berhe 1 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Sießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1 80 Mk. Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraste 23, Ecke Löwengasse. „ Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pig. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 188 Gießen, Freitag, den 13. August 1915 10. Jahrgang. der thunder un Ma 1 Von Richard Gädke. U Seit wenigstens vierzehn Tagen befinden sich die polnischen 0 Alles, was wir von den 1 allen Teilen der 0 Heeresleitung Nachhutsgefechte. Freilich Nachhutsgefechte, 9 die mit der größten Hartnäckigkeit geführt werden, und mit ver⸗ 14 zweifelten Angriffsstößen wechseln. Denn es handelt sich um nichts mehr und nichts weniger als um die Rettung des russi⸗ schen Hauptheeres. Um die Rückführung der großen Vor— käte aller Art, die zwangsweise Entfernung der Bewohner und des wertvollen Besitztums der Einwohner zu ermöglichen, haben die russischen Truppen ihren Widerstand möglichst lange fortsetzen müssen. Glücklicherweise ist ihnen ihre Absicht barbarischer Ver— wüstung des eigenen Landes trotzdem nur teilweise geglückt, und nur in den Gebieten, die unmittelbar in ihrem nächsten Macht— bereiches lagen. Die Bevölkerung selbst hat gar keinen Eifer ge— zeigt, die Befehle der Gebieter zu befolgen. 0 Auch die Kämpfe um Warschau und Jwangorod waren nur noch Nachhutsgesechte: es st natürlich nicht so, wie die Russen glauben machen möchten, als hätten sie die Festungen kampflos auf— b gegeben, um der Bevölkerung die Leiden der Beschießung zu er— 1 sparen. Solche Menschlichkeiten liegen ihrer rücksichtslosen Krieg— führung völlig fern. Aber die unmodernen Werke hätten in jedem Falle nur eine kurze Widerstandsdauer gehabt und zu ihrer Ver— teidigung doch große Streitmassen und vor allen Dingen ein kost— bares Material erfordert, das von vornherein verloren gewesen wäre. An Kriegsmaterial aber haben die Russen keinen Ueber— fluß und die neuen Freunde im Osten, klüger als ihre Bundes— genossen, liefern in erster Linie ihr eigenes älteres Material. Aber die Weichselfront mußte so lange gehalten werden, daß den beiden großen Nord- und Siidgruppen die allmähliche Viertelschwenkung nach Osten ermöglicht wurde, die den geplanten Rückzug vorbereiten mußte. Darum wurde der Schein eines Widerstandes auch noch in Praga einige Tage aufrechterhalten, der sofort zusammenbrach, als die Deutschen ernstliche Anstalten machten, die Weichsel zu überschreiten. Im Süden, nördlich Iwangorod, ist den Russen ihre Absicht von vornherein mißlungen, die Armee v. Woyrsch erzwang vorzeitig den Flußübergang. Aber alsbald wurden hierher solche Verstärkungen gesandt, daß ihr weiterer Vormarsch noch tagelang aufgehalten wurde. Nicht klar zu ersehen ist, aus welchem Grunde die Russen die rechtzeitige Räumung der großen Festung Nowo-Georgiewsk, am Zusammenfluß von Narew und Weichsel, versäumt haben. Die über sie führende Bahnlinie hat keine ausschlaggebende Bedeutung, nachdem die weit wichtigeren Linien über Warschau und Iwango— krod in unsere Hand geraten sind. Möglich, daß der rasche Fall der Befestigungen von Dembe und Zegsze den rechtzeitigen Abzug der Besatzung verhindert hat. Hier wird wohl noch manche Kriegs— beute zu finden sein. Bis zum 8. August behaupteten sich noch am oberen Narew und Bobr die Festungen Lomsha und Ossowiec; auf der Südfront aber hat der rechte Flügel Mackensens, zwischen Wieprz und Bug zuoffenbar schwerer zu kämpfen als der linke Flügel des Erzherzogs Joseph Ferdinand. Der Abzug der Russen ist schon jetzt außer— zwrdentlich schwer: er muß über die verhältnismäßig(d. h. für solche Massen) schmale Linie Vialystok⸗Brest⸗Litowski von mur 120 Kilometer Länge gehen, während noch vor 10 Tagen die Frontausdehnung des russischen Heeres in Polen mehr als 500 Kilometer betrug. Daß das Einfädeln von mehr als einer Mil⸗ lion Menschen unter gleichzeitiger Drehung der Front in diesem engen Raum sehr große Ansprüche an die Geschicklichkeit der obersten Leitung stellt, ist ohne weiteres klar. Je mehr diese ver⸗ sagt, desto mehr muß die Truppe mit ihrem Blute aushelfen. Man muß auch berücksichtigen, daß der Rlickzugsraum zwar ziemlich reich mit Bahnen, aber keineswegs übermäßig stark mit leidlichen Marschstraßen versehen ist. 5 5 Es ist sehr interessant, aus russischer Quelle zu hören, daß das riesige Reich seit Beainn des Krieges 7 bis 8 Millionen Sol⸗ daten ins Feld gebracht hat. Das ist sehr viel, wenn man es gegen die gewaltigen Mißerfolge dieses Heeres hält, die es einer großen Mindestzahl gegenüber von Anfang bis zu Ende erlitten gat; aber es ist wenig, wenn man es mit der Volkszahl des groszen Reiches vergleicht. Nun haben gegenwärtig die Russen bereits die Hälfte dieser Streitermassen verloren, davon allein 4, Millionen Jefangene, und bis zum Ende des Monats August wird sich diese Zahl noch gewaltig erhöhen. Die Volkszahl allein— es ist ein kröstlicher Gedanke— ist also für die kriegerische Kraft unseres kärksten Gegners nicht ausschlaggebend, das muß unseren guten Freunden immer und immer wieder gesagt werden. Diese Ueber⸗ eugung verstärkt sich, wenn wir setzt lesen, daß zwar weitere 7—8 Millionen zur Einziehung verfligbar sind, daß man aber vorläufig nur 2 Millionen unter die Waffen rufen wolle. Das heißt mit an⸗ geren Worten, mehr als diese zwei Millionen, unausgebildeter zeute in das Heer einzuheben, ist das Kriegsministerium nicht im⸗ lande, weil es ihm an Waffen und Ausrlistung, vor allen Dingen ber an Stämmen, an Offizieren und Unteroffizieren fehlt. Der Kampf des verbündeten Oester reich gegen Italien hat auch in der vergangenen Woche keine Fortschritte gezeigt. Um erecht zu sein, muß man anerkennen, daß das italienische Heer vor iner ungewöhnlich schweren Aufgabe steht. Ganz abgesehen von len Schwierigkeiten, die einem gleichzeitigen, Vorgehen starker Massen gegen die Fsonzofront und gegen Tirol entgegenstehen würden, besitzt das Land augenblicklich gar nicht die sehr grossen Herzu erforderlichen Truppenmassen. Auch das eine Jahr der Korbereitung hat anscheinend nicht genligt, das Heer auf eine Etärke zu bringen, die der von der Regierung leichtsinnig über⸗ zommenen ehrgeizigen Rolle entspricht. Konnte man aber nur auf ener Front die Massen zum entscheidenden. Angriff zusammen— N bringen, dann war aus politischen und militärischen Gründen die lom Isonzofront richtig gewählt. das Manöver ausgeschlossen, der Frontalangriff— nur in allem— blieb allein möglich; in ihm gibt neben der Stärke der Verteidigungsstellung die Waffenführung und die kriegerische Tlichtigkeit der Ausschlag. In allen diesen Dingen aber sind die Oesterreicher so sehr überlegen, daß die zahlenmäßige Uebermacht der Italiener demgegenüber nicht durchzudringen vermag; sie kann ohnehin nicht gleichzeitig, nicht nebeneinander, sonder nur nacheinander zur Geltung gebracht werden. ffenbar reicht die Stärke der Aber in diesem engen Raume blieb f nehmt alle— letzten Endes überlegene Denn offe dort verwendeten Armee Boroevie vollkommen aus zu einer ange— messenen Besetzung der Front. Hier mag ein Rechenfehler der Italiener vorliegen. Ihre vier Armeen scheinen sie inzwischen fast in voller Stärke eingesetzt zu haben, für ein Dardanellen⸗ Abenteuer würde dann nicht allzuviel übrig bleiben. Im Westen haben sich keine entscheidenden Ereignisse abge— spielt; die verhältnismäßige Waffenruhe kann auch noch einige Zeit andauern. Denn zu einem ernsten Versuch, den großen An— griff zu wagen, um die Deutschen aus Frankreich hinauszuwerfen, vermag sich Oberfeldherr Joffre offenbar nicht aufzuraffen. Di Engländer aber erst recht nicht; ihre Rekrutierungsergebn mehr und mehr zursick, je weniger das Kanonenfutter sozialen Verständnis der Regierung zu erwarten hat. * 8 5 Ein erfundener russischer Bericht. Berlin, 11. August.