lien d l 95 leill-⸗ ilig Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 2 1 Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich Redaktion und Expedition Giessen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Naum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. 650 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. Nr. 218 Gießen, Freitag, den 17. September 1915 10. Jahrgang rr erer Harte Fortsezung des Angriffs im Often. Von Richard Gädke. Die Verlangsamung, die die deutsche Offensive gegen Osten etwa vom 4. September an erfahren hat, ist sehr erklärlich. Die Zerstörung der Bahnen und besonders ihrer Brücken ist der nächst⸗ liegende Grund. Die Heranführung alles Nachschubs mußte damit große Verzögerungen erleiden. Unsere Heere haben sich mehr und mehr zusammengedrängt, wenige Bahnen müssen ihnen alle Be⸗ N dürfnisse heranbringen. Im wesentlichen werden für die acht deutschen Armeen des Nordostens zunächst nur vier durchgehende Linien zur Verfügung stehen: Königsberg⸗Kowno, Thorn-Lyck⸗ i Bialystock, Warschau⸗Bialystock, Iwangorod-Brest⸗Litowsk. Womit 5 nicht gesagt ist, daß sich die Zahl dieser Zubringerlinien nicht noch 1 vermehren ließe. Aber selbst jene vier werden schwerlich schon jetzt bis unmittelbar hinter die Front führen. Die Landstraßen aber werden schlechter, je weiter man vordringt und je weiter die Jahreszeit vorrückt. Der Ersatz für den täglichen Abgang an Toten, Verwundeten, Kranken muß ebenfalls herangeführt werden. Wenn die Russen in ihren letzten Berichten unseren Verlust auch tendenziös übertreiben— sie behaupten Dinge, die sie garnicht wissen können— so wäre es doch lächerlich, zu leugnen, daß Liese täglich fortgesetzten Kämpfe gegen einen Gegner, der nur ö Schritt vor Schritt weicht, auch uns blutige Opfer kosten müssen. Es ist also klar, daß in den Vormarsch immer wieder Oper a⸗ tio nspausen gelegt werden müssen, damit die eigene Truppe nicht ausgepumpt wird. Auch das ist nicht verwunderlich, daß die Verzögerung sich besonders deutlich auf den Flügeln des Vor⸗ marsches ausprägt: im Norden zwischen Düng und Wilija, im Süden an der Serethlinie. Denn dorthin haben die Russen seit geraumer Zeit alle Verstärkungen geworfen und dort ihren Wider⸗ tand von Tag zu Tag verdichtet. Ganz richtiger Weise! Sie wollen die verbündeten Heerscharen verhindern, die äußere Flanke ihrer Verteidigungsfront zu gewinnen. Denn darin läge für sie eine viel größere Gefahr, als in der sogenannten Trennung ihres Heeres in zwei große Gruppen durch die Sümpfe der Poljessie. Bisher ist es ihnen geglückt, die Umfassung ihrer Flügel den Gegnern zu verwehren. Im Norden haben sie eine starke vor⸗ wärtsgebogene Flanke zwischen Riga und Dünaburg gebildet, die sich noch immer südlich und westlich der Düna zu halten vermochte; und dadurch haben sie entscheidende deutsche Fortschritte in dieser für sie besonders gefährlichen Richtung verhindert. „Seit dem letzten Sonntag scheint nun allerdings unser An⸗ griff in diesem weiten Gebiete wieder in rascheren Fluß zu kom⸗ men. Die Russen behaupten, daß große deutsche Verstärkungen hier eingetroffen seien, geben aber im übrigen ihre rückgängigen Bewegungen zu. Einen besonders harten Widerstand haben sie zwischen Wilna und Grodno geleistet; auch hier scheint er nunmehr gebrochen zu sein. Uebrigens hat man auf diesem Kampfesfelde ein Beispiel vor sich, daß die russischen Berichte den unseren schein⸗ bar widersprechen können, ohne darum etwas bewußt Unwahres zu behaupten. 1 In seiner Veröffentlichung tussische Hauptquartier über die Kämpfe 10 warfen diese Angriffe mehrmals mit dem unnd das nordwestlich davon gelegene Nie hin und herwogenden Kämpfen von uns in der Nacht endgültig er⸗ obert werden.“ Es ist ganz klar: Der russische Bericht ist früher abgefaßt und gibt eine für seine Waffen günstige Episode aus dem nach dem deutschen Bericht„hin und herwogenden Kampfe“ wieder: der deutsche als der spätere übermittelt uns den endgültigen Aus⸗ gang. Wenn man dann noch berücksichtigt, daß wir die russischen Berichte um einen Tag später als die deutschen erhalten, so werden wir in den meisten Fällen die Widersprüche zwischen beiden aufzu⸗ kläven vermögen. Das wird in gewissem Maße vom 11. September sagt das östlich Grodno:„Wir Bajonett zurück. Skidel krasza konnten erst nach auch für die hartnäckigen und mehrtägigen Kämpfe auf dem Südflügel, um Tarnopol und Trem⸗ bowla am Sereth gelten dürfen. Die Russen, die am 8. September die Niederlage von zwei deutschen Divisionen meldeten, scheinen sich biesmal— abgesehen von einer geflissentlichen Uebertrei bung ihres Erfolges— hauptsächlich in der„Firma“ geirrt zu haben. Die deutsche Berichtigung betont dann auch nur„kein deutscher Soldat ist auch nur einen Schritt gewichen“. Im übrigen aber geben die deutschen wie die österreichischen Mitteilungen unum⸗ wunden zu, daß die fünftägigen Kämpfe vom 7. ben russischen Waffen einen Vorteil gebracht haben: der Verbündeten am mittleren Sereth ist um m meter auf die Höhen östlich der Strypa z u den. Die Armeen Boehm⸗Ermolli und weise in die Verteidigung zurückgefallen. nun von den weiteren Fortschritten der linken Flügels Boehm⸗Ermolli im Norden, Baltin im Süden gebracht worden. Besonders im die Offensive über Dubno hinaus auf R lich ihre Rückwirkung auf die heftigen üben, wenn es ihr glückt, durchzudringen. Es kann wunderbar erscheinen, daß 0 so erhebliche Verstärkungen geworfen habe zum ersten Male aus der Verteidigung wieder gehen. Denn die Entscheidung des Gesamtfeldzuges Voraussicht nach im Norden fallen. Wahrscheinlich 5 mehr politische als militärische Gründe maßgebend gewesen Sie sollen wohl das letzte Stück galizischen Bo Abrechnung wegen— behaupten; sie möch russische Hauptstadt, schützen, des moralischen P dritte Hauptstadt des Reiches soll nicht in die fallen. Und endlich mag der außenpolitische ste Bessarabien, das Grenzland geg restiges wegen. en Rumänien hin Vorgehen gegen Lemberg noch imstande wären, bis 12. September die Front ehrere Kilo⸗ rückgenommen wor⸗ Graf Bothmer sind zeit⸗ Die Entscheidung muß Armee Puhallo und des der Armee Pflanzer⸗ Norden dauert owno fort; sie muß schließ⸗ Kämpfe in der Mitte aus⸗ ze Russen gerabe hierhin u und hier seit Monaten zum Angriff über⸗ wird aller sind hierfür dens— der späteren ten ferner Kiew, die klein⸗ Die Hände des Gegners Grund einwirken, daß nicht aufgeben möchten. Daß sie aber selbst durch ein siegreiches die Offensive der Kämpfe im 5 hier entwickeln. Sie widerspricht auch der Annahme, daß das russische Heer als ganzes sich schon geschlagen fühle: offenbar vielmehr sind seine Bestandteile sehr verschiedenwertig. Neben einzelnen Armeekorps, die sich mit hervorragender Tapfer⸗ keit schlagen, gibt es andere, die beim ersten Anlauf der Deutschen die Waffen sortwerfen. Die Heeresleitung aber scheint den Rlick⸗ zug ncht mehr fortzusetzen, sondern eine neue allgemeine Schlacht annehmen zu wollen. Die Entscheidung in einer solchen würde dann allerdings wohl von weittrag ender Be⸗ Mangel an sgesagt eine sehr sie mit ihren lich so schwächen müßten, daß wir im sähig würden, hat mehr als ein Loch. wagen, uns dort anzugreifen, wesche blühen, wenn wir erst im Osten Kräfte nach können— es seien nun sehr viele oder weniger! Man kann also nur feststellen, daß der Gegner sich zurzeit nicht für stark genug hält, uns mit Hoffnung auf Sieg an⸗ zugreifen, und daß er nur die vage Hoffnung hegt, daß die Zeit für den Vierverband arbeite. Warum eigentlich? Möglich, daß er inzwischen Kräfte sammelt, daß er noch auf die Unterstützung durch ein italienisches Heer hofft, oder immer noch glückbringende Zwischenfälle auf dem Balkan erwartet. Wir können seine ge⸗ heimen Gründe nicht erraten, wohl aber uns der Tatsache fveuen, die seine Untätigkeit für uns schafft. Je grün dlicher wir im Osten abrechnen können, desto klarer wird der el auch im Westen. 0 4 2 Der Seekrieg. Die deutschen U-Boote im Mittelmeer Basel, 15. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Basler Nachrichten melden aus London: Mitteilungen der Agentur Lloyds lassen erkennen, daß bis zur Organisation der Gegen⸗ maßregeln gegen die deutschen Unterseeboote die gesamte Handelsschiffahrt nach und von Marseille und Bordeaux eingestellt worden ist. Die französischen Schiffsverluste. T. U. Paris, 15. Sept. Nach einer Aufstellung, die wohl tte lere eu niedrig gegriffen ist, sollen sich die Verluste an französischen Schiffen infolge der Kriegsexeignisse nur auf 13 Dampfer und 0 gesamte 13 Segelschiffe, sowie drei Fischerboote belaufen, deren Wasserverdrängung sich auf 68 977 Tonnen stellt. Deutsches Unterseeboot im Schwarzen Moer. T. U. London, 15. Sept. Zwischen der Küstenwache der Halbinsel Krim und einem feindlichen Tauchboot fand, wie der Petersburger Korrespondent der Morningpost meldet, ein Schußwechsel statt. Man nimmt hier an, daß es einem deutschen Unterseeboot modernen Typs gelungen ist, den Seeweg bis in das Schwarze Meer zurückzulegen, da die türkischen Tauchboote nicht mit Geschützen bewaffnet sind. Ueber die Stimmung in der französischen Arbeiterschaft berichtet das Züricher Volksrecht: Die französische Bourgeoisie macht den französischen Sozfalisten die Union sacrée so sauer wie nur möglich. Wenn man auch nicht voraussagen kann, daß sich in der französischen Partei ein vollstän⸗ diger Umschwung vorbereite, so ist jedenfalls die Haltung der franzö⸗ sischen Parteipresse, abgesehen von der durch und durch gouverne⸗ mentalen Humanité, eine ganz andere geworden, als noch vor wenigen Monaten. So schreibt die Bataille Syndicaliste: „Niemals zeigte sich der Unternehmer arroganter und anmaßender gegenüber denjenigen, die seinen Reichtum schaffen, als gerade jetzt. Die riesigen, auf sbandalöse Weise ergatterten Kriegsgewinne der Großindustriellen und Aushunge⸗ rungsspekulanten von der Sorte Baumann, Dreyfus u. a. m. zeigen uns sonnenklar, daß in jedem Land— und das unfrige macht keine Ausnahme— das Proletariat alle Kosten des Krieges trägt; es liefert Blut, Arbeit, Geld ohne Hintergedanken, während der Ausbeuter sich mästet und sich brutal aller in seiner Macht befindlichen, Unterdrückungsmittel bedient, um das Proletariat noch mehr zu knechten. Es ist ganz selbstverständlich, daß die nationale Assoziation des Kapitals nie zu existieren aufgehört hat, und daß mor⸗ gen, vom Augenblick des Friedensschlusses au, die haum unter⸗ brochenen internationalen, Beziehungen der Unternehmer wieber „ don, Rom und all den andern. Unsere kapitalistischen Macher wer⸗ den morgen wieder Konsortien bilden mit Schneider und Krupp und werden sich mit Leichtigkeit und ohne Scham darüber einigen, wie die Schafe gemeinsam zu scheren seien. i Bevor ein Jahr nach Friedensschluß verflossen sein wird, wird das Kapital seine internationale Verbindung wieder hergestellt haben, um Aussperrungen und andere Maßnahmen zu organisieren, durch welche das Proletariat zu Paarer getrieben werden soll. 8 5 Aber man möchte, daß wir, die Proletarier aller Länder und aller Berufe, in dem nationalen Rahmen verbleiben, den die Regierungen uns vorschreiben wollen. Notwendigerweise müssen wir der Macht der Unterdrücker diejenige der Unterdrück⸗ ten entgegensetzen. Diese Macht besteht und hat längst Proben ihrer Bedeutung abgelegt. Morgen wie gestern müssen wir die proletarische Internationale der goldenen Inter⸗ nationale der Kapitalisten entgegensetzen. Es ist not⸗ wendig, daß wir sobald wie möglich die Bande, die uns mit unseren Brüdern aller Länder verbanden, wieder knüpfen.“ Es darf nach diesen Ausführungen, so bemerkt das Volksrecht, wohl erwartet werden, daß die Balaille Sundicaliste und jene Parteipresse, die mit ihr einig geht, ihr möglichstes tun wird, um die französische Sozialdemokvatie aus der Sackgasse gouvernemen⸗ taler Politik heraus zu bringen.. 26 Die englische Arbeiterbewegung. Das Hollandsche Nieuws Bureau meldet aus London: Bei dem bereits gemeldeten Streik in der Standardgrube in Südwales haben die Streikenden den Versuch b icht die Maschinisten und andere geschulte Arbeiter dazu zu ver⸗ leiten, der Bergarbeiterföderation beizutreten. Wenn sie ihr Ziel erreichen, so kann dies ernsthafte Folgen haben. Gegen. wärtig besteht der Gebrauch, daß die Maschinisten während der Streiks die Pumpen usw. in Ordnung halten. Wenn auch die Maschinisten streikten, dann würden die Gruben voll Wasser laufen, was die Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Streik in vielen Fällen während längerer Zeit unmög⸗ lich machen würde. N Bergarbeiterstreik in Südwales. T. U. Haag, 15. Sept. Aus London wird gemeldet: In der Standard⸗Zeche in Clemmergan in Südwales sind 1100 Arbeiter in den Ausstand getreten, weil sie mit Nichtgewerkschaftlern nicht zu⸗ sammen arbeiten wollen. N Erfundene Greuelgeschichten. Die französische Zeitung Le Journal berichtete unterm 8. April über folgenden Fall, der sich zu Nowe Miasto in Russisch⸗Polen zu⸗ getragen haben sollte: „Nach Warschau entflohene Einwohner dieses Ortes hätten erzählt, daß die Deutschen im Gefecht bei Nowe⸗Miasto einige er⸗ schöpfte und wehrlose Kosaken gefangen genommen und einem davon die Glieder zerbrochen und die Augen ausgestochen hätten. Zwei andere durch Schrapnellschüsse schwerverwundete Kosaken hätten sie an Bäumen gekreuzigt.“ An alledem ist, wie amtlich erklärt wird, kein wahres Wort. Zweiundzwanzig angesehene Einwohner des Ortes, darunter der Pfarrer Zembrzuski, der Gutsbesitzer v. Blawdziewicz, der Guts⸗ inspektor Wolski, der Wold Drojeski, Aerzte, Bauern, Handwerker, Männer und Frauen, sind vernommen worden. Unter ihrem Eide haben sie sämtlich bekundet, daß niemals etwas derartiges vorge⸗ kommen ist. Sie haben sogar bezeugt, daß die deutschen Soldaten sich gutmütig und liebevoll der russischen Kriegsgefangenen angs⸗ nommen und ihnen von ihren eigenen Lebensmitteln abgegeben haben. Die Athener Telegramm⸗Spionage. Wie die Telegraphen⸗Union berichtet, habe die gevicht · liche Untersuchung in der Angelegenheit der unterschlagenen Telegramme neues schwer belastendes Material zutage gefördert. Es scheine, alb ob die ungetreuen Beamten ihre Unterschlagungen fast ein Jahr hindurch ungestört haben fortsetzen können, denn es sei nachgewiesen, daß bereits im Oktober 1914 verschiedene offizielle Telegramme der griechi⸗ schen Regierung ihr Ziel niemals erreichten. Die Angelegen⸗ heit werde noch sehr weite Kreise ziehen, denn es sei festge⸗ stellt, daß der französische Journalist Marion sich nicht nur die Schlüssel zu der Chiffreschrift der deutschen Gesandtschaft und der griechischen Regierung, sondern auch die der eng ⸗ lischen und russischen Gesandtschaft zu verschaffen gewußt habe. Die Beamten, von denen der eine meist Tag⸗, der andere Nachtdienst hatte, übergaben Marion die Originale jedes einzelnen offiziellen Telegramms der Regierung und der Botschaften. Marion entzifferte dieselben, behielt die⸗ jenigen, die er für seine Zwecke brauchte und gab die anderen zurück. Mit den Originalen trieb er einen schwunghaften Handel zibischen den einzelnen Gesandtschaften der Entente, von denen eine jede ihn als zuverlässigen Vertrauensmann betrachtete. Der mitverhaftete Grieche Papas bestreitet jede Schuld. Marion selbst ist geflohen. Ein Selbstmordversuch, den einer der verhafteten Beamten im Gefängnis unternahm, miß⸗ aufgenommen werden. Man wird wieder plaudern und„ar⸗ Deutschen auf Wilna und Minsk zu erschüttern, werden sie kaun N Ammerhin muß man 1 Energie anerkennen, die beiten“ mit Wien, Berlin und Konstantinvpel so gut wie mit Lon⸗ glückte, Brandt, der Inspektor, wohnt, weest de? Dem gibst de murgen Aus russischen Gesängnissen. Die Kölnische Zeitung meldet aus Stockholm: Ein schwedischer Ingenieur, der soeben aus Rußland zurückgekehrt ist, wo er einige Zeit als verdächtig im Gefängnis saß, hat einem Mitarbeiter der vierverbandfreundlichen Zeitung Dagens Nyheter seine Erlebnisse geschildert. Er mußte unter den grauenhaftesten Verhältnissen in einem winzigen Zimmer hausen, zusammen mit 39 anderen In⸗ sassen, meist verkommenen Menschen. Er machte auch die Bekannt⸗ schaft eines Russen, der von seinem 17. bis zum 30. Lebensjahre allein sechseinhalb Jahre im