Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 4.80 Mk. Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Juserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 180 Gießen, Mittwoch, den 4. August 1915 10. Jahrgang. 5 Zum ersten Jahrestage des J. Auguft. Von Heinrich Schulz, Mitglied des Reichstages. „Das Proletariat bedarf zu seiner nor— malen und allseitigen Entwicklung der Un— abhängigkeit seiner Nation nicht minder als des allgemeinen Wahlrechts, der Koalitions⸗ und Preßfreiheit.“ Kautsky. „Es gilt die Kultur und die Unabhängigkeit unseres eigenen Landes sicher zu stellen. Da machen wir wahr, was wir immer be— tont haben: wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vater— land nicht im Stich.“ So lauten die entscheidenden Worte in der Erklärung, mit der die sozialdemokratische Reichstagsfraktion am historischen 4. August 1914 ihre Zustimmung zu den Kriegskrediten begründete. „Was wir immer betont haben“. Wir hatten es freilich stets mehr durch die stille, unauffällige Tat bekundet, als mit lauten, ruhmredigen Worten, daß wir zu unserem eigenen Volke gehören. Unsere ganze rastlose Arbeit, sei sie Kritik, auch schonungslose Kritik, sei sie posttiver Aufbau im großen oder kleinen, wem anders ist sie in erster Linie zugute gekommen als den deutschen Ar- beitern und damit dem deutschen Volke? Man hat es uns nicht geglaubt, man hat uns geschmäht, weil wir über den nationalen Pflichten die internationalen nicht versäumten, weil wir die Gleichartigkeit der Arbeiterinteressen aller Länder er— kannten und den Kampf für die deutsche Arbeiterklasse zugleich als Kampf für die großen völkerverbindenden Ziele der Kulturmensch— heit führten. Der Weltkrieg stellte die deutsche Sozialdemokratie plötzlich und unvorbereitet vor eine schwere Entscheidung. Bis dahin hatte sie niemals abzuwägen brauchen, ob einer ihrer Pflichtenreihen, der nationalen oder der internationalen, jemals der Vorzug ror ber andeten geyngren könne. Für unsere ganze Denkweise be— dingen beide einander, oder, um mit Jaurès zu sprechen:„Ein wenig Internationalismus entfernt vom Vaterland, viel Inter⸗ nationalismus führt zum Vaterland zurück. Ein wenig Patrio⸗ tismus entfernt von der Internationale, viel Patriotismus führt zur Internationale zurück.“ Am 4. August stand die deutsche, So⸗ zfaldemokratie vor einem ungeheuren internationalen Konflikt, vor einem Kriege der entwickeltsten Kulturvölker, deren Arbeitern sie so manchen brüderlichen Gruß gesandt hatte, mit der eigenen Nation, von der sie selber ein wichtiges Stück bildet. 5 Es galt die Frage: bedarf die deutsche Arbeiterklasse zur Förderung und endlichen Erreichung ihrer sozialen, politischen und kulturellen Ziele noch bis in weite Zukunft hinein des natio⸗ nalen Hauses daß sie mit anderen, sonst von ihr bekämpften Klassen und Parteien gemeinsam bewohnt, oder kann es ihr recht sein, wenn dieses gemeinsame Haus mit durch ihre Schuld in Stücke zerschlagen wird? Und neben den Vernunftgründen sprach die Empfindung: bist du als Sozialist mit weitschauenden internationalen Menschheitsidealen lostgelöst von der engeren Kulturgemeinschaft deines eigenen Volkes, oder pulst trotz aller verstandes⸗ und gefühlsmäßigen Internationalität doch auch in dir der besondere Herzschlag des Deutschen, der seine Heimat 13 und sich zu ihrem Schutze bereitwillig in Reih und Glied stellt⸗ Die Partei hat in jener historischen Stunde eine Antwort ge⸗ funden, die ich noch immer für die einzig richtige halte. Was immer die deutsche Arbeiterklasse zur Erkämpfung ihrer Forder— ungen mit den herrschenden Klassen im eigenen Lande auszufechten haben mag— sie hat diese Kämpfe fürwahr nie gescheut und stets unerschrocken darin ihren Mann gestanden— so hat sie doch wahr— lich keinerlei Interesse daran, die herrschenden Klassen sremder Länder über Deutschland kommen zu lassen und sich von ihnen das Gesetz vorschreiben zu lassen. Die deutschen Ar⸗ beiter haben sich in jener zukunftsschweren Stunde der Weltge⸗ schichte bewußt und entschlossen auf die Seite des eigenen Volkes gestellt. Sie haben dabei weber ihre sozialistischen noch ihre internationalen Ziele aufgegeben, sie haben lediglich in beider Interesse so gehandelt, wie es die Stunde gebot. Denn sozialistische und internationale Ziele sollen und dürfen nicht in einem feind⸗ lichen Gegensatz zum eigenen Volke stehen. Die Abstimmung vom 4. August gehört der Geschichte an und hat von der Stunde ihres Geschehens an selbsttätig ihre weiteren Konsequenzen für die seitdem abgelaufene Spanne Weltgeschichte nach sich gezogen. Diese Konsequenzen sind durch tausend und abertausend Kanäle und Adern in den Gesamtorganismus des öffentlichen Lebens eingedrungen. Was einst Wirkung war, ist seitdem wieder unendlich oft zur Ursache für neue gesellschaftliche Erscheinungen wirtschaftlicher, politischer und kultureller Art ge⸗ worden. Diese haben wiederum neue Wirkungen erzeugt. Und so ist es seitdem in ruhelosem Kreislauf weitergegangen. Tief auf⸗ gewühlt wie nie zuvor sind seit dem Ausbruch des Krieges die Furchen, aus denen neues geschichtliches Entstehen emporsprießt und schießt. Ueberall in den Furchen liegt aber auch Samen aus der Abstimmung der Sozialdemokratie vom 4. August 1914. Man kann diese Tatsache vom Standpunkte eines vorwiegend oder aus schließlich international denkenden und fühlenden Sozialdemokraten klef beklagen und meinetwegen auch ver⸗ ab scheuen— aus der Welt zu schaffen ist sie aber nicht mehr. Auch nicht durch ein etwasges Verdammungsurteil, das ein zu⸗ künftiger Parteitag über die Haltung der Sozialdemokratie am 4. August spräche. N 5 Er wird es nicht tun. Er kann es nicht. Er würde die Grundlage verneinen, auf der sich bereits während eines vollen Jahres bie Geschichte der Sozialdemokratie vollzieht. Er würde den Exeignissen der Weltgeschichte, für die die deutsche Sozial- bemokratse durch ihre Haltung seit Kriegsausbruch mitverantwort⸗ Lich ist, nachträglich diefe Verantwortlichkeit zu entziehen suchen. Er uusirde die verantwortlichen Männer, die in den schweren Zeit⸗ läuften seit dem Beginn des Krieges durch die Besonderheit der sich dieser schweren Pflicht fürwahr nicht inneren und äußeren politischen Verhältnisse zur politischen Tat im Namen der deutschen Sozialdemokratie gezwungen waren, und die leichten Herzens, aber durchdrungen von ihrer vollen Verantwortlichkeit unterzogen haben, einer ungeheuerlichen Pflichtversäumnis und Verräterei be⸗ schuldigen und sie damit vor der Partei und vor der Geschichte in unerhörter Weise bloßstellen. Andererseits können diese verantwortlichen Männer, sofern sie für die Kriegskredite nicht aus einer Verlegenheit des Augenblicks, sondern im vollen Bewußtsein der Notwendigkeit gestimmt haben, ein solches Verdammungsurteil nicht entgegennehmen, wenn sie nicht zugleich sich selbst und die von ihnen in diesem weltge— schichtlichen Schicksalsjahr mit Kopf und Herz vertretene und ge— förderte Politik preisgeben wollen. Entweder sie haben ihre politischen Entschlüsse als zielklare Sozialdemokraten und Deutsche gefaßt,— dann müssen sie auch zu ihnen und ihren Konsequenzen stehen, und selbst ein Parteitag kann ihnen ihre Verantwortlichkeit nicht abnehmen. Oder sie sagen auf einem Parteitag demütig: „Vergib uns unsere Schuld, wir wußten damals micht, was wir taten, wir glaubten, so am besten aus einer Zwangslage herauszukommen“— so bedeutet das den mor a— lischen und politischen Zusammenbruch der deut⸗ schen Sozialdemokratie. Mit ihrem politischen Einfluß 8 sie dann wieder dort anfangen, wo sie vor fünfzig Jahren stand. Die Genossen, die schon jetzt und seit Monaten, zum Teil seit dem Nachmittage des 4. August 1914, mit leidenschaftlichem Eifer daran arbeiten, von einem zukünftigen Parteitag ein derartiges Verdammungsurteil für die Reichstags⸗ fraktion, im weiteren auch für den Parteivorstand und den