Oberhessi Organ für die Interessen des werktätigen Volkes 15 5 9 1 der Provin 8 1 en und der Nachbargebiete. 85 int jeden Werktag Abend i i sten di spalt. Kolonelgei 5 Pfg. N* Die Oberhessische Volkszeitung erscheint. ag Abend in Redaktion und Expedition Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. . Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pig monatlich Gießen, Bahnbofftraße 23, Ecke Löwengasse. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr b 80 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl.1 80 Mk. Telephon 2008. für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. * — N U 7 80 N 6 ffür das Mittelmeer und ganz 14 macht, die englische Herrschaft vom Süden her aufzurollen, zuletzt 6 setzte nur das S tnmarktes, Deutschen und Oesterreichern erlaubt und und erft nachher kommt die Bundesbrüderschaft. * Nr. 217 Gießen, Donnerstag, den 16. September 1915 10. Jahrgang Englische Profitpolitik. Aegypten. Es sind jetzt genau 33 Jahre her, seitdem englische Truppen in Aegypten einmarschierten. Wie man weiß, sind sie nicht mehr herausgegangen.„Hier bin ich, hier bleib ich“ ist ja ein alter Grundsatz der englischen wie aller expansiven Politik. Damals wor 33 Jahren kam England— wie es anderswohin als„Befreier“ ging— als Gendarm nach Aegypten. Den Aufstand des Arabi Pascha galt es niederzuschlagen, um Englands Herrschaft über die wichtigsten Etappen auf dem Wege nach Indien zu sichern. Man nannte das„die Autorität des Khedive wiederherstellen“, während es sich darum handelte, die Handelswege des britischen Kapitals 0 sicherzustellen und eines der ertragsreichsten Baumwolländer zu gewinnen. Da beides durch dauernde Festsetzung in Aegypten garantiert wurde, blieb man eben da und richtete sich unter der schweigenden Zustimmung der europäischen Mächte, die 1840 die Selbständigkeit Aegyptens unter türkischer Oberherrschaft im Londoner Vertrage festgelegt hatten, häuslich ein. Frankreich allein, dessen Heros Napoleon sehr wohl die Bedeutung Aegyptens Asien erkannt hatte, hörte nicht auf, gegen die Anglisierung Aegyptens zu protestieren; das französische Kapital hätte gar zu gern das Kolonialreich der Republik um das alte Pharaonenreich vergrößert. Es hat auch genug Versuche ge— durch die Expedition des Majors Marchand nach Faschoda. Aber das mißlang, da die damalige enropäische Konstellation Frankreich den Krieg mit Großbritannien nicht geraten erscheinen ließ; zudem dar ja die Republik seit den Tagen Boulangers nicht mehr kriege— risch. So machte schließlich auch Frankreich seinen Frieden mit, England und erhielt zum Ausgleich Marokko, als die Gelegenheit günstig war, auch dort die sorgfältig vorbereiteten inneren Wirren durch Einführung der europäischen Ordnung zu beendigen. So wurde Englands Herrschaft über Aegypten sozusagen zum nechtmäßigen Bestandteil der imperialistischen Weltverteilung und die Einführung des englischen Protektorats unter gleichzeitiger Ersetzung des angestammten Landesherrn durch eine britische Puppe iegel unter eine längst bestehende Tatsache. Der englische Kapitalismus hat für die materielle Kultur des Landes das ihm nötig Erscheinende geleistet; der Baumwollbau ward mächtig entwickelt, durch die großartigen Strombauten am Nil der aus grauer Vorzeit überkommene Wechsel der magern und ssetten Jahre je nach den Ueberschwemmungen des Stromes ersetzt durch planmäßig geordnete Bewässerung. Um die geistige Kultur der fellachschen Bewohner, um ihre Befreiung aus altseudaler Fron und um die Hebung ihres Lebensstandes scheint man sich weit weniger bekümmert zu haben. Auch dieses alte, aber von den ge⸗ waltigsten Stürmen der Weltgeschichte verschüttete Kulturland wurde zur Plantage des englischen Großkapitals. Jetzt erinnern die Genfer Jung⸗Aegypter an die alten Ver⸗ kräge; sie meinen, das England, das die internationale Garantie der belgischen Neutralität und Unabhängigkeit so hoch stelle, dürfe dieser Politik nicht in Aegypten ins Gesicht sschlagen. Aber— wie der österreichische Spekulant Ofenheim einst sagte: mit Sittensprüchlein baut man keine Eisenbahnen. Und mit Moral hat die großkapitalistische Eroberungspolitik nichts zu un. Die Losung heißt: Profit!: Für die Erlangung der staatlichen Selbständigkeit hat schon mancher Aegypter sein Leben am Galgen von Kairo gelassen; sie wird nicht früher zu erreichen sein, ehe nicht ein siegreicher Feind die englischen Truppen aus Aegypten verjagt. Freiwillig werden siie nicht gehen— ob selbst dann, wenn es in einem internationalen Vertrag bestimmt würde, ist eine Frage, die man nach den letzten 3 Jahren ägyptischer Geschichte offen lassen muß. 5 Bekanntlich wird das in Frankreich ergangene Verbot des Handels mit deutschen und österreichischen Kaufleuten äußerst streng dee und die Denunziationen neidischer Konkurrenten tun das übrige, um die restlose Befolgung des Verbots zu, erzwingen. Dagegen gestattet England seinen Kaufleuten den Handel mit den (Feinden, wenn diese nur nicht im Feindesland ansässig sind. Diese erschiebenheit, die sich für die beabsichtigte Eroberung des Welte . will sagen seine Monopolisierung für die Industrien Englands und Frankreichs sehr fühlbar machen muß, rief in Frank⸗ reich eine starke Agitation hervor. Es kam das Gesetz vom 29. Juli zustande, das aber nur den Handel mit außereuropäl chen zwar nur mit französi⸗ sschen Waren und nur dann, wenn diese Abnehmer, kein Haupt⸗ oder Nebenetablissement in Deutschland oder Oesterreich⸗Ungarn haben. Wie die Zeitschrift März darlegt, müssen also die französischen Exporteure erst erforschen, ob diese Bedingung auch zutrifft, wäh⸗ rend England den Handel sogar mit deutschen Filialen auf briti⸗ sschem Boden zuläßt. Das oberste sittliche Gebot des englischen Ge⸗ schäftslebens ist eben:„Businessis Busineß“— Geschäft ist Geschäft 5 00 Der Seekrieg. Die U-Boote an der Arbeit. g Der Motorschoner„Bien“, der am Samstag mit Grubenholz nach England abging, ist, dem Morgenbladet zufolge, am Sonntag morgen von einem deutschen Unter⸗ seeboot in der Nähe von Orö inden Grund geschossen worden. Die Besatzung wurde gerettet.(Grubenholz ist Bannware.) N Der norwegische Dampfer Randulf Hansen', der mit Holz für England beladen war, wurde von eien sdeutschen U. Boot nahe Kristiansund gekapert.— per knorwegische Segler Wans bed“, mit Grubenholg Der französische Dampfer„India“, der an der Küste von Makry ein Benzinlager beschossen hatte, ist laut einer Meldung der Vossischen Zeitung von einem deut⸗ schen Unterseeboot torpediert und versenkt worden. Lyon Républicain meldet aus Algier: Die Admirali⸗ tät gibt bekannt: Zwei Barken mit Insassen des von einem deutschen Unterseeboot versenkten Dampfers„Ville de Mostaganem“ sind von englischen und schwedischen Schiffen auf der Höhe von Oran aufgenommen worden. Das Blatt Petit Gironde meldet:„Der Dampfer „Marcella“ hatte kürzlich den Hafen von Bilbao mit 300 Fässern Petroleum verlassen, die man bald darauf leer auf dem Meere treibend gesehen hat. Petit Gironde erinnert an eine frühere Meldung, wonach derselbe Dampfer im Juni ein deutsches Unterseeboot gegenüber dem Küsten⸗ orte Cauche de Artedo mit Petroleum versorgt haben sollte. Das englische Postboot„Descado“, mit einer Ladung Gold an Bord, wurde bei Brest durch ein Untersee⸗ boot zwei Stunden lang verfolgt, ist jedoch ent⸗ kommen. Das niederländische Dampfschiff„Pomona“ be— richtet, daß es die Besatzung des norwegis chen Dampfers „Magda“ an Bord genommen hat. Die„Magda“ ist nach der Erklärung des Maschinisten torpediert worden. Die Besatzung des holländischen Dampfers„Pomona“ sah am Sonntag früh um halb 8 Uhr drei Meilen vom Leucht⸗ schiff Kentish Knok einen englischen Dampfer von ungefähr fünftausend Tonnen, der unterging; er trug die Ab⸗ zeichen des belgischen Hilfskomitees. Die ungefähr hundert Mann starke Besatzung stieg an Bord einiger Fisch⸗ dampfer, die in der Nähe fischten. Die deutschen U-Boote im Mittelmeer. Der französische Dampfer„Lotus“, an dessen Bord sich auch der frühere französische Minister Cruppi befindet, ver⸗ schob im letzten Augenblicke die Abreise, weil im Aegäischen Meere deutsche Unterseeboote gemeldet wurden. An Bord des„Lotus“ sind viele englische nach Mudros bestimmte Offiziere. „Hesperian“. Berlin, 14. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie wir von zuständiger Seite erfahren, erscheint es auf Grund der bisher vorliegenden Nachrichten im Zusammenhang mit den an amtlicher Stelle bekannten Tatsachen so gut wie ausge- schlossen, daß ein deutsches Unterseeboot für die Versenkung des englischen Passagierdampfers„Hesperian“ überhaupt in Frage kommt. Zunächst befand sich nach der planmäßigen Verteilung am 4. September kein deutsches Unterseeboot in dem Seegebiet, in dem die„Hesperian“ versenkt worden ist. Ferner ist nach den hier vorliegenden Schilderungen aus eng⸗ lischen Quellen die Explosion eine derartige gewesen, daß aus ihren Wirkungen eher auf eine Mine als auf einen Torpedo⸗ schuß geschlossen werden muß. Für diese Annahme spricht auch der Umstand, daß nach den vorliegenden Schilderungen das Schiff nahe dem Vorsteven getroffen worden ist und zwei der vordersten Räume sich mit Wasser füllten. Die internationale Sozialistenkouferenz. Rom, 14. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie der Avanti mitteilt, fand in diesen Tagen eine äußerst wichtige Tagung der internationalen Sozialdemo⸗ krat ie statt. Vierzig Vertreter von zwölf Staaten, darunter auch von Deutschland und Frankreich, waren an⸗ wesend. Nach viertägiger Beratung wurde ein sti mmig beschlossen, eine Kundge bung in französischer und deutscher Sprache zu veröffentlichen, die von je zwei Sozialdemokraten der beiden Nationen unterschrieben werden soll. Was geht dort vor? Wie die Post meldet, hat der Oberkommandant von Lodz folgende Bekanntmachung erlassen: „Fortgesetzt werden in der Stadt zur Revolution auffordernde polnische Flugblätter verteilt; auch gehen der Kaiserlich Deutschen Ortskommandantur fortgesetzt Meldungen dahin zu, daß die vadi⸗ lalpolnische Partei Umzüge und sonstige nach außen hin wirkende revolutionäre Schritte beabsicht ige. 0 5 Trotz der gänzlichen Aussichtslosigkeit solcher Pläne gegenüber den Machtmitteln der Kaiserlich Deutschen Regierung mag es tat⸗ sächlich Verführer und Verführte geben, welche an die Möglich⸗ keit eines Erfolges ihrer Bestrebungen glauben. Diesen sei warnend mitgeteilt, daß die Kaiserlich Deutsche Regierung im gegebenen Falle gegen alle Störer der Ruhe und Ordnung in der Stadt mit allen ihr zu Gebote stehenden Machtmitteln und mit jom Aleltkrieg. „Diese Bekanntmachung dürfte befreiend wirken, weil sie endlich das Kind beim rechten Namen nennt. Schon längst war bekannt, daß bestimmte polnische Kreise(wahrscheinlich nicht nur in Lodz) einen„Akt der Selbstbefreiung“ planten. Es ist indesser jetzt nicht die Zeit, über diese Dinge ein abschließendes Wort zu sagen.“ Dringend nötig ist, daß so rasch als möglich eine amt⸗ liche Aufklärung erfolgt. In dem besetzten Gebiet jetzt eine revolutionäre Bewegung entfalten zu wollen, wäre derart unbedacht, daß man fast annehmen muß, daß Spitzel ihre unsauberen Hände im Spiele haben. Gegen die Unterdrückung der Ukrainischen Presse. Nach Meldungen über Kopenhagen ist in der Duma von den Sozialdemokraten und der Bauernpartei eine Interpellation über die Unterdrückung der ukrainischen Presse eingebracht worden. In ihrer Begründung heißt es, daß die Verfolgung der Nationalisten während des Krieges eher zu⸗ als abgenommen habe. Beim Einrücken der russischen Heere in Galizien seien allein die Zeitungen in ukrainischer Sprache unter⸗ drückt, in Kiew seien zwei Tage nach Kriegsausbruch 14 Schrift⸗ leitungen kleinrussischer Zeitungen und Zeitschriften geschlossen worden. In anderen Städten sei man in gleicher Weise vorge⸗ gangen. In Moskau sei eine landwirtschaftliche Zeitschrift ver⸗ boten worden, weil sie angeblich eine schädliche Richtung verfolge. Verständigungsversuchedes russischen Ministerrats? T. U. Petersburg, 14. Sept. Der Ministerrat beschloß, mit der neugebildeten Progressistenpartei der Duma in Unterhandlungen zu treten, um eine V er ständi⸗ gung zwecks Festsetzung der Arbeitsbedingungen einzu⸗ leiten. Die Minister des Innern, der Justiz, des Handels wurden beauftragt, die Unterhandlungen zu führen. Das türkisch⸗bulgarische Abkommen. T. U. Lugano, 14. Sept. Ueber Sofia wird aus Bukarest gemeldet, daß das türkisch⸗bulgarische Uebereinkommen bereits in der Ausführung begriffen sei, indem die Türken rechts der Maritza die Forts und Kasernen räumen. Der Wali von Adrianopel sei nach Konstantinopel gereist, um In⸗ struktionen wegen der Uebergabe an Bulgarien einzuholen, während der Präfekt von Stara Zagora nach Adrianopel gefahren sei, um das Protokoll wegen der Uebergabe vorzu⸗ bereiten, die am 18. September in Gegenwart bulgarischer und türkischer Minister stattfindet. Die Stimmung in Griechenland. Athener Nachrichten melden gleichlautend über den steigenden Mißmut des griechischen Volkes gegen die die Selbst⸗ bestimmung und Souveränität Griechenlands empfindlich verletzen⸗ den Maßnahmen Englands und Frankreichs in griechischen Hafenorten. Der französische Gesandte in Athen hat, wenn auch vorerst andeutungsweise, bei Veniselos den Durchzug englisch⸗französischer Kontingente über Salonik auf serbisches Territorium berührt. Veniselos be⸗ gegnete dieser Andeutung kühl und schien sie absichtlich überhören zu wollen. Veniselos mag noch mit einem Teile seines Herzens zum Vierverbande grapitieren, mit dem Verstande tut er es sicherlich nicht mehr. Die serbische Diplomatie an der Akropolis bietet, unterstützt von der Entente, ihr möglichstes auf, um dem griechisch-serbischen Bündnis die Auslegung zu geben, daß Griechenland unter allen Umständen Serbien mili⸗ tärische Hilse leisten müsse auch dann, penn Serbien vorerst nur einem Angriffe der Zentralmächte ausgesetzt wäre. Die amtlichen griechischen Kreise sind aber entfernt, sich dieser Folgerung anzu⸗ schließen. Ein Krieg Serbiens oder Griechenlands mit den Zeu⸗ tralstgaten sei im Bündnisvertrage nicht vorgesehen. Sonst hätte Griechenland schon beim Angriff Oesterreich-Ungarns gegen Serbien ein Hilfskorps stellen miissen. Der griechische General- stab geht noch weiter. Er lehnt ein Eingreifen zu Gunsten Serbiens auch dann ab, weun der Verlauf eines solchen Krieges das Ergebnis zeitigen sollte daß sich Bulgarien den Zentralstaaten anschlösse, vorausgesetzt, daß sich Bulgarien von Uebergriffen auf neugriechisches Gebiet fernhält. Hinrichtung von Aufständigen in Durazzo. T. U. Korfu, 14. Sept. In Duraßzzo wurden 35 Aufständig, hingerichtet. Auf Ausuchen seiner Gattin, die von Ehefrauen von 50 anderen zum Tode Verurteilten um Milde angefleht worden war, schenkte Essad Pascha diesen 50 das Leben. Der Zusammenbruch der Botha⸗Regierung. Das holländisch⸗südafrikanische Blatt De Burger vom 10. August veröffentlicht einen Artikel, worin es heißt, daß in politischer Hinsicht eine gewaltige Umänderung in Süd⸗ afrika durch das Erwachen des nationalen Geistes zur kon⸗ statieren ist. Nicht nur in einem großen Teile von Trans- vaal, sondern auch im ganzen Freistaate schließen sich die meisten Afrikaner der Nationalpartei(gegen Botha gerichtete Partei im Sinne Herzog) an. Innerhalb kurzer Zeit ist die Nationalpartei dort organistert worden, und die Mitglieder- zahl ist zu einer vorher nie erreichten Höhe gestiegen. Selbst in Gegenden, in denen bisher nur die südafrikanische Partei und der Afrikanerbund(Botha-Partei) Wurzel fassen konnten, besteht jetzt eine außergewöhnlich starke nationale unnachsichtlicher Strenge einschreiten wird.