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Nowoje Wremja berichtete am 16. und 29. April, daß deutsche Truppen in dem Dorf Matowo bei Lodz eine Schreckensherrschaft führten, die Einwohner beraubt, die Frauen geschändet, zwölf Männer er mordet und hundert Bauernhöfe niedergebrannt haben. Der ganze Bericht ist erfunden. Der Schulze Josef Riboski und der Besitzer Krawieckt Pawlowski haben eid lich bezeugt, daß die deutschen Truppen sich stets anständig wie„Brüder“ benahmen, und daß keine einzige der behaupteten Schandtaten vorkam. Rißlauds Staatsmänner über den Frieden. Die großen und sortgesetzten Siege der Verbündeten im Osten haben in vielen von uns die Hoffnung erweckt, daß in Rußlands maßgebenden Kreisen endlich die Einsicht der Ohnmacht erwachen und der Friede dadurch beschleunigt werden würde. Diese Hoff⸗ nung ist menschlich so verständlich und aus der harten Welt der Tatsachen auch sicherlich berechtigt gewesen. Aber man muß immer wieder daran erinnern, daß zum Frieden zwei Parteien gehören und daß besonders in den Kreisen der russischen Machthaber weder Einsicht der eigenen Ohnmacht noch Wunsch und Wille zu einem Frieden vorhanden ist. Wie wenig selbst die letzten großen Niederlagen auf diese Kreise Rußlands, gewirkt haben, zeigen Aeußerungen von Ministern und Staatsmännern auf eine Rund- frage des Rußkoje Slowo anläßlich des Jahrestages des Krieges. Da erklärt der Minister des Auswärtigen, er. Sasanow, das verflossene Jahr habe gezeigt, daß die Widerstandskraft Rußlands und seiner Verbündeten unbegrenzt sei, der Krieg werde bis zur Vernichtung Deutschlands durchgefochten werden. Der Minister Kriwoschein erklärte, daß die neue Ernte Rußlands so gut sei, daß sie allein schon das Ende des Krieges soweit hinausschiebe, wie Rußland es wünsche. Besonders aber der Kriegsminister, Herr Poliwanow nimmt den Mund voll, obwohl er eigentlich am besten wissen müßte, was die Kriegsereignisse der letzten Zeit für Rußland bedeuten. Hier wird aber der Wahnsinn geradezu Methode, wenn er erklärt, die Russen hätten ganz zuverlässige Nachrichten, daß die deutschen Truppen jetzt völlig erschöpft wären und gern zu ihnen überliefen. Indessen erklärt auch er allen Ernstes:„Wir werden den Krieg fortsetzen, solange er auch dauern mag. Der Sieg ist eine Lebensfrage für Rußland und wir werden siegen, wenn wir alle Kräfte anspannen. Jetzt ist nicht Zeit zum Kritisieren und Fragen, fetzt müssen wir handeln!“ In diesem Stil geht es weiter. Es erscheint uns gut, solche Aeußerungen fest— zuhalten, nicht, weil wir glauben, sie könnten nicht, wie wir hoffen, durch weitere deutsche entscheidende Siege, durch die Entwicklung der Tatsachen selbst über den Haufen gerannt werden, sondern weil sie uns vor manchen Fllusionen bewahren können. Diese Einsicht ist gewiß schmerzlich, da wir alle wünschen, der Friede möchte recht bald und ohne weiteres Blutvergießen zum Heile aller Völker er⸗ reicht werden. Die Geschichte geht aber nicht nach unseren Wiin— schen und Hoffnungen, sondern nach den ehernen Gesetzen der Macht, des Sieges oder der Niederlage, 2 l 71 13 Der Reichskanzler über den zukünftigen 5 Frieden. Zwischen der amerikanischen Nachrichtenagentur Uni ted Preß und dem Deutschen Reichskanzler fand folgender Telegrammwechsel statt: Newyork, 5. Aug. An Seine Majestät den Deutschen Kaiser, Warschau in Polen. Die United Preß, die 700 der wichtigsten amerikanischen Blätter bedient, ersucht Eure Masestät ehverbietigst, ihr in diesem Augenblick des größten Triumphes Deutschlands einen Ausdruck der historischen Bedeutung des deutschen 8 in Polen zu telegraphieren oder eine Andeutung über die Grund lagen, die Deutschland für nötig hält, um den europäischen Frieden zu sichern und die Kultur am sichersten zu fördern. Dürfen wir ehrerbietigst Eure Mafestät auf die unermeßlichen Möglichkeiten hinweisen, die durch den Druck der neutralen öffentlichen Meinung für den Frieden entstehen, wenn endgültige und billige Bedingungen formuliert werden könnten? Hierguf erfolgte folgendes Antworttelegramm: 9. Aug. An den Präsidenten der United Pre. Newyork: Seine Mafestät der Kaiser bedauert, aus prinzipiellen Gründen nicht imstande zu sein, dem Ersuchen der Unfted Preß um eine Erklärung anläßlich des Erfolges der verbündeten deutschen und e ungarischen Heere zu entsprechen. Indem ich die seltkrieg . 5 Truppe den Ehre habe, Sie hiervon zu benachrichtigen, möchte ich hinzufügen daß Deutschland vor allem hofft, daß dieser Sieg das Ende des Krieges beschleunigen werde. Zu gleicher Zeit ersuche ich Sie, sich daran zu erinnern, daß der Kaiser in all seinen Erklärungen, zuletzt noch am 31. Juli d. Js., geäußer“ hat, daß Deutschland für einen Frieden kämpft, der sowohl Deutsch⸗ land als den Mächten, die an der Seite Deutschlands die großer Schlachten ausfechten, die Sicherheiten gibt, die für die national Zukunft auf die Dauer notwendig sind. Weit über die Grenzer Deutschlands hinaus wird dieser Friede, den wir anstreben, aller Nationen die Freiheit des Meeres sichern, und ei lichkeit bieten, dem Werke des Fort on durch einen freien und welt umspannenden Handel zu dienen. * gez. Bethmann⸗Hollweg. Viel kann der Fragesteller nach den Grundlagen für der europäischen Frieden mit der diplomatischen ann⸗Hollwegs nicht anfangen. zukünftigen Antwort Vethn Aus dentschen Gefangenenlagern. ando des 7. Korps hatte vor einigen Tagen die u se Bezirks zu einer Besichtigung der Gef eladen. Hierbei konnte festgestellt werden, daß die Gefangenen durchweg in einer den Verhältnissen ent⸗ sprechenden guten Weise untergebracht sind und behandelt werden Man ist auf diesem Gebiete zu einer Sorgsamkeit gelangt, die all⸗ gemein befriedigen und den Wunsch hervorrufen wird, daß sie den deutschen Kriegsgefangenen ebenso zuteil werden möchte. Von den Feststellungen seien hier einige, die allgemeine Bedeutung habem wiedergegeben. Zurzeit ist ein sehr großer Teil der Gefangenen in der Land⸗ wirtschaft oder Industrie beschäftigt: in Friedrichs⸗ feld von 22000 rund 14000, in Münster II von 17 000 rund 14 000 Im Sennelager ist es ähnlich. Im Korpsbezirk befinden sich jetzt etwa 100 Haupt- und Arbeitslager, als welche auch die Zechen und Werke in Betracht kommen, auf denen Gefangene beschäftigt werden. Es ist überall anerkannt worden, daß die Gefangenen gut aussehen, und daß die Verpflegung zu klagen keinen Anlaß gibt, obgleich es möglich geworden ist, die Verpflegung zu einem Kostensatz von 66 Pfg. für den Mann und Tag durchzuführen. In Fried⸗ rich d wurde bemerkt, daß eine starke Ladung besten Weizenbrotes wöchentlich als Liebesgabe aus der Schweiz eintrifft. Die Franzosen erhalten aus ihrer Heimat große Mengen von Zubrot. So langen bei einer Abteilung von 7000 Mann im Sennelager täglich 1200 bis 1300 Pakete an. Bei den 21500 Gefangenen in Friedrichsfeld gingen monatlich 11500 Briefe und Postkarten aus, 185 000 ein. Hier ist auch eine„Gefangenen-Bank“ eingerichtet, in der 30 die Bücher führen. Der Geldverkehr hat 1 Million Mark 0 Eine Kartothek gibt über alle Verhältnisse der Gefangenen Auskunft. Im Sennelager besteht eine besondere Sparkasse, auf s für die Gefangenen eingehende Geld hinterlegt wird. Alle 5 berechtigte nur bis zu 10 Mark. In den Lagern suchen sich die Gefangenen durch Konzerte, künst⸗ ische Arbeiten, Spiele, Blumenzucht, Studien usw. die Zeit zu vertreiben. Der Andrang zum Unterricht ist, so wurde in Münster konstatiert, besonders bei den Franzosen groß. Die Russen haben mehr Sinn für— Gemüsezucht. In Friedrichsfeld wurden im Russenlager drei 13%. und 15jährige„Soldaten“ angetroffen, die als Musiker mit ins Feld gerückt waren. Die Eutscheidung nahe? f In Stockholms Dagblad schreibt der militärische Mit⸗ arbeiter: Die Lage im Osten hat sich in den letzten Tagen so geklärt, daß man mit Sicherheit behaupten kann, sie ist für den Ausgang des europäischen Krieges eutscheidend