Parteiausschuß zu erzwingen, arbeiten dadurch zugleich mit den erbittertsten Gegnern einer starken und mächtigen Ar⸗ beiterschaft Hand in Hand, mit jenen Männern, die den Ein⸗ fluß der Sozialdemolratie so klein wie von fünfzig Jahren wisn⸗ schen. Man kann den Sappeuxren der Parteiminderheit die An⸗ erkennung nicht versagen, daß sie auf diesem Rückmarsche in die Vergangenheit schn nennenswerte Teilziele erreicht haben. Aber es darf zu dieser Selbstverstümmelung der deutschen Sozialdemokratie nicht kommen! Die deutschen Arbeiter haben durch ihre Opferbereitschaft, die sie in diesem Kriege um Deutschlands Sein oder Nichtsein bekundet haben, ihre Stellung im Staatsganzen erheblich verstärkt, die politische Ver⸗ tretung der deutschen Arbeiter darf diese Errungenschaft nicht durch unkluges Verhalten aufs Spiel setzen. Indem sich die Sozial- demokratie am 4. August 1914 zunächst für die nationalen Not- wendigkeiten des sozialistischen Proletariats entschied, hat sie sich damit zugleich für die unmittelbare positive Arbeit an Stelle einer mehr mittelbaren und demonstrativen Tätigkeit entschieden. Nicht als ob die Partei nicht auch schon bisher praktische Arbeit in Hülle und Fülle geleistet hätte. Auch nicht als ob die Demonstration nicht auch in Zukunft ein achtungswertes und brauchbares poli— tisches Hilfsmittel wäre. Aber wir hatten in den letzten Jahren im öffentlichen Auftreten zu oft dem lauten und tönenden Worte die Zügel schießen lassen, als ob das Wort die Haupt⸗ sache wäre und nicht die Tat. Nun läßt sich gewiß mit Worten trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten. Wir haben es genugsam erleben müssen, am Wortstreit und an Systemen hat es uns nie gefehlt. Wir erleben die alte Methode heute schon wieder. Die Weltgeschichte größten Ausmaßes, die wir gegenwärtig erleben, und die wir mit starker Hand tatkräftig zu beeinflussen die historische Pflicht haben, zu be⸗ einflussen im Sinne des Sozialismus, sie machen Genossen unter uns schon wieder zum Gegenstand wortreicher und sp itz⸗ findiger Parteidebatten, und die beliebten Reso⸗ lutionen, in denen wir so gern den Geist der Zeit festzuhalten suchen, zieren bereits wieder Nummer für Nummer die Partei⸗ blätter. Es ist schon ganz so wie„einst im Mai“, wenn wir uns zum alljährlichen Parteittage rüsteten. Mag sein, daß damit für manche Parteigenossen die Welt, die der Krieg aus den Fugen gerissen hat, wieder ein einigermaßen er— trägliches Aussehen gewinnt. Aber sie täuschen sich, wenn sie glauben, der Krieg wäre nur eine ärgerliche Unter- brechung von Parteisitten, die ihnen in jahrelanger Uebung liebgeworden sind. Der Gluthauch des Krieges hat wie so vieles andere eine im Werden begriffene Entwicklungsphase der Sozialdemokratie zur schnelleren Reife gebracht. Von der Taktik der zögernden opportunistischen Tat, die wir gern durch ein radi— kales Wort vor uns selber zu beschönigen suchten, sind wir schneller als in Friedenszeiten zur Taktik der unverblümten verantwort- ungsvollen Tat und Mitarbeit gelangt. Wir haben unter dem Druck der Ereignisse vor aller Welt wagen müssen, zu scheinen, was wir sind und— eigentlich schon längst waren. Zur Taktik der Tat! Tat im Sinne des Sozialismus! Unsere sozialistischen Grundsätze hat der 4. August nicht berührt. Sie stehen unerschüttert und unverändert als unsere sicheren Wegweiser in die Freiheit einer schöneren Zukunft der menschlichen Gesell⸗ schaft. Sie sind unlösbar verknüpft mit dem Wesen der wirtschaft⸗ lichen Entwicklung. Und wenn nach dem Kriege diese Entwicklung ein noch stürmischeres Tempo einschlägt als früher, so wird auch der Sozialismus in dem gleichen beschleunigten Tempo seiner Verwirk⸗ lichung entgegeneilen.— Agrarische Habsucht. In Ostpreußen, wo viel Kriegsgefangene landwirtschaft⸗ liche Arbeiten verrichten, gehen die Agrarier daran, die Löhne der Arbeiter zu drücken, ja, sie ent⸗ lassen sogar die Arbeiter, um Kriegsgefangene an ihre Stelle zu setzen. Gegen dieses verwerfliche Verhalten gehen jetzt die Behörden vor. So erläßt der Landrat des eltkrien r Kreises Gumbinnen im Kreisblatt folgende Bekannt⸗ machung: „Es ist mehrfach zu meiner Kenntnis gekommen, daß Be⸗ r, welchen Kriegsgefangene zur Verfügung gestellt find, ihre bisherigen Leute(Instleute, Arbeiter) nicht weiter zu den bisherigen Lohnsätzen beschäftigen und zum Teil sogar entlassen haben. Dieses Verhalten ist im höchsten Maße zu tadeln. Ich bin höheren Orts angewiesen, in Zukunft in jedem Falle, wo die Gestellung von Gefangenen zur Entlassung oder Herabdrückung des Lohnes der bisherigen Arbeitskräfte geführt hat, die so⸗ fortige Zurückziehung der Gefangenen herbeizuführen. Die Herren Amtsvorsteher wollen dies zur Kenntnis der Be⸗ sitzer bringen und sind verpflichtet, mir in jedem Falle, wo obige Voraussetzungen vorliegen, Anzeige zu erstatten.“ Das vorstehend amtlich getadelte gewinnsüchtige Ver⸗ halten einiger Agrarier ist übrigens geeignet, die Landwirt⸗ schaft selbst zu schädigen. Die Arbeiter, die jetzt entlassen werden, finden im Gewerbe reichlich Arbeit; sie sind aber für die Landwirtschaft verloren, sodaß nach dem Kriege die Leute⸗ not noch größer sein wird. Die Landarbeiter freilich, denen die Löhne gekürzt werden, sind übel daran, weil sie infolge der Anordnungen der Militärbehörden keine Freizügigkeit haben. Sie können wohl klagen, doch der Rechtsweg ist um⸗ ständlich und zeitraubend. Gegen das Verhalten dieser Agrarier, die für ihre Produkte jetzt sehr hohe Preise erzielen, sind also die allerschärfsten Maßnahmen durchaus am Platze. Reichstagstagung. Die Tagesordnung für die am 19. August nachmittags * Präsidenten nunmehr festgesetzt worden. Bericht der Reichsschuldenkommission und die Beratung eines Nachtragsetats zum Reichshaushalt(Kriegskredite) und Be⸗ richte über Petitionen. Letztere beziehen sich auf Gewährung von Kriegsteilnehmerbeihilfe, Gewährung von Familien- unterstützungen, Verbreitung und Hebung des Genossen⸗ schaftswesens, Ueberführung der Leiche eines Gefallenen. Die Budgetkommission beginnt ihre Arbeiten bereits am 17. August vormittags 10 Uhr. Kanadische Unterseeboote für England. T. U. Newyork, 2. Aug. Zehn für die englische Flotte bestimmte Unterseeboote, die auf kanadischen Werften erbaut worden sind, haben nach einer Meldung der Newyork Times am Samstag den 31. Juli, begleitet von englischen Kreuzern, von Quebec aus die Fahrt nach englischen Häfen angetreten. Wiedereroberung der Stadt Mexiko durch Carranza. Washington, 2. Aug.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Wiedereroberung der Stadt Mexiko durch die Streitkräfte Carranzas wird amtlich be⸗ stütigt. Opfer der U⸗Boote. Reuter meldet: Der Dampfer„Clintonia“ ist versenkt worden. 54 Mann der Besatzung sind gerettet worden, elf Mann werden als verloren gemeldet. Lloyds meldet: Der britische Dampfer„Benvorlich“ ist versenkt worden. Der erste Leutnant und sechs Matrosen sind gelandet. Der Kapitän und der Rest der Besatzung verließ das Schiff in Booten. Der Kapitän des gestern in Neweastle aus Ymuiden an⸗ gekommenen Dampfers„Beyerland“ berichtet, er habe fünf Ueberlebende des von einem deutschen Unterseeboot versenkten Dampfers„Noung Percy“ aus Lowestoft gerettet. Auf der Heimreise sah er den Dampfer„New Arp“ und das englische Schiff„Alest“ brennen. Die Bemannungen retten sich in Schiffsboote an Land. 2 N Die neue Friedensaktion des Papstes. T. U. Haag, 3. Aug. Die Umgebung des Kardinals Mercier bestätigt, daß eine neue große Friedensaktion des Papstes an alle Oberhäupter der kriegführenden Staaten ein⸗ setzen soll, die den Zweck verfolgen werde, die Vermeidung eines neuen Winterfeldzuges zu erreichen. Neuer indischer Atifstand. 