mend ——2⁵ inzen⸗ lung lust, eile, lhitlt itt. 2 el 2 e saben wir einen neuen Zwischenfall Arabic. Unsere Leser wissen, daß es sich bei„Arabic“ dampfer handelt. boot torpediert worden sein, wobei auch einige amerikanische Passa⸗ giere unis Leben gekommen sind. Es ist bisher noch in keiner Weise zweifelsfrei festgestellt, daß es sich wirklich um Torpedierung, durch äußeren Umständen durchaus noch die Möglichkeit angenommen wer⸗ den, daß„Arabic“ auf eine Mine gestoßen und dadurch gesunken ist. fucht, daß der deutsche U⸗Boot⸗Krieg niemals gegen friedliche Per⸗ ö 70 17 enthält: Aeethe — Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1 80 Mk. Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 207 Gießen, Samstag, den 4. September 1915 10. Jahrgang Vom Dentschland und Amerika. Noch ist der Lusitania⸗Zwischenfall nicht erledigt und schon wieder um einen englischen Personen⸗ Er soll angeblich von einem deutschen Untersee— ein deutsches Unterseeboot handelt. Es kann vielmehr aus allerlei Die Presse der Entente hat aber natürlich sofort behauptet, daß die Versenkung des Schiffes nur durch ein deutsches U-Boot bewirkt worden sei und hat damit in Amerika ein gegen Deutschland außer⸗ ordentlich unfreundliches Echo geweckt. Die amerikanische Presse, die, wie man weiß, sast durchweg englandfreundlich ist, hat die amerikanische Regierung scharf zu machen versucht und sie glaubt, einen Treffer damit auszuspielen, daß sie erinnert, die„Lusitania“⸗ Affäre sei auch noch nicht irgendwie vom Fleck gekommen. Dadurch ist die allgemeine amerikanische Stimmung erneut in eine große Er— legung gegen Deutschland gekommen und man kann nicht leugnen, daß diese Stimmung so ernst geworden ist, daß sie auch in Deutsch⸗ land zur Berücksichtigung und Ueberlegung zwingt. Es kann dabei zunächst ganz gleichgiltig bleiben, ob der Fall„Arabic“ schon ganz klar liegt oder nicht, im Augenblick sind jedenfalls das amerikanische Publikum und erst recht die amerikanische Regierung außerordent⸗ lich erbittert über den deutschen U-Boot⸗Krieg und über die Nach⸗ lässigkeit, mit der augeblich die deutsche Regierung die amerikanischen Einwendungen dagegen behandelt. Die Lage wird aber, wie uns scheint, wesentlich dadurch verein⸗ sonen geführt worden ist, sondern ausschließlich und ausgesprochener⸗ maßen gegen englische Kriegsschifse, gegen englische Handelsschiffe und solche neutrale Schiffe, die Kriegskonterbande führen. Die deutsche Regierung hat sich im Gegensatz zu den Ententemächten und besonders zu England und Rußland immer auf den Standpunkt ge⸗ stellt, daß sowohl zu Lande wie zu Wasser die friedliche Bevölkerung nach Möglichkeit geschont werden muß. Die deutsche Regierung würde sich also unseres Erachtens garnichts vergeben, wenn in dem„Ara⸗ bic“⸗Fall sich wirklich herausstellen sollte, daß auch die„Arabic“ durch ein deutsches U-Boot versehentlich torpediert worden sei, ein⸗ gestünde daß hier ein Fehler vorliege, der nicht beabsichtigt und in seiner Wirkung nicht gewollt war. Unser U-Boot⸗Krieg würde durch eine solche Erklärung weder an Ansehen, noch an Wirkung qu ver⸗ lieren brauchen. Er will ausschließlich eine kriegevische Waffe sein, die sich bewußt und absichtlich niemals gegen frledlien Bürger irgend einer Nation richten soll. Freilich muß immer wieder betont wer⸗ den, daß auch die friedlichen Bürger es vermeiden müssen, sich, wenn sie gewarnt sind, kriegerischen Gefahren auszusetzen. Andererseits brauchen wir die Heftigkeit der amerikanischen Stimmung nicht zu ilberschätzen. Sie ist zunächst zweifellos nicht einheitlich, die Ver⸗ einigten Staaten bilden einen so großen Komplex verschiedener! geographisch und national getrennter Länder, daß die Newyorker resse noch nicht ein Bild des gesamten Landes gibt. Außerdem beruhigt sich der Amerikaner gewöhnlich ebenso schnell, wie er sich erregt, sobald ihm in Ruhe gesagt worden ist, daß er sich irrt, oder daß die Voraussetzungen für seine Erregung nicht zutreffen. Hoffent⸗ lich wird diese Beruhigung alsbald durch die diplomatischen Ver⸗ handlungen zwischen Deutschland und Nordamerika herbeigeführt. Die deutsche Regierung wird sich zweifellos nicht von der eng⸗ lischen Preßmache ins Bockhorn jagen lassen. Sie hat aber ebenso wenig Anlaß, die Erregtheit in Nordamerika für nichts zu achten. Wir; haben keinen Grund, einen etwaigen neuen Gegner militärisch zu fürchten, aber wir haben ebenso wenig irgend einen Anlaß, einen neuen Gegner zu suchen oder gar zu schaffen, wenn wir ses irgendwie dermeiden können. Aus diesen Gründen kann man nur immer den Vunsch wiederholen, daß unsere früher so guten Beziehungen zu Amerika auf eine ffir beide Teile befriedigende Art wieder her gestellt werden. Die Aussicht hierauf erscheint um so größer, a nach Fressemeldungen zwischen Deutschland und Amerika in Hau⸗ kelsfragen besondere Abmachungen stattgefunden haben. Es han⸗ delt sich dabei überwiegend um Kompensationen im Handel, die auch von der englischen Regierung beabsichtigt werden sollen. Amerika t danach die englische Regierung veranlaßt, bestimmte deutsche Produkte nach Amerika durchzulassen. Es ist wohl anzunehmen, daß umgekehrt sich England gegenüber Amerika auch verpflichtet haben wird, bestimmte amerikanische Produkte nach Deutschland durchzu⸗ lassen. Das alles zeigt jedenfalls, daß es wohl im Augenblick starke Reibungsflächen zwischen Amerika und Deutschland gibt, daß doch aber auf beiden Seiten der gute Wille vorhanden bleibt, die Difse⸗ renzen auf gütliche Art aus der Welt zu schaffen. Die Sozialdemo⸗ kratie kann ihrerseits diese Bemühungen nur nach besten Kräften gutheißen und unterstützen. * Verständigung? 1 Die neuesten Meldungen des Reuterschen Bureaus lassen eine Verständigung zwischen Deutschland und Amerika wahrscheinlich er⸗ scheinen und zwar infolge eines deutschen Entgegenkom mens. Reuter meldet aus Washington: Graf Bernstorff hat im Auftrage seiner Regierung dem Staatssekretär Lansing mitge⸗ eilt, daß Deutschland, das durch die Vereinigten Staaten vertretene Prinzip, daß Pafsagierboote gewarnt werden müssen, angenommen hat.. Reuter meldet weiter aus Washington: In seinem Brief an den Staatssekretär Lansing zur Bestätigung seiner mündlichen Mitteilung sagt Bernstorss, daß seine Instruktion bezüglich der Autwort Deutschlauds auf die legte„Lusitania“ Note folgenden is enthält:„Passagierschisse werden durch unsere Untersee⸗ bote nicht in den Grund gebohrt werden ohne Warnung und ohne 8 7 Sicherheit für das Leben der Nichtkombattanten, vorausgesetzt, daß die Passagierschiffe nicht versuchen, die Flucht zu. ergreifen oder Widerstand zu leisten.“ Bernstorff fügte hinzu:„Obwohl ich weiß, daß Sie die„Lusitania“-Angelegenheit nicht zu verhandeln wün⸗ schen, bevor der„Arabic“-Zwischenfall vollständig und in befriedi— gender Weise zur Lösung gebracht worden ist, wünsche ich Sie von Obigem in Kenntnis zu setzen, da meine Regierung diese Politik be⸗ schlossen hat, bevor der Vorfall mit der„Arabic“ sich ereignete“. Mit Rücksicht auf diesen Brief hat Lansing erklärt:„Es scheint mir wegen der Deutlichkeit dieser Erklärung überflüssig, hierzu einen Kommentar zu geben. Ich will nur sagen, daß es eine Aner- kennung der Grundprinzipien zu sein scheint, die wir vertreten haben. Die Regierung ist der Meinung, daß die Krise vorbei ist, und daß Deutschland die Gerechtigkeit unserer Prin⸗ zipien, die Wilson vertritt, anerkennt.“ Havas meldet aus Washington: Die von Graf Bernstorff überreichte Note verpflichtet sich, nicht nur die Dampfer nicht ohne vorherige Benachrichtigung zu versenken, sondern es gewährleistet auch im Falle der Versenkung die Sicherheit des Lebens der Nichtkombattanten. Das kluge Entgegenkommen Deutschlands wird bei uns gewiß fast allgemein— abgesehen von einigen alldeutschen Ueberstarken — begrüßt werden. Nur die Entente wird unangenehm berührt sein, denn sie braucht in ihren Nöten den deutsch-amerikanischen Konflikt. 0 1 4* Kein Sonderfrieden mit Rußland. Der Morning Post wird aus Stockholm gemeldet: Die andauernden Gerüchte über einen Sonderfrieden zwischen Deutschland und Rußland, womit Schweden in Verbindung gebracht wird, haben das schwedische Ministerium des Aeußern zu der Erklärung veranlaßt, daß die Regierung mit diesen Gerüchten nichts zu tun hat. England und Griechenland. T. U. Wien, 2. Sept. Die Reichspost erfährt aus Athen, auf Betreiben der griechischen Regierung habe die Admiralität der ver—⸗ bündeten Flotte vor den Dardanellen den Befehl erhalten, der Be— förderung von Postpaketen, deren über 10 000 in Saloniki aufge⸗ liefert wurden und fast ausschließlich aus Deutschland und Oester⸗ reich-Ungarn stammen, nach Griechenland keine Schwierigkeiten zu bereiten. Japan fabriziert Munition für die Alliierten. London, 2. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Times meldet aus Tokio: Die Regierungsarsenale arbeiten mit voller Kraft an der Herstellung von Munition für die Ver⸗ bündeten, besonders lar Rußland. Auch die Privat⸗ fabriken sind zu diesem Zwecke mobilisiert worden. Geld und Krieg. Der Reichsschatzsekretär hat in seiner letzten Reichstags rede die monatlichen Kriegskosten Deutschlands auf zwei M rden Mark beziffert. Daraus würde sich ergeben, daß die Gesamtkosten sür die ersten 13 Monate des Krieges sich für Deutschlands auf nicht weniger als 26 Milliarden belaufen. Demgegenüber steht nur ein Anleihebetrag von 13½ Milliarden Mark, den das Reich, wie be⸗ kannt, in zwei Anleihen aufgenommen hat. Die erste Kriegsanleihe brachte 4460 Millionen Mark, die zweite Kriegsanleihe 9060 Mil⸗ lionen Mark. Zu diesen Anuleihebeträgen kommt wahrscheinlich ein größerer Diskont bei der Reichsbank, der von kundigen Leuten auf etwa 4 Milliarden Mark veranschlagt wird. Das wären aber immerhin zusammen erst 17% Milliarden Mark, sodaß noch immer ein solcher Unterschied zwischen den Angaben des Reichsschatzsekre⸗ färs und dieser Gesamtsumme bestehen bleibt, daß eine fachliche Difserenz zwischen der Berechnung Dr. Helfferichs und der allge⸗ meinen Auffassung von der Höhe der Kriegskosten wahrscheinlich ist. Es ist anzunehmen, daß die Kriegskosten für Deutschland erst in den letzten Monaten die Summe von zwei Milliarden erreicht haben und früher darunter geblieben sind. Es ist ferner wahrscheinlich, daß der Reichsschatzsekretär unter Kriegskosten nicht nur die Kosten der Kriegsführung verstanden hat, sondern auch die Verwüstungen der Feinde, wie in Ostpreußen, und Hilseleistungen an unsere Ver⸗ bündeten, von denen er ja auch sprach. Daraus würde sich die Differenz allerdings erklären lassen. Anderexseits kann kein Zweifel bestehen, daß Dr. Helfferich nicht zu schwarz gemalt hat, sondern daß wir jetzt wirklich mit einer monatlichen Kriegsausgabe bon 2 Milliarden Mark zu rechnen haben. Diese in der Geschichte ganz unvergleichlichen Summen sollen natürlich aufgebracht werden und in jedem Moment für die Kriegführung des Reiches zur Verfügung stehen. Die Erträge der ersten Anleihe sind aber glatt verbraucht, der Diskont bei der Reichs⸗ bank und die Schatzauweisungen des Reiches, die nichts anderes dar⸗ stellen, als Wechfel, müssen in absehbaxer Zeit eingelöst werden Es erhebt sich also erneut der Ruf nach Geld und die doftte Kriegsan⸗ leihe ist inzwischen vom Reichstage bewillia“ vorden. Sie beläuft sich zahlenmäßig auf 10 Milliarden Mark, soll aber wiederum ohne diese feste Grenze zus eichnung aufgelegt werden, sodaß, wenn die Zeichnungen gacthend eingehen, dieser ungeheure Betrag wieder üüberschystten werden kann. Dementsprechend sind die Bedingungen Auleihe für das große und größte Publikum möglichst günstig gestaltet. Das bedeutet aber nicht eine Verschlechterung für das Reich, im Gegenteil gibt das Reich die neue Anleihe zu 99 Prozent heraus, das heißt, um ein halbes Prozent höher als die zweite und um 1½½ Prozent höher als die erste Anleihe. Es spart also schon sofort au der Ausgabe der neuen Anleihe Millionen. g Die Ver⸗ zinsung au die Gläubiger ist wieder auf 5 Prozent sestgesetzt und da die Kufoshe zu 100 Prozent zurückgezahlt wird, so ist die Verzinsung eltkrieg. in Wahrheit noch größer als 5 Prozent. Sie ist überdies erst im Jahre 1924 rückzahlbar und ihr Zinsfuß darf bis dahin nicht ge⸗ ändert werden. Es ergibt sich danach ein jährlicher Zinsertrag von 5,16 Prozent für die Käufer. Dazu kommt die unvergleichliche Sicherheit dieser Kapitalsanlage, sodaß die Käufer der Anleihe tat⸗ sächlich ein so gutes und risikoloses Geschäft eingehen, wie es der deutsche Weltmarkt noch niemals geboten hat. Das Reich rechnet auch tatfächlich aus diesen Gründen mit gewaltigen Zeichnungen und mit Zeichnungen, die aus allen Kreisen der Bevölkerung kommen, nicht nur aus den kapitalkräftigen, sondern aus allen Schichten, die überhaupt nur 100 Mark freihaben und sie sicher anlegen wollen. Es ist z. B. Vorsorge getroffen, daß an jedem Postschalter gezeichnet werden kaun und daß größere Beträge nicht mit einem Mal gezahlt werden brauchen, sondern in Raten gezahlt werden können. Alles Nähere darüber ist an jedem Postschalter zu erfahren. 