geworden. Nirgends weiß man das besser, als in England. Man wird dort alles aufbieten, um Rußlands Kraft aufrechtzuerhalten. Tor. 1 Die Zange schließt sich! Der Kriegsberichterstatter des Berl. Tagebl., Leonhard Adelt, meldet seinem Blatte aus dem K. und K. Kriegspresse⸗ cuartier unterm 11. August: Hinter dem polnischen Zentrums⸗ raume, der von den Rückzugstruppen des russischen Millionen- heeres überschwemmt ist, beginnt sich die gewaltige Zange der Verbündoten zu schließen. Nach Ueberwindung des Wyprz im Süden und des Narew im Norden ist der große Bugbogen nach schweren Kämpfen genommen. Die wichtige Eisenbahn des polnischen Hinderlandes, die von Lublin nach Ostrow ver— läuft, ist schon auf einer großen Strecke erreicht. Im süd- lichen Abschnitt ist die vierte österreichisch-ungarische Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand nach der glücklich verlaufenen Schlacht bei Lubartow und am linken Flügel die Armee des Generalfeldmarschalls v. Mackensen über diese Stationen hinaus gekommen und nähert sich jetzt dem Abschnitt Parezew⸗ Lukow⸗Siedlze, im Anschluß an die Truppen des General⸗ obersten v. Woyrsch und die des Prinzen Leopold von Bayern. kommen ihnen die Armeen v. Gallwitz und b. Scholz entgegen. Die Straße Ostrow-Wyszkow wurde bereits von starken deutschen Kräften überschritten, die den Bug erreicht. Von Ossowiee behaupten die Russen noch einige Werke und den feldmäßigen Befestigungsgürtel, doch Ii N A Im Norden haben die Deutschen die Station Mulkin, den wichtigen Knoten⸗ Es scheine, als klopfe das Schicksal von neuem an Schwedens 8 — 8 2 2— CFF ——— punkt der Bahnen Lublin⸗Ostrow, Warschau-⸗Bialystok und Wilna⸗Petersburg fast erreicht. Damit verkürzt sich der Ab⸗ zugsraum der Russen nach Osten auf wenig mehr als 100 Kilometer. Dies ist das wichtigste Moment des Tages, dem⸗ gegenüber die anderen Ereignisse weniger bedeutsam sind. 200 000 Flüchtlinge! Wie der Täglichen Rundschau berichtet wird, meldet die Daily News aus Petersburg, daß infolge der Räumung der Städte zwischen Warschau und Brest⸗Litowsk von der Zivilbevölkerung etwa 200 000 Personen sich auf der Flucht nach dem Osten be⸗ nden. N Neuer Kriegsrat in Calais. T. U. Haag, 12. Aug. Ein neuer Kriegsrat der Ver⸗ bündeten versammelte sich gestern in Calais. Mehrere Ver— treter des russischen Generalstabes waren anwesend. Wie verlautet, bildete die Offensive an der Westfront den Haupt⸗ gegenstand der Beratungen. Bulgarisch⸗serbische Zusammenstöße. Eine Athener Depesche besagt, daß zwei große bulgarische Banden mit serbischen Truppen einen blutigen Zusammenstoß hatten. Kriegsnotizen. Der stellvertretende kommandierende General in Stuttgar: hat den Versicherungsbetrieb gegen Schäden durch feindliche Luftfahrzeuge untersagt, weil dieser Be⸗ trieb Ermittelungen und Anzeigen voraussetzt, die den militärischen Interessen widerstreiten. Die bestehenden Versicherungsver⸗ hältnisse werden durch das Verbot nicht berührt. Oberpostschaffner Paul Jury, seit 1888 beim Hauptpostamt in Berlin angestellt, hat in verhältnismäßig kurzer Zeit, teils Feldpostbriefe, teils andere Wertbriefe unterschlagen, laut eigenem Geständnis, im Gesamtbetrage von über 10 000 Mark. Er wurde deshalb von der 6. Ferienstrafkammer des Landgerichts Berlin I zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. f 5 Seit Kriegsbeginn sind in den deutschen Münzstätten für 70 Millionen Mark Silbermünzen geprägt worden. Der größte Teil entfällt auf Einmarkstücke, wodurch es ermög⸗ licht wurde, die Scheine zu einer Mark teilweise wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Durch das Münzgesetz dürfen pro Kopf der deutschen Bevölkerung 20 Mark in Silbergeld ausgeprägt werden. Diese Quote ist erst bis zu etwa 18 Mark erreicht. Das neue holländische Landsturmgesetz, gegen das nur die Sozialdemokraten stimmten, führt die Dienstpflicht für alle Männer bis zu 30 Jahren ein, nicht bis zu 40 Jahren, wie es in dem ursprünglichen Regierungsentwurfe hieß. Außerdem darf der Kriegsminister die Einziehung nur in dem Maße anordnen, als er jetzt Dienende aus dem Dienste entläßt. Eine von zahlreichen Delegierten beschickte Konferenz des holländischen„Anti⸗Kriegs⸗Rates“ beschloß eine Ein⸗ gabe an die Regierung, durch welche diese gebeten wird, eine Kon⸗ ferenz von Vertretern der neutralen Länder einzu⸗ berufen, die eine gemeinsame Friedensaktion vorbereiten und zu geeigneter Zeit einleiten könnte. Eine Anzahl spanischer Intellektueller veröffent⸗ lichte ein Friedensmanifest, in dem sie ihrem Glauben an die Einheit Europas Ausdruck gaben. Sie wenden sich zugleich gegen die völlige Vernichtung irgend eines der kriegführen⸗ 5 Länder und appellieren an den Geist des guten Willens der er. Zahlreiche Vertreter der Künste und Wissenschaften in Spanien veröffentlichten eine Kundgebung, in der sie den Sieg der Alliierten, soweit diese die Ideale der Gerechtig⸗ keit verteidigen, herbeiwünschen. Der Munitionsgerichtshof in Glasgow verurteilte 28 Arbeiter wegen Streikens. 500 Glas arbeiter kündigten den Arbeitsvertrag, weil die Arbeitgeber eine Zulage von drei Schilling für die Woche verweigerten. Die meisten der beteiligten Firmen arbeiten für die Regierung. Varteinachrichten. Für die bisherige Haltung der Partei. Eine Konferenz der Vertrauensleute Breslaus und Mittel- schlesiens nahm nach eingehender Aussprache folgende Resolution an: „Die Konferenz der Vertrauensleute Breslaus und Mittel- schlesiens dankt dem Parteivorstande für die ernst⸗ ————-„—-—= r—rrrNν] nn. r i nd andauernden Verständigungsversuche ue 59091 der anderen Länder und ersucht ihn, trotz aller Enttäuschungen seine Bemühungen in gleichem Sinne fortzusetzen. 5 8 Die eren billigt die bisherige Haltung der Reichstagsfraktion und sieht bis jetzt weder einen An⸗ laß, noch eine Möglichkeit, diese Haltung zu ändern. Ein solcher Anlaß läge erst vor, wenn ein möglicher Friede an dem Verhalten der deutschen Regierung zu scheitern droht, und dafür fehlt bisher jeder Anhalt. 5 1 5 Aus diesen Gründen weist die Konferenz die Vorwürfe der sogenannten Opposition und des Aufrufs„Das Gebot der Stunde“ als unberechtigt und parteischädigend zurück. Sie ersucht den Vorstand der Partei und die Reichstags⸗ fraktion, noch schärfer als bisher dem Lebensmitte lwucher entgegenzutreten und gesetzliche Maßnahmen dagegen zu bean⸗ tragen, da die Tätigkeit der Wucherer das deutsche Volk nicht weniger gefährdet als feindliche Aushungerungspläne. a Die Konferenz ersucht die Fraktion, eine gangbare soziale Regelung der Löhnungs⸗ und Gehaltsskala sämtlicher Kriegs⸗ teilnehmer zu beantragen und die stellvertretenden Korps kommandeure aufzufordern, daß sie alle die Arbeiterbewegung einschränkenden Bestimmungen aufheben, die im Interesse der Landes verteidigung nicht unbedingt geboten sind.. 4 55 Schließlich wird die Fraktion aufgefordert, beim nächsten Zusammentritt des Reichstags eine Erhöhung der Unter⸗ stützung der Kriegerfrauen zu beantragen.