Gefängnis verbrachte, nur weil er sich in einem Diskusstonsverein mit Fragen über Rußlands soziale Zu⸗ kunft bechäftigt hatte. Während der beschwerlichen Fahrt von Petersburg nach Riga wurden die Gefangenen auf die brutalste Weise mißhandelt. Als er den Wärtern erzählte, daß er Schwede sei, wurde ihm geantwortet, daß die Schweden von derselben Sorte seien wie die Deutschen und auch demgemäß behandelt würden. Erfolg unserer ostafrikanischen Schutztruppen. Ein Mitarbeiter der Kölnischen Volkszeitung, der gute afrikanische Verbindung besitzt, berichtet über erfolgreiche Kämpfe unserer ostafrikanischen Schutztruppe. So teilt er mit, daß die Engländer in den Kämpfen um Taveta am 29. März d. J. große Verluste erlitten. Sie wurden nach einem Sturmangriff auf den befestigten Ort zurückgeschlagen, wobei sie über 120 Mann an Toten, Verwundeten und Ge⸗ fangenen verloren. Zahlreiches wertvolles Material fiel unserer tapferen Schutztruppe in die Hände. Seit dieser gründlichen Niederlage haben die Engländer den Versuch eines weiteren Angriffes auf Taveta aufgegeben. Aber ein volles Jahr weht nun schon die schwarz-weiß⸗rote Flagge über dem auf britischem Boden liegenden Ort. Kriegskosten⸗Entschädigung. Ueber dieses sehr aktuelle Thema äußert sich der nationallibe— tale Reichstagsabgeorbnete Keinath in der Braunschw. Landes⸗ zeitung. Ganz richtig betont er, daß etwa erworbenes Land für den siegreichen Staat durchaus nicht notwendig eine Verbesserung seiner finanziellen Lage mit sich bringt. In früheren Zeiten war es anders; da bedeutete die Erwerbung eines Fleckens, einer Stadt, einer Landschaft einen ganz bestimmten Geldwert, um den sich das frühere fürstliche Einkommen vermehrte, ohne nennenswerte Mehr- ausgaben. Heute aber legt neuer Landerwerb dem siegreichen Staat eine Fülle von finanziellen Lasten auf. Die neuen Einkünfte werden von den unvermeidlichen neuen Ausgaben verschlungen. Ja, wenn es sich um kulturell tiefer stehende Gebiete handelt, muß sogar der erwerbende Staat in der Regel jahrzehntelang Zubußen aus seinen früheren Einkünften zugunsten der Neuländer leisten. Logisch richtig wäre es, wenn der nationalliberale Abgeord— nete deshalb zu einer Verneinung jeder Annexion käme. Statt dessen empfiehlt er die Ausübung von Besatzungsrechten nach dem Kriege in den jetzt mit uns verfeindeten Staaten. Das ist selbstverständlich auch eine Form der Annexion. Als Kriegs⸗ entschädigung wünscht er dann ferner Abtretung von Eisenbahnen, Zollvergünstigungen, das Recht zur Errichtung von Postaustalten, Ablösung von Privateigentum, wie Bergwerken, Eisenbahnen, Gas⸗ anstalten, Grundeigentum und Uebertragung dieser Objekte auf den siegreichen Staat. Diese Ausführungen schließen: „Unsere Feinde haben mit ihrer rücksichtslos brutalen Krieg⸗ führung mit so vielen altgewohnten Vorstellungen aufgeräumt, daß man erwarten muß, daß auch beim Friedensschluß die gewohnten Vorstellungen über die rechtlichen Beziehungen der Staaten unter sich und die Einzelpersonen zum Staate über den Haufen geworsen werden.“ Wann tagt der Preußen⸗Landtag? Aus Berlin wird uns geschrieben: Bekanntlich ist der preußische Landtag zurzeit geschlossen. Eine parlamentarische Korrespondenz verbreitet nun die An— gabe, daß eine Herbsttagung, wie sie in den letzten Jahren stattgefunden hat, nicht in Aussicht genommen sei, sondern der Landtag erst im Januar wieder zusammentreten soll. Wir nehmen diese Nachricht mit gemischten Gefühlen auf. Man hat die Wahrnehmung machen müssen, daß die Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses den Landtag als eine Art dem Reichstag gleichstehendes Reichsparlament betrachtet und die gesamte innere Politik und Wirtschafts— führung des Reiches vor das Forum seiner Budgetkommission zieht. Ein solches Vorgehen ist weder durch die Reichsver— fassung, noch durch den Charakter des preußischen Landtags gerechtfertigt. Da von jeder neuen Tagung eine Wieder— holung dieser Erscheinung zu erwarten ist, was wir aber nicht wünschen, und da es wirklich eine unbillige Zumutung an die Regierung ist, alle die Aufklärungen, die sie in der Budgetkommission des Reichstags gibt, im Landtage womög⸗ lich in noch weiterem Rahmen wiederholen zu sollen, so haben wir keinen Anlaß, ein allzuhäufiges Tagen des preußischen einander, über den Beginn der Arbeits 1 Landtags zu wünschen. Andererseits aber bedürfen die dringendsten innerpolitischen Fragen, zumal im Interesse der zukünftigen Entwicklung, der Mitarbeit des preußischen Landtags— einer Mitarbeit, von deren Wesen cs schließlich abhängen wird, ob sie die Entscheidung bringt oder nur eine Vorentscheidung sein wird. Von diesem Standpunkt aus wäre es eher zu wünschen, daß der preußische Landtag öfter Gelegenheit bekomme, Stellung zu nehmen. Aber er hat schon im ersten Kriegsjahr so deutlich gezeigt, daß er nicht daran denkt, noch im Kriege an die Neuorientierung der inneren preußischen Politik heranzutreten, daß wir ganz gut auch bis zum Januar auf die neue Bestätigung dieses Ver⸗ haltens warten können. Englisch⸗frauzösi che Ahmachungen. Petersburg, 16. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Rjetsch meldet, die englisch⸗italienischen Abmachungen bezögen sich nicht allein auf die Dardanellen, sondern hauptsächlich sollten italienische Truppen an der Südküste Kleinasiens in der Bucht von Adalia, wo Italien große Interessen habe, Ver⸗ wendung finden; aber auch die Bezwingung der Dardanellen sei eine Lebensfrage für Italien, da es sich in einer großen Lebensmittelkrise befinde. Noch eine internationale Sozialisten⸗ Nonferenz. Wie italienische Blätter berichten, sollen am ersten Sonn⸗ tag im Oktober in Zürich, Bern, Geuf, Lugauo und anderen ö 0 lüsse werden in der Konferenz nicht gefaßt. Die Deba 9 255 nur zur Information der Regierungsvertreter. 8 5 Der Heeres verwaltung gehen sortlaufend An bote auf Waren zu, die in den Kriegs gefangen n lagern Verwendung finden sollen. Die Prefßangenets sind vielfach so hoch, daß sie an Wucher grenzen. 11 Heere 0 verwaltung wird künftig derartige Verkäufer von allen Liefer 1 ie 8 8 jeßen und die Ver!“ seh ungen an die Heeresverwaltung ausschließen 1a anlassung ihrer Bestrafung 1§ 5 der Bekanntmachung vom b 23. Juli 1915 in Erwägung ziehen.. 1 b Gegen den 1862 in Egisheim geborenen Redakteur Leo 0 Boll, ber bis zum Kriegsausbruch das Journal d Alsace in Straßburg leitete. ist vom außerordentliched Kxiegsgericht. Straßburg wegen Hoch- und Landesverrats ein Stecke brief erlassen worden. Das gesamte Vermögen, das Boll in Deutschland besitzt, oder das ihm später zufällt, ist beschlagnahmt worden. schweizerischen Städten Friedensbesprechungen stattfinden, bei denen auch die deutsche und die italienische sozialdemo⸗ kratische Partei vertreten sein wird. Cadorna wird auch krank? Eine Mailänder Zeitung schreibt laut Berliner Lokal⸗ anzeiger mit Genehmigung der Zensur, daß das Befind en Cadornas seit einiger Zeit zu wünschen übrig lasse. Schweizer Blätter erblicken in dieser Meldung einen Himpveis auf die Möglichkeit eines Wechsels in der italienischen Heeresleitung. Zeppelin über London. Basel, 15. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Der Basler An⸗ zeiger meldet: Wie schon bekannt, wurde bei dem letzten Zeppelin⸗ angriff auf London eine St. Gallener Stickereifirma beschädigt. Jetzt wird gemeldet, daß auch die Geschäftsräume verschiedener Agenten hiesiger Firmen durch Feuer und Wasser verwüstet wor⸗ den sind. Nach der Lage der Geschäfte sind demnach Bomben bei dem letzten Zeppelinbesuch im belebtesten Geschätfsviertel der Riesenstadt, und zwar in der Nähe der Bank von England, abge⸗ worfen worden. Ein norwegisches Unternehmen für russische MNunitionserzeugung? Die große norwegische Gesellschaft Norsk Hydro, die mit Kapital an der norwegischen Salpetererzeugung beteiligt ist, wird nach norwegischen Blättermeldungen am Weißen Meer bei Archangelsk eine Salpeterfabrik errichten, die unzweifel⸗ haft der Munitionserzeugung dienen soll. Kiew wird geräumt. T. U. Kopenhagen, 16. Sept. National Tidende erfährt aus Petersburg: Obwohl der Feind noch 300 Kilometer von Kiew ent— fernt steht, hat man guf Weisung der Regierung bereits mit der Räumung der Stadt. 