der Organ für die Interessen des werktätigen Volles Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 1 Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Sießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich Redaktion und Expedition Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. or⸗ 5 1 0 9 Gießen, Babnbofstraße 23, Ecke Löwengasf Bei größeren Aufträ Anzei i 5 60 einschl. Bri lohn. Durch die Post bezogen v gasse. größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends uhr 8 5 1 6 Telephon 2008. für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. 42 „ Nr. 221 je; 2 8 Gießen, Dienstag, den 21. September 1915 10. Jahrgang 2* 2 84 Nochmals die Rumpf⸗Inkerngtionale. . i Uueeber die in den letzten Tagen in der Schweiz stattgefundene e Fonferenz von Sozialisten verschiedener Länder wird uns von fũ 0 inem Schweizer Parteigenossen noch geschrieben: Auf Vorschlag h. g er italienischen Parteileitung waren seit längerer Zeit Bestreb⸗ g ingen im Gange, um die„auf dem Boden des Klassenkampfes ver⸗ 8 larrenden Elemente der Internationale“ zu sammeln. Dank diesen 1 mühungen wurde in der Schweiz auf einen bestimmten Tag eine b. onferenz der Vertreter der sozialistischen Parteien, vorab der ib. egführenden Länder einberufen. Eine Vorkonferenz, die im 00 uli stattfand, hat den Redakteur der Berner Tagwacht, National⸗ a dat Robert Grimm, mit der Vorbereitung der Konferenz betraut. 9g. r Tagesordnung waren folgende Punkte vorgeschlagen, die von i er Konferenz auch akzeptiert wurden: Mandatprüfung, Berichte 91 zus den einzelnen Ländern, Friedensaktion des Proletariats, . chaffung eines Aktionszentrums mit den entsprechenden Aus- f ihrungsorganen. Die Beteiligung an der Konferenz konnte aus naheliegenden N. ründen keine zahlreiche sein. Großes Kopfzerbrechen machte den en organisatoren der Konferenz die Vertretung der zahlreichen ls Jarteigruppen und Fraktionszentren Rußlands und Polens. m Hinblick auf den Zweck der Konferenz mußte es vor allem ver⸗ z ieden werden, den einzelnen russisch⸗polnischen Organisationen ie Möglichkeit zu geben, einige Vertreter zu entsenden. Wenn de polnisch⸗russische Organisation und Fraktion die Möglichkeit Ehabt hätte, mehrere Delegierten zu entsenden, hätten diese die fehrheit an der Konferenz erhalten und man hätte es dann in der sauptsache mit einer Kundgebung der russischen igration zu tun Fhabt. für alle issionen russischer politischer Flüchtlinge, mußte die russisch⸗ ulnische Vertreterzahl gering sein. Dies gelang und die Zahl 10 russisch⸗polnischen Delegierten belief sich auf ein Drittel der esamtzahl. Wir wollen hoffen, daß die Organisatoren der Kon⸗ renz auch ernstere Gründe hatten, die Zahl der russischen Dele— exten bis auf ein gewisses Minimum zu reduzieren. Die Ver⸗ dungen der im Auslande wirkenden russischen Parteigruppen it den Arbeiterorganisationen Rußlands mußten ja infolge des frieges notgedrungenerweise sehr locker werden, und als Ver⸗ beter dieser Or ganisationen dürften die russischen Inigranten nur in sehr bedingter Form betrachtet werden. An der Konferenz beteiligten sich 37 Personen. Aus Frank⸗ eich: 2 Syndikalisten. Aus Italien: 5 Parteimitglieder. us Schweden: 2 Genossen aus der Jugendorganisation. Aus zo lland: Henriette Roland⸗Holst. Aus der Schweiz: drimm, Naine, Platen. Aus Deutschland: 10 Mitglieder der Urtei(aus naheliegenden Gründen muß man es ihnen selbst erlassen, ihre Namen zu nennen). Vom Exekutivkomitee der soz. Föderation der Balkanstaaten 2 Mitglieder des Komitees: Ra⸗ Avsky und Kaliarow. 12 Delegierte der ausländischen Zentren ud Redaktionen der sozialistischen Organisationen Rußlands und 1 lens(darunter Lenin. Axelrod, ein Delegierter der Lettischen eazialdemokratie, des Jüdischen Bund, je ein Delegierter der 3 in betracht kommenden polnischen Gruppen usw.: unter ben letzteren fand sich auch der durch und durch internationale Genosse Radek: innige russische Gruppen waren burch 2 Delegierte vertreten). Aus england hatten mehrere Genossen ihre Teilnahme zugesagt, sie itten aber aus ihren Vorbereitungen kein Hehl gemacht— und die behörden verweigerten ihnen die Ausfertigung der Reisepässe. Aur dadurch erklärt sich die Abwesenheit der Engländer. Die Verhandlungen der Konferenz waren streng vertraulich. Das Ergebnis der Beratungen ist ein Manifest an das Prole⸗ (iat— ein Aufruf zum Kampf für den Frieden. Die Konferenz kur ernster und sachlicher, als man es— wenn man die Person g 05 Einberufers in Betracht nimmt— erwarten konnte. Natür⸗ it fehlte es nicht an knatternden Phrasen, im allgemeinen dürften der die Parabellums eine große Euttäuschung erlebt haben. Der Ernst der Aufgabe und das Gefühl der Verantwortlichkeit ber besonders bei den deutschen Delegierten zu spüren Die satschen Genossen erklärten von vornherein, daß sie auf nichts ein⸗ chen würden, das ihre Partei gefährden, ernste Erhitterung, ge⸗ scweige denn eine Spaltung hervorrufen könnte. Bei Ausarhbelt⸗ lig des Manifestes lehnten sie alle bindenden konkreten Maß⸗ ahmen ab. Alles müßte der Partei überlassen bleiben. 1 Elbst prinzipielle Gegner der Krebitbewilligung, wollten sie auf iir Konferenz auch in diesem Punkte leinen bindenden 2 Hand in mit ihnen is Kommission mit Grimm, Die Kommission hat die Aufgabe, den Verkehr er einzelnen Parteien zu fördern und jegliche Annäherung der brteien zu erleichtern: sie soll nicht das internationale sche Bureau ersetzen und sich keine Funktionen eines 120 onszentrums aneignen. Daß in diese Institution gerade mm gewählt wurde, mutet allerdings etwas sonderbar an. Die ammission soll zunächst das Mani fest der Konferens, eien urzen Verhandlungsbericht und später unperiodisch ein Infor⸗ tsonsbulletin herausgeben. Das Manifest wird von den dane sctesten Vertretern der Länder unterzeichnet werden; für Polen bite Radek zeichnen, die deutschen Delegierten erklärten aber ut aller Bestimmtheit, daß sie neben Radeks Unterschrift die ihrige 8 i sf ö Di urde aus der deutschen Partei ausgeschlossen wurde. Diesem wurde segestimmt, und der edle Name Nabel wird auf dem Manifest ücht zu lesen sein. ö 9 0 icht hergeben würden, und zwar aus dem sormellen Grunde, weil 9 unsere Mitarbeiter, dessen Bericht wir unter Vorbehalt vebergeben, meint dazu. dal unter den Deutschen gewiß solche 1 7 1 befanden, die kaum als geeignet zur Behandlung der wichtigen Tagesordnung angesehen werden könnten. Im übrigen müsse man sie nicht mit deutschen, sondern mit Berner Maße messen und dann zugeben, daß sie in der umgebung dieser Kon⸗ ferenz die vernünftigsten Leute waren. Im übrigen ist das Verhandlungsprotokoll und das beschlossene Mani⸗ fest abzuwarten, ehe ein endgiltiges Urteil gefällt werden kann. Aus Bern wird der Frankf. Ztg. vom meldet: Im Namen der Internationalen sozialistischen Konferenz, die, wie kurz gemeldet, vom 5. bis 8. September in der Schweiz in Zimmerwald tagte, wird heute in der Berner Tagwacht eine Friedenskundgebung an die Proletarier Euro⸗ pas veröffentlicht. Das Manifest haben unterzeichnet für die deutsche Abordnung Ledebour und Hoffmann, für die französische Bourderon und Merrhei m, für die italienische Modigliani und Lazzari, für die russische Lenin, Axelrod und Bobrow, für die polnische Lapinski, Warsfki und Hanecki, sür die interbalkanische sozialistische Föderation der Rumäne Rakowski, der Bulgare Kolarow, für die schwedische und norwegische Abordnung Höglund und Nerman, für die holländische Holst und für die schweizerische Grimm und Naine. 