5 Die Köln. Ztg. meldet: Berichte der in St. Franziseo er- scheinenden Call melden von einem neuen indischen Aufstand. Der Herausgeber des Hindublattes und Leiter der revolutionären Hindu-Bewegung ic Amerika, Chandra, hat einen Brief aus Indien erhalten, nach dem Aufang Mai eine regelrechte Schlacht, vier Meilen von Kalkutta entfernt, zwischen englischen Truppen und aufrührerischen Hindus stattgefunden hat. Amtliche englische Be— richte geben die Ereignisse zu und erwähnen schwere Verluste auf beiden Seiten. Chandra fügt hinzu, daß er von fortgesetzten Un⸗ ruhen in Delhipoora und an der Grenze Kunde erhielt, die von der britischen Zensur der Außenwelt vorenthalten werden. um 2 Uhr beginnende erste Sitzung des Reichstages ist vom Sie umfaßt den Bevorstehende Räumung Warschaus sicher! Die russische Gesandtschaft im Haag veröffentlicht eine Mitteilung, wonach die russische Armee sich gezwungen sehe, wegen Mangel an Munition auf die zweite und stärkere Be⸗ festigungslinie am Bug zurückzugehen. Es hat auch niemals in der Absicht der Russen gelegen, die Weichsellinie mit Warschau zu halten, daher gehe die russische Armee auf ver⸗ stärkte Stellungen zurück. Neue Durchbrechung der russischen Front. T. U. Budapest, 3. Aug. Der Kriegsberichterstatter des Pesti Hirlap meldet von der Bugfront: Der Feind hatte seine Truppen sehr verstärkt und nach Brest⸗Litowsk schwere Artillerie herangebracht. Die Verbündeten durchbrachen die feindlichen Linien, wodurch diese nach rechts und links auf⸗ gerollt werden. Bei dieser Gelegenheit wurden 20 Offiziere und gegen 2000 Mann gefangen genommen und viele Ge— schütze und Maschinengewehre erbeutet. Die sofort auf— genommene Verfolgung wurde auf viele Kilometer fortgesetzt. Ein Aufruf des„Tanin“. T. U. Rotterdam, 3. August. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, fordert der Tanin, in Voraussetzung, daß der Krieg auch noch den kommenden Winter andauern könnte, die Bevölkerung auf, ihren Eifer zu verdoppeln und alle für die Armee erforder⸗ lichen Ersparnisse zu machen. Schwere englische Ofsiziersverluste in Mesopotamien. Meldungen aus Bagdad zufolge berichteten muselmanische Soldaten der englischen Armee, die in das türkische Lager über⸗ gegangen sind, daß sämtliche Offiziere eines eng⸗ lischen Bataillons im Nachtkampf am 14. Juli getötet wurden: nur der Kommandant sei verschont geblieben, ein an— derer Bataillonskommandant sei am Kopfe schwer verwundet wor⸗ den. Die türkische Artillerie habe ein feindliches Schiff, das Ka— nonen an Bord führte, versenkt. Kriegsnotizen. Auf dem Rittergut Hackpfiffel bei Sangerhausen griffen, wie die Berliner Neuesten Nachrichten melden, zwei unbotmäßige englische Kriegsgefangene mit Spaten den Wachtposten an, der den einen durch Kolbenschlag abwehrte, den anderen niederschoß. Der Posten, ein ungedienter Landsturmmann, wurde in Anerkennung seines ordnungsmäßigen Vorgehens sofort zum Gefreiten befördert. Aus Krakau wird gemeldet: Wie die Gazeta Wieczorna mit⸗ teilt, fällte das Lemberger Divisionsgericht gegen vier Bauern aus der Gegend von Kamienka und Strumilowa, gegen vier andere Landwirte und zwei Frauen derselben Todesurteile wegen Vergehens gegen die Paragvaphen 321, 327 und 341 des Strafgesetzes. Die Urteile wurden am nächsten Tage vollstreckt. Nach amtlichen Bekanntmachungen, die der Daily Mail vom 30. 7. aus Paris mitgeteilt werden, sollen die Kriegskosten Frankreichs bis Ende 1914 250 120 000 Pfund Sterling betragen haben. Auf den Tag würden somit ungefähr 1670 000 Pfund Ster⸗ ling kommen. Zwischen der russischen und der deutschen Regierung ist bekanntlich eine Vereinbarung wegen des Austausches der Zivilkriegsgefangenen im Alter von unter 17 und über 45 Jahren getroffen worden. Wie Utro Rossij vom 20. 7. erfährt, ist die amerikanische Botschaft nunmehr wieder wegen dieser Frage in Petersburg vorstellig geworden. Das Ministerium des Innern Hat infolgedessen durch ein Rundschreiben sämtliche Gouverneure und Stadthauptleute angewiesen, solche deutsche Staatsangehörige nicht in Rußland zurückzuhalten, sondern ihre Gesuche um Erlaubnis zur e schneller zu erledigen und ihnen die nötigen Pässe auszu⸗ indigen. a Parteinachrichten. Aus den Organisationen. Am Sonntag, den 1. August fand in Bielefeld eine gut⸗ besuchte Kreis⸗Mitglieden Versammlung des Sozialdemokratischen Vereims für den Wahlkreis Bielefeld⸗ Wiedenbrück statt. In einem Vortrage über„die Sozialdemokratie und der Weltkrieg“ vertrat Genosse Severing die Haltung der Fraktion und der e und unterbreitete der Versammlung folgende Re⸗ olution: „Die Kreisversammlung des Sozialdemokvatischen Vereins für den Wahlkreis Bielefeld⸗Wiedenbrück erklärt sich mit den Zu⸗ stimmungskundgebungen der Generalversammlung des Wahl⸗ kreises und der Bezirksleitung für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer zu der Kriegspolitik der Parteiinstanzen völlig ein verstanden. Von der Reichstagsfraktion er⸗ wartet die Versammlung eine Fortführung der Politik des 4. Aug., 1 1 Kriegsziel, die Sicherung eines ehrenvollen Friedens, er⸗ reicht ist.“ In der Diskussion stimmten alle Redner der bisherigen Frak⸗ tionspolitik zu. Die Resolutjon wurde einstimmig angenommen. 2 Die Kreisversammlung für den 8. württembergischen Wahlkreis nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die Kreisversammlung ist mit der Haltung und Tätig⸗ keit der Reichstagsfraktion, des Parteivorstandes und den Ent⸗ schließungen des Parteiausschusses einverstanden; sie bil⸗ ligt und unterstützt die Tätigkeit des Landesvorstandes und legt Protest ein gegen das parteizerstörende Trei⸗ ben der Parteiminderheit im Reiche und in Württemberg“ Ferner nahm die Kreisversammlung gegen die Teuerung Stel⸗ lung. Aus dem Kreise sind von rund 800 Mitgliedern 380 einge⸗ zogen, von denen bereits 35 gefallen sind. * Im Zeichen des Burgfriedens? Die Leitung des 15. sächsischen Reichstagswahlkreises hatte für den verflossenen Sonntag eine Vertrauensmänner⸗Kon⸗ ferenz nach Chemnitz berufen, um dort die Differenzen innerhalb der deutschen Sozialdemokratie zu be⸗ sprechen. In der gedruckten Einladung, die den Vertrauensleuten brieflich zuging, war bemerkt, daß die Reichstagsabgeordneten Haase und Stücklen in der Konferenz anwesend sein werden. Eine solche Einladung ist auf bisher noch nicht geklärte Weise in die Wände der Polizei gekommen. Die Folge war, daß der Kreisvor⸗ sitzende vor die politische Abteilung der Polizei in Chemnitz ge⸗ laden wurde, wo man ihm eröffnete, daß diese Konfevenz anmelde⸗ pflichtig sei, die sofortige Ammeldung aber nicht mehr möglich wäre, weil die Frist von 48 Stunden nicht mehr eingehalten werden könne. Die Folge der Anmeldung wäre natürlich gewesen, daß die Genossen Haase und Stücklen aufgefordert worden wären, ihre Reden dem Genevalkommando einzureichen,— eine absolute Unmöglichkeit, wenn man bedenkt, daß eine freie Aussprache im engeren Kreise geplant war und daß die beiden von der Polizei als Referenten betrachteten Genossen eigentlich nur auf Aufragen und Anregungen antwor⸗ ten sollten, die aus den Reihen der Vertrauensmänner zu erwarten waren. Die Eingeladenen fanden sich nun am Sonntag vollzählig im„Schützenhaus“ in Chemnitz ein, die Polizei war aber auch be⸗ reits da und ein Polizelkommissar erklärte dem Vorsitzenden, daß die Eröffnung der Konferenz das Einschreiten der Stagts⸗ an waltschaft zur Folge haben werde. Man mußte auch au⸗ nehmen, daß der Eröffnung der Konferenz die Auflösung auf dem Fuße gefolgt wäre. Unter diesen Umständen entschloß man sich, von einer Eröffming Abstand zu nehmen. Als eine Anzahl der Teil⸗ nehmer dann rein zufällig einem anderen Lokal zustrebten, um dort den beiden Abgeordneten noch bis zur Abreise Gesellschaft zu leisten, bemerkte man, daß sie das lebhafte Interesse einiger Leute erweckt hatten, die ganz gewiß keine Partejgenossen waren. Unter den Teilnehmern an der vereitelten Konferenz war manch alter Mitkämpfer noch aus der Zeit des Ausnahmegesetzes und sie alle waren in ihrem Urteil darin einig:„Genau so, wie unter dem Sozialistengesetz!