“ Der erste, vierte, fünfte und sechste Absatz der Resolution wurde einstimmig angenommen, Absatz 2 gegen 7 Stimmen, Absatz 3 gegen 10 Stimmen bei insgesamt 79. Die Bezirksleitung für die Wahlkreise Minden⸗Lübbecke, Herford⸗Halle, Bielefeld⸗ Wiedenbrück, Pader⸗ born⸗Büren, Warburg⸗ Höxter, Lippstadt⸗ Brilon, Lingen⸗-Meppen, Schaumburg-Lippe, Lippe ver⸗ breitet unter der Ueberschrift„Die sozialistische Pflicht der Stunde eine kurze Darlegung über Sozialdemokratie und Krieg, in der es heißt: Nach einer Aussprache mit den Parteigenossen unseres Be⸗ zirkes bringen wir die volle Uebereinstimmunga mit der Haltung der Mehrheiten der Reichstagsfraktion und des Parteivorstandes zum Ausdruck. Wir glauben in der Annahme nicht fehl zu gehen, daß die Haltung beibe⸗ halten und im besonderen alles getan wird, um den ärmeren Volksschichten eine ausreichende und billige Lebensmitte l- versorgung, sowie eine umfassende Wohlfahrtspflege zu sichern.... Der Beschlußfassung des Parteiausschusses am 1. Juli, die sich ganz besonders gegen die parteischädigenden Treibereien richtete, stimmen wir zu und erwarten, daß alle Genossen jetzt— unbeschadet ihrer etwa abweichenden Meinung— Disziplin üben und damit die wichtigste Parteipflicht erfüllen. Die Kreisgeneralversammlung für den 17. württem⸗ bergischen Wahlkreis fand in Friedrichshafen statt und war von 14 Delegierten besucht. An den Tätigkeitsbericht schloß sich ein Referat des Genossen Fischer über„Organisation und Agitation“. Nachdem wurde eine Resolution angenommen, die sich mit der Haltung der Reichstagsfraktion völlig ein ver⸗ standen erklärt und die Maßnahmen des Partei⸗ und Landes⸗ vorstandes in der württembergischen Parteiangelegenheit billigt. Von allen Genossen wird erwartet, daß sie eine lebhafte Tätigkeit für die Parteieinheit entfalten. Verfolgung der serbischen Genossen. Ein schwerer Schlag nach dem anderen trifft unsere serbischen Parteigenossen. Nachdem vor vier Wochen die Verbreitung ihres Blattes Radnitschke Nowine in Neu⸗Serbien verboten worden war, ist nunmehr das Verbot auf die ganze Kriegszone ausgedehnt wor⸗ den. Wenn man berücksichtigt, daß die Kriegszone in Serbien fast das ganze Land, sogar die Stadt und Provinz Nisch, umfaßt, so wird die verzweifelte Lage des Blattes verständlich. Welchen Aus⸗ weg es finden wird, ist noch nicht klar. Arbeiterbewegung. 25 Jahre Verbandsvorsitzender. Am 2. August waren es 25 Jahre, daß August Brey als Vor⸗ sitzender des Verbandes der Fabrikarbeiter tätig ist. Was in dieser Spanne Zeit der Genosse Brey dem Verbande geleistet hat, geht am besten aus seinem Aufstieg hervor. Auf dem ersten Verbands⸗ tage in Braunschweig im Jahre 1892 musterte der Verein 2460 Mitglieder und auf dem letzten in Stuttgart waren es ihrer 207 384 und die Mittel des Verbandes waren von 767 auf 3 364 548 Mark gestiegen. Wir wünschen dem Jubilar zum Vorteile der Fabrik⸗ arbeiter und ihres Verbandes noch viele Jahre seiner Amtstätigkeit in geistiger Frische. 5 2 Schulbücher bei uns und unseren Feinde Wir wollen jetzt im Kriege nicht immer nur die schlechte Seiten unserer Feinde hervorsuchen, sondern ihnen nach 2 lichkeit gerecht werden und freudig anerkennen, was bei ihnen gut und für uns nachahmenswert ist. 5 0 Unsere Schule mag im ganzen vielleicht vor unseren Feinden bestehen können, in manchen einzelnen Punkten sind sie uns jedenfalls voraus. Hierzu gehört die Schulbuchfrage, und zwar stehen im besonderen die Schulbücher über Ge. schichte, die jetzt zur Kriegszeit das größte Interesse haben, 5 in Frankreich und England weit über unseren Schulbüchern. ö In diesen beiden Ländern ist für den Geschichtsunterricht g allgemein der Grundsatz aufgestellt, die soziale und wirt⸗ schaftliche Entwicklung gleichberechtigt neben die politische zu stellen und die Fürsten⸗, die diplomatische und Kriegsge⸗ schichte in den Hintergrund zu drängen. Dieser Grundsatz ist z. B. in Frankreich in dem Handbuche des bekannten Geschichtsprofessors Ch. Seignobos, das in den französischen 1 Schulen benutzt wird, durchgeführt. Aeußere wie innere Politik werden im engsten Zusammenhange mit der gesamten sozialen, insbesondere aber der wirtschaftlichen Entwicklung behandelt. Die Geschichte der theoretischen und praktischen Entwicklung des Sozialismus ist kurz, aber sachlich wieder⸗ gegeben. Von„Vaterlandsfeinden“,„Umstürzlern“ und ähnlichem Unsinn, wie er unsere deutschen Schulbücher aus- zeichnet, ist in den französischen Büchern nie die Rede. 1 Aehnlich ist es in England. Da heißt es im Lesebuche z. B. von den Herrschern:„Einige von ihnen waren gu, andere waren wieder schlecht. Die meisten waren gemischten Charakters, denn Könige sind ganz genau wie andere Men⸗ schen beschaffen.— Es ist noch nicht lange her, daß man all. gemein dachte, die Geschichte Englands sei die Geschichte l seiner Könige. Aber jetzt sieht jeder, selbst der König, ein, daß die Geschichte Englands die Geschichte des englischen Volkes ist.“ a ö Derartig vernünftige Schulbücher existieren in Deutsch⸗ land überhaupt nicht und es wird noch ein gut Stück Zeit vergehen, bis man sie auch bei uns kennt, besonders wenn, wie z. B. in Preußen, die direkte Genehmigung des Mi⸗ nisters für jedes neue Lesebuch erforderlich ist. Doch gibt es immerhin Unterschiede in den Graden der Geschichtsbe⸗ handlung, und da ist es Aufgabe der Kommunen, darüber zu wachen, daß mindestens die am wenigsten einseitig gehal-“ tenen Bücher als Schulbücher benutzt werden. Man darf da die Lehrpersonen nicht allein gewähren lassen. Die Auswahl und Kontrolle der Schulbücher ist ein Stück der kommunalen Schulpolitik und von ihr kein unwichtiges Stück. Das sollte man sich gerade in diesem Kriege merken, der doch ein 1 Volks krieg ist. 8 7 1 — 7 1 Vermischtes.— Erdrutsch an der Lötschbergbahn. 1 In einem Steinbruch oberhalb Raron, der das Material zum 9 Umbau eines Tunnels der Lötschbergbahn liefert, erfolgte ein ges? waltiger Erdrutsch. Von den dort beschäftigten 30 Arbeitern konnten sich 21 rechtzeitig in Sicherheit bringen. 9 wurden untern den Felstrümmern begraben und getötet. Die Verunglückten sind 1 meist Familienväter, 7 Schweizer und 2 Italiener. Der Absturz erfolgte 800 Meter von der Bahnlinie entfernt. Der Betrieb der Lötschbergbahn wird dadurch nicht gestört. l Selbstmord im Gefängnis. 0 1 Vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts in Stolp wurde den Handlungsreisende Roman Godowa aus Berlin zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er den Wahrspruch von Geschworenen als ruchlos bezeichnet hatte. Godowa hat sich in seiner Zelle im Gefängnis in Stolp an einem Handtuch erhängt. 5 „ Diethelm von Buchenberg. Erzählung von Bertold Auerbach. 48 Fränz hatte das beste weitsichtige Auge, sie erkannte bald den Vetter Waldhornwirt, der nun ein wirklicher Trompeter war; auch andere Buchenberger erkannte sie, und Diethelm übergoß es wieder abwechselnd flammend heiß und schauer— lich kalt. Dort, genau an der Stelle, wo im Sommer die Deichsel gehrochen war, dort scholl Diethelm ein Trompetentusch und hundertstimmiges Hoch entgegen. Alles, was in Buchenberg beritten war, und eine große Anzahl von Untertailfingern, die sich dazu gesellt hatten, hielt Diethelm einen feierlichen sogenannten Gegenritt und holte ihn im Triumph ein. Diet⸗ helm fand nicht Worte, seiner Empfindung Luft zu machen; es bedurfte dessen aber auch nicht, denn unter beständigen SHochrufen und Trompetenblasen und Peitschknallen setzte sich der Zug alsbald in Bewegung. Die Mutter weinte, und Fränz sah mit frohlockenden Augen drein, während Diethelm mit besonderer Sorgfalt die Rappen lenkte; es war sein ein ziges Denken, daß in dem Wirrwarr kein Unglück geschehe, das alle Freude in Leid verkehrte. Wie war Diethelm plötzlich so verändert, er, der noch vor wenigen Stunden bitteren Groll und Haß gegen seine Mit— bürger in sich geweckt hatte! In Untertailfingen standen alle Leute am Fenster und auf den Straßen und grüßten. An der Gemarkung von Buchenberg hielt neben einem Schlitten der Gemeinderat und Bürgerausschuß und begrüßte Diethelm. „Wo ist der Schultheiß?