“ für England, wurde in Brand gesteckt. Die Post bemerkt dazu: Parteiorganisation. Dieser Umschlag git, wie De Burger sagt, Hand in Hand mit einem fast vollständigen Zusammen⸗ bruch der südafrikanischen Parteiorganisation. In vielen Fällen sind beinahe alle Mitglieder der südafrikanischen Partei zur neuen Organisation übergegangen. Alle Afrikaner sind offenbar dabei, sich als Mitglied eines Volkes aufs neue aneinander zu schließen. Darin liegt die siegreiche Kraft des Nationalismus und die Rettung des Volkes durch das Volk selbst. So schließt De Burger seinen Artikel, der, wenn er die Lage richtig beurteilt, den Zusammenbruch der Botha⸗ Regierung ankündigen würde. Die Vorgänge in Persien. Der Petersburger Korrespondent der Morning Post gibt noch nähere Einzelheiten über die Vorgänge in Persien. Es heißt darin, daß die Deutschen nun endlich ihren Erfolg errungen hätten, den sie seit Beginn des Krieges angestrebt. Der Indo⸗europäische Telegraph sei nun end⸗ gültig unterbrochen. Die britischen und russi⸗ schen Konsuln, die Bankbeamten sowie die Banken selbst und andere Institute und alle Untertanen hätten Iffahan unter dem Schutze einer mächtigen Eskorte ver lassen. Der Rückzug der Engländer und der Russen sei erfolgt, um unnützes Blutvergießen zu vermeiden. Die Deutsche u besäßen nun die Macht in dieser Region, die viel zu weit von dem direkten englischen und russischen Einfluß, entfernt sei. Aber die Angelegenheiten blieben nicht so, und eine russische Streitkraft sei bereits unterwegs. Die Anmeldung von Versammlungen. Zu Beginn des Krieges wurde von den meisten Generalkom⸗ mandos auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand eine Verfügung erlassen, nach welcher alle Versammlungen der spätestens 48 Stunden vorher einzuholenden polizeilichen Genehmigung bedürfen. Inwieweit solche Verfügung rocht⸗ lich zulässig sei, wurde kaum von jemand nachgeprüft; man gab sich damit zufrieden, daß die Generalkommandos unbeschränkte Ver⸗ sügungsgewalt hätten. Jetzt hat nun ein Gericht sich mit einer solchen Verfügung beschäftigt und ist dabei zu einer sehr erheblichen Einschränkung der Anordnung gekommen, daß alle Versamm⸗ lungen der polizeilichen Genehmigung bedürfen. Der Bäckermeister Rieseberg aus Quedlinburg— ehedem mittelständlerischer Reichs⸗ tagsabgeordneter— hatte eine Bäcker⸗Innungsversammlung nicht angemeldet und war deshalb angeklagt worden. Das Schöffenge⸗ richt Querdlinburg sprach ihn indessen frei und das Landgericht Halberstadt bestätigte dies Urteil. Der Staatsanwalt legte darauf⸗ hin Revision ein und das Reichsgericht hob das Urteil auf, ohne ledoch eine Begründung zu geben. Dieser Tage nun stand die Sache erneut vor dem Landgericht Halberstadt an. Das Gericht kam wiederum zu einer Frei sprechung. Es führte begründend u. a. aus: Die Staatsauwalt⸗ schaft hat sich an das Generalkommando gewandt, eine Erklä⸗ rung des Begriffs„Versammlung“ zu geben: das ist abgelehnt worden. Es ist nun ziemlich schwer, eine genaue Ab⸗ grenzung vorzunehmen. Es ist einfach eine Unmöglichkeit, jede Zusammenkunft verschiedener Personen zu einem gemeinsamen Zweck polizeilich zu überwachen. Selbst jede Anmeldung einer derartigen Verabredung würde die Polizei überlasten, daß die Ausführung unmöglich ist. Die Anordnung des Komman— dierenden Generals ist erfolgt im Interesse der öffentlichen Ord⸗ nung und Sicherheit. Es sollen also nur solche Zusammenkünfte getroffen werden, durch die irgendwie die öffentliche Ruhe und Sicherheit gestört werden. Alle Zusammenkünfte von Behörden oder Korporationen, die in Gemäßheit der öffentlich geregelten Be⸗ fugnisse stattfinden, müssen nach Ansicht der Kammer von dem Be⸗ fehl ausgeschlossen werden, denn durch die Wahrnehmung dieser öffentlichen Befugnisse kann niemals die öffentliche Ruhe gefährdet werden. Deshalb hat im Falle Rieseberg, wo es sich um eine Ver⸗ sammlung der Teuerung— ob nun Vorstands⸗ oder gesamte Teue⸗ rungsversammlung— handelt, auf Freisprechung erkannt werden müssen. Es handelt sich hier um eine Versammlung, die wicht der polizeilichen Genehmigung oder der vorherigen Anmeldung bedurfte, genau so wie Stadtverordnetenversammlungen oder Zusammen⸗ künfte anderer Korporaationen oder öffentlich⸗recht⸗ licher Verbände. Mit der gleichen Begründung sprach das Gericht auch den Gast⸗ wirt Bade aus Suderode frei, der eine Versammlung des Ga st⸗ wirtevereins für Quedlinburg und Umgegend veranstaltet und nicht um die vorherige Genehmigung nachgesucht hatte. Nach dieser Entscheidung sind— wenn Worte einen Sinn haben— genehmigungspflichtig nur noch alle außergewöhnlichen Versammlungen, während alle Versammlungen, die von einer Or⸗ ganisation veranstaltet werden, der Genehmigung nicht bedürfen. Damit wäre dann die Versammlungsfreiheit wieder ziemlich her⸗ gestellt, die Redefreiheit allerdings noch nicht. Die Grenzfeve. 5 Eine Erzählung aus dem Heidelgebirge von A. E. Brachvogel. „Was willst de denn noch von mir, Höppel? Ich hab keene Zeit hinte meh und keene Ruh och nich!“ Der alte Beamte zog sie weiter in die Mitte des Zim— mers, ergriff eine ihrer harten Hände und hielt sie krampf— haft fest. „Genofeverl, willst doch wieder über die Grenz Rheimswalde und weißt, was mit dir geschehgn soll?“ „Ich weeß 3! Und daß de mirsch hast sagen lassen, Anton,“ und sie legte ihre Rechte auf Höpplens Schulter,„das wird dir die Feve danken, su lange se warm is! Ja, ich gieh nein ins Preußsche, ich will dam Himmelhunde alle Zähne aus m Rache brechen, mit dan a mich elend geschwuren hat!“ „Genofeva!— Feverl! J bitt dich um unseres Heilands Wunden, geh nit! s ist dein letztes! J schwör dir, der Brandt fangt dich dasmal gewiß, und— du— du kommst— afs Zuchthaus.“ „Was hab i mit Heilands Wunden zu tun? Hob ich nich mei wundes Gehirne, mei wundes Herze alleene? Red mer vun Gottes Furcht nich! Gott weeß von mir nischte, oder der Teufel! Und der soll mich haben ganz und gar, siehst de, wann er mir tut, was ich will! Kriegen tun se mich das⸗ mal verleichte wull, aber verleichte och nich, haha! Dan Brandt aber, den wer ich kriegen, und hieven sollst de, wie de Grenzfeve dam Kerle hat heemgeleucht! Ins Zuchthaus? Nu, do sitzen keene schlechtern Leute drinne als ich! Wan's weiter nischte is, da druf loß mersch ankummen!“ „Fev, sei doch a bissel gscheit! Denk an deine alten Täg, an dein Kind, an—“ „Red nich sa su!! Ich habe der schun ufte gesagt, ich will nich! Daß de mei Madel hast genummen, ufgezogen wie dei eegen Kind aus older Liebe zu dar gottvergeßnen, ver— schimpften Feve— das ist dir von dem da druben ange— ieben zur Saligkeit, dar gesagt hat, daß de Liebe s Grüßte noch verschwand, an der Oberfläche fahrend, gegen Osten. Die Lage im Osten. Im Berliner Tageblatt schreibt Major Moraht zur Lage im Osten: Wir können mit vollem Vertrauen der Arbeit der russischen Koryphäen entgegensehen, ihre Heeres⸗ teile aus den Pripjetsümpfen und dem schwierigen Seen⸗ und Waldgelände ihrer Front zu gemeinsamer Handlung herauszuretten. Jeder Tag bringt uns unserem Ziele näher. Zwischen Dünaburg und Wilna haben wir die Hauptbahnen nach Petersburg an mehreren Stellen erreicht Wir stehen dicht vor Wilna. Am Njemenbogen östlich Grodno haben wir nach schweren Kämpfen ansehnliche Fort⸗ schritte gemacht. Der rechte Flügel der Heeresgruppe Hindenburg hat die Zelwianka⸗Linie bezwungen, er nähert sich dem Abschnitt der Szhara und die Armee des Prinzen Leopold von Bayern warf die feindlichen Nachhuten gegen den Raum von Slonim an der Szhara. Feldmarschall Mackensen verfolgt unentwegt in Richtung auf Pinss. Einzug in Brody. Ueber den Einzug der Sieger in Brody wird dem Berliner Tageblatt berichtet: Die Sieger begrüßte eine festlich geschmückte dt. Die Häuser waren mit Fahnen in den österreichisch⸗ungari⸗ hen, deutschen und türkischen Farben geflaggt, mit Bildern der verbündeten Monarchen und Teppichen reich dekoriert. Beim Ein⸗ zug unserer Soldaten wurden Lieder gesungen. Ein Freudentaumel erfaßte die Stadt, die seit Kriegsbeginn vom Feinde besetzt war. N Rußland und die Juden. T. U. London, 15. Sept. Infolge der ablehnenden Haltung, die das einflußreiche Bankhaus Rothschild(Sohn) auch während des Krieges gegenüber allen Vorschlägen der russischen Regierung zu einer Finanz⸗Transaktion eingenom⸗ men hat, haben russische Offizielle, die die Unterstützung Rothschilds zu ihrer höchsten großen Anleihe unbedingt brauchen, sich veranlaßt gesehen, dem Chef des Bankhauses durch ein direktes Telegramm von der Kursänderung der russischen Politik zugunsten der Juden zu benachrichtigen. Der Präsident der Kommerzbank in Petersburg, Dr. Wischnegradski, drahtete im Auftrage der russischen Re⸗ gierung an Rothschild, daß die Hauptforderung der russischen Juden angenommen worden sei. Die Juden erhalten das Recht der Erwerbung von Grundbesitz, mit Ausnahme in den kaiserlichen Residenz⸗ und Hauptstädten, sowie eine er⸗ weiterte Erlaubnis zum Schulbesuch für ihre Kinder Wischnogradski erklärte weiterhin, daß seiner Meinung nach die russische Regierung durchaus nicht abgeneigt ist, nach dem Kriege der jüdischen Bevölkerung auch noch weiteres Ent⸗ gegenkommen zu bezeigen. Englischer Trausportdampfer versenkt. »Wie laut Vossischer Zeitung aus Wien mitgeteilt wird, hat ein österreichisch⸗ungarisches Unterseeboot, das Schiffs⸗ leutnant Ritter von Trapp kommandierte, vor einigen Tagen in der südlichen Adria einen großen englischen Trans port⸗ dampfer torpediert und versenkt. Ueberall U-Boote! Marseille, 15. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: Der zweite Kapitän und 10 Mann der Besatzung des auf der Höhe von Oran torpedierten Dampfers Ville de Mosta⸗ ganem“ sind gestern Abend an Bord des Postdampfers„Due d' Aumalo“ in Marseille angekommen. Der Kapitän Antoni er⸗ zählte folgendes: Wir befanden uns am 8. September um 5 Uhr abends ctwa 80 Meilen von Oran, als plötzlich ein Unterseebobt ziemlich weit von der„Ville de Mostaganem“ auftauchte. Es setzte sofort die deutsche Kriegsflagge und signalisierte uns, wir sollten unsere Flagge zeigen. Es befahl uns dann, sofort anzuhalten. Drei Kanbenschüsse solgten. Das letzte Geschoß streifte den hintersten Luftschacht. Durch die umherfliegenden Granatsplitter wurden drei Mann der Besatzung verletzt. Das Unterseeboot signalisierte darauf, Rettungsboote zu Wasser zu lassen und darin Platz zu nehmen, denn der Dampfer würde versenkt werden. Vier Schaluppen nahmen 38 Mann der Besatzung auf. Das Unterscebvot näherte sich darauf der „Ville de Mostaganem“ und gab vier Kanonenschüsse von Steuer⸗ bord und zwei von Backbod ab. Das Unterseeboot blieb eine Viertel⸗ ftunde an der Stelle und entfernte sich, als das Schiff in den Wellen so gruß is och de Wut, dar Hoaß, de Lust, daß ma sich rächen konn, wus kee Recht meh gibt für de arme, zertratne Ge— schöpfe! Dar Haß treibt mich ins Preußsche nein, ich muß — oder ich war tull ums Hirne! Leb gesund!“ „E Wörtle, Fev. Um unserer alten, begrabnen Lieb, nur dans!“ Und er drängte sie bittend und fest entschlossen, sie zu halten, weiter ins Zimmer hinein. „Sieh, Fev— wann du nit gehst, wann du hier bleibst, ich— ich will s Gut verkaufn, will mei Abschied nehmn, will s Rösel— meinetwegen dem Nazi gebn, will dich halten als mei Schwester! Weit in mei Heimat, ins Tirol nein, woll mer ziehgen, wo dich ka Mensch grell anschaut! Bleib! Laß Gott alleinig den Vergelter sein?!“ „Haha, der wird dam Brandt och nischte tun, sunst lebten nich su viel Schurken und wären glücklich! Laß mich giehn! Mach was de willst, der Brandt oder ich muß dran, er hat mich nich geheirat, hat sei Kind verstußen, ar sull kee ander Weibsbild anrührn, sag ich, und sullt ich ihn derbei in Fetzen reißen!!“ Sie drängte vorwärts, um zu gehen, der Alte drängte sie zurück. Da, mit einem raschen Entschlusse, stieß er sie auf das alte Sofa, sprang aus der Tür und schloß ab. Wütend donnerte das Weib an die Tür.„Höpple, mach uf, ich sag der, mach uf, oder— s is dei Unglicke! Wenn de mer nich mein Wille tust— ich zünd der dei Haus überm Koppe an!“ Höpplen zögerte, entsetzt über die Drohung. Er wußte nicht, was beginnen. „Macheuf! Ich sag dir, mach ja uf! der Verdammnis, ich tu's!!“ Nach einer qualvollen Minute des Kampfes öffnete er. Genofeva, bereits die Lampe in der Hand, grinzte ihm satanisch entgegen. Dann setzte sie dieselbe hin, ergriff ihren Stock, warf den Pack über und in die offene Tür tretend, wendet sie ihr plötzlich bleich gewordenes Angesicht nach Höpplen um. „Leb gesund, Anton! Leb recht gesund!!“ 2 Du kennst mich, bei im Himmel und arf dar Welt! Aber su gruß, wie die Liebe, 91 Wie stehts um die Dardanellen 5 Auf die Frage, was aus den Dardanellenkämpfen wird antwortet eine unterrichtete Seite im Berliner Lokalanze i is u i iten über Wenn man in den englischen Blättern Einzelhei 5 letzten Kämpfe an den Dardanellen, besonders aber über Angriff bei Anaforta am 21. August liest, mit seinen riesi 0 Verlusten, so hat die jetzt eingetretene Ruhe in den englisch 00 Linien nichts Erstaunliches. Trotz der begreiflichen Un 0 der Engländer, das Experiment zu wiederholen, lassen die 160 naher Zeit besonders im Golf von Saros auftretenden Sü 100 und Südweststürme den Verbündeten nur noch eine kur 1 Spanne Zeit, wenn sie ihr Glück gegen die türkischen Linien 90 noch einmal versuchen wollen. Im türkischen Lager erwaft 10 man daher noch in dieser Woche einen allgemeinen wütenden 16 Angriff, für den bei den Alliierten seit einigen Tagen di 115 Vorbereitungen im Gange sind. Später dürften die Elen 1 Winterruhe gebieten. In türkischen Kreisen hält man die 11 Fortsetzung des Landangriffs auf Gallipoli für den Wi I bal für ausgeschlossen. 3—— ö on f—. 00. Aus Athen liegt folgender Bericht von den Dardanellen vor; liege Die Lage 1 und französischen Landungstruppen auf del der Halbinfel Gallipoli gestaltet sich infolge des Mangels an Dre fer wasser immer schwieriger. Die vorhandenen Brunnen sind 3 1155 größten Teile ausgetrocknet und das noch in ihnen enthal 8 Wasser hat sogar nachteilige Folgen für die Pferde und f Maulesel gezeitigt. Das Trinkwasser für die Truppen wird ii 1 Tankdampfern von Aegypten und von den Aegäischen Inseln her⸗ 5 beigeschafft. Der Transportweg bis zu den vordersten Schütz 1 gräben dauert drei bis vier Stunden und ist nur unter Gefahr 0 und Schwierigkeiten möglich. Den Mitte September einsetzend 5 Stürmen sieht die englische Militärverwaltung mit großer So 0 entgegen, da sie dadurch eine Gesährdung der Wasserzufuhr befürch⸗ 0 tet, wodurch die Stellungen der Landungstruppen unhaltbar sein 5 würden. ö 2 0 Friegsnslizen. b Im Reichstagsgebäude beginnen am heutigen Mittwoch die Be⸗ 0 ratungen der Vertreter der Regierungen mit den Vertretern der n 0 Frage kommenden Orgauisationen über das Verbot der Nacht 0 0 arbeit in den Bäckereien. Den Beratungen liegt ein vom 0 Reichsamt des Innern ausgearbeiteter vorläufiger Gesez 5 entwurf zu Grunde. Der Entwurf sieht ein vollständiges Ruhen. des Betriebes in Bäckereien und Konditoreien von 8 Uhr aben N bis 5 Uhr morgens vor. Die Verhandlungen beginnen mit der Ver⸗ 1 nehmung von Sachverständigen. 1. 0 Der Weltkrieg bot einer ganzen Menge zweiselhafter 9 Existenzen die günstige Gelegenheit. sich„geschäftlich“ zu be⸗ f tätigen. Die Gründungen schossen förmlich wie Pilze aus der l Erde. In Berlin ist jetzt eine solche Gesellschaft zusammenge 0 brochen. Sie nannte sich:„Handelsgesellschaft für Armee, Ma⸗ N rine und Großbetriebe.“ In der Kasse sand man nach der Ver⸗ 0 hängung des Konkurses 24,54 Mk. vor; diesen Aktiven stehen Schu. N den gegenüber in Höhe von 1480 961 Mk. b Um dem Zwangs ⸗Syndikat zu entgehen, das unter die ö Aussicht des Reichskanzlers gestellt worden wäre, haben sich die 5 rheinisch⸗westfälischen Zechenbesitzer auf ein Ueber⸗ n gangssyndikat geeinigt, nachdem der Zcchenbesitzer August Thyssen seinen Widerspruch fallen gelassen hat. Das Uebergangssundikat ist zunächst auf 112 Jahre begründet worden. In letzter Stund haben sich also die Werkbesitzer noch dem staatlichen Zwange e! zogen, und bleiben damit vorläufig noch„Herren im eig wei Hause“. In Görlitz wird nach einer Vekanntmachung des Magistrate vom 20. Scptember ab die Höchstmenge für den Verbrauch a von Brot und Mehl für jede über 6 Jahre alte Person 2250 ü Gramm(bisher 2000 Gramm) und für Kinder unter 6 Jahre An 1000 Gramm betragen. 5 M0 Der Spediteur und Großkaufsmann Alfred Meyer den Mülhausen im Elsaß ist vor einiger Zeit vom dortigen 9 0h tärgericht zum Tode verurteilt worden, weil er nach sein bei eigenen Geständnis den Franzosen Nachrichten übermittelt hall fei Am Montag ist dieses Urteil durch Erschießen vollstreckt worde ist Das Kriegsgericht in Colmar(Elsaß) verurteilte den bet Taglöhner Munsch zu 10 Jahren und den Holzhauer Peter yon zu 15 Jahren Zuchthaus wegen Landesverrats. Die wel Verurteilten hatten einer frauzösischen Patrouille den Weg gezeigt. Folge davon war, daß eine deutsche Feldwache von den Franzoser der überfallen werden konnte, wobei zwei deutsche Soldaten gefangen ir einer leicht und einer schwer verletzt wurden. Für ihre Tätig erhielten die Angeklagten von den Franzosen je 10 Franken. U a d N 80 2 2 r.