7 80 15 Die südrussische Bevölkerung sei sehr beunruhigt. Die Professoren und Studenten der Kiewer Uni⸗ versität siedeln wahrscheinlich nach Sarotow über. Ein Straßenbahnunglück in Paderborn. Auf der elektrischen Straßenbahn von Paderborn nach Horn in Lippe stürzten gestern abend zwei in voller Fahrt befindliche Wagen an einer Kurve um. Dem Paderborner Volksblatt zufolge wurden eine Anzahl Personen schwer verletzt; zwei sollen bereits gestorben sein. Kriegsustizen. Im Sitzungssaale der Haushalts-Kommission des Reichstags trat am Mittwoch die Konserenz zur Vorberatung eines Gesetzentwurfes betr. das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien zusammen. Neben den Verbänden der Bäcker und Konditoren, waren auch der Zentralverband deutscher Kon⸗ sumvereine vertreten. Ueber die Beseitigung der Nacht- arbeit war man im allgemeinen einig, nur die Brot fabriken, die auf ununterbrochenen Betrieb eingerichtet sind, machten gewisse Vorbehalte. Dagegen gingen die Meinungen aus⸗ n zeit am Morgen. Be⸗ Zwei aus dem Gefangenenlager in Wetzlar kürzlich ent⸗ nehf wichene russische Gefangene wurden jetzt in der 150 Gießener Gegend wieder ergriffen. 1 1 5 Der braunschweigische Landtag würde heute nach 1 Genehmigung verschiedener durch den Krieg veranlaßter Vor⸗ em lagen und Notgeseze auf unbestimmte Zeit vertagt. ang Madrider Meldungen der Lyoner ZBlätter berschten vo neuen Aufständen in Vortugal, die sich auf Lissabon 0 und mehrere Provinzstädte erstrecken. In die letztecen sind Trup⸗ und. pen abgegangen.* 3 bed 1 be m 8 1 5 Parteinachrichten. e Verhaftung einer Schweizer Genossin in München. 9 Gran Zu der Mitteilung des Züricher Volksrecht über die Verhaf⸗ der tung der Genossin Rüegg in München teilt die Münch. Post mit: 100 „Die Annahme des Züricher Volksrecht, die Verhaftung könnte 10 wegen einer beabsichtigten Rede der Genossin Rüegg erfolgt sein, reich ist irrig. Die Polizeidirektion München, bei der wir uns erkundig⸗ gc ten, erklärt vielmehr, die Verhaftung sei ersolgt wegen Vergehens fig wider das Kriegszustandsgesetz, weil die Genossin Rüegg als Aus⸗ fie länderin sich nicht gemeldet hatte, außerdem werde sie„eines uner⸗ def laubten Verkehrs mit Kriegsgefangenen“ beschuldigt.“ 3 eh Ausschluß deutschfreundlicher Sozialdemokraten aus der schwedischey über Sozialdemokratie. 1 z 1 Die Stockholmer Parteiorganisation beschloß, den Ausschluß der Genossen Prof. Stefsen, Dr. Yngve Larsson und Otto Järte bes beim Parteivorstand zu beantragen. Der Beschluß erklärt, daß die 5 Arbeiterkommune Stockholms diese Genossen nicht mehr als Partel⸗ foi mitglieder anerkennen kann, weshalb der Ausschluß aus der Ge⸗ samtpartei gefordert wird. Als Grund wird angegeben, daß sie sich dem durch Mitarbeit an einem anonym erschienenen Buche ilber die schwedische Auslandspolitk in der Beleuchtung des Weltkrieges für i den Anschluß Schwedens an die Zentralmächte ausgesprochen haben 11 Das set gleichbedeutend mit Kriegshetze. Ein Beweis für die 1h 1 liche Mitarbeit wurde nicht erbracht. Wie verlautet, ist N N Branting für den Ausschluß. Eingehender Bericht folgt. 7 11 Zur Haltung des Avanti. 51 fh Die Kölnische Zeitung hat dem Avanti Kriegstreiberef di hinter der Friedensmaske vorgeworfen, da er von Deutschland das Gesamibild eines uneinigen Volkes entwerse,„das v0 die vor Jahresfrist glänzend bekundete Geschlossenheit und Ent⸗ 90 schlossenheit verlorey hat, das immer lauter gegen die Kriegspolitif A der herrschenden Klassen murrt und in Bälde den Friedeusschluß u. erzwingen wird“, außerdem die Kriegsmüdigleit, die Rückkehr der di deutschen Sozialdemokratie zum Internationalismus, die Ver⸗ folgung und Vergewaltigung der Partei ausführlich schildert, daß 0 aber„derartige grau in grau gemalte Darstellungen nur auf 0 Deutschland kommen, während weder über Frankreich, noch g England und Rußland ähnliches berichtet wird“. Die Köln a0 Zeitung nimmt au, daß die schädliche Wirkung solcher Berichterstat⸗ tung von den Leitern des Blattes wohl beabsichtigt sein muß. Gegen eine devartige Verdächtigung des italienischen Zentral⸗ Die Grenzfeve. 0 Eine Erzählung aus dem Heidelgebirge von A. E. Brachvogel. „Hannes, de gehst jetzunder nach Friedland nein, wo der früh mei Briefel asu, daß ersch kriegen muß, hierscht de?“ „Und ich sull wieder retour, eh der Teifel losgeht?!— Nee! Mehr Beene als zwee hab ich eemal nich!“ „Du sullst och nich. Du giehst ins Rheimswald nein zu deim Vater!— Hier hust de mein letztes, zwee Taler. s is derspart!“ „Gut, ich gieh gleich!“ „Nee doch, wart a bissel!“— Sie strich sich die Stirn. „De Dunnerberglähne gehiert deim Vater?“ „Ja!— Oder och nich!— Mei Vater hat alles ver— spekeliert. Der Taxater aus Waldenburg is schun da gewest.“ „s schadt nischt. Haha, wir sein alle verspekeliert! Im Leben is de Niederträchtigkeit Mode jetzunder, und—“ sie deutete nach oben—„wann's wo anderscht och nich noch böser is! Hiehr ock, Hannes, das Hulz uf der Lähne hat dei Vater geschlagen und ufgepackt?“ „Ja, a Jude will's n fix wegkofen! keener su balde.“ „Hannes, da uf der Ecke dar Haufen— s is wull ta su drei Klaftern?“ „Ehnder viere als nich! Wenn ma de Stange lusmacht und a kleenes Schubsel gibt, kümmt de ganze Bublatsche alleene runder, su schwer is a!“ „Hannes, mach a bissel Luft! Ziehea bissel de Stange in de Höchte, daß se grade ock noch spielt! Tu's, oh de giehst!“ „Da fällts ganze Geklafter aber nunder, wenn der Wind 7 Hieher kimmt doch „Nu do— fällt se!— Tu's!“ Der Hannes erstieg die steile Lehne, unterhalb welcher die Feve ruhig auf ihrem Pack saß. An der jähen Felswand stand schräg aufgerichtet ein ungeheurer Holzhaufen. Eben gefällt wie andere im Walde, nur durch einen Wehrbaum, eine schneidige Tanne, vor dem Herabstürzen gehalten. Wollte man das Holz unten in der Schlucht aufladen, so lüftete man den Wehrbaum erst, zog ihn dann mittels einer Leine rückwärts hinweg, und alles stürzte zu Tale. Der Hannes lüftete die Stange— das ganze Holz knackte. „Gieh weg, Feve!“ schrie Hannes oben. Wann's knirscht, da kann's abdrücken und derschlägt dich drunten!“ „Laß derschlagen!“ sagte die Alte höhnisch. Mich der— schlägt nischt!— Da is an Strick, mach de Schlinge rum!“ Ueber den Gleichmut der Feve vor Schrecken sprachlos, fing Hannes die emporgeworfene Leine auf, machte eine Schlinge im Mondschein und warf sie nach dom Wehrbaum. Nach einigen Versuchen gelang's, die Schlinge saß, und als sie Hannes ein wenig scharf anzog, gab es einen dumpfen Krach, dessen Echo ringsum tönte. Im Schrecken ließ er die Leine los.— Ruhig saß die Feve unten, und der Holzstoß fiel nicht.— Langsam kam Hannes herab. „Nu mach, daß de nach Friedland rein kummst, eh's helle wird!“ „Willst de denn hier bleiben, Feve?“ „Kümmer dich nicht um ungelegte Eier! Uebermorgen wirschtes wissen; gieh!“— Regenslos blieb sie sitzen. Hannes brummte verschiedenes vom„Satan“ und„sündigen Seelen“ und schritt um die linke Bergkante abwärts seines Weges— Als der Schall seiner Tritte verhallt war, stand langsam Genofeva von ihrer Bürde auf, sah forschend nach dem Voll— giebt! organs wendet sich die Essener Arbeiterzeitung vom 25. August. Sie 8 kann„es sich nicht denken, daß der Avanti die Kuebelungen in Ruß, 910 land, die inneren Schwierigkeiten in Frankreich, die Avbeiterbe⸗ 0 wegung in England, die Teuerung überall ignoriert“. 0 0 Leider irrt die Essener Arbeiterzeitung; von all solchen Dinge 10 ist tatsächlich nichts im Avanti zu lesen. Man darf ihm das aber 0 nicht zur Last legen: die Arbeiterzeitung vergißt, daß in Italien 5 eine Zensur ihres Aintes waltet, die von verbündeten Ländern il nur Günstiges zu berichten erlaubt. Dagegen haben wir öfters 0 darauf hingewiesen, daß der Avanti tatsächlich mit Nachrichten über 0 die deutsche Lage im allgemeinen und die Parteinachrichten im be⸗ ö sonderen überschwemmt wird, die die Kölnische Zeitung noch viel. zu harmlos schildert. Wir haben immer den offenkundigen Wi des Avanti anerkannt, objektiv zu berichten, ihn aber immer sell 1 als Opfer einer Berichterstattung angesehen, die sich allerdings f Un verantwortliche an Verhetzung gegen die deutsche g 5 und an schiefer Darstellung der Lage in Deutschland leistet. 