0 80* Aus Rußland. Verhaftung von sozialistischen Duma⸗ abgeordneten. Das Leipziger Tageblatt meldet aus Stockholm: Stock⸗ holms Dagen erfährt aus Petersburg: Der Abgeordnete Tscheidse und 17 weitere Dumamitglieder sind in ihren Quartieren durch die Polizei festgenommen worden. Das Dumagebände und sämtliche Bahnhöfe sind militärisch besetzt. Die Polizeiherrschaft. Rjetsch in Petersburg teilt mit: Der Polizeimeister von Moskau verbot die Abhaltung jeglicher Versammlungen, sogar die Sitzungen der Krankenkassenmitglieder. Im gemeinsamen Ge⸗ schäftslokal der kooperativen Vereine wurde eine Untersuchung vor⸗ genommen, worauf fünf Assistenten vorhaftet und wegen politischer Vergehen angeklagt wurden. Nach der Rjetsch wurden in Petersburg in den letzten Tagen große Arbeiterversammlungen abgehalten, in denen die Bildung einer großen Arbeiterorganisation der Berufsverbände und Fachvereinigungen beraten wurde. Die Polizei schritt ein, aber trotz der polizeilichen Aufforderung, die Ver⸗ sammlung zu schlie ßen, wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Die Polizei unterließ die Anwendung von Gewaltmaßregeln. Auflösung der Semstwos? Die Mitarbeiter der schweizerischen Zeitungen melden aus Petersburg: Die Regierung veröffentlicht den Auflösungsbeschluß für die Semstwos von Moskau, Kern, Kursk und Chalr⸗ kow wegen regierungs feindlicher Kundgebungen und Beschlüsse. Der Stadthauptmann von Moskau wurde seiner Stellung enthoben. Die letzte Dumasitzung. Die Times meldet aus Petersburg über den Verlauf, den die letzte Sitzung der Duma nahm, noch folgendes: Bevor der Präsident Rodsianko den Ukas der Vertagung verlas, verließen die Sozialisten und Fortschrittler demonstrativ den Saal. Die Duma hörte die Verlesung, wie üblich, stehend an und rief schließlich die vorge⸗ schriebenen Hurras. Ihr Beifall wurde aber von den aufreizenden Rufen der Sozialdemokraten gestört. Man hatte große Mühe, das Publikum zum Verlassen des Saales zu bewogen. Später hielt die Duma eine Geheimsitzung ab, an der 55 umaabgeordnete teil⸗ nahmen. Auch die Presse wurde ausgeschlossen. Man beschloß, den Dumapräsidenten Rodsianko nach dem Hauptquartier zu senden, um dem Zaren den Ernst der Krise barzulegen. Sämtliche Parteien mit Ausnahme des rechten Flügels bezeichneten Goremykin als Urheber der Vertagung, indem er die Krone falsch unterrichtet habe. Die Mißstimmung war auch unter den gemäßigten Parteien so groß, daß ihre Führer Mühe hatten, die Ruhe unter den Parteien zu bewahren. Goremykin war nicht zugegen, auch die übrigen Minister blieben der Sitzung sern. In Erwartung des Ergebnisses der Audienz Robsiankos beim Zaren setzten einstweilen die Aus⸗ schüsse für die Heeresversorgung ihre Beratungen fort. Die Korrespondenz betont, daß Duma keinen Kampf mit der Re⸗ gierung wünsche, aber a cken wolle, daß Goremykin unfähig sei, noch länger an der Spitze der Regierung zu stehen. Auch habe Goremykin das Ministerkollegium nicht mit zu Rate gezogen, sondern habe auf eigene Faust gehandelt. Die übrigen Minister sinb nur durch ihr Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber der Krone und dem Land abgehalten worden, ihr Entlassungsgesuch einzu⸗ reichen. 8 Ein russisches Rumpf⸗Parlament? Der Universul berichtet aus Wiborg: Ueber 150 Duma⸗Abgeordnete sind in Wiborg einge⸗ troffen, um sich als dauernd tagende Duma-Versammlung zu erklären. Aus Wiborg wird weiter gemeldet, der Stadtkomman⸗ dant verhinderte eine große Anzahl Duma ⸗Abgeordnete, die zur Abhaltung einer gesetzgebenden Versammlung nach 18. September ge⸗ Wiborg gereist waren, bei dem Eintreffen auf dem Bahnhof rieg. die Stadt zu betreten. Sie wurden gezwungen, Petersburg zurückzufahren. 9 Der russische Zusammenbruch! Der Stockholmer Socialdemokraten schreibt: In keiner europäischen Volksvertretung ist je eine vernichtendere und einmütigere Kritik über eine bis ins Mark korrumpierte Bureaukratie gehört worden, als in der jetzt beurlaubten Duma. Der Beschluß des Zaren, die Kritik an den Regie⸗ rungsformen übenden, reformfreundlichen Volksvertreter nach Hause zu schicken, bedeutet ganz einfach, daß in Rußlands regierenden Kreisen alle Reformen für unnötig oder landes gefährlich betrachtet Werden. Er bedeutet weiter, daß nichts getan werden wird, um die verschiedenen Nationen des Reichs einträchtlich näher zu bringen. Der Beschluß des Zaren ist aber auch von der ver⸗ hängnisvollsten Tragweite für den Fortgang des Krieges. An der bureaukratischen Versumpfung darf nichts geändert werden, Rußland stürzt seinem Untergang ent⸗ gogen. Die gewissenlosen Lieferanten werden weiter ihren schändlichen Handel treiben, während die tapferen Soldaten infolge des chronischen Munitionsmangels zum Untergange verurteilt sind. Kurz, die Vertagung der Duma schließt alles in sich, was die klarblickenden russischen Patrioten für ihr Land befürchteten. 5.. Das Flüchtlingselend. Der Kongreß der lettischen Vereinigungen, der von 123 Ver⸗ tretern von solchen besucht war, hat über die Regelung der Unter⸗ st ü tzung von Kriegsslüchtlingen beraten und ein er⸗ schütterndes Bild von der furchtbaren Lage der Flüchtlinge dort entrollt. Die russische Verwaltung behandele die Massen, die auf der Eisenbahn in der 4. Klasse oder zu Fuß auf den Landstraße ankämen, mit völliger Gleichgültigkeit. Nationale Gogensätze machten sich dabei, unheilvoll geltend und auch die Hilfsorganisationen der Ge⸗ sellschaft würden davon beeinflußt. Besonders die Verhälmisse in Petersburg wurden in den schwärzesten Farben gemalt. Die Flüchtlinge seien in Nachtasylen untergebracht, wo sie sich tagsitber nicht aufhalten dürfen und deren gesundheitliche Verhältnisse jeder Beschreibung spotteten. Nach sieben Tagen müßten sie das Asyl ver⸗ lassen und sich Arbeit verschaffen. In der Provinz seien die Ver⸗ hältnisse noch viel schlimmer. Ein jüdisches Komitee habe aus Nischni Nowgorod ein Telegramm erhalten, daß dort viele arme jüdische Familien in Jahrmarktsbuden, Taufende aber auch unter offenem Himmel lägen. Die meisten Kleinstädte könnten über⸗ haupt keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Vom Balkan. Bulgarische Kriegsbegeisterung. T. U. Sofia, 19. Sept. Außer den zu den Waffen ein⸗ berufenen mazedonischen Bulgaren, die gestern mit klingen⸗ dem Spiel und unter Absingen patriotischer Lieder durch die Straßen zogen und begeistert für ein einheitliches Bulgarien demonstrierten, haben sich noch 20000 mazedonische Flücht⸗ linge freiwillig gemeldet. Die mazedonischen Bulgaren wollen von einer friedlichen Vereinigung nichts hören. Die Zahl der Freiwilligen sowie andere Truppen in Mazedonisch⸗ Bulgarien dürfte, falls die allgemeine Mobilisierung in Kraft tritt, mindestens 100 000 Mann betragen. Ein großer Teil der Freiwilligen hat bereits an dem Kriege 1912/18 teilgenommen. e Die Militärzensur in Bulgarien. Genf, 19. Sept.(Priv.⸗Tel. zens. FIrkft.) Laut einer Meldung des Temps aus Sofia erhielten alle Buch⸗ und Zeitungsverleger Bulgariens die Verständigung, daß sämtliche für die Drucklegung bestimmten Manuskripte dem Militärkommando vorzulegen sind. Serbische Vorbereitungen. T. U. Budapest, 19. Sept. Aus Sofia wird gemeldet, die serbische Truppenbewegung an der bulgarischen Alle Grenzposten wurden erheblich erklärte das Grenz⸗ Grenze dauern fort. verstärkt. Der serbische Generalstab gebiet als Kriegszone. Die Bulgarisch⸗rzumänische Königzusammenkunfte Bukarest, 19. Sept. Wie in militärischen Kreisen erzählt wird, besteht der Zweck des Donauausfluges des Königs von Rumänien nach Maein darin, mit dem König von Bulgarien zusammenzu⸗ tressen. Der Besuch des Herzogs Johann Albrecht von Mecklen⸗ e ebenfalls mit diesem Ausflug in Zusammenhang ge⸗ bracht. Rumänische Verstimmung gegen Rußland. Bukarest, 19. Sept. Die halbamtliche Indépendance Roumaine meldet: Ein russisches Torpedoboot verfolgte bei Konstanza zwei rumänische Segelschiffe, die sich in die Tuzla⸗ Bucht flüchteten. Das Torpedoboot hält nun vor der Bucht Wache, sodaß die Segelschiffe gesperrt sind. Die rumänische Regierung hat die Zurückziehung des russischen Torpedo⸗ bootes aus den rumänischen Territorialgewässern gefordert. Gleichzeitig forderte die Regierung die Herausgabe des Transportschiffes„Fratovan, das aus den Türkei kam und won der russischen Flotte ohne Berechtigung gekapert wurde. Die Verluste der Alliierten an den Dardanellen. T. U. Konstantinopel, 19. Sept. Im Kommando der Alliierten an den Dardanellen ist, wenn glaubwürdige Nach⸗ richten aus Saloniki sich bestätigen, eine wichtige Aenderung eingetreten. Es werden fortdauernd steigende feindliche Ver⸗ luste gemeldet. 