5 Die gewaltige Summe, die Deutschland für diesen Krieg auf⸗ bringen muß, zeigt erneut und verstärkt, wie sehr in der modernen Welt das Kapital auch den Krieg beherrscht. Ohne Geld ist eine Kriegführung heute noch unmöglicher als früher und es ist sicher eine ebensogroße Leistung, das Geld im Innern aufzubringen, als die Siege draußen auf dem Schlachtfelde zu erfechten. Der Unter⸗ schied besteht nur darin, daß draußen Blut fließt, während im In⸗ nern die Opfernden sogar noch ein gutes Geschäft machen. Das darf aber nicht darüber täuschen, daß in der Wirkung Beide, draußen wie daheim, die gleiche Pflicht für die Sicherung der deutschen Grenzen erfüllen. 3 Schon die ersten Tage haben aus den Kreisen der Sparkassen, Versicherungsaustalten, Genossenschaften und der großen Industrie riesenhafte Summen für die Auleihezeichnung ergeben, die als Bei⸗ spiel weiter wirken werden. Aber auch hier gilt das alte Wort, daß es nur die Masse bringen kann; der Einzelne macht auch mit den größten Ziffern den Kohl nicht fett. Es ist deshalb mit Recht in allen Aeußerungen der Presse, der Regierung und anderer Stellen, die die Agitation für die Anleihe übernommen haben, auf die Massenseschnungen verwiesen worden. Und da in der Tat die Anleihe nicht nur eine absolut sichere Anlage bedeutet, sondern auch eine gute Verzinsung erbringt und zugleich dem Vaterlande hilft, so möchten auch wir an unserem Teil die Agitation für die Reichsanleihe unterstützen und jeden, der kann, ermahnen, sein Geld in Kriegsanleihe anzulegen. Spekulation mit Gerste. Der Bundesrat hat bisher davon abgesehen, Höchstpreise für Braugerste festzusetzen. Man hielt das nicht für nötig, weil durch die gesetzliche Beschränkung der Bierproduktion eine Preistreiberei angeblich nicht zu erwarten sei. Wie die Münchener Neuesten Nachrichten nun mitteilen, ist die Spekulation bereits tüchtig an der Arbeit. Trotz aller Warnungen, die Braugerste vor der Zuteilung von Bezugs⸗ scheinen zu kaufen, werden jetzt schon in Bayern von Händlern sogenannte feste Käufe unter allerhand Klauseln abgeschlossen und es werden 28 Mark für den Zentner genommen, offenbar in der Meinung, daß es der schwerfälligen Gerstenver⸗ wertungsgesellschaft doch nie gelingen werde, mäßige Preise zu halten und die Spekulation zu verhindern. Diesem Treiben kann nur dann Einhalt geboten werden, wenn schleunigst Höchstpreise für Braugerste festgesetzt werden, die aber erheb⸗ lich unter den jetzigen Spekulationspreisen bleiben müssen. Ein englischer Trausportdampfer durch ein deutsches U-Boot versenkt. W. B. Konstantinopel, 2. Sept.(Nichtamtlich.) Die Heeresleitung teilt mit: Der englische Transportdampfer „Sawslanso“ ist von einem deutschen Unterseeboot im Aegäischen Meere torpediert und versenkt worden. Ein großer Teil der an Bord befindlichen Truppen ist ertrunken. An den Dardanellen und an den anderen Fronten keine wesent⸗ liche Veränderung. Vom Balkan. Bulgarien rüstet gegen Serbien. Der Temps erhält aus Dedeagatsch folgende Meldung: Die Bulgaren arbeiten fieberhaft an der Befestigung der bulgarisch-griechischen Grenze. Verschanzungen und Gräben würden aufgeworfen. Höhere bulgarische Offiziere begaben sich zur Besichtigung der Arbeiten an Ort und Stelle. Die bulgarische Regierung entließ alle griechischen, serbischen und italienischen Arbeiter, die an den Befestigungsarbeiten be- schäftigt sind, wie auch einige belgische Minendirektoren. Serbien macht sich bereit. Das Neue Wiener Journal meldet aus Sofia: Die serbische Heeresleitung versammelte an der bulgarischen Grenze große Truppenmassen. Ministerpräsident Pasitsch gab in einer Unterredung mit dem Sonderberichterstatter des Corriere della Sera diese Truppenzusammenziehungen auch zu und behauptet, Serbien sei durch den drohenden Einfall bulgarischer Banden dazu gezwungen worden. 4 Bulgarien einig mit der Türkei. Die Festsetzung der türkisch⸗bulgarischen Verständigung ist, wie die Vossische Zeitung und die Kölnische Zeitung aus Sofia melden, nunmehr geschehen. In dem dies⸗ bezüglichen Telegramm heißt es: Dank der staatsmännischen Weisheit der maßgebenden Türken dürfe man die Bezie⸗ hungen zwischen Bulgarien und der Türkei als gesichert be⸗ trachten. Anstatt einen Krieg zu führen, der bittere Prüfun⸗ gen mit sich bringen würde, habe Bulgarien nun einen wert⸗ vollen Zuwachs an Land erhalten und die Türkei einen wohl⸗ wollenden Nachbar. T. U. Sofia, 3. Sept. Bulgarische Blätter melden, daß der Vor⸗ sitzende der türkischen Kammer, Halil, kürzlich erklärt habe, die Türken und Bulgaren seien gute Nachbarn geworden, die im gegenseitigen Interesse Opfer bringen müßten. Die türkischen Mohammedaner müßten dieses verstehen und auch aus Staatsrück⸗ sichten Opfer mit derselben Vaterlands- und Glaubensliebe bringen müssen, wie sie unter Verwunderung der ganzen Welt für ihr Vaterland kämpfen. Halils Erklärungen sind von den Adrianopeler Mohammedanern mit Befriedigung aufgenommen worden. Nach den Abmachungen werden die bulgarischen Behörden im Laufe des Septembers die Verwaltung des abgetretenen Landes übernehmn. Ein griechisch⸗türkisches Bündnis? Die Reichspost meldet aus Athen: Der hiesige türkische Gesandte weilte mehrmals bei dem Könige, mit dem er lange Zeit konferierte. Ueber den Inhalt der Unterredungen wird natürlich nichts bekannt gegeben, doch zeigte der Gesandte bei dem Verlassen des Palastes eine zuversichtliche Stimmung. In hiesigen politischen Kreisen ist das Gerücht verbreitet, daß in Konstantinopel von griechischer Seite Fühlung genommen wurde, ob es nicht möglich wäre, über ein griechisch-türkisches Bündnis zu verhandeln. Die türkische Regierung sei nicht abgeneigt, sich auf Verhandlungen mit Griechenland einzu— gassen. Neue Zugeständnisse des Vierverbandes an Griechenland. Die Neue Freie Presse läßt sich aus Athen telegraphieren, der Vierverband hat Griechenland neue bedeutende Zugeständnisse an der kleinasiatischen Küste angeboten, falls Giechenland gestatte, über Saloniki Vierverbands⸗Truppen nach Serbien zu befördern. Die getäuschten Rumänen. Wie verschiedenen Berliner Blättern aus Bukarest gemeldet wird, habe die rumänische Regierung bei Kriegsausbruch größere Mengen Munition in Italien bestellt. Die italienischen Lieferungen erwiesen sich jedoch als vollständig unbrauchbar. England sucht griechische Aerzte. Schweizer Blätter melden aus Athen: Wie Neon Asty erfährt, sind zahlreiche Verwundete aus den Dardanellenkämpfen auf den von den Italienern besetzten Inseln des Dodekanes untergebracht worden. Griechische Aerzte werden gegen hohes Entgelt für englische Hospitalschiffe gesucht. Ein deutscher Flieger über Dünaburg. T. U. Kopenhagen, 3. Sept. Nach einer Meldung aus Petersburg ist am Montag zum ersten Male ein deutsches Flugzeug über Dünaburg erschienen. Bomben wurden nicht heruntergeschleudert. Trotz heftiger Beschießung aus den Ballonabwehrkanonen der Forts entkam der Flieger in nord⸗ westlicher Richtung. Russische Blätter behaupten, daß die Deutschen in Tukkum einen Flugplatz eingerichtet hätetn und daß sich dort auch Hallen für Zeppeline befinden. Die Cholera in Lemberg. Wien, 2. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Kriegspresse⸗ Quartier meldet: Gegenüber den unrichtigen Grüchten über Choleraerkrankungen in Lemberg wird festgestell:: Während im Laufe des Juli die Erkrankungen an Cholera in Lemberg 20 Fälle täglich betrugen, erkrankten infolge der durchgeführten Assanier— ungsarbeiten, insbesondere der Schutzimpfung in der ersten August⸗ hälfte nur drei bis vier Personen täglich. Vom 26. bis 31. August betrug die Zahl der sichergestellten Fälle nur zwei. Von einer Choleraepidemie kann durchaus nicht die Rede sein. Französische Briefsperre nach dem Ausland. Die Pariser Presse veröffentlicht laut Berliner Lokal⸗ anzeiger eine Mitteilung, wonach die oberste Heeresleitung aus dringenden Gründen der nationalen Verteidigung be⸗ stimmte, daß Briefe nach dem Auslande 48 Stunden zurück gehalten werden können, ehe sie aus dem französischen Gebiet weiter gesandt werden. Russische Sondermission nach Tokio. T. U. Kopenhagen, 3. Sept.(Privatmeldung.) Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist am vergangenen Samstag in aller Stille eine russische Sondermission nach Tokio mit hochpolitischem Auftrage abgereist. Die Sondergesandtschaft setzt sich aus folgenden Persönlichkeiten zusammen: dem Generalmajor Wolkoff, dem ehe⸗ maligen Staatssekretär Baron Gyldenbrandt und drei Mitgliedern des Reichsrates. Es war ursprünglich beabsichtigt, daß der zurzeit in Petersburg weilende ehemalige französische Außenminister Cruppi die Sondermission begleiten solle, doch ist im letzten Augenblick aus unbekannten Gründen auf die Mitreise Cruppis verzichtet worden. Kriegsnoltzen. In der Tracht einer Krankenschwester hat die 21jährige Lageristin Clara Schilling in Berlin eine große Reihe von Betrügereien verübt. Sie suchte die Frauen auf, die durch Inserate in den Zeitungen Mitteilungen über ihre auf den Kriegsschauplätzen verschollenen Männer und Söhne erbaten. Sie wußte dann den Glauben zu erwecken, daß sie, die„soeben aus dem Felde gekommen“ und angeblich sehr schnell wieder dorthin zurück müsse, die Vermißten im Lazarett gepflegt habe und imstande sei, ihnen Grüße und Liebesgaben zu überbringen. Im ganzen standen 21 Betrugs⸗ und 3 Diebstahlsfälle zur Anklage. Das Gericht verurteilte sie zu zwch Jahren drei Monaten Gefängnis und zwei Wochen Haft. Eine andere falsche Krankenpflegerin, die 24jährige Gertrud Wiese, die von ärztlichen Sachverständigen für minderwertig er⸗ klärt wurde, erhielt 1 Jahre Gefängnis. Eine Versammlung von Kohlengroßhändlern aus Genug, Mailand und Turin verlangt Abhilfe gegen den infolge des englischen Ausfuhrverbotes entstandenen Kohlenmangel, der die Versorgung der italienischen Fabriken unmöglich macht. Eine Anzahl Pariser Briefmarkenhändler, die sich aus der Schweiz deutsche Briefmarken, insbesondere Marken mit dem Aufdruck„Belgien“ schicken ließen, wurden vom Gericht in Pontarnier wegen Handels mit dem feindlichen Ausland zu Geld⸗ strafen von insgesamt 38 472 Frks. verurteilt. Die Briefmarken wurden konfisziert. Laut einer Meldung des Matin aus Carmaux wurde nach einer geheim geführten Untersuchung der mobilen Polizei eine große Erpressungsaffäre aufgedeckt, die die Divektion der Munitionswerke von Saut⸗du⸗Tann betrifft, in der 3000 Arbeiter beschäftigt werden. Weitere Erhebungen in der An⸗ gelegenheit, die in der ganzen Gegend lebhaftes Aufsehen hervor⸗ ruft, werden durch die Behörden angestellt. Das radikale Abendblatt Le Bonnet Rouge, das von der Pariser Zensur eine Woche lang unterdrückt war, ist am Mon⸗ tag wieder erschienen, wurde aber sofort wieder konfis⸗ ziert. Wie die Newyork Sun meldet, hat die englische Regierung in Amerika einige Anti⸗Zeppeline bestellt. Es sind dies kleine Luftschifse starren Systems, die 75 Meter lang sind, 8 Meter im Querschnitt haben, eine Schnelligkeit von 130 Kilometern auf⸗ weisen und Luftorpedos abschießen. Außer Pegoud, der bei Petit Croix in tausend Meter Höhe von der Kugel eines deutschen Fliegers mitten ins Herz getroffen wurde, hat noch ein anderer sehr bekannter franzö⸗ sischer Flieger, namens Michon, den Tod gefunden. Die Milchproduzenten in London kündigen eine Erhöhung de) Milchpreise an wegen Arbeitermangel und Steigerung der Produktionskosten. Der Heilige Synod hat angeordnet, daß vom 18. Septem⸗ ber ab ein dreitägiges Fasten und Beten in ganz Ruß⸗ land abgehalten werden soll. Der Erlaß erklärt, das Volk müsse Buße tun und beichten, weil es zu geizig und zu faul sei; dadurch ei die Teuerung entstanden. Der Synod hofft, daß durch Gebete und Buße eine Katastrophe, wie vor 520 Jahren bei dem Einfall Tamerlans, abgewendet werde. Die Morningpost meldet aus Kalkutta: Das Urteil gegen die Teilnehmer an den Aufruhr auf Ceylon wurde gestern ge⸗ fällt. Sechs Angeklagte wurden zum Tode, elf zu lebenslänglicher und 25 zu 14⸗ bis 20jähriger Zuchthausstrafe verurteilt. Partei„Nachrichten. Genosse Keimling gestorben.