“ Wir bemerken noch ausdrücklich, daß nur interne Parteifragen erörtert werden sollten, nicht etwa, wie auf der am 5. Juli in Köln stattgefundenen Konferenz der Nationalliberalen aus Rheinland⸗Westfalen, die Frage der Kriegsziele. Vermischtes. Der Schatz auf dem Hauptfriedhof. Gegen 45 000 Kronen in österreichisch-ungarischen, deutschen und russischen Banknoten wurden in dieser Tage auf Ersuchen einer österreichischen Polizeiverwaltung auf dem Frankfurter Hauptfried— hof ausgegraben. Sie bilden den Bestandteil einer größeren Summe, die ein ungetreuer Beamter seinerzeit unterschlagen hat. Die betreffende Behörde hatte das Versteck inzwischen ermittelt. Furchtbarer Taifun in Schanghai. Die Times berichten aus Schanghai, daß ein Taifun, wie man ihn schrecklicher noch nie gesehen hat, die Stadt verwüstete. Bis jetzt ist es unmöglich, die Tragweite der Katastrophe zu schätzen. Der angerichtete Schaden ist enorm. Schanghai bildet nur noch ein Wirr⸗ warr von zertrümmerten Häusern, entwurzelten Bäumen und zer⸗ brochenen Telegraphenstangen. Zahlreiche Boote liegen zerschmettert an der Küste; ein großes Schiff scheiterte im Quai. Die Chinesen schätzen die Zahl der Opfer auf 2000. ihnen dadurch die Gewähr geboten wird, Hessen und Nach bargebiete, Gießen und Umgebung — Kriegskosten der Stadt und ihre Aufbringung. Zu unserem Artikel in der Samstagsnummer, der über die städtischen Kriegskosten e 1 wir eine Zuschrift, in welcher u. a. folgendes gesagt wird: 1 3 5 e ellen hier in Gießen 3u suchen, das ist wohl für jetzt und eine absehbare Zeit ausgeschlossen. Und daß, wie der Artikel meint, die großen Vermögen heranzu⸗ ziehen seien, geschieht jedenfalls so wenig, als diese freiwillig größere Beträge zur Verfügung stellen. Nun fragt man sich aber mit Recht, warum muß denn die Stadt alle diese durch den Krieg verursachten Lagen tragen? Und die kleinen Städtchen und Dörfer bleiben alle damit verschont, machen jetzt durch ihre Produkte die besten Geschäfte, für sich selbst haben sie alles in genügender Menge fast umsonst, während die Stadtleute sich alle Nahrungsmittel zu bald unerschwinglichen Preisen noch mit guten Worten kaufen, ja teilweise sich in⸗ folgedessen so einschränken müssen, daß es an Hunger grenzt. Warum belegt man nicht die nahen umliegenden Dörfer mit dieser ständigen Einquartierung? Verschiedene Orte liegen so nahe oder noch näher dem Exerzierplatz und dem Ge⸗ fangenenlager, als manche Quartiere in der Stadt. Man wird hier wohl einwenden, es ginge wohl nicht und dergleichen mehr. Aber es geht, wenn man will. Im Kriege gehen doch noch ganz andere, vorher unmöglich scheinende Sachen. Man mache nur mal einen Versuch, wenn er auch wohl in der ersten Zeit etwas unbequem erscheint, es wird aber dann gerade so gut gehen wie anderwärts auch. Und daß man das Ein⸗ quartierungsgeld nun auch noch auf 1,50 Mark heruntersetzen will, ist kaum zu verstehen. Es wird dies zur Folge haben, daß dann dafür auch nur entsprechend geboten wird. Man kann doch niemand zumuten, be⸗ sonders nicht Leuten, die sich seither Einqartierung als Ersatz für andere Mieter genommen, um etwas zu verdienen, als zu ihrer Mühe und Arbeit auch noch Geld z u⸗ zulegen. Am zweckmäßigsten wäre, falls die umliegenden Dörfer immer noch von Einquartierung verschont bleiben sollen, wenn die Stadt für diese dauernde Einquartierung ein Gebäude, etwa eine Schule, oder das nun bis auf die Anstreicherarbeiten fertige neue Almtsgerichtsgebäude, welches ja doch in den nächsten Jahren nicht gebraucht wird, zur Verfügung stellte. Die Verpflegung könnte der Militär⸗ behörde überlassen bleiben oder von der Stadt besorgt werden, wobei diese noch viel Geld verdienen könnte. Das würde vor⸗ übergehend einen Beitrag an die Stadtkasse liefern, der sich auf etliche Tausende von Mark beziffern würde. Auch hierzu sage man nicht gleich„das geht nicht“. Man mache nur einen Versuch, dann wird es gehen, gleich wie an anderen Orten. Diese Vorschläge sind in der Tat nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen, die Stadt muß zu verhüten suchen, daß die Lasten ins Ungemessene wachsen. Der Segen der Volksfürsorge bei Unglücksfällen. Ein schrecklicher Unglücksfall, der sich vor einiger Zeit auf der Oel⸗ raffinerie Wedel⸗Schulau(Holstein) ereignete, und bei welchem außer einem anderen auch der Arbeiter Schaum zu Tode kam, hat wieder einmal recht treffend bewiesen, welch hohen Wert eine Versicherung bei der Volksfürsorge hat. Schaum war bei derselben seit Mai d. J. versichert; es wurde, da seitens der Volksfürsorge bei Unfällen auch im ersten Jahre der Ver⸗ sicherung die volle Versicherungssumme zur Auszahlung ge⸗ langt, der Familie desselben der Betrag von 440 Mark aus⸗ gezahlt, während bisher nur 8 Mark an Prämien geleistet wurden. Dieser Fall ist eine dringende Mahnung für die⸗ jenigen Arbeiter, die in solchen gefahrvollen Betrieben be⸗ schäftigt sind, sich bei der Volksfürsorge zu versichern, weil daß ihre Ange⸗ Diethelm von Buchenberg. Erzählung von Bertold Auerbach. 40 Es dämmerte, in den Häusern wurden da und dort Lichter entzündet. Ach! Da wohnen überall Menschen, die daheim sind und wissen, wen sie haben. Martha fuhr vor Schreck zusammen, denn es sprang etwas an ihr herauf, sie erkannte bald den vor Freude bellenden Paßauf. „Ach, du bist's,“ sagte sie, den Hund streichelnd,„gelt, armes Tierle, es geht dir auch wie mir, du weißt auch nimmer, wo du hingehörst. Bleib' nur bei mir, komm' mit, wir gehen zum Meister.“ Eben als Martha an der Post vorüberging, kam der Eil⸗ wagen unter hellen Posthorntönen angefahren. Was hat nur der Hund, daß er eine aussteigende verhüllte Gestalt an— springt und dann mit Freudenbellen zwischen der Gestalt und Martha hin und her rennt? Wäre dort vielleicht der tot geglaubte Medard, der von seiner Flucht zurückkehrt? Martha fühlte, wie ihr die Haare sich emporsträubten und ihr die Knie fast brechen wollten. Mit wankenden Schritten ging sie auf den Posthof zu, sie hörte den Schaffner sagen: „Ich will Ihnen gleich ein Fuhrwerk nach Buchenberg ver— schaffen.“ Sie näherte sich der verhüllten Gestalt. „Mutter!“ rief es ihr entgegen. „Du bist's, Fränz?“ Und mit wehklagendem und doch freudigem Schmerzens- ruf lagen Mutter und Tochter sich in den Armen. Jetzt erst konnte Martha weinen. Fränz erholte sich rasch wieder, und wenn auch schmerzvollen Klanges, sagte sie doch mit fester Stimme:„Mutter! Gottlob und Dank, daß ich Euch hab'. Mutter, ich möcht' Euch Abbitte tun für alles; ich hab' er— fahren, was fremde Menschen sind, und da schwör' ich's unter freiem Himmel, nie, nie, solange Euch ein Aug' offen steht. verlaß ich Euch. Jetzt laßt mich nur Eure Hand küssen. Ich kann alles wieder gut machen an Euch und am Vater. Ach Gott, wie geht's ihm denn?“ Martha schwieg. „Ist er verbrannt?“ schrje Fränz so grell, daß selbst ein losgespanntes Pferd, das an ihr vorbei wollte, rückwärts wich. Martha schüttelte den Kopf, und erst mit schwerem Atem konnte sie die Worte hervorbringen:„Er sitzt im Kriminal.“ Die Postmeisterin, die Fränz noch vom Markte her kannte, zog diese in das Haus, und hier erfuhr sie nun alles. Fränz küßte aber⸗ und abermals die Hände der Mutter, dann legte sie ihre heiße Wange an die eingefallene, kalte Wange der Mutter und sagte:„Ach Gott, wenn ich nur mein warmes, junges Blut da in Euch hinübergießen könnt'. Kommt nur jetzt gleich, wir müssen sehen, daß wir den Vater sprechen können.“ Martha erklärte, daß sie nicht mehr gehen könne, ihr seien die Beine wie abgehackt, vom Totenbett des Kindes weg in solch ein Elend hinein, das sei zu viel. Fränz befahl schnell einen warmen Wein für die Mutter, sie lief in raschen Schritten im Zimmer hin und her, das dauerte ihr viel zu lange, bis das Befohlene kam; sie wollte selber hinaus und das Angeordnete bereiten, sie verstünden das hier nicht; aber die Mutter bat, sie nicht zu verlassen, sie könnte nicht mehr allein sein. Plötzlich kniete Fränz vor der Mutter nieder und sah nach, ob sie warme Füße habe; sie sprang rasch auf, als sie fühlte, wie diese eisstarr waren, sie klingelte nach Brannt— wein.