8000 Tote und 17000 Verwundete in den letzten zehn Tagen, was in Anbetracht der hier auftretenden Heere enorm ist. Die dritte österreichische Kriegsauleihe. Wien, 19. Sept. In den letzten Tagen fanden vorbe⸗ reitende Besprechungen über eine dritte österreichische Kriegs— anleihe statt. Das Munitionsgesetz und die euglischen Arbeiter. Der New Statesman vom 11. September berichtet:„Wer sich mit den Delegierten des Gewerkschaftskongresses unterhalten hat, erhielt den Eindruck, daß das Munitionsgesetz sehr schlecht sunktio⸗ niert. Dieser Eindruck wurde durch die Rede Lloyd Georges nicht abgeschwächt. Ueberall beklagten sich die gelernten Arbeiter über die neuen Regulierungen und rebellieren gegen die plötzliche Abschaffung der Werkstättengebräuche sowie gegen die Anstellung von weiblichen und von ungelernten Arbeitern. In Hunderten von Fabrilen sind die Unternehmer nicht imstande, Doppelschichten einzufühven, da die geringe Zahl von gelernten Arbeitern es ablehnt, sich unter die un⸗ gelernten zu verteilen und sie anzulernen. Um es rund herauszu⸗ sagen: der Geschoßminister hat wohl die Gewerkschaftsführer für seinen Plan gewonnen, aber nicht die Arbeiter. Diese verstehen nicht, was eine unter Staatsaufsicht stehende Fabrik bedeutet und sie wissen auch nicht, wie die Proflte derartiger Fabriken beschränkt werden, wie der Ueberschuß an das Finanzminfsterium abfließen soll, und sie glauben auch nicht, daß dies je geschehen wird“. Die Arbeiter blicken auf diese ganze Einrichtung mit Mißtrauen und sie sehen nun, daß ihr Stücklohn herabgesetzt wird. Im Inde⸗ deudent vom 28. August beklagt sich der zweite Sekretär der Kessel⸗ schmiede, daß die Arbeiter aus den Munitionsausschüssen verdrängt und daß deren Plätze von Bureaukraten eingenommen werden.„Zu, Anfang des Krieges“, erzählt er,„trafen Regierungsvertreter mit Bewerkschaftsvertretern zusammen, um ein Einverständnis darstber zu erlangen, wie man am besten Reibungen vermeide und eine Be— schleunigung in der Ausführung der Kriegsaufträge erzielen könnte. Es wurde ein nationales Beratungskolleglum gebildet, das sich aus zraktischen und erfahrenen Technikern, Arbeitern und Organisatoren usammensetzte, die das Vertrauen der Arbeiter besaßen. Lokale Munitionsausschüsse wurden ins Leben gerufen und die Arbeiter tellten ihnen ihre Erfahrungen und ihre Mithilfe rückhaltslos zur e Man darf sagen, daß die Regierung über den ganzen sewerkschaftlichen Mechanismus, der auf hundertjähriger Erfahrung zufgebaut wurde, verfügen konnte“. Dann aber sei eine Aenderung gingetreten. Die Ausschüsse seien aufgelöst und an deren Stelle hureaukratische Schreiber eingeführt worden. Das Koaljtionsmini⸗ lerium glaube, daß Zwang wirkungsvoller sei als freiwillige zeistungen. Es zeige sich jedoch, daß die bureaukratische Maschine u versagen beginne. Alles in allem darf man sagen, daß England nach 13 Monaten Krieg noch nicht die richtige Organisationsform für die große Ofsen⸗ ive gefu⸗ hat. Die Minister klagen über die Gewerkschaften und jiese über die Minister. Die Ententeanleihe in Amerika. Der Haager Nieuwe Courant meldet aus Newyork: Die Schwierigkeiten bei den Unterhandlungen der britisch— ranzösischen Kommission mit den amerikanischen Bankiers scheinen sich auf die Frage zu beziehen, ob beson— dere Unterhandlungen mit Rußland geführt werden müssen, da Rußland die Bedingungen der britisch⸗französi— schen Anleihe nicht annehmen will. Weiter entstehen Schwie⸗ rigkeiten darüber, daß die Kommission nicht mehr als 5 Pro- zent geben will, ohne Bankprovision für die Einschreibung, dann über Fragen der Bezahlung in Gold für Munitions- lieferungen und darüber, daß die Anleihe lediglich zur Be— zahlung derjenigen Güter angewandt werden dürfe, die sich nicht direkt auf Kriegslieferungen beziehen. Weiter meldet der Nieuwe Courant aus Newyork: Es wird hier bestätigt, daß das Abkommen über eine Kredit— anleihe von 500 bis 800 Millionen Dollars so gut wie nahe⸗ zu fertig ist. Für die Anleihe sollen besondere Garantien nicht geleistet werden, aber sie sollen gegenüber der britischen und französischen Regierung gewissermaßen die Vorrechte einer ersten Hypothek genießen, die allen anderen inländischen Verpflichtungen vorangeht. Der ältere Rocke⸗ feller erklärt heute, daß er sich endgültig weigere, sich an der Anleihe zu beteiligen. Er erklärte, daß England und Rußland ihn bereits früher aufgefordert hätten, einer Anleihe beizutreten und daß er entschieden abgelehnt habe, da er das Blutvergießen nicht fördern wolle. Die Propaganda gegen die Anleihe nimmt zu, sie wird jedoch augenscheinlich ohne Einfluß sein. Reuter meldet aus Newyork: Die Einwände der deutsch⸗ gesinnten Banken in den Vereinigten Staaten gegen die britisch-französische Anleihe sind augenscheinlich dadurch be⸗ hoben worden, daß die Anleihe vollständig nun für die laufenden Handelszwecke benutzt werden soll, daß aber die Munitionsankäufe vollständig mit Goldanfuhr bezahlt wer— den sollen. Es ist sicher, daß die deutschgesinnten Bankiers von Newyork Millionen zeichnen werden. Protest der Deutsch⸗Amerikaner. London, 19. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Die Times meldet aus Newyork vom 16. September: Der Präsident des Deutschamerikanischen Bundes, Hexamer, fordert die Bürger auf, bei dem Präsidenten und dem Staatssekretär gegen die englische Anleihe zu protestieren und teilt mit, daß die Freunde Deutschlands aufgefordert werden sollen, ihr Geld aus den Banken herauszuziehen, die die Anleihe abschließen. Außerordentliche Sitzung der Städte und Semsiwos in Moskau. T. U. Petersburg, 20. Sept. Für den heutigen Montag ist nach Moskau eine außerordentliche Sitzung der Vertreter der russischen Semstwos und der Städte einberufen worden, an der auch eins große Anzahl Dumamitglieder teilnehmen wird. Anfänglich war man in Petersburg im Unklaren darüber, ob die Regierung diese Tagung zulassen werde und man wollte Goremykin bezw. den Minister des Innern dar— über befragen. Jin letzten Augenblick ist man jedoch überein⸗ gekommen, die Sitzung ohne vorherige Anfrage abzuhalten, selbst auf die Gefahr einer gewaltsamen Auflösung hin. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildet natürlich die Auf— lösung der Duma und sämtliche Parteiführer des Blocks werden dahingehende Vorträge halten, resp. Erklärungen abgeben. Der Zar gibt den Oberbefehl ab. Nach Petersburger Berichten ist die Uebergabe des Oberbefehls des russischen Heeres durch den Zaren an General Rußki als bevor⸗ stehend anzusehen. Die Petersburger Presse bereitet darauf vor, indem die Anwesenheit des Zaren am Sitz der Regierung sich politisch notwendig mache. f 6 Das Wettrennen in den Tod. Der Sonderberichterstatter der Kölnischen Zeitung an der Tiroler Front schildert die Erfolglosigkeit der Tätigkeit der italienischen Operationen bei einem Sturmangriff, in dem die berühmte Basilikata⸗Brigade über 2000 Tote, Ver⸗ wundete und Gefangene verlor. Ein gefangener Offizier erklärte, wir wissen schon, daß unser Anlaufen ein Wett⸗ rennen in den Tod ist. Ein schwedischer„Spion“ in Italien. T U. Kopenhagen, 20. Sept. Der schwedische Schriftsteller J. Hertz war während seiner Studienreise durch Italien unter Spionageverdacht verhaftet worden. Gestern ist nun hier die Nach⸗ richt eingetroffen, daß Hertz zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Hertz hatte mehrere schwedische Blätter mit Reise⸗ beschreibungen versehen. Gegen Giolitti. Die Idea Nazionale, die Gazetta del Popolo und an⸗ 2 dere Hetzbläter bezichtigen mit großem Geschrei Giolitti und seine Anhänger als Höchberräter Herbeiführung des Friedens herbeigeführt h f langen für Giolitti die Todesstrafe. N Deutschland und Amerika. 1 Amerikanische Blätter betonen, daß die friedliche Löf der deutsch-amerikanischen Spannung nunmehr ausschließ lich von dem diplomatischen Geschick des Grafen Bernstor abhänge, und zwar von dem Bericht, den er über die der Dinge nach Deutschland schicken werde, sowie über de Aufnahme, die seine Darstellung in Deutschland finden wird Evening Post stellt fest, daß die Regierung der Vereinigt Staaten in zwölfter Stunde sich vertrauensvoll auf Bernstorf verläßt. 1 Kriegsustizen. 3 lizeidi 9 inger, Hauptmann d. R. g. D., bein Stube it Serko manbes in ben Marken, hat das Eiserne K zweiter Klasse am weiß⸗schwarzen Bande erhalten.