“ fragte Diethelm. Der Obmann des Bürgerausschusses erwiderte, daß der Schultheiß schon vor vier Wochen gestorben sei. Der Gemeinderatschlitten fuhr hinter dem Diethelms drein. An der Anhöhe, wo einst Diethelms Haus gestanden und jetzt nur noch verschneite Trümmer sich zeigten, bogen die Rappen plötzlich um, und Diethelm wurde an den straffen Zügeln fast vom Schlitten gerissen, aber der Vetter hatte dies wohl vorausgesehen; er war zur Seite der Rappen geritten und drängte sie auf den Dorfweg. N Nun erst im Dorfe ging das Hochrufen von neuem an, die Kinder schrien mit, und die Weiber schlugen vor Freude weinend die Hände zusammen. Am Hause des alten Schäferle wurde plötzlich der Schlitten Diethelms gestellt, der Paßauf war wie wütend an die Köpfe der Pferde hinaufgesprungen und ließ sie nicht vom Platze, bis ihm ein Reiter mit der Peitsche eins überhieb, daß er winselnd davonjagte. Drinnen in der niederen Stube, die Stirn an die Fensterscheibe ge⸗ drückt, stand der alte Schäferle, und aus seinem zerfallenen Antlitz sprach Kummer und Klage, daß man einen Mann wie Diethelm wie einen alles beglückenden Helden einholte. Diethelm sah nur einen Augenblick unwillkürlich hinüber, und Martha grüßte den so schwer betroffenen Trauernden, dieser aber blieb starr und bewegungslos. Weiter ging der Zug und ordnete sich noch einmal unter Trompeten- und Jubelschall. Als Diethelm am Waldhorn absteigen wollte, stellte sich der Wirt neben ihn und hielt ihn auf dem Schlitten. Er hatte als diensteifriger Marschall diese Huldigung angeordnet und verlangte nun auch deren richtigen Verlauf. „Ihr müßt ein paar Worte reden,“ lispelte er Diethelm zu und rief dann laut:„Ruhe! Stille! Der Herr Diethelm will reden.“ „Liebe Freunde und Mitbürger!“ begann Diethelm, und nochmals wurde Ruhe geboten, worauf er wiederholte:„Liebe Freunde und Mitbürger! Ich danke euch von ganzem Herzen für die Ehre und Liebe, die ihr mir erweist, ich werde sie euch nie vergessen, obzwar ich sie nicht verdiene. Was hab ich denn Großes getan? Ich bin kein Brandstifter, kein Mord— brenner, das ist alles. Mein, Ehrenname steht wieder rein da. Ich will hoffen, daß ihr mich einstmals ebenso mit Ehren hinaustragt, wenn man mir ein eigen Haus anmißt. Haltet fest.“ Dieser Gedanke schien Diethelm so zu übermannen, daß seine Stimme zitterte, der Vetter aber neben ihm brummte: „Wie kommen die Rüben in den Sack?“, und Diethelm 805 noch hinzu:„Ich dank euch, ich dank euch viel tausend⸗ mal!“ Diethelm hielt inne, aber der Vetter drängte wieder: „Noch was, so kann's nicht aus sein, sagt noch was!“, und Diethelm fuhr fort:„Viele von euch haben gehört, was man mich angeklagt hat, aber meine Freisprechung ist hinter ver— schlossenen Türen vor sich gegangen. Freut euch, daß das bald ein Ende hat, wir bekommen das Schwurgericht, wo wir selber richten und alles öffentlich.“ Diethelm hielt wieder inne und wollte absteigen, aber der Vetter ließ ihn nicht vom Platze und drängte:„Das ist nicht genug, ladet sie wenigstens zu einem Trunk ein.“ Diet ⸗ helm fühlte, daß er jetzt keine Schmauserei halten konnte, es war schon zu erdrückend viel an dem Geschehenen, er schloß daher.„In vier Wochen halt ich meiner Bruderstochter hier Hochzeit, ich lad euch heute alle dazu auf meine Kosten. Noch⸗ mals sage ich euch meinen herzlichen Dank.“ 9 Diethelm drängte den Vetter fast zu Boden, als er ab stieg. 1 Unter den Reitern zeigte sich aber eine offenbare Miß⸗ stimmung. Es geht im großen wie im kleinen so, wer weiß, was dann ist, wenn die versprochene Zeit kommt, man will eben trinken, wenn Gemüt und Zunge einmal dazu vorbe- reitet sind, heute, eben jetzt, und da hilft eine noch so sichere Vertröstung auf kommende Tage nichts. 1 Der Vetter sah schon, daß er etwas auf seine Kapp nehmen mußte, er war der nachträglichen Bestätigung sicher er sagte daher jedem einzelnen, daß es bei der Hochzeitsein⸗ ladung verbleibe, daß aber heute jeder ein Halbmaß Wein auf Diethelms Kosten trinken könne, er habe das nur nicht laut sagen wollen, weil er glaube, es schickt sich nicht. 1 Nun war doch eine mäßige Beruhigung hergestellt, und im Waldhorn ging's hoch her im Schmausen und Unter⸗ redungen. Die eine Halbmaß zog Kameraden nach, und der Vetter hätte nichts dabei verloren, wenn er die Schenkung auf seine Kappe genommen hätte. Diethelm saß indessen i der oberen Stube und hielt beide Hände vors Gesicht, die Augen brannten ihm, aber weinen konnte er nicht. Mitten unter dem Ehrenjubel, der ihn neu ins Leben zurückführte, konnte er den Gedanken nicht los werden, daß das ein Leichen⸗ begängnis wäre, sein eigenes, er war scheintot, und er konnte nicht aufschreien: ihr begrabt einen Mann, der lebt, nein, ih 1 begrüßt unter den Lebenden einen Toten. Hirnverwirrend 0 drang es auf ihn ein, und er meinte, er sei wahnsinnig, er. hätte gern gesprochen, um vor sich selber sicher zu werden, wi er sei, aber der Lärm war so groß und Fahren und Reiten so wild. Darum freute er sich anfangs, als er seine eigen Rede vernahm, die so klug war, aber mitten in dieselbe sprang ihm unversehens der Todesgedanke, und wie ein fester Stern, der aus der Irre führt, erschien plötzlich die Anrufu des Schwurgerichts. Und doch war Diethelm eigentlich froh, daß dies nicht eingerichtet war. 1 (Fortsetzung folgt.) .—— Heinrich Busolds Beerdigung findet am lommenden Sonntag, nachmittags um 3 Uhr in Friedberg von der Friedhofshall' aus statt. Eisenbahnunglück auf der Streche Berlin— Frankfurt a. M. (Etr. Blu.) Auf der Eisenbahnstrecke Berlin— Frankfurt g. M., dicht vor dem Großen Distelrasentunnel, hat sich am frühen Morgen des Mittwoch ein schwerer Eisenbahnunfall zugetragen. Von einem aus der Richtung Berlin kommenden Güterzuge lösten sich acht Wagen ab, stießen auf einen vor dem Tunnel haltenden Güterzug und stürzten die hohe Böschung hinab. Einige Personen sind dabei verletzt worden, darunter zwei schwer. Der Zugverkehr ist auf der Strecke vorläufig unterbunden. Die Aufräumungsarbeiten sind im vollen Gange. Der Materialschaden ist beträchtlich. Das Schlachten von trächtigem Vieh verboten. Der stellver⸗ tretende kommandierende General des 18. Armeekorps erläßt folgende Verordnung betr. Verbot des Schlachtens von trächtigem Rindvieh: Für den mir unterstellten Bezirk des 18. Armeekorps und— im Einvernehmen mit dem Gouverneur— auch für den Befehlsbereich der Festung Mainz verbiete ich mit Gültigkeit vom 15. d. M. bis auf weiteres das Schlachten erkennbar trüchtigen Hessen und Nachbargebiete. * Gießen und umgebung ⸗ — Der Wochenmarktverkehr. Das stellvertretende Gene— talkommando des 18. Armeekorps hat folgende Verordnung über den Einkauf und Verkauf von Gegenständen des Wochen— marktverkehrs erlassen: „Im Anschluß an meine Verordnung vom 3. August 1915 IIIb Tgb. Nr. 16445/17337 bestimme ich: 1. Ob auch Gewerbetreibende, welche Wochenmarkts— waren in Ladengeschäften oder im Straßenhandel direkt an die Verbraucher verkaufen, als Zwischenhändler im Sinne der Verordnung vom 3. August 1915 anzusehen sind, bestimmt die Gemeindebehörde. Dieselbe Behörde kann auch, wenn besondere örtliche Heinrich Busold 7 0 Fern ab vom blutigen Erntefelde des tobenden Krieges hat der Schnitter Tod gestern ein Leben da hingemäht, das auch eines Kämpfers Leben war: Heinrich Busold ist gestern, am 11. August, in den Nachmittagsstunden einer tückischen, unheilbaren Krankheit zu Friedberg im rüstigen Mannesalter von hoch nicht 45 Jahren erlegen. 0 Schon seit längerer Zeit leidend und doch imme wieder mit der Zähigkeit des Wetterauer Bauern blutes sich gegen die Vernichtung auflehnend, hat en Fin den letzten Monaten seines Lebens schwer gelitten. So ist ihm, obschon er noch bis in die letzten Stunden te: Verhältnisse di n 5 0 1 erhältnisse dies angezeigt erscheinen lassen, den Einkauf t Ran n.. Ain dens e f 1 g 0 1 durch Zwischenhändler bezw. den Verkauf an Zwischenhänd⸗“ bewußten Zustandes hinein an seine Wiedergenesung ee eee 1 aaf End des 0 des de mere 1 ö ler von einer früheren Zeit an die 10 Uhr vormittags er- glaubte, der Tod als ein Erlöser gekommen— in g setzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 mit Ge⸗ * 104 lauben, jedoch nicht vor 9 Uhr vormittags. Nunsere Reihen aber hat er eine schmerzliche Lücke ge- sängnis bis zu einem Jahr bestraft. 10. 2. Marktwaren, die auf dem Wochenmarkte gekauft rissen. 