„Aber rasch, rasch!“ befahl sie, und es war ihr eine innige Buße, als sie nun der Mutter die Füße wusch und rieb. Die Mutter ließ alles mit sich geschehen wie ein Kind; sie schlürfte dann den warmen Wein, den ihr Fränz an den Mund hielt, und mit schmerzlichem Lächeln sagte sie nach jedem Schlucke:„Ah, das tut gut. Versuch's nur auch, Fränz.“ Fränz nippte und die Mutter sagte wie halb träumend:„Du bist so schön geworden, Fränz, und siehst mich so getreu an, so... so... so hab' ich dich lieb. Wenn nur der Vater auch so was Gutes hätt', und wenn er dich nur auch sehen könnt'. Sein Herz hängt an dir, ach, und du bist jetzt auch mein einzig Kind. Komm', leg' deinen Backen wieder an meinen Backen. So. Jetzt sag', wie kommst denn du daher? Wie ist dir's denn gangen?“ Fränz schluckte die Tränen hinab, da sie die Mutter so beruhigt sah, und diese nicht wieder neu aufregen wollte. Sie erzählte mit möglichster Umgehung alles Erschütternden, wie sie das Brandunglück erfahren, und sagte zuletzt:„Den heutigen Tag, Mutter, den werde ich nie vergessen. Was ich da alles gedenkt und erfahren hab'. O Mutter! Und die Menschen sind so gut, wenn sie einem im Unglück sehen; alle, wo mitgefahren sind, und in allen Wirtshäusern haben sie mir beigestanden und haben mich getröstet und hätten mir gern in allem geholfen. Kommt, legt Euch ein bißle aufs Bett, ich will Euch erzählen.“ Fränz trug in starken Armen die Mutter auf das Bett, dann setzte sie sich daneben, und ihre Hand haltend, begann sie zu erzählen; aber bald merkte sie, daß die Mutter schlief. Sie hielt noch lange die Hand der Schlafenden und wagte nicht, sich zu bewegen; endlich legte sie die Hand auf das Kissen, und leise auf den Zehen schleichend, hatte sie sich der Tür genähert, als die Mutter rief:„Kind, wohin willst?“ „Zum Vater.“ „Da muß ich auch mit, ich bin ganz wohlauf.“ Es half kein Abwehren, und nachdem Fränz die Mutter wohl eingemummt, verließ sie mit ihr die Post. I. Die Wintertage waren so kurz, und der junge Amtsver⸗ weser, der bald seinen Fehler erkannte, daß er die erste An⸗ klage gegen Diethelm in dessen Beisein vernommen, wollte ihm nicht Zeit lassen, sich ein Gewebe von Aussagen zu knüpfen. Er nahm den Gefangenen daher noch am Abend ins Verhör, und Diethelm war es allerdings schauerlich, als er durch matterleuchtete, schallende Gänge nach der Verhör⸗ stube geführt wurde. Hier war es noch leer. Diethelm er⸗ hielt vom Landjäger den Befehl, sich auf einen Stuhl an der Wand zu setzen, wo gerade hüben und drüben Wandleuchter mit brennenden Kerzen ihren Lichtschein ihm ins Gesicht warfen; er wollte wegrücken, erhielt aber die Weisung, just hier sitzen zu bleiben. In der Stube waren nur noch zwei Lichter, am Sitze des Aktuars hinter dem Aktengestell, an dem langen grünen Tische, und der Schatten des Gestells breitete sich weithin in die Stube. Diethelm wollte dem Landjäger neben ihm sagen, daß er seinen Vater wohl gekannt habe ae der Landjäger wendete sich ab und winkte ihm mit der Hand, nichts zu reden. So saß denn der Angeklagte, die Hände ge⸗ faltet, stumm vor sich niederschauend.(Forts. folgt. ö 0 9 — —— hörigen im Fall eines tödlichen Unfalls nicht ohne alle Existenzmittel dastehen, wie auch allen übrigen Arbeitern dringend zu empfehlen ist, bei der von den Gewerkschaften und Genossenschaften ins Leben gerufenen Versicherungsgesell— schaft Volksfürsorge eine Versicherung abzuschließen. — Stadtverordneter Max Friedberger ist am Montag nachmittag nach kurzem Krankenlager gestorben. Er ist 66 Jahre alt geworden. Ehe er sich vom Geschäftsleben zurückzog, betrieb er im Verein mit seinem Bruder das alt⸗ renommierte Mehl- und Getreidegeschäft Friedberger Söhne in der Walltorstraße. In der Oeffentlichkeit trat er weniger hervor, doch beschäftigte er sich viel mit öffentlichen Ange⸗ legenheiten; er gehörte lange Jahre der Handelskammer an und wurde im Jahre 1910 in die Stadtverordneten-Versamm⸗ lung gewählt. Politisch zählte er sich zur Fortschrittlichen Volkspartei. Wo es galt, für die Interessen des Gemein⸗ wesens zu wirken, ließ sich Friedberger nicht vergeblich zur Mitarbeit ersuchen, wie er sich auch gegenüber Notleidenden und in wirtschaftliche Bedrängnis Geratenen stets hilfsbereit zeigte. In der Bürgerschaft erfreute er sich hoher Achtung, die ihm erhalten bleiben wird— Mit Friedbergs Tode sinkt die Zahl unserer Stadtverordneten auf 20 herab, von denen noch einer(Urstadt) Feldzugsteilnehmer ist. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Unteroffizier Ludwig Valentin aus Rodheim ea. d. Bieber, Res.-⸗Inf.⸗Reg. 83.— Musketier Karl Eckhardt aus Hochel⸗ heim, Kreis Wetzlar, Inf.-Reg. 221. Höchstpreise für Vieh und Fleisch. Eine kleine bayerische Gemeinde ist dazu übergegangen, Höchstpreise nicht allein für Fleisch, sondern auch für Vieh festzusetzen. Der Magistrat von Eggenfelden erließ folgende Bekanntmachung: 1. Der Preis für Schweine bis 2 Zentner Lebendsgewicht wird auf 70 Mark pro Zentner, für Schweine über 2 Zentner auf 80 Mark festgesetzt. 2. Der Preis für das Pfund Schweine- fleisch darf 1 Mark nicht übersteigen. 3. Der Preis für das Pfund Rindfleisch(Ochsenfleisch ausgenommen) darf 95 Pfg. nicht übersteigen, für Kalbfleisch werden 85 Pfg. festgesetzt. 4. Der Preis für Rinder(Ochsen ausgenommen) darf 50 Mark für den Zentner Lebendgewicht nicht übersteigen, für Kälber werden 60 Mark festgesetzt. Ueberschreitung der Höchstpreise wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Außerdem werden die Metzger darauf hingewiesen, daß der Ankauf von Rinder und Schweinen im Bezirk durch auswärtige Händler verboten und jede Ausfuhr ohne bezirksamtliche Genehmigung untersagt ist. Landwirte, die Rinder und Schweine nach auswärts verkaufen wollen, können sie dem Zuchtverbande für Fleckvieh in Landshut oder dem Bezirksamte anbieten.— Der Magistrat dieser bayerischen Gemeinde verdient volle Anerkennung da— für, daß er in energischer Weise dem Fleischwucher das Hand— werk zu legen sucht. Der Ruf nach Höchstpreisen für Vieh wird von ihm in die Praxis umgesetzt, und wir ersehen aus dem Erlaß, daß die Höchstpreise, wenn auch immer noch hoch genug, doch sehr erheblich niedriger sind als die skandalösen Wucherpreise, die anderorts für Vieh und Fleisch gezahlt werden müssen. So kosteten in München, dem nächsten größeren Viehmarkt, die Schweine pro Zentner Lebendgewicht 96—113 Mark. Was sich hier in einer kleinen Gemeinde ver— wirklichen läßt, wäre sicher auch im Reich, wenn auch mit etwas mehr Schpierigkeiten, möglich. „Billige“ Lebensmittel. In der bürgerlichen finden wir dieses Inserat: Agenten und Händler verdienen viel Geld durch Grossieren m. Bouillon⸗ u. Suppenwürfeln m. 5 Pfg.