1 einem Teil stammen die Nachrichten auch aus der Berner Tagwacht! 0 Uebrigens tut auch die Kölnische Zeitung dem Avanti mit dem 0 druck„Friedensmaske“ Unrecht. Zurzeit erklärt er sich nä 5 ganz offen gegen den Frieden, wie wir schon verschie; 0 dentlich berichteten. 1 0 b. e 0 dem Holzstoß um, der fast über ihrem Haupte hing, 1 1 durch die zähe Federkraft des Tannenbäumchens gehalten“ 1 Ein schriller Wind pfiff durch den ureinsamen Hochwald.— 1 „Er fällt nich! Satan, wenn de mein Geselle sein willst, laß in nich fallen, bis—“, sie schüttelte sich, dann lachte sie Plötzlich trat sie in den Weg gerade unterhalb der Lehne f 90 jauchzte laut:„Hurijehi!“ Das Echo warf den Schall ö heimlich zurück. Die Alte machte darauf einige seltsame B wegungen, als ziele sie, dann als werfe sie. Nach einig 0 Zeit nahm sie ihren Knüttel, ging an eine vorhin f. 0 e passierte Stelle, wo die Schlucht sich von der Grenze herauf“ 0 zog. Dort zog sie ein Messer aus der Tasche, bohrte mühevoll in die harte Erde ein Loch und steckte den Prügel hinein 90 Sofort zog sie ihn wieder heraus, eilte rasch zu ihrem. e warf es über die Schultern, und ein Geheul ausstoßend wie die Wölfin, welche den Fraß wittert, verschwand sie in dey 0 Waldesnacht.—— 5 0 Der Tag war angebrochen, Herr Steuerinspoktor Brand in Friedland schlürfte den Kaffee, rauchte seine Zigarre ung las lächelnd einen Brief seiner Braut Lina, der älteste 1 1 Tochter seines Chefs, des Steuerrats Hanstein zu Wilden“ 1 burg, welche ihn flehentlich bat, bei der bevorstehenden Ex vedition nicht zu kühn sein zu wollen. Brandt war ein Teufelskerl! Obwohl sechsundvierzig Jahre nahezu, sah noch aus, als wenn er so viel in den dreißigen zähle; er ha eine gute Struktur, wie der Anatom, oder— ein dickes F wie wir anderen Menschen sagen würden. Von Liebe bei dieser Heirat war seinerseits nicht wohl die Rede; ö platonische Dummheiten lagen längst hinter ihm. Aber di Partie war brillant in jeder Hinsicht; seiner Zuknaft schi ein grand fortune gewiß. mond und nickte wobloefällia leise, daun wendete ie sich nach! FCFortsetzung folgt.) 0 1 2 e 8 S EN 2 l 8. Aa Srl 188 1 1 — ö Hessen schaften, und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Ein Erfolg der sozialdemokratischen Frauen. Lebensmittelpreise von bisher nie gekannter Höhe und sehr niedrige Unterstützungssätze für die Kriegerfamilien haben diese, soweit sie den minderbemittelten Volksschichten angehören, in eine schlimme Notlage gebracht. Dabei steht der Winter vor der Tür, der den Familien erhöhte Aus— gaben für Heizung, Beleuchtung und Kleidung bringt. Die sozialdemokratische Partei, die, gemeinsam mit den Gewerk seit Kriegsbeginn unablässig bemüht ist, in der Lebensmittelfrage die Interessen der Konsumenten wahrzu— nehmen, die den Lebensmittelwucher aufs schärfste bekämpft und die Regierung zu wirksamen Maßnahmen gegen diesen zu drängen sucht, ist auch fortgesetzt tätig, um für die minder⸗ Hemittelten Kriegerfamilien eine erhöhte Fürsorge zu er— sangen. In den kommunalen Körperschaften, in den Landtagen und im Reichstage hat sie ihre Stimme für die Hilfs- bedürftigen erhoben und die Kritik an den Unzulänglichkeiten ausklingen lassen in praktischen Vorschlägen zur Behebung des Notstandes. Aus eigener Erfahrung könnten die sozialdemokratischen Frauen, die meistens selbst auf das schmerzlichste den Druck der Verhältnisse empfinden und zudem täglich Zeuge sind, wie andere, noch ungünstiger gestellte Familien schwer leiden, reichliches Material beibringen, welches die Dringlichkeit schneller, umfassender Hilfe dartut. Ihre politische Recht⸗ losigkeit hindert die Genossinnen jedoch, im Parlament in diesem Sinne zu wirken; sie müssen sich damit begnügen, den sozialdemokratischen Abgeordneten ihr Material zu übermitteln und durch Petitionen die Aktionen der Fraktion zu unterstützen. 0 Das ist auch jetzt wieder geschehen bei der letzten Tagung des Reichstags. Genossin Luise Zietz hat im Namen der sozialdemokratischen Frauen folgende N Petition betr. Kriegsunterstützung dem Reichstag eingereicht: 5„Weite Schichten der minderbemittelten Kriegerfamilien sind in großer Not. Die Staatsunterstützungen sind niedrig; Tausende von Gemeinden zahlen keine Zuschüsse, Tausende sehr geringe, ver⸗ Hältnismäßig wenige hundert und mehr Prozent. Uns gehen von Kriegerfrauen fortgesetzt bittere Klagen zu über ihre Notlage, insbesondere von dort, wo die Gemeindezuschüsse ganz fehlen oder sehr niedrige Sätze aufweifen. Die sozjialdemokratischen Frauen, die in der Kriegshilfe tätig sind, berichten in gleichem Sinne. Nach einer von der Generalkommission der Gewerkschaften neranstalteten Umfrage gaben von 3740 Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern über 2000 überhaupt keine Unterstützungen an Kriegerfrauen und ihre Familien. In einer großen Anzahl Ge⸗ meinden. die Unterstützung in irgendeiner Form zahlten, waren diese äußerst gering. Dabei sind die Lebensmittelpreise fortgesetzt gestiegen und gegenwärtig so hoch, daß mit den geringen Einnahmen keine nur einigermaßen hinreichende Ernährung möglich ist. In weitem Maße sind die Kriegerfrauen bemüht, Erwerbs⸗ arbeit zu erlangen, um durch eigenen Verdienst eine bessere Er⸗ nährung der Familie zu ermöglichen. Nun sind aber manche Ar⸗ beiterfrauen arbeitsunfähig, andere können wegen der großen Kinderzahl der Erwerbsarbeit nicht nachgehen, wenn sie ihre „Kinder nicht ohne Aufsicht lassen und damit schweren körperlichen und moralischen Gefahren aussetzen wollen, deun in den meisten Gemeinden fehlt es an Säuglingsheimen, Kindergärten und Kinderhorten, in denen die Kinder beaufsichtigt und gepflegt wer⸗ den könnten oder diese stehen nicht unentgeltlich zur Verfügung und Geldausgaben dafür können bei den beschränkten Mitteln nicht gemacht werden. In diesen Fällen kann höchstens Heimarbeit übernommen werden, die meistens sehr niedrig entlohnt wird, aber auch nicht immer zu haben ist, namentlich nicht in ländlichen Orten. Dazu kommt, daß infolge des Mangels an Rohmaterialien, insbesondere in der Tertilindustrie, Arbeitsmangel herrscht. In anderen zahlreichen Fällen, namentlich in Sachsen, Ost⸗ und Westpreußen, ist den Kriegerfrauen, die Erwerbsarbeit ge⸗ funden haben, von den Behörden sogar die Staatsunterstützung entzogen, mit der Begründung, es liege keine Bedürftigkeit vor. Auf eingelegte Beschwerde ist in den einzelnen Fällen Abhilfe ge⸗ schaffen worden, aber diese Handhabung seitens der Behörden be⸗ steht leider vielfach noch weiter. 5 Die Folge dieser weitverbreiteten Notlage der Kriegerfamilien ist Unterernährung, schließlich gesundheitliche Schädigung und eine steigende Verbitterung über ihr trauriges Los. Sicherlich fühlen sich auch die Soldaten stark bedrückt, wenn sie hören, daß ihre Lieben Not leiden, während sie im Kriege ihr Leben einsetzen. Die sozialdemokrafischen Frauen bitten deshalb den Reichs⸗ tag, daß er eintritt für die sofortige Erhöhung der staatlichen Unterstützungssätze au die Kriegerfamilien, und daß ex die Ge⸗ meinden verpflichtet, zu diesen Unterstützungen Zuschüsse zu leisten, deren Erstattung bei finanzschwachen Gemeinden das Reich übernimmt. Die sozialdemokratischen Frauen erwarten, daß das Hohe Haus im Interesse der Kriegerfamilien, die ohnehin auf das schwerste unter dem Kriege leiden, ihre Bitte erfüllen wird.