„ Henninger ist die Seele der Zensur beim Oberkommando i den Marken. Die Strafkammer in Magdeburg verurteilte die Frar tolle Oberamtmann Pfannenschmidt in Heinrichsdorf zu 2000 ME 11 Geldstrafe, weil sie an zwei Händler Kartoffeln über den den Höchstpreis verkauft hatte. Die beiden Händler erhielten. lich f 100 Mk. Geldstrafe. mener Das Landgericht Magdeburg verurteilte ferner 10 0 Obermeister der Bäckerinnung zu Burg bei Magde burg, Ernst Ducho, zu 250 Mk. Geldstrafe, weil er entgegen zweier Bundesratsverordnungen in seiner Backstube in den 8 naten von 5½ Uhr morgens bis 8½ Uhr abends hatte arbeiten lassen, während die Backzeit auf die Stunden von? Uhr morgens bis 7 Uhr abends festgesetzt war und der Angeklagte als Ober, Die Flüchtlinge in Moskau. Unter der Ueberschrift„Das Lager des Leides“ schreibt ein Moskauer Blatt: Noch in der Ferne, von den Rangiergeleisen des Nikolaus— Bahnhofes her, ertönt in der ruhigen Morgenluft ein viel⸗ stimmiges Kinderweinen. Auf der Plattform hat man von beiden Seiten begonnen, die Flüchtlingszüge auszu— laden und hier tritt man mit einem Male in ein Lager maß— losen stumpfen Leides. Am Boden ist elendes Gerät aufge— häuft, mit einem zerrissenen Regenschirm zur Not bedeckt. Aus den Wagen hört man immer noch das Weinen der Kinder; den Kindern geht es am allerschlechtesten. Krank, ohne Milch, mit blassen ausgezehrten Gesichtchen sterben sie langsam wie Feldblumen.. In der Ferne sieht man eine eben errichtete Baracke. Hunderte von Flüchtlingen umringen sie mit Töpfen in der Hand, um warmes Essen zu holen. Junge Mädchen und junge Leute, Mitarbeiter der Hilfsausschüsse schöpfen mit großen Löffeln aus den Kesseln dampfende Suppe in die Töpfe. Der Kochkessel steht in einem Eisenbahnwagen. Die Suppe ist dick und nahrhaft mit viel Fleisch, aber das ist auch die einzige Mahlzeit des Tages für die ganze Schar. Hier an der Verpflegungsstation spielen sich Tag um Tag schreck— liche, erschütternde Auftritte ab. Die von der Erwartung er— schöpften, hungrigen, aller Habe beraubten Flüchtlinge wer⸗ den anspruchsvoll, wenn in der Auslieferung des Essens irgend eine Verzögerung eintritt, oder wenn etwa zu wenig Essen da ist und es für irgend einen nicht ausreicht.„Es ist ganz unvermeidlich, daß die Leute unzufrieden sind,“ sagte man mir auf der Verpflegungsstation,„weil nur die von uns zu essen bekommen können, die mit ihrem Eisenbahnzug gerade hierher vor uns zu stehen kommen, aber Dutzende von Zügen stehen auf den entlegenen Rangiergeleisen, wo sie manchmal tagelang stehen bleiben. Die Leute, die in jenen Zügen sitzen, sehen manchmal tagelang nichts als Krumen Brot, die sie zufällig etwa noch haben. Dort kann die Ver⸗ pflegungsstation nichts machen. Und auf den kleinen Neben- bahnen, wo die Verhältnisse noch schlimmer sind, gibt es über⸗ haupt keine Verpflegung. Wenn dann diese halb verhungerten, ruinierten Leute endlich zu uns kommen, so bringen sie den ganzen Haß und die Verbitterung über das erlittene Unglück mit sich.“ Man hat geglaubt, daß die Flüchtlinge auf den Ver— pflegungsstationen nur zu essen bekommen sollten. Aber es kam anders. Dutzende und Hunderte von Familien mußten tagelang wegen der Ueberfüllung aller Wohnungen in der Stadt neben den Eisenbahnwaggons unter freiem Himmel wohnen. Der Regen durchnäßte ihre elende Habe, und die Flüchtlinge schleppten sich in ganzen Scharen nach der Verpflegungsstation, wo wenigstens ein gläsernes Schirm⸗ dach sie notdürftig schützte. Alle Stühle und Tische sind mit diesen Bündeln bedeckt, so daß die Flüchtlinge nicht mehr dort essen können, wo man die Vorbereitungen dafür getroffen hatte, sondern in den Eisenbahnwagen ihre Mahlzeiten nehmen oder sogar auf den Dämmen der Bahnhofsanlagen. Ich kehre auf die Plattform zurück, trete an jeden Wagen heran und steige Stufe um Stufe herunter auf dem schreck⸗ lichen Pfad, der in dieses weite und elende Land führt. In einem Wagen liegt eine Kuh mit ihrem Kalb, an die Decke ist ein Vogelbauer mit einem Vögelchen gebunden, auf den Trümmern von Stühlen und Bänken spielt ein niedliches Kätzchen. Der Hausrat ist bis oben aufeinandergetürmt. Aber alles ist zufällig, ohne Wahl, ohne Sinn und Verstand in der Hast zusammengeraten. Ich frage nach dem Familien- vater und aus irgend einem Winkel des Wagens kriecht ein dicker kleiner Junge hervor im schwarzen Jäckchen mit dem Abzeichen einer Volksschule an seiner Mütze.„Das gehört uns, der Vater ist in Wilna: er blieb auf der Station dort, und wir sind bei der Mutter.“„Wo ist sie denn?“„Sie ist das Essen holen gegangen.“ Der Junge spricht lebendig mit fröhlicher klarer Stimme. Dieser Haushalt im Güterwagen hält sie so beschäftigt, daß der Kleine alle erlittenen Schrecken vergißt, als wäre das ein neues amüsantes Spiel. Die Augen des Kindes glänzen, aber um so größer wird der Gegensatz zu den verzagten Blicken, mit denen meine Augen ist allzu fürchterlich. Einer der Vertreter der Hilfsvereine N meister der Innung mit gutem Beispiel hätte vorangehen mitssen 9 g Zwei am Gotthard internierte französische Flieger gate die am Freitag entflohen waren, sind am Sonntag auf dem ref Furka⸗Paß wieder verhaftet worden. allo Wie Handelsblad mitteilt, hat die deutsche Regierung futter der niederländischen ihr Bedauern darüber ausgedrückt, 0 fegt am 2. August ein deutsches Flugzeug aus Versehen über urch niederländische Gewässer an der Küste von Zeeumsch (Flandern) geflogen ist. Nebelwetter sei die Ursache gewesen, daß 10 be der Führer des Flugzeugs nicht gemerkt habe, daß er sich übes iber niederländischem Gebiet befunden habe. 1 ches Nach dem Matin fand in der Pulver und Granaten Milch fabrik in Le Pecg nach der bereits gemeldeten Explosion 5 ten Donnerstag vormittag am Nachmittag eine neue, ebenso he 9 Explosion statt, durch die wieder sehr großer Schaben dees angerichtet wurde. Auch diesmal wurden mehrere Arbeiter ver⸗ letzt. Es ist eine strenge Untersuchung von den Militärbehörden 0 eingeleitet worden. 5 guei Fug ere H 5 e Age Partei⸗Nachrichten. 5 Friedensdemonstrationen in der Schweiz. 1 dc. Die Sozialdemokratische Partei, der Schweizer Gewerkschaftz⸗ bersc bund, die Jugendorganisation, der Arbeiterinnenverband und ber b italienische sozialistische Partei in der Schweiz rufen die Schweizer 10 Arbeiter zum 3. Oktober für eine Friedensdemonstration susa Ale men. Die lokalen Organisationen sind mit der Durchssihrung d 1 15 Friedensdemonstration betraut. Demgemäß erscheint im Basler di Vorwärts ein Aufruf zur Teilnahme an dieser Friedensdemon⸗ Ar stration. Es gelte nicht nur für den Frieden im allgemeinen miß un Nachdruck zu demonstrieren, sondern auch Stellung zu nehmen g gen N die schweizerische Hetzpresse, die systematisch für das bewaffnete Ein he greifen der Schweiz an der Seite der einen oder anderen krieg, 1 führenden Paptei agitiere.„Unseren zlvilen und militärischen Be⸗ 5 0 hörden muß rückhaltlos erklärt werden, daß die Arbeiter für ein f solche frivole Politik nicht zu haben sind und ihr mit allen Mitteln zu entgegenarbeften werden. Wir dürfen nicht dulden, daß wegen der er Profitinteressen der herrschenden Klassen neue Quellen des Elends üb erschlossen werden. Wir haben aber auch dem Bilrgertum zu wi klären, daß wir gewillt sind, an den Idealen der modernen nationalen Arbeiterbewegung durch alle Mühsal und Leiden hindu festzuhalten.... Nicht ruhen und rasten werden wir, bis fal Kapitalismus überwunden ist.... Der Soßzlalismus allein ral die Menschheit dauernd von der Geisel des Krieges befresen.“ re 1— 8 f 2 Fi ringsum schauen. Aus der offenen Tür eines anderen in e Wagens schaut eine alte dicke Frau in Lumpen mit kraft“ be losem, unendlich müdem Gesicht. Es scheint, daß sie eine fie Jüdin ist und ich frage sie. Die Frau tritt einen Schr ir zurück, hält die Hände wie abwehrend vor, neigt den nit und gibt mir mit leiser, schuldvoll bewußter, versch ämter a Stimme, als hätte sie irgend etwas verbrochen, zur Antwork du „Jawohl, ich bin Jüdin!“, als wollte sie sagen,„es ist nichtz zu machen, man muß dieses Leid auf sich nehmen.“ 5 b Neben jedem Wagen liegt ein Haufen von Unrat, der am 10 Morgen hinausgescheuert worden ist. Ein stickiger Gestank 15 geht davon aus und derselbe üble Geruch schlägt einem aus 0 jedem Wagen entgegen. Ich gehe noch an mehreren Wagen 00 vorbei. Ueberall dasselbe Weinen, dasselbe Stöhnen, die dich selbe Niedergeschlagenheit und Schwermut. 10 1 „Ein ganz leerer Wagen steht da mit sperrweit geöffnelet mi Türe. In einer Ecke rechts liegt ohnmächtig verkümmert 8 und versteckt ein schwer kranker junger Mann. Ich suche a ihn aufzurichten und aus ihm herauszubringen, was ihm Au fehlt; aber in seinem schweren Fieber stammelt er nur etwas 0 Unzusammenhängendes und man kann ihn nicht verstehen.. Ich gehe einem Zug entlang, einem zweiten und dritten. 10 Meine Füße sind schon müde geworden von dem Gehen in 9 1 dem tiefen Sand. Und die Augen sind müde geworden von 1 8 diesen Bildern des Schreckens. 1 Ein Haufen von jüdischen Flüchtlingen aus dem fernen 0 Gouvernement des Westens umringt uns mit Augen, in denen 1 0 Entsetzen und Enttäuschung liegen.