⸗Banderole 1000 St. W. e Also die Bouillon⸗ und Suppenwürfel, für die der Ver⸗ braucher 5 Pfg. zahlen muß, kosten dem Agenten nur 0,9 bezw. 1,20 Pfg. Rechnet man davon noch den Gewinn des Produzenten und die Geschäftsunkosten für Reklame usw. ab, dann kann man ungefähr ermessen, was die Verbraucher für ihr teures, schwer verdientes Geld eigentlich an Gegenwert beim Kauf der Würfel bekommen. Und wie bei so viel anderem, ist es auch hier wieder ausschließlich die werktätige Bevölkerung, die als Ausbeutungsobjekt dienen muß. Die Besitzenden konsumieren diese Würfel nicht, sie können sich wirkliche Fleischbrühe leisten und brauchen sich solche nicht mit Hilfe„billiger“ Bouillon⸗ und Suppenwürfel vorzu— täuschen. Vom Mehlwucher. Im Wetzlarer Anzeiger war am Samstag folgendes Inserat zu lesen: habe abzugeben von Dienstag, 3. August, ab Brotmarken⸗ und beschlagnahmefreies 50proz. Weizenmehl bei Abnahme von 10 Pfund à 60 Pfennig, Presse 7 7 8* „ 2 i e 5 „„ o 50—70proz. do. 100„ 2 45. Ferner Weizengrieß bei 5 Pfund à 70 Pfennige. Peiurich— 1055 Lohnmühle, Wetzlar. Vor dem Krieg kaufte man in Wetzlar gutes Weizenmehl für 26 Pfennige pro Pfund, allerdings nur gegen Brotmarken, und nun kommt der menschenfreundliche Herr Amend, in dessen Mühle die Deutsche Kriegsgetreidegesellschaft mahlen läßt, und die militäxrisch bewacht ist, und fordert 60 Pfg. pro Pfund, allerdings bei 10 Pfund Abnahme. Auch Weizengrieß, der bisher nur in beschränktem Quantum für Kranke und Kinder zu haben war, bietet Herr Amend seil für die Kleinsgleit von 70 Pfg. pro Pfund. Das ist unerhört! Hier wird wiederum für eine ganz kleime Gruppe Besitzender gesorgt, denn ein Arbeiter oder ein kleiner Ge⸗ schästsmann kann heute doch nicht 60 Pfg. für das Pfund Weigen⸗ mehl hinlegen. Wozu noch kommt, daß erst bei Abnahme von mehr wie 10 Pfund der Preis sinkt. Solche Mengen können eben nur die Besitzenden einkaufen, folche Leute, die trotz Krieg ihre Reichtllmer und Güter im Trockenen halten und weit ab vom Schuß sind. Wo bleibt hier der„Kriegssoglalismus“, von dem hirnverb rannte Köpfe nun schon seit Monaten träumen und phantasteren? Brotmarken⸗ und beschlagnahmefreies 50prozentiges Weizenmehl kündigt das obige Inserat an. Wie kommt das? Den Landwirten wird der Halm auf dem Felde beschlagnahmt und hier werden große Mengen Weißen zu Wucherpreisen auf den Markt geworfen und die Re⸗ gierung fleht dem schamlosen Treiben ruhig zu. Ist es ein Wunder, wenn in den Kreisen der en I 070. das gange als Schwindel gröbsten Sties bezeichnet wir; u das Mär⸗ chen vom„ausländischen“ Getreide glaubt ernstlich kein Mensch. Und mit Recht! Denn wenn es den Groß händlern und Wucherer ge⸗ ingt, aus dem Auslande Weizen und andere Lebensmittel zu er⸗ halten, warum sollte das der mächtigen deutschen Reichsregierung unmöglich sein? Man komme nicht mit der Ausrede, die Großhänd⸗ ler müßten dem Auslande hohe Einbaufspreise zahlen. Gerade des⸗ halb müßte die Regierung zugreifen und einkaufen, was an Lebens⸗ mitteln zu kaufen ist, um dadurch zu verhindern, daß die Lebens⸗ mittelpreise durch das Zwischenhändlertum nochmals künstlich in die Höhe geschraubt werden. Und wenn die Regierungsbehörden dann zum Einkaufspreis und vielleicht noch darunter die Waren der ge⸗ samten Bevölkerung zur Verfügung stellen würden, so könnte man das vielleicht als einsichtsvolle Regierungsmaßnahme im Interesse der Erhaltung des Volkes, noch lange nicht als„Kriegssozialismus“ preisen. Aber an einem solchen Vorgehen haben die Regierungs⸗ stellen scheinbar kein Intevesse. Der„gute“ Verdienst wird in patriotischer Würde den Wucherinteressenten und Volksausbeutern überlassen und es ist wohl schon so, wie der Volksmund sagt:„Wenn wirklich der Weizen im Auslande gekauft wird, so geschieht das mit Wissen und vielleicht mit Hilfe der Regierung, ohne das Vorbeugungsmaßregeln getroffen werden, den Händlern und Agenten das schmutzige Wucherhandwerk zu erschweren.“ Was ist, wenn dem so ist, hier zu tun? — Vorträge bei den Verwundeten. Für die in der chirurgischen Klinik untergebrachten schwerverwundeten Kriegsteilnehmer hatte man vorgestern abend einen lustigen Vortragsabend veranstaltet. Von W. W. Göttig und Hellmut Eckhardt wurden auf dem großen Vorplatz der Klinik heitere und ernste Sachen rezitiert— mehr heitere allerdings— die von den Zuhörern außerordentlich dankbar aufgenommen wurden, was man an den herzlichen, leb— haften Beifall feststellen konnte, mit dem die Darbietungen von den Hörern begleitet wurden. Herr Göttig versteht es aber auch meisterhaft, seine Zuhörer zu fesseln und er mußte sich noch zu etlichen Zugaben verstehen. Jedenfalls war es für die Ver⸗ wundeten eine höchst willkommene Abwechslung. — Der teuere Trunk Bier. Durch die Erhöhung der Bierpreise, welche die Brauereien vom Sonntag ab vorgenommen haben, er⸗ folgte natürlich auch sofort Aufschlag in den Wirtschaften, obgleich die meisten noch Bier zum Ausschank brachten, was von dem Auf⸗ schlag noch nicht betroffen war. Ueberhaupt suchen dabei ein Teil der Wirte Extraprofite einzuheimsen; sie schlagen noch fünfzig Prozent— oder noch mehr— mehr aufs Glas Bier auf, als es nach dem Aufschlag der Brauereien notwendig wäre. So werden die Verbraucher auf allen Gebieten übervorteilt, überall bekommen sie die Haut über die Ohren gezogen. Wer auf geringen Verdienst angewiesen und etwas grämlich veranlagt ist, kann heutzutage leicht von Lebensüberdruß gepackt werden und dazu kommen, sich aufzu⸗ hängen. Die Biertrinker sollten sich energisch wehren und sie könnten es, wenn sie wollten. Einfach das Biertrinken ganz eingestellt! Allgemeiner Bierboykott! In kurzer Zeit kämen viel⸗ leicht die Brauereien zur Einsicht. Und wenn die Wirte selbst nicht der Preistreiberei ein wenig entgegentreten, so geschieht es ihnen recht, wenn sie mit darunter zu leiden bekommen. — Was ist eine Milliarde? In dieser Zeit, wo man mit Milliarden um sich wirft wie ehedem mit Markstücken, findet man kaum Zeit, darüber nachzudenken, was eigentlich eine Milliarde in faßbarer Wirklichkeit darstellt. Man nehme an, daß zur Zeit Christi eine Familie eine Milliarde Mark in der damaligen Gold- oder Silberwährung besessen hätte. Angenommen, diese Familie hätte zinslos davon gezehrt, 1 Mark in der Minute, 60 in der Stunde, 1440 täglich oder 518 400 Mark jährlich ausgegeben. Sie wäre auf diese Weise erst seit 20 Jahren ihr Vermögen gänzlich losgeworden, denn seit dem Jahre 1 unserer Zeitrechnung bis zum 31. Dezember 1915 sind nur 1006 524000 Minuten verstrichen! Würde man eine Milliarde in einen einzigen Goldblock schmelzen, so würde derselbe in runder Ziffer 322 500 Kilogramm wiegen und sein Umfang wäre gleich 17 Kubikmetern. 6000 Menschen würden ihn kaum in die Höhe heben können, und zu seiner Beförderung wäre ein Eisenbahn⸗ zug von 24 Waggons und einer Länge von 400 Metern nötig. An⸗ einandergereiht würden Zwanzigmarkstücke bis zum Betrag einer Milliarde ein Band von 1050 Kilometern Länge bilden, was etwa der Luftlinie Königsberg— Köln gleichkäme. Aufeinandergestellt würden sie eine Säule von 33 000 Meter Höhe bilden, das heißt, es würde diese eine Säule sein, die ungefähr achtmal so hoch wie der Montblanc wäre. — Zu dem städzischen Verkauf von Lebensmitteln, der Montag zum erstenmale statkfand, hatten sich die Käufer zahlreich eingefun⸗ den. Die Waren sind von bester Beschaffenheit und werden zu mäßigen Preisen abgegeben. Verkauft wurden: Reis zu 60, 56 und 40 Pfg. das Pfund: Zucker, gemahlen 25, Würfel 28 Pfg.: Malz⸗ kaffee 40; Nudeln 58 und 50 Pfg., Erbsen 50; Graupen 40 Pfg. — Sein 25jähriges Dienstjubiläum beging am Sonntag Herr Stadtsekretär Allendorf. Aus Anlaß dessen wurde er vom Oberbürgermeister und seinen Kollegen beglückwünscht und mit Blumenspenden bedacht. Wegen seines freundlichen und entgegen⸗ kommenden Wesens gegenüber allen, die mit ihm zu tun haben, er⸗ freut sich Herr Allendorf allgemeiner Beliebtheit und jeder wird sich den Glückwünschen anschließen, die ihm zu seinem Ehrentage dar⸗ gebracht wurden. Eine reiche Gurkenernte. Die tägliche Gurkenzufuhr auf dem Gurkenmarkte zu Bodenheim bei Mainz stellt sich auf 300 000 bis 800 000 Gurken. Da in der letzten Zeit reichlicher Regen nieder- gegangen ist, entwickeln sich die Gurken gut und ist eine Steigerung 5 8 zu erwarten. Für die 100 Gurken werden 2,50 Mark ezahlt. — Oeffentliche Bücherhalle. Im Juli wurden 2341 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1357, Zeitschriften 133, Jugendschriften 221, Gedichte und Dramen 47, Literaturgeschichte 18, Länder- und Völkerkunde 56, Kultur⸗ geschichte 37, Geschichte und Biographien 135, Kunstgeschichte 24, Naturwissenschaft und Technologie 101, Heer- und Seewesen 25, Haus⸗ und Landwirtschaft 15, Gesundheitslehre 20, Religion und Philosophie 59, Staatswissenschaft 12, Sprachwissenschaft 24, Fremdͤsprachliches 57 Bände. Nach auswärts kamen 62 Bände. — Wahlverein Gießen. Die nächste regelmäßige Mitglieder- versammlung findet nächsten Montag, 10. August, abends 9 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag über Gemeinde⸗ steuern. Wir werden ersucht, die Mitglieder auf diese Versamm—⸗ lung aufmerksam zu machen. — Wieseck. Der Wahlverein hält abend 9 Uhr eine Mitgliederversammlung ab, zu Parteigenossen alle einfinden wollen. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. — Ein frecher Spitzbube. In Neustadt(Kr. Kirchhain) waz der schon viel vorbestrafte Landstreicher Merz aus der Pfalz in das Amtsgevichtsgefängnis eingelochk worden. Während der Gefangenen⸗ aufseher abwesend war, verstand es der Häftling, sich zu befreien und zu verdusten. Mit einem Feuerhaken brach er die Türen der Ge⸗ fängniszelle auf, drang in die Wohnung des Aufsehers ein und stahl Geld und eine Uhr mit Kette; alsdann nahm er das Fahrrad des Aufsehers und entfloh. Am andern Tage erhielt der Gefangenen⸗ aufseher das gestohlene Fahrrad von Marburg aus per Eilgut von dem Ausgerissenen zugesandt. Von ihm selbst fehlt bis heute noch jede Spur. nächsten welcher Samstag sich die Von Nah und Fern. Wegen Verstoß gegen die Mehl⸗ und Brot⸗Verordnungen ind in Darmstadt gegen vierzig Bäcker meister Strafverfahren eingeleitet worden, da sie zum Teil größere, zum Teil kleinere Mengen Mehl und Brot, in einzelnen Fällen bis zu 130 Sack verbacken und verkauft haben, ohne die entsprechenden Brotmarken dafür bei der Aufsichtsbehörde abzuliefern. Sie be⸗ ziehen sich darauf, daß ihnen ein Teil freigegeben worden sei und daß sich im Übrigen die Kontrolle nicht so genau durchführen lasse. Tagesbericht hes Großen Hauptnnartier. Neuer Durchbruch der Mackensen⸗Armeen. ueber 11000 Gefangene. Deutsche Luftschisfe beschießen die Bahnlinien östlich von Warschau. W. B. Großes Hauptquartier, 3. Aug., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die am 30. Juli bei Hooge genommene englische Stellung ist, entgegen dem amtlichen Bericht des englischen Oberbefehls⸗ habers, vollständig in unserer Hand. In der Champagne besetzten wir nach erfolgreichen Sprengungen Hestlich von Perthes und westlich von Sonain die Trichterränder. In den Argonnen wurden nordwestlich von Le Four de Paris einige feindliche Gräben genommen und dabei Gefangene gemacht. Bei dem gestern gemeldeten Bajo n eta⸗ angriff sind im ganzen vier Offiziere, 163 Mann ge⸗ fangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet. In den Vogesen ist bei den Kämpfen in der Nacht vom 1. zum 2. August ein kleines Grabenstück am Schratz⸗ männle(zwischen Lingekopf und Barrenkopf) an den Fei verloren gegangen. Am Lingekopf ist ein am 1. 2. August vollständig zusammengeschossener Graben von uns nicht wieder besetzt worden. Ein vom Gewittersturm losgerissener französisch Fesselballon ist nordwestlich von Etain in unser⸗ Hände gefallen. 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. g Bei den Kämpfen in der Gegend von Mitau wurden 500 Gefangene gemacht. Oestlich von Poniewiez gab der Gegner, zum Teil au mehreren Stellungen geworfen, den Widerstand auf und zog in östlicher Richtung ab. Unsere Truppen haben 5 Straße Wobolniki— Subocz überschritte Gestrige Gefangenenzahl hier 1250 Mann, 2 Maschinen⸗ gewehre erbeutet. In Richtung auf Lomza wurde unter erfolgrei Kämpfen Raum gewonnen. Rund 3000 Russen wur den gefangen genommen. Im übrigen fanden der Narewfront und vor Warschau kleinere, für uns gũ verlaufene Gefechte statt. Unsere im Osten zusammengezogenen Luftschi unternahmen erfolgreiche Angriffe auf die Bahnlinien östlich von Warschau. f Südöstlicher Kriegsschauplatz. Generaloberst v. Woyrsch hat mit seinen deutschen Truppen die Brückenkopfstellung am Ostufer der Weichsel erweitert; es wurden 750 Gefangene gemacht. Die ihm unterstellten österreichisch-ungarischen Truppen des Generals v. Koevesz vor der Westfront von Iwangorod erreichten einen durchschlagenden Erfolg; sie machten 2300 Gefangene und erbeuteten 32 Geschütze, darunter 21 schwere, und 2 Mörser. 0 Vor den Armeen des Generalfeldmarschalls von Mackensen hielt der Gegner gestern noch in der Linie Nowo-Alexandria—Lenczua—Zalin(nordöstlich von Cholm) Stand. Am Nachmittag wurden seine Linie östlich von Lenczna und nördlich von Cholm durchbrochen. Er begann deshalb auf dem größeren Teil der Front in der Nacht seine Stellung zu räumen. Nur an einzelnen Stellen leistet er noch Widerstand. Oestlich von Lenczua machten wir gestern 2000, zwischen Cholm und Bug am 1. und 2. August über 1300 Ge⸗ fangene; mehrere Maschinengewehre wurden erobert. Oberste Heeresleitung. 9 Der österreichisch⸗ungarische Tagesberich Lenczua genommen. Italienische Angriffe unter schweren Verlusten gescheitert. 3. August.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbarte Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe zwischen Weichsel und Bug dauerten auch gestern den ganzen Tag mit unverminderter Heftigkeit an und führten wieder zu Erfolgen. An der ganzen Front bedrängt, dei Lenezna und nordwestlich Cholm neuerlich durchbrochen wich der Feind heute am frühen Morgen fast überall aus den gestern hartnäckig verteidigten Linien abermals gegen No den zurück. Unsere Truppen verfolgen, Lenezna wurde genommen. Die westlich Iwangorod eingenisteten Russen nahmen unter dem Druck unseres am 1. Auguft errungenen gude 5 Erklärung: Wenn Gutes mit Gutem ge· mischt wird, dann erhalt men etwas Besseres. Das ist des bekannte Rezept, nach dem die beliebten Kaffee-Mischungen aus ver- schiedenen auserlesenen Bohnensorten zu- sammengestellt werden. Das Gleiche gilt auch für den Kaffee-Ersatz.. Kriegs-Kornfranck“ ist eine Mischung von sorgfältig ausgewöhlten, sachkundig zusammengesetzten, gemahlenen Rohstoffen. Niit, Kriegs-Kornfranckꝰ bringt die Hausfrau ein ganz vorzũglich schmecken des, onregendes Ke aui den Juch. n, 3. August 191 Bajonettangriff aus ihren befestigten Stellungen ein, daß die Russen Warschau niederbrennen den, bevor sie es den Deutschen räumten. Die Daily News hofft, politische Arbeit von Monaten zu zerstören. FTT r K.... Sieges ihre Linien zum größten Teil gegen den Festungs⸗ gürtel zurück. Nordwestlich Iwangorod haben die Deutschen eine breite, der Weichsel vorgelagerte Waldzone unter erfolgreichen Gefechten durchschritten. In Ostgalizien keine Aenderung. Italienischer Kriegsschauplatz. 5 Im Küstenlande herrschte gestern vom Krn bis zum Brücken⸗ kopf von Görz fast völlige Ruhe. Den Plateaurand von Polazzo griffen neuerlich starke italienische Kräfte an. Fünf mal stürmte der Feind gegen unsere Infanterie, die östlich des Ortes und am Monte dei Busi heldenmütig Stand hielt. Jedesmal wurde der Augriff vom zähen Verleidiger nach schwerem Kampfe zu⸗ rückgeschlagen. Die Italiener erlitten große Verluste. Weitere Verstärkungen, die sich zu nochmaligem Vorgehen an⸗ schickten, wurden durch unsere Artillerie überraschend beschossen und zersprengt. Während dieser Kämpfe standen die anderen Abschnitte des Plateaus unter starkem feindlichen Artilleriefeuer. An der Kärntner⸗Grenze versuchten die Feinde unter dem Schutz dichten Nebels einen Sturmangriff gegen den Cellon⸗Kofel(östlich vom Plöcken!; das Unternehmen scheiterte völlig; im übrigen an dieser Front nichts Neues. Im Gebiet des Monte Cristallo stieß eine unserer Offi⸗ giers⸗Patrouillen auf eine etwa 60 Mann starke gegnerische Ab⸗ teilung. Der Feind verlor in kurzem Geplänkel 29 Mann. N Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 2 Die russische Niederlage an der rumänischen 1 Grenze. Ueber die Kämpfe an der rumänischen Grenze wird der Bukarester Ziua aus Burdujeni noch gemeldet: In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben die Russen auf der ganzen Linie eine große Niederlage erlitten. Die österreichisch⸗ ungarischen Truppen haben die Russen nach mehrmaligem hinaus⸗ getrieben, wobei die Russen große Verluste an Menschen