“ Im Reichstag wurde Berücksichtigung der erhobenen Wünsche zugesagt. Die Regierung hat jetzt, wie die Presse bereits meldete, Erhöhungen von 20 bis 25 Prozent in Aus- sicht gestellt. In diesem Sinne zu wirken war den Genossinnen leb haftes Bedürfnis und damit einiges zu diesem Erfolg bei⸗ getragen zu haben, wird allen eine große Freude sein. Hoffentlich werden nunmehr die Gemeinden dem Bei⸗ spiele des Reiches folgen, insbesondere dort, wo bisher noch jede Beihilfe fehlte oder diese äußerst gering war. — Neue Brotmarken. Morgen gelangen die Brotmarken für die nächsten zwei Wochen an den bekannten Stellen vor⸗ 5 7 von 8—12 und nachmittags von 2—6 Uhr zur Aus— gabe. — Zwei Leseholztage in der Woche. Nach einer Bekannt⸗ machung des Oberbürgermeisters darf jetzt jeden Mittwoch und Freitag Leseholz im Walde geholt werden, während dies bisher nur Mittwochs gestattet war. Vor einiger Zeit hatte Landtagsabgeordneter Raab im Landtage angeregt, an mehreren Tagen in der Woche die Staats- und Gemeinde⸗ wälder für Holzsammeln freizugeben. — Städtische Lebensmittelversorgung. burg werden von der Stadt gute, frische zwei Pfennige billiger, als der Marktpreis Die Eier werden aus Ungarn bezogen. In Magde⸗ Eier das Stück beträgt, verkauft. — Wahlverein Gießen. Wir werden ersucht, an dieser Stelle auf die am nächsten Montag stattfindende regel⸗ mäßige Mitgliederversammlung aufmerksam zu machen. Die Parteigenossen wollen sich zahlreich zu dieser Versammlung einfinden. — Krawall auf dem Wochenmarkte. In unserer Nachbar— stadt Marburg kam es am Dienstag auf dem Wochen⸗ markte zu Spektakel. Wie es bereits am Samstag geschehen war, weigerten sich die Hausfrauen, mehr als 1,50 Mark für das Pfund Butter zu bezahlen, wogegen die Verkäufer 2 Mk. verlangten und ein Teil derselben sich anschickte, den Markt zu verlassen. Dabei kam es zu lebhaften Auseinander⸗ setzungen; von den Bauern sollen einige gesagt haben, daß sie die Butter lieber den Russen als den Städtern zu fressen geben wollten. Das gab natürlich desto mehr Erbitterung auf der anderen Seite und ehe man sichs versah, kollerten die Butterkörbe auf dem Markte herum. Die Polizei mußte einschreiten.— Angesichts der grenzenlosen Preistreiberei sind derartige Vorkommnisse ja sehr erklärlich. Nützen wer— den sie aber nichts; besser wäre schon, wenn Regierung und Behörden dafür sorgen würden, daß nicht Wucherpreise für notwendige Lebensmittel gefordert werden. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Landsturmmann Hermann Vogel, Straßenbahnwagen⸗ führer aus Gießen, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116.— Musketier Heinrich Schäfer aus Wetzlar-Niedergirmes, Inf.⸗Reg. 166.— Ge⸗ freiter Hermann Muskat aus Mandeln, Kreis Wetzlar, Landsturm⸗Pionier⸗Komp. 2.— Leutnant Ernst Rückels⸗ hausen, Forstassessor in Ehrengshausen bei Alsfeld, Inf.⸗ Reg. 99. — Haussranen⸗Verein. Wir werden um Aufnahme des Jol⸗ genden ersucht: Gießener Hausfrauen haben sich ent⸗ schlossen, der Lebensmittelteuerung entgegenzutreten, wie dies Hausfrauen anderer Städte bereits mit Erfolg gelungen ist.(Mar⸗ burg, Eisenach, Heilbronn usw.) In einer Vorbesprechung, an der eine größere Anzahl Hausfrauen teilnahm, wurde der Entschluß gefaßt, einen Verein zu gründen und zu diesem Zweck eine Ver⸗ sammlung der Gießener Hausfrauen einzuberufen. In dieser Versammlung sollen die Zwecke und Ziele des Vereins von sach⸗ kundiger Seite dargelegt werden. Frau v. d. Groeben aus Eisenach, die Vorsitzende des dortigen Hausfrauen⸗Vereins, hat es über⸗ nommen, über Mittel und Wege zu berichten, die der Eisenacher Hausfrauen⸗Verein erfolgreich anwandte, um der immer uner⸗ träglicher werdenden Steigerung der Preise für alle Lebensmittel zu begegnen. Der Vortrag wird am Dienstag, den 21. d. Mts., abends 8 ½ Uhr, in der großen Aula stattfinden. Bei der Be⸗ deutung der Sache für jeden Hausstand, sollte jede Hausfrau es ermöglichen, in die Versammlung zu kommen und dem zu gründen⸗ den Verein beitreten, um geschlossen gegen die Lebensmittel- steigerung Front zu machen. Um jeder Frau den Beitritt in den Verein zu ermöglichen, wird der jährliche Mitgliedsbeitrag nur 50 Pfg. bis 1 Mark betragen. —:.]-p, 7˖7¼‚16 k.... 76 Reignet die dritkeKriegsanleihe! — Burgfriedliches. Die Stadt Nordha usen hat, wie viele andere Städte, Fleischdauerware gekauft. Offenbar nur ungern, denn nach der Aufhebung der Regierungsverordnung schränkte sie den Einkauf, der sich der Einwohnerzahl entsprechend auf 382 000 Mark hätte beziffern müssen, sosort auf 72 000 Mark ein. Daß mit diesem geringen Vorrat bei dem großen Mangel an Fleischwaren nicht viel geholfen ist, liegt auf der Hand. Der Magistrat verkauft trotzdem die in städtischem Vorrat sich befindlichen Schinken und Knackwürste an das Rote Kreuz, vor allem aber auch an reiche Ein⸗ wohner. Als diese Tatsache bekannt wurde, entstand natürlich unter den Minderbemittelten, filr die die Fleischwaren nach Beschluß der Stadtverordneten bestimmt sein sollten, lebhafte Unruhe. Die Nord⸗ häuser Volkszeitung wies in einer vein fachlichen Notiz auf die um⸗ gehenden Gerüchte hin. Der Oberbürgermeister bestätigte dann ihren Inhalt auch. Aber in dieser„großen Zeit“ brachte es die liberale Stadtverwaltung doch fertig, der Volkszeitung mitzuteilen, daß als Folge ihrer Notiz die Stadtverwaltung jede Verbindung mit ihr aufhebe. Besonderen Nachdruck legte das Schreiben der Stadt⸗ verwaltung auf die Ankündigung, daß die seit der ersten Zeit der Kriegsbegeisterung der Volkszeitung zur Veröffentlichung über⸗ wiesenen amtlichen Bekanntmachungen wieder weg⸗ fallen werden. Der Burgfriede, der gleiche Behandlung aller ohne Unterschied der Parteien bedingt, hört also sosort auf, wenn sich die liberale Stadtverwaltung durch die Wahrnehmung der In⸗ teressen der ärmeren Schichten bedrückt fühlt. Auch an den Kampf⸗ mitteln hat der Krieg nichts geändert: Wer nicht pariert, dem wird der Brotkorb höher gehängt. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. d. Alsfeld. Maßnahmen gegen die Lebens mittel⸗ teuerung verlangte eine Eingabe, die mehrere Einwohner an den Stadtvorstand gerichtet haben und die in der Sitzung am Dienstag zur Verlesung kam. Es heißt darin, daß die Preise der meisten Lebensmittel auch in Alsfeld eine Höhe erreicht hätten, die von der gering bemittelten Bevölkerung, besonders aber von Fa⸗ milien, deren Ernährer im Felde stehen und die auf die Reichsbei⸗ hilfen angewiesen seien, nicht bezahlt werden könnten, es liege im Interesse der Sicherung der Volksernährung, geeignete Maß⸗ nahmen zu ergreifen, die die Herbeiführung normaler Preise für die notwendigsten Lebensmittel gewährleisten. Der Stadtvor⸗ stand steht der Eingabe sympathisch gegenüber und beschloß, beim Kreisamt Antrag auf Festsetzung von Höchstpreisen zu stellen. Westerwald und Unterlahn. Die neue Bahnstrecke Weidenau⸗Siegen⸗Dillenburg, welche am 1. Oktober eröffnet werden sollte, wird bis dahin nicht fertig. Sie soll erst am 1. November— und zwar nur bis Haiger— für den Güterverkehr in Betrieb genommen werden. Der völlige Ausbau der Bahn bis Dillenburg wird noch längere Zeit be⸗ anspruchen. Von Nah und Fern. Herr Profiitlich. Wegen Steuerhinterziehung verurteilte die Bonner Ferienstrafkammer den Stadtverordneten und früheren Bei⸗ geordneten der Stadt Honnef, Metzgermeister Profittlich, zu 5220 Mark Geldstrafe, das ist der zehnfache Betrag der in den Jahren 1909, 1911 und 1912 hinterzogenen Steuer. Der Angeklagte hatte seit 1895 das steuerpflichtige Einkommen aus seinem Metzgerei betriebe, das bis zu 15000 Mark betrug, weit geringer bis auf 2000 Mark herab angegeben. Die vor 1909 liegenden Hinterziehungen waren verjährt. Das Gericht erkannte auf die gesetzliche Höchststvafe mit Rücksicht auf die vieljährige Dauer der Hinterziehungen und auf die Vertrauensstellungen des Beschuldigten in der Stadt Honnef. Ein verzweifelter Vater. Der Silberarbeiter Schultz am Engelufer in Berlin hatte einen 22 Jahre alten Sohn, der bei Aus⸗ bruch des Krieges schon ein Jahr aktiv bei der Infanterie diente. Dieser wurde seit dem 5. Oktober nach einem Sturmangriff im Westen vermißt. Die Familse hörte seitdem nichts mehr von ihm, bis sie jetzt vom Standesamt seine Todesurkunde zugestellt erhielt. f ist der junge Krieger am 7. Juli in einem franzölischen Sag zn ber ae aft gestorben. Als der Wale wende von 7 der Arbeit kam und die Trauenkunde vernahm, lief er mit den Worten:„Für was lebt man benn noch!