„Was soll denn aus 0 ü uns werden? In Moskau dürfen wir nicht bleiben, wohin! sollen wir fahren? Wir können nicht weiter. Ich habe eine 0 kranke Frau, mein Kind ist am Sterben, helfen sie uns doch, lassen sie uns doch hier bleiben.“ Wir geben uns Mühe, den 2* 3 5 f 1 Leuten zu erklären, daß das nicht M stehe; 1 aer det ö„micht in unserer Macht stehe? f er Jude hört nichts, will nichts verstehen. Sein Leid g der mit mir geht, sagt den Juden:„Fahrt nach Kostroma, dort gibt es einen jüdischen Hilfsausschuß, dort wird ma Aber die Juden glauben es nicht, gut für euch sorgen!“ 1 2 5 8 6 ssen und Nach bargebiete. inden 1 Der Antrag wurde nach ausführlicher Be⸗ 552 A gewöhnliche 1 Aae und 0 g gründung durch den Antragsteller und eingehender Aeuße⸗ ellungsbestellungen sowie der zur Franklerung der Sendungen, J Gießen und Umgebung. er Großhe 0„ e 20 58% zur Bestellung der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen 1 rung der Großherzoglichen Regierung für spätere Verhand⸗ ihm übergebenen Beträge dient. Ein gleiches Annahmebuch führt 3 lungen zurückgestellt.— Zur Anfrage der Abgg. Dr. Osann jeder ö Mime, ir gie bei dieser niedergele 0 Ausreden der Landwirte. und Bach betreffend weite und Abgangspeseng der Ariegs. Wertherbungen ul. t wende, daß de Kaszeber bie En . Der Mangel an Milch und Butter wird gern damit er. primaner und Lehrerseminaristen, machten die beiden Antrag-eraaneh der Sendungen ulm in 1 3 JWJV%% ⁰ Jen deere eee und nicht so gute Milch geben. Grünfutter allein erzeuge Kriege teilnehmenden Primaner und Lehrerseminaristen das Da diese Bestimmungen noch immer nicht ausreichend bekannt sind nicht genug Fettstoffe. Es ist deshalb eine Tatsache von Reifezeugnis ohne Ablegung einer besonderen Prüfung ver-] werben sie erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht. 5 großem Interesse für die konsumierende Bevölkerung, die aus langten. Der Regierungsvertreter, Geheimrat Dr. Nodnagel, Kreis Wetzlar. Plauen berichtet wird und die recht deutlich zeigt, wie die 12 e Entgegenkommens für die u. Unsälle im Bergbau. Die Zahl der durchschnittlich im Berg. Konsumenten beschwindelt und betrogen werden. Es ist der Negterung rückhaltlos an, wies aber auf die großen bau beschäftigten Personen ist durch den Krieg um 8,5 Prozent oder Monatsbericht des Hofrats Dr. Forster in Plauen, der uns Schwierigkeiten hin, die sich bei der praktischen Lösung der ven 918 805 im Jahre 1913 auf 841 118 zurückgegangen. Die Zahl einen interessanten Einblick in die Geheimnisse der Lebens⸗ Frage ergeben, umsomehr, da Hessen nicht für sich allein ent⸗ uno en N e eee 2 i ö K; 1 2 5 50 8 f N e 5 ngsbe! Knappschaftsberufsgenossenschaft 122 0 mittelversorger tun läßt. In dessem Laboratorium sind im[scheiden könne, sondern auch Rückicht auf die Stellungnahme] fag 210 im Jahre 1018, Bevol ware entschab gung vflichig 18672 S . 8 8 Monat August 130 Proben Lebensmittel und Gebrauchs- der anderen Bundesstaaten nehmen müsse; jedenfalls werde] Unfälle im Jahre 1914, das sind 15,07 guf 1000 versicherte Per⸗ 1 gegenstände amtlich untersucht und begutachtet worden. Von es die Regierung an Entgegenkommen nicht fehlen lassen,]sonen gegen 13 763 ber 14,08 im Jahre 1913. f 1 der Marktvollmilch waren 13,68 Prozent minderwertig oder jedoch könnten heute schon bestimmte Entschließungen noch dieb n eu 8 Pee e 12 105 n e l 1907 34 0 1 1 7 1 7 1 1 1350 0 ö ot 1952 Be er gegen 2 1 ihr J. zeefälscht, 16,84 Prozent waren schmutzig und 17,89 Prozent nicht getroffen werden. Eine nochmalige Verweisung derf ein fruheren Jahren, ale die Jaht der unsaue Mogieg er⸗ M waren unsauber. Im Laufe des Monats wurden auch fünf Feldzugsteilnehmer auf die Schulbank sei jedenfalls nicht in] lich hoch war, gegenüber anderen Wochentagen, wollten die Berufs⸗ Stallproben entnommen. In allen fünf Fällen gelang es, Aussicht genommen.— Zum Schlusse wurde der Antrag der] genossenschast und die Umernehmer für die Höhe der Unsallzifser an den Nachweis zu führen, daß die Stallproben zum Teil erheb. Abgg. v. Brentano, Dr. Schmitt und Genossen, betressend 1 de bh pie en, der E 5 9 e mürke⸗ lich fettreicher waren als die dem freien Verkehr übernom- 1. freie Eisenbahnfahrt für beurlaubte Offiziere und Mann⸗ Alkohelgenuß trügen Schuld daran“ Die neueste Staff der Be⸗ maenen verdächtigen Proben. schaften, 2. Beurlaubung von Landsturmmännern, 3. Selbst⸗] rufsgenossenschaft widerspricht diefer Behauptung: denn der Montag Die Stallprobe B hatte 3,15 v. H. Fett, die beanst. Marktmilch 2 50 v. H. verköstigung von Mannschaften in der Festung Mainz, für zeigt mit 15,48 Prozent die niedrigste Unsallziffer; die anderem 0 5 VV beid. Prob.„ 910 5 erledigt erklärt, weil die in diesem Antrage niedergelegten Wochentage differieren mit über 16 Prozent nur wenig. M „* Fr.*,*— 2BZ2᷑6]³.„ „ Nin 5 71. 0 5 sind die wenigsten Unfälle vorgekommen, Dienstags und Sams 110 8 Münsche mittlerweile erfüllt worden sind. 8 die meisten. Da man nun das Feiern am Sonntag nicht mehr als R.„ 40„„„ verdächt. Marktm. 9780. Agrarier für Bierpreiserhöhung. In dem mit äußerster Schuld hinstellen kann, geht diesmal die Berufsgenossenschaft dazu VVVCCWÜWiñLl iind, 2.55„ Zäbigkeit geführten Kampf der Landwirte, für ihre Gerste ie Hergu deen delt or mee,„dee Folter he Pere 5 5„ 8 870 ö 123 8 6 i i 0 zu machen:„Die Folgen des Feiern; Bei Entnahme der Stallproben wurden außerdem fest⸗ 0 e bekommen, ist jetzt ein neuer Vorschlag Sonntag und Monkag kommen in der größeren Zahl der Unfälle am gestellt, daß in keinem Falle Kraftfuttermittel verfüttert aufgetaucht. In einer Zuschrift an die Deutsche Tages iind nee ann enen Weshalb Samstags die Unfälle gleich waren. Das Wesentlichste an dieser Veröffentlichung ist 8 0 den Bierbrauereien empfohlen, die 1. e e 1605 e 15 1 5 . 1 1 5 gierpreise noch weiter zu erhöhen, nämlich 39 pro] denn daun müßten sie sich sagen, daß die schwer angreifende? e ene e eee fetthaltige Milch er Sektoliter. Das würde natürlich nämch une s dert alter ber Seenere ogterte dehe ae eie beg futtermitteln eine so ausgezeichne fetthaltige Milch er⸗ Bier i 8 5 e en, daß der Liter macht hat. Daß Dienstags auch die Unfallziffer eine hohe ist, liegt zeugt worden ist. Und daß es den Händlern gelungen ist,] der im Handel um mindestens 5 Pfg., vermutlich aber um faber nicht an dem Feiern am Sonntag oder Montag, sonderm der durch Beifügung von Wasser den Fettgehalt so wirkungsvoll 10 Pfa. teuerer würde. Die Massen des Volkes sollen also] Bergmann iüßt es gewöhne an, wonnen e Neth e zu vermindern. Dabei kann man fortwährend die Klagen] berhalten müssen, damit die Landwirte Preise für ihre Gerste iwas langsam gehen, er macht Lorarbei en eder Nebenarbeiten .— 95 1 2 1 1. 1 008 4 7 f am Ende der vergangenen Woche nicht bewältigt wurden. Di über das arme bedauernswerte Vieh hören, das kein ordent⸗ erhalten, die durch nichts gerechtfertigt sind. tags geht es aber mit allen Kräten in die Kohlenförderung: w liches Futter zu fressen hat und infolgedessen auch nur schlechte— Kriegsopfer der Partei und Gewerkschaften. Wir am Montag in dieser Hinsicht versämnt wurde, soll und muß nachge⸗ Milch gibt. Da kommt nun die niederträchtige Chemie mit haben mehrmals darauf hingewiesen, welche gewaltigen Per. danch di Vel dicken; chatten es dolle vrt deere dee ihren wissenschaftlichen Errungenschaften und kennzeichnet luste unsere Organisationen durch den Krieg erleiden. Diese 2 die 5 r Steg den 1er Me dieses Gerede als Schwindel! fallen natürlich in den Großstädten, wo die einzelnen Ver⸗] Tagen immer auf das Feiern der Bergarbeiter schieben zr wollen, 5 bände Tausende von Mitgliedern zählen, besonders ins Ge“ statt die gesamten Arbeltsverhältnisse in Betracht zu ziehen. In der elften Sitzung des Kriegsausschusses der wicht. Im Hamburger Echo zum Beispiel und unserem Ber⸗ Vielleicht genügt dieser Hinweis, daß in spaäteven Berichten solcho Zweiten Kammer wurde die Besprechung der Anfrage des liner Parteiblatte, dem Vorwärts, füllen die Todesanzeigen Bemerkungen, wie wir sie hier keititeren mußten, e Abgeordneten Henrich und Genossen, betreffend die Unter-für die Gefallenen manchmal mehrere Seiten. In der letzten 5 b stützung notleidender Staatsbeamten, Ge- Sonntagsnummer des Hamb. Echo zählt man nicht weniger Von Nah und Fern werbetreibender und Staatsarbeiter fortge⸗ als 137 Gefallene von den Partei- und Gewerkschaftsorgani⸗ 5 8 5 25 1 81. setzt. Die Erörterungen führten zur Zusammenfassung der sationen. Dabei befinden sich allerdings Sammelanzeigen am 85 8 n Aer dee verschiedenen Vorschläge und Anregungen in einem Antrage Enn Hä schäftigte Landwirtschafts⸗Eheve Heppner aus Dillenburg, dadurch erschlagen wurde. der vom Gesamtausschuß dem Plenum zur Beratung vor⸗ 9 0 9 ums Leben, daß er von einer Tür eines Waggons gelegt wird und folgenden Wortlaut hat: Zeichnet die dritte Kriegsanleihe ö 7 war 19 10 Verladen von e tätig, und 1 1 7 Wi f f 1 1 der offenen Güterwagen, als beim Vorfahren eines Fuhrwerkes i di 1 5 e 9* 50 gere 19 Türe des Güterwagens mitgefaßt wurde und den jungen Menschen, ürftigen Beamten und in Sbaalsbetree den beschaftigte Letzter Zeichnungstag: der in der Türöffnung stand, derart packte, daß die Wagentüre ihm Arbeitern und Staatsdienstanwärtern sowie Pensionären Mittwoch, den 22. September 1915 das Genick abdrückte, sodaß alsbald der Tod eintrat. 