5 5 2 5. de e der mit dem che i a i 1 Um Heinrich Busold trauern die Gefährtin seines 20. Juni d. J. sein 14. czeschäflsjahr beschloß, hat— wie man ans eder ind 3 rr 9 Lebens 155 falne e 0255 99050 15 mitteilt— auch im verflossenen Kriegsjahr einen erheblichen Auf * den, außer auf en von der Gemeindebehörde für den— N 1 5 1 8 0 schwung sowohl an Mitgliedern wie auch bezüglich des erzielten 1 Kleinverkauf bestimmten Plätzen. trotzdem das öffentliche Leben ihn so sehr in Anspruch Umsatzes genommen. Bemerkenswert dabei ist, daß ein großer au 3. Die Verkäufer auf dem Wochenmarkt, welche ihre nahm, allezeit ein liebevoller, treubesorgter Gatte und 717 5 1 auf Arbeiter und Beamte J und 9 5 g ö 5 f 5 Pater gewesen ist. Eisenbahn entfällt. Bekanntlich ist im vergangenen Jahr das so dun Waren im kleinen verkaufen, sind. 50 ihren 7 f 1 Aenne Busold trauern seine Freunde lange Zeit unberechtigterweise bestandene Verbot, wonach Arbeiter N Verkauf aufgestellten Waren den Verkaufspreis in deutlich 5 0 1 aue eine Freunde. und Beamte der Post und Eisenbahn dem Konsumverein Gießen gu, lesbarer Schrift zur Kenntnis des Publikums zu bringen. Denn wenn er auch im Streite der Meinungen ge— und Umgegend als Mitglieder nicht angehören durften, durch die schlen 4. An den Hauptmarkttagen sind von der Gemeinde— legentlich, einmal zu weit gegangen sein und dem ee 5 4 1 worden.— Der Verein Men. e; 7 einen od andere in Inre 1 erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz im eigenen N behörde die von ihr als angemessen erachteten Kleinhandels⸗ 1 Ubderen ert 1 recht getan haben e Geschäft von 673 634,76 Mk. hiervon entfallen auf die Bäckerei a preise an dem Publikum leicht zugänglichen Stellen der mochte, so trug er doch niemals nach und war bemüht, allein 246 712,32 Mk. Außerdem wurden im Lieferanten⸗ hicht 1 Marktplätze anzuschlagen und, soweit möglich, sofort der nach Kräften gut zu machen, wenn er sich überzeugt geschäft, also bei den mit dem Konsumverein im Rabattver⸗ ein Tagespresse bekannt zu geben. hatte, daß er sich geirrt und einem anderen wehe ge- hältnis stehenden Firmen, deren Waren im Konsumverein nicht schen 5 3 5 3. lan hatte geführt werden, 90 777,.— Mk. umgesetzt; mithin beträgt der Ge⸗ 144 Die Gemeindebehörde kann festsetzen, daß für gewisse. 8 5 1 samtumsatz im letzten Geschäftsjahr 76440 8,76 Mark. Ge⸗ 4 Gemüse der Verkauf nur nach Gewicht stattfinden darf. g Um Heinrich Busold trauern viele Arbeiter und wiß eine schöne Summe, von der die Mitglieder auch dieses Jahr ulsc h Zuwiderhandlungen gegen Ziffer 2 und 3 unterliegen Kleinbauern Oberhessens, für die er bei ihren viel wieder die übliche Rückvergütung von 5 Prozent in bar ausbezahlt f erhalten. Die Bäckerei produzierte, trotz der durch die Kriegslage J gestaltigen Nöten und Anliegen stets einen praktischen % gleichfalls der Bestrafung nach§ 9b des Gesetzes über den aktisch Rat hatte und denen er oft genug durch sein Ein— geschaffenen und gerade diesen Betrieb einengenden Verhältnisse u. a. 308 911 diverse Brote, 186 734 kleine Weißbrote(300 Gramm), * ö Belagerungszustand vom 4. Juni 1851.“ 15 5 5 W Ein Rahmverbot. Der stellvertretende kommandierende greifen zu ihrem Recht verholfen hat. 94597 Brötchen, 8015 Zwiebäcke usw. An Mehl waren hierzu er⸗ gib 6 8 k; Um Heinrich Busold aber trauern nicht zuletzt forderlich 10036 Zentner, an Salz 14 525 Pfd. an Hefe 2385 Pfd., eneral des 18. Armeekorps erließ folgende Verordnung betr.. N 5 77 1 5 1 an Schmalz und Butter 3925 Pfd Zuck 1 1825 Pfd Milch 1 Verbot der Verwendung von Rahm: Für d 5 1 1 seine Parteigenossen, die Sozialdemokraten Fried— an Schmalz und Butter dis id uin gute oe e 8 1 erbot der Ver g von Rahm: Für den mir unterstell- e 3 8 Nad 8 12 300 Liter usw. Zur Heizung der zwei Doppeldampföfen wur⸗ tribe: 5. 8 5 bergs, Oberhessens und des ganzen Großherzogtums 0 3 pp fel b ten Bezirk des 18. Armeekorps und— im Einvernehmen mit] Denn ihnen w A fen he eu den 3620 Zentner Briketts gebraucht. Auch die Mineral⸗ gehal dem Gouverneur— auch für den Befehlsbereich der Festung 15 ee 1 e Jahren treubewähr⸗ 10 1 Auebin le dse i ai 8 2. g 3910 2 5 Kurz, Ausbruch des Krieges K e Ver gung ausge⸗ f Mainz bestimme ich: Der Verkauf und die gewerbsmäßige Bodenständi 5 9 r für die Partei sprochen, daß der Konsumverein nicht mehr in der Lage sei, seinen — odenständig war er dort, wo er für die Partei roche der Ke 0 1 1 Verwendung von süßem und sauerem Rahm(Sahne) wird.. 5 1 Mitgliedern die übliche Rückvergütung zu gewähren; wie unbe⸗ „ 8;; gewirkt und gekämpft hat. Zu Nidda war er am 1. 0 9 0 1 5 mit Gültigkeit vom 15. d. Mts ab hiermit verboten. Ausge- Dezember 187 e n laründet diese Schwätzereien waren, beweisen zur Genüge die vor⸗ f nommen von dem Verbot ist der Verkauf von Rahm an Wezember 18770 geboren, bier und in den adesen e enen mae eee en eee Abschreibungen und 5 8 2 Wetteraustadt Friedberg hat der wohlbegabte Knabe trotz der im Oktober stattfindenden Auszahlung der Rückvergütung Krankenanstalten, ferner die Abgabe für Kranke auf Grund. 35 5 i 3 55 5 Proz; 997 der err a . 5 8 die Volksschule besucht; hier hat er das Schreiner— von 5 Prozent wird auch dieses Jahr der Reservefonds erheblich ärztlicher Bescheinigung, die auf Name und Menge zu lauten 5 5 er Geselle und seit 1897 gestärkt werden können. Dies alles ist erreicht worden und zwar hat. Der für diese Zwecke freigegebene Rahm muß minde⸗ 0 ist. bis ih. Täti b it für di te nicht durch unerhörte Preissteigerungen, wie solche besonders an⸗ ö stens 20 Prozent Fettgehalt haben. Zuwiderhandlungen Meister, bis ihn seine eifrige T igker für die Partei fangs des Krieges in vielen Konkurrenzgeschäften zu verzeichnen i 5 15 dazu brachte, Hobel und Kehleisen hinzulegen und im waren. Der Konsumverein Gießen und Umgegend kann für sich das 0 werden auf Grund des§ 9 b des Gesetzes über den Belage⸗ 55 8 a 1 5 2 1 Verdienst in Anspr 6 e a 13 8 5 5 2 85 8 Jahre 1909 als Partei- und Arbeitersekretär für Verdienst in Anspruch nehmen, in dieser schweren Zeit preis⸗ rungszustand vom 4. Juni 1851 mit Gefängnis bis zu einem 80 heimatlichen Wahlkreis Friedberg⸗Büdi regulierend gewirkt zu haben, zum Nutzen der Allgemeinheit. u Jahr bestraft. enen heimatlichen Wahlkreis Friedberg⸗Bü ingen i offentlich bringt auch das neue Geschäftssahr den Konfumverein a n? Vom Leb ittelmuch 8 5 Jganz in den Dienst der Arbeiterbewegung zu treten.] Gießen weiter vorwärts. An alle die aber, die dem Konsum⸗ in— Vom Lebensmittelwucher. Aus Oldenburg wird ge. Als Parteisekretär, als Agitator, Volksmann und I verein noch nicht angehören, ergeht die Mahnung: Zögert nicht . schrieben:„Beschlagnahmt sind in der hiesigen Klosterbrauerei Parlamentarier— in all seiner öffentlichen Tätigkeit mehr, tretet ein in den Konsumvarein, es liegt im Interesse eines Im 6 nicht ee an so% Pfund 2 utter auf Grund der war unser Busold durchaus Kämpfer. Grundsatzfest, ee 1 eb Bundesratsverordnung vom 23. Juli, wonach die Entziehung manchmal vielleicht dank seinem Bauernblute etwas T 1 von Nahrungsmitteln, die zu unlauteren Zielen angesammelt starrköpfig und doch viel zu klug, als daß er aus e egramme. 1 werden, ermöglicht wird. Der Vorrat wird von der Stadt i Prinzipienreiterei Zugeständnisse abgelehnt hätte 8 1 f . und dem Amt Oldenburg verkauft werden, so daß damit statt wenn er sich überzeugen mußte, daß der Partei und F Ta coberi. des Gro Ell au lartiers einer Preistreiberei eine Ausgleichung des Preises erzielt des Volkes Wohl das verlangte. 1„ 5 Bureau- und Paragraphenmensch war der Partei- sekretär Busold auch nicht. Er faßte seine Tätigkeit nicht so auf, daß ihm Register, Aktenmappen, Zirku⸗ lare und Schriftwechsel die Hauptsache oder gar 855 Selbstzweck gewesen wären. Ihm war das lebendige Wort von Mund zu Mund das gegebene Werkzeug 155 seiner agitatorischen und organisatorischen Betätigung. 