“ von der Küche, in der sich die ganze Familie besand, nach der Stube, sprang aus dem Fenfter auf die Straße hinaus und starb auf der Stelle an einem Schadel⸗ bruch. Der Arzt konnte nur noch seinen Tod seststellen. Vom eigenen Hunde zerfleischt. Der Wächter Weber von der Wach⸗ und Schließgesellschaft in, Kaßffel wurde am Mittwoch früh, bei einem Rundgange plötzlich von seinem Hunde angefallen und fürchterlich gebissen. Der Wächter zog schließlich den Säbel und stach das Tier durch den Hals, es da⸗ durch auf den Erdboden anspießend. Mit dem Säbel im Halse riß sich der Hund wieder los und durchbiß dem Wächter den Unterarm⸗ knochen. Endlich gelang es den Schwerverletzten, das wütende Tier durch ein paar Revolverschüsse zu töten. Weber wurde ins Kranken⸗ haus gebracht, wo er bedenklich darniederliegt. Man befürchtet, daß der Hund von Tollwut befallen worden ist. Telegramm. Lageleriht dies hrosen Humptritng Die Kämpfe an der Düna und um Wilna. Pinsk in deutschen Händen. Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 5 Oestlicher Kriegsschauplaz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.„ Auf dem linken Ufer der D ünsa dringen unsere Trup⸗ pen unter erfolgreichen Kämpfen in Richtung auf Jakob stadt weiter vor. Bei Liewennof wurden die Russen auf das Ostufer zurückgeworfen. 5 Nördlich und nordöstlich von Wi Ina ist unser Angriff im Vorschreiten. Dem Vordringen nordöstlich von Grod us setzt der Feind noch zähen Widerstand entgegen.* Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls v. Mackensen. 15 Halbwegs Jan owa—Pinsk versuchten die Russen erneut unsere Verfolgung zum Stehen zu bringen. Die feindlichen Stellungen wurden durchbrochen, 6 Offiziere 2 * 746 Mann gefangen genommen, 3 Maschinengewehre er⸗ beutet. Das Gelände zwischen Pripjet und Jasiolda und die Stadt Pinsk sind in deutschem Besitz. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Wie an den vorhergehenden Tagen scheiterten russische Angriffe vor den deutschen Linien. Oberste Heeresleitung. * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht 2* Scheitern der russischen Angriffe in Ostgalizien und Wolhynien. Wien, 16. Sept.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, September 1915: 5 Rufsischer Kriegsschauplaß. Alle Versuche der Russen, unsere ostgalizische Front ins Wanken zu bringen, bleiben ersolglos. Gestern führte der Feind unter großem Aufwand von Artilleriemunition seine Hauptangrisfe gegen unsere Front an der mittleren Strypa. Er wurde überall geworsen, wobei unsere Truppen durch Flantierungsangrifse auf den Brückenkopf von Buezaez und auf den Raum südlich von Zalocze mitwirkten. Bei der Erstür mung des 20 Kilometer füdlich von Zaloeze liegenden Dorfes Zebrow wurden dem Feind elf Offiziere und 1900 Mann als Gefangene abgenommen und drei Maschinengewehre erbeutet. Auch in Wol⸗ hunien haben unsere Streitkräfte zahlreiche Angriffe abgeschlagen. Bei Nowo⸗Aleksiniee wurden die Russen unter erbitterte Hand⸗ gemenge aus den Schützengräben des Infanterie⸗Regiments Nr. 85 vertrieben. Bei Nowo⸗Poczajew war es dem Feinde vor⸗ gestern gelungen, an einzelnen Punkten auf das westliche e vorzubrechen. Gestern wurde er überall auf das Ostufer zu⸗ rückge worfen, wobei er unter dem flankierenden Jener un⸗ serer Artillerie große Verluste erlitt. Neben dem Infanterie⸗ Regiment Nr. 32 und dem Jäger⸗Feldbataillon Nr. 29 gebührt dem Linzer Landsturm⸗Regiment Nr. 2 ein Hauptverdienst an diesem Erfolge.. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 5 Versuche der Italiener, unsere Stellungen auf dem Maute Piano zu umgehen, wurden vereitelt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. * 1 Pinsk. Die Kreisstadt Pins k, die unter ihren 36 000 Einwohnern freilich wie alle Städte des Ansiedlungsbezirkes sehr viele Juden zählt, ist doch in der Hauptsache von Weißrussen bewohnt. Dieses Volk, das in den vermutlichen Ursitzen der Slawen wohnk/ zählt ungefähr 6 Millionen Soelen; es ist wohl der Sprache nach, die aber über die Bedeutung eines Dialektes nicht hinausgekommen ist, von den Großrussen verschieden, hat auch in seiner hellen, aus gebleichter Leinwand bestehenden Tracht ein Kennzeichen, das ihm vermutlich den Namen gegeben hat, es gehört aber in weit engerem Sinne zu den Russen, als dies etwa bei den Ukrainern der Fall ist⸗ Einen eigenen Staat haben die Weißrussen nie gebildet, auch eigene Literatur besitzen sie nicht. Wir sind daher durchaus berechtigt, sie als volle Russen anzusprechen. Die deutsche Offensive hat somit die zufsischen Grenzmarken, die von„Fremdvölkischen⸗ bewohnt waren, siegreich durchschritten und echt rufsisches Land besetzt. Pinsk Liegt 159 Werst(zu 1087 Meter) östlich von Brest⸗Litowsk am Pripet; es hat im Sommer Flußdampferverbindung mit Kiew. Vor genau drei Wochen ist Brest⸗Litowsk gefallen; die Schnelligkeit des deutschen Vormarsches auf dieser wichtigen Linie mag danach berechnet werden. Die Lage in Livland. Laut Nowoje Wremja verbot der Chef des Armeestabes in Riga jeden telegraphischen, telephonischen und P 0 st vera kehr in deutscher Sprache sowie das Erscheinen allen deutschen periodischen Druckschriften. Die Zensur soll alle deutschen Briefe vernichten.— Die Rigaer Be- hörden erhielten vom General Danklow die Mitteilung, daß die Anordnung, wonach die Kupferdächer der Domkirche und, der Jakobskirche abgenommen werden sollen, rückgängig ge- macht wird. Den beiden neugebildeten lettischen 16. Bataillonen fehlt das Offiziers- und Aergztepersc nal., e u 0 — n Kiew, Dunadurg und Riga. 5 Moskauer Blättern zufolge besteht die Möglichkeit, Kiew aufzu⸗ geben. Die Eisenbahnbeamten wurden bereits aus der Stadt aus⸗ gewiesen. Es besteht aber nicht die Absicht, Privatpersonen oder Eigentum zu entfernen. Die Zeitungen erscheinen wegen Papier⸗ mangels nur noch in Je⸗Format und bringen nur offizielle Berichte. In den Schulen wurde der Unterricht geschlossen. Die Räumung Dünaburgs ist beendet. In der Stadt ist alles Leben erstorben. Die Zahl der dortigen Flüchtlinge beläuft sich auf 360 000, 5 In Riga ruht das Leben auf der Straße völlig. Allgemein wird deut sch gesprochen. Die letzte deutsche Zeitung, die Rigaische Zeitung, wurde von der Militärbehörde verboten. Gegen den Grafen Reutern⸗Noloken, dem Adels⸗Marschall von Kurland, wurde wegen provokatorischen deutschsprechens ein Strafverfahren einge⸗ leitet. Die Sparkasse wird vom Publikum belagert. Beschießung Ypernus. Die Times berichten aus dem englischen Hauptquartier: Am Sonntag wurde Ypern sehr schwer beschossen. 300 Granaten fielen in die Stadt. Am Montag war das Bombardement schwächer, aber ein Geschoß kam aus einem 42 Zentimeter⸗Mörser. Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 16. Sept.(W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: An der Dardanellenfront ist die Lage un⸗ verändert. Bei Anaforta gelang es unseren Truppen in der Nacht zum 14. September, feindliche Kräfte durch kühne Ueberfälle zu beunruhigen, zu zerstreuen und zur Flucht zu zwingen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr brachten wir am linken Flügel eine Gegenmine zur Explosion, die eine feindliche Mine zer⸗ störte. Am rechten Flügel verhinderten wir durch Bomben⸗ würfe die feindlichen Truppen, Schützengräben im Zickzack anzulegen, und brachten ihnen Verluste bei. An diesem Flügel brachte unsere Artillerie zwei feindliche Batterien zum Schweigen. Unsere Batterien an den Meerengen nahmen um 13. September feindliche Truppen in der Umgebung von Kap Helle unter wirksames Feuer, ebenso die Landungsstelle von Tekke Burnu, den Abschnitt von Sedd⸗ül⸗Bahr und die feindlichen Batterien von Hissarlik, die auf unsere Infanterie schossen. Wir erzielten durch unsere Beschießung ein gutes Ergebnis bei den feindlichen Truppen. Die feindliche Batterie von Hissarlik wurde zum Schweigen gebracht. Am 14. September zersprengten dieselben Batterien eine feind⸗ 205 Artilleriestellung bei der Landungsstelle von Seddeül⸗ ahr. An den anderen Fronten nichts Bedeutendes. Keine italienischen Truppensendungen. Konstantinopel, 15. Sept. Die verschiedenen Nachrichten, daß die Italiener sich auf Rhodos konzentrieren oder in Adalia und Mersina landeten, sind durchaus falsch. Bis⸗ her sind keine Truppen aus Italien nach der Levante abge⸗ gangen. In Fühlung mit ihrem Mutterlande befindliche italienische Kreise Konstantinopels bezweifeln stark die Ent⸗ sendung italienischer Expeditionskorps nach dem Orient. Sie dersprechen sich viel von den mündlichen Aufklärungen, die der bisherige Botschafter Marchese Garroni dem König von Italien gab. Garroni war unumwundener Gegner der Teilnahme Italiens am Dardanellenfeldzuge. Ein englischer Dampfer im Schwarzen Meer torpediert. 