5 und Hinterbliebenen von, Staatsbeamten im Falle des 3 1 f 8. 5 Durch eleklrischen Strom getötet e Nachweifes der Bedürftigkeit auch über das Maß der seit: W 5 N wurde am Samstag abend der Metzgerbursche Schmitt lu her gewährten Beihilfen hinaus aus den zur Verfügung von Vereinen, 0 1 in welchen die gefallenen Mitglieder von]Aschafsenburg. Der Bursche wollte eine elektrische Handlampe, fstehenden Dispositionsfonds Zuschüsse oder während des einem längeren Zeitabschnitt— vielleicht mehrere Wochen— deren 9 201 zerbrochen 5 5 ohne den Strom i. vepa⸗ e 8 N 5 in? 1 lck⸗ au ührt werden, abe t in 0„rieren. abei griff er mit nassen Fingern an ie Fassung und Krieges i ene e nach 57 8 1 5 1 zurück 57 0 sich 158 50 5 10 5 19 9 97 eee e e 3 wurde, da er auch nasse Stiefel trug und auf feuchtem Boden stand, zuzahlende Darlehen zu gewähren un ie Regierung zu! sich große Zahl T esanzeigen für rieger![getötet. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche waren er⸗ ermächtigen, falls diese Mittel nicht ausreichen sollten, Das reißt gewaltige Lücken in unsere Organisationen; es folglos. 5 1 N De er N über den Rahmen dieser Mittel hinaus die im Budget be⸗ 8 0 Jahre vergehen, bis sie wieder gefüllt werden. Na⸗ e e e N 1. willigten Kredite zu überschreiten. ürlich werden in gleichem Maße auch die außerhalb unserer. 752 2 Der darauf zur Beratung stehende Antrag des Abg.] Bewegung Stehenden betroffen; ziehen wir aber in Betracht, Vor dem letzten Zeichnungstag. Calman und Genossen, betreffend Zuschuß zur In⸗ daß unsere Partei ein Drittel sämtlicher Reichstagswähler Man schreibt uns 5„Nur ein Tag noch treunt uns vom Schluß validen⸗ und Angehörigenrente, ist zum Teil] stellte, so kann gesagt werden, daß wir mit den größten Teil i dee e ee 9 1 4 5 23 2 2 2 5 7 5 7 5 2 2 boch, el 2.„ t= 1 7 erden E 9 durch die mittlerweile geschaffenen reichsgesetzlichen Maß⸗ der Blutopfer zu tragen haben.— Wie viele törichte Men. üisten geschossen. Wer bis Heute versänmt hat, seinen Anteil von Emme schen haben vor dem Kriege oft frivole Reden geführt, inder dritten„ ihe gu 9 der 1 5 j ß a f a denen sie einen solchen herbeiwünschten! Man denke nur an die kurze Zeit, die noch zur Verfügung steht, auszunutzen. Zeich⸗ wissen nicht, wo Kostroma liegt. Sie glauben, das sei schon 0 solchen ge 0 K e ee i 5 Zeich; in Sibirien, Sit fürchte a J doit entseblsch kal ist, e decere Aeene gerede denen eh Oö das furcht. lan Sd en, e, lader deutthen Lebensoers a .. 8 n ichen Sparkassen, bei jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft sagen, sie hätten keine warmen Kleider, sie würden dort er⸗ bare Blutbad solche Kriegshetzer zur Einsicht bringen wird? und Kreditgenossenschaft und an je den Postschalter zu haben. frieren.„Können wir nicht in Moskau bleiben, in Moskau;— Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten.. werden auch ausführliche Merkblätter auf Verlangen dur wir können nicht mehr weiter.“ Mit ihrem ganzen Wesen, Musketier Wilhelm Kapeller aus Bisses, Inf. Regt., ag sun gaser abgegeben on werden De lie W 5 2 1 2 1 1 2* Sch) 0 ben 8 den. vie Mu ang 9 9 mit den Augen, mit Geberden flehen sie uns an, sie rufen— Musketier Leonhardt Duchardt aus Grünberg, Inf.⸗Nim Vergleich zu dem Nutzen, den man stiftet und sich selbst schafft unser Mitleid an, daß wir sie von größeren fürchterlichen] Regt. 43.— Gardist Karl Hedrich aus Schlitz, Inf.⸗Regt.] Es ist doch gewiß nicht schwer eine Anlage zu wählen, die au Qualen erretten möchten. Nr. 115.— Gefreiter Reinhard Schienbein aus Berns neun Jahre mehr als fünf Prozent Zinsen abwirst. 1 5 7 8 1. a 0 f 5. 34 deren Kapital vor jeder Entwertung sicher ist! Jeder überlege Ich frage die Juden, ob man ihnen zu essen gibt und sie] Hausen, Kr. Lauterbach, Inf.⸗Regt. 254. doch einmal, welche Wertobfekte er früher wählen mußte, um einen sagen mir, daß man endlich einen jüdischen Kochkessel„ Obstversteigerungen, welche gestern von der Stadt so hohen Ertrag zu erzielen. Einen so iche ren Besstz hat jeden⸗ richtet habe. Vorher wurde für die Juden nicht nach ihren] Gießen vorgenommen wurden, waren pon Steigerungslustigen falls keine andere Kapitalsanlage vor der fünfprozentigen Reick Vorschriften gekocht. Und womit sich die Juden ernährten, stark besucht. Infolgedessen erzielte das, Obst auch gute Preise. Es anleihe gewährt. Deun es gibt keinen Schuldner, der so zahlreiche neee, 1 da ei wiel billiger zu haben, wenn die Leute nicht zu eifrig drauflos und so gute Bedingungen bieen kaut wie das Deutsche eich, das und ob sie überhaupt etwas zu essen bekamen, das Eiß kel 50 bieten würden! Bei der Steigerung der einzelnen Bäume kann sich die eine unbedingte Gewißheit erkämpft hat, nicht mehr bessegt Ich war nicht kräftig genug, um noch länger in dieser ver man überhaupt sehr leicht hereinfallen: man kann sich über die] werden zu können. Alle Zweifelsucht und Aengstlichkeit muß vor e, 1 4 1 6 0„als er 0 1 gt. E 8 6 den Schlachtfeldern sind die wirkfamste Empfehlung sed⸗ bleiben. Alle unsere Kräfte, alles, was wir entbehren können, ist, merkt man den Schaden. Besser wäre es gewesen, wenn diener Kriegs an leihen. 1 f 5 — ü ir di üchtli ben. Kein Aufruf und Stadt alles Obst hätte brechen und zu mäßigen Preisen nach Ge⸗ 6 fü 1 öglichkeit, i ächst 5 müssen wir diesen Flüchtlingen ge 1 5 Obst hätte 1 5 gen pres 0 Jede verfügbare Summe und jede Möglichkeit, iu dem nächsten * keine Aufwallung von Großmut kann dem stark und nach-] wicht und Qualität verkausen lassen. 5 Monaten zu Gold zu kommen, muß der dritten Kriegsauleihe dienst 1 drücklich genug erscheinen, der nur auf eine Stunde oder einen— Zbwischenhändlergewinne. Aus einer Stadt in der Nähe] bar gemacht werden. Das deutsche Volk besitzt alle Mittel, um den 0 0 N j 7 g 3 hier vor sich geht. Die] Frankfurts teilt die Volksst. folgendes mit: Ein Großunternehmen] Feinden zu beweisen, daß der hämische Spott, mit der sie die deut⸗ 8 Augenblick 1777 gesehen hat, was 9 d dort das Los der in dieser Stadt bezog von der Mehlverteilungastelle 6400 Kilo schen Anleiheersolge git verlleinern suchen, bewußter Unwahrheit 1 Hilfsausschüsse erleichtern wohl da und d 17 Es sind Teigwaren, die zuzüglich der Fracht mit 6400 Mark dem Groß⸗ entspringt. Keine schlimmere Enttäuschung kann dem Gegner zu⸗ 17 Flüchtlinge, aber alles sind nur halbe Maßnahmen. 90 sin unternehmer in Rechnung gestellt worden sind. Diese Teigwaren, gefügt werden, als ein weiterer Milliardensieg.“ 1 9 keine Mittel vorhanden es gibt keine Pläne, es gibt keine vom Verband deutscher Teigwarenfabrikanten auf Veranlassung Ein französisches Blatt berichtete kürzlich von einer Unter⸗ m 7 4.. 90 105 Jeltice der Mehlverteilungsstelle überwiesen, wurden dieser Stelle mit] redung, die sein Londo Rene 5 1 9 richtige Organisation für diese unaufschiebbare gewaltige dar, 3560,44 Marken Nechnung gestellt. Es hat also diese galb⸗ 1950 5 Auen e ee e e ee 4 Sache. 8 amtliche Verteilungsstelle zur Bestreitung ihrer Verwaltungs⸗ unter anderem gesagt, der Tag Werde kommet an en N 1 Ich kehre auf den Bahnhof zurück. Unter die hastige, in] gebühren, die lediglich für diesen Fall in zwei bis drei Briefen be⸗seinen Bewohnern den letzten Heller aan g ves 56 den dende ewiger Eile sich drängende Menge des Publikums. Das standen, 83356 Mark gerechnet. Das sind 15 Prozent des Einkaufs⸗] Solche Anleihen, wie sie das Deut ee 5 e. 1 9 0 gende 9 9 5 wertes!! Angesichts es solchen Vorkommnisses ist es doch 0 hen, wie sie das tsche Reich mache, bedeuteten ja * Lager des Leides liegt schon weit binter uns. Aber auch hie. dringend lden dig daß die Gebühren dieser Vermittlungsstellen eigen teich dur, daß es boi sich selbst borge. Wohl dem Volte, das * LTloüößt man noch da und dort auf eine seine. furchtbaren und auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. 