5 Unermüdlich suchte er in den Dörfern der Wetterau und des Vogelsberges die für unsere Be— In den Argonnen kleine Erfolge. Vom Narew zum Bug unaufhaltsam vorwärts W. B. Großes Hauptquartier, 12. Aug., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In den Argonnen eroberten wir nördlich von Vienne⸗ le⸗Chateau eine französische Befestigungsgruppe, das MNartinswerk, machten 74 unverwundete Gefangene, darunter 2 Offiziere, und erbeuteten 2 Maschinengewehre und von Nahrungsmitteln auf der Spur.“— An wie vielen an⸗ deren Stellen noch mag ein gleicher Wucher getrieben werden? So wird es gemacht, um die Preise zu steigern. Die neue Bundesratsverordnung bietet die Möglichkeit, gegen die Lebensmittelverteurer vorzugehen. Hoffentlich wird die Verordnung überall— auch bei uns in Gießen— rücksichts— dos durchgeführt. — Der städtische Kartoffelverkauf findet, wie der Ober— wird. Man ist noch andern gesetzwidrigen Anhäufungen 1 10 bürgermeister bekannt macht, jeden Dienstag, Donnerstag wegung in Frage kommenden Arbeiter und Klein⸗ e e 5 05 5 9 und Samstag von 8—12 Uhr Seltersweg 11 statt. Es wer-“ bauern auf. Mündlich verständigte er sich mit ihnen 7 Minenmerfer, Der Feind erlitte große, blutige Verluste. 11 1 den Mengen bis zu 25 Pfund zum Preise von 7 Pfennig über das, was zu tun war, und eine Freude war es, Bei der Wegnahme eines feindlichen Grabens nördlich 0 vro Pfund abgegeben. ihm zuzuhören, wenn er in seinen Volksversamm— Haraze fielen n Gefangene 25 Hand. Unter lungen den Zuhörern mit oft derbem Humor und 0 Zurücklassung von 40 Toten floh der Rest der Besatzung. — Die Auszahlung der Familienunterstützung an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende August findet statt für diejenigen, deren Namen mit AK beginnen am Montag, den 16. August, für diejenigen, deren Namen mit I- beginnen, am Dienstag, den 17. August. Die Auszahlung erfolgt von 8—1 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 16. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. In Kurland und Samogitien ist die Lage un⸗ verändert. Südlich des Niemen schlugen die Truppen der Armee des Generals v. Eichhorn einen mit erheblichen Kräften am drastischen Vergleichen das Wesen der kapitalistischen K Ordnung aufdeckte und sie die Wege des Sozialismus gehen lehrte. 5 7 Und weil die Leute fühlten und merkten, daß! Jer ganz Fleisch von ihrem Fleische und ganz Blut von! ihrem Blute war, deswegen brachte der praktisch kluge Mann die Bewegung in Oberhessen auch vor⸗ F ü 1 Wurde.. 92 55 1 Ves wvpärts wie kein zweiter vor ihm, so daß es sogar ge— Bawinaabschnitt unternommenen Angriff blutig ab. eite 4 auf eliefert Biber Aba die Beo 5 5 11 0 daß lang, ihn selbst im Jahre 1910 bei der Nachwahl für Der Gegner ließ 700 Gefangene in unserer Hand. * ihres J 0 iebesgobensendungen erbrochen e, weise den verunglückten Grafen Oriola in der Stichwahl Die Armee des Generals v. Scholz nahm den Brückenkopf 11 es Inhaltes beraubt worden waren. Am Donnerstag gegen den Vertreter des Bundes der Landwirte zum von Lipna und warf südlich des Narew den Feind über morgen gelang es nun, den Täter— einen Unterbeamten— auf frischer Tat zu ertappen. Aus einem Versteck beobachtete nämlich ein Vorgesetzter, wie der Betreffende den Paketen 0 Zigarren, Schokolade und andere nützliche Sachen entnahm und verschwinden ließ. Der Mann wurde sofort vom Dienst suspendiert und in Untersuchungshaft genommen. Wie wir erfahren, hat sich der Betreffende schon früher an einem an⸗ deren Ort Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen lassen, weshalb seine Versetzung nach Gießen erfolgte. 19 8 Keine Drachen steigen lassen! Das Aufsteigenlassen größerer Drachen soll kürzlich zu Verwechselungen geführt und Anlaß zur Beunruhigung des Publikums gegeben haben. Der Kommandierende General hat deshalb für den Bezirk des 18. Armeekorps das Aufsteigenlassen von Ballons und Drachen jeder Art verboten. Verstöße gegen dieses Ver- bot werden bestraft. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten, Wehrmann Johannes Klingelhöfer aus Daubringen, Landwehr ⸗Inf.⸗Regt. 87.— Garde-Schütze Wilhelm Meyer aus Staufenberg, Garde-Reserve-Schützen-Bataillon.— Musketier Karl Zell aus Klein-Altenstädten, Res.⸗Inf.⸗ Regt. 204. den Gaz⸗Fluß. Seit dem 8. August machte die Armee 4950 Mann, dar- unter 11 Offiziere, zu Gefangenen und erbeutete 12 Ma⸗ schinengewehre. Die Armee des Generals v. Gallwitz stürmte Sa mbo wo und drang weiter südlich unter stetigen Kämpfen über Anzejow in südlicher Richtung vor. Vor Nowo-Georgiewsk nichts Neues. Eines unserer Luftschiffe belegte den Bahnhof Bialy⸗ stok mit Bomben. Größere Explosionen wurden beobachtet. Heeresgruppe des Generalfeldmarschal!s Prinzen Leopold von Bayern. Unter vielfachen Kämpfen mit feindlichen Nachhuten wurde die Verfolgung fortgesetzt und der Mucha uka- Ab schnitt überschritten. Lukow ist besetzt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Nachdem die verbündeten Truppen an mehreren Punkten in die zähe verteidigten feindlichen Stellungen eingebrochen waren, sind die Russen seit heute nacht auf der ganzen Front zwischen Bug und Parezew im Rückzuge. Oberste Heeresleitung. N Reichstagsabgeordneten für den stark agrarisch durch⸗ setzten Wahlkreis Friedberg-Büdingen zu machen Es ist hier nicht Ort noch Stunde, zu untersuchen, warum infolge anderer Parteikonstellation der Wahl. kreis 1912 uns wieder verloren ging. Aber es darf Jgesagt werden, daß Busold auch während der kurzen Tätigkeit im Reichstage das in ihn gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht und daß er namentlich in der Kom— mission für die Reichsversicherungsordnung manches Gute geleistet hat. Auch als Landtagsabgeordneter— er war am 85 17. November 1911 für den XVII. Wahlbezirk Vilbel gewählt worden— und ebenso als Stadtverordneter bon Friedberg— 1901 wurde er als erster Sozial- demokrat dort gewählt— hat Heinrich Busold eine rege, fruchtbare Tätigkeit entfaltet. Nun hat er ausgekämpft als Mensch und ausge kämpft als Mann des Volkes und als Parteigenosse. Heinrich Busold ist tot. Die Arbeit seines? Kämpferlebens aber wird noch lange wirksam unter uns fortleben. * c Der österreichisch · ungarische Tagesbericht 5 Unterseeboot vor Bari nichts zu sehen. besucht. mung Rußlands tatsächlich den Versuch gemacht habe, durch ein be⸗ See Er TF e HF rr ER Fortschreitende Offensive. 1 Neuer Angriff gegen die italienische Küste. Wien, 12. August.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 2 Angust 150% Rufsischer Kriegsschauplatz. Die nördlich des unteren Wieprz verfolgenden österreichisch⸗ ungarischen Kräfte haben heute Luko u genommen und die Bystryzca westlich Radzyn überschritten. Zwischen der Tysmienica und dem Bug wurden gestern die Russen durch unsere Verbündeten an mehreren Stellen geworfen. Der Feind räumte heute früh das Gefechtsfeld und zieht sich zurück. Sonst ist die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front wurde in der Nacht ein größerer feindlicher Angriff gegen den vorspringenden Teil des Plateaus von Doberdo und zwei Vorstöße bei Za⸗ gor a, denen unter Tag eine heftige Artillerievorbereitung voran⸗ gegangen war, unter großen Verlusten der Italiener abge⸗ wiesen. Vor dem Görzer Brückenkopf herrscht Ruhe. An den übrigen Fronten dauern die Geschützkämpfe und Plänkeleien fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer. Felbmarschallentnant. Ereignisse zur See. Am 11. August früh beschossen unsere Fahrzeuge die italienische Küstenbahnanlagen von Molfetta bis Seno, San Giorgio. In Molfetta wurden vier Fabriken und zwei Straßenbahnviadukte stark zerschossen. Ein Viadukt stürzte ein, eine Fabrik geriet in Brand. In San Spirito sind der Bahnhof und verschiedene Depots bis auf den Grund niedergebrannt. In Bari wurden das Kastell, der Semaphor, die Bahn und fünf Fabriken beschossen, von welch letzteren eine in Flammen aufging. Ganz Bari war in Staub⸗ und Rauchwolken gehüllt. In der Be⸗ völkerung herrschte Panik. Italienische Geschütze mittleren Ka⸗ libers richteten ihr Feuer erfolglos gegen unsere Zerstörer; auch der Angriff eines feindlichen Unterseebootes mißlang. Der Bahn⸗ viadukt über Seno San Giorgio wurde durch unser Feuer stark 1 Unsere Fahrzeuge sind alle völlig unversehrt heimgekehrt. Von feindlichen Seestreitkräften war außer dem vergangenen Flottenkommando. . Wilna und Dünaburg geräumt! Privatberichte aus Paris besagen, Großfürst Nikolaus teilte der französischen Regierung mit, daß er schweren Herzens zur Räumung Wilnas sich ent⸗ schließen mußte, weil trotz des heldenmütigen Wider— standes der in Kurland und Livland aufgebotenen russischen Abteilungen die Verteidigung Wilnas mit den vorhandenen Mitteln aussichtslos war. Die Räumung begann in der Vorwoche. Reuter meldet aus St. Petersburg: Pfadfinder unterstützen die hier ankommenden Flüchtlinge. Die Zivil⸗ bevölkerung räumt Dünaburg und die Behörden be— reiten ebenfalls den Abzug vor. Die Heeresverwaltung hat die Frauen zwischen 17 und 45 Jahren für die Arbeit auf dem Felde einberufen. General Rußky hat gemeinschaft⸗ lich mit dem Kommandanten des Militärdistrikts Dünaburg Keine deutschen Friedens vorschläge. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Von London aus wurde neuerdings die noch mit allerlei phan⸗ tastischen Einzelheiten ausgeschmückte Nachricht verbreitet, die deutsche Regierung habe in der vergangenen Woche durch Vermittlung des Königs von Dänemark in Petersburg Friedens vorschläge gemacht, die von der russischen Regierung zurückgewiesen worden seien. Die Nach⸗ richt beruht auf Erfindung. Die deutsche Regierung weist vernünftige Friedensangebote, wenn ihr einmal solche unterbreitet werden sollten, gewiß nicht a limine zurück. Ihrerseits Friedensvorschläge zu machen, wird die Zeit gekommen sein, wenn sich die feind— lichen Regierungen bereit zeigen, das Scheitern ihres kriege⸗ rischen Unternehmens gegen uns anzuerkennen. Petersburg, 12. Aug.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Nowoje remja meldet, daß Deutschland in völliger Verkennung der Stim⸗ kauntes deutsches Bankinstitut Verhandlungen über einen Sonder⸗ frieden mit Rußland anzuknüpfen. Die Vermittlerin habe zu ver⸗ stehen gegeben, daß die deutsche Regierung bereit sei, Polen und and zu räumen und Galizien und die Dardanellen Rußland zu überlassen, wenn der Türkei Aegypten zugesichert werde und Deutschland freie Hand gegen die Verbündeten Rußlands erhielte. Die Dardanellenkämpfe. Schwere Verluste der Alliierten: 3000 Tote! Konstantinopel, 12. Aug.(W.„B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront wiesen wir am 10. August vier feindliche Angriffe auf unsere Stel— Angriff gegen eine türkische Division. Unsere Truppen mach⸗ ten einen Gegenangriff, warfen den Feind aus seinen Stellungen und nahmen zwei Maschinengewehre. Bei Sedd⸗ül⸗Vahr ließ der Feind am 10. August nachmit⸗ tags vor unserem rechten Flügel zwei Minen springen; sein Angriff wurde mit Verlust für ihn zurückgeschlagen. Am 11. August vormittags vernichteten wir eine feindliche Streit- macht, die auf eine Kompagnie geschätzt wurde und einen Teil der Schützengräben unseres linken Flügels anzugreifen versuchte, vollständig.— Von den anderen Fronten ist nichts Bemerkenswertes zu melden. Englische Landungen. Nach zuverlässigen Ergänzungen und Nachrichten über die Landungen der Engländer am 6. und 7. August läßt sich behaupten, daß diese Operationen nicht die Bedeu— tung besitzen, die ihnen die Engländer und Franzosen zu— schreiben wollen. Die Landung in Karatschali an der Nord— küste des Golfes von Saros umfaßte kaum 350 Mann, die rasch in die Schiffe zurückgeworfen wurden und etwa 20 Tote zurückließen. Nicht ein einziger Mann der feindlichen Abteilung ist an der Küste zurückgeblieben. Eine bedeutendere Landung fand am Golf von Anaferta statt. Die gelandeten englischen Truppen, ungefähr 15 000, gingen zunächst in südwestlicher Richtung gegen Mestamtepe zweifellos in der Absicht vor, um die bei den Stellungen von Ari Burnu aufgestellten türkischen Truppen in der Flanke zu fassen. Aber dank der Schneidigkeit und dem Ungestüm unserer Truppen ist der Vormarsch des Feindes aufgehalten und sind die feindlichen Truppen sodann zu⸗ rückgetrieben worden. Fest steht, daß auch an diesem Punkte dank der verfügbaren starken türkischen Reserven keine Gefahr besteht, daß der Feind Fontschritte macht. Neue Erfolge der Türken. Konstantinopel, 12. Aug.(W. B. Nichtamtlich.) Wie aus Erzerum gemeldet wird, hat eine kleine türkische Ab⸗ teilung im Küstenabschnitt einen Ueberfall ausgeführt, wobei sie dem Feinde beträchtliche Verluste zufügte und eine große Menge Waffen und Munition erbeutete. Die in den letzten Kämpfen auf dem rechten türkischen Flügel gemachten 261 Gefangenen, darunter fünf Offiziere, sind in Erzerum ein— getroffen. Ein neuer Zehn⸗Milliarden⸗Kredit. Berlin, 12. Aug.(W. B. Nichtamtlich.) Dem Ver⸗ nehmen nach wird in dem heute vom Bundesrat angenomme⸗ nen Entwurf des Gesetzes betr. die Feststellung des Nach— trages zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1915 ein neuer Kredit von 10 Milliarden Mark gefordert. Bekanntmachung. Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. August 1915 bis 15. Oktober 1915 von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends geöffnet. Gießen, den 12. August 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. Der städtische Kartoffelverkau, findet jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 8—12 Uhr Seltersweg Nr. 11 statt. Es werden Mengen bis zu 25 Pfund zum Preise von à 7 Pfennig abgegeben. Es handelt sich um gute, reife Frühkartoffel. Gießen, den 12. August 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachnng. Nachdem die Zustellung der Gemeindesteuerzettel an die Zalungspflichtigen stattgefunden hat, wird der Tag, an dem die sämtlichen Gemeindesteuerzettel als zugestellt zu gelten haben, auf den 10. August 1915 festgesetzt. Gießen, den 12. August 1915. Der Oberbürgerweister: Keller. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Familienunterstützung an die Angehörigen findet wie folgt statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit AK Montag den 16. August, I.— 4 Dienstag den 17. August. Zahlstelle im Stadthaus, Zimmer Nr. 16. 8—1 Uhr vormittags. Gießen, den 11. August 1915. Zahlstundan von lungen zurück. Der Feind verlor 3000 Tote bei einem Neubeziehenf der zum Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende August 19151 9 2 N Verstorbene. Landtagsabgeordneter Heinrich Bu od in Fritsberg, 45 Jahre alt.* Seligmann Katz in Steinberg, 54 Jahre alt.— Johannes Neumann, Rentner in Alsfeld, 79 Jahre alt. Verantwortlicher„ F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 2 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. —— ß Telng! Teltgraur! Es sind noch eine Anzahl Zeitungsbezieher mit ihien Abonnementsbeträgen(pro Monat 60 4) im Rückstande. Wir ersuchen diejenigen, die auf weitere Zusendung der Oberh. Volkszeitung F diese Beträge umgehend einzusenden, da sonst die Zustellung unterbleiben muss. Ie dna er Oberhessisehen Jocszeiung. 8 F r praklischer Wegweiser! n eupfedlenswener Geschäfte ene e 1 8 0 8 N 0 00 2 ee und f ol. Fischer J Shan ungen, H. F U J. H. ring bien Joh. Fischer 1 Sele pen e dere Kohlen, Hoks und Briketts, 1 Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export- Biere Jeisoheresen Marktpl. 19, Oehsen-, hl. Heller Kalbin ge nee 1 nei i 0 1 8 einrich Möser, Gießen eorg Quht 1 Weizen- u. Roggenmehle G. m. b. H. Sämtliche Futferartikel Metzlar. engros Rüböl, ein eee en detall eine, Liköre Christian Inderthal fe ens u. 911 einhandlung derladt& Euler vormals J. Luy Wetzlar Banu rauer N C. J. Melchior Butzbach Vertr.: Georg Hebstreit Gleßen. Telephon 163 ebr. Maddschmiat I. Mezen Metrlal. Giellen Neuen-Biue 27, Diezstr. 14 8 3 8 1 5 * ner. Tn 70 Tena Ju 8 05 4 130 gasse, 2 Gr. Linn 6 ht. 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