1 Petersburg, 16. Sept.(W. B.) Meldung der Petersburger Telegraphen⸗Agentur. Auf der Höhe von Odessa, zehn Meilen von der Küste, hat der englische, mit einer Ladung nach Nikolajew be⸗ stimmte Dampfer„Patagonia“ Havarie erlitten. Man nimmt an, daß sie durch ein deutsches Unterfeeboot verursacht worden ist. Der russische Regierungsdampfer„Maria“, der voransuhr, wurde gleich⸗ falls von dem Unterseeboot angegriffen, entging aber der Gefahr. Die Stimmung in Sosia. Sofia, 15. Sept. Das Abkommen mit der Türkei, die ausweichende oder, richtiger gesagt, ablehnende Haltung Serbiens auf die Schritte der Entente, die Einberufung der mazedonischen freiwilligen Landwehr und aller in Mazedonien geborenen Bulgaren zu Uebungen, Serbiens eifrig betriebene Befestigungsarbeiten und Truppenansammlungen an der bulgarischen Grenze, die rätselhafte, ungewisse Haltung Rumäniens, Veniselos' Erklärungen in der Presse, Griechen— land werde fest zu Serbien halten, das energische Vorgehen der bulgarischen Regierung gegen die verwirrende Agitation der Presse und Straße— all' dies verleiht der Stimmung in Sofia und ganz Bulgarien eine schwer zu beschreibende und besondere Note. Es herrscht nicht gerade Aufregung, doch hat sich aller Kreise eine lebhafte Bewegung bemächtigt, die an die Septembertage 1912, vor der Mobilisierung, er⸗ innert. Alle Gespräche drehen sich um die Möglichkeiten der bulgarischen Politik. Die Geschäfte sind voll von Käufern, die sich mit Gamaschen, Soldatenstiefeln, Strümpfen, Pelz⸗ jacken, Flanellwaren, Feldbestecken usw. versehen. Vom Kom— men des Krieges spricht man als einer sicheren Sache, wie von dem Eintritt des Winters. Inzwischen ist das Diplo— matenspiel noch nicht beendet. Man erwartet neue Schritte der Entente. Serbien verzichtet nicht auf direkte Unterhandlungen mit Bulgarien, was jedoch dieses immer ab— lehnt. Die Frage der Besetzung des von der Türkei abge— kretenen Gebiets wird lebhaft erörtert, und man ersdartet hier— über eine amtliche Erklärung.(Frankf. Ztg.) Vertagung der Reichsduma. Petersburg, 16. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Ein kaiserlicher Er— laß ordnet die Vertagung der Duma an. Gemaß dem kaiser⸗ lichen Erlaß vom 11.(24.) Januar 1915 nimmt die Duma wegen der außergewöhnlichen Umstände spätestens im No⸗ vember die Sitzungen wieder auf. Robert Cecil über den Frieden. Auf die Frage, ob Friedensverhandlungen im Gange seien, erklärte der Unterstaatssekretär Lord Robert Cecil, wie Reuter meldet, im Unterhause: Ich bin nicht imstande mitzu⸗ teilen, welche Besprochungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten stattgefunden haben. Uns ist darüber nichts mitgeteilt worden. Direkte Friedensvorschläge sind uns von Deutschland nicht zugegangen und ich kann mir nicht vorstellen, daß Deutschland Friedensvorschläge machen wird. Wir können uns auch auf keine Friedensvorschläge einlassen, es müßte denn sein, daß diese in Uebereinstimmung mit den Verpflichtungen geschehen, die wir mit den Verbündeten ein⸗ gegangen sind. Vereinskalender. Montag, 20. September: Wahlverein. Abends 9 Uhr: Mitglieder⸗Ver⸗ Gießen. sammlung. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 5 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse Gießen für Rechnungsjahr 1913 liegt vom 20. September 1915 ab eine Woche lang zur Einsicht der Beteiligten auf dem Städtischen Armenamt, Asterweg 9, offen. Gießen, den 15. September 1915. Der Oberbürgermeister: (Armenverwaltung.) Keller. Bekanntmachung. Leseholzuutzung in den Staats⸗ und Gemeindewaldungen. Nach dem sich das Bedürfnis für die Erweiterung der Lesehy erg auf wöchentlich zwei Tage ergeben hat, ist von G h rste Gießen angeordnet worden, daß bis auf weiter⸗ 5 Freitag jeder Woche Leseholztage sind. Gießen, den 10. September 1915. Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald. a Obstversteigerung der Stadt Gieße Gießen zur öffentlichen Versteigerung. Das Ausgebot erfolgt an Ort und Stelle baumweise. 5 Vormittags 8½ Uhr beginnend w den Bäumen 3 1 am Leihgesternerweg geschätzt auf 20 Zentner Aepfel aus der früheren Aktienbrauerei geschätzt auf 5 Zentner A am Wiesecker Weg geschätzt auf 15 Zentner Birnen im Lärchenwäldchen geschätzt auf 2 Zentner Aepfel und Birnen auf dem Lutherweg geschätzt auf 3 Zentner Aepfel am Steinbacher Weg geschätzt auf 9 Zentner. Aepfel und Birnen am Anneröder Weg geschätzt auf 23 Zentner Aepfel an der Licher Straße geschätzt auf 72 Zentner Aepfel. Die Jusammenkunft ist auf dem Leihgesterner Weg an der früheren Aktienbrauerei. Das Obst von einigen Bäumen am Krof⸗ dorfer Weg und am Hardtweg und die Nußernte von einigen Bäumen auf dem Hardtberg kommt an der Aktienbrauerei mit zum Ausgebot. Am Schluß der Versteigerung werden die Kastanien von den Bäumen an der Kaiser⸗Allee und an der Licherstraße ausgeboten. Nachmittags 2 Uhr beginnend wird die Ernte vom städtischen Obst⸗ baumstück an der Licherstraße bei der Kaserne, bestehend aus feinem Tafel⸗ und Wirtschaftsobst, geschätzt auf 300 Zentner Aepfel und 36 Zentner Tafelbirnen versteigert. Obsthändler sind vom Mitbieten ausgeschlossen. Gießen, den 13. September 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. Verstorbene. Frau Helene Kbös Wwe., geb. Weil, in Gießen, 81 Jahre alt.— Ludwig Schäfer im Albach, 69 Jahre alt.— Heinrich Tröller, Lehrer in Niedenretz, Kr. Wetzlar.— Frau Christine Decher in Alsfeld. Gießener Hausfrauen! Einladung zu einer Versammlung am Dienstag, den 21. d. Mts., abends 3½ Uhr, in der großen Aula. Vortrag von Frau v. d. Groeben aus Eisenach, Vorsitzende des dortigen Hausfrauenvereins, über: Ungerechtfertigte Lebensmittelteuerung. Diskussion. Anschließend: Gründung eines Gießener Jährlicher Mitgliedsbeitrag 50 Pfg. Gießener Hausfrauen kommt alle! Eintritt frei! Sonntagsstiefel Halbschuhe Arbeitsschuhe für Damen und Herren Knabenstiefel in Rindledez Kinderstiefel Sandalen Turnschuhe Schuhhaus W. Herbert Hausfrauen ⸗ Vereins. bis 1 Mk. Allgemeiner Deutscher Frauenverein.(Ortsgruppe Gießen). Bekanntmachung. Von den in diesem Jahre der Stadt zur Verfügung stehenden Fichtendeckreiser können eine beschräukte Anzahl Wellen auf Wer solche zu beziehen wünscht, wolle dies alsbald spätestens aber bis zum 1. Oktober ds. Js. auf dem Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 15 anzeigen. Private abgegeben werden. Der Preis für die Welle beträgt 30 Pfennig und ist bei der Be⸗ stellung zu entrichten. Weniger als 5 Wellen werden nicht abgegeben. Gießen, den 14. September 1915. Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald. shrende Reik nac die U D Nur 14 Tage am Platze! 2 Im Hofe und in der Kegelbahn des „Solmser Hofes“, Bahnhofstraße 31 von Samstag, den 11 bis Freitag den 24. Septbr. von morgens 8 bis abends 8 Uhr Riesen⸗Massen⸗Verkäufe Samstag oder Montag treffen wieder zwei Waggonladungen Zink⸗ und Emaille⸗Waren ein. Der Verkauf dauert nur noch unwider⸗ ruflich bis Freitag, den 24. September, abends 8 Uhr. Hochachtend! Frau Carl Dorp aus Elberfeld. N GEORG A. gaSHATZ! r Die Lieferung ersolgt frei vor das Haus.] Marktplatz 2 Reform⸗ Waschpulver kostet 1 Pfund nur 25 Pfg. Neformhaus Kreuzplatz 5. gwelser von Sonnen- und Regenschirmen gut und billig cri Giessen. Seltersweg 52 eee Uescläfte be A ee 1 rug lan Jon. Fischer Telephon 1 Alicestraße 28/0 Blerbrauerei Telephon 72 b mit eigener Mälzerel Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Georg UGuht G. m. b. H. Wenlar. derlach& Euler vormals J. Luy Wetzlar Lobt. Madechmit L. Haezen Metalar. N r. 1 818 Lzan Haber w seangenghg Fleischereien Kohlen, Koks und Briketts. NRofenfaswaren Heinrich Möser, Gießen Welzen- u. 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