und Material erlitten. An vielen Stellen haben sich russische Ab— teilungen ohne Kampf ergeben. Niederbreunung Warschaus? Die Daily News geht in einem Leitartikel auf die Gerüchte wür⸗ daß von einem Niederbrennen der Stadt wohl nicht mehr die Rede sei und daß der Vorschlag durch den Großfürsten selbst energisch bekämpft worden sei. Das Niederbrennen der Stadt würde ein 5 Fehler sein. Die militärische und politische Lage von Warschau könne absolut nicht mit der von Moskau im Jahre 1812 verglichen werden. Das Niederbrennen der polnischen Hauptstadt mit dem furchtbaren Elend, das durch einen derartigen Vorgang auf Tausende nichtrussischer Flüchtlinge aus den verwüsteten Pro⸗ vinzen hereinbrechen würde, könnte lediglich die neutralen Gefühle entsetzen und einen niederschmetternden Ein⸗ der uck auf die polnische Bevölkerung hervorrufen. Von Beginn des Krieges an sei es das Ziel der russischen Regierung gewesen, die Polen zu versöhnen, und es scheine auch ein gewisser Erfolg in dieser Richtung zu verzeichnen zu sein. Diese Versöhnung Polens sei jetzt nötiger als jemals, und gerade deshalb würde es der größte Fehler sein, wegen geringer militärischer Vorteile die Der Ver lust von Warschau, sagt die Daily News, wird ein ernsthafter Rückschlag sein. Aber die am schwersten wiegende Folge wird noch in der moralischen Wirkung auf neutrale Nationen liegen, und e diesen Umstand muß die Diplomatie der Entente, wenn sie wohl beraten ist, bei Zeiten in ihre Rechnung stellen. Daß die Engländer ihrem lieben russischen Bundesbruder, mit dem zusammen sie für Freiheit und Zivilisation, gegen das deutsche Barbarentum, kämpfen, solche unermeßliche Schandtaten ernstlich zutrauen, ist das Charakteristische an dem Vorgang. Kriegsmüdigkeit in Frankreich. Wie sich die Magdeburgische Zeitung aus Brüssel melden läßt, sind in mehreren französischen Departements abermals viele tausende Exemplare von Friedensflugschriften beschlag⸗ nahmt worden, worin die amtlichen und nichtamtlichen Zeitungsberichte über die Kriegsereignisse als lügenhaft und auf die Täuschung der Volksmassen berechnet bezeichnet wer⸗ den. In einer dieser Flugschriften, welche den Titel führt: II faut faire la paix! und die in Orleans, Blois und Tours verbreitet wurde, wird auf den drohenden Zusammen⸗ bruch Rußlands und damit der einzigen Hoffnung Frankreichs hingewiesen, den Weltkrieg zu gewinnen. Die Präfekten haben eine scharfe Nachforschung nach den Urhebern und Verbreitern dieser Flugschriften angeordnet, bisher ohne Erfolg. Der türkische Tagesbericht. Eine russische Niederlage. Schwere Verluste der Verbündeten bei Ari Burn nu. Konstantinopel, 3. Aug.(W. T. B.) Aus Erzerum wird gemeldet: Die Russen fahren fort, sich vor dem türkischen rechten Flügel zurückzuziehen, der auf der Verfolgung beständig Zusammenstößze mit russischen Nachhuten hat, die stets zugunsten der Türken ausfallen. Die in den letzten Kämpfen gemachten russischen Gefangenen beginnen in Erzerum einzutreffen. Nach den bestimmten Aussagen russischer Gefangener ist die russische Armee in gedrückter Stimmung. 50 000 Russen, die an der Ostgrenze kämpften, hätten die Waffen weggeworfen und sich geweigert, den Kampf fortzusetzen. Das Große Hauptquartier gibt bekannt: An der Kaukasusfront verjagte unser rechter Flügel nach dem Gefecht vom 30. Juli den Feind aus den befestigten vor⸗ bereiteten Stellungen in der Umgebung von Tawtak an der Grenze. Wir machten etwa hundert Mann Gefangene und erbeuteten eine Menge von Gewehren, Munition und Ausrüstungsgegenständen. An der Dardanellenfront bei Ari Bur nu richtete der Feind am 31. Juli gegen einen kleinen, von einem unserer Posten besetzten Schützengraben, dessen er sich bemächtigen wollte, ein Infanterie⸗ und Artilleriefeuer und bewarf ihn mit Bomben, brachte zwei Minen zur Entzündung und ver⸗ suchte Scheinangriffe auf dem linken Flügel. Schließlich wurde er vertrieben, wobei er schwere Verluste hatte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr auf dem linken Flügel anhaltendes, aber wirkungsloses Gewehrfeuer. An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. Die Kapitulation in Südwestafrika. Die amtliche Bestätigung. Berlin, 3. Aug.(W. T. B. Amtlich.) Sr. Maj. dem Gaifer haben der Gouverneur von Deutsch⸗Südwestafrika Dr. Seitz und der Kommandeur der Schutztruppe Oberstleut⸗ nant Franke durch Vermittlung der Botschaft der Ver⸗ einiglen Staaten nachstehende telegraphische Meldung er⸗ stattet:„Eurer Majestät melden wir alleruntertänigst, daß wir und Tsumeb vom Feinde mit vielfach überlegenen Krüften eingeschlossenen Schutztruppe in der Stärke von rund 3400 (dreitausendvierhundert) Mann an Botha zu übergeben. Jede Aussicht auf einen erfolgreichen Widerstand war ausge⸗ schlossen, da, nachdem die Orte Otavi, Gaub, Grootfontein, Tsumeb und Namutoni vom Feinde genommen waren, wir von unserer Verpflegungsbasis abgeschnitten und jeder Ver⸗ such zu einem Durchbruche bei dem heruntergekommenen Zu⸗ stand der Pferde, für die seit Monaten kein Hafer mehr vor⸗ handen war, unmöglich war. Alle Personen des Beurlaubten⸗ standes und Landsturms, auch die in Südafrika kriegsge⸗ fangenen, werden auf ihre Farmen und zu ihren Berufs⸗ tätigleiten entlassen. Die Offiziere behalten die Waffen und Pferde und können auf ihr Ehrenwort frei im Schutzgebiet bleiben. Die aktive Schutztruppe, noch rund 1300(dreizehn⸗ hundert) Mann stark, behält ihre Gewehre und wird an einem noch zu bestimmenden Platze im Schutzgebiet konzentriert werden. gez. Seitz. gez. Franke.“ Vernichtung eines englischen Truppentransport⸗ dampfers. T. U. Athen, 3. August. Im Mittelmeer wurde das englische Truppentransportschiff„Armeuron“ von einem deutschen Unter⸗ seeboot versenkt. Der größte Teil der Mannschaften ist ertrunken. Vereinskalender. 5 Donnerstag, 5. August. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung im Gewerkschaftshaus. Alle erscheinen! 0 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Bekanntmachung Die Rechnung der Flockischen Stiftung für 1913 liegt vom 6. August 1915 ab eine Woche lang zur Einsicht der Beteiligten auf dem Städtischen Armenamt, Asterweg 9, offen. Gießen, den 3. August 1915. Der Oberbürgermeister. (Armenverwaltung.) J. A.: Schenck zu Schweinsberg. Arbeitsvergebung. Die Weißbinderarbeiten für die Unterhaltung der Gebäude der städtischen Kaserne sollen Montag, den 9. August ds. Js, vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 2. August 1915. Städtisches Hochbauamt. J. V.: Altvater. Kartoffeln 3 Pfund 26 Pfg. Neue Zwiebeln ppund 18% Zentner Mi. 17.— Neue Salzgurren... Städ 10 Neues Sauerkraut..... Pfund 18 Neue Vollheringe.... Stag 11 See Eittonen Zum Einmachen: la Weinessig lose.. per Liter 34 Margarita-Essig dear 7 i Liter⸗Flasche mit Glas Maisgries, Ersatz für Weizengries, Pfund 42 Weizeugries, fur Kinder u. Kranke, Pfund 45 Ohne Brotkarten! Waffel⸗Mischung auch nan geld oberen geeignet 30 7 Pfd. Kunsthonig bester Ersatz für 2 Bienenhonig, Pfd. 45 0 2 Pfund⸗Dose Mk. 1.—, gr. Wasserglas 50 Pfg., Schraubendeckelglas 60 Pfg. 8 In unserer Zentrale eingetroffen: 2 Waggons gemischte Marmelade Pfund 464 Kondens. Milch, Dose 60 u. 63 Feldposttube 38 3 Puddingpulver verschiedene Sorten, Packet 10 1 4 Fverkauisstellen: Baunhofstrasse 20, Ludwig- . strasse 20, Walltorstrasse 24. gezwungen waren, den Rest der bei Korab zwischen Otavi⸗ 1 8 10 8 berger, Stadtverordneter in ßen, 66 Jahre alt.— ö aal ein Gießen 20 Jahre alt. Philipp Löll in Aßlar, 60 Jahre alt. 25 Verstorbene. Böhmer in Her rst Jakob Bö h Gieße für jede Hausfrau ist die Benützung einer guten, modernen und schnellnähenden Sturmvogel⸗ Wähmaschine. Elegante Modelle in Eiche, mit Ziermöbel in neuartiger Ausführung. Die . Gebr. Grüttner Berlin⸗Halensee 144. . ee eee 5 82 8 pen Slricklun und Schafwolle nehmen zu höchsten Preisen an 4 L. 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