* 0 a Au hastig beim Kopf genommen und herzlich abgeküßt. Es sich das Rösel besinnen konnte, entglitt die Feve ins Dunkel der 5 Nacht.—— en Von Cudova, Waldenburg und Friedland aus wird off im Hochwald ein Punkt besucht, der die grandioseste Aussichl gewährt; es ist der Rheimswalder Heidelberg und die Ruine Freudenburg. Es gibt gar viele Wege dahin, aber die Um wege kennen die wenigsten genau. Vor der füdlichen Freuden⸗ burg ragt westlich der Grenzberg, dazwischen ist eine tiefe Schlucht, östlich der Zuckerberg und Donnershag, jenseits haha! Hannes, wo is der Branntwein?“ Der Mann reichte ihr eine Zug, dann gab sie das Getränk zurück. „Nu, hierscht de zu! Ich sog der, ich schind murgen d. ganze Grenzjägerei, daß keener meh s Maul ufmachen tut Wann de mer etwan nicht fulgst, will ich dich elend machen und 8 und dich sull dos Wetter regiern!“ „Nu, beim Teufel, mach de Gusche uf! Was willste den mit dam Geschreibsel!“ e wee nördlich der Buchberg, und eintausendfünfhundert Fuß tiefer n dahinter liegt das einsame Rheimswaldau, von dem ein Feld b weg endlich bei Langwaltersdorf auf die Chaussee führt. Wo die vorbenannte Berge zusammen stoßen, sind dunkle, tiefe i Schründe und Schluchten, zerrissen und alle gen Rheimswalde 1 gesenkt, sie dienen dem Wildwasser im Frühjahr zum Bett, 10 den Hörnerschlitten im Winter zu Holzgleisen. 1 In besagter Nacht, die dem Beginn der sogenannter f „Grenzrevision“ vorherging, bei dem herrlichsten Vollmond 0 scheine, begab sich an jener Stelle zwischen ein und zwei Uhl 0 eine kurze, seltsame Szene. Zwei Schatten huschten aus dem 10 Schlunde, der, von der österreichischen Grenze steil empor⸗ 0 führend, den Heidelberg vom Grenzberge trennt; ein Mann, b der ledig ging, und ein Weib mit einem Pack. Bei dem Ab“ 7 sturz des Donnersberg machten sie halt. Das Weib warf ihr ö Bürde ab und setzte sich drauf. 0 „Hinte, du Racker, is alles stille! Kee Lüftel geht Morgen uf nächten wird's aber hier derbei vergnügt hergiehn, 1 0 Flasche. Sie nahm eine W Sie war weg. Sie hatte in der Küche ihr Kind nur (Fortsetzung folgte Hessen 1 Kousumgeuossenschasten und Lebeusmittelteuerung. und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. In Frankfurt beschäftigte sich am Sonntag eine Bezirkskonferenz der Verwaltungsmitglieder der im Süd⸗ westdeutschen Verband deutscher Konsumvereine vereinigten Konsumvereine mit der gegenwärtigen Teuerung. Die Konferenz war sehr gut besucht. Ihr Zweck war, Aussprache über die Lebenmittelteuerung zu pflegen und Maßnahmen zu beraten, wie diese Teuerung bekämpft werden kann. Das einleitende Referat hatte der Vorsitzende des Verbandes und Geschäftsführer des Frankfurter Konsunwerin, Genosse Val. Liebmann. Er besprach die Tätigkeit der Konsumvereine und die Schwierigkeiten, mit denen sie bei Ausbruch des Krieges zu kämpfen hatten. Die Konsumvereine hätten viel zur Milderung der Teuerung beigetragen; wenn es ihnen nicht im vollen Umfange gelungen ist, so aus dem Grunde, weil eben auch die Konsumvereine den Einwirkungen der Konjunktur, wie sie der Krieg und der Handel schafft, unter⸗ liegen. Der Referent erörterte eingehend die bei Versorgung der Bevölkerung mit den verschiedenen Nahrungsmitteln hervorgetretenen Mißstände und stellte auf Grund der ge⸗ machten Erfahrungen folgende Forderungen auf: Selbstwirtschaftung der Kommunalverbände, soweit dies mög⸗ lich ist; sparsamere Verteilungsstellen;. 5 Höchstpreise für Mehl an die Fabriken von Teigwaren usw., Bäcker und Konditoren; Herabsetzung des Mahllohues. 5 Beschlagnahme der Kartoffeln zugunsten der Kommunalverbände und der Reichsgetreidestelle; 5 Erlaß von Höchstpreisen, zu denen die Kartoffeln hergegeben werden müssen: a die Kommunalverbände sollten geeignete Maßnahmen ergreifen, um den Bedarf der Bevölkerung sicherzustellen. Auslandsware soll nur an Kommunalverbände verkauft werden dürfen. Festsetzung von Höchstpreisen für Vieh und Fleisch; Regelung des Bedarfs wie bei der Brot⸗ und Mehlversorgung: alle Auslandsware muß unter Verkaufskontrolle gestellt werden. Milchhöchstpreise für Produzenten, Molkereien und Händler, nach Lage der einzelnen Bezirke geregelt, für das Reich. Die Höchst⸗ preise werden durch Sachverständigen⸗Kommisstonen unter Mit⸗ wirkung von Produzenten, Händlern und Konsumenten fsest⸗ gesetzt; Duter⸗ und Käsepreise sind in der gleichen Weise zu ordnen; möglichste Einschränkung entbehrlicher Milch⸗ und Sahnever⸗ wendung in Haushaltungen. Höchstpreise der wichtigsten Lebensmittel für das ganze Reich unter gerechter Würdigung der Konsumenteninteressen. Gewissenhafte Preiskontrolle der eingehenden Auslandsware mit der Bestimmung, daß sie nur an die Organisationen der direkten Verbraucher weitergegeben werden dürfen. Weitgehendste Vollmachten für die Zentral⸗Einkaufs⸗Gesellschaft, die wichtigsten Lebens⸗ und Bedarfsartikel nur durch sie und die von ihr beauftragten Organisationen zu kaufen. Zuläfsige Austauschware durch die Vermittlung des Zentral⸗ Einkaufs vorzunehmen. Die von Liebmann aufgestellten Forderungen wurden gutgeheißen und beschlossen, sie an die geeignete Stelle weiter zu geben. — Ein Jubiläum der Stadt Gießen. Am 29. September sind 650 Jahre verflossen, daß Gießen zu H essen gehört. An diesem Tage des Jahres 1265 wird die Stadt zum ersten Male urkundlich als hessische Stadt genannt, zählt also zu denjenigen Städten in Hessen, die am längsten zum Lande gehören. Vor dem Kriege wurde bekanntlich jede Gelegen. heit benutzt, die Anlaß zu einer Feier bot. Die jetzige Zeit ist aber dazu nicht geeignet. Es soll aber, wie den Stadt⸗ verordneten mitgeteilt wird, am 29. September eine be⸗ sondere Sitzung der Stadtvertretung abgehalten werden, in welcher nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters Stadt⸗ verordneter Dr. Ebel einen geschichtlichen Vortrag halten wird.. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebteten. Ludwig Weber aus Londorf, Inf-⸗Reg. 284. Kar! Schlitt aus Leusel bei Alsfeld, Inf.⸗Reg. 176.— Reservist August Peter aus Münch-Leusel, Inf.⸗Reg. 17. Der Krankenkassenverband für das Großherzogtum Hessen hielt am Sonntag in Bingen seine 23. Jahresversammlung ab, die von den angeschlossenen Kassen sehr gut besucht war. Das Ministerium wurde durch den Direktor des Ober⸗Versicherungsamtes. Krug von Nidda vertreten. Auch eine große Zahl von Versicherungsämtern hatte Vertreter entsandt. Aus dem Bericht des Vorstandes, den der Borsitzende Neumann⸗ Offenbach erstattete, ging ein weiteres Er⸗ starken des Verbandes hervor, der auch finanziell gekräftigt ist. Der Heilmittelbezug, den der Verband für seine angeschlossenen Kassen eingerichtet hat, nimmt von Tag zu Tag zu. Im Mittelpunkt der ganzen Tagung standen zwei belehrende Vorträge. Der Vorsitzende der Landesversicherungsanstalt Hessen, Geh. Regierungs rat Dr; Dietz, sprach über Krüppelfürsorge, während Herr Justigrat Dr. Mayer⸗ Frankenthal einen längeren Vortrag über die Wochenhilfe nach dem Kriege hielt. Ganz besonders wichtig waren die einzelnen Vorträge, die sich mit praktischen Verwaltungsfragen beschäftigten. Es wurden folgende Themen behandelt:„Die Aufwendungen für, Kriegsteil⸗ nehmer“(Referent: Geschäftsführer Müllmen st a di⸗Ossen bach), „Die Melde- und Beitragspflicht der unständig Beschäftigten“(Re⸗ ferent: Rechner Schmitt Offenbach),„Können von freiwilligen Mitgliedern, die durch Eintritt in eine versicherungspflichtige Be⸗ schäftigung ausscheiden, Beiträge bis zur Abmeldung erhoben werden?“(Referent: Geschäftsführer Four er-Gießen),„Gegen⸗ seitige Krankenhilfe und Kontrolle bei Ueberweisung erkrankter Mit⸗ glieder“(Referent: Neumann u⸗Offenbach) und„Sind Kriegs⸗ beschädigte versicherungspflichtig?“(Referat: Geschäftsführer 192 5 el⸗Mainz). Als Ort der nächsten Tagung wurde Gießen be⸗ timmt. 