übrigen Mannschaften Unterstützung er⸗ halten. Vor allem also, wenn der Eingezogene vor seiner Dienst⸗ geit zur Ernährung der betreffenden Angehörigen verpflichtet war. Vereinskalender. K Donnerstag, 30 September Gießen. Wahlverein. Abends 9 Uhr: Mitgliederver- ammlung. Vortrag des Genossen S. Katzenstein-Berlin über: Die gegenwärtige Lage. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 8 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Bekanntmachung. Aus der Elisabethe Schmidt⸗Stiftung sind zu vergeben: 0 4 Gaben von je 17 Mk. an bedürftige, unbescholtene, ledige Dienstmädchen im Alter von über 50 Jahren und 10 Gaben an arme Witwen. Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Asterweg 9, bis 45. Oktober ds. Is. entgegen. Gießen, den 27. September 1915. 0 Der e(Armenverwaltung): Keller. Bekanntmachung. Sämtliche Viehhalter werden aufgefordert, ihren Bedarf an Häcksel und Torfmelasse, Zuckerfutter und nassen Schnitzeln für die Zeit bis zum 1. Dezember ds. Is. längstens bis zum 7. Oktober ds. Is. bei der Futtermittelverteilungsstelle, Stadthaus, Zimmer Nr. 2, schriftlich aufzugeben. Gießen, den 25. September 1915. 2*„ Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung 1 Gießen bringe ich zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 22. September 1915. 0 5 Der Oberbürgermeisterr b 5 Keller. 9 F 7. . Bekanntmachung. 5 Betr.: Regelung des Verkehrs mit Hafer.. 9 Erläuternd und ergänzend zu den im Kreisblatt Nr. 63 vom des Verkehrs mit Hafer vom 28. Juni 1915 und 15. Juli 1915 wird bemerkt: 5 Die erwähnte Hafer neuer Ernte. nahmt. Mischfrucht kann jedoch als Grünfutter verwendet werden. Hülsen⸗ liche Gemenge, d. h. solche Gemenge, die durch nachträgliche Ver⸗ mischung des Hasers mit anderem Brotgetreide, Hülsenfrüchten usw. entstanden sind, ohne weiteres als beschlagnahmt, weil der be⸗ schlagnahmte Hafer durch die mischung nicht frei wird. Auch das Stroh unterliegt so lange der Beschlagnahme, als der Hafer nicht ausgedroschen ist. Anspruch auf Hafer zum Verfüttern haben lediglich die Halter von Einhufern und von Zuchtbullen. Bis auf weiteres dürfen an einen Einhufer 3 Pfund und an einen Zuchtbullen 1 Pfund Hafer täglich verfüttert werden. Aus den für einen Einhufer bestimmten Rationen darf ihr Besitzer Hafer auch an sein übriges Vieh ab⸗ geben. Es ist jedoch nicht zulässig, daß hierdurch die seinen Ein⸗ hufern grundsätzlich zustehenden Futtermengen überschritten werden. Von den den Einhufern und den Zuchtbullen in der Gemeinde ins⸗ gesamt zustehenden Mengen kann in Fällen besonderen Bedürfnisses auch an Spann⸗ und Zuchttiere(3. B. Zugochsen, Kälber, Lämmer, Eber, Ziegenböcke usw.) anderen Besitzern Hafer abgegeben werden. Ob ein Bedürfnis hierzu vorliegt, hat der Gemeinderat zu ent⸗ scheiden, der dann anzuordnen hat, in welcher Weise die den Ein⸗ hufern und Zuchtbullen zustehenden Rationen gekürzt und wieviel den anderen Tieren zugewiesen werden soll. 8 Bezüglich der Versorgung solcher Einhufer und Zuchtbullen, eren Besitzer oder Halter nicht über Haferbestände verfügen, ver⸗ bleibt es bei dem seitherigen Verfahren, wonach die letzteren sich wegen Zuweisung der zulässigen Hafermenge an die zuständige Blirgermeisterei zur Veranlassung des weiteren zu wenden haben. Gießen, den 15. September 1915. 