1 S 70 r die 9 W e 6 4. 0 5 f. 755 0 Schmie hen 3 1 8 0 Antwort F solche Gh l m 1 doch so alltäglichen Aeußerungen. Eine Lettin mit hellen, 5 Hindenburg lernt! zu den dehnen n e wird Deutschland mit 1 Nb „ blauen, vertrauensvollen Augen drängt sich im Bahnhof von In der Schlesischen Tagwacht spottet Haus Flux: beresten Kapital nicht schuldla bleiben. Dle dritte Kriegsanleihe * einem Reisenden zum anderen, auf den Armen trägt sie ein Zu Caunstatt ob dem Stammtisch bietet eine neue Gelegenheit, dem Feinde zu zeigen, wieviel das 1 4 sterbendes Kind 7510 brochener Sprache fleht sie Hängt Hindenburg un Bild, deutsche Volk sich selbst borgen kann. Jeder trage das Seine dag 1 1 e Mit Bebr W den könnte. Aber Es blickt der Schlachtenmeister bei, diefen Beweis zu erbringen; und wer noch keinem Zeichnungs⸗ 6 jeden an, ihr zu sagen, wo sie einen Are e So freundlich und so mild. schein ausgefüllt hat, der tue es schleunigst. Niemand darf sich nach keiner weiß es. Auf dem Bahnhof gibt es keinen Arzt. 1 5 er Worüber mag sich freuen sagen lassen, er sei dem Ruf des Vaterfandes nicht gefolgt. obwoh Heilgehilfe ist beschäftigt. Eine ärztliche Hilfe für die Flücht Grad hier der große Mann? er die Möglichkeit gehabt hätte, sich an der Uebernahme der neuer linge hat man noch ni 1 ichtet Und die arme Frau Weil er von diesem Stammtisch Reichsauleihe zu beteiligen. Gedenket der Tapferen. de 5 nicht eingerichtet. kaum verständlichen Noch recht viel lernen kaun. rückhaltslos ihr Leben für Deutschlands Zukunft einsetzen, und eren spricht ununterbrochen ihre einfachen, kaum ner! 100 Solche Stammtische gibts auch in Offenbach, meßt, wie wewig es dagegen heißt, daß ihr auf die drktte Kmegs⸗ 5 Worte, sie fleht, sie zeigt auf ihr sieches Kind mit F Zeder Landbriesträger führt auf seinem Bestellgang ein An-] anleihe zeichnen follt! Nat tze alffo dies letten Stunden blassen Gesichtchen, und ich sehe, wie über ihre blauen ver⸗ a e mit et zur W 9 1 5 5 die nochtzurs Anmeldung urs Verfügungsstehen!!“) e trauenspollen Augen bittere Tränen rinne n- n Telegramme. Wert⸗ un zinschreibesendungen, Postanwessun⸗—— f. N— Tugesbericht des Stoßen Hauptguartiers. Fortschritte im Brückenkopf von Dünaburg. Die Verfolgung hinter Wilna. Deutsche Artillerie im Kampfgegen die Serben W. B. Großes Hauptquartier, 20. Sept., vorm.(Amtlich.) . Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Schiffe, die Westende und Mittel⸗ keerke(südwestlich von Ostende) erfolglos beschossen, zogen sich vor unserem Feuer zurück. Es wurden Treffer beobachtet. An der Front keine besonderen Ereignisse. 5 Oestlich von St. Quentin wurde ein anglisches Flug⸗ zeug durch einen deutschen Kampfflieger abgeschossen. Der Führer ist tot, der Beobachter gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplaß. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Im Brückenkopf von Dünaburg mußte der Feind vor unseren Angriffen von No wo Alexandrowsk in eine rückwärtige Stellung weichen. Es wurden 550 Ge— fangene gemacht. Bei Smorgon versuchte der Gegner durchzubrechen, er wurde aber abgeschlagen. Der Angriff gegen den aus der Gegend Wilna ab— ziehenden Gegner ist im Gauge. Auch weiter südlich folgen unsere Truppen dem weichenden Feinde. Die Linfe Njedniki— Lida— Soljane(am Njemen) ist er⸗ reicht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Gegner leistet nur vorübergehend an einzelnen Stellen Widerstand. Die Heeresgruppen erreichte den [Molchadz⸗Abschnitt bei Dworeg und südöstlich und nähert sich mit dem rechten Flügel dem Nyschanka— A bschnitt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Mackensen. Der Feind ist überall weiter zurückgedrängt. 2 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei lleineren Gefechten machten die deutschen Tyuppen über 100 Gefangene. 5 Vom nördlichen Donau⸗Ufer nahm deutsche Artillerie den Kampf gegen serbische Stellungen südlich des Stromes bei Semen-Dria auf. Der Feind wurpde ver— trieben und sein Geschützfeuer zum Schweigen gebracht. Oberste Heeresleitung. 4 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Verlustreiche Angriffe der Russen. Rückzug der Italiener im Raum von Flitsch. Die Festung Belgrad unter Feuer. Wien, 20. Sept.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 20. September 1915: Russischer Kriegsschauplatz. Unsere Stellungen im Raume östlich von Luck wurden gestern wiederholt von starken russischen Kräften an gegri ffen. Unsere Truppen, unter ihnen Egerländer und Westböhmische Landwehr, schlugen den Feind überall, an vielen Punkten im Kampf von Mann gegen Mann, zurück. Auch gegen unsere Ikwa⸗ Front führten die Russen im Abschnitte bei Krzemieniec starke Kolonnen zum Angriff vor. An einzelnen Stellen gelang es dem Feinde, das Westuser zu gewinnen. Aber unsere herbeieilenden Reserven warfen ihn überall zurück. Der Feind erlitt besonders durch unser Artilleriefeuer große Ver lu iE bis gestern abend eingebrachten Gefangenen zählen über 1000. Das Infanterieregiment„von Hindenburg Nr. 69“ hat neuerlich Proben seiner Kampftüchtigkeit abgelegt. In Ostgalizien herrschte Ruhe. Die Lage ist dort unverändert. Die in Litauen kämpfenden k. und k. Streitkräfte haben das Ostufer der Luchozwa gewonnen. 0 Italienischer Kriegsschauplatz. Im Tiroler Grenzgeb iet versuchten sich die Italiener stellenweise in fruchtlosen Hochgebirgsunternehmungen, namentlich im Abamello⸗ und Dolomitengebiete. An der Kärntner Front ist die Lage unverändert. Zm Flitscherbecken gingen die Reste der feindlichen Angriffstruppen aus unserem näheren Schußbereich in ihre alten Stellungen zurück. 1 Einer unserer Flieger belegte den Bahnhof und das Lager von Arsiero mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplaßtz. mOesterreichisch⸗ungarische und deutsche Batterien haben gestern bie serbischen Stellungen am Südufer der Save und der Donau beschossen. Auch die Festung Belgrad stand unter unserem Feuer. In der Nähe der Drina wurden von unseren Truppen serbische vorgeschobene Abteilungen überfallen und auf⸗ gerieben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. Die türkisch⸗bulgarische Einigung. Aus Budapest, 19. Sept., wird der Frankf. Ztg. tele⸗ graphiert: Der bulgarische Ministerpräsident Radoslawow teilte gestern den Führern der politischen Parteten mit, daß in Zukunft der Tundschafluß bis zur Adrianopeler Vorstadt Karagatsch die südöstliche Grenze Bulgariens und von dort nach Süden zu der Maritzafluß bis Enos die Grenze bilden werden. Das Bulgarien von der Türkei überlassene Gebiet beträgt etwa 2300 Quadrat⸗ kilometer.. Nach einer Meldung des Az Est aus Sofia erfolgte die Unterfertigung der türkisch⸗bulgarischen Vereinbarung am 3. September. Gleichzeitig mit der Unterfertigung wurden auch die Modalitäten der feierlichen Uebergabe der türkischen Gebiete an Bulgarien festgestellt. Darnach werden an der Grenze zwei türkische Regimenter unter den Klängen der bulgarischen Hymne„Schumi Maritza“ die die neuen Gebiete unter den Klängen der türkischen Hymne in Besitz nehmenden zwei bulgarischen Regimenter er⸗ warten und nach Austausch der vorgeschriebenen Formali⸗ täten die neuen Gebiete den Bulgaren übergeben. Zu Ehren der versammelten Amtspersonen und Offiziere wird die tür⸗ kische Regierung abends in Adrianopel ein Festmahl geben. Folgende Berichte liegen über die letzten Anstreng⸗ ungen der Entente vor. Nach Meldungen aus Nisch verlangt die Entente, um den Ausgleich zwischen Bul⸗ garien und Serbien betreiben zu können, von Serbien die Ueberlassung eines Gebietes von 15000 Quadratkilo⸗ metern, wofür Serbien Ersatz in Höhe von 76 000 Quadrak⸗ kilometern an anderer Stelle erhalten soll. Die neueste Wendung der Bestrebungen der Entente besteht, wie Az Est aus Sofia meldet, darin, daß Italien durch Vermittlung des englischen Gesandten in Sofia der bulgarischen Regierung das schriftliche Angebot gemacht hat, es wolle die Bulgarien zu iiberlassenden mazedonischen Gebiete militärisch be⸗ setzen und für Bulgarien sicherstellen. Doch müsse Bul⸗ garien die Türkei angreifen. Der französische und der russische Gesandte haben diesen Vorschlag