8 Das bevorstehende endgültige Verbot der Bäckerei⸗Nachtarbest. Der von der Reichstagsmehrheit gewünschte Entwurf eines Ge⸗ setzes über das Verbot ber Bäckerei⸗Nachtarbeit auch für die kom⸗ menden Friedenszeiten ist, wie man dem Tag meldet, im Reichs⸗ amt des Innern fertiggestellt und einzelnen Abgeordneten zur Verfügung gestellt worden. Die wichtigsten Paragraphen, sehen folgende Bestimmungen vor:„§ 1. In Bäckereien und Kondito⸗ reien— einschließlich der Anlagen zur Herstellung von Zwieback, Keks, Honigkuchen, Lebkuchen, Waffeln oder Matzen— auch wenn sie einen Teil von Gast⸗ und Schankwirtschaften bilden, muß der Betrieb von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, vollständig ruhen. In Anlagen, in denen die regelmäßige tägliche Arbeitszeit der Ge⸗ sellen, Gehilfen, Lehrlinge und sonstigen gewerblichen Arbeiter acht Stunden ausschließlich der Pausen nicht überschreitet, braucht die Betriebsruhe erst um 9 Uhr abends zu beginnen.§ 2. Die Lan⸗ deszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Behörden können auf Antrag für ihren Bezirk oder für Teile desselben oder für einzelne anlagen eine Verschiebung der Lage der neun und achtstündigen Betriebs⸗Nachtruhe genehmigen. 8 3. An Sonn⸗ und Festtagen—§ 195a Abs. 2 der G.⸗O.— hat der Betrieb von 9 Uhr vormittags ab mit der Maßgabe völlig zu ruhen, daß nach 6 Uhr abends— an zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Sonn⸗ oder Festtagen nur am zweiten Tage nach 6 Uhr abends— während einer Stunde Arbeiten vorgenommen werden dürfen, die zur Vor⸗ bereitung der Wiederaufnahme des regelmäßigen Betriebes am nüchsten Tage notwendig sind. Von drei unmittelbar aufeinander folgenden Sonn- oder Festtagen gilt der dritte Tag als Werktag.“ Der Reichstag wird diesen Entwurf sicher Gesetz werden lassen und dabei auch, wie sich jetzt zeigt, die große Mehrheit der Bäckermeister, nicht nur die Gesellen und die sozialdenkenden Verbraucher, auf seiner Seite haben. Was am Mehl verdient wird! In der Stadtverordnetenver⸗ sammlung von Berlin⸗Charlottenburg, welche Gemeinde sonst als ein Vorbild bes deutschen sogenannten Gemeindesozialismus galt, wurde durch unsere Genossen festgestellt, daß ein Herr Baumann, der als Kommissionär der Stadt das Mehl für sie verteilte, in vier Mo⸗ naten die Kleinigkeit von 27 000 Mark darau verdiente. Der Bü r⸗ germeister erklärte zwar, dies sei durch das Risiko(2) und die Arbeit des Herrn Baumann gerechtfertigt, aber das dem Bürgermeister die Sache selbst nicht in Ordnung zu sein scheint, ging aus seinem Zö⸗ gern mit der zahlenmäßigen Auskunft hervor. Jetzt soll der Mehl⸗ einkauf, für den der Magistrat keinen Sachverständigen in seiner Mitte hatte, durch einen ehrenamtlichen Beamten besorgt werden. Leider wird in den Berichten nicht gesagt, ob man nicht auch schon vor vier Monaten in der Stadt mit ihren 350 000 Einwohnern oder sonst in Groß-Berlin einen sachverständigen Mann gefunden hätte, der sich freudig in den Dienst des Gemeinwohls gestellt hätte. Wir wagen zu behaupten, daß eine Anfrage bei den proletarischen Kon⸗ sumgenossenschaften nicht fruchtlos geblieben wäre. Aber 27 000 Mark in vier Monaten— das ist ein Geschäft! Um diese 27 000 Mark das Mehl zu verbilligen, würde uns aber einer Großgemeinde würdiger erschienen sein. — Die Verpflegungsgelder für die im Monat August in Bürgerquartieren untergebrachten Mannschaften der Landsturm⸗ Ersatzbataillone werden am Montag, 20., Dienstag, 21., Mittwoch, 22. und Donnerstag, 23. September, in der Bürgermeisterei, Zimmer 4, vormittags 8—12 und nachmittags 2—5 Uhr ausbe⸗ zahlt. Wir verweisen auf die Bekanntmachung der Bürgermeisterei. Die Gelder sollen unbedingt an den dort bezeichneten Tagen abge⸗ holt werden. — Gestohlene Militärschuhe. Am 4. September ist in Gießen ein Bettler angehalten worden, der ein Paar fast neue, lohgelbe Militär⸗Schnürstiesel in Besitz hatte, über deren Erwerb er sich nicht ausweisen kann und die offenbar gestohlen sind. Der Eigen⸗ tümer kann sich bei der Kriminalpolizei in Gießen melden. — Wieseck. Im Frühjahr, vom 20. März ab, hatten wir hier 5 Wochen lang Einquartierung. Dafür ist aber bis heute noch kein Pfennig Verpflegungsgeld bezahlt worden, obwohl sich unter den Quartierwirten viele befinden, die ihre Pfennige sehr notwendig gebrauchen, die auch alles zum Leben notwendige kaufen mjissen. Wo die Schuld liegt. daß diese Angelegenheit noch nicht geregelt ist, wissen wir nicht: Tatsache ist aber, daß darüber lebhaft Klage ge⸗ führt wird. Es sollte sich die Bürgermeisterei darum bemühen, die Sache in Ordnung zu bringen. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. Lauterbach, 15. Sept. Beim Korndre schen rutschte im nahen Landenhausen der 62jährige Landwirt Hofmann, als er der Maschine Garben zustecken wollte, aus und geriet in die Trommel. Diese riß ihm sofort ein Bein ab und fügte ihm am ganzen Körper schwere Verletzungen zu. Der alte Mann war nach wenigen Augen⸗ blicken eine Leiche. Von Nah und Fern. ö Wieder ein Postmarder stand am Montag vor der Darmstädter Strafkammer, der sich an Liebesgabenpaketen vergriffen hatte. Es, war der kaum 18jährige Kaufmann Sch. aus Groß⸗Umstadt, der gegen eine monatliche Vergütung beim Postamt Mühlheim a. M. aushilfsweise angestellt war. Der jugendliche Angeklagte will die etwa zehn Paketchen, deren Unterschlagung ihm zur Last gelegt wird, an seinen im Felde stehenden Bruder weitergeschickt haben. Außerdem war er noch angeklagt der Unterschlagung von 45 Mark barem Gelde, das er zur Bezahlung von Schulden verwandt haben will. Das Gericht ließ ihn in Anbetracht seiner Jugend mit 6 Mo⸗ naten Gefängnis davonkommen. Telegramme. Tageobericht des Großen Hauptquartiers. Der Kampf um Dünaburg. Vorwärts über die Szezara. Abgeschlagene Angriffe am Sereth. W. B. Großes Hauptquartier, 15. Sept., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Ein französischer Augriffsversuch am Hartmanns⸗ weiler Kopf wurde durch unser Feuer verhindert. Ein bei Réchesy(nahe der französisch⸗schweizerischen Grenze) beobachteter Fesselballon wurde heruntergeschossen. Er überschlug sich und stürzte ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Am Brückenkopf westlich von Dünaburg Kampf. Bei Soloki(südwestlich von Dünaburg) wurde feind liche Kavallerie geworfen. An der Wilija, nordöstlich und nordwestlich von Wil⸗ na wurden feindliche Gegenangriffe abgewieseu. Oestlich von Olita und Grod uo drang unser Angriff weiter vor. Südlich des Njiemen wurde Szezava an einzelnen Stellen erreicht. Es sind 900 Gefangene gemacht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Gegner ist über die Sgezara zurückgedrängt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die Verfolgung auf Pin sk wird fortgesetzt. Die Ge— fangenenzahl hat sich auf über 700 erhöht. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die deutschen Truppen wiesen feindliche Angriffe blutig Oberste Heeresleitung. ab. 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 15. Sept.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 15. September 1915. 8 5 ö Ruffischer Kriegsschauplatz. An der bes g Grenze wiesen unsere Trup⸗ 1 arabischen pen einen russischen Angriff ab. um Dusestr und vor unseren Stellungen östsich von 77 5 herrschte Ruhe An allen anderen Teilen unserer galizis und wolhynischen Front lam es abermals zu schwerem, für den Feind erfolglosen Kämpfen. Nordöstlich von Dubno ließ der Feind bei einem mißglückten Gegenangriff nebst zahlreichen Toten 6 Offiziere und 800 Mann an Gefangenen und drei Maschinengewehre als Beute zurück. Ungarische Heeres⸗ und Landwehrbataillone und das Otocaner Zufanterieregiment Nr. 79 haben hier unter Führung entschlossener selbsttütiger Komman⸗ danten neuerlich Proben kriegerischer Tüchtigkeit abgelegt. Ju dem Wald⸗ und Sumpfgebiete des Styr und des Pripiet warf unsere Kavallerie in den letzten Tagen zahlreiche feindliche Reiter⸗ abteilungen zurück. 5 Die in Litauen kämpfenden K. und K. Streitkräfte er⸗ reichten im Verein mit unseren Verbündeten die Sze zar a. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Tiroler Grenzgebiet hielten die gewöhnlichen Ge⸗ schützkämpfe auch gestern an. Oestlich des Lodinul⸗Passes schritten unsere Truppen zum Angriff und eroberten die feindlichen Stellungen auf dem Findenigkofel und auf dem Kamme südöstlich dieses Greuzberges. An der küstenländischen Front senert die italienische Artillerie mit erßböhier Heftigkeit gegen unsere Stellungen von Javorcek bis zum Tolmeiner Brücken⸗ kopf. Feindliche Angrisse auf den Japorcek und im Brsic⸗Gebiet brachen zusammen. Ebenso wurden eie üblichen Annäherungsver⸗ suche bes Gegners im Abschnitte von Dober do vereitelt. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Jeldmerschallentnant. 7 1 7 7 2 Die„Hauptaufgabe Joffres“? In einer Zuschrift, die der Münchener Zeitung von„hoch⸗ geschätzter Seite“ zuging, heißt es u. a.:„Die Vorbereitungen zu einem breiten Einmarsch ins Elsaß werden von französi⸗ scher Seite schon seit Monaten betrieben. Der französischen Bevölkerung wie auch der belgischen will es nicht mehr recht in den Sinn, daß sie für englische Machtbedürfnisse kämpfen und bluten soll. Es wächst da eine Verstimmung heran, die das Einvernehmen mit den Bundesgenossen erschwert aund die Opferfreudigkeit für die Landesverteidigung selbst be⸗ hindert. Für die Rückeroberung der Reichslande aber hofft die französische Regierung ihr Volk noch immer entflammen zu können. Das ist jetzt die Hauptaufgabe des Generals Joffre. Ob er sie mit oder ohne Verletzung der Neutralität der Schweiz durchführen will oder kann, steht noch dahfn. Er richtet sich für beide Fälle ein, und in beiden ist den Italienern eine wesentliche Rolle zugedacht.“. 8 * Die Frankf. Ztg. bemerkt zu obiger Nachricht: e Dice Gedanken, die in diefer Zuschrift des Münchner Blattes ausgesprochen werden, sind nicht neu und haben iusbesondere! wo der freien Diskussion solcher Fragen keine Rücksichten entgegen stehen, wiederholt zu Erörterungen geführt. Man kann auch wohl annehmen, daß es abef nicht bloß um leere Gerüchte zu handeln braucht, weil die französische Heeresleitung an sich zweifellos In teresse an einer Ausdehnung des von Franzosen besetzten G.. im Elsaß hat, zumal da von einer neuen gemeinsamen Offensive der englisch⸗französischen Streitkräfte noch immer nichts zu ver⸗ spüren ist. Daß eine italienische Hilfe den Franzosen wi. wäre, liegt auf der Hand, und die Aussichten einer Teilnahme italienischer Streitkräfte an den Kämpfen auf unserem westlichen Kriegsschauplatz wurde schon beim Eintritt der Italiener in den Krieg erörtert. Je ungünstiger die Aussichten der Italiene auf den anderen Kriegsschauplätzen sind, desto näher würde an eine Beteiligung der italienischen Armee in Frankreich liegen. war, wie man weiß, Herr Joffre erst kürzlich im italienischen Haupt quartier. Aber trotzdem glauben wir auch der Entscheidung deer Frage mit derselben Gelassenheit entgegen sehen zu können, mit der das deutsche Heer eine Offensive Joffres gegen die Südwestecke un seres Reiches beurteilen würde. Wie man jedoch in der Schweiz über die Möglichkeit einer Neutralitätsverletzung denkt, wie nüch⸗ tern man dort allen Gerüchten und Vermutungen gegenübersteht, und wie wohl gerüstet das Heer der Eidgenossenschaft für alle Mög⸗ lichkeiten ist, darüber hat erst vor wenigen Tagen unser Berner Mitarbeiter den deutschen Leser unterrichtet. 4 2 Entente ⸗Prahlereien. Ein neutrales Urteil. Das Kopenhagener Extra Bladet schreibt in seinem Lert⸗ artikel: Lloyd Georges Rede über die Notwendigkeit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beweise, daß die großen Worte, womit England, Frankreich und Rußland bisher den Krieg behandelten, nichts als leere, törichte Prahlereien seien. Die Dreiverbandsmächte hätten sich nicht die Mühe gegeben, die Beschaffenheit des Feindes, gegen den sie kämpfen wollten, kennen zu lernen; ihre Sorglosig⸗ keit sei vollkommen verbrecherisch gewesen. Der Haupt⸗ inhalt der letzten Rede Lloyd Georges sei, daß, wenn man noch auf die deutsche Niederlage hoffen solle, England den Ausschlag geben müsse, da weder Rußland noch Frank⸗ reich, noch Italien der Aufgabe gewachsen seien. Ihre Kriegs⸗ bereitschaft sei zu gering, ihre Bewertung der Macht des deutschen Feindes sei falsch gewesen, die einzige Rettung sei⸗ daß alle waffenfähigen Engländer an die Front gehen. Einberufung der russischen Landstürmer zweiten Aufgebots. Anfang nächster Wochen gelangen die russischen Jandstürmer zweiten Aufgebots der Jahrgänge 1912 bis 1916 zur Einberufung, Die Jahrgänge 1907 bis 1911 sollen Mitte Oktober efnberuser, werden. Die Einberufung des Jahrgangs 1917 in Frankreich. Wie das Journal versichert, wird der Kriegsminister morgen der Kammer eine Vorlage unterbreiten, die die Einberufung des Jahrganges 1917 auf den 15. Oktober sestsetzt und die Beibehaltung des Jahrganges 1888 unter den Fahnen verfügt. Abgesägte italienische Heerführer. Lugano, 15. Sept. Nach dem gestrigen„Bollettino militare“ sind sieben Generalleutnants und a chtzeh n Generalmajore zur Disposition gestellt worden, was die Unzufriedenheit der Regierung mit den mili⸗ tärischen Fortschritten beleuchtet. 8 Keine italienische Truppen an die Westfront. Zürich, 15. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Neuc Zürcher Zeitung erfährt aus dem Haag: Eine Depesche aus Havre bestreitet die Entsendung italjenischer Truppen an die Westfront. Italien und der Orientkrieg. Ein Mitarbeiter der Neuen Züricher Zeitung, der kürzlich Neapel besuchte, teilt in einem Stimmungsbild des Hasenlebens in Nr. 1201 des Schweizer Blattes folgendes, für den italiensscr⸗ türkischen Krieg wichtige Ereignis mit: nun also fest, daß Italien mit der Entente gegen die Türkei an den faßten Standpunkt aufgeben. Ssgeden. er ein Militäriranzportdampfer in See. Auf Hem riesigen Promenadendeck sehen wir eine Menge britischer Sol⸗ daten, daneben aber in hellen Tropenuniformen auch italienische Truppen. Niemand hat ihre Einschiffung gemerkt, aber jetzt, da der Dampfer aus dem Kriegshafen gleitet und ein„Viva l Italia“, „Viva il Re“ vom Deck herübertönt, besteht kein Zweifel mehr, daß es Italiens erste Bundeshilfe ist, die nach dem Schlachtfeld auf Gallipoli gebracht wird. Während der Dampfer, langsam eskor⸗ tiert von mehreren Torpedobooten, in den im Lichte des Sonnen⸗ unterganges aufleuchtenden Golf hinausgleitet, wird das Ereignis eifrig auf unserm palermitanischen Postdampfer besprochen, und jeder der zahlreichen Passagiere will von andern in aller Stille vor⸗ genommenen Truppentransporten wissen, als deren Ziele bald Lemnos, bald der Dodelanesos genannt werden. Natürlich ist die Neugier aller aufs höchste gespannt, ob Italien nunmehr überhaupt nur seine Verbündeten auf Gallipoli unterstützt oder auch— wie man uns in Rom gerüchtweise sagte— in Kleinasien bei Smyrna und Adalia Truppen landen und hier neue weite Okkupations⸗ gebiete besetzen wird. 5 2 Wenn die Beobachtungen des Reisenden richtig sind, so steht es Dardanellen oder in Kleinasien kämpft und sich nicht damit be⸗ gnügt, nach der tripolitanischen Kolonie Verstärkungen zu schicken. Der Fall der„Arabic“. Hamburg, 15. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Ham⸗ burger Nachrichten melden: Wie ein in London aus Washington eingelaufenes Telegramm berichtet, ist Präsident Wilson jetzt be⸗ reit, die Frage der„Arabic“ einem Haager Schiedsge⸗ richt zu überweisen. Dagegen will der Präsident bei den librigen grundsätzlichen Fragen, die in der amerikani- schen Note bekanntgegeben worden sind, nichts von seinem ge⸗ Für die allgemeine Dieustpflicht in England. Ein Manifest für die Dienstpflicht in England ist er⸗ schienen. Es ist unterzeichnet von 30 Parlamentsmitgliedern und 22 Lords, die alle unter den Fahnen stehen. Die neuen Milliarden⸗Kredite in Frankreich. Genf, 15. Sept. Der Gesetzvorschlag, den der Finanzminister Ribot morgen in der französischen Kammer über die. zwölftel für die letzten drei Monate 1915 unterbreiten wird, setzt den Betrag der zu gewährenden Kredite auf 6 Milliarden 100 Mil⸗ lionen Franes fest. Die neuen Anleihebemühungen in New Pork. London, 15. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Central News melden aus Washington: Pierpont Morgan hat die französischen und englischen Finanz leute zusammen mit 175 Bankiers und sonstigen hervor⸗ ragenden Geschäftsleuten zu einem Empfangsfeste eingeladen. Man glaubt mit Sicherheit, daß es den Alliierten glücken wird, eine fünfprozentige Anleihe von 100 Millionen Pfund Sterling aufzunehmen. Die deutsche Presse Amerikas tadelt scharf den Anleiheplan und bezeichnet ihn als schwerwiegende Verletzung der Neutralität. E Reuter meldet aus Washington, daß sich die Re⸗ gierung der Vereinigten Staaten weder für noch gegen den Versuch der englisch⸗französischen Kommission, eine Anleihe von einer Milliarde Dollars aufzunehmen, er⸗ klären wird. Man stellt sich auf den Standpunkt, daß sich die beteiligten Bankiers nicht an die Regierung gewandt haben, daß sie deshalb auf eigene Verantwortung handeln, und daß dieser geschäftlichen Transaktion gesetzliche Hinder⸗ nisse nicht im Wege stehen. Obwohl es sich um Riesensummen handelt, sind die höheren Regierungskreise der Ansicht, daß sich der Abschluß dieser Anleihe nicht von andern Handels ish Kriegs-Kornfranck auch das Kaffeegefränk für Kranke und Kinder. Mit dem angenehmen kaffecähnlichen Geschmack und seiner Be- Kömmlichkeit verbindet Kriegs- Kornsrande noch den Vorzug der Billigkeit. Kriegs- Kornfranck ist überall zu haben. Ganzes beet. 50 Pfennig, halbes Paket 26 Pfennig. Hgenelne ncuanzengale Hege. Die Beiträge zur Kranken- und Invaliden⸗ zersicherung für Monat Juli 1915 können noch bis um 30. Sept. 1915 ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 15. Sept. 1915. Der Vorstand J. A.: Alb. Lentz. eee NNN NINA — Holzschuhe sowie sämtliche 1 Leder⸗ Schuhwaren aller Art zu mäßigen Preisen. Max Marum, Bahnhofstraße 4. Ar. montag, ven 20. September 1915 K Dienst. den 21. September 1915 IR Mittwoch, den 22. September 1915 87 Donnerstag, den 23. September 1915 f jedesmal von 8—12 Uhr vormittags und 2—5 Uhr nachmitiags. Die Zahlstelle ist im Stadthaus, Zimmer Nr. 4. f — transaktionen unterscheide, die ohne Hindernisse im ver⸗ gangenen Jahr zustande gekommen sind. 8 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 8 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Drug: Verlag Oftenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Offenbach a. M. Dekauntmachung Die Vergütungen für die im e N 4 guartieren untergebrachten Mannschaften er 1 0 fanterie⸗Ersatzbataillone Gießen werden bezahlt: 5 Der Oberbürgermeister. an die Empfangsberechtigten, deren Namen beginnen mit: Keller. 5% Deutsche Reichsanleihe. (Dritte Kriegsanleihe.) Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden weitere 5% Schuldverschreibungen des Reichs hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. 5 155. Die Schuldverschrelbungen sind seitens des Reichs bis zum 1. Oktober 1924 nicht kündbar; bis dahin kann also auch ihr Zinsfuß nicht herabgesetzt werden. Die Inhaber können jedoch darüber wie über jedes andere Wertpapier jederzeit(durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Bedingungen. 1. nungsstelle ist die Reichsbank. Zeichnungen werden . von Sonnabend, den 4. September an g bis Mittwoch, den 22. September, mittags 1 uhr b 8 bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin(Postscheckkonto Berlin Nr. 99 und bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung der Königlichen Seehandlung(Preußischen Staatsbank) und der Preußischen Central⸗Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten, sowie f sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, 5 sämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft und jeder deutschen Kreditgenossenschaft erfolgen. 185 1. Auch die Post nimmt Zeichnungen an allen Orten am Schalter entgegen. Auf diese die Vollzahlung zu leisten. a„„ 2. Die Anleihe ist in Slücken zu 20 000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen, zahlba⸗ am 1. April und 1. Oktober jedes Jahres ausgefertigt. Der Zinsenlauf beginnt am 1. April 1916, der erste Zinsschein ist am 1. Oktober 1946 fällig. 5 f 3 5 3. Der Zeichnungspreis beträgt, wenn Stücke verlangt werden, 99 Mark, 5 wenn Eintragung in das Reichsschuldbuch mil Sperre bis 15. Oktober 1916 beasstragt wird, 93,30 Mark für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinsen(vergl. Z. 8). J 4. Die zugeteilten Stücke werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauplbank für Werlpapiere in Berlin bis zum 1. Oktober 1916 vollständig kostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Niederlegung nicht bedingt; der Zeichner kann sein Depot jederzeit— auch vor Ablauf dieser Frist— zurücknehmen. Die von dem Konter für Werlpapiere ausgefertigten Depotscheine werden von den Darlehnskassen wie die Wertpapiere selbst beliehen. 5. Zeichnungsscheine sind bei allen Reichbankanstalten, Bankgeschäften, öffentlichen Sparkassen, Lebensversicherungsgesellschaften und Kreditgenossenschaften zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsscheinen brieflich erfolgen. Die Zeichnungsscheine für die Zeichnungen bei der Post werden durch die Postanstalten ausgegeben. 6. Die Zuteilung findet lunlichst bald nach der Zeichnung statt. Ueber die Höhe der Zuteilung entscheidet das Ermessen der Zeichnungsstelle. Besondere Wünsche wegen der Stückelung find in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseitt des Zeichnungsscheines anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden. 0 7. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 30. September d. Sie sind verpflichtet: 30% 20% 125 abzuholen. in Bürger⸗. 25 Gießen, den 16. September 1915. Landsturm⸗In⸗ Zeichnungen ist zum 18. Oktobe: J. an jederzeit voll bezahlen. des zugeteilten Betrages spätestens am 18. Oktober 1915 0 7 15 5„ 24. November 1915 2⁵ 7 5 7 10„ 22. Dezember 1915 25%%„ VFR„„ 22. Januar 1946 a 5 zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden, durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerks, Auch die Zeichnungen bis zu 1000 Mark brauchen diesmal nicht bis zum ersten Einzahlungs⸗ termin voll bezahlt zu werden. Teilzahlungen sind auch auf sie jederzeit, indes nur in runden durch 100 leil⸗ baren Beträgen des Nennwertes gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. f 5 Beispiel: Es müssen also spätestens zahlen: die Zeichner von Mk. 300 Mk. 100 am 24. November, Mk. 100 am 22. Dezember, die Zeichner von Mk. 200 Mk. 100 am 24. November, Mk. 100 am 22. Januar, die Zeichner von Mk. 100 Mk. 100 am 22. Januar. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet worden ist. Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatzanweisungen des Reichs werden unter Abzug von 5% Diskont vom Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zu dem Tage ihrer Fälligkeit in Zahlung genommen. 8. Da der Zinsenlauf der Anleihe erst am 1. April 4916 beginnt, werden auf sämtliche Zahlungen 50% Stückzinsen vou Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zum 31. März 1916 zu Gunsten des Zeichners verrechnet. * Mk. 100 am 22. Januar, für Schulbuch tücke eintrugungen 96,50 Mt. 96,30 Beispiel: Von dem in Z. 3 genannten Kaufpreis gehen demnach ab für S bei Zahlung bis zum 30. September Stückzinsen für ein halbes Jahr= 2½ 0, tatsächlich zu zahlender Betrag also nur Mk 5 am 18. Otkober„ für 162 Tage— 225 0% Mk. 96,75 W 56,565 5„ t. Novembes„ für 126 Tage— 1,75%„„ M. 9% W 97,08 für je 100 Mk. Nennwert. Für jede 18 Tage, um die sich die Einzahlung weiterhin verschiebt, ermäßigt sich der Stückzinsbetrag um 2 Pfg. 9. Zu den Stücken von 1000 Mark und mehr werden auf Antrag vom Reichsbank⸗Direktorium ausgestellte Zwischen⸗ scheine ausgegeben, über deren Umtausch in Schuldverschreibungen das Erforderliche später öffentlich bekannt gemacht wirr Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen Zwischenscheine nicht vorgesehen sind, werden mit größtmöglicher Beschleun, 3 fertiggestellt und vorgussichtlich im Januar 1916 ausgegeben werden. e Berlin, im August 1915. *.*„* Reichsbank⸗ Direktorium. 908 Havenstein. v. Grimm. eee een Soeben erschienen! Beste Kriegskarte! Zio steht der Krieg am 6. September 1915. 4 Fauptkarten, 16 Spezialkarten, 1 Kriegschronik. Preis nur 50 Pfg. Aleinperkauf: Oberhesssche Volkszeitung, Bahnßboffr. 23. Grosse Poster: Emaille Linkvareh Zu extra billigen Preisen Mal Marum cnffαε,ef,νανεναννεεν e e N N αιτε,ενιπτεhε“νεν“νιsε‘⏑νͤup NM mahnhofstrasse 4 Es wird dringend ersucht, die Sekräge an genannten Tagen Die gerstärt segende guuße gahr zl ufniss Fulsche ien Fate ut gef mehr li in eben 1 aum ad v. wollen ö 1 Ane vi berrez U Bi 0 60 bpürtsg ch noc f da ir sie ö Se uff in nen. fer ei. . dische N N