* i i Sekretär der f. t die Nachricht, daß der Sekret de losialbenekallscen Reichstags fraktion, Genosse Keimlin 9 im dortigen Lazarett gestorben ist. Genosse l 5 1 eru Schlosser, war von Jugend an in der Leipziger Ar 515 wegun tätig. Nach dem Besuche der Parteischule trat er in 8. Redaktion der Leipziger Volkszeitung ein. Sei d 8 1 zun 0 sächsischen Landtage 1909 wählte ihn die Leipziger Arbeiterschaft r 1. die Reichstagsfraktion zu ihrem Sekre⸗. kär ban ber Uebersiedelung nach Berlin erforder⸗ lich wurde, erlosch sein Lantagsmandat. Nach Anshruc de Krieges trat Keimling bei der freiwilligen Krankenpflege ein. Aue erst in Berlin verwendet, wurde er auf, seinen 1 in die tappe versetzt, zuerst nach Gent und dann nach Rußland,, we jetzt ein Opfer des Völkerringens geworden ist. 1 0 1 riegs ungen der österreichischen Sozialdemokratie. Die denlschen sonlaldenwokratischen Abgeordneten des Reichsrats haben am vergangenen Montag im Wiener Parteihause 15 Sitz⸗ ung abgehalten, über welche die Wiener Arbeiter-Zeitung folgenden Bericht bringt: 2 5 5 45 Präsidium des Klubs legte den Bericht über seine Tätig⸗ keit vor, über den sich eine ausführliche politische Debatte ent⸗ wickelte. Der Bericht wurde einstimmig und mit Anerkennung zu Sodann wurden Referate über die Er⸗ den Unterhaltsbeitrag er⸗ nweis auf die Bestimmungen den§S 4 des Gesetzes von urgieren. Mit Rücksicht auf die sort 9 1 5 Bemessung dringend fällig. und Arbeitsverhältnisse der Schanz 2 Klub unternommenen Aktionen unterzog die Maßnahmen der Regierung betreff 0 schlossen, die Notwendigkeit dieser E In duperhe e Oppenhei N 1 f ud, eine dies ber! des ohn 9 werden k Der Patriotismus der südafrikanischen Arbeiterpartei. selchen G In der füdafrikanischen Arbeiterpartei gibt es eine kleine Min Aweckmäß derheit von Genossen, die gegen den Krieg sind. Ihr Führer ist der 65 Schotte Andrews, der auch Mitglied des südafrikanischen Abgeord⸗ sheisung netenhauses ist. Der Führer der Mehrheit ist der Parteivorsitze führung Creßwell. Die Minderheit veröffentlichte ein Manifest, in dem e ösung d klärt wurde, der Feind des südafritanischen Proletariats sei nicht hersicht h Deutschland, sondern das südafrikanische Kapital. Um den Streit legen 0 zur Entscheidung zu bringen, wurde ein Kongreß einberufen, der den Krit vor wenigen Tagen in Johannesburg tagte. Creßwell legte folgende userer Resolution vor:„Der Kongreß unterstützt aus ganzem Herzen die] gesagt zu Diethelm von Buchenberg. Erzählung von Bertold Auerbach. 67 Der Schwiegersohn beteuerte, daß er nur ernste, wirkliche Tatsachen berichtet habe, und sah Diethelm verwundert an; dieser erkannte schnell, daß er sich anders gebaren müsse, und seine geübte Verstellungskunst kam ihm zustatten, er tat, als ob er den Vorgang mit Reppenberger schon längst kenne und nur darüber gescherzt habe, da der Schwiegersohn voraus— setzen könne, daß er sich von dieser Sache dispensieren lasse; denn diese Verhandlungen griffen ihn überhaupt zu sehr an und zumal die bevorstehende gegen den Reppenberger, der ein alter Bekannter von ihm sei. Der Schwiegersohn be— merkte, daß es Aufsehen machen werde, wenn sich Diethelm gerade hiervon dispensieren lasse, er solle vielmehr ihm zulieb dabei sein. „Warum Euch zulieb? Habt Ihr auch noch was im Hinterling gegen mich?“ fragte Diethelm, und seine Augen rollten. „Ich meine: mir zulieb, weil ich gern möcht', daß mein Schwiegervater dabei wär', wenn ich zum ersten Male im Feuer stehe.“ N „Ich kann ja auch als Zuhörer dabei sein,“ schloß Diet— helm, brach ab und plauderte mit seinem Schwiegersohn über allerlei voll heiterer Laune. Am Abend machte sich Diethelm auf zu dem Rechts- anwalt Rothmann, der der bestellte Verteidiger Reppenbergers war. Dieser mußte ihm den Gefallen tun und von seinem Rechte Gebrauch machen, die ihm nicht genehmen Geschwore— nen abzulehnen und dafür aus der Ueberzahl einen anderen zu nehmen. Erst im Zimmer Rothmanns fiel ihm ein, daß solch eine Bitte gefährlich und nutzlos sei. Gerade weil er ein alter Freund Reppenbergers war, mußte dessen Ver⸗ teidiger ihn festhalten. Er sprach daher auch mit Rothmann allerlei, aber nichts eigentlich über die Angelegenheit Reppen⸗ bergers. Nur beiläufig bemerkte er, daß die Geschworenen bös gestimmt werden, wenn man Sachen, die nicht daher gehören, anbringe. Er hoffte, daß ihn Rothmann verstanden habe und von dem ihn betroffenen Falle nichts erwähnen werde. Rothmann nickte still. Es kam Diethelm der Ge— danke, zu dem Vorsitzenden zu gehen und ihm zu sagen, daß er heim müsse, seine Frau sei todkrank, aber er wagte es doch nicht, dies auszufähren. Er ging noch in das Wirtshaus, wo sich in der Regel die Geschworenen versammelten, und hier kam es endlich zu heftigem Streit zwischen ihm und dem Steinbauer, dessen sicherer, aber auch boshafter und ver— urteilungssüchtiger Charakter ihm stets zuwider gewesen war. Mit besonderem Behagen und listigem Augenzwinkern spielte der Steinbauer wiederholt darauf an, daß sie morgen einen Schwarzkünstler— so nannte er stets spöttisch die Brandstifter— eintun wollten, damit die Brandsteuer nicht immer wachse. Anfangs hörte Diethelm ruhig zu, bis er glaubte, daß das Stillschweigen ihm mißdeutet würde, und bald war er mit dem Steinbauern im heftigsten Streite. Der Stein— bauer, der stets so kaltblütig und wortkarg war, zeigte sich unbändig wild, wenn er in Zorn gebracht wurde. Er ließ es an gedeckten und doch bitter hässigen Redensarten gegen Diethelm nicht fehlen, und nur dem Schultheiß von Retting⸗ hausen gelang es, Tätlichkeiten zu vermeiden. Als trüge er noch das Lärmen und Schreien im Kopfe, so wirr kam endlich Diethelm in seinem Quartier an und faßte den festen Vorsatz, noch das letzte zu tun, und ohne ein Zeichen der Betroffenheit den morgigen Verhandlungen bei— zuwohnen. Mitten in der Nacht erwachte er, er war an einem Schrei aufgeschreckt, den er noch wachend zu vernehmen glaubte. Er hatte im Traume seine Frau krank gesehen, und sie rief ihm mit so jammervoller Stimme, daß sein Herz noch laut pochte. Er machte sich rasch auf, verließ das Haus und die Stadt und eilte heimwärts. Immer fester glaubte er daran, daß seine Frau mit dem Tode ringe und nicht sterben könne, bis er bei ihr sei, und daß sie noch im Tode ihn so sehr liebe, daß sie ihn wegrief von all den Schrecken, die seiner harrten und denen er vielleicht doch nicht Trotz bieten könne. Die nie ganz erloschene Zuneigung zu seiner Frau flammte in ihm auf, und weinend wie ein Kind rannte er dahin. Am Herbsthimmel schossen Sternschnupven in weitem Bogen hin und her, mit vertrauender Innigkeit sprach Diethelm beim Anblick den Wunsch aus, daß seine Frau leben bleiben und alles mit ihnen ait sein möge. Unions regierung, die dem Reiche allen möglichen Beistand gewährt, heit gehe um den Krieg erfolgreich zu Ende zu führen.“ Die Resolution for⸗ lichen V. derte sodann die Regierung auf, für die Kriegsinvaliden und Wit Beruf he wen und Waisen zu sorgen, ebenso die durch den Krieg hervor ann un gerufene Arbeitslosigkeit zu lindern, die Lebensmittelversorgung zu Jamilien beaufsichtigen und zu regulieren. Diese Resolution wurde nach ein keiten be stürmischen Debatte mit 83 gegen 29 Stimmen angenommen. Frauen 3——— 5 lernen, 5 K. 8 sassen. e* 5 Abe (tößeren e tuppen 8 5* 8 2 8 beiderlei verleiht ein zartes reines Gesicht, rosiges jugendfrisches Aussehen erner a. ud ein blendend schöner Teint.— Alles dies erzeugt die echtg And endl. Steckenpferd- Seife e (die beste Lilienmilchseile), von Berg 8155 C 1 10* „ von Bergmann 5 75 à Stück 50 Pfg. Ferner macht der Cream„Dada“ A e Cream) rote und sprõde Haut weill und sammetweich. Tube 50 FI ie gesun 0 utterbr 0 8 7 1 Avollkor N Kaum eine Stunde war Diethelm gegangen, als er vor Vann de einem Berge wie festgewurzelt stand! Wehe! Von der Häglicht Bergesspitze herunter kam wie aus dem Himmel heraus eine auß v Herde Schafe, die blökten so jämmerlich, wie damals in den e Flammen. Diethelm setzte sich nieder und wusch sich die. 115 Augen mit dem Tau, der auf dem Grase lag, er wollte ge⸗ l wiß sein, daß er nicht träume. Er schlug die Augen auf, aber immer näher, immer näher kam es wie ein Hirt und eine Herde, und aus der Brust Diethelms rang sich der Schrei los: „Was willst du?“ 5 Keine Antwort. Im Laube auf dem Wege raschelten Schritte. Ist das der Gang des Geistes? Es nahte sich, und jetzt stand es vor ihm. 5 „Seid Ihr's, Diethelm?“ sprach eine Stimme. 7 „Bist du's, Munde?“ rang Diethelm heraus. 5 „Ja. Wie kommt Ihr daher? Was habt Ihr? Aber das geht mich nichts an. Eure Frau schickt mich zu Euch, Ihr sollt gleich heimkommen, sie liegt schwer krank. Jetzt hab' ich's ausgerichtet, und nun red' ich kein Wort mehr mit dem Diethelm, so lange er lebt.“ f „O Himmel! O Himmel! Ich hab's geahnt, daß meine Frau todkrank ist,“ schrie Diethelm. i 810 i kann ja nicht aufstehen.“„Hilf a 9 „Meinetwegen. So,“ sagte Mun i ichtend. Ihr 8 mein Feind, aber ich will s 1 zan„a „Ich bin nicht dein Feind, gewiß nie wiß ni Munde, glaub' mir. Meine 2 ba a hat sie just dich geschickt?“ 2 0 „Sie hat mich grad in der Stunde, i över fortgewollt hab', rufen lassen und hat mich woch be 8 n zu sein, ich hab's ihr aber 1 onnen. Nie, nie werd' ich Euch gut? f. i Eurer Frau noch was Gutes n 1 1 a lage Vater vor allem Wort halten, und lügen kann ich nicht, auch 1 2805 zu einem, das stirbt. Ich hab' Eurer Frau versprochen, Genere uch gleich zu melden, daß Ihr heimkommen sollt. Ich hab 0 mein Versprechen gehalten und will nicht danach forschen, 0 diert warum Ihr in einsamer Nacht da umherlauft. Daneben leg 1 e vit versprechen be ich Euch nichts in den Weg, vor mi 0 d 2 0 5 5. r ka f f 9 8 sein, wenn er's bor sich auch kann. un der Diethelm rußis 0 5 a 8 ch d 8 N f 2 Beilage zur Obe rhessischen Volkszeitung Nr. 207 Gießen, Samstag, den 4. September 1915. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Tre— Die vergessene Armee. Räder surren, Hämmer schlagen, Essen glühen, Krane tragen, Flammen lodern, Rohre summen, Hähne zischen, Kessel brummen, Schlotgequalm, Sirnenzeichen, Lärm und Hasten ohnegleichen, Darin Männer, ernst und hager, Flinke Frauen, zart und mager, Heben, werfen, sägen, reißen, 1 Drehen, schneiden, ziehen, schweißen 1 Glühend Stahl zu rauhen Waffen, 5 Kriegsgerät sie fertig schaffen, Pulver und das tödlich Blei, 0 Schleppen sie dem Krieg herbei; 9 Kämpfen hinter kahlen Mauern N Mit Gefahren, die dort lauern, ö Ihr Walstatt sind die Essen, 3 Blaue Kittel ihre Tressen, 8 Heiße Rohre die Kanonen, * Stickig Staub die blauen Bohnen, 5. Schlote ihre Fahnenzeichen, Nimmer sie von denen weichen, Siege: ihrer Hände Arbeit Und ihr Lohn— ein stumm Vergessen H. Dechant. Gemeinschaftsküchen. In der neuesten Ausgabe der Kriegskost begründet Prof. Karl Oppenheimer sehr treffend einen Vorschlag, dem Gemeindever— rr ⁰. 1 0 waltungen und Genossenschaften energisch nähertreten sollten. 