mündlich unterstützt. Die bulgarische Nationalfeier. T. U. Sofia, 20. Sept. Die zum 30. Jahrestag der Vereinigung Ostrumeliens mit Bulgarien abgehaltenen großen patriotischen Festlichkeiten, an denen die gesamte Bevölkerung sich beteiligte, trugen vielfach den Charakter serben feindlicher Kund⸗ gebungen. Die meisten Festredner betonten, daß jetzt der Augenblick gekommen sei, den treulosen ehemaligen Verbündeten zu züchtigen. Serbische Vorbereitung. T. U. Saloniki, 20. Sept. Man meldet, daß die serbische Regierung in den neuserbischen Provinzen alle Muselmanen bis zu 30 Jahren unter die Fahnen berufen hat. Rumänische Maßnahmen. Der Vossischen Zeitung geht verspätet folgendes Tele⸗ gramm aus Sofia zu: In Rumänien sind alle Ortschaften des Grenzgebietes mit Militär überfüllt. Am Montag be⸗ gannen die Rumänen unmittelbar an der Eisenbahn, jedem Reisenden sichtbar, Schützengräben, Wolfsgruben und Draht⸗ verhaue anzulegen. Trotzdem ist die Stimmung der beider⸗ seitigen Grenzbevölkerung ruhig. Unter den Diplomaten Bukarests und Sosias glaubt niemand, daß es mit Rumänien zum Aeußersten kommen wird. Der Post⸗, Telegraphen⸗ und Bahnverkehr nach Rumänien ist noch nicht wieder er— öffnet. Der Verkehr aus Rumänien vollzieht sich unbe⸗ hindert. Depeschendiebstähle auch in Rumänien. In der Bukarester Epoca erklärt Filipescu gegenüber der Er— klärung der Regierungsblätter, daß Rumänien tatsächlich an die Entente gebunden sei. Nun sei die Zeit gekommen, da der Minister⸗ präsident mit offenen Karten spielen müsse. Die konservativen Organe Moldava und Steagul fordern die Regierung auf, das Land nicht länger zu täuschen und aufrichtig zu gestehen, ob Rumänien mit ber Entente einen Vertrag geschlossen habe. Das Land könne nicht länger in dieser Ungewißheit belassen werden. Die Bukarester Seara bringt die Aufsehen erregende Mii⸗ teilung, daß auch in Rumänien seit Beginn des Krieges zahlreiche Post⸗ und Telegraphenbeamte die englische und russische Gesandt⸗ schaft ständig mit Nachrichten versehen und dieselben besonders von den Verfügungen der rumänischen Regierung verständigten. Die Regierung habe hiervon Kenntnis gehabt, bisher jedoch nichts da⸗ gegen getan. Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 19. Sept.(W. B.) Das Hauptqugr⸗ tiar teilt mit: An der Dardanellenfront griffen unsere Wasserflugzeuge den Hafen von Kesalo auf der Insel Imbros von Höfer, Feldmarschalleutnant. o steht der ö am 20. September 1915. N 4 Hauptkarten, 14 Spezialkarten. Preis nur 40 Pfg. Mlueinverkauf: Oberhessishe Volkszeitung, Bahnhofft. 23. EE 1 5 Beste Kriegskarte! ausbrach und re ge Wasserfäule aufstieg Anaforta verjagten unsere Erkundungsabteilungeet. Nacht des 18. September diefenigen des Feindes und erfolgreich Bomben in die feindlichen Schützengräben; sie beuteten Gewehre und Kriegsmaterial. A 18. Septem beschoß unseve Artillerie wirksam die feindlichen Lage 4 Kemikli Liman. Bei Ari Burnu nichts Wichtiges. Bei Sedd. ül-Bahr brachte unscke Artillerie dursh kräftige Erwiderung die feindliche Artillerie zum Schweigen, die unsere Stellungen im Zentrum beschoß. Unsere Erkundungsabteilungen näher⸗ ten sich den feindlichen Gräben bei Kerevizdere und warfen mit guter Wirkung Bomben. Unsere Küstenbatterien be⸗ schossen am Vormittag des 18. September Lager und Stel. lungen der feindlichen Infanterie und Artillerib bei Sedd⸗ ül Bahr. Bei einer Batterie schwener Kanonen entstand eine heftige Explosion; wir sahen eine Meuge Ambulanz. wagen nach diesem Orte eilen. Am Nachmittag beschoß ein Kriegsschiff von der Klasse„Patrie“, sowie die feindlichen 0 Batterien des Festlandes bei Sedd⸗ül⸗Bahr eine Stunde unsere Küstenbatterien, ohne Schadeßt anzurichten. Von den anderen Stellen der Front ist nichts zu melden. c Veränderte englische Taktik. 1 Koustantinopel, 20. Sept.(V. B. Nichtamtlich.) Die Agenoe Milli meldet: Die Engländer, die in der ersten Zeit auf Gal li⸗ poli ihre Truppen vor dem Feuer der Unsrigen zu schonen suchten haben in jüngster Zeit eine gegenteilige Taktik angenommen und wenden ein Verfahren aus alter Zeit an, indem sie ihre Truppen in 1 lompakten Massen ins Feuer treiben. Unsere Offiziere konnten sich diese Methode der Engländer nicht erklären, die kein anderes Ergeb⸗ nis hatte, als daß sie ihre eigenen Sokdaten der Vernichtung preis- gaben. Schließlich begrifsen wir diese Strategie. Der n Generalstab, der seine Mißerfolge der Schwicrigkeit zuschob, Trup⸗ pen in zerstreuten Teilen auf unbekanntem Terrain zu führen, änderte sein System und führte die Soldaten in geschlossenen Massen Die englischen Gefangenen sagen mit Entrüstung, daß das englische Oberkommando täglich seine Taktik änderte und schließlich einen Mo⸗ 1 dus annahm, der die Dezimierung seiner eigenen T r U 0 pen zur Folge habe.„ Um die Mißerfolge der letzten Tage zu verdecken, kündigten die Engländer in pompöser Weise an, daß sie, obwohl sie den gewünschten Erfolg nicht erreichten, die Linie bei Ari Burnu in nördli 5 Richtung verlängert und die Verbindung mit Kellesch bergestellt 5 hätten. Trotz dieser emphatischen Phrasen können die Engle 4 weder die Schwierigkeiten ihrer Lage noch die ungeheure Zahl ihrer Verluste verschleiern. Andererseits werden sie binnen kurgem er⸗ oe sahren, daß ihnen diese Frontverlängerung, der gar keine Bedeutung e tig zukommt, teuer zu stehen kommen wird. Unser tapferen Soldaten werden auch diesmal den Feind auf die Küste zurückzuwersen wissen. Uebrigens werden die Stürme, die fehr bald einsetzen, die Sprache der englischen Communiqués ändern. e Bekanntmachung. Die Nachmusterung der in den Jahren 1876 bis 1895 geborenen, als dauernd untauglich Ausgemusterten der Stadt Gießen findet am 23. und 24. September 1915 5 in der Turnhalle der Stadtmädchenschule, Schillerstraße 8, statt. Es haben sich zu stellen: 5 N Donnerstag, den 23. September 1815, vormittags 7½ Uhr, die in 3 den Jahren 1870 bis 1883 Geborenen, N Freitag, den 24. September 1915, vormittags 7½ Uhr, die in den ö Jahren 1884 bis 1895 Geborenen. f Alle in den Jahren 1876 bis 1895 geborenen männlichen Personen, die als dauernd untauglich ausgemustert sind, ferner diejenigen Landsturmpflichtigen, die bereits an einer Landsturm⸗ musterung teilgenommen haben, als dauernd untauglich befunden wurden und im Besitze einer Bescheinigung hierüber find, fordere 0 ich hiermit auf, sich an den vorbezeichneten Tagen rechtzeitig ig Musterungslokale einzufinden. ö Diese Bekanntmachung gilt als Ladung, besondere Aufforde⸗ rungen ergehen nicht. 9 agu the d bl ber Aber— Aanaus Fahren lane 0 leidet: 5 Verkürzung oder Mißgestaltung des ganzen Körpers, 225 Geisteskrankheiten, 5 9 25 Epilepsie, 4 11 Chronische Gehirn-, Rückenmark⸗ und anderen chronischen Nervenleiden, 1 Blindheit beider Augen, Taubheit beider Ohren, Verlust größerer Gliedmaßen. 9 Die amtlichen Zeugnisse und Bescheinigungen, die Namen und Geburtstag des Pflichtigen enthalten müssen, sind mir vor der Musterung einzusenden. Die Gestellungspflichtigen haben reinlich zu erscheinen. Militärpapiere sind mitzubringen. Wer etwa infolge Krankheit am Erscheinen verhindert ist, hat mir ein beglaubigtes ärztliches Zeugnis rechtzeitig einzureichen. a Wer sich der Gestellung entzieht, wird nach den Militärgesetzen bestraft, es kann auch im Falle der Tauglichkeit sofortige Ein⸗ stellung als unsicherer Landsturmpflichtiger erfolgen. Gießen, den 20. September 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. 2 g 5 Ag gde Die Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Verstorbene. Frau Marie Flamme Wwe. geb. Lotz in Gießen, 46 Jahre alt.— Frau Katharine Förster geb. Klemann in Gießen, 42 Jahre alt.— Frau Katharina Velten Wwe. geb. Schupp in Großenlinden, 51 Jahre alt.— Frau Elise Katharina an und trafen ein großes Transportschiff, . Krieg Ver Vortrag von Frau v. d. auf dem Feuer[D be Gießener Einladung zu einer 0 am Dienstag, den 21. d. Mts., abends 3½ Uhr, in der großen Aula, Ungerechtfertigte Lebensmittelteuerung. Anschließend: Gründung Jährlicher Mitgliedsbeitrag 50 Pfg. bis 1 Mk. Gießener Hausfrauen kommt alle! Allgemeiner Deutscher Frauenverein.(Ortsgruppe Giesen Klingel geb. Gonder in Strebendorf, 70 Jahre alt.— Christian id Linsenmayer in Wetzlar, 82 Jahre alt. l ö a Hausfrauen! 5 sammlung Groeben aus Eisenach, 1 Eis Vorsitzende des dortigen Hausfrauenvereins, über: Diskussion. 1 eines Gießener Hausfrauen ⸗ Vereins. Eintritt frei!