85 5 Großherzogliches Kreisamt Gießen.„ N J. V: Hechler. 2 Bekanntmachung. Es sind drei lebenslängliche Pfründen aus der Plockischen Stif⸗ tung an geborene Gießenerinnen zu vergeben. i Die Bedachten sind gehalten, in die Provinzial⸗Siechenanstalt hier einzutreten. Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Afterweg 9 part., bis zum 15. Oktober ds. Is. entgegen. Gießen, den 24. September 1915. Der e ee(Armenverwaltung): ere Bekanntmachung. Die Auszahlung der Familienunterstützung für 1.—15. Oktober ag Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet att: a. Reichs⸗ und Kreisunterstützung an diejenigen, deren Namen beginnen mit AK Freitag, den 1. Oktober 2 Samstag, den 2. Oktober. b. Städtische Unterstützung(Mietszuschuß) an diejenigen, deren Namen beginnen A—K Montag, den 4. Oktober IZ Dienstag, den 5. Oktober. c. An Vermieter, die Mietbeträge abholen Mittwoch, den 6. Oktober. Die Auszahlungen finden statt von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus Zimmer Nr. 16. Gießen, den 27. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Nachdem durch Verordnung des Stellvertretenden Generalkom⸗ mandos des 18. Armeekorps vom 24. September 1915 die Frist zur freiwilligen Ablieferung bis zum 16. Oktober 1915 verlängert wor⸗ den ist, wird unter Bezugnahme auf die im Kreisblatt für den Kreis Gießen vom 24. September 1915 abgedruckte Bekanntmachung und in Abänderung der Ausführungsbestimmungen für die Stadt Gießen vom 23. August 1915 und unter Aufhebung der Bekanntmachung vom 21. September 1915 betreffend die Anmeldung der beschlag⸗ nahmten Gegenstände aus Kupfer, Messing und Reinnickel hiermit für den Bezivk der Stadt Gießen folgendes bestimmt: 1) Bis zum 16. Oktober 1915 dürfen bei der städtischen Metall⸗ sammelstelle abgeliefert und müssen von ihr angenommen werden: Klasse A: Gegenstände aus Kupfer und Messing: 1) Geschirre und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und Backstuben, wie beispielsweise Koch und Einlegekessel, Marmeladen⸗ und Speiseeiskessel, Töpfe, Fruchtkocher, Pfannen, Backformen, Kasserollen, Kühler, Schüsseln, Mörser usw. Waschkessel, Türen an Kachelöfen und Kochmaschinen bezw. Herden; 3) Badewannen, Warmwasserschiffe, behälter, ⸗blasen, ⸗schlau⸗ gen, Drurkkessel, Warmwasserbereiter(Boiler) in Koch⸗ maschinen und Herden; Wasserkasten, eingebaute Kessel aller Art. 1 — Klasse B: Gegenstände aus Reinnickel: Geschirre und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und Backstuben, wie beispielsweise Koch⸗ und Einlegekessel. Marmeladen⸗ und Speiseeiskessel, Fruchtkocher, Servierplatten, Pfannen, Backformen, Kasserollen, Kühler, Schüsseln usw. Einsätze für Kocheinrichtungen, wie Kessel, Deckelschalen, Innentöpfe nebst Deckeln an Kipptöpfen, Kartoffel⸗, Fisch⸗ und Fleischeinsätze usw. nebst Reinnickelarmaturen. II. Bürstenbleche, Eimer, Kaffeekannen, Teekannen, Kuchen⸗ platten, Milchkannen, Kaffeemaschinen. Teemaschinen, Samo⸗ vare, Zuckerdosen, Teeglashalter, Menagen, Messerbänke, Zahnstochgestelle, Tafelaufsätze aller Art, Taselgeschirre, Rauchservice, Lampen, Leuchter, Kronen, Plätten, Nippes⸗ sachen, Thermometer, Schreibgarnituren, Bettwärmer, Säu⸗ lenwagen, Badeöfen aus Kupfer, Messing und Reinnickel. Für die vorgenannten Gegenstände werden folgende Ueber⸗ nahmepreise vergütet: 1 — 1 2 Uebernahmepreise für jedes Kilogramm 5 für Gegenstände aus Kupfer Messing Nickel Mk. Mk. Mk. ohne Beschläge 3 3,.— 18 mit Beschlägen 2,80. 2,10 10,50 Die Gegenstände werden mit den Beschlägen gewogen: auf Grund dieses Gewichtes ergibt sich der Preis wah obiger Tabelle. des Großherzoglichen Kreisantts 20. Julf 1915 abgedruckten Bekanntmachungen über die Regelung Wundes rats verordnung bezieht sich nur auf den Etwa noch vorhandene Vorräte von Hafer ausß ber alten Ernte sind nicht etwa in das Eigentum von Privaten über⸗ gegangen, sondern zugunsten des Kommunalverbandes beschlag⸗⸗ Der Beschlagnahme unterworfen sind auch solche Gemenge, bei 15 i früchte dürfen aus ihr ausgesondert werden. Dagegen gelten künst⸗⸗ ea erforderliche Ausbauarbeiten wird 1 f. 8 abgeliefert und müssen angenommen Materialien und Gegenstände aus Kupfer, Mes⸗ „Tombak, sie nicht auf Grund der Ver⸗ treffend„Bestandsmeldung etallmeldestelle Preußischen e stoff⸗Abteilung 0 2 gemeldet worden sind. bet 5 1 Gegenstände aus Kupfer 1,70 Mk. für n ände aus Messi denen Hafer mit anderen Getreidearten(Mengkorn) oder mit und usilber(Alf Hülsenfrüchten(Mischfrucht) zusam men gewachsen ist. Die] Mark e e s Kilogramm. 55 darf zu diesen Preisen augenommen werden: l den solche Gegenstände angesehen, die sich in einem Zustand befinden, im dem sie nicht mehr für den durch ihre Gestaltung gegebenen Zweck benutzt werden können. 1 Gießen, den 24. September 1915. 2 5 Der Oberbürgermeister. Keller. 5 Kolosseum Frankfurt a. M. Allerheiligenstraße, Constabler Wache. Besitzer: Albert Rappmann, Treffpunkt aller Gießener! Täglich abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Proaramm: 1. Teil. 2 Bebitta Winkler, Vortrags⸗Soubrette. Frl. Eimm, Trapez⸗Künst⸗ serin. Victor Kayser, Frankfurter Humorist. Frankonia ⸗⸗Ensemable in ihrer Original⸗Verwandlungs⸗Szene: Die Tennismädel. Gun Romain, Vortrags⸗Soubrette. Seppel und Kathi Spörl, die kleinsten und besten oberbahr. Gesangs⸗Tanz⸗Duettiften u. Solisten. l 2. Teil. 2 2 Sellnette's wunderbarer Dressur⸗Akt mit ihren exotischen Vögeln. Anni Ippenstein, Operetten⸗Liedersängerin. Victor Kayser. beliebter Komiker. Frankonia ⸗ Sextett als„Flotte Matrosen“. Wilson und Emmy als Flachturn⸗Künstler. Eli Romain, Vorkrags⸗Soubrette. Geschwister Frankonia, Gesangs⸗Tanz⸗Duettistinnen. ö Zu recht zahlreichem Besuche ladet freundlichst ein 9 85 Albert Rappmaun, Direktor. Telegramm! Achtung! Achtung! Mache die geehrten Einwohner von Gießen und Umgegend darauf aufmerksam, daß durch verspätetes Eintreffen der letzter Waggons der Verkauf um 7 Tage :: verlängert wird:: Bemerke noch, daß alle fehlenden Sachen wieder am Lager sind, z. B. Löffelbleche(weiß) 1.10 Mk., Sand, Seife, Soda mit Schrift 160 Mk., eiserne geschlissene Pfaunen 34 em 1.20 Mk., ovale Spülwannen mit Fuß, 40 ew 4.50 Mk., 45 em 1.70 Mk. Hochachtend Frau Carl Dorp aus Elberfeld. A Neu! Konkurrenzlos! Neu! Versand⸗Karton (D. R.⸗Patent 130568) für Gelee, Honig, Butter, Schmalz, Fleischwaren ꝛe. Prakkischer, vorteilhafter und niliget dle Blech oder Glas⸗Packung. Preis für 1 Pfund⸗ Packung nur Oberhessische Jolkszeitung Gießen Bahnhofstraße 23.. E Ankauf,, nennst mus, Ischias u. 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