6 Oppenheimer sagt: 1 ö Zu der unbestreitbaren Tatsache, daß Großküchen in der Lage 1* sind, eine gute Mahlzeit zu einem billigeren Preise herzustellen, als dies der Einzelhausfrau möglich ist, weil ja eben bei der Beschaffung des Rohmaterials im Großen, bei Feuerung und Bedienung gespart werden kann, tritt die weitere, daß auch der notwendige Abfall in solchen Gemeinschaftsküchen wesentlich verringert sein wird und eine 50 zweckmäßige Nachverwendung leichter ist. 1 Es tritt also die Schaffung zahlreicher Anstalten für Massen⸗ 15 speisung als ein wichtiges Problem neben so viele andere Er— 2 nährungsprobleme, die uns der Krieg gestellt hat; und an die 0 Lösung dieser Frage sollte mit um so größerer Energie und Zu⸗ 10 versicht herangegangen werden, als es gar keinem Zweifel unter- . liegen kann, daß alle diese Hilfsmittel zu Ersparungen aller Art * den Krieg überdauern werden und zu einem bleibenden Besitz 0 unserer späteren Volkswirtschaft zählen werden. Es braucht nicht * gesagt zu werden, daß man auch in diesen Bestrebungen nicht zu ir weit gehen soll. Wo eine Arbeiterfamilie in gesicherten wirtschaft⸗ in lichen Verhältnissen lebt und die Frau entweder keinen eigenen 5 Beruf hat oder durch ihre Berufsarbeit nicht gehindert wird, für fr. Mann und Kinder zu sorgen, wird es natürlich im Interesse des 1 Familienlebens das beste sein, wenn die Frau im Hause die Mahl⸗ 1. zeiten bereitet; hier wird man nur dahin wirken müssen, daß die N 1 Frauen ihre hauswirtschaftlichen Fähigkeiten besser entwickeln und 1 e sich den Forderungen einer rationellen Wirtschaft anzu⸗ passen. 9 Aber trotz dieser Beschränkung wird doch, und besonders in den größeren Städten, den Gemeinschaftsküchen ein großer Wirkungs⸗ kreis bleiben. Ihre Gäste werden sich im wesentlichen aus drei Gruppen zusammensetzen: aus den unzähligen jungen Leuten beiderlei Geschlechts, die überhaupt noch keinen Haushalt führen, ferner aus den Arbeitern, die weit von ihrer Werkstatt wohnen, und endlich denjenigen, die zwar einen Haushalt haben, deren Frau aber infolge eigener beruflicher Beschäftigung zu einer gebührenden Pflege der Nahrungsversorgung nicht imstande ist. Alle diese Klassen leben heute recht gesundheitswidrig. Vielfach wird über⸗ haupt keine warme Mittagsmahlzeit genommen, sondern durch die gesundheitlich unvollkommenen und relativ kostspieligen belegten Brutterbrote ersetzt. In anderen Fällen finden wir wiederum die Aunvollkommene und unhygienische Methode, daß die Frau ihrem Mann das Essen nach der Arbeitsstätte hinbringt, und die dritte Möglichkeit ist das kostspielige und meist mit überflüssigem Alkohol⸗ genuß verbundene Essen in den Speisewirtschaften, die ja alle 0 een rr . wegen ihrer Abhängigkeit von den Brauereien auf den Bierumsatz * hindrängen. 1 01 Für die Hunderttausende, die täglich ihre Mittagsmahlzeit in dieser unhygienischen unsozialen Weise zu sich nehmen, wäre also die Schaffung von Speiseanstalten in größtem Umfange gleich⸗ bedeutend mit der Lösung eines privatwirtschaftlichen ebenso wie nationalwirtschaftlichen Problems. Privatwirtschaftlich, weil in ihnen für billiges Geld eine gesunde und ausreichende Kost verab⸗ Men. Verzehrs von Fleisch und geistigen Getränken herbeizu⸗ ren. stalten den Geruch der„Wohltätigkeit“ an sich;, sie sind znapp ausreichende Nährwerte dargeboten werden. Aber alle diese Speisung derjenigen Arbeiter, die in gesicherten Verhältnissen sind zweifellos solche Stätten meiden, an denen sie das Gefühl haben beiten und keinen Bier⸗ und Trinkgelderzwang 1 brauchen die Preise nicht hoch zu sein: man kann sogar bei den 1 77 55 1 eee wohlschmeckende ee 1 9155 in ee ringen 1. rauen und leichtere Arbeiter genügt, unter Jsrafe dun stellen Es wird Ihnen sonderbar vorkommen, daß Sie eine solche f flüssiger Fleischmengen in Großklichen für 35—45 Pfg. herstellen. Sprache hören, ich bin überzeugt, daß Sie dass Hundert⸗[wurde eine Erhöhung der Gemeindeumlagen in diesem Jahre 0 Der schwer Arbeitende müßte allerdings etwas mehr für seine Sprache hören, ich bin überzeugt, daß Sie dasselbe von Hun der f 800 9 Jah . Mittagsmahlzeit ausgeben. In diesem Preise sind auch schon Generalspesen in einer Höhe einbegriffen, die es durchaus erlauben ein Lokal freundlich h ichten 5 ihm alle jene bedrückender * 1 erzurichten und ihm W 7 Eigentümlichlkeiten zu 7 5 15 die nun einmal in den e 1 1 9. schaf 75 4 en wege e„Vollsdäegee chen, in. Urteile über die Abonnenten⸗Versicherung. hatte, daß sie, resp. der Leiter der Lebensmittel⸗Kommission, S on Gem„ E 8 1 8 8. Gast auch nicht mehr den haben eines Gefühls hat, es sollte ihm] Die Abonnentenversicherung war vor kurzem Gegenstand an der schlechten Qualität des Brotes die Schuld trage. Nach 11 eine Wohltat erwiesen werden, kann das große Problem gelöst 991 8 8 0 den. Die Schaffung solcher Gemeinschaftsklichen ist eins der] Halle. Ein Landrat hatte dort angefragt, welche Stellung die] man nicht in der Lage, der Verteuerung der Lebensmittel e eee unserer Volksernährung für das nächstes aus: Wenn auch die Ansichten über ein gesetzliches Vorgehen N 8 reiten. Unser Blatt hat schon in Friedenszeiten nachdrücklich solche Ein⸗ 55. 75 1 6 510 In vielen Städten der Schweiz, ni daß die unbeaufsichtigte Abonnentenversicherung in ihrer richtungen gefordert. sterhafter Weise durchgeführt. in Zürich, sind sie bereits in mu folgt werden kann nationalwirtschaftlich, weil nur auf diesem Wege man dem Ziele näherkommen kann, eine Einschränkung des allzu Nun existieren in den Großstädten Anfänge dieser Bewegung darauf angewiesen, für ihre Unterhaltung wohltätige Spenden ent⸗. 25 1 8. 5 5 8. ee 0 f 1 f e n ch um Arbeit bemühen. Einmal zeigt es, wie wenig Ver⸗ N Abseits de der sie in Anspruch solle sich um Zett 5 8 gegenzunehmen, wie sie auch andererseits dem, der spruch stän kennen. Auch dann trag in der Budgetkommiss Wirkung vom 1. September ab erhalten. 8 stehender Brief, den die Bremer Bürgerzeitung kürzlich ab⸗ EEC——T—TTTTT G WN Nr Jeahutt de Dritt ar ist die Antwort eines Wehrmanne, die sich an einen solchen überklugen Ratgeber wendet: Verzeihen Sie, Zeit, daß Sie sich darüber aufgeregt haben, daß meine Frau in ihren Sonntagskleidern ihre Unterstützung holte. Als Ihnen auch als Bezirksleiter des Roten Kreuzes, gar nichts an, ob meine Frau ihr Butterbrot und ihren Kaffee Rote Kreuz zahlt, nur zum Allernotwendigsten reicht. 5 Ich und meine Kameraden waren empört darüber, daß man Sturmangriff in Flandern oder die Strapazen, die wir in Galizien und Rußland durchmachen müssen, auch einmal mitmachen müßten, daun würden Sie das Kreuz noch lange nicht das Recht, unseren Frauen jede Zerstreu⸗ ung verbieten zu wollen. Ich freue mich, wenn meine Frau an⸗ Weiter schrieb mir meine Frau, daß man ihr gesagt habe, sie sichten gar nicht dulden. Sie hat seinerzeit die Arbeit aufgeben dr . 51 sendsten und een, 1 abbauen anichl, K nächsten Leit und 240 Handelskammer zu der Angelegenheit einnehme. Er führte mit gleichem Erfolge entgegenzuarbetten. Erhöhung der Löhne für Verwundete becken einer deraen dean anne und Kranke. zur Behebung der obwal Die sozialdemokratischen Mitglieder der Budgetkom⸗ des Publikums vorzugehen sein dürfte. mission des Reichstags hatten dort den Antrag eingebracht,] um Mitteilung, ob der Handel die Löhnung der verwundeten und erkrankten Soldaten von auf anderen Gebieten des geschäftlichen Verkehrs, z. B. beim zehn Pfennigen auf 33 Pfennige pro Tag zu erhöhen. Dieses] Verkauf von Maschinen, Versicherungsversprechen des Ver⸗ Verlangen hatte übrigens einer unserer Redner auch bereits] käufers hinsichtlich beim Gebrauch entstehender Schäden vor⸗ im Mai gestellt, ohne daß aber damals ein formeller Antrag kommen. eingebracht worden ist. Auf diese Anregung hin hat das ausgeführt: Die Handelskammer müsse ein Bedürfnis sowohl Kriegsministerium sofort Verhandlungen mit dem Reichs- für die beaufsichtigte als auch die unbeaufsichtigte Abonnen⸗ schatzamt eingeleitet, die zu einem günstigen Resultate] tenversicherung verneinen. Die Abonnentenversicherung habe führten. Als unsere Genossen nunmehr den formellen An⸗zum weitaus größten Teil die Unfallversicherung, in ge⸗ ion einbrachten, erklärten die Ver⸗ringerem Maße die sogenannte treter der Regierung, daß die Angelegenheit bereits in Ord— insbesondere die Sterbegeldversicherung, nung sei; unsere Genossen zogen deshalb den Antrag als] Für alle diese Versicherungsarten seien aber so zahlreiche Ver⸗ nicht mehr notwendig zurück und der sozialdemokratische] sicherungsanstalten vorhanden, Fraktionsredner, Abg. Stücklen, stellte darauf in seiner[ überall in unserem Lande aus, daß diese Versicherung auch Rede im Plenum fest, daß die verwundeten und kranken von dem kleinen Manne leicht erreicht werden könne. Soldaten jetzt die volle Löhnung der immobilen Truppen er⸗ nur aber, daß für die Abonnentenversicherung kein Bedürfnis halten. Diese Feststellung war nun aber den Tatsachen in⸗ vorhanden sei, sei sie auch schädlich, und zwar sowohl für sofern etwas vorausgeeilt, als die erforderliche Kabinetts⸗ die Versicherungsnehmer als auch für die Versicherungsunter⸗ ordre noch nicht publiziert ist. Wie wir von zuständiger] nehmer. Für die Versicherungsnehmer sei die Abonnenten⸗ Seite erfahren, steht die Veröffentlichung der Kabinettsordre versicherung, und zwar die beaufsichtigte wie die unbeauf⸗ aber in diesen Tagen bestimmt zu erwarten. Die Kranken sichtigte, deswegen schädlich, und Verwundeten dürften dann die höhere Löhnung mit können, In der Handelskammersitzung wurde nun dazit kleine Lebensversicherung, zum Gegenstand. übten ihre Tätigkeit weil sie nur schwer übersehen worauf sich die Versicherung erstreckt, häufig Versicherungen in dem irrtümlichen Glauben unter⸗ lassen, bereits durch die Abonnentenversicherung Vorsorge ge⸗ Dazu komme bei der unbeaufsichtigten Abonnentenversicherung noch die Gefahr, daß beim Eintreten sicherungsfalles die Versicherung nicht imstande oder rsicherungsleistung zu erfüllen! ** 1** 1„ara 2 a Die„vergnügungsfüchtigen“ Kriegerfrauen. Folsen zur bab Von Leuten, die unter der Not des Krieges nicht zu des Ver leiden haben, ist nach Erschöpfung ihrer Bierbankstrategie nicht willen die„Vergnügungssucht der Kriegerfrauen“ als ein beliebtes Versicherungsunternehmungen würden hierbei ebenfalls ge⸗ Thema oft genug betrachtet worden. Wollte diese Frauen schädigt, weile viele Kreise, die zwockmäßigerweise eins Ver⸗ jemand in Schutz nehmen, dann fänden sich gleich mehrere f sicherung nehmen würden, dies in dem Glauben unterlassen Stimmen, die auf die Kinos die Kuchen- und Bonbonläden, durch die Abonnentenversicherung gedeckt zu sein. Die Han⸗ den Putz und den Staat hinwiesen, was alles mehr denn je delskammer beschloß, in diesem ablehnenden zu be⸗ gerade von den Kriegerfrauen konsumiert werden sollte. Bei richten.. 5 jeder Gelegenheit wurden den Frauen diese ihre„Sünden“ Wir haben schon früher darauf hingewdiesen auch vorgehalten und ihnen einzureden versucht, daß sie bei Abonnentenversicherung nichts weiter ist, als eine unlautere „einiger“ Sparsamkeit doch ganz gut leben könnten. Nach⸗ Reklame für gewisse Zeitungsunternehmungen. 1 5 druckte und der an einen Bremer Geistlichen gerichtet war,— Gegen mangelnder Kriegs fürsorge — Landorten vielfach Klage geführt. stens erhalten 107 2 ö die Kriegerfrauen nur die Reichsunterstützung; es gibt nur 6 rieggan 0 P. wenige Gemeinden, die etwas aus eigenen Mitteln dazu 5 geben, obwohl sie es könnten. In den meisten Fällen liegt 5 0 der Mangel an den Gemeinderäten, die einen Beitrag zur Unterstützung ablehnen. Hier zeigt sich wieder, wie notwendig stärkere Beteiligung der Arbeiterschaft an den Gem einde⸗ Rußland, den 10. 7. 15. wahlen ist; wäre die Zusammensetzung mancher Gemeinde. Geehrter Herr X.! vertretung eine andere, so würde auch mehr Verständnis für zeihe bitte, wenn ich Ihre Zeit für einige Augen⸗ soziale Dinge vorhanden sein. Für die Zukunft sollten diese blicke in Anspruch nehme. Meine Frau schrieb mir vor einiger Erfahrungen eine Mahnung für die Arbeiterschaft sein, sich fortan besser um öffentliche und gemeindliche Dinge zu be⸗ meine Frau sagte, daß sie nur mit den Schulkindern einen Ausflug kümmern.— Uns werden Fälle mitgeteilt, daß sich Arbeiter⸗ gemacht hätte, hielten Sie es noch für nötig, meine Frau zu frauen mit etlichen 20 Mark monatlicher Unterstützung durch⸗ fragen, wo sie die Mittel dazu hernehme. Ich meine, es geht Sie, hungern müssen und keine Möglichkeit haben, noch etwas zu zu Hause verzehrt erwerben. Manche Familie, die einige Spargroschen zurück⸗ oder auf einem Schulausflug. Bei Ihnen mag es ja Usus sein, gelegt hatte, muß diese aufzehren. Anderseits hört man auch daß man dazu großer Mittel benötigt, bei uns geht es auch ohne] von Fällen, in denen vermögende Frauen Unterstützung er⸗ das. Das eine steht jedenfalls sest, daß die Unterstützung, die das hielten.. 5 — Aus hessischen Stadtgemeinden. Die Stadtvertretung mit solchen kleinlichen Mitteln versucht, den Kriegerfrauen das in Offenbach bewilligte kürzlich die vierte halbe Leben schwer zu machen. Ich wünschte nur, daß Sie einen Million für die K riegsfürsorge. Bis 1. August waren 1930 000 Mk. einschließlich der 380 000 Mk. betragenden Ein⸗ lungsweise empfinden. Wenn wir auch oft tagelang bei Wasser der Stadt Of h ü Die e ee ungswe den. W Ich 0 0 1 W 2 r S 5 1 2 0. 0 150 705 Uebermenschliches haben leisten müssen, so hat das Rote 920 4 5 1 115 0 e wurde einstimmig s Beschämende und Niedrige Ihrer Hand⸗ quartierungslasten verausgabt. Einem Antrag von Beamten-⸗ und Arbeiter⸗Korporationen zufolge, n 8 e dere Gedanken z f uch d so lange ich nichts da- städtische soziale Ausschuß Anregung zu einer Teuerungs⸗ . 97 1 eleiteten Volksküchen,] dere Gedanken zu bekommen versucht, un ug 5 soz. gung n den von den gemeinnützigen Vereinen geleiteten Vo 19 gegen habe, brauchen Sie sich doch noch lange nicht darum zu be- zulage für Beamte, Arbeiter und Bedienstete der Stadt. 75 7 97 Lei 1 aber diese An⸗ 1 Volksspeisehallen usw. Zum großen Teile haben ber sowohl ieee Hiernach soll jeder verheiratete Arbeiter, dessen Lohn weniger während der Dauer des 5 1 5 257 5 5 4 15 lis der Betreffende hat, der das verlangt; denn wo soll eine] Krieges nach Maßgabe seiner Kinderzahl eine wöchentliche nimmt, das Gefühl auferlegen, daß ihm eine Wohltat bezeugt wird. n ö 00 i 8 0 e 0 N 92 5 8 Dies mag e r Speisang wirklich Armer Aae e ee 5 1 eee Zulage von 1 Mk.(keine Kinder), 1,50 Mk.(1—2 Kinder), handelt, denen in primitivster Umgebung für sehr weniges Geld Von meiner Frau würde ich es auch aus gesundheitlichen Rück⸗ 2 Mk.(34 Kinder) erhalten. als 2000 Mk. im Jahre beträgt, Nach dem gleichen Maßstabe Bediensteten, und Erwerbsbeschränkten 4 Wochen erhalten die gleichbemessene Teuerungszulage. Der Antrag fand einstimmige An: Eine weitere soziale Einrichtung wurde getroffen, 1 57 i ihr Ges Itszust s erforder 8 jetzt bin wurden städtischen 5„ 8% 2 8 f ems nam 900 müssen, weil ihr Gesundheitszustand es erforderte, und jetzt bin 5 Austalten können für die ösung des Hauplprobhems, manch ide] ich froh, daß sie wieder so weit hergestelle it. Wenn die mittel arbeiter i 1 J 2 16 jese 11 11 des Roten Kreuzes knapp werden, dann mögen diejenigen, die ge⸗[ Unter Berechnung des Monats zu nich dis gerfnaste Bedeutung erlangen alle dae e eee nug haben, tiefer in den Beutel greisen, und wenn sie das 195 städtischen 9 55 5 5 5 5; 1 ö o ie eine halbe Stunde lang in solches Gra⸗ 0 5 11 u lieber bei der] wollen, dann soll man sie eine 0 g in. ge e e e i ee, Wee] dae g, e de e eee verbleiben Gelöst werden kann dieses Problem vielmehr nur durch! werden sie mit Freuden neun Zehntel ihres Vermögens hergeben. nahme. Schaffung solcher Speisehäuser, die auf durchaus kaufmännischer Es ist 0 cls e 0 indem die Stadtverordneten-Versammlung den Antrag an⸗ Berechnung beruhen und sich don den Bierhäusern Hur ouch 1 folk 1 zu den Kriegerfrauen 77 sondern nahm, jedem zum Kriegsdienst eingezogenen verheirateten unterscheiden, daß sie eben mit einem Minimum an Verdiensd are n denen, die ihre hohen Gehalte bekommen und nichts vom Kriege städtischen Arbeiter und Bediensteten im Arbeitsverhältnis, verspüren. Mit solchen Sachen bricht man nur den Lampfesmut der über 3 Monate bei der Stadt beschäftigt war, mit einem der Truppen, aber stärkt ihn nicht, und eine solche Truppe kann] Anteil von je 10 Mk. bei der hessischen Kriegsversicherung zu versichern. Trotz dieser bedeutenden Mehraufwendungen tausenden auch zu hören bekommen. Ich meine, daß alle, die das] vermieden.— In einer Sitzung der Stadtverordneten⸗Ver⸗ g een ib. 455 n 8 1 sammlung in Darmstadt verwahrte sich der Oberbürger⸗ mitzuhelfen, aber nich.. e meister gegen die Vorwürfe der Bäcker-Einkaufs⸗Genossen⸗ t, welche der Stadtverwaltung zum Vorwurfe gemacht „der Erörterung in einer Sitzung der Handelskammer zu Möglichkeit seien jetzt alls Schwierigkeiten beseitigt, doch war Die Festsetzung von Höchstpreisen sei nur möglich, wenn sie von seiten der Reichsregierung und zwar für ein möglichst großes Inter⸗ essengebiet geschehe. Auch müssen energische Zwangsmaß⸗ geln damit verbunden werden. 5 — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ludwig Albach aus Lindenstruth.— Ersatzreservist Ludwig Michel aus Treis a. d. Lumda, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116. — Skandal in einer Gemeindeverwaltung. In der Donners⸗ tag⸗Nummer brachten wir eine Mitteilung aus Altenburg, daß der dortige Bürgermeister Tell seines Amtes enthoben wor⸗ den sei. Es hatte den Anschein, als hätte der Mann sich irgend etwas zuschulden kommen lassen, was aber nach näheren Berichten über diesen Fall keineswegs zutrifft. Als die Stadtverordneten sich mit der Regierungsmaßnahme beschäftigten, gab der Redner der Sozialdemokratie eine Erklärung ab, die sich scharf gegen die Regierung wendet und die Amtsenthebung als unverständlich be⸗ zeichnet. Bürgermeister Tell habe seine Pflicht getan. Das Ver⸗ brechen Tells soll— so führte unser Genosse aus— nach der Haus⸗ besitzerorganisation darin bestehen, daß sich Tell einen Hinter⸗ legungsschein hat ausstellen lassen, weil er seine Miete noch nicht bezahlt hatte und ihn daher der Haus wirt nicht ausziehen lassen wollte. Vor acht Jahren war der Fall stadtbekannt. Der Bürger⸗ meister hat ihn selber erzählt. Weiter bemerkte der Redner: Der Bürgermeister wäre sicher ein tüchtiger Mann gewesen und man hätte keinen Makel an ihm gefunden, wenn er die Sonderinteressen der Hausbesitzer, des Elektrizitätswerks und der Brauberechtigten vertreten hätte. Das hat er nicht getan, und daher der Haß. Es muß anerkannt werden, daß Tell seine Pflicht getan und daß er namentlich während des Krieges seine ganze Person uneigennützig zur Verffigung gestellt hat. Zum Schluß protestierte unser Genosse gegen den Eingriff der Regierung in das Selbstverwaltungs recht der Gemeinde.— Den Worten des sozialdemokratischen Redners schloß sich ein bürgerlicher an. — Antisemitische Erziehung zum Haß. In dem Hamburger antisemitischen Blatte„Deutsch⸗soziale Blätter“ wird der„Brief einer tapferen deutschen Frau“ aus Görlitz abgedruckt, der folgende Stelle enthält:„Ich hoffe zuversichtlich, daß mein kleiner Siegward, der allerdings jetzt erst„ Jahr alt ist, durch meine Erziehung soweit gedeiht, daß er seinem der deutschen Sache bis in den Tod getreuen Vater ein tüchtiger Nachkämpfer wird. Mein Mädel ist ja heute schon so. Nichts haßt sie mehr als die Juden und die Engländer! Neuerdings auch die Russen. Nun, von mir lernt's halt das kleine Ding nicht besser“. Man weiß ja nicht, ob bei den Kindern der ihnen anerzogene Haß vorhält. Unter Wnständen kann es eintreten, daß das Mädchen einst einen derjenigen mit seiner Liebe beglückt, die zu hassen es angelernt wurde. In den wiedergegebenen Sätzen des Briefes, die das Blatt offenbar billigt, kommt aber eine so ver⸗ nagelte, bornierte Gesinnung zum Ausdruck, daß sich jeder Ver⸗ ständige dagegen wehren wird, wenn das etwa als„Deutsch“ be— zeichnet werden soll. — Warum das Schuhwerk so teuer ist. Aus dem Jahresbericht der Süddeutschen Lederwerke, Aktien-Gesellschaft in St. Ingbert bei Saarbrücken, geht solgendes hervor: Die Gesellschaft, die in den letzten vier Jahren dividendenlos geblieben war, bringt für das Geschäftsjahr 1914/15 eine Dividende von 15 Prozent in Vorschlag. Nach dem Bericht konnten die Umsätze wesentlich ge⸗ steigert werden. Aus der Preissteigerung für Fertigfabrikate habe die Gesellschaft bei den ziemlich belangreichen Vorräten guten Nutzen ziehen können. Der Fabrikationsgewinn ist um 347805 Mark ge⸗ stiegen. Der Reingewinn beträgt 402 875 Mark gegen nur 40 773 im Vorjahre.— Wer eine Familie und dabei kein sehr großes Ein⸗ kommen hat, weiß nicht, wie er die Stiefel und ihre Reparatur be⸗ zahlen soll, weil die Preise ins Ungemessene gestiegen sind. Wie glänzend die Gewinne der Spekulanten sind, zeigt sich an zahlreichen Beispielen und das bei einer Ueberfülle von Leder, dessen Herstellung keinen Pfennig mehr kostet als frtiher. Warum legt man diesem, um mit dem sächsischen Minister des Innern zu reden, Ver⸗ brechen am Vaterlande nicht das Handwerk durch normale Zwangs— preise fiir Häute und Leder unter der Konfiskation ihrer Vorräte im Falle der Verkaufsverweigerung zu diesen Preisen? — Wetterpreise. Die Zusammenhänge zwischen dem Wetter und den Lebensmittelpreisen besingt ein Poet in dem Kölner Parteiorgan folgendermaßen: . Trockenheit. Des Feldes Frucht Kriegt die Kränke. Au verflucht! Geht's so weiter Konsument, Kommt ein Aufschlag: fünf Prozent Dieser kommt. Doch auch der Regen Zlrömt herab mit mildem Segen. Feldfrucht kriegt jetzt Wassersucht. Aufschlag: zehn Prozent gebucht. Ind der große Wettermacher Schaut erschüttert diesen Schacher. Ob er's so macht oder so, Wird er sziner Kunst nicht froh. Denn ob's sonnenscheint, ob's wettert, Ob es Hagkelschloßen schmettert, Ob es trübe, ob es heiter— 5 Steigen doch die Preise weiten. — Vom Zuge überfahren. Am Donnerstag hat sich in der Nähe der Station Niederweimar ein Privatbeamter Angermann 5 etwa 40 Jahre alt, überfahren lassen. Er wurde sofort getötet. * Der Konsumverein Gießen hält voraussichtlich seine dies— ährige ordentliche Generalversammlung Sonntag, den 3. Oktober, nachmittags, im Gewerkschaftshause ab. —Anlagemusik: Sonntag, den 5. September, vormittags 11% Uhr, in der Süd⸗Anlage, ausgeführt von der Kapelle des Land— sturm⸗Infanterie⸗Ersatz⸗Bataillons Gießen. Spielfolge: 1. Litanei auf das Fest Allerseelen, von Frz. Schubert. 2. Ouvertüre„Der königliche Schäfer“, von Mozart. 3. Blumenlied, von G. Lange. Zur Abstimmung über die Kriegskredite. Der Vorwärts teilt mit: Eine Reihe Zuschriften aus dem Leserkreise wünscht eine genauere Mitteilung über die Kredit— abstimmungen der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Wir lommen diesem Ersuchen nach Möglichkeit nach: Es stimmten in der Fraktion gegen die erste Kreditvorlage 14, gegen die zweite 17, gegen die dritte 23 und gegen die vierte Kriegskreditvorlage 36 Ab— geordnete. Von diesen 36 stimmten am 20. August im Plenum 3 für die Vorlage, Liebknecht dagegen, 32 von ihnen befanden sich bei der Abstimmung außerhalb des Saales. Von diesen können wir folgende 29 Abgeordnete namhaft machen, die aus grundsätzlichen Bedenken sich aus dem Sitzungssaal vor der Abstimmung entfernt hatten: Albrecht, Antrick, Bernstein, Bock, Büchner, Dr. Cohn (Nordhausen), Dittmann, Emmel, Erdmann, Fuchs, Geyer, Haase, Henke, Dr. Herzfeld, Hoch, Hofrichter, Horn, Kunert, Ledebour, Peirotes, Raute, Rühle, Schwartz(Lübeck), Simon, Stadthagen, Stolle, Vogtherr, Wurm, Zubeil. Kriegsdienst der sozialdemokratischen Abgeordneten. Bei Ausbruch des Krieges standen von den 110 sozialdemokrati⸗ schen Abgeordneten 24 im Alter unter 45 Jahren, nämlich die Ge⸗ nossen Bauer, Bender, Buck, Cohen(Reuß), Dr. Oskar Cohn, David⸗ sohn, Dittmann, Ebert, Dr. Frank, Giebel, Hasenzahl, Keil, Krätzig, Dr. Lensch, Dr. Liebknecht, Peirotes, Rühle, Schmidt(Meißen), Heinrich Schulz, Dr. Südekum, Taubadel, Wels, Wendel. Von diesen hatten als Soldat gedient: Dr. Cohn, Davidsohn, Dr. Frank, Hasen⸗ zahl, Krätzig, Dr. Lensch, Dr. Liebknecht, Schulz, Dr. Südekum, Wels und Wendel. Gefallen ist Dr. Frank. Eingezogen sind und dienen zurzeit von den Gedienten: Dr. Cohn, Davidsohn, Hasenzahl, Dr. Liebknecht, Dr. Südekum und Wendel. Außerdem dient als Kriegs⸗ freiwilliger der am 18. April 1864 geborene Genosse Göhre. Er hat im Frieden als Einjähriger seine Milttärpflicht erfüllt. „ 5. Harmontische 4. Cuprids Garden⸗Intermezzo, von C. ene. 10 e ee 1 6. Marsch Retraite der Kavallerie und Gebet, von A. Reckling. der finnländischen Reiterei. 3 Beherzigenswerte Ratschläge für reisende Soldaten sind jetzt auf den Bahnhöfen vom Generalkommando veröffentlicht worden. Es heißt darin:„Vorsicht, Soldaten, bei Abgabe von Briefschaften und Postkarten während der Eisenbahnfahrt! Verratet nicht aus Unvorsichtigkeit oder Vertrauensseligkeit militärische Geheimnisse, ohne daß Ihr es wollt. Verboten ist jede Mitteilung über das Wo⸗ her und Wohin des Transportes. Uebergebt nichts an unbekannte Personen, denn es könnten feindliche Nachrichtensammler sein.“ Haarschneiden und Rasieren schlägt auf? Eine Versammlung der selbständigen Friseure von Frankfurt a. M. faßte eine Ent⸗ schließung, aus der wir entnehmen:„Die vereinigten Friseure von Frankfurt a. M. richten die dringende Bitte an das Publikum, auch ihren Beruf in Zukunft zu unterstützen und da, wo eine kleine Er⸗ höhung der Bedienungspreise stattfindet, diese zu leisten und ebenso alle Extraansprüche, die beim Rasieren, Frisieren und Haar⸗ schneiden vom Friseur verlangt werden, extra zu vergüten.“ Sind Reklamanten Drückeberger? Diese auch für unsere Gegend recht zeitgemäße Frage wurde von der Elberfelder Strafkammer so beantwortet, wie sie von allen vernünftigen Menschen beantwortet werden wird: nur Unvernunft oder böser Wille kann den Rekla⸗ manten den Vorwurf der Drückebergerei machen. Außerdem ist dieser Anwurf für einen Reklamanten eine schwere Beleidigung, die mit Gefängnis bestraft wird. Für den Ausfall des Krieges ist es außerordentlich wichtig, daß das wirtschaftliche und kommerzielle Leben in seinem Gange bleibt. Die Anträge auf Zurückstellung werden gewissenhaft geprüft, und nur, wenn es sich herausstellt, daß der Mann unabkömmlich ist, wird er zurückgestellt. Zwei Bureau⸗ vorstehern des Städtischen Gaswerks Elberfeld war in anonymen Briefen, die ans Generalkommando gerichtet waren, dieser Vorwurf gemacht worden. Es hieß darin, die beiden Be⸗ amten hätten sich als unabkömmlich vom Militärdienst zurückstellen lassen, obwohl Ersatzkräfte für sie genügend vorhanden seien. Ein derartiges Verhalten müsse jeden Vaterlandsfreund anekeln, und das Generalkommando müsse daher der Sache auf den Grund gehen und einschreiten. Selbstverständlich ging die Militärbehörde der Sache nach, es stellte sich jedoch alsbald heraus, daß der gegen die beiden Beamten erhobene Vorwurf völlig grundlos war. Nach langen Nachforschungen wurde der Briefschreiber in der Person des Kaufmanns Ewald K. von dort ermittelt. K. war zu jener Zeit auf dem Bureau des Gaswerks aushilfsweise beschäftigt. Die Strafkammer verurteilte ihn zu zehn Tagen Gefängnis, wobei noch mildernd berücksichtigt wurde, daß der Angeklagte sehr nervös ist. Die Tagesabnahme im Monat September beträgt eine Stunde und 57 Minuten. Am ersten Tag des Monats, vor Sonnenaufgang, um 5.10 Uhr, am letzten September ist Sonnenaufgang erst um 5.59 Uhr. Der Sonnenuntergang ist am 1. September um 6.49 Uhr, am 20. September schon um 5.41 Uhr. Die giftigen Gase der Fliegerbomben. Daß beim Besuche feind⸗ licher Flieger nicht bloß während des Bombenwerfens Vorsicht zu üiben ist, sondern auch noch nachträglich an Orten, wo Bomben niederfielen, Vorsicht am Platze ist, beweist ein Vorfall im Unter⸗ Elsaß infolge der vor mehreren Wochen erfolgten Beschießung der Pechelbronner Oelwerke. An einem von einer Fliegerbombe her⸗ rührenden tiefen Loch gruben die Brüder Grässel nach Granat⸗ splittern. Plötzlich wurden beide durch ausströmende giftige Gase betäubt. Der 16jährige Georg Grässel fiel mit dem Kopf nach unten in das Loch und fand den Tod, während sein Bruder sich noch weiter schleppen konnte und nach längerer Zeit wieder zur Be— innung ram. Bie arztunche unerfuaen ase 5 45 1 irken giftiger glückten Grässel das Einwirke 111 5 de gemacht. Der Nürnberger M nach der das Verweilen Aim ik 575 Straßen und Plätzen nach Ei m Beispiel 5 Stä ist Bamberg dem 2 Won dn Biefec it die Maul- und Klauenseuche ausge⸗ brochen. Die Gemarkung Wieseck bildet einen Sperrbezirk. skreis Friedberg⸗ Büdingen. Bad⸗Nauheim, 4. Sept. Bis zum 2. n 5 18 531 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 2. Sep⸗ tember 1915 236 516 abgegeben. i gereis Wetzlar.„ 4 f i e wieder Das Wetzlarer Gefangenenlager hat dieser Tag einen Zuwachs 50 1 5 2500 Russen erhalten, 75 opener Westpreußen hierhergekommen sind. Gegenwärtig 8 5 5 im Wetzlarer Lager. e e Wahlvereinsvorstände!. 4 9 meet Dißmann, der Sekretär für den Woitatenebele 1 ist am 24. August zum Militär eingezogen worden. 905 Por stand erfucht, alle Zuschriften bis auf weiteres an n 8 orsitzen⸗ den Eduarb Gräf, Frankfurt a. M., Stoltzestraße 17, gelangen zu lassen. Bon Nah und Fern. Wie die Sieg. Ztg. mitteilt, hat auf dem npater jetzt das fünfundzwanzigste teilen sich diese 1 l Ehen. Auf die erste kommen fünf, auf die zweite dreizehn und auf die dritte jest 1 Kinder. Von den 25 Kindern sind noch 19 am Leben. Von diesen besuchen fünf die Schule und drei sind noch nicht schulpflichtig. Frankfurt, 3. Sept. „Finanzagenten“ Alphons Schminke, Form von Kauf⸗ und Rücckkaufsgeschäften gemacht und den Kunden Reicher Kindersegen. 75 dortigen Standesamt ein Familie Kind angemeldet. Allerdings ver d gewohnheitsmäßigen Wuchers erbs- un nommen hatte, wegen gew 300 Mark Geldstrafe und Betrugs zu neun Monaten Gefängnis, und drei Jahren Ehrverlust. Vermischtes. Eine Steuer für Jungfrauen und Junggesellen. 1 In Oschatz in Sachsen ist eine Steuer für Junggesellen und Jungfrauen, beginnend mit dem vollendeten 30. Lebensjahr, einge⸗ führt worden. Bei 1800 Mark Einkommen(unterste Grenze) sind 4,05 Mark, bei 2400 Mark 5,15 Mark, bei 4000 Mark 23,62 Mark, bei 6300 Mark 67,80 Mark, bei 10000 Mark 159,20 Mark usw zu bezahlen. Für Kriegsteilnehmer sind Ermäßigungen vorgesehen. Von einem Ausschluß weiblicher Personen glaubte man absehen zu sollen, da diese ebenso wie die männlichen Unverheirateten weniger Aufwand als Ehemänner hätten. Außerdem hätten weibliche Per⸗ sonen im allgemeinen geringere Bedürfnisse als männliche.— Reuß ä. L. besteht übrigens eine Junggesellensteuer schon seit Jahren. Fünfprozentige Deutsche Reichsauleihe von 1915. Dritte Kriegsanleihe. Länger als Jahresfrist steht Deutschland einer Welt von Feinden gegenüber in schwerem Kampfe, wie er in der Geschichte nicht seines⸗ gleichen findet. Ungeheuer sind die Opfer an Gut und Blut, die der gewaltige Krieg fordert. Gilt es doch, die Feinde niederzuringen, die der Zahl nach überlegen sind und sich die Vernichtung Deutsch⸗ lands zum Ziel gesetzt haben. Diese Absicht wird an den glänzenden Waffentaten von Heer und Flotte, an den großartigen wirtschaft⸗ lichen Leistungen des von einem einheitlichen nationalen Willen beseelten deutschen Volkes zerschellen. Wir sehen, fest vertrauend auf unsere Kraft und die Reinheit des Gewissens, in dem von uns nicht gewollten Kriege zuversichtlich der völligen Niederwerfung der Feinde und einem Frieden entgegen, der nach den Worten unseres Kaisers„uns die notwendigen militärischen, polilischen und wirt⸗ schaftlichen Sicherheiten für die Zukunft bietet und die Bedingungen erfüllt zur ungehemmten, Entfaltung unserer schaffenden Kräfte in der Heimat und auf dem' freien Meere“. Dieses Ziel erfordert nicht nur den ganzen Helden⸗- und Opfermut unserer vor dem Feinde stehenden Brüder, sondern auch die stärkste Anspannung unserer finanziellen Kraft. Das Deutsche Volk hat bereits bei zwei Kriegs⸗ anleihen seine Opferfreudigkeit und seinen Siegeswillen bekundet. Jetzt ist eine dritte Kriegsanleihe aufgelegt worden. Ihr Erfolg wird hinter dem bisher Vollbrachten nicht zurückstehen, wenn seder in Erfüllung seiner vaterländischen Pflicht seine verfügbaren Mittel der neuen Kriegsanleihe zuwendet. Ausgegeben werden fünfprozentige schreibungen der Reichsan leihe. Der Zeichnungspreis beträgt 99„%, bei Schuldbuchzeichnungen 98,80 97. Die Schuldver⸗ schreibungen sind wie bei der ersten und zweiten Kriegsanuleihe bis zum 1. Oktober 1924 unkündbar, gewähren also 9 Jahre lang einen fünfprozentigen Zinsgenuß. Da aber die Ausgabe ein volles Prozent unter dem Nennwert ersolgt und außerdem eine Rückzahlung zum Nennwert nach einer Reihe von Jahren in Aussicht steht, so ist die wirkliche Verzinsung noch etwas höher als 5 vom Hundert. Die Unkündbarkeit bildet für den Zeichner kein Hindernis, über die Schuldverschreibungen auch vor dem 1. Oktober 1924 zu verfügen. Die neue Kriegsanleihe kann somit als eine ebenso sichere wie ge⸗ winnbringende Kapitalanlage allen Volkskreisen aufs wär mste empfohlen werden. Für die Zeichnungen ist in umfassendster Weise Sorge getragen. Sie werden bei dem Kontor der Reichshauptbank fsür Wertpapiere in Berlin(Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweig⸗ anstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung der König— lichen Seehandlung(Preußische Staatsbank) und der Preußischen Zentral⸗Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten sowie sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffent⸗ lichen Sparkassen und ihrer Verbände, bei jeder deutschen Lebens⸗ versicherungsgesellschaft und jeder deutschen Kreditgenossenschaft, endlich bei allen Postanstalten am Schalter erfolgen. Bei solcher Ausdehnung der Vermittlungsstellen ist den weitesten Volkskreisen in allen Teilen des Reichs die bequemste Gelegenheit zur Beteiligung geboten. Wer zeichnen will, hat sich zunächst einen Zeichnungsschein zu beschaffen, der bei den vorgenannten Stellen, für die Zeichnungen bei der Post bei der betreffenden Postanstalt, erhältlich ist und nur der Ausfüllung bedarf. Auch ohne Verwendung von Zeichnungs⸗ scheinen sind briefliche Zeichnungen statthaft. Die Scheine für die Zeichnungen bei der Post haben, da es sich bei ihnen nur um eine Einzahlung handelt, eine vereinfachte Form. In den Landbestell⸗ bezirken und den kleineren Städten können diese Zeichnungsscheine schon durch den Postboten bezogen werden. Die ausgefüllten Scheine sind in einem Briefumschlag mit der Adresse an die Post entweder dem Postboten mitzugeben oder ohne Marke in den nächsten Post⸗ briefkassen zu stecken. Ueber das Geld braucht man zur Zeit der Zeichnung noch nicht sogleich zu verfügen, die Einzahlungen verteilen sich auf einen längeren Zeitraum. Die Zeichner können vom 30. September ab jederzeit voll bezahlen. Sie sind verpflichtet: 30 9 des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 18 Oktober 1915, 20„ des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 24. Nopbr. 1915, 25% des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 22. Dezbr. 1915, Schuld ver⸗ 25% des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 22. Januar 19161 zu bezahlen. Nur wer bei der Post zeichnet, muß schon zum 18. Oktober d. J. Vollzahlung leisten. Im übrigen find Teil⸗ zahlungen nach Bedürfnis zulässig, jedoch nur in runden, durch 100 teilbaren Beträgen. Auch die Beträge unter 1000 Mark sind nicht sogleich in einer Summe fällig. Da die einzelne Zahlung nicht geringer als 100 Mark sein darf, so ist dem Zeichner kleinerer Be⸗ träge, namentlich von 100, 200, 300 und 400 Mark, eine weitgehende Entschließung darüber eingeräumt, an welchen Terminen er die Teilzahlung leisten will. So steht es demjenigen, welcher 100 Marl gezeichnet hat, frei, diesen Betrag erst am 22. Januar 1916 einzu⸗ zahlen. Der Zeichner von 200 Mark braucht die ersten 100 Mark erst am 24. November 1915, die übrigen 100 Mark erst am 22. Januar 1916 zu zahlen. Wer 300 Mark gezeichnet hat, hat gleichfalls bis zum 24. November 1915 nur 100 Mark, die 100 Mark am 22. Dezember, den Rest zahlen. Es findet immer eine Verschiebung zum nächsten Zahlungs⸗ termin statt, solange nicht mindestens 100 Mark zu zahlen sind. Der erste Zinsschein ist am 1. Oktober 1916 fällig. Der Zinsen⸗ lauf beginnt also am 4. April 1916. Für die Zeit bis zum 1. April 1916 findet der Ausgleich zugunsten des Zeichners im Wege der Stückzinsberechnung statt, d. h. es werden dem Einzahler 57 Stlick⸗ zinsen von dem auf die Einzahlung folgenden Tage ab im Wege der Anrechnung auf den einzuzahlenden Betrag vergütet. So betragen die Stückzinsen auf je 100 Mark berechnet: 0 für Schuldbuch. für Stücke eintragungen für die Einzahlungen bis zum 30. Sept. 1915 Mk. 2 50, der Zeichner hat also in Wirk⸗ lichte d m die Einzahlungen am 18. Oktober 1915 2,25 M., der Zeichner hat also in Wirk- ichn e ꝶm die Einzahlungen am 24. November 1915 1,75 M., der Zeichner hat also in Wirk⸗ lichkeit nur zu zahlen. 97,25 M. 97,05 M. Für jede 18 Tage, um die sich die Einzahlung weiterhin verschiebt, ermäßigt sich der Stückzinsbetrag um 25 Pfennig. Für die Einzahlungen ist nicht erforderlich, da. Geld bar bereitliegen hat. Wer über ein Gaba e kasse oder einer Bank verfügt, kann dieses für die Einzahlungen in Auspruch nehmen. Sparkassen und Banken werden hinsichtlich der Abhebung ngmentlich dann das größte Entgegenkommen zeigen, wenn man bei ihnen die Zeichnung vornimmt. Besitzt der Zeichner Wertpapiere, so eröffnen ihm die Darlehenskassen des Reichs den Weg, durch Beleihung das erforderliche Darlehen zu erhalten. Für diese Darlehen, ist der Zinssatz um ein Viertelprozent ermäßigt nämlich auf 5½„%, während sonst der Daxlehenszinssatz 5½ N be⸗ trägt. Die Darlehensnehmer werden hinsichtlich der Zeitdauer des Darlehens bei den Darlehenskassen das größte Entgegenkommen 1 gegebenenfalls im Wege der Verlängerung des gewährten Darlehens ß eine Kündi 3 N so daß eine Kündigung zu ungelegener Zeit nicht zu Wer Schuldbuchzeichnungen wählt, f i vergünstigung von 20 Pfennig für je 150 Mr Sen Schuldbuchs die hauptfächlich darin bestehen, daß das Schuldbuch vor jedem Verlust durch Diebstahl, Feuer oder sonstiges Abhanden⸗ 7 5 N ee schlitzt, mithin die Sorg kufbewahrung be eitigt und außerdem al i ö B erspart, da die Sontag 508 zuch sowie der Bezug der Zinsen vollständig! bü Nur die spätere Ausreichung der S ö 815 hrenfret erfolgen nicht vor dem 15. Oktober 1916 mulassig sein ell dun 9—.. mäßigen Geblühr. Die Zinsen erhält der Schuldbuchgläudige durch die Post portofrei zugesandt: er kann sie aber auch 9 d— Bank, Sparkasse oder Genossenschaft überweisen 0 se bes einer chsbankanstalt oder öffentliche 1 1 1 hen Ka Angesichts der großen Vorzüge, welche das Fechulböng as abet, eine möglichst lange Beibehaltung der Eintr uch gewährt, raten. ragung dringend zu 1 96,50 M. 96,30 M. für 96,75 M. 96,55 M. für und unbedingt sichere Anlage dar. D eine hochverzinsliche Chrensache des Deutschen Volkes, 3 N 4 September 1915 sind je Strafkammer verurteilte den f 1 5 der Darlehnsgeschäfte in der durchschnittlich auf das Jahr berechnet weit über 100 Prozent abg... am 22. Januar 1916 zu 3 80 f N der C0 5 9 hee I. aus eret (uordu 950 N Al bersuch Ihre 2 Züdlic o-. Grodno deln ül Stadt Armee licher! Swissoe Bi Uautbart 1 2 9 Linie An im Rat telt Truppe A U lräften am Rar „Die 0 00 n Hütte g Gefechte Im Aistenlä latt. 9 den Si — 0 eee e 5...— . .— Telegramme. Tagesbericht des Großen Hauptguartiers. Abgewiesener Han dgranaten⸗Angriff im Westen. Weiterer Siegeszug im Osten. W. B. Großes Hauptquartier, 3. Sept., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Souchez wurde ein feindlicher Hadgranatenangriff abgewiesen. Erfolgreiche Sprengungen in Flandern und in der Champagne. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Unsere Kavallerie stürmte gestern den befestigten und von anserer Jufanterie besetzten Brückenkopf bei Lennewaden (nordwestlich von Friedrichstadt). Sie machte 3 Offiziere, 350 Mann zu Gefangenen und erbeutete 1 Maschinengewehr. Auf der Kampffront nordwestlich und westlich von Wilna versuchten die Russen unser Vorgehen zum Stehen zu bringen. Ihre Vorstöße scheiterten unter ungewöhnlich hohen Verlusten. Südlich von Merez ist der Feind geworfen. Zwischen Augu— stow⸗Kanal und der Swistlocz ist der Njemen erreicht. Bei Grodno gelang es unsern Sturmtruppen, durch schnelles Han— deln über den Niemen zu kommen und nach Häuserkampf die Stadt zu nehmen. 400 Gefangene wurden eingebracht. Die Armee des Generals von Gallwitz brach den Widerstand feind⸗ licher Nachhut an der Straße Alekezyne(südlich von Odelsk Swissocz). Die Heeresgruppe nahm gestern insgesamt 3000 Mann gefangen und erbeutete 1 Geschütz und 18 Maschinen⸗ gewehre. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Kampf um den Auftritt der Verfolgungskolonne auf den Sumpfengen nördlich von Fruzana ist im Gange. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. In der Verfolgung ist die Jasiolda bei Sielca und Bereza⸗ Kartuska und der Gegend von Antopol(30 Kilometer östlich von Kobryn) gewonnen. Oesterreichisch-ungarische Truppen dringen Bolato⸗Dubowoje nach Osten vor. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals Grafen Bothmer nähert sich kämpfend dem Sereth⸗Abschnitt. Obere Heresleitung. 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Russischer Rückzug zur Sereth⸗Linie. Kleinere Gefechte mit den Italienern. Wien, 3. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: 3. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien ist der Gegner überall an die Sereth⸗ Linie zurückgewichen. Unsere Armeen verfolgen. An der Reichsgrenze nördlich Zalosze und östlich Brody, sowie im Raume westlich Dubno und im wolhynischen Festungsdreiecke stellte sich der Feind neuerlich an ganzer Front. Unsere Truppen befinden sich im Angriffe. Auch bei unseren an der oberen Jasiolda fechtenden Streit⸗ kräften dauern die Kämpfe fort. Die Russen wurden aus einigen am Rande des Sumpfgebietes angelegten Verschanzungen geworfen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die auf dem südwestlichen Kriegsschauplatze im allgemeinen eingetretene Ruhe hielt auch gestern an. Im Tiroler Grenzgebiete kam es bei der Mandrou⸗ Hütte(im obersten Val di Genova) und südlich Mori zu kleineren Gefechten, die mit dem Zurückgehen des Feindes endeten. Im Raume von Flitsch und an einigen anderen Stellen der küstenländischen Front fanden Geschütz⸗ und Minenwerferkämpfe statt. Abends schlugen unsere Truppen einen heftigen Angriff auf den Südteil des Tolmeiner Brückenkopfes ab. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. * Die neuen deutschen Erfolge im Osten⸗ Die unter Hindenburgs Oberbefehl stehende Armee des Generals v. Eichhorn ist in die Stadt Grod no durch einen kühnen Handstreich eingedrungen. Seit gestern abend kämpften unsere Truppen in den Straßen der Stadt. Der Njemen ist überschritten. Damit haben unsere Truppen einen neuen, außergewöhnlich großen Erfolg errungen. Die Lage der Festung Grodno ist unhaltbar. Gestern wurde gemeldet, daß die Westfront des äußeren Fortgürtels ge⸗ fallen ist. Die Vollendung dieses neuen Riesenwerkes unserer Armeen steht bevor. Der deutsche Angriff, der von Süd. Westen aus erfolgt ist, führte rasch zum Fall von zwei Forts der mächtigen, 60 Kilometer langen Außenbefestigung. Diese Lücke wurde durch rasche Stöße nach Norden ausgedehnt, bis die ganze Westfront niedergerissen war. Dadurch war das verhältnismäßig schwache Kernwerk der Festung seines wesentlichsten Schutzes beraubt und die russische Armee kann sich nur noch auf die in umgekehrter Front naturgemäß weniger wirksamen Forts und Batterien der östlichen Hälfte der Befestigungswerke stützen. Der Sieg ist heute schon ge⸗ sichert. Die noch andauernden Kämpfe bedeuten lediglich eine verzweifelte Gegenwehr der russischen Besatzungstruppen, die dem weichenden Feldheer den Abzug erleichtern sollen. Denn dieses Heer ist durch die gleichfalls ausgezeichneten Erfolge im Süden und Norden von Grodno, insbesondere durch die Durchschneidung der Hauptbahnlinie Grodno— Petersburg in wachsende Bedrängnis gekommen. Unter der großen Zahl der heute gemeldeten Erfolge berdient auch der deutsche Sieg an der Düna bei Fried⸗ richsstadt besonders hervorgehoben zu werden. Hier haben unsere Truppen nach langen schweren Kämpfen durch die Be⸗ setzung des Brückenkopfes bei Lennewaden einen bedeutenden Vorteil gewonnen. Auf der ganzen Fromt setzen unsere Armeen ihren glänzenden Siegeszug unaufhaltsam, wenn auch schwer kämpfend, fort. 5 südlich des 5 Aus Rußland. T. U. Petersburg, 4. Sept. Vorgestern wurden im Peters⸗ burger Militär- und Marinekomitee Beratungen abgehalten, über Mittel und Wege, um dem Offiziersmangel im Felde abzuhelsen. Der Kriegsminister hat dem Komitee eine Denkschrift vorgelegt, aus der hervorgeht, daß die russische Feldarmee bisher an Toten, Ver⸗ wundeten und Gefangenen 68 vom Hundert ihres Offiziersbestau⸗ des eingebüßt habe. Der Gouverneur von Witebsk macht bekannt, daß die Bevölkerung des Gouvernements ihre bisherigen Wohnorte verlassen könne und den an Ort und Stelle befindlichen Bestand an Vieh und Getreide an die Orts-Revisionsstelle abzuliefern hat. Der Gouverneur von Minsk gibt bekannt, daß Flüchtlingen aus der westlichen Gegend in Minsk nicht verbleiben dürfen, son⸗ dern weiter ostwärts befördert werden müssen. Aus Dünaburg sind nunmehr auch die letzten noch dort verbliebenen Behörden zu⸗ rückgezogen worden. In der Stadt herrscht große Not. Brot fehlt fast gänzlich. Die sonstigen Lebensmittel sind um fast das Drei⸗ fache gestiegen. 0 „Der russische Kriegsminister hat sämtlichen Lazaretten mitge⸗ teilt, künftig keine zu Pogromen auffordernde Aufrufe zur Ver⸗ lassene an die kranken und verwundeten Heeresangehörigen zuzu⸗ assen. 5 Nachdem sich in den jüngsten zwei Wochen die Choleraepidemie auf 20 bis 25 pro Tag gehalten hatte, ist sie gestern plötzlich auf 65 Fälle gestiegen. Die Zeitungen schätzen die aus Polen und Lithauen abtrans⸗ portierten Bewohner auf 4500 000. Die russische Regierung be⸗ schloß, den unbemittelten Flüchtlingen mit 25 Millionen Rubeln zu Hilfe zu kommen. Mitglieder der Duma bildeten ein Komitee, das erachtete, daß diese Summe gänzlich ungenügend sei, um das fürchterliche Elend zu erleichtern und daß es mindestens 200 Mil⸗ lionen Rubel bedarf, um die nötigsten Bedürfnisse zu befriedigen. Uusere Stellung im Westen. T. U. Berlin, 3. Sept. Unter der Ueberschrift„Unsere Stellung im Westen“ schreibt der Berl. Lok.⸗Anz.: Heute waren in Berlin Gerüchte verbreitet, daß den Engländern und Franzosen bei Arras ein Durchbruch gelungen sei. Das ist glatt erfunden und wenn Leute es fertig bringen, der⸗ gleichen weiter zu tragen, so zeigt das nur, daß es trotz unserer großen Erfolge immer noch ängstliche Gemüter unter uns gibt, die jede unwahre Nachricht ohne weiteres glauben. Tatsächlich ist unsere Stellung im Westen stark und fest und günstiger als sie vor Monaten gewesen ist. Es sollte doch jedermann wissen, was er mit Gerüchten dieser Art, die ver⸗ mutlich nur von feindlichen Agenten ausgestreut werden, um die Stimmung im Lande zu lähmen, zu machen hat. Falsche Berechnungen. London, 3. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Petersburger Korrespondent der Morning Post hält die Berechnungen russischer Offiziere, daß Deutschland neue Soldaten nicht mehr aufbringen könne und die letzten Mannschaften im Felde habe, für unzutreffend. Der Korrespondent glaubt Grund für einen Ueberfluß von deutschen Soldaten darin finden zu sollen, daß Deutschland die Wahrheit über die Zunahme der Bevöl kerung seit Jahrzehnten verheim lichte. Hier finde der Statistiker ein interessantes Thema für eine Doktorarbeit. Japans Hilfe ist die Rettung. Nach einer Meldung des Temps aus Petersburg erhielt der neue japanische Minister des Auswärtigen, Baron Ishi, von der japanischen Regierung den Auftrag, sich unverzüglich nach London zu begeben und von dort nach einer Aussprache mit Grey über Paris, wo gegenwärtig der römische Botschafter Hayashi weilt, nach Tokio zurück⸗ zukehren. Von Ishis Berichterstattung sollen weittragende Entschließungen abhängen, über welche der Rat der Alten ein Gutachten abzugeben haben wird. Hierzu erfährt der Temps, daß der Präsident des Ministerrats, Graf Okuma, nach einer Audienz beim Mikado und nach Rücksprache mit den Botschaftern des Vierverbandes einer Sitzung des obersten Kriegsrates präsidierte. Das Aufgebot der japanischen Waffen- und Munitionsindustrie sei nur als der erste Schritt für die werktätige Unterstützung, die Japan dem Vierverbande leisten will, zu betrachten. Die entsprechen⸗ den finanziellen Maßnahmen sollen zur Vermeidung von Zeitverlust ohne Befragung des Parlaments erfolgen. Die Munitionssorgen der Alliierten. Mailand, 3. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) In einer militäri⸗ schen Uebersicht des Corriere della Sera wird ausgeführt, Serbien und Italien seien diesenigen Länder, die am wenigsten Muni⸗ tion und Material hätten. Die Alliierten müßten sie mit Waffen versorgen: von ihrem Widerstande werde das Los des Balkans und damit zum guten Teil das Ergebnis des europäischen Krieges abhängen. Die Munitionsfabriken im Vierverbande und die Verteilung der Munition an die Heere müßten unter eine ein— heitliche Leitung gebracht werden. Amerika und auch die Schweiz müßten zur Herstellung von Munition in jeder Weise herangezogen werden. Diesenigen Vierverbandsländer, die Waffen lieferten, sollten als Gegenleistung Soldaten erhalten. Besser als alle nationalen Munitionskomitees würde eine fach⸗ männische Zentralkommission in Paris sein. Tadelswert sei es, daß England und Frankreich nur für sich arbeiten wollten: sie sollten sich ein Beispiel an Deutschland nehmen, das Oesterreich-Ungarn und die Türkei bewundernswert unterstütze. Die Täuschung der Völker. Das Berner Tageblatt bespricht unter der Ueberschrift „Furchtbare Zahlen!“ die deutsche Augustbeute und vermutet weitere 100 000 Tote. Es schließt mit den Worten: Wie man angesichts solcher Verluste fabeln kann, das russische Heer sei intakt und noch nie so gut im Stande gewesen, wie jetzt, ist uns unbegreiflich“ Der jetzige Krieg hat eine Atmosphäre von Lügen und Unwahrheit verbreitet, in die sich nicht nur ein Teil der Presse, sondern leider auch ganze Völker einhüllen, um ja nur nicht die Wahrheit hören zu müssen. Aber es wird ein Erwachen geben. Dann wird die Abrechnung der Nation mit denen erfolgen, die sie so lange in die Irre gehen ließen. Lettische Sozialdemokraten gegen Annexionen. Das ausländische Komitee der Sozialdemokratie Leit⸗ lands veröffentlicht in Schweizer Parteiblättern einen offenen Brief an die deutsche Sozialdemokratie, dem wir folgende Stellen ent⸗ nehmen: N„Die leitische Bevölkerung von Kurland und Livland will nichts von einer„Befreiung“ durch die deutsche Heeresverwaltung wissen. Die lettischen Volksmassen hegen keinen Haß gegen das deutsche Volk, aber sie fürchten mit Recht, daß eine mögliche Annerion durch Deutschland die erschütterte Herrschaft der einheimischen deutschen Junker von neuem slärken wird. Die Ostseeprovinzen sind wirt⸗ schaftlich und politisch mit Rußland verbunden und eine Annexion würde dem ganzen wirtschastlichen Leben des Landes schwere Schläge versetzen. Vor allem aber: das klassenbewußte Proletariat Lettlands, das seit Jahrzehnten Schulter an Schulter mit dem revo. lutionären russischen Proletariat kämpft, ist fest überzeugt von dem ulabwendbaren Siege der russischen Revolution und einzig und allein von diesem Siege erwartet es seine Freiheit, nie und nimmer aber von dem Siege der deutschen lebenso wie der russischen) Ka⸗ nonen, Zeppeline und Unterseeboote. Im Revolutionsjahre 1905 war das große Ziel des kämpfenden Proletariats in Rußland die demokratische Republik; in der Reihe der revolutionären Forde⸗ rungen, die auf die Demokratisierung des ganzen russischen Reiches hinauslaufen, stand auch die Selbstbestimmung und Selbstverwal⸗ tung der einzelnen in Rußland befindlichen Völkerschaften. Di lettische Sozialdemokratie, gestützt auf den einmütigen Willen der Voltsmaffen, proklamierte für die Ostseeprovinzen: Aufhebung der einheimischen Junkerherrschaft und eine Autonomie auf der weitest⸗ gehenden demokratischen Grundlage, wobei jedoch die Ostseeprovinzen im Verbande des russischen Reiches bleiben und das lettische Prole⸗ tariat auch nach dem Sturze des Zarismus in Gemeinschaft mit dem russischen Proletariat für unsere demokratischen und sozialistischen Ziele weiterkämpft. Auf diesem Boden steht unsere Partei auch jetzt noch.“ Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 8 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Offenbach a. M. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Es können eingestellt werben: a) bei hiesigen Arbeitgebern: g 3 Maschinen⸗Schlosser, 3 Dreher, 1 Heizungsmonteur, 1 Bau⸗ schlosser, 1 Spengler, 1 Kraftfahrer für die städtische Feuerwache, 1 junger Schuhmacher, 1 Fensterreiniger, 1 Hausbursche, 1 Näh⸗ mädchen. 0 b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 5 2 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 Knecht für Baugeschäft, 3 Schreiner, 1 Kraftfahrer, 10 Maschinen⸗ Schlosser, 1 Spengler, 2 Anstreicher, 2 Dachdecker, 15 Wärter fir Heil⸗ und Pflegeanstalt, 6 Arbeiter für Fabrik, 2 Dienstmädchen. Es suchen Arbeit: 1 Oberschweizer, 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 Maschinen⸗ Schlosser, 1 Geschirrsattler, 1 Bäcker, 1 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Bauzeichner, 1 Heizer oder Maschinist, 1 kaufm. Lehrling, 1 Bureaugehilfe, 1 Hausbursche, 10 Putz⸗ und Lauffrauen, 5 jugend⸗ liche Arbeiter, 2 Büglerinnen, 2 Lehrmädchen für Schuhgeschäfte, 1 Mädchen für Zigarrengeschäft. Bekanntmachung. g Die Ausgabe der für die Zeit vom 6. bis 19. September 1915 gültigen Brotmarkenhefte findet Samstag, den 4. September 1915, vormittags 8—12 und nachmittags von 2—6 Uhr statt. Die regelmäßige Ausgabe der Brotmarkenhefte erfolgt alle 14 Tage(Samstags) zu den angegebenen Stunden, eine besonders Bekanntmachung der Ausgabetage erfolgt nicht mehr. 1 Gießen, den 31. August 1915. 1 Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung 9 1 Es ist festgestellt worden, daß sich Mannschaften des ge⸗ dienten Landsturms, die erst nach dessen Aufruf (1. August 1914) das 45. Lebensjahr vollendet haben, nicht zur Landsturmrolle gemeldet haben. Solche Landsturmpflichtige werden hiermit aufgefordert, am Montag, den 6. oder Dienstag, den 7. September 1915, vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr, auf nter Standesamt im Rathaus am Marktplatz, die Anmeldung unte Vorlage ihrer Militärpapiere nachzuholen. 5 zunterlassung der Meldung wird nach den Militärgesetzen be⸗ straft. Gießen, den 1. September 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. 4 Von den Apotheken in Giessen ist am Sonntag, den 5. Sept. von 3 Uhr nachmittags an und die Nacht hindurch geöffnet die Hirsch-Apotheke. ö . 2 Reichhalsiges Lager in Uhren D. Kaminka, Gießen e der Lee * Lieferant des Konsum ⸗ Vereins Markiplatz ll Gießen u. Umg. und des Eisen⸗ 0 9 N bahn⸗Konsumvereins. Uhrmacher und Goldarbeiter.— Man verlange Rabat Glauben Sie an Wunder? Interessanter Bericht über eine Frauenversammlung, die an, Donnerstag im Hotel Großherzog von Hessen stattfand. Dort steht neben einem großen Waschkühel ein Herr ringsherum zahlreiche Haus⸗ frauen, die mit gespannter Aufmerksamkeit dem Vortrage des Herrn folgen. Der Vortragende nimmt von einigen Damen schmutzige Wäsche entgegen. Darauf wird heißes Wasser hineingetragen, von dem der Redner in einem Trinkglase eine Probe entnimmt, um zu heweisen, daß es reines Wasser ohne Zusatz ist. Nun stellt er mit gewöhnlicher Waschseife eine Seifenlauge her und behauptet, innerhalb Husch fünf Minuten die Wäsche mit dem Waschapparat„Die eiserne Waschfrau“ sauber zu waschen. Natürlich allseitiges Kopfschütteln. Viele Uhren kommen zum Vorschein, durch die die fünf Minuten auf die Sekunde kontrolliert werden. Der Waschmeister“(denn eine Waschfrau ist nicht zu sehen) beginnt seine Arbeit. Die Spannung wächst. Der Wasch⸗ apparat soll aber die Wäsche nicht nur schnell und sauber waschen, sondern die Wäsche auch mehr schonen, als dies bei den bisherigen Waschmethoden der Fall ist. Deshalb wird auch ein 20⸗Markschein mit in die Wäsche hineingeworfen. Sofort ertönen ängstliche Zurufe: „Schade um das schöne Geld!“ Weiter geht die Arbeit und weiter steigt die Spannung der Juschauer.— Plötzlich ertönt ein vielseitiges „Halt!“ Die fünf Minuten sind herum. Während die Spannung nun aufs höchste steigt, entnimmt der„Waschmeister“ die Wäsche dem Zuber und zeigt, daß„Die eiserne Waschfrau“ auch zum schnellsten und gründlichsten Spülen der Wäsche verwendet wird. Die geringste Spur von Seife wird dadurch beseitigt. Die einzelnen Wäschestücke werden nunmehr vorgezeigt und natürlich von den anwesenden Hausfrauen haarscharf gemustert. Aber auch die Ungläubigsten sind üherrascht, entwaffnet, begeistert!! Ja, dieser kleine, unscheinbare und billige Waschapparat wirkt tatsächlich Wunder... Alle Wäschestücke sind einwandfrei sauber. Nur der 20⸗Markschein scheint verschwunden. Schließlich kommt auch er zum Vorschein, völlig unversehrt, blitzsauber, in erneutem Glanz. Kann ein Beweis für die denkbar e ht Schonung der Wäsche überzeugender sein? Gab es bisher eine Waschmaschine oder Waschmethode, wobei die Wäsche der⸗ artig geschont wird? Die Damen drängen sich um den Waschkübel. nehmen den Apparat zur Hand und waschen damit. Alle sind entzückt von der spielend leichten Handhabung. Mißtrauen hat sich in glühende Begeisterung verwandelt. Sind doch die Vorteile des Waschabparates „Die eiserne Waschfrau“ so enorm und offensichtlich. Jeder Besucderin war es klar, daß es beim Waschen mit der Hand, Bürste oder Wasch⸗ brett nur in einer Stunde möglich ist, so viel zu leisten, was hier in fünf Minuten geleistet wurde. Aufgesprungene oder wundgeriebene Hände gibt es nach einem solchen Waschen nicht, denn die Hände kommen weder beim Waschen noch beim Spülen mit dem Wasser in Berührung. Auch die gerade für die Frauen so schädliche, gebückte Körperhaltung fällt fort und von einer Anstrengung kann nicht die Rede sein. Das Waschen ist Spielerei geworden. Das überaus große Interesse, welches diesem leistungsfähigen Waschapparat auch seitens der Hausfrauen aus Gießen und Umgegend in wenigen Tagen ent⸗ egengebracht worden ist, veranlaßt die unternehmende Firmg, viel⸗ 00 Wünschen entsprechend und mit Rügsicht auf die Ueberfüllung es Vorführungsraumes zum lettenmal am Montag, deu 6. September, nachmittags 4%½ Uhr und abends um 8 Ühr, nochmals Vorführungen im Hotel„Großherzog von Hessen“ zu veranstalten. Auch an diesem Tage werden nochmals Bestellungen zu dem Vorzugspreise von Mt. 6.50 für den Apparat entgengenommen. NB Den vielfach geäußerten Wünschen, die Vorführungen auch in den Orten der Umgegend von Gießen zu veranstalten, kann leider nicht entsprochen werden. Jede N Besucherin wird aber überzeugt sein, daß sich ihre Mühe und der Weg lohnt. 0 f ö 1 U n Tafel⸗ Zuckerhonig garantiert rein, ausserordent- lich wohlschmeckend und be- kömmlich, durch grossen Absatz 5 sers Dilig. 24 5 Kilo-Postkolli gegen Nach- nahme Mk. 4. 25 Man verlange Preisliste. Luekerlabrid uz.- Gerau (Hessen). füt Bahnhofstrasse 34 Telephon 2077 80 Grösstes, elegantestes und modernstes Lichtspiel-Theater am Platze. 80 Jeden Mittwoch u. Samstag? Programmwechsel. fun Dallscber rauemperei Ortsgruppe Gießen. Aus kunftstelle für Frauenberufe. Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Aus⸗ t für alle Berufe im alten Rathaus, Marktplatz 14. Diens⸗ s nachm. von 6/7/ Uhr. Rechtsschutzstelle. nen und Mädchen 5 erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechts angelegenheiten f alten dtatheurs Prarktplateg. ittwoch i d r von 6¼ Zum Arautschneiden empfiehlt sich Jak. Schmidt, Kreuzplatz 11. Ankauf. 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September nachm. um 5 Uhr und abends um 8 Uhr ene im Hotel„Grossherzog von Hessen“ Bahnhofstrasse, Saal(I Treppe“ 1 stattfinden, 17115 ohnen. Vorgeführt wird die 5 este und billigste 1510 der 2 Lie sp rug M ase rd Preis 81 Marl. 1 Die eiserne Waschfrau“ wäscht mit Presslu un ug- kraft.— Selbst ein Kind kann damit in 5 Minuten einen Kübel Wäsche sauber waschen. Schmulzige Wäsche bitte mitzubringen. per Eintritt ist frei. Der Besuch ohne Kaufzwang. Besucher des Schauwaschens erhalten den Apparat bei Bestellung zum Ausnahmepreis von Mk. 6.50. pPlatzyertreter gesucht 3 W.. e .— a 1 Frlesleben Giessen, Bahnhofstrasse 50 Cigarren-Spezial-Geschäft Cigarren, Cigaretten, flaue 5 Nau.. Sehnünt-Tabakk. Für unsere Krieger empfielllt zu billigsten Preisen in grosser Auswahl: Taschenlampen mit und ohne Blende, sowie mit drehbarem Scheinwerfer. Ganz nen:„Perlux“, als besondere Signallampe